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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

"israelischer autor":w=1

Achtzehn Hiebe

Assaf Gavron , Barbara Linner
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 26.02.2018
ISBN 9783630875637
Genre: Romane

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47 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

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(57)

122 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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NSA - Nationales Sicherheits-Amt

Andreas Eschbach
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.09.2018
ISBN 9783785726259
Genre: Romane

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(23)

69 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Der Report der Magd

Margaret Atwood , Helga Pfetsch
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 17.11.2017
ISBN 9783827013842
Genre: Romane

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76 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

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Schnee in Amsterdam

Bernard MacLaverty , Hans-Christian Oeser
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 20.09.2018
ISBN 9783406727009
Genre: Romane

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(454)

849 Bibliotheken, 4 Leser, 13 Gruppen, 45 Rezensionen

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Blutmale

Tess Gerritsen ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 08.12.2008
ISBN 9783442371389
Genre: Krimi und Thriller

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

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Unerhörte Stimmen

Elif Shafak , Michaela Grabinger
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 31.03.2019
ISBN 9783036957906
Genre: Romane

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(6)

36 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

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Archipel

Inger-Maria Mahlke
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 21.08.2018
ISBN 9783498042240
Genre: Romane

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(83)

117 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

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Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

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(18)

50 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Die Katze und der General

Nino Haratischwili
Fester Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 31.08.2018
ISBN 9783627002541
Genre: Romane

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(17)

28 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Drei sind ein Dorf

Dina Nayeri , Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482869
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: 2018, mare verlag, roman, romane-challenge   (4)
 

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(56)

111 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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Hippie

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070491
Genre: Romane

Rezension:

„Ihm war endlich klargeworden, dass wir letztlich allem, was uns widerfährt, ohne Angst begegnen müssen, weil alles zum Leben gehört.“


Inhalt


Paulo Coelho nimmt uns mit im Magic-Bus nach Nepal, uns und seine Gefährtin Karla, die regelrecht auf ihn gewartet hat, um gemeinsam mit ihm eine Reise zu unternehmen, die beiden Bereicherung und Sinnhaftigkeit im Leben geben soll. Der Start der Route in Amsterdam ist ganz einfach, es finden sich mehrere Interessenten, die sich kaum kennen und starten für nur wenig Geld und wenig Komfort, um mit zwei Reiseleitern zu einer unkonventionellen Fahrt aufzubrechen.

Längst sind es nicht nur „Hippies“, die im Bus sitzen, sondern auch Menschen, die sich bewusst aus ihrem gutbürgerlichen Leben ausgeklinkt haben, um ihre Wurzeln zu finden. Natürlich schwingt das Lebensgefühl der Generation mit, so dass die Thematik freie Liebe, Konsum von Drogen und eine Antihaltung gegenüber Dogmen jeder Art zur Sprache kommt, doch ist das längst nicht alles. Coelho entwirft vielmehr einen autobiografischen Roman, der sich darauf konzentriert, den Sinn des Lebens, die Wirkung der Spiritualität und auch die verschiedenen Wege aufzuzeigen, die ein Mensch gehen kann – allein für sich selbst oder gemeinsam in einer Gruppe.

Und während Karla am liebsten für immer in Nepal bleiben möchte, fühlt sich der junge Paulo von den Sufis in Istanbul inspiriert. Und weil alle frei sind, entscheidet jeder für sich, wo die Endstation des Magic Busses liegt …


Meinung


Der brasilianische Autor Paulo Coelho zählt zu meinen Lieblingsautoren, weil seine Romane immer Tiefgang haben und die Philosophie des Lebens nutzen, um das Menschsein zu definieren. Seine Texte basieren auf Glaubensgrundsätzen, sie entwerfen ein umfassendes Bild über das Schöne und Erstrebenswerte im Dasein und sparen die Prüfungen, die Steine auf dem Weg nicht aus, vielmehr gleichen die Texte selbst einer Reise durch die Vielfalt des Lebens. Und weil mir dieser Ansatzpunkt so ausgesprochen gut gefällt, finde ich zu jedem seiner Bücher Zugang und teile eine gewisse Warmherzigkeit mit seinen Geschichten.

