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535 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

fangirl, liebe, fanfiction, college, familie

Fangirl

Rainbow Rowell
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei GRIFFIN, 10.09.2013
ISBN 9781250030955
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags: fangirl, lovestory, rainbow rowel, writing   (4)
 

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433 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

pferde, liebe, familie, frankreich, jojo moyes

Im Schatten das Licht

Jojo Moyes , Silke Jellinghaus
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.01.2017
ISBN 9783499267352
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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30 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

fantasy, red queen, dystopie, victoria aveyard, rezension

King's Cage

Victoria Aveyard
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei HarperTeen, 07.02.2017
ISBN 9780062310699
Genre: Sonstiges

Rezension:

Anfang Februar ging eine meiner liebsten YA-Reihen in die nächste Runde – mit „King’s Cage“ erschien der dritte Teil der „Red Queen“ Serie von Victoria Aveyard. Fazit: ich bin begeistert.

Falls ihr euch an die ersten beiden Bücher nicht mehr so gut erinnern könnt, oder überlegt, mit „Rote Königin“ anzufangen – ich hab die ersten beiden Teile schon mal rezensiert. Hier gehts zur Rezi von „Die rote Königin“ und hier zu der von „Gläsernes Schwert“.

Nur durch einen Handel mit Maven konnte Mare Barrow am Ende von „Gläsernes Schwert“ ihre Freunde vor dem sicheren Tod bewahren. Der Preis: sie selbst. Komplett der Willkür des neuen Königs ausgeliefert, wird sie im Palast von Archeon festgehalten wie in einem goldenen Käfig. Ihr Gefängnis aus Stillem Stein blockiert Mares Fähgikeiten. Ihre einzige Chance: lange genug durchhalten, bis sich die Chance zur Flucht ergibt.
Währenddessen läuft außerhalb von Mares Gefängnis alles auf einen Krieg zu – Rote gegen Silberne, Maven gegen die Scharlachrote Garde, Blut gegen Blut. Und allen voran ein verstoßener Prinz, dessen oberstes Ziel eines ist: Mare aus Mavens Fängen zu befreien.

Gleich vorweg kann man für Band 3 der „Red Queen“-Serie also schon mal eines sagen: es gibt reichlich Zündstoff. Und von dem wird auch Gebrauch gemacht.

Aber beginnen wir von vorne.

„King’s Cage“ setzt  dort fort, wo „Glass Sword“ aufgehört hat –  mit Mare und  unfreiwilliges „Schoßhündchen“ von Maven, inklusive diamantenem Halsband. Mare ist weiterhin die Haupterzählerin der Geschichte, im Unterschied zu den ersten beiden Teilen ist sie diesmal aber nicht die einzige. Sie übernimmt zwar den Löwenanteil, ihre Erzählung wird aber immer wieder von Kapiteln aus anderen Erzählperspektiven unterbrochen.

Davon bin ich normalerweise kein Fan, aber bei „King’s Cage“ ist das echt überragend gut gelöst. Durch die weiteren Erzählperspektiven wird nämlich die „Hauptgeschichte“ rund um Mares Gefangenschaft  um zwei weitere Handlungsstränge erweitert. So bekommt man mit, was sich außerhalb des Palastes und bei der Scharlachroten Garde tut und kann ein bisschen über Mares Tellerrand hinausblicken. Nach zwei Büchern, die ausschließlich aus Mares Blickwinkel erzählt würden, tut es mal ganz gut, diese „Scheuklappen“ abzulegen und auch mal anderen Charakteren zuzuhören. Und natürlich macht es die Geschichte auch komplexer und unglaublich spannend.

Willkommen am Königshof von Norta

Ein weiterer großer Vorteil dieser neuen Erzählperspektiven: Man bekommt viel mehr Hintergrundinfos als in den ersten beiden Teilen, speziell was das Leben der Silbernen betrifft.  Die Strukturen und die Hackordnung am Hof in Archeon wurden bisher immer nur angedeutet – jetzt ist man plötzlich mittendrin. Man erfährt aus erster Hand, wie es im Whitefire-Palast zugeht, wie die Bündnisse und Allianzen am Hof sind und vor allem wie unerwartet instabil diese Bündnisse sind.

In Band 3 der „Red Queen“-Reihe haben sich die Schwerpunkte generell ein bisschen verändert. Mare ist zwar immer noch im Mittelpunkt des Geschehens, aber die Leute, mit denen sie sich umgibt, sind diesmal ganz andere. Besonders, was die beiden Calore-Brüder angeht. Im zweiten Teil war ja Cal dauernd an Mares Seite  und Maven nur die bedrohliche Randfigur – diesmal ist der Spiel umgedreht und Maven ist der präsentere Calore-Bruder, während Cal komplett außerhalb von Mares Reichweite scheint.

Für Fans von Marecal, mich eingeschlossen, klingt das jetzt nicht so prickelnd – für die Geschichte ist diese Veränderung aber ein großer Bonus. So bekommen wir nämlich einen tiefen Einblick in Mavens Charakter und erkennt, wie gespalten seine Persönlichkeit eigentlich ist. Einerseits ist da der grausame Herrscher von Norta, der die Scharlachrote Garde besiegen will. Andererseits ist er aber immer noch ein 17-jähriger Teenie, der komplett auf sich allein gestellt ein Land vor dem Bürgerkrieg und eine Dynastie vor dem Fall bewahren soll. In diesen Büchern war noch nie ein Charakter ausschließlich gut oder ausschließlich böse. Das gilt auch für Maven Calore.

Alte Bekannte, neue Verbündete

Was die restlichen Charaktere betrifft: Auch sie wanderen auf dem schmalen Grad zwischen Gut und Böse, und diesmal werden  munter die Seiten gewechselt. Die Charaktere entwickeln sich stetig weiter und man lernt so manche Figur  von einer Seite kennen, die man überhaupt nicht von ihnen erwartet hätte. Jeder kann jeden verraten. Auch in Buch Nummer 3 bleibt dieser Grundsatz aufrecht. In „King’s Cage“  er aber nicht  immer nur  negativ belastet.

Vielmehr tragen diese Verrate dazu bei, dass sich die Verhältnisse laufend ändern und man nie weiß, was als nächstes passiert. „King’s Cage“ ist für mich definitiv der spannendste Teil der „Red Queen“-Reihe, die vielen unvorhersehbaren  Plottwissts sind einer der größten Pluspunkte dieses Buchs. Und auch die Action kommt im Buch nicht zu kurz, stellenweise konnte ich das Buch während der Kampfszenen überhaupt nicht aus der Hand legen, weil es so spannend war.

So sehr ich die ersten beiden Bücher liebe, eines hat mir immer gefehlt: entspannte Momente. Durch all das Drama gab es in den ersten beiden Bücher für die Charaktere kaum die Chance, mal ein bisschen durchzuschnaufen.

In Band 3 dürfen sie das nachholen. Es gibt ein paar tolle Szenen mit Mare und ihrer Familie, bei denen ich stellenweise echt schmunzeln musste – wie die Barrow-Geschwister miteinander umgehen, ist manchmal echt zu komisch. Das hat die Geschichte ein bisschen aufgelockert und war ein schöner Unterschied zu all dem Drama.

Mein Highlight in dieser Hinsicht waren aber – natürlich – die Momente, die Mare und Cal nur für sich hatten. Die waren stellenweise einfach zu süß und für mich und alle Marecal-Shipper einfach nur schön.

Fazit: Der Aufbau fürs Grande Finale

„King’s Cage“ bringt  alles mit, was man aus „Red Queen“ und „Glass Sword“ gewohnt ist: spannende Wendungen, viele Überraschungen, große Schlachten und starke Charakterentwicklungen.

Gleichzeitig ist es aber auch der vorletzte Band der Reihe, und das merkt man auch. Jedes einzelne Kapitel scheint im Hintergrund auf das große Finale in Band 4 aufzubauen. Man merkt einfach, dass die Geschichte ihrem Ende zugeht und die unvermeidbare Konfrontantion zwischen Mare, Cal und Maven immer näher rückt. Victoria Aveyard stellt ganz klar die Weichen für diesen letzten großen Kampf und die Gewissheit, dass alles dem Ende zugeht, bringt nochmal eine Extraportion Spannung in die Geschichte.

Trotz allem Aufbau für das große Finale hat Victoria Aveyard aber nie auf das vergessen, was diese Reihe ausmacht: die Action, die tollen Charaktere und nicht zuletzt auch die komplizierte Liebesgeschichte zwischen Cal und Mare. Kombiniert mit den spannenden neuen Wendungen und den vielen Überraschungen macht das „King’s Cage“ für mich zum – bisher –  besten Band der ganzen Serie. Volle Punktzahl.

  (1)
Tags: dystopie, fantasy, red queen   (3)
 

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

london, liebe, leserunde, ebook, autorin

I LOVE LONDON

I. J. Tonk
E-Buch Text: 306 Seiten
Erschienen bei neobooks, 23.12.2016
ISBN 9783738094879
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eine dramatische Liebesgeschichte in einer der coolsten Städte der Welt. Was vielversprechend klingt, konnte mich über weite Strecken leider kaum überzeugen. 

Jetzt musste ich doch ernsthaft erstmal nachgucken, wie ich die Titel meiner Rezensionen immer formuliert habe. Ich hab echt viel zu lang nix mehr rezensiert. Heute geht es aber weiter: mit einer Liebesgeschichte in der britischen Hauptstadt.

Als Krankenschwester Elisa auf einem Kurzurlaub in London den charmanten Schauspieler Max trifft, ahnt sie nicht, wie sehr er ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Und wie sehr sie im Gegenzug sein Leben verändert. 

Superstar trifft Aschenputtel – ein beliebtes Grundthema in meinen heißgeliebten Liebesromanen, das auch bei „I love London“ zur Anwendung kommt. Auf der einen Seite haben wir Max Cooper, der zu Beginn der Geschichte ein aufstrebender Schauspieler aus einer Familie von Hollywoodstars ist. Auf der anderen Seite ist da Elisa, die so ziemlich das Gegenteil von Max‘ Jetsetleben gewohnt ist. Sie ist Krankenschwester, arbeitet in einem Krankenhaus in Norddeutschland und ist eigentlich nur zu Besuch in London – bis sie auf Max trifft. Denn von diesem Moment an bleibt nichts mehr so, wie es einmal war und Elisas Leben verändert sich komplett.

Diese Veränderungen bekommt man als Leser haargenau mit. Eine nach der anderen. Grundsätzlich nichts schlechtes, vorausgesetzt, diese  Veränderungen bekommen ihren Platz und ihre Zeit . Das ist bei „I love London“ leider nicht der Fall. Die Handlung springt sehr schnell von einem wichtigen Punkt zum nächsten, ohne großartige Überleitungen. Das macht es einem als Leser  echt schwer, der Geschichte zu folgen. Zumindest ging es mir so – denn wenn ich erstmal überlegen muss, an welchem Tag und in welcher Stadt die Geschichte gerade spielt, tut es der Motivation, weiterzulesen, nichts gutes.

Nichtsdestotrotz – gut, vielleicht auch weil es ein Leserunden-Buch war und ich keine andere Wahl hattehab ich das Buch fertig gelesen, obwohl ich stellenweise  Lust hatte, damit aufzuhören. Und gegen Ende bekam ich dafür immerhin noch ein paar dramatische Wendungen.  Auch was die Charakterentwicklung angeht, kann man sich bei „I love London“ nicht beschweren – das Buch deckt knapp 10 Jahre ab, da gibts mehr als genug Zeit, um sich weiterzuwentwickeln. Und die emotionale Komponente kommt ebenfalls nicht zu kurz – die Geschichte lässt einen nicht kalt, so viel sei gesagt.

Durch den eher abgehackten Erzählstil kommen emotionale Momente aber nie richtig zur Geltung: ärgert man sich gerade noch über eine idiotische Aktion von Max, ist man im nächsten Satz schon bei Elisa, die vier Tage zuvor irgendwas mit ihrer besten Freundin besprochen hat.

Klingt verwirrend? Ist es auch. Und hier kommt die Erklärung, warum:

Elisa und Max sind nicht nur die Hauptpersonen , sie erzählen die Geschichte auch abwechselnd. Prinzipiell ist das ja eine schöne Idee, so kann man eine Geschichte ziemlich spannend machen. Bei „I love London“ besteht der Perspektivenwechsel aber größtenteils darin, dass dieselbe Zeitspanne oder dasselbe Ereignis aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Man liest im Prinzip einen Teil des vorigen Kapitels nochmal, nur davor oder danach kommt neue Info dazu. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber mich hat das extrem gestört. Aber gut, ich studiere Journalismus und werde drauf hin trainiert, dass Wiederholungen in Geschichten gefälligst mein Erzfeind zu sein haben. Auf jeden Fall macht mich sowas total wahnsinnig.

Anyway, ich hätte es auf jeden Fall besser gefunden, wäre die Handlung trotz neuem Erzähler einfach weitergelaufen. Wir wissen ja schon, was passiert ist, also hätte es ruhig mit was neuem weitergehen können (ich seh schon, da spricht wieder die Journalistin in mir. Oh mann.) Das bessert sich zwar mit der Zeit, speziell als Max und Elisa dann nicht mehr dauernd zusammen waren, die Wiederholungen haben sich aber leider durch die gesamte Geschichte gezogen.

Fazit: „Romeo und Julia“ trifft „Ein ganzes halbes Jahr“ und das Ergebnis war absolut nicht meins.

Ich wollte dieses Buch mögen, wirklich. Vor allem, weil  die Autorin in der Leserunde so nett war und auf die Kommentare wirklich eingegangen ist. Aber der sprunghafte Erzählstil war leider gar nicht meins und die Redundanzen in den Kapiteln haben  auch genervt.  Dabei hat „I love London“ durchaus Potenzial, dieses Potenzial hat nur leider nie die Zeit , sich komplett zu entfalten. Und so reicht es, so leid es mir tut, nur für magere zwei Sterne. Mehr war nicht drin.

