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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

brustkrebs, memoarien, krebs

Die Helle Stunde

Nina Riggs , Antoinette Gittinger , Gabriele Würdinger
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei btb, 25.09.2017
ISBN 9783442757435
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mit 38 Jahren bekommt Nina die Diagnose Brustkrebs. Plötzlich betrachtet sie ihr Leben aus einem anderen Blickwinkel und muss nicht nur lernen mit ihrer Krankheit zu leben, sondern auch sich von ihrem geliebten Mann und ihren beiden Söhnen zu verabschieden. "Ein Buch darüber, wie sehr das Leben leuchtet, auch in seinen dunkelsten Momenten."

Mir fällt es gerade sehr schwer, meine Rezension zu beginnen, da ich meine Gefühle was dieses Buch betrifft immer noch nicht in die richtige Reihenfolge gebracht habe und wahrscheinlich auch nie werde bringen können. Denn wenn du Nina Riggs Buch öffnest, dann ist es als würdest du einen Mantel anziehen, der dir die Welt aus einer anderen Perspektive zeigt. So schreibt die Autorin über ein Leben, das nicht ewig währt, aber dafür von unendlicher Schönheit ist.

Nina Riggs ist eine beeindruckende Frau. Sie kämpft nicht nur mit dem Krebs, sondern ist gleichzeitig auch noch eine wundervolle Ehefrau und Mutter. Ich bewundere sie für ihren Mut, die Ehrlichkeit und auch ihre Positivität. Ich glaube, dass sie für Krebserkrankte ein wunderbares Vorbild sein kann, auch die Krankentage gut zu verbringen und das Schöne im Leben zu sehen. In ihrem Buch zeigt sie eine sehr private Seite an sich und lässt den Lesern an ihren Gedanken teilhaben. Ihr Schreibstil ist von einer überraschenden Leichtigkeit, auch wenn sie schwierige Themen anspricht.

Das Buch hat mich auf besondere und einzigartige Weise berührt und sehr nachdenklich gestimmt. Es ist ein memorarisches Werk, das vor Hoffnung strahlt und dem Leser auf wundervolle Art die Augen öffnet, um das Leben als ein Kunstwerk zu sehen. Ich habe mir einige Stellen in dem Buch markiert und werde es bestimmt auch in Zukunft noch das ein oder andere Mal durchblättern und noch einmal lesen.

FAZIT:
Nina Riggs hinterlässt ihre Memorien in einer wundervollen Art und Weise, die mich zutiefst berührten. Sie ist eine beeindruckende, mutige Frau, deren hoffnungsvolles Werk ich nur weiterempfehlen kann!

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Tags: brustkrebs, krebs, memoarien   (3)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderbuc, robote

Das Wunder der wilden Insel

Peter Brown , Uwe-Michael Gutzschhahn , Peter Brown
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei cbt, 25.09.2017
ISBN 9783570164839
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nach einem Schiffsunglück wacht Roboter Roz in einer Kiste auf einer Insel gestrandet auf. Die Tiere auf der Insel fürchten sich vor dem seltsamen Monster, das so anders zu sein scheint als sie. Doch Roz lässt sich von der anfänglichen Feindlichkeit nicht vertreiben, sondern versucht ihnen mit Güte und Hilfsbereitschaft entgegenzutreten. Sie lernt ihre Sprache, zieht ein Gänseküken auf, baut ein kleines Häuschen und versucht Freundschaften zu schließen.

Ich habe schon lange Zeit kein Kinderbuch mehr gelesen und ich bin sehr froh das ich es nun endlich einmal wieder getan habe. Mit einfachen, aber dennoch sehr wirkungsvollen Worten erzählt der Autor Peter Brown von dem Roboter Roz der zwar kein Mensch ist aber sehr menschlich denkt und fühlt. Sie wird anfangs von den Inseltieren gemieden und als "Monster" beschimpft, doch das gute Wesen des Roboters lässt sich dadurch nicht beirren. Trotz der Feindsehlichkeit bietet sie den Tieren ohne zu Zögern ihre Hilfe an und behandelt sie wie Freunde.

Nicht nur junge Leser können aus diesem Buch sehr viel mitnehmen. Es enthält so viele mutmachende Botschaften, so dass ich mir wünschte ich hätte dieses Buch schon viel früher gelesen. Es zeigt einfach wie wichtig Freundlichkeit und Güte sind und das man immer mehr ist, als andere Leute über dich sagen. Ich denke Roboter Roz könnte ein großes Vorbild für viele Leser sein. Ich habe sie bereits ins Herz geschlossen und werde nun in Zukunft hoffentlich oft daran denken, das man immer entscheiden kann wer man sein möchte.

Geschmückt ist das Buch nicht nur mit einem zauberhaften Cover, sondern auch mit Illustrationen in dem Buch. Sie sind in schwarz-weiß gehalten und unterstreichen das Leseerlebnis noch einmal zusätzlich. Der Stil ist schlicht und doch anziehend. Mir haben sie sehr gut gefallen! Rundum kann ich nur positiv über das Buch sprechen, da mich Peter Brown's Geschichte inspiriert und begeistert hat. Manche Bücher schaffen es einfach, dass ihr Buch ein angenehmenes Gefühl hinterlässt und das hat der Autor mit seinem Werk auf jeden Fall geschafft. Roz Geschichte ist wundervoll und berührend.

FAZIT:
"Das Wunder der wilden Insel" ist ein wundervolles Buch, dessen zauberhafte Geschichte mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte, die von Freundschaft, Akzeptanz und Hilfsbereitschaft erzählt, hat mich bewegt und fasziniert. Ich lege das Buch wirklich jedem, jung und alt, ans Herz!

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103 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

identität, istanbul, zwillinge, sasha marianna salzmann, migration

Außer sich

Sasha Marianna Salzmann
Fester Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427620
Genre: Romane

Rezension:

Als Ali eine unbeschriebene Postkarte aus Istanbul bekommt, vermutet sie dahinter ihren verschwundenden Zwillingsbruder Anton und bricht sofort auf um ihn dort zu suchen. Sein Verschwinden beschäfigt die junge Frau sehr und so hofft sie bei der Suche nach ihrem Bruder auch sich selbst zu finden, ein Ich, das sich schon längst aufgelöst hat.

Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch herangetreten und darüber bin ich sehr froh, da ich sonst vielleicht enttäuscht gewesen wäre. Der Schreibstil des Buches ist nämlich etwas gewöhnungsbedürftig und es brauchte einige Kapitel bis ich mich damit zurecht gefunden habe. Er ist auf keinen Fall schlecht, doch es gibt einfach viele verschachtelte Sätze, die die volle Aufmerksamkeit des Lesers verlangen. Wäre ich geben worden mein Leseerlebnis mit zwei Wörtern zu beschreiben hätte ich "anstrengend" und "intensiv" gesagt.

Der Klappentext erzählt zwar von der Suche nach einem verschwunden Bruder, tatsächlich geht es in dem Buch aber viel mehr um die Suche nach der eigenen Identität, bei der sich Vergangenheit und Gegenwart vermischen. Ein sehr schwieriges Thema, das mich auch sehr nachdenklich gestimmt hat. Somit war das Lesen des Buches für mich nicht sehr entspannend, sondern eher anstrengend, was aber keine Kritik sein soll. Hätte ich Erwartungen gehabt, wäre ich enttäuscht gewesen. So war ich nur überrascht. Intensiv war das Buch dahingehend, dass die Autorin in ihrem Werk sehr viele Denkanstöße brachte, die man ausgiebig diskutieren kann.

Ein Problem hatte ich leider mit der Protagonistin Ali. Bis zum Schluss war mir diese leider nicht symphatisch, da ich ihre Handlungen in keinster Weise nachvollziehen konnte. Sie war für mich ein Schatten, eine schemenhafte Figur die sich je nach Situation verbog und verstellte. Vielleicht lag das auch im Interesse der Autorin. Vielleicht wollte sie eine undurchsichtige Person schaffen, damit jeder Leser sich gleich gut mit Ali identifizieren kann. Bei mir hat es leider nicht funktioniert. Rundum fand ich die Nebencharaktere jedoch sehr gut gelungen und das Lesen des Buches war eine interessante Erfahrung!

FAZIT:
Ein bewegender, schmerzlicher Roman, der es mir nicht immer leicht gemacht hat ihm zu folgen, mich aber trotzdem auf seine eigene Art und Weise faszinieren konnte.

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Tags: identität, istanbul   (2)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

chinesische geschichte

Sag nicht, wir hätten gar nichts

Madeleine Thien , Anette Grube
Fester Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 04.09.2017
ISBN 9783630875200
Genre: Romane

Rezension:

In diesem Buch wird die Geschichte von drei Generationen von Musikerfamilien während des Aufstiegs der chinesischen Partei in den 1940er-Jahren und der etwas später darauf folgenden Kulturrevolution. Dabei behandelt das Buch vor allem das Thema, wie kann man sich selbst und seiner Leidenschaft treu bleiben, wenn sein eigenes Land durch politische Unruhen zerrüttelt wird und man um sein und das Leben seiner Liebsten fürchtet.

