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45 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

fantasy, london, magie, historisch, endland

Die Magier Seiner Majestät

Zen Cho , Julia Becker
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426519141
Genre: Fantasy

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(5)

10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Gilde des Todes

Raymond Feist , Dagmar Hartmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734160967
Genre: Fantasy

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(20)

43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

fantasy, fliegen, irrlicht, magie, irrlichtfeuer

Irrlichtfeuer

Julia Lange
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426519431
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich muss es zugeben, mit dem Slogan „Für Fans von Trudi Canavan“ hatten sie mich und das Buch geriet in mein Radar. Was ich an Canavans Bücher am meisten schätze, ist der atmosphärische, ausführliche Schreibstil und die thematische Fokussierung auf Magie. Beides schien hier gegeben zu sein, denn mit 522 Seiten in recht kleiner Schrift ist dieses Buch nicht kurz und mit dem Irrlicht ist Magie Hauptthema. Allerdings zugegebenermaßen nicht so, wie ich es mir vorgestellt und erhofft hatte.
In diesem Buch gibt es mehrere Protagonisten denen eine eigene Erzählperspektive gewidmet ist und bei allen geht es mehr oder weniger um das Irrlicht-Gas.
Albertina, genannt Alba, nimmt einige Risiken auf sich, um ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Sie schleppt sich, wann immer sie kann und ihre kräftezehrende Krankheit es ihr erlaubt, in ihre Werkstatt um dort an ihrer Flügelkonstruktion weiterzuarbeiten.
Kasimir, genannt Kass, und Sora sind sogenannte Irrlichtkinder. In ihrer Kindheit arbeiteten sie bei der Irrlichtförderung und wurden bei einer verheerenden Katastrophe mit Irrlicht infiziert, können es nun speichern und dadurch Magie anwenden, sind aber auch abhängig vom Irrlicht wie von einer Droge. Ihre Aufgabe ist es als Soldaten für die Sicherheit von Irrlichttransporten zu sorgen. Irrlichtkinder werden von der Bevölkerung jedoch gefürchtet.
Karel, genannt „der Graf“, ist der Anführer eines Stadtteils von Ijsstedt und damit Oberhaupt von einer Bande Verbrecher genannt „die Rothen“, die sich in Konkurrenz mit den anderen Stadtteilen befinden. Alle versuchen Irrlicht zu erhalten und es gewinnbringend zu verkaufen. Sein Stellvertreter und Sohn Rafael ist dabei nicht immer seiner Meinung.
Meret hat während des letzten Irrlicht-Unfalls in der Stadt ihre Familie verloren und sammelt andere Trauernde um sich um gegen die Förderung des Irrlichts zu demonstrieren.

Obwohl die Zusammenstellung der Charaktere bunt gemischt ist und recht viele Figuren auftauchen, wurde es zu keiner Zeit unübersichtlich und die Sympathien für die Protagonisten haben sich recht schnell entwickelt. Allen voran gefiel mir Alba am besten, vor allem da sie sich trotz ihrer Krankheit nicht einsperren lässt, ihrem Traum vom Fliegen nachgeht und sich letztlich sogar weiterentwickelt statt vor dem vermeindlich nahen Tod zu resignieren.
Nach und nach treten  immer mehr Details über die Charaktere zu Tage und die Handlung wird, je mehr man erfährt und die zu Beginn getrennten Handlungsstränge mehr und mehr zusammenwachsen, komplexer. Dass es einen Antagonisten gibt und welche Absichten dieser vertritt, stellt sich erst allmählich heraus. So war es lange Zeit noch ungewiss auf welche Art Finale das Buch hinauslaufen könnte.
Langes Schreibstil schafft es die Atmopshäre in der Stadt prima einzufangen und wiederzugeben.  Ein nettes Feature, das dies fördert ist die schlichte, aber farbige Karte, die in den Buchdeckeln abgedruckt ist. Allerdings hatte ich es zu Beginn recht schwer in die Geschichte hineinzufinden, da die sie unmittelbar beginnt und wichtige Details vor allem um das Irrlicht und die Irrlichtkinder sich nur aus dem Zusammenhang ergeben und es keine wirkliche Erklärung gibt. Auch die politische Struktur der Stadt war für mich undurchsichtig. Auf der einen Seite gibt es eine Königin und einen Rat, doch auch die „Oberhäupter“ der Bezirke treffen sich und nennen dies „Parlament. Vor allem die Königin, die zwar nur eine Randfigur darstellt, bleibt blass und ihre Stellung ist sehr fragwürdig. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Detailwissen gewünscht. Für das Buch ist diese Vorgehensweise zwar schon passend, ich für mich empfand es aber dennoch als schade, da meinem Empfinden nach vor allem der Irrlicht-Magie so etwas die Tiefe genommen wurde. Letztlich ist dies auch das einzige, was mir an diesem Buch negativ auffällt. Es ist seht stimmungsvoll und atmosphärisch, die Protagonisten gefallen mir gut, aber es hätte auch noch ein kleines Schippchen mehr Details zur Magie und Politik für noch mehr Atmosphäre, Tiefe und letztlich auch Spannung gesorgt. Schön finde ich, wie das Motiv „Liebe“ in die Geschichte eingewoben wurde. Bei manchen Figuren ist sie die Triebfeder für die Handlung, bei anderen fehlt sie gänzlich. Ich bin mit mir auch noch uneins, ob ich die Abwesenheit von einer Liebelei oder zumindest eine Andeutung von Gefühlen bei bestimmten Protagonisten an passender Stelle nun schade finden soll oder ob die Geschichte gerade durch die Abwesenheit an Authetizität gewinnt. Letztlich trifft wohl beides etwas zu.

Fazit: Mit Irrlichtfeuer ist Julia Lange ein schöner, atmosphärischer und in sich geschlossener Fantasy-Roman gelungen. Es hat zwar zahlreiche Protagonisten und Figuren, dennoch ist es nicht unübersichtlich. Im Gegenteil, mir hat sehr gut gefallen, wie die Handlungsstränge sich nach und nach verwoben und in einem spannenden Finale mündeten. Es hätten noch mehr Details über das Irrlicht und die Politik in der Stadt in die Geschichte eingebaut werden können, um noch mehr Tiefe zu erzeugen, doch auch so wirkt das Buch bei diesem Umfang solide und komplett. Meist neigen fantastische Einzelbäde dazu, entweder unübersichtlich oder oberflächlich zu sein. Beides trifft auf dieses Werk nicht zu. Ich bin gespannt, was Lange der Leserschaft als nächstes präsentiert.

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166 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

fantasy, wüste, markus heitz, magie, wedora

Wédora – Staub und Blut

Markus Heitz
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.08.2016
ISBN 9783426654033
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe mich auf diesen neuen Heitz sehr gefreut, ebenso wie ich mich auf jeden neuen Heitz freue. Er gehört einfach zu meinen Lieblingsautoren. Doch besonders gefreut hat mich, dass er dieses Mal (endlich) wieder ein gänzlich neues Kapitel zu einer Welt eröffnet hat, denn in der letzten Zeit gab es doch eher mehr (zwar gute) Fortsetzungen oder Zusammenführungen von älteren Werken. Die einzige Ausnahme bildete dabei AERA, das mich aber auch nicht überzeugen konnte.
Zu Beginn war ich völlig irritiert: Das Buch verfügt über zahlreiche, wunderschöne und detailreiche Karten zur Welt von Wédōra, doch der Ort, in dem die Geschichte startet ist nicht auf diesen Karten zu finden. Ich habe bestimmt mindestens 10 Minuten damit verbracht, die Karten daraufhin genau zu studieren, um dann festzustellen, dass der Ausgangspunkt auf einer völlig anderen Welt liegt und er daher nicht auf der Karte abgebildet sein kann! Als dies dann nun geklärt war, konnte ich gut in die Geschichte hinein finden.
Die Anzahl der Protagonisten ist zu Beginn sehr beschaulich und wächst allmählich an, so dass ich mich zu keinem Zeitpunkt damit überfordert fühlte. Die Geschichte handelt von zwei alten Freunden, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Liothan ist ein Dieb, doch ein wohlwollender. Er bestiehlt gemeinsam mit Frau und Schwager die Reichen und gibt einen Teil der Beute an Bedürftige ab. Dies ist auch ein Grund, warum er noch nicht gefasst wurde. Zwar ist er gut in dem, was er tut, doch die Bevölkerung gibt ihm Schutz. Aber auch für ihn wird die Luft dünner, denn es gibt eine neue „Gesetzeshüterin“ in der Baronie und sie ist ebenfalls sehr gut in dem, was sie tut. Tomeija allerdings ist seit Kindesbeinen an sehr gut mit Liothan befreundet und versucht ihr Möglichstes ihn nicht stellen zu müssen… Auch wenn die beiden so unterschiedlich sind, sie sind ein gutes Team und als Charaktere beide sehr sympathisch.
Ihre alltäglichen gemeinsamen Probleme müssen allerdings bald hinten anstehen, denn es hat sie nach Wédōra verschlagen. Eine unheimlich große Stadt mitten in der Wüste, gelegen an einem Kreuzungspunkt für alle Karawanen zu den an die Wüste angrenzenden Ländern, die sich alle untereinander nicht grün sind. Die Hauptfiguren müssen zunächst einmal lernen, welche Strukturen in Wédōra herrschen und stellen sehr schnell fest, dass in der Metropole an alle Ecken Konflikte schwelen und sich in der Wüste einiges aufbaut. Letztlich wird klar, dass es eine aktuelle Bedrohung für die Stadt gibt, die es abzuwenden gilt. Dummerweise werden sie schnell getrennt, doch beide haben nur ein Ziel: Gemeinsam wieder nach Hause finden und dafür tun beide auf ihre Weise ihr bestes.
Wédōra ist eine vielschichte Stadt, die nach vielen Gesetzen lebt, die ein Herrscher aufgestellt hat, den jedoch nie jemand zu Gesicht bekommt. Es gibt zahlreiche neue Wesen in Wédōra und auch eine Art der Magie, die Heitz frisch erschaffen hat. Auch die einzelnen Fakten der Stadt und der Welt werden dem Leser nicht sofort um die Ohren gehauen, sondern man erfährt sie nach und nach ebenso wie die Charaktere. Dies führt dazu, dass das Buch sehr atmosphärisch ist, dennoch waren es immer noch recht viele Fakten, so dass ich manchmal dachte, ich hätte irgendetwas nicht völlig durchdrungen. Ich hatte außerdem das Gefühl, das gerade zum Ende der Geschichte durch dieses allmähliche Aufdecken der Gegebenheiten, etwas die Spannung fehlte. Dennoch las sich das Buch sehr schön und es hat perfekt die Stimmung in der Wüste und in der Stadt vermitteln können.
Dass sich manche Dinge erst langsam entwickeln bzw. die Charaktere sich langsam weiterentwickeln, fand ich etwas schade, da diese Entwicklungen noch sehr viel Potential haben, die ausgeschöpft werden wollen. Doch Heitz hat sich – typisch für ihn – offen gelassen, ob er zu dieser Welt zurückkehrt. Wenn er es tut, dann hat er aufgrund der Entwicklungen sicher ausreichend Stoff für mindestens eine Fortsetzung. Das Buch ist jedoch in sich auch so abgeschlossen, dass dem Leser ein befriedigendes Ende nicht verwehrt bleibt.
Ich habe die Lektüre dieses Buches genossen, obwohl die Wüste mit ihrem Sand, ihren heißen Temperaturen und den Wüstenbewohnern mit ihrer ganz eigenen Mentalität nicht ganz „mein Themengebiet“ ist. Ich bevorzuge Gegenden die denen ähnlich sind, die ich kenne, da mir die Vorstellung davon einfacher fällt. Allerdings hat es Heitz so gut ausgearbeitet, dass ich mich auf die Wüste gut einlassen konnte. Ich für meinen Teil würde mich daher auch über eine Fortsetzung dieses Buches freuen!

Fazit: Heitz hat mit diesem Buch eine neue Fantasy-Welt erschaffen, die dieses Mal in einer Wüste verortet ist. Dabei ist es ihm gelungen die Atmosphäre der Wüste im Allgemeinen und der Stadt, in der viele Konflikte brodeln, im Speziellen gut wiederzugeben. Die Anzahl der Hauptcharaktere ist überschaubar und steigert sich erst allmählich. Der Leser entdeckt die Stadt Wédōra gemeinsam mit den Protagonisten Liothan und Tomeija. Dieser Aufbau der Geschichte und Einstieg in die Welt hat mir sehr gut gefallen. Auch wurde nicht nur eine  Handlung aufgebaut, die nach einem spannenden Finale beendet wurde, sondern die Figuren haben sich auf eine unerwartete Weise weiterentwickelt, so dass es ausreichend Potential für eine mögliche Fortsetzung gibt. Ich hatte mit Wédōra viele schöne Lesestunden und würde mich über eine Fortsetzung freuen.