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Tags: ebook, ij tonk, i love london, leserunde, london, lovestory   (6)
 

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinder, suche nach heilmitte, jugendliche, experimente, mazerunner vorgeschichte

The Fever Code (Maze Runner, Book Five; Prequel)

James Dashner
null: 304 Seiten
Erschienen bei Delacorte Press, 27.09.2016
ISBN 9780553513103
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

chantal schreiber, backen, gingerbread girl, zuckerbäckerin, krimi

Gingerbread Girls - Helden, Herzen, Hochzeitstorten

Chantal Schreiber
E-Buch Text: 322 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 12.07.2016
ISBN 9781503994379
Genre: Liebesromane

Rezension:

Neue Woche, neue Leserunde: Diesmal wurde es mit „Gingerbread Girls“ von Chantal Schreiber zuckersüß, aber auch stellenweise richtig spannend.

Für Cleo geht ihr ganz großer Traum in Erfüllung: Sie hat sich als Zuckerbäckerin selbstständig gemacht und ihre eigene Bäckerei aufgemacht: „Gingerbread Girl“. Blöd nur, dass ein paar Häuser weiter ein karibisches Callgirl namens Louie denselben Namen verwendet und deren „Kunden“ immer zuerst bei Cleo klingeln. Wobei, manchmal haben solche Verwechslungen auch ihre Vorteile: zum Beispiel, als sich eines Tages ein charmanter Anwalt an der falschen Tür klingelt…

So, damit hätten wir in einem Absatz schon mal die drei Hauptcharaktere dieser Geschichte vorgestellt: einmal die verrückte, aber sympathische Cleo, die gerade unter die Unternehmer gegangen ist und ihre eigene Bäckerei mit Cateringservice eröffnet hat. Dann Louie, die unter demselben Firmennamen wie Cleo für die eine oder andere Verwechslung sorgt. Und Gregor, ein Anwalt, der einer dieser Verwechslungen ist.

Mit Cleo wird man als Leser relativ schnell warm. Sie hat italiensche Wurzeln und ist in einem Wanderzirkus groß geworden – dementsprechend ist sie eine sehr aufgeweckte, etwas chaotische, aber sehr sympathische Hauptfigur. Mit ihrem love interest Gregor dagegen war es nicht so leicht, da hab ich ein bisschen gebraucht, um mich mit ihm anzufreunden. Das liegt vermutlich daran, dass man Gregor in einem wirklich richtig blöden Moment zum ersten Mal kennenlernt – und um den ersten Eindruck wieder auszubessern, dauert es wie so oft eine Weile. Aber das wurde dann mit der Zeit auch besser, weil sich Gregor als ein wirklich netter Kerl herausstellt, der echt schwer in Ordnung ist.

Überraschender Plot Twist

Und was Louie angeht…die kann man zum Anfang des Buches gar nicht richtig einschätzen, weil sie bis auf die eine oder andere Streiterei mit ihrer Namensvetterin Cleo gar nicht so oft vorkommt. Ihr wahrer Charakter zeigt sich dann erst gegen Ende des Buches, und der ist dann einer der größten Überraschungen in dieser Handlung.

Damit komm ich auch schon zum nächsten Pluspunkt dieser Geschichte – ihrer Unberechenbarkeit. Dem Klappentext und auch dem Grundtenor der Handlung nach zu urteilen, haben wir es hier mit einer ganz normalen Romcom zu tun – es ist aber dann viel mehr als das. Ohne zu viel vorwegzunehmen, im letzten Drittel der Handlung geht es nochmal richtig rund. Da gibt es dann eine unerwartete Wendung nach der anderen und die Geschichte wird ganz schön spannend. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet und hat mich echt positiv überrascht.

Vom Tempo und vom Schreibstil her ist dieses Buch optimal geeignet, um es entweder in Ruhe zuhause oder auch auf dem Weg in die Arbeit, Schule oder Uni zu lesen. Man muss nicht zu viel nachdenken (das ist echt super, wenn man so wie ich bereits um 7 Uhr morgens zu lesen beginnt) und wenn man am Heimweg von der Uni wieder einsteigt, braucht man nicht lange, um sich wieder zurechtzufinden. Liegt vermutlich auch daran, dass es mit Cleo eine klare Hauptperson gibt, die durch die Geschichte führt. Die Autorin verstrickt sich nicht zu viel in unnötige Nebenhandlungsstränge und -charaktere, ein paar gibt es zwar schon, aber die halten die Geschichte eher lebendig als sie zu kompliziert zu machen.

Was „Gingerbread Girls“ noch auszeichnet, sind die vielen witzigen Momente. Es gibt so viele Stellen, an denen ich während dem Lesen Schmunzeln oder Lachen musste, ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Es macht total Spaß, dieser verrückten Hauptperson durch ihre noch viel verrücktere Geschichte zu folgen – ich hab mich richtig gefreut, wenn ich abends im Zug das Buch wieder aufschlagen konnte.

AUGEN.

Ein, zwei Kritikpunkte gibt es bei all der Lobhudelei dann aber doch. Einerseits taucht gegen Ende der Handlung ein Charakter, der die ganze Zeit überhaupt gar keine Rolle gespielt hat, überraschend wieder auf und schickt sich an, seinen alten Platz in Cleos Leben einzunehmen. Das macht überhaupt keinen Sinn und passt auch nicht so richtig in die Handlung hinein. Es ist irgendwie so ein „WTF, was will der jetzt?“-Moment, als man nach gut 250 Seiten Hin und Her wieder von diesem Charakter hört, der nur am Anfang ganz kurz erwähnt wurde. „Gingerbread Girls“ soll ja eine Reihe werden, und natürlich kann es sein, dass dieser Charakter dann irgendwann später wieder auftaucht – as of now kann ich mir aber überhaupt nicht vorstellen, wie der da wieder reinpassen soll. Aber bitte, ich bin gespannt.

Und der zweite Kritikpunkt ist dann Cleos Liebe für das Beschreiben von Augenfarben mit Backuntensilien –  ich hab diese Geschichte echt gern gelesen, aber mittlerweile kann ich das Wort „Schokotoffee-Augen“ echt nicht mehr hören. Damit ist es aber noch nicht gegessen, es gibt nämlich neben diesen „Schokotoffee-Augen“ (ARRRGGHHH) noch ein zweites Augenpaar, das für Cleo interessant ist. Den Begriff, mit dem sie diese blauen Augen beschreibt, fällt mir zwar gerade nicht ein, das ist aber vermutlich eh besser so.

Fazit: Gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht

„Gingerbread Girls“ wird auf lovelybooks in der Kategorie „Romanzen“ geführt – und das ist es auch, ein Stück weit. Gleichzeitig ist es aber viel mehr als das – ein spannendes, unberechenbares, witziges Stück bester Unterhaltung. Und trotz der zwei kleinen Minuspunkte ein Buch, dem ich ohne schlechtes Gewissen fünf Sterne geben kann. Ich hoffe, es gibt einen zweiten Teil.

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Tags: chantal schreiber, gingerbread girls, leserunde, rezension   (4)
 

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486 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

liebe, vermont, familie, marie force, alles was du suchst

Alles, was du suchst

Marie Force , Tatjana Kruse
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.09.2016
ISBN 9783596036288
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebe, trennung, jimmy rice, leserunde, lovestory

Alles, was vielleicht für immer ist

Jimmy Rice , Laura Tait , Marion Herbert
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.09.2016
ISBN 9783832163747
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ben liebt Rebecca und Rebecca liebt Ben. Bis plötzlich alles den Bach runtergeht. Und sich eine sehr langatmige Geschichte entwickelt, die zwar durchaus ihre guten Momente hat, aber in vieler Hinsicht enttäuscht.

Ben und Rebecca sind seit 11 Monaten zusammen und das, was man unter einem perfekten Pärchen versteht. Sie ergänzen sich optimal – Rebecca ist die selbstbewusste, toughe Karrierefrau die aber Smalltalk über alles hasst und dann ist da Ben, der liebe, offene Personalvertreter, der mit jedem gut klar kommt, aber irgendwie noch nicht so richtig weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er weiß nur, dass er es mit Rebecca verbringen will. Aber dann geht alles schief.

Und schon sind wir mittendrin in der Geschichte von „Alles, was vielleicht für immer ist“ (ganz schön sperriger Titel wenn ihr mich fragt), denn viel mehr gibt es hier leider nicht zu erzählen. Zentrum der Handlung ist eine Riesenstreiterei ziemlich am Anfang, die Rebecca und Ben auseinanderbringt. Und danach geht es dann das gesamte Buch lang darum, wie sie immer wieder versuchen, sich zusammenzuraufen. Die Handlung hat es also nicht so in sich. Dafür sind die Charaktere aber ziemlich toll.

Die Protagonisten Ben und Rebecca hab ich ja eingangs schon beschrieben, mein Lieblingscharakter war aber eine Nebenfigur, nämlich ein gemeinsamer Freund von den beiden, Jamie. Er ist so quasi der Vermittler zwischen den beiden Streithähnen und hat eine angenehme, sympathische Art, die ich sofort gemocht habe. Rebecca mochte ich nicht besonders, sie war mir oft zu kindisch und zu nachtragend. Dieser verhängnisvolle Streit zwischen Rebecca und Ben entwickelt sich nämlich erst aufgrund einer komplett überzogenen Reaktion von ihr. Mit Ben kam ich besser klar. Aber mein Highlight war Jamie.

Im Großen und Ganzen sind die Figuren  größtenteils ziemlich okay,  die Geschichte an sich hat aber leider nur sehr wenig, das einen zum weiterlesen anregt. Das Ding ist, dass sich das Buch die ganze Zeit nur um die Trennung von Rebecca und Ben dreht und wie sie damit klarkommen. Es gibt keine richtige Handlung nebenbei. Natürlich machen die beiden in ihrem Alltag weiter und das wird halt erzählt, aber sonst tut sich leider nicht viel. Das macht es sehr schwer weiterzulesen, ich hab mich manchmal ziemlich dazu zwingen müssen. Wäre dieses Buch kein Leserunden-Buch gewesen, ich hätte es vermutlich abgebrochen.

Dadurch dass ich das nicht getan hab, kam ich noch in den zweifelhaften Genuss des Ende dieser Geschichte. Es scheint fast, als hätten die Autoren am Ende noch die Spannung reinpacken wollen, die dem Buch die ganze Zeit gefehlt hat – am Ende überschlagen sich die Ereignisse nämlich ein bisschen. Leider geben sie diesen Wendungen keine Zeit, sich richtig zu entfalten, denn kaum wird es ein bisschen interessanter, ist man auch schon am Ende angekommen. Netter Versuch, aber leider nicht besonders gut umgesetzt.

Gefühle fehlen komplett

Das Buch wird als Liebesgeschichte beworben, faktisch ist es eher eine Trennungsgeschichte. Oder eher eine „Ich erzähle euch 300 Seiten lang, wie es mir frisch getrennt geht“-Geschichte. So oder so hab ich mir für dieses Buch viel, viel mehr Emotionen erwartet. Die fehlen aber leider komplett. Sowohl die Flashbacks zur Kennenlernen von Rebecca und Ben als auch die Haupthandlung als getrennte Paar ist doch optimal geeignet dafür, ein paar gefühlvolle Momente einzuarbeiten. Das haben die Autoren aber komplett verabsäumt, sodass einen das Buch kein einziges Mal berührt. Man fühlt auch nicht wirklich mit den Charakteren mit und ist nicht mitten drin im Geschehen . Als Leser  kommt man sich eher wie ein Beobachter vor, der von außen vor zuschaut und noch dazu von der Handlung durch eine dicke Mauer getrennt ist, die verhindert, dass auch nur die kleinste Emotion auf ihn überspringt.

Fazit: Das Potenzial überhaupt nicht genutzt

Rebecca und Ben hätten sicher eine gute Story abgegeben. Auch, wenn sie getrennt sind – selbst daraus kann man eine gute Geschichte machen. Hat aber leider überhaupt nicht geklaptt. Ich hab mich beim lesen oft gelangweilt und bin weder mit Charakteren noch mit der Handlung je richtig warm geworden. Mehr wie zwei Sterne sind da nicht drin. Sehr schade, ich hatte mir mehr erwartet.

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Tags: alles was vielleicht für immer ist, jimmy rice, laura tait, leserunde, lovestory, rezension, zwei sterne   (7)
 

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138 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

liebe, eleanor & park, rainbow rowell, liebesgeschichte, jugendbuch

Eleanor & Park

Rainbow Rowell
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Orion Publishing Group, 27.03.2012
ISBN 9781409116325
Genre: Romane

Rezension:

Nach „All the bright places“ bin ich gleich im YA-Bereich geblieben und hab  „Eleanor & Park“ gelesen. Fazit: Colour me impressed.

Die Highschool ist keine einfache Sache, schon gar nicht wenn man ein Außenseiter ist. Das wissen sowohl Park Sheridan als auch Eleanor Douglas nur allzu gut. Er:  ein stiller, unauffälliger Junge mit einem Faible für alte Musik. Sie: klein, rothaarig und so auffällig wie es nur sein kann. Beide: jeweils genau der Typ Schüler, der im Haifischbecken zerfleischt wird. Ihre Geschichte: Eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Dass sie beide Außenseiter sind, ist auch schon das einzige, das Eleanor und Park verbindet. Sie haben wirklich nichts, absolut gar nichts gemeinsam. Und so dauert es auch eine Weile, bis sie sich zu mehr als nur unfreiwilligen Sitznachbarn im Schulbus entwickeln.

Ein ganz besonderer Schreibstil

Der Weg zu diesem „mehr“ ist wirklich ein ganz besonderer. Ich hab vor diesem Buch noch nie etwas von Rainbow Rowell gelesen und kannte daher ihren Stil nicht, aber jetzt bin ich eigentlich ziemlich begeistert. Sie beschreibt die Geschichte sehr berührend und einfühlsam und manchmal fühlt man sich sogar selbst wie einer dieser beiden 16-jährigen, die sich gerade das erste Mal verlieben.


Rainbow Rowell gibt ihren beiden Hauptcharakteren auch viel Zeit, sich ineinander zu verlieben. Die Geschichte wirkt so zu keinem Zeitpunkt übereilt, manchmal fühlt es sich eher an, als könnte die Handlung ein bisschen mehr Tempo vertragen. Auf der anderen Seite würden so vielleicht die Gefühle aus der Handlung nicht so sehr auf den Leser überspringen. Hat wohl alles seine Vor- und Nachteile. Der Schreibstil der Autorin ist aber wirklich ein ganz großes Plus in der Geschichte.

