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170 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

thriller, hamburg, mord, rother, krimi

Öffne deine Seele

Stephan M. Rother ,
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783499259869
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Öffne deine Seele ist der Nachfolger des Thrillers Ich bin der Herr deiner Angst von Stephan M. Rother um die Kommissare Jörg Albrecht und Hannah Friedrichs. Auch anhand des Covers ist die Verbindung zwischen den beiden Büchern sehr deutlich.

Im Altonaer Volkspark wird der Sohn eines Hamburger Konsuls tot aufgefunden: Falk Sieverstedt ist ertrunken. Wenige Zeit vorher hatte er bei "Second Chance" angerufen, einer Fernsehsendung von Marius, und hatte dort seinen Selbstmord quasi angekündigt. Albrecht glaubt jedoch nicht an einen Selbstmord, weil der Auffindungsort nicht so recht passen will und ermittelt weiter.

Am Anfang scheint der Fall klar zu sein: Selbstmord. So einfach lässt Rother den Leser aber nicht entkommen, der Fall ist deutlich vielschichtiger aufgebaut (zum Glück!) und eines lässt sich sagen, ohne zu viel zu verraten: Ein Selbstmord war es nicht.

Die beiden Kommissare Friedrichs und Albrecht sind toll dargestellt, beide wirken sehr sympathisch und haben beide ihre Eigenarten, die sich ergänzen. Beide Sichtweisen sind das ganze Buch über absolut nachvollziehbar. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Erzählperspektive immer wieder zwischen der Ich-Perspektive aus Sicht von Hannah Friedrichs und der Perspektive aus Sicht von Jörg Albrecht wechselt (hier aber nicht in der Ich-Form). Der Leser kann dadurch beide Sichtweisen und Gedankenwelten absolut gut nachvollziehen, ohne das es verwirrend wird. Toll gelöst! Was es in dem Fall noch besonders spannend macht ist, dass die Kommissare unterschiedliche Spuren verfolgen und Friedrichs zwischendurch sogar von dem Fall abgezogen wird.
Besonders gut ist auch der Kollege Seydlbacher gelungen: Ein Bayer, der in Hamburg immer wieder auf sprachliche Barrieren trifft. Wunderbar und manchmal geradezu komisch wird dem Bayer bei Vernehmungen ein Übersetzer an die Seite gestellt. Also auch die humorige Seite kommt in dem Thriller nicht zu kurz.

Besonders toll auch das Sprachgefühl des Autors: Der Leser kann, wenn er denn möchte, sich ganz der Spannung hingeben und das Buch nur so verschlingen. Er kann sich aber zwischendurch auch an der tollen, geschliffenen Sprache erfreuen, in der die Geschichte geschrieben ist. Mein Lieblingszitat am Ende des Buches, als mal wieder alles anders ist als erwartet: "Jeder braucht seine kleinen Geheimnisse". Könnte auch das Motto dieses Buches sein.

Mein Fazit: Öffne deine Seele ist eine absolut gelungener Thriller der seinem Vorgänger in nichts nachsteht, eher noch einen drauf setzt. Die Spannung ist über die gesamte Geschichte unglaublich hoch und Rother versteht es, den Leser auf eine völlig falsche Fährte zu führen (bei der auch noch einiges an Verbrechen offensichtlich wird, die mit dem Fall nichts zu tun haben) und dann den Fall am Ende doch noch elegant aufzulösen. Wann erscheint eigentlich der nächste Rother-Thriller?

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

freiburg, brand, professor, terrorismus, alexander kilian

Blutroter Himmel

Renate Klöppel
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.02.2013
ISBN 9783492300353
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Blutroter Himmel von Renate Klöppel ist der sechste Band um den Professor Alexander Kilian. Schon der Beginn ist super: Das Institut für Molekulargenetik von Kilian fällt einem Brand zum Opfer, bei dem recht schnell klar ist, dass er vorsätzlich gelegt wurde. Außerdem wird auf dem Dachboden eine unbekannte menschliche Leiche gefunden. Ein paar kleinere Anschläge werden auch noch gegen Alexander Kilian verübt was den Schluss nahelegt, dass auch der Brandanschlag gegen seine Person gerichtet ist.

Insgesamt ist das Buch recht gut und flüssig zu lesen, auch wenn mich am Anfang die recht kleine Schrift durchaus etwas gestört hat. Ist aber nicht weiter schlimm, im Grunde gewöhnt man sich relativ schnell daran und dadurch ist auf den wenigen Seiten des Buches etwas mehr Geschichte untergebracht.

Was mir an dem Krimi nicht so gut gefallen hat ist, dass ich von den ersten Seiten an den richtigen Verdacht hatte, der sich auch das ganze Buch über nicht verändert hat. Hier hätte etwas mehr Abwechslung und auch die ein oder andere falsche Fährte der Spannung des Buches durchaus gut getan, denn dadurch wirkte das Buch streckenweise langweilig.

Zusätzlich fand ich die Darstellung der Handlungsweise von dem Kommissar Jörg zu extrem. Er lässt sich phasenweise von seinem alten Freund Kilian vorschreiben, wie er seine Arbeit zu tun hat. Ich glaube kaum, dass das eine realistische Darstellung der Handlungsweise der deutschen Polizei ist und das ist schade. Ein wenig mehr Realismus hätte an der Stelle nicht geschadet.

Was ich gut fand ist insgesamt die Darstellung von Beate Brändle, der Sekretärin von Kilian, und die Darstellung der Beziehung zwischen den beiden. Kilian scheint nicht fähig zu sein, sein Leben ohne seine Sekretärin auf die Reihe zu bekommen, gesteht sich selbst und auch ihr das aber nicht wirklich ein. Dass Kilian ein wenig lebensfremd ist zeigt sich auch darin, dass er sich eine Katze im Tierheim kauft, ohne wirklich zu wissen, auf was er sich einlässt. Erschreckend eigentlich.

Der Täter wird so platt dargestellt, dass schon beim ersten Auftreten klar, dass das der Täter sein muss. Mehr Persönlichkeit und Tiefgang und vielleicht deutlichere, nachvollziehbarere Motive hätten gut getan.

Mein Fazit: Ein Krimi, der zu wenig aus seiner Geschichte gemacht hat. Das Potenzial der Geschichte ist definitiv vorhanden, wurde aber nicht ausreichend genutzt. Die Spannung kommt durch die frühen deutlichen Hinweise auf den Täter zu kurz.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

gewalt, mord, london, drogen, auftragskiller

Kalter Schmerz

Hanna Jameson
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.02.2013
ISBN 9783518464106
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nic Caruana ist ein Mensch, der beruflich andere Menschen foltert und umbringt. Normalerweise geht er dabei relativ gefühllos vor, für Gefühle wird er ja auch nicht bezahlt. Als er aber von Pat Dryer angeheuert wird, seine Tochter Emma zu finden und dabei auf Clare, die Frau von Pat, trifft, scheint alles anders zu sein. Es beginnt ein tödliches Spiel. Die Frage ist nur, wer kommt um und warum.

Der Anfang des Buches liest sich relativ gut und flüssig, auch deswegen wollte ich dieses Buch gerne haben und lesen. Im Verlauf der Geschichte wird es aber immer unglaubwürdiger und extremer, die Stadt, in der die Geschichte spielt (London – aber ein London ohne Perspektive) scheint nur Drogensüchtige und Verrückte zu beheimaten. Ach, die Alkoholsüchtigen habe ich ganz vergessen. Sämtliche Charaktere sind so flach gezeichnet, dass ich Schwierigkeiten hatte, mir die Unterschiede zwischen den Personen zu merken. Irgendwie war das alles eine große Suppe von Personen, von denen Jameson sich in jeder Situation jemanden raus sucht. Für mich aber nicht erklärlich, nach welchem Prinzip.

Jameson schreibt sehr blutrünstig. Es wird beschrieben, wie Caruana eine Leiche zerstückelt (mit einer Säge) um sie wegzubringen, später dann wird beschrieben, wie mit einem Lötkolben ein Augapfel zum Platzen gebracht wird. Ich habe nichts gegen brutale Darstellungen, sofern sie einen Sinn ergeben. Das tun sie oft schon dadurch, dass man Mitleid mit den Opfern hat – das hat sich bei mir aber nicht eingestellt, da ich gar nicht wusste, was die Opfer sind und warum sie jetzt so gefoltert werden. Da wären wir wieder bei den flachen Charakteren.

Was ist das denn nun für ein Buch? Ein Thriller ist es für mich nicht, da fehlt die Spannung. Ein Kriminalfall ist es aber auch nicht, denn die Polizei spielt überhaupt keine Rolle. Mir fällt es schwer, diesen Roman in ein Genre einzuordnen. Er hat von allem ein bisschen.

