Leserpreis 2018

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67 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt

Jörg Maurer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 24.10.2018
ISBN 9783651025738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT
Kommissar Jennerwein und die Kollegen gönnen sich in der Vorweihnachtszeit eine Auszeit bei der gemeisamen Weihnachtsfeier in Jennerweins Berghütte. Die Stimmung steigt, man schwelgt in Jennerweins Erzählungen über seine Schulzeit - und bemerkt nach und nach, dass sich in den Kreis der Feiernden jemand eingeschlichen hat, der den Polizisten übel gesonnen ist.

KOMMENTAR
Jennerwein und Co. erlebt man auf den ersten Buchseiten von ihrer fast privaten Seite, abseits der Ermittlungen, abseits der Zivilisation hoch in den verschneiten Bergen. Als klar wird, von wem die Bedrohung für das Team ausgeht, arbeiten jedoch alle zusammen und man merkt, was für ein aufeinander eingespieltes Team man vor sich hat. Insofern wird man also krimitechnisch mit dem, was man von den vorherigen Bänden der Reihe gewohnt ist, gut versorgt.

Die Nebenhandlung - Jennerwein erzählt von einem Ereignis, das ihn als Schüler zum ermitteln brachte - ergänzt den Hauptplot, was stellenweise spannender zu lesen war als das eigentliche Geschehen in der Berghütte, ehe beide Erzählstränge zusammenlaufen.

Was ich schade fand, war, dass von den übrigen Teammitgliedern viele flache Charaktere bleiben, soll heißen, statt hier mehr über das Leben der Figuren zu verraten, bleibt Jörg Maurer bei vielen von ihnen an der Oberfläche und lässt sie nur das beisteuern, was ihr Beruf für die Spurensuche hinsichtlich des Bedrohers erfordert.

Insgesamt 3,5 Sternchen im Vergleich zu den vorherigen Jennerwein-Büchern. Leider nicht mehr so lustig wie die ersten Bände waren.

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249 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 134 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Doris ist 96 Jahre alt und auf den Strom an Pflegerinnnen angewiesen, die in ihre Wohnung kommen, um ihr im Alltag zu helfen. Mangels eigener Kinder schreibt sie ihre Lebenserinnerungen für ihre Großnichte Jenny auf und orientiert sich dabei an ihrem roten Adressbuch, das einst ein Geschenk ihres Vaters war...

Die Idee, einen Roman anhand eines Adressbuchs zu erzählen, wobei die Hauptfigur Doris zu den darin genannten Leuten ihre Erinnerungen aufschreibt, ist ein interessantes Konzept. Anfangs gelingt es der Autorin, spannend zwischen Doris' Gegenwart, in der sie eine gebrechliche alte Frau ist, und ihren Erinnerungen an Kindheit und erste Jobs zu springen. Beim Lesen wurde es mir hier nie langweilig, was mit sonst oft passiert, wenn zwischen zwei Zeitebenen gewechselt wird, von denen eine weniger ansprechend ist als die andere.

Doris muss von Kindheit an viele harte Schicksalschläge erleben, die anfangs noch einen Überraschungseffekt haben, einen dann aber abstumpfen lassen, da die schiere Anzahl an negativen Erlebnissen unglaubwürdig wird.

Ich hätte mir insgesamt eine realistischere, biografie-ähnlichere Geschichte gewünscht. Das wäre, wenn Doris nur die Hälfte von allem erlebt hätte, immer noch aufregend zu lesen gewesen.

Zudem fehlt, gerade da man Doris' gesamtes Leben kennenlernt, die Charaktertiefe, da Gefühle nur an der Oberfläche angekratzt werden, und die Charakterentwicklung, denn nie ist Doris kritisch gegenüber eigenen Entscheidungen oder ihrem väterlichen Freund Gösta gegenüber. Auch reflektiert sie leider nie, ob sie nicht doch hätte Jennys Mutter werden sollen, da sich ihre Nichte nicht um das Kind kümmern konnte.

In der Gegenwart wird gegen Schluss des Buchs Doris' Großnichte Jenny als weitere Figur eingeführt, aus deren Perspektive das Ende des Buches geschildert wird, so dass dem Leser Doris' letzte Tage nicht vorenthalten werden. Das Happy End, falls man es so nennen mag, war leider etwas vorhersehbar. An dieser Stelle wäre für mich ein tragischerer Ausgang passend gewesen, da Doris ja sonst nichts gegönnt wird.

Alles in allem dennoch ein unterhaltsames Buch, wenn man nicht allzu kritisch mitliest.

3,5 Sterne.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Die Seidenhändlerin

Gabriela Galvani
E-Buch Text: 498 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 01.06.2018
ISBN 9783961482078
Genre: Historische Romane

Rezension:

Emilia und Serena sind zwei sehr ungleiche Zwillingsschwestern. Erstere flüchtet nach einem missglückten Techtelmechtel zurück in ihre Heimat Italien, die andere ist in Como eine erfolgreiche Seidenhändlerin, die Affären nicht abgeneigt ist. Kurz nach Emilias Ankunft stirbt Serena und Emilia schlüpft in die Rolle der Schwester, um das elterliche Geschäft nicht zu verlieren. Während Napoleons Truppen zwischen Deutschland und Italien wüten und die Nachwehen der Revolutionen die Gegend erschüttern, droht Emilias Bekanntschaft mit der Familie des Zeitungsverlegers Francesco Agnelli ihre wahre Identität zu entlarven, zumal sie sich in ihn verliebt und er Serena bereits zu kennen scheint...