Die Story von Eleanor und Park hat aber auch ihre Schattenseiten. Gerade Eleanor kommt aus schwierigen Familienverhältnissen, ihre Mutter hat einen absoluten Vollidioten geheiratet, der sich überhaupt nicht um seine Familie kümmert und all sein Geld für Alkohol ausgibt. Noch dazu hasst er Eleanor wie die Pest. Dieser zweite Handlungsstrang – Eleanors Probleme zu Hause – sind ein krasser Gegenpol zu der sanften Liebesgeschichte und holt einen als Leser immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Und – wie schon bei den positiven Emotionen – kommt auch Eleanors Wut und Hass, den sie auf ihren Stiefvater hegt, sehr gut rüber. Es ist echt ein Wahnsinn, was dieses Mädchen zu Hause mitmachen muss. So kommt auch ein bisschen mehr Drama in die Handlung, das die süße Story um die beiden Jugendlichen ziemlich gut ergänzt.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Eleanor & Park – die beiden erzählen die Geschichte auch abwechselnd, ein großes Highlight dieser Story ist aber eine der Nebencharaktere. Nämlich Parks Mutter Mindy. Sie kommt eigentlich aus Korea  und hat Parks Vater kennengelernt, als dieser dort mit dem Militär stationiert war. Und mit ihrer aufgeweckten, liebenswürdigen, aber speziell ihren Kindern gegenüber manchmal recht strengen Art hat sie diese Geschichte echt bereichert. Und wenn sie dann in ihrem gebrochenen Englisch ihre Kinder – oder auch ihren Mann – zur Schnecke macht, weil die irgendwas angestellt haben, ist das echt zu komisch. Mindy war echt eine meiner Lieblingsfiguren aus diesem Buch.

Falling in love over mix tapes and comic books

Was mir noch sehr gut gefallen hat, war, dass dieses Buch nicht in der heutigen Zeit, sondern in den 80er-Jahren spielt. Das hat immer wieder für lustige Momente gesorgt, zum Beispiel als es darum ging, dass Eleanor Park nicht kontaktieren kann, weil sie zuhause kein Telefon haben (hat dann ein paar Momente gedauert, bis ich dran gedacht habe, dass es in den 80ern noch keine Handys oder Soziale Netzwerke gab). War aber auch irgendwie schön, so eine old school Lovestory zu lesen, in denen die Charaktere sich mithilfe von selbst gebastelten Mixtapes verlieben.

Apropos Mixtapes, für Musikliebhaber hält dieses Buch übrigens noch einen kleinen Bonus bereit. Die alte Musik, die Park so gerne hört, spielt eine wichtige Rolle und ist im Prinzip auch das, was die beiden zusammenbringt. Wenn man alte Songs mag, erkennt man in dem Buch sicher den einen oder anderen Titel wieder.

Fazit: Eine berührende Liebesgeschichte – nicht mehr, aber sicher nicht weniger

Wie der Titel schon sagt, geht es in „Eleanor und Park“ hauptsächlich um zwei Jugendliche, die sich das erste Mal so richtig verlieben. Man begleitet die beiden auf diesem Weg und lernt auch die Schattenseiten der beiden Charaktere kennen. Es gibt rundherum zwar andere Handlungsstränge, der Fokus liegt aber ganz klar auf der Lovestory. Und die wird von Rainbow Rowell so einfühlsam, realistisch und süß erzählt, dass ich nicht lange überlegen musste, um diesem Buch mehr als verdiente vier Sterne zu geben.

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all the bright places, suizid, young adult, jennifer niven, jugendbuch

All the Bright Places

Jennifer Niven
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin UK, 08.01.2015
ISBN 9780141357034
Genre: Jugendbuch

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

alexandra potter, love from paris, paris, liebe, 30er jahr

Love from Paris

Alexandra Potter , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442479122
Genre: Romane

Rezension:

Sommerzeit ist Zeit für schöne Liebesromane. Mit „Love in Paris“ ist Alexandra Potter ein schöner Ausflug nach Paris gelungen, der aber leider seine Schwächen hat.

So hatte sich die  Schriftstellerin Ruby Miller ihren Geburtstag garantiert nicht vorgestellt: Ohne Vorwarnung wird sie von ihrem Freund Jack, der sie zum Geburtstag in London besuchen wollte, am Flughafen Heathrow versetzt. Noch dazu geraten die beiden in einen heftigen Streit, großes Drama inklusive. Doch statt Jack lange nachzutrauern, setzt sich Ruby in den ersten Zug nach Paris und besucht dort ihre beste Freundin Harriet, die in Frankreich für einen Antiquitäten-Handel arbeitet. Und als sie Harriet beim Katalogisieren einer alten Wohnung aus den Dreißigerjahren hilft, stößt Ruby auf das wohl romantischste Rätsel, das die Stadt der Liebe zu bieten hat.

Entschuldigt diese miese Inhaltsangabe, ich hab mir nur wirklich schwer getan, den Inhalt halbwegs interessant zusammenzufassen ohne das Wichtigste schon vorweg zu nehmen. Denn das würde einem wirklich dem Spaß am Lesen nehmen, das Rätsel um diese Wohnung und ihre verstorbene Mieterin macht den besten Teil dieses Buches aus.


Aber erstmal zurück zu den handelnden Personen: Protagonistin und Ich-Erzählerin aus „Love from Paris“ ist Ruby Miller, Schriftstellerin und Freundin von Jack, der durch seinen Job bei einer Wohltätigkeitsorganisation viel in der Welt herumreist. Das Buch beginnt ein paar Tage vor Rubys Geburtstag und sie ist ganz aufgeregt, weil Jack sie nach drei Monaten endlich in London besuchen kommen wird. Blöd nur, dass er sie am Flughafen sitzen lässt.

Dieses Drama bringt die zweite wichtige Person auf den Plan: Rubys beste Freundin Harriet. Harriet arbeitet in Paris für ein Auktionshaus und lädt Ruby nach Paris ein, als sie hört was mit Jack passiert ist. Als Ruby in Paris ankommt, ist Harriet gerade dabei, die Möbel und Dekoartikel aus der Wohnung der kürzlich verstorbenen Madame Dumont für eine Auktion vorzubereiten. Dabei hilft ihr der Anwalt der Erben von Madame Dumont, Xavier, per se Hauptcharakter Nummer drei.

Die Geschichte in der Geschichte

Das eigentliche Highlight dieses Buches ist aber die Geschichte in der Geschichte: in der Wohnung der verstorbenen Madame Dumont findet Ruby einen Satz alter Briefe aus den Dreißigerjahren, adressiert an Madame Dumont von einem gewissen H., der zwar Madame Dumonts große Liebe, aber nicht ihr späterer Ehemann gewesen ist. Neugierig und naiv wie Ruby ist, macht sie sich auf die Suche nach H. – und die Spuren, die sie findet, machen die Spannung in diesem Roman aus. Ruby, Harriet und Xavier sind nämlich nur die Rahmengeschichte für eine viel romantischere Story: das Rätsel rund um Madame Dumont, H. und die Wohnung in Paris.

Diese Geschichte ist es,die den Leser bei der Stange hält – der Rest des Buches ist aber leider nicht so spannend. Bis die Story rund um die Briefe richtig in Fahrt kommt, dauert es gut das halbe Buch und dieses halbe Buch ist ehrlich gesagt ziemlich mühsam zu lesen. Obwohl die Geschichte rund um Madame Dumont und ihren geheimen Verehrer richtig Potenzial hat, schafft Alexandra Potter es leider nicht, diesen roten Faden durch das ganze Buch zu ziehen. So plätschert die Handlung bis etwa zur Hälfte leider nur vor sich hin, beschäftigt sich mit den Entrümpelungen in der Wohnung, Harriets Flirt mit einem Kellner oder Rubys Trennungsschmerz und schafft es nicht so richtig, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Das kann leider erst das letzte Drittel der Geschichte, wo es dann ganz schön turbulent wird.

Paris vous attend

Was Alexandra Potter hingegen extrem gut gemacht hat, war ihre Leser in diesem Buch auf eine Reise mit nach Paris zu nehmen. Ich war schon mal in der Stadt und durch die lebhaften Beschreibungen der Straßen, der Sehenswürdigkeiten und des besonderen Flairs, das Paris nun mal hat, hab ich mich direkt wieder in meinen Urlaub zurück versetzt gefühlt. Sie hat diese ganz besondere Atmosphäre, die in dieser Stadt trotz all der dreckigen Straßen, der Tauben und der stinkenden U-Bahn herrscht, perfekt eingefangen und als ich mit dem Buch fertig war, hat es mich direkt wieder gereizt, nach Paris zu fahren. Und jemand, der noch nie in der Stadt war, würde nach diesem Buch vermutlich auch am liebsten wie Ruby in den Eurostar oder  zumindest in einen Flieger richtung Charles-de-Gaulle steigen.

Potenzial entfaltet sich erst zum Schluss

Wenn man von einem Buch sagen kann, dass es sich zum Ende hin steigert, dann ist es wohl dieses. Denn alles, was mir in den ersten zwei Dritteln dieses Romans gefehlt hat, bringt der Schluss mit sich. Das große Rätsel rund um Madame Dumont löst sich Stück für Stück auf, ohne jemals komplett vorhersehbar zu sein, es gibt am Ende noch einmal große Emotionen und nicht zu vergessen ein Happy End für die meisten beteiligten. Warum nur die meisten? Nun ja, wenn ich das verraten würde, würde ich die größte Überraschung des Buchs vorwegnehmen. Am Ende wird es sogar nochmal richtig turbulent und es geht drunter und drüber, bevor die Geschichte an der berühmten Pont des Arts einen schönen, runden Abschluss findet.

Fazit:  Luft nach oben

Das Setting in einer der beeindruckendsten Städten Europas, ein großes, romantisches Rätsel und eine tollpatschige, manchmal etwas nervige  Chaosqueen von einer Protagonistin. Prinzipiell bringt „Love from Paris“ all das mit, was eine gute Sommerlektüre braucht. Leider fehlt dem Buch am Anfang der rote Faden und die Spannung. Die vielen Zufälle, die zur Lösung von Madame Dumonts Geheimnis führen, sind oft schon so „zufällig“, dass es wieder ein bisschen unrealistisch und gewollt wirkt. Dennoch, für Parisliebhaber ist das sicher ein schönes Buch und das Ende ist echt was besonderes  – daher gibt es immer noch solide drei Sterne.


Wenn euch diese Rezi gefallen hat, schaut doch mal auf meinem Blog vorbei: mylittlebuchblog.wordpress.com

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Tags: drei sterne, love from paris, paperback   (3)
 

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409 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

frankreich, zweiter weltkrieg, schwestern, resistance, 2. weltkrieg

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008856
Genre: Romane

Rezension:

Zwei Schwestern im zweiten Weltkrieg, die eine kämpft für das Überleben ihrer Familie, die andere für die Freiheit. Heute kommt mit „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah eine der besten Neuerscheinungen des Jahres auf den Markt und ich durfte es vorab probelesen.

Frankreich, 1940: In Europa beginnt der zweite Weltkrieg und Frankreich wird von den Nationalsozialisten besetzt. Mittendrin die Schwestern Vianne und Isabelle. Als Viannes Ehemann Antoine für Frankreich in den Krieg ziehen muss und Isabelle sich einer Widerstandsbewegung anschließt, beginnt für die beiden der härteste Kampf ihres Lebens: die eine kämpft darum, ihre Familie am Leben zu halten, die andere, ihr Land von den Nazis zu befreien. Eine Geschichte um zwei Frauen, die in der düstersten Epoche Europas beide auf ihre eigene Art Stärke zeigen müssen, die sie sich wohl in den wildesten Träumen nicht zugetraut hätten.

Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Vianne, um die 30, verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter und Isabelle, 19 Jahre alt und so temperamentvoll, dass sie seit Jahren von Klosterschule zu Klosterschule weitergereicht wird. Das sind die beiden Frauen aus „Die Nachtigall“, um die sich die Geschichte dreht.

Vianne ist „die Vernünftige“ von den beiden, sehr bedacht und zurückhaltend und lebt mit ihrem Ehemann Antoine auf dem Land. Sie ist vollkommen zufrieden mit ihrer Rolle als geliebte Ehefrau und Mutter, ihre Tochter Sophie ist ihr ganzer Stolz.  Das ruhige Leben von Vianne ändert sich allerdings schlagartig, als ihr Ehemann einberufen wird und in den Krieg ziehen muss. Vom einen Moment auf den anderen muss sie alleine für ihre kleine Tochter Sophie und sich selbst sorgen und zusehen, dass sie beide überleben.

Viannes kleine Schwester Isabelle ist viel lebhafter, aber auch leichtsinnig – sie ist noch sehr jung, fühlt sich von ihrer Familie nicht verstanden und hat den Großteil ihrer Kindheit in Internaten verbracht, weit weg von ihrem Vater und ihrer Schwester. Als die Nazis Paris besetzen, muss sie  aus der Stadt fliehen – und trifft dabei auf eine Widerstandsgruppe. Isabelle schließt sich ihnen an und versucht nun gemeinsam mit anderen Widerstandskämpfern, das Naziregime zu Fall zu bringen.

Bei vernünftig und temperamentvoll bleibt es aber nicht lange

Ich glaub, man sieht allein anhand dieser kurzen Beschreibungen schon, dass der Weg, den Vianne und Isabelle vor sich haben, kein einfacher wird. Und das ist er auch nicht, vermutlich alles andere, aber nicht einfach. Und durch den Schreibstil von Kristin Hannah bekommt man das auch hautnah mit. Sie hat eine ganz besondere Art, die Dinge zu beschreiben – bildlich, aber nicht kitschig, bewegend, aber nicht zu schockierend. Auf jeden Fall so, dass sich die Geschehnisse im Buch direkt wie ein Film im Kopf des Lesers abspielen und einen danach nicht mehr loslassen.