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90 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

krimi, allgäu, kluftinger, sere, kempten

Himmelhorn

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 29.09.2016
ISBN 9783426199398
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich wieder ein neuer Klufti! Wie auch bei den letzten Teilen, habe ich sehnsüchtig auf den neuesten Fall vom kauzigen Kommissar aus dem Allgäu gewartet. Jetzt ist er leider schon wieder ausgelesen und das Warten geht von vorn los. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn dieser Teil hat mir besser gefallen, als der letzte. Ging es in Grimmbart privat doch stark um den Kontrast Allgäu/Japan, ist dies hier zwar noch Thema, doch aufgrund des Falles ist wieder mehr Lokalkolorit im Buch zu finden.
Momentan ist es ruhig im Kommissariat von Kluftinger und Co. Da kommt es gerade recht, dass Kluftinger bei einer aufgezwungenen E-Bike-Tour durch die Berge mit Langhammer auf abgestürtzte Bergsteiger trifft. Obwohl es stark nach einem Unfall aussieht, nimmt sich Kluftinger des Falles an und entdeckt nach und nach mehr Ungereimtheiten, so dass sie letztlich wirklich ermitteln müssen.
Dabei verschlägt es ihn in abgelegene Bergbauernhöfe, auf denen nicht nur verschrobene Allgäuer leben, die hochverschlossen und aggressiv sind, dort hausen auch lang gehütete Geheimnisse. Gerade diese Passagen im Buch, als Kluftinger auf diesen Höfen ermittelt und in deren Vergangenheit wühlt, haben mir sehr gut gefallen. Schön ist dabei vor allem, dass Kluftinger einen Stammbaum anfertigt, der auch im Buch abgedruckt ist. Ich habe tatsächlich sehr oft dahin zurück geblättert und so mitverfolgen können, wie die Ermittlungen laufen und wer mit wem verwandt ist. Daher wäre es noch schöner gewesen, wäre der Stammbaum nicht mittig im Fließtext eingefügt worden, sondern hinten im Angang oder gar im Buchdeckel. Das hätte das Umblättern nicht so mühselig gestaltet, wobei es schon eine Hilfe war, dass die Seiten mit dem Stammbaum grau hinterlegt, und somit leicht von außen zu finden waren.
Der Fall entwickelte sich langsam, da es zu Beginn ja noch gar kein Fall war. Das nahm dem Buch anfangs die Möglichkeit Spannung aufzubauen. Ab dem Mittelteil wurde es dann dagegen richtig spannend, vor allem weil es für Kluftinger mehrmals persönlich richtig brenzlig wurde. Man kann sagen, dass die Lösung des Falles recht offensichtlich war, doch letztlich musste genaue Ermittlungsarbeit geleistet werden und dabei konnte ich als Leser miträtseln. Es stellte sich dann jedoch heraus, dass sich die Lösung doch nicht so gestaltete, wie gedacht. Der Fall um das Himmelhorn war mal wieder einer von den interessanteren für Kluftinger und hat mir in seiner Komposition sehr gut gefallen!
Natürlich darf auch die private Seite Kluftingers nicht fehlen. Es gibt zahlreiche Fettnäpfchen, in die der Kommissar tritt und auch sonst gab es wieder viele Szenen, bei denen ich laut lachen musste. Kluftinger zeigte sich in diesem Teil recht sportlich, was mir persönlich gut gefiel, da er auf diese Weise raus in die Allgäuer Natur kam und man diese mithilfe der Beschreibungen von außen mit genießen konnte. Auch die Liebe steht überall im Fokus: Seine Frau und Annegret Langhammer spannen Kluftinger ein, um Langhammer eifersüchtig zu machen. Im „Geschäft“ wird angebandelt. Kluftinger selbst findet Gefallen an Seifenopern. Es gilt außerdem mit dem Vater seines zukünftigen Enkels auf Englisch zu kommunizieren und dann steht auch noch die Geburt desselben an, weswegen Markus und seine japanische Frau Yumiko derzeit bei Kluftingers wohnen. Als wäre das nicht genug, muss sich Kluftinger auch noch mit den neusten Errungenschaften der Technik wie Smartphone oder „Tablett“ auseinander setzen. Viel Stoff für herrlichen Klamauk. Dies ist dem Autorenduo bei diesem Teil wieder hervorragend gelungen.
Witzig fand ich auch die Idee, dass nicht verraten wurde, wie Kluftinger sich letztlich im Hochseilgarten geschlagen hat, man erfährt nur, dass ihn der Ausgang sehr belastet. Wie sehr ihn das verfolgt, konnte aufgrund der sich dann anbahnenden Lösung des Falles nicht mehr geschildert werden, dies bietet aber Portential, dies als neuen Running Gag einzubauen. Schließlich ist das Rätsel um Kluftingers Vornamen ja nun fast vollständig gelöst. Es gab in den neun Bänden nun ausreichend Hinweise, diesen zusammen zu setzen, ohne dass er jedoch genannt wurde.

Fazit: Nachdem der letzte Teil etwas schwächelte, hatte ich bereits die Befürchtung, es ginge nun abwärts mit den Klufti-Krimis, doch dieser hier war wieder genau so, wie ich es mir erhofft hatte: Der Fall entwickelte sich zwar sehr langsam, wurde gegen Mitte dann jedoch aufgrund der Familienrätsel besonders interessant und am Ende sogar spannend. Dies gepaart mit den herrlich komischen Situationen, in die Kluftinger sich selbst in seinem Berufs- und Privatleben hineinlaviert, bei denen ich auch nicht nur schmunzeln musste, sondern wieder richtig lachen konnte, ergibt eine herrliche Mischung, wofür ich diese Romanreiche sehr schätze. Jetzt geht leider das lange Warten auf den nächsten Band los.

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der verwaiste Thron

Raymond Feist , Dagmar Hartmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734160981
Genre: Fantasy

Rezension:

Gleich zu Beginn des Buches trifft der Leser erneut auf Pug, der durch den Spalt in das Land der Feinde gelangt ist. Sein Schicksal und seine Entwicklung stehen wieder im Zentrum der Geschichte. Doch auch die anderen Figuren kommen nicht zu kurz: Es wird berichtet, wie Tomas mit seiner neuen mächtigen Rüstung zurechtkommt und wie diese ihn verändert. Arutha begibt sich auf die Reise um Verstärkung für die Truppen zur Verteidigung gegen die Tsurani zu holen, doch findet er die politische Situation in Krondor plötzlich ganz anders vor als erwartet. Müssen die Menschen von Midkemia bald nicht nur gegen die Tsurani, sondern auch noch in einem Bürgerkrieg kämpfen?
Auch im zweiten Teil der Saga ist der Aufbau des Buches wieder sehr geschickt gemacht: Der Leser erlebt die Geschichte aus nur wenigen Perspektiven wie z.B. Pug, Tomas oder Arutha. Dabei springt die Geschichte von Ort zu Ort, bleibt dabei aber chronologisch. Nur die wichtigsten Ereignisse werden atmosphärisch dicht erzählt, alles Überflüssige wird großzügig weggelassen. So fliegen im ersten Teil die Jahre nur so dahin. Gegen Ende, als alle Figuren auf dem vom Autor angestrebten Entwicklungsstand sind und es zu Kämpfen und politischen Intrigen kommt, wird das Tempo eindeutig gemächlicher. Auf diese Weise bleibt das Buch spannend und wird nie langweilig, aber ohne dabei nur auf Action aus zu sein. Vor allem die Charakterentwicklung der wichtigen Figuren steht im ersten Teil des Buches eindeutig im Vordergrund, denn besonders bei Pug und Tomas passiert  einiges.
Auch wenn ich diese Erzählweise begrüße und sie mir gefallen hat, ist dies doch eines der größten Unterschiede zur Fantasy, wie ich sie sonst gern lese. So hatte ich beim Lesen stets das Gefühl, mir würde irgendetwas fehlen, ohne dieses Etwas genau bestimmen zu können. Dennoch wirkt dieses Werk für sich genommen atmosphärisch und hat großen Charme, war am Ende sogar mitreißend. Es ist aber ohne Frage „anders“. Ich schätze, dies ist wahrscheinlich der Zeit geschuldet, in der das Buch geschrieben ist.
Vom ersten Band hätte ich mir dem Titel nach gewünscht, dass der Leser mehr von Pugs Ausbildung zum Magier hätte erleben können. Da dem leider nicht so war, hatte ich die Hoffnungen auf diesen Band gesetzt, doch auch hier war mir das nicht genug. Zwar wurde Pug hier zum Magier ausgebildet, doch die meiste Zeit hat er dies nicht wahrgenommen und durch die Zeitsprünge sind diese Episoden sehr gekürzt worden. Das finde ich schade, denn so habe ich mir diese Form der Magie nicht wirklich gänzlich vorstellen können. Aber genau das ist eigentlich der Aspekt der Fantasy, der mich am meisten interessiert. Am Ende des Buches erhält Pug jedoch einen Auftrag der recht vielversprechend in diese Richtung weist. Ich bin daher gespannt, wie es weiter geht.
Zunächst dachte ich, das Finale sei irgendwie unspektakulär, wurde dann aber eines Besseren belehrt. Das letzte Kapitel, das im Prinzip auch mit Epilog hätte überschrieben werden können, hat mir allerdings am besten gefallen. Alle Protagonisten sind an einem Platz und es gilt die Lösung des Problems des verwaisten Throns zu lösen. Für die Lösung gab es zahlreiche mitunter auch blutige Möglichkeiten, die vom Autoren gewählte Lösung war für mich logisch, aber dennoch überraschend und das was danach folgte, war rührend. Mit anderen Worten: Feist hat das Buch zwar sehr schön und in sich abgeschlossen enden lassen, es war aber so mitreißend, dass ich eigentlich gleich weiterlesen wollte, um zu erfahren, wie es mit den Figuren im nächsten Band weiter geht.

Fazit: Auch wenn ich mitunter das Gefühl hatte, diese Serie sei „irgendwie anders“ als die Fantasy, die ich sonst lese, hatte ich sehr viel Freude an der Lektüre dieses Buches. Mir hat es letztlich besser gefallen als der erste Band. Die Erzählstränge des ersten Bandes wurden aufgegriffen und konsequent weitergeführt, wobei viel Wert auf Charakterentwicklung gelegt wurde. Auch wenn es erneut zu Beginn des Buches viele Zeitsprünge in der Erzählung gab, um überflüssige Passagen auszulassen, war das Buch atmosphärisch und spannend. Mir hätte zweite Teil des Buches ohne diese Zeitsprünge besser gefallen, aber der Aufbau ist sinnvoll und gewinnbringend für die Geschichte. Schade ist erneut, dass so wenig Raum für die Magier-Ausbildung gelassen wurde. Doch sowohl in diesem Punkt als auch in anderen Punkten, bin ich sehr gespannt wie es auf Midkemia weitergeht!

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62 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

heilerin, teufel, hexe, mittelalter, könig

Die Schattenschrift

Dana Carpenter , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.08.2016
ISBN 9783453317277
Genre: Fantasy

Rezension:

