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94 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

fantasy, magie, orden, intrige, die dunkelmagierin

Die Dunkelmagierin

Arthur Philipp
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.02.2017
ISBN 9783734160790
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich versuche mich mit Neuerscheinungen stets zurückzuhalten, da ich noch so viele ungelesene Bücher im Haus habe, allerdings haben mich Titel und Cover hier sehr neugierig gemacht. Der Stil des Covers trifft genau meinen Geschmack und ich liebe Bücher, in denen Magier die Hauptrolle spielen. Da musste ich zu diesem Buch greifen, obwohl ich den Autoren vermeintlich nicht kannte. Vermeintlich deshalb, da es sich bei Arthur Philipp um ein Pseudonym handelt. Es war allerdings nicht wirklich schwer anhand der Biografie herauszufinden, unter welchem Namen der Autor bereits andere Bücher geschrieben hat, von denen ich tatsächlich breits einige gelesen und für gut befunden habe.
In diesem Buch spielt die junge Feja die Hauptrolle, die eigentlich nach Braake kam, um ihren auf See verschollenen Vater zu suchen, dann allerdings die Aufmerksamkeit des grauen Magierordens auf sich zog, da sie nicht nur in einer Prophezeiung der Weren eine wichtige Rolle spielt, sondern da sie offensichtlich über viel magisches Potential verfügt. Daher dauert es nicht lange und die junge, wohlerzogene Bauerstochter gerät hinein in die Intriegen ihres Ordens und wird zu ihrem Spielball. Doch was hat es mit der Prophezeiung auf sich? Wird sie sich erfüllen?
Ich muss sagen, dass ich mich beim Lesen dieses Buches äußerst wohl gefühlt habe. Zwar habe ich recht lange dafür gebraucht, doch schon nach ein paar Seiten war ich völlig in die Geschichte eingetaucht und blieb dies auch, obwohl ich es nicht geschafft habe jeden Tag darin oder viel zu lesen. Bereits während der Arbeit habe ich mich immer darauf gefreut, später wieder zu Feja zurück kehren zu können. Das haben nicht viele Bücher geschafft und hierfür ist sicher der Schreibstil, der weder zu schlicht noch zu kompliziert ist und der Aufbau der Geschichte verantwortlich.
Da Feja die Hauptperson ist, lernt man aus ihrer Sicht den Orden der dunkeln Magier kennen. Dieser Orden war früher ähnlich einer Assassinen-Gilde, geht heute jedoch gemäßigtere Wege und hat dadurch an Macht eingebüst, einige Mitglieder des Ordens sind daher der Meinung, man müsste wieder zurück zu alten Wegen finden und der Orden ist sich daher nicht einig. Dann kommen auch noch Magier eines anderen Ordens in die Stadt und untergraben die Autorität des grauen Ordens in ihrem Stammsitz. Politische Intrigen werden gesponnen. Was mir daran gut gefallen hat, ist dass bei keinem Charakter lange wirklich klar war, ob er „gut“ oder „böse“ ist. Auch gerade weil ein vermeintlich „böser“ Orden im Zentrum des Geschehens steht, ist dieser Aspekt besonders interessant, da „böse“ eben auch subjektiv sein kann. Dieses hin und her hat die Geschichte besonders spannend gemacht.
Zusätzlich kam Spannung hinzu, da das Buch nicht eintönig einem Spannungsbogen folgt, sondern sich die Geschichte und handelnde Charaktere wandeln: Zunächst beginnt die Ausbildung an der Feste, anschließend werden Aufgaben für den Orden ausgeführt, die Intrigen entwickeln sich und schließlich findet Feja im Finale ihren eigenen Standpunkt.
Dem Autor ist es gut gelungen, die Charaktere darzustellen, und besonders Feja war mir sympathisch. Ich hätte mir jedoch etwas mehr Feinheiten bei der Entwicklung der Gefühle gwünscht. Zwar wurde die Geschichte aus Fejas Sicht geschrieben und ihre Gedanken wurden auch ausreichend ausführlich geschildert, aber ihre Gefühle – besonders ihre Verliebtheit – eben nicht. Ich bin kein Freund von viel Kitsch, doch so war es doch irgendwie ein bischen plump.
Die Welt, die hier erschaffen wurde ist interessant und detailreich. Zwar wurde aufgrund des Aufbaus der Geschichte noch nicht die gesamte Funktionsweise der Magie erklärt, da dies sicher der rote Faden der Reihe sein wird, dennoch ist bereits jetzt deutlich, dass sie hinreichend komplex ist. So gibt es sechs Monde, die das Leben auf der Insel Edun maßgeblich beeinflussen und die Magierorden fühlen sich zu einem Mond und einem dazugehörenden Element zugehörig bzw. schöpfen ihre Kraft daraus. Früher, bevor die Insel Edun von Flüchtlingen eines Vulkanausbruches besiedelt wurde, lebten bereits die Weren dort und damals funktionierte die Magie noch ganz anders… Die Magie wird zudem mit eigens dafür entwickelten Fachbegriffen erklärt, die Feja während ihrer Ausbildung lernt.
In der Geschichte spielen einige Haupt- und Nebencharaktere mit, was die Handlung angenehm komplex gestaltet, doch keinesfalls so viele, das man beim Lesen durcheinander gerät. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte aus der Sicht von nur einigen wenigen Charakteren neben Feja geschildert wird, so bleibt der Fokus beinahe stets bei ihr und man kann den Geschehnissen gut folgen.
Dieser erste Teil ist in sich abgeschlossen. Nach meinem Geschmack ist er mir ehrlich gesagt schon ein klein wenig zu abgeschlossen, denn ich habe zwar eine Ahnung, wie es nun weiter gehen könnte, doch letztlich sind das nur Vermutungen, die nicht auf konkreten Hinweisen beruhen. Das Finale ist so sehr abgeschlossen, dass der nächste Band praktisch neu beginnt, dafür kennt man aber immerhin schon die Hauptperson: Feja. Doch was ihr nächstes Ziel sein wird, das weiß man nicht. Dabei mag ich es eigentlich gern, wenn es schon einen roten Faden für eine Reihe oder eine Trilogie gibt.
Neben dem stilvollen und passenden Cover haben mir auch die drei im Buch abgebildeten Karten (Graufeste, Braake und Umgebung und die Insel Edun)  sehr gut gefallen. Man hat diese zwar nicht zwangsläufig zum Verständnis der Geschichte benötigt, doch ich mag es immer sehr, wenn Karten dabei sind.

Fazit: Die Dunkelmagierin hat mir beim Lesen sehr viel Freude gemacht, da es sich hierbei um ein rundum gelungenes Fantasy-Buch handelt: Es ist in allen Belangen ausreichend komplex, ohne zu überladen zu sein. Die Geschichte ist keinesfalls eintönig, sondern abwechslungsreich und spannend. Zwar könnten Gefühle, allen voran die Liebe, mehr Raum einnehmen und das Buch war für meinen Geschmack etwas zu sehr in sich abgeschlossen, doch letztlich hat mir das Buch ein regelrechtes Wohlgefühl breitet, so dass ich mich immer darauf gefreut habe, weiterzulesen und da sehe ich gern über solche Kleinigkeiten hinweg. Mir war daher auch schon recht schnell klar, dass ich diese Reihe (oder Trilogie oder was auch immer es werden wird) auf jeden Fall weiterlesen werde. Ich hoffe, ich muss nicht allzulange darauf warten.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

invasion, akademie, zauberer, gilde, magie

Die Feuer von Anasoma

Mitchell Hogan
E-Buch Text: 721 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641197773
Genre: Fantasy

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138 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 87 Rezensionen

fantasy, osten ard, tad williams, high fantasy, das herz der verlorenen dinge

Das Herz der verlorenen Dinge

Tad Williams , Cornelia Holfelder-von der Tann
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608961447
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor gar nicht allzu langer Zeit, habe ich Das Geheimnis der großen Schwerter gelesen, ein Werk, das zu den Klassikern und Hochkarrätern der Fantasy zählt. Ohne Frage, waren die Bücher gut geschrieben, spannend und atmosphärisch, aber dennoch sehr anstrengend zu lesen. Also nichts, was man einfach so nebenbei lesen kann. Trotzdem fand ich die Geschichte faszinierend und das war auch der ausschlaggebende Punkt, warum ich dieses Buch lesen wollte. Mich hat es einfach interessiert, wie es mit den lieb gewonnenen Figuren auf Osten Ard weitergeht.
In diesem für Williams Verhältnisse recht kurzen Werk begleitet der Leser drei Figuren und erlebt so die Schlacht zur Ausrottung der Nornen aus deren Perspektiven: Herzog Isgrimnur leitet den Angriff, Porto ist ein Söldner aus Ansis Pelippé, der in diesem Heer dient und auch die Gegenseite wird mit dem Hikeda’ya Viyeki geschildert. Auf diese Weise ist der Leser nicht nur stets mitten drin im Geschehen, sondern auch noch aufs beste informiert.
Doch leider ist dieses Buch in meinen Augen gähnend langweilig. Die Belagerung wandert von einem Standort zum nächsten, bis schließlich Nakkiga selbst belagert wird. Zwar lassen sich die Nornen das eine oder andere einfallen, doch letztlich bleibt es eine Schilderung einer langweiligen Belagerung nach der nächsten. Zwar ist der Fließtext als solches gut geschrieben und lässt sich im Grunde auch gut lesen, aber es passiert mir nicht nur allgemein zu wenig, sondern vor allem viel zu wenig mit Belang. Bei einem Buch, das neuen Lesern die Welt in Osten Ard schmackhaft machen möchte, habe ich ganz anderes erwartet. Hätte ich Das Geheimnis der großen Schwerter nicht gelesen, ich hätte dieses Buch abgebrochen. Da ich jedoch immer noch vorhabe die neuen Bücher zu lesen, habe ich mich hier durchgequält.
Dass es mir nicht so gut gefallen hat, mag auch daran liegen, dass viele der lieb gewonnenen Charaktere (allen voran Simon) hier fehlen. Doch vor allem war der Aufbau der Story nicht gut. Dem Titel nach hätte ich vermutet, dass das Artefakt mit dem Namen Das Herz der verlorenen Dinge einen besonderen Stellenwert innerhalb der Geschichte einnehmen wird. Es wird zwar erwähnt, aber was es kann und ob es letztlich etwas zum Ausgang der Geschichte beigetragen hat, bleibt völlig unklar. Vielleicht habe ich aber auch etwas übersehen oder nicht verstanden, denn so wie es sich mir dargestellt hat, war das Artefakt unwichtig und der Titel damit falsch gewählt. Ich könnte auch soweit gehen und sagen, das Artefakt war genauso überflüssig wie dieses Buch.
Das Buch hat aber eine gelungene Ausstattung: Es sind eine Karte von Osten Ard und eine vom Gebiet in dem das Buch spielt vorhanden, allerdings an einer blöden Stelle, nämlich mitten im Anhang, so dass ich ständig blättern musste. Es gibt außerdem ein Glossar aller wichtigen Personen, das ich im Grunde nicht gebraucht habe. Schön fand ich allerdings die kleine Zusammenfassung „über Feen“, die die Hintergründe der Nornen kurz zusammenfasst. Als Neu-Leser sollte man das zuerst lesen. Ganz zum Schluss befindet sich eine Leseprobe zum ersten neuen Band von Die Hexenholzkrone, die ich nicht gelesen habe, da ich das neue Buch ohnehin lesen möchte. Diese Leseprobe ist aber für alle Neu-Leser sicher sinnvoll, da es zeigt, dass andere Charaktere wie z.B. Simon wichtiger sind.

Fazit: Schon das Geheimnis der großen Schwerter empfand ich als schwer zu lesen, doch im Gegensatz zu diesem Buch hatte es wenigstens eine tolle Geschichte und interessante Charaktere. In diesem Buch wird lediglich eine Belagerung der Nornen durch die Rimmersmänner unter Isgrimnur nach der nächsten geschildert. Für mich war es daher arg langweilig. Mir ist es absolut schleierhaft, wie dieses Buch neue Leser für die Osten Ard Bücher anlocken soll. Da eigentlich nicht viel passiert, was man nicht kurz zusammenfassend im neuen Trilogieauftakt erwähnen könnte, würde ich raten, dieses Buch wegzulassen und auf die neuen längeren und sicher spannenderen Bücher zu warten. Es sei denn man mag Geschichten, bei denen lediglich Belagerungen im Mittelpunkt stehen. Schade, ich habe von diesem Buch jedenfalls viel, viel mehr erwartet.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Armageddon Rock

George R.R. Martin , Peter Robert
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453318052
Genre: Fantasy

Rezension:  
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598 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 208 Rezensionen