Zunächst war ich mir unsicher, ob ein autobiografisches Buch, meine Erwartungshaltung erfüllen kann, doch die Zweifel lösen sich schnell auf, was wohl auch darin liegt, dass der Autor von sich in der dritten Person Singular spricht. Dadurch entsteht Distanz, der junge Mann im Buch könnte auch Roberto, Vladimir oder Pascal heißen, sein Leben ein ganz anderes sein und dennoch im Rahmen dieser Erzählung greifen.

 Also Vorsicht, wer hier mehr über Paulo selbst erfahren möchte! Bis auf eine eher kleine Passage einer Verhaftung und der daraus resultierenden Angst bezüglich Polizeigewalt, findet man nur wenig Spezielles und außerdem ist es sehr unwichtig, was im Einzelnen geschieht. Die Dominanz des Textes beruht auf der Entwicklung eines Menschen und seiner Suche nach einem übergeordneten System, einem Glauben, einer Ethik, einer alles durchdringenden Empfindung bezüglich der Liebe. Der Magic Bus ist scheinbar nur ein willkürliches Instrument und die Menschen darin eine mögliche Melodie.


Fazit


Ich vergebe gute 4 Lesesterne, denn ich mag es, wie der Autor Begriffe aus Religion, Philosophie und spirituellen Handlungen aufgreift und sie zu einer unterhaltsamen Geschichte verknüpft.

Empfehlen möchte ich das Buch aber in erster Linie denjenigen, die seine Texte kennen und mögen, denn es ist nicht sein „bestes“ Buch. Die Botschaft dahinter ist eher versteckt, der Mehrwert liegt nicht unmittelbar auf der Hand, eine Autobiografie der klassischen Art ist es ebenso wenig wie eine rein fiktive Erzählung.

Eigentlich wirkt es wie ein bunter Mix aus Erfahrungen, Enttäuschungen, Hoffnungen und Erkenntnissen – das Leben wird hier auf der positiven Seite betont, ohne dass der Optimismus das tragende Element wäre. Erlebt, Begriffen, Entschieden – jeder so wie er mag.

 

  (51)
Tags: 2018, diogenes verlag, freundschaft, glaube, leben, philosophie, road trip, roman, sinnsuche, spiritualität, vertrauen, vorablesen   (12)
 

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(21)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 19 Rezensionen

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Du springst, ich falle

Maryam Madjidi , Julia Schoch
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 18.05.2018
ISBN 9783351050504
Genre: Romane

Rezension:

„Abwesend, lange Zeit habe ich dich abwesend erlebt. Abwesend vom Leben, von der Mutterschaft, von jeglichem Verlangen. Einverständig lächelnd triebst du langsam über dem Leben dahin.“


Inhalt


„Du springst, ich falle“ ist ein autobiografischer Roman der 1980 in Teheran geborenen Maryam Madjidi, die sich mit ihrem Debüt auch ein Stück weit persönliche Lebens- und Leidensgeschichte vom Herzen geschrieben hat. Und das spürt man über alle Seiten hinweg, eine allumfassende, nicht wegzudenkende Auseinandersetzung mit den Wurzeln, die sie so sehr vermisst hat und der Sehnsucht nach der Heimat im Herzen. Die kleine Maryam hatte aber nicht die Möglichkeit, selbst über ihr Leben zu entscheiden, sondern wurde von den Überzeugungen der Eltern förmlich überrollt. Und dann ist da diese schmerzhafte Lücke, die nie zur Ausbildung gekommene Liebe, die Einsamkeit in einem fremden Land, im Haushalt von Menschen, die mit ihrem eigenen Schicksal hadern und kein Verständnis für die Befindlichkeiten ihrer Tochter haben…


Meinung


Die Gegensätze in der Erzählung haben einen gewissen Reiz, denn angefangen über eine dramatische Kindheit, in einem kommunistischen Elternhaus, mit Revolutionären als Erziehungsberechtigten, bis hin zu einem ruhelosen Erwachsenenleben, immer auf der Suche nach dem echten, wirklichen Platz im Leben, fließen alle Gedankengänge in den Handlungsverlauf ein. Dabei sind es kurze Episoden, fast schon Momentaufnahmen, die erst in ihrer Vielzahl ein schlüssiges Bild ergeben – und was der Leser erkennt ist eine verletzte Seele, die sich nach allen Seiten wehrt und jedwede Beeinflussung ablehnt. Aus einer kindlichen Ohnmacht folgt eine latente Unzufriedenheit und ein unterdrückter Groll auf vereitelte Chancen. Die Sprache ist poetisch, klar und formschön zugleich, man könnte auch sagen niveauvoll ohne allzu dominant zu wirken – ein klares Plus bei dieser Erzählung.

