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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

magie, harry houdini

Der Illusionist

Steven Galloway , Benjamin Schwarz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442714599
Genre: Romane

Rezension:

 Michael Strauss hat eine ungewöhnliche Krankheit, Konfuabulation. Er ist also davon überzeugt, das Dinge, die faktisch nicht wahr nicht, passiert sind. So glaubt er das er Harry Houdini nicht nur kannte, sondern den großen Illusions- und Entfesselungskünstler sogar umgebracht hat.

Das Buch besteht grundsätzlich aus zwei Geschichten. Einmal verfolgt man als Leser die Lebensgeschichte vom weltberühmten Magier Harry Houdini, der besonders für seine außergewöhnlichen Entfesselungstricks bekannt ist. Zum anderen erfährt man wie der Konfabulierer Michael Strauss Harry Houdini getötet hat und dabei sein eigenes Leben zerstörte. Diese beiden Geschichte hat der Autor intelligent miteinander verknüpft und zu einer großen, beeindruckenden Erzählung werden lassen, die mich gut unterhalten konnte. Besonders bei Houdinis-Kapitel fühlte ich mich manchmal als wäre ich eine gespannte Zuschauerin bei einer seiner spektakulärern Shows. Interessanterweise hat der Autor auch nicht darauf verzichtet den Lesern einen kleinen Blick hinter diese Show zu gewähren, indem er manche Tricks von Harry Houdini erklärte.

Allein schon für Harry Houdinis Geschichte hat es sich gelohnt das Buch zu lesen, doch die Sicht von Martin Strauss brachte noch einen spannenden Twist hinein, auf den ich ungerne verzichtet hätte. Unter dem Einwand der Krankheit Konfabulation zeigt der Autor damit wie schwer wiegend manche Entscheidungen und Taten in der Vergangenheit oft sind und das Reue nur ein kleines Wort ist. Manchmal kann man Fehler zwar nicht rückgängig, aber immer, wieder gut machen. Das ist, finde ich eine schöne Message, die der Autor Steven Galloway geschickt in seinem Buch verpackte.

Generell kann ich die Wortgewandtheit des Autors nur in den höchsten Tönen loben. Er schreibt fließend, gefinkelt und lässt den Lesern gerade an den wichtigsten Stellen genau die richtige Magie fühlen. Auch wenn Harry Houdini ein sehr außergewöhnlicher Mensch ist und einen doch sehr eigensinnigen Kopf hat, ist es Steven Galloway gut gelungen, dem Leser einen Blick in dieser verzweigte Gedankenwelt werfen zu lassen. Mich konnten Houdinis Kapitel immer sehr faszinieren. Wie viel davon jetzt Fiktion und wie viel Wahrheit ist - im Nachwort heißt es das der Großteil davon erfunden aber vieles auch aus Biografien übernommen worden ist. Ich denke auch hier wurde ein guter Mittelweg gefunden.

FAZIT:
Eine faszinierende Geschichte, über die Macht des Glaubens und der Magie, über Harry Houdini und einen Mann der glaubt er habe den, womöglich, größten Entfesselungskünstler der Welt umgebracht. Ich war durchwegs hingerissen und kann das Buch sehr weiterempfehlen!

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Tags: harry houdini, magie   (2)
 

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46 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

nasa, gleichberechtigung, rassentrennung, langley, forschung

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Margot Lee Shetterly , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.01.2017
ISBN 9783959670845
Genre: Biografien

Rezension:

Im Jahr 1943 stellt das Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NASA (damals noch NACA) erstmalige afroamerikanische Frauen ein. Unter ihnen befindet sich Dorothy Vaughan, eine Lehrerin die ein außergewöhnliches mathematisches Talent hat und für die NASA als "menschlicher Computer" arbeiten soll. Später wird sie vorgesetzt der brillianten afroamerikansichen Mathematikerin Katherine Johnson, deren Berechnungen maßgeblich für den Erfolg der Apollo-Missionen sind. Dafür erhielt sie 2015 von Präsident Obama die Johnson's Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Der Start ins Buch fiel mir schwer. Margot Lee Shetterly ist eine Wissenschaftlerin und ihr Buch erinnert ein wenig daran. Es ist sehr sachlich aufgebaut, Fußnoten stören den Lesefluss und man wird mit unglaublich vielen Fakten, Zahlen und Namen bombardiert. Das war anfangs etwas unangenehm. Doch man findet sich schnell damit zurecht und während ich mir am Anfang noch dachte, ob ich mir überhaupt etwas von den vielen Daten behalten werde, so verfolg diese Frage von Kapitel für Kapitel. Denn wie es sich herausstellt, ist es gar nicht so wichtig ob der Mann der die Frauen eingestellt hat Tom, Paul oder Louis heißt. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass vor über fünfzig Jahren afroamerikanische Frauen angefangen haben bei der NACA zu arbeiten und dass das ein erster Schritt in die richtige Richtung ist und noch dazu ein großer Schritt für die Gleichberechtigung.

Deshalb fand ich es unglaublich spannend und inspirierend zu sehen wie die Frauen mit dieser Situation zurechtkamen und besonders Dorothy fand ich sehr beeindruckend da sie nicht nur ihre Arbeit hervorragend machte sondern sich nebenbei auch noch um ihre Familie kümmerte und eine liebevolle Mutter war. Auch wenn das Buch sehr sachlich beschreibt und ich mir manchmal gewünscht hätte, die Autorin hätte sich für einen erzählenden Stil entschieden, so fiel es mir nie schwer mich in die Gedanken- und Gefühlswelt der afroamerikanischen Frauen zu versetzen.

Unglaublich finde ich die Recherchearbeit die hinter diesem Werk steckt. Jede dieser 350 Seiten (ohne Biographie und Anmerkungen) ist gefüllt mit Informationen, die sich die Autorin nicht einfach aus den Haaren ziehen konnte. Schließlich beschreibt sie ja bereits geschehene Ereignisse. Schön fand ich auch, dass sie am Anfang des Buches erklärt, woher ihr Interesse für dieses Thema kommt und warum sie sich dazu entschieden hat dieses Buch zu schreiben. Eine tolle Autorin von der ich gerne noch mehr lesen möchte!

FAZIT :
Ein spannendes, inspirierendes Buch das die wahren Geschichten von afroamerikanischen Frauen erzählt, die bei der NASA als "menschliche Computer" arbeiteten und das in der Zeit der Rassentrennung. Ich war durchwegs begeistert und kann es nur weiterempfehlen!

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Tags: forschung, gleichberechtigung, nasa, rassentrennung   (4)
 

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317 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

attentäter, prinz, der kuss der lüge, venda, lia

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Prinzessin Lia ist alles andere als einverstanden damit den Prinzen aus dem anderen Königreich, den sie noch nie getroffen hat, zu heiraten und da sie das königliche Leben einfach nicht ausstehen kann, beschließt sie mit ihrer besten Freundin Pauline an ihrem Hochzeitstag zu fliehen. Die Flucht gelingt, doch ihr Vater und die rivalen Reiche versuchen Lia zu finden und auch der Prinz macht sich auf der Suche nach der Prinzessin.

Ich hatte das Glück die Geschichte schon vor dem Erscheinungsdatum lesen zu dürfen, da ich über Lesejury.de an einer Leserunde teilgenommen habe. Ich habe mich auch riesig gefreut, als das Manuskript eingetroffen ist, da ich auf englischen Blogs schon mehrmals gute Meinungen über das Buch gelesen habe und deshalb dem Erscheinungsdatum entgegen gefiebert habe. Die Idee des Buches, eine Prinzessin die an ihrem Hochzeitstag verschwindet, fand ich toll und auch die Sache mit ihrer Gabe war spannend aufgebaut.

Generell war es aber leider so, dass ich mit Lia und dem was sie tat nicht immer ganz einverstanden war. Besonderes als sie Pauline angelogen hat, war ich doch sehr enttäuscht von ihr da ich sie immer sehr loyal fand und ich bin auch aus ihren Gründen, wieso sie das getan hat, nicht schlau geworden. Vielleicht plant die Autorin dass diese Lüge im folgenden Band etwas auslöst, ansonsten wurde dadurch nur bewirkt dass einem die Protagonistin viel unsympatischer wurde. Das war schade, da Lia sonst ein nettes Mädchen ist, auch wenn ich ihr Hin und Her zwischen Rafe und Kaden manchmal etwas anstrengend fand. Lia machte es mir in dem Buch also nicht immer einfach. Ansonsten mochte ich die Charaktere sehr gerne, besonders Kaden, Pauline und Rafe aber auch Berdi.