krimi, nele neuhaus, mord, taunus, wald

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies ist nunmehr der achte Fall für das Ermittlerduo Bodenstein und Kirchhoff, wobei letztere ja nun den Namen Sander trägt. Hoffentlich wird es nicht der letzte Fall der beiden sein.
Dieser Band ist etwas anders gestaltet als die anderen Teile: Bisher war es so, dass die Nebencharaktere oder gar der Täter viel Raum eingenommen haben und auch aus deren Perspektive erzählt wurde. Zwar gab es immer noch Nebencharaktere – eigentlich sogar recht viele – doch deren Bedeutung hatte in Die Lebenden und die Toten schon abgenommen und nun noch mehr. Eine klassische „Mörderperspektive gibt es gar nicht mehr. Das ist an sich nicht schlimm, sondern ich finde es dagegen gut, dass nicht alle Fälle nach demselben Schema ablaufen. Hier gibt es jedoch noch einen weiteren Unterschied: Der Fokus des Buches liegt eindeutig bei Bodenstein. Nicht nur dass er mit seinem bald stattfindenden Sabbat-Jahr einen möglichen Schlussstrich unter seine Arbeit als Mordermittler ziehen könnte, lässt ihn in den Mittelpunkt rücken, sondern der Fall tut sein Übriges dazu bei. Zum einen da er in Bodensteins Wohn- und Heimatort Ruppertshain spielt, zum anderen da zahlreiche seiner ehemaligen Klassenkameraden in die Sache verwickelt zu sein scheinen – auch Inka. So ist es kein Wunder, dass einige Dinge aus Bodensteins Vergangenheit ans Tageslicht kommen, die ihn schon lange beschäftigt haben. Auch diese Entwicklung und der Fokus auf Bodenstein haben mir gut gefallen. Vor allem da der Fall aufgrund der Vielzahl von involvierten Personen so unübersichtlich war und ich mir beim besten Willen nicht herleiten konnte, wer denn nun der Täter ist.
Soweit ist dieser Krimi also einer von den wirklich guten. Meiner Meinung nach hätte Neuhaus allerdings noch eine Schippe drauflegen können, indem sie noch mehr „Nebenhandlung“ der Ermittler in das Buch integriert hätte. Zwar steht Bodenstein im Fokus des Geschehens und sein Privatleben entwickelt sich weiter, doch leider darf der Leser nicht wirklich an diesem Privatleben teilhaben.  Zugegeben, viel „reale“ Zeit hatte Bodenstein nicht für sein Privatleben, dennoch hätte ich mir ein Mehr gewünscht, denn so bleibt es weit weg und wirkt irgendwie unrelevant, dabei passiert mit der Figur in diesem Teil gerade so viel. Da hätte man noch einiges herausholen können. Zudem hatte ich das Gefühl sowohl bei ihm als auch bei Pia etwas verpasst zu haben. Woher kommt auf einmal der Schritt zum Sabbat-Jahr? Wie genau hat sich seine Beziehung eigentlich entwickelt? Wie war die Hochzeit von Pia?
Ohnehin finde ich, dass Pia hier etwas arg zu kurz kommt. Ihr Privatleben wird praktisch nicht erwähnt und Christoph darf gar nicht mehr mitspielen. Zwar spielt der Fall wie gesagt in sehr kurzer, arbeitsreicher Zeit für die Ermittler und mir ist auch klar, dass man in einem Krimi bei dem der Fall im Fordergrund steht nicht alles (wie die Hochzeit) ausspielen kann, dennoch fehlen mir solche „privaten“ Szenen, die ich an einem Krimi sonst so schätze, hier schon sehr. Mit mehr Hintergrundgeschichten der Ermittler, wäre es ein wirklich tolles rundes Buch gewesen. Und es ist besonders schade, da es aufgrund des sehr persönlichen Falls für Bodenstein so viel Potential geben hätte.
Man könnte auch anders formuliert sagen: Diesem Fall hätten ein paar mehr Seiten für Hintergundgeschichten sehr gut getan. Im Band davor dagegen hätte ich mir eine Straffung des Falles gewünscht. Dass beide Bücher praktisch die gleiche Seitenanzahl haben, gibt mir zu denken. Vielleicht sollte man beim Verlag nicht auf eine bestimmte Seitenanzahl bestehen, sondern die Autoren ihre Bücher so schreiben lassen, dass sie auch als ganzes wirken können…
Die Bücher von Neuhaus haben oft ein gesellschaftskritisches Thema im Hintergrund, doch in diesem war es nicht der Fall. Stattdessen gibt es hier einen sehr persönlichen Fall für einen der Ermittler.
Alles in allem ist Im Wald wieder ein Buch von Nele Neuhaus, dass ich trotz meiner Krittelein sehr gern gelesen habe.  Neuhaus‘ Krimis sind stets spannend und gut geschrieben, so dass ich mit ihnen viele schöne Lesestunden verbracht habe und mich am Ende bereits auf den neusten Teil gefreut habe. So war es mit diesem Buch auch. Ich hoffe doch, dass ich mich auf einen neuen Band freuen darf und Bodenstein nach seinem Sabbat-Jahr wieder zurückkehrt zur Mordkommission.

Fazit: Im Wald knüpft als achter Band einer Krimi-Reihe selbstverständlich an Bekanntes und Bewährtes an, hat jedoch auch neue Elemente. So gibt es diesmal kein übergeordnetes (gesellschaftskritisches) Thema, sondern einen Fall der für Bodenstein ein ganz persönlicher ist, da der sich nicht nur in seinem Wohnort Ruppertshain abspielt, sondern auch einen Teil seiner Vergangenheit aufdeckt. Der Fall ist wieder einmal gut und spannend geschrieben, so dass ich in dieser Hinsicht nicht meckern kann, denn gerade die verworrenen Beziehungen der einzelnen Nebenfiguren untereinander haben die Geschichte sehr interessant gemacht, aber meiner Meinung nach hat Neuhaus etwas Potential verschenkt, da sie das Privatleben der Hauptfiguren so sehr hinten angestellt hat. Ich lese gern von den priavten Seiten der Ermittler und zwischen diesem Band und dem Vorgänger scheint viel passiert zu sein, von dem ich nun das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben. Das ist schade, denn die tolle Geschichte hätte mit ein paar mehr Seiten Hintegrundgeplänkel sicher sehr gut abgerundet werden können. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe doch sehr, dass es nicht der letzte Fall der beiden Ermittler sein wird.

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87 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

anthony ryan, rabenschatten, vaelin al sorna, fantasy, kämpfe

Die Königin der Flammen

Anthony Ryan , Sara Riffel , Birgit Pfaffinger
Fester Einband: 879 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.05.2017
ISBN 9783608960198
Genre: Fantasy

Rezension:

Jetzt ist Vaelins Geschichte erzählt. Ein wenig wehmütig bin schon, denn nach diesen drei dicken Schinken sind mir die Figuren schon ans Herz gewachsen. Ich muss allerdings dazu sagen, dass keiner der beiden Nachfolger an den ersten Band herankam, der wirklich außergewöhnlich war. Doch auch wenn die Geschichte nicht außergewöhnlich weiter erzählt wurde, war sie immer noch sehr gut geschrieben.
Dieses Buch setzt unmittelbar nach den Ereignissen des zweiten Bandes ein. Lyrna ist zurück und sammelt eine Armee um sich, die ihr zu Füßen liegt. Mit dabei sind die bekannten Hauptcharaktere Vaelin und Reva und gemeinsam mit zahlreichen anderen bekannten Figuren rüstet sie für die entscheidende Schlacht gegen den Verbündeten, die im entfernten Volarianischen Kaiserreich ausgetragen werden soll. Auch Frentis und Alucius tragen ihren Teil zu dieser Schlacht bei.
Das Buch ist erneut so aufgebaut wie die ersten Bände. Es besteht aus fünf Teilen, denen jeweils ein Abschnitt aus der Sicht des Historikers Vernier voransteht. Darin erlebt der Leser dieses Mal, wie Verniers zurück in seine Heimat reist. Doch wie im zweiten Band, finde ich diese Rahmenhandlung eher konstruiert, da man erst ganz zum Ende hin versteht, warum das, was erzählt wird, für die Haupthandlung wichtig ist.
Der Leser begleitet die oben genannten Figuren abwechselnd durch die Geschichte. Zwar beginnen mehrere Perspektiven am selben Ausgangspunkt, doch aufgrund strategischer Überlegungen trennen sie sich wieder. Und aufgrund der Erzählweise ist der Leser immer genau „up to date“, wobei ich mir allerdings nicht gänzlich sicher bin, ob die Reihenfolge der Erzählung tatsächlich chronologisch korrekt ist. Dem Lesefluss tat diese (Un-)Kenntnis jedoch keinen Abbruch.
Im Gegensatz zum letzten Buch empfand ich keine der Perspektiven ermüdend zu lesen. Zwar sind  inhaltlich beinahe aller sehr kriegerisch und militärisch ausgelegt, dennoch ließen sie sich sehr gut lesen. Das finde ich erstaunlich, denn ich bin eigentlich so eine, die Seitenweise Schlachtenbeschreibungen gern querliest, weil bei manchen Autoren da einfach nichts passiert, was die Geschichte inhaltlich voranbringt. Hier brauchte ich das nicht, da Ryan einen wirklich erstaunlich bildhaften und mitreißenden Schreibstil hat, außerdem hätte ich hier beim Querlesen tatsächlich etwas verpasst. Lediglich Vaelins Handlungslinie unterscheidet sich von den anderen, da er einen ganz anderen Weg ins Volarianische Kaiserreich wählt. Sein Strang hat mir deswegen auch am besten gefallen, da es aufgrund des Settings neue Elemente in die Geschichte hineingebracht hat, aber auch weil Teile der Vergangenheit aufgedeckt und somit Zusammenhänge deutlicher wurden.
Das Finale empfand ich zwar als stimmig, doch an dieser Stelle hat mir die Mehrperspektivität nicht mehr so gut gefallen. Durch die verschiedenen Standpunkte hat das Finale deutlich an Spannung verloren, da es zeitversetzt geschildert wird. Zwar trägt Vaelins Handlungsstrang einen entscheidenden Beitrag zum Finale bei, dennoch wirkt es mir zu unspektakulär. Eigentlich war für mich klar, dass Vaelin DER Hauptcharakter ist, doch seit es im zweiten Buch die Mehrperspektivität gibt, muss Vaelin sich diese Rolle bereits teilen. Bei diesem Buch wirkt es gar so, als würde ihm Lyrna die Show stehlen und das finde ich persönlich nicht schön. Ich hätte mir lieber Vaelin als strahlenden Helden gewünscht, weil ich nach dem ersten Buch eine solch Entwicklung erwartet hätte. Nun gut, man kann es nicht ändern, aber auf diese Weise ist wenigstens der Titel dieses Buches gut gewählt, denn „die Königin der Flammen“ steht definitiv im Mittelpunkt des Geschehens.
Den Schreibstil des Autors muss ich, auch wenn ich es oben schon einmal erwähnt habe, besonders hervorheben. Ryans Bücher zu lesen ist wirklich ein Genuss. Und auch wenn ich (wieder einmal) zu Beginn des Buches keine Ahnung mehr von Zusammenhängen und Charakterbeziehungen hatte, da die Lektüre des Vorgängers so lange her war (und es erneut keine Zusammenfassung gab), konnte mich das Buch sofort wieder in seinen Bann ziehen und ich musste mich nicht lange über meine Unwissenheit grämen, alles aufgrund des hervorragenden atmosphärischen Schreibstils.

Fazit: Nachdem sich Band zwei von der Konstruktionsweise her so sehr vom erstklassigen Vorgänger unterschied, wusste ich bereits, was mich in dieser Hinsicht bei diesem letzten Teil erwartet und somit fiel es mir leichter, in die Geschichte einzutauchen. Ohnehin gelingt einem das Eintauchen in diese Welt aufgrund des hervorragenden Schreibstils des Autors sehr einfach. Dieser Teil war für mich auch stimmiger als der zweite Band. Dennoch muss ich sagen, dass ich mit einigen Punkte nicht ganz zufrieden war, wie z.B. der Konstruktionsweise des Finales, die die Spannung wegnahm sowie Vaelins Rolle zum Ende. Aufgrund des ersten Bandes habe ich im Hinblick auf Vaelin – auch wenn mir seine Perspektive am besten gefallen hat – eine ganz andere Erwartung in Bezug auf ihn und das Finale gehabt. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch (und auch die gesamte Trilogie) wirklich sehr gelungen und sollte als Fantasy-Pflicht-Lektüre gelten.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

drenai saga, high fantasy, klassiker, heroisch, fantasy

Die Legende

David Gemmell , Irmhild Seeland
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426519646
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe bereits zwei Einzelromane aus Gemmells Feder gelesen, die mir gut gefallen haben und so habe ich mich gefreut, als dieser Band aus der Drenai-Saga neu aufgelegt wurde und ich ihn so im frischen Gewand lesen konnte. Die Drenai-Saga gilt als das zentrale Werk des leider bereits verstorbenen Autors.
Der Leser begegnet in diesem Buch einigen Charakteren, die nur ein Ziel haben: Die Burg (hier genannt Dros) Delnoch muss gegen den Ansturm des feindlichen Volkes Nadir und seinen Anführer Ulric gehalten werden und das um jeden Preis. Da die Dros alles andere als gut besetzt ist, vom Herrscher in Drenan keine Hilfe zu erwarten und der Graf zudem schwer krank ist, braucht es spezielle Hilfe von Außen, um dem Volk und den Soldaten Mut zu machen. So werden nicht nur „die 30“, ein Orden von magisch begabten Kampfmönchen um Hilfe gebeten, sondern auch der legendäre Axtkämpfer Druss. Auch wenn Druss schon sehr betagt ist, ist er immer noch ein begnadeter Krieger und stellt die Verteidigung der Burg neu auf.
In diesem Buch geht es ausschließlich um die Verteidigung von Dros Delnoch. Das mag jetzt sehr langweilig und einseitig klingen, ist es aber nicht. Das Thema ist sehr begrenzt. Es gibt nur wenig Schauplätze, aber vor allem gibt es wenig Beschreibungen der Orte. So könnte diese Geschichte auch ganz einfach in ein anderes Gebiet transferiert werden. Zwar ist hier eine eigene Form der Magie zu finden und auch theoretisch eine ausgedachte Welt, der Schwerpunkt liegt hier jedoch eindeutig in der Kommunikation der Figuren untereinander. So beginnen Szenen ganz häufig einfach so mit einem Dialog. In diesen werden dann die wichtigsten Eckdaten geklärt und unwichtige Details weggelassen.  Außerdem ist hier deutlich, dass es in diesem Buch im Grunde egal ist, was mit dem Rest des Landes Drenan passiert, nur was in Dros Delnoch passiert ist entscheidend. Zudem ist mit Druss eindeutig ein Held eine Hauptfigur und auch bei den Nebenfiguren steht Heldentum im Fordergrund. Dabei sind die Figuren nicht unbedingt immer klar als „gut“ oder „böse“ zu sehen. So sucht sich Druss beispielsweise Hilfe bei den gesetzlosen Bogenschützen. Dies alles unterscheidet sich sehr von den Büchern, die ich sonst so lese, denn dies ist demnach per Definition „Low Fanatsy“ während ich sonst eher „High Fanatsy“ lese.
Als ich mich vor dem Lesen mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe, dachte ich erst, das ist gar nichts für mich, da ich ausladende Beschreibungen und Hintergrundwissen sehr schätze und diese ganzen humoristischen Fantasy-Bücher, die auch zur Gattung „Low Fantasy“ gehören so gar nicht meins sind. Doch diese Geschichte wirkt für sich genommen wirklich gut! Dadurch das Figuren ständig im Fokus stehen und viel über Gespräche geschildert wird, wirkt die Handlung sehr lebhaft und damit interessant und spannend. Ich hätte nicht gedacht, dass eine Geschichte, die ein solch eingeschränktes Themengebiet hat – und dann auch noch ein solch kämpferisches – mich so fesseln konnte. Zudem konnte ich mich aufgrund der Schlichtheit von Erzählweise und Geschichte auch prima beim Lesen entspannen, da der Kopf eindeutig nicht allzu viel Arbeit an Vorstellungskraft leisten musste.
Die Figuren haben mir im Grunde allesamt durchweg gut gefallen, da ich eigentlich nie wusste, wie sie sich als nächstes verhalten, allerdings fehlt dadurch und da nun einmal viel vom Hintergrund lebt, die Möglichkeit mich mit den Figuren zu identifizieren. Gut gefallen hat mir auch die Liebesgeschichte zweier Figuren, auch wenn mir die Entwicklung deren Beziehung etwas schnell von statten ging.
Das Finale passt absolut zu diesem Buch. Leider verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht, wie die Drenai-Saga aufgebaut ist. Nicht nur weil dieses Buch absolut in sich abschlossen ist, da was auch immer danach passiert im Grunde (für diese Geschichte) unwichtig ist, sondern auch da die Teile offensichtlich keine chronologische Reihenfolge haben. Ich bin trotzdem gespannt, ob es noch weitere Neu-Veröffentlichungen aus der Saga geben wird.