Was mir noch einigermaßen gut gefallen hat ist die Darstellung der Perspektivlosigkeit: Überall Drogen, Alkohol und kaputte Menschen. Das hat durchaus Potenzial – was hier nicht genutzt wurde. Die Sprache ist auch gut, kurz und prägnant. Gut zu lesen.

Fazit: Hier wäre mehr drin gewesen. Schade, für mich aber keine Kaufempfehlung und nur 2 Sterne wert.

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

solveigh lang, thriller, computervirus, europa, virus

Biest

Jenk Saborowski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 27.12.2012
ISBN 9783492300933
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Biest" von Jenk Saborowski ist ein Agententhriller. Bei Agenten denkt man natürlich zuerst an den Agenten schlechthin: Bond, James Bond. Solveigh Lang, die Protagonistin dieses Thrillers macht aber vieles anders als James Bond: Sie ist vor allem menschlich. Also zwischendurch. Manchmal wirken die Personen der ECSB, einer polizeilichen Spezialeinheit, die in allen europäischen Staaten zum Einsatz kommt, personell aber natürlich unterbesetzt ist. Dafür hat sie (im Gegensatz zu vielen anderen Thrillern) keine finanziellen Probleme.

Aber nun der Reihe nach:
Im Juni 2011 in Moskau: Der russische Präsident spricht bei einem Galadinner aus, was viele denken: Russland droht in die ökonomische Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Der Plan: Das verhindern. Mit welchen Mitteln auch immer. Das ruft das Biest auf den Plan.
Anschließend geht es dann mit Solveigh Lang und ihren Kollegen der ECSB weiter. Sie werden vorgestellt, auch Marcel, der Freund von Slang, wie Solveigh genannt wird. Die Personen sind im ersten Buch von Jenk Saborowski "Operation Blackmail" zwar schon vorgekommen, aber auch für jemanden wie mich, der das erste Buch nicht gelesen hat, ist es kein Problem, mit den Personen klar zu kommen. Alle sind gut eingeführt und jeder hat seine Stärken und Schwächen, wirken insgesamt sehr durchdacht und menschlich. Allerdings gibt es auch einige Schwächen der Beschreibung der Personen: Nach einer Fehlgeburt kann Slang sofort wieder arbeiten, scheint auch psychisch kaum angeschlagen. Das wirkt unglaubwürdig.

Jenk Saborowski jagt den Leser durch ganz Europa. Die Spannung des Buches lebt von den schnellen Ortswechseln und kurzen Kapiteln. "Biest" ist ein IT-Thriller, der im wesentlichen gut recherchiert ist. Es geht im wesentlichen um das extrem gefährliche Schadprogramm Stuxnet. Zwischendurch ist allerdings meiner Meinung nach ein kleiner Logikfehler vorhanden. Ich werde den hier nicht ausführen, um nicht anderen Lesern den Spaß zu nehmen, zumal dieser kleiner Fehler den Lesespaß nicht trübt.

Für mich ist dieser Politikthriller eine klare Leseempfehlung, 5 von 5 Sternen. Ich werde demnächst dann auch mal Operation Blackmail lesen und hoffe, dass es ebenso gut ist.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

thriller, mord, jugend, kate ellison, cleveland

Schmetterlingsjagd

Kate Ellison , Katja Haase
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783499216473
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Debüt-Roman „Schmetterlingsmädchen“ von Kate Ellison hat bei mir ein gespaltenes Gefühl geweckt. Sicherlich ist es spannend, aber ein Thriller? Hat da der Verlag vielleicht einfach Thriller drauf geschrieben, damit sich das Buch besser verkauft, obwohl es eher ein Jugendbuch ist?

Zum Inhalt: Es geht um die 17jährige Penelope, die ihren Bruder Oren verloren hat und in ihrer eigenen Welt lebt. Sie hat ihre Ticks, muss immer „tip tip tip, Banane“ sagen und hat eine Mutter, die psychisch wohl mindestens ebenso krank ist wie Penelope selbst, und einen Vater, der sich nicht wirklich um das arme Mädchen und seine Mutter kümmert, da er viel arbeitet. So weit so schrecklich. Irgendwie verläuft sich dann Penelope in das Stadtviertel „Neverland“, welches als sehr zwielichtig bekannt ist. Als dann auch noch die Strip-Tänzerin Sapphire direkt neben ihr erschossen wird, möchte Penelope diesen Mord aufklären. Dabei trifft sie in Neverland auf allerlei merkwürdige Gestalten.

Penelope ist besonders, das merkt man an ihren Ticks (hauptsächlich mit Zahlen). Außerdem denkt sie, dass sie keiner mag, das sie nicht hübsch ist und so weiter. Das ist für mich ein typisches Verhalten eines Teenagers (Wobei die Ticks hier natürlich deutlich über das normale hinausgehen). Passt daher zu einer 17jährigen. Aber es wird mir in diesem Buch zu sehr thematisiert, als das es ein guter Thriller sein kann. Einen guten Thriller zeichnet thrillige Spannung aus – die sucht man in diesem Buch vergebens. Nur zum Ende hin wird es noch einmal spannend – aber davon kann ich hier nicht so viel erzählen, sonst nehme ich diese seltene Spannung schon von vorne herein weg.

Ellison zeichnet die Figuren so, dass man Mitleid mit ihnen haben muss. Flynt, der Junge, den Penelope in Neverland kennenlernt, ist sehr sympathisch und es war mir sofort klar, dass er zu den Guten gehören muss.

Zwischenzeitlich bekommt natürlich auch die Polizei ihr Fett weg, die sich um solche Morde natürlich nicht kümmert. Hätte ja auch nicht gepasst. Ist mir aber ein bisschen sehr viel Vorurteil und Klischee dabei.

Insgesamt ein gutes Buch, daher auch drei Sterne. Die Figuren sind toll gezeichnet, die Geschichte selbst aber nicht überragend und ein Thriller, wie auf dem Cover steht, ist es definitiv nicht.

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

mord, krimi, adam, julie, ddr

Bruderschatten

Mika Bechtheim
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.10.2012
ISBN 9783442478385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mika Bechtheim hat mit „Bruderschatten“ einen Krimi vorgelegt, dessen Inhaltszusammenfassung sich spannend liest: Eine junge Frau, deren größerer Bruder 1989 in der DDR ihren Freund und seine Freundin umgebracht haben soll und sich seither auf der Flucht befindet. 2009 erhält Julie von einem Serienmörder, den sie interviewt, Informationen, die sie dazu bringen, ihren Bruder zu suchen.

Leider kann Frau Bechtheim diese Spannung aber nicht durch das Buch retten. Sie führt so viele Personen ein, dass ich völlig den Überblick verloren habe. Ich habe zwischendurch einige Sätze, in denen drei oder vier Personen vorkommen, drei- bis viermal gelesen – danach wusste ich aber immer noch nicht, wie diese Personen alle zusammenhängen. Ein Personenverzeichnis, in dem auch die Beziehungen der Personen zueinander aufgeführt sind, hätte mir sehr geholfen.

Zusätzlich scheint auch jede Person ihr eigenes dunkles Geheimnis mit sich herumzutragen. Es gibt über die gesamte Geschichte nur wenige Personen, die eine reine Weste haben. Das mag auch realistisch sein, war mir aber deutlich zu viel. Etwas mehr Konzentration auf einen Fall hätte an dieser Stelle gut getan.

Der Schreibstil ist insgesamt schlüssig und einfach zu lesen. Die Bezeichnung „Thriller“ ist bei diesem Buch aber mal wieder völlig daneben. Kriminalroman ja, aber thrilling ist dieses Buch bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht.

Wie schon geschrieben ist die eigentliche Handlung sicherlich spannend, es steckt sehr viel Potenzial in ihr. Dafür die zwei Punkte, die drei Punkte, die ich abziehe, sind aber der verworrenen Personensituation geschuldet. So viele Personen, die irgendwie miteinander zu tun haben, hätten eine gründlichere Einführung und eventuell auch ein paar mehr Seiten benötigt.

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56 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

norwegen, mord, thriller, gefängnis, krimi

Vergiftet

Thomas Enger , Günther Frauenlob , Maike Dörries
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 29.10.2012
ISBN 9783764503949
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thomas Enger legt mit „Vergiftet“ seinen zweiten Krimi um den Reporter Henning Juul vor. Eine norwegische Zeitung titelt mit „Der neue Komet am norwegischen Krimihimmel“. Mir hat dieses Buch ganz gut gefallen, es bedient sich ein wenig an der Millenium-Trilogie und endet mit einem Cliffhanger, der motiviert, auch das nächste Buch um Henning Juul zu lesen. Solche deutlichen Cliffhanger gefallen mir eher wenig, weil ich finde, dass ein Buch in sich abgeschlossen sein sollte.

