Leserpreis 2018

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

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Vollstreckung

Andreas M. Sturm
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 14.06.2016
ISBN 9783942829175
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dresden - Ein Mord an einer Tankstelle - Ein Mord - Eine KHK´in bekommt eine neue Partnerin - Es geschieht ein zweiter Mord... 


Auf der ersten Seite wünscht der Autor,  Andreas M. Sturmdem Blogger von Litterae - Artesque spannende Unterhaltung. Das war, glaube ich vo  einem Jahr, auf der ersten Verabstaltung von Dresden (er)lesen. Nun, nachdem ich ihm auf der diesjährigen Veranstaltung wieder begegnete, wurde es wohl Zeit, das Taschenbuch mit dem Krimi um das Ermittlerpaar   Karin Wolf   und   Sandra König endlich einmal zu lesen.

* * *


Vor einigen Jahren wurde eine junge Frau brutal vergewaltigt. Von zwei Tätern spricht die Ermittlungsakte. Doch waren es vielleicht mehr? Was hat ein Dresdner Streifenpolizist dazu zu sagen? Karin und Sandra suchen nach einem dritten Mann... Die Spur, die zu dem Unterweldsverbrecher Wittkowski führt, scheint kalt zu sein...

Die Geschichte, mit der die Reihe um dieses Dresdner Ermittlungsteam beginnt, ist durchaus spannend und wie so oft macht es Spaß, den Ermittlern durch die Straßen der eigenen Heimatstadt zu folgen; sicherlich ist dies vor allem eine Begründung dafür, warum "Regionalkrimis" in den letzten Jahren ein großen Boom erfahren haben.

Jedoch ist Krimis lesen manchmal auch etwas kompliziert. Ermittler haben oft einen kleinen Knacks und der von Karin Wolf ist verursacht von einem Trauma aus den Zeiten an der Polizeischule, in der  sie ausgeprägtem Mobbing ausgesetzt war. Man könnte fast sagen, den Autor haben jüngste Darstellungen aus verschiedenen Bundesländern inspiriert, aber der Roman ist etwas älter. Das ein Ausbilder eine einzelne Beamtenanwärterin in polizeiuntypischer Selbstverteidigung ausbildet, damit diese sich gegen ihre Peiniger zur Wehr setzen kann, ist schon sehr seltsam.

Vielleicht ist es weniger seltsam, dass Kriminalisten ihre Schusswaffen in Handtaschen rumtragen, aber dass sie eine Zweitwaffe zu Hause rumliegen haben, finde ich ebenfalls außergewöhnlich. Revolver, Sandra König führt einen französischen Manurhin, sind wohl ebenfalls eher selten als Polizeibewaffnung in Deutschland, die sächsische Polizei führt die P7 bzw. die HK SFP9. In der Regel können nur Spezialkommandos unter verschiedenen Schusswaffen wählen, aber dies soll hier kein Waffen - Exkurs werden.

Den polizeilich weniger erfahrenen Krimileser muss das aber nicht als negatives Kriterium dienen, zumal die Story, ich wiederhole das, doch spannend angelegt ist und verschiedene Figuren auch sympatisch und interessant angelegt sind. Übrigens war das Ende des Romans nicht gleich zu erwarten - auch ein Punkt mehr, der für die Geschichte spricht.

Inzwischen sind fünf Teile daraus geworden - Mal sehen, wie es weiter geht. Übrigens gibt es da noch mehr Reihen, die da "Giftmorde", "Sachsenmorde" und "Weihnachtsmorde" heißen.

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Tags: dresden, krimi, mord   (3)
 

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93 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

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Guten Morgen, Genosse Elefant

Christopher Wilson , Bernhard Robben
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.08.2018
ISBN 9783462050769
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt sehr verschiedene Arten von Humor. Man sagt gemeinhin, dass die Deutschen eine bestimmte Art von Humor haben, ganz sicher behauptet man das von den Briten und einer hat die „Psychologie des Humors“ sogar studiert. Christopher Wilson, der dann in der Goldsmith Universität in London lehrte. Er unterrichtet kreatives Schreiben, zum Beispiel in Gefängnissen. Die Ergebnisse der Insassen würde der bloggende Bücherjunge gern einmal in Augenschein nehmen. 

Manchmal gibt es Bücher, wo einem gelegentlich der Humor, das Lachen im Halse stecken bleibt, doch fangen wir von vorn an. Es sind die letzten Wochen im Leben des Josef Petrowitsch, genannt  der stählerne Mann. Manchmal auch „Wodsch“, was im Russischen für „Führer“ steht.  Doch halt: вождь ist der Begriff dafür und damit wird klar, Wilson verändert zumindest die Namen, denn es handelt um einen gewissen Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt STALIN. Die Angst vor einer Ärzteverschwörung lässt einen Tierarzt zur Untersuchung seiner Leiden kommen, der Professor aus dem Moskauer Zoo hat einen Sohn, das ist der zwölfjährige Juri, der muss mit auf die Datscha.

Juri, schwer mitgenommen durch einen Milchwagen und die Straßenbahn, wirkt entweder wie ein Trottel oder wie der liebenswerteste Zwölfjährige, den man sich denken kann, jeder hat sofort Vertrauen zu ihm und erzählt ihm Persönlichstes. So geht es auch dem Stählernem, der Juri zu seinem Vorkoster macht, wegen der Ärzteverschwörung. 

Mit verfremdeten Namen lernen wir Cruschtschow, Berija, Malenkow kennen. Manch einer versucht, den Jungen für sich einzunehmen, doch der Bengel ist schlau und bewegt sich zwischen den Mächtigen und den Doppelgängern souverän. Am Ende hat er einen Brief des „Wodsch“ noch irgendwo. Das Testament?

* * *

Das mich das Buch zu ständigem Lachen gebracht hätte, kann ich nicht behaupten. Aber der Humor kommt durch die Hauptfigur durchaus hervor, wenn der Junge in scheinbarer Naivität spricht, seine erwachsenen Gegenüber an der Nase herumführt oder die Zustände in der Sowjetunion reflektiert. 

Die Diktatur, das Unmenschliche dieses „Führers der sozialistischen Welt“ tritt da am stärksten auf, wo sich der „Wodsch“ und sein Vorkoster zum Beispiel über Blumen unterhalten. Es geht um Rosen:

„Das Geheimnis der Rosen besteht darin, sie jedes Jahr zurückzuschneiden. Ihre Schönheit entspringt allein einer strikten, gnadenlosen Disziplin.... Man muss alles Ungesunde, Befallene wegschneiden, und welke Blüten, die ihre Kraft, ihre Schönheit verloren haben, muss man gleich köpfen. Weißt du, wie man nennt, was am Stängel wächst?... Man nennt es den Trieb, manchmal auch den Führer. Und wenn man die Führer nicht mindestens um die Hälfte stutzt, schießen die Pflanzen zu schnell in die Höhe, wachsen ohne Kraft und Disziplin und die Blüten verkümmern.“ (Seite 135/136)

Darin steckt die Art, wie Stalin seine Macht errang und erhielt. Wenn man die Geschichte der Sowjetunion halbwegs kennt und weiß, dass in den Jahren 1936 / 1937 ähnlich wie bei den Rosen die halbe Militärführung abgesetzt, in Lager geschickt, nach Schauprozessen ermordet wurde, dann haben wir hier eine literarische Darstellung, die dies wieder spiegelt.

Ein weiteres Beispiel sei hier noch erwähnt. Der alte Wodsch spricht über Menschen und Geschichte und das der Junge weder die Menschen noch die Welt lieben sollte, weil die Menschen unvollkommen, die Welt schlecht ist und beide verbessert werden müssen.

„Man muss die Menschen lieben, wie sie sein könnten, nicht wie sie sind. Besser in einer besseren Welt.... 
Aber du musst Folgendes über die Geschichte wissen... Geschichte, das sind die Lügen der Sieger, denn nur Sieger erzählen die Geschichte. Und der Sieger kann sie niederschreiben, wie es ihm passt, folglich kann er die Vergangenheit auch so formen, wie er sie haben will – nicht wie sie war sondern wie sie hätte sein sollen... 
Zu siegen ist also die erste Aufgabe eines Politikers, denn nur, wenn er siegt, kann er alles in Ordnung bringen, die Vergangenheit und die Gegenwart, aber auch die Zukunft.“ (Seite 144/145)

Sodann spricht er über die Menschen. Da gibt es die, die leben müssen. Sie wären sehr nützlich, die Staatsführer, Künstler und Wissenschaftler.... Menschen, die weder Gutes tun, noch Schaden anrichten sind bedeutungslos und entbehrlich. Feinde dagegen müssen ausgelöscht werden. Manch einer kann einfach umgebracht, andere müssen „gleichsam ungeschehen“ gemacht werden. Das wäre bei Tausenden notwendig. Ebenso müssten dann auch Religion, Familien und die Liebe ungeschehen gemacht werden, weil sie keinem politischen Zweck dienen und sich nicht „um den Klassenkonflikt“ scheren. (Vgl. Seite145 – 148)

An solchen Stellen erkennt der Leser, was der Autor letztlich mitteilen will, der nur den Jungen als echt liebenswerten Menschen darstellt, vom Papa mal abgesehen. An diesen Stellen trat für mich dann der Sinn des Buches hervor, denn der Junge straft diese Aussagen Lügen. Er tut dies mit einem kindlichen, sehr geradlinigem Humor, jedoch erkennt man die Literaturfigur, wenn er die erlittene Folter des Marschalls Bruhah auf seltsam emotionslose Weise schildert. 

Im Wechsel von Humor und Ernst, von Fiktion und Wahrheit lesen wir von einem Führer, von den Menschen mit denen er sich umgab und der Gesellschaft, die er formte. Die Wirkung ist immer noch da, nach dem unter einer schrecklichen Menge von Todesopfer gewonnenen großen Krieg, Verehrer gibt es in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion eine ganze Menge. Daran allerdings wird dieses Buch eher nichts ändern können. Da es andererseits von Linken, die den Stalinismus verharmlosen, kaum gelesen werden wird, wird es Bestätigung für die Leser sein, die sich mit der Geschichte und dem Leben des Generalissimus, einem der Großen Drei, bereits beschäftigt haben. Ein Geschichtsbuch ist es nicht und außerdem schreiben ja die Sieger die Geschichte, was letztlich auch nicht verleugnet werden kann.

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Tags: diktatur, humor, stalin   (3)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Als Bach nach Dresden kam

Ralf Günther , Jan Katzschke
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 25.09.2018
ISBN 9783463407067
Genre: Historische Romane

Rezension:


Mehrfach besuchte ein gewisser Johann Sebastian Bach Elbflorenz. Konzerte fanden an verschiedenen Orten statt, zu manchem Musiker hielt er persönlichen Kontakt. Von der h-Moll-Messe ist zu lesen, die dem Kurfürst Friedrich August II, König August III. von Polen gewidmet wurde. Auch die sogenannten Goldberg-Variationen haben mit Dresden zu tun. In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es, wie anderso, ein Bachfest.

