katzekatzekatze

katzekatzekatzes Bibliothek

33 Bücher, 33 Rezensionen

Zu katzekatzekatzes Profil
Filtern nach
33 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(429)

827 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, bartimäus, zauberer, magie, dschinn

Das Auge des Golem

Jonathan Stroud , ,
Flexibler Einband: 669 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.10.2008
ISBN 9783442370030
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nun habe ich auch (erneut) den zweiten Band in Rekordzeit durchgesuchtet und kann guten Gewissens behaupten, dass er in Sachen Witz, Charme und Spannung dem ersten in nichts nachsteht (eher im Gegenteil).

Man merkt, dass die Buchreihe von vorneherein auf eine Trilogie ausgelegt ist, der zweite Band setzt zweieinhalb Jahre nach dem ersten an und man ist sofort wieder drin.

Die Charaktere; Nathanael, inzwischen angestellt bei der Regierung, obliegt die Aufgabe, den ominösen "Widerstand" zur Strecke zu bringen und dafür zieht er erneut Bartimäus zu Rate, der davon natürlich weng begeistert ist. Die beiden durchleben während des ganzen Buches, anknüpfend am ersten Band eine Art Hassliebe und ich komme nicht umhin,  zu behaupten, dass ich die gegenseitigen Sticheleien und Schlagabtäusche wirklich genossen habe - witzig, erfrischend und nie langweilig. Zwei sehr interessante Charaktere, die so gar nicht den Stereotypen entsprechen. Leider hat Nathanael sich - bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt - nun mittlerweile doch etwas von den anderen Zauberern beeinflussen lassen, was ihm ein paar sehr unschöne und unterkühlte Charakterzüge verliehen hat. Ich komme trotzdem nicht umhin, ihn irgendwie gern zu haben (was ich faszinierend finde, denn der Junge hat wirklich wenig gute Eigenschaften) - vielleicht auch, weil ich seine charakterliche Entwicklung ungeheuer spannend finde.

Desweiteren wird ein neuer Charakter eingeführt, eine interessante Gegenspielerin zu Nathanael - Kitty, welche schon im ersten Band einen ganz kurzen Auftritt hatte. Ich fand das Mädchen anfangs höcts unsympathisch, was sich jedoch änderte, als nach und nach ihre Geschichte beleuchtet wurde. Man lernt durch sie die schillernder Welt der Zauberer von einer ganz anderen Seite kennen - der Seite der "Gewöhnlichen"  und die Begeisterung für die ach so tollen Zauberer wird beim Lesen dann doch gedämpft.
Die Geschichte wird nun abwechselnd aus Nathanaels, Bartimäus und Kittys Sicht geschildert, was für eine gehaltvolle Abwechslung sorgt.

Begeistert bin ich vor allem von der Tatsache, dass eigentlich in diesem Buch zwei Handlungsstränge nebeneinander her laufen, die sich nur gelegentlich berühren (der Kampf der Widerstandsbewegung gegen die Zauberer und der ominöse Golem, der aufgetaucht ist und man Nathanael beauftragt hat, der Sache auf die Spur zu kommen), aber trotzdem am Schluss so geschickt und stimmig ineinander laufen, dass man das Buch, obwohl der Titelgeber (der Golem) nicht all zu sehr im Vordergrund steht mit einem äußerst zufriedenen Gefühl aus der Hand legt und sich auf den nächsten Band freut.

Absolut verdiente 5 Sterne.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(195)

361 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

fantasy, bartimäus, zauberer, dschinn, dämonen

Das Amulett von Samarkand

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Flexibler Einband: 539 Seiten
Erschienen bei cbj, 05.03.2007
ISBN 9783570216958
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe gerade angefangen, die Trilogie zum zweiten Mal zu lesen und bin heute wie damals ungebrochen begeistert.

Jonathan Stroud konzipiert mit Bartimäus eine noch nie dagewesene, faszinierende Welt der Magie.

Nathanael ist erst sechs Jahre alt, als er als Lehrling in die Dienste eines unfähigen, ignoranten Zauberers treten muss. Wenig liebevoll und ständig kleingehalten wächst der Junge bei ihm auf, bis an einem Tag etwas passiert. Eine Demütigung von einem "Freund" seines Meisters, die er nicht auf sich sitzen lassen will. Um sich zu rächen, beschwört er den Dschinn Bartimäus, um für ihn das Amulett von Samarkand zu stehlen... und damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Denn was als kleine Racheaktion begann, nimmt ungeahnte Ausmaße mit schweren Folgen an und ehe sie es sich versehen, landet das unfreiwillige Duo mitten in einem Komplott, die Regierung zu stürzen.

Die Handlung wird abwechselnd aus Nathanaels Sicht (personaler Erzähler) und aus Bartimäus Sicht (Ich-Erzähler) erzählt und bietet damit so eine spannende Abwechslung aus verschiedenen Perspektiven. Die Handlung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort absolut spannend und man will das Buch bis zum Ende gar nicht mehr weglegen. Das Buch weist nicht die geringsten Längen oder langweiligen Stellen auf, es ist einfach genau richtig vom Aufbau und vom Erzähltempo.

Die Hauptcharaktere finde ich spannend konzipiert. Da haben wir auf der einen Seite, den Jungen Nathanael, der seine eigenen Grenzen noch nicht kennt und an den Folgen seines eigenen Handels schwer zu knabbern hat. Ein Charakter mit lauter Fehlern und Schwächen und trotzdem kommt man nicht umhin, ihn auf seine ganz eigene Weise liebzugewinnen. Eben weil er nicht einer dieser Übercharaktere ist (wie zB Harry Potter), dem alles in den Schoß fällt, eben weil er schlimme Fehlentscheidungen trifft, weil er menschlich ist. Auf der anderen Seite haben wir da Bartimäus, den Dschinn mit der großen Klappe, der Nathanael gezwungenermaßen gehorchen muss und darauf mal so gar keine Lust hat. Die Charaktere harmonieren herrlich miteinander und ich hatte so viele Momente wo ich herzhaft lachen musste.

Ich kann das Buch nur jedem halbwegs Fantasybegeisterten wärmstens empfehlen und zähle das Buch definitiv zu meinen Lieblingsbüchern.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(216)

392 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 25 Rezensionen

historischer roman, catan, siedler, wikinger, buch zum spiel

Die Siedler von Catan

Rebecca Gablé , Klaus Teuber
Flexibler Einband: 796 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.10.2005
ISBN 9783404153961
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich kannte das Spiel und war sehr neugierig, was meine Lieblingsautorin unter diesem Titel geschrieben hat.
Es ist nun schon etwas her, dass ich es gelesen habe, aber ich möchte trotzdem noch eine Rezenssion dazu schreiben, weil ich mich noch sehr gut daran erinnere, wie enttäuschend ich dieses Buch von ihr fand.

Der Klappentext klingt wirklich vielversprechend. Vor allem spannend fand ich, dass sich das Buch inhaltlich so ein bisschen außerhalb von Gablés "Wohlfühlzone" zu bewegen scheint.

Leider finde ich das Buch nicht wirklich gut aufgebaut. Gleich zu Anfang zieht es sich ziemlich, was es schwer macht, wirklich hinein zu kommen und ich hatte mehrmals überlegt, ob ich es nicht zur Seite legen soll. Bis wirklich mal etwas passiert, ist gut die Hälfte des Buches um und anders als bei ihren anderen Büchern tat ich mich doch schwer, einen Lieblings-Hauptcharakter zu finden, mit dem ich mitfiebern könnte. Ich fand eigentlich fast alle Charaktere im Buch unsympathisch. Ich weiß nicht, woran das liegt, da ich von Gablé eigentlich anderes gewöhnt bin.  Ich finde auch den Handlungsverlauf etwas zu abstrus teilweise und das Ende nicht wirklich befriedigend.
Vielleicht liegt es daran, dass es sich wirklich außerhalb der Wohlfühlzone bewegt. Aber vielleicht liegt es auch an mir, dass diese Zeit historisch einfach nicht mein Fall ist.
Die Lesestimmung, die sich bei allen Gablé Büchern sonst bei mir eingestellt hat, blieb diesmal leider aus. Ich habe es gelesen, weil es von ihr ist und sie meine LIeblingsautorin, aber weiterempfehlen kann ich dieses Buch diesmal leider gar nicht.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(84)

219 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

england, fantasy, magie, zauberei, zauberer

Jonathan Strange & Mr. Norrell

Susanna Clarke
Fester Einband: 1.020 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 01.09.2004
ISBN 9783827005229
Genre: Fantasy

Rezension:

[...]Vermutlich sollte man keinen Zauberer in seine Dienste nehmen und sich dann darüber beschweren, dass er sich nicht benimmt, wie andere Leute[...]  (Lord Wellington)

Ich habe etwas hin- und her überlegt, ob ich diesem Buch, das ich nun zum zweiten Mal nach gut zehn Jahren gelesen habe, vier oder fünf Sterne gebe, habe mich dann jedoch für die geringere Bewertung entschieden, da mir zu seiner Formvollendung leider noch ein paar Dinge gefehlt haben.
Dazu jedoch später.