Ich habe den Vorgänger, „Sterblich“, nicht gelesen, würde es aber jedem empfehlen. Enger springt in der Geschichte von „Vergiftet“ an der einen oder anderen Stelle zu der Familiengeschichte von Juul zurück, die im Vorgänger genauer beschrieben wurde.

Kurz ein wenig zum Inhalt:
Henning Juul erhält einen Anruf vom Mörder Tore Pulli, der behauptet, Hintergründe zu dem Brand in Juuls Wohnung zu kennen, bei dem Juuls Sohn starb. Allerdings muss Juul dafür Pullis Unschuld beweisen, was nicht so einfach zu schein scheint, denn Pullis Fall ist sehr verworren. Er führt Juul in eine Welt voller Schläger und Geldeintreiber in ein kriminelles Milieu.

Juul erzählt spannend, durch die kurzen Kapitel fällt es schwer, zwischendrin das Lesen zu unterbrechen. Die Geschichte wird hauptsächlich aus Sicht Juuls geschrieben, wechselt allerdings zwischendurch zu einer weiteren Person, Thorleif, die am Anfang nichts miteinander zu tun haben. Es ist gut zu lesen, der Satzbau und die Sprache sind gut und verständlich. Die Personen sind nachvollziehbar gezeichnet, gefällt mir gut.

Jetzt kurz zu dem, was mir nicht so gut gefallen hat: Thomas Enger schreibt einige Situationen, die scheinbar später keine Verbindung zum Rest des Plots haben. Ebenfalls schade ist, dass über Thorleif, eine der beiden Hauptpersonen im Buch, später keine weiteren Infos mehr beschrieben werden. An der einen oder anderen Stelle hätte Enger etwas ausführlicher berichten können, wie sich etwas zugetragen hat. Man muss ihm aber zu Gute halten, dass er es auch absichtlich nicht getan haben könnte, damit es nicht allzu brutal wird.

Gut gefallen hat mir wiederum, dass Enger am Anfang viele Erzählstränge beginnt, wovon die meisten dann zu einem logischen Ende hin laufen. Auch wenn schon einige Zeit vorher bekannt ist, wohin die Reise geht, bleibt es doch spannend.

Insgesamt ein sehr gutes Buch mit der Schwäche, dass einige Situationen keine Verbindung zum Rest des Plots haben. Wer Stieg Larsson mag, es aber nicht immer so brutal haben muss, ist hier ebenso gut bedient wie Leser von Jussi Adler-Olsen.

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

schweden, mord, thriller, joona linna, lars kepler

Flammenkinder

Lars Kepler , Paul Berf
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.10.2012
ISBN 9783785724637
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Flammenkinder“, der dritte Roman des Autorenduos Lars Kepler (eigentlich Alexander und Alexandra Coelho Ahndoril), hat mir bis auf einige wenige Fehler, die die beiden Autoren leider eingebaut haben, sehr gut gefallen. Auf die wenigen Fehler werde ich später noch eingehen.

Es wäre nicht schlecht gewesen, die beiden Vorgänger-Bücher „Der Hypnotiseur“ und „Paganinis Fluch“ vorher gelesen zu haben, weil Lars Kepler auch in „Flammenkinder“ wieder auf die Familiengeschichte von Joona Linna, dem Kommissar, eingeht. Ich habe diese beiden Bücher vorher nicht gelesen und hätte gerne ein wenig mehr Vorwissen gehabt, vor allem auch, weil die Reihe um Joona Linna wohl auf 8 Bücher ausgelegt ist. Auf der anderen Seite sind die Fälle und damit auch die Bücher in sich abgeschlossen, es wird also nicht zwingend Vorwissen benötigt.

Ein wenig zum Inhalt:
In einem Haus für suizidgefährdete Jugendliche wird ein zwölfjähriges Mädchen ermordet aufgefunden. Ebenso wird die Krankenschwester, die für die Mädchen in dieser Nacht verantwortlich war, erschlagen in einer Hütte gefunden. Eins der Mädchen des Hauses, in deren Zimmer ein blutverschmierter Hammer gefunden wird, ist verschwunden. Im Verlauf des Buches kidnappt sie ein Kleinkind in einem Auto. Nun beginnt für die Polizei die heiße Phase, denn sie vermutet dieses Mädchen als Mörderin und befürchtet, sie könnte dem Kind etwas antun. Joona Linna allerdings vermutet anders.

Das Duo Kepler schreibt sehr spannend, die kurzen Kapitel (öfter nur ein bis zwei Seiten lang) verführen dazu, immer weiter in diesem Buch zu lesen, ohne es aus der Hand zu legen. Die Personen sind für mich total gut beschrieben, sehr authentisch. Ich kann mich mit vielen der Personen identifizieren, auch wenn die Personen für sich doch alle sehr unterschiedlich sind. Aber sie sind halt doch alle nachvollziehbar in ihren Handlungen.

Warum in der deutschen Übersetzung allerdings der Titel „Flammenkinder“ gewählt wurde, ist mir ein Rätsel. Der Originaltitel lautet „Zeugin des Feuers“, der hätte meines Erachtens besser zu der Geschichte des Buches gepasst. Ist aber nicht weiter schlimm, nur nicht verständlich.

Zu den oben schon angesprochenen Fehlern: In einer Tauchszene steigen unter anderem die Luftblasen nicht nach oben, sondern nach unten. Außerdem wird der Ballast nicht abgeworfen, denn den braucht man angeblich zum Aufsteigen. In der Wirklichkeit braucht man den Ballast aber eher, um nicht zu schnell aufzusteigen. Das wäre in einem Notfall aber egal, so wie in diesem Fall. Ich finde es sehr ärgerlich, dass an dieser Stelle scheinbar nicht gut genug recherchiert wurde. Ich kann nur hoffen, dass diese Fehler der Übersetzung geschuldet sind. Ich ziehe für diese Fehler, die mich doch gestört haben, einen Punkt in der Gesamtbewertung ab.

Die Stimmung dieses Buches ist skandinavisch-typisch ein wenig düster. Das passt aber auch hervorragend zur Geschichte und ich liebe diese typischen Skandinavien-Krimis.

Fazit: Lars Kepler ist ein sehr guter Thriller gelungen, dessen Spannung und meine Begeisterung nur durch Fehler in einer Tauchszene gemindert wird, welche mehr als ärgerlich sind. Ich werde trotzdem sowohl die Vorgänger-Bücher als auch die eventuell noch nachfolgenden Bücher von Lars Kepler lesen. Allen Fans von schwedischen Krimis ist dieses Autorenduo ans Herz gelegt!

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159 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 47 Rezensionen

krimi, schweden, barbarotti, mord, trauer

Am Abend des Mordes

Hakan Nesser , Håkan Nesser , Paul Berf
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 01.10.2012
ISBN 9783442753178
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem man sich durch die ersten einhundert Seiten durchgebissen hat und, so wie ich, dachte, „das muss doch noch besser werden, das kann es doch noch nicht gewesen sein“ – der hat Recht. Aber durch die ersten Abschnitte muss man sich regelrecht durchquälen, es passiert einfach nichts. Nachdem das erste Kapitel noch sehr gut beschrieben ist, wie Barbarottis Frau stirbt und Barbarotti aufwacht und es merkt, driftet die Handlung anschließend in Belanglosigkeiten ab. Über dutzende von Seiten wird die Gedankenwelt Barbarottis aufs Genaueste beschrieben. So genau, dass es den Leser nicht mehr interessiert hat. Ich hätte gerne ein wenig mehr Action gehabt.

Diese Action kommt aber im Verlaufe des Buches und dann zeigt sich, warum Hakan Nesser als großartiger Schriftsteller geradezu gefeiert wird: Der Trübsal blasende Kommissar Barbarotti, ein sehr eigenwilliger Charakter, verbeißt sich regelrecht in den vorgegebenen Fall, auch wenn er immer wieder darüber nachdenkt, warum gerade er gerade diesen Fall aufklären soll, einen Fall, der schon einige Jahre ungeklärt herumliegt. Ob es Beschäftigungstherapie ist?

Die anderen Kommissar-Barbarotti-Krimis habe ich bisher nicht gelesen. Es wäre für die Zusammenhänge, gerade auch für die Beziehungen der Polizisten untereinander und für die Beziehung Barbarottis zu seiner Frau sicherlich von Vorteil gewesen, die anderen Bücher zu kennen. Ich würde also empfehlen, die Bücher reihenfolgegerecht zu lesen – dann hat man von der zwischenmenschlichen Seite noch mehr. Vielleicht sind dann auch die ersten hundert Seiten nicht mehr so langweilig?