Die Autorin hat das Buch sehr spannend aufgebaut. Neben Lias Perspektive, gibt es auch noch die Perspektive von einem Attentäter und dem Prinzen und die Perspektive von Kaden und Rafe, man weiß aber nie wer wer ist. Ist Kaden der Prinz? Ist Rafe der Prinz? Ist keiner von beiden der Prinz? Das Herumrätseln hat mir sehr viel Spaß gemacht und die Spannung während dem Lesen enorm erhöht. Ein kluger Schachzug von der Autorin! Auch ihr Schreibstil gefiel mir gut, da sie eine gute Balance zwischen Details und dem Großen und Ganzen gefunden hat.

Tatsächlich kann ich mich den Meinungen nur anschließen - "Der Kuss der Lüge" ist wirklich ein tolles Buch, aber ich hätte mir stellenweise doch auch etwas mehr erwartet, weshalb ich dem Buch vier gute Sterne gebe. Da mir gerade der Twist am Ende sehr gut gefallen hat, freue ich mich auf die Fortsetzung.

FAZIT:
Ein spannender Auftakt zu einer vielversprechenden Trilogie, der für Band 2 noch Luft nach oben lässt. Trotzdem konnte mich das Buch fesseln und ich freue mich schon sehr darauf zu sehen, wie es mit Prinzessin Lia weitergehen wird!

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

kochen, englische küche, diana henry, kochbuch, diverse gerichte

Simple

Diana Henry , Margot Fischer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 13.01.2017
ISBN 9783869137599
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich liebe das Konzept "Einfach kochen - viel genießen!". Zwar probiere ich gerne auch mal komplizierte Gerichte aus, für die man ein paar Stunden länger in der Küche steht, aber meistens bin ich doch froh wenn man schnell etwas einfaches zubereiten kann. Deshalb war mein Interesse an diesem Buch auch groß, denn schon der Titel zeigte mir genau dass was ich will: Simple.

Die Rezepte sind tatsächlich sehr simple. Die britische Autorin beschreibt unkompliziert und in wenigen Sätzen wie man ein herrliches Pasta-Gericht, leckere Suppen und fruchtige Desserts mit wenigen Handgriffen zubereitet. Weniger erfeut war ich allerdings mit der Zutatenliste, da sich in fast jedem dritten Rezept etwas gab, dass ich weder zuhause, noch schnell beim Supermarkt kaufen kann. Am Ende des Buches schreibt die Autorin sogar, dass man bei den meisten Rezepten nicht darum herumkommt im Internet zu bestellen. Das fand ich leider nicht so gut. Zum simple kochen, gehören für mich nämlich auch simple Zutaten dazu. Deshalb war ich ein wenig enttäuscht.

Dennoch habe ich einige Rezepte gefunden die mir zugesagt haben und die ich ausprobieren werden. Ich möchte mit meiner Rezension auch nicht vom Kauf des Buches abraten - da sowohl Gestaltung als auch den Inhalt toll finde, aber ich möchte eben auf die teils sehr exotischen Zutaten hinweisen, da ich mir sicher bin, dass es einige Hobbyköche/köchinnen gibt, denen das genauso wenig gefällt wir mir.

FAZIT:
Tolle, liebevolle Gestaltung, wunderbares Design und viele Gerichte mit einfacher Zubereitung! Die zwei Sterne Abzug gibts von mir, da die Gerichte leider oft sehr exotische Zutaten beeinhalten, von denen man die meisten nicht in einem Supermarkt erhält (die Autorin selbst rät, online zu bestellen).

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Tags: kochen, rezeptbuch   (2)
 

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ritzen, adoption, missbrauch, schauspieler, beziehungen

A Little Life

Hanya Yanagihara
E-Buch Text: 734 Seiten
Erschienen bei Picador, 21.05.2015
ISBN 9781447294849
Genre: Romane

Rezension:  
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65 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

verlust, familie, gier, hoffnung, erlösung

Das schwarze Buch der Gier

Beile Ratut
Fester Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Ruhland, 04.09.2013
ISBN 9783885091028
Genre: Romane

Rezension:

In dem Buch geht es um Alba, die mit jungen Jahren mit dem Verlust ihres Bruders Samuel konfrontiert ist, da dieser in ein fremdes Auto steigt. Alba kann mit dem schmerzlichen Ereignis nicht abschließen und quält sich ihr Leben lang damit.

Gut gefallen hat mir die Einsicht in Albas Gefühlswelt. Die Autorin hat sehr sensibel, aber gleichzeitig auch sehr schmerzlich beschrieben wie sich der Verlust für das junge Mädchen und schließlich auch die erwachsene Frau anfühlt. Das machte das Lesen für mich nicht sehr einfach, da ich emotional sehr betroffen von den Geschehnissen war. Trotzdem wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen, da die Geschichte mich sehr fesselte und in ihren Bann zog.

Ich bin aber froh, dass das Buch schließlich ein gutes Ende genommen hat, da nicht nur Alba, sondern auch ich, die Leserin, es nach all der Traurigkeit gebraucht habe. Einen Stern ziehe ich jedoch ab, da mir, besonders im Mittelteil, auffiel das Gedanken immer wieder wiederholt wurden und so zog sich die Geschichte hier ein wenig, schließlich ist Alba ein interessanter Charakter über den man mehr erfahren möchte und nicht immer nur das Gleiche. Ansonsten war es aber, wie schon gesagt, spannend und ohne Frage sehr zermürbend und traurig.

FAZIT:
Ein trauriges Buch, das mich sehr betroffen gemacht hat. Auch wenn es mir gut gefallen hat, weiß ich nicht ob ich es weiterempfehlen würde, da der Inhalt doch sehr heftig ist. Ich vergebe vier Sterne.

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

rom, italien, juden, krieg, mutterliebe

Im ersten Licht des Morgens

Virginia Baily , Christiane Burkhardt
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 12.12.2016
ISBN 9783453359130
Genre: Romane

Rezension:

Eines Tages im Jahr 1943 muss Chiara miterleben wie eine Gruppe Juden in ein Arbeitslager transportiert wird. Dabei schafft sie es einen kleinen jüdischen Jungen zu retten - Daniele Levi. Sie nimmt ihn mit nach Hause und kümmert sich fort an um ihn wie einen Sohn. Viele Jahre später, als der rebellische Daniele sie schon lange verlassen hat, ruft plötzlich ein Mädchen an und sagt, dass sie Danieles Tochter ist.

Schon als ich das erste Mal den Klappentext des Buches gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch gerne lesen möchte. Ich bin ein großer Fan von Geschichten die in der Zeit des ersten oder zweiten Weltkriegs stattfinden, da dies einfach eine Zeit ist, die niemals vergessen werden sollte. Eine Zeit voller Angst, Schrecken und Leid. Auch die Idee von dem Buch - das eine junge Frau ihr Leben aufs Spiel setzt um einen fremden Jungen vor dem Arbeitslager zu retten, fand ich toll. Ich habe so etwas schon einmal gelesen und war begeistert, deshalb freute ich mich so eine ähnliche Geschichte noch einmal zu erleben.

Leider war meine Vorfreude größer, als die Freude während des Lesens. Ich fand leider überhaupt keinen Zugang zur Geschichte. Dauernd passierte es mir, dass ich Chiara und ihre Schwester Cecilia verwechselte und später passierte mir das auch mit den anderen Charakteren. Irgendwie fehlten mir für sie Gesichter, denen ich die Namen zuordnen konnte. Dabei fand ich Chiara als Protagonistin sogar sehr gut gewählt, da ich ihre positive Einstellung sehr schätzte und es toll fand, dass sie sich nicht von der Situation überwältigen ließ sondern versuchte die Kontrolle zu behalten. Auch Daniele mochte ich gerne, da er ein interessanter Charakter war. Doch so gut mir die beiden Personen auch gefallen habe, es fiel mir trotzdem schwer Zugang zu ihnen zu finden und mit ihnen mitzufühlen.