Fazit: Die Legende ist anders, als die Bücher, die ich sonst so lese. Es geht hier lediglich um die Verteidigung der Burg Delnoch. Das mag sehr langweilig klingen, da das Thema sehr kämpferisch und auch sehr abgesteckt ist, was beides im Grunde nicht zu meinen favorisierten Eigenschaften bei einem Buch zählt, dennoch ist die Erzählweise so gut gelungen, dass das Buch tatsächlich wirkt. Das liegt daran, dass der Fokus eindeutig bei den Figuren und deren Interaktion miteinander liegt. „Überflüssiges“ wie Beschreibungen der Landschaften, des Landes usw. werden großzügig weggelassen und auch sonst gibt es wenig Hintergrundinformationen. So hat der Kopf nicht so viel zu leisten und man kann mit diesem Buch gut entspannen und es einfach konsumieren. Zwar sind die Figuren so ambivalent und nicht eingehend beschrieben, dass ich mich nicht mit ihnen identifizieren kann, dennoch hat es Spaß gemacht mit ihnen die Burg zu verteidigen.

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

die chroniken der sphaera, fantasy, frostflamme, noth, drogensucht

Frostflamme

Christopher B. Husberg , Kerstin Fricke
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519202
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich hatte von vielen gehört, dass dieses Buch richtig toll sei und so habe ich nicht lang gewartet und mich der Lektüre gewidmet. Recht schnell habe ich auch gemerkt, was den anderen an diesem Buch so gefallen hat: Es ist gut geschrieben, die Anzahl der Protagonisten ist überschaubar und die Handlung, die sich langsam aufbaut, ist interessant und spannend.
Doch beginnt sie recht zügig: Im Prolog ist der Leser Zeuge wie Winters Vater einen tot geglaubten Mann aus dem eiskalten Meer zieht. Wie ein Wunder ist er jedoch am Leben. Die eigentliche Geschichte startet wesentlich später als besagter Mann nun unter dem Namen Noth im Dorf Pranna bei den Tiellanern lebt. Noth hat seine komplette Erinnerung verloren und ist in Ermangelung einer anderen Zuflucht dort geblieben und hat sich in Winter verliebt. Noth ist ein Mensch, Winter eine Tiellanerin. Dies ist ungewöhnlich, denn aufgrund der historischen Entwicklung sind sich diese Völker nicht grün. Die Handlung setzt an dem Tag der Hochzeit der beiden ein. Doch die Hochzeit verläuft alles andere als wunderschön, denn Männer in grünen Umhängen platzen in die Zeremonie, scheinen Noths altes Ich zu kennen und greifen an. Noth erinnert sich instinktiv an vergessene Fähigkeiten und metzelt die Angreifer nieder. Da durch diesen Eingriff jedoch Unbeteiligte gestorben sind, verlässt Noth noch in der Hochzeitsnacht seine bewusstlose Frau und begibt sich auf die Suche nach dem geflüchteten Mann im grünen Umhang. Unterwegs gewinnt er eine sehr interessante Reisegefährtin, die bei weitem nicht all ihre Geheimnisse preisgibt. Klar ist nur: Sie ist ein Vampir. Winter hält es auch nicht mehr in ihrem Dorf. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Lian nimmt sie Noth‘ Verfolgung auf. Auch sie gewinnt unterwegs Reisegefährten, die nicht minder Geheimnisse haben, in Winter jedoch magisches Potential erkennen und sie unterweisen.
Die Geschichte als solche hat mir wirklich gut gefallen. Im Finale wird noch einmal deutlich, was der Titel bereits verkündet hat: Dieses Buch ist der Reihenauftakt der Chroniken der Sphaera. Im gesamten Buch nimmt sich der Autor die Zeit die Hauptcharaktere vorzustellen und ihnen Zeit zur Selbstfindung und Entwicklung zu lassen. Auch werden grundlegende Dinge wie die Magie, die Welt und so manche Geheimorganisation (zumindest in Ansätzen) erklärt. Selbst Noths vergessener Hintergrund wird am Ende fast greifbar. Doch letztlich mündet alles in ein wirklich spannendes Finale, das deutlich macht: Jetzt ist klar, worum es geht und die Handlung beginnt. Normalerweise sind das dann die Momente, an denen ich denke: „Alles schön und gut, aber das hätte man auch schneller erzählen können, damit die echte Handlung schneller beginnen kann.“ Mit anderen Worten: Bei manchen Reihen erscheint der erste Band aufgrund der wenig wichtig erscheinenden Handlung als nicht wichtig bis überflüssig. Dies ist hier eindeutig nicht so, denn es gab zum einen ein ordentliches Finale, zum anderen war es wirklich interessant die Figuren zu begleiten.
Das einzige was mich an diesem Buch gestört hat, ist die Entwicklung der Figur Winter. Zu Beginn war sie mir sympathisch fühlte sie sich doch aufgrund ihrer Herkunft in diesem kleinen Fischerdorf nicht wohl und wollte für sich etwas anderes erreichen. So war sie nie in der Lage dort gefühlsbasierte Wurzeln zu fassen. Im weiteren Verlauf verlässt sie ja ihr Dorf und scheint damit auch zufrieden zu sein, doch nachdem ihre Magie endeckt wurde, verlor sie meine Sympathie. Das liegt vor allem daran, dass sie – obwohl sie eindeutig vor den Folgen gewarnt wurde und sie sich ihres Verhaltens im Grunde durchaus bewusst ist – von der Substanz, die ihr die Magie ermöglicht und die man „Frostflamme“ nennt – süchtig wird. Husberg beschreibt den psychischen Teil ihrer Sucht zwar ganz ok, dennoch nicht so treffend, dass ich nachvollziehen könnte, warum sie nicht einfach auf die Warnungen hört. Sicher spielt ihr Selbstbewusstsein eine Rolle und die Tatsache, dass sie ihre Nische in der Welt noch nicht für sich entdeckt hat, doch ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr mir dieses Süchtigenverhalten auf die Nerven gegangen ist. Vor allem, da sie keine körperlichen Auswirken gehabt zu haben scheint, begreife ich wirklich nicht, wieso sie nicht die Finger davon lassen kann.
Das Finale macht jedoch Hoffnung, dass es im nächsten Band mit Winter eine andere Entwicklung geben wird. Von daher werde ich diese Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen.

Fazit: Frostflamme hat mir als Auftaktband dieser Reihe wirklich sehr gut gefallen, da alle Elemente, die ich an einer guten Fantasy-Reihe schätze, vorhanden sind. Es ist tatsächlich ein Buch, das eine Spitzenwertung hätte bekommen können, wäre einige der Hauptfiguren nicht so schrecklich nervig gewesen. Aufgrund ihrer unverhältnismäßigen Sucht, konnte ich mit ihr leider gar nichts anfangen. Das mag zum einen an der Sucht-Schilderung des Autoren liegen, zum anderen aber vielleicht auch zu meiner eigenen Einstellung dazu. Wie dem auch sei, das überaus spannede Finale gibt nicht nur einen Anhaltspunkt, wie die Haupthandlung weiter gehen könnte, sondern auch Hoffnung auf eine grundlegene Veränderung des Charakters. Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht und werde die Reihe weiter verfolgen.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

dark fantasy, fantasy, ivo pala, reihe, buchreihe

Schwarzer Horizont

Ivo Pala
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519158
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover hat mich als Frau überhaupt nicht wirklich angesprochen. Ich habe zwar nichts gegen Schwerter oder andere Waffen auf (Fantasy-) Covern und auch eine düstere Stimmung finde ich eigentlich nicht unansprechend, aber in dieser Zusammenstellung gepaart mit einem computer generierten Bild und dem leicht unscharf wirkenden Titel hätte ich wahrscheinlich nie zu diesem Buch gefunden, hätte die Beschreibung nicht so interessant geklungen. Und so lag das Buch auch nur kurz im Regal, bis ich es dann tatsächlich gelesen habe.
Dieses Buch hat drei Hauptcharaktere, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird: Raymo, Ash und Lizia. Alle drei, wie der Rest der Welt, leiden unter den Folgen einer verheerenden Naturkatastrophe in deren Nachwirkungen die Sonne nun schon mehrere Jahre von Aschewolken komplett verdeckt wird. Dies hat selbstredent deutlichen Einfluss auf die Natur, das Wetter und somit auch über die Menschheit. Raymo hat am Tag des Weltendonners seine gesamte Familie verloren und da es ihm zunehmend schwerer fällt, im Hochland zu überleben, zieht er gen Süden und trifft dabei auf Lizia, als diese ihr Schicksal nicht mehr ertragen kann und sich in den kalten See stürzt. Lizia ist eine Waise und arbeitet als niederste Dienerin bei einer adeligen Familie. Als sie in aller Öffentlichkeit entjungfert werden soll, sieht sie nur noch den Tod als Ausweg, bis Raymo sie rettet. Gemeinsam ziehen sie in die Hauptstadt, um dort festzustellen, dass die Naturkatastrophe die schlimmste Seite der Menschheit zu Tage gebracht hat. Und dann ist da noch Ash. Ein junger Mönch, dessen Kloster von Monstern überfallen wird. Eingeschlossen im Keller überlebt er und hat dennoch keine Hoffnung an den Menschenfressern vorbei zu kommen, bis er die Stimme seines Gottes hört und dieser ihm Anweisungen gibt, die nicht nur zu seiner Rettung führen, sondern letztlich die Sonne zurück bringen sollen.
Auch wenn zwei der drei Handlungsstänge sich kreuzen, spielen sie alle doch unabhänig voneinander. Jeder der drei geht seinen eigenen Weg und erlebt seinen eigenen Überlebenskampf und alle sind sehr unterschiedlich. Bei all dem Negativen, das den Figuren passiert, gibt es jedoch immer noch ein klein wenig Hoffnung, was vor allem an den Charakteren selbst liegt. Raymo findet sich einfach nie mit einer Niederlag ab und versucht immer – recht planlos wie ihm mitgeteilt wurde – seinen Hals zu retten, mit seiner Art findet er dabei Verbündete und Freunde. Lizia entwickelt sich von der unterdrückten Dienerin zu einer Kämpfernatur und auch Ash, der obwohl er seinen Gott wahrhaftigt hört, immer noch an ihm zweifelt. Die Charaktere in diesem Buch haben mir daher wirklich gut gefallen.
Anders als in anderen Fantasy-Werken wird hier nicht viel Wert auf Beschreibungen der Landschaft oder der näheren Umstände gelegt, sondern nur das erzählt, was für die Handlung gerade bedeutsam ist. Dadurch wird viel „unnötiger“ Text gespart, aber ohne dabei die Atmosphäre oder die Spannung zu mindern. Ähnliches kenne ich von neu aufgelegten Fantasy-Klassikern, hier jedoch ist der Schreibstil modern und dadurch lässt sich dieses Buch wirklich gut lesen. Ich bin eigentlich ein großer Freund von ausführlicher, machmal auch langatmig geschriebener Fantasy, weil man dabei so schön in die Tiefe abtauchen kann. Hier habe ich das jedoch nicht vermisst. Der Text ist wirklich kurz und knackig. Die Kapitel z.T. auch sehr kurz, so dass man die Geschichte als leichte Lektüre lesen kann. Da jedoch auch wirklich viel passiert in diesem ersten Teil, bleibt die Spannung konstant hoch.
Die Geschichte an sich ist ebenso düster wie das Cover. Die Wandlung des Klimas hat zu einer Wandlung der Gesellschaft geführt und die Charaktere müssen sich nun mit den niedersten menschlichen Trieben und Abgründen beschäftigen. Dadurch hat dieses Buch eindeutig eine andere Grundstimmung als so manch anderes High-Fantasy-Werk und ist eher mit der Stimmung in den dystopischen Romanen zu vergleichen, ohne dabei viel Wert auf den Aufbau eines feindlichen, unterdrückenden Regimes zu legen. Statt dessen gibt es zahlreiche Feinde, da sich in dieser Welt nur jeder sich selbst der Nächste ist und es schlicht mehrere große Parteien bzw. Völker gibt. An dieser Stelle sei außerdem gesagt, dass es in diesem Buch keine Karte gibt. Diese ist zwar auch nicht notwendig, um die Geschichte zu verstehen, dennoch wäre sie für eine Übersicht schon hilfreich gewesen.
Alles in allem hat mich dieser Auftaktband wirklich positiv überrascht, nachdem ich vom (unscharfen) Cover doch recht enttäuscht war. Ich bin mir sicher, dass ich die nachfolgenden Bände auch lesen werde, denn bei diesem Buch  bekam ich eine gute und spannende Fantasy-Geschichte, auf die ich mich auch nach einem anstrengenden Arbeitstag noch gut konzentrieren konnte.

Fazit: Wer tiefgründige, ausführlich geschriebene High-Fantasy sucht, ist bei diesem Buch sicher falsch. Denn auf den knapp 400 Seiten begleitet der Leser die drei Hauptcharaktere, die in einer Welt ohne Sonne versuchen zu überleben. Dabei ereignen sich die Geschehnisse Schlag auf Schlag, was zu einer sehr actionreichen und spannenden Erzählung führt. Landschaftsbeschreibungen und Hintergründe werden auf das Notwendigste minimiert, doch dadurch dass die Erzählweise an sich sehr gut ist, bleibt die Geschichte dennoch atmosphärisch düster.  Ich persönlich empfand diesen Schreibstil als sehr erfrischend, denn momentan habe ich nicht immer den Kopf frei für Fantasy-Wälzer und dieses Buch kommt mir mit seiner Knappheit gerade recht. Sicher könnte man anmerken, dass die Charaktere so noch recht platt erscheinen oder sich manche Entwicklungen zu schnell vollziehen, dennoch finde ich, wirkt alles zusammen genommen, so wie es hier ausgeführt wurde, genau richtig. Auch wenn es mich ein klein wenig selbst überrascht, hat Ivo Pala mit diesem Buch genau meinen Geschmack getroffen. Gut, dass dies erst der Auftaktband war!