Es tut sich nämlich wirklich einiges in diesem Roman. Was  als Geschichte beginnt, bei der man hofft, dass Vianne ihren Ehemann zurückbekommt und Isabelle sich bei ihren kindischen Versuchen, die Welt zu retten, nicht selbst umbringt, entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Die Handlung zieht sich von 1940 an über die gesamte Dauer des zweiten Weltkriegs und damit kommt man an keiner der Gräueltaten der Nazis so wirklich vorbei – von der Besetzung Frankreichs über Ausgrenzung, Plünderungen und Judenverfolgungen bis hin zum Holocaust, im Laufe dieser Geschichte wird man mit allen diesen Verbrechen konfrontiert.

Charaktere verändern sich merklich

Aber natürlich macht man nicht nur als Leser all diese grausamen Ereignisse mit, auch die beiden Hauptcharaktere werden immer wieder mit ihnen konfrontiert. Und mit jedem neuen Hindernis verändern sich die beiden, sodass sie am Ende des Buchs ganz andere Menschen sind, als sie es zu Beginn waren. Gerade Isabelle, die am Anfang ja noch mehr trotziges Kind als sonstwas ist, merkt man das besonders stark. Aber auch Vianne verändert sich stark. Sie beide zeigen im Lauf der Geschichte sehr viel Stärke –  schade, dass es so schlimme Umstände sind, die diese Stärke hervorrufen. Andererseits, vielleicht ist es in Zeiten wie diesen, wo im Internet und in der Politik Hass und Vorurteile vorherrschen, vielleicht auch ganz gut, daran erinnert zu werden, wohin das alles führen könnte, wenn wir uns nicht bald mal endlich alle zusammenreißen und versuchen, miteinander auszukommen.

Durch den Stil von Kristin Hannah nehmen einen diese Ereignisse so richtig mit. Die Autorin schont ihre Leser nicht, versteckt nichts, scheut nicht davor, auch beliebten Charakteren etwas schlechtes widerfahren zu lassen – manchmal scheint es fast, als würde sie sich genau diese Charaktere extra dafür aufsparen – und lässt einen als Leser hautnah daran teilhaben. Dieses Buch hat mich so oft bewegt, geschockt oder auch fast zu Tränen gerührt, ich hab irgendwann aufgehört, mitzuzählen. Ich bin echt niemand, den ein Buch so schnell emotional mitnimmt, aber das hier hat mich wirklich in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

Fazit: Ich bin beeindruckt.

Was soll ich da auch noch viel mehr sagen, außer dass das ein außergewöhnliches Buch ist? Ich bin mit der Erwartung in dieses Buch gegangen, dass mich eine historische Geschichte ähnlich „Ein Bild von dir“ von Jojo Moyes erwarten würde. Und manchmal war es das auch, Fans von diesem Buch werden sicher auch mit „Die Nachtigall“ ihre Freude haben. Aber gleichzeitig ist es auch viel mehr als das – die dramatische Geschichte von zwei starken Frauen, die sich im zweiten Weltkrieg sicher so oder so ähnlich abgespielt haben könnte, bewegend, schockierend, realistisch, emotional. Kurzum ein großartiges Buch das sich seine fünf Sterne auf ganzer Linie verdient hat.

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Tags: aufbauverlag, die nachtigall, drama, familie, flucht, fünf sterne, hoffnung, roman, schwester, zweiter weltkrieg   (10)
 

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2.242 Bibliotheken, 33 Leser, 5 Gruppen, 309 Rezensionen

dystopie, fantasy, amy ewing, liebe, das juwel

Das Juwel - Die Gabe

Amy Ewing ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.08.2015
ISBN 9783841421043
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach langem Überlegen hab ich mit Amy Ewings viel-gehypter „Das Juwel“-Reihe begonnen. Versprochen wurde mir eine Mischung aus „Selection“, „Die Auswahl“ und „Die Bestimmung“. Geblieben ist  ein eher schwacher erster Eindruck.

Violet hat eine Gabe. Sie kann allein durch ihren Willen Gegenstände verändern und sie zu dem werden lassen, das sie will. Diese Gabe ist aber genauso wertvoll wie gefährlich. Wertvoll, weil es ihre Rettung aus der Armut ist. Violet wird nämlich an ein reiches Adelshaus aus der Stadt verkauft, um Leihmutter für eine Herzogin zu sein und mithilfe ihrer Fähigkeiten ein Kind haargenau nach den Vorstellungen der Gräfin zu bekommen. Gefährlich, weil sie das Dasein als Leihmutter Teil der Machtspielchen und tödlichen Intrigen der Adeligen werden lässt. Und in dieser Situtation sollte man vor allem eines machen: niemandem trauen…und sich auf gar keinen Fall verlieben.

Was sich auf den ersten Blick nach einer ganz schön düsteren Handlung anhört, ist auch genau das. Ich hatte mir das ehrlich gesagt nicht erwartet. Glückliche oder gar lustige Momente gibt es, wenn man sie überhaupt so nennen kann, nur ganz zu Anfang des Buchs. Danach geht es überraschend ernst und dunkel weiter.

Inmitten dieser düsteren Umgebung steht Protagonistin Violet Lasting, achtzehn Jahre alt und benannt nach ihren violetten Augen. An sich ein sehr nettes Mädchen, allerdings zeitweise auch sehr naiv und leichtgläubig. Aber gut, sie ist erst achtzehn und wurde die letzten Jahre in einer Art Heim für angehende Leihmütter aufgezogen.
Die violetten Augen sind allerdings nicht das einzige, was sie von den anderen abhebt. Die besonderen Fähigkeiten, die die Leihmütter üblicherweise mit sich bringen, sind bei ihr nämlich besonders stark ausgeprägt.

Grausamste Bösewichtin seit langem

Das ist auch der Grund warum die Antagonistin, die Herzogin vom See, auf sie aufmerksam geworden ist. Die Herzogin kauft Violet auf der alljährlichen Leihmütter-Auktion (allein die Vorstellung, dass da junge Mädchen verkauft werden, war schon ziemlich befremdlich, aber das war noch gar nichts) und erwartet von ihr, dass sie eine Braut für den Thronfolger zur Welt bringt (die Herzogin schürt nämlich noch alten Hass gegen den herrschenden Fürsten und seine Frau und will ihnen so eins auswischen). Dass der Wunsch der Herzogin mit immensen Qualen und grausamen Schmerzen für Violet verbunden ist, ist ihr vollkommen egal. Wie alles eigentlich, was nicht mit ihren persönlichen Wünschen zusammenpasst.

Zum Beispiel das Schicksal ihrer Nichte Carnelian. Die wächst im Haus der Herzogin auf, seit ihre Eltern gestorben sind und soll möglichst bald verheiratet werden. Weil das aufgrund Carnelians mäßig sympathischen Wesens ziemlich schwierig ist, stellt ihr die Herzogin einen sogenannten „companion“, also quasi einen männlichen Escort, an die Seite – Ash. Und, trommelwirbel, hier haben wir schon Violets große Liebe, die sie eigentlich niemals hätte haben dürfen.

Die heimliche Beziehung von Ash und Violet ist also der Mittelpunkt einer Geschichte, die nie so richtig in Fahrt kommen will. Der Anfang, bis Violet überhaupt auf Ash trifft und ungefähr klar wird, wo die literarische Reise hingeht, ist sehr langatmig. Was einen bei der Stange hält, ist defintiv nicht die Spannung der Handlung, sondern eher die Hoffnung, dass Violet möglichst bald den Fängen der Herzogin und deren Arztes entfliehen kann. Was sich die beiden auf dem Weg zum perfekten Baby erlauben, ist nämlich  wirklich richtig grausam und menschenunwürdig. Dabei ist die Herzogin vom See noch nicht mal die Schlimmste in dem perfiden Wettstreit, wessen Leihmutter zuerst eine Braut für den selbst erst wenige Monate alten Thronfolger zur Welt bringen wird. Die anderen Adelshäuser sind teilweise noch viel, viel schlimmer.

Richtig mitreißend wird die Geschichte erst gegen Ende, als es zum Unvermeidlichen plot twist kommt und die heimliche Beziehung von Ash und Violet auffliegt. Mit allen Konsequenzen, inklusive einer Flucht, die einer Nacht-und-Nebel-Aktion gleicht und Hilfe von ungeahnter Seite.

Ein Sturkopf, der sich selbst im Weg steht

Diese Flucht führt dann zu einem – im Vergleich zum Rest der Handlung – ziemlich rasanten Schluss, bei dem ich mich stellenweise sehr über Violt geärgert hat. Ihr Sinn für die Nächstenliebe in allen Ehren – aber je länger die Geschichte dauert umso öfter und sturer will Violet ihren Kopf durchsetzen. Und das ging nicht nur mir auf die Nerven, sondern war auch ganz schön hinderlich für ihre Flucht. Da kann man nur froh sein, dass sie andere Leute hatte, die ihr bei der Flucht aus dem Haus der Herzogin helfen, denn alleine hätte sie sich durch ihren Sturkopf wohl noch selbst verraten.

Das Ende von „Das Juwel“ ist dann ziemlich abrupt und abgehackt, ich hab gar nicht gerechnet, dass es an diesem Punkt schon vorbei sein würde. Durch die düstere Spannung, die über der Handlung schwebt, bekommt man gar nicht mit, dass sich das Buch dem Ende zuneigt. Ist aber vermutlich auch gut so, schließlich ist das erst der erste Teil einer dreiteiligen Serie.

Alles in allem waren die knapp 600 Seiten, die das Buch im tolino-Format lang war, flüssig und einfach zu lesen. Die Handlung war auch halbwegs spannend und obwohl mir die Protagonistin manchmal auf die Nerven gegangen ist und mich die Grausamkeit der Herzogin und ihres Arztes immer wieder schockiert hat, hab ich mich gut unterhalten gefühlt. Mehr als drei Sterne waren aber nicht drin. Auch, wenn ich mir nach dem ziemlich gemeinen Cliffhanger am Ende direkt den zweiten Teil bestellt hab.


Alle meine Rezensionen plus noch weitere Beiträge rund ums Buch findet ihr auf meinem Blog :)

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Tags: amy ewing, das juwel, die gabe, fantasy   (4)
 

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8.222 Bibliotheken, 68 Leser, 37 Gruppen, 489 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In Teil 2 der Edelstein-Trilogie geht die Geschichte um Gwendolyn, Gideon und die mysteriöse Loge des Grafen von Saint-Germain in die nächste Runde. Super zu lesen, und was spannungsmäßig fehlt, macht der Humor wieder wett.

Vor rund einer Woche war das Leben der Gwendolyn Shepherd noch in Ordnung und sie selbst eine ganz normale Sechzehnjährige. Doch dann hat sie herausgefunden, dass sie ein seltenes Gen geerbt hat und durch die Zeit reisen kann – und muss seither für die Loge eines längst toten Grafen“ an einer total geheimen Mission arbeiten. Und das obwohl sie nicht einmal weiß, warum sie das machen muss – die Loge traut ihr nämlich nicht und verdächtigt sie, mit Lucy und Paul zusammenzuarbeiten. Noch dazu halten sie alle für zu dumm, um die Mission abzuschließen und ihre Cousine Charlotte soll ihr die Etikette des 18. Jahrhunderts beibringen. Gut, dass sie Gideon hat – doch dann fängt der auch noch an, sich total komisch ihr gegenüber zu verhalten. 

„Saphirblau“ schließt inhaltlich genau dort an, wo „Rubinrot“ aufgehört hat. Und zwar wirklich genau in dem Moment. Das erinnert einen als Leser direkt daran, dass trotz der vielen Geschehnisse im ersten Teil eigentlich erst ein paar Tage in Gwendolyns Welt vergangen sind. Wenn auch ein paar sehr ereignisreiche. Wer sich nicht mehr so gut an die Geschehnisse im ersten Teil erinnert, der wird mit kurzen, unaufdringlichen Erklärungen die schön in die neue Handlung eingebaut sind, daran erinnert.

Ein frecher, neuer Begleiter für Gwendolyn

Die handelnden Personen sind im Großen und Ganzen dieselben geblieben. Bis auf einen neuen Hauptdarsteller – den sprechenden Wasserspeicher Xemerius. Der taucht ziemlich zu Anfang von Band 2 auf und wenn man sich zunächst noch fragt, wozu dieser sprechende Hausdrache nun eigentlich gut ist, erfährt man es relativ bald. Das praktische an Xemerius: er  ist ein Experte, was die früheren Jahrhunderte angeht und daher ein prima Einflüsterer, wenn Gwen in ihren Etikette-Stunden mal nicht weiter weiß (Stichwort „Retikül“). Abgsehen davon ist er aber sehr frech und vorlaut und mit seinen witzigen, manchmal ganz schön fiesen Kommentaren der heimliche Star des zweiten Bands.

Was den Inhalt ansonsten betrifft: der zweite Teil ist wirklich viel mehr lustig als spannend. Natürlich geht das Mysterium um die Loge, den gestohlenen Chronografen und den Kreis der Zwölf weiter, mein Highlight des zweiten Bandes waren aber definitiv die vielen, vielen lustigen Momente – seien es jetzt Gwendolyns übliche Peinlichkeiten, Madame Rossinis Äußerungen zu „Schwanen’älschen“  und dem „ungezogenen filou“ oder Xemerius‘ Gemeinheiten. Ich hab echt ganz schön viel gelacht, während ich das Buch gelesen hab.

Etwas unübersichtlicher als Teil 1

Die Kapitel beginnen auch in „Saphirblau“ oft mit einem Auszug aus den Geheimschriften der Loge, manchmal werden diese auch durch einen modernen Songtext oder einen Auszug aus einem Gedicht ersetzt. Die Geheimschriften der Loge haben mir im ersten Teil sehr geholfen, mich in dieser doch sehr komplexen Welt rund um den Chronografen zurechtzufinden. Im zweiten Teil hab ich das etwas vermisst, gerade wenn die Rede von Sachen war, die die Charaktere „auf zukünftigen Sprüngen in die Vergangenheit gemacht haben würden“ bin ich oft ausgestiegen. Ich weiß nicht, ob es Absicht ist und dieses ganze Mysterium am Ende des dritten Bands vielleicht eh aufgeklärt wird – aber ich blicke mit den Gegebenheiten, die durch zukünftige Entscheidungen in der Vergangenheit beeinflusst werden (allein schon dieser Halbsatz verwirrt mich ), überhaupt nicht durch.