Die Handlung springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und ich als Leser hatte über das gesamte Buch das Gefühl mehr zu wissen als der Kommissar – das war aber gar nicht schlecht.

Einen Punkt Abzug insgesamt für die in den Vordergrund gerückte Trauerarbeit, vor allem auf den ersten einhundert Seiten, wie schon erwähnt. Zweitens ist es zwischendurch geradezu absurd, wenn Barbarotti mit Gott Zwiesprache hält, Gott ihm antwortet und einen Brief seiner verstorbenen Frau ankündigt (sogar mit genauem Ankunftsdatum) und dieses dann auch genau so geschieht. Da nützt es auch nichts, dass Nesser als einleitende Bemerkung schreibt: „Die Stadt Kymlinge existiert in ungefähr demselben Maße […] wie […] der Liebe Gott.“ Nun, Kymlinge existiert nicht. Sollte dann Gott nicht auch nicht existieren? Dann kann er aber auch nicht eingreifen.

Fazit: Ein toller Abschluss einer Serie um einen Kommissar mit kleineren Mängeln und vor allem offenen Ende, welches mir nicht so gut gefällt (Was passiert weiter mit Barbarotti und Eva Backman?), aber das ist nun eigener Geschmack. Auf jeden Fall gut und flüssig zu lesen, zum Ende hin auch richtig spannend.

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169 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 14 Rezensionen

thriller, papst, kirche, vatikan, rom

Apocalypsis

Mario Giordano
Flexibler Einband: 622 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2012
ISBN 9783404166534
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Apocalypsis von Mario Giordano ist ein typischer Vatikan-Thriller, wie ihn vom Thema auch Dan Brown besser nicht hätte schreiben können. An die Qualität von Dan Brown kommt Mario Giordano jedoch aus meiner Sicht nicht heran.

Der Inhalt kann im Internet nachgelesen werden, deshalb halte ich mich kurz. Es geht um eine Verschwörung im Vatikan, bei denen die Templer natürlich nicht fehlen dürfen, ebenso wenig wie der Satan und eine Verschwörungstheorie, die schon einige tausend Jahre alt ist. Natürlich, muss ja auch so sein. Ein wenig apokalyptische Stimmung (wie auf dem Klappentext zu lesen ist: „Klar ist im Augenblick nur eines: Der Vatikan existiert nicht mehr“) muss ebenfalls noch hinzugegeben werden.

Was sich hier fast schon liest wie ein Kochrezept („fügen Sie noch den Mossad und einen Zwillingsbruder hinzu, dann kräftig miteinander vermischen“) ist hier leider ein bisschen zu viel des Guten. So gerne ich die einzelnen Bestandteile auch mag und für einen guten Thriller geeignet halte, so ist es hier leider zu viel. Mario Giordano lässt dem Leser keine Minute des Verschnaufens, er rast von einer Situation zur nächsten. Bei vielen Autoren würde ich mir so etwas wünschen – hier wünsche ich mir ein wenig mehr Realismus und ein bisschen weniger Action.

Zum Schluss merkt man dann immer stärker, dass dieses Buch der Anfang einer Reihe ist – eine Chance auf eine Auflösung oder ein gutes Ende hat man mit nur einem der Bücher nicht. Ich werde mir wohl den zweiten Teil auch zulegen – alleine um zu sehen, wie es mit den liebgewonnenen (aber leider überzeichneten) Charakteren weitergeht.

Dieses Buch ist ja zuerst als Fortsetzungs-Ebook veröffentlicht worden und erst später als gedrucktes Buch. Diese Vorgehensweise merkt man dem Schreibstil auch an, Mario Giordano baut zum Ende eines jeden Kapitels einen Cliffhanger, der sich sehen lässt. Klar, wollte er ja auch, dass die nächste Episode ebenso gekauft wird. Trotzdem, für ein Buch ein wenig zu viel. Wie so vieles.

Fazit: Kann mal jemand dem Giordano sagen, er soll es ein bisschen ruhiger angehen lassen und nicht alle vatikankritischen Vereinigungen in einem Buch behandeln? Ein bisschen weniger wäre in dem Fall mehr gewesen. Schlecht ist es deswegen trotzdem nicht. Wer aber einen richtig guten Vatikan-Thriller lesen will, der sollte lieber gleich zum Original von Dan Brown greifen. Da kommt Giordano nämlich (noch?) nicht heran.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

finnland, thriller, johanna, freunde, krimi und endzeitdrama

Der Heiler

Antti Tuomainen , Regine Pirschel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 10.08.2012
ISBN 9783471350829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Antti Tuomainen schreibt mit "Der Heiler" ein gutes Buch, welches aber keineswegs überragend ist. Der Anfang besticht durch ein ungewöhnliches Setting.

Kurz zum Inhalt:
'Der Heiler' handelt in der nahen Zukunft, in einer Zeit, in der der Klimawandel schon fortgeschritten ist. In Helsinki, also in Finnland, sind einige Stadtteile unter Wasser, andere dauernd ohne Strom. Es bilden sich private Sicherheitsdienste und wer es sich leisten kann, flüchtet in bewachte Kleinstädte in Nordnorwegen.
Währenddessen aber in Helsinki: Tapani Lehtinen vermisst seine Frau. Die ist auf der Suche nach dem Heiler, einem Irren, der quer in Finnland Familien, hauptsächlich Manager, ermordet.

"Der Heiler" hat mir gut gefallen, aber nicht überragend. Mir ist dieses Buch mit nur 217 Seiten ein wenig zu kurz, leider, denn die verschiedenen Personen und die Handlung grundsätzlich hätte man ausführlicher beschreiben können. Die Personen sind schon gut beschrieben, besonders die Beziehung zwischen Tapani Lehtinen und seiner Frau ist erstaunlich gut beschrieben und das, obwohl der Leser die Frau überhaupt nicht kennt. Das äußert sich auch dadurch, dass ich den Namen schon wieder vergessen hab. Dass man die Frau nicht kennt, tut der Spannung der Suche aber keinen Abbruch.
Gut gefallen hat mir besonders auch ein Taxifahrer, der plötzlich andere Qualitäten beweisen kann. Das sagt aber auch etwas über das Buch aus: Es wirkt manchmal sehr gewollt, fast schon konstruiert. Ist aber auch nicht allzu störend.

Die Klimakatastrophe hat mich am Anfang genervt, im Verlaufe des Buches habe ich das Setting aber akzeptiert. Wenn man es als Fiktion abtun kann und nicht erwartet, dass alles sehr realistisch ist, dann kann man damit gut leben. Realistisch ist es nicht, finde ich. Aus U-Bahn-Tunneln wird das Wasser abgepumpt, auf der anderen Seite ist man aber schon so weit, dass private Wachdienste Leichen zur Obduktion abliefern dürfen weil die Polizei keine Mittel mehr hat ' tut mir Leid, das finde ich überzogen und vor allem auch verschoben.

Die Spannung ist das gesamte Buch über vorhanden, schließlich will man wissen, was mit Lehtinens Frau passiert ist.

Fazit: Insgesamt ein gutes Buch mit einigen Schwächen, macht aber trotzdem Spaß zu lesen. Eine Leseempfehlung für all jene, die das Setting akzeptieren können und sich nicht daran aufhalten.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

rache, mord, norwegen, selbstjustiz, lofoten

Auf den Schwingen der Hölle

Jan Flieger
Buch: 200 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 17.04.2012
ISBN 9783942829311
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jan Flieger ist mit "Auf den Schwingen der Hölle" ein außergewöhnlicher Krimi gelungen. Außergewöhnlich deshalb, weil er das schwierige Thema Selbstjustiz verarbeitet und weil er nicht ein Verbrechen, welches schon geschehen ist, in den Mittelpunkt der Handlung stellt sondern eins, welches erst mutmaßlich geschehen wird.

Kurz zur Handlung:
Bachmann verfolgt zusammen mit seiner Frau Sarah Herrn Emmerlein, den Mann, der vor einigen Jahren die gemeinsame Tochter vergewaltigt und ermordet nach Norwegen. Bachmann selbst will Rache, er will Emmerlein umbringen. Sarah hingegen kann Emmerlein verzeihen, sagt, er habe sich geändert. Außerdem ist sie psychisch labil. Der Einwand seiner Frau zählt für Bachmann aber nicht, er kann sich ein weiteres Leben nur vorstellen, wenn er selbst Emmerlein umgebracht hat und erwartet, dass seine Frau ihm hilft. Sie versucht aber nur, ihn von seinen Plänen abzuhalten.