Eines jedoch vorab: Der Vergleich mit Tolkien ist unangebracht. Das wäre als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen (mal abgesehen davon, dass ich persönlich den Herrn der Ringe durchweg schlicht sterbenslangweilig fand), die Bücher könnten allein vom Genre her unterschiedlicher nicht sein. Von daher bitte ich alle, die dieses Buch lesen wollen, nichts auf diesen lächerlichen Vergleich zu geben.

In Jonathan Strange und Mr. Norrell erfindet Susanna Clarke eine höchst interessante Art und Weise, mit der Zauberei zu spielen. Fernab von der Kindlichkeit von Harry Potter (nichts gegen HP, hab ich als Kind geliebt und verbinde schöne Erinnerungen damit) und fernab von klassischen Fantasy Romanen. Dieser Roman ist im Low-Fantasy Bereich angesiedelt und das auf eine Weise, die so noch nicht da war.

Das Buch beginnt, angesiedelt Anfang des 19. Jahrhunderts während der napoleonischen Kriege, recht interessant - Mr. Norrell, ein in Einsamkeit und Abgeschiedenheit lebender etwas kauziger Zauberer, beschließt, dass es an der Zeit ist, die Zauberei nach England zurück zu bringen - den Auftakt dafür legt er, indem er die steinernen Figuren einer Kapelle sprechen und tanzen lässt und eine junge Frau von den Toten zurück holt - das letztendlich verschafft ihm Ansehen und Wertschätzung bei den einflussreichen Leuten und der Politik des Landes dine Wertschätzung, die zu teilen er jedoch nicht geneigt ist.
Norrell muss sich jedoch bald mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er nicht der einzige noch praktizierende Zauberer ist. An dieser Stelle, wo doch im Buch eine ziemlich lange Zeit verstreichen musste (was auch der erste Punkt ist, den ich weniger positiv fand) taucht Jonathan Strange auf.

Und an dieser Stelle möchte ich mich nun zuerst den beiden Charakteren widmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während man Norrell als eher konservativ, misstrauisch, miesepetrig und bieder bezeichnen kann, springt einen die Persönlichkeit von Strange schon vom ersten Augenblick an. Ein energetischer junger Mann, der sich viel selbst beigebracht hat und voller innovatier Ideen steckt. Man mag es kaum glauben, doch zu Anfangs profitieren sie beide vom dem Charakter des jeweils anderen. Das bleibt jedoch nicht lange so.

Während ich beim Lesen regelrecht die faszinierende Charakterentwicklung gespürt habe, die Strange durchlebt - von einem funkensprühenden jungen Mann, zu einem arroganten und exzentrischen Zauberer, der sich bald über jedwede Konventionen hinwegsetzt, habe ich Norrell bald nur noch als unsympathischen, ewig nörgelnden und hinterfotzigen ältlichen Mann empfunden, dessen einzige Funktion im Buch es war, Strange zu torpedieren, (welcher ständig geschillert hat mit seinen Taten). Von Charakterentwicklung keine Spur. Er verblasst regelrecht hinter Jonathan Strange, was ich doch etwas schade finde, da ich ihn anfangs durchaus interessant fand, und das ist der zweite Punkt auf meiner "nicht so positiv Liste", denn das Buch heißt ja "Jonathan Strange und Mr. Norrell" und nicht "Der große Zauberer Jonathan Strange und der nörgelnde alte Mann". Das fand ich dann doch etwas enttäuschend. Ich konnte Norrell schon etwa ab der Hälfte des Buches auf den Tod nicht mehr ausstehen.
Was mir etwas gefehlt hat, muss ich gestehen, war, die Gefühlswelt der Charaktere. Die Charaktere selbst wurden zwar recht schillernd beschrieben, jedoch wurde selten auf Gefühle o. Ä. eingegangen, was es manchmal etwas schwer gemacht hat, zu den Charakteren einen richtigen Bezug zu finden.

Zum Buch insgesamt: Zu Allererst; Ich LIEBE diesen trockenen britischen Humor - es gab Stellen, wo ich niemals erwartet hätte, etwas Lustiges zu lesen, an denen ich mich schlappgelacht habe.

Zu der Langatmigkeit, die viele bemängeln möchte ich mich auch äußern. Ich teile diese Ansicht nur zum Teil. Gewiss, es gibt vereinzelte (!) Passagen, die man herunterkürzen hätte können, die schlichtweg überflüssig waren, aber insgesamt liest sich das Buch doch recht flüssig und süchtigmachend durch.
Sehr spannend empfand ich auch den Einsatz Stranges im Krieg gegen Napoleon Buonaparte unter Lord Wellington, einem historisch wichtigen und berühmten Mann, und amüsant das Zusammentreffen mit dem englischen König, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

Es tauchen schon recht viele Charaktere auf, aber man wird damit nicht überfordert - Clarke streut neue Charaktere umsichtig und mit Feingefühl, sodass man immer weiß, wer was wo gerade tut ohne dass es einen überfordert oder verwirrt.

Was mich mit am meisten fasziniert hat, war die Legende des Rabenkönigs - dem mächtigsten Zauberer aller Zeiten, der sogar Lord Voldemort blass aussehen lässt. Während des ganzen Buches spürt man irgendwie seine unterschwellige mystische Präsenz, bis hin zum Ende und Susanna Clarke hat da ein sehr Spannendes Mysterium geschaffen, das die einzelnen feinen Fäden dieses Buches am Schluss schlüssig zusammen laufen lässt.

Insgesamt kann ich dieses Buch guten Gewissens empfehlen, denn seine Gesamtheit tröstet über die kleinen Mängel hinweg, die es aufweist :)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

35 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

steampunk, fantasy, maschinen, gwenael chabod, jaleel

Die Seelenlosen

Tanja Meurer
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Incubus Verlag, 21.03.2016
ISBN 9783945569023
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe lange hin- und her überlegt, ob ich dem Buch zwei oder drei Sterne geben soll. Während des Lesens schwankte dieses Empfinden so ein Bisschen hin- und her, bis es dann schließlich doch auf lieb gemeinten drei Sternen hängen geblieben ist, nachdem ich im Geiste Bücher verglich, die ich mit zwei Sternen bewertet hatte.

Ich habe das Buch von einer Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen, welche wohl in einem Blog darauf gestoßen ist. Nachdem es doch leider aufgrund Zeitmangels einige Monate bei mir herumstand, habe ich es nun doch jüngst zur Hand genommen (schon aus Anstand meiner Freundin gegenüber).