Etwas das ich schon während des Lesens sehr bedauert habe, war die Tatsache, dass ich sehr wenig über die Geschichte Chinas weiß. In meinem Geschichteunterricht beschränkten wir uns vor allem auf die europäische Geschichte. Ich glaube, ich hätte den Roman noch einmal mit ganz anderen Augen betrachtet, wenn ich schon zuvor mehr über die politischen Unruhen in China gewusst hätte. Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch sehr bewegt und einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Gerade dadurch, dass man die Geschichte Chinas durch drei verschiedene Generationen erlebt, zeigt noch einmal deutlicher wie schlimm es für die Menschen in dieser Zeit gewesen sein muss.

Es brauchte jedoch eine Weile bis die Geschichte mich für sich gewonnen hat. Dadurch, dass das Buch sehr viele Charaktere enthält, war ich anfangs sehr verwirrt wie nun die Beziehungen zwischen den Personen sind. Das hat sich leider bis ans Ende durchgezogen, obwohl ich mir von Kapitel zu Kapitel immer leichter tat. Trotzdem hat dieser Aspekt das Lesevergnügen doch etwas eingeschränkt und das finde ich sehr schade. Wäre vorne im Buch ein kurzer Stammbaum, oder zumindest ein Personenverzeichnis gewesen, hätte man dieses Problem gelöst. Ich könnte mich nämlich vorstellen, dass es mehreren Lesern diesbezüglich gleich geht wie mir.

Ansonsten kann ich zu diesem Werk aber keine Kritik finden. Madeleine Thien erzählt in einem wundervollen Schreibstil auf berührende Weise wie viel Schrecken sich in der Geschichte China versteckt. Dabei geht sie sehr stark auf die Gefühle und das Innenleben ihrer vielseitigen Charaktere ein und schafft es, mich vollkommen in den Bann zu ziehen. Das Buch ist wirklich keine einfache Lektüre und mit viel Schmerz verbunden. Gleichzeitig gibt es selbst in dieser dunklen Zeit Momente in denen die Protagonisten Hoffnung schöpften und diese gefielen mir am besten. Ich bin sehr dankbar, dass Madeleine Thien einen Teil der chinesischen Geschichte in ihrem Buch festhält und an uns Leser weitergibt.

FAZIT:
Eine bewegende Familiensaga, die ein erschütterndes Portrait einer Musikerfamilie während der politischen Krisen in China darstellt. Anfangs fiel es mir etwas schwer die Personen zuzuorden, doch je weiter man liest, desto mehr beginnt man sich in der Geschichte zu verlieren und mit den Charakteren zu weinen, zu lachen und zu hoffen.

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Tags: chinesische geschichte   (1)
 

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157 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

hitler, der junge auf dem berg, verrat, ns-zeit, weltkrieg

Der Junge auf dem Berg

John Boyne , Ilse Layer
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.08.2017
ISBN 9783737340625
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem Pierrot's Mutter verstorben ist, kommt er zuerst ins Waisenhaus, danach zu seiner Tante  Beatrix nach Salzburg, diee dort als Hauswirtschafterin in dem Ferienhaus von Adolf Hitler arbeitet. Pierrot muss jetzt nicht nur Frankreich hinter sich lassen sondern auch seine Identität, da ihn seine Tante bittet von nun an auf den Namen "Peter" zu hören, damit er in Gegenwart der Nationalsozialisten als Deutscher gilt.

Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb habe ich den Inhalt möglichst knapp gehalten. Grundsätzlich geht es in dem Buch darum wie aus dem jungen Franzosen Pierrot zu einem nationalsozialistischen Peter wird. Der Autor zeigt damit sehr gut auf, wie stark der Einfluss der Nationalsozialisten und Patrioten sich auf die junge Generation ausgewirkt hat und wie stark sie deren Entwicklung und Verhalten prägte. Mich hat das Buch sehr betroffen und schockiert gemacht, vor allem aber auch nachdenklich gestimmt. Oft fragt man sich, wieso früher Kinder so begeistert der Hitlerjugend oder dem Bund deutscher Mädchen beigetreten sind und ich finde, dieses Buch liefert sehr gute Antworten auf solche Fragen.

John Boyne, auch der Autor von "Der Junge im gestreiften Pyjama", hat einen wundervollen Schreibstil. Er ist sehr nüchtern und kühl, aber trotz dieser Distanz fiel es mir als Leser nicht schwer eine tiefe Beziehung zu dem Protagonisten Pierrot aufzubauen. Oft wenn ich Bücher aus Sicht von Kindern lese, kommt es mir sehr gestellt vor, da die Gedankenwelt der Kinder, und ihre Art die Dinge zu betrachten, ganz anders ist als wenn ein Erwachsener oder Jugendlicher es tut. John Boyne hat aber den perfekten Ton getroffen und wusste genau wie ein Kind auf diese oder jene Situation reagieren würde.

Die Charaktere in diesem Buch sind alle sehr lebensnah und nehmen jeweils eine zentrale Stellung im Buch ein. Wir haben etwa den Chaffeur, der schnell mit Pierrot Freundschaft schließt, aber ein Geheimnis hütet, oder Pierrots Tante Beatrix die ihren kleinen Neffen schützen möchte. Katherina, ein Mädchen das dem Krieg und Nationalsozialismus sehr kritisch gegenüber steht. Und schließlich Adolf Hitler, der ebenfalls einen entscheidenden Teil des Buches ausmacht. Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mir das Buch sehr viel Stoff zum Nachdenken gegeben und eine weitere Perspektive eröffnet hat. Auf jeden Fall sehr lesenswert!

FAZIT:
Genauso wie "Der Junge im gestreiften Pyjama" konnte mich auch "Der Junge auf dem Berg" überzeugen. Eine keineswegs leichtverdauliche Geschichte, die aber zum Nachdenken anregt, schockiert und das Herz berührt. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen!

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Tags: nationalsozialismus, weltkrieg   (2)
 

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

thriller, action, spannung, auftragskiller, evan smoak

Projekt Orphan

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Obwohl Evan Smoke schon seit langer Zeit aus dem Orphan-Projekt ausgestiegen ist, kann er die Vergangenheit nicht einfach abschütteln und mit der Zeit hat er sich viele Feinde gemacht. Im zweiten Band der Reihe muss sich Evan seiner unabweichlichen Vergangenheit stellen und entscheiden wie sein Leben weitergehen möchte.

Als ich damals "Orphan X" gelesen habe, war ich absolut begeistert. Eigentlich mache ich um Action-Bücher immer einen großen Bogen, da das nicht ganz mein Genre ist. Als mir das Buch mehrmals empfohlen wurde, habe ich neugierig zu lesen angefangen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Genauso gefesselt hat mich nun auch der zweite Band. In diesem Band lernt man den Protagonisten Evan Smoke nun etwas näher kennen, erfährt mehr über seine Persönlichkeit, seine Arbeit und auch seine Vergangenheit, die er zu vergessen versucht.

Evan gerät im Buch in die Gefangenschaft eines sehr dubiösen, mächtigen Mannes und muss sich aus einer scheinbar aussichtslosen Lage befreien. Was nach Action klingt, ist auch Action. Allerdings gespickt mit viel Detail und interessanten Wendungen, so dass ich über Evans schlaue Schachzüge oftmals sehr überrascht und immer begeistert war. Gleichzeitig lässt ihn der Autor aber auch nicht überheblich wirken, indem er den Protagonisten sehr wohl an seine Grenzen stoßen lässt. Das fand ich gut, da Buchhelden leider oft sehr perfektioniert dargestellt werden.

FAZIT:
Eine sehr spannende Fortsetzung, die mich begeistern und mitreißen konnte. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen um Evans Abenteuer weiterhin zu verfolgen.