Der gut recherchierte historische Roman, in dem die Begegnung mit Josephine und Napoleon Bonaparte nicht fehlen darf, gibt immer wieder Einblicke in das harte Leben der Bevölkerung, die den Preis für die Revolution bezahlen muss. Emilia ist von beiden Schwestern die sympathischere, so dass es ganz angenehm ist, nur noch ihrer Handlung zu folgen. Das Verwirrspiel, ehe Emilia in der Rolle Serenas enttarnt wird, zieht sich entlang des Schicksals der Familie Agnelli, wobei Francescos Schwestern Lucia eine enge Freundin Emilias wird und letztlich beim Zusammenkommen ihres eigentlich verheiraten Bruders mit Emilia hat. Die Liebesgeschichte beginnt als Nebenhandlung und rückt mit dem Fortschreiten des Buches in den Vordergrund. Durch die Umstände von Serenas Ableben wird auch die Crime-and-Suspense-Nische bedient, so dass insgesamt eine gute Mischung vorhanden ist. Für Abwechslung sorgt auch der Umstand, dass der Roman in Italien spielt statt, wie man es beim Schlagwort Französische Revolution vermuten mag, in eben diesem Land.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

baby, englisch, englische literatur, familie, fiction, geburt, gier, hardcover, hoffnung, humor, ian mcewan, leserunde, liebe, mord, roman

Nutshell

Ian McEwan
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Jonathan Cape, 01.09.2016
ISBN 9781911214335
Genre: Romane

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62 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

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Dunkles Arles

Cay Rademacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 22.05.2018
ISBN 9783832198756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein spannender Krimi, was möchte man mehr von einem Buch? Ich jedenfalls möchte auch, dass die Hauptfiguren, zumal es sich um ein Paar handelt, eine emotionale Verbindung hat.

Roger Blanc und seine Geliebte Aveline verstecken sich in Arles vor ihrem Ehemann. Im Amphitheater geschieht ein Mord vor ihren Augen und ab diesem Moment werden sie sowohl von der Polizei wie von Mörder gesucht. Eine aufregende mehrtätige Verfolgung durch Arles und Umgebung folgt.

Roger und Aveline jedoch, die sich in der deutschen Übersetzung siezen (wer, bitte, siezt eine Person, mit der man Sex hatte?!), sind meinem Empfinden nach kein passendes Paar und die Szenen und Dialoge zwischen beiden wirken kalt und nüchtern. Zum Teil war es eine Tortur, diese Szenen mit beiden lesen zu müssen, bis sie dann wieder ermittelt haben, was für mich auch der Hauptgrund war, warum ich mit dem Buch nicht ganz warm geworden bin.

Im Allgemeinem gefallen hat mir jedoch das hohe Erzähltempo und Rogers freche Klappe.

Menschlich wird es erst auf den letzten Paar Seiten, als Roger zurück in der Heimat ist und mit seinen Kollegen redet - zu spät für ein rundes Leseerlebnis.

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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My not so Perfect Life

Sophie Kinsella
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bantam Press, 09.02.2017
ISBN 9780593074794
Genre: Romane

Rezension:

PLOT

Katie, who goes by the sassy nickname 'Cat' in London, thinks she got the perfect job in a design company. Problem 1: she can't get her boss Demeter to notice her in order to pitch her design ideas. Problem 2: cute designer Alex that Katie's crushing on turns out to be Demeter's lover. Problem 3: when finances are cut, Katie's the first one to get sacked.

She returns to Somerset to her father and her stepmum's farm and helps them to start a luxury camping site, pretending to be on a sabbatical instead of having lost her job. When Katie's ex-boss Demeter shows up with her family as guests, Katie's perfect chance for sweet revenge has come.

COMMENT

One of the things I really like about Sophie Kinsella's characters is that you just have to like them from the start because they're not perfect, they do mess up, and they mess up big time trying to hide things from their families or trying to gloss over things they messed up in their job or love life. Katie is no different: she has a tiny room, is forced to live in a disguisting flat with psycho flatmates, hates her commute and has to do meaningless, mind-numbing tasks in her job. Her aquaintance with Alex is a ray of light, but he turns out to be a disappointment as well. All these things are very relatable.

At the same time, Katie is charming, witty and critically reflects about lying to herself and her bad habit of lying on Instagram about her perfect, trendy London life and lying to her parents.

Both the absurdness of Katie's life at the beginning as well as her revenge plan for Demeter drew me in and made me laugh, and I can proudly say that although I almost never get to read at the moment, I made time for this book and finished it in one week! Right now, that's an absolute record for me (it took me almost 3 months to finish my last Kathy Reichs novel...) *cringe*

Considering how little I liked the last Shopaholic book  (by now, the series has become to repetitive for my taste), I didn't have really high expectations; I was more looking for a feel-good-book that's entertaining and makes me laugh a few times. I fully got that, and on top of this, I'd also say that "My Not So Perfect Life" has the charm of Kinsella's older books like "The Undomestic Goddess" (German: Göttin in Gummistiefeln).

The only part of the book that I was a little disappointed by was the very end - not the solution of the story, but the very end. The decision Katie makes for her love life felt unsatisfactory to me.

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Tags: chiclit, design, london, my not so perfect life, novel, somerset, sophie kinsella   (7)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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The Hanging Tree

Ben Aaronovitch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DAW, 31.01.2017
ISBN 9780756409678
Genre: Sonstiges

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

andreas föhr, bayern, clemens wallner, deutschland, erpressung, falsche identität, hörbuch, humor, korruption, kreuthner, krimi, kriminalroman, krimireihe, leonard kreuthner, tegernsee

Schwarzwasser

Michael Schwarzmaier , Michael Schwarzmaier
Audio CD
Erschienen bei Argon, 01.06.2017
ISBN 9783839815304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

PLOT

Polizeiobermeister Kreuthner möchte eigentlich nur mit ein bisschen Spaß mit der ortsansässigen Friseurin, und weil die eigene Bude unvorzeigbar ist, fährt er mit ihr zur Wartberg-Villa, die er leer vermutet. Die romantische Stimmung ist bald verflogen, als beide die Leiche des Hausbesitzers finden, und dazu die volltrunkene Lara Evers, die sich nicht an die Tat erinnern kann. Zuerst gesteht sie dennoch bei der Vernehmung durch Kommissar Wallner, doch Kreuthner will nicht glauben, dass sie die Mörderin ist, obwohl sie mit der Tatwaffe auf ihn zielte...