 Was mir hingegen wahrhaft Bauchschmerzen bereitet hat, ist der Unterton, der Hintergrund, der sich für mich immer mehr in den Vordergrund gespielt hat. Denn die Identitätssuche der Protagonistin ist nicht nur sehr pessimistisch und schmerzhaft auf Grund ihrer fehlenden Heimat, sondern vor allem, weil sie Eltern hat, die ihr keinerlei Halt bieten können, die sie manchmal unterschätzen, dann wieder überfordern und eigentlich zu keiner Zeit das echte Wesen ihres Kindes entdecken. Demnach entwickelt sich die Geschichte weniger zu einer Abhandlung über das Leben in der Fremde mit all den nachempfindbaren Entbehrungen, als vielmehr zu einer Anklageschrift gegen die Eltern und ihre aufgezwungene Lebensweise. Immer wieder habe ich mich gefragt: „Wo ist die Liebe hin, war sie überhaupt jemals da?“ Und ich möchte mich emotional auf die Seite der mir unbekannten Eltern stellen und ihr Handeln irgendwie verteidigen, denn die Undankbarkeit, mit der die Tochter ihnen entgegentritt, bereitet mir Sorgen. Die Eltern wollten Freiheit und nahmen sie mit allen Konsequenzen, die Tochter wollte eine Heimat, hat sie aber nirgends gefunden – traurig, dramatisch und sehr bedrückend.


Fazit


Ich vergebe 3,5 Lesesterne, die ich gerne zu 4 Sternen aufrunde, denn sprachlich ist die Lektüre genau nach meinem Geschmack. Nur die alles überlagernde Schwermut, die Anklage, die innere Unzufriedenheit, all das war nicht Teil meiner Erwartungshaltung. Zu sehr ging es mir um einen innerfamiliären Konflikt, der durch die vordergründige Erzählung einer Emigration, nicht an seiner Schärfe verliert. Möglicherweise hätte mir das Geschriebene weniger abverlangt, wenn es fiktionaler und nicht so deutlich autobiografisch angelegt gewesen wäre. So bleibt aber ein bitterer Beigeschmack und die für mich erschütternde Erkenntnis, wie wenig man in den Kopf enger Familienangehöriger schauen kann und wie differenziert die Betrachtung objektiver Dinge erfolgt, wenn man ganz anders tickt. Definitiv kein Buch, mit dem ich mich identifizieren möchte und das finde ich schade, denn bedeutet es doch, dass mich die Emotionen nicht erreichen konnten.

 

  (35)
Tags: 2018, aufarbeitung, autobiografie, blumenbar verlag, erinnerung, exil, frankreich, heimat, identität, roman, romane-challenge, teheran, widerstandskämpfer   (13)
 

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(26)

46 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

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Arminuta

Donatella Di Pietrantonio , Maja Pflug
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 12.09.2018
ISBN 9783956142536
Genre: Romane

Rezension:

„Das Privileg, das ich aus meinem vorherigen Leben mitbrachte, unterschied mich, isolierte mich in der Familie. Ich war die Arminuta, die Zurückgekommene. Ich sprach eine andere Sprache und wusste nicht mehr, wohin ich gehörte.“


Inhalt


Arminuta, ein 13-jähriges Mädchen, dessen echten Namen der Leser nicht erfährt, wird von ihrem Vater ohne weitere Erklärung bei ihren leiblichen Eltern abgeliefert. Plötzlich findet sie sich in einem ärmlichen Haus mit zahlreichen Geschwistern und wenig Platz wieder - sie die bisher das Einzelkind wohlhabender Eltern war und zum Ballettunterricht ging. Erklärungen bekommt sie keine, dafür ändert sich alles.

Die Schule ist nur noch Nebensache, zu Hause wird Mitarbeit erwartet und auf Verschwendung folgt harte Strafe. Ein eigenes Zimmer gibt es nicht, anfangs nicht mal ein eigenes Bett und Arminuta hat nur einen einzigen Wunsch: Sie will zurück nach Hause. Aber nach und nach merkt sie, dass ihre Adoptivmutter kein echtes Interesse an ihr zeigt und sie nicht zurückholen wird, selbst wenn sie sich finanziell weiterhin um sie kümmert. Und ihre leibliche Mutter ist schlicht und einfach eine pragmatische Frau ohne besondere Liebenswürdigkeit. Nicht nur ihr gegenüber, sondern auch in Bezug zu den anderen Kindern.