Nun wurde eine Geschichte niedergeschrieben, nach der Bach in Dresden an einem Orgelwettbewerb teilnehmen sollte. Ralf Günther, inzwischen vielen Dresdnern durch seine Dresden-Romane geläufig, erzählt, wie Jean Baptiste Volumier im Auftrag des Starken Augusts den französischen Organisten Louis Marchand, ehemaliger Hoforganist Ludwig XIV.,  an den sächsischen Hof bringen sollte. Argwöhnend, dass sein Amt des Direktors der französischen Hofmusik dadurch gefährdet sein könnte, ersinnt er einen Wettbewerb und reist ohne Order nach Weimar, um den damals noch jungen und schon bekannten Komponisten und Organisten zu einem Wettbewerb in Dresden zu überreden.

Aber ist die Geschichte denn wahr? Nach Ralf Günter kam es nie zum direkten Wettbewerb. „Das bis heute wohl berühmteste Duell der Musikgeschichte, ebenjenes, von dem wir hier gelesen haben, fand 1717,... gar nicht statt.“  Doch der Franzose bekam wohl Hummelsausen. Schade.

In einem Roman darf der Autor ein klein wenig schummeln und so bekommen wir eine kleine, wieder einmal sehr interessante und schön geschriebene Geschichte vorgelegt: Die Lektüre löste umfangreiche Googelei aus.

Auf 158 Seiten gab es viel zu erfahren über die genannten Musiker, klar, Bach war mir bekannt, die anderen beiden allerdings nicht. Dann schon eher die Zeit, in der dieses „Tastenduell“ ausgetragen werden sollte, während Graf Flemming die rechte Hand des Kurfürsten und Königs war, die Zeit der Intrigen, Mätressen und Ausschweifungen am Hof dessen, der auf goldenem Ross heute noch in Richtung Polen schaut.

Marchand und Bach sind auf youtube umfassend vertreten, das musikalische Werk des Jean-Babtiste Volumier verbrannte 1760 im Siebenjährigen Krieg, daher ist er heute ziemlich unbekannt. Hat ihm Ralf Günther vielleicht sogar ein Denkmal gesetzt?

Diese und andere Informationen finden wir im Anschluss an den Text des schmalen Bandes aus dem Kindler-Verlag. Die Lektüre lohnt sich, vor allem für Dresdner Musikliebhaber und Freunde auch der kleineren Geschichten.

© KaratekaDD

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Tags: bach, dresden, marchand, orgelwettbewerb   (4)
 

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Die Hungrigen und die Satten

Timur Vermes , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio, 27.08.2018
ISBN 9783785758007
Genre: Romane

Rezension:

Und der Spaß hört auf. Er hört auf eine Art und Weise auf, die schleppend beginnt. Er hört umso mehr auf, je mehr die Grenze von Österreich zu Deutschland naht. Es beginnt mit 150000

Was war geschehen?  Deutschland hat endlich seine Obergrenze durchgesetzt. Irgendwie hat das dazu geführt, daß die Flüchtlinge erstmal fortblieben. Sie sammeln sich da, wo sie hingehören in Flüchtlingslagern tief in der Dritten Welt. Europa scheint sich einig geworden zu sein. Ergebnis: FRONTEX funktioniert.

Nadeche Hackenbusch, eine Starmoderatorin des dritten Fernsehens reist in die Dritte Welt, in das größte derzeit existierende Lager der Post-Merkel-Ära. Pardon, das dritte Fernsehen ist natürlich Mai TV – ein Privatsender vielleicht so wie RTL II. Sie trifft dort auf DEN FLÜCHTLING. Der träumt davon, soviel Geld zusammen zu bekommen, dass er einen Spitzenschlepper bezahlen kann, der ihn nach D bringt. Das ist nicht einfach, wenn man jeden Cent, den man verdient, erdient, egaunert hat, mit anderen teilen muss, die dabei geholfen haben. Doch es naht seine große Chance, das ist Nadeche mit dem trolligen Englisch. Diese wächst angesichts de Elends über sich hinaus. Da hilft auch ihr Sender nicht, der vor allem mit seinem Star nach einem Quotenhit sucht.

Nadeche zieht mit Lionel los. 300000 nehmen sie mit. Der Engel aus Deutschland, Mutter zweier Kinder, strohdumm und super hübsch, setzt sich durch und bleibt in mitten dieses Marsches. Mit ihr geht eine gewisse Astrid von Roel, die für ihr Boulevardblatt berichtet. Lionel hat es geschafft, dass die 150000, regelmäßig mit Wasser und Nahrung versorgt, jeden Tag 15 km gehen, alle 15 km steht ein Wassertanklaster und ein LKW mit Lebensmitteln für 1000 Menschen, schön nummeriert von 1 bis 300. Eine logistische Meisterleistung, finanziert von allen, die da marschieren, dank moderner bankingfähiger Kommunikationstechnik.

In Deutschland macht sich Innenminister Leubl, CSU, langsam Sorgen. Der Alte wird einem im Kreis seiner Frau und seiner Enkelin richtig sympathisch. Mit einigem Abstand kommt einem der Gedanke, dass dies die einzigen Szenen sind, die am Ende normale Szenen waren. Oma, Opa und die Enkelin mit Gesprächen am Abendbrottisch, wie sie so oft in vielen Familien vorkommen. Die 150000 kommen immer näher.

Mittlerweile überwinden die sich überschlagend bewegende Flüchtlingsschlange die Sahara, Ägypten, Jordanien, Syrien, die Türkei – wer hätte das gedacht – und nun ist es nicht mehr weit. Es naht die Grenze und in Deutschland geschieht ein Mord...

Das Buch ist nicht einfach nur großartig – lustig – böse – traurig, wie man im Sternzitat auf der Webseite des Lübbe-Verlages lesen kann. Es war lustig, es wurde böse und böser und es endete unendlich traurig – und es endete satirisch durch die Arbeit einer Journalistik-Studentin, kommentiert von einem, der wissen muss, wie das mit einer Nadeche Hackenbusch wirklich gewesen ist, einem an der Astrid-von-Roel-Akademie für Qualitätsjornalismus, der sowohl diese Astrid als auch Nadeche kannte.

Es scheint, als hätten alle vergessen, auch Claus Maria Herbst geht darauf nicht ein, dass bereits 1990 ein Film entstand, der das kommende Problem aufzeigte: Der Film hieß bezeichnenderweise DER MARSCH. In diesem wird einer EG-Kommissarin gezeigt, wie es in diesen Lagern zugeht. Deren Rolle übernimmt besagte Moderatorin, genannt Malaika – der Engel. Beide Geschichten haben denselben Hintergrund, das Ziel ist  aber nur teilweise dasselbe.

Hier handelt es sich um „eine Gesellschaftssatire vom Feinsten, die unsere Realität schonungslos durchleuchtet und demaskiert. Ob es um eine zynische Medienszene geht, die das Leid anderer als Quotenbringer nutzt, um eine Politik, die ihre Aufgabe nur mehr darin sieht, „Scheiße von hier nach dort“ zu verschieben und sich hauptsächlich vor schlimmen Bildern fürchtet, oder um die Flüchtlinge und ihren unerschütterlichen Glauben an Europa: Timur Vermes seziert die Gegenwart mit feiner, aber scharfer Klinge. Dabei ist er gleichzeitig humorvoll und bitterböse, empathisch und respektlos – und von der ersten bis zur letzten Seite unterhaltend.“ *

Allerdings ist das so eine Sache mit der Unterhaltung bis zur letzten Seite: Die letzten Seiten sind sicher wieder ausgibig satirisch, das Ende der Geschichte allerdings weniger „unterhaltend“: Man hält den Atem an, angesichts der kommenden Katastrophe. Diese naht, hörend oder lesend, um so schneller, je näher die immer größer werdende, unüberschaubare Menschenmenge den Bosporus überwindet und Europa betritt.

Laut Timur Vermes „geht’s um zwei Knackpunkte: Erstens ist klar, dass, wenn Flüchtlinge im großen Schwung nach Deutschland kommen, unvorbereitet und ohne Plan, dieses Land nach rechts kippt. Wird die Welt da zuschauen? Nachdem sie in zwei Weltkriegen gegen ein autoritäres Deutschland gesehen hat, wie schwer wir wieder einzufangen sind? Punkt zwei: Wenn wer was unternimmt, wird er’s Ihnen nicht sagen. So ist das eben mit der hybriden Kriegsführung. Wie in der Ukraine, in Syrien, im Jemen. Es wird sogar Trolle geben, die sagen, das sei alles für die Kameras erfunden worden. Das ist dann „Die Salzburger Grenzlüge“ oder so. Das sind Optionen, die man einigermaßen fassungslos zur Kenntnis nimmt, die mir als Autor aber ganz neue Möglichkeiten eröffnen.“ **

Es ist ein politisches Buch, eine Lösung offeriert es nicht. Nachdenklich macht es schon, ob des Rechtsrucks, der hoffentlich nur scheinbar und nicht anscheinend durch Deutschland geht. Hoffentlich. Interessant ist auch die Entwicklung, die Nadeche und Astrid während der monatelangen Reise nehmen, von der Regenbogenschreiberin bleibt genausowenig übrig wie von der einfältigen reichen Moderatorin. Fand ich jedenfalls.

Timur Vermes, geboren 1957 in Nürnberg, hatte vor einigen Jahren mit ER IST WIEDER DA einen großen Erfolg. Claus Maria Herbst las auch dieses Buch und immitierte dabei Adolf Hittlers Stimme hervorragend. Auch bei diesem Buch blieb einem nach herzhaften Lachen dieses Lachen im Halse stecken. Der Autor hat im Interview direkt gesagt: „Das Ziel ist ..., die Leser sollen auch mal schlucken. Solche Situationen gibt es aber auch in „Er ist wieder da.“ **

Es ist zu empfehlen, dieses Buch, gegen Rechts, gegen Globalisierung, für Menschlichkeit, Zusammenarbeit, Demokratie.

Rezension auf Litterae-Artesque

© KaratekaDD

* Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunkkultur.de/timur-vermes-die-hungrigen-und-die-satten-bitterboese.950.de.html?dram:article_id=426426; 03.10.2018, 17:10 Uhr

** Interview mit Timus Vermes bei Spiegel-online
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/timur-vermes-ueber-die-hungrigen-und-die-satten-alle-reden-vom-schiessbefehl-a-1224819.html; 03.10.2018, 17:10 Uhr

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Tags: flüchtlingsroute, gesellschaftssatire, migration, satire   (4)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Der Jude, der Nazi und seine Mörderin

Paul Kohl
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.05.2018
ISBN 9783740803070
Genre: Historische Romane

Rezension:

Vor einiger Zeit schrieb emons: eine Nachricht und fragte an, ob ich nicht Interesse an einem Buch hätte, welches ein Paul Kohl geschrieben hat und das mit DER JUDE, DER NAZI UND SEINE MÖRDERIN überschrieben sei. Es gänge um den Holocaust und vor allem die damit im Zusammenhang stehenden Ereignisse in Minsk, der Hauptstadt der damaligen belorussischen Sowjetrepublik. Ich sagte zu, weil der Roman ein authentisches, kein fiktives Stück Geschichte erzählen soll.