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Tags: action, spion   (2)
 

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222 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

roman, belgien, lize spit, kindheit, und es schmilzt

Und es schmilzt

Lize Spit , Helga van Beuningen
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972825
Genre: Romane

Rezension:

Dreizehn Jahre sind vergangen und trotzdem kann Eva die Ereignisse des schrecklichen Sommers nicht vergessen. Der Sommer der alles veränderte. Als sie dann eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde erhält, beschließt sie ihr Heimatdorf zu besuchen und bricht mit einem Eisblock im Koffer auf um sich ihrer Vergangenheit zu stellen.
Auf der Rückseite des Buches steht "Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt" und besser kann man das Buch, finde ich, nicht zusammenfassen. Man merkt schon früh, dass es keineswegs ein leichter Roman ist. Mit einer seltsamen, bedrückenden Eindringlichkeit erzählt Lize Spit die Geschichte von Eva’s Sommer der alles, und besonders sie, veränderte.
Für die Protagonistin Eva brauchte ich einige Zeit. Sie ist ein sehr eigensinniges Mädchen, dass sich hinter ihren beiden Freunden Pim und Laurens versteckt, obwohl in ihr eine interessante Persönlichkeit steckt. Diese Freundschaft ist sehr eigen und anfangs für mich schwer nachvollziehbar und ich konnte nicht immer verstehen warum Eva tat was sie tat, doch ich denke, dass war durchaus von der Autorin beabsichtigt. Evas Vergangenheit ist voller Schrecken, Gewalt und schockierenden Szenen, die mich sehr hin und her geworfen haben. Stellenweise fand ich die Beschreibungen sehr heftig und Lize Spit’s nüchterner Schreibstil hat die Wirkung nur noch verstärkt.
Lize Spit schreibt mit sehr wachsamen Präzision. Sie weiß genau wie sie den Leser auf ihre Seite zieht und Spannung aufbaut, die bis zum Schluss nicht mehr abnimmt. Bewundernswert finde ich, dass man zu der Protagonistin Eva eine tiefe Beziehung aufbaut, obwohl der Schreibstil der Autorin doch sehr distanziert ist und manche Szenen sehr unbeteiligt beschreibt, als würde sie einen Bericht schreiben um Tatsachen darzulegen. Besonders am Ende hat die Autorin das Ruder noch einmal herumgerissen, um sicherzustellen, dass die Geschichte dem Leser im Gedächtnis bleiben wird. Bei mir hat sie das auf jeden Fall geschafft! Ich war begeistert, oft schockiert, betroffen und habe die Geschehnisse im Kopf noch lange nachklingen lassen.
FAZIT:
 Man kann der Vergangenheit nicht entfliehen. Ein schockierendes Buch, das mich sehr nachdenklich gestimmt und sehr in Aufruhr versetzt hat. Ohne Frage ein außergewöhnlicher, starker Roman, der es in sich hat!

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125 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

krebs, familie, brustkrebs, adhs, liebe

Sieh mich an

Mareike Krügel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492058551
Genre: Romane

Rezension:

In "Sieh mich an" geht es um die Mutter Katharina die vor kurzem ein "Etwas" in der Brust entdeckt hat, dass eventuell ein Tumor sein könnte. Doch während ihres anstrengenden Leben, dass mit dem Alltag komplett ausgefüllt ist, kommt sie nicht richtig dazu darüber nachzudenken, was das jetzt eigentlich bedeutet. Dennoch beginnt sie ihre Umgebung genauer zu betrachten. Ihre ADHS-diagnostizierte Tochter, ihren Musical-Sohn und ihren (vielleicht) fremdgehenden Ehemann.

Der Klappentext hat mich auf das Buch sehr neugierig gemacht, doch es war die Leseprobe die mein Interesse, den Roman zu lesen, schließlich weckte. Nach wenigen Zeilen schon hatte mich Mareike Krügel mit ihrem lockeren, aber gleichzeitig auch ernsten und subtilen Schreibstil eingefangen und ich wollte mehr über Katherina erfahren. Das Buch über hat sie eine sehr interessante Entwicklung hingelegt, indem sie sich selbst und ihr Leben beobachtet hat. Wie ihre Ehe langsam aus dem Ruder läuft, ihr Sohn älter wird und ihre junge Tochter Helli mit ihrer Krankheit ADHS zu kämpfen hat. Das Buch hat mir ein paar wirklich interessante Einblicke in das Leben einer Mutter gegeben und ich konnte mich gut in Katharina hineinversetzen. Der Handlung an sich bietet vielleicht nicht sehr viel Spannung, doch das Innenleben von Katharina dafür umso mehr und somit habe ich das Buch sehr gerne gelesen.

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, königin, tearling, krieg, geschichte

Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen
E-Buch Text: 600 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 13.06.2017
ISBN 9783641165284
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kelsea Glynn, die Königin von Tearling, befindet sich in den Händen ihrer Gegenerin, der Roten Königin. Diese hat Kelsea jedoch nicht nur ihrer Freiheit beraubt, sondern ihr auch noch die magischen Saphire weggenommen. Während Kelsea ihre Zeit in den dunklen Kerkern von Mortmesne verbringt, wirkt ihr treuer Freund Mace in Tearling als Regent und versucht das immer mehr auseinanderbrechende Konstrukt des Reiches zusammenzuhalten. Doch alleine Kelsea ist es, die Tearling und auch Mortmesne retten kann, denn neben den politischen Streitigkeiten drohnt noch eine weitere Gefahr, welche das Ende von allem bedeuten könnte.
Normalerweise brauche ich bei Fortsetzungen immer eine Weile bis ich mich wieder mit den Namen und Örtlichkeiten der Welt vertraut gemacht habe, aber bei dem dritten Band von "Die Königin der Schatten" fand ich mich unvermittelt im Geschehen wieder und konnte neben den zahlreichen Namen auch die vielen verschiedenen Orte zuordnen. Das hat mir wieder einmal vor Augen geführt wie komplex die Autorin die einzelnen Charaktere gestaltet, so dass man, wenn man den Namen liest auch immer gleich ein konkretes Bild vor Augen hat und eine ganze Reihe von Charakteristika mit dieser Person verbindet. Das finde ich klasse! Ich habe mich gefreut, dass auch der Fetch in diesem Buch wieder etwas mehr Platz eingenommen hat, da in den vorherigen Bänden immer wieder Andeutungen gemacht wurden, aber seine Identität doch sehr verschleiert blieb.
Kelsea zählt für mich zu einer der interessantesten weiblichen Hauptfiguren im Bereich Fantasy, da sie ebenfalls eine sehr gut ausgearbeitete Figur ist und eine spannende Entwicklung hingelegt hat. Sie hat in diesem Buch viel durchgemacht und die Autorin verstand sich ausgezeichnet darauf den Leser mit Kelsea mitfühlen zu lassen. Was ich aber noch spannender finde ist, dass man, obwohl man Kelseas Schwäche hautnah zu spüren bekommt, dennoch weiß wie stark sie eigentlich ist. Das fand ich beeindruckend! Eine weitere Person der man in diesem Buch sehr nahe kommt ist neben Mace, Aisa und auch der Roten Königin. Ebenfalls erwähnenswert ist die fiktive Welt die Erika Johansen erschaffen hat. Schon im zweiten Band hat man viel darüber erfahren wie sie sich aufgebaut hat, doch auch im dritten Band gibt es weiterhin viele spannende Rückblenden in die Vergangenheit.
Da das Buch mit 600 Seiten nicht gerade zu den dünnsten zählt, sind kleine Längen natürlich nicht unvermeidlich und so gab es durchaus die ein oder andere Szene die nicht so spannend war wie die davor, aber rundum hat sich die Autorin auf das Wichtigste beschränkt und die Spannung konstant hoch gehalten. Manchmal fand ich es etwas schwierig, dass so oft zwischen den Perspektiven hin und her gesprungen wurde, aber gleichzeitig fesselten mich die unterschiedlichen Storylines jede auf ihre eigene Art und Weise. Das Ende des Buches hat schließlich dann noch den Ausschlag zu meiner Bewertung gegeben, da es wirklich spitze war! Ehrlich gesagt hätte ich niemals damit gerechnet und ich finde es toll, dass sich die Autorin so etwas Besonderes für den Schluss ausgedacht hat! Ein würdiger Abschluss für eine großartige Reihe!
FAZIT:
Ein umwerfendes Finale! Ich wusste, dass Erika Johansen meine hohen Erwartungen wieder übertreffen wird und so kann ich nun, mit Wehmut in der Stimme, sagen, dass diese fantastische Reihe ein würdiges Ende gefunden hat, das man nicht hätte besser machen können! Falls ihr die Trilogie noch nicht gelesen habt - holt das unbedingt nach! Es lohnt sich!

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Tags: fantasy, königin, krieg, magie, ringe, smaragd, tearling, tod   (8)
 

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104 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

freundschaft, hautfarbe, rassismus, london, großbritannien

Swing Time

Zadie Smith , Tanja Handels
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462049473
Genre: Romane

Rezension:

In dem Buch geht es um eine junge Frau die schon seit ihrer Kindheit gerne tanzt und im Laufe ihres Lebens immer wieder mit dem Tanzen in Berührung kommt. Im Gegensatz zu ihrer früheren besten Freundin Tracey ist sie aber nicht gut genug um das Tanzen zu ihrem Beruf zu machen. Stattdessen wird sie, eher durch Zufall, zur persönlichen Assistentin von Aimee, einer erfolgreichen Pop-Sängerin.

Ich fand es schön, dass das Tanzen immer wieder als Schlüsselmoment im Leben der namenlosen Ich-Erzählerin gerückt wurde. Das war wohl einer der Punkte der mir wohl am Besten gefallen hat. Dennoch hatte ich manchmal das Gefühl die Handlung verlor sich ein wenig und die Geschichte plätscherte eben so dahin. Das fand ich schade, da das Buch inhaltlich sehr viel zu bieten hat. So wurde etwa das Thema Freundschaft sehr gut thematisiert, genauso wie die komplizierte, verstrickte Mutter-Tochter-Beziehung zwischen der Ich-Erzählerin und ihrer politisch aktiven, feministischen Mutter. Das Buch hat mich während dem Lesen oft zum Nachdenken angestiftet und mir einige interessante Gedanken mit auf den Weg gegeben, doch stellenweise gab es auch viele Punkte bei denen ich mit den Aussagen nicht ganz zufrieden war. Doch wahrscheinlich macht sich das Buch gerade das auch zu Aufgabe; der Leser soll sich eine eigene Meinung herausbilden.