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38 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

krimi, meike dannenberg, lüneburg, profiler, krimis

Blumenkinder

Meike Dannenberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei btb, 14.11.2016
ISBN 9783442714490
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich lese gern Krimis und vor allem Krimireihen. Dieses Buch ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe und da der erste Fall in Lüneburg, das zwar nicht nah dran ist an meinem Wohnort, aber auch nicht allzu weit entfernt, spielt, bin ich neugierig geworden.
Dieses Buch unterscheidet sich von dem „Standard-Krimi“, denn es gibt hier keinen klassischen Ermittler, der in seinem eigenen Territorium ermittelt. Die beiden Hauptcharaktere sind die BKA-Sonderermittlerin Nora Klerner und  der Profiler des LKA Niedersachsens Johan Helms. Beide werden zu einem Fall hinzugezogen, bei dem ein Mädchen zunächst vermisst und anschließend tot aufgefunden wurde. Das Besondere daran ist die Art, wie die Tote drapiert war. Als nach vier Wochen keine Ermittlungserfolge vorzuweisen waren, wurden die beiden Hauptcharaktere dazu gebeten. Nora ist vor allem für die Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei zuständig, denn auch dort wurde ein Mädchen tot aufgefunden, das auf dieselbe Art gebettet wurde. Doch als noch ein Mädchen vermisst wird und eine weitere Leiche auftaucht, belassen es Nora und Johan nicht bei einfacher Büroarbeit, sondern unterstützen die Ermittlungsarbeiten aktiv.
Da die beiden Protagonisten keine Mitglider des Kommissariats in Lüneburg sind, sondern nur zu Gast, ergeben sich interessante Entwicklungen für die Geschichte: Zum einen beginnt die Geschichte sofort, da die Ermittlungen ja schon lange laufen, als die beiden dazu stoßen, zum anderen sind die meisten alles andere als erfreut Kollegen „von außen“ miteinbeziehen zu müssen und so haben sie eine Sonderrolle. Das hat jedoch den Vorteil, dass sie andere Ermittlungswege gehen können, was jedoch nicht gern gesehen wird bei den alteingesessenen, vor allem deswegen, weil Noras Entdeckungen alle voranbringen.
Diese Konstruktionsweise bietet viel Potential für weitere Teile einer Serie, da die Protagonisten so ja noch in vielen Städten Niedersachsens zum Einsatz kommen könnten und es so nicht langweilig wird. Ich erhoffe mir im Verlauf der Serie Fälle in der Umgebung meines Wohnortes, aber auch an der Küste  oder auf einer der Inseln. Niedersachsen hat so viele schöne Ecken, die Schauplatz eines Romans sein könnten!
Der Fall hat mir gut gefallen. Zwar war die Auflösung letztlich nicht ersichtlich und somit für den Leser nicht selbst zu erschließen, dennoch war das Hin und Her und das Verfolgen der vielen Spuren interessant zu lesen, vor allem weil doch immer wieder Querverbindungen und neue Verdachtsmomente auftauchten. Dass die Ermittlungen auch in die Richtung einer Art Hippie-Sekte verliefen fand ich besonders spannend.
Die Charaktere haben mich (noch) nicht überzeugt. Der Großteil der Geschichte wird aus Noras Sicht beschrieben und trotzdem bleibt sie recht undurchsichtig. Es wird recht schnell klar, warum sie diese Position bei der Kriminalposition einnimmt und nicht sesshaft in einem Kommissariat arbeitet: Sie hat ein großes Problem, das in ihrer Vergangenheit wurzelt. Daran denkt sie sehr oft, so dass der Leser mitbekommt, dass da was verborgen ist, jedoch wird in diesem Buch noch nicht aufgeklärt, worum es sich tatsächlich handelt. Wobei ich bereits eine Vermutung habe. Wegen dieser Begebenheit ist Nora psychisch nicht ganz auf der Höhe und stürzt sich in die Arbeit und bleibt lieber für sich. Zu Johan hat sie zwar Vertrauen und arbeitet produktiv mit ihm zusammen, dennoch bleibt sie eine Einzelgängerin. Daraus hätte die Autorin eine unheimlich interessante Figur spinnen können, doch trotz der Ecken und Kanten die Nora hat, bleibt sie dennoch seltsam blass, da sie kein Privatleben hat. Der Leser weiß schlicht nichts von ihr und das empfinde ich als schade, denn das gibt einem Krimi mehr Atmosphäre. Gegen Johan kann man eigentlich nichts sagen, doch auch er bleibt als Charakter sehr blass, da seiner Perspektive nicht so viel Raum gelassen wird wie Noras. Auch von ihm und seinem Privatleben hätte ich gern mehr erfahren, obwohl der Leser mehr von diesem mitbekommen hat.
Der Schreibstil der Autorin passt gut zu dem Fall und ließ sich angenehm lesen, was diesen Krimi, der trotz charakterlichen Schwächen zu einem guten Unterhaltungsroman macht. Ich bin gespannt, wohin Nora und Johan als nächstes beordert werden und ob der Leser endlich Noras Geheimnis erfährt.

Fazit: Im Krimi Blumenkinder gibt es statt eines Ermittlerduos aus einem Kommissariat eine für mich ganz neue Zusammenstellung: Nora, eine Sonderermittlerin vom BKA und Johan, ein Profiler vom LKA Niedersachsen werden zu einem Fall in Lüneburg dazu gebeten, da die ansässigen Ressourcen nicht ausreichen. Diese beiden sind die Hauptcharaktere in dieser neuen Krimi-Reihe. Die Konstruktion des Falles und der gesamte Aufbau der Geschichte haben mir gut gefallen. Das Finale war spannend. Allerdings hätte man aus dem Potential der Figuren noch mehr herausholen können. Ihr Privatleben spielte kaum eine Rolle und so blieben sie recht blass. Zudem scheint Nora ein psychisches Problem zu haben, welches in einem Ereignis in ihrer Vergangenheit wurzelt, aber noch nicht in diesem Auftaktband aufgeklärt wird. Doch nicht nur deswegen bin ich schon auf die Fortsetzung gespannt. Ich würde mich sehr freuen, wenn noch andere Schauplätze Niedersachsens in dieser Reihe in den Mittelpunkt rücken würden.

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89 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

fantasy, london, magie, 19. jahrhundert, magier

Die Magier Seiner Majestät

Zen Cho , Julia Becker
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426519141
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover und die Beschreibung des Buches haben mich sofort verzaubert. Das Cover ließ vermuten, dass die Geschichte im historischen London spielt und tatsächlich geschehen die hier geschilderten Ereignisse im London des späten 18. Jahrhunderts.
Noch ist Zacharias Wythe nicht lange im Amt des „königlichen Magiers“ und schon sägen die Thaumaturgen an seinem Stuhl: Sie beschuldigen ihn, seinen Vorgänger und Mentor samt dessen Vertrauten ermordet zu haben und halten ihn im Allgemeinen nicht für einen Magier, da er keinen eigenen Vertrauten hat, noch sehr jung ist und dunkelhäutig noch dazu. Sie nehmen ihn daher nicht für voll und behandeln ihn dementsprechend. Leider lässt sich Zacharias auch so behandeln, denn als sehr talentierter Magier ist er den magischen Künsten sehr zugewandt und steckt mit seinem Kopf ständig in Gedanken, z.B. wie man die schwindende Magie Englands wieder zurückholen kann. Er lässt sich überreden, eine Rede in einem Internat für Hexen zu halten, was sein Leben grundlegend ändern wird. In diesem Institut wird jungen magiebegabten adeligen Mädchen beigebracht, wie sie ihr Talent zu unterdrücken haben, denn die Ausübung der Magie ist für Frauen verboten. Zumindest den höhergestellten, denn bei Dienstboten scheinen kleine Zaubereien jedem zum Vorteil zu sein. Dieser Umstand fällt als Samen auf fruchtbaren Boden in Zacharias‘ Reformer Seele und so liegt es nahe, dass er die sich ihm heimlich angeschlossene Prunella nicht zurückweist, sondern sie zwecks Ausbildung mit nach London nimmt. Können Sie gemeinsam die britische Magie revolutionieren und das Schwinden der Magie aufhalten?
Der Grundgedanke der Geschichte hat mir, wie gesagt, sehr gut gefallen, ich hatte jedoch arge Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden, was vor allem am Schreibstil der Autorin (oder an der Übersetzung, das kann ich nicht beurteilen) liegt. Sicher ist es sehr atmosphärisch ein Buch, das einen historischen Kontext hat, auch in einer altmodischen Sprache zu schreiben. Doch meiner Meinung nach hätte es auch gereicht, diese altmodischen Formulierungen in den Dialogen oder Gedanken zu verwenden. Der gesamte Fließtext ließ sich so nur sehr mühsam lesen. Erst als die Perspektive zu Prunella umschwenkte, wurde das Buch einfacher zu lesen.  So scheint dieser Sprachgebrauch vor allem mit dem akademischen Grad des königlichen Magiers zu korrespondieren. Beim Lesen dachte ich daher so manches Mal, dass man für diese Lektüre wohl besser ein Abitur oder ebenfalls einen akademischen Abschluss benötigt. Der Höhepunkt dieser hochtrabenden Wortwahl fand sich dann bei den Liebeserklärungen, als ich schließlich das Gefühl hatte, ich sei im falschen Film. Auch wenn ich dadurch einen etwas schweren Einstieg hatte, muss ich dennoch eingestehen, dass die Wortwahl und der Schreibstil auf diese Weise jedoch authentisch und atmosphärisch waren.
Im Verlauf der Geschichte habe ich jedoch feststellen müssen, dass ich an manchen Stellen das Gefühl hätte, etwas nicht völlig verstehen zu können, was meiner Meinung daran liegt, dass Erklärungen arg kurz ausgefallen sind oder wichtige Gegebenheiten lediglich im Stile eines Nebensatzes erklärt wurden.
Die Figuren in diesem Buch haben mir in ihren Grundzügen gut gefallen, vor allem Prunella, die sich aufgrund ihres Geschlechts und gesellschaftlicher Stellung nicht in einen Ecke hat drängen lassen, sondern das versucht umzusetzen, was ihr als richtig erscheint. Der Hauptcharakter Zacharias Wythe hat mir dagegen nicht so gut gefallen. Zwar fand ich manche Wesenszüge wie in sein völliges in (magische) Gedanken Versinken sehr putzig, dennoch hätte ich mir gewünscht, er hätte mehr „Arsch in der Hose“ und hätte seine Macht, die er offensichtlich besitzt als ein Magier in seiner Position, auch ausspielen können. Er war förmlich ein Spielball der politischen Intrigen, der hin und her gespielt wurde und nie selbst zum Zuge kam. Ich habe ihn mir stets als jungen, etwas verschüchterten Mann vorgestellt und das ist im Grunde alles andere, was ich von einem „königlichen Magier“ und auch von einem Hauptcharakter erwartet hätte. Doch zum Glück gibt es ja Prunella…
Ich hatte allerdings aufgrund des Klappentextes des Buches, in dem die Rede davon ist dass „er [Zacharias] sich sofort in sie verliebt“ und der Tatsache, dass es als „Womans Fantasy“ beworben wurde erwartet, dass mehr Liebe und Gefühl eine Rolle spielt. Tatsächlich bleibt diese, wie ich es weiter oben bereits angedeutet habe, praktisch gänzlich auf der Strecke. Auch das mag der Zeit geschuldet sein, in der die Geschichte spielt, dennoch hätte eine kleine Romanze, unerwiderte Liebe oder schlichtweg mehr Gefühl dem Buch gut getan und es schön abgerundet, selbstverständlich unter der Prämisse, dass es nicht gefühlsduselig wird.
Trotz aller Kritik war Die Magier Seiner Majestät kein schlechtes Buch. Als ich schließlich in die Geschichte gefunden hatte, war es atmosphärisch und hat beim Lesen viel Spaß gemacht.  Die Autorin hätte jedoch noch mehr aus diesem guten Potential herausholen können. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und macht eine Fortsetzung demnach nicht notwendig. Dennoch könnte man nun, nachdem die Figuren gänzlich eingeführt sind, sie andere Abenteuer bestehen lassen – man könnte es aber auch lassen und dieses Buch so für sich wirken lassen, wie es ist.

Fazit: Mit Die Magier Seiner Majestät hat die malaiische Autorin Zen Cho einen guten Fantasy-Roman mit historischem Kontext geschrieben. Er spielt im London des späten 18. Jahrhunderts und dies merkt man der Geschichte vor allen an der altmodischen Wortwahl oder dem dadurch nicht sehr einfachen Schreibstil der Autorin an. Dadurch hatte ich es schwer ins Buch zu finden, was auch dadurch begünstig wurde, dass der Hauptcharakter für meinen Geschmack zu wenig Durchsetzungsvermögen hat und zu sehr Spielball seiner Magier-Kollegen ist. Dagegen steht die junge Prunella, die entgegen ihre Geschlechter- und Standesgrenzen versucht, erfolgreich zu sein. Die Geschichte von Zacharias und Prunella ist interessant und ließ sich nach anfänglichen Schwierigkeiten auch gut lesen, allerdings mangelte es ihr etwas an Gefühl, was ich persönlich nur deswegen schade finde, da die Inhaltsbeschreibung mehr Gefühl erwarten ließ. Schön ist allerdings, dass dieses Buch keine Fortsetzung impliziert. Es ist vollständig abgeschlossen, was im Fatansy-Genre nicht unbedingt häufig vorkommt.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Gilde des Todes

Raymond Feist , Dagmar Hartmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734160967
Genre: Fantasy

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

fantasy, magie, fliegen, irrlichtfeuer, irrlicht

Irrlichtfeuer

Julia Lange
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426519431
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich muss es zugeben, mit dem Slogan „Für Fans von Trudi Canavan“ hatten sie mich und das Buch geriet in mein Radar. Was ich an Canavans Bücher am meisten schätze, ist der atmosphärische, ausführliche Schreibstil und die thematische Fokussierung auf Magie. Beides schien hier gegeben zu sein, denn mit 522 Seiten in recht kleiner Schrift ist dieses Buch nicht kurz und mit dem Irrlicht ist Magie Hauptthema. Allerdings zugegebenermaßen nicht so, wie ich es mir vorgestellt und erhofft hatte.
In diesem Buch gibt es mehrere Protagonisten denen eine eigene Erzählperspektive gewidmet ist und bei allen geht es mehr oder weniger um das Irrlicht-Gas.
Albertina, genannt Alba, nimmt einige Risiken auf sich, um ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Sie schleppt sich, wann immer sie kann und ihre kräftezehrende Krankheit es ihr erlaubt, in ihre Werkstatt um dort an ihrer Flügelkonstruktion weiterzuarbeiten.
Kasimir, genannt Kass, und Sora sind sogenannte Irrlichtkinder. In ihrer Kindheit arbeiteten sie bei der Irrlichtförderung und wurden bei einer verheerenden Katastrophe mit Irrlicht infiziert, können es nun speichern und dadurch Magie anwenden, sind aber auch abhängig vom Irrlicht wie von einer Droge. Ihre Aufgabe ist es als Soldaten für die Sicherheit von Irrlichttransporten zu sorgen. Irrlichtkinder werden von der Bevölkerung jedoch gefürchtet.
Karel, genannt „der Graf“, ist der Anführer eines Stadtteils von Ijsstedt und damit Oberhaupt von einer Bande Verbrecher genannt „die Rothen“, die sich in Konkurrenz mit den anderen Stadtteilen befinden. Alle versuchen Irrlicht zu erhalten und es gewinnbringend zu verkaufen. Sein Stellvertreter und Sohn Rafael ist dabei nicht immer seiner Meinung.
Meret hat während des letzten Irrlicht-Unfalls in der Stadt ihre Familie verloren und sammelt andere Trauernde um sich um gegen die Förderung des Irrlichts zu demonstrieren.