Ich muss zugeben: Ich hätte nach  den ersten 100 Seiten beinahe aufgehört zu lesen. Der Schreibstil und vor allem der Einstieg sind sehr hölzern und holprig. Die Autorin ergießt sich hauptsächlich in Handlungen, Beschreibungen und dem Auftauchen neuer Personen, was es vor allem zu Anfangs extrem zähfließend und teilweise auch ein bisschen langweilig macht. Es tauchen viel zu viele Personen auf einmal auf, die man sich alle merken muss und erschwerend hinzu kommt dann auch noch, dass man bei der Hälfte der Namen erstmal lange überlegen muss, wie man sie eigentlich ausspricht. Ratsam ist es mMm vor allem bei größeren Werken vorne eine Liste mit auftauchenden Personen anzulegen (das machen auch die ganz großen Autoren wie zB Rebecca Gablé) und ggf. eine Hilfestellung zur Namensaussprache anzufügen. (davon abgesehen ist mir ohnehin schleierhaft, warum man so gezwungen in einer Fantasy-Steampunk Welt alle Namen und Begriffe auf Französisch schreiben muss. ich sehe keinen Bezug zu Frankreich und die französischen Begriffe für alles nerven auch irgendwie, weil man nie weiß, wie man sie aussprechen soll, wenn man kein Französisch in der Schule hatte.

Nun, also hätte meine Freundin mir nicht versprochen, dass es besser wird mit dem Schreibstil hätte ich das Buch vermutlich tatsächlich abgebrochen, weil mir einfach Spannung und Lesefluss ziemlich fehlen. Die Autorin reiht leider nur Hauptsatz an Hauptsatz aneinander, was den Schreibstil einfach und leider manchmal auch eintönig macht.
Auch wenn sich das leider durch das gesamte Buch zieht, schließe ich mich der Einschätzung meiner Freundin an. Trotz seiner stilistischen und schreiberischen Mängel konnte ich irgendwann gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Was mir sehr gut an dem Buch gefällt ist, die homoerotische Komponente. Ich habe schon lange nach einem Buch in dieser Richtung gesucht und mein Herz machte einen kleinen Hüpfer nicht immer nur die langweilige Standard Mann-Frau hetero Beziehung lesen zu müssen. Was mich auch gleich zu den Hauptcharakteren bringt: Ich mag Gwenael, (trotz dass ich bis zum Schluss nicht weiß, wie man seinen Namen eigentlich ausspricht), sehr gerne. Er hat sowas Kerniges und Markantes, ich mag das Charakterdesign. Und auch für Jaleel hege ich tiefe Sympathien, ich hatte ehrlich gesagt schon die ganze Zeit das Gefühl, dass die beiden ein herrliches Paar abgeben, was sich ja dann sehr zu meiner Freude auch bewahrheitet hat.
Welchen Charakter ich wenig überzeugend fand, war Orin. Nachdem er sogar Erwähnung im Klappentext fand, dachte ich, dass seine Gewichtigkeit in der Geschichte deutlich höher wäre. Die Autorin hat wohl versucht, ihn zu einer sehr eindrucksvollen Persönlichkeit zu schreiben, das ist ihr meiner Meinung nach aber mäßig bis gar nicht gelungen. Ich fand den Charakter langweilig und überflüssig, sehr blass leider. Ich konnte auch während des Lesens keine Chemie zwischen Gwenael und ihm bemerken, hatte das Gefühl, er war einfach nur so ein Mittel-zum-Zweck-Charakter, die Vertrautheit zwischen zwei Personen, die sich seit 26 Jahren kennen, ließ sich vermissen beim Lesen.

Was ich leider auch nicht so glaubwürdig fand ist, die schnell gewachsene Beziehung zwischen Gwenael und Jaleel. Ich meine, man muss bedenken, dass das Buch von über 600 Seiten eine Handlung beherbergt, die im Zeitrahmen von maximal vier Tagen stattfindet. In so kurzer Zeit jemanden kennenzulernen UND noch als neuen Partner zu akzeptieren, während derjenige, dem man 26 Jahre lang sein Leben anvertraut hat einen verrät, ist einfach unglaubwürdig. Und das sage ich trotz dass ich die beiden wirklich klasse zusammen finde. Die beiden wachsen zu einer wundervollen Eigendynamik heran.

Was ich noch richtig toll fand, und erwähnt sein sollte ist, dass die Autorin nicht zurückscheut, eine Erotikszene in ihr Buch mit einzubringen - interessanterweise ist gerade diese Szene völlig frei von jedweder Hölzernheit, die ich sonst während des Großteils des Buches bemängelt habe. Man spürt beim Lesen richtig wie es knistert. Sehr gelungen.

Allerdings muss ich dann negativerweise wieder sagen, dass das Buch manchmal etwas an Dynamik vermissen lässt. Ich hätte mir weniger seitenlange Befragungen und spekulative Dialoge und mehr Action und Tempo gewünscht. So kam es, dass das Buch sich eben leider doch ziemlich gezogen hat und dann war es mit einem ziemlich üblen Cliffhanger so mitten in der Story (!) plötzlich einfach vorbei, was einen als Leser mit einem etwas unbefriedigten Gefühl zurück lässt. Ich habe nichts gegen Bücher, die auf Fortsetzungen angelegt sind, aber ich bin es einfach nicht gewohnt, dass Buchreihen quasi "mitten im Satz" enden und man derart in der Luft hängt.

Zumal finde ich für ein Buch mittlerer Qualität 16 Euro (dafür dass es KEIN Hardcover, sondern nur Taschenbuch ist) auch ziemlich teuer und ich bin mir nicht sicher, ob es mir das wert ist, so viel Geld dafür auszugeben, auch wenn mich natürlich interessiert, wie es weitergeht.

Also, im Gesamtfazit: Ich würde das Buch weiterempfehlen, wenn jemand mich explizit nach einem Fantasybuch mit homoerotischen Elementen fragen würde, würde ich allerdings allgemein nach einem guten spannenden Buch gefragt, wäre dieses hier nicht das erste, das ich nennen würde...

  (1)
Tags: gay, steampunk romance   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

düster, mysteriös

Winter der Tränen

Nicodemus Loure
Flexibler Einband: 162 Seiten
Erschienen bei Ubooks, 01.09.2007
ISBN 9783937536187
Genre: Romane

Rezension:

Es ist schon etwas her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber eines ist mir brennend im Gedächtnis geblieben: Wie unglaublich schlecht und dämlich ich dieses Buch fand.
Ich weiß nicht, woran es liegt. Daran, dass die gesamte Handlung keinen wirklichen roten Faden hergibt, oder dass die Charaktere alle irgendwie stereotype sind und sich bemühen jedes Gothic-Klischee in irgendeiner Form zu bedienen. Der Schreibstil ist so gezwungen pseudo-intelektuell und gestelzt, dass ich alle paar Sätze genervt die Augen verdrehen musste, die Charakterdarstellung wenig nachvollziehbar.
Meine Freundin damals meinte es gut mit mir, indem sie mir dieses Buch aussuchte, aber einen Gefallen hat sie mir nicht wirklich getan.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Killer Kids

Clifford L. Linedecker
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Constable And Robinson, 28.08.2008
ISBN 9781845294342
Genre: Sonstiges

Rezension:

... schlecht geschrieben. Habe das Buch am Straßenrand zum verschenken gefunden und da es ganz interessant klang, mir mal mitgenommen.
Nun, vielleicht sollte man berücksichtigen, dass das Buch Anfang der Neunziger geschrieben wurde, wo man offensichtlich geglaubt hat, ein Fantasy Rollenspiel wie Dungeons and Dragons würde Fantasien eines Sexualsadisten beflügeln. Aber auch der Rest des Buches ist einfach nur mega schlecht. Es fließt viel zu viel persönliche Meinung des Autoren mit ein und ist und wenig fachlich-sachlich gehalten. Mehr wie ein Roman als ein Buch, wie man es von so etwas erwartet. Ich halte es teilweise sogar für gefährlich, weil viele kriminologische Sachen falsch dargestellt werden und Vorurteile geschürt werden, die in der heutigen Zeit keinen Platz mehr haben.
Ich werde das Buch in den Müll schmeißen, weil ich nicht riskieren möchte, dass jemand sowas nochmal lesen muss und kann nur jedem raten, die Finger davon zu lassen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Parrot und Olivier in Amerika

Peter Carey , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.09.2013
ISBN 9783596188154
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Büchlein ist mir gleich in unserem hiesigen Oxfam Shop aufgefallen. Sowohl Cover als auch Rückentext waren vielversprechend-extravagant und spannend.