Lange hat mich ein Buch nicht mehr so in seinen Bann gezogen wie dieses! Dabei kann man es nicht eindeutig einem Genre zuordnen: Aufgrund des historischen Settings in Tschechien des 13. Jahrhunderts liest es sich wie ein historischer Roman, doch durch Maus‘ Fähigkeiten hat es eindeutig fantastische Elemente. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen! Maus hat mich von Beginn an fasziniert. Sie ist ein junges Mädchen, das kurz nach der Geburt von einer Amme in ein Kloster gebracht wurde und von da an mit ihr dort lebte. Sie kennt weder ihre Eltern noch hat sie einen Namen. Doch obwohl sie im Kloster aufwuchs und ein gläubiger Mensch ist, ist Maus nicht getauft. Sie hat eine Gabe und kann Dinge sehen und hören, die andere nicht können. Diese Macht lässt sie als Hexe gelten und daher im Kloster Schutz finden.
Das Buch setzt mitten in der ersten entscheidenden Szene ein und der Leser bekommt die Hauptfigur nicht vorher behutsam vorgestellt, sondern erfährt nach und nach etwas über sie. Der junge König wurde angeschossen und auf der Suche nach Heilung wurde er ins Kloster gebracht. Da alle heilkundigen Mönche abwesend sind, versucht Maus mithilfe ihrer Ausbildung als Heilerin das Leben Ottokars zu retten. Da er nicht schnell genesen wird, aber sofort nach Prag muss, nimmt der König kurzerhand Maus mit zu sich nach Prag als ihr Mündel. Schnell wird klar, dass die beiden etwas verbindet und sie sich mehr als nur sympathisch sind.
Die Handlung setzt sich genauso ransant und spannend fort, wie sie begonnen hat: Maus muss sich mit den Intrigen und der ganz anderen Welt des Königshofes rumschlagen und immer wieder kommt sie in brenzlige Situationen, in denen ihre Macht zu Tage tritt. Da das Buch ausschließlich aus ihrer Sicht geschrieben ist, kann man sich als Leser sehr leicht mit ihr identifizieren und mit ihr die Berg- und Talfahrt ihres Lebens miterleben. Das macht einen Großteil des Charmes aus, den dieses Buch versprüht. Mir hat auch vor allem der Aspekt ihrer Macht sehr gefallen, da das ein fantastisches Element in den historischen Kontext bringt. So wie ich das sehe, war es auch nicht die Absicht der Autorin ein historisch korrektes Buch zu schreiben, – denn so wie ich es recherchieren konnte, sind die Figuren alle fiktiv – sondern eher den Aspekt der Macht durch den historischen Aspekt besonders zur Geltung zu bringen. Sie hätte natürlich auch eine ganz eigene Welt kreieren können, doch gerade dadurch, dass es in unserer realen Welt spielt, hat die Geschichte einen besonderen Reiz.
Allerdings muss ich sagen, dass das Buch ab der Hälfte an Qualität verliert. Zu Beginn dachte ich, dass es ein 10-Punkte-Kandidat ist, doch dann nach einer Highlight-Szene mit ihrer Macht, kippte die Stimmung zur Liebesschnulze und wurde am Ende gar ganz abstrus, als Maus das Weite suchte und allein für sich lebte. Bei dieser Episode von Maus‘ Leben sind Jahre vergangen, die der Leser nicht miterlebt. Ich habe kein Problem damit, wenn ein Buch nur die wichtigsten Episoden aus dem Leben der Figuren erzählt. Diese Konstruktionsweise kann maßgeblich dazu beitragen, die Spannung hochzuhalten ohne Abstriche bei der Atmosphäre machen zu müssen, doch hier hatte es eher die Wirkung dieser Art Bücher die das ganze Leben einer Frau darstellen müssen und dabei von Lebensabschnitt zu Lebensabschnitt hopsen. Und diese Sorte Bücher kann ich leider überhaupt nicht ausstehen. Maus‘ Verhalten wirkt opferhaft und unreflektiert und auch wenn dies vielleicht zur Zeit passen könnte, ist Maus ja kein „normaler“ Mensch und ich hätte mir ein anderes Verhalten von ihr erhofft.
Zudem hätte ich nach dieser erwähnten Highlight-Szene etwas völlig anderes erwartet, als dass sie auf einmal nur ihren König anschmachtet, denn von dem Moment an, als es mit der Macht wirklich interessant zu werden schien, bricht dieser Handlungsstrang ab. Auch die Erklärung am Ende woher ihre Macht kam, finde ich extrem banal und weit hergeholt, allein deswegen, weil es im Buch genannt wurde, ohne es näher zu beleuchten oder es aus der Story heraus zu entwickeln. Maus bekommt es gesagt – fertig. Auch das Finale des Buches, bei dem der König in die Schlacht zieht, finde ich extrem überzogen und daher hat es mir überhaupt nicht gefallen.
Gestört hat mich im diesem Zusammenhang auch der deutsche Titel des Buches Die Schattenschrift. Ich habe daraufhin erwartet, dass eine solche einen wichtigen Teil des Buches ausmacht. Es kommen zwar zwei Bücher vor, die mutmaßlich zur Beherrschung von Maus‘ Fähigkeiten und zur Erkenntnis woher diese kommt beitragen könnten, doch auch dieses Potential wurde vollkommen verschenkt, da das erste Buch nicht lesbar war und die Bücher letztlich keine Rolle mehr spielten. Da habe ich mir wirklich etwas anderes vorgestellt.
Da ich dem ersten Teil 10 Punkte geben würde und dem zweiten nur 6 komme ich auf einen Mittelwert von 8 Punkten für dieses Buch. Ich finde es so schade, denn die Geschichte hätte noch so viel Potential gehabt. Aber vielleicht hat sich Carpenter mit der Entscheidung einen historischen Kontext einer fiktiven Welt vorzuziehen selbst die Handlungsmöglichkeiten genommen, daraus eine perfekte Geschichte zu machen.

Fazit: Die Schattenschrift ist ein sehr zweigeteiltes Buch. Mir hat der erste Teil der Geschichte um Maus extrem gut gefallen, da sie nur aus ihrer Sicht geschildert wurde und aufgrund des historischen Kontextes mit fantastischen Elementen das Buch sehr mitreißend war. Allerdings hat genau dieser historische Kontext der Geschichte im zweiten Teil überhaupt nicht gut getan! Maus‘ Fähigkeiten wurden nicht weiter erforscht und verschwanden beinahe völlig aus der Geschichte, um im Finale auf vollkommen unpassende Weise noch einmal zu Tage zu treten. Statt einer interessanten fantastisch-religiösen Geschichte mutierte das Buch eher in Richtung Frauen-Lebensgeschichten-Schnulzenroman. Da das Buch so grandios anfing, tut es mir um das Ende umso mehr leid. Es hätte so schön sein können!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

transgender, metzer, gif, dänemark

Blutwurst und Zimtschnecken

Ane Riel , Julia Gschwilm
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2016
ISBN 9783442714087
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Na wenn das der „beste dänische Krimi des Jahres“ ist, dann möchte ich die anderen nicht lesen. Denn für mich ist dieses Buch weder ein Krimi, noch gut. Das liegt vor allem an meinen unerfüllten Erwartungen. Bei einem Krimi erwarte ich meist einen oder zwei Kriminalermittler. Ich habe auch schon gute Krimis gelesen, bei denen es die nicht gab, aber dann gab es zumindest einen Mord oder eine Leiche. Doch auch das gibt es hier nicht.
Hier gibt es nur Judith, eine ältere Dame und ehemalige Metzkerin, die in dem Badeort Liseleje lebt. Ihre Mitbürger mögen sie, aber sie hat es auf bestimmte Menschen abgesehen, die ihr entweder nicht in den Kram passen oder von denen sie sich etwas verspricht. So wird aus ihrer Sicht erzählt, wie sie sich widerwillig mit drei Trunkenbolden anfreundet und wie sie versucht den Postboten in ihr Haus zu locken. Dann bricht dieser Handlungsstrang ab und ein ganz neuer beginnt: Edith heiratet einen reichen Anwalt und die beiden bekommen einen Sohn, Jørgen. Den versucht sie völlig nach ihrer Fasson zu formen. Das Ergebnis ist ein junger Mann mit soziopathischen Zügen. Der Leser begleitet dann Jørgen solange, bis die Verbindung zwischen den Figuren deutlich wird und die Erzählung wieder zu Judith und ihren Männern schwenkt. Immernoch keine Leiche. Nur vielerlei seltsame Dinge.
Letztendlich werden am Ende Judiths Absichten deutlich und sie tut, was sie geplant hat, allerding geht diesem Finale die Spannung gänzlich abhanden. Hätte ich andere Erwartungen an dieses Buch gehabt, hätte ich vielleicht auch Gefallen daran finden können. Als Familiendrama vielleicht. Doch als Krimi hat ist es bei mir durchgefallen. Aufgrund der fehlenden Spannung könnte man das Buch auch nicht als Thriller verkaufen. Ich habe mich jedenfalls sehr schwer damit getan.
Dabei ist die Erzählweise gar nicht mal schlecht, da viele Dinge erwähnt werden, wie Judith letztlich zu dem Menschen geworden ist, der sie nun mal ist, doch das allein macht noch keinen guten Krimi aus. Das Setting in Dänemark allerdings ist gut gelungen. Letzters war auch ein Hauptgrund warum ich zu diesem Buch gegriffen habe. Momentan fasziniert mich dieses Land und ich habe große Lust, erneut dorthin zu reisen und diesen Aspekt meiner Erwartungen hat dieses Buch erfüllt. Den des guten Krimis leider nicht. Ich werde mir wohl andere dänische Krimis raussuchen. Und auch wenn dies „der beste dänische Krimi des Jahres“ ist, bezweifle ich doch stark, dass ich einen schlechteren finden werde!

Fazit: Für mich ist dieses Buch absolut kein Krimi, da es weder einen Mord, eine Leiche noch irgendwie geartete Ermittlungen gibt. Stattdessen erzählt das Buch die Geschichte von Judith. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Geschichte ist zwar im Grunde interssant, da sie nicht die normale ältere Dame von nebenan ist, doch eine solche Geschichte habe ich schlicht nicht erwartet und daher hat mir das Buch auch nicht so gut gefallen. Die Formulierung „bester dänischer Krimi des Jahres“ hat mich doch sehr in die Irre geführt. Schade.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fritzi sommer, alte ziegenwiese, krimi, cosy, deutsch

Alte Ziegenwiese

Fritzi Sommer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453438521
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Achtung, dies ist kein normaler Krimi – es ist ein Mops-Krimi. Ich kann mir stets nicht helfen, aber Bücher mit Mops in der (Haupt-)Handlung reizen mich immer sehr und so musste auch dieses Exemplar unbedingt bei mir einziehen. Ich habe bereits viele „Mops-Romane“ gelesen, aber das waren eher mehr Frauen bzw. Liebesromane. Ich habe aber beim ersten Teil festgestellt, dass mir „Krimis“ aus Sicht einer Mopsbande auch gut gefallen!
Die Hauptcharaktere sind in diesem Buch die drei Möpse Henri, Wilma und Viktor und anders als im ersten Buch nicht deren Frauchen Josi, sonder Josis spontan aus der Toskana angereiste Mutter. Diese soll die Rosen im Kleingarten ihrer Freundin gießen, die sich am Rücken verletzt hat. Da Josi nicht über den (offensichtlich länger währenden) Besuch der Mutter informiert war, kommt es zum Klintsch und Muttern zieht kurzerhand in der Gartenlaube ein. Mit von der Partie ist das Mopstrio, denn Mutti passt während Josis Arbeitszeit auf sie auf. Das kommt Henri sehr gelegen, denn im Verein „Alte Ziegenwiese“ hat sich ein Mord ereignet und als Chefermittler muss er den selbstverständlich aufklären.
Erzählt wird die Geschichte wieder aus der Sicht von Mops – oder vielmehr Halbmops – Henri. Henris Weltsicht ist jedenfalls sehr menschlich, so dass er des Öfteren für seine beiden Mitmöpse die Handlungen und Gespräche der Menschen übersetzen muss. Dies führt zu der einen oder anderen putzigen Situation bzw. Gespräch unter den Möpsen. Interessant dabei ist, dass die Autorin diese „Mopsgespräche“ tatsächlich auch durch Bellen, Grunzen und Knurren für die Menschen hörbar macht, so dass diese sich stets wundern, was denn mit den Tieren los sei. Verstehen kann ich das bei „Gesprächen“ zwischen Mensch und Mops, doch zwischen den Tieren finde ich es etwas übertrieben, „unterhalten“ sich diese doch eher per Körpersprache.
Gut gefallen hat mir wieder, dass die Möpse zwar auf die Spur des Mörders kamen, aber letztlich nicht sie es waren, die den Mörder entlarvt haben, sondern sie haben die Umstände auf ihre Weise gut manipuliert. So wurde, trotz Ich-Perspektive aus Mops-Sicht noch eine gute Prise Realität bewahrt.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen. Man muss wahrscheinlich einen Hang zu solchen Büchern aus Hundesicht haben, aber ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Ein bisschen schade fand ich, dass das Setting im Kleingartenverein dem auf dem Campingplatz sehr ähnlich war. Zwar gab es durch den Wechsel der menschlichen Hauptfigur neue Elemente, doch auch beim Setting hätte ich mir mehr Neues gewünscht.
Das ganze Drumherum mit dem Kleingartenverein war an sich jedoch sehr gut gelungen und umgesetzt. Freunde solcher Vereine werden sicher viel Spaß an der Lektüre dieses Buches haben, weil es die Schrullen und schönen Seiten gut darstellt.

Fazit: Alte Ziegenweise ist ein Krimi, der aus Mops Henris Sicht in Ich-Perspektive geschildert wird. Das macht dieses Buch zu einem etwas anderen Krimi, doch wer sich darauf einlassen kann wird mit entspannten Lesestunden und einer Prise Humor belohnt. In diesem Buch geht es vor allem auch um einen Kleingarten und da die Handlung im Sommer spielt, ist es auch ein gelunges Buch, dass man perfekt im eigenen  (Klein-) Garten auf der Sonnenliege verschlingen kann. Mich persönlich hat etwas gestört, dass sich die Settings der beiden Teile etwas zu sehr ähneln und es für mich nicht ausreichend Neues gab. Ansonsten ist dieses Buch wieder gut geschrieben und eine prima Sommerlektüre.