Obwohl die Zusammenstellung der Charaktere bunt gemischt ist und recht viele Figuren auftauchen, wurde es zu keiner Zeit unübersichtlich und die Sympathien für die Protagonisten haben sich recht schnell entwickelt. Allen voran gefiel mir Alba am besten, vor allem da sie sich trotz ihrer Krankheit nicht einsperren lässt, ihrem Traum vom Fliegen nachgeht und sich letztlich sogar weiterentwickelt statt vor dem vermeindlich nahen Tod zu resignieren.
Nach und nach treten  immer mehr Details über die Charaktere zu Tage und die Handlung wird, je mehr man erfährt und die zu Beginn getrennten Handlungsstränge mehr und mehr zusammenwachsen, komplexer. Dass es einen Antagonisten gibt und welche Absichten dieser vertritt, stellt sich erst allmählich heraus. So war es lange Zeit noch ungewiss auf welche Art Finale das Buch hinauslaufen könnte.
Langes Schreibstil schafft es die Atmopshäre in der Stadt prima einzufangen und wiederzugeben.  Ein nettes Feature, das dies fördert ist die schlichte, aber farbige Karte, die in den Buchdeckeln abgedruckt ist. Allerdings hatte ich es zu Beginn recht schwer in die Geschichte hineinzufinden, da die sie unmittelbar beginnt und wichtige Details vor allem um das Irrlicht und die Irrlichtkinder sich nur aus dem Zusammenhang ergeben und es keine wirkliche Erklärung gibt. Auch die politische Struktur der Stadt war für mich undurchsichtig. Auf der einen Seite gibt es eine Königin und einen Rat, doch auch die „Oberhäupter“ der Bezirke treffen sich und nennen dies „Parlament. Vor allem die Königin, die zwar nur eine Randfigur darstellt, bleibt blass und ihre Stellung ist sehr fragwürdig. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Detailwissen gewünscht. Für das Buch ist diese Vorgehensweise zwar schon passend, ich für mich empfand es aber dennoch als schade, da meinem Empfinden nach vor allem der Irrlicht-Magie so etwas die Tiefe genommen wurde. Letztlich ist dies auch das einzige, was mir an diesem Buch negativ auffällt. Es ist seht stimmungsvoll und atmosphärisch, die Protagonisten gefallen mir gut, aber es hätte auch noch ein kleines Schippchen mehr Details zur Magie und Politik für noch mehr Atmosphäre, Tiefe und letztlich auch Spannung gesorgt. Schön finde ich, wie das Motiv „Liebe“ in die Geschichte eingewoben wurde. Bei manchen Figuren ist sie die Triebfeder für die Handlung, bei anderen fehlt sie gänzlich. Ich bin mit mir auch noch uneins, ob ich die Abwesenheit von einer Liebelei oder zumindest eine Andeutung von Gefühlen bei bestimmten Protagonisten an passender Stelle nun schade finden soll oder ob die Geschichte gerade durch die Abwesenheit an Authetizität gewinnt. Letztlich trifft wohl beides etwas zu.

Fazit: Mit Irrlichtfeuer ist Julia Lange ein schöner, atmosphärischer und in sich geschlossener Fantasy-Roman gelungen. Es hat zwar zahlreiche Protagonisten und Figuren, dennoch ist es nicht unübersichtlich. Im Gegenteil, mir hat sehr gut gefallen, wie die Handlungsstränge sich nach und nach verwoben und in einem spannenden Finale mündeten. Es hätten noch mehr Details über das Irrlicht und die Politik in der Stadt in die Geschichte eingebaut werden können, um noch mehr Tiefe zu erzeugen, doch auch so wirkt das Buch bei diesem Umfang solide und komplett. Meist neigen fantastische Einzelbäde dazu, entweder unübersichtlich oder oberflächlich zu sein. Beides trifft auf dieses Werk nicht zu. Ich bin gespannt, was Lange der Leserschaft als nächstes präsentiert.

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259 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

fantasy, wüste, markus heitz, wedora, magie

Wédora – Staub und Blut

Markus Heitz
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.08.2016
ISBN 9783426654033
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe mich auf diesen neuen Heitz sehr gefreut, ebenso wie ich mich auf jeden neuen Heitz freue. Er gehört einfach zu meinen Lieblingsautoren. Doch besonders gefreut hat mich, dass er dieses Mal (endlich) wieder ein gänzlich neues Kapitel zu einer Welt eröffnet hat, denn in der letzten Zeit gab es doch eher mehr (zwar gute) Fortsetzungen oder Zusammenführungen von älteren Werken. Die einzige Ausnahme bildete dabei AERA, das mich aber auch nicht überzeugen konnte.
Zu Beginn war ich völlig irritiert: Das Buch verfügt über zahlreiche, wunderschöne und detailreiche Karten zur Welt von Wédōra, doch der Ort, in dem die Geschichte startet ist nicht auf diesen Karten zu finden. Ich habe bestimmt mindestens 10 Minuten damit verbracht, die Karten daraufhin genau zu studieren, um dann festzustellen, dass der Ausgangspunkt auf einer völlig anderen Welt liegt und er daher nicht auf der Karte abgebildet sein kann! Als dies dann nun geklärt war, konnte ich gut in die Geschichte hinein finden.
Die Anzahl der Protagonisten ist zu Beginn sehr beschaulich und wächst allmählich an, so dass ich mich zu keinem Zeitpunkt damit überfordert fühlte. Die Geschichte handelt von zwei alten Freunden, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Liothan ist ein Dieb, doch ein wohlwollender. Er bestiehlt gemeinsam mit Frau und Schwager die Reichen und gibt einen Teil der Beute an Bedürftige ab. Dies ist auch ein Grund, warum er noch nicht gefasst wurde. Zwar ist er gut in dem, was er tut, doch die Bevölkerung gibt ihm Schutz. Aber auch für ihn wird die Luft dünner, denn es gibt eine neue „Gesetzeshüterin“ in der Baronie und sie ist ebenfalls sehr gut in dem, was sie tut. Tomeija allerdings ist seit Kindesbeinen an sehr gut mit Liothan befreundet und versucht ihr Möglichstes ihn nicht stellen zu müssen… Auch wenn die beiden so unterschiedlich sind, sie sind ein gutes Team und als Charaktere beide sehr sympathisch.
Ihre alltäglichen gemeinsamen Probleme müssen allerdings bald hinten anstehen, denn es hat sie nach Wédōra verschlagen. Eine unheimlich große Stadt mitten in der Wüste, gelegen an einem Kreuzungspunkt für alle Karawanen zu den an die Wüste angrenzenden Ländern, die sich alle untereinander nicht grün sind. Die Hauptfiguren müssen zunächst einmal lernen, welche Strukturen in Wédōra herrschen und stellen sehr schnell fest, dass in der Metropole an alle Ecken Konflikte schwelen und sich in der Wüste einiges aufbaut. Letztlich wird klar, dass es eine aktuelle Bedrohung für die Stadt gibt, die es abzuwenden gilt. Dummerweise werden sie schnell getrennt, doch beide haben nur ein Ziel: Gemeinsam wieder nach Hause finden und dafür tun beide auf ihre Weise ihr bestes.
Wédōra ist eine vielschichte Stadt, die nach vielen Gesetzen lebt, die ein Herrscher aufgestellt hat, den jedoch nie jemand zu Gesicht bekommt. Es gibt zahlreiche neue Wesen in Wédōra und auch eine Art der Magie, die Heitz frisch erschaffen hat. Auch die einzelnen Fakten der Stadt und der Welt werden dem Leser nicht sofort um die Ohren gehauen, sondern man erfährt sie nach und nach ebenso wie die Charaktere. Dies führt dazu, dass das Buch sehr atmosphärisch ist, dennoch waren es immer noch recht viele Fakten, so dass ich manchmal dachte, ich hätte irgendetwas nicht völlig durchdrungen. Ich hatte außerdem das Gefühl, das gerade zum Ende der Geschichte durch dieses allmähliche Aufdecken der Gegebenheiten, etwas die Spannung fehlte. Dennoch las sich das Buch sehr schön und es hat perfekt die Stimmung in der Wüste und in der Stadt vermitteln können.
Dass sich manche Dinge erst langsam entwickeln bzw. die Charaktere sich langsam weiterentwickeln, fand ich etwas schade, da diese Entwicklungen noch sehr viel Potential haben, die ausgeschöpft werden wollen. Doch Heitz hat sich – typisch für ihn – offen gelassen, ob er zu dieser Welt zurückkehrt. Wenn er es tut, dann hat er aufgrund der Entwicklungen sicher ausreichend Stoff für mindestens eine Fortsetzung. Das Buch ist jedoch in sich auch so abgeschlossen, dass dem Leser ein befriedigendes Ende nicht verwehrt bleibt.
Ich habe die Lektüre dieses Buches genossen, obwohl die Wüste mit ihrem Sand, ihren heißen Temperaturen und den Wüstenbewohnern mit ihrer ganz eigenen Mentalität nicht ganz „mein Themengebiet“ ist. Ich bevorzuge Gegenden die denen ähnlich sind, die ich kenne, da mir die Vorstellung davon einfacher fällt. Allerdings hat es Heitz so gut ausgearbeitet, dass ich mich auf die Wüste gut einlassen konnte. Ich für meinen Teil würde mich daher auch über eine Fortsetzung dieses Buches freuen!

Fazit: Heitz hat mit diesem Buch eine neue Fantasy-Welt erschaffen, die dieses Mal in einer Wüste verortet ist. Dabei ist es ihm gelungen die Atmosphäre der Wüste im Allgemeinen und der Stadt, in der viele Konflikte brodeln, im Speziellen gut wiederzugeben. Die Anzahl der Hauptcharaktere ist überschaubar und steigert sich erst allmählich. Der Leser entdeckt die Stadt Wédōra gemeinsam mit den Protagonisten Liothan und Tomeija. Dieser Aufbau der Geschichte und Einstieg in die Welt hat mir sehr gut gefallen. Auch wurde nicht nur eine  Handlung aufgebaut, die nach einem spannenden Finale beendet wurde, sondern die Figuren haben sich auf eine unerwartete Weise weiterentwickelt, so dass es ausreichend Potential für eine mögliche Fortsetzung gibt. Ich hatte mit Wédōra viele schöne Lesestunden und würde mich über eine Fortsetzung freuen.

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127 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

allgäu, kluftinger, krimi, familienfehde, regionalkrimi

Himmelhorn

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Droemer, 29.09.2016
ISBN 9783426199398
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich wieder ein neuer Klufti! Wie auch bei den letzten Teilen, habe ich sehnsüchtig auf den neuesten Fall vom kauzigen Kommissar aus dem Allgäu gewartet. Jetzt ist er leider schon wieder ausgelesen und das Warten geht von vorn los. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn dieser Teil hat mir besser gefallen, als der letzte. Ging es in Grimmbart privat doch stark um den Kontrast Allgäu/Japan, ist dies hier zwar noch Thema, doch aufgrund des Falles ist wieder mehr Lokalkolorit im Buch zu finden.
Momentan ist es ruhig im Kommissariat von Kluftinger und Co. Da kommt es gerade recht, dass Kluftinger bei einer aufgezwungenen E-Bike-Tour durch die Berge mit Langhammer auf abgestürtzte Bergsteiger trifft. Obwohl es stark nach einem Unfall aussieht, nimmt sich Kluftinger des Falles an und entdeckt nach und nach mehr Ungereimtheiten, so dass sie letztlich wirklich ermitteln müssen.
Dabei verschlägt es ihn in abgelegene Bergbauernhöfe, auf denen nicht nur verschrobene Allgäuer leben, die hochverschlossen und aggressiv sind, dort hausen auch lang gehütete Geheimnisse. Gerade diese Passagen im Buch, als Kluftinger auf diesen Höfen ermittelt und in deren Vergangenheit wühlt, haben mir sehr gut gefallen. Schön ist dabei vor allem, dass Kluftinger einen Stammbaum anfertigt, der auch im Buch abgedruckt ist. Ich habe tatsächlich sehr oft dahin zurück geblättert und so mitverfolgen können, wie die Ermittlungen laufen und wer mit wem verwandt ist. Daher wäre es noch schöner gewesen, wäre der Stammbaum nicht mittig im Fließtext eingefügt worden, sondern hinten im Angang oder gar im Buchdeckel. Das hätte das Umblättern nicht so mühselig gestaltet, wobei es schon eine Hilfe war, dass die Seiten mit dem Stammbaum grau hinterlegt, und somit leicht von außen zu finden waren.
Der Fall entwickelte sich langsam, da es zu Beginn ja noch gar kein Fall war. Das nahm dem Buch anfangs die Möglichkeit Spannung aufzubauen. Ab dem Mittelteil wurde es dann dagegen richtig spannend, vor allem weil es für Kluftinger mehrmals persönlich richtig brenzlig wurde. Man kann sagen, dass die Lösung des Falles recht offensichtlich war, doch letztlich musste genaue Ermittlungsarbeit geleistet werden und dabei konnte ich als Leser miträtseln. Es stellte sich dann jedoch heraus, dass sich die Lösung doch nicht so gestaltete, wie gedacht. Der Fall um das Himmelhorn war mal wieder einer von den interessanteren für Kluftinger und hat mir in seiner Komposition sehr gut gefallen!
Natürlich darf auch die private Seite Kluftingers nicht fehlen. Es gibt zahlreiche Fettnäpfchen, in die der Kommissar tritt und auch sonst gab es wieder viele Szenen, bei denen ich laut lachen musste. Kluftinger zeigte sich in diesem Teil recht sportlich, was mir persönlich gut gefiel, da er auf diese Weise raus in die Allgäuer Natur kam und man diese mithilfe der Beschreibungen von außen mit genießen konnte. Auch die Liebe steht überall im Fokus: Seine Frau und Annegret Langhammer spannen Kluftinger ein, um Langhammer eifersüchtig zu machen. Im „Geschäft“ wird angebandelt. Kluftinger selbst findet Gefallen an Seifenopern. Es gilt außerdem mit dem Vater seines zukünftigen Enkels auf Englisch zu kommunizieren und dann steht auch noch die Geburt desselben an, weswegen Markus und seine japanische Frau Yumiko derzeit bei Kluftingers wohnen. Als wäre das nicht genug, muss sich Kluftinger auch noch mit den neusten Errungenschaften der Technik wie Smartphone oder „Tablett“ auseinander setzen. Viel Stoff für herrlichen Klamauk. Dies ist dem Autorenduo bei diesem Teil wieder hervorragend gelungen.
Witzig fand ich auch die Idee, dass nicht verraten wurde, wie Kluftinger sich letztlich im Hochseilgarten geschlagen hat, man erfährt nur, dass ihn der Ausgang sehr belastet. Wie sehr ihn das verfolgt, konnte aufgrund der sich dann anbahnenden Lösung des Falles nicht mehr geschildert werden, dies bietet aber Portential, dies als neuen Running Gag einzubauen. Schließlich ist das Rätsel um Kluftingers Vornamen ja nun fast vollständig gelöst. Es gab in den neun Bänden nun ausreichend Hinweise, diesen zusammen zu setzen, ohne dass er jedoch genannt wurde.