Anfangs konnte mich die Handlung sogar noch ein wenig fesseln, doch durch die vielen Zeitsprünge der unterschiedlichen Kapitel fehlte es mir an Zeit die Personen anfangs richtig kennenzulernen. Mir hätte es besser gefallen, wenn man zuerst mehr von der Vergangenheit, die Zeit als Chiara Danielle aufgenommen hat, erfahren hätte und später dann erst zur Gegenwart zurückgekommen wäre. Durch die vermischten Kapitel, fühlte ich mich immer aus dem Geschehen herausgerissen.

Leider gab es für mich auch eine Stelle die, meiner Meinung nach, absolut unrealisitisch war. Maria, Danielles Tochter, möchte nämlich Chiara in Italien besuchen, obwohl sie Chiara nur durch Telefongespräche kennt. Welche Mutter würde ihrer 16-jährigen Tochter erlauben alleine in Italien eine fremde Frau zu besuchen, die sie nicht einmal persönlich kennt? Auch der Schreibstil konnte
das für mich nicht mehr retten. Leider war das Buch, an das ich doch einige Erwartungen hatte, eher eine Enttäuschung für mich. Ich vergebe dennoch zwei Sterne, da ich die Idee und auch die Charaktere Daniele (über den ich gerne viel mehr gewusst hätte) und Chiara interessant fand.

FAZIT:
Die Idee des Buches konnte mich sofort begeistern, doch leider wurde diese Begeisterung durch die Umsetzung geraubt. Weder die Charaktere, der Aufbau noch der Plot-Twist konnte mich überzeugen und so war das Buch für mich leider eher eine Enttäuschung.

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Tags: familie, italien, kind, mutter, zweiter weltkrieg   (5)
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

schizophrenie, psychose, psychogramm, biografie, künstler

Heute kauf ich alle Farben

Karin Anema , Marianne Holberg , Annette Löffelholz , Marianne Holberg
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Urachhaus, 01.10.2016
ISBN 9783825179694
Genre: Biografien

Rezension:

In dem Buch geht es um die wahre Lebensgeschichte von Ton Hafkamp, bei dem im Alter von 21 Jahren eine Psychose diagnostiziert wird. Die Autorin Karin Anema lässt sich seine Geschichte erzählen und schreibt sie in diesem Buch nieder. Der Leser folgt Ton dabei durch sein Leben und erfährt, wie der junge Mann durch seine Krankheit eingeschränkt wird. Dennoch lässt er sich nicht unterkriegen und versucht mit Kunst seine Emotionen auszudrücken.

Dadurch, dass das Buch einer wahren Begebenheit zugrunde liegt, nämlich dem Lebensweg des Künstlers Ton Hafkamp, war es für mich noch interessanter dieses Buch zu lesen. Denn damit wird es dem Leser ermöglicht wirklich herauszufinden, was in Ton, im Buch immer Twan genannt, vorgeht. Man bekommt beim Lesen nicht nur mit wie es für Twan selbst ist mit einer Psychose zu leben, sondern auch wie abweisend manche Menschen darauf reagieren. Dabei kann Twan ja nichts dafür.

Twan selbst ist ein unglaublich interessanter Mensch. Er liest gerne und versucht sich weiterzubilden. Oft gibt es im Buch Anmerkungen, da Twan so viel Wissen wie möglich über seine Krankheit zusammengesammelt hat. Denn wenn ich eines aus dem Buch mitnehmen konnte, dann das der Betroffene oft selbst nicht genau was genau in ihm vorgeht.

Karin Anema, die sich von Twan seine Lebensgeschichte erzählen lies und sie schließlich in einem Buch veröffentlichte, hat meiner Meinung nach sehr gute Arbeit geleistet und seine Geschichte gut auf den Punkt gebracht. Sie hat sich dafür entschieden die Geschichte in der Ich-Form zu schreiben, was auf der einen Seite gut ist, da man dadurch Twan noch näher kommen konnte aber auf der anderen Seite hätte ich das Buch auch gerne in der dritten Person gelesen. Einfach um neben Twan auch etwas mehr Fokus auf seine Umwelt zu legen. Das hätte, meiner Meinung nach, doch sehr gut gepasst. Ansonsten habe ich das Buch interessiert gelesen.

FAZIT:
Eine aufwühlende, schöne Geschichte über einen Künstler der nicht nur mit seiner Psychose, sondern vor allem auch mit seinem Alltag zu kämpfen hat. Mir hat das Buch einen guten Einblick in das Leben eines betroffenen Menschen gegeben!

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Tags: biografie, künstler, psychogramm, psychose, schizophrenie   (5)
 

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214 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

fantasy, winter, stefanie lasthaus, das frostmädchen, heyne

Das Frostmädchen

Stefanie Lasthaus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453317291
Genre: Fantasy

Rezension:

Neve hat Glück, den hätte Lauri sie nicht zufällig im Wald gefunden wäre sie vermutlich erfroren. Er nimmt das verletzte Mädchen, das er im Schnee gefunden hat, mit auf seine Hütte und pflegt es gesund. Dabei verliebt er sich in sie. Schnell jedoch merkt er, wie unruhig Neve ist und das es mit ihr nicht stimmt. Zuerst denkt er es liegt an ihrem Ex-Freund Gideon, der sie nicht gehen lassen möchte, doch in der Nacht im Wald ist etwas mit Neve geschehen das schlafende Kräfte in ihr geweckt hat.

Ich bin jemand der sehr gerne saisonale Bücher liest, deshalb habe ich mich darauf gefreut mich mit "Das Frostmädchen" auf den Winter einzustimmen. Das ist mir auch sehr gut gelungen, da die Autorin nicht nur in zahlreichen Stellen auf die schöne Winterlandschaft und den Schnee hinweist, sondern auch dadurch das wirklich die ganze Geschichte auf dem Winter aufgebaut ist. So wird Neve zum Beispiel eines Morgens durch den Gesang einer wunderschönen Frau in das Winterreich gelockt. Generell lässt sich sagen, dass der Schreibstil sehr schön, beinahe melodisch ist. Zum einen fand ich das sehr passend, aber manchmal war es auch etwas anstrengend der Handlung zu folgen.

Was mir dann leider nicht so gut gefallen hat, war das alles so schnell über die Bühne lief. Mir kommt das doch etwas unrealistisch vor, das Neve zuerst vor Lauris Berührung zurückzuckt, da sie sehr schlechte Erfahrungen mit ihrem Ex-Freund gemacht hat, und ihn wenige Sekunden später dann aber küsst und ihm vollkommen vertraut. Das fühlte sich nicht sehr real, sondern eher konstruiert an. Deshalb konnte mich die Gefühle zwischen Lauri und Neve das ganze Buch durchweg leider nicht erreichen.

Dennoch hat die Geschichte mich sehr mitgerissen, da ich einerseits von der Landschaft verzaubert war, andererseits das Winterreich spannend fand und auch die Aufgabe die Neve gestellt bekommt. Die Autorin schaffte es zwar nicht mich für die Liebesgeschichte zu begeistern, aber dafür für das schöne Wintermärchen, das mein Herz erobert hat. Besonders der Schluss hat mir nochmal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

FAZIT:
Ein Buch, das einige Schwachstellen beeinhaltet, mich aber dennoch in seinen Zauber ziehen konnte und deshalb von mir vier winterliche Sterne bekommt. Hätte die Autorin sich für die Liebesgeschichte etwas mehr Zeit gelassen, wäre ihr der fünfte Stern auf jeden Fall auch noch sicher gewesen. Rundum aber ein wirklich schönes Wintermärchen!

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Tags: buch, winter   (2)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

japan, nachkriegszeit, nagasaki

Damals in Nagasaki

Kazuo Ishiguro

Erschienen bei LUCHTERHAND LITERATURVLG, 01.06.1993
ISBN 9783630618210
Genre: Sonstiges

Rezension:

In dem Buch geht es um die Geschichte zweier Frauen nach dem Krieg in Nagaski. Die eine Frau ist Etsuko, die gerade schwanger geworden ist und hofft ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und die andere ist Sachiko, die schon eine Tochter hat und davon träumt mit ihrem neuen Freund Frank nach Amerika auszuwandern.

Da ich erst vor kurzem ein gutes Buch von einem japanischen Autor gelesen habe und generell auch ein großer Fan von der japanischen Mentalität bin, war ich schon sehr gespannt darauf die Geschichte von Ishiguro zu lesen. Es ist das erste Mal das ich ein Werk von ihm in der Hand hatte, allerdings habe ich in anderen Rezensionen schon gelesen das viele sehr begeistert von seiner Art Geschichten zu erzählen sind.