Der Lebenslauf von vier Menschen wird erzählt. Alle vier treffen sich final in Minsk wieder: Zwei sterben dort, zwei werden überleben. Die vier Menschen sind Wilhelm Kube, Anita Lindenkohl (Anita Linden), Jelena Gregorjewna Masanik und Gustav Heimann. Kube wird später bekannt als „Generalkommissar von Weißruthenien“, er ist ein korrupter Beamter des NS-Staates, Anita Linden, eine Schauspielerin, wird dessen Frau, zusammen haben sie drei Kinder. Jelena Masanik ist ein weißrussisches Bauernmädchen, sie wird als Partisanin zwei Minen unter Kubes Bett anbringen und dafür den goldenen Stern einer Heldin der Sowjetunion erhalten. Gustav Heimann und seine Familie dagegen sind fiktive Figuren, die damit einen Roman aus einem Tatsachenbericht „machen“. 

Wilhelm Kube wird nach Minsk versetzt. Korrupter Nazibeamter, der er ist, wird er auf den Posten eines Generalkommissars nach „Ruthenien“ abgeschoben. Anita, seine Frau bleibt erst einmal zu Hause. Gelegenheit für Kube, sich in der Hauptstadt Weißrusslands (der weißrussischen Sowjetrepublik) richtig auszuleben und weiter zu bereichern. Besonderer Ehrgeiz, die effiziente Vernichtung der jüdischen weißrussischen Bevölkerung sowie ein wirtschaftlich erfolgreich geführtes Ghetto. Hierzu richtet er ein bis vor kurzem in der westlichen Welt eher unbekanntes Vernichtungslager - Mali Trostenec – ein. Die Dimensionen der bekanntesten Vernichtungslager erreichte dieses nie, aber die Geschwindigkeit mit der hunderte auf dem Transport und nach Ankunft dort in den Wäldern sofort ermordet wurden, ist ebenso erschreckend.

Das Bauernmädchen Jelena, eine Waise, arbeitet sich in der Vorkriegszeit mühsam vom Land in die Stadt. Sie bekommt Kontakt zu Partisanen und erhält eine Anstellung als Dienstmädchen bei Kube. Was für eine Gelegenheit. Wenn da nicht plötzlich diese Anita und die Kinder der Kubes wären. Und später die Angst wegen der drohenden Vergeltung, die droht, wenn das Attentat gelingt. Von der Anita kommt sie zeit ihres Lebens nicht mehr richtig los. Umgekehrt ist es genauso. Der Heldenstern wäre ihr beinahe wieder weggenommen wurden. Richtig stolz drauf ist sie wohl nie gewesen. 

Die Heimanns. Was waren das für Zeiten, damals in Berlin, in der kleinen Buchhandlung. Und die immer noch vorhandene Hoffnung, dass alles nicht so bösartig wird, in jenen Tagen, nachdem die Bücher brannten und der geliebte Heine nicht mehr gekauft wurde, nicht mehr verkauft werden durfte. Am Tag X steigen sie in einen Zug, der bringt sie nach Minsk. In das Ghetto von diesem Kube. Welches geräumt wird, als es „ineffizient“ wurde. Da gibt es einen jüdischen Ingenieur aus Wien, der hat den Deutschen geholfen, die Gaskraftwagen instandzuhalten. Die Gaskraftwagen, in denen die Abgase ind den „Fahrgastraum“ geleitet wurden. In einen solchen steigen nun Gustav, Erika und Gertrud Heimann gemeinsam mit dem Ingenieur ein.

Keine zwei Seiten für das Ende der Heimanns. Räumung, Prügel, Gaskraftwagen, Abfahrt und AUS.

Hier zeigt sich im Besonderen die Nüchternheit dieses Romans. Eben noch die Hoffnung davon zu kommen, der Kube beschäftigte jüdische Fachleute in allen möglichen Berufen, plötzlich ist sie erloschen.

* * *

Der Autor hat Anita Kube und Jelena Masanik kennen gelernt. Es ist seltsam, dass beide Frauen bis zu ihem Tode aneinander zurückdachten. Vielleicht ist es aber natürlich, denn die Bomben, die Jelena Masanik unter dem Bett des Generalkommissars anbrachte, veränderten ihrer beider Leben daramatisch. Anita Kube weiß um die Verhältnisse in Minsk, die Taten ihres Mannes und hält doch bis zum eigenen Lebensende an ihm fest. 

Der Berliner Autor Paul Kohl hat sich Jahrzehnte mit der Geschichte der Wehrmacht und der SS im Laufe des Krieges in der Sowjetunion beschäftigt und mit „Der Krieg der deutschen Wehrmacht und der Polizei 1941–1944: Sowjetische Überlebende berichten“  im Jahr 1995 ein Buch herausgebracht. Eine Schrift über „Das Vernichtungslager Trostenez: Augenzeugenberichte und Dokumente“ erschien bereits im Jahr 2003. Nun dieser Roman, genau in dem Jahr, in dem das Mahnmal der Weg des Todes im Wald von Blagowschtschina eingeweiht wurde. Im Beisein des deutschen Bundespräsidenten. „Der Schritt wird schwer und schwerer, je näher man diesem Ort kommt“, sagt Steinmeier in seiner Rede. „Das Wissen um das, was an diesem Ort geschehen ist, wird zur tonnenschweren Last.“  * 

Dem Leser geht es ähnlich, wenn er sich das schonungslose Buch des Paul Kohl vornimmt, wenn er von den historischen und fiktiven Menschen, die er in Minsk zusammenführt, liest. Und doch muss der Bundespräsident die Nachkommen der Täter vor Ort vertreten, ich bin überzeugt, das ist kein leichter Gang. Das muss auch einmal gesagt werden in einer Zeit, in der Teile der deutschen Bevölkerung die Repäsentanten dieser Republik nur noch mit Argwohn betrachten und Parteien wählen, die geneigt sind, die Geschehnisse vor 80 Jahren wenn schon nicht vollkommen zu negieren, so zumindest zu relativieren. 

Wiederholt habe ich davon geschrieben, dass Romane historische Sachbücher nicht ersetzen, diese aber hervorragend ergänzen können.

Das war ein gutes Buch.

© Bücherjunge




* https://www.tagesspiegel.de/politik/bundespraesident-in-belarus-steinmeier-besucht-ort-des-todes/22752766.html; 05.10.2018, 21:30 Uhr

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246 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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Westeros - Die Welt von Eis und Feuer

George R. R. Martin , Elio M. Garcia Jr. , Linda Antonsson ,
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 16.03.2015
ISBN 9783764531362
Genre: Fantasy

Rezension:

Es ist ein Kreuz mit diesen Riesen - Sagas. Informationen in Hülle und Fülle über eine fantastische Welt, nicht nur sieben „Königslande“, es sind eine ganze Menge mehr Länder und Inseln und Städte, die man im Kopf behalten soll, wenn man DAS LIED VON EIS UND FEUER liest. Irgendwie war DER HERR DER RINGE übersichtlich dagegen, wobei J.R.R. Tolkien ja eine Sprache dazu erfand.

Ich bin ausnahmsweise mal faul und verweise auf den Ankündigungstext bei Thalia:

„Um eine fantastische Welt lebendig erscheinen zu lassen, benötigt sie eine Vergangenheit. Daher erschuf Bestsellerautor George R.R. Martin den fiktiven Kontinent Westeros, auf dem sein Meisterwerk Das Lied von Eis und Feuer / Game of Thrones spielt, in jahrelanger Detailarbeit. Dieser prachtvoll ausgestattete Bildband präsentiert erstmals die Geschichte von Westeros – beginnend in der Zeit, in der die ersten Menschen den Kontinent betraten, über die Ankunft von Aegon dem Eroberer und seinen Drachen bis zu Robert Baratheons Rebellion gegen den wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen. Damit ist WESTEROS – Die Welt von Eis und Feuer der wahre Prolog der erfolgreichsten Fantasyserie unserer Zeit.“  (Quelle - Thalia)

Hier, im Buch WESTEROS erzählt ein Maester im Stile eines „Volksgeschichtsbuch“ die gesamte Geschichte dieser Ländereien und der wichtigsten Familien und Stammhäuser. Ein Kunstgriff sind die ständigen „Quellenverweise“ auf Literatur, anderer Maester bzw. die Trennung von Vermutungen und Tatsachen oder Wahrscheinlichkeiten. Geschickterweise bricht das Buch am Ende der bisherigen Handlung der eigentlichen Eis-und Feuer-Romane ab. Der Verfasser wünscht dem auf dem Thron der Sieben Königslande sitzenden König Tommen ein langes Leben, womit im Prinzip die gesamte bisherige Geschichte von WESTEROS erzählt ist.

Das hier aufgeführte Buch ist ein Text-Bild-Band, ich habe es mir als Hörbuch zugelegt. Nach mehrmaligen Sehen (ja, stimmt) der Serie und Hören der 20 Hörbücher vermochte ich einigermaßen zu folgen, aber vermutlich ist der Bildband die bessere Alternative. Auf diese Art und Weise ist der Überblick sicherlich umfassender. 

Die Literatur ist ja unermesslich geworden. Gibt man bei Thalia das Stichwort GAME OF THRONES ein, bekommt man 2675 (!) Treffer angezeigt. Darunter sind die Romane selbst, DVD´s, Spiele und ein Stapel Begleitmaterial, wie zum Beispiel die Bücher, die „hinter die Kulissen“ der Filmproduktionen scheuen. Das nächste, Staffel 5 – 7, kommt im Jahr 2019 heraus.

Während dessen wartet alles auf die Fortsetzung von Buch und Film. Spannenderweise wird die eine mit der anderen Handlung nicht mehr übereinstimmen. Ist das der Grund für die Verzögerungen? 

GAME OF THRONES bzw. DAS LIED VON EIS UND FEUER ist eine Geschichte, der man sehr schnell erliegen kann –mich hatte die Geschichte, obwohl kein ausgesprochener Fantasy-Fa, auch „schnell im Griff“.