Fazit: Nachdem der letzte Teil etwas schwächelte, hatte ich bereits die Befürchtung, es ginge nun abwärts mit den Klufti-Krimis, doch dieser hier war wieder genau so, wie ich es mir erhofft hatte: Der Fall entwickelte sich zwar sehr langsam, wurde gegen Mitte dann jedoch aufgrund der Familienrätsel besonders interessant und am Ende sogar spannend. Dies gepaart mit den herrlich komischen Situationen, in die Kluftinger sich selbst in seinem Berufs- und Privatleben hineinlaviert, bei denen ich auch nicht nur schmunzeln musste, sondern wieder richtig lachen konnte, ergibt eine herrliche Mischung, wofür ich diese Romanreiche sehr schätze. Jetzt geht leider das lange Warten auf den nächsten Band los.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

parallelwelt, magie, fantasy, krieg

Der verwaiste Thron

Raymond Feist , Dagmar Hartmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734160981
Genre: Fantasy

Rezension:

Gleich zu Beginn des Buches trifft der Leser erneut auf Pug, der durch den Spalt in das Land der Feinde gelangt ist. Sein Schicksal und seine Entwicklung stehen wieder im Zentrum der Geschichte. Doch auch die anderen Figuren kommen nicht zu kurz: Es wird berichtet, wie Tomas mit seiner neuen mächtigen Rüstung zurechtkommt und wie diese ihn verändert. Arutha begibt sich auf die Reise um Verstärkung für die Truppen zur Verteidigung gegen die Tsurani zu holen, doch findet er die politische Situation in Krondor plötzlich ganz anders vor als erwartet. Müssen die Menschen von Midkemia bald nicht nur gegen die Tsurani, sondern auch noch in einem Bürgerkrieg kämpfen?
Auch im zweiten Teil der Saga ist der Aufbau des Buches wieder sehr geschickt gemacht: Der Leser erlebt die Geschichte aus nur wenigen Perspektiven wie z.B. Pug, Tomas oder Arutha. Dabei springt die Geschichte von Ort zu Ort, bleibt dabei aber chronologisch. Nur die wichtigsten Ereignisse werden atmosphärisch dicht erzählt, alles Überflüssige wird großzügig weggelassen. So fliegen im ersten Teil die Jahre nur so dahin. Gegen Ende, als alle Figuren auf dem vom Autor angestrebten Entwicklungsstand sind und es zu Kämpfen und politischen Intrigen kommt, wird das Tempo eindeutig gemächlicher. Auf diese Weise bleibt das Buch spannend und wird nie langweilig, aber ohne dabei nur auf Action aus zu sein. Vor allem die Charakterentwicklung der wichtigen Figuren steht im ersten Teil des Buches eindeutig im Vordergrund, denn besonders bei Pug und Tomas passiert  einiges.
Auch wenn ich diese Erzählweise begrüße und sie mir gefallen hat, ist dies doch eines der größten Unterschiede zur Fantasy, wie ich sie sonst gern lese. So hatte ich beim Lesen stets das Gefühl, mir würde irgendetwas fehlen, ohne dieses Etwas genau bestimmen zu können. Dennoch wirkt dieses Werk für sich genommen atmosphärisch und hat großen Charme, war am Ende sogar mitreißend. Es ist aber ohne Frage „anders“. Ich schätze, dies ist wahrscheinlich der Zeit geschuldet, in der das Buch geschrieben ist.
Vom ersten Band hätte ich mir dem Titel nach gewünscht, dass der Leser mehr von Pugs Ausbildung zum Magier hätte erleben können. Da dem leider nicht so war, hatte ich die Hoffnungen auf diesen Band gesetzt, doch auch hier war mir das nicht genug. Zwar wurde Pug hier zum Magier ausgebildet, doch die meiste Zeit hat er dies nicht wahrgenommen und durch die Zeitsprünge sind diese Episoden sehr gekürzt worden. Das finde ich schade, denn so habe ich mir diese Form der Magie nicht wirklich gänzlich vorstellen können. Aber genau das ist eigentlich der Aspekt der Fantasy, der mich am meisten interessiert. Am Ende des Buches erhält Pug jedoch einen Auftrag der recht vielversprechend in diese Richtung weist. Ich bin daher gespannt, wie es weiter geht.
Zunächst dachte ich, das Finale sei irgendwie unspektakulär, wurde dann aber eines Besseren belehrt. Das letzte Kapitel, das im Prinzip auch mit Epilog hätte überschrieben werden können, hat mir allerdings am besten gefallen. Alle Protagonisten sind an einem Platz und es gilt die Lösung des Problems des verwaisten Throns zu lösen. Für die Lösung gab es zahlreiche mitunter auch blutige Möglichkeiten, die vom Autoren gewählte Lösung war für mich logisch, aber dennoch überraschend und das was danach folgte, war rührend. Mit anderen Worten: Feist hat das Buch zwar sehr schön und in sich abgeschlossen enden lassen, es war aber so mitreißend, dass ich eigentlich gleich weiterlesen wollte, um zu erfahren, wie es mit den Figuren im nächsten Band weiter geht.

Fazit: Auch wenn ich mitunter das Gefühl hatte, diese Serie sei „irgendwie anders“ als die Fantasy, die ich sonst lese, hatte ich sehr viel Freude an der Lektüre dieses Buches. Mir hat es letztlich besser gefallen als der erste Band. Die Erzählstränge des ersten Bandes wurden aufgegriffen und konsequent weitergeführt, wobei viel Wert auf Charakterentwicklung gelegt wurde. Auch wenn es erneut zu Beginn des Buches viele Zeitsprünge in der Erzählung gab, um überflüssige Passagen auszulassen, war das Buch atmosphärisch und spannend. Mir hätte zweite Teil des Buches ohne diese Zeitsprünge besser gefallen, aber der Aufbau ist sinnvoll und gewinnbringend für die Geschichte. Schade ist erneut, dass so wenig Raum für die Magier-Ausbildung gelassen wurde. Doch sowohl in diesem Punkt als auch in anderen Punkten, bin ich sehr gespannt wie es auf Midkemia weitergeht!

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

heilerin, teufel, hexe, mittelalter, könig

Die Schattenschrift

Dana Carpenter , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453317277
Genre: Fantasy

Rezension:

Lange hat mich ein Buch nicht mehr so in seinen Bann gezogen wie dieses! Dabei kann man es nicht eindeutig einem Genre zuordnen: Aufgrund des historischen Settings in Tschechien des 13. Jahrhunderts liest es sich wie ein historischer Roman, doch durch Maus‘ Fähigkeiten hat es eindeutig fantastische Elemente. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen! Maus hat mich von Beginn an fasziniert. Sie ist ein junges Mädchen, das kurz nach der Geburt von einer Amme in ein Kloster gebracht wurde und von da an mit ihr dort lebte. Sie kennt weder ihre Eltern noch hat sie einen Namen. Doch obwohl sie im Kloster aufwuchs und ein gläubiger Mensch ist, ist Maus nicht getauft. Sie hat eine Gabe und kann Dinge sehen und hören, die andere nicht können. Diese Macht lässt sie als Hexe gelten und daher im Kloster Schutz finden.
Das Buch setzt mitten in der ersten entscheidenden Szene ein und der Leser bekommt die Hauptfigur nicht vorher behutsam vorgestellt, sondern erfährt nach und nach etwas über sie. Der junge König wurde angeschossen und auf der Suche nach Heilung wurde er ins Kloster gebracht. Da alle heilkundigen Mönche abwesend sind, versucht Maus mithilfe ihrer Ausbildung als Heilerin das Leben Ottokars zu retten. Da er nicht schnell genesen wird, aber sofort nach Prag muss, nimmt der König kurzerhand Maus mit zu sich nach Prag als ihr Mündel. Schnell wird klar, dass die beiden etwas verbindet und sie sich mehr als nur sympathisch sind.
Die Handlung setzt sich genauso ransant und spannend fort, wie sie begonnen hat: Maus muss sich mit den Intrigen und der ganz anderen Welt des Königshofes rumschlagen und immer wieder kommt sie in brenzlige Situationen, in denen ihre Macht zu Tage tritt. Da das Buch ausschließlich aus ihrer Sicht geschrieben ist, kann man sich als Leser sehr leicht mit ihr identifizieren und mit ihr die Berg- und Talfahrt ihres Lebens miterleben. Das macht einen Großteil des Charmes aus, den dieses Buch versprüht. Mir hat auch vor allem der Aspekt ihrer Macht sehr gefallen, da das ein fantastisches Element in den historischen Kontext bringt. So wie ich das sehe, war es auch nicht die Absicht der Autorin ein historisch korrektes Buch zu schreiben, – denn so wie ich es recherchieren konnte, sind die Figuren alle fiktiv – sondern eher den Aspekt der Macht durch den historischen Aspekt besonders zur Geltung zu bringen. Sie hätte natürlich auch eine ganz eigene Welt kreieren können, doch gerade dadurch, dass es in unserer realen Welt spielt, hat die Geschichte einen besonderen Reiz.
Allerdings muss ich sagen, dass das Buch ab der Hälfte an Qualität verliert. Zu Beginn dachte ich, dass es ein 10-Punkte-Kandidat ist, doch dann nach einer Highlight-Szene mit ihrer Macht, kippte die Stimmung zur Liebesschnulze und wurde am Ende gar ganz abstrus, als Maus das Weite suchte und allein für sich lebte. Bei dieser Episode von Maus‘ Leben sind Jahre vergangen, die der Leser nicht miterlebt. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Buch nur die wichtigsten Episoden aus dem Leben der Figuren erzählt. Diese Konstruktionsweise kann maßgeblich dazu beitragen, die Spannung hochzuhalten ohne Abstriche bei der Atmosphäre machen zu müssen, doch hier hatte es eher die Wirkung dieser Art Bücher die das ganze Leben einer Frau darstellen müssen und dabei von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt hopsen. Und diese Sorte Bücher kann ich leider überhaupt nicht ausstehen. Maus‘ Verhalten wirkt opferhaft und unreflektiert und auch wenn dies vielleicht zur Zeit passen könnte, ist Maus ja kein „normaler“ Mensch und ich hätte mir ein anderes Verhalten von ihr erhofft.
Zudem hätte ich nach dieser erwähnten Highlight-Szene etwas völlig anderes erwartet, als dass sie auf einmal nur ihren König anschmachtet, denn von dem Moment an, als es mit der Macht wirklich interessant zu werden schien, bricht dieser Handlungsstrang ab. Auch die Erklärung am Ende woher ihre Macht kam, finde ich extrem banal und weit hergeholt, allein deswegen, weil es im Buch genannt wurde, ohne es näher zu beleuchten oder es aus der Story heraus zu entwickeln. Maus bekommt es gesagt – fertig. Auch das Finale des Buches, bei dem der König in die Schlacht zieht, finde ich extrem überzogen und daher hat es mir überhaupt nicht gefallen.
Gestört hat mich im diesem Zusammenhang auch der deutsche Titel des Buches Die Schattenschrift. Ich habe daraufhin erwartet, dass eine solche einen wichtigen Teil des Buches ausmacht. Es kommen zwar zwei Bücher vor, die mutmaßlich zur Beherrschung von Maus‘ Fähigkeiten und zur Erkenntnis woher diese kommt beitragen könnten, doch auch dieses Potential wurde vollkommen verschenkt, da das erste Buch nicht lesbar war und die Bücher letztlich keine Rolle mehr spielten. Da habe ich mir wirklich etwas anderes vorgestellt.
Da ich dem ersten Teil 10 Punkte geben würde und dem zweiten nur 6 komme ich auf einen Mittelwert von 8 Punkten für dieses Buch. Ich finde es so schade, denn die Geschichte hätte noch so viel Potential gehabt. Aber vielleicht hat sich Carpenter mit der Entscheidung einen historischen Kontext einer fiktiven Welt vorzuziehen selbst die Handlungsmöglichkeiten genommen, daraus eine perfekte Geschichte zu machen.

Fazit: Die Schattenschrift ist ein sehr zweigeteiltes Buch. Mir hat der erste Teil der Geschichte um Maus extrem gut gefallen, da sie nur aus ihrer Sicht geschildert wurde und aufgrund des historischen Kontextes mit fantastischen Elementen das Buch sehr mitreißend war. Allerdings hat genau dieser historische Kontext der Geschichte im zweiten Teil überhaupt nicht gut getan! Maus‘ Fähigkeiten wurden nicht weiter erforscht und verschwanden beinahe völlig aus der Geschichte, um im Finale auf vollkommen unpassende Weise noch einmal zu Tage zu treten. Statt einer interessanten fantastisch-religiösen Geschichte mutierte das Buch eher in Richtung Frauen-Lebensgeschichten-Schnulzenroman. Da das Buch so grandios anfing, tut es mir um das Ende umso mehr leid. Es hätte so schön sein können!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

transgender, metzer, gif, dänemark

Blutwurst und Zimtschnecken

Ane Riel , Julia Gschwilm
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2016
ISBN 9783442714087
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Na wenn das der „beste dänische Krimi des Jahres“ ist, dann möchte ich die anderen nicht lesen. Denn für mich ist dieses Buch weder ein Krimi, noch gut. Das liegt vor allem an meinen unerfüllten Erwartungen. Bei einem Krimi erwarte ich meist einen oder zwei Kriminalermittler. Ich habe auch schon gute Krimis gelesen, bei denen es die nicht gab, aber dann gab es zumindest einen Mord oder eine Leiche. Doch auch das gibt es hier nicht.
Hier gibt es nur Judith, eine ältere Dame und ehemalige Metzkerin, die in dem Badeort Liseleje lebt. Ihre Mitbürger mögen sie, aber sie hat es auf bestimmte Menschen abgesehen, die ihr entweder nicht in den Kram passen oder von denen sie sich etwas verspricht. So wird aus ihrer Sicht erzählt, wie sie sich widerwillig mit drei Trunkenbolden anfreundet und wie sie versucht den Postboten in ihr Haus zu locken. Dann bricht dieser Handlungsstrang ab und ein ganz neuer beginnt: Edith heiratet einen reichen Anwalt und die beiden bekommen einen Sohn, Jørgen. Den versucht sie völlig nach ihrer Fasson zu formen. Das Ergebnis ist ein junger Mann mit soziopathischen Zügen. Der Leser begleitet dann Jørgen solange, bis die Verbindung zwischen den Figuren deutlich wird und die Erzählung wieder zu Judith und ihren Männern schwenkt. Immernoch keine Leiche. Nur vielerlei seltsame Dinge.
Letztendlich werden am Ende Judiths Absichten deutlich und sie tut, was sie geplant hat, allerding geht diesem Finale die Spannung gänzlich abhanden. Hätte ich andere Erwartungen an dieses Buch gehabt, hätte ich vielleicht auch Gefallen daran finden können. Als Familiendrama vielleicht. Doch als Krimi hat ist es bei mir durchgefallen. Aufgrund der fehlenden Spannung könnte man das Buch auch nicht als Thriller verkaufen. Ich habe mich jedenfalls sehr schwer damit getan.
Dabei ist die Erzählweise gar nicht mal schlecht, da viele Dinge erwähnt werden, wie Judith letztlich zu dem Menschen geworden ist, der sie nun mal ist, doch das allein macht noch keinen guten Krimi aus. Das Setting in Dänemark allerdings ist gut gelungen. Letzters war auch ein Hauptgrund warum ich zu diesem Buch gegriffen habe. Momentan fasziniert mich dieses Land und ich habe große Lust, erneut dorthin zu reisen und diesen Aspekt meiner Erwartungen hat dieses Buch erfüllt. Den des guten Krimis leider nicht. Ich werde mir wohl andere dänische Krimis raussuchen. Und auch wenn dies „der beste dänische Krimi des Jahres“ ist, bezweifle ich doch stark, dass ich einen schlechteren finden werde!