Anfangs beginnt die Geschichte sehr ruhig, doch man merkt schon bald das ein dunkler, zuerst undefinierbarer Schatten über die Erzählung. Zu Beginn fand ich das überaus interessant und aufregend, aber im Laufe der Geschichte hatte ich immer wieder das Gefühl ich würde nur lesen um endlich anzukommen. Um endlich den Höhepunkt der Geschichte zu erleben, doch dieser lies auf sich warten.

Leider hat dies meine Lesefreude etwas gedämpft. Darüber hinaus konnte mich die Geschichte jedoch sehr fesseln. Denn obwohl man, durch den Klappentext, denken könnte der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Nachkriegszeit, stellt man schnell fest das es um einen Selbstmord geht, der im Laufe des Buches zu verarbeiten versucht wird. Hierzu hat Kazou Ishiguro hat interessante Charaktere erstellt, welche die perfekten Figuren für die Handlung darstellen. Besonders die, man könnte fast sagen, gleichgültige Mutter fand ich sehr spannend. Auch der Schreibstil von Ishiguro konnte mich überzeugen. Auf den ersten Blick merkt man, dass er sehr einfache Worte benutzt aber gleichzeitig schafft er es mit ihnen eine Atmosphäre aufzubauen, die mich als Leser das ganze Buch über umhüllt hat.

FAZIT:
Die Geschichte konnte mich zwar in ihren Bann ziehen und las ich das Buch in einem Zug durch aber leider wurde meine Lesefreude durch eine seltsame Unruhe ein wenig getrübt.

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Tags: japan, nachkriegszeit, nagasaki   (3)
 

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146 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

mata hari, spionin, roman, spionage, 1. weltkrieg

Die Spionin

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257069778
Genre: Romane

Rezension:

In dem Buch schreibt der Erfolgsautor Paulo Coelho über die bekannte Entkleidungskünstlerin Mata Hari, eine Persönlichkeit die wirklich existiert hat. Zuvor habe ich noch nie von ihr gehört, aber während des Lesens konnte ich sie sehr gut kennenlernen und im Laufe der Handlung hat sie meinen Respekt gewonnen. Sie ist wirklich eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die vielleicht in der falschen Zeit lebte. In einer Zeit in der ein freies Leben nicht nur selten, sondern auch sehr abschätzig betrachtet wurde.

Meiner Meinung nach hat Paulo Coelho es geschafft Fikton perfekte mit wahren Begebenheiten zu vermischen. Man fühlt sich sofort als Teil der Geschichte und ich fühlte mich schnell in Mata Hari ein. Während sie von vielen ihrer Generation missverstanden wurde, fiel es mir nicht schwer sie zu verstehen. Zwar ist das Buch nicht sehr dick, aber dafür hat man das Gefühl jedes Wort wurde mit Bedacht gewählt und der Autor konnte mich mit seinem ruhigen, gleichmässigen aber doch eindringlichen Schreibstil überzeugen.

FAZIT: Ein tolles Buch das mich in seinen Bann ziehen konnte und eine bewegende Geschichte erzählt.

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ohne Gnade

Bryan Stevenson , Jürgen Neubauer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492310031
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bryan Stevenson, der Autor von diesem Buch, ist ein amerikanischer Jurist und Bürgerrechtler. Er ist auch Gründer der Equal Justice Initiative, kurz EJI, die unschuldige Häftlinge und zum Tode verurteilte unterstützt. In seinem Werk "Ohne Gnade" erzählt er hierbei einige Fälle mit denen er zu tun hatte, wie seine Arbeit ihn selbst verändert hat und zu was für grausamen Taten das amerikanische Rechtssystem fähig ist.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mich nicht sehr mit der Justiz in den USA auseinandergesetzt. Natürlich hört man in den Nachrichten immer wieder von erschreckenden Vorfällen, aber genauso wie viele andere schlimme Nachrichten ziehen sie vorüber. Doch nachdem ich jetzt Bryan Stevensons Buch gelesen habe, werde ich dieses Thema mit ganz anderen Augen betrachten. Das erreichte der Autor vor allem dadurch das er uns nicht nur harte Fakten präsentierte, sondern besonders indem er die vielen Geschichten, die er durch seine Arbeit als Bürgerrechtler erlebt hat, erzählt.

Er schreibt dabei über Fälle die er behandelt hat, wie etwa denn von Walter, der unschuldig im Gefängnis landete, dessen Pflichtanwälte ihn nicht richtig vertraten und der zum Tode verurteilt wurde. Schmerzlich erzählt Bryan Stevenson dass Menschen mit dunkler Hautfarbe leichtfertig verurteilt wurde und manchmal nicht einmal einen richtigen Prozess bekommen. Vielen dieser unschuldigen Menschen kann er helfen - doch manchmal kommt selbst er gegen die Justizwillkür nicht an. Man merkt wirklich, dass ihm seine Arbeit am Herzen liegt. Er bringt auch seine eigenen Gefühle und Gedanken in das Buch mit ein und so musste ich das Buch einige Male beiseite legen und die Tränen zurückblinzeln. Ich hatte beim Lesen wirklich sehr intensive Gefühle.

Stevenson selbst ist meiner Meinung nach absolut bewunderswert! Er kämpft mit einer unvergleichlichen Hartnäckigkeit für Gerechtigkeit und tut alles Mögliche um den Menschen, die unschuldig hinter Gittern sitzen, zu helfen. Echt beeindruckend! Mir hat er mit seiner Geschichte einen ganz neuen Einblick gegeben, einen Einblick der mich zutiefst schockiert aber auch berührt hat. Auf der einen Seite zeigt er das unfaire Justizsystem der USA, auf der anderen Seite zeigt er aber auch, dass man Dinge nicht hinnehmen muss sondern gegen sie ankämpfen kann. So habe ich mir aus dem Buch wirklich sehr viel mitnehmen können und ich kann es deshalb nur weiterempfehlen.

FAZIT:
Bryan Stevenson hat eine starke Stimme und die Geschichten die er erzählt sind nicht einfach zu verarbeiten, besonders da man weiß dass sie keine Fiction sondern die harte Realität sind. Ein absolut lesenswertes Buch, das mir wirklich sehr zu Herzen gegangen ist.

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(18)

33 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

fantasy, sarah j. maas, throne of glass, jugendbuch, sarah j maas

Empire of Storms

Sarah J. Maas
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury USA Childrens, 08.09.2016
ISBN 9781619636071
Genre: Fantasy

Rezension:  
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200 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

usa, geister, mutter, nathan hill, chicago

Geister

Nathan Hill , Werner Löcher-Lawrence , Katrin Behringer
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492057370
Genre: Romane

Rezension:

Auf den einen zum anderen Tag wird das Leben von Samuel, Literaturprofessor an einer Universität, auf den Kopf gestellt. Er erfährt das seine Mutter, die ihn in seiner Kindheit verlassen hat, einen wichtigen Politiker mit Steinen beworfen hat und deshalb gerade einen Prozess durchläuft. Kurz darauf erfährt er von seinem Verlagsagenten, dass sein Vertrag gekündigt wird da er das vor vielen Jahren versprochene Werk immer noch nicht geschrieben hat. Doch Samuel, der schon immer davon träumte ein Schriftsteller zu sein, bietet seinem Agenten an, eine Enthüllungsgeschichte über seine Mutter, die in den Medien "Packer-Attacker" (Packer ist der Nachname des Politikers, denn sie angegriffen hat) genannt wird, zu schreiben.

Ich habe über das englische Original "The Nix" sehr viel Gutes gehört und deshalb musste ich das Buch, als es in Deutsch erschien, unbedingt lesen. Deshalb hatte ich, zugegeben, große Erwartungen an den Roman, wusste jedoch nicht in welche Richtung diese Erwartungen tatsächlich gingen. Spielte eigentlich auch keine Rolle, denn "Geister" übertraf sie bei weitem. Schon nach wenigen Kapiteln war ich Teil einer Geschichte, die mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. Ich habe zwar einige Zeit gebraucht um den Roman zu lesen, doch das lag weniger an der Dicke des Buches und mehr daran, dass ich es sehr bewusst gelesen habe und es hin und wieder sogar zur Seite gelegt habe um über das Gelesene nachzudenken.