Fazit: Trotz Abzügen immer noch ziemlich cool

Kerstin Gier schließt mit „Saphirblau“ sowohl inhaltlich als auch lesenswert-mäßig * an Teil 1 an. Man ist sofort wieder in der Geschichte drin und es geht fließend weiter. Wie ich schon in meiner Rezension zum ersten Teil erwähnt habe, fehlts mir immer noch ein bisschen an Spannung, aber das wird durch die vielen, vielen lustigen Momente wieder ausgeglichen. Alles in allem eine solide Fortsetzung, ich bin jetzt echt schon gespannt, wie die Geschichte ausgeht.

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Tags: edelsteintrilogie, fantasy, gideon de villiers, gwendolyn shepherd, kerstin gier, rubinrot, saphirblau, smaragdgrün, vier sterne, zeitreise   (10)
 

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7.838 Bibliotheken, 80 Leser, 30 Gruppen, 460 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, fantasy, london

Smaragdgrün

Kerstin Gier
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.12.2010
ISBN 9783401063485
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Grande Finale der Edelstein-Trilogie – und zum Abschluss hat sich Kerstin Gier noch mal richtig ins Zeug gelegt.

Zwei Bücher lang haben wir Gwendolyn dabei begleitet, wie sie sich in der Welt der Zeitreisen zurechtfindet. Und mussten im zweiten Teil miterleben, wie ihr von Gideon das Herz gebrochen wurde.  In „Smaragdgrün“ muss nun damit klarkommen – und gleichzeitig zeigen, was sie in der kurzen Zeit als Zeitreisende gelernt hat. Denn der Blutkreis steht kurz davor, geschlossen zu werden und das große Geheimnis des Chronografen zu lüften. Für Gideon und Gwen beginnt dadurch eine packende Flucht durch, aber vor allem auch gegen die Zeit.

Nach Gideons Geständnis am Ende von „Saphirblau“ gibt es am Anfang von „Smaragdgrün“ vor allem eines: eine verletzte, traurige und stinksauere Gwendolyn, die sich jetzt erstmal alleine auf die Suche nach der Lösung des Geheimnisses der Loge macht. Und dabei hat sie einen ganz besonderen Helfer: ihren Großvater Lucas.

Damit sind wir auch schon bei einem meiner persönlichen Highlights dieses Buchs – der junge Lucas Montrose und seine Reaktion, als er auf einem von Gwendolyns Zeitsprüngen zum ersten Mal auf seine Enkelin trifft. Gwens Großvater war in den ersten beiden Bänden immer nur so ein Schatten, eine vage Erinnerung – und jetzt in Teil 3 hat er seinen großen Auftritt. Er hilft Gwendolyn um einiges weiter und hat eine so liebe, charmante Art, dass man ihn einfach gernhaben muss.

Ein Charakter, den ich im zweiten Teil schon sehr gerne mochte, ist Xemerius, Gwens persönlicher Hausdrache. Wie auch schon im Vorgängerband taucht er in den unpassendsten Situationen auf, lässt die unpassendsten Kommentare vom Stapel – erweist sich aber manchmal auch sehr hilfreich. Und ist wie immer unheimlich witzig – vor allem in der Kombination mit James Pimplebottom, dem Hausgeist von Saint Lennox. Herrlich.

Man kann dem Ganzen endlich mal folgen

Was mich irrsinnig gefreut hat, war, dass im Gegensatz zu „Rubinrot“ und „Saphirblau“ die ganze Zeitreise-Geschichte endlich mal ein bisschen verständlicher ist. Mich hat das immer so verwirrt wenn die Rede von zukünftigen Zeitsprüngen in die Vergangenheit war, die die Gegenwart beeinflussen. Arrrghhh. In „Smaragdgrün“ kommen endlich mal ein paar praktische Beispiele dieser Zeitsprünge vor, sodass man endlich mal versteht, was da eigentlich gemeint ist. Und auch sonst ist die Handlung größtenteils sehr verständlich. Ein paar Stellen gab’s zwar immer noch, an denen ich mich überhaupt nicht ausgekannt habe, aber mit ein bisschen Nachdenken ging’s dann auch.

Ein weiterer Pluspunkt: die „Mission“ der Loge und die Zeitreisen sind jetzt endlich mal in einen logischen Kontext gebracht und es scheint ein roter Faden durch. Dieser rote Faden führt dann auch zu dem, was ich die letzten zwei Bände immer bemängelt habe: Auf den letzten Metern schafft es Kerstin Gier endlich, ein bisschen mehr Spannung in die Handlung zu bringen. „Smaragdgrün“ ist definitv der spannendste Teil von allen und es hat richtig Spaß gemacht, als sich die ganzen Geheimniskrämereien Schritt für Schritt aufgelöst haben. Denn das kann ich schon einmal verraten – die Fragen, die sich in den ersten beiden Teilen stellen, werden eine nach der anderen beantwortet.

Am Ende schwächelt’s dann doch ein bisschen

Leider, und ich find das  wirklich sehr schade, gibts bei „Smaragdgrün“ dann doch einen Kritikpunkt: das Ende. Es lösen sich all die Mysterien auf und als Leser hat man zwar endlich einmal das Gefühl, einen Überblick darüber zu haben, wer denn nun wo wie drinhängt. Mir fehlt nach der großen Auflösung dann aber noch dieser „und dann…“-Teil. Es kommt nämlich überhaupt nicht vor, wie es nach dem Ende der Mission weitergegangen ist, das hätte mich echt interessiert. Und nennt mich kitschig, aber was mir auch gefehlt hat war das runde, abschließende Happy End für Gideon und Gwen. Die beiden erreichen ihr Ziel – und das wars. Auch wenns am Schluss nochmal richtig rund geht und ein bisschen Action reinkommt – ich hätte wirklich noch gerne gewusst, wie es für die beiden weitergegangen ist.

Fazit: Das beste kommt zum Schluss

Ich hab dieses Mal wieder einmal die Filme gesehen bevor ich die Bücher gelesen hab und war, bevor ich „Rubinrot“ gelesen hab, vor allem eins: neugierig. Es hat mich hauptsächlich interessiert, wie die Unterschiede sind, da ich ja meinte, die Geschichte zu kennen. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass einen die Bücher so mitreißen. Kerstin Gier hat einen tollen Schreibstil, fließend, packend, witzig, der die Bücher richtig toll zu lesen macht. Und wo die ersten beiden Teile ein bisschen geschwächelt haben, hat sie der dritte Band nochmal rausgerissen: er hat die Geschichte toll aufgelöst, war spannend, war stellenweise richtig lustig und hat mich immer wieder überrascht. Definitiv ein würdiger Abschluss und summa summarum eines der coolsten Fantasy-Abenteuer auf das ich mich in letzter Zeit begeben durfte. Die Geschichte von Gideon und Gwen hat mich jetzt eine Woche lang begleitet und ich hab jede einzelne Seite gerne gelesen.

Neugierig geworden, wie die ersten zwei Teile so sind? Zu meiner Rezension zu „Rubinrot“ geht’s hier und meinen Senf zu Saphirblau findet ihr hier.

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Tags: abenteuer, edelsteintrilogie, fantasy, geschichte, historisch, kerstin gier, liebesgeschichte, rezension, rubinrot, saphirblau, smaradgrün, überraschend, zeitreisen   (13)
 

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9.186 Bibliotheken, 41 Leser, 8 Gruppen, 214 Rezensionen

liebe, zeitreise, fantasy, zeitreisen, kerstin gier

Rubinrot

Kerstin Gier
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2014
ISBN 9783401506005
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die letzten sechzehn Jahre hat Gwendolyn vor allem eins gemacht: im Schatten ihrer Cousine Charlotte gelebt. Denn die soll ein seltenes Gen geerbt haben, mit dem sie durch die Zeit reisen kann und wird vom Großteil der Familie wie der allergrößte Schatz behandelt. Bis Gwendolyn sich von jetzt auf gleich im London des vorigen Jahrhunderts wiederfindet und so ungewollt herausfindet, dass sie diejenige ist, die das größte Geheimnis ihrer Familie geerbt hat. Ein kleiner, wenn auch sehr müßiger Pluspunkt: Gwen ist nicht die einzige, die durch die Zeit reisen kann, denn da gibt es noch Gideon, der aber leider ebenso arrogant ist wie er gut aussieht.

Eine erfrischend normale Protagonistin und coole Nebencharaktere

Schande über mein Haupt, aber so richtig aufmerksam auf die Bücher bin ich erst durch die Filme geworden. Sowohl die Filme als auch die Bücher sind aber wieder mal eine sehr willkommene Abwechslung zu den eher düsteren Fantasy-Büchern, die ich sonst so lese.

Protagonistin und Erzählerin der Geschichte ist die 16-jährige Gwendolyn Shepherd, britische High School-Schülerin und genau das Gegenteil von dem, was sich ihre Großmutter unter einer „jungen Dame“ vorstellt. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Grace und ihren Geschwistern Nick und Caroline im Haus ihrer Großmutter Lady Arista im noblen London Mayfair. Gwen ist ziemlich chaotisch, extrem tollpatschig und eigentlich total durchschnittlich – und das macht sie sehr sympathisch.

Männlicher Protagonist und zweiter Held der Geschichte ist Gideon de Villiers, fast 19 Jahre alt und genauso arrogant und schnöselig wie der Name vermuten lässt. Gideon springt schon seit zwei Jahren munter durch die Zeit, erfüllt die Aufgaben, die ihm von dem Geheimbund, der die Zeitsprünge kontrolliert, gestellt werden und ist natürlich überhaupt nicht begeistert dass statt der eloquenten, eleganten Charlotte nun die chaotische Gwendolyn seine Zeitreise-Partnerin sein soll.

Eine gute Geschichte lebt auch von ihren Nebencharakteren und da ist „Rubinrot“ keine Ausnahme. Ob es jetzt Gwens Tante Maddy mit ihren Visionen ist, der liebenswerte Mr George der Gwen und Gideon immer wieder aus der Patsche hilft oder die verrückte Schneiderin Madame Rossini. Diese drei Nebencharaktere sind echt ein Highlight für sich und von Anfang an total sympathisch.

Ein weiterer wichtiger Player in der Geschichte ist die sogenannte „Loge des Grafen von Saint-Germain“, ein uralter Geheimbund, der mit dem sogenannten „Chronografen“ die Zeitreisen von Gideon und Gwendolyn als einziger steuern kann.

Mittelspannende Reise durch die Zeiten

Dass die Charaktere so toll sind, ist für „Rubinrot“ ganz praktisch, denn sie wiegen das auf, was der Geschichte ein bisschen fehlt. Es ist zwar eine sehr geheimnisvolle, mysteriöse Geschichte, aber so richtig Spannung will im ersten Teil noch nicht aufkommen.

Dafür kann man der Handlung aber sehr schön folgen, ohne dass es zu viele Unklarheiten gibt. Kerstin Gier hat einen sehr angenehmen, nicht zu komplizierten Schreibstil, der die Geschichte schön dahinfließen lässt. Die Geschichte rund um die Zeitreisen, was dahinter steckt und wer überhaupt zeitreisen kann ist ziemlich kompliziert und Kerstin Gier hat das sehr gut gelöst. Am Anfang jedes Kapitels beantwortet sie mit einem Auszug aus den alten Schriften der Loge die Fragen, die sich dem Leser halt so stellen, wenn die Leute plötzlich durch die Zeit reisen können.

So muss sie einerseits nicht zu weit ausholen, lässt den Leser auf der anderen Seite aber nicht im Dunkeln und das ist echt cool. So bleibt die Handlung bis zu einem gewissen Grad auch logisch.

Fazit: Da geht noch was

Eine originelle Handlung, coole, authentische Charaktere, eine süße Liebesgeschichte  und der historische Hintergrund- „Rubinrot“ hat schon einiges an Pluspunkten bei mir gesammelt und einen guten Eindruck hinterlassen. Im Vergleich zu den eher düsteren Fantasygeschichten, die ich normalerweise so lese, ist die Edelsteintrilogie eine willkommene Abwechslung und hat mit „Rubinrot“ schon mal einen soliden Einstieg hingelegt, der neugierig auf die anderen beiden Teile macht. Faktum trotz allem: Da ist noch ein bisschen Luft nach oben.

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fantasy, gläsernes schwert, dystopie, victoria aveyard, mare

Gläsernes Schwert

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.07.2016
ISBN 9783551583277
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was. für. ein. Buch.

Das war mir grad ein Bedürfnis, das auszudrücken. Weil der zweite Teil einfach so wahnsinnig gut ist.

So, nachdem das gesagt ist, zurück zu dem, warum ich diesen Blogpost eigentlich angefangen hab: eine Rezension zu Teil 2 aus der „Die Farben des Blutes“-Reihe von Victoria Aveyard.

Die Handlung: Es geht direkt weiter

Wenn wir uns kurz zurückerinnern , überraschte der erste Teil, „Die rote Königin“ vor allem mit einem: dem fettesten, unvorhersehbarsten Plot-Twist, der mir in den letzten Jahren untergekommen ist. Ein Plot-Twist, der in ein richtig spannendes, packendes Finale übergeleitet hat. Und nach dem Finale gab es so ein richtig hübsch offenes Ende. Der zweite Teil setzt direkt nach diesem offenen Ende fort:

Cal und Mare sind zur Scharlachroten Garde geflüchtet und finden sich nun auf einem Stützpunkt dieser außerhalb der Reichweite des grausamen neuen Königs wieder. Doch Mare plant nicht, sich dort lange aufzuhalten, im Gegenteil: Noch im ersten Teil hat Mare von ihrem Lehrer Julian erfahren, dass sie nicht die einzige Rote mit silbernen Fähigkeiten ist, es gibt viele Leute, die auch so sind wie sie. Mare will diese Menschen nun aufspüren, sie trainieren und mit ihrer Hilfe das Königshaus und insbesondere Maven zu Fall bringen. Das Problem dabei: Maven weiß auch, dass es diese Menschen gibt. Und da da sie für ihn eine Bedrohung darstellen, tötet er sie. Es beginnt ein krankes Katz-und-Maus-Spiel, auf dem sich die Wege von Maven und Mare immer wieder kreuzen.