KOMMENTAR

Die Ermittlungen nehmen schnell Fahrt auf und die lebendige, angenehme Lesart von Micheal Schwarzwasser trägt dazu bei, dass man leicht in die Geschichte hineinfindet.

Das Setting im tief-bayerischen Mangfalltal ist gut gewählt - eine urige Dorfkneipe, sympathische Dialektsprecher, und ein durchtriebenen Polizeiobermeister, der nicht ganz gesetzestreu ist.

Leuthner und sein Chef Wallner tragen deshalb den einen oder anderen Grabenkrieg aus, auch scheinen sich die anderen Polizisten ganz grün zu sein, was ich etwas seltsam fand.

Wallners Opa Manfred, der zu Beginn im Sensenmannkostüm auftaucht, ist dagegen eine echte Nummer. Eine ganz andere Nummer allerdings ist die schiere Anzahl der Personen, die auf- und dann wieder abtaucht, Namen wechselt, wieder verschwindet... Für ein Hörbuch war es gelegentlich etwas zu viel; ich denke, die ganzen Charaktere sind in einem gedruckten Roman, wie er ja auch die Grundlage für diese Vertonung bildet, einfacher im Auge zu behalten, da man nachblättern kann.

Die Erklärung für den Titel fiel für mich wenig spannend aus, da er zuerst vielversprechend klang, dann aber doch für etwas recht banales steht, das auch keinen wirklich herausragenden Beitrag zur Handlung liefert.

Die Auflösung des Krimis ist gelungen, alle zuvor aufgekommenen Irrungen und Wirrungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart werden zufriedenstellend gelöst. Das eigentliche Ende jedoch wirkte auf mich unnötig und nachgeschoben - ich hätte eine offenes Ende bevorzugt, nicht zuletzt, weil ich fiktiven schlechten Personen ab und zu auch etwas fiktives Gutes gönne.

Trotz der angemerkten Punkte habe ich mich allerdings nie schlecht unterhalten gefühlt, auch gab es keine Stellen, an denen sich etwas zu sehr in die Länge gezogen hat, sondern die Handlung ging in flottem Tempo voran, immer dem Mörder hinterher.

FAZIT

Ein guter Krimi; liefert alles, was Regionalkrimi-Fans mögen, und 'a scheane Leich' gibts am Ende auch. Hörenswert!

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300 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

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Good as Gone

Amy Gentry , Astrid Arz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.02.2017
ISBN 9783570103234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Plot
Julie, die als dreizehnjähriges Mädchen aus dem Haus ihrer Eltern entführt wurde, steht mit 21 plötzlich vor der Haustür. Die Eltern, Anna und Tom, sowie die jüngere Schwester Jane sind fassungslos - hat sich doch ihr Leben seit Julies Verschwinden doch nur um sie und die Leere, die sie hinterlassen hat, gedreht. Anna lässt sich nur zögerlich auf Julie ein, scheint auch verschlossen gegenüber Jane, die lieber zurück ans College geht als es bei der wiedervereinten Familie auszuhalten. Als Anna von einem Detektiv kontaktiert wird, der nach der Entführung als Polizist bei den Ermittlungen dabei war, kommen ihr erste Zweifel, ob Julie wirklich ihre Tochter ist.

Kommentar

Anna und Nellie Thalbach tragen das Hörbuch in einer Weise vor, die es den Zuhörern einfach macht, ins Geschehen einzutauchen. An manchen Stellen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass Kapitelanfänge noch in irgendeiner Weise akustisch gekennzeichnet gewesen wären, weil die Stimmen der beiden z.T. recht ähnlich waren. Ansonsten haben sie mir stimmlich gefallen, besonders Anna Thalbach, deren Stimme auch etwas Kantiges, leicht Raues hat, was den Inhalt des Romans passend ergänzt hat.

Das Buch beginnt etwas langatmig mit der Situation der Familie, die auch nach Jahren noch nicht mit dem Umstand, ein Kind verloren zu haben, zurecht kommt, sondern lieber in kaputten emotionalen Verhältnissen zueinander dahinvegetiert, unter denen die zweite Tochter leiden muss, statt dass die Fronten geklärt werden. Die Rückkehr von Julie heilt die Familie nicht etwa, sondern treibt noch zusätzliche Keile zwischen Anna, Tom und Jane. Das führt dazu, dass sich die drei noch weiter von einander entfernen - in Janes Fall sogar wortwörtlich - was der Spannung meinem Empfinden nach leider Abbruch getan hat.
Die Handlung konzentriert sich nun auf Anna und zunehmend kommen Julie und die Geheimnisse, die sie in sich birgt, zu Wort, so dass Annas Vermutungen über die heimgekehrte Tochter und vielleicht Hochstaplerin mehr Dimension verliehen wird. Auch diese Gegenüberstellung von Annas und Julies Wahrnehmung der Situation bzw. die Rückblicke, die die Gegenwart erklären sollen, sind für meinen Geschmack wieder langatmig geraten, so dass das anfängliche Rätsel um Julie in Sachen Spannung nicht wirklich Fahrt aufnimmt, sondern eher wie ein kleines Bächlein vor sich hinplätschert.