Ich musste er das Buch beenden bevor ich sagen konnte, was das Hauptthema des Buches ist, da Nathan Hill sehr viele gesellschaftliche Probleme unserer Zeit angesprochen hat. Besonders beeindruckt hat mich auch, wie nebenbei er diese etwa erwähnt hat und diese obwohl sie nicht im Fokus standen, dem Leser vor Augen geführt hat. Meiner Meinung dreht es sich in dem Buch vor allem um Entscheidungen. Im Laufe der Geschichte ändert sich ja nicht nur Samuels Leben, sondern auch das zahlreicher Nebencharaktere - eben weil sie große Entscheidungen getroffen haben. Nathan Hill zeigt uns hier, wie Menschen mit Fehlentscheidungen umgehen, richtige Entscheidungen treffen und vor allem was passiert wenn man keine Entscheidungen trifft und sich einfach im Fluss des Lebens treiben lässt. Da ich selbst gerade anfange erwachsen zu werden und mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen, hat dieses Buch deshalb bei mir genau ins Schwarze getroffen und mich sehr bewegt.

Nicht nur das Thema Entscheidungen hat mich in diesem Buch berührt, auch die Geschichten der unterschiedlichen Charaktere bewegten mich sehr und sie haben mich während des Lesens sehr viel durchleben lassen. Sehr gut gefallen hat mir auch der ruhige Schreibstil von Nathan Hill, welcher das Lesen sehr angenehm gemacht hat. Toll fand ich auch, dass er im Laufe des Buches auch einige Kapitel im Stil einer Entscheide-du-Geschichte gemacht hat. Eine tolle Idee, die wieder das Thema Entscheidungen hervorhebt und gleichzeitig auch Abwechslung bringt. Ich kann also wirklich sagen, dass mich das Buch schwer beeindruckt und auch beeinflusst hat. Es ist eines dieser Bücher die zeigen, das man nur ein Leben hat und man selbst diejenige oder derjenige ist, die/der die Zügel in der Hand hat. Deshalb möchte ich meine Rezension, von einem Buch das ohne Frage einer meiner Jahreshighlights ist, mit folgendem Zitat abschließen:

"Jede wirkliche Veränderung sollte dir zunächst einmal Angst machen. Wenn sie dir keine Angst macht, dann ist es keine wirkliche Veränderung."

FAZIT:
Nathan Hill hat mich "Geister" ein beeindruckendes Debüt geschrieben, das mich zutiefst bewegt hat. Deshalb zählt es für mich auch zu den besten Büchern die ich dieses Jahr gelesen habe und ich werde das Buch auch nächstes Jahr ganz bestimmt noch einmal lesen.

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Tags: demonstration, entscheidungen, vergangenheit   (3)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

krieg, afghanistan, künstliche gelenke, amputation, lagerkoller

Anatomie eines Soldaten

Harry Parker , Johannes Sabinski
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Benevento, 09.11.2016
ISBN 9783710900020
Genre: Romane

Rezension:

Erzählt wird dieses Buch, dass das Thema Krieg behandelt, außergewöhnlicher Weise aus der Sicht unterschiedlicher Gegenstände. Diese sind zum Beispiel Handtaschen, Waffen, Schuhe, Briefe und medizinische Geräte. Zu meiner großen Überraschung gab es aber auch sehr abstrakte Gegenstände wie etwa ein Kapitel das auch der Sicht von Schnee erzählt wird.

Der Klappentext des Buches hat mich direkt angezogen, doch besonders interessant für mich wurde das Buch erst als ich erfuhr, dass der Autor selbst große Teile seiner Vergangenheit in die Geschichte miteingebracht hat. Er selbst war Teil der britischen Armee und verlor im Einsatz in Afganisthan seine beiden Füße. Dadurch habe ich das Buch mit ganz anderen Augen gelesen.

Natürlich gewinnt man durch die besondere Erzählweise des Buches einen anderen Eindruck, als wie man es vielleicht durch eine Personenerzählung tut. Es dauerte etwas bis ich mich damit zurecht gefunden habe und obwohl ich die Idee sehr schön finde, hätte es mir besser gefallen wenn die Geschichte aus der Sicht von den jeweiligen Protagonisten erzählt worden wäre. Dadurch hätte ich noch mehr Einblick in das Gefühlsleben erhalten. Es fiel mir so nicht so einfach den Protagonisten nahe zu kommen.

Abgesehen davon, hat mich die Geschichte sehr gut gefallen und mich auf zutiefst berührt. Der Autor hat sehr viele private Gedanken und Erfahrungen eingebracht, weshalb es sich für mich nur noch schmerzlicher anfühlte. Der Schreibstil ist trotz der Sichtweise, die mich nicht ganz erreichen konnte, ist sehr realistisch und gefühlvoll. Er rundet die bewegende Geschichte perfekt ab und damit kann ich das Buch sehr empfehlen!

FAZIT:
Eine außergewöhnliche Erzählweise, die mich leider aber nicht ganz erreichen konnte. Abgesehen davon fand ich das Buch sehr bewegend und es war ein besonderes Leseereignis.

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Tags: krieg, soldat   (2)
 

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183 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

justin cronin, endzeit, die spiegelstadt, dystopie, vampire

Die Spiegelstadt

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Fester Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 31.10.2016
ISBN 9783442311804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem Amy und ihre Freunde die Zwölf besiegt haben, beginnt sich die Zivilisation langsam wieder aufzubauen. Im Jahre 122 n.V. (nach Viral) kommen sie jedoch zurück. Nicht die Zwölf, aber die Viral und Zero, der erste der mit dem Virus infiziert wurde. Er ist es auch, der den Ursprung des Virus in sich trägt, genauso wie Wut und Rachelust. Und während er versucht die Welt zu zerstören, kann ihn nur eine aufhalten - Amy, das Mädchen aus dem Nirgendwo.

Dieses Jahr habe ich drei Bücher sehnsüchtig erwartet - eines davon war "Die Spiegelstadt". Seit ich den zweiten Teil gelesen habe, ist es doch schon ein gutes Weilchen her und ich war überglücklich als ich gesehen habe, dass der finale Teil 2016 endlich erscheint. Nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe, kann ich sagen dass sich das lange Warten wirklich gelohnt hat! Justin Cronin hat sich von der Ungeduld seiner Leser nicht beeinflussen lassen und genauso viel Herzblut in den Teil gesteckt wie auch in die ersten beiden Bücher der Trilogie. Das sieht man nicht nur um betrachtlichen Umfang des Buches, sondern vor allem an der vielseitigen Geschichte die sich hinter den Buchdeckeln befindet.

"Dick.", würde man vielleicht sagen wenn man das Buch sieht. Ich sage "komplex", denn genau das ist es das Justin Cronins Bücher für mich so fantastisch machen - die verwobenen Geschichten der vielen Charaktere die irgendwann aufeinander treffen. Und ich finde es ist wirklich Geschick, wenn man so viele Handlungsfäden so elegant miteinander verknüpfen kann, wie Justin Cronin es tut. In diesem Buch erhalten wir auch einen sehr guten Einblick auf Zero's Leben bevor er zu Zero wurde. Das war für mich unglaublich spannend, da er wirklich ein genialer Bösewicht ist. Dadurch dass der Autor sich Zeit nimmt auf seine Figuren einzugehen, entsteht eine interessante Itensität und gerade jetzt wo die Reihe ihren Schluss gefunden hat und ich mich von den Personen verabschieden musste, habe ich gemerkt wie sehr sie mir ans Herz gewachsen sind. Ein weiterer spannender Aspekt ist die Idee. Ohne Frage es geht um Vampire, oder wie sie in den Büchern genannt werden, Virals. Trotzdem ist es kein richtiger Vampirroman, sondern viel eher ein Science Fiction-Roman, da die Vampire durch Wissenschaft entstanden sind. Meiner Meinung nach ein wirklich interessanter Genre-Mix, der das Buch von vielen anderen Vampirbüchern abhebt.