Rundum hat das Buch also einen fesselnden Inhalt, aber meiner Meinung war es einfach nicht straff genug. Man wandert ruhig durch das Leben der Ich-Erzählerin, aber ich hatte oft das Gefühl, dass mir der rote Faden abhanden gekommen ist. Das Ziel fehlte mir. Der Schreibstil von Zadie Smith konnte mich dafür wieder etwas mehr einnehmen und ich finde ihren ausdrucksvollen Stil sehr ansprechend.

FAZIT:
Ein interessantes Buch, das mir aber leider zu ziellos war und gerne etwas straffer hätte sein können. Die Themen Freundschaft und Beziehungen wurden gut in den Vordergrund gestellt, aber verloren sich manchmal ein bisschen.

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48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

befreiung, satmar-gemeinde, rolle der frau, scheidung, www.die-rezensentin.de

Unorthodox

Deborah Feldman , Christian Ruzicska
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 19.06.2017
ISBN 9783442715343
Genre: Biografien

Rezension:

Unorthodox ist ein autobiographischer Roman von Deborah Feldman, die in eine streng orthodoxe Gemeinde in Williamsburg hineingeboren ist. Sie erzählt in ihrem Buch von ihrer Kindheit, der Glaubensgemeinschaft in der sie aufwächst, ihr Älterwerden und schließlich das Loslösen von diesem streng religiösem Umfeld, dass den Holocaust als Strafe Gottes sah und den Gemeindemitgliedern welchtliche Freuden versagt.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir nicht einfach gefallen ist in die Geschichte hineinzufinden. Obwohl Deborah Feldman von ihrem alltäglichen Leben berichtet, fühlte es sich für mich an als würde ich in eine neue Welt eintreten. die Glaubensgemeinde in der sie groß wurde hat eine ganz eigene Art die Dinge zu brachten und Zusammenhänge zu verknüpfen und auch eine Vielzahl an unbekannten Ritualen und auch jüdischen Wörtern. Diese wurden immer sehr gut von der Autorin erklärt, aber es war doch ein befremdliches Gefühl.

Ich finde es toll, dass man durch das Buch mehr über ultraorthodoxe Glaubensgemeinschaften erfährt, da ich persönlich so wie gar nichts darüber wusste. All die Verbote, Regeln und diese komplexe Gemeinschaft die dahintersteckt, all das war mir neu und es war für mich nicht nur interessant zu erfahren wie das alles genau funktioniert sondern auch wie es ist ein Teil davon zu sein. In dieser Hinsicht konnte ich durch dieses Buch wie etwas ganz Neues erfahren und das ist es was ich in Büchern suche.

Die Autorin selbst bleibt sehr distanziert. Ich hatte das Gefühl sie beschreibt ihre Vergangenheit in einem sehr kühlen Stil, der es aber nicht verhindert, dass man als Leser eine Verbindung zu ihrem jüngeren Ich aufbaut. Trotz der Sachlichkeit, ist es dennoch ein sehr emotionales Buch, das sehr viel von der Autorin preisgibt und ich finde es wirklich bewunderswert wie offen sie über ihr Leben geschrieben hat. Eine sehr starke junge Frau, die mich mit ihrem Taten (und natürlich auch ihrem Buch!) sehr beeindruckt hat!

FAZIT:
Eine sehr intensive autobiographische Erzählung, die mich nicht nur sehr bewegt sondern auch nachdenklich gemacht und mir die Augen geöffnet hat. Die Welt ist groß und leider sehen wir immer nur einen Teil davon, aber Bücher wie dieses machen es uns möglich mehr über sie und die Menschen die sie bevölkern herauszufinden. Ich kann es wirklich nur empfehlen!

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Tags: autobiographie, orthodox   (2)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

familie, contemporary, 2017, freundschaft, pubertä

Hier stirbt keiner

Lola Renn
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783733503253
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Annikas Sommer beginnt damit, dass ihr älterer Bruder Malek nach Amerika fliegt und ihre Eltern sich trennen. Dann hat sie auch noch Krach mit ihrer besten Freundin Theresa und Annika fühlt sich ziemlich alleine. Chris, Maleks bester Freund, ist der Einzige in dessen Gegenwart sich im Moment wohlfühlt und aus einer jahrelangen Freundschaft wird plötzlich Liebe.

Der Grund warum ich das Buch lesen wollte, war folgende Aufschrift auf der Rückseite: "So beginnt Annikas Sommer. Es ist das Ende ihrer Kindheit. Und der Anfang von allem, was danach kommt." Ich liebe Bücher über das Erwachsenwerden, wahrscheinlich weil ich selbst noch nicht ganz herausgefunden habe wie es funktioniert. Es ist eine schwere Zeit in der man sich selbst und seine Wünsche verstehen lernt und in der sich vieles ändern kann. In "hier stirbt keiner" habe ich gemerkt, dass die Autorin versucht hat das Thema in den Vordergrund zu stellen, doch ich hatte gleichzeitig das Gefühl es wurde immer nur kurz gestreift, angedeutet, aber es wurde nie tiefer darauf eingegangen. Zugleich wird im dem Buch auch die Schwierigkeit mit Eltern thematisiert. Zum einen auf der Seite von Annika, deren Eltern sich trennen, zum anderen auf Chris' Seite, dessen Eltern ihm ständig Vorwürfe machen und seinen Wunsch auf die Filmhochschule zu gehen nicht akzeptieren wollen. Auch hier wurde die Problematik immer wieder angerissen, aber immer nur nebenbei und auch wenn man als Leser einen guten Einblick in Annikas Gefühlsleben hatte, so fand ich es doch sehr schade, dass diese wichtigen Themen nicht ausreichend behandelt wurden.

Mit den Charakteren hatte ich es leider auch nicht immer einfach. Einerseits fand ich es unglaublich spannend in Annikas Gefühls- & Gedankenwelt einzutauchen, da sie eine interessante Persönlichkeit besitzt. Allerdings fand ich es schade, dass sie ihre Mitmenschen immer so abweisend behandelt und so selbstkonzentriert denkt. Das fand ich stellenweise schon sehr nervig. Ihre Mutter geht nach der Trennung durch eine sehr schwere Zeit und es hat mir das Herz gebrochen, dass Annika sie immer nur für die Lage verantwortlich gemacht hat, statt Verständnis zu zeigen. Nicht einmal im Buch, kam ihr der Gedanke, dass ihre Mutter genauso unter der Trennung von ihrem Vater leidet wie ihr. Einfach fiel es mir mit Chris, denn ich schnell ins Herz schloss. Man merkt schnell, dass Annika ihm sehr wichtig ist und ich fand es schön, dass er sich ihr gegenüber so sehr geöffnet hat. Die Liebesgeschichte zwischen Chris und Annika empfand ich selbst allerdings nicht als knisternd. Sie passierte einfach.

Wie ihr seht hat es mir das Buch nicht gerade leicht gemacht. Mit den nicht einmal 300 Seiten ist das Buch sehr knapp und ich finde die Autorin hat zu viele Szenen eingebaut die, meiner Meinung nach, nicht unbedingt zur Handlung beitragen, aber dafür zu viele Dinge ungesagt gelassen. Ich hätte mir sehr ein richtiges Gespräch zwischen Annika und ihrer Mutter gewünscht. Oder mehr zum Erwachsenwerden. Was mir an dem Buch aber sehr gut gefallen haben, waren die wenigen Male als die Autorin einen Augenblick in Annikas Leben etwas detaillierter beschrieb, wie etwa die Schönheit der Schneeflocken oder als Malek, Chris und Annika im ersten Kapitel unterwegs waren. Ich sehe durchaus Potenzial, aber das wurde im Buch leider nicht ausgeschöpft. Ich habe immer auf Mehr gewartet, aber vergebens.

FAZIT:
Ich habe gelesen und dabei immer auf Mehr gewartet, da die Autorin stellenweise zeigte, dass sie wirklich bewegend schreiben kann und auch interessante Gedanken hat, die es wert sind auf Papier gebracht zu werden, doch mit Annikas selbstkonzentrierten Charakter und dem knappen Schreibstil kam davon leider viel zu wenig an. Deshalb konnte mich "hier stirbt keiner" leider nicht überzeugen.

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367 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 118 Rezensionen

liebe, prosopagnosie, mobbing, übergewicht, jennifer niven

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn Jack einen Raum betritt ist er ständig von Fremden umgeben, selbst wenn es sich bei diesen um seine Freunde und Schulkollegen handelt. Denn Jack leidet unter Prosopagnosie, auch Gesichtsblindheit bezeichnet. Das bedeutet er kann keine Gesicht erkennen und diese somit auch keinen Namen zuordnen. Das macht die Highschool für ihn zu einem gefährlichen Ort. Genauso wie für Libby, die ihre dunkle Vergangenheit am liebsten vergessen würde und in der Schule wegen ihrem Gewicht gemobbt wird.