Fazit

"Das Debüt von Amy Gentry erfüllt alle Erwartungen an einen Spannungsroman" preist das Innere der mp3-Hülle das Buch an - ich muss leider sagen, dass es zwar in Sachen zweifelhafte Personen, Mord, Kindesentführung, Detektivarbeit und Plottwists alle Kategorien abhandelt, aber eben keine davon herausragt. Das Hörbuch bietet siebeneinhalb Stunden Unterhaltung, aber das Luftanhalten vor Spannung bleibt leider aus.

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106 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

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Totengeld

Kathy Reichs , Klaus Berr
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453437944
Genre: Krimi und Thriller

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97 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

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Creature - Gefahr aus der Tiefe

Morton Rhue , Nicolai von Schweder-Schreiner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.01.2017
ISBN 9783473401505
Genre: Jugendbuch

Rezension:

HANDLUNG

Der Teenager Ismael wird von der beinahe unbewohnbaren Erde auf den Planeten Cretacea geschickt, um dort auf dem Meer gigantische Fische als Nahrung zu jagen. Er landet auf dem Schiff Pequod, dessen Kapitän Ahab von einem riesigen Terrafin - einem stachelbewerten Ungetüm - besessen ist, für dessen Fang er sogar das Leben der Mannschaft aufs Spiel setzt.

KOMMENTAR

Wem in der Beschreibung des Inhalts einige Namen bekannt vorkamen, kriegt noch einige weitere geboten: ein Steuermann namens Starbuck und ein Teenager namens Quequeg, der zu Ismaels Freund wird, tauchen auch noch auf. Die übergeordnete Plotline, an der sich Morton Rhue bedient hat, ist also Herman Melvilles "Moby Dick". Ich habe vergeblich darauf gewartet, dass nach dem anfänglichen Erkennen, dass Moby Dick eingearbeitet wurde, kreativ mit dem Intertext umgegangen wird: alles läuft nach Schema F und damit leider auch sehr voraussehbar ab. Ahab zieht die Jagd nach dem Terrafin durch, Ismael und einige andere gehen dabei fast drauf. Etwas Abwechslung bieten lediglich einige weibliche Figuren, die hinzukommen, um den modernen Geschmack oder zu befriedigen oder das Buch auch für eine weibliche Zielgruppe interessant zu machen, und der Umstand, dass das Buch aus Sicht des Lesers in der Zukunft spielt, in der Leute auf andere Planeten geschickt werden, um dort Geld zu verdienen und Lebensmittel für die Erde zu produzieren. Hinzu kommen Insulaner, die ein stereotyp einfaches, naturverbundenes Leben führen, aber gleichzeitig Medizin produzieren, die von anderen als Droge begehrt wird... und schon sind wir beim nächsten Klischee. Die Handlungseinschübe auf der Insel, Piratenangriffe und einige Informationshäppchen über Ismaels Leben auf der Erde in Rückblenden bringen gelegentlich etwas Spannung auf, aber leider nicht genügend, um mein Interesse am Buch durchgehend aufrecht zu erhalten, so dass für mich bei jeder Rückkehr auf die Pequod und bei den Jagdszenen neue langatmige Durststrecken vorhanden waren.

Dennoch kann man dem Roman zu Gute halten, dass er sich flüssig liest und man schnell wieder bei Szenen landet, die etwas mehr zu bieten haben als den Moby-Dick-Plot. Schade fand ich allerdings, dass Ismael und Co. sehr einfach aus allen schwierigen oder gefährlichen Situationen herauskommen, ohne dass sie selbst wirklich etwas selbst leisten müssen. Um nur ein Beispiel zu nennen: *SPOILER ALERT: BEIM NÄCHSTEN ABSATZ WEITERLESEN* Ismael und die anderen, die mit ihm auf der Jagd sind, gehen über Bord, aber alle werden dann von Piraten aufgegriffen. Klar, Piraten sind gefährlich, aber sie retten die Teenager eben vorläufig vor dem Ertrinken. *SPOILER ENDE*

Der Untertitel "Gefahr aus der Tiefe" hat mich dazu veranlasst, zu denken, dass es um Tiefseekreaturen gehen könnte - aber weit gefehlt. Sämtliche Kreaturen, die gejagt werden, sind - ähnlich unseren Haien und Walen - eher in den oberen Wasserschichten unterwegs. Von einem Monster aus mehreren Meilen Tiefe also keine Spur. Den großen Terrafin fand ich genauso wenig besonders brutal oder erschreckend - ein Tier, das gejagt wird, wehrt sich eben.

Die groß angekündigte Umweltkatastrophe, die im Buch thematisiert wird - so jedenfalls wird es beworben - bleibt meiner Meinung nach aus. Die unbewohnbare Erde, deren letzte Bewohner an Rohstoffmangel, Wasserknappheit und Luftverschmutzung leiden, bildet nur einen sehr kleinen Teil des Handlungsrahmens - fast nur eine Randnotiz. Ich hatte eher den Eindruck, dass der Rahmen des Buchs eher als Dystopie angelegt wurde, als als Umweltroman, aber auch die Dystopie hätte ausführlicher ausgestaltet sein müssen, um dem Leser etwas handfestes zu bieten. Dadurch, dass das ausblieb, war für mich die Auflösung der Story in den letzten Kapiteln eher ein nachgeschobener Einfall als ein wirklich gut durchdachter Abschluss.

FAZIT

3 von 5 Sternen. Zu lange spannungsfreie Stellen und zu wenig kreativer Umgang mit "Moby Dick".


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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

distopie, jugendroman, peter facinelli, young adult

After the Red Rain

Barry Lyga , Peter Facinelli , Robert Defranco
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LITTLE BROWN, 04.08.2015
ISBN 9780316406031
Genre: Sonstiges

Rezension:

"A postapocalyptic novel with a cinematic twist from New York Times bestseller Barry Lyga, actor Peter Facinelli, and producer Robert DeFranco" - with this illustrious description of its authors a book must be good, right?