Fazit: Für mich ist dieses Buch absolut kein Krimi, da es weder einen Mord, eine Leiche noch irgendwie geartete Ermittlungen gibt. Stattdessen erzählt das Buch die Geschichte von Judith. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Geschichte ist zwar im Grunde interssant, da sie nicht die normale ältere Dame von nebenan ist, doch eine solche Geschichte habe ich schlicht nicht erwartet und daher hat mir das Buch auch nicht so gut gefallen. Die Formulierung „bester dänischer Krimi des Jahres“ hat mich doch sehr in die Irre geführt. Schade.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

krimi, mops, alte ziegenwiese, fritzi sommer, hunde

Alte Ziegenwiese

Fritzi Sommer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453438521
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Achtung, dies ist kein normaler Krimi – es ist ein Mops-Krimi. Ich kann mir stets nicht helfen, aber Bücher mit Mops in der (Haupt-)Handlung reizen mich immer sehr und so musste auch dieses Exemplar unbedingt bei mir einziehen. Ich habe bereits viele „Mops-Romane“ gelesen, aber das waren eher mehr Frauen bzw. Liebesromane. Ich habe aber beim ersten Teil festgestellt, dass mir „Krimis“ aus Sicht einer Mopsbande auch gut gefallen!
Die Hauptcharaktere sind in diesem Buch die drei Möpse Henri, Wilma und Viktor und anders als im ersten Buch nicht deren Frauchen Josi, sonder Josis spontan aus der Toskana angereiste Mutter. Diese soll die Rosen im Kleingarten ihrer Freundin gießen, die sich am Rücken verletzt hat. Da Josi nicht über den (offensichtlich länger währenden) Besuch der Mutter informiert war, kommt es zum Klintsch und Muttern zieht kurzerhand in der Gartenlaube ein. Mit von der Partie ist das Mopstrio, denn Mutti passt während Josis Arbeitszeit auf sie auf. Das kommt Henri sehr gelegen, denn im Verein „Alte Ziegenwiese“ hat sich ein Mord ereignet und als Chefermittler muss er den selbstverständlich aufklären.
Erzählt wird die Geschichte wieder aus der Sicht von Mops – oder vielmehr Halbmops – Henri. Henris Weltsicht ist jedenfalls sehr menschlich, so dass er des Öfteren für seine beiden Mitmöpse die Handlungen und Gespräche der Menschen übersetzen muss. Dies führt zu der einen oder anderen putzigen Situation bzw. Gespräch unter den Möpsen. Interessant dabei ist, dass die Autorin diese „Mopsgespräche“ tatsächlich auch durch Bellen, Grunzen und Knurren für die Menschen hörbar macht, so dass diese sich stets wundern, was denn mit den Tieren los sei. Verstehen kann ich das bei „Gesprächen“ zwischen Mensch und Mops, doch zwischen den Tieren finde ich es etwas übertrieben, „unterhalten“ sich diese doch eher per Körpersprache.
Gut gefallen hat mir wieder, dass die Möpse zwar auf die Spur des Mörders kamen, aber letztlich nicht sie es waren, die den Mörder entlarvt haben, sondern sie haben die Umstände auf ihre Weise gut manipuliert. So wurde, trotz Ich-Perspektive aus Mops-Sicht noch eine gute Prise Realität bewahrt.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen. Man muss wahrscheinlich einen Hang zu solchen Büchern aus Hundesicht haben, aber ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Ein bisschen schade fand ich, dass das Setting im Kleingartenverein dem auf dem Campingplatz sehr ähnlich war. Zwar gab es durch den Wechsel der menschlichen Hauptfigur neue Elemente, doch auch beim Setting hätte ich mir mehr Neues gewünscht.
Das ganze Drumherum mit dem Kleingartenverein war an sich jedoch sehr gut gelungen und umgesetzt. Freunde solcher Vereine werden sicher viel Spaß an der Lektüre dieses Buches haben, weil es die Schrullen und schönen Seiten gut darstellt.

Fazit: Alte Ziegenweise ist ein Krimi, der aus Mops Henris Sicht in Ich-Perspektive geschildert wird. Das macht dieses Buch zu einem etwas anderen Krimi, doch wer sich darauf einlassen kann wird mit entspannten Lesestunden und einer Prise Humor belohnt. In diesem Buch geht es vor allem auch um einen Kleingarten und da die Handlung im Sommer spielt, ist es auch ein gelunges Buch, dass man perfekt im eigenen  (Klein-) Garten auf der Sonnenliege verschlingen kann. Mich persönlich hat etwas gestört, dass sich die Settings der beiden Teile etwas zu sehr ähneln und es für mich nicht ausreichend Neues gab. Ansonsten ist dieses Buch wieder gut geschrieben und eine prima Sommerlektüre.

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

die pforte der schatten, magie, monster, fantasy, harry connolly

Die Pforte der Schatten

Harry Connolly , Michaela Link
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.05.2016
ISBN 9783734160875
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, wie ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Das recht klassische Cover und die Beschreibung klangen jedenfalls nach einem soliden Fantasy-Roman und nachdem ich eine lange Zeit davon abgesehen habe, neue Fantasy-Reihen oder-Trilogien zu beginnen, weil ich ganz oft, ganz miese Bücher lesen „musste“. Allerdings ließ sich eine deutlich erkennbare Häufung bei einem Verlag feststellen… Bei blanvalet allerdings bin ich auf eine solche Niete noch nicht gestoßen, die haben im Gegenteil eher die bessere Fantasy. Also habe ich mutig zu diesem Buch gegriffen und wurde mit einem wirklich grundsoliden und spannenden Fantasy-Trilogie-Auftakt belohnt.
Die Herrschaft der Italgas im Reich Kal-Maddum gründet sich vor allem auf dem Wissen und der magischen Kunst der Gelehrten. Doch diese Gaben haben die Gerlehrten von einem anderen Volk, dem Abendvolk, das alle 23 Jahre durch ein Portal zu den Menschen in die Hauptstadt Peredain gelangt, geschenkt bekommen. Als das Abendvolk erneut erwartet wird und sie mit einem großem Fest begrüßt werden sollen, treten allerdings ganz andere Kreaturen durch das Portal und die haben sicher kein Geschenk mitgebracht, sondern greifen an. Der Kronprinz, sein Leibwächter und Ausbilder Tyr Treygar, Lars Freunde und seine Verlobte können sich gerade noch retten. Das Volk wird von diesen höchst aggressiven und lilafarbenen Monstern förmlich überrannt, doch kann Lar seinen „Freunden“ trauen? Schließlich lebten diese als Geisel in der Hauptstadt, da ihre Väter einst gegen den König rebellierten.
Eine dieser Freunde ist Cazia und ihre Gesinnung wird recht schnell deutlich. Cazia und Tyr Treygar leiten den Leser durch die Geschichte, denn beide bilden je eine erzählende Perspektive. Das ist vor allem zu Beginn sehr interessant, da sich die beiden nicht wirklich grün sind. Recht schnell wird deutlich wie schlimm die Invasion tatsächlich ist und wie die einzelnen politischen Seiten mit der Situation umgehen. Aus der Flucht wird letztendlich eine Suche nach der Ursache bzw. nach einer Lösung für das Problem. Beides ist am Ende des ersten Bandes selbstverständlich noch nicht abgeschlossen und so bleibt noch ausreichend Potential für die zwei folgenden Bände. Allerdings muss ich etwas bemängeln, dass dieser erste Teil zwar bei einer Art Sinnabschnitt endet, doch die Geschichte tatsächlich einfach unterbrochen wird. Ich hätte wirklich gern einfach weiterlesen wollen, doch der zweite Band liegt noch nicht vor.
Wirklich gut an diesem Fantasy-Werk hat mir gefallen, dass die Protagonisten nicht unbedingt viel mehr wissen als der Leser. Das betrifft natürlich diese Wesen sei es das Abendvolk oder die lila Kreaturen die an deren Stelle durch das Portal kamen, aber auch die Kenntnisse der Magie. Cazia wurde zu einer Gelehrten ausgebildet und auch wenn ihre Ausbildung noch nicht beendet ist, so kann sie schon eine ganze Menge. Vor allem hat sie gerlernt auf allerlei Warnungen ihres Ausbilders zu hören. Denn es ist so: Wenn man von den Geschenken zu viel Gebrauch macht, übt sich das auf den Körper aus, so dass sich dieser verändert. Sie nennen das „hohl werden“. Doch was genau passiert, wann diese Veränderung eintritt, darüber redet keiner. Man sieht nur die hohl gewordenen Gelehrten, denen sie die Finger amputiert haben, um keine weitere Magie mehr ausüben zu können. Nachdem Cazia aus der Hauptstadt geflogen ist, lernt sie nun nach und nach ihre Grenzen kennen und lernt die Magie besser zu verstehen und mit ihr auch der Leser.
Der Aufbau der Geschichte durch diese zwei Perspektiven ist auch ein positiver Punkt an diesem Buch. Beide Charaktere waren mir am Anfang nicht gerade unsympatisch, aber wirklich sympathisch waren sie auch nicht. Das lag daran, das beide aufgrund ihrer persönlichen Geschichte und Erfahrungen handelten, doch je länger man mit diesen Figuren verbrachte, desto besser vestand man sie und das Band zwischen Leser und Figur wurde enger geknüpft. Ähnlich verhielt es sich auch mit den Nebencharakteren, aber bei den Protagonisten mit der Erzählperspektive ist dies natürlich am deutlichsten. Auch empfand ich es als positiv, dass es nur zwei Perspektiven sind. So sind mehrere Sichtweisen vertreten, ein Aufsplitten in mehrere Handlungsstränge ist möglich, aber es wird nicht zu unübersichtlich. Connollys Schreibstil und Erzählweise sind zudem sehr gut, so dass das Buch atmosphärisch dicht geschrieben ist und so den notwendigen Tiefgang für eine gute High-Fantasy-Geschichte hat.
Beeindruckend finde ich vor allem die Tatsache, dass Connolly diese und andere Werke im Original selbst verlegt hat! Bisher bin ich nur auf mittelmäßige selbstverlegte Werke gestoßen, wahrscheinlich weil einfach ein vernünftiges Lektorat fehlt, doch hier passt alles so gut zusammen, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass da kein renommierter Verlag hinter steckt! Es gibt sogar eine Karte! Leider ist diese nicht übersetzt worden, so dass ich tatsächlich bei einigen Namen (z.B. Brausestadt) etwas länger gebraucht habe, bis ich sie auf der Karte identifizieren konnte.

Fazit: Mit Die Pforte der Schatten bekommt der geneigte High-Fantasy-Leser alles, was sein Herz begehrt: Kampf, Magie, eine die Welt bedrohende Macht und eine gut ausgedachte Welt. Alles davon hat ausreichend Tiefgang so dass es genug Stoff gibt für eine Trilogie und diese auch noch atmosphärisch dicht erzählt ist. Besonders gefallen hat mir aber, dass es hier unheimlich viele Entwicklungen bei den Charakteren gibt und diese auch noch nicht alles verstehen und sich so auf die Reise begeben um die Ursache und die Lösung für diese Invasion zu finden und dabei entdecken sie Seiten an der Magie, die vorher so noch nicht bekannt waren. Schade, dass es so lang dauert, bis der nächste Band übersetzt ist, ich hätte gern gleich weiter gelesen, da es sich nicht um ein sauberes Ende handelt und man auch nur mit gutem Willen einen Sinnabschnitt im Ende erkennen kann.