Schließlich findet Bachmann Emmerlein in einem relativ abgelegen, kleinen Dorf auf den Lofoten. Es entwickelt sich eine Art Belagerung, die den Leser in den Bann zieht. Der Leser erwartet ein lautes, heftiges Ende – und wird in der Beziehung aber enttäuscht. Ganz am Ende kommt der Tod – auf leisen Sohlen, und in der Art unerwartet. Jan Flieger hat es geschafft, das Thema Selbstjustiz in diesem Buch zu verarbeiten auf eine Art, dass jeder Leser sich seine eigenen Gedanken dazu machen kann. Der Eine fühlt eher mit Bachmann, der vor Wut zerfressen wird, der Andere eher mit seiner Frau, die dem Mörder verzeihen kann und versucht, ihren Mann von seinen schrecklichen Plänen abzubringen. Auch das Ende passt dazu, Flieger lässt einige Fragen offen und den Leser nachdenklich zurück.

Die Landschaft hat Flieger für diesen Krimi gut gewählt und beschreibt sie auch meisterhaft: Die Einsamkeit und manchmal auch das Düstere Norwegens, auch wenn dort den ganzen Tag die Sonne (und nachts die Mitternachtssonne) scheint. Die Sprache und Ausdrucksweise ist sowieso noch einen extra Hinweis wert: Flieger versteht es, die Gegend so zu beschreiben, dass ich gedacht habe, ich wäre dabei. Grandios!

Dieses Buch ist eine Leseempfehlung wert. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass dieses Buch nichts für schwache Gemüter ist, es ging mir sehr unter die Haut. Ein hochbrisantes und immer aktuelles Thema hervorragend umgesetzt! 5 Sterne!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

roman, isolation, zimmer, christian, alkoholiker

3:46 Uhr - Ein protokollarischer Roman

Masì De Sol , Masì de Sol , Leon Faber
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 02.12.2011
ISBN 9783942829052
Genre: Romane

Rezension:

Eins vorneweg: Dieser Roman mag literarisch anspruchsvoll sein. Keine Ahnung. Hier soll es aber darum gehen, ob er mir gefallen hat. Hat er nicht. Eindeutig.

Kurz zum Inhalt:
Masì de Sol erzählt von Christian Moser, einem Vorbestraften, der den Leser teilhaben lässt an einem Tag seines Lebens mit dem Versuch der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Diese Christian Moser ist hochintelligent, auf der anderen Seite offensichtlich nicht in der Lage, ein vernünftiges Leben zu leben. Christian Moser ist verrückt  und das spiegelt sich auch in den Wendungen und vor allem im Ende dieses Romans wieder.

Masì de Sol schreibt mit 3:46 Uhr  ein protokollarischer Roman ein besonderes Buch in einem besonderen Rahmen, so viel ist klar. Die Idee, eine Art Tagesprotokoll zu veröffentlichen, finde ich neu und spannend. Ist hier auch gut umgesetzt.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat: Der Humor von Christian Moser, der zum Beispiel eine Liste mit lauter abstrusen Berufen vorträgt, weil er sich für einen bewerben muss.

Jetzt kommt der ganze Block, der mir nicht so gut gefallen hat:
Ich habe in diesem Buch keinen Sinn erkannt. Vielleicht habe auch einfach nur ich keinen Zugang zu diesem Buch gefunden, das mag sein. Aber von einem Vorbestraften zu lesen, wie er seine Freundin gebissen hat, dass sie ins Krankenhaus muss  nun gut, nicht mein Geschmack. Dass er lange und langatmig von seinem Aquarium und dem einzigen Fisch darin erzählt: Zumindest mal merkwürdig.

Es ist mir zwischendurch schwer gefallen, den Gedankengängen von Moser zu folgen, driftet er doch manchmal von einem Thema in ein völlig anderes Thema ab. Bis auf diesen Makel ist die Schreibweise allerdings klar und verständlich, wenn auch manchmal eher ungewöhnliche Worte verwendet werden. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, es gehe um die Fülle menschlicher Existenz. Das mag sein, aber warum schreibt man darüber ein Buch, welches noch nicht einmal spannend ist?

Mein Fazit: Einen zusätzlichen Punkt gibt es für die für mich neue Idee eines protokollarischen Romans und für den Humor, den Christian Moser an den Tag legt. Ansonsten hat mir das Buch nicht gefallen, daher 2 von 5 Sternen. Ich hoffe für die anderen Leser und für den Autor, dass andere Leser einen Zugang zu diesem sicherlich literarisch faszinierenden Text finden.

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

köln, entführung, krimi, new york, zbigniew meier

Die tote Schwester

Stephan Brüggenthies
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 25.01.2011
ISBN 9783821861319
Genre: Romane

Rezension:

"Die tote Schwester" von Stephan Brüggenthies ist ein Krimi, der mich wirklich gefesselt hat. So gefesselt, wie es einem viel zu selten passiert.

Kurz zum Inhalt:
Zbigniew Meier und seine 20 Jahre jüngere Freundin Lena, die gerade 18 Jahre alt ist, lernen in ihrem Urlaub in New York City einen älteren Mann kennen, Samuel Weissberg. Samuel ist auf der Suche nach seiner Schwester, die in den Wirren des zweiten Weltkriegs verschwunden ist. Er bittet Lena und Zbigniew um Hilfe. Zbigniew lehnt eher ab, aber Lena berührt diese Geschichte sehr.

Wieder zurück in Deutschland wird Lena am Flughafen entführt. Es ist nicht klar warum, hat Lena doch eigentlich keine Feinde. Im weiteren Verlauf der Geschichte bauen sich zwei verschiedene Ermittlungsstränge und damit auch Handlungsstränge auf, die erst zum Ende zusammengeführt werden.

Wie schon geschrieben hat mich dieser Krimi wirklich gefesselt: Brüggenthies hat es geschafft, den Leser mit hineinzunehmen in die Geschichte. Er schreibt so gut, in kurzen, prägnanten Sätzen, dass ich das Gefühl hatte, als passiere die Geschichte um mich herum, als sei ich selbst Teil des Geschehens und kann es unmittelbar beobachten. Auf den ersten Seiten passieren so viele Dinge, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Zwischendurch hat die Geschichte allerdings einen kleinen Durchhänger, den ich nicht erwartet habe. Passt aber zu der mühseligen Recherchearbeit, die die Polizisten zu erledigen haben. Stört das Lesevergnügen etwas, rechtfertigt aber keinen Punktabzug, ist doch der Rest des Buches rasant und spannend.

Faszinierend ist die Verknüpfung der beiden Handlungen, so beobachtet man Zbigniew und seine Kollegen der Polizei dabei, Lena zu suchen und man beobachtet aber gleichzeitig Zbigniew dabei, in den Verbrechen der Nazizeit herumzuwühlen um herauszufinden, was damals mit Eva Weissberg geschah, denn er hat das Gefühl, dass es der Schlüssel zu Lenas Entführung sein könnte.

Durch die zum Teil langwierigen Ermittlungen wird der Leser quasi aufgefordert, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Mir ist das allerdings nicht ganz gelungen, habe ich die Zusammenhänge nicht erkannt. Ist aber nicht weiter schlimm, es wird ja aufgeklärt.

Sprachlich ist dieses Buch außerordentlich gut gelungen. Brüggenthies beschreibt die Handlungen fast ausschließlich aus der Sicht von Zbigniew und lässt auch seine Charakterschwächen nicht aus. So entsteht ein sehr menschliches Bild eines verzweifelten Polizisten. Sehr gelungen!

Fazit: Ein fesselndes und einzigartiges Buch mit einer deutlichen Leseempfehlung für alle Krimifans!

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125 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

bunker, atombombe, kalter krieg, familie, atomkrieg

Über uns Stille

Morton Rhue , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.06.2012
ISBN 9783473400812
Genre: Jugendbuch

Rezension:

USA zur Zeit der Kubakrise 1962: Scott wächst in einem Umfeld auf, in dem alles vom drohenden Vernichtungskrieg zwischen den USA und der Sowjetunion redet. Scotts Vater baut im Garten einen Bunker und wird von den Nachbarn zuerst dafür ausgelacht. Nach Ausbruch des Krieges ist dieser Bunker jedoch ihre einzige Hoffnung. Leider ist dieser Bunker nicht groß genug für alle ' wo wird die Grenze gezogen?

Der Roman "Über uns Stille" von Morton Rhue lebt von diesen Fragen. Morton Rhue schafft es, den Leser direkt in die Geschichte mit ein zu betten. Ich habe immer wieder überlegt, wie ich in solchen brenzligen Situationen reagiert hätte.

Gut gefallen hat mir der Wechsel zwischen den beiden Perspektiven, einmal außerhalb des Bunkers vor der Katastrophe und dann innerhalb des Bunkers nach Beginn des Krieges. Der Leser lernt dadurch die Personen auch in normalen Situationen kennen und nicht nur in einer Extremsituation, in denen sich die Charaktere realistischerweise anders verhalten als normalerweise.