Nachdem Jennifer Nivens Debüt "All die verdammt perfekten Tage" mich zutiefst bewegt hat und auch zu meinen Jahreshiglight im Jahr 2015 gezählt hat, konnte ich es kaum erwarten "Stell dir vor, dass ich dich liebe" zu lesen. Ich war auch gespannt darauf mehr über Prosopagnosie zu erfahren, da ich noch nie ein Buch gelesen habe, dass diese Krankheit thematisiert hat. Ich finde in dieser Hinsicht hat die Autorin einen sehr guten Einblick gegeben, wie es sich für Jack anfühlt mit seiner Krankheit zu leben und das ganz alltägliche Situationen zur Herausforderung werden können. In der Danksagung habe ich gelesen, dass sie selbst mit Betroffenen und Experten gesprochen hat um mehr über die Krankheit herauszufinden und sie im Buch authentisch darzulegen. Das finde ich klasse!

Jennifer Niven zeigt aber nicht nur die Probleme von Jacks Krankheit auf, sondern gibt auch einen tiefen Einblick in das Gefühlsleben von Libby und Jack, die beide mit ihrem Alltag zu kämpfen haben. Gerade Libby fand ich sehr bewunderswert, da sie trotz allem über sich hinausgewachsen ist und sich von niemanden hat einreden lassen, dass sie "unerwünscht ist", wie jemand ihr anonym geschrieben hat. Ich fand ihre Stärke wirklich beeindruckend und so habe ich sie schnell ins Herz geschlossen. Während ich bei Libby die Verwandlung sehr nachvollziehbar fand, kam sie mir bei Jack zu abrupt. Libby hat mit sich selbst gekämpft und gehadert, bevor sie es geschafft hat endlich der Mensch zu werden der sie sein wollte, doch bei Jack hatte man eher das Gefühl er würde einfach eine andere Jacke anziehen, da er so leicht und geschmeidig passierte. Das fühlte sich leider nicht sehr authentisch für mich an.

Sehr begeistert hat mich der Schreibstil, da Jennifer Niven immer die richtigen Worte zu finden scheint um eine bedrückende, glückliche oder romantische Situation passend zu beschreiben. Manchmal reichten ein paar Worte um so viel mehr auszudrücken. Das fand ich sehr schön! Toll fand ich auch, dass sie den Charakteren so viele interessante Eigenschaften zugeordnet hat. Wie etwa, dass Libby Zitate auf ihre Schuhe schreibt. Man merkt einfach, dass sie viel Herzblut in diese Geschichte gesteckt hat und dem Leser eine wichtige Botschaft auf den Weg geben möchte: Egal wer du bist. Du bist erwünscht!

FAZIT:
Eine wundervolle Geschichte, die sich besonders durch zwei besondere, außergewöhnliche Charaktere und den tollen Schreibstil von Jennifer Niven auszeichnet und eine wichtige Botschaft enthält. Ein wirklich schönes Buch!

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Tags: gesichtsblindhei, liebe   (2)
 

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fantasy, liebe, attentäter, verrat, das herz des verräters

Die Chroniken der Verbliebenen - Das Herz des Verräters

Mary E. Pearson
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.05.2017
ISBN 9783846600429
Genre: Jugendbuch

Rezension:

*Achtung, da es die Rezension zu einer Fortsetzung ist, könnten sich kleinere Spoiler zu Band 1 darin befinden. Das Fazit kann man aber ohne weiteres lesen! *

Im letzten Band wurde Lia, die geflohene Prinzessin, von Kaden entführt und nun befindet sie sich gerade in Venda. Die Prinzessin versucht einen Ausweg aus der Situation zu finden, während sie zugleich versucht mehr über ihre Gabe und sich selbst herauszufinden.

Als das Buch angekommen ist, habe ich mich sehr gefreut, da mir der erste Teil gut gefallen hat und ich nach dem Cliffhanger von Band 1 doch sehr gespannt darauf war die wie Autorin die Geschichte weiterspinnen wird. Mit der Fortsetzung der Handlung in "Das Herz des Verräters" hat sie mich mehr als überrascht. Es startet gleich ohne Umschweife und man wird von dem ein oder anderen Plot-Twist überrascht. Besonders interessant fand ich in diesem Band auch wieder die Interaktionen zwischen Lia und Rafe und Kaden. Gerade Kaden kommt man während dem Lesen sehr nahe und da er Lia ja versucht zu beschützen, aber gleichzeitig, dem Kommizar und seiner Heimat loyal gegenüber bleiben möchte, gerät er in einen großen Konflikt. Er hat mir deshalb als Charakter in Band 2 am Besten gefallen!

Auch Lia konnte ich in der Fortsetzung viel mehr abfinden, als in Band 1. Sie hat gezeigt, dass sie Prinzessinnenpotenziall hat und ich bin überrascht, welch erfolgreiche Wandlung sie während des Abenteuers durchgemacht hat. Manchmal musste ich wegen ihrer Sturrköpfigkeit auch mal die Augen verdrehen, aber das geschah immer mit einem Schmunzeln auf den Lippen. ;)
Enttäuscht hat mich dagegen Rafe. In Band 1 habe ich ihn als mysteriösen jungen Mann kennengelernt, der eine natürliche Anziehung auf Lia ausübte. Davon war in der Fortsetzung nichts zu spüren. Er wurde von einem interessanten Hauptcharakter eher zur schlaffen Nebenfigur. Das fand ich sehr schade!

FAZIT:
Eine gelungene Fortsetzung, die mich neugierig den dritten Band erwarten lässt. Einen Stern ziehe ich allerdings ab, da es zwischenzeitlich immer wieder kleine Längen gab und mich einer der Protagonisten doch sehr enttäuscht hat, da die Autorin ihn, meiner Meinung nach, zu links liegen gelassen hat.

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osage-morde, verbrechen, wahre geschichte, mord, fbi

Das Verbrechen

David Grann , Henning Dedekind
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 25.04.2017
ISBN 9783442757268
Genre: Biografien

Rezension:

David Grann schildert in seinem Sachbuch den ersten Falls des Federal Bureau of Investigation, kurz FBI. Dabei handelt es sich um die grausamen, finsteren Osage-Morde die sich im Bundesstaat Oklahoma abspielten. Da es zur damaligen Zeit sehr viel Korruption gab, gelang die Aufklärung des Verbrechens erst, als sich das FBI einschaltet.

Als ich das Buch erhalten habe, war ich zuerst doch ein wenig erschocken, dass es dicker ist als erwartet. Schon nach wenigen Seiten merkt man, dass David Grann mit seiner Wiedergabe der Ereignisse, die den Osage-Stamm vor vielen Jahren erschütterte, weit ausholt. Ich fürchtete, mich vor seitenfüllenden, unspannenden Details. Umsonst. Denn schon wenige Seiten später, konnte ich das Buch gar nicht mehr weglegen, da ich bereits tief in der amerikanischen Geschichte versunken war.

Man merkt schnell, dass David Grann genau versteht, wovon er schreibt und das hinter jedem Kapitel eine Menge ausgezeichneter Recherchearbeit steckt. Eine Arbeit die sich, wie ich finde, absolut gelohnt hat! Statt es aber wie ein Geschichtebuch klingen zu lassen, wandelt er es in eine spannende Erzählung um, bei der meine Augen an den Seiten klebten. Besonders gefallen hat mir auch die Dreiteilung des Buches. Zuerst berichtet er von den Osage-Frauen, danach verfolgt man die Geschichte aus der Sicht eines FBI-Mannes und den letzten Part zeigt den Autor selbst wie er Jahre später versucht so viele Informationen wie möglich über die Osage-Morde zu sammeln.

Das Buch liest sich stellenweise mehr wie ein spannender Kriminalroman, da man selbst miträtselt wer hinter den Morden stecken könnte. Außerdem war ich mehr als schockiert, wie korrupt die Polizeigewalt damals war. Gerechtigkeit stand immer hinter dem finanziellen Gewinn. Untermalt wurde die geschichtliche Erzählung mit Bildern, die meisten davon von wichtigen, betroffenen Mitgliedern des Osage-Stammes. Der Autor geht in seinem Buch nämlich auch sehr stark auf einige Menschen ein, so dass ich zu einigen von ihnen eine starke Beziehung aufbauen konnte und viel über sie nachgedacht habe. Generell hat mich das Buch sehr zum Nachdenken angeregt und mich tief betroffen gemacht. Ein ausgezeichnetes Buch!

FAZIT: Das fesselndste Sachbuch das ich seit langem gelesen habe! David Grann versteht es den Leser in den Bann zu ziehen und ein wichtiges Stück amerikanischer Geschichte detailreich und doch spannend zu erzählen. Sehr empfehlswert, insbesondere für Geschichtsinteressierte und Krimifans!