Parrot und Olivier. Zwei Gestrandete des Lebens ,die nach der französischen Revolution in Amerika ein neues Leben zu beginnen versuchen. Der eine ein adliger Snob, der andere ein raubeiniger Künstler.
Eigentlich ein sehr interessante Charakterkonstellation. Allerdings hat es der Autor meiner Meinung nach versäumt, diese beiden schillernden Charaktere in eine bessere Interaktion zu versetzen. Die Geschichten der beiden plätschern träge nebeneinander her und  erst weit nach der Hälfte des Buches beginnen sie MITeinander zu interagieren.

Es tut mir leid, aber dieses Buch liest sich zäh und langweilig. Über Seiten hinweg muss man irgendein sinnentleertes Blabla ertragen, bis man mal wieder eine der rar gesähten Stellen erreicht, wo man sich wirklich denkt WOW, darauf hab ich gewartet! Aber diese Stellen sind selten und man verliert auch irgendwann die Lust, darauf zu warten. Ich hab mich irgendwann nur noch durch dieses Buch gequält und die letzten Seiten hab ich nur noch überflogen, weil ich keine Lust mehr hatte.

Dieses Buch hat weder einen roten Faden, noch kann man die Charaktere wirklich nachvollziehen.

Parrots Präsenz in diesem Buch beschränkt sich hauptsächlich darauf, es dieser unglaublich nervigen Mathilde und deren Mutter irgendwie Recht zu machen, während Olivier sich in seitenlangem langweiligen hochgestochenen Blabla ergießt und wirklich zusammen interagieren tun sie vielleicht gefühlt ganze 10 % vom Buch.

Ich bin einfach nur enttäuscht. Dieses Buch war die reinste Zeitverschwendung und ich bin froh, wenn ich es wieder loswerden kann.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6.495)

7.871 Bibliotheken, 59 Leser, 13 Gruppen, 122 Rezensionen

fantasy, bücher, jugendbuch, cornelia funke, tintenwelt

Tintenherz

Cornelia Funke ,
Buch: 567 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.11.2010
ISBN 9783841500120
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was ich wirklich positiv an dem Buch bewerten muss, und deshalb die zwei Sterne, ist der Schreibstil von Cornelia Funke. Gefühlvoll, träumerisch, flüssig. Leider wars das auch schon.

Mit den Charakteren bin ich irgendwie schonmal nicht so warm geworden. Irgendwie hatten sie alle kein Gesicht für mich (trotz dass ich als erstes den Film gesehen hatte und das ist bezeichnend). Meggie war... hm. Irgendwie waren alle Charaktere so lala, aber was mich wirklich enttäuscht hat, waren die sogenannten Bösewichte.
Z.B die Beschreibung von Capricorn. Er wird ja als sooo böse und sooo gefährlich buhuhu beschrieben und als er dann wirklich aufgetaucht ist, dachte ich "Wars das schon?" Das ist viel heiße Luft, sonst nix. Und genauso dieser Basta. Die Autorin versucht, einen üblen Sidekick in ihm zu zeichnen, aber irgendwie ist er ein lahmer, nervender Trottel, der nichts kann, außer pseudobedrohlich mit seinem Messer herumzufuchteln.
Das langweilt, weil sich in dem Buch alles einfach ständig wiederholt. Die Hauptcharaktere werden gefühlte tausendmal entführt und können fliehen, dann werden sie wieder entführt und können wieder fliehen und blablablaa~ Wie eine Waschmaschine, die ihm Schongang läuft.
Die Handlung plätschert so vor sich hin, ohne, dass wirklich Spannung aufkommt. Das liest man mal so nebenbei, aber man verschlingt es nicht. Ich habe inzwischen schon den zweiten Band angefangen und es liegt jetzt seit zwei Wochen rum und ich hab keine Motivation weiterzulesen, weil es einfach genauso langweilig ist.
Ich habe auch bis zum Ende des Buches nicht geschnallt, welchen Sinn bsp. Figuren wie Staubfinger (den ich schon mochte, das ist aber nicht der Punkt) und Mortola hatten. Die waren einfach nur da, sonst nichts.
Alles in allem hätte ich mir irgendwie etwas mehr erwartet. Der Hype ist aufjedenfall nicht nachvollziehbar für mich.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(197)

357 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 10 Rezensionen

fantasy, russland, moskau, vampire, horror

Wächter der Nacht

Sergej Lukianenko , Christiane Pöhlmann (Übersetzer)
Fester Einband: 501 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 09.11.2006
ISBN 9783898975247
Genre: Fantasy

Rezension:

Mir fiel dieses Buch wie so oft im Oxfam Buchhop auf und da ich bereits davon gehört hatte, hab ich es mir einfach mal mitgenommen. Die Beschreibung, sowie der Einstieg klangen interessant: Ein Abkommenb zwischen Gut und Böse, die LIchten und die DUnklen, damit sich alles im Gleichgewicht hält. Ehrlich gesagt ist die Grundidee schon das einzig gelungene an dem Buch.

Das fängt schon damit an, dass man sich aufgrund der Ich-Perspektive, die ich für extrem unvorteilhaft für ein Buch mit so vielen Charakteren halte, kaum ein Bild von dem Hauptchara machen kann. Weiter geht es damit, dass extrem viele neue Charaktere auftauchen, auf die nicht wirklich eingegangen wird.
Das Buch besteht aus drei kürzeren Geschichten, die wenig kausalen Zusammenhang haben. Kaum dachte man, die erste sei der Aufschwung zu etwas richtig spannenden, packenden,, merkt man: Fehlanzeige: Es geht mit etwas komplett anderem weiter. Man muss sich wieder auf einen Haufen flacher neuer Charaktere einstellen, man kommt nicht wirklich mit, einen roten Faden gibt es nicht. Für mich hebt sich kein Charakter vom anderen ab, sie sind wie gesagt seicht und flach und ich hab auch nicht wirklich mitfiebern können.

Leider besteht auch der Großteil des Buches aus schwadronierendem, langatmigen und manchmal melodramatischem Monolog der Hauptfigur, wo ich dann teilweise schon Zeilen übersprungen habe, weil einfach nichts passiert ist.
Im Grunde ist im ganzen Buch nichts passiert, außer dass schwülstige Reden über Schicksal und blabla geschwunden werden.
Ich bin enttäuscht und kann den Vergleich mit der Berühmtheit von Harry Potter absolut nicht nachvollziehen. Die Buchreihen trennen Welten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Moths - Nachtschwärmer

Justin C. Skylark
Flexibler Einband: 239 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 14.03.2012
ISBN 9783845902326
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin durch Zufall auf dieses Büchlein gekommen. Da ich es sehr erfrischend und abwechslungsreich finde, dass es in einer Geschichte auch mal um homosexuelle Liebesromanzen geht,  und ich zudem noch ein Faible für düstere (Vampir) Geschichten habe, habe ich es mir endlich mal besorgt.

Zuerst muss ich leider sagen, dass ich es schon happig finde, für ein Buch, das unwesentlich dicker ist, als eine Ausgabe der Spiegel Zeitschrift fast 12 Euro zu zahlen, aber das sei vorerst mal dahin gestellt.

Was mich persönlich schon anspricht, ist der Grundgedanke. Als langjähriger Vampirfan glaubt man irgendwann, alles schonmal irgendwie gelesen zu haben, weshalb mir dieser Aspekt mit den Nachtfaltern, die durchaus etwas sehr Mystisches und auch ein wenig Unheimliches haben, sehr gefallen hat. Auch die Transformation der Figur des Maurice bsp. stieß bei mir auf großen Gefallen.

Ich muss nur leider sagen, dass mir die Geschichte zu kurzlebig war, als dass ich wirklich in das Geschehen hätte hinein finden können. Im Großen und Ganzen waren schöne Szenen drin, mir gefiel die unaufdringliche homosexuelle Liebesgeschichte sehr gut und auch die Charaktere hatten jeder für sich etwas Sympathisches - auch wenn ich finde, dass sie teilweise etwas an Tiefe entbehrt haben. Leider fand ich den Schreibstil großteils noch sehr unausgereift - holprig ein wenig, nicht schlecht, aber auch nicht wirklich buchreif. Ich hätte es zB sehr schön gefunden, wenn die Geschichte, die meiner Meinung nach durchaus Potential hat, noch wesentlich mehr ausgereift und ausführlicher, detaillierter geschrieben worden wäre. Da wäre so viel noch möglich gewesen und das etwas kurze Lesevergnügen verschafft einem schon einen Dämpfer, weil die Charaktere in dem kurzen Raum nicht wirklich die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln und einen richtig in den Bann zu ziehen.