Das Buch lässt das Ende leider offen, mein einziger Kritikpunkt. Ich denke, Rhue hätte gut daran getan, dem Leser zumindest ein paar Informationen über das Leben nach der Katastrophe zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite gibt es durch das sehr offene Ende viele Möglichkeiten zu Spekulationen. Mir allerdings gefällt es nicht so.

Der Titel ist gut gewählt, über dem Bunker ist nach dem Angriff nur Stille.

Zwischendurch geht Rhue auch noch kurz auf immer aktuelle Diskussionen wie Rassentrennung ein. Zum Glück hat Scott aber einen Lehrer, der die Schüler eher zum Nachdenken anregt als zum Nachplappern. Schließlich ist auch eine Schwarze im Bunker, die als erstes rausgeschmissen werden soll. Passenderweise ist sie es dann aber, die alle noch einmal zusammenbringen kann. Sehr glücklich, finde ich!

Insgesamt ein Buch, welches viel Diskussionspotential birgt. Morton Rhue, der auch schon "Die Welle" geschrieben hat, zeigt mit diesem Buch die Grauen eines Atomkriegs sehr gut auf, auch wie "Die Welle" durchaus für Schüler geeignet.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

heidelberg, kindesmissbrauch, liselotte von der pfalz, barock, krimi

Die Mauern des Schweigens

Lilo Beil
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei CONTE-VERLAG, 01.03.2012
ISBN 9783941657601
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In "'die Mauern des Schweigens"' nimmt Lilo Beil uns mit durch eine Welt voller menschlicher Abgründe. Heidelberg, Anfang der 90er-Jahre: Es wird eine männliche Leiche gefunden. Der Mann wurde nach seinem Tod in ein barockes Kostüm gekleidet und im Philosophenweg abgelegt. Friedrich Gontard, eigentlich schon im Ruhestand, nimmt sich mit seinem Kollegen des Falls an. Nebenbei erhält der Kommissar Melzer einen Brief einer Liselotte von der Pfalz, der vermutlich mit dem Mord zu tun hat und aus dem hervor zu gehen scheint, dass das Opfer eigentlich ein Täter ist, einer, der Kinder missbraucht.

Lilo Beil schafft es auf beeindruckende Weise, das Thema Missbrauch von Kindern in einem Krimi zu verarbeiten. Dabei kommt leider die eigentliche Krimi-Handlung, die Aufklärung der Morde, ein wenig zu kurz; die Morde werden scheinbar eher zufällig aufgeklärt. Dafür einen Punkt Abzug. Allerdings lässt sich dieser Makel leicht verschmerzen, ist doch die Geschichte an sich sehr fesselnd. Frau Beil beschreibt, wie in der Geschichte (und in der Realität) Opfer zu Tätern kriminalisiert werden und wie Täter gedeckt werden, weil sie ja solche bekannten Personen sind, die sich um die Gesellschaft verdient gemacht haben. Diese 'Mauern des Schweigens', wie Lilo Beil schreibt, müssen durchbrochen werden, um den Opfern wirklich helfen zu können und um die Täter zu bestrafen. Wie endet das Buch so schön: '"Selbstjustiz ist nicht erlaubt in unserer Gesellschaft. Aber wenn die Gesellschaft versagt''..."

In diesem Buch scheint der Missbrauch von Kindern omnipräsent zu sein: In der Schule (die Odenwaldschule als prominentes Beispiel wird natürlich aufgegriffen), in der Kirche und in der Familie. Ebenso ist von Sextourismus nach Thailand die Rede. Das mag manch einem ein bisschen zu viel des Guten sein, Lilo Beil schafft es aber, sehr sensibel mit dem Thema umzugehen und das unendliche Leid, auch noch nach vielen Jahren des Vergessens oder Verdrängens, der Opfer darzustellen. Dafür ein großes Kompliment!

Insgesamt ein sehr bewegender und beeindruckender Roman, bei dem der eigentliche Krimi ein wenig zu kurz gekommen ist. '"Die Mauern des Schweigens"' ist ein Roman, der zum Einmischen und nachdenken auffordert. Klasse!

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180 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 77 Rezensionen

berlin, thriller, vergangenheit, drogen, wg

Sterbenswort

Siegfried Langer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.07.2012
ISBN 9783548610917
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe Sterbenswort an einem Tag durchgelesen. Das alleine sagt schon aus, wie gut dieses Buch wirklich ist. Es fängt sehr rasant an, so dass die Befürchtung naheliegt, dass dieses Tempo nicht über das gesamte Buch gehalten werden kann. Siegfried Langer schafft es in „Sterbenswort“ jedoch, den Lesern das Gegenteil zu beweisen. „Sterbenswort“ ist von Anfang bis Ende sehr spannend und rasant.
Das Cover ist nicht überragend, aber zum Inhalt des Buches passend. So zeigt es einen Zaun, über den eine Leiche gestoßen wird. Die Leiche wird allerdings von einer Brücke vor einen Zug gestoßen, um eine Kopfwunde zu vertuschen. Leider ist auf dem Cover keine Brücke zu sehen. Was genau da abgebildet ist, ist mir nicht klar. Deshalb für das Cover 3 von 5 Punkten.
Siegfried Langer schreibt nicht über viele verschiedene Charaktere und führt diese wenigen auch zu Anfang schon alle ein. Ich konnte mir die Personen gut merken, obwohl ich damit sonst Probleme habe. Die Verbindungen werden erst im Laufe der Geschichte klar, das macht auch einen Reiz dieses Buches für mich aus. Alle Personen sind so genau beschrieben, wie es nötig ist, aber nicht zu detailliert, als das es langweilig wäre. Ist es definitiv nicht. Dafür 5 von 5 Punkten.
Der Schreibstil von Siegfried Langer ist sehr direkt und einfach zu lesen. Es gibt keine langen Sätze, die man zwei- oder dreimal lesen müsste. Das passt so wie es ist perfekt zur Geschichte, um nicht zu sagen, es fällt nicht auf. Also perfekt.
Langer schreibt in mind. 2 Zeiten, nämlich „Heute“ und „Damals“. Zwischendurch sind auch Kapitel mit „Neulich“ überschrieben, wo mir nicht klar ist, in welcher Zeit diese spielen. Meiner Meinung nach müssten diese Kapitel zwischen „Damals“ und „Heute“ spielen. Insgesamt ist diese Aufteilung sehr gut gelungen, finde ich. Denn dadurch erfährt man erst nach und nach (und vor allem parallel), was damals passiert ist und was heute passiert. Wüsste man zu Anfang schon, was damals passiert ist, wäre die Geschichte langweilig. Würde man es nicht wissen, würde ein gewisser Teil der Spannung fehlen. Ich finde die Aufteilung perfekt! 5 von 5 Punkten.
Der Schluss:
Ich finde immer, dass der Schluss eines Buches viel ausmacht. Wenn der Schluss nicht gefällt, dann behält man genau das in Erinnerung.
Der Schluss in „Sterbenswort“ ist alles in allem gelungen. Meiner Meinung nach hätte Langer den Schluss etwas länger gestalten können, sodass die Auflösung nicht zu abrupt kommt. Doch die Auflösung der Geschichte an sich ist gelungen und realistisch, sodass ich dafür nur einen halben Punkt abziehe. Deshalb 4,5 von 5 Punkten.
Fazit: Insgesamt, aufgrund der oben genannten Kriterien, 5 von 5 Punkten. Ich kann dieses Buch jedem Thrillerfan wärmstens empfehlen. Der Thriller ist nicht so blutig, aber das gefällt mir auch mal. Klasse auch die Idee, mit einer Leiche „spazieren“ zu gehen. Ich finde die Idee dieses Buches sehr originell, ich habe noch nicht viel Vergleichbares gelesen. Auch das finde ich sehr gut und bringt mich zu dem Fazit von 5 von 5 Punkten.

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77 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

krimi, ermittlungen, missbrauch, menschenhandel, kinderbordell

Himmelskinder

Marion Feldhausen
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 11.01.2012
ISBN 9783442378364
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marion Feldhausen nimmt den Leser mit in eine Welt um den Kommissar Alvermann (im Buch auch wiederholt spaßeshalber "Halber Mann" genannt) und sein Team, die einen Mord an einem Mann, der in einem Hotelzimmer gefunden wird, aufklären müssen. Als dann auch noch ein Mädchen in einem Park gefunden wird, unbekleidet, stoßen die Beamten auf einen Ring des organisierten Verbrechens.