© Bücherjunge

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Tags: game of thrones, westeros   (2)
 

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3 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Hazard und Lieblos

Peter Berling
Fester Einband: 667 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 12.10.2011
ISBN 9783455403251
Genre: Romane

Rezension:  
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33 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Verrat am Kaiser-Wilhelm-Kanal

Anja Marschall
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802967
Genre: Historische Romane

Rezension:

Vor uns liegt...
...“Das historische Kiel im Zentrum der Weltpolitik“ und 
...„Ein filigranes Sittengemälde einer spannenden Zeit.“ (Buchrücken)

Der Kaiser-Wilhelm-Kanal ist fertig gestellt. In Kiel versucht das Deutsche Kaiserreich Weltpolitik zu machen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges ist noch etwas Zeit, aber er wirft seine Schatten schon voraus.
Ein russischer Fürst kommt nach Kiel. Im Hafen liegen zwei Kriegsschiffe gegenüber. Offiziell findet eine Handelsmission statt. In Wirklichkeit pokern alle Staaten um die Gunst der jeweiligen Nachbarn. 1886.

Der Kieler Kriminalkommissar Hauke Sötje untersucht den Tod eines Mädchens an einer Kanalbrücke. Sie trägt sehr teure Spitze um den Unterarm gewickelt. Das macht stutzig doch ist da noch der Graf von Lahn und der verlangt etwas ganz anderes. Der ehemalige Kapitän soll eine Person beschützen. Doch was hat diese mit dem Untergang der Viermastbark zu tun, welche Sötje einst befehligte?

* * *
Es ist ein Roman, für den Anja Marschall bestimmt sehr lange recherchierte. Vor uns tauchen die Bürger, die Offiziere, der Adel, die Schiffer und das Dienstpersonal reicher Leute auf, ein buntes Kaleidoskop des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Interessant sind ebenso die kriminalistischen Studien die Hauke betreibt, zum Beispiel die der Daktyloskopie. Der emons: Verlag sucht wohl nach solchen Stoffen, man schauezum Beispiel nach Tim Pieper. 
Hier aber schreibt eine Frau und dies lässt sie den Leser fühlen, wenn sie Haukes Verlobte und seine Vermieterin gelegentlich zu energisch handelnden Personen macht, wobei Sophie sogar kurz Polizistin spielt.
Dass dem interessierten Leser der imposante Kanal in Bau und Geschichte näher gebracht wird, versteht sich schon von selbst.

Ein guter i-Punkt sind die jedem Kapitel vorangestellten Zeitungsanzeigen aus dem Jahr 1896. Hier ein Besipiel. Nicht immer haben diese mit dem darauf folgenden Text zu tun.

Es ist eine kurzeilige Geschichte gewesen. Ein Blick in die Verlagsseiten zeigt, dass A.nja Marschall bereits einen Roman um Hauke Sötje geschrieben hat, in Tod am Nord-Ostsee-Kanal erzählt sie, wie der Kommissar zwei Jahre vorher berühmt wurde.
Vielleicht schaue ich mir diese auch noch an. 

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Flashback Ost

Francis Mohr
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei salomo, 01.05.2011
ISBN 9783941757271
Genre: Romane

Rezension:

Road Fiction: Used for works in which a journey, as a life-changing experience, is a central part of the Action. 

Okay, dann stimmts. Die Reise führt den Polen Stani, den Galizier Igor und den Deutschen Hannes von Leipzig über Dresden nach Opole und nach Lwiw. 


Also, der  Hannes  pendelt in den achtziger Jahren zwischen Leipzig, da ist er geboren, und Dresden hin und her. Mitte der Neunziger agiert er mit den beiden anderen von  Opole  aus.  Stani  „arbeitet“ mehr in Polen, kommt aber mit  Igor  auch mal bis nach  Lwiw . Das ist Igors Heimatstadt und dessen Eltern leben dort. Igor war mal in Deutschland, als Soldat der Roten Armee und spezifische Erlebnisse als solcher, werden Einfluss auf das Ende der Roadfiction haben. An den Anführungszeichen sieht man, dass die „Arbeit“, nun sagen wir mal, zwar gegenständlich aber weniger ehrlich ist. Kurz gesagt, der Hannes nimmt Leuten in Deutschland die Westautos weg, in Opole werden sie umgefriemelt und Igor fährt die Kisten dann in die Ukraine. Mehr muss man zum Modus Operandi nicht erwähnen, nur dass sich das Mitleid bezüglich der ehemaligen Besitzer ob deren Verhalten und Benehmen in Grenzen hält. Kurz, die haben das verdient. 

Aber das ergibt ja noch keine Geschichte.  Eine Geschichte ergibt sich, wenn man gleich zu Beginn liest, dass ein altes polnischen Mütterchen im Landkreis Opole, den Stani Poniatkowski und den Hannes vor einer Polizeikontrolle rettet. Eine Geschichte ergibt ebenfalls, wenn der Hannes in Dresden Löbtau in einer Zwei-Zimmer-Altbau-Wohnung mit einer elektrischen Dusche in der Küche und dem Klo eine halbe Treppe tiefer wohnt und der hier schreibende Blogger äußerst private Bilder zu diesem Umstand an sich vorbei ziehen sieht. Im Winter war es auf dem stillen Örtchen schweinekalt und darum hatte das Ding eine Elektroheizung, genau wie bei Hannes.


Der Stani hat einen Onkel Pavel , der in einem klösterlichen Altersheim in der Nähe wohnt. Der Hof, in dem sie die Autos umfriemeln, gehörte einem deutschen Schlesier, bei dem Pavel zur Zwangsarbeit eingewiesen wurde. Die Zwangsarbeit war 1945 bekanntlich vorbei und der Schlesier zog in Richtung Westen. Pavel konnte einen sowjetischen Offizier überzeugen, dass es mit ihm und dem Hof seine Richtigkeit hat. Der Offizier stammte aus der Ukraine...

Ständig auszuführen, wie die drei Westautos verschieben, mit Vorliebe Audis, ergäbe  Langeweile.  Dem Autor,  Francis Mohr  gelingt es aber, verschiedene Zeiträume durch die drei Kumpane bei Opole zu verknüpfen. Was geschah in Lwiw, als 1941 die deutsche Wehrmacht einmarschierte und nicht nur sich, sondern weitere gegenüber der Bevölkerung unfreundlich handelnde Organisationen im Schlepptau mitbrachte? Kann Pavel dazu was berichten? Was hat es mit der Unterstützung von Galiziern und Ukrainern für die deutsche Besatzung auf sich?
Oder, welche Rollen spielten Polen bei der Verfolgung der Juden in den Ghettos vonWarszawa und Krakow, aus dem Stanis Mutter gerettet werden konnte?
Wie gestaltete sich das Verhältnis der Fans von Lok und Chemie Leipzig zu Zeiten der DDR-Oberliga? Von wem bekommt Hannes nach vielen Jahren dann doch noch das Einklebebild von Hansi Müller auf einem Trödelmarkt voller Militaria? Die letzten Jahre der DDR und ein paar darauf folgende laufen wie auf einer Leinwand am Blogger vorbei.

A propos Roadfiction:  Es ist ein großer Spaß, der Führung von Natalia, der Mutter Igors in Lemberg zu folgen, die den Stani und den Igor durch die Straßen führt  [5] , von Kirche zu Kirche bis in die Oper, in ein ziemlich ukrainisch – nationales Stück. 

Gegen Ende zeigt sich das Geflecht zwischen den drei „Autohändlern“ durch die Erzählungen des alten Pavel.

* * *

Ein Sprung von Episode zu Episode.  Vor und zurück. Durch drei Länder. Gelegentlich ein ganz langes Stück zurück  [6] . Städte in verschiedenen Zeiten. Völker und ihre Beziehungen.
Es ist mehr ein deutsches Buch, denn der Rückblick, zum Beispiel auf die Zerstörung Dresdens, auf das Leben in Leipzig und das Studieren in Sachsens Hauptstadt, vor allem die Zustände in der DDR sowie die Wende am Ende nehmen einen großen Platz ein. Trotzdem sind dieser Stani Piatkowski und der Igor Petruk sehr interessante Kontraparts. Ist es schon ein gewaltiger Zufall, dass die sich über den Weg laufen, sind es die nach und nach aufblätternden Beziehungen noch viel mehr, was den Roman spannend macht. Zumal genau diese Beziehungen oft beiläufig eingeworfen werden und wenige Worte und Sätze eine viel umfassendere Bedeutung für den Leser bekommen.

Es ist berührend, gegen Ende des Buches dem Onkel Pavel lesend zuzuhören und zu erkennen, dass die Geschichte der drei durch Autoklau zusammengekommen Freunde – stimmt, das sind nicht nur Kumpane – bzw. deren Familien auf diesem schlesischen Bauernhof kreuzt. Hierin liegt die Botschaft des Autors, der damit etwas Einendes schafft, so seltsam dies erscheinen mag.

Es war ein sehr kurzweiliger Roman, der den Leser schlucken lies und lachen.

* * *

„Zum Abschluss eines herrlichen Abends demonstrierte Vater seinen neuen 3er Golf. Rot. Ein Einjahreswagen. Mit Radio und Kassettenfach. Sommer- und Winterreifen inklusive. Hannes empfahl ihm, den Wagen gut zu versichern und in eine Lenkradkralle zu investieren. 
Der Herbst hatte die Leipziger Innenstadt voll im Griff. Der Nachmittag hangelte sich gen Abend. Die Bäume verloren ihre Blätter und das Laub wehte durch die Straßen. Hannes hatte zunehmend Mühe, seine Stadt als solche zu erkennen. Rasant ging es aufwärts. Gebäude wurden entkernt, deren Seelen bei bleibenden Fassaden herausgehämmerc. Glaspaläste wuchsen in Höhe und Breite und begannen, den Wohlstand auszuspeien, nach dem sich so viele gesehnt hatten. Die Straßen wurden verbreitere, Wege neu gepflastert und dafür neue und alte Straßennamen verliehen. Die Universität verlor ebenfalls ihren Namen, Karl Marx kehrte in die Regale der Bibliotheken zurück. Nachts erhellten die Konsumbotschaften in farbigem Neon die Häuser und Wege. Es durfte gebettelt werden. Roma und Deutsche wurden so zu Konkurrenten. Wahlplakate vergilbten an den J\1auern oder auf zertretenen Pappen. Weiße Wände bekamen Kolorit, eine neue Spezies von Künstlern taufte es „Graffiti“ und Hausbesitzer lebten in ständiger Angst vor neuen Parolen in Farbe. Hannes‘ Fußballclub gab sich vorkriegstraditionell und verpuffte als VfB in der zweiten Liga. Als VfB war er nicht mehr sein Club. Aber die Chemiker wollten es noch fetter, adelten sich mit FC Sachsen, panschten allerdings nur noch in der Regionalliga. Manager aus den alten Bundesländern brachten den Clubs das Wirtschaften bei, verzockten sich, gingen und neue Blender kamen. So verloren zwei Fußballclubs ihre Identitäten. Hannes schlenderte die Grimmaische Straße hinauf in Richtung Augustusplatz, der einst Karl-Marx-Platz hieß. Ein Schaufenster hielt ihn auf. Im Grunde war es keines zum Hineinschauen, sondern eines zum Draufschauen. Die komplette Scheibe war mit Urlaubsangeboten bekleistert. Hochglanz bis sonnengebleich c. Nüsse in Kokospalmen, weiße Strände, schneebedeckte Berggipfel, glasklare Seen, in der Hitze flimmernde Pyramiden, grasende Zebras, aufdringliche Affen zwischen Jeeps, dösige Löwen in der Ferne, verwinkelte Schlösser, vollklimatisierte Busse, lachende Reiseleiter, fröhliche Urlauber. Dazwischen in riesigen Zahlen die supergünstigen Preise. Transfer, Übernachtung, Frühstück, Mittagessen, Büfett zum Abendbrot, Besuch des Museums, des Safariparks und der Höhle inklusive. Schnäppchen für ein Jahr Malochen im neuen Büro, hinterm Lenkrad, in Versandhallen. Das Angebot war überschaubar, beherrschte man die Abkürzungen.“  (Seite 370/371)

Hier holt uns der Autor zurück bis in die Gegenwart,  auch wenn dies nun schon zwanzig Jahre zurückliegt. Hier findet Hannes sein Glück. Finden es auch Stani und Igor?