Die Unterschiede: Eine neue Seite von Norta

Der erste Teil hat sich hauptsächlich in der Welt der Silbernen abgespielt, im zweiten Teil steht nun viel mehr die Scharlachrote Garde im Vordergrund. Man bekommt einen genaueren Einblick in die Strukturen der Garde und es ist echt überraschend, wie groß diese Organisastion eigentlich ist. Im Lauf der Handlung entfaltet sich erst, wie viel Einfluss die Garde eigentlich hat und dass sie etwas ganz anderes ist, wie man sich nach dem ersten Teil vielleicht denkt. Wie Mares Bruder Shade so schön sagte: „Wir wirken schwach, weil wir es so wollen.“

Wie der erste Teil war auch Buch Nr. 2 wahnsinnig spannend. Einerseits natürlich, weil wir mit Mares Suche nach den sogenannten „Neublütern“, also Leute, die so sind wie Mare, auf neues Terrain begeben. Andererseits, und das war der weit ausschlaggebendere Faktor, weil diese Suche immer ein Wettrennen gegen die Zeit und ein Wettrennen gegen Maven ist. Egal, wie viele Neublüter Mare findet – der König scheint ihr dauernd im Nacken zu sitzen und man hat die ganze Zeit über ein ungutes Gefühl weil man weiß, irgendwann wird er sie finden. Und jedes Mal wenn Mare und Maven aufeinandertreffen, lässt es einem mit einem noch viel schlimmeren Gefühl zurück. Es ist tatsächlich so, als würde das vielzitierte Damoklesschwert über Mare hängen – irgendwann wird es so weit sein, dass sie ihm nicht mehr entwischen kann.

Die Charaktere: Der Schatten der Flamme ist diesmal tatsächlich einer

Trotz allem ist Maven im zweiten Band eher eine Nebenfigur, wenn auch eine sehr präsente. Der Fokus liegt diesmal ganz klar mehr auf Cal. Man lernt den gefallenen Prinzen, der im ersten Teil ja nicht so richtig im Vordergrund stand, viel besser kennen. Es wird jetzt endültig klar, dass er wirklich ein feiner Kerl mit einem guten Herz ist. Ein gutes Herz, das nach den Geschehnissen in Teil 1 aber gebrochen ist – Cal hat schließlich alles verloren, was ihm je etwas bedeutet hat. Und das stellt Victoria Aveyard sehr gut dar, man fühlt mit ihm mit und er hat mir stellenweise richtig leid getan. Da war es dann schön, dass sich Mare und Cal offensichtlich so gern haben, sie geben sich gegenseitig viel Kraft. Außerdem rettet Cal mit seiner militärischen Ausbildung und dem Wissen eines Generals Mare und ihren Leuten des öfteren mal den Arsch, was auch ein sehr netter Nebeneffekt ist

Was Mare selbst betrifft…tja, im ersten Teil war sie die offensichtliche Spielfigur von Elara und der Scharlachroten Garde, die nicht wusste, wo sie hin und zu wem sie halten soll. Im zweiten Teil lernt man auch sie besser kennen und bekommt eine Entwicklung mit, die absolut nicht positiv ist. Mare frisst alles Schlechte, was in diesem Buch passiert, in sich hinein, verschließt sich nach außen hin und wirkt gegen Ende hin zunehmend kalt und grausam. Das hat mir echt Sorgen gemacht, sie hat sich von einem mitfühlenden Mädchen in Richtung eines gefühlskalten Roboters entwickelt und ich hab echt Angst, dass sich das nicht mehr rückgängig machen lässt. Wobei, wenn ich mir überlege, was am Ende von „Gläsernes Schwert“ passiert, ist ihre Charakterwandlung wahrscheinlich noch Mares geringstes Problem für die unmittelbare Zukunft.

Was das Ende an sich betrifft…wie zu erwarten, hat sich Victoria Aveyard wieder einen feinen, gemeinen Cliffhanger einfallen lassen, der den Leser einerseits total schockiert, andererseits aber auch wahnsinnig neugierig macht auf Teil 3 (der erscheint im Feber 2017 und wird in der englischen Originalfassung „King’s Cage“ heißen…sieht also nicht allzu gut aus für Mare). Am Ende wird wie schon in Teil 1 ein bisschen chaotisch, weil es eine große Schlacht gibt, bei der viele Leute beteiligt sind. Aber das liegt noch im Rahmen.

Das Fazit: Ein mehr als würdiger Nachfolger

Tja, wie ich schon ganz am Anfang erwähnt hab und spätestens nach dem Lesen dieser Rezension ziemlich klar sein dürfte: Mir hat „Gläsernes Schwert“ wahnsinnig gut gefallen. Es ist spannend, stellenweise sehr rasant, sorgt immer wieder für Überraschungen und die Charaktere entwickeln sich deutlich weiter – die einen positiv, die einen negativ. Das Ende des zweiten Teils lenkt die Handlung in eine ganz andere Richtung als erwartet und ich kann’s nicht erwarten zu lesen, wie es weitergeht. Absolut verdiente fünf Sterne.

  (4)
Tags: die farben des blutes, die rote königin, dystopie, freuu mich :d, gläsernes schwert, royals, victoria aveyard   (7)
 

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(136)

248 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

todesmarsch, stephen king, horror, thriller, tod

Todesmarsch

Stephen King , Nora Jensen
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.09.2013
ISBN 9783453436916
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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(400)

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liebe, hamburg, glück, sommer, petra hülsmann

Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

Rezension:

Isabelle hat es nicht leicht – ihre geliebte Daily Soap wurde
abgesetzt, dem Blumenladen, in dem sie seit 11 Jahren arbeitet, droht
die Insolvenz und zu allem Übel wird auch noch das Restaurant gegenüber,
in dem sie seit Jahren jeden Tag zum Mittagessen war, zugesperrt. Und
der neue Besitzer ist dann mal gar nicht so, wie Gewohnheitstier
Isabelle das gerne hätte – weder was sein Restaurant angeht, noch
persönlich.


Ich hab nach Ewigkeiten wieder einmal bei einer Leserunde mitgemacht
und hab prompt dieses Buch gewonnen. Obwohl ich mich total über und auf
das Buch gefreut hab, war ich am Anfang ein bisschen hin- und
hergerissen. Denn Petra Hülsmanns Debütroman „Hummeln im Herzen“ fand
ich zwar total super, ihr zweites Buch „Wenn Schmetterlinge Loopings
fliegen“ hat mir aber überhaupt nicht gefallen. Ich war unschlüssig –
was würde mich diesmal erwarten?


Rückblickend kann ich jetzt sagen, weitgehend nur positives. Das Buch
dreht sich um die zu gleichen Teilen verrückte wie nervtötende
Isabelle, eine 27-jährige Hamburgerin, die seit elf Jahren im selben
Blumenladen arbeitet und seit vier Jahren im selben Restaurant ihre
Mittagspause macht. Nun hat dieses Restaurant aber den Besitzer
gewechselt und statt eines Asia-Ladens mit ihrer geliebten
Vietnamesischen Nudelsuppe ist gegenüber Isabelles Arbeitsplatz nun das
Szenelokal „Thiels“ des gleichnamigen Jens Thiel. Damit hätten wir auch
schon Isabelles love interest abgeklärt, denn es ist ziemlich von Anfang
an klar, dass der wirklich sehr liebe, aber auch zynische Jens der „Mr.
Right“ ist, den es in so schönen Sommmerromanen immer gibt. Sein quasi
„Gegenspieler“, obwohl sich die zwei nie begegnen, ist der charmante
Insolvenzanwalt Alexander, der dem Laden von Isabelles Chefin Brigitte
aus der Patsche helfen soll. Komplettiert werden die Hauptcharatkere
dann noch von Jens‘ kleiner Schwester Merle, die der Grund dafür ist,
dass sich Isabelle und Jens überhaupt näher kennenlernen.


Charmante Charaktere, die die Handlung tragen


So chaotisch und verrückt es manchmal in der Geschichte zugeht, der
wichtigste Aspekt ist ganz offensichtlich, dass sich Isabelle und Jens
über den Lauf der Handlung immer näher kommen und von Fremden zu
Freunden zu mehr werden. Es ist total schön zu lesen, wie die beiden
sich erst anfreunden, dann so richtig dicke Freunde werden und sich im
Endeffekt klar werden, dass sie jeweils in den anderen verliebt sind –
aber größtenteils ohne peinliche Momente oder große Streitereien. Es ist
einfach wie eine logische Folge, dass diese beiden am Ende
zusammenpassen. Petra Hülsman hat es geschafft, eine richtig gute Chemie
zwischen ihren beiden Hauptcharakteren entstehen zu lassen. Die beiden
passen echt gut zusammen.


Aber auch abgesehen von diesem Punkt wird es einem beim Lesen nicht
langweilig. Eine große Bereicherung für die Geschichte ist Jens
Schwester Merle, die mit ihrer lieben, manchmal auch ein bisschen übers
Ziel hinaus schießenden Art den Leser sofort in ihren Bann zieht. Auch
die Geschwistermomente zwischen Jens und Merle sind sehr schön
beschrieben und immer wieder fein zu lesen.


Vom Erzähltempo ist die Geschichte gerade richtig, es sind zwar 400
Seiten und damit ein etwas längeres Buch, aber es kommt einem an keinem
Punkt der Handlung zu lang oder langweilig vor. Was ich mir am Schluss
noch gewünscht hätte, wäre ein nicht ganz so abruptes Ende nachdem Isa
und Jens endlich zusammenfinden. Es bleiben dann doch noch ein paar
Fragen offen, deren Beantwortung ich mir noch gewünscht hätte. Sehr cool
war aber das Rezezpt für das „Schokomalheur“, das in der Geschichte ja
eine sehr tragende Rolle einnimmt.


Einen kleinen Minuspunkt hab ich dann aber doch: Isabelles naive und
gleichzeitig sture Art ist mir stellenweise sehr auf die Nerven
gegangen. Dass sie ihre Gewohnheiten anfangs immer um jeden Preis
durchsetzen will, einfach, weil es immer schon so war, ist ziemlich
lästig. Aber das gibt sich mit der Zeit gottseidank. Generell lässt sich
bei Isabelle sehr schön beobachten, wie sich ein Charakter verändern
kann  – gegen Ende ist sie dann doch ein etwas andere Mensch als zu
Beginn und es macht echt Spaß, sie auf dieser Veränderung zu begleiten.


Ach, und noch kleiner Spoiler für diejenigen, die die beiden
Vorgängerbücher auch schon gelesen haben: Taxifahrer Knut ist wieder
zurück und diesmal bekommt er endlich die häufigeren Auftritte in der
Handlung, die er verdient hat


Fazit


Wenn ein Buch „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ heißt, wird man
sich wohl keine hochgradig spannende oder wahnsinnig verschachtelte,
überraschende Handlung erwarten. Das war aber glaub ich auch gar nicht
der Anspruch. Petra Hülsmann ist mit dem Buch eine leichte, witzige und
sehr charmante Sommer-Geschichte gelungen, die für ein paar schöne
Nachmittage in der Sonne wie gemacht ist. Und falls das aus dieser
Rezension noch nicht klar ist: das ist eine klare Leseempfehlung

  (20)
Tags: leserunde, paperback, petra hülsmann, romantik, taschenbuc, taschenbuch   (6)
 

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(95)

163 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

dystopie, die auslese, joelle charbonneau, trilogie, auslese

Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint

Joelle Charbonneau
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Penhaligon Verlag, 24.05.2016
ISBN 9783641158972
Genre: Fantasy

Rezension:

Als „packendes Finale“ der Auslese-Trilogie wird Buch Nr. 3 der Reihe im Klappentext angekündigt. Im Endeffekt war es dann vieles, aber sicherlich nicht packend. 

Dieses Buch ist Teil meiner „To-Read-Liste“ für den Sommer. Wenn ihr wissen wollt, was ich in den nächsten Wochen sonst noch unbedingt lesen möchte, schaut mal hier vorbei. 

Was war das doch für ein spannender Cliffhanger am Ende des 2. Teils der „Auslese“. Cia war drauf und dran, einen Weg zu finden, die grausame Auslese zu beenden, war langsam draufgekommen, wer für welche Seite arbeitete und ganz zum Schluss hatte sie auch noch herausgefunden, dass ihr Bruder mit den Rebellen zusammenarbeitete. Ganz schön viel Stoff, den man im dritten Teil mit einer spannenden Geschichte abhandeln konnte.

Die Autorin hat sich aber leider dazu entschieden, den dritten Teil zu einem totalen Politikum zu machen. Mehr als drei Viertel der Handlung verbringt Cia damit, herauszufinden, wer denn nun gut und böse ist und stellt die politischen Beziehungen zwischen diesen Seiten her. Was für dieses sehr intelligente Mädchen logisch erscheinen mag, war für mich als Leserin leider sehr schwer nachzuvollziehen. Ich bin einfach nicht mitgekommen mit Cias vielen Schlussfolgerungen und hab nur mit viel Nachdenken verstanden, was sie denn nun meint. Und so war es von Anfang an recht schwer, der Handlung zu folgen.

(Zu) viele neue Leute

Dazu kam dann am Anfang noch das Problem, dass im dritten Buch kaum ein Bezug zu den Vorgeschehnissen hergestellt wird. Ich hatte das zweite Buch vor ungefähr einem Jahr gelesen und die Geschehnisse dort nur noch vage im Kopf. Nun geht der dritte Band aber davon aus, dass man sich noch haargenau an alles aus dem zweiten Teil erinnern kann und es gibt kaum Passagen, in denen erklärt wird, was die Autorin vorauszusetzen scheint. Sehr schade, denn das trägt wieder dazu bei, dass das Interesse an der Geschichte ein wenig schwindet.