Almost one year after purchasing the ebook (6,99€, c. 390 pages) I finally got around to reading this young adult fiction. Have you ever had the problem that you buy books and then push them further and further back on your "read next"-shelf? And isn't it sad when the same happens to your digital books?

Although I had never really heard about the other to guys, I'm a fan of Peter Facinelli - and knew who he was even before he played Carlisle in the Twilight movies. I liked the stuff he wrote and produced, so I thought I'd give this book a shot.

PLOT

Deedra is a 17-year old girl who, like all the people in her district, works day-in and day-out in a factory to produce machine parts for the Magistrate. But the food she receives as payment is never enough, so she needs to go scavenging. On one of her scavenging trips she meets a boy who calls himself Rose. He's different from anyone Deedra ever met and opens her mind to things she's never thought about.

After the Magistrate's son is murdered, Rose is the prime suspect. Soon it becomes clear that the Magistrate and the police aren't above torture and that those Deedra and Rose considered allies pursue plans of their own.

COMMENT

"A rose is a rose is a rose" and "a rose by any other name" are two quotes that came to my mind after I stumbled across Rose's name for the first few times. Both gained meaning in relation to the character after a few chapters, but I'm not giving anything away yet.

What startet out as a typical post-apocalyptic novel with grey buildings, loss of technology, mass extinction of animals and plants was made interesting by the mystery of the Red Rain and finding out what the phrase acutally means since the main characters themselves don't know what to believe about this historic event - only that it happened and that many rumours surround it.

The romance between Deedra and Rose and her process of discovering what he is was too much of a cliché for my taste as an adult reader - I simply have to mention Twilight a second time in this post (you know, the lion/lamb scene in the forest) - that's how much of a cliché it is. But, dear reader, I can assure you that it gets better after it's been established that they have a crush on each other.

The action and crime parts of the plot were nicely done, however, towards the very end, I sometimes found them rather hard to follow because some things became so unrealistic. Makes for a rather action packed mental cinema though.

Altogether, a lovely mix between dystopian and romantic young adult fiction, somewhere between 3,5 to 4 stars.

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Tags: distopie, jugendroman, peter facinelli, young adult   (4)
 

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

böse, england, kinderbuch, moderne märchen, orphan, palast, quee, queen, riesen, riesenlan, roald dahl, the bfg, träume, waisenkind, weisenkind

The BFG

Roald Dahl
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Puffin, 16.06.2016
ISBN 9780141361321
Genre: Kinderbuch

Rezension:

PLOT

Sophie is an orphan. One night, she notices something strange outside the dormitory window: a giant moves from house to house, pulls something out of his suitcase, and sticks a long instrument through the windows of sleeping children. The giant spies Sophie, picks her up and takes her home to his cave.

He turns out to be the Big Friendly Giant, or BFG, and they become friends. Sophie learns that the BFG blows dreams through children's bedroom windows so they can sleep happily. She also learns that there are other giants, even bigger, but a lot less friendly - and they eat humans!

In order to stop the other giants from eating more children, Sophie and the BFG decide to win the Queen of England over as an ally.

COMMENT

The story about Sophie and the BFG is very charming and, while reading it, one immediately gets the impression that Dahl put a lot of effort into creating puns, but also had lots of fun while writing the book with his own kids in mind. In the introduction, his daughter Lucy tells how she first met the BFG in the nighttime stories her father used to make up. For me, this had the effect that I was kind of already drawn into a magical world before I even started reading the actual story.

Blake's illustrations are an extra treat that make leafing through the book fun and bring Sophie and the BFG to life. I especially enjoyed the two-page pictures towards the end of the book.

The solution of the plot - asking the Queen for help - was overly simplistic for my taste, especially since it gives the impression that the solution to a problem is a monarch which should not be taught to children who grow up in a democratic society, but I guess that children up to a certain age would be absolutely fine with it.

All in all, the story is suitable for younger children, and there are even some activities like a quiz or a "draw your dream" page at the end of the book. However, I believe that some of the puns that are tricky to understand therefore would be frustrating for learners of English after a while and put them off reading - and that's exactly the opposite of what you want as a teacher.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

bfg, big friendly giant;, inhalt, kinderbuch, meinung, riesen, vergleich

BFG. Big Friendly Giant

Roald Dahl , Adam Quidam , Quentin Blake , any.way
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.06.2016
ISBN 9783499217562
Genre: Kinderbuch

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(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Nightmares! - The Sleepwalker Tonic

Jason Segel , Kirsten Miller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Random House Children's, 24.09.2015
ISBN 9780552571029
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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(101)

131 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 88 Rezensionen

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Leuchtturmmord

Katharina Peters
Flexibler Einband: 323 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.03.2016
ISBN 9783746632063
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT

Ermittlerin Romy Beccare folgt den Spuren eines Mordes an einer jungen Frau, der Mutter von zwei Kindern. Zuerst ist der Ehemann unter Verdacht, aber bald schon stößt sie auf Seltsames im Bekanntenkreis der Ermordeten: nur noch einer lebt, während alle anderen unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen.

Auch Romys Partner, Jan, und die Kollegin Olivia kommen nicht zu kurz – den nicht nur dieser eine Mord beschäftigt die Rügener Polizei, sondern auch mehrere tote Boxer und die illegale Kampfszene, in der die Lokalprominenz zuhause zu sein scheint.