Ich habe ja nicht die Angewohnheit, eine Buchbesprechung mit einem Teil „Mein Fazit“ abzuschließen. Hier mache ich das mal:

MEIN FAZIT: unbedingt lesen. „Der Roman ist witzig und kräftig und grob. Ein großer Überblick über die Jahre, die uns so heftig beschäftigen.“  - Christoph Hein ( Salomo Publishing )

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Die Spionin

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257069778
Genre: Romane

Rezension:


„Wer war die Frau hinter dem schillernden Mythos?“  Wem ist  Paulo Coelho  da auf der Spur? Für wen springt er in die Breche und schreibt einen letzten Brief?

Am 07.08.1876 wird in Leuwarden eine Frau geboren: Margaretha Geertruida Zelle.  Ein künstlerisch begabtes Mädchen, das ihren zukünftigen Ehemann mit 19 Jahren durch eine Zeitungsannonce kennen lernt. Mit diesem reist sie nach Java und nennt sich später  MATA HARI , das bedeutet SONNE oder AUGE DES TAGES. Die Ehe bringt kein Glück, ein Sohn stirbt im dritten Lebensjahr, mit einer Tochter wird sie kaum Verbindung haben.

Doch nach ihrer Rückkehr startet sie eine „Karriere“ als Tänzerin,  die sie berühmt machen wird. Das, was sie tanzt, hat nicht viel mit den javanischen nebst anderen exotischen oder orientalischen Tänzen zu tun, als die sie ihre Darstellungen in den Städten Europas ausgibt. Aber sie begeistert ihr (männliches) Publikum, sei es von Adel oder seien sie Bürger. Mata Hari setzt ihre Kunst (?) und ihren Körper ein, um ihr nicht immer aber doch oft luxuriöses Leben zu ermöglichen. So lernt sie natürlich Männer kennen, die genau dies ausnutzen wollen, am Vorabend des 1. Weltkrieges. Dadurch wird sie, älter geworden und nicht mehr erfolgreich, ich würde sagen durch Naivität, zur Spionin bzw. zur Gegenspionin. Frankreich und das Deutsche Kaiserreich wollen sich ihrer bedienen und sie verstrickt sich in kleine und größere Schwindeleien, vermutete Spionage wird ihr zum Verhängnis. Sie wird angeklagt und am 15. Oktober 1917 tritt sie vor ein Peloton. 

Dieser Frau nimmt der brasilianische Schriftsteller an, er schreibt ihren letzten Brief. So bekommen wir eine Art Biografie, die uns eintauchen lässt in eine unbekannte Welt, die im Aufbruch in die Moderne ist, was zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzende Freizügigkeit bedeutet. Benutzt, geliebt und angebetet, wird die einst schillernde Femme fatale am Ende keine wirksame Unterstützung einstiger Bewunderer erhalten.

Der biografieartige Brief wird der Leserin, dem Leser zeigen, dass es mit der Spionage offenbar nicht weit her war, auch wenn die Dame als H21 in der Abteilung IIIb des deutschen Generalstabes, dem militärischen Nachrichtendienst, geführt wurde. Hier zeigt uns der Autor eine verletzliche, naive, nach Liebe suchende Künstlerin, die mit ihrer Kunst zwar brillierte, welche aber der offiziellen Moral entgegenstand. 

Hätte es Coelho dabei belassen, wäre das im Diogenes Verlag 2017 verlegte Taschenbuch nur ein Buch unter vielen anderen über Mata Hari gewesen. Als einziger Vorzug hätte sich danach das Jahr der Herausgabe erwiesen: Seit der Hinrichtung waren 100 Jahre vergangen. Aber Coelho hängt dem Buch einen zweiten Brief an. Zurück schreibt der Adressat des ersten Briefes, ihr Anwalt Clunet. So manches betätigt er, einiges relativiert er, vor allem aber zeigt er, dass der Prozess eine Farce war. Es ist aber auch ein sehr persönlicher, an anteilnehmender Text, der dieser Frau (zumindest in Coelhos‘ Roman) gerecht wird sowie die Tragik ihres Lebens und Sterbens unterstreicht.

Paulo Coelho erzählt im Abspann, dass sowohl der französische Hauptankläger kurz nach Mata Haris Exekution selbst wegen Doppelspionage angeklagt wurde. Ebenso geriet der Staatsanwalt später in das Visier der französischen Justiz nach dem 2. Weltkrieg. Er soll gestanden haben, dass der Prozess gegen Mata Hari auf  „Vermutungen, Extrapolationen und Annahmen beruht habe: ‚Entre Nous, il n´y avait pas de quoi fouetter un chat – einmal ganz unter uns, wir hatten eigentlich nichts gegen sie in der Hand.“ (Seite 172)

Die Geschichte dieser Frau wurde (mindestens) zehnmal verfilmt. Die Hauptrollen spielten unter anderen  Greta Garbo (1931)  Jeanne Moreau(1964) und  Natalia Wörner (2017). Die erste war  Asta Nielsen – bereits im Jahr 1920 in einer deutschen Produktion. Es gibt Bühnenwerke, Musik, sogar Videospiel, ebenso massenweise Bücher – Biografien, Dokumentationen, Romane... 

Es ist vielleicht etwas vermessen, den Roman Coelhos in diese Reihe einzuordnen, aber für mich scheint es so, dass eben dieses Buch für mich genau das Richtige war.

Paulo Coelho hat gesagt: 
„Sie war eine der ersten Frauen des 20. Jahrhunderts, 
die von Männern des 19. Jahrhunderts hingerichtet wurde.“ 

„Das war mein Leben. Ich bin die Nachtigall, 
die für die Liebe alles gegeben hat und darüber starb.“

Paulo Coelho hatte es bisher nicht in unseren Blog geschafft. Der Grund ist schlicht: Der Blogger zumindest hatte kein Buch von ihm gelesen. Seit dem Besuch eines Konzerts  Nine Secrets des Weltstars  Ute Lemper über  Die Schriften von Accra von Paulo Coelho schlich er immer wieder um die Auslagen in diversen Buchhandlungen drumrum. Wie gelegentlich schon geschehen, waren es dann Buchbesprechungen anderer Blogger, die ihn zugreifen ließen. Der 1947 geborene Autor hat eigene Erfahrungen mit der Psychiatrie in der brasilianischen Militärdiktatur gesammelt, vielleicht kommt daher die Suche nach spirituellen Dingen, die sich in solchen Lebensweisheiten niederschlagen.

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Vergessene Seelen

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423262019
Genre: Krimi und Thriller

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büffel, familie, first nation, flucht, freiheitskampf, geburt, geraubt, indiane, indianer, kamp, kanada, lakota, liebe, sioux, usa

Der scharlachrote Pfad

Kerstin Groeper , Howard Terpning
Flexibler Einband: 800 Seiten
Erschienen bei TraumFänger Verlag GmbH & Co. Buchhandels KG, 07.11.2017
ISBN 9783941485235
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags: indianer, indianerkriege, kanada, lakota, usa   (5)
 

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israel, naher osten, palästina

Israel

Andrea Treuenfeld
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 26.03.2018
ISBN 9783579087115
Genre: Sachbücher

Rezension:

Gibt es noch einen Staat, bei dessen Gründung alle Nachbarstaaten ihre Armeen sofort in einen Landstrich, ungefähr so groß wie Hessen einmarschieren ließen? Wie haben dass diese Israelis überlebt? 
Dies ist nur eine Frage, der man auf den Grund gehen kann, liest man dieses Buch. 

Was ist das: Aalyiah?  Was ist das für ein Staat, den man als die einzige, westlich geprägte Demokratie im Nahen Osten bezeichnet? Wer prägte ihn? Was sind seine Wahrzeichen? Wer seine Gegner? Wo sind Friedensnobelpreisträger oft Generale gewesen? Oder wie wird ein ehemaliger Terrorist Ministerpräsident und dann auch noch Friedensnobelpreisträger?

Andrea von Treuenfeld hat ein Buch geschrieben, das zum stöbern einlädt, man muss es nicht, man kann es aber auch von von bis hinten lesen. Vieles erkennt der Leser wieder, der sich mit der Materie schon beschäftigt, in das Land gereist ist.  Den "Neuling" können die vielen Infos allerorten fast erschlagen. Nicht so, dieses Buch, denn kurz und prägnant erzählt die Autorin chronologisch 70 Jahre in kurzen Episoden. Eben biografische Momente. 

Ein Buch ganz nach meinem Geschmack, ein Buch dass seinen Beitrag zum Verstehen der Umstände im Nahen Osten hervorragend leisten kann.

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Tiefe Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802851
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es passt. Mal ist es kalt, dann mal dunkel und dann mal tief im Seelenleben des Kriminalhauptkommissars Toni Sanftleben Großneffe eines faszinierenden Kriminologen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, doch von Otto will ich hier nicht erzählen.

Ich weiß nicht ob die Havel, an deren Gestaden der KHK der Potsdamer Kriminalisten seine Fälle löst, tatsächlich am Tatort kalt, dunkel oder tief ist. Aber kalt läuft es einem den Rücken herunter, besieht man sich diverse Klientel, dunkel ist es in der Seele des Helden gelegentlich, ebenso erhält man tiefe Einblicke und ist entsprechend berührt. Ist er doch zur Polizei gekommen, um nach seiner Frau zu suchen, die spurlos im Dunkel der Havel verschwand, damals vor etwas mehr als sechzehn Jahren. Er hat sie wiedergefunden, aber wie tief ist ihre Liebe zu ihm?
Sofie wohnt nicht mehr auf dem alten Hausboot, sie ist ausgezogen und lebt mit einer Freundin zusammen. So wird die „familiäre Linie“ des Romans weitergesponnen, bis es genau in diesem Zusammenhang zu einem dramatischen Finale kommt, welches als filmreif beschrieben werden darf.