Zeitweise fand ich die Interaktionen der Charaktere doch etwas schnulzig. Ich weiß nicht, wem der Begriff geläufig ist, könnte ich es so beschreiben, dass es mich sehr an eine Fanfiction von einem jungen Mädchen erinnert. Was jetzt nicht abwertend gemeint ist, aber ich habe irgendwie einfach nicht den Eindruck erlangen können, dass es sich hier um Männer Mitte, Ende dreißig handelt.

Was ich auch nicht so recht nachvollziehen konnte, war bsp. warum Maurice Jonathan erzählt, dass er und seine Gattung sich regenerieren können, es aber dann nicht möglich ist, dass sein Ziehvater seine eigenen Verletzungen regeneriert, wenn er doch einer der stärksten von ihnen ist? Das war einfach unglaubwürdig und das ist nur eines der wenigen Details, die mir etwas merkwürdig vorkamen.

Mein Gesamtfazit: Eine originelle Geschichte mit sehr viel Potential, aber mangelhafter Umsetzung.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(282)

567 Bibliotheken, 11 Leser, 5 Gruppen, 28 Rezensionen

england, historischer roman, mittelalter, krieg, juden

Hiobs Brüder

Rebecca Gablé
Flexibler Einband: 907 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.05.2011
ISBN 9783404160693
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dies hier ist mein erstes Buch von ihr außerhalb der Waringham Saga - ich muss sagen, dass ich etwas höhere Erwartungen hatte.

Ich fand die Ausgangssituation sehr spannend - Losian weiß nicht mehr wer er ist, deshalb sein Name - die früheste Erinnerung, die er hat ist die, dass er sich auf einer Insel befindet, in der Gesellschaft von einem Haufen Schwachsinniger. Diese Männer jedoch halten zusammen und sorgen füreinander und die verschiedenen Charaktere sind von Gablé sehr unterschiedlich und schillernd beschrieben worden.

Auch trat sehr gut hervor, wie der Umgang mit den Menschen im Mittelalter mit geistiger Behinderung war - nämlich sehr schlecht.

Ich finde jedoch, dass gleich der Einstieg etwas unglücklich gewählt ist. Er beginnt nämlich nicht aus der Sicht der Hauptperson, sondern aus der Sicht einem anderen Charakter (Simon de Clare, später einer der engsten Bezugspersonen Losians), was es mMn etwas schwierig macht, sich später auf Losian einzustellen, wessen Auftritt nicht wirklich gut zur Geltung kommt und der Charakter anfangs auch irgendwie etwas seicht wirkt. Das wird später etwas besser, und auch, wenn ich durchaus Sympathien für Losian/Alan hatte, so richtig warm geworden, wie mit Robin aus Das Lächeln der Fortuna, oder mit Julian aus das Spiel der Könige, bin ich nicht (mir hat das Mitfiebern gefehlt, dass ich bei genannten Charakteren eben hatte). Ich mochte ihn, fand ihn aber nicht hundertpro überzeugend.


Was mich am meisten gestört hat, muss ich sagen, war diesmal die Erzählweise. Es las sich zwar flüssig, aber Gablé hatte in diesem Buch auffallend oft die Angewohnheit, alle möglichen Nebensächlichen oder Lückenffüllerszenen sehr explizit auszuschreiben, während sie den Großteil der wirklich spannenden Sachen dann mal eben in ein paar Nebensätzen zusammenfassend erwähnt hat. bestes Beispiel hierfür ist die Szene, in der Regy aus Haimon die Wahrheit über Alans Kreuzfahrermantel herauspresst - ich fand besonders Regy als Charakter ungeheuer spannend und dann wird eine der interessantesten Szenen einfach so lahm zusammen gefasst und nicht lange darauf erfährt Regy freiwillig den Tod durch Alans Hand. Ich war so enttäuscht, dass deiner der faszinierendsten Charaktere aus diesem Buch so lahm abgefertigt wurde. Ohne Regy war es danach auch ziemlich langweilig muss ich gestehen und ich habe diesmal verhältnismäßig lang gebraucht für ein Gablé Buch. Ich fand, im Großen und Ganzen hat sie einfach zu viel Fokus auf die falschen Szenen gelegt und bei Hiobs Brüder muss ich das erste Mal sagen, dass ich das Buch zu lang fand. Die Handlung wäre viel besser in einem kurzen knackigen Roman mit  etwa der Hälfte der Seitenzahl aufgehoben gewesen - das hat diesmal echt den Großteil der Spannung genommen.

Was mir bsp. auch nicht gefiel, war Susanna als Charakter. Und damit meine ich nicht, wie sie konzipiert worden ist, sondern wie sie in der Geschichte gewirkt hat. Sie wirkte ziemlich lieblos daher geschrieben und irgendwie so, als wäre sie nur dazu da, damit Alan  es schwieriger hat an seine geliebte Miriam ran zu kommen (also ein Charakter zum Hassen und fürs Drama)

Auch die Aufteilung des Buches hat mich irgendwie nicht überzeugt. Die ersten zwei Teile ziehen sich ewig - erst findet Losian/Alan sehr unspektakulär zu seinem alten Anwesen zurück, wo er dann mal so nebenbei gesagt bekommt, wer er ist und dann heulen alle rum, warum er sich nicht erinnert und blablabla.

Ich muss sagen, dass der Teil, der zum Schluss kam, nämlich mit dem Fokus auf Simon sehr viel mehr Pep hatte, als beide Teile die davor kamen zusammen.

Und die einzigen beiden Charaktere, die etwas Schwung in die Geschichte gebracht hatten waren Regy, der ja schon ziemlich bald nebensächlich wurde, obwohl da so wahnsinnig viel Potential gewesen wäre (Schön fand ich bsp die Szene, in der Simon in Regys Zelle einen Epilepsieanfall hatte und der ihn dann gehalten und dafür gesorgt hat, dass er sich nicht auf die Zunge beißt - da hätte man insgesamt mehr in der Richtung machen können) und Henry Plantagenet - der Charakter ist, ebenso wie Aliénor von Aquitanien wahnsinnig gut rüber gekommen.

Dennoch war das Buch sonst recht flüssig zu lesen und es hat trotz all dessen Spaß gemacht, zu lesen, aber ich hätte mir einfach mehr erwartet und es ist auch kein Buch, das ich zwingend weiter empfehlen würde...

 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(58)

113 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

wolfgang hohlbein, historischer roman, hexe, apotheker, mittelalter

Der Inquisitor

Wolfgang Hohlbein
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.09.2004
ISBN 9783404152032
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe dieses Buch jetzt nach Jahren ein zweites Mal gelesen, weil ich mich partout nicht mehr an den Inhalt erinnern konnte und sehe, dass es mir sehr schwerfällt, eine Bewertung zu treffen.
Das Buch liest sich zwar flüssig, aber gleichzeitig stellenweise schleppend, so richtig passiert nichts, bis auf die letzten paar Seiten, wo dann aufgelöst wird und man dann mit einem irgendwie unbefriedigenden Gefühl zurückbleibt.
Die Charaktere sind nicht sonderlich gut ausgearbeitet - mir fiel es sehr schwer, sie mir bildlich vorzustellen, den Charakter Katrin würde ich schon fast als flach bezeichnen.
Die Auflösung hingegen gefiel mir ganz gut, nur hätte ich mir da irgendwie ein größeres Finale Grande gewünscht - es floss nämlich genauso dahin, wie das gesamte Buch bereits.
Wie gesagt, es fällt mir sehr schwer, dieses Buch zu bewerten. Ich sehe es auch nicht als historischen Roman - dazu fehlen mir sowohl zeitangaben, als auch einfach das Flair des Mittelalters  - das Mittelalter erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte, für mich las es sich eher wie ein mittelalterlich angehauchter Fantasyroman.
Wirklich überzeugend fand ich das Buch leider nicht.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(304)

