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unfall, amnesie, gedächtnis, hörbuch, thriller

Splitter

Sebastian Fitzek , Simon Jäger (Sprecher)
Audio CD: 4 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.08.2009
ISBN 9783785742099
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Splitter nennt sich das neueste Hörbuch nach der Romanvorlage des deutschen Autors Sebastian Fitzek. Dieses ist in zweierlei Fassungen erhältlich, zum einen in einer ungekürzten mit über 8 Stunden Laufzeit, allerdings nur als Exklusiv-Download bei Audible und als 4-CD-Version im Pappschuber, veröffentlicht von Lübbe Audio.
Wer sich für die CD-Version entscheidet, bekommt einen tollen Bonus obendrauf: einen Gutschein zum kostenlosen Download der Komplettversion auf audible.de.

In der folgenden Rezension wird nur die gekürzte Version besprochen.

Das Stilmittel, eine Geschichte von hinten her zu beginnen, ist eines, das eigentlich immer mal wieder Verwendung findet. Man hat somit die Möglichkeit das Publikum direkt mit einer unerklärlichen, heftigen Situation zu konfrontieren, die nur mit einer entsprechenden Vorgeschichte in einen logischen Zusammenhang eingeordnet werden kann. So kann es ein geschickter Schachzug sein, auf diese Art und Weise bereits von Beginn an die Neugier anzustacheln. Es ergibt sich aber auch die Gefahr, dass man bereits zu viel über das Finale verrät und die Geschichte ab einem bestimmten Punkt so zu vorhersehbar wird, man also mit dem Beginn bereits zu viel verraten hat. Eine zweite Gefahr ist, dass die Geschichte nach einem ereignisreichen Start erst einmal wieder ein gutes Stück weit abflacht und so die Erwartungen des Publikums enttäuscht werden.
Beides ist hier absolut nicht der Fall. Nach einem aufwühlenden Einstieg, insbesondere aufgrund einer unglaublich lebendigen Darbietung von Simon Jäger, der einem körperliche Schmerzen beinahe selbst nachempfinden lässt, ebbt die Erzählung zu keinem Zeitpunkt ab, sondern überrascht mit immer neuen Wendungen, die sich zudem immer weiter zuspitzen.

Mark arbeitet als Streetworker und hätte bis vor kurzem der glücklichste Mensch auf der Welt sein können. Ein Job, der ihn ausfüllt, eine schwangere Frau zuhause. Wäre da nicht der Unfall gewesen. Der Tag, der alles verändert hat. Der Tod seiner Frau und seines ungeborenen Kindes.
Per Zufall ist Mark auf eine Anzeige einer Zeitschrift gestoßen und hat sich sofort per Mail dort gemeldet. Ein neues Testprogramm, welches verspricht, unschöne Erinnerungen für immer aus dem Gedächtnis zu tilgen.
Als Mark sich trotz des Entschlusses, doch nicht am Programm teilzunehmen, überreden lässt, eine Tauglichkeitsuntersuchung über sich ergehen zu lassen, ist nichts mehr wie es wahr. Seine Erinnerungen scheinen nicht mehr zu stimmen...
Ob er unwissentlich schon längst in dem Programm steckt?

Es ist schon eine ziemlich fiese Sache, eine Geschichte aus der Perspektive einer Figur zu erzählen, deren Wahrnehmungen man nicht im geringsten trauen kann. Wenn man nicht mehr weiß, was echte Erinnerungen, was fehlende und was falsche sind. Und was am Ende vielleicht sogar nur Wahnvorstellungen. Sebastian Fitzek konfrontiert einen mit immer neuen Wendungen, die alles bisherige nur noch verwirrender werden lassen, bis irgendwann der Zeitpunkt erreicht ist, wo man gar nicht mehr weiß, was man wirklich noch glauben, wem man wirklich noch trauen soll.
Der Schrecken greift über. Besser kann man einen Psychothriller eigentlich nicht aufziehen.

Dass man es hier mit einer gekürzten Fassung zu tun hat, bemerkt man am ehesten an manchen etwas härteren Sprüngen. Jedoch ergeben sich keine Probleme der Handlung inhaltlich zu folgen. Insofern kann man von einer gelungenen Bearbeitung sprechen. Ohne zu wissen, ob dies vielleicht sogar auch in der ungekürzten Fassung gewährleistet ist, kann man sagen, dass diese Bearbeitung das Geschehen sehr dicht und packend werden lässt. Es bleibt einem keine Minute Zeit, durchzuschnaufen. An eine Hörpause ist ohnehin nur schwer zu denken. Es kann also gut sein, dass Splitter manch einem kurze Nächte bereiten wird.

Mit jeder neuen Wendung steigen natürlich auch die Erwartungen an die finale Auflösung. Diese wurden allerdings nicht wirklich erfüllt. So völlig schlüssig wirkt da leider nicht alles, was den bis dahin sehr starken Gesamteindruck doch etwas nach unten reißt.

Simon Jäger ist DER Hammer. Er lebt sich regelrecht in die einzelnen Rollen hinein, so dass man schon fast denkt, eher ein Hörspiel denn eine Lesung vor sich zu haben. Mal abgesehen davon, dass es hier leider keine Musikunterlegungen (mit Ausnahme von In- und Outro jeder CD) gibt, bin ich sogar versucht zu sagen, dass eine solche nach dieser bearbeiteten Fassung fast unnötig geworden ist.

Fazit: Ein sehr böser Psychothriller, unglaublich packend erzählt und nicht selten verstörend. Auch wenn das Finale nicht ganz den entstandenen Erwartungen gerecht geworden ist, kann ich problemlos eine Empfehlung aussprechen. Allein schon aufgrund der grandiosen Darbietung Simon Jägers. Der Mann ist pures Stimmgold.

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