KOMMENTAR

Der “Leuchtturmmord” ist nun schon Romy Beccares fünfter Fall, jedoch macht sich dies in der Handlung des Buches für diejenigen, die nicht mit dem Rest der Reihe oder nur mit einigen der Bänden vertraut sind, nicht weiter bemerkbar. Die Polizeiermittler sind so gestaltet, dass man schnell viel über sie erfährt und so rasch mit ihnen vertraut werden kann; gleichzeitig liegt hierin auch der Wiedererkennungswert für diejenigen, die die ersten vier Rügenkrimis schon verschlungen haben. Darüber hinaus gibt es immer wieder Kapitel, die aus Sicht des großen Kreises an Verdächtigen geschrieben sind, so dass man als Leser mehr erahnen kann, als die Polizei in einem Moment weiß, und so selbst mitspekulieren kann.

Wer auf große Action hofft, wartet leider vergeblich auf einen Showdown. Meiner Meinung entstand die Spannung im Buch eher durch das, was an Nebenschauplätzen zwischen den Verdächtigen, im Boxermilieu oder an Zwischenmenschlichem auf Ermittlerseite geschah. Was das Regionale angeht, muss ich sagen, dass ich schon andere Krimis gelesen habe, in denen Rügen mehr im Vordergrund stand, während ich hier eher den Eindruck hatte, dass einfach Orte und ein Leuchtturm genannt werden, damit man das Buch noch als “Rügenkrimi” bezeichnen kann. Tatsächliche Eindrücke von der Landschaft gab es keine.

Alles in allem ein Krimi, der mit Ermittlern und Verbrechern aufwartet, die alle ihre Stärken und Schwächen haben dürfen, ohne Klischees zu sein. Eher leichte Lektüre statt Herzrasen.

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Tags: katharina peters, krimi, leuchtturmmord, romy beccare, rügen, rügenkrimi   (6)
 

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Sonnensegeln

Marie Matisek
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2016
ISBN 9783426517390
Genre: Romane

Rezension:

Krankenpflegerin Marita ärgert sich über ihren Job in Husum und den Alltagstrott in der Klinik. Als sie auf eine verlockende Jobannonce stößt - Pflegerin für einen Unternehmer in Südfrankreich - gibt sie sich einen Ruck und bewirbt sich. Für drei Monate verschlägt es Marita in die Provence auf das Gut einer Unternehmerfamilie, die Rosen und Jasmin für die Parfümindustrie herstellt. Traumhafter könnte es nicht sein - wäre nicht ihr Patient Georges ein Griesgram, sein Sohn Lucien verschlossen und in sich gekehrt, und ihr Verehrer Francois zu gut, um wahr zu sein.

EIGENE MEINUNG

Marita ist lebensfroh, schwungvoll und freundlich im Umgang mit ihren Patienten - es fällt also nicht schwer, sie gleich während der ersten Seiten sympathisch zu finden und gemeinsam mit ihr gut gelaunt zu sein. Dieser Eindruck hat sich dann auch bis ans Ende des Buches gehalten.

Die Parfümstadt Grasse, die Natur der Provence, die Blumenfelder werden während Maritas Erkundungstouren wundervoll beschrieben, so dass man selbst Lust auf Urlaub bekommt.

Die Handlung ist zwar nicht übermäßig aufregend, genau wie es sich für einen Erholungsurlaub gehört, aber es gibt einiges zum Schmunzeln und Marita begegnet stets neuen Leuten, so dass man gerne neugierig weiterliest. Marita kämpft zuerst gegen ihre unzureichenden Französischkenntnisse, dann gegen Navi und Straßenkarten, dann gegen das Wetter - auch hier fühlt man sich an den Urlaub erinnert.

Erst gegen Schluss nimmt "Sonnensegeln" an Fahrt auf, was das Spannende angeht: Marita und ihr schwieriger Patient George raufen sich zusammen, um seine Beziehung zu Sohn Lucien zu retten, und auch Francois' Interesse an Marita lässt auf einmal Zweifel aufkommen, was er eigentlich beabsichtigt.

Die historischen Einschübe eines norddeutschen Auswanderers nach Frankreich im 18. Jahrhundert, die den einzelnen Teilen der Buchabschnitte vorangestellt waren, hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht, aber die Zusammenführung mit Maritas Plotline war immerhin ein ganz netter Abschluss der Sache.

Alles in allem sorgt "Sonnensegeln" für heitere Urlaubsstimmung und die Romantik kommt auch nicht zu kurz - ein Kurzulraub zwischen zwei Buchdeckeln.

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(161)

302 Bibliotheken, 4 Leser, 5 Gruppen, 12 Rezensionen

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Die Brüder Löwenherz

Astrid Lindgren
Fester Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.01.2007
ISBN 9783789140914
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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55 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

bär, fantasy, fiction, frauenroman, freundschaft, gracekeepers, kirsty loga, kirsty logan, magie, meer, surreal, the gracekeepers, wasser, wasserwelt, zirkus

The Gracekeepers

Kirsty Logan
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Vintage, 10.03.2016
ISBN 9781784700133
Genre: Romane

Rezension:

PLOT

North is the bear girl in a circus - a circus that consists of tiny boats travelling from one island to the next in the hope of earning their income. Callanish lives on a tiny island and looks after 'graces', birds that are given to the dead that their families bring to her underwater burial site that surrounds her island. North wants to get out of marrying the circus owner's son; Callanish longs to see her mother again. After a tumultuous storm, their paths cross.

COMMENT

As magical and fascinating as North and Callanish's world of endless water and tiny islands was in the beginning, as common it became the further the book progressed. Names like "Excalibur" and "Avalon" and technologies like gramophones quickly broke the spell. I don't mind the latter if I get a proper steampunk impression from a fictional place - sadly not the case - and I don't mind the first if the author gives at least a tiny hint when and where a novel is set. Referencing a medieval saga and then not commenting on it is just a bad writing decision that ruins a book for me.