506 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

humor, familie, monster, dracula, david safier

Happy Family

David Safier , , ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499252723
Genre: Humor

Rezension:

Nach 'Mieses Karma' und 'Jesus liebt mich', habe ich in dieses Büchlein große Erwartungen gesetzt.
Leider wurden diese schon in den ersten Seiten zerschlagen, denn die Story glänzt nicht nur mit einer langweiligen Erzählweise und müden Witzen, sondern weist an Hauptcharakteren, die für Familien-Comedy-Bücher absoluten Stereotypen auf:
Die Durchschnittsmutti, die es allen recht machen will und unglücklich ist, wie's in der Familie läuft, die pubertierende Teenietochter die ständig mit der Mutter im Clinch liegt, der stille zurückhaltende Überflieger Sohn den keiner beachtet und der nie Zeit habende und ewig gestresste Vater.
Diese Konstellation habe ich schon so oft gelesen, sonderlich kreativ war das wirklich nicht, abgesehen davon war die Charaentwicklung viel zu erzwungen, die Charas bar jedweder Tiefe.

Leider geht es bei der Storyentwicklung auch nicht besser weiter. Es wird mal da was erzählt, mal dort was, es liest sich einfach sehr zähfließend und wirklich überzeugend fand ich die Storyline nicht, ja, mehr noch, teilweise fand ich sie sogar für ein Comedy Buch ziemlich lächerlich und dämlich (bsp. als die Familie am Schluss beschließt, die Elfenwelt zu retten, weil sie als FAMILIE ja ALLES schaffen können, oder dass die Mutter sich darüber beschwert, dass ihre fünfzehnjährige (!) Tochter Tattoos hat - heutzutage ist es schon schwer, einen Tattoowierer zu finden, der Leute unter 18 sticht, auch MIT Erlaubnis der Eltern. Frage also, wieso beschwert sich die Mutter über etwas, das sie selbst irgendwann erlaubt haben muss?).
EInen wirklichen roten Faden hat die Story einfach nicht, es wirkt beinahe so, als hätte der Autor sich beim Schreiben nicht entscheiden können, worauf er seinen Schwerpunkt legen will: Auf die Familie selbst, auf die Hexe, die sie verflucht, oder auf Draculas Weltvernichtungsplan usw. Das wird alles so halbherzig angerissen und irgendwie nichts wirklich fokussiert, weshalb man mit so einem unbefriedigten Gefühl zurückbleibt, wenn man das Buch aus der Hand legt.
Lesevergnügen kam nicht auf und nur endlose Enttäuschung blieb zurück., so sehr ich Mieses Karma und Jesus liebt mich empfehle, so sehr rate ich bei diesem Buch davon ab, es zu lesen. Es lohnt sich keine einzige Seite lang.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(201)

356 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

gott, jesus, satire, religion, humor

Gott bewahre

John Niven , Stephan Glietsch , Jörn Ingwersen
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 16.08.2011
ISBN 9783453675971
Genre: Romane

Rezension:

Gott kehrt nach einer Woche von einem Angelausflug zurück und bemerkt entsetzt, dass die Menschen in den 400 Jahren, die inzwischen auf der Erde vergangen sind, den Planeten und nicht zuletzt sich selbst weitgehend zugrunde gerichtet haben.
Eine Lösung muss her - Jesus wird erneut wiedergeboren...

Wer hier allerdings auf biblische Weisen und veraltete christliche Anschauungen hofft, wird bitterlich enttäuscht werden. Hat man sich erstmal an die zuweilen sehr derbe Sprache gewöhnt, merkt man ziemlich schnell, dass hinter dem kiffenden, gitarrespielenden Jesus und den augenscheinlichen Pennern und dem anderen "gesellschaftlichen Abschaum", mit dem er sich umgibt, tiefgründige, vom Leben gebeutelte Menschen stecken, liebevoll in ihrer Art und Weise und es wird einem irgendwie mit einem Schlag bewusst, dass man selbst vielleicht einmal zu oft dazu neigte, den Bettler auf der Straße, der einen nach Geld gefragt hat, schroff abzuweisen.
Die Vorurteile gegen HIV, Homosexualität, all das ist in dem Buch kein Tabuthema.
All diese Menschen (12 - woran erinnert uns das ;) haben eine liebevoll konstruierte Persönlichkeit, allen hat das Schicksal übel mitgespielt und untereinander sind sie doch so liebevoll und fürsorglich, dass es einen zu Tränen rührt.
Nebenbei wird man allerdings auch gezwungen, sich unangenehmerweise mit Dingen auseinanderzusetzen, wie dieser beinahe abstoßend widerlichen Konsum- und Kapitalismusgesellschaft, bis hin zu wirklich abgründigen Dingen, wie Waffengewalt, der Todesstrafe und den unwürdigen Umständen drumherum.
Es ist eine fiktive Welt, doch realistischer als manch anderer Roman, den ich bisher gelesen habe, trotz seiner bitteren Themen stellenweise auch sehr witzig und mit schwarzem Humor belegt - der Autor hat von allem etwas genommen bis er die perfekte Mischung eines gesellschaftskritischen Trashromans zusammen hatte. Ich ziehe meinen Hut.
Ich werde mir definitiv noch die anderen Werke dieses Autoren ansehen.
Verdiente fünf Sterne.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(654)

917 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 34 Rezensionen

thriller, miami, vergewaltigung, cupido, serienmörder

Cupido

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 22.06.2010
ISBN 9783499253928
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich kann nicht verstehen, warum das Buch so gehypet wird. Es ist soo langweilig. Das ganze Buch über dreht sich nur um diese schleppende Gerichtsverhandlung, nur in den letzten paar Seiten passiert mal was und der weibliche Hauptchara nervt einfach nur tierisch - vor allem langweilig dieses typische, Opfer kommt mit ermittelndem Polizist zusammen. Ne, echt nicht.
Aber die Masse gibt sich halt mit einfachen Büchern zufrieden, war ja schon immer so...
Absolut nicht empfehlenswert.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

engel, apokalypse, macht, archäologe, prophezeiung

Sohn der Verdammnis

Wendy Alec , Helmut W. Pesch
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.04.2011
ISBN 9783785760529
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe dieses Buch auf der Frankfurter Buchmesse als kostenloses Leseexemplar erhalten und dachte, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und da die Seitenzahl recht überschaulich ist, ging es auch.
An sich bekommt die Grundidee schonmal Punkte für mich. Ich interessiere mich sehr für Engel und die Offenbarungsgeschichte usw. und das finde ich hat die Autorin ganz interessant aufgegriffen.
Leider hat man schnell gemerkt, dass für den Umfang an Ideen, den die Autorin da aufarbeiten wollte, alleine für den ersten Band mindestens die doppelte Seitenanzahl hätte verwenden müssen, denn so wirkte das alles etwas gequetscht und mit der Anzahl an Charakteren, die immer wieder neu aufgetaucht sind, irgendwann auch leicht verwirrend und anstrengend.
Die gut durchdachte Story wurde leider gedämpft durch einen etwas holprigen Schreibstil, was vor allem nervig war und deshalb auch der Punkteabzug, dass die Autorin bei jedem (!) auftauchenden Charakter, erstmal eine halbe Seite beschreiben musste, was er anhat, wie er gerade aussieht usw. das hätte sie etwas knapper halten müssen, denn so hat das echt den Lesefluss gedämpft.
Vor allem hat mich gestört, dass sie mir zu wenig auf die Hauptcharas, also die drei Brüder, Adrian, Nick und Jason eingegangen ist - bei einer Buchchronik finde ich das schon ziemlich wichtig und hier haben wir wieder die Problematik mit der Kürze des ersten Bandes. Zu viel Info in zu wenig Seiten und die eigentlichen Hauptcharas bleiben dabei etwas auf der Strecke. Teilweise kamen mir auch die Erklärungen etwas abstrus vor und schmunzeln musste ich dann doch über so Sachen wie Laserkanonen im Himmel, oder Superwissenschaftler in der Hölle, aber insgesamt las es sich doch ganz gut. Allerdings hat mir dann doch noch so ein Bisschen der Zauber des Übernatürlichen gefehlt, es las sich irgendwie fast schon mehr wie ein Thriller oder ein Verschwörungsroman. Zu nüchtern aufjedenfall.
Ich bezweifle allerdings, dass mir das Buch in einer Buchhandlung ins Auge gestochen wäre, dazu empfinde ich den Titel irgendwie noch so ein bisschen als 0815. Trotzdem ist mir das Buch nach dem Gefühl her 3 Sterne wert.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