Der einzige Trost ist ihre temperamentvolle jüngere Schwester Adriana, die der einsamen Seele Kontra bietet und ihre neugewonnene Schwester mit offenen Armen empfängt. Nach und nach erfährt Arminuta, was tatsächlich zum Bruch zwischen ihrem Elternhaus und den Adoptiveltern geführt hat und sie ist sich der traurigen Tatsache bewusst, dass sie nicht die Tochter einer Mutter ist, sondern die Tochter von Trennungen …


Meinung


Die italienische Autorin Donatella Di Pietrantonio wurde bereits mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet und schaffte mit diesem Roman ihren internationalen Durchbruch. „Arminuta“ ist ein ungewöhnliches Buch, beschäftigt es sich doch mit einem nicht alltäglichen Inhalt, bei dem ein Kind, ein Teenager eher, zwischen zwei Müttern steht und keine der beiden sich in einer annähernden Mutterrolle befindet. Doch die vordergründige Thematik lässt schnell erkennen, welche Probleme eigentlich entstehen, wenn junge Menschen keinen Rückhalt haben, keine Erklärungen bekommen und wie ein Spielball zwischen den Erwachsenen hin und hergeschoben werden. Und damit gelingt es der Autorin sehr gut, die Stimmung einzufangen, die Bedrücktheit der Protagonistin und jedwede andere Empathie, die Arminuta mit dem Leser teilt.


Ein weiterer Pluspunkt ist die Betrachtung der Peripherie im unmittelbaren Familienverband. Da gibt es Geschwister, die „die Neue“ nicht mögen und sie ärgern, aber auch andere, die sie brauchen und ihre Nähe suchen, da gibt es plötzlich Erlebnisse, die man mit anderen Kindern teilen kann und Verschwörungstheorien, die unter Bettdecken ausgehandelt werden. Dieses weitläufige Geschwistergefüge wird äußerst intensiv und glaubwürdig geschildert und drängt die verlorene Mutterliebe manchmal sogar in den Hintergrund. Gemeinsam sind wir Kinder stark gegen jedes elterliche Bollwerk!


Da das Buch die Ich-Erzählperspektive wählt, fühlt man sich als Leser wunderbar involviert in die Gedankengänge der Arminuta, die diese anscheinend mit einigem zeitlichen Abstand aus ihrer Erwachsenensicht schildert. Dieser Schreibstil macht betroffen, hilflos und manchmal sogar wütend, in Anbetracht der Zerstörungskraft eines fehlenden Zuhauses für ein unschuldiges Kind. Doch ebenso wie es der Hauptperson ergeht, verliert sich diese Wut allmählich und auch die ewige Frage nach der Schuld oder dem Schuldigen tritt in den Hintergrund, weil ersichtlich wird, dass Arminuta die Problematik ihrer eigenen Kindheit nicht mitgenommen hat in ihr erwachsenes Leben. Die Traurigkeit, die bleibt, doch der Mensch wächst über sich hinaus und setzt andere Schwerpunkte und neue Prioritäten und geht ungeachtet der vergangenen Pein entschlossen in die andere Richtung.


Zum Lieblingsbuch hat mir ein ganz entscheidender Punkt gefehlt und das ist eine gewisse Perspektivenvielfalt. Wie gerne hätte ich in die Köpfe der beiden in meinen Augen sträflichen Mütter geschaut, deren objektives Handeln ich zwar verstehen konnte, aber ganz und gar nicht die inneren Beweggründe. Es wäre für mich wunderbar gewesen, wenn auch einmal die Adoptivmutter Adalgisa zu Wort gekommen wäre oder die leibliche Mutter, die mir immer fremd blieb. Es ist diese Lücke, die ein ansonsten sprachlich ansprechender Roman, nicht schließt und genau dieses I-Tüpfelchen fehlte mir noch.