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kampf, magie, pfortederschatten, harry connolly, wesen

Die Pforte der Schatten

Harry Connolly , Michaela Link
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.05.2016
ISBN 9783734160875
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin mir gerade nicht mehr sicher, wie ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Das recht klassische Cover und die Beschreibung klangen jedenfalls nach einem soliden Fantasy-Roman und nachdem ich eine lange Zeit davon abgesehen habe, neue Fantasy-Reihen oder-Trilogien zu beginnen, weil ich ganz oft, ganz miese Bücher lesen „musste“. Allerdings ließ sich eine deutlich erkennbare Häufung bei einem Verlag feststellen… Bei blanvalet allerdings bin ich auf eine solche Niete noch nicht gestoßen, die haben im Gegenteil eher die bessere Fantasy. Also habe ich mutig zu diesem Buch gegriffen und wurde mit einem wirklich grundsoliden und spannenden Fantasy-Trilogie-Auftakt belohnt.
Die Herrschaft der Italgas im Reich Kal-Maddum gründet sich vor allem auf dem Wissen und der magischen Kunst der Gelehrten. Doch diese Gaben haben die Gerlehrten von einem anderen Volk, dem Abendvolk, das alle 23 Jahre durch ein Portal zu den Menschen in die Hauptstadt Peredain gelangt, geschenkt bekommen. Als das Abendvolk erneut erwartet wird und sie mit einem großem Fest begrüßt werden sollen, treten allerdings ganz andere Kreaturen durch das Portal und die haben sicher kein Geschenk mitgebracht, sondern greifen an. Der Kronprinz, sein Leibwächter und Ausbilder Tyr Treygar, Lars Freunde und seine Verlobte können sich gerade noch retten. Das Volk wird von diesen höchst aggressiven und lilafarbenen Monstern förmlich überrannt, doch kann Lar seinen „Freunden“ trauen? Schließlich lebten diese als Geisel in der Hauptstadt, da ihre Väter einst gegen den König rebellierten.
Eine dieser Freunde ist Cazia und ihre Gesinnung wird recht schnell deutlich. Cazia und Tyr Treygar leiten den Leser durch die Geschichte, denn beide bilden je eine erzählende Perspektive. Das ist vor allem zu Beginn sehr interessant, da sich die beiden nicht wirklich grün sind. Recht schnell wird deutlich wie schlimm die Invasion tatsächlich ist und wie die einzelnen politischen Seiten mit der Situation umgehen. Aus der Flucht wird letztendlich eine Suche nach der Ursache bzw. nach einer Lösung für das Problem. Beides ist am Ende des ersten Bandes selbstverständlich noch nicht abgeschlossen und so bleibt noch ausreichend Potential für die zwei folgenden Bände. Allerdings muss ich etwas bemängeln, dass dieser erste Teil zwar bei einer Art Sinnabschnitt endet, doch die Geschichte tatsächlich einfach unterbrochen wird. Ich hätte wirklich gern einfach weiterlesen wollen, doch der zweite Band liegt noch nicht vor.
Wirklich gut an diesem Fantasy-Werk hat mir gefallen, dass die Protagonisten nicht unbedingt viel mehr wissen als der Leser. Das betrifft natürlich diese Wesen sei es das Abendvolk oder die lila Kreaturen die an deren Stelle durch das Portal kamen, aber auch die Kenntnisse der Magie. Cazia wurde zu einer Gelehrten ausgebildet und auch wenn ihre Ausbildung noch nicht beendet ist, so kann sie schon eine ganze Menge. Vor allem hat sie gerlernt auf allerlei Warnungen ihres Ausbilders zu hören. Denn es ist so: Wenn man von den Geschenken zu viel Gebrauch macht, übt sich das auf den Körper aus, so dass sich dieser verändert. Sie nennen das „hohl werden“. Doch was genau passiert, wann diese Veränderung eintritt, darüber redet keiner. Man sieht nur die hohl gewordenen Gelehrten, denen sie die Finger amputiert haben, um keine weitere Magie mehr ausüben zu können. Nachdem Cazia aus der Hauptstadt geflogen ist, lernt sie nun nach und nach ihre Grenzen kennen und lernt die Magie besser zu verstehen und mit ihr auch der Leser.
Der Aufbau der Geschichte durch diese zwei Perspektiven ist auch ein positiver Punkt an diesem Buch. Beide Charaktere waren mir am Anfang nicht gerade unsympatisch, aber wirklich sympathisch waren sie auch nicht. Das lag daran, das beide aufgrund ihrer persönlichen Geschichte und Erfahrungen handelten, doch je länger man mit diesen Figuren verbrachte, desto besser vestand man sie und das Band zwischen Leser und Figur wurde enger geknüpft. Ähnlich verhielt es sich auch mit den Nebencharakteren, aber bei den Protagonisten mit der Erzählperspektive ist dies natürlich am deutlichsten. Auch empfand ich es als positiv, dass es nur zwei Perspektiven sind. So sind mehrere Sichtweisen vertreten, ein Aufsplitten in mehrere Handlungsstränge ist möglich, aber es wird nicht zu unübersichtlich. Connollys Schreibstil und Erzählweise sind zudem sehr gut, so dass das Buch atmosphärisch dicht geschrieben ist und so den notwendigen Tiefgang für eine gute High-Fantasy-Geschichte hat.
Beeindruckend finde ich vor allem die Tatsache, dass Connolly diese und andere Werke im Original selbst verlegt hat! Bisher bin ich nur auf mittelmäßige selbstverlegte Werke gestoßen, wahrscheinlich weil einfach ein vernünftiges Lektorat fehlt, doch hier passt alles so gut zusammen, ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass da kein renommierter Verlag hinter steckt! Es gibt sogar eine Karte! Leider ist diese nicht übersetzt worden, so dass ich tatsächlich bei einigen Namen (z.B. Brausestadt) etwas länger gebraucht habe, bis ich sie auf der Karte identifizieren konnte.

Fazit: Mit Die Pforte der Schatten bekommt der geneigte High-Fantasy-Leser alles, was sein Herz begehrt: Kampf, Magie, eine die Welt bedrohende Macht und eine gut ausgedachte Welt. Alles davon hat ausreichend Tiefgang so dass es genug Stoff gibt für eine Trilogie und diese auch noch atmosphärisch dicht erzählt ist. Besonders gefallen hat mir aber, dass es hier unheimlich viele Entwicklungen bei den Charakteren gibt und diese auch noch nicht alles verstehen und sich so auf die Reise begeben um die Ursache und die Lösung für diese Invasion zu finden und dabei entdecken sie Seiten an der Magie, die vorher so noch nicht bekannt waren. Schade, dass es so lang dauert, bis der nächste Band übersetzt ist, ich hätte gern gleich weiter gelesen, da es sich nicht um ein sauberes Ende handelt und man auch nur mit gutem Willen einen Sinnabschnitt im Ende erkennen kann.

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36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

midkemi, schlacht, krieg

Der Lehrling des Magiers

Raymond Feist , Dagmar Hartmann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734160950
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich finde es gut, dass nach Shannara nun auch Die Midkemia-Saga neu aufgelegt wird. Es handelt sich dabei um eine beliebte Fantasy-Serie, die im Grunde bereits als ein Klassiker gilt. Da die Bücher vor meiner Zeit erschienen sind (als dieses 1982 erschien, war ich noch nicht geboren) hatte ich nicht die Möglichkeit diese zu lesen. Zugegeben es wäre mir möglich gewesen, aber die Cover waren eher abschreckend als anregend. Dies hat sich nun völlig geändert: Die Neuauflage hat einheitliche schlichte Cover, die aber dennoch sehr ansprechend aussehen. Das schöne daran, der Stil dieses Covers wurde bei den anderen Reihen dieses Komplexes aufgegriffen. Bisher sind diese zwar nur als E-Book veröffentlicht, aber ich stelle es mir sehr hübsch vor, stünden all diese Werke nebeneinander im Regal. Das wird sicher ähnlich imposant wie Goodkinds Das Schwert der Wahrheit.
In diesem ersten Teil geht es vorwiegend um die beiden Jungen Pug und Tomas, jedoch auch um das Herzogtum Crydee und deren Herrscher-Familie und deren Gefolge. Als Pug und Tomas einen fremden Soldaten finden, wird schnell deutlich, dass das Königreich und ganz Midkemia von einer Invasion bedroht wird. Der Herzog persönlich nimmt die Reise auf sich, den König zu warnen. Mit dabei natürlich Pug und Tomas, denn die beiden können aus erster Hand berichten. Und so beginnen die bald so genannten Spaltkriege.
Der Aufbau des Buches war zunächst sehr geschickt gemacht. Die wichtigen Figuren wurden in einigen wenigen Kapiteln eingeführt, wobei es erst nicht viele Erzählperspektiven gab. Im Zentrum steht Pug, ein Waise am Hof des Herzogs und sein Freund Tomas und der Leser erlebt, wie die beiden zu ihren Berufen (Pug lernt beim Magier, Tomas wird Krieger) kamen. Dabei springt die Erzählung zu den wichtigsten Ereignissen und lässt Überflüssiges aus. Das habe ich zu Beginn als sehr erfrischend empfunden, da auf diese Weise keine Langeweile aufkam und die Episoden, die geschildert wurden, auch wirklich gut geschrieben sind. Es wurde auch stets erklärt, wie viel Zeit zwischen den Kapitel verstrichen ist. Das Buch umfasst letztendlich einige Jahre im Leben der Figuren. Doch irgendwann empfand ich diesen Aufbau als zu episodenhaft, gerade als der Krieg begann und die zeitlichen Abstände größer wurden. Doch ein solcher Aufbau ist mir immer noch lieber als eine zähe Erzählung, die Beschreibungen von unwesentlichen Geschehnissen beinhaltet. Noch lieber wäre mir zwar eine spannende kontinuierliche Erzählweise gewesen, aber man kann nicht alles haben. Ich schreibe diesen Stil auch vor allem der anderen Zeit zu, in der das Buch entstanden ist.
Von dem Titel hätte ich mir mehr Magier-Ausbildung versprochen. Leider war das hier nur in einigen wenigen Kapiteln der Fall, da der aufkommende Krieg Pugs Ausbildung zum Magier unterbricht. Aber schon vorher wird deutlich, dass Pugs Magie der seines Meisters nicht wirklich ähnelt. Diesen Aspekt habe ich sehr interessant gefunden und war dann enttäuscht, als dann in der Richung nichts mehr kam. Doch ich bin zuversichtlich, dass die Ausbildung im nächsten Band – wenn auch anders – vorgesetzt wird.
Als sehr putzig habe ich die Namenswahl empfunden. Der Protagonist heißt Pug. „Pug“ ist die englische Bezeichnung für die Hunderasse Mops. Die Tochter des Herzogs heißt Carline. Der Elbenprinz heiß Calin. „Carlino“ ist die italienische Bezeichnung für den Mops. Was möchte der Autor dabei zum Ausdruck bringen? Mir ist nicht bekannt ob der Autor eine Affinität zu Möpsen besitzt, ich jedenfalls schon, daher ist mir dieser Zusammenhang aufgefallen.
Gerade im ersten Teil, als es um die Charaktere ging und um die Reise, habe ich das Buch trotz des episodenhaften als sehr atmosphärisch empfunden. Man konnte es auch wirklich sehr leicht lesen. Ein bisschen Humor war zu Anfang auch dabei. Dies änderte sich mit dem Fortschreiten der Handung, denn zuletzt häuften sich die Kriegszenen und die kann und will ich mir nicht detailliert vorstellen. Allerdings hat das Buch sich auch charakterlich geändert, als die Perspektive von Pug bzw. Tomas zu dem Herzogsohn Arutha wechselte. Dennoch blieb die gute Lesbarkeit erhalten. Das schreibe ich auch einer anderen Schriftart zu, die hier verwendet wurde. Ich kann dieser nun keinen Namen zuordnen, jedenfalls ist es keine der Standartschriftarten, hat aber Serifen. Mir hat das Schriftbild als solches auch sehr gut gefallen.
Am Ende des Buches wird jedoch klar: Das war nicht das Ende des Buches! Schon in der vorigen Auflage wurde der erste Originalband in zwei Teile aufgeteilt und so endet dieser Teil ohne das wichtige Handlungsstränge abgeschlossen werden oder zumindest eine Perspektive für den weiteren Verlauf gegeben wird. Zwar ist der Bruch recht geschickt gewählt, da es mit dem allerersten Einblick hinter die feindlichen Linien endet, dennoch ist der Bruch sehr unbefriedigend. Aber die ersten drei Bücher sind ja bereits alle als Print-Version erschienen und das vierte wird folgen und so kann ich ja ganz einfach weiterlesen.