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Tags: fbi, mord, osage-morde, osage-stamm, verbrechen, wahre geschichte   (6)
 

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Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte

Salman Rushdie , Sigrid Ruschmeier
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 10.04.2017
ISBN 9783328101420
Genre: Romane

Rezension:

Es geschehen seltsame Dinge in New York, die sich mit Logik nicht mehr erklären lassen. So schwebt etwa ein Gärtner einige Zentimeter über dem Boden. Oder das Monster eines Graphic-Novel-Designers erwacht zum Leben. Grund dafür ist die Dschinn-Prinzessin Dunia.

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich bereits sehr viel Gutes über den Autor Salman Rushdie gehört habe. Außerdem liebe ich die Verbindung von Märchen und Realismus, die sich in seinen Büchern wiederfindet. Leider verflog meine anfängliche Vorfreude schnell, da ich das Buch schon nach wenigen Kapiteln wieder zur Seite legte und für zwei Tage nicht aufnahm. Es zog mich einfach nicht an. Schließlich nahm ich es in den Pausen immer zur Hand und hoffte, dass es mich doch noch packen würde. Leider nicht. Ich habe es fertig gelesen, aber eher gezwungenerweise als mit wirklicher Lesefreude.

Die Idee die Salman Rushie verfolgt ist das ganze Buch über spürbar und sie war wohl auch das was mir am besten gefallen hat. Gemeinsam mit seinen interessanten Gedanken, die sorgsam in die Geschichte eingewebt wurden. Demzufolge erinnerte mich das Buch an einen kostbaren persischen Teppich, den man mit glitzernden Augen bewundert. Was mir aber bei dem Buch sehr gefehlt hat war die emotionale Nähe zu den Charakteren. Sie fühlten sich für mich wie leere Puppen an, wie Schachfiguren die der Autor auf seinem Spielbrett hin und her schiebt. Ich fand zu niemandem Zugang und somit fehlten beim Lesen einfach die Emotionen. Das fand ich sehr, sehr schade!

Zudem fehlte mir der Schwung in der Geschichte. Es geht immer so dahin, aber es kommt nie wirklich zu einem Höhepunkt der mich gespannt mitfiebern lässt. Das machte das Verfolgen der Handlung langweilig. Die schöne Sprache hat das für mich wieder etwas erträglicher gemacht, da man sich, wenn schon beim Plot nichts passiert, zumindest auf die wunderschön geformten, oft über mehrere Zeilen gehenden, Sätze von Salman Rushdie konzentrieren konnte. Rundum aber war es für mich eher anstrengend als unterhaltsam das Buch zu lesen. Ich werde den Autor nicht gleich verwerfen, da mich seine Sprache durchaus bezaubert hat, aber mit diesem Buch konnte ich mich leider gar nicht anfreunden.

FAZIT:
Auch wenn Salman Rushdie mit seiner wunderschönen, außergewöhnlichen Sprache überzeugt, so war es für mich doch eher ermüdend das Buch zu lesen da die Handlung einfach nicht sehr aufregend gestaltet war und mir die emotionale Nähe zu den Charakteren fehlte.

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magonia, jugendbuch, vögel, fantasy, mariadheadley

Magonia

M. D. Headley , Julia Walther
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.04.2017
ISBN 9783453270176
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aza hat seit ihrer Geburt mit einer seltsamen Lungenkrankheit zu kämpfen, welche die Ärzte in Staunen versetzt. Sie ist der einzige Mensch auf der Welt der darunter leidet und die Krankheit wurde sogar nach ihr benannt. Azas Lunge kommt mit der Luft einfach nicht zurecht und schon seit ihrer Geburt steht für die Ärzte fest, dass das Mädchen keine großen Lebenschancen hat. Doch bevor Aza ihren sechzehnten Geburtstag erlebt, geschieht etwas Außergewöhnliches. Plötzlich findet sie sich zwischen Vögelmenschen wieder, die in einem Schiff den Himmel durchqueren und sie, Aza Ray Boyle, soll die Kapitänstochter sein.

Ein Schiff im Himmel. Was für eine tolle Idee! Der Klappentext hat mich schon sehr neugierig gemacht und ich war gespannt wie es sein würde Aza durch ihr Abenteuer zu folgen. Tatsächlich wurde ich von dem World-building sogar überrascht. Die Autorin beschreibt nicht nur ein Schiff im Himmel, sondern ein ganzes Leben dass sich dort oben abspielt. Die Welt die sie beschreiben hat zeugt von großer Originalität und ich war durchwegs begeistert. Es war interessant zu sehen, das Fantasywelten nicht immer düstel und unheimlich sein müssen, sondern auch eine gewisse Schönheit besitzen.

Zu Aza konnte ich schnell eine tiefe Beziehung aufbauen, da sie ein Mädchen ist mit dem ich mich privat wohl auch anfreunden würde. Sie ist humorvoll, freundlich und gegeben durch die gesundheitlichen Umstande auch etwas bissig. Sie ist ein interessanter Charakter, den ich gerne näher kennengelernt habe und von der ich hoffe auch im zweiten Band noch viel mehr zu erfahren. Die Wandlung die sie in diesem Buch vollzogen hat fand ich sehr spannend zu verfolgen.

Leider kann ich dem Buch nicht fünf Sterne geben, da mir die Spannung zwischendurch zu sehr abgesunken ist. Der Anfang hat mich durch Azas gesundheitliche Situation sehr bewegt, danach lernte ich die Menschen im Himmel kennen, doch dann fehlte mir ein wenig der Schwung in der Geschichte. Leider mochte ich auch Azas Freund Jason nicht sehr gerne. Man merkt dass die Autorin versucht hat die Charaktere außergewöhnlich zu machen, doch ich fand Aza außergewöhnlich genug, so dass mir Jasons "Andersheit" eher gewollt vorkam, als natürlich. Am Ende nahm das Buch wieder an Fahrt auf und ich fieberte mit. Die letzten Seiten haben mich wieder sehr berührt und ich freue mich auf die Fortsetzung!

FAZIT:
Ein außergewöhnliches, erfrischend anderes Fantasybuch! Zwischendurch hat das Buch etwas nachgelassen, aber Anfang und Ende konnte mich mitreißen und begeistern. Für den kleinen "Durchhänger" ziehe ich ein Sternchen ab, doch ansonsten fand ich das Buch wrklich schön.

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nationalsozialismus, geschichte, 2. weltkrieg, widerstand im dritten reich

Die Weiße Rose

Miriam Gebhardt
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 03.04.2017
ISBN 9783421047304
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Wiederstandsgruppe in der deutschen Geschichte. Die Gruppe von Aktivisten wendeten sich mit ihren Flugblättern an das Volk um sie zu ermutigen sich gegen den Nationalsozialismus und die Führung Hitlers zu stellen. In diesem Buch stellt Miriam Gebhardt nicht nur die Mitglieder vor sondern erzählt die ganze, leider sehr kurze, Geschichte der Organisation Die weiße Rose.

Wenn es darum geht ein Vorbild zu nennen, gibt es viele Menschen denen sofort die junge Sofie Scholl in den Sinn kommt. Kein Wunder, sie war eine mutige, intelligente Frau die das Wohlergehen aller über ihr eigenes Leben gestellt hat. Das ist wirklich bewunderswert und dafür verdient sich es für immer in Erinnerung der Menschen zu bleiben. Ein Thema, dass die Historikerin Miriam Gebhardt in ihrem Buch aber auch anspricht ist, dass man mit der Gruppe Die weiße Rose (die erst viel später diesen Namen erhalten hatte) oft nur die Geschwister Scholl verbindet, obwohl es so viel mehr Mitglieder gibt die ihr Leben durch die Zugehörigkeit der Organisation verloren haben.

Für mich was es sehr interessant und bewegend das Buch zu lesen. Begonnen hat es mit einer ausführlichen Biografie über die wichtigsten Mitglieder. Dabei versuchte die Historikerin Miriam Gebhardt vor allem herauszufinden, ob es ein bestimmtes "Rezept" gibt, wie aus jungen Menschen Widerstandskämpfer und kritische Denker werden. Eine spannende Überlegung. Besonders gut fand ich auch, dass Miriam Gebhardt die Biografien nicht einfach nur abgedruckt hat, sondern immer wieder mit den Biografien anderer Mitglieder in Relation gesetzt um daraus auf die Entwicklung zu schließe.

Für ein Sachbuch war es auch fesselnd geschrieben, mit einem flotten Schreibstil der es mir stellenweise unmöglich machte das Buch niederzulegen. Die Geschichte ist mir sehr nahe gegangen und die Tatsache, dass das vor vielen Jahren tatsächlich passiert ist, hält mich immer noch in Atem. Die Mitglieder sind wirklich beeindruckende Menschen. Oft wurden im Buch auch Briefe und Aussagen von ihnen zitiert und einige davon habe ich mir herausgeschrieben, da ich sie sehr beeindruckend und bewegend finde. So möchte ich meine Rezension mit einem Zitat von Christoph Probst abschließen: "Das Leben des Einzelnen ist immer eingebettet in den Zustand der Welt, wenngleich es seine eigenen Gesetze und Strebungen hat. Was nun, wenn diese welt immer tiefer ins Unheil gleitet? Diese Vorstellung ist mit der des jungen, blühenden Lebens nicht vereinbar."