Den letzten Teil zu lesen war für mich auch sehr schmerzhaft, da viele geliebte Charaktere im Kampf gegen Zero und seine Viralarmee ihr Leben lassen mussten. Auf der einen Seite hätte ich mir natürlich ein Happy-End für jeden gewünscht, aber andererseits wirkte das Buch dadurch nur noch realer. Zum Schluss muss ich noch ein wenig Kritik einbringen, und zwar handelt es sich um eine finale Szene die für mich einfach unglaublich klischeehaft wirkte. Als ich das gelesen habe, war ich ein kleines bisschen enttäuscht, gerade weil es eine der wichtigsten Stellen im Buch war. Fand ich schade, aber wenn man bedenkt wie viele Vampirklischees es hätte geben können, dann bin ich eigentlich froh dass es nur diese eine Szene war. Ansonsten gäbe es nichts, was ich noch kritisieren müsste. Ganz toll fand ich hingegen, dass Justin Cronin nach dem eigentlichen Ende nicht einfach Schluss gemacht hat, sondern den Lesern noch einen Blick in die Zukunft gewährt hat. Nicht nur in die Zukunft der Charaktere, sondern auch die Zukunft der Menschheit und der Erde. Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen offene Enden, aber hier bei diesem Buch passte das einfach perfekt und ich wäre enttäuscht gewesen wenn uns Justin Cronin mit offenen Fragen stehen gelassen hätte.

~ FAZIT ~
Für mich bildet "Die Spiegelstadt" den perfekten Abschluss der Trilogie, welche für mich ohne Frage zu einer der besten Buchreihen gehört die ich je gelesen habe. Deshalb kann ich sie euch nur ans Herz legen. Lasst euch von dem enormen Umfang der Bücher nicht abschrecken - jede Seite lohnt sich und gute Bücher können schließlich nie dick genug sein.

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60 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kurzgeschichten, männer, japan, liebe, frauen

Von Männern, die keine Frauen haben

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 254 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714254
Genre: Romane

Rezension:

Bei Haruki Murakamis Werk "Von Männern, die keine Frauen haben" handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung, bei welchem sich die Kurzgeschichten, wie der Titel schon sagt, um Männer handelt die keine Frauen haben. Einsame Männer, verlassene Männer, verletzte Männer. Die sieben Geschichten heißen folgendermaßen:
Drive my car, Yesterday, Das eigenständige Organ, Scheherazade, Kinos Bar, Samsa in Love und Von Männern die keine Frauen haben.

Das ist mein erstes Buch das ich von dem hochgelobten, japanischem Autor Haruki Murakami gelesen habe und obwohl er mich mit seinen Geschichten sehr sprachlos zurückgelassen hat, weiß ich eines doch sehr genau - ich möchte mehr von ihm lesen! Ich glaube das Besondere an seinem Schreibstil ist vor allem die Ruhe, die darin liegt. Diese wiederum entsteht durch die einfache Sprache, die wenigen Worte mit denen er so viel ausdrückt.

Eigentlich bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da ich mich sehr gerne in die Charaktere einer Geschichte hineinversetze und das ist nicht einfach, wenn man nur kurz Zeit hat diesen Charakter kennenzuleren. Bei Murakami hingegen - ich war total beeindruckt - schienen die wenigen Seiten vollkommen auszureichen. In jeder der Geschichten habe ich schnell Zugang zu den Protagonisten gefunden und mich mit ihnen verbunden gefühlt. Besonders mit Kino von "Kinos Bar" habe ich sehr mitgefühlt und schließlich sogar geweint.

Gerade habe ich einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis geworfen um herauszufinden welche Geschichte mich am meisten berührt wird. Schnell habe ich bemerkt, dass es mir unmöglich ist eine Lieblingsgeschichte aus den sieben, die der Band enthält, auszuwählen. Oder mehrere. Denn dann müsste ich fünf Geschichten wählen, wobei die zwei die übrig bleiben auch nur knapp überholt wurden. Denn jede der Geschichten ist auf ihre Weise schön und berührend. Beim Lesen hatte ich ein richtig schönes Gefühl, ein Gefühl das mir wieder zeigte warum ich lese. Weil ich berührte werden möchte und Murakami hat das mit seinen Geschichten über einsame Männer auf jeden Fall geschafft!

FAZIT:
Murakami berührte mit seinen Geschichten mein Herz und das Lesen fühlte sich für mich wirklich unglaublich schön an. Ich kann dieses Buch deshalb nur wärmstens weiterempfehlen, nicht nur an Murakami-Fans, sondern auch an all diejenigen die es noch werden wollen.

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Tags: ehe, frauen, kurzgeschichten, männer   (4)
 

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literatur, mehr feminismus, belletristi, zeitgenössische autoren, essay, z

Mehr Feminismus!

Chimamanda Ngozi Adichie , Anette Grube
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.09.2016
ISBN 9783596036769
Genre: Sachbücher

Rezension:

In dem neusten Werk von Chimamanda Ngozi Adichie findet man vier Geschichten die auf der einen Seite über Feminismus, Geschlechterrollen sowie die Rolle der afrikanischen Frauen. Im ersten Kapitel fordert sie wehement dazu auf, dass wir mehr Feminismus brauchen und versucht dabei dem Begriff "Feminismus" etwas von seiner Negativität zu nehmen, mit welcher er leider oft verbunden wird. Sie schreibt auch privat von ihren eigenen Erfahrungen mit Feminismus, beziehungsweise über Momente in denen über Feminismus oder eine Feministin gesprochen wurde. Darauf folgen vier, bisher unveröffentlichte kurze Geschichten.

Ich habe von Chimamanda Ngozi Adichie bis jetzt schon sehr viel Gutes gehört. Leider habe ich aber noch nie etwas von ihr gelesen, aber als ich dann erfuhr dass sie ein Buch mit dem Titel "Mehr Feminismus!" herausbrachte, wusste ich: das will ich lesen. Da ich ihre anderen Werke nicht kenne kann ich keinen Vergleich ziehen, aber ich glaube ich habe mir wirklich das Richtige "erste Adichie-Buch" ausgesucht, denn sie konnte mich mit ihren wahren Worten nicht nur in ihren Bann ziehen sondern absolut begeistern.

Ich kann auch gar nicht sagen welche Geschichte mir am besten gefallen hat, da jede Einzelne auf etwas ganz anderes abzielt und seine Wichtigkeit hat. Mich haben alle vier sehr bewegt und ich finde es klasse das die Autorin so viel Privates in das Buch einfließen lässt. Allein schon für die Einleitung muss ich das Buch loben. Darin hat mich besonders begeistert, dass Adichie das Problem der falschen Vorstellung von Feminismus anspricht. Sowie die Negativität die oft mit Feminismus oder einer/einem Feministin/en in Verbindung gebracht wird. Sie versucht diese Vorurteile und Stereotype zu wiederlegen und das gelingt ihr, finde ich auch sehr gut.

Besonders schön fand ich auch, dass die Autorin so einfach schreibt. Das macht auf der einen Seite das Lesen viel einfacher und angenehmer und hatte zugleich den Effekt als würde man mit der Autorin in einem netten Café sitzen und über das Thema sprechen. Dadurch fühlte ich mich den Worten auch gleich viel verbundener und ich habe mir diese auch sehr zu Herzen genommen.

FAZIT:
In diesen rund 100 Seiten stecken sehr viele Gedanken, Gefühle und Aufforderungen die ich mir als Leser sehr zu Herzen genommen haben. Für mich hat die Autorin auch gezeigt, dass Feminismus etwas ist das uns alle betrifft. Denn wir brauchen wirklich MEHR FEMINISMUS. Ein großartiges Buch!

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Tags: feminismus   (1)
 

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nein, entscheidungen, ja, selbstbestimmt, zukunft

NEIN

Anja Förster , Peter Kreuz
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 26.09.2016
ISBN 9783570553428
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer kennt es nicht? Man möchte eigentlich ein entspanntes Wochenende verbringen und in einer Buchwelt versinken, als plötzlich - im letzten Moment - jemand auftaucht und dich um etwas bittet. Eigentlich möchte man ablehnen, weil man ja schon die letzten paar Mal "ja" gesagt hat, aber bevor man als unfreundlich abgestempelt wird, lächelt man freundlich und nickt. Dabei verlernt man aber selbstbestimmtes Leben und Entschiedenheit. Die beiden professionalen Redner und Managementvordenker Anja Förster und Peter Kreuz haben darüber in ihrem neuen Buch geschrieben.