Fazit: Ich finde es prima, dass mit diesem Buch begonnen wurde, eine Fantasy-Klassiker-Serie in einem optisch ansprechenden und modernen Gewand  neu aufzulegen. Man merkt der Schreibweise zwar an, dass der Text ursprünglich in den 1980er Jahren verfasst wurde, dennoch tut das der Atmosphäre, der Spannung und der Lesbarkeit keinen Abbruch. Schade finde ich, dass der Inhalt mit dem Titel so wenig gemein hat. Ich hatte mir mehr Magierausbildung versprochen, doch ich vermute stark, dass es im zweiten Teil dieses Buches dort weitergehen wird, denn der erste Teil der Midkemia-Saga ist hiermit ja noch nicht beendet.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

hamburg, kriseninterventionsteam, krimi, feuerwehr, mord

Denn es wird kein Morgen geben

Angélique Mundt
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 09.03.2015
ISBN 9783442746316
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Beim ersten Band habe ich noch gedacht, die Geschichte mit dem Hintergrund hat viel Potential – und dann wurde sehr viel verschenkt. So habe ich moniert, dass es viele interessante Nebencharaktere gab, deren Potential nicht guntzt wurde. Auch wurden viele Patienten der Psychiatrie gezeigt, aber nicht näher vertieft, dabei hat die Autorin das Fachwissen dazu, um die Geschichte mit Hintergründen zu untermauern und dem ganzen mehr Tiefe und Atmosphäre zu verleihen. Es gab zwar noch das eine oder andere, was mir nicht gänzlich zusagte, aber ich versprach mir von der Fortsetzung viel, leider hat es dann noch mehr als ein Jahr gedauert, bis ich auf diese aufmerksam wurde. Und was soll ich sagen? So stelle ich mir ein Buch mit einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter vor. Tessa schlittert wortwörtlich, denn das Buch spielt in einem eiskalten Dezember, in einen Fall mit ihrem KIT. Dass sich mehr dahinter versteckt, wird schnell deutlich und so ist auch bald der dem Leser bestens bekannte Hauptkommissar Torben Koster involviert. Aber, und da kommt schon der erste entscheidende Unterschied, Tessas berufliche Arbeit in ihrer eignen Praxis wird geschildert und dabei schafft es Frau Dr. Mundt ihr Fachwissen gekonnt in die Geschichte eines Nebencharakters zu integrieren um – genau so wie ich es mir vorgestellt habe – der Geschichte Atmosphäre und Tiefgang zu verleihen.
Auch die weiteren Entwicklungen im Fall und in der Beziehung zwischen den Hauptcharakteren haben mir sehr gut gefallen. Zwar könnte man beim Finale noch eine Schippe Spannung drauflegen, aber dennoch war es sehr gut, denn ich habe nur einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, dass diese eine Figur der Täter war und war sonst eher auf einem abwägigen Kurs mit meinen Schlüssen. So mag ich das!
Auch im „Hamburg“-Aspekt könnte für den nächsten Band noch etwas zugelegt werden, aber da diese Reihe ja nicht als Regional-Krimis angelegt sind, ist das nicht weiter tragisch.
Aber leider verstehe ich wieder einmal nicht, wieso Inhalt und Titel erneut nicht zueinander passen. Das muss wohl so sein bei Krimis. Doch das Cover ist diesmal wesentlich schöner als noch beim Vorgänger!

Fazit: Ich bin wirklich froh, dass ich die Krimis von Angélique Mundt nicht aus den Augen verloren habe, obwohl der erste Band aufgrund verschenkten Potentials mich noch nicht gänzlich überzeugen konnte. In diesem Teil allerdings werden in einem Fall Patientenhintergründe fachlich aber nicht fachchinesisch erleutert und bereichern so die Haupthandlung, wie ich es mir bei einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter (und Autorin) auch vorgestellt habe. Auf diesem Niveau wünsche ich mir noch viele weitere Teile um Tessa Ravens!

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34 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

fantasy, wiedergänger, akkamas, drachen, high fantasy

Die letzte Schlacht

David Falk
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2016
ISBN 9783492280730
Genre: Fantasy

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

stephen king, elektrizität, glaube, horror, heroin

Revival

Stephen King
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster US, 11.11.2014
ISBN 9781476770383
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich mag ja Stephen King. Seine Bücher sind so unheimlich atmosphärisch, da er so ausführlich schreibt. Das ist nicht jedermanns Sache. Ich kann mich in seinen Bücher verlieren. Wenn King eine Szene beschreibt, wie hier z.B, die, in der der sechsjährige Jamie mit seinen Soldaten auf dem Sandhügel spielt und Charles Jacobs sein “Fünfter im Spiel”, kann ich beinahe riechen, was Jamie in dieser Straße an diesem Tag riechen konnte. Die Szenen leben förmlich. Das ist bestes Kopfkino.
In diesem Buch begleitet der Leser Jamie vom kleinen Jungen zum äteren Mann und erlebt mit, wie Charles Jacobs immer wieder in sein Leben tritt und wieder daraus verschwindet. Aber Jacobs ist kein normaler Mann. Als der Leser ihn kennen lernt ist er ein von der Elektrizität faszinierter sehr junger Pastor, dessen Leben sich jedoch nach einem Schicksalsschlag radikal verändern sollte. Auch Jamie verändert sich im laufe des Buches sehr. Diese Veränderung in diesem Leben mitzuerleben, ist für sich genommen schon spannend, wenn manch einer dies auch als langweilig empfinden könnte. Das Buch arbeitet ab einem bestimmten Punkt auf das Finale hinaus, dass zwar spektakulär war, aber ruhig noch ein klein wenig spektakulärer hätte sein können. Zwar spielte das Übernatürliche im gesamten Buch schon eine kleine aber feine Rolle, doch irgendwie hätte ich noch mehr erwartet. Dennoch hat mir das Buch und das Finale gut gefallen, da es auf diese Weise immer noch Möglichkeiten gibt, zu denken, dies könnte real sein.
Mich jedenfalls hat das Buch absolut gefesselt, so dass ich die 509 Seiten an einem Tag gelesen habe. Ohnehin finde ich, dass Kings Bücher am besten wirken, wenn man sie in einem kurzen Zeitraum lesen kann, dann wirken sie wirklich beinahe “wie echt”. Ich freue mich schon auf die nächste King’sche Neuerscheinung.

Fazit: Man mag diesem Buch vielleicht ankreiden, dass es langweilig sei, da es “nur” Jamies Lebensgeschichte erzählt. Mir hat diese Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen, da sie so atmosphärisch erzählt ist, dass ich das Gefühl hatte, dies mit ihm zu erleben. Ich konnte manche Dinge beinahe riechen, so gut ist es hier erzählt. Das ist für mich typisch King und so liebe ich es. Ein bisschen mehr Mysterie hätte dem Buch zwar gut zu Gesicht gestanden, aber es hat mich auch so in seinen Bann gezogen, so dass ich es an einem Tag einfach auslesen musste. Mich konnte dieser neue King jedenfalls überzeugen.

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106 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

zwerge, fantasy, heitz, markus heitz, die zwerge

Der Triumph der Zwerge

Markus Heitz
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.02.2015
ISBN 9783492703512
Genre: Fantasy

Rezension:

- Enthält kleine Spoiler zu den vorangegangenen Bänden. -
Ich mag diese Reihe wirklich sehr. Zum Erscheinen des neuesten Albae-Bandes, eine Reihe, die zwar die Zwerge gut ergänzt, aber in meinen Augen nicht ganz mithalten kann, habe ich den ganzen zusammenhängenden Komplex in einem Rutsch (erneut) gelesen. Zurück blieb das Gefühl, dass aber bei den Zwergen noch nicht alles erzählt war. So wollte ich z.B. unbedingt wissen, wie es mit Ingrimmsch weiter geht, der ja dummerweise diesen Albae-Trank zu sich genommen hat. Würde er das überstehen und immer noch er selbst bleiben? Leider hatte Heitz in seiner Danksagung besonders betont (in bold und unterstrichen), ein fünfter Band sei nicht geplant. Wie schön, dass er seine Meinung geändert hat und noch schöner: In dieser Danksagung hat er jedoch ausdrücklich darauf verzichtet das Ende der Zwerge/Albae-Reihen zu verkünden. So freue ich mich jetzt schon auf das irgendwann Kommende.
Dieses Buch hat mir jedenfalls viele schöne Lesestunden beschert. Ein nörgelnder Kritiker könnte an dieser Stelle negativ anmerken, dass man das alles schon irgendwie gehört hat und es nur aufgewärmt wäre. Sicherlich hatten wir in den vorangegangenen Bänden bereits einen zurückgekehrten Tungdil und eine große Bedrohung des Geborgenen Landes, die natürlich nur durch die Zwerge abgewendet werden kann. Ich persönlich würde sagen, dass Heitz hier auf bewährte und bekannte Elemente zurückgreift und den Fans somit genau das liefert, was sie lesen möchten. Wen das vorher vielleicht schon genervt hat, sollte diesen Band dann vielleicht nicht mehr lesen. Für meinen Teil ist das Buch jedenfalls genau so, wie ich es erwartet habe.
Einzig zwei Dinge stören mich. Zum einen habe ich mich gefragt, wieso auf einmal die Karte fehlte. Sicher, hätte ich in den anderen Bänden nachschlagen können, doch dafür war ich zu faul. Es wäre meiner Ansicht nach auch nicht so schlimm gewesen eine der alten Karte zu nehmen und einfach die neuen Grenzen einzuzeichen. Zwar kenne ich das Geborgene Land schon, aber für die bessere Plastizität wäre eine Karte sehr förderlich gewesen. Zum anderen hat mein Lesegenuss etwas darunter gelitten, dass es auf einmal zwei Helden gab, die die Geschichte erzählten, aber beide nicht immer im Mittelpuntk des Geschehens waren. So konnte Boindil als Großkönig z.B. nicht mit auf die Erforschungsmission, so dass wir diese aus Tungdils Sicht erlebten, andere Teile dagegen aus Boindils Sicht. Im Grunde ist das ja auch nicht verkehrt, nur dadurch das die Handlung sehr geradlinig verläuft, fehlt ein Charakter komplett und das hat mich gestört. Für eine mögliche Fortsetzung sehe ich jedoch Besserung aufgrund der Entwicklung, die die Charaktere hier genommen haben.

Fazit: Der Triumph der Zwerge ist wie die Vorgänger auch, ein klassicher Zwerge-Roman. Für Freunde der Reihe demnach absolut zu empfehlen. Wem dagegen es vorher schon gegen den Strich gegangen ist, dass alles nach einem ähnlichen Schema abläuft, sei gewarnt, dass dieses Buch diese Tradition fortsetzt. Da dies aber genau das ist, was ich lesen wollte und auch in Zukunft will, hat mir das Buch sehr gut gefallen.

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254 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

sklaverei, südstaaten, sklaven, usa, frauenrechte

Die Erfindung der Flügel

Sue Monk Kidd , Astrid Mania
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei btb, 19.01.2015
ISBN 9783442754854
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte in diesem Buch basiert auf den historischen Schwestern Grimké und spielt zumeist im Süden Amerikas in der Zeit von 1803 bis 1838. Die beiden Schwestern waren bedeutende Vertreterinnen der Frauenbewegung und Gegner der Sklaverei.
Das Buch ist alles andere als schlecht. Es ist gut geschrieben, der Inhalt brisant, das Thema Sklaverei genau und sensibel geschildert. Die Geschichte basiert auf einer realen, historischen Begebenheit, was die Figuren noch plastischer macht und auch erschreckender, was sie erlebt haben. Gerade die Stimmung der damaligen Zeit wurde sehr gut eingefangen. Dennoch habe ich mich mit diesem Buch sehr schwer getan. Dies liegt vor allem daran, dass der Text in sechs Abschnitte geteilt ist und zwischendrin einige Zeit verstreicht. So ist es keine durchgehende Geschichte. Da manche dieser Abschnitte auch mehrere Jahre umfassen, vergeht auch in einem Abschnitt die Zeit mitunter sehr schnell. Zwar sind die geschilderten Episoden gut und atmosphärisch geschrieben, aber irgendwie wusste ich nie so wirklich, was das Buch nun wirklich erzählen will. Die Geschichte von Sarah und Handful, die Geschichte von Sarah und Nina oder einfach Sarahs Lebensgeschichte? Es ist von allem etwas und nichts davon ganz und genau das sind Dinge, die ich nicht mag. Ich hättes es besser gefunden, wenn es einen Schwerpunkt gegeben hätte und nicht drei. Dieses Wischiwaschi ist so gar nicht meins. Vor allem dachte ich die ganze Zeit, dass irgendwann mal wirklich was bewegt wird gegen die Sklaverei, aber als die Geschichte zu den interessanteren Passagen kam, wurde es recht kurz und dann war es auch schon aus. Dass die Geschichte dann auch noch von zwei Personen, nämlich Sarah und Handful erzählt wird, hat ihr Übriges dazu beigetragen, dass zwar beide Seiten der Medaille zu Wort kamen, aber keine ausführlich genug, so wie ich mir das bei einem guten historischen Roman vorstelle.

Fazit: Theoretisch sind also alle Zutaten zu einem guten Buch vorhanden. Die Konstruktionsweise der Geschicht, war jedoch alles andere als spannungsförderund und atmosphärisch. Es mag ja sein, dass solche historische Romanbiografien so sein müssen, mir gefällt der Schreibstil jedoch nicht.