Und als wäre das nicht genug, wird man direkt am Anfang mit vielen, vielen Namen rund um Cia und Tomas konfrontiert. Kann sein, dass das nur daran liegt, dass ich den zweiten Teil vor so langer Zeit gelesen hab, aber von diesen vielen Charakteren, die am Anfang vorkommen, konnte ich mich nur an ein paar noch erinnern . Der Rest scheint neu zu sein oder in den Vorgängerbänden so wenig vorgekommen zu sein, dass ich mit den Namen überhaupt nichts verbunden hab. Und klar, wenn ich jetzt mit der Handlung schon kämpfe und dann auch noch haufenweise neue Charaktere dazukriege, bei denen nie auch nur erwähnt wird, wer sie überhaupt sind, wirds echt richtig schwierig, noch mit Interesse weiterzulesen. Mit der Zeit ist dann die Erinnerung an einige der Personen zurückgekommen, aber da war es dann schon so weit, dass ich mich durch dieses Buch durchbeißen musste, weils mich überhaupt nicht mehr gefreut hat, weiterzulesen.

Summa summarum eine Enttäuschung

Ich hatte mir von diesem Buch viel erwartet – eine spannende Fortführung der Geschichte, eine Auflösung der Konflikte aus dem zweiten Teil und vor allem einen schlüssigen, logischen Abschluss für die Reihe. Die letzteren zwei Punkte hab ich bekommen, die erste Erwartung wurde aber leider auf ganzer Linie entttäuscht. Wenn man nicht wenige Tage zuvor Band 1 und 2 der „Auslese“ gelesen hat, lässt einem Teil 3 viel zu oft im Dunkeln oder mit lauter Fragezeichen im Kopf, um noch wirklich spannend und interessant zu sein. Schade drum, wirklich.


  (18)
Tags: die auslese, dystopie, joelle charbonneau, kaum spannend, politisch, schwach, trilogie, ziemlich langweilig., zu viele neue leute, zwei sterne   (10)
 

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2.999 Bibliotheken, 74 Leser, 9 Gruppen, 371 Rezensionen

fantasy, dystopie, blut, rot, liebe

Die rote Königin

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.05.2015
ISBN 9783551583260
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich dachte, ich hätte mit dem letzten "Selection"-Band royale Buchcharaktere für eine Weile hinter mir gelassen - aber falsch gedacht. Mit "Die rote Königin" bin ich direkt ins nächste königliche Abenteuer gestolpert. Und das ist direkteines der vielversprechendsten, die ich je gelesen hab.

Eine Welt, in der die Bevölkerung durch Merkmale, die sie sich nicht ausgesucht haben, gespalten ist. Ein Volk, das gegen seine grausamen Herrscher rebelliert. Und nicht zuletzt eine toughe Heldin, die gar keine sein möchte. Wer durch diesen Blog oder mein Lovelybooks-Profil ungefähr weiß, was für eine Art von Büchern ich gerne mag, kann sich wohl schon denken: Es hat nicht lange gedauert, bis "Die rote Königin" vom thalia-Onlineshop auf meinen tolino gewandert ist.

Alles, was eine gute Dystopie haben muss

Aber ich erklär das mal genauer: In "Die rote Königin" ist die Weltbevölkerung in zwei Gruppen geteilt - die Roten und die Silbernen. Zu ihren Namen sind diese beiden Gruppen aufgrund der Farbe ihres Blutes gekommen, die Silbernen stellen dabei die Upper Class da, die Adligen und Reichen, für die die Roten arbeiten müssen. Noch dazu haben die Silbernen übernatürliche Kräfte, die es ihnen erlauben, etwa die Elemente zu kontrollieren oder die Handlungen von Menschen zu steuern (Die "Avatar"-Serie lässt grüßen).

Die Handlung spielt wie so oft dort, wo im Moment Nordamerika ist, allerdings in einer fernen, düsteren Zukunft. Und zwar im Königreich Norta, das seit vielen Jahren mit dem benachbarten Königreich der Lakelands im Krieg ist. Regiert wird Norta vom Könighaus Calore um das Königspaar Tiberias und Elara und deren Söhne Cal und Maven. Der Gegenspieler zur Regierung ist die sogenannte "Scharlachrote Garde" (was für eine saublöde Übersetzung), die - wie es sich für eine ordentliche Rebellion gehört - immer wieder durch Anschläge auf sich aufmerksam macht.

Weder der Scharlachroten Garde noch der Königsfamilie gehört zunächst die Protagonistin an - Mare Barrow ist eine Rote, noch dazu eine Diebin und wohnt mit ihrer Familie in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf unweit des Königspalastes. Die Zukunft, in die Mare am Anfang des Buchs blickt, ist keine gute: weil sie keine Arbeit und auch keine Lehrstelle findet, wird sie im Herbst in die Armee eingezogen und an die Front geschickt. Durch einen glücklichen Zufall bekommt sie dann aber doch eine Stelle als Dienstmädchen im Königspalast. Und durch einen noch viel größeren Zufall findet Mare vor hunderten von Zusehern heraus, dass sie eine Anomalie in der Gesellschaft darstellt: Sie ist eine Rote und hat trotzdem sehr mächtige Kräfte.

Das Königshaus kann diese Anomalie unmöglich als solche durchgehen lassen und verkauft Mare den anwesenden Adelshäusern als eine verschollen geglaubte, silberne Lady, die bald Prinz Maven heiraten soll. Um sicherzustellen, dass ihre Familie überlebt, muss Mare all das tun, was der König und die Königin ihr befehlen - am allerwichtigsten natürlich, die Fassade der silbernen Lady aufrecht erhalten. Und sie bemüht sich, vor allem, da ihr Verlobter Maven dann doch viel netter ist, als er es am Anfang war. Doch dann tun sich ungeahnte Kontakte zur Scharlachroten Garde auf, die das grausame Regime in Norta ernsthaft zum Wanken bringen könnten.

Steigert sich zum Ende hin

Der Konflikt zwischen den Silbernen und der Scharlachroten Garde ist einer der zentralen Handlungsstränge in diesem Buch. Er begleitet einem von Anfang an und wird durch die Entwicklung der von Mare immer wieder betont. Die Hauptperson Mare an sich ist an und für sich sehr nett, sie hat aber nichts, mit dem man sich so richtig identifizieren kann. Vielmehr erinnert sie den Leser immer wieder selbst daran, dass sie nur eine Schachfigur in einem großen Spiel ist, und von Spielern, die sie nicht kennt, beliebig hin und her geschoben werden kann. Das macht Victoria Aveyard sehr gut - sie lässt den Leser die ganze Zeit im Dunklen, was hier nun wirklich vor sich geht und löst das alles dann erst gegen Ende mit einem großen Knall der Extraklasse auf.

Bis dahin braucht man aber ein bisschen, um sich mit dem Buch anzufreunden. Ich hab vor "Die Rote Königin" bis auf "Harry Potter" so ziemlich alle wichtigen YA Fantasy-Reihen gelesen und am Anfang in diesem Buch unglaublich viele Parallelen zu anderen Reihen gefunden.Irgendwie war es klar, langsam ist der Pool an Dingen, die in einer Welt nach dem Untergang unserer Zivilisation passieren könnten, ja auch ausgeschöpft. Zu Beginn hat es mich dann aber doch ein bisschen genervt.

Gottseidank verflüchtigen sich diese offensichtlichen Gemeinsamkeiten mit anderen Büchern sehr schnell und man taucht in die äußerst düstere Welt am Hof ein. Und egal, was auf Seiten der Silbernen, der Roten oder der Scharlachroten Garde passiert - man fragt sich die ganze Zeit, wer nun hinter all dem steckt und vor allem, was der Plan ist, der hier offensichtlich läuft. Und genau das hält einen als Leser bei der Stange. Das Ende übertrifft dann nochmal alle Theorien, die man sich während des Lesens eventuell bereits zusammengesponnen haben könnte - diese Autorin weiß wirklich, wie man eine Geschichte mit Furore beendet.

Fazit: Ein äußerst vielversprechendes Debüt

Divergent, Selection, The Hunger Games, ...sie alle scheinen auf Victoria Aveyard ihren Einfluss gehabt zu haben, als sie dieses Buch geschrieben ist. Trotz einiger Parallelen hat sie es aber geschafft, eine neue, fesselnde Geschichte zu schaffen, die mit einer düsteren Handlung und immer wieder neuen Wendungen aufwarten kann. Wenn auch am Anfang etwas skeptisch, war ich gegen Ende hin immer begeisterter von dem Buch und kann es kaum erwarten, bis Anfang August die deutsche Übersetzung von Band 2 erscheint.

  (20)
Tags: die rote königin, dystopie, ebook, fantasy, royals, victoria aveyard   (6)
 

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135 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

dystopie, selection, eadlyn, liebe, maxon

The Crown

Kiera Cass
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollinsChildren'sBooks, 19.05.2016
ISBN 9780007580248
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

35 junge Männer hatte Eadlyn Schreave am Anfang ihrer Selection zur Auswahl, um sich unter ihnen einen Ehemann auszusuchen.Eadlyn war sich von Anfang an sicher, diese Entscheidung rein rational zu treffen - sie braucht keinen Partner, denn sie ist der mächtigste Mensch auf der Welt.Doch am Ende ist die ach so vernünftige Eadlyn auch nur ein junges Mädchen und als eine Entscheidung ihrerseits dringender als jemals zuvor nötig ist, merkt sie, dass sie diese doch nicht so rational treffen kann, wie sie sich das vorgestellt hat...

Meinung

Was haben wir alle auf dieses Buch gewartet. Und gleichzeitig auch
nicht, schließlich ist es ja das allerletzte, das im "Selection"-Kontext
erscheint. Schade, eigentlich. Vor allem, weil der Abschied von Eadlyn,
America, Maxon und allen anderen dann doch nicht so glatt verlaufen
ist, wie ich mir das gewünscht hätte.

Aber fangen wir mal mit den
trockenen Basics an: Wie wir es von Kiera Cass mittlerweile gewohnt
sind, setzt "The Crown" bzw. "Die Krone", wie es auf deutsch heißen
wird, genau dort auf wo "Die Kronprinzessin" aufgehört hat. Die Stimmung
zu Beginn des Buchs ist also eine relativ düstere, da niemand weiß ob
und wann America nach ihrem Herzinfarkt wieder aufwachen wird.

In
der Zwischenzeit läuft das Casting weiter. Eadlyn hat durch den Ausfall
ihrer Mutter mehr Verpflichtungen und reduziert daher die Anzahl der
Castingteilnehmer relativ bald auf die Elite. Sechs Kandidaten bleiben
im Palast und der Großteil der Handlung konzentriert sich dann auf
diese. Das fand ich ganz gut, weil ich bei so vielen Kandidaten eh
keinen Überlblick behalten konnte, wer dann wer war.

Mit nurmehr
sechs verbliebenen Kandidaten ging das dann etwas leichter, aber es
blieb dann sowieso nicht mehr viel Zeit, sich an sie zu gewöhnen - weil 
die Handlung in "The Crown" einfach irrsinnig schnell voranschreitet.
Und das meine ich diesmal nicht positiv. Die erste Hälfte des Buchs (das
englische ebook hat rund 200 Seiten) gehen noch, aber im zweiten Teil
überschlagen sich die Geschehnisse dermaßen dass man sich als Leser
ziemlich überfallen vorkommt. Man hat das Gefühl, als hätte Kiera Cass
in diese letzten 100 Seiten noch so viel Handlung wie möglich
reinquetschen wollen. Das kann gutgehen, wie man in den letzten paar
Bänden gesehen hat, die immer sehr spannend am Schluss waren - da es
sich bei diesem Teil aber um den allerletzten Band der Serie handelt,
funktioniert es absolut nicht. Es hätte dem Buch gutgetan, hätte man die
Handlung noch um 50, 60 Seiten weiterlaufen und dafür die beiden großen
Handlungsstränge und die zahlreichen Überraschungen gegen Ende in Ruhe
zu Ende führen können. So wirkt es leider sehr übereilt und hektisch.

Was
mich gefreut hat, war dass wir Eadlyn noch ein bisschen besser
kennenelernen. Vor allem bekommt man als Leser sehr gut mit, wie sie
sich im Lauf der Handlung immer weiter öffnet und ihr Charakter weicher
wird. Sie wirkt auch mit fortschreitender Handlung ein wenig erwachsener
und nicht mehr so eingebildet. Ihre toughe Art behält sie natürlich
trotzdem, aber sie wirkt durch ihre Entscheidungen im Buch viel, viel
sympathischer als am Ende von Band 4. Natürlich ist ihr Charakter
weiterhin kein Vergleich zu Maxons Güte oder Americas großem Herz, aber
es ist schon sehr viel einfacher, sie zu mögen :)

Das Ende der
Handlung an sich ist auch ein recht abruptes um ehrlich zu sein. Es gibt
in der englischen "Barns and Noble"-version zwar noch einen Epilog ,
der das ganze ein bisschen abrundet, aber ohne diesen Epilog lässt das
Ende dann doch etwas zu wünschen übrig.

Fazit

Alles in allem ist es ein schönes Ende, und ich hab mich auch drüber
gefreut, für wen sich Eadlyn am Ende entschieden hat. Wenn man "The
Crown" allerdings mit den vorherigen Teilen vergleicht, ist es leider
einer der schwächeren Teile. Dennoch kann ich ihn mit gutem Gefühl
weiterempfehlen - weils ein schöner Abschluss für eine großartige
fünfteilige Reihe ist.


  (15)
Tags: die krone, drei sterne, ebook, fantasy, kiera cass, prinzessinen, reihe, selectio, the crow   (9)
 

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(2.226)

3.554 Bibliotheken, 44 Leser, 7 Gruppen, 192 Rezensionen

dystopie, liebe, die bestimmung, jugendbuch, veronica roth

Die Bestimmung

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.09.2014
ISBN 9783570309360
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ferox, Ken, Altruan, Amite und Candor: Fünf Fraktionen sind es, zwischen denen sich die 16-jährige Tris entscheiden muss. Bisher hat sie als Altruan gelebt, weil sie in diese Fraktion hingeboren wurde, doch am Tag der Bestimmung muss sie eine Entscheidung treffen. Wenn sie ihre Wahl einmal getroffen hat, gibt es kein zurück - die Fraktion wird ihre neue Familie. Bei der Entscheidung helfen soll ihr der Eignungtest. Doch der Test zeigt bei Tris kein eindeutiges Ergebnis an - sie ist eine Unbestimmte. Eine Eigenschaft, die für sie äußerst gefährlich ist. Deshalb darf sie es auch niemandem verraten.