Ich selbst bin jemand der nur schwer Nein sagen kann. Grundsätzlich machte es mir in der Schule nie etwas aus, zusätzliche Arbeit zu übernehmen, jemandem mein Heft zum Abschreiben zu borgen oder das Referat alleine fertig zu machen. Manchmal, da lag mir das Nein aber auch auf den Lippen und nur das schlechte Gewissen, hat mich dazu gebracht es wieder hinunter zu schlucken. Und selbst wenn ich es dann einmal geschafft habe Nein zu sagen, dann habe ich mich nachträglich furchtbar gefühlt weil ich der Person keinen Gefallen getan habe. Für mich war Nein immer ein schlechtes Wort, ein Wort das niemand hören will. Anja Förster und Peter Kreuz sehen das anders und haben mir mit ihrem Buch einen interessanten Einblick in diese Sichtweise gewährt.

Tatsächlich haben sie es auch geschafft mich zu überzeugen. Denn auch wenn Nein sehr negativ behaftet ist, gibt es doch sehr viel positives zu finden und das hat mich sehr überrascht. Zudem habe ich mich in diesem Buch auch sehr bestärkt gefühlt, einen neuen Weg zu gehen und Dinge auszuprobieren. Die Autoren schreiben nämlich nicht nur über das Nein-sagen, sondern auch die Wellen dass es schlägt und wie essentiell ein selbstbestimmtes Leben ist. Sowohl für die Lebensqualität wie auch die Karriere. Sehr interessant zu lesen war auch das Kapitel über Zweifel, da ich jemand bin der Entscheidungen oft in Frage stellt. In dieser Hinsicht, haben sie nicht nur sehr einfühlsam geschrieben sondern auch sehr informativ und dargestellt, dass selbst Zweifel ihre Vorteile haben können und in Folge dessen erläutert wie man von ihnen profitieren kann.

Das Lesen war für mich auch sehr angenehm, da das Buch weder voller Fremd- und Fachwörter ist, noch kompliziert geschrieben. Die beiden Autoren bringen die Tatsachen gezielt auf den Punkt und, was ich wirklich klasse fand, versuchen auch nicht ein Thema bis in die Unendlichkeit auszudehnen. Dies ist bei Ratgeber-Büchern ja leider oft der Fall, hier zum Glück nicht. Auch das Layout kann ich nur loben, da die Kapitel sehr übersichtlich strukturiert sind und zwischendurch wichtige Passagen farbig und fett gedruckt sind. Zudem wurden auch Zitate herausgeschrieben und hervorgehoben. Rundum kann ich also sagen, dass dieses Buch seinen Nutzen vollkommen erfüllt hat. Es hat nicht nur unterhalten, sondern auch beraten und informiert.

FAZIT:
Ich fand das Buch nicht nur im Bereich des Nein-Sagens sehr hilfreich, sondern auch was selbstbestimmtes Leben und Eigenständigkeit angeht. Ich konnte mir viele mit ins Leben nehmen und habe es gespannt gelesen, deshalb vergebe ich an das Buch fünf Sterne und empfehle es wärmstens weiter!

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Tags: eigenständig, entscheidungen, nein, ratgeber, schwere entscheidungen, selbstbestimmt, zukunft, zukunftsfragen, zweifel   (9)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

psychologie, pantheon verlag, marshmallows, rezension, kinder

Der Marshmallow-Effekt

Walter Mischel , Thorsten Schmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 28.09.2016
ISBN 9783570553107
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Psychologe Walter Mischel schreibt in seinem Buch "Der Marshmallow-Effekt" darüber wie Willensstärke unsere Persönlichkeit prägt. Darin bezieht er sich vor allem auf ein sehr bekanntes Experiment, das er durchgeführt hat - das Marshmallow Experiment. Dabei ging es darum, dass Kinder entscheiden mussten ob sie lieber ein Marshmallow (oder eine andere Süßigkeit die sie gerne mochten) jetzt essen wollten oder bereit waren eine Zeit lang zu warten um dafür dann zwei Marshmallows (bzw. zwei Stück der gewählten Süßigkeit) zu bekommen.

In der Schule habe ich schon einmal vom Marshmallow-Experiment gehört, allerdings besprachen wir dort nicht die weitläufigen Auswirkungen dieses Experiments und welche interessanten Schlüsse die Psychologen daraus gezogen haben. In diesem Buch wird das von Walter Mischel genau erläutert und dabei bespricht er natürlich nicht 400 Seiten lang sein bekanntes Experiment sondern vor allem was wir Leser aus den gewonnenen Erkenntnissen lernen können und wie wir durch Willensstärke unsere Persönlichkeit, ja sogar unseren ganzen Lebensweg, beeinflussen können.

Ich muss zwar zugeben, dass das Buch manchmal seine Längen hatte - besonders wenn Mischel zum x-ten Mal erwähnte dass die Kinder die länger gewartet haben, einen höheren Bildungstand erreicht haben usw. - aber trotzdem las ich das Buch mit viel Interesse und war begeistert wie viele unterschiedliche Bereiche der Autor darin ansprach. Besonders eine Message von ihm, blieb mir gut im Gedächtnis: es sind nicht die Gene die unser Leben bestimmen sondern wir selbst. Das hat er in zahlreichen Beispielen und Erklärungen deutlich gemacht und auch gezeigt, wie wir Menschen die Möglichkeit haben uns nicht von unserer Persönlichkeit leiten lassen sondern diese selbst zu definieren.

Eine Befürchtung von mir war, dass das Buch sehr wissenschaftlich geschrieben ist. Bis auf den Aufbau, der mich sehr an eine wissenschaftliche Arbeit erinnert, aufgrund der Quellenangaben, des Sachregisters sowie auch den Kapiteln die darauf hinweisen wie das Buch aufgebaut ist, las es sich allerdings wie einen Roman. Sehr flüssig, sehr entspannt. Einige Fachwörter kommen vor, aber diese stellten keine Herausforderung da, da diese vom Autor immer gleich gut erklärt wurden. Das fand ich klasse! Außerdem kann ich sagen, dass das Buch durchaus seinen Sinn erfüllt hat - es hat mich beraten und informiert. Bis auf einige Längen, hat es mir also gut gefallen!

FAZIT:
Walter Mischel schreibt in seinem Buch nicht nur über sein berühmtes Marshmallow-Experiment, sondern auch darüber wie wir selbst unsere Persönlichkeit definieren und damit unser Leben beeinflussen können. Das Lesen hat mir gut gefallen und bis auf einige Längen fand ich es sehr spannend!

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Tags: experiment, kinder, marshmallows, persönlichkeit, psychologie, ratgeber   (6)
 

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

entführung, thriller, berlin, kindesentführung, catherine shepherd

Krähenmutter

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492309653
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf Ermittlererin Laura Kern wartet ein kniffliger Fall: das Kind des Ehepaars Nussbaum wird am hellichten Tag, quasi innerhalb weniger Sekunden, entführt. Zuerst vermutet man, dass der Täter Lösegeld will, doch dieser meldet sich nicht und so stellt sich für die Ermittlerin nicht nur die Frage wo das Kind ist, sondern auch wieso es entführt wurde. Mysteriöserweise ist dessen Vater in einer Überwachungsfirma arbeitet, äußerst unkooperativ und Laura Kern steht vor der Frage ob die Eltern vielleicht an der Entführung beteiligt waren.

Das Buch beginnt sehr spannend. Man lernt die Ermittlerin Laura kennen, die mit ihren eigenen dramatischen Kindheitserfahrungen zu kämpfen hat; dazu die mysteriöse, unbekannte Person mit dem Namen Baby und schließlich auch Sophie Nussbaum, deren Kind entführt wird. Obwohl man die Entführung aus der Sicht von Sophie mitverfolgt, oder gerade deshalb, bleibt es rätselhaft wie das Kind so unauffällig verschwinden konnte. Die Mutter wandte sich wenige Sekunden ab und schon war es nicht mehr da. Eine spannende Ausgangssituation! Leider baut das Buch danach ab. Einerseits fehlen mir die spannenden Wendungen, auf der anderen Seite habe ich schon zu früh geahnt in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird.