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fantasie, parallelwelt, fabelwesen, fantasy, taberna

Taberna Libraria - Das Geheimnis von Pamunar

Dana S. Eliott
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2014
ISBN 9783426515440
Genre: Fantasy

Rezension:

Eigentlich wollte ich nach der Lektüre des Auftaktbandes den Nachfolger gar nicht mehr lesen, aber als dieser dann unverhofft bei mir Einzug erhielt, las ich ihn doch. Warum ich die Reihe abbrechen wollte? Zwar haben mir Passagen aus dem erste Band wirklich extrem zugesagt, nämlich die, in denen es darum ging, eine Buchhandlung einzurichten, aber der Großteil des Buches war mehr ein – nett gesagt – mäßiges märchenhaftes Jugendbuch:

Zwar hat das Buch mit über 500 Seiten mit einer recht kleinen, engen Schrift einen ganz ordentlichen Umfang, dennoch kehrt nie Ruhe ein, Ereignisse kommen Schlag auf Schlag, Tiefe wird weder bei den Charakteren noch bei der Handlung erzeugt. Letztere ist zudem auch noch extrem vorhersehbar und alles, aber auch wirklich alles wendet sich letztlich zum Guten und alle Rätsel können wie durch Zufall – oder eher durch die magische Begabung Corries’, man kann es sich auch sehr einfach machen – gelöst werden. Statt Spannung herrscht demnach gähnende Langeweile. Auch die – ich nenne sie nun einfach mal so – magische Parallelwelt ist sehr blass gezeichnet. Zwar tauchen allerlei verschiedene Wesenheiten und Charaktere dort auf, doch außer einer kurzen Beschreibung darf sich der Leser selbst denken, wie alles aussieht.

Zudem haben mir die Figuren nicht gefallen: Corrie verhältt sich größtenteils zu kindisch, da sie alles anfassen und ausprobieren muss.

Vor der Lektüre dieses Buches war ich also vorgewarnt, was den Schreibstil des Autorenduos betrifft und nachdem ich mich darauf eingelassen habe, muss ich dem Buch hoch anrechnen, dass es sich trotz der 600 Seiten sehr leicht und fluffig lesen lässt. Dabei sind aber angesprochene Kritikpunkte immer noch zu erkennen: Inhaltliche Tiefe such man in diesem Buch vergeblich, Ereignisse erfolgen Schlag auf Schlag, Rätsel werden wieder nur zufällig gelöst und auf so manche Erklärung wartete ich vergeblich. Der Knaller ist jedoch, dass das Buch Das Geheimnis von Pamunar heißt und auch tatsächlich ein Kapitel im allerletzten Teil des Buches ebenfalls, aber gelüftet wurde es nicht. Da die Gruppe dringend das dritte Buch finden muss, laufen sie einfach am Geheimnis vorbei und am Ende wird gesagt, dass es damit ja nun kein Geheimnis mehr sei. Warum das passierte, was passierte und ob es rückgängig gemacht werden konnte oder nicht und ob die Gefahr nun gebannt ist – diese laut Buchtitel ganz unwichtigen Details werden einfach nicht erläutert. Oder vielleicht doch aber dann nur so kurz, dass ich es überlesen habe? Man weiß es nicht. Genauso waren sie stets auf der Suche nach einem Verräter in den eigenen Reihen. Okay, dachte ich mir. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, worin dieser Verrat im ersten Teil Bestand, aber das wird sicher noch mal geklärt. Pustekuchen. Erst wird ein Verräter präsentiert, dann wird dies wieder relativiert, und den echten Verräter kennt man immer noch nicht. Nur dass ich auch noch nicht weiß, woraus dieser kleine und der große Verrat nun bestand. Es ist zum Haare raufen.
Am ärgerlichsten ist jedoch, dass es Potential zum Miträtseln geben würde, aber einfach alles fügt sich zu leicht, oder wird vorweg genommen. So z.B. das Rätsel wo das dritte Buch zu finden ist. Statt dass Passagen von den Figuren vorgelesen oder zumindest zusammen gefasst werden, nein sie überlegen, haben einen Geistesblitz und – statt hier noch einmal “öffentlich” nach der Lösung zu suchen, war sie dann einfach da. Und dann auch noch völlig plump. Das alles liest sich mal wieder wie ein Buch für Jugendliche bzw. ältere Kinder. Wenn da nicht die Kampfszenen wären.
Wie gesagt, da ich wusste, was mich erwartete, habe ich mich nicht mehr aufgeregt, sondern mich meinem Schicksal ergeben und das Buch zügig durchgelesen, was auch prima ging. Ich wurde seicht unterhalten und zwischendurch war es sogar mal etwas spannend. Was mir aber ein absolutes Rätsel ist, ist wie man ein Buch mit 600 Seiten in relativ kleiner Schrift schreiben kann und dennoch keine Tiefe entsteht. Dabei war diesmal nicht mal viel Vorgeplänkel, sondern es ging sehr schnell los mit der Suche nach dem Buch. Dadurch fehlte diesem Teil aber das, was den ersten Band rettete: die Buchhandlung. Sie waren nur zu Beginn kurz da. Die einzige Handlung dort: Gespräche und das Aufräumen eines zusammengebrochenen Regalbretts. Sehr sehr schade.
Man muss diesem Teil dennoch anrechnen, dass es gewisse Entwicklungen im Schreibstil der Autoren gibt – oder merkt man da die Unterstützung des Lektorats? Corrie ist nicht mehr ganz so kindisch und viele Dinge werden nun nicht mehr ganz so plump geschildert, wie es vielleicht noch im ersten Band gewesen wäre. Nach wie vor vermisse ich mehr Erklärungen, mehr Inhalte, schlicht mehr Tiefe. Diese Reihe und ich werden jedenfalls keine Freunde mehr werden.

Fazit: Ich bin auch mit diesem Buch und seinem Schreibstil überhaupt nicht warm geworden, obwohl man es trotz der Länge leicht lesen kann. Auch dem zweiten Teil fehlt es an inhaltlicher Tiefe. Die Geschehnisse erfolgen wie in Kinder/Jugend-Büchern Schlag auf Schlag, zudem ist keine nennenswerte Weiterentwicklung der Schreibstils aus dem ersten Band zu erkennen. Zudem fehlt hier auch noch der Charme, den die Szenen bei der Entstehung der Buchhandlung versprüht haben. Nach wie vor ist diese Reihe nichts für mich. Da ich jedoch vorgewarnt war, war die Lektüre noch erträglich.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

fantasy, drachen, zwerge, krieger, elfe

Der letzte König

David Falk
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 08.12.2014
ISBN 9783492269995
Genre: Fantasy

Rezension:

Der erste Band dieser Trilogie konnte mich wirklich positiv überraschen: Die Menschheit gibt es nicht mehr. Sie sind durch einen Pakt mit den heimtückischen Drachen selbst dem Untergang geweiht. Wahren die Herrscher in den Städten niedergemätzelt, dauerte es nicht lang und die fliehende Bevölkerung wurde durch allerlei Chimären letztlich ausgelöscht. Als einzigen Überlebenden lernt der Leser Athanor kennen, der sich mit den den Zwergen und Elfen einer Bedrohung aus Untoten gegenübersieht und diese versucht zu bekämpfen. Dies war für mich neu und zudem spannend geschrieben, so dass mir der erste Band, der auch gut für sich stehend konnte, sehr gut gefallen hat. Dieser hier hat mich größtenteils eher gelangweilt, so dass meine Gedanken ständig abschweiften und sich die Lektüre zog wie zäher Kaugummi. Das lag warhscheinlich daran, dass Band eins so herrlich abgeschlossen war und nun mit diesem Buch ein völlig neues Kapitel aufgeschlagen wird: Athanors Elfengeliebte wurde mit samt dem gemeinsamen Kind, das sie unter dem Herzen trug, heimtückisch von einem vermeintlichen Freund umgebracht. Der Mörder entflieht über das westliche Meer und Athanor hinterher. Leider gestaltet die Überfahrt sich nicht ganz so wie geplant, so dass Freund und Feind zunächst völlig voneinander losgerissen auf dem Festland ankonmen. Nun müssen sie sich nicht nur dort orientieren, sondern auch noch nach dem anderen suchen. Und bis die Handlung endlich Fahrt aufnimmt, ist der Leser leider schon im Finale angekommen. Das Finale rettet das Buch deutlich: Endlich erkennt man wieder den spannungsgeladenen und atmosphärischen Schreibstil, den ich im ersten Buch so schätzte. Viele Parteien mischen letztlich mit und der Ausgang bleibt lange ungwiss. Da auch ein paar lose Fäden für den Finalband liegen gelassen wurden, kann ich mir vorstellen, dass der nächste Band wieder besser wird, da noch unklar ist, wie sie die Drachen in Zukunft verhalten und von welcher Art der große Komplott der Chimären sein wird.
Dieses Buch jedoch leidet meiner Meinung nach an typischen Problemen eines ersten Bandes, nämlich dass die Handlung schwer in Gang kommt, da viel eingeführt und vorgestellt werden muss. Da dies jedoch der zweite Band einer Trilogie sein soll, ein Teil also, der eine Handlung fort – und in Richtung Reihenfinale führen soll, ist es hier im Grunde unangemessen eine völlig neue Geschichte zu starten. Meine Lesefreude hat jedenfalls stark darunter gelitten. Das Finale hat jedoch sehr viel wieder wett machen können, so dass ich zumindest interessiert daran bin, wie diese “Trilogie” endet. Der Klappentext von Band drei klingt jedenfalls vielversprechend.

Fazit: Der letzte König leidet leider darunter, dass hier statt der Fortsetzung eines wirklich sehr guten ersten Teils, eine praktisch neue Geschichte begonnen wird, und der Lesefluss durch die lange Anreise und die Orientierung im neuen Land für mein Empfinden sehr darunter leidet. Das ist sehr schade, denn eigentlich hat mit der Schreibstil von David Falk im ersten Band wirklich gut gefallen. Da das Finale jedoch wieder sehr spannend gestaltet war und diesmal ausreichend lose Fäden übrig geblieben sind, kann ich mir jedoch vorstellen, dass die Trilogie noch einen gelungenen Abschluss finden wird.

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253 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 38 Rezensionen

krimi, london, detektiv, cormoran strike, schriftsteller

Der Seidenspinner

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Joanne K. Rowling ,
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.11.2014
ISBN 9783764505158
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste Band der Cormoran-Strike-Reihe hat mir gut gefallen. Strike ist ein Ermittler, der dem Militär nach Kriegsunglück, bei dem er den Unterschenkel eines Beines verloren hat, den Rücken zugekehrt hat, um sich sein Geld nun als Privatdetektiv zu verdienen. An seiner Seite steht seine Sekretärin Robin, mit der er gemeinsam bereits einen medienwirksamen Fall aufklären konnte, so dass die Detektei nun gut läuft. Strike ist dabei nicht nur wegen seiner Prothese kein 0815-Typ, sondern hat er auch viele Eigenheiten. So vergesse ich beim Lesen stets, dass er eigentlich mit 36 noch jung ist, da er im Buch wesentlich älter erscheint.
In diesem Buch musste nun nichts mehr eingeführt werden, außer die Protagonisten des neuen Falls. Die Hauptfiguren sind bereits aus dem Vorgänger bekannt, so dass die Handlung sehr schnell in Gang kommt. Allerdings hatte ich auch diesmal wieder das Gefühl, als hätte der Geschichte ein wenig Straffung sehr gut getan. Die Ermittlung ist zwar nicht langweilig, aber es werden nicht viele Details aufgedeckt, dir zur Lösung des Falls beitragen können. Stattdessen werden viele verschieden beteiligte Personen interviewt, wobei Strike große Fortbewegungsprobleme hat, da er sich das Knie am amputierten Bein verdreht hat und nun noch mehr gehandicapt ist. Es geht daher alles irgendwie im Schneckentempo vorwärts. Am Ende hat Strike die Erleuchtug. Der Leser aber, der vorher bei jedem Schritt und Tritt dabei sein konnte, wird nun außen vor gelassen und erfährt nur noch Bruchstücke, bis im Finale dann der Mörder geschnappt wird. Das empfand ich stilistisch gesehen als ungeschickt. Auf diese Weise konnte ich nie wirklich miträtseln, wer den Mord nun begangen hat, da Strike auch mehr durch Eingebung darauf gekommen ist, statt durch Ermittlungsergebnisse. Dies ist bei einem Krimi recht ernüchternd.
Der Fall ist an sich aber wirklich gut gemacht: Ein Autor verschwindet und hinterlässt ein äußerst brisantes Manuskript, in dem er vielen seinr Bekannten ans Bein pinkelt. Seine Frau lässt ihn erst nach mehreren Tagen durch Strike suchen, der sich schnell in Londons Literatur- und Verlagswelt einarbeitet. Die Thematik des Falles hat mit daher sehr gut gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass der Inhalt des Manuskripts sehr krank ist – so etwas würde ich niemals lesen wollen – und daher das Opfer mir sehr unsympathisch war. Auch die Passagen, in denen das Mordszenario geschildert wird, empfand ich als ziemlich happig, dabei bin ich eigentlich kein zimperlicher Leser, da habe ich mein Kopfkino gut im Griff, aber hier ist mir auch etwas komisch geworden. Dies passt aber zu der Stimmung der Serie. Sie ist irgendwie düsterer, als bei manch anderen Krimis, was mir sehr gut gefällt.
Die “Hin-und her”-Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptcharkteren hat mir auch gut gefallen und ich bin mir sicher, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Fazit: Der Seidenspinner ist eine gelungene Fortsetzung von J. K. Rowlings Krimireihe um den Privatdetektiv Strike, die eine ganz eigene, düstere Stimmung verströmt, was mir gut gefällt. Leider ist das Finale meiner Meinung nach nicht gut gelungen, weil der Leser bei den entscheidenen Schlussfolgerungen außen vor gelassen wird, er aber nicht ausreichend Informationen hat, um selbst zu rätseln. Außerdem hätten die Ermittlungen gut um ein ganzen Stück gekürzt werden können. Nichtsdestotrotz, hat mir das Buch gut gefallen und ich habe Gefallen an dieser Reihe gefunden, so dass ich Cormoran Strike und seinen Ermittlungen auch weiterhin treu bleiben werde.