So viel erst einmal zur Hauptfigur des inzwischen dritten „Havel-Romans“ im emons: Verlag von Tim Pieper. 

Im Prolog springt ein Unbekannter auf einen Frachtkahn, der da auf der Havel fährt und nähert sich dem Schiffer. Dieser greift sich eine Signalpistole und...
... verliert. 
Sein Leben, welches etwas schwierig geworden war. 

Frau und Sohn starben in Folge eines illegalen Autorennens. Die Enkeltochter ist schwer krank. Einzige Rettungsmöglichkeit ist eine sauteure Operation im Land der unbegrenzten (medizinischen) Möglichkeiten. Dass der Brückenspringer aus eben diesem Land kommt, hat nichts mit der Enkeltochter, wohl aber mit der Geldbeschaffung für das somit auch nicht legale Vorhaben des nunmehr toten Schiffers zu tun. Doch den Auftrag dazu bezog der Springer aus einem anderen Land hinter dem Großen Wasser. 
Es hätte ja klappen können, was der Schiffer und sein Neffe, der keine weiße, soll heißen strafrechtlich saubere, Weste besitzt, da vorhaben. Der Neffe hat einen „Freund“ aus Knasttagen. Der mag ihn auf besondere Art und Weise, ist ziemlich durchgeknallt und kann seltsamerweise ganz mühelos mit dem Internet umgehen. Aus diesem hat er sich nämlich einen guten Pferdeverstand angeeignet. Das allerdings hilft ihm bei seinem geizigen Arbeitgeber nicht weiter.
Kurz, diese Umstände führen dazu, dass am Ende der Schiffer nicht der einzige Tote im Roman ist. 

Der psychisch angeknackste Sandro wird letztlich für den Showdown sorgen, der ein klitzekleinwenig an das Remake von DER SCHAKAL mit Bruce Willis und Richard Gere erinnert. Keine Ahnung, ob Tim Pieper den im Sinn hat, als das SEK beim Lösen einer Geiselllage...

Aber verraten wir mal nicht zuviel.

Tim Piepers Geschichten zeichnen sich unter anderem aus durch Regionalität. Regionalkrimis gibt es so viele wie TATORTE. Die Tatorte von Pieper liegen nun mal an der Havel, denn er lebt in Potsdam. Daher kommt es, dass er die Landschaft wirkungsvoll beschreibt, man sieht die Niederungen des Flusses förmlich vor sich, auch wenn diese Beschreibungen diesmal nicht so vielfältig sind wie in den vorangegangenen Büchern.

Dafür aber bekommt der Leser gewinnbringend recherchierte und nicht zu umfangreiche Einblicke in tiermedizinische sowie juristische und ermittlungstechnische „Sachverhalte“. „Polizeifachlich“ hat er sich wirklich weiter entwickelt.

Die Geschichte ist fortlaufend fesselnd und treibt auf den Höhepunkt unaufhaltsam zu. Ein Teil dieses Höhepunktes war zwischendurch zu erwarten, da es eine Begegnung zwischen Personen gab, die „dramaturgisch“ zwangsläufig eine Bedeutung erhielt.

Wieder einmal fährt Tim Pieper aber Figuren auf, die auf mich nicht so erfreulich wirkten. Gleichsam irre und einfallsreich, liebevoll und gewalttätig. Diesen Umstand hatte ich in KALTE HAVEL noch viel mehr wahrgenommen. Dass der Chefermittler mit Alkohol ein Problem hat, ist hier mal ein Punkt, den ich akzeptiere. Normalerweise mag ich die vielen Ermittler, die da im Laufe ihres Berufslebens einen Knacks bekommen haben und zum Beispiel Alkoholiker sind, in abgerissenen Klamotten rumlaufen und ständig ihre eigenen „Ermittlungsvorschriften“ aufweisen, nicht so gern. Die meisten Kriminalisten arbeiten bekanntlich eher normal und verbringen zwangsläufig mehr Zeit im Büro. Nun ja, da aber in heutigen Romanen die tatsächliche Kriminalstatistik nicht abgebildet wird, muss man vermutlich damit leben. Zumal der Blogger hier ja durchaus von einen gewissen Harry Hole angetan ist, ein Typ gegen den Schimansky ein Waisenknabe war. 

Und jetzt hat Toni Sanftleben sein Hausboot vom Kai gelöst und schippert samt Sohn und dessen Freundin durch die Lande. Wo schippert er hin? Er denkt an französische Gerichte, an seine E-Gitarre...

„Er würde bleiben, wo es ihm gefiel, er würde weiterziehen, wenn ihn das Fernweh packte... Er war für vieles offen, aber nichts konnte den Schmerz lindern, der ihn ständig und überall begleitete. Toni umfasste das Steuerrad fester und schaute auf die glitzende Wasseroberfläche, die ständig in Bewegung war. Momentan wusste er nicht viel. Momentan wusste er nur eines: Er würde sie immer lieben.“ 

Was bleibt vorerst? Ich mag die Romane von Tim Pieper und würde mir wünschen, dass dieser Toni Sanftleben irgendwo eine Mappe mit außergewöhnlichen Fällen seines Großonkels findet - Verbindung zu einem generationsübergreifenden Roman und eine Möglichkeit, den alten Otto wieder auftreten zu lassen.

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Das Fundament der Ewigkeit

Ken Follett , Dietmar Schmidt , Rainer Schumacher , Markus Weber
Fester Einband: 1.168 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.09.2017
ISBN 9783785726006
Genre: Historische Romane

Rezension:

Kingsbridge – Die Saga. Erinnern wir uns. Da gibt es einen Steinmetz, der strebt nach „Säulen der Erde, die sich in den lichten Himmel recken“. Tom Builder wird Baumeister und errichtet mit Hilfe von Prior Philipp in Kingsbridge eine Kathedrale. Die Leser fiebern mit dem Schicksal Toms und seiner Familie, und mit Aliena, der Grafentochter. Es ist ein Spitzenroman, der da 1989 veröffentlicht wird, er erreicht laut einer ZDF-Umfrage im Jahr 2004 in Deutschland Platz drei der meistgelesenen Bücher (1. J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe; 2. Die Bibel) und wurde 23 Millionen mal weltweit verkauft.
Im Jahr 2007, achtzehn Jahr nach DIE SÄULEN DER ERDE, schreibt Follett die Geschichte fort. Zweihundert Jahre später im fiktivem Kingsbridge setzt die Handlung von DIE TORE DER WELT wieder ein. Diesmal steht die von Tom und Jack Builder gebaute Kathedrale auf etwas wacklig gewordenen Säulen, Merthin, ein Nachfahre von Jack, muss das „reparieren“, während sein Bruder ein Ritter werden will. Caris, die Wollweberin, wäre gern Ärztin, die Tagelöhnerin Gwenda möchte nur ihrer Liebe folgen und Godwyn, ihr Vetter plant, koste es, was es wolle, Prior von Kingsbridge zu werden. „Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten.“
Das Fundament der Ewigkeit. Zehn Jahr später setzt Ken Follett die Kingsbridge-Saga wiederum fort und die Leser begeben sich in das sogenannte „Goldene Zeitalter“ einer jungfräulichen Königen. Elisabeth, die Erste ihres Namens erwehrt sich im protestantischen, im puritanischen England gegen das katholische „Festland“. Ned Willard, Sohn einer Händlerin aus Kingsbridge, wird ihr dabei zur Seite stehen. Wir schreiben das Jahr 1558.Es ist die Zeit der Auseinandersetzung zwischen Protestanten und Katholiken, vor allem im Königreich England. Heinrich VIII. hat die englischen Kirche vom Pabsttum abgekoppelt, seine Tochter, Thronfolgerin Maria, hat den Katholizismus wieder zur Staatsreligion erhoben. Doch im eben diesem Jahr stirbt die Königin und ihre Halbschwester wird als Elisabeth I. gekrönt. Sie ist der Auffassung, dass die Gläubigen in ihrer Regionsausübung frei sein sollten, doch wenn Religion auf Staat trifft und wenn andere Königreiche die Religion für ihre Machtinteressen betonen, dann ist die aufgeklärte Königin in ihrem absoluten Machtanspruch ebensowenig bereit, ohne jegliche Gewalt zu agieren.Neben Sir William Cecil und Sir Francis Walsingham hilft Ned Willard der Königin letztlich 46 Jahre auf dem englischen Thron zu verbleiben.
Besuchen wird der Leser vor allem Frankreich, die Niederlande, Spanien und Schottland. Die Leserin trifft auf den Herzog von Guise und mehrere französische Könige, Maria Stuart und andere historische Figuren. Mit Barney, Neds Bruder segeln wir gegen die spanische Armada und mit Sylvie schmuggeln wir protestantische Bücher nach Paris. Wir erleben die Grausamkeit der Bartholomäusnacht und die Hinrichtung der schottischen Königin und die Vernichtung der Armada – große, schon oft erzählte Geschichte aus dem 16. Jahrhundert.
Kingsbridge ist der Ausgangspunkt für besagten Ned Willard und seine Familie, Freunde und Feinde. Margery, die Geliebte aus einer katholischen Familie, die Neds Mutter ruiniert, heiratet in die Grafenfamilie derer von Shiring ein, ihr Buder Rollo wird ein Meisterspion. Das fiktive Kingsbridge ist der Punkt, in dem alles immer wieder seinen Ausgangspunkt nimmt, das Zusammentreffen von Margery und Ned und den Nachkommen der Shirings. Die Kathedrale. Gelegentlich stehen wir vor den „Säulen der Erde“ und der ehemaligen Priorei, in welcher dann ein Markt entsteht. Es ist eine protestantische Kirche geworden und die Katholiken bezahlen eine Strafsteuer von 30 Pfund, wenn sie die Messe nicht besuchen. Sie wird ihre Bedeutung bekommen im Roman.
Das Buch. Erwartet hatte ich an sich eine Geschichte, in der die Stadt Mittelpunkt des Romans bleibt. Stadtentwicklung quasi. Rund um die „Säulen der Erde“ folglich. Handelte der erste Roman der sogenannten Kingsbridge-Saga vom Kathedralenbau und der zweite von einer Art Bausicherung und Rekonstruktion, so hat die Kathedrale „nur“ eine bindende Rolle zwischen den Bewohnern und ist Ausgangspunkt für ein schreckliches Unglück. Es scheint, als wäre es erforderlich, dass ein britischer Schriftsteller einmal im Leben vom „goldenen Zeitalter“ und von der „jungfräulichen Königin“ schreibt. Das gilt vielleicht ebenso für die Seeschlacht gegen die Spanier und den Mord an Maria Stuart, Königin von Schottland. Es sind laufende Regalmeter nicht nur britischer Sach- und Romanliteratur, die davon handeln, letztlich erst, am 12.10.2016, schrieb ich über den Roman DER PIRAT von Mac P. Lorne. Selbstverständlich hat auch Francis Drake bei Follett eine kleine Rolle. 
Der Autor ist einer der bekanntesten Schriftsteller der letzten 20 und mehr Jahre. Mit diesem Roman wird er seinem Ruf gerecht. Nicht unbedingt der beste seiner Romane, aber eine würdige Fortsetzung einer bekannten und verfilmten Geschichte
© KaratekaDD