Fazit


Ich vergebe sehr gute 4 Lesesterne für ein innovatives, generalistisches Buch jenseits des Main-Stream. Auf sehr intensive Art und Weise geht es auf menschliche Familienbeziehungen ein und auf die Interaktion zwischen den Beteiligten. Da gibt es Mütter, Töchter, Söhne und Väter, Nachbarn und Lehrer und jeder trägt einen Anteil im Leben einer Heranwachsenden. Dieses Geflecht lohnt es zu betrachten und sich gemeinsam mit Arminuta auf eine Reise in deren geprüfte Kindheit zu begeben. Mir hat dieser Roman viele Ansatzpunkte geliefert, die zu weiteren Gedankengängen anregen und ich kann ihn guten Herzens empfehlen.

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Tags: 2018, einsamkeit, erziehung, familie, geschwister, italien, jugend, kunstmann verlag, mutter, roman, romane-challenge, schicksal   (12)
 

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79 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

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Sechs Koffer

Maxim Biller
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.08.2018
ISBN 9783462050868
Genre: Romane

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(102)

152 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 95 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

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(38)

96 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Die Wahrheit über das Lügen

Benedict Wells
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070309
Genre: Romane

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(60)

65 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

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Die Unruhigen

Linn Ullmann , Paul Berf
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 11.06.2018
ISBN 9783630874210
Genre: Romane

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(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Der Tag X

Titus Müller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453439306
Genre: Romane

Rezension:  
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(31)

51 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Das Verschwinden des Josef Mengele

Olivier Guez , Nicola Denis
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783351037284
Genre: Romane

Rezension:  
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(78)

125 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

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Bösland

Bernhard Aichner
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 01.10.2018
ISBN 9783442756384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ich wollte daran glauben, ich malte mir alles schön. Ich war naiv und dumm, weil ich mir wünschte, dass für immer alles so blieb. Schuld, die ich von meinen Schultern auf seine gelegt hatte.“


Inhalt


Ben kann sich an den Augusttag, an dem er für den Mord an seiner Klassenkameradin Mathilda weggesperrt wurde nur noch dunkel erinnern. Ein Golfschläger war es, der ihr den Kopf zerschmetterte und der Junge verbringt die nächsten Jahre in der geschlossenen Psychiatrie. Nur mit Hilfe seiner engagierten Therapeutin Frau Vanek gelingt es ihm nun, im Erwachsenenalter ein einigermaßen normales Leben zu beginnen. Die Psychiaterin empfiehlt ihm dennoch, sich den Erinnerungen aus der Vergangenheit zu stellen und seinen Heimatort aufzusuchen, sich mit alten Freunden zu treffen und sich mit seiner Mutter auszusprechen. Ben weiß, dass es ihm gelingen muss, alles aufzuarbeiten und stellt sich der schwierigen Aufgabe. Doch seine Mutter leidet an Demenz, nimmt ihn nur widerwillig bei sich auf. So beginnt Ben auf dem alten Dachboden zu stöbern, dort wo einst sein gewalttätiger Vater Selbstmord beging und sich sein jugendliches Leben vor dem Mord abgespielt hat – sein ganz persönliches Bösland. Er entdeckt das alte Filmmaterial von sich und seinem damals besten Freund Felix Kux und schaut sich alle Videos an. Doch auf dem letzten macht er eine unglaubliche Entdeckung und mit Gewalt dringt die Wahrheit zu ihm durch. Nun muss er unbedingt zu Felix, doch der hat längst kein Interesse mehr an seinem alten Freund …


Meinung


Endlich habe ich es geschafft einen Thriller von Bernhard Aichner zu lesen, von dem bereits mehrere auf meinem SUB lagern. Denn interessant klingen die Klappentexte allemal, versprechen sie doch Geschichten über dunkle Geheimnisse, kaltblütige Morde und hartherzige Menschen. Mit dem Titel „Bösland“ konnte ich zunächst wenig assoziieren, doch erklärt sich alles von selbst, wenn man erst mal in das Buch hineingelesen hat. In kurzen prägnanten Kapiteln entwirft der Autor die Geschichte eines schwer misshandelten Jungen, der nun im Erwachsenenalter versucht, sich mit seiner Vergangenheit auszusöhnen. Die gewählte Ich-Perspektive wirkt sehr persönlich und man spürt deutlich die seelischen Qualen, die der Protagonist erleidet. Denn „Bösland“ ist nicht unbedingt das Psychogramm eines Mörders, sondern auch der Hilfeschrei einer verletzten Seele, die nie gelernt hat, sich der Wahrheit zu stellen und Konsequenzen zu ziehen.