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323 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

fantasy, krieg, intrigen, anthony ryan, rabenschatten

Das Lied des Blutes

Anthony Ryan , Hannes Riffel , Sara Riffel
Fester Einband: 775 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 18.12.2015
ISBN 9783608939255
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe zwar relativ lange an diesem Buch gelesen, was eigentlich nie ein Zeichen dafür ist, dass ich ein Buch mag, doch bei diesem Buch war es anders. Dass ich nicht zum Lesen kam lag diesmal auch nicht am Buch und zudem ist die Schrift hier klein gedruckt, so dass diese 767 Textseiten eben auch seine Zeit brauchen.
Das Buch ist auf eine Weise aufgebaut, die ich sehr mag und die mich sehr an Der Name des Windes erinnert hat. Vaelin Al Sorna gefeierter Held, gefürchteter Feind und Verurteilter Mörder ist auf der Reise zu einem entscheidenden Kampf, bei dem es um sein Leben geht. Auf der Schiffsreise dorthin wird er von einem berühmten Historiker begleitet, der die Zeit nutzt, um seine Lebensgeschichte und wie er zum Hoffnungstöter wurde, aufzuschreiben. Vaelins Geschichte beginnt mit dem Moment, in dem er dem sechsten Orden – nicht ganz freiwillig – beitritt. Dort soll er eine schwere, aber gute Ausbildung zu einem Krieger erhalten. Zu Beginn des Buches begleitet der Leser Vaelin bei den einzelnen Abschnitten seiner Ausbilung, bei der stets eine Prüfung den Abschluss bildet. Anschließend erzählt er wie er zum Werkzeug des Königs wurde und letztlich “die Hoffnung des Reiches” auf dem Schlachtfeld tötete. Am Ende des Buches ist der Leser demnach völlig im Bilde, wie Vaelin zu dem Menschen wurde, den er gleich zu Beginn kennengelernt hat. Diese Art eine Geschichte zu erzählen nimmt zwar auf eine gewisse Art die Spannung weg, da man ja das Ende bereits kennt, aber dennoch ist für mich sehr spannend gewesen, die einzelnen Episoden Vaelins Lebens zu erleben. Der Autor hat bei der Erzählung auch eine gute Balance gefunden zwischen erzählerisch dichter und atmosphärisch geschilderten Ereignissen aus seinem Leben und dem Weglassen von alltäglichen oder anderem Füllwerk. So hatte ich das Gefühl Vaelin sehr gut zu kennen und fand ihn auch sehr sympathisch, ohne dass mir bei seiner doch mehrere Jahre dauernden Geschichte langweilig wurde. Im Gegenteil, ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Auch die Zeitsprünge, die gegen Ende eingebaut waren, trugen zur Spannung bei, so dass dieses Buch wirklich ein absolut rundes Werk ist, bei dem ich nichts zu bemängeln hatte – im Gegegsatz zu Im Namen des Windes bei dem mir der Spannungsbogen fehlte und ein Nebencharakter sehr nervte. Aufgrund des bevorstehenden Kampfes und dem vorangegangenen Krieg, was zur Verurteilung Vaelins führte, gibt es hier einen Spannungsbogen, denn der Leser möchte wissen, wieso dieser sympathische und loyale Vaelin nun zum Tode verurteilt wurde.
Ich bin ein klein wenig traurig, dass das Buch bereits ausgelesen ist, denn ich hatte viele unterhaltesame Lesestunden mit Vaelin, doch es freut mich, dass dies nur der Auftaktband war. Zwar ist diese Episode aus seinem Leben nun erzählt und ich bin gespannt, wie Ryan das nächste Buch konstruieren möchte, doch es gibt auf jeden Fall noch viel für Vaelin zu tun und Rätsel zu lösen. Diese geplante Fortsetzung steht auf meiner Must-Read-Liste nun ganz oben – hoffentlich dauert es bis zum Erscheinen nicht allzu lange.

Fazit:  Ich bin so froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, da es alles hat, was ich mir von einem guten Fantasy-Roman verspreche: Es hatte gute Charaktere, eine ausgewogene Balance zwischen Spannung und atmosphärisch dichter Erzählweise und eine gute Story, die auch noch Potential für eine Reihe bietet. Vor allem aber hatte ich einfach nichts zu meckern. Es gibt nichts, was ich an diesem Buch ändern würde – es ist einfach gute Fantasy. Nun freue mich mich sehr auf die Fortsetzung.

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147 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

kluftinger, krimi, allgäu, kempten, hochzeit

Grimmbart

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 20.09.2014
ISBN 9783426199381
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Endlich wieder ein neuer Klufti! Leider war das Buch bei meinem letzten Besuch im Allgäu noch nicht erschienen, so dass ich es wohl oder übel in heimischen Gefilden lesen musste. Das hat der Lektüre aber auch keinen Abbruch getan, da ich finde, dass in diesem Teil das Autorenduo in Sachen Lokalkolorit Abstriche gemacht hat. Statt allgäuer Absonderlichkeiten ging es hier mehr um den kulturellen Zusammenstoß Allgäu Japan, denn Kluftis Sohn Markus heiratet und die japanische Familie residiert für eine Woche bei Kluftingers. Das hat zweifellos Charme, wenn auch einen etwas anderen, gerade als die ersten Klufti-Bände. Ansonsten ist viel gleich geblieben: Kluftinger lässt kaum ein Fettnäpfchen aus und so musste ich sehr oft schmunzeln. In seiner Dienststelle gibt es einen neuen Chef, viel mehr eine neue Chefin und auch mit ihr gibt es einige Kommunikationsschwierigkeiten. Da sie aus Niedersachsen stammt, bietet die Figur gutes Potential für weitere kulturelle Zusammenstöße und Peinlichkeiten. Natürlich gibt es auch wieder einen Fall zu lösen: Im Schloss Grimmbart wurde die Fürstin ermordet. Klufti und sein Team müssen nun mit Adeligen verkehren und das fällt nicht so leicht. Die Ermittlungen haben mir eigentlich gut gefallen, allerdings gab es hier ein Märchenmotiv, das ruhig noch weiter hätte ausgeführt werden können. Gerade gegen Ende des Buches hatte ich außerdem das Gefühl, als sei die Hochzeit weit wichtiger, als die Ermittlungen, was ein bißchen auf Kosten der Spannung ging. Irgendwie geschickt, aber irgendwie auch zu einfach gestaltete sich daher das Finale: Selbstredend musste die Hochzeit eine Rolle spielen und Klufti löst den Fall dann eher per Zufall und ohne sein Team. Das passt zwar zur Reihe, da Klufti ja immer seine Eingebungen hat, aber enttäuscht war ich trotzdem. Mir hat da auf jeden Fall die Spannung gefehlt, aber ein rührseliger Klufti hat das schon beinahe wettmachen können.

Fazit: War Kluftis letzter Fall richtig spannend, war es dieser leider nicht so wirklich, dabei hatte er Potential. Da die Ermittlungen jedoch hinter Markus’ Hochzeit anstehen musste, war gerade das Finale mehr spontan denn spannend. Nichtsdestotrotz ist dies ein guter Teil der Serie, der mich wunderbar unterhalten hat, wenn auch diesmal wenigr Lokalkolorit eingebracht wurde. Zu Lachen gab es aber dennoch genug, dafür ist Klufti einfach zu kauzig und lässt kein Fettnäpfchen aus. Schade, dass ich nun schon wieder so lange auf den nächsten warten muss.

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413 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 75 Rezensionen

krimi, organspende, mord, pia kirchhoff, rache

Die Lebenden und die Toten

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.10.2014
ISBN 9783550080548
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Teil ist erst der vierte Band, den ich aus dieser Serie lese. Alle haben mir bisher sehr gut gefallen. Dieses Buch ist jedoch ein klein wenig anders als die anderen: Neuhaus räumt für mein Empfinden den Nebencharakteren nicht mehr so viel Platz im Buch ein, wie sie es in den anderen Büchern gemacht hat. Der Täter erhält nur kurze Passagen, die gut durch Kursivschrift kenntlich gemacht sind und so gestaltet, dass der Leser nicht erahnen kann, wer der Mörder ist. Ansonsten gibt es nur eine Nebenfigur die auch etwas ermitteln darf und die dier Leser dabei erlebt. Eigentlich mochte ich gerade diese Vielschichtigkeit sehr, aber in diesem Fall ist es gar nicht so verkehrt, dass sie nicht so viel Raum bekommen hat, denn das Buch ist so schon für mein Empfinden etwas lang geraten. Noch relativ in der Mitte des Buches dachte ich, ich sei schon im Finale und was sollte da noch kommen. Tja, es kam noch mehr. Im Grunde war das auch wirklich gut, denn die Ermittlungen den Serientäter zu finden, wechselten die Richtungen und dies hat sich auch in der Spannungskurve des Buches widergespiegelt. Das Buch ist wirklich gut so wie es ist, es ist spannend und gut geschrieben, aber dennoch hätte ich mir etwas mehr Straffung gewünscht.
Nichtsdestotrotz war Die Lebenden und die Toten ein Buch mit Sogwirkung. Ich habe gelesen und gelesen, bis ich fertig war und konnte es nicht aus der Hand legen. Dass ich dabei nicht mal gegen zufallende Augen ankämpfen musste, sagt aus, wie spannend es für mich war.
Die Bücher von Neuhaus hatten oft ein gesellschaftskritisches Thema im Hintergrund der Morde und in diesem hier ist es die Organspende. Die Autorin stellt sich ihr durch ihre Handlung durchaus kritisch gegenüber und mir hat das teilweise die Augen geöffnent. Ich hätte mir gewünscht, dass sie in einem Nachwort noch einmal dieses Thema aufgegriffen hätte, um kurz darzustellen, was Fiktion und was Realität sein könnte. Denn während der Lektüre wäre ich am liebsten sofort aufgesprungen und hätte meinen Organspendeausweis vernichtet und ich weiß nicht, ob das ihr Ziel gewesen wäre. Das Buch war jedenfalls zu spannend, als das ich hätte aufstehen wollen. Es ist auf jeden Fall ein Thema bei dem ich für mich wohl noch etwas recherchieren muss.
Noch etwas ist mir aufgefallen: In den Taunus-Krimis von Neuhaus gibt es ja zwei Ermittler als Hauptpersonen mit ihren jeweiligen Privatleben. Generell bin ich ein abslouter Freund von solchen privaten Nebenhandlungen in Krimis, aber hier kommt sie mir schon arg komplex vor. Wer war mal mit wem zusammen oder befreundet und was hat sich im Laufe der Seri entwicklet. Teilweise konnte ich mich nicht so recht erinnern und in diesem Teil wurde recht viel Bezug auf die Vergangenheit genommen, was mich zu dem Entschluss geführt hat, nun endlich die ersten drei Teile zu lesen, die ich mir bisher aufgespart hatte. Und ganz ehrlich: Ich freu mich schon darauf!

Fazit:
Auch der neuste Teil von Neuhaus’ Krimirreihe aus dem Taunus ist wieder ein sehr spannender Roman, der sich diesmal um Organtransplantationen dreht. Zwar ist er nicht mehr so vielschichtig wie die Vorgänger, dafür ist aber der Fall recht schwer zu lösen und die Ermittlungen erleben mehrere Hochs und Tiefs, so dass das Lesen des Buches für mich sehr spannnend war und ich erst aufhören konnte, als der Fall geklärt war. Ein rundum gelungener Krimi, der für meinen Geschmack lediglich etwas Straffung hätte vertragen können.
Als keinen Tipp am Rande für diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, dieses Buch zu lesen: Warten bis zur Weihnachtszeit! Das Buch spielt im Dezember und zu Weihnachten!