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Tags: elisabeth i., englan, follett, hogenotten, religion, spionage   (6)
 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Weg des Bogens

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann , Christoph Niemann , Christoph Niemann
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.09.2017
ISBN 9783257069488
Genre: Romane

Rezension:

Ein Buch im Design des Diogenes-Verlages. Ein kleines Buch. Darauf ein sparsames, skizzenhaftes Bild. Kyudo – Die Kunst des Bogens. So heißt dann das Büchlein: Der Weg des Bogens. Von Paulo Coelho. Ein Brasilianer schreibt „japanisch“. Ein Meister des Bogens lehrt einen Jungen. Und doch: „Ein Meister ist nicht derjenige, der etwas lehrt, sondern jemand, der seinen Schüler dazu anregt, sein Bestes zu geben, um ein Wissen zu entdecken, das er bereits in seiner Seele trägt.“ (S.25)
Coelho hat den „japanischen“ Weg gewählt, um die Leserinnen und Leser mit seinen Gedanken vorwärts zu bringen. Das Ziel, der Bogen, der Pfeil, die Haltung, der Abschuss, der Flug des Pfeils: So heißen einige der Artikel, doch ist das erste Kapitel das wichtigste. Die Verbündeten. In diesem geht es um die Menschen. Das man „Menschen erst anhören muss, eh man über sie urteilt“, in heutiger Zeit, eine leider zu oft in Verlust geratene Weisheit. Der Autor, in der Gestalt des Kyudo-Meisters Tsetsuya, fordert seinen Schüler auf: „Suche dir verbündete – Menschen, die sich für das interessieren, was du tust.“ Er erklärt weiter, dass dies „Menschen sind, die keine Angst davor haben, sich zu irren und es daher auch tun. Aus diesem Grund wird ihre Arbeit nicht immer anerkannt.“ (S.33/35)
Natürlich darf das Büchlein hier nicht zu Ende sein, aber allein diese Zeilen waren es wert, es in die vielen anderen Bücher im Regal einzureihen. Das der Band zudem wunderschön gestaltet ist, die Bilder von Christoph Niemann die Gedanke Coelhos blendend unterstreichen, ist ein weiterer Pluspunkt. 
Dies war mein erster Coelho, auf den ich vor einiger Zeit durch Ute Lemper, dem Weltstar des Musicals und des Chansons aufmerksam wurde. Lemper wurde durch „Die Schriften von Accra“ zu ihrem musikalischen Programm „The Nine Secrets“ inspiriert. Nicht leicht zu begreifen. Auf jeden Fall aber ein entscheidender Hinweis, nach dem „Der Weg des Bogens“ zu weiteren Werken des Autors führen wird.
© KaratekaDD

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Tags: coelho, japan, kyudo, lemper   (4)
 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das goldene Ei

Donna Leon ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.10.2015
ISBN 9783257243369
Genre: Krimi und Thriller

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Schwert und Krone - Der junge Falke

Sabine Ebert
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.11.2017
ISBN 9783426654132
Genre: Historische Romane

Rezension:

1.  Die Geschichte
Wieder einmal begibt sich Sabine Ebert in das Mittelalter. Seit Jahren macht sie das konsequent und sie hat sich auf das 12. Jahrhundert spezialisiert. Gelegentlich passiert es, dass Autoren sich nach Abschluss eines Romans und einer Romanreihe an die Vorgeschichte setzen. Mit ihrer Mittelaltersaga über die Hebamme Marthe ging das Sabine Ebert genauso vor.

Daher hat sie nach den Büchern über die Hebamme mit SCHWERT UND KRONE in zwei dicken Bänden die mittelalterliche deutsche Geschichte vor der Krönung Barbarossas zum König und dann zu Kaiser erzählt. Im Teil 1, DER MEISTER DER TÄUSCHUNG berichtet sie zuerst einmal wie nach dem Tod von König Lothar die Staufer mehr und mehr an die politische Spitze des Deutschen Reiches drängen. 

„Dezember 1137: Kaiser Lothar ist tot, und sofort bricht ein erbitterter Kampf um die Thronfolge aus. Machtgierigen Fürsten und der Geistlichkeit ist jedes Mittel recht, um den Welfen nicht nur ihren Anspruch auf die Nachfolge streitig zu machen, sondern ihnen auch Bayern und Sachsen zu entziehen. Durch eine ausgeklügelte Intrige gelangen die Staufer, die selbst Jahre zuvor durch Ränke an der Machtübernahme gehindert wurden, in den Besitz der Krone. Konrad von Staufen wird in die Königsrolle gedrängt, obwohl ihm dieser Weg missfällt. Bald muss er erkennen, dass sogar sein Bruder und sein junger Neffe, der künftige Friedrich Barbarossa, ihm nur bedingt die Treue halten. Es beginnt ein jahrelanger Krieg – und raffiniertes Intrigenspiel, in dem Welfen, Askanier, Wettiner und viele andere mächtige Häuser mitmischen – und auch so manche Frau.“ (Webseite Droemer-Knauer)

Nun also das Hörbuch zum Teil 2, Der junge Falke – das erzählt, wie Lothars Neffe Friedrich mit dem rotblonden Bart, daher der spätere Name Barbarossa, die Fürsten dazu bringt, ihn zum König zu wählen. 

„Anfang 1147 sorgen Hungersnot und Weltuntergangspropheten in deutschen Landen für Verzweiflung. Fast alle großen Adelshäuser rüsten für zwei Kreuzzüge. Unter König Konrad wollen Zehntausende ins Heilige Land, während die östlichen Fürsten planen, mit ihrem „Wendenkreuzzug“ slawische Gebiete an Elbe, Havel und Küste zu erobern. Bevor sie aufbrechen, werden strategische Ehen geschlossen. Friedrich von Staufen, der Neffe des Königs und künftige Barbarossa, heiratet die von ihm ungeliebte Adela von Vohburg, der Meißner Markgrafensohn Dietrich eine gefühlskalte polnische Herzogstochter. Fast alle Männer ziehen in den Krieg – und die Frauen müssen allein mit Hungersnot, Missernten und Angriffen fertig werden.Auf dem Weg ins Heilige Land macht sich der junge Friedrich einen Namen als militärischer Anführer. Doch der Kreuzzug scheitert katastrophal. Nur wenige kehren heim. Zu den Heimkehrenden gehört der schwer erkrankte König Konrad von Staufen. Die nie erloschenen Machtkämpfe entflammen von neuem. Konrad stirbt wenige Tage vor der Wahl und Krönung seines erst achtjährigen Sohnes zum Mitregenten.Das ist der Moment, in dem Friedrich von Staufen entschlossen nach der Krone greift. Er will das Reich umgestalten - und eine neue Frau, eine bessere Partie als Adela.“ (Webseite Droemer-Knauer)

Die große, die weltpolitisch bedeutsame Geschichte bekommt ihre parallelen Stränge. Eine ist die der Adela von Vohberg, deren Rolle hier die der Erzieherin der Söhne Konrads von Staufen ist und die, verheiratet mit Friedrich von diesem später wegen angeblicher Unfruchtbarkeit geschieden wird. Es ist die Gelegenheit, höfisches Leben zu erzählen durch die (fiktive) Geschichte der Kunigunde von Plötzkau, deren Mann, Graf Bernhard, auf dem 2. Kreuzzug ums leben kam. Kunigunde, Gunda, ist im Roman eine Freundin Adelas, sie wurde dann die Geliebte Dietrichs von Landsberg.

Ein anderer Strang ist den Leserinnen und Lesern von Sabine Ebert vertrauter, dies ist die Geschichte der Wettiner, der Markgrafen von Meißen – bekannt aus der genannten Hebammensaga. Doch nicht nur erfahren wir mehr von Konrad, Otto und Dietrich, es geht um einen kleinen Knappen, Waise inzwischen, dessen Herkunft der Markgraf Konrad geheim hält. Christian heißt der Kleine, dessen Vater der MEISTER DER TÄUSCHUNG ist, welcher in grausamer Art und Weise hingerichtet wurde. Wer die Ursachen der Freundschaften und Feindschaften des späteren ministerialen und dann freien Ritters Christian von Christiansdorf, erzählt in den Hebammensaga, erforschen möchte, der findet sie hier.

2.  Das Buch
Mit dem Leben von  Adela und Kunigunde sowie des fiktiven Ritters Christian schafft es die Autorin wiederholt, große Geschichte und die Lebensweise der hohen Fürsten bis zum niederen Adel, durch Christians Eltern bis in das Volk zu erzählen. Wiederum gilt hier, dass dadurch ein echter historischer Roman entsteht, nicht nur eine Abenteuer- oder Liebesgeschichte, die in das Mittelalter verpflanzt wurde und in jeder anderen Zeit hätte spielen können.Nicht erst mit SCHWERT UND KRONE reiht sich die Sabine Ebert immer mehr in die Gruppe ausgezeichneter Verfasserinnen und Verfasser historischer Romane ein. Sie bewies das ja mit ihrem Meisterwerk 1813 – Kriegsfeuer und 1815 – Blutfrieden, in denen sie das Mittelalter in Richtung 19. Jahrhundert verließ.Hervorzuheben ist meiner Auffassung nach, dass die wundersamen Heilkräfte, das „zweite Gesicht“ welches bei Marthe in der Hebamme doch deutlich betont wurde, hier weniger eine Rolle spielt. Bei aller Sympathie für die heilenden, die weisen Frauen, welche als Hebammen Gefahr liefen, zur Hexe gebrandmarkt zu werden, es war ein wenig zu viel „Geheimnis“, zuviel „Wunder“ dabei. Ein Umstand, welcher in den letzten historischen Romanen keine Rolle mehr spielte.Gleichwohl, das zeigt, dass sich Sabine Ebert treu bleibt, sind die Frauen ihre eigentlichen Helden(innen) einer männerdominierenden Geschichte. Sie steht ihnen bei vor allem eben bei den Geburten, die oft tödlich ausgingen. So erzählt sie vom Burgfräulein Isa, der Gunda von Plötzkau bis in die letzte qualvolle Stunde beisteht, gedrängt von einem Priester, der der Lebendgeburt des Kindes weit höhere Bedeutung zumisst, dem das Leben der Mutter, da diese ja bereits getauft, letzlich völlig egal ist.

Man kann sich an einen solchen Wälzer als Hörbuch gewöhnen, wenn er so gut gelesen wird, wie von Gabriele Blum.