The action started off quite nicely, and the two main protagonists, North and Callanish, made an intriguing first impression with their respective ways of life, one in a circus in a boat, the other on an island in the middle of an underwater graveyard. Altogether, the first half of the book was interesting as new points of view via other characters were added and things were set in motion. Sadly, the second half of the book was considerably less exciting, even boring at times because practically nothing happened and the little things that happened were so common and irrelevant to the plot that I was wondering why they were even mentioned. The additional points of view no longer gave new information or thoughts but seemed a mere way to get a higher page count by repeating what the reader already has guessed.

The final bang of the book? Wasn't there for me. I had hoped for a grand and exciting finale considering the setting - water, fire, people trying to escape both - but all the end had to offer was a meek happy ever after.

Concerning the title, I'm questioning why it was chosen. One Gracekeeper is among the protagonists, another one makes a very short appearance. Their work as MCs of burials only matters at one point of the entire plot, and otherwise only provides a backdrop that could have been anything else. Is the title supposed to indicate that all characters keep their grace no matter what happens? For me that would imply that they had previously walked through life gracefully - but their backstories certainly don't give that impression.


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Tags: circus, fiction, gracekeepers, kirsty logan, novel, water   (6)
 

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279 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 72 Rezensionen

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The Perfect

Patricia Schröder
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 11.01.2016
ISBN 9783649667834
Genre: Jugendbuch

Rezension:

HANDLUNG

Der Chef eines Modeunternehmens, der geheimnisvolle
Adam C. Oulay, ruft zu einem Casting auf: gesucht wird eine junge Frau,
die seine Assistentin werden soll - und vielleicht noch mehr.

Jazz lässt sich von ihrer besten Freundin Leena, die sich unbedingt
bewerben möchte und ihre große Chance auf eine Karriere in der
Modebranche wittert, dazu überreden, am Casting teilzunehmen. Zu ihrer
Überraschung wird Jazz zusammen mit Leena für die nächste Runde des
Castings eingeladen. Abgeschottet von der Außenwelt und ihren Familien,
zudem unter der Beobachtung von maskierten Männern, gilt es nun in
Dreierteams, die aus einer Favourit und zwei Servants bestehen, eine
Modedesign- und Laufsteg-Challenge zu bewältigen, die jede der
Kandidatinnen auf ungeahnte Weise herausfordert. Jazz wird Servant der
zickigen Favourit Robyn, während Leena als Favourit ein eigenes Team
bekommt. Bald schon wird klar, dass der Wettbewerb nicht nur die
Freundschaft der beiden auf die Probe stellt, sondern auch gefährlich
werden kann...

KOMMENTAR

Die selbstbewusste Jazz, die als
Ich-Erzählerin das Casting schildert, war mir gleich von Anfang an
sympathisch, und dieser Eindruck hat sich auch bis ans Ende des Buches
gehalten. Ihre beste Freundin Leena hingegen wurde mir zunehmend
unsympathischer: je weiter der Wettbewerb voranschritt, desto
unfreundschaftlicher wurde sie gegenüber Jazz und hat sie nicht mehr an
sich herangelassen. Auch als am Schluss neue Informationen über Leenas
Aufwachsen hinzukamen, hat sich mein negatives Bild von ihr nicht
geändert.

Jazz bewahrt einen kritischen Blick auf die Vorgänge im
Castinghaus und hinterfragt die Handlungen der maskierten Männer und der
anderen Personen, die die Dreierteams unterstützen sollen, ebenso wie
die Motive des ziemlich lange unsichtbar bleibenden Adam C. Oulay. Durch
Jazz' Wahrnehmung und Gedanken gelenkt hat das Buch ein hohes Tempo;
man rätselt über Dinge und Personen, wie Jazz es tut und geht sogar in
den eigenen Spekulationen noch weiter. Neue Dinge passieren Schlag auf
Schlag und man kommt beim Lesen eigentlich kaum dazu, es aus der Hand zu
legen, weil man sofort wissen möchte, was als nächstes geschieht.

Weniger
gut fand ich die große Vorwegnahme über Leena gleich am Anfang des
Buches. Als ich an der entsprechenden Stelle gelesen habe, was genau
passiert, war es für mich eher ein Spoiler als dass sich für mich die
Spannung erhöht hat.

Das Happy End fand ich zwar insgesamt gut,
weil die Manipulierbarkeit von Menschen vorgeführt wurde, aber es war
mir an einigen Stellen dann doch zu seicht und zu glatt. Eine etwas
düsterer Abschluss hätte für mich mehr die Stimmung des gesamten Buches
getroffen; aber das ist wohl Geschmacksache.

Wer die Selection-Reihe (bzw. auf deutsch Elite) von Kiera Cass gemocht hat, wird sich auch bei der Lektüre von The Perfect
wohlfühlen. Die Atmosphäre ist angespannt und es kommt zu Streit und
Eifersucht zwischen den Kandidatinnen, was zusammen mit dem Hintergrund
der Modebranche einen Hauch von GNTM hinzubringt. Keine Sorge, so
überdreht wie bei GNTM geht es nicht zu. Die Selection-Bücher haben mich dadurch, dass es eine Hinwendung zu politischen Dingen und Menschenrechten gab, etwas an die Mockingjay-Bücher erinnert. The Perfect würde ich dagegen eher in Richtung Thriller einordnen.