Marion Feldhausen beschreibt die Situation gut und zutreffend, ohne dabei zu brutal zu werden. Außerdem schafft sie es, sehr realitätsnah zu schreiben, dazu gehören dann auch die Probleme, einen gesamten Verbrecher-Ring auszuheben. Leider stellt Frau Feldhausen bei dem Kommissar Alvermann immer wieder dessen Gesundheit in den Vordergrund. Es wird erzählt, wie er raucht, wie er versucht sportlicher zu sein und abzunehmen. Essen scheint sowieso ein großes Thema zu sein, wird es doch bei jeder Versammlung der Polizisten erwähnt, was gegessen wird. Schade, dass hat in dem Maße in einem solchen Krimi nichts verloren, finde ich. Da passt dann das Verhältnis zwischen Nebensächlichkeiten und Hauptstory nicht mehr.
Zusätzlich hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, einige wichtige Passagen nicht richtig mitbekommen zu haben. Der leichte Schreibstil verleitet zum Schnell-Lesen, was jedoch gefährlich ist, denn mitunter stecken in diesem Buch die interessanten Details, die für die weitere Geschichte wichtig sind, in Nebensätzen.

Die handelnden Charaktere waren wir zu Anfang oft zu blaß und farblos, ich hätte gerne mehr erfahren. Das verliert sich etwas im Laufe des Buches, wird aber nicht hundertprozentig gut. Schade eigentlich.

Insgesamt ein durchschnittliches Buch, nett zum Zwischendurch-Mal-Lesen, denke ich. Das Thema ist super, es wird nur leider (wie die Personen) mir persönlich etwas zu oberflächlich behandelt. Deshalb "nur" drei Sterne.

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662 Bibliotheken, 7 Leser, 6 Gruppen, 61 Rezensionen

krimi, taunus, mord, windpark, nele neuhaus

Wer Wind sät

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2012
ISBN 9783548284675
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nele Neuhaus, eine der deutschen Krimiautoren schlechthin, entführt den Leser von "Wer Wind sät" in eine Welt rund um einen geplanten Windpark im Taunus. Während der Ermittlungen um zwei Mordfälle geraten Bodenstein und Kirchhoff in eine Massenpanik, die aber polizeilich leider nicht weiter verfolgt wird. Das finde ich sehr schade, wirkt die Massenpanik dadurch als Mittel zum Zweck.

Bodenstein ist in diesem Krimi selbst verwickelt, denn sein Vater erbt eine Wiese, auf der die Zufahrt zum Windpark gebaut werden soll. Außerdem verändert sich Bodenstein vom Gutmenschen, der das Richtige durch seine Intuition tut hin zu einem Menschen, der sich auch mal irrt. Das finde ich einerseits sehr gut, denn es macht ihn noch menschlicher, auf der anderen Seite ist es in diesem Buch ein wenig zu krass und übertrieben. Warum ihm direkt alles misslingen muss, ist und bleibt mir ein Rätsel. Schade, dass Neuhaus hier sich an viele andere Autoren annähert (wie in einer anderen Rezension sehr treffend beschrieben wandelt er sich hin zu einem "von Selbstzweifeln zerfressenen Wallander-Verschnitt". Sehr treffend formuliert, finde ich.

Der Krimi ist gut und einfach zu lesen, Neuhaus versteht sich sehr gut darauf, einen Spannungsbogen aufzubauen und auch nicht zu viele Personen handeln zu lassen. Für mich als Fan der Serie ist es spannend zu verfolgen, wie es mit Bodenstein, Kirchhoff und dem Rest des Hofheimer K11 weitergeht. Für Neueinsteiger sind aber eher die Vorgänger-Bücher zu empfehlen.

Außerdem hat Neuhaus sich hier an ein schwieriges Thema herangewagt: Die angebliche Klima-Lüge, dass also der Klimawandel nur von Wissenschaftlern vorgetäuscht ist. Sicherlich ein sehr spannendes Thema, für einen Krimi dieser Art aber ein bisschen zu viel. Denn: Neuhaus schafft es nicht, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, hier ist nur von den Wissenschaftlern die Rede, die den Klimawandel für Quatsch halten. Die, die an der Gegenthese festhalten, werden hier als Böse und Schlecht dargestellt. Schade, Frau Neuhaus, bei so einem Thema sollte man einigermaßen objektiv sein, finde ich.

Außerdem wäre in diesem Buch die Handlung besser, wenn sie nicht so überladen wäre. Im Verlauf des Buches geschehen so viele verschiedene Dinge (da darf auch der Kindesmissbrauch nicht fehlen), dass es übertrieben wirkt. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.

Nichtsdestotrotz, alle Kritikpunkte sind Jammern auf hohem Niveau, denn Nele Neuhaus bleibt auch mit diesem Buch für mich ganz oben. Sie macht vieles besser, als andere Autoren.

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136 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

schottland, mord, vermisst, thriller, erbschaft

Das zerbrochene Fenster

Zoe Beck , Arne Kirschenberger
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.07.2012
ISBN 9783404160464
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Das zerbrochene Fenster“ war mein erster Krimi bzw. Thriller von Zoë Beck, ich hatte also keinerlei Vorkenntnisse von den Personen oder den Handlungsorten. Das ist aber kein Problem bei dieser Geschichte, denn die Personen werden so eingeführt, dass alle wichtigen Charakterzüge und Verbindungen zwischen den Personen dargelegt werden. Eine handgeschriebene Personenübersicht hat mir aber geholfen, die Verbindungen zwischen den Personen auch über Lesepausen hinweg zu behalten. Das ist mein Wunsch für weitere Ausgaben dieses Buches: Eine Personenübersicht, die schon im Buch als Extra vorhanden ist.

Nun aber dazu, worum es eigentlich geht: Die Geschichte nimmt ihren Verlauf in Schottland, genauer gesagt auf Fife, einer Halbinsel. Dieser Ort wird durch eine Karte im Buch auch noch besser dem Leser näher gebracht. Tolles Extra, super!

Zoë Beck springt in der Geschichte immer in zwei verschiedenen Zeitebenen: 2003 schreibt Philippa Murray ein Tagebuch über das Verschwinden eines Sean Butlers. 2010, also in der zweiten Zeitebene, erhält Cedric Darney einen seltsamen Anruf von seiner Stiefmutter Lillian. Als er zum Anwesen seines Vaters fährt, von wo der Anruf kam, findet er dort Lillian brutal ermordet. Kurze Zeit später meldet sich bei der Polizei in Edinburgh eine Frau, Philippa Murray, und behauptet, ein Sean Butler wäre der Mörder von Lillian. Das Problem: Sean Butler ist schon seit sieben Jahren verschwunden. Zusätzlich ist nun auch noch Philippa (die im Buch auch Pippa genannt wird) verschwunden.

Durch diese verschiedenen Zeiten und die Sprünge, mit denen Zoë Beck geschickt spielt, kann sich der Leser nicht zurücklehnen sondern ist aufgefordert, immer wieder mitzudenken, was wann geschehen ist.

„Das zerbrochene Fenster“ ist ein gelungener Krimi mit verworrenen Familiengeschichten und einem Ende, welches wirklich überrascht. Mir persönlich lässt das Ende ein bisschen zu viele Fragen offen, ich hätte gerne eine detaillierte Auflösung gehabt. Zoë Beck legt viel Wert auf die Psychologie zwischen und mit den Personen. So haben alle Charaktere in diesem Roman positive als auch negative Seiten. Keine Person kann von vorneherein als Bösewicht festgelegt werden, genauso wenig kann aber niemand entlastet werden. Das macht den Verlauf des Buches sehr spannend, neigt man doch dazu, je nach Fortschreiten im Buch immer verschiedene Charaktere zu verdächtigen.

Fazit: „Das zerbrochene Fenster“ ist eine verworrene Geschichte, mir sogar etwas zu verworren, aber kein Thriller, wie auf dem Cover steht. Dafür ist er nicht „blutig“ genug. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es gut, dass er nicht blutig ist. Ein Thriller ist es für mich nur deswegen nicht. Die Personen sind sehr realistisch gehalten, jede mit positiven und negativen Charakterzügen ausgestattet.

Der eine Punkt Abzug aus meiner Sicht für ein mir zu offenes Ende und für zu viele verschiedene Personen, die eine sehr verworrene Familienstruktur haben. Trotzdem auch von mir eine Leseempfehlung!