Die weitaus interessantere Figur ist jedoch Felix Kux, der nun in der Gegenwart ein äußerst erfolgreicher Unternehmer eines großen Pharmaziekonzerns ist und sich den lästigen Ben irgendwie vom Hals schaffen möchte. Dennoch teilt er bald sein großes Anwesen, seine knappe Freizeit und wenig später sogar seine Frau mit dem Jugendfreund. Und bei all der trauten Zweisamkeit geht es um nichts anderes als versteckte Machtspielchen und sorgsam bewahrte Lebenslügen. Ben und Felix beginnen ein mörderisches Spiel mit weiteren Opfern und einer der beiden wird dabei auf der Strecke bleiben, fragt sich nur wer den längeren Atem besitzt.


Das Buch hat einen hochspannenden Mittelteil, der mich sehr begeistert hat, fängt aber eher gemächlich an und flaut dann auch wieder ab, so dass das Spannungsniveau eher schwankend zu beurteilen ist. Auch das Seelenleben von Ben empfand ich stellenweise als hilflos, dann jedoch wieder entschlossen und zielgerichtet. Eine ambivalente Figur, die manchmal wie eine Marionette wirkt, dann wieder wie der perfekte Drahtzieher.


Fazit


Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen unterhaltsamen Thriller, der weniger Gänsehaut verursacht, dafür aber die Thematik Schuld und Sühne intensiv behandelt und Psychopathen auch mal in einen anderen Kontext setzt. Als Leser ist man hier vor allem auf den Handlungsverlauf gespannt, denn man weiß sehr genau, wer der Held des Buches und wer der Antigonist ist. Sehr aufschlussreich ist auch der Ansatz bezüglich des Geldes und der Handlungsmöglichkeiten innerhalb einer Zweckgemeinschaft und die Auswirkungen von Erpressung und Manipulation. Trotzdem bleibt noch Luft nach oben. Das Ende hat mich etwas enttäuscht, schließt es zwar den Roman, nicht aber meine Gedankengänge folgerichtig ab. Deshalb werde ich gewiss noch ein zweites Buch des Autors lesen, um Vergleichswerte zu haben.

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Tags: 2018, aufarbeitung, btb verlag, erpressung, macht, mord, thriller, vergangenheit, verrat, vorablesen   (10)
 

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215 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 123 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:  
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210 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Böse Seelen

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596298013
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Durch Wertschätzung kann man etwas Banales in etwas Schönes verwandeln. Damals war ich zu jung, um die Weisheit hinter ihren Worten zu verstehen.“


Inhalt


In ihrem 8. Fall wird die Polizeikommissarin Kate Burkholder als Undercover-Ermittlerin unter falschem Namen und mit einer erfundenen Identität in die amische Gemeinde Roaring-Springs versetzt, da der Bischoff vor Ort Eli Schrock angeblich Kinder misshandelt, Gemeindemitglieder züchtigt und nach aktueller Lage vielleicht sogar mit dem Tod eines jungen Mädchens in Verbindung gebracht werden kann. Und keine Polizistin kennt die Gepflogenheiten der Amischen besser als Kate, war sie doch selbst einmal Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft. Sie mietet sich einen alten, windschiefen Trailer und verzichtet für die nächsten Wochen auf jeglichen Komfort. Dafür gibt sie sich als Witwe aus, die nach dem Tod ihres Mannes einen Ortswechsel angestrebt hat, um ganz neu anzufangen. Unrechtmäßige Entdeckungen lassen nicht lange auf sich warten und schon bald bekommt Kate Insider-Informationen zugespielt. Doch der Bischoff misstraut ihr und setzt seine Schergen auf ihre Fährte, denn die Kate Miller, die sich in seinem Obrigkeitsgebiet niederlassen will, steckt ihre Nase viel zu tief in Dinge, die sie nichts angehen …