86 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 6 Rezensionen

fugger, augsburg, historischer roman, mittelalter, italien

Die Puppenspieler

Tanja Kinkel
Fester Einband
Erschienen bei Bertelsmann, 01.01.1993
ISBN B0027JK5AW
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist zwar bereits ein Jahr her, seit ich das Buch gelesen habe, doch ich möchte jetzt doch nochmal eine Rezenssion schreiben.
Ich muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht von dem Buch war.
Anfangs geht es eigentlich ziemlich spannend los - mit einer Hexenverbrennung, bei welcher der Protagonist Richard zu Unrecht seine Mutter verliert. Ist auch ganz gut geschrieben.
Von Rache getrieben verlässt er sein altes Dorf um den Inquisitor zu finden, der für das Urteil verantwortlich war.
Leider merkt man ziemlich schnell, dass er Großteil des Buches sich um eine Liebesgeschichte zwischen Richard und dem Zigenuermädchen dreht, das er bei dem Weg nach Italien gerettet hat und alles andere nur nebensächlich wird. Seine Rache lässt er irgendwann fallen, jedoch, ohne, dass es nochmals groß erwähnt wird im Buch.
Man kriegt auch schnell den Eindruck, dass bei den melodramatischen Zusammentreffen zwischen Richard und seiner Liebsten beide nicht wirklich wissen, was sie eigentlich wollen, was schon ziemlich bald anfängt, zu nerven, da es doch sehr dominant ist.
Wirklich Spaß gemacht zu lesen hat es ehrlich gesagt nicht und ich kann ehrlich auch nicht nachvollziehen, warum das Buch soviele so gute Bewertungen erhalten hat.
Ich würde es nicht weiterempfehlen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

pferde, spanien, histroisch, muslime, christen

Der Heiler der Pferde

Gonzalo Giner , Eva Maria del Carmen Kobetz Revuelta , Eva Maria del Carmen Kobetz Revuelta
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.12.2011
ISBN 9783442373307
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Jahr 1195: Mit 14 Jahren muss Diego de Malagón mit ansehen, wie seiner Familie von fanatischen Muslimen getötet wird - er selbst muss fliehen und kommt bei einem berühmten Pferdeheiler unter, bei welchem er bald darauf in die Lehre geht.

Begonnen klingt die Geschichte recht vielversprechend. Das Spanien des Mittelalters mitten in den blutigen Kriegen gegen die Muslime und den Kreuzzügen und in dieser Welt ein Junge, der versucht, sein Leben aufzubauen und seine vom Feind entführten Schwestern zu retten.
Ich habe mich sehr schwierig getan, mich für eine Bewertung für dieses Buch zu entscheiden - nach langem Überlegen habe ich mich doch für die schwächere entschieden, denn trotz gelegentlicher philosophischer und tiefgründiger Szenen, die bei mir durchaus auf Gefallen stießen, empfand ich dieses Buch insgesamt recht leidenschaftslos und hölzern.

Bewerten wir einmal nur den Schreibstil an sich: Der Autor reiht Hauptsatz an Hauptsatz, das klingt ungefähr so: Auf der Wiese stand ein Baum. Am Baum hingen Äpfel. Ein Junge pflückte sich ein paar Äpfel. Dann ging er nachhause. Es gab Abendessen.
Das macht das Lesen irgendwann dröge. Weiterhin speist einen der Autor gerade an den Stellen, an denen es richtig spannend werden könnte, mit übergreifenden Zusammenfassungen ab, wenn er nicht gerade mit oben beschriebenem Schreibstil beispielsweise Liebesszenen und Schlachten versaut.
Das geht eigentlich das ganze Buch so. Zusammenfassung, kurze Handlung, Zusammenfassung, Zusammenfassung, kurze Handlung. Der Schreibstil ist wenig abwechslungsreich und alles andere als schillernd. Ich habe kein einziges Mal die Szenerie vor meinem geistigen Auge sehen können - dabei war es gerade das, wo ich bisher noch keinen historischen Roman mit Spanien als Setting gelesen habe, was mich an dem Buch so interessiert hat. Sehr schade. Man kämpft sich durch seitenweise Zusammenfassungen und hin- und wieder sind in Dialoge, und das leider auch ziemlich holprig formuliert, Informationen zu historischen Ereignissen eingewoben.
Ich habe so viele Szenen gefunden, wo ich dachte, Mensch, da ist einfach verdammt viel Potential drin um ein Wahnsinnsbuch drin zu machen, doch der Autor hat es einfach nicht geschafft, dieses Potenzial richtig auszubauen, in dem er nur hölzern alles heruntergerattert hat, was ihm gerade einfiel.

Fahren wir fort mit den Charakteren: Diego war mir nicht ganz unsympathisch, dennoch fand ich ihn nicht wirklich überzeugend. Ein Hauptcharakter muss mich einfach umhauen, doch leider überzeugt Diego weder durch Wortgewandtheit, Willensstärke oder irgendein anderes besonderes Attribut, was ich absolut wichtig finde, für die Konstruktion eines Hauptcharakters. Dabei erwartet man gerade bei jemandem, der alles verloren hat, und immer wieder gezwungen ist, zu fliehen, neu anzufangen und nie zur Ruhe kommt, eine gewisse leidenschaftliche Verbissenheit, wahlweise Melancholie oder selbstzerstörerische Züge, doch Diego wies rein gar nichts von alldem auf. Er war einfach nur da und hat sich durch nichts besonders hervorgetan.
Er macht auch nicht wirklich eine charakterliche Entwicklung durch, wie man es bei so einem abenteuerlichen Leben eigentlich erwarten würde.
Mencía, seine angeblich große Liebe ist ebenso flach und gesichtslos. Das einzige, woran man sich erinnert, wenn man an das Buch zurückdenkt, dass sie wunderwunderschöne blaue Augen hatte. Und trotz der Heirat mit einem anderen, fallen sich die beiden am Ende vom Buch in die Arme und schwören sich, wie sehr sie sich lieben. Alles ist in Ordnung und Diego hat sein gebrochenes Herz von einer Sekunde auf die andere überwunden.
Mencía wird dabei als störrischer und eher wilder Charakter beschrieben, fügt sich allerdings widerstandslos in die Ehe, die die grausame Mutter für sie beschieden hat und nicht einmal danach versucht sie zumindest zu verschwinden und sich mit Diego zu treffen, wie man es bei einem Charakter, der sie wohl hätte werden sollen, erwarten dürfte.
Ebenso das Wiedersehen mit Diegos einziger noch lebender Schwester Estela. Es fehlt gerade bei solchen Szenen absolut jede Leidenschaft, jedes Gefühl und vor allem die Sensibilität im Umgang mit Charakteren, die immer wieder Schicksalsschläge erleiden müssen.
Die Wahl der Freunde und Nebencharaktere war maßlos enttäuschend. Diego hat während des gesamten Buches keinen einzigen wirklichen Freund gefunden. Marcos, der da sehr vielversprechend war, hat ihn im Stich gelassen und wurde gegen Ende einfach vom Tisch gekehrt, Bruno de Orantes ist in einem Nebensatz mal so gestorben, einzig mit Galib, seinem Meister hat Diego sich am Ende versöhnt. Das war eine der wenigen schönen Szenen.
Benazir war auch so ein Charakter für sich. Diego war ihr auf Anhieb verfallen, sie schmeißt sich an ihn heran und er nimmt jede Schuld auf sich um die Frau zu schützen, ohne an irgendwelche Konsequenzen zu denken. Er beteuert mehrmals im Buch, das er sie nicht liebt, wieso also macht er sich seine Zukunft so dermaßen kaputt? Für mich völlig unverständlich.
Und sie, die wegen ihres stolzen und starken Charakters gepriesen wurde, bleibt einfach stumm und lässt Diego ins Verderben rennen.
Der Jude Ephraim hatte beispielsweise auch wahnsinnsviel Potential, doch irgendwie war es vorhersehbar, dass jemand, der so offen mit Zaubertränken und dem Krempel umgeht, früher oder später am Galgen oder aufm Scheiterhaufen endet.
Das ist einfach insgesamt alles so... es gibt wirklich keinen einzigen Charakter, der mir wirklich glaubhaft rübergekommen ist, oder jetzt, nach dem Lesen noch bildlich in Erinnerung geblieben wäre. Sehr enttäuschend.