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47 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

krieg, ritter, midkemi, schlacht, magier

Der Lehrling des Magiers

Raymond Feist , Dagmar Hartmann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734160950
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich finde es gut, dass nach Shannara nun auch Die Midkemia-Saga neu aufgelegt wird. Es handelt sich dabei um eine beliebte Fantasy-Serie, die im Grunde bereits als ein Klassiker gilt. Da die Bücher vor meiner Zeit erschienen sind (als dieses 1982 erschien, war ich noch nicht geboren) hatte ich nicht die Möglichkeit diese zu lesen. Zugegeben es wäre mir möglich gewesen, aber die Cover waren eher abschreckend als anregend. Dies hat sich nun völlig geändert: Die Neuauflage hat einheitliche schlichte Cover, die aber dennoch sehr ansprechend aussehen. Das schöne daran, der Stil dieses Covers wurde bei den anderen Reihen dieses Komplexes aufgegriffen. Bisher sind diese zwar nur als E-Book veröffentlicht, aber ich stelle es mir sehr hübsch vor, stünden all diese Werke nebeneinander im Regal. Das wird sicher ähnlich imposant wie Goodkinds Das Schwert der Wahrheit.
In diesem ersten Teil geht es vorwiegend um die beiden Jungen Pug und Tomas, jedoch auch um das Herzogtum Crydee und deren Herrscher-Familie und deren Gefolge. Als Pug und Tomas einen fremden Soldaten finden, wird schnell deutlich, dass das Königreich und ganz Midkemia von einer Invasion bedroht wird. Der Herzog persönlich nimmt die Reise auf sich, den König zu warnen. Mit dabei natürlich Pug und Tomas, denn die beiden können aus erster Hand berichten. Und so beginnen die bald so genannten Spaltkriege.
Der Aufbau des Buches war zunächst sehr geschickt gemacht. Die wichtigen Figuren wurden in einigen wenigen Kapiteln eingeführt, wobei es erst nicht viele Erzählperspektiven gab. Im Zentrum steht Pug, ein Waise am Hof des Herzogs und sein Freund Tomas und der Leser erlebt, wie die beiden zu ihren Berufen (Pug lernt beim Magier, Tomas wird Krieger) kamen. Dabei springt die Erzählung zu den wichtigsten Ereignissen und lässt Überflüssiges aus. Das habe ich zu Beginn als sehr erfrischend empfunden, da auf diese Weise keine Langeweile aufkam und die Episoden, die geschildert wurden, auch wirklich gut geschrieben sind. Es wurde auch stets erklärt, wie viel Zeit zwischen den Kapitel verstrichen ist. Das Buch umfasst letztendlich einige Jahre im Leben der Figuren. Doch irgendwann empfand ich diesen Aufbau als zu episodenhaft, gerade als der Krieg begann und die zeitlichen Abstände größer wurden. Doch ein solcher Aufbau ist mir immer noch lieber als eine zähe Erzählung, die Beschreibungen von unwesentlichen Geschehnissen beinhaltet. Noch lieber wäre mir zwar eine spannende kontinuierliche Erzählweise gewesen, aber man kann nicht alles haben. Ich schreibe diesen Stil auch vor allem der anderen Zeit zu, in der das Buch entstanden ist.
Von dem Titel hätte ich mir mehr Magier-Ausbildung versprochen. Leider war das hier nur in einigen wenigen Kapiteln der Fall, da der aufkommende Krieg Pugs Ausbildung zum Magier unterbricht. Aber schon vorher wird deutlich, dass Pugs Magie der seines Meisters nicht wirklich ähnelt. Diesen Aspekt habe ich sehr interessant gefunden und war dann enttäuscht, als dann in der Richung nichts mehr kam. Doch ich bin zuversichtlich, dass die Ausbildung im nächsten Band – wenn auch anders – vorgesetzt wird.
Als sehr putzig habe ich die Namenswahl empfunden. Der Protagonist heißt Pug. „Pug“ ist die englische Bezeichnung für die Hunderasse Mops. Die Tochter des Herzogs heißt Carline. Der Elbenprinz heiß Calin. „Carlino“ ist die italienische Bezeichnung für den Mops. Was möchte der Autor dabei zum Ausdruck bringen? Mir ist nicht bekannt ob der Autor eine Affinität zu Möpsen besitzt, ich jedenfalls schon, daher ist mir dieser Zusammenhang aufgefallen.
Gerade im ersten Teil, als es um die Charaktere ging und um die Reise, habe ich das Buch trotz des episodenhaften als sehr atmosphärisch empfunden. Man konnte es auch wirklich sehr leicht lesen. Ein bisschen Humor war zu Anfang auch dabei. Dies änderte sich mit dem Fortschreiten der Handung, denn zuletzt häuften sich die Kriegszenen und die kann und will ich mir nicht detailliert vorstellen. Allerdings hat das Buch sich auch charakterlich geändert, als die Perspektive von Pug bzw. Tomas zu dem Herzogsohn Arutha wechselte. Dennoch blieb die gute Lesbarkeit erhalten. Das schreibe ich auch einer anderen Schriftart zu, die hier verwendet wurde. Ich kann dieser nun keinen Namen zuordnen, jedenfalls ist es keine der Standartschriftarten, hat aber Serifen. Mir hat das Schriftbild als solches auch sehr gut gefallen.
Am Ende des Buches wird jedoch klar: Das war nicht das Ende des Buches! Schon in der vorigen Auflage wurde der erste Originalband in zwei Teile aufgeteilt und so endet dieser Teil ohne das wichtige Handlungsstränge abgeschlossen werden oder zumindest eine Perspektive für den weiteren Verlauf gegeben wird. Zwar ist der Bruch recht geschickt gewählt, da es mit dem allerersten Einblick hinter die feindlichen Linien endet, dennoch ist der Bruch sehr unbefriedigend. Aber die ersten drei Bücher sind ja bereits alle als Print-Version erschienen und das vierte wird folgen und so kann ich ja ganz einfach weiterlesen.

Fazit: Ich finde es prima, dass mit diesem Buch begonnen wurde, eine Fantasy-Klassiker-Serie in einem optisch ansprechenden und modernen Gewand  neu aufzulegen. Man merkt der Schreibweise zwar an, dass der Text ursprünglich in den 1980er Jahren verfasst wurde, dennoch tut das der Atmosphäre, der Spannung und der Lesbarkeit keinen Abbruch. Schade finde ich, dass der Inhalt mit dem Titel so wenig gemein hat. Ich hatte mir mehr Magierausbildung versprochen, doch ich vermute stark, dass es im zweiten Teil dieses Buches dort weitergehen wird, denn der erste Teil der Midkemia-Saga ist hiermit ja noch nicht beendet.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

hamburg, kriseninterventionsteam, krimi, feuerwehr, mord

Denn es wird kein Morgen geben

Angélique Mundt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 09.03.2015
ISBN 9783442746316
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Beim ersten Band habe ich noch gedacht, die Geschichte mit dem Hintergrund hat viel Potential – und dann wurde sehr viel verschenkt. So habe ich moniert, dass es viele interessante Nebencharaktere gab, deren Potential nicht guntzt wurde. Auch wurden viele Patienten der Psychiatrie gezeigt, aber nicht näher vertieft, dabei hat die Autorin das Fachwissen dazu, um die Geschichte mit Hintergründen zu untermauern und dem ganzen mehr Tiefe und Atmosphäre zu verleihen. Es gab zwar noch das eine oder andere, was mir nicht gänzlich zusagte, aber ich versprach mir von der Fortsetzung viel, leider hat es dann noch mehr als ein Jahr gedauert, bis ich auf diese aufmerksam wurde. Und was soll ich sagen? So stelle ich mir ein Buch mit einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter vor. Tessa schlittert wortwörtlich, denn das Buch spielt in einem eiskalten Dezember, in einen Fall mit ihrem KIT. Dass sich mehr dahinter versteckt, wird schnell deutlich und so ist auch bald der dem Leser bestens bekannte Hauptkommissar Torben Koster involviert. Aber, und da kommt schon der erste entscheidende Unterschied, Tessas berufliche Arbeit in ihrer eignen Praxis wird geschildert und dabei schafft es Frau Dr. Mundt ihr Fachwissen gekonnt in die Geschichte eines Nebencharakters zu integrieren um – genau so wie ich es mir vorgestellt habe – der Geschichte Atmosphäre und Tiefgang zu verleihen.
Auch die weiteren Entwicklungen im Fall und in der Beziehung zwischen den Hauptcharakteren haben mir sehr gut gefallen. Zwar könnte man beim Finale noch eine Schippe Spannung drauflegen, aber dennoch war es sehr gut, denn ich habe nur einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, dass diese eine Figur der Täter war und war sonst eher auf einem abwägigen Kurs mit meinen Schlüssen. So mag ich das!
Auch im „Hamburg“-Aspekt könnte für den nächsten Band noch etwas zugelegt werden, aber da diese Reihe ja nicht als Regional-Krimis angelegt sind, ist das nicht weiter tragisch.
Aber leider verstehe ich wieder einmal nicht, wieso Inhalt und Titel erneut nicht zueinander passen. Das muss wohl so sein bei Krimis. Doch das Cover ist diesmal wesentlich schöner als noch beim Vorgänger!

Fazit: Ich bin wirklich froh, dass ich die Krimis von Angélique Mundt nicht aus den Augen verloren habe, obwohl der erste Band aufgrund verschenkten Potentials mich noch nicht gänzlich überzeugen konnte. In diesem Teil allerdings werden in einem Fall Patientenhintergründe fachlich aber nicht fachchinesisch erleutert und bereichern so die Haupthandlung, wie ich es mir bei einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter (und Autorin) auch vorgestellt habe. Auf diesem Niveau wünsche ich mir noch viele weitere Teile um Tessa Ravens!

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, elfen, drachen, wiedergänger, high fantasy

Die letzte Schlacht

David Falk
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2016
ISBN 9783492280730
Genre: Fantasy

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

stephen king, elektrizität, glaube, horror, heroin

Revival

Stephen King
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster US, 11.11.2014
ISBN 9781476770383
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich mag ja Stephen King. Seine Bücher sind so unheimlich atmosphärisch, da er so ausführlich schreibt. Das ist nicht jedermanns Sache. Ich kann mich in seinen Bücher verlieren. Wenn King eine Szene beschreibt, wie hier z.B, die, in der der sechsjährige Jamie mit seinen Soldaten auf dem Sandhügel spielt und Charles Jacobs sein “Fünfter im Spiel”, kann ich beinahe riechen, was Jamie in dieser Straße an diesem Tag riechen konnte. Die Szenen leben förmlich. Das ist bestes Kopfkino.
In diesem Buch begleitet der Leser Jamie vom kleinen Jungen zum äteren Mann und erlebt mit, wie Charles Jacobs immer wieder in sein Leben tritt und wieder daraus verschwindet. Aber Jacobs ist kein normaler Mann. Als der Leser ihn kennen lernt ist er ein von der Elektrizität faszinierter sehr junger Pastor, dessen Leben sich jedoch nach einem Schicksalsschlag radikal verändern sollte. Auch Jamie verändert sich im laufe des Buches sehr. Diese Veränderung in diesem Leben mitzuerleben, ist für sich genommen schon spannend, wenn manch einer dies auch als langweilig empfinden könnte. Das Buch arbeitet ab einem bestimmten Punkt auf das Finale hinaus, dass zwar spektakulär war, aber ruhig noch ein klein wenig spektakulärer hätte sein können. Zwar spielte das Übernatürliche im gesamten Buch schon eine kleine aber feine Rolle, doch irgendwie hätte ich noch mehr erwartet. Dennoch hat mir das Buch und das Finale gut gefallen, da es auf diese Weise immer noch Möglichkeiten gibt, zu denken, dies könnte real sein.
Mich jedenfalls hat das Buch absolut gefesselt, so dass ich die 509 Seiten an einem Tag gelesen habe. Ohnehin finde ich, dass Kings Bücher am besten wirken, wenn man sie in einem kurzen Zeitraum lesen kann, dann wirken sie wirklich beinahe “wie echt”. Ich freue mich schon auf die nächste King’sche Neuerscheinung.

Fazit: Man mag diesem Buch vielleicht ankreiden, dass es langweilig sei, da es “nur” Jamies Lebensgeschichte erzählt. Mir hat diese Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen, da sie so atmosphärisch erzählt ist, dass ich das Gefühl hatte, dies mit ihm zu erleben. Ich konnte manche Dinge beinahe riechen, so gut ist es hier erzählt. Das ist für mich typisch King und so liebe ich es. Ein bisschen mehr Mysterie hätte dem Buch zwar gut zu Gesicht gestanden, aber es hat mich auch so in seinen Bann gezogen, so dass ich es an einem Tag einfach auslesen musste. Mich konnte dieser neue King jedenfalls überzeugen.

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zwerge, fantasy, heitz, markus heitz, die zwerge

Der Triumph der Zwerge

Markus Heitz
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.02.2015
ISBN 9783492703512
Genre: Fantasy

Rezension:

- Enthält kleine Spoiler zu den vorangegangenen Bänden. -
Ich mag diese Reihe wirklich sehr. Zum Erscheinen des neuesten Albae-Bandes, eine Reihe, die zwar die Zwerge gut ergänzt, aber in meinen Augen nicht ganz mithalten kann, habe ich den ganzen zusammenhängenden Komplex in einem Rutsch (erneut) gelesen. Zurück blieb das Gefühl, dass aber bei den Zwergen noch nicht alles erzählt war. So wollte ich z.B. unbedingt wissen, wie es mit Ingrimmsch weiter geht, der ja dummerweise diesen Albae-Trank zu sich genommen hat. Würde er das überstehen und immer noch er selbst bleiben? Leider hatte Heitz in seiner Danksagung besonders betont (in bold und unterstrichen), ein fünfter Band sei nicht geplant. Wie schön, dass er seine Meinung geändert hat und noch schöner: In dieser Danksagung hat er jedoch ausdrücklich darauf verzichtet das Ende der Zwerge/Albae-Reihen zu verkünden. So freue ich mich jetzt schon auf das irgendwann Kommende.
Dieses Buch hat mir jedenfalls viele schöne Lesestunden beschert. Ein nörgelnder Kritiker könnte an dieser Stelle negativ anmerken, dass man das alles schon irgendwie gehört hat und es nur aufgewärmt wäre. Sicherlich hatten wir in den vorangegangenen Bänden bereits einen zurückgekehrten Tungdil und eine große Bedrohung des Geborgenen Landes, die natürlich nur durch die Zwerge abgewendet werden kann. Ich persönlich würde sagen, dass Heitz hier auf bewährte und bekannte Elemente zurückgreift und den Fans somit genau das liefert, was sie lesen möchten. Wen das vorher vielleicht schon genervt hat, sollte diesen Band dann vielleicht nicht mehr lesen. Für meinen Teil ist das Buch jedenfalls genau so, wie ich es erwartet habe.
Einzig zwei Dinge stören mich. Zum einen habe ich mich gefragt, wieso auf einmal die Karte fehlte. Sicher, hätte ich in den anderen Bänden nachschlagen können, doch dafür war ich zu faul. Es wäre meiner Ansicht nach auch nicht so schlimm gewesen eine der alten Karte zu nehmen und einfach die neuen Grenzen einzuzeichen. Zwar kenne ich das Geborgene Land schon, aber für die bessere Plastizität wäre eine Karte sehr förderlich gewesen. Zum anderen hat mein Lesegenuss etwas darunter gelitten, dass es auf einmal zwei Helden gab, die die Geschichte erzählten, aber beide nicht immer im Mittelpuntk des Geschehens waren. So konnte Boindil als Großkönig z.B. nicht mit auf die Erforschungsmission, so dass wir diese aus Tungdils Sicht erlebten, andere Teile dagegen aus Boindils Sicht. Im Grunde ist das ja auch nicht verkehrt, nur dadurch das die Handlung sehr geradlinig verläuft, fehlt ein Charakter komplett und das hat mich gestört. Für eine mögliche Fortsetzung sehe ich jedoch Besserung aufgrund der Entwicklung, die die Charaktere hier genommen haben.

Fazit: Der Triumph der Zwerge ist wie die Vorgänger auch, ein klassicher Zwerge-Roman. Für Freunde der Reihe demnach absolut zu empfehlen. Wem dagegen es vorher schon gegen den Strich gegangen ist, dass alles nach einem ähnlichen Schema abläuft, sei gewarnt, dass dieses Buch diese Tradition fortsetzt. Da dies aber genau das ist, was ich lesen wollte und auch in Zukunft will, hat mir das Buch sehr gut gefallen.

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