Meinung


Der Titel dieses achten Falls verspricht leise Gruselstimmung und abermals dunkle Geheimnisse im Verborgenen einer abgeschiedenen Glaubensgemeinschaft. Und auch die Idee, Kate Burkholder diesmal auf eine Undercover-Reise zu schicken klingt vielversprechend, kennt man doch als treuer „Stammleser“ bereits die Akteure vor Ort. Trotzdem bleibt das Spannungsniveau nach den ersten 100 Seiten etwas flach und lediglich die Treffen zwischen den amischen Frauen beim Quilten und die Begleitung eines Gottesdienstes haben mich tiefer in die Grundsätze der Amischen hineinblicken lassen, doch leider ist das etwas wenig. Der Fall selbst bleibt lange im Verborgenen und da sich an allen Seiten neue Vergehen auftun, bekommt man für den eigentlichen Mordfall kein richtiges Gespür. Wie immer konnte mich der Schreibstil an das Geschehen binden, denn ich mag die Erzählweise der amerikanischen Bestseller-Autorin Linda Castillo einfach zu gern, auch wenn ihr beim Voranschreiten ihrer Kate-Burkholder-Reihe zunehmend die Ideen auszugehen scheinen, insbesondere was die Verbrechen selbst betrifft.


 Das alles hat nur wenig Bestand und über ein paar unterhaltsame Lesestunden bleibt nicht mehr viel übrig. Fraglich war in diesem Band auch die Bedeutung von Kates Lebensgefährten Tomasetti, der hier zu einer ziemlich blassen Randfigur verkommt und längst nicht mehr den Stellenwert einnimmt, den ich erwartet habe. Immer nur die gleichen Sorgen, Ängste und Vorbehalte – die Komponente des interessanten Privatlebens wird also auch nicht wieder aufgegriffen.


Fazit


Ich vergebe 3,5 Lesesterne (aufgerundet 4) für diesen schwächeren Teil der Kriminalreihe. Die Spannung und der Nervenkitzel bleiben hier in den Kinderschuhen stecken, obwohl der Undercover Einsatz durchaus neues Potential bietet. Leider drängt sich mir das Gefühl auf, dass die wirklich guten Bände (1-6) nun abgeschlossen sind und die neueren Geschichten einfach nicht mehr so viel Ideenreichtum und Faszination ausüben, möglicherweise entsteht dieser Eindruck aber auch, da ich alle Bücher mehr oder weniger in kurzer Abfolge lese. Kann sein, dass man besser kommt, wenn man zwischen den Fällen mehr Zeit verstreichen lässt, um die Protagonisten dann wieder neu zu entdecken. Aber da es aktuell nur noch den 9. Band gibt („Ewige Schuld“), werde ich diesen noch folgen lassen, bevor ich mir ein Gesamturteil bilde.

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Tags: 2017, amisch, band 8, ermittlung, fischer verlag, thriller, undercover-einsatz   (7)
 

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Eine Nacht, ein Leben

Sophie Van der Linden , Valerie Schneider
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482784
Genre: Romane

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Die Hungrigen und die Satten

Timur Vermes
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 27.08.2018
ISBN 9783847906605
Genre: Romane

Rezension:

„Aber hier gibt es nichts. Hier gab es auch vorher nichts, und deshalb ist hier alles gleich, überall nur eine dicke Zeltschicht auf dem staubigen, verdorrten, versengten Boden. Der Blick geht über die Zeltdächer in die endlose Weite, ein weißgekräuseltes Planenmeer, zwischen dessen Wellen dunkle Menschen treiben, Hunderte und Hunderte …“


Inhalt


Die omnipräsente Berichterstatterin Nadeche Hackenbusch startet mit einer Live-Story der Extraklasse im deutschen Fernsehen durch. Was anfangs nur eine humanitäre Hilfsaktion über einen begrenzten Zeitraum sein sollte, bekommt durch den motivierten Flüchtling Lionel ein ganz neues, medientaugliches Format. Nadesche und Lionel sind nicht nur ein frisch verliebtes Paar, nein, sie sind wahre Mediengurus und begeistern und erschrecken die Bevölkerung mit ihrer gewagten Aktion gleichermaßen. Mit 150.000 Menschen starten sie einen Feldzug von Afrika nach Deutschland zu Fuß, marschieren mit ihrem Tross durch zahlreiche Länder und bleiben einfach nicht stehen. Was anfangs noch ein imposanter Medienrummel zu sein scheint, verkommt nach und nach zur realistischen Bedrohung. Denn in der Türkei angekommen, sind es mittlerweile 300.000 Flüchtlinge geworden und es sieht nicht so aus, als könnte irgendetwas diese Menschenmassen aufhalten. Der deutsche Innenminister braucht eine unschlagbare Waffe, um seine Landesgrenzen zu schützen, doch wer möchte schon die Verantwortung für eine tödliche Massenexekution tragen?