3.  Die Autorin
Drei Bände sollen es werden und sicher findet sich dann wieder ein nahtloser Übergang zum Beginn des Schaffens von Sabine Ebert. Als sie nach dem Studium der Sprach- und Lateinamerikawissenschaften nach Freiberg kam, faszinierte sie die Geschichte des erzgebirgischen Silbers. „Also beschloss ich, diese Geschichte in einem Roman zu verarbeiten. Damals glaubte ich noch, den von Anfang an auf dreißig Jahre konzipierten Handlungsbogen in einem Buch unterbringen zu können. Nach 650 Seiten war ich gerade einmal drei Jahre weit in der Handlung vorangekommen, so dass die Einsicht in mir reifte, den Stoff doch besser auf mehrere Bücher zu verteilen. Fünf, um genau zu sein.“ Wenn wir diesen Maßstab an SCHWERT UND KRONE anlegen, dann wird mittendrin der Markgraf von Meißen, genannt Otto der Reiche einem jungen ministerialen Ritter den Befehl geben, Siedler aus dem Brandenburgischen in den dunklen Wald zu holen. Doch bis dahin bleibt noch etwas Zeit. Zumindest bis zum Herbst 2018.

KaratekaDD

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Tags: barbarossa, ebert, meißen, mittelalte, stauferkaiser   (5)
 

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39 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

geheimtipp, gott, günther, heilige drei könige, humor, jerusalem, jesus, jesusmariaundjosef, josef, kaspar, komödie, lustig, maria, melchior, satire

Jesusmariaundjosef!

Ralf Günther , ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783499257179
Genre: Humor

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19. jahrhundert, ägypten, biedermeier, deutschland, freiheit, historischer roman, ida hahn-hahn, ida von hahn, naher osten, orient, reise, reiseliteratur, schauspiel, shakespeare, theater

Die Theatergräfin

Ralf Günther
Flexibler Einband: 379 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.12.2006
ISBN 9783548606934
Genre: Historische Romane

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Tags: ida hahn-hahn, orient, reiseliteratur, shakespeare, theater   (5)
 

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Schneemann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548290096
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit September bereits steht ein neues Buch im Regal. Dies ist natürlich nichts ungewöhnliches. Aber dieses Buch erinnert an so einige seines Autors vorher. Der Autor ist Jo Nesbø und die Hauptfigur der bekannte Harry Hole. Im Jahr 1999 betrat Harry Hole erstmals die Literaturbühne. Seither entstanden elf Romane um den trinkenden, eigenwilligen Kriminalkommissar.
Der siebente Roman ist Schneemann. Der Spiegel schrieb im Jahr 2008 was vom „vielleicht besten Krimi des Jahres“ und im Jahr 2010, Buchgesichterzeit, begeisterte der Osloer Typ auch uns. 
Der Schneemann ist ein Serienmörder, der es auf junge Mütter abgesehen hat, deren Ehen nicht ganz so laufen, wie sie laufen sollten. Sein Zeichen ist ein Schneemann, den er am Tatort zurücklässt, die Morde geschehen immer im Winter. Die neue Kollegin von Harry ist Katrine Bratt. Die Kinder der Mütter haben eine seltene Erbkrankheit – ist der Mörder vielleicht Arzt? Je tiefer die beiden Ermittler in die Geschichte eindringen desto mehr tritt der Mörder aus dem Schatten. Sowohl Katrine wie auch Harry stehen in Beziehung zum Schneemann. Und obwohl Harry mit seiner geliebten Rakel und deren Sohn Oleg nicht zusammenlebt, geraten auch diese in den Fokus des Mörders.
Bis zuletzt tappt der Leser im Dunkeln und rätselt hin und her, wer denn nun der Schneemann sein könnte. Spannend, aufreibend, brutal und blutig: Warum nur immer lesen wir solches Zeug? 
Nun gab es den Schneemann im Kino. Beim Durchblättern des Buches wird deutlich, die Grundstory blieb natürlich enthalten, das Buch ist mal wieder viel dichter und enthält auch einige Handlungsstränge mehr. Die Rolle des korrupten Bullen in Bergen ist im Film etwas verworren und außerdem spielt plötzlich ein Industrieller, der sich um die Bewerbung Oslos für die Olympischen Winterspiele bemüht eine Rolle. Etwas moderner ist die Polizei auch geworden, die Ermittler benutzen ein etwas sperriges Tablett für alle Arten von „Ermittlungsnotizen“, etwas, wovon wir hier noch weit entfernt zu sein scheinen. Nicht alles ist schlüssig, das Tablett führt außerdem zu einem weiteren brutalen Gewaltakt, da der noch unbekannte Täter den Zugang zu diesem braucht.
 Harry Hole Fans gehen bestimmt sofort ins Kino, jedoch könnten sie dieses enttäuscht wieder verlassen. Zumindest dann, wenn man vom Film die exakte Romanwiedergabe verlangt, was sowieso meist nicht eintrifft. Selbst hatte auch ich mir etwas mehr versprochen. Die Filmkritik ist vernichtend, eine Reihe hochkarätiger Schauspieler reist die Mittelmäßigkeit des Thrillers nicht raus. Trotzdem könnte man sich Michael Fassbender (Harry Hole) und Charlotte Gainsbourgh (Rakel) als erneutes Filmpaar vorstellen, mit einem anderen Regisseur, der nicht (nach eigenen Angaben) versucht, dem Film norwegische Attribute wie Geschäftsnamen oder die Beschriftung auf Polizeiautos zu entziehen um den Film mehr „Internationalität“ zu verleihen (wikipedia). Ansonsten ist der Thriller „skandinavisch ruhig“, was der beabsichtigten Spannung nichts nimmt.
Gespannt dürfen wir sein, denn die Filmrechte für „Der Sohn“ und die neue Reihe „Blood on the Snow“ sind bereits verkauft.
(c) KaratekaDD

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Tags: harry hole, jo nesbo, norwegen   (3)
 

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Der Zerberus-Schlüssel

Gerd Schilddorfer
Flexibler Einband: 816 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2017
ISBN 9783404175956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: eismeer, stasi, thrille   (3)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

fantasy, hörbuch

Das Lied von Eis und Feuer 7

George R. R. Martin
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Audible GmbH, 24.10.2008
ISBN B0085XL80K
Genre: Sonstiges

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293 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 126 Rezensionen

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Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Er hat es wieder getan. Er konnte es nicht lassen. Hätte er sich was anderes einfallen lassen sollen? Hat er ja eigentlich, als er mit DER SOHN oder mit BLOOD AND SNOW auf den Büchermarkt kam. Aber trotzdem: H.H. lässt den Autoren, der ihn erfand, und die Leser wohl nicht los.

Wie gefährlich ist Partner-Dating durch das Internet? Was kann ein Dozent an der Osloer Polizeihochschule zu den Ermittlungen im Fall eines nicht so sehr unbekannten Serientäters beitragen? Befragen wir Jo Nesbø und Harry Hole...


Ja es stimmt, der ehemals ziemlich abgehalfterte Spezialist für Serienmorde, der trockene Alkoholiker  Harry Hole  ermittelt wieder. Familiär hat sich wohl einiges zum guten gewendet: Sohn  Oleg , in  DIE LARVE  noch mit Drogen erwischt, studiert inzwischen selbst an der genannten Hochschule,  Rakel,  seine Mutter, ist inzwischen Harrys Frau. So weit so gut...

Auch die anderen sind noch mit von der Partie:  Katerine Bratt leitet die Mord-Ermittlungsgruppe,  Björn Holm ist der Kriminaltechniker, der korrupte  Truls Berntsen mischt Dreck unter den Lehm und Mikael Bellmann soll eventuell Minister werden. Dann sind da noch ein neuer junger Kollege, eine Hämatologe und zwei Psychologen.

Die Morde erfolgen ziemlich vampiristisch. Da gab es mal in Asien (Heian-Periode – für Japankenner) Eisenzähne, mit denen man in der Lage war, einem anderen die Kehle durchzubeißen. Als das zweite Opfer eine Angestellte aus Harrys Stammlokal ist, steigt er ein und soll eine zweite Ermittlungsgruppe als Kontrapart leiten. Bald stellt sich heraus, der Mörder ist vielleicht kein Unbekannter. Die Eisenzähne hat er sich herstellen lassen wie Uma „The Pride“ Thurman das Hattori-Hanzo-Schwert.

Diesmal kann man wieder viel über unmittelbare Polizeiarbeit „lernen“, Jo Nesbø betrachtet die Tatorte mit kriminalistischem Spürsinn, Spuren und Beweismaterial werden nicht einfach so benannt und für die Handlung halt gebraucht, ihnen zu folgen ist ebenso spannender Faktor wie die Personen, die sie erheben, wie zum Beispiel Björn Holm und Aune Skale der Psychologe. Ohne Negativbeispiel funktioniert das aber nicht so ganz und dafür muss der Polizeipräsident Bellmann herhalten, der der Auffassung ist, dass Oslo erstens nie friedlicher war und man dies daran erkennt, dass die Selbstmordrate höher als die Mordrate ist. Aha. Aber Bellmann ist eh „nur“ ein Karrierist.

Wie immer bei Jo Nesbø drehen sich alle möglichen Ermittlungswege ständig in eine neue Richtung, die Verdächtigen wechseln sich reihenweise ab. Kaum eine Idee, die dem bloggenden Leser so kam, hielt bis zum Schluss: eigentlich gar keine.

Natürlich ist Harry Hole der Mittelpunkt, so wie momentan DAS FÜNFTE ZEICHEN Gegenstand seiner Vorlesungen ist, ein eigener Fall. Persönlich verstehe ich ja nicht, warum Ermittler so oft ziemlich verkrachte Existenzen sind, den Hole mag ich trotzdem. Dem verzeihe ich sogar den alkoholischen Rückfall. Irgendwie muss der ja kommen, wenn Harry sich mit dubiosen Geld aus früheren Fällen eine Kneipe kauft um damit die Ermittlung voranzutreiben.

Am Schluss ist alles klar. Oder eben nicht... 
Klar allerdings ist die Bedeutung des Titels geworden: Zwei haben  DURST. Der  Harry Hole natürlich und der Typ mit den Eisenzähnen.

Viel Spaß beim Lesen  und nein, man braucht  Jo Nesbø  nicht mit  Quentin Tarantino  vergleichen, nur weil ich den Vergleich da oben gewählt habe, der Hersteller der Eisenzähne hätte aber der Samurainachkomme  Hattori Hanzo  gewesen sein können. 

© Bücherjunge

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

chauken, cheruske, fantasy forum, fantasy,z, germanen, germanie, germanien, rom, runenzeit, varusschlacht (9 n.chr.), zeitreise., zeitreisen, zeitrese

Runenzeit 5

Mark Bredemeyer
Fester Einband: 552 Seiten
Erschienen bei salomo publishing, 01.10.2015
ISBN 9783941757486
Genre: Fantasy

Rezension:  
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