FAZIT:
Die Historikerin Miram Gebhardt erzählt detailgenau über das Leben der Mitglieder und den Aufbau der Widerstandsorganisation "Die weiße Rose". Ein Sachbuch, dass einen tiefen Einblick in das Leben der jungen Leute gibt, die mit ihren Flugblättern und ihrem Einsatz ein Zeichen gesetzt haben. Absolute Empfehlung!

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Tags: geschichte, nationalsozialismus   (2)
 

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du bist der hammer

Du bist der Hammer!

Jen Sincero , Elisabeth Schmalen
Flexibler Einband
Erschienen bei Ariston, 06.03.2017
ISBN 9783424201550
Genre: Sachbücher

Rezension:

Jen Sincero war alles andere als zufrieden mit ihrem Leben, bis sie entschied etwas zu ändern. Sie meldete sich bei zahlreichen Selbsthilfekursen an, las ein Beratungsbuch nach dem anderen und versuchte es sogar mit Meditation. Und siehe da - langsam aber stetig schaffte sie es aus dem Alltagstrott herauszukommen und das Leben zu leben das sie glücklich macht. Ihre Erfahrungen, wie sie es geschafft hat und warum es auch du schaffen kannst, erzählt sie in ihrem Motivationsbuch "Du bist der Hammer!" oder, der ebenfalls sehr passende englische Titel, "You are a badass!".

Ich selbst kann die Selbsthilfebücher die ich gelesen habe an einer Hand abzählen. Ehrlich gesagt, bin ich kein großer Fan davon, aber da ich über alle Ecken viel Gutes über das Buch von Jen Sincero gehört habe, bin ich neugierig geworden. Als ich gesehen habe, dass es auf deutsch herauskommt, wollte ich es natürlich sofort lesen. Passenderweise stehe ich gerade jetzt an einem Punkt in meinem Leben, an dem es sehr viele Entscheidungen zu treffen gibt und durch das Lesen von "Du bist der Hammer!" fühle ich mich, überraschenderweise, gestärkt.

Ich sage ganz bewusst überraschenderweise, da ich, um ehrlich zu sein, nicht damit gerechnet habe das mir das Buch SO gut gefallen würde. Bei ein paar Sachen schaltete sich natürlich meine Skepsis ein, aber im Laufe des Lesens fiel es mir immer leider diese abzulegen, da ich auch gemerkt habe das die Autorin selbst anfangs skeptisch war und sich einfach versucht hat darauf einzulassen. Mir hat das Buch auch so gut gefallen, da Jen Sincero tatsächlich ihren Leser verstehen zu versucht. Sie teilt ihre eigenen Zweifel mit und zeigt wie man damit umgeht,was es bedeutet sich auf Neues einzulasssen und wie man aus verschiedenen Situationen das Beste macht. Die Art WIE sie das Buch geschrieben hat, voller Verständnis, mit viel Witz und Charme und trotzdem fokusiert, dass hat mich begeistert!

Dadurch dass sie einen flotten Schreibstil hatte, viele Anekdoten miteingebaut hat und immer wieder neue Facetten aufzeigte, hat mich das Buch gefesselt. Es fühlte sich manchmal nicht an als würde ich Papier zwischen den Fingern halten, sondern als wäre ich in einem Vortragssaal, Jen Sincero auf der Bühne, die mit voller Leidenschaft davon erzählt wie großartig jeder einzelne von uns ist. Toll fand ich auch die vielen Zitate die sie in ihr Buch eingebaut hat, von Autoren, Schauspieler aber auch Philosophen und sogar einem Mönch! Natürlich immer passend zum Kapitel. Rundum also ein durchaus gelungenes Buch aus dem ich mir sehr viel mitnehmen konnte.

FAZIT:
Die Rückseite des Buches klingt verheißungsvoll: "Das vermutlich unterhaltsamste Motivationsbuch, das je geschrieben wurde." Ich weiß zwar nicht wessen Meinung das ist, aber ich kann dem nur zustimmen. Jen Sincero schreibt mit Witz, lässt aber den "Ernst der Lage" trotzdem nicht aus dem Auge und gibt gute Tipps wie man das Lenkrad selbst in die Hand nimmt und endlich ein "fantastisches Leben" beginnt. Sehr empfehlenswert!

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

sachbuch, liebe, sex, friedemann karig, beziehung

Wie wir lieben

Friedemann Karig
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 17.02.2017
ISBN 9783351050382
Genre: Sachbücher

Rezension:

In seinem Buch "Wie wir lieben - Vom Ende der Monogamie" schreibt Friedemann Karig über die Liebe des 21. Jahrhunderts. Im speziellen geht er dabei auf die Themen Eifersucht und Treue ein. Dabei sieht er sich aber nicht nur das heutige Zeitalter der Liebe an, sondern geht zurück bis an die Wurzeln um festzustellen wie Liebe schon zu Urzeiten aussah und warum die Monogamie, seiner Meinung nach, uns Menschen nicht angeboren ist.

In letzter Zeit greife ich hin und wieder gerne zu einem Sachbuch, da ich es spannend finde einen anderen Blick auf die Welt zu erhalten indem ich etwas mehr über bestimmte Themen erfahre. Ein Thema dass die Menschen früher, heute und auch morgen beschäftigt bzw. beschäftigen wird, ist die Liebe. Ein Thema das eigentlich in vielen Büchern, sowohl in Romanen, Jugendbüchern als auch manchmal in Thrillern, behandelt wird. Bei "Wie wir lieben" handelt es sich jedoch um ein Sachbuch und Karig nähert sich auf wissenschaftliche Weise an das Thema heran. Eine spannende Abwechslung wie ich finde.

Leider empfand ich das Buch manchmal als etwas langatmig und statt wissenschaftlich neutral zu bleiben, indem er Argumente für die eine und andere Seite aufbringt und versucht die Argumente der einen Seite zu entkräften, stellt er sich von Anfang an explizit auf eine Seite. Das fand ich etwas schade. Die Auseinandersetzung hätte bestimmt mehr Schwung in das Buch gebracht. Spannend fand ich jedoch die Beispiele die der Autor aufzeigte, denn er hat Beziehungsgeschichten von verschiedenen Personen in seinem Buch niedergeschrieben. Interessant fand ich auch, dass er das Thema von so vielen verschiedenen Standpunkten betrachtete und im Laufe der Kapitel auch immer vertiefend auf einen Bereich der Liebe eingegangen ist.

FAZIT:
Ein interessantes Buch, dem ich nicht immer ganz zustimmen konnte, dass mir aber einen spannenden Einblick in verschiedenen Beziehungen gegeben hat. Stellenweise war das Buch etwas langatmig aber rundum fand ich es gut zu lesen.

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Tags: monogamie, sachbuch   (2)
 

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183 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 111 Rezensionen

jugendbuch, convention, liebe, nerd, ana und zak

Ana und Zak

Brian Katcher , Ute Mihr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423650250
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ana ist ehrgeizig, schreibt gute Noten und lässt sich niemals etwas zu Schulden kommen. Zak lässt sein Leben an ihm vorbeiziehen, verbringt viel Zeit mit Comics und Fantasyspielen. Niemals hätte Ana gedacht, dass sie irgendetwas mit Zak verbindet. Doch als sie mit ihm zu einer Comiccon-Messe aufbricht um ihren kleinen Bruder zu finden, merkt sie, dass das Leben nicht immer nur aus Arbeit besteht und dabei findet sie auch heraus dass sie und Zak doch gar nicht so schlecht zusammenpassen.

Ich muss zugeben, dass der Inhalt sich anhört wie eine klassische YA-Romanze. Zwei Menschen die meinen überhaupt nicht zusammenzupassen, finden plötzlich heraus dass sie doch Gemeinsamkeiten haben und verlieben sich. Das ist absolut nichts Neues. Das Buch hat mich aber durch das nerdige Cover angezogen und ich bin richtig froh, dass ich es gelesen habe. Innerhalb eines Abends habe ich die ganze Geschichte verschlungen, da sie mir so gut gefallen hat. Ana und Zak sind auf ihre eigene Art liebenswürdig und der Autor, Brian Katcher, bringt mit seinem lockeren, humorvollen Schreibstil Schwung in die Geschichte. So geschah es nicht nur einmal, dass ich lachte oder zumindest schmunzelte. Vom Inhalt darf man sich keine tiefgründige, Leben verändernde Geschichte, aber ein unterhaltsames Zwischendurch-Buch das mich mit einem Lächeln auf den Lippen zurückgelassen hat. Ein tolles Abenteuer! Ich freue mich, dass ich Ana und Zak auf ihrem Abenteuer durch die Comiccon begleiten durfte.

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Tags: jugendroman   (1)
 

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388 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

jugendbuch, physik, liebe, verlust, trauer

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kaum haben die Sommerferien angefangen, taucht plötzlich Gotties alter bester Freund Thomas wieder auf. Vor einigen Jahren ist er weggefahren und sie kann ihm immer noch nicht ganz verzeihen, dass er sich bei ihr nie gemeldet hat. Gleichzeitig durchlebt sie auch noch ein Gefühlschaos, da sie auch ihren Exfreund Jason, der gleichzeitig der beste Freund ihres Bruder ist, wiedersieht. Doch was Gottie am meisten belastet ist die Zeit - denn diese scheint den Sommer hindurch verrückt zu spielen.