Meinung


Der deutsche Autor Timur Vermes, der bereits mit seinem Debütroman „Er ist wieder da“ für Furore sorgte, widmet sich in seinem aktuellen Roman einer ebenso politischen, wie aktuellen Debatte um das Problem der immer zahlreicher werdenden Flüchtlingsströme, die mit aller Gewalt nach Europa drängen und jedwede Belastung auf sich nehmen, um ein Leben in Frieden zu führen. Dabei ist dieses Werk vor allem sehr radikal, vielmals überspitzt und doch sehr beklemmend und realistisch umgesetzt. Eine innovative, humorvolle Gesellschaftskritik, bei der ganz klar wird, welche Machtkämpfe zwischen den Gewinnern und Verlierern stattfinden, auch wenn alles in geordneten Bahnen abläuft. Denn nicht nur die Aussichtslosigkeit der Bevölkerung in den Ländern ihrer Heimat wird sichtbar, sondern auch ihre Unerwünschtheit in der Fremde.


Dieses Buch hat mich wirklich begeistert, vor allem weil es so humorvoll und satirisch daherkommt und sowohl die Politik, als auch die Aasgeier der Medienbranche durch den Kakao zieht, ihre Schwächen offenlegt und sie zu den Geächteten deklariert und zum anderen, weil die Idee eines Flüchtlingszuges mit der entsprechenden Logistik und den menschlichen Anstrengungen ausgezeichnet und sehr einprägsam dargestellt wird. Man kann laut lachen, über Nadesches neues Image als Engel im Elend oder sich fasziniert dem Flüchtling Lionel zuwenden, der eigentlich nur allein nach Deutschland wollte und schließlich zum Helden einer Menschenmenge avanciert. Und was mir mindestens genauso gut gefallen hat, ist der Wechsel von einem unterhaltsamen, politischem Roman zu einem bedrückenden, fast schon beängstigendem Szenario, dem eine einzige Entscheidung keinen Einhalt mehr gebieten kann.


 Auch die Protagonisten, die hier auf der Bühne stehen, bekommen ein klassisches Profil, so dass man sie bildlich vor Augen hat. Egal ob es die etwas dümmliche, gutaussehende Moderatorin ist, oder der geldgeile, skrupellose Medienboss – jeder steht nicht nur stellvertretend für eine ganze Meute an Personal, sondern gleichermaßen für sein öffentliches Image. Man scheint sie irgendwoher zu kennen, selbst wenn sie andere Namen und Gesichter haben, man fühlt sich als Leser gleichermaßen übergeordnet und eingegliedert.


Dieser Roman bleibt in Erinnerung, nicht nur weil er so anders ist als man erwartet, sondern vor allem, weil sich die Bilder, die er entwirft ins Gedächtnis fressen. Eine Verfilmung stelle ich mir hier auch sehr amüsant und attraktiv vor, sie drängt sich regelrecht auf, stehen doch die Ereignisse, die zwischenmenschlichen Agitationen und die übergeordneten Entscheidungen immer im Mittelpunkt. Beim Lesen braucht man Ruhe und auch Konzentration, weil sich der Lesefluss nicht ganz so flüssig einstellt, wie erhofft. Doch das ist kein nennenswerter Kritikpunkt, gleicht doch die Dichte der Erzählung diesen kleinen Mangel wieder aus.


Fazit


Ich vergebe 4,5 Lesesterne (aufgerundet 5) für diesen innovativen Roman, der die Deutschen und ihr derzeit aktuelles Problem der anrückenden Flüchtlingsmassen gekonnt in Szene setzt. Einprägsam und unterhaltsam, realistisch und bedrückend, aktiv und hilflos – Politiker, Journalisten, und Menschen in Not, die agieren um glaubwürdig zu bleiben, die spekulieren, um Quote zu machen und die nicht anhalten, um zu überleben. Empfehlenswert für alle Leser, die den etwas anderen Blick auf die politische Gesamtsituation werfen möchten und sich auch über das Buch hinaus mit der aufgeworfenen Debatte auseinandersetzen möchten. Den Erstlingsroman des Autors werde ich sicherlich noch lesen, nachdem ich mich hier von seiner Erzählweise überzeugen konnte.

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Tags: 2018, deutschland, dystopie, eichborn verlag, flüchtlinge, gesellschaftskritik, politik, roman, satire   (9)
 
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