Zwar mochte ich den Schreibstil der Autorin sehr gerne, da sie versucht den Leser in der Schwebe zu halten und trotzdem Spannung aufzubauen. Leider muss ich hier das Wort "versucht" betonen. Bei mir hat es nämlich nicht funktioniert. Anfangs las ich noch mit großer Begeisterung, doch diese wurde immer weniger und das Ende war für mich nicht sehr überraschend. Die Ermittlerin Laura fand ich interessant, besonders da sie selbst mit ihrer Kindheitserinnerung zu kämpfen hatte. Das kannte ich aber schon von zahlreichen anderen Ermittlern aus Büchern und deshalb war auch das nichts Neues und Aufregendes. Ihre Kollegen und auch die Familie Nussbaum waren leider sehr blass und stachen auch nicht hervor. Interessant hingegen war die mysteriöse Person Baby.

Bei einem Thriller geht es mir immer darum, dass er fesselnd ist. Dies war bei "Krähenmutter" nicht der Fall. Der Spannungsbogen fehlte komplett und obwohl die Autorin versuchte überraschende Wendungen einzubauen, schlugen diese fehl und machten das Buch, leider, nur noch länger. Dadurch das man auch einiges aus Lauras Privatleben erfährt, pausiert die Haupthandlung manchmal und gerade bei diesem, nicht sehr fesselnden Buch, war das dann anstrengend. Schließlich kam das Buch dann ans Ende. Es war für mich leider nicht überraschend. Schade!

FAZIT:
Unglücklicherweise konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen. Die Idee ist zwar spannend, aber die Autorin schaffte es nicht mich zu fesseln oder die gute Idee passend auszuführen. Somit blieb die erwartete Lesefreude leider aus.

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Tags: thriller   (1)
 

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81 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

klassiker, frankreich, inspektor javert, les misérables, französische literatur

Les Misérables / Die Elenden

Victor Hugo , Edmund Th. Kaur
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.02.2013
ISBN 9783746629575
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

paris, studenten, javert, armut, jean valjean

Les Miserables

Victor Hugo , Norman Denny
Fester Einband: 226 Seiten
Erschienen bei Penguin Books Ltd, 30.04.1998
ISBN 9780140622911
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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(12)

30 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

reise, bücherbus, bücher, bibliothek, freundschaft

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453418844
Genre: Romane

Rezension:

Der kleine Bobby hat es Zuhause nicht leicht. Seine Mutter ist fort, sein Vater ist streng und dessen Freundin hat ihn nicht gerade ins Herz geschlossen. Kein Wunder das er bald viel mehr Zeit mit seiner neuen Freundin Rosa und deren Mutter Val verbringt, als Zuhause zu sein. Doch das ist dem Vater gar nicht recht und er verbietet seinem Sohn sie zu besuchen. Kurzerhand beschließt Val den Bücherbus, den sie wöchentlich putzt, zu stehlen und mit Bobby und Rosa eine Reise quer durch England zu machen.

Der Klappentext klang so verrückt, dass das Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt hat. Tatsächlich hat es David Whitehouse sogar geschafft, dass die Geschichte selbst noch viel verrückter wird als im Klappentext schon angepriesen. Es ist eine chaotische Reise, voller Freude, Lachen und Bücher. Mich konnte das Buch deshalb in seiner Herzlichkeit, die mich durchwegs zum Lächeln brachte, absolut überzeugen und total begeistern. Allein die Idee, drei so unterschiedliche Freunde, auf eine Reise zu schicken und dabei herauszufinden wie das richtige Leben tatsächlich aussieht, fand ich absolut himmlisch.

Dabei bleibt es auch durchwegs spannend, da die Reise natürlich einige Komplikationen mit sich bringt. Auch ohne die Tatsache das Val den Bücherbus gestohlen hat und deshalb nach ihr und den beiden Kindern gefahndet wird. Dauernd entwickelt sich der Roman in eine andere Richtung und er schlägt immere wieder neue Wege ein. Das fand ich sehr unterhaltsam, da es nie langweilig wurde und man durch die unterschiedlichen Situationen auch die Charaktere immer besser kennenlernen durfte. Ich könnte gar nicht sagen, welche der drei Personen ich am liebsten mag. Auch kann ich kaum beschreiben, wie schön ich all die Botschaften fand, die der Autor in seine Geschichte eingebaut hat. Davon konnte ich einiges mit in mein Leben nehmen.

David Whitehouse Schreibstil ist einfach fantastisch. Er zeigt, dass man keine komplizierten Wörter braucht um eine wundervolle Geschichte entstehen zu lassen. Man merkt nämlich in jeder Zeile, das er mit Freude und Herz schreibt. So kam es auch ganz oft vor, dass ich das Gefühl hatte gemeinsam mit Val, Bobby und Rosa im Bücherbus zu reisen. Ich war keine Leserin die von außen einen Blick hineinwarf - ich war mittendrin und erlebte alles hautnah mit. All die kunterbunten Gefühle die Bobby auf der Reise durchlebt. Wirklich wunderschön!

FAZIT:
Eine verrückte, liebevolle Geschichte die man mehr als einmal lesen möchte. In mir hat sie nicht nur das Reisefieber geweckt, sondern mir auch vor Augen geführt wie wichtig wahre Freunde und tolle Bücher sind, und das diese beiden Dinge jeden ein Leben lang begleiten werden. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

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Tags: bücherbus, reise   (2)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

italien, ferrara, schuld, drogen, familie

So glücklich wir waren

Daria Bignardi , Julika Brandestini
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458176800
Genre: Romane

Rezension:

Erst als ihre Tochter schwanger ist, beschließt Alma ihr die Wahrheit zu erzählen. Ihr Bruder, Maio, ist nämlich nicht jung gestorben sondern vor vielen Jahren plötzlich verschwunden und seit jeher nicht aufgetaucht. Als Antonia, Almas Tochter, das hört macht sie sich sofort auf nach Ferrara, die Heimatstadt ihrer Mutter um mehr über ihren Bruder und sein Verschwinden herauszufinden. Dabei wird sie aber nicht nur mit seiner, sondern auch mit der Vergangenheit ihrer Mutter konfrontiert und sie muss erfahren, dass Maios Verschwinden nicht das einzige ist, das sie vor ihrer Tochter geheimgehalten hatte.

Als ich den Titel und den Klappentext las, habe ich mich mir doch etwas anderes unter dem Buch vorgestellt. Ich dachte es würde sich aktiver mit den Themen Glück, Vergangenheit und die Auswirkung von getroffenen Entscheidungen auseinander setzen. Zwar hat die Autorin diese gestreift und viele Fragen aufgeworfen - wie zum Beispiel, ob Alma's Geheimnis die Beziehung zwischen ihr und ihrer Tochter Antonia stark verändert oder in irgendeiner Weise beeinflusst - aber diese nur gestreift oder flüchtig beantwortet. Sie überließ es mehr dem Leser Antworten zu finden und Charaktere zu analysieren. Auf der einen Seite natürlich interessant, aber auf der anderen Seite fand ich es  auch schade.

Die Handlung spielt sich größtenteils in Ferrara ab, eine wundervolle italienische Kleinstadt die ihrer, nicht gerade glänzenden, Winkel und Ecken hat. Meiner Meinung nach der perfekte Schauplatz für das Geschehen. Erzählt wird abwechselnd von Antonia, die sich meistens in Ferrara aufhält, aber auch Alma. Man erlebt also von beiden Seiten was die eigenhändigen Ermittlungen von Antonia im Leben der beiden Protagonisten bewirkt. Ich mochte auch beide sehr gerne, da sie, trotz ihrer Verwandtschaft, sehr unterschiedlich sind und einen anderen Blick auf die Dinge haben. Außerdem fand ich es sehr spannend zu verfolgen wie Antonia versucht mehr über Maio und sein Verschwinden herauszufinden.

Der Schreibstil des Buches ist für mich nichts außergewöhnliches, doch aber besser als Mittelmaß. Die Autorin versteht es den Leser zu fesseln und zum Miträtseln und -denken anzuregen, und das machte das Lesen gleich noch viel spannender. Wie oben schon erwähnt, hätte ich mir gewünscht sie hätte mehr eigene Gedanken eingebracht. Somit kann ich also sagen, dass ich nicht unbedingt noch ein Buch von ihr würde lesen wollen aber wenn mich das Thema interessiert, dann greife ich gerne danach.

FAZIT:
Ein kurzlebiger Thriller, der trotzdem durch starke Charaktere und spannende Wendungen überzeugt. Er regt zum Miträtseln an und wirft interessante Fragen auf, auf deren Antworten man gespannt hinfiebert.

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Tags: bruder, familie, italien, thriller, verschwinden   (5)
 
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