Eine Entscheidung muss Tris dennoch treffen - und sie wählt die Fraktion der Ferox, die Furchtlosen. Die Ferox sind in der Gesellschaft für den Schutz der Stadtgrenzen zuständig und werden dementsprechend militärisch ausgebildet. Verantwortlich für die Ausbildung der Initianten ist der zu gleichen Teilen geheimnisvolle wie furchteinflößende Four.

Four ist nur einer der vielen neuen Charaktere, mit denen wir es im ersten Band zu tun bekommen. Es gibt einen ganzen Haufen wichtiger handelnder Personen, unter denen man sich aber recht schnell zurechtfindet. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Form von Tris, weitere wichtige Charaktere sind natürlich Four und drei weitere Initianten der Ferox, die wie Tris die Fraktion gewechselt haben: Al, Will und Christina. Als Antagonisten dienen Peter, der von den Candor zu den Ferox gewechselt ist und den anderen Initianten das Leben schwer macht, und Eric, einer der skrupellosen Ferox-Anführer und Fours Vorgesetzter bei der Ausbildung der Neuzgänge. Die beiden bieten einem echt keine Gelegenheiten, auch nur auf die Idee zu kommen, sie zu mögen.

"Die Bestimmung" stützt sich auf zwei wichtige Handlungsstränge: einerseits die Ausbildung der Initianten zu vollwertigen Mitgliedern der Ferox, andererseits die Liebesgeschichte zwischen Tris und Four. Ich bin ja ein williges Opfer für Liebesgeschichten in actiongeladenen Geschichten und freu mich generell immer, wenn was in der Richtung vorkommt - aber Tris und Four sind schon was ganz besonderes. Ich habe selten Buch-Pärchen kennengelernt, die sich so gut ergänzen.
Die Charakere generell, aber im besonderen Tris und Four, sind sehr fein ausgearbeitet und kommen authentisch rüber. Und sie sind auch alle immer wieder für eine Überraschung gut - manche im positiven, manche im negativen Sinne.

Die Erzählzeit, die beide Handlungsstränge bekommen,  hält sich übrigens schön die Waage, es kommt keiner der beiden zu kurz. Gleichzeitig bleibt auch die Spannung im Buch dauernd aufrecht, ich würde fast sagen, dass der erste Teil von der Spannung her der beste ist. Gegen Ende des ersten Buchs kommt dann noch ein dritter Handlungsstrang dazu, der nochmal extra Spannung reinbringt und gleichzeitig die Überleitung zum zweiten Teil ist. Und das Ende von Teil 1 hat es echt ganz schön in sich. Was war ich froh, dass ich den zweiten Teil direkt zum Weiterlesen zur Verfügung hatte - wäre echt ganz schön hart gewesen, hätte ich erst ein paar Tage warten müssen, bis das Buch im Postkasten ist :)

Fazit

Weltuntergangs-Szenario, Spannung durch alle knapp 450 Seiten durch und eine Liebesgeschichte, die wirklich eine ganz besondere ist - Voraussetzungen für die fünf Sterne sind genügend vorhanden, also sehe ich keinen Grund, sie nicht auch zu geben. "Die Bestimmung" hat mich auf ganzer Linie überzeugt.

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(1.427)

2.435 Bibliotheken, 32 Leser, 5 Gruppen, 233 Rezensionen

selection, casting, kiera cass, liebe, prinzessin

Selection - Die Kronprinzessin

Kiera Cass , Susann Friedrich , Lisa-Marie Rust
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.07.2015
ISBN 9783737352246
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Handlung

20 Jahre sind in Illeá vergangen, seit wir Leser am Ende von Band 3 bei der Hochzeit von America und Maxon sanft, aber bestimmt aus dem Palast von Illeá gekickt wurden. Zu Beginn von Buch Nummer 4 kehren wir nun genau dorthin zurück. Im Unterschied zu "Selection - Der Erwählte" gibt es aber eine neue Erzählerin: Kronprinzessin Eadlyn Schreave, 18 Jahre alt und nach eigener Defintion "die mächtigste Person der Welt". Eadlyn bereitet sich langsam darauf vor, die Krone von ihrem Vater zu übernehmen - allein. Denn sie denkt nicht einmal daran, zu heiraten.
Das Problem ist nur, dass nach 20 relativ ruhigen Jahren wieder Unruhe in der Bevölkerung herrscht und ein Ablenkungsmanöver dringend gebraucht wird. Also wird wieder ein Casting einberufen - erstmals für eine royale Bachelorette. Wie gewohnt werden 35 junge Männer in den Palast eingeladen. Wobei, eigentlich sind es nur 34, denn einer von ihnen wohnt bereits sein ganzes Leben dort und kennt Eadlyn seit Kindertagen.

Meinung

Die größte - und auch eine der amüsantesten - Veränderungen liegt direkt am Anfang des Buches. Erzählt wird die Geschichte jetzt nämlich nicht mehr von America, die mittlerweile Königin von Illeá und Mutter von vier Kindern ist, sondern von ihrer ältesten Tochter Eadlyn. Im Gegensatz zu ihrer Mutter ist Eadlyn in Reichtum und mit dem Wissen, eines Tages das Land zu regieren, aufgewachsen und dementsprechend selbstbewusst. Bis ihre Eltern sie baten, die unzufriedene Bevölkerung mit einem Casting abzulenken, hat Eadlyn nicht einmal mit dem Gedanken gespielt, sich jemals einen Partner zuzulegen. Warum auch - aus Gefühlen hat sie sich noch nie viel gemacht und regieren kann sie prima alleine, dazu wurde sie immerhin während der letzten 18 Jahre erzogen.

Einige Personen gibt es aber doch, für die selbst die so eigenständige und schroffe Eadlyn etwas übrig hat. Der wichtigste unter ihnen ist ihr Zwillingsbruder Ahren, den sie als ihre andere Hälfte ansieht und der ihre wichtigste Vertrauensperson ist. Die beiden haben noch zwei weitere Brüder - den intelligenten 14-jährigen Kaden sowie den frechen, durchtriebenen Osten, das Nesthäkchen der Familie. Gemeinsam mit ihren Eltern leben die vier ein harmonisches Leben.

Außer den Schreaves gibt es noch zwei wichtige Familien am Hof, die einige bekannte Gesichter beinhalten: einerseits die Woodworks, also Marlee und Carter mit ihren Kindern Kile und Josie, andereseits  Aspen und Lucy Leger, die bislang kinderlos geblieben sind. Aspen ist vom einfachen Wachmann zum General aufgestiegen und eine wichtige Vertrauensperson von Eadlyn. Zu Marlee und Lucy hat Eadlyn ein fast so gutes Verhältnis wie zu ihrer Mutter America. All diese "bekannten Gesichter" kommen zwar bei weitem nicht mehr so oft vor wie in den ersten drei Bänden, der Fokus liegt in Teil 4 ganz klar auf Eadlyn. Sie sind aber dennoch beständig Teil der Handlung und sorgen mit wiederkehrenden, kleineren Auftritten dafür, dass man sich als Leser sehr leicht wieder ins "Selection"-Universum einfindet.

Wer damit trotzdem noch Probleme hat, wird spätestens mit Beginn des Castings wieder daran erinnert, worum es geht. Die Spielregeln sind bis auf ein paar Regeländerungen dieselben, z. B. dürfen die Kandidaten auch von sich aus aus dem Casting ausscheiden, anstatt auf die "Entlassung" durch Eadlyn warten zu müssen. Am wichtigsten ist aber, dass Eadlyn durch einen Deal mit ihrem Vater nicht unbedingt einen Ehemann finden muss - das Casting ist eine reine Unterhaltungsaktion. Davon wissen die Kandidaten aber selbstverständlich nichts.

Was die Kandidaten selbst betrifft, ist es ähnlich wie bei Maxons Casting: am Anfang steht man als Leser einer namenlosen Masse gegenüber, erst mit der Zeit lernt man die Charaktere näher kennen. Mit der Zeit stellen sich einige Favoriten bei Eadlyn ein, es ist aber nicht so, dass sie "den Einen" bereits von Anfang an im Auge hat, wie es bei Maxon und America war. Generell gibt es bis auf die Spielregeln ziemlich wenig Parallelen zum Vorgängercasting.

Genau das war übrigens das Interessanteste an diesem Buch für mich - die ersten drei Bände waren alle aus der Sicht einer Kandidatin geschrieben, nun lernen wir endlich die Perspektive der Auswählenden kennen.
Es ist tatsächlich so, dass die Rollen diesmal vertauscht sind - anstatt sich den ganzen Tag mit den Kandidaten im eigens neu eingerichteten Herrensalon aufzuhalten, lernt man als Leser den Alltag der Prinzessin kennen und wie sie den Prozess des Castings sieht. Man bekommt einen Einblick in die Schreave-Familie, merkt immer wieder wie unglaublich wichtig Eadlyns Zwillingsbruder Ahren für sie ist...und schmunzelt darüber, dass America und Maxon selbst nach 20 Jahren noch so unglaublich kitschig verliebt wie am ersten Tag sind.

Auch die Unruhen im Volk werden in diesem Buch viel stärker thematisiert  als in den Vorgängerbänden, man wird sich der Tragweite viel mehr bewusst und bekommt einen Einblick in die politische Seite eines Prinzessinendaseins. Die Autorin hat es wirklich sehr gut hinbekommen, die "America"-Scheuklappen abzulegen und sich der Story aus einer gänzlich anderen Perspektive zu nähern. Positiv hinzu kommt noch der Charakter von Eadlyn, der komplett anders als der ihrer Eltern ist - sie hat ihren eigenen Kopf und weiß auch sehr gut, diesen durchzusetzen. Wie das bei einem impulsiven Teenager aber nun mal so ist, stößt sie dabei auch oft auf Widerstand und handelt unüberlegt, was ihre Beliebtheit bei der Bevölkerun nicht unbedingt steigert. Im Gegenteil.

Fazit

Same setting, different story - auf kaum ein Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe, trifft dieser Spruch so zu wie auf "Selection - Die Kronprinzessin". Die Geschichte spielt am selben Ort und hat das selbe Grundthema, aufgrund der neuen Hauptperson kommt aber eine ganz neue Dynamik in die Handlung. Kombiniert mit dem spannenden Ende, wenn sich die Ereignisse überschlagen und schon mal ordentlich Neugier auf den fünften und letzten Band "The Crown" (erscheint im Frühjahr) aufgebaut wird, sind die fünf Sterne für dieses Buch absolut gerechtfertigt.

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Selection Storys - Herz oder Krone

Kiera Cass ,
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.10.2015
ISBN 9783733501457
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gleich vorweg, der zweite Teil stellt hinsichtlich dem Punkt "unerzählte Geschichten" eine deutliche Steigerung zu seinem Vorgänger dar. Die zwei enthaltenen Kurzgeschichten heißen "Die Königin" und "Die Favoritin" und sind 11 bzw. 2 Kapitel lang.

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt "Die Königin" von Maxons Mutter, Königin Amberly. Ähnlich wie America ist sie als Kandidatin aus einer niedrigen Kaste an den Hof gekommen. Wie es ihr als Vier, noch dazu aus dem armen und gefährlichen Süden von Illeá ergangen ist, erfahren wir in der Kurzgeschichte.

Teil zwei von "Herz oder Krone" dreht sich um einen weiteren Leserliebling - Marlee Tames, die als Favoritin des Volkes und heiße Anwärterin auf den Thron galt, bis ihre Beziehung zum Palastwachmann Carter Woodwork bekannt wurde und sie beide öffentlich ausgepeitscht und offiziell des Hofes verwiesen wurden. Aus den "Selection"-Büchern wissen wir aber, dass sie inoffiziell den Palast niemals verlassen haben und in "Herz oder Krone" erfahren wir nun, wie es Marlee und Carter, die nach dem Skandal unter neuen Namen im Palast arbeiten, ergangen ist. Mithilfe von Flashbacks erhält man aber auch einen kleinen Einblick in die Zeit vor dem Skandal - wie sie sich kennenlernten und eine geheime Beziehung führten, obwohl Marlee offiziell noch als Heiratskandidatin für Maxon war.

Es werden in Band 2 der "Selection Stories" also zwei ganz neue Geschichten erzäht - und das ist das große Plus im Vergleich mit dem ersten Teil. Noch dazu kommen diese beiden Geschichten von zwei meiner Lieblingspersonen aus der gesamten Reihe. Ich mochte die stille, aber herzliche Art von Königin Amberly von Anfang an (und hab ihren Tod echt schade gefunden) und Marlee war irgendwie immer so ein Sonnenschein neben America und ihr von Anfang an eine echte Freundin, die musste man einfach mögen. Ihre Auspeitschung war echt ein Schock, mit dem ich nie gerechnet hätte und ich hab mich echt gefreut, dass man in zweiten Band nochmal was von ihr hört.

Wie im ersten Teil sind im zweiten Band wieder Hintergrundinfos dabei. Das Interview mit der Autorin bezieht sich zwar auf den zweiten Band, die Fragen sind aber relativ ähnlich dem ersten, daher ist das nicht mehr so interessant. Danach beantwortet die Autorin aber eine Frage, die mir nach der Hochzeit von America und Maxon die ganze Zeit durch den Kopf gespukt ist - was wurde aus den anderen drei Kandidatinnen der Elite? Americas Schicksal ist offensichtlich, wie es mit Marlee weiterging, wissen wir nun auch - hat mich gefreut, dass Kiera Cass auch noch erzählt hat, wie Kriss, Elise und Natalie ergangen ist. Besonders Kriss' Schicksal hat mich interessiert, da sie ja ernsthaft in Maxon verliebt war und ihn ja auch fast bekommen hätte.

Teil 2 der "Selection Stories" übertrifft den ersten Band also in jeder Hinsicht. Für die volle Punktzahl hat es nicht ganz gereicht, dafür war mir die Geschichte von Marlee ein bisschen zu kurz, für vier sehr begeisterte Sterne reicht es aber allemal.

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