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(132)

369 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

magie, fantasy, welten, buch, tyen

Die Magie der tausend Welten - Die Begabte

Trudi Canavan , Michaela Link
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 10.11.2014
ISBN 9783764531058
Genre: Fantasy

Rezension:

Bei diesem Buch ist mir etwas Kurioses passiert: Ich habe vor der Lektüre nicht einmal den Klappentext gelesen, was ich normalerweise stets tue. Aber da ich bisher an allen Büchern von Canavan große Freude gefunden habe, habe ich einfach blind zugegriffen. So bin ich völlig unvoreingenommen an das Buch heran gegangen, was ganz gut war, denn anhand der Klappentexte wäre ich etwas verwirrt gewesen. Der oben aufgeführte gibt nämlich nur einen Teil des Inhalts wieder und lässt aus, dass es eine weitere komplett eigenständige weitere Hauptperspekive bzw. Haupthandlung gibt. Der Text auf dem Umschlag des Buches passt seltsamerweise kaum zu dem, was ich gelesen habe. Lediglich der eigentliche Klappentext gibt etwas mehr Aufschluss. Letztlich ist der oben aufgeführte der Beste. Was inhaltlich im Klappentext fehlt, ist die Geschichte um Rielle, einer jungen Frau im heiratsfähigen Alter, die in der Lage ist, magiefreie Luft – genannt Die Schwärze – zu sehen. Dies in ihrer Gesellschaft nicht gern gesehen ist, da es nur den Priestern gestattet ist, Magie zu verwenden. Schwärze zu sehen, sagt aus, dass Rielle auch dazu in der Lage wäre, dementsprechend verheimlicht sie dies, denn wenn ein normaler Mensch Magie benutzt wird er zum Befleckten. Eines Tages geriet Rielle auf dem Weg von der Temeplschule nach Hause in die Fänge eines solchen, der von den Priestern in die Enge getrieben wurde. Dabei lernt sie einen Künstler kennen und es passiert, das was auch bereits in vielen weiteren Büchern passiert: Rielle findet Gefallen an dem jungen Mann, der aber überhaupt nicht ihrem Stand entspricht.
Zwar ist die weitere Entwicklung Rielles Geschichte mehr oder weniger vorhersehbar, aber sie lässt sich dennoch gut lesen. Ebenso die Geschichte um Tyen. Anfangs war ich etwas irritiert, dass hier im Prinzip zwei völlig eigenständige Geschichten nebeneinander her laufen. Man könnte theoretisch auch erst alle Tyen Kapitel des Buches lesen und danach die um Rielle und es würde letztlich auf dasselbe hinauslaufen. Obwohl ich bestens unterhalten wurde und ich im Grunde nichts zu bekritteln habe, bleibt dennoch ein merkwürdiges Gefühl nach der Lektüre bei mir zurück. Denn es passiert zwar viel bei den beiden Charakteren und ich habe sie beide lieb gewonnen, dennoch endet das Buch so, dass beide zu Beginn des zweiten Teils einen Neuanfang begehen müssen. So besteht der “Sinn” dieses Buches nur, die Charaktere kennen zu lernen, worum es in der Trilogie später gehen soll? Ich kann es nicht sagen. Der Nachteil daran ist, dass ich irgendwie das Gefühl hatte meine Zeit “verschwendet” zu haben, weil zwar die Geschichten, die ich gelesen habe, die Charaktere geprägt haben, aber es im Grunde im nächsten Buch erst richtig losegehen wird. Der Vorteil ist, dass ich keine Angst zu haben brauche, dass sich bis zum nächsten Buch zu große Wissenslücken auftun werden, da beide Geschichten neu beginnen und hoffentlich dann auch zusammen laufen werden.
Was mich beeindruckt hat, ist die Tatsache, das Canavan, obwohl mal wieder Magie im Mittelpunkt steht, es geschafft hat etwas komplett Neues zu erschaffen, was sich von ihren anderen Trilogien unterscheidet. Hier ist die Stimmung – vor allem in der Geschichte um Tyen – anders und eher so, wie ich sie mir in Steampunk-Büchern vorstelle: mit Flugschiffen, einer Abenteurer-Mentalität, magisch betriebener Maschinen und der passenden Kleidung. Dies ist ihr wirklich gelungen und ein Pluspunkt für diese Trilogie. Schade, dass diese Elemente vielleicht kein Teil der Fortsetzung sein könnten.

Fazit: Ich kann also festhalten, dass dieser erste Band mal wieder – wie es so typisch ist für Canavans Trilogien – ein Auftaktband war, der viel erklärt und die Grundsteine legt für die weiteren Bände. Was da kommen mag, weiß ich noch nicht einzuschätzen. Dieses Buch jedenfalls hat mich trotz des “Nachteils” bestens unterhalten und die Fortsetzungen werden von mir auf jeden Fall gelesen. Die “Steampunk”-Stimmung des einen Haupterzählstrangens hat mir zudem sehr gut gefallen.

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82 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

krieg, fantasy, bringer der leere, mord, kurzweilig

Die Worte des Lichts

Brandon Sanderson , Michael Siefener
Fester Einband: 900 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.10.2014
ISBN 9783453267473
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Worte des Lichts ist der ja nur der erste Teil des zweite Bandes, daher finde ich es sehr schwierig, dieses Buch zu bewerten, da es zwar an einem sinnvollen Moment endet, aber man doch eindeutig merkt, dass es eben noch nicht das richtige Ende samt Finale war.
Vom ersten Buch (bzw. den ersten beiden deutschen Teilen) war ich hellauf begeistert. Die Geschichte – und damit im Prinzip die gesamten Sturmlicht-Chroniken – sind  aufwendig, ausgeklügelt, ausführlich und brillant. Die Serie steht im Hinblick der Genialität Martins Lied von Eis und Feuer in nichts nach, ohne aber durch die Vielzahl an Personen zu unübersichtlich zu werden. Zudem hat diese Serie einen völlig anderen Charme, sie ist einfach nur genial. Ich habe sehr lange und sehr sehnsüchtig auf diese Fortsetzung gewartet. Als ich dann allerdings mit dem Lesen beginnen wollte, wollte ich eigentlich nicht. Denn die Pause zum nächsten (echten) Band ist wieder so groß und ich hatte Angst, die vielen Details mir hierfür mühselig wieder zu rekonstruieren, um sie dann doch wieder zu vergessen. Die Serie ist einfach zu gut, als dass ich so große Pausen haben möchte. Allerdings hat mich die Aussicht dann bestimmt gut und gern 15 Jahre zu warten bis alle Bücher erschienen sind, dann doch so ernüchtert, dass ich einfach angefangen habe zu lesen. Es hat sich herausgestellt, dass es gar nicht so schwer war, wieder in das Buch zu finden, was eindeutig für das Buch spricht.
Die Geschichte setzt dort an, wo Der Pfad der Winde aufhört. Schallan begibt sich mit Jasna auf den Weg zur Zerbrochenen Ebene, so dass endlich alle Haupterzählstränge an einem Ort spielen. War vorher die Perspektive um Schallan noch etwas dröge, ist dies hier schon lange nicht mehr. Die Geschichte wird dadurch wesentlich runder und es ist absehbar, wie es innerhalb der Saga weiter gehen kann (das ist z.B. etwas, was ich bei Martins Lied von Eis und Feuer nie erahnen konnte und kann und mich daher etwas stört). Das Buch an sich wird dadurch allerdings nicht vorhersehbar. Es geschehen hier immer Dinge, die ich nicht erahnen konnte. Zudem konnten mich manche Dialoge wirklich überraschen und ich musste einige Male herzhaft lachen. Auch sind noch längst nicht alle Geheimnisse aufgeklärt, so dass noch genügend Spielraum für die Fortsetzungen bleibt, allerdings wird durch eine Perspektive im Zwischenspiel auch mehr von einem Rätsel enthüllt. Eine gute Mischung.
Der Schwerpunkt in diesem Buch liegt meines Erachtens nach bei Schallan. Ihrer Perspektive wird nicht nur viel Raum gelassen, es wird auch enthüllt, wieso sie so wichtig ist. Zudem gibt es immer mal wieder Rücckblenden, die sie zeigen, wie sie damals mit ihrer Familie zusammen gelebt hat. Da sie sich weiter entwickelt hat, ist auch ihre Perspektive spanneder zu lesen. Zwar ist auch Kaladin immer noch eine zentrale Figur, aber die Perspektive von Danilar/Adolin ist diesmal kürzer ausgefallen. Doch das macht nicht viel aus, da wie gesagt mittlerweile alle Hauptpersonen auf einem Fleck sind und die Perspektiven so oft doppeln, bzw. es einen Schlagabtausch gibt.
Auch dieses Buch ist wieder unheimlich gut und mitreißend geschrieben, so dass ich es trotz der vielen Seitenzahlen unheimlich schnell gelesen, ja verschlungen habe. Sanderson schafft es, dass der Leser Teil der Geschichte wird. Dies ist wirklich richtig gute Fantasyunterhaltung und ich bin immer noch der Meinung, dass Sanderson gerade dabei ist, sich hiermit sein eigenes Monument zu schreiben.
Doch bei dieser Serie sucht nicht nur der Inhalt Seinesgleichen, auch die Ausstattung des Buches ist hervorzuheben: Das eine Vorsatzblatt ist eine Farbkarte, das andere eine farbige Zeichnung von Schallan. Zudem gibt es zahlreiche Abbildungen, die sogar im (illustrierten) Inahltsverzeichnis aufgeführt sind, so dass lästiges Suchen ausbleibt. Auch wenn im Inhalt steht, man solle die Abbildungen nicht vor der Lektüre betrachten, habe ich keine gravierenden Spoiler ausmachen können – die Bilder dürfen demnach gern auch vorher schon betrachtet werden. Dass die Kapitelanfänge zudem auch noch illustiert sind, ist ein prima Bonus.

Fazit: Ich habe das Gefühl, ich kann nicht so wirklich in Worte fassen, wie genial ich die gesamte Serie aber auch dieses Buch finde. Meiner Meinung nach, hat Sanderson hier noch eine kleine Schippe draufgelegt. Ich kann nur jedem Liebhaber der High-Fantasy empfehlen, diese Serie zu lesen. Mit Die Sturmlicht-Chroniken wird sich Sanderson in die Reihen der ganz Großen einreihen können. Für mich gehört Sanderson bereits jetzt dazu.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Heldenblut

Jonas Wolf
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.07.2014
ISBN 9783492269216
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe die beiden anderen Bücher des Autoren, die auf dieser Welt spielen ebenfalls gelesen. Das erste Heldenwinter hat mir gut gefallen, das zweite Heldenzorn hatte schon seine Macken und mich nicht völlig überzeugen können, daher bin ich an dieses Buch auch mit eher gemischten Gefühlen heran gegangen. Eigentlich gefällt mir die Idee dahiter sehr: Der Autor denkt sich eine Welt aus, die etwas Besonderes ausmacht, wie in diesem Fall das Skaldat und lässt mehrere Geschichten, die unabhänhig von einander sind, dort spielen. So bekommt jedes Buch theoretisch wieder eine neue Chance zu überzeugen, doch leider hat mir auch dieses Buch nicht wirklich zugesagt. Das erste, was mich – wieder einmal – störte, war, dass keine Karte beigefügt war. Im ersten Teil konnte man die Wege auf Tristborn noch nachvollziehen, da es eine Karte gab, im zweiten war dies nicht mehr der Fall, und da ein anderer Teil der Welt wichtig wurde, nutzte mir die alte Karte auch nichts. In diesem Band spielt die Geschichte auf Westborn, einem Reich westlich von Tristborn und wieder gibt es keine Karte. Wo diese Welt im Verhältnis zu Tristborn liegt, musste ich dem Text entnehmen, und die Auflösung kam leider etwas spät.
In diesem Band geht es um die Zwillinge Rutgar und Jarold – peinlicherweise ist im Klappentext und in der Verlagsbeschreibung von Jagold die Rede – die sich auf die Reise nach Westborn machen, ein Land, von dem ihre Vorfahren früher vertrieben wurden, um die alte Königslinie wieder aufzunehmen. Jarold soll also in einem unbekannten Land König werden. Doch dort leben nicht nur Halblinge, sondern auch Orks, die sie Schweinemenschen nennen und die allen ein Dorn im Auge sind. Soweit klingt es alles noch interessant. Doch die Handlungen, die im Klappentext beschrieben werden, lassen lange auf sich warten. Um das entfesselte Übel geht es erst auf den letzten 100 Seiten und auch erst dann wird es halbwegs spannend. Vorher habe ich mich durch langweilige Beschreibungen lesen müssen. Doch ich muss dem Autoren zugestehen, dass sein Schreibstil nicht schlecht ist und auch seine Charaktere interessant, nur leider passiert entweder nichts, oder es wurde unspektakulär geschildert. Zudem treten allerlei Charakere, wie z.B. die Halblingsritter auf, die nicht näher bzw. ausreichend ausfühlrich genug beschrieben werden, was ich ziemlich schade fand. Als mich auch noch kleine zeitliche Sprünge zwischen den Kapitel angefangen haben zu stören, war das Buch bei mir “unten durch”. Ich habe es lediglich zu Ende gelesen, weil ich es hasse, etwas nicht zu beenden und es auch nicht so schlecht war, dass ich mich zu diesem Entschluss hätte durchdringen können. Ich schätze aber, dass dieses Buch das letzte aus dieser Welt sein wird, das ich gelesen habe.

Fazit: Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen, da es trotz interessanter Charaktere zu langatmig war. Wirklich interessant wurde es erst auf den letzten 100 Seiten und das ist für mich zu wenig für ein gutes Buch. Nach nun mehr zwei mäßigen Teilen, werde ich diese “Reihe” nun nicht weiter verfolgen.

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