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102 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

krimi, alpen, berchtesgaden, gift, holzhammer

Die Holzhammer-Methode

Fredrika Gers , ,
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2012
ISBN 9783499258763
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Holzhammer-Methode“ von Fredrika Gers ist ein Buch einer gebürtigen Hamburgerin und spielt in Berchtesgaden, im tiefsten Bayern. Fredrika Gers schafft es sehr gut, den Leser mit in die Szenerie einzubinden, sei es durch die wunderbare Beschreibung der Landschaft (ich habe den Watzmann quasi vor mir gesehen) oder durch die herrlichen bayerischen Dialoge. Allerdings reicht Lokalkolorit für mich nicht, damit ich ein Buch als hervorragend ansehe. Das ist dieses Buch auch nicht, hat es doch einige Schwächen: Das Ende der Geschichte gerät zu kurz, mir ist zwar der Zusammenhang klar geworden, aber die Gründe für die Morde bleiben leicht unklar. Auch die Charaktere sind überwiegend flach gezeichnet, so wird zwar erzählt, dass Holzhammer IT-Fachmann ist, es aber auf dem Kommissariat verschweigt und so tut, als ob er keine Ahnung hat, dies wird aber leider im weiteren Verlauf der Geschichte nicht wieder aufgegriffen.
Insgesamt ein durchaus lesenswertes Buch, welches nicht hundertprozentig meinen Geschmack getroffen hat. Deshalb nur 3 Sterne. Einen positiven Aspekt möchte ich aber noch kurz herausstellen: Die Dialoge zwischen den Personen, gerade wenn sie im Dialekt gesprochen und geschrieben sind, finde ich immer wieder köstlich. Der Humor ist einfach toll!

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266 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 93 Rezensionen

entführung, thriller, psychothriller, mord, berlin

Schnitt

Marc Raabe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2012
ISBN 9783548284354
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Heute möchte ich das Fazit mal vornan stellen und anschließend meine Gründe darlegen:
"Schnitt", der erste Thriller von Marc Raabe, ist einer der besten Thriller, die ich überhaupt gelesen habe!

Hier nun die Gründe dafür:
Marc Raabe nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise nach 1979. Der Leser erfährt von einem Jungen, der in das Labor seines Vaters "eindringt" und etwas mitbekommt, was ihn völlig aus der Bahn wirft. Dann ein "Schnitt" und es wird von dem gleichen Jungen, nun allerdings erwachsen, erzählt der nun bei einer Sicherheitsfirma arbeitet und zu einem Alarm gerufen wird. Währenddessen wird seine Freundin in einem Park überfallen.

Marc Raabe hat es geschafft, mich völlig zu fesseln. Er schreibt in einer Art, die unter die Haut geht. In jedem Abschnitt habe ich mit den Figuren mitgefiebert und mitgelitten und mich gefragt, wie es weitergeht bzw. weitergehen kann. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, wie schon geschrieben konnte ich mich mit den Hauptpersonen identifizieren. Auch mit Liz, der leicht eigenwillig-starken Frau. Ich finde diesen Charakter einen der besten des Buches. Super!

Außerdem glänzt das Buch durch Nebensächlichkeiten: So habe ich gelernt, dass bei einem Porsche der Schlüssel wirklich auf dem Sitz liegen kann, wenn der Motor läuft, weil es einen Start-/Stopp-Knopf gibt. Solche stimmigen Details runden das Bild des Thrillers ab. Außerdem werden auch kleine Neben-Erzählstränge wieder aufgegriffen, mir ist nichts aufgefallen, was nicht hinterher weiter verarbeitet wird. Marc Raabe beweist an der ein oder anderen Stelle auch Humor, Liz gerät in einige tolle Situationen.

Zum Ende hin wird "Schnitt" sehr blutig, was mich aber nicht stört und auch der Spannung eher zuträglich ist. Es ist auch für mich eine logische Fortsetzung der Geschichte und nicht auf Zwang blutig geschrieben.

Mein Fazit steht ja oben schon, aber hier noch einmal: Ein grandioser Thriller, den man unbedingt lesen sollte. Eine klare Kaufempfehlung!

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pippa bolle, frankreich, mord, angeln, krimi

Tote Fische beißen nicht

Auerbach & Keller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2012
ISBN 9783548610894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auerbach & Keller nehmen den Leser mit auf eine Reise durch die Montagne Noire, den "schwarzen Bergen" in Südfrankreich. Die beiden verstehen es, den Lesern nicht nur einen interessanten Fall, wobei der Auftrag ja dieses Mal schon von Anfang an feststeht, sondern auch ein bisschen Hemingway mit einigen Zitaten und vor allem die Lebensweise und die Menschen Okzitaniens vorzustellen und das so, dass man nicht das Gefühl hat belehrt zu werden. Toll!

Spannend war der Fall für mich nicht besonders. Vor allem die vielen darstellenden Personen der Kiemenkerle und die französischen Namen haben es mir schwer gemacht, dem Plot zu folgen. Das habe ich in den ersten beiden Bänden anders erlebt. Schade an der Stelle, trotzdem nicht schlecht. Nur nicht so gut wie erwartet.

Der Schreibstil von Auerbach & Keller ist locker & leicht, nett zum Nebenbeilesen, wenn man sich auf das Buch nicht so doll konzentrieren will. Problem daran aber: Ich bekomme immer die Namen nicht mit, vor allem, wenn sie auf französisch (bzw. okzitanisch) sind.

Insgesamt finde ich das Buch ganz gut (deshalb auch 3 Sterne) aber keinesfalls so gut, wie die beiden Vorgänger. Vielleicht lieber ein wenig länger an einem Buch feilen? Das zweite ist ja auch erst im Januar erschienen.

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(273)

470 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 126 Rezensionen

krimi, mord, zorn, regen, schröder

Zorn - Tod und Regen

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.04.2012
ISBN 9783596193059
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Hauptkommissar Zorn ermittelt in seinem ersten Fall. Zum Inhalt brauche ich hier nichts schreiben, der kann auf entsprechenden Seiten nachgelesen werden; meine Meinung aber nicht ;-)

Kommissar Zorn ist ein äußerst unsympathischer Mensch, der eigentlich keine Lust auf Arbeit hat. Meiner Meinung nach hat Stephan Ludwig an der Stelle etwas übertrieben, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch, der so penetrant gegen sämtliche Regeln verstößt und so offensichtlich keine Lust zum Arbeiten hat, in einem deutschen Polizeikommissariat sitzen darf. Das passt einfach nicht. Ein bisschen weniger wäre in dem Fall mehr gewesen.
Zorn arbeitet zusammen mit “dem dicken Schröder”, von dem nicht viel mehr bekannt ist außer das er dick ist. Vielleicht ändert sich das noch. Trotzdem, der Charakter Schröder ist Ludwig gut gelungen, gerade sein Humor sorgt immer wieder für allgemeine Heiterkeit – nicht nur im Buch sondern auch bei mir.
Zum Teil wirkt das Buch aber konstruiert, vor allem das Ende, welches absolut passend gemacht erscheint. Schade!
Außerdem ist das Buch sehr blutrünstig, was mich eigentlich nicht stört. Wenn das aber zusammenkommt mit den zum Teil sinnlosen Dialogen (manchmal ganz witzig, oft aber leider nicht), dann trifft das nicht meinen Geschmack. Schade, ich hatte mir mehr versprochen.
3 von 5 Sternen, denn das Buch ist Mittelmaß, nicht besonders gut aber auch nicht übertrieben schlecht.

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köln, thriller, serienmörder, metzger, fallanalytiker

Blutsommer

Rainer Löffler , ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2012
ISBN 9783499257278
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz zum Inhalt:

Das Buch handelt von dem Fallanalytiker Martin Abel und seiner Kollegin Hannah Christ, die in Köln mithelfen sollen, um eine Mordserie aufzuklären. Martin Abel ist eine schwierige Person, er lässt die Kollegen nicht an sich ran und stößt sie auch gerne vor den Kopf. Nichtsdestotrotz ist der Deutschlands bester Fallanalytiker. Sein Chef, der die Ermittlungen leitet, hält allerdings nichts von der operativen Fallanalyse und hat Abel nur gezwungenermaßen angefordert. Das alleine verspricht einiges an Spannung. Quasi nebenbei wird von der grausamsten Mordserie erzählt. Menschen werden von Metzger umgebracht und regelrecht geschlachtet. Kann Martin Abel diese Verbrechen aufklären?

Bewertung:

Rainer Löffler ist hier als Debüt ein wahnsinnig guter Thriller gelungen. Im Buch steht, es sei der Auftakt einer Serie. Ich freue mich schon auf die nächsten Bände. Ihm gelingt es, Fans mehrerer Richtungen zusammenzubringen: Für Hartgesottene werden einige echt harte Szenen gut beschrieben, für die Fans von Psychothrillern ist auch etwas dabei: Die Beziehung zwischen Abel und dem Herrn der Puppen wird grandios beschrieben. Nebenbei vermittelt Löffler auch noch etwas "praktisches" Wissen; gemeint ist die Obduktion bzw. die Verwendung von Maden und Larven zur Bestimmung des Todeszeitpunktes.
Für Krimiliebhaber, die einen schwachen Magen haben, ist dieser Thriller definitiv nicht zu empfehlen, für alle anderen: SOFORT KAUFEN!

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