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Tags: casting, mode, patricia schröder, the perfect, thriller   (5)
 

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(181)

315 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

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Die Zelle

Jonas Winner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 11.01.2016
ISBN 9783426512760
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

HANDLUNG

Der elfjährige Sam zieht mit seiner Familie in eine Villa im Berliner Viertel Grunewald. Im Luftschutzbunker, den er auf dem Grundstück entdeckt, macht er eine schaurige Entdeckung: in einer Zelle ist ein Mädchen eingesperrt. Bald darauf meint Sam, das Mädchen im Zimmer seines Vaters wiedergesehen zu haben – und aus der Zelle ist sie verschwunden. Die Erwachsenen, einschließlich Polizei, glauben Sam nicht. Sams Vater – für den Jungen der Hauptverdächtige – erklärt ihn praktisch für verrückt und drängt ihn, Tabletten zu nehmen, damit er sich ungestört seinen unheimlichen musikalischen Kompositionen widmen kann…

ZITAT

“Du bist ein Arschloch, Sam! Weil dein Kopf nicht funktioniert, weil in deinem Gehirn Würmer aasen, weil in deinen Augen Schlangen speisen, schlägst du um dich. Sie können nichts dafür. Du bist es, der verrückt ist. Du bist es, der sich Yoki ausgedacht hat. Du willst sie dort unten haben, deshalb hast du davon angefangen.” (S. 267)

KOMMENTAR

“Die Zelle” bietet eine gut gelungene Mischung aus unzuverlässigem Erzählen, kindlicher Verwirrung und Psychospielchen von Erwachsenen, denen der Ich-Erzähler Sam ausgesetzt ist, während die Geschichte ihren Lauf nimmt. Auf tempo- und ereignisreiche Kapitel folgen solche, in denen Sam über das, was ihm geschieht, und das merkwürdige Verhalten der Personen um sich herum grübelt, während er an seinem Verstand zu zweifeln beginnt. Außerdem haben mich einige Stellen an “The Shining” oder an japanischen Horror erinnert, als Sam schließlich das Haus selbst im Verdacht hat, böse zu sein bzw. seine Bewohner böse werden zu lassen.

Während der erste Teil sich auf Sam und seine Familie konzentriert, kommen im zweiten Teil die Polizei und weitere Figuren hinzu, so dass neue Handlungsimpulse von außen einfließen und Sam zunehmend das Gefühl bekommt, er habe seine Lage nicht mehr unter Kontrolle.

Das Buch liest sich spannend und flüssig, und ich habe auch große Teile am Stück gelesen, wenn ich es erst einmal zur Hand genommen habe. Was mir weniger gefallen hat bzw. für mich nicht ganz gepasst hat, war der Sprachstil mit detaillierten Beschreibungen von Sinneseindrücken, der viel zu erwachsen für einen elfjährigen Erzähler war, auch wenn man am Schluss erfährt, dass Sam rückblickend die Geschehnisse aufgeschrieben hat.

Whodunnit?! Wer hat das Mädchen, das Sam Yoki nennt, in der Zelle eingesperrt? Wer hat sie verschwinden lassen? Dazu müsst ihr euch eine eigene Meinung bilden, denn eine eindeutige Antwort gibt das Buch nicht. Dadurch und durch die Hinzunahme weiterer Quellen im Epilog, die Sams Erzählung in ein anderes Licht rücken, gelingt Jonas Winner ein raffiniertes Ende.

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Tags: die zelle, jonas winner, mädchenhandel, psycho, spannung, thriller   (6)
 

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172 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

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Mörderhotel

Wolfgang Hohlbein
Fester Einband: 848 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2015
ISBN 9783785725481
Genre: Krimi und Thriller

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(2.140)

2.556 Bibliotheken, 27 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

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Er ist wieder da

Timur Vermes
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2014
ISBN 9783404171781
Genre: Humor

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(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Gods Behaving Badly

Marie Phillips
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Vintage, 26.05.2011
ISBN 9780099513025
Genre: Romane

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(304)

477 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

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Ensel und Krete

Walter Moers
Flexibler Einband: 254 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.09.2007
ISBN 9783570304310
Genre: Fantasy

Rezension:

Hildegunst von Mythenmetz, der zamonische Autor, für den Walter Moers übersetzt, berichtet von den beiden Fhernhachenzwergenkindern Ensel und Krete. Beide verlaufen sich im riesigen, finsteren Wald, als sie mit ihren Eltern bei den Buntbären im Urlaub sind. Sie verirren sich immer weiter und begegnen dabei sprechenden Pflanzen, einem hungrigen Laubwolf, der sie zum Fressen gern hat, einem Meteor, der ein seltsamens Eigenleben entwickelt hat, und einer Hexe, die sie wortwörtlich verdauen will. Wenn das mal gut ausgeht!

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Eigene Meinung:

Ich liebe die Bücher von Walter Moers! Die Romane. Das Kleine Arschloch... naja, nicht so ganz mein Fall. Aber im Allgemeinen schätze ich Moers Humor und den des fiktiven Autoren Hildegunst sehr. Ist auch nicht das erste Mal, dass ich Ensel und Krete lese, nur seit Weihnachten besitzte ich eben nun ein eigenes Exemplar.

Mit Illustrationen! Herrlich! Moers beschreibt die Fantasiewesen nicht nur detailreich, sondern zeichnet sie auch noch, so dass man auf fast jeder Seite ein optisches Schmankerl geboten bekommt, von niedlich bis gruselig, und natürlich informativ über Zamonien, wo Moers' Romane spielen. In jedem Buch bekommt man somit ein neues Puzzleteilchen über Zamonien dazu, so dass eine liebe- und hingebungsvoll ausgestaltete Welt entsteht.

Plottechnisch geht es mit hohem Tempo von Ereignis zu Ereignis, wenn nicht gerade Hildegunst die von ihm erfundene "Mythenmetzsche Abschweifung" einwirft und eben abzuschweifen beginnt. Als Leserin wie als Literaturwissenschaftlerin gefällt mir sowieso alles, das meta ist, also auch hier ein Volltreffer für mich. Kennt das sonst noch jemand, wenn man Stellen mehrfach liest, weil einem ein Stilmittel, das ein Autor verwendet hat, so gut gefällt? Und man es dann auch noch markiert und mit Kommentar am Buchrand versieht? Please leave a comment :D


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