Ich habe mich sehr drauf gefreut das Buch zu lesen und so war ich nach den ersten Kapitel doch eher etwas enttäuscht. Gottie und ihre Familie wurden so außergewöhnlich und skurill dagestellt, so dass es mir sehr gestellt vorkam. Doch meine anfängliche Enttäuschung verflog ganz schnell wieder, denn bald hatte ich mich nicht nur in die Charaktere und ihre Schrullen verliebt, sondern auch entdeckt dass die Geschichte einen interessanten Twist bietet. Diesen werde ich natürlich nicht verraten, aber so viel soll gesagt sein: Gerechnet hätte ich damit wirklich nicht.

Gottie hab ich unglaublich lieb gewonnen. Nicht nur aufgrund ihre Begeisterung für Naturwissenschaften und ihrer großen Neugier. Sie muss ja gefühlsmäßig im Sommer einiges durchmachen und dabei gab es ganz viele Situationen in denen ich mich dachte: "Ich weiß genau was du meinst." Gerade was das Erwachsen-werden angeht, konnte ich mich selbst sehr in ihr wiederfinden. Ein anderes Thema das in dem Buch behandelt wird ist der Tod ihres Großvaters, dem sie sehr nahestand. Ich fand es bewunderswert auf welche Weise die Autorin dieses behandelt hat und welchem Ausmaß sie ihm beigemessen hat.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr frisch, voller Witz und Charme. Man fühlt sich beim Lesen sommerlich und jung, das hat mir gut gefallen! Zwar gibt es durchaus einige traurige Stellen im Buch, aber überwiegend versucht die Autorin die Geschichte nicht zu düster zu machen. Schön fand ich auch, der große Teil an Naturwissenschaft, wobei ich ehrlich gesagt mit den meisten Dingen ziemlich überfordert war. Es gibt der Geschichte einfach noch eine weitere Prise Äußergewöhnlichkeit.

FAZIT:
Ich muss zum Glück keine Quantenmechanik anwenden um herauszufinden, dass dieses Buch fünf Sterne verdient hat. Das war für mich in dem Moment klar als ich es zugeschlagen und mich wohlgefühlt habe. Ein schönes Leseerlebnis!

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Wir müssen über Kevin reden

Lionel Shriver , Christine Frick-Gerke , Gesine Strempel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2017
ISBN 9783492310512
Genre: Romane

Rezension:  
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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

magie, harry houdini

Der Illusionist

Steven Galloway , Benjamin Schwarz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442714599
Genre: Romane

Rezension:

 Michael Strauss hat eine ungewöhnliche Krankheit, Konfuabulation. Er ist also davon überzeugt, das Dinge, die faktisch nicht wahr nicht, passiert sind. So glaubt er das er Harry Houdini nicht nur kannte, sondern den großen Illusions- und Entfesselungskünstler sogar umgebracht hat.

Das Buch besteht grundsätzlich aus zwei Geschichten. Einmal verfolgt man als Leser die Lebensgeschichte vom weltberühmten Magier Harry Houdini, der besonders für seine außergewöhnlichen Entfesselungstricks bekannt ist. Zum anderen erfährt man wie der Konfabulierer Michael Strauss Harry Houdini getötet hat und dabei sein eigenes Leben zerstörte. Diese beiden Geschichte hat der Autor intelligent miteinander verknüpft und zu einer großen, beeindruckenden Erzählung werden lassen, die mich gut unterhalten konnte. Besonders bei Houdinis-Kapitel fühlte ich mich manchmal als wäre ich eine gespannte Zuschauerin bei einer seiner spektakulärern Shows. Interessanterweise hat der Autor auch nicht darauf verzichtet den Lesern einen kleinen Blick hinter diese Show zu gewähren, indem er manche Tricks von Harry Houdini erklärte.

Allein schon für Harry Houdinis Geschichte hat es sich gelohnt das Buch zu lesen, doch die Sicht von Martin Strauss brachte noch einen spannenden Twist hinein, auf den ich ungerne verzichtet hätte. Unter dem Einwand der Krankheit Konfabulation zeigt der Autor damit wie schwer wiegend manche Entscheidungen und Taten in der Vergangenheit oft sind und das Reue nur ein kleines Wort ist. Manchmal kann man Fehler zwar nicht rückgängig, aber immer, wieder gut machen. Das ist, finde ich eine schöne Message, die der Autor Steven Galloway geschickt in seinem Buch verpackte.

Generell kann ich die Wortgewandtheit des Autors nur in den höchsten Tönen loben. Er schreibt fließend, gefinkelt und lässt den Lesern gerade an den wichtigsten Stellen genau die richtige Magie fühlen. Auch wenn Harry Houdini ein sehr außergewöhnlicher Mensch ist und einen doch sehr eigensinnigen Kopf hat, ist es Steven Galloway gut gelungen, dem Leser einen Blick in dieser verzweigte Gedankenwelt werfen zu lassen. Mich konnten Houdinis Kapitel immer sehr faszinieren. Wie viel davon jetzt Fiktion und wie viel Wahrheit ist - im Nachwort heißt es das der Großteil davon erfunden aber vieles auch aus Biografien übernommen worden ist. Ich denke auch hier wurde ein guter Mittelweg gefunden.

FAZIT:
Eine faszinierende Geschichte, über die Macht des Glaubens und der Magie, über Harry Houdini und einen Mann der glaubt er habe den, womöglich, größten Entfesselungskünstler der Welt umgebracht. Ich war durchwegs hingerissen und kann das Buch sehr weiterempfehlen!

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77 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

nasa, rassentrennung, emanzipation, usa, gleichberechtigung

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Margot Lee Shetterly , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.01.2017
ISBN 9783959670845
Genre: Biografien

Rezension:

Im Jahr 1943 stellt das Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NASA (damals noch NACA) erstmalige afroamerikanische Frauen ein. Unter ihnen befindet sich Dorothy Vaughan, eine Lehrerin die ein außergewöhnliches mathematisches Talent hat und für die NASA als "menschlicher Computer" arbeiten soll. Später wird sie vorgesetzt der brillianten afroamerikansichen Mathematikerin Katherine Johnson, deren Berechnungen maßgeblich für den Erfolg der Apollo-Missionen sind. Dafür erhielt sie 2015 von Präsident Obama die Johnson's Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA.

Der Start ins Buch fiel mir schwer. Margot Lee Shetterly ist eine Wissenschaftlerin und ihr Buch erinnert ein wenig daran. Es ist sehr sachlich aufgebaut, Fußnoten stören den Lesefluss und man wird mit unglaublich vielen Fakten, Zahlen und Namen bombardiert. Das war anfangs etwas unangenehm. Doch man findet sich schnell damit zurecht und während ich mir am Anfang noch dachte, ob ich mir überhaupt etwas von den vielen Daten behalten werde, so verfolg diese Frage von Kapitel für Kapitel. Denn wie es sich herausstellt, ist es gar nicht so wichtig ob der Mann der die Frauen eingestellt hat Tom, Paul oder Louis heißt. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass vor über fünfzig Jahren afroamerikanische Frauen angefangen haben bei der NACA zu arbeiten und dass das ein erster Schritt in die richtige Richtung ist und noch dazu ein großer Schritt für die Gleichberechtigung.

Deshalb fand ich es unglaublich spannend und inspirierend zu sehen wie die Frauen mit dieser Situation zurechtkamen und besonders Dorothy fand ich sehr beeindruckend da sie nicht nur ihre Arbeit hervorragend machte sondern sich nebenbei auch noch um ihre Familie kümmerte und eine liebevolle Mutter war. Auch wenn das Buch sehr sachlich beschreibt und ich mir manchmal gewünscht hätte, die Autorin hätte sich für einen erzählenden Stil entschieden, so fiel es mir nie schwer mich in die Gedanken- und Gefühlswelt der afroamerikanischen Frauen zu versetzen.

Unglaublich finde ich die Recherchearbeit die hinter diesem Werk steckt. Jede dieser 350 Seiten (ohne Biographie und Anmerkungen) ist gefüllt mit Informationen, die sich die Autorin nicht einfach aus den Haaren ziehen konnte. Schließlich beschreibt sie ja bereits geschehene Ereignisse. Schön fand ich auch, dass sie am Anfang des Buches erklärt, woher ihr Interesse für dieses Thema kommt und warum sie sich dazu entschieden hat dieses Buch zu schreiben. Eine tolle Autorin von der ich gerne noch mehr lesen möchte!

FAZIT :
Ein spannendes, inspirierendes Buch das die wahren Geschichten von afroamerikanischen Frauen erzählt, die bei der NASA als "menschliche Computer" arbeiteten und das in der Zeit der Rassentrennung. Ich war durchwegs begeistert und kann es nur weiterempfehlen!

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Tags: forschung, gleichberechtigung, nasa, rassentrennung   (4)
 
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