Insgesamt finde ich, hat das Buch ziemlich wenig Bezug zum Titel. Diego geht zwar bei dem Pferdeheiler in die Lehre und lernt ein Bisschen  Bücherwissen bei einem Mönch, doch danach ist er mehr damit beschäftigt, zu fliehen, sich als Spion ausbilden zu lassen, danach als Söldner im Krieg zu kämpfen, sich wegen Ketzerei gefangen nehmen zu lassen und so weiter und so fort. Die eigentliche Tätigkeit, bzw. Der Titel ist irgendwie komplett untergegangen. Das Buch hätte genauso gut heißen können: "Der Junge der sein Zuhause verlor" oder einen anderen nichtssagenden Titel.
Das Buch hatte auch insgesamt einen schlechten Aufbau. Die Szenen wirkten oft, als seien sie völlig unabhängig voneinander geschrieben worden, weil einfach selten ein fließender Übergang da war. Es passierte das. Dann passierte das. Und dann dieses. Und so weiter.

Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen und bin ziemlich enttäuscht, dass ich wieder einmal dem berühmten "Außen Hui, innen Pfui" zum Opfer gefallen bin.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(199)

327 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

spanien, historischer roman, mittelalter, england, medizin

Der Wanderchirurg

Wolf Serno
Flexibler Einband: 810 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2002
ISBN 9783426621646
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieses Buch ordne ich in die Sparte ein "Liest man aus Langeweile, aber ohne Leidenschaft."
Der Klappentext klingt vielversprechend: Der junge Vitus wurde als Findelkind in einem Kloster aufgezogen und macht sich als Erwachsener auf die Suche nach seinen wahren Wurzeln.
Das Buch tritt schonmal gewaltig auf der Stelle, als Vitus schon nach 20 Seiten von der Inquisition gefangengenommen und da fast die Hälfte des Buches im Kerker verbleibt.
Es zieht sich ungemein und es passiert einfach nichts (!)
Währenddessen verschwendet der Autor meiner Meinung nach viel zu viel Zeit auf die Vorstellung und Einführung unwichtiger Nebencharaktere, wie Martinéz, der ziemlich schnell wieder stirbt und man sich fragt: Hä? Wozu hab ich mindestens 50 Seiten über den Kerl und sein Leben gelesen, der dann doch nichts Wichtiges zur Handlung beizutragen hat?
Ich fand das Buch schlecht strukturiert und wirklich Spannung kam auch nicht auf.
Hinzukommen war, dass mich Vitus als Hauptcharakter einfach nicht überzeugt hat. Ich fand ihn nicht unsympathisch, aber er war irgendwie durchsichtig und ohne wirkliche Persönlichkeit. Dazu muss man sagen, dass es auch nicht viel Möglichkeiten gab, die zu entfalten, bei dem ganzen Fokus der auf allen anderen Charakteren lag.
Dann innerhalb von 10 Seiten findet Vitus am Schluss doch seine Wurzeln, nachdem er bei der Seeüberfahrt (die als einzige ganz gut beschrieben war in dem Buch) plötzlich unsterblich in eine Frau verliebt war, die er vielleicht einen halben Tag kannte. (nicht sehr nachvollziehbar)
Desweiteren bestanden gut 40% des Buches aus holprig in Dialoge eingewobenem Recherchewissen, was zu lesen, mich auch ziemlich gelangweilt hat. Wenn ich wissen will, wie die exakte präzise Bezeichnung von irgendwelchen Messungen auf hoher See lautet, schau ich in Wikipedia nach. Erklärungen sind gut, aber nicht, wenn diese soweit ausarten, dass man eher das Gefühl hat, ein Fachbuch als einen Roman vor Augen zu haben.
Auch habe ich die Welt der Spätrenaissance vor meinem inneren Auge vermisst, das hat komplett gefehlt. Keine Beschreibungen, kein Lesefluss. Ich war irgendwann nur noch froh, dass ich es durchhatte.
Weiterempfehlen kann ich dieses Buch auf gar keinen Fall. Ich würde es nicht direkt als schlecht bezeichnen, aber es lohnt sich einfach nicht.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ritter, freundschaft, hofnarr, burg

Mimus

Lilli Thal , Thal Lilli
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 04.03.2010
ISBN 9783473583584
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Warum muss ich als Narr Liebeslieder können?", äußerte er missmutig.
"Weil, mein ahnungsloser kleiner Dummkopf", antwortete Mimus, "Liebeslieder immer von Narren gesungen werden."


Nur eines von vielen feinsinnigen Zitaten aus einem wunderbar unterhaltsamen Buch.
Florin, Kronprinz von Monfiel gerät durch einen hinterhalt in Gefangenschaft und muss sich nun als Narr an dessen Hof verdingen.
Er hat Mimus zum Lehrmeister, eine schillernde, vielschichtige Figur, als Narr beliebt und bekannt am Hof des Königs von Vinland.
Um zu überleben, spielt Florin das erdniedrigende Spiel mit.

Ich habe dieses Buch innerhalb von eineinhalb Tagen durch gelesen und kann es ruhigen Gewissens im Stapel "Süchtigmacher" ablegen.
Dieses Buch ist gleichsam witzig, wie feingeistig geschrieben, man wird einfach immer in Atem gehalten und die Spannung lässt niemals nach bis zur letzten Seite nicht.
Der einzige Grund, warum es "nur" vier Sterne von mir erhält ist der, dass man, finde ich, doch merkt, dass das Buch ursprünglich für ein jugendliches bis kindliches Publikum geschrieben wurde - wie wunderschön wäre es gewesen die Geschichte in einer "Erwachsenenversion" zu lesen ...
So blieben leider manche Sachen ziemlich auf die Strecke, ich bsp. hätte mir ein paar richtig morbide Szenen gewünscht - wenn man über Narren schreibt, übers Mittelalter, dann bietet sich das ja regelrecht an. So blieb das Ganze doch leider relativ harmlos und stellenweise hätte ich mir auch ein bisschen tiefschichtigere Charaktere gewünscht.
Insgesamt aber ein absolut lesenswertes Buch, deshalb verdiente vier Sterne!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

1526 rom-italien

Das geheime Buch der Grazia dei Rossi

Jacqueline Park , Johanna Kolf
Flexibler Einband: 747 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.11.2005
ISBN 9783426632239
Genre: Historische Romane

Rezension:

Für mich, die ich historische Romane liebe, war dies ebenfalls eine Zufallsentdeckung - mittlerweile kann ich nachvollziehen, warum jemand es im Secondhandshop abgegeben hat.
Der Rückentext klingt erstmal vielversprechend: Nach einem turbulenten Frauenleben, nach schillerndem Leben im Italien der Renaissance.

Allerdings wird man ziemlich schnell ernüchtert. Der Erzähstil ist trocken, die Story langweilig, die Charaktere sind absolut blass gezeichnet. Die Autorin hat mehr Wert auf perfekte Recherche gelegt und ihre Charaktere ebenso perfekt darstellen wollen, indem sie gelegentlich irgendwelche Zitate vvon Cicero, Plato usw. vom Stapel lassen.
Das Entscheidende hat aber einfach gefehlt: Das Herz. Weder habe ich Grazia selbst vor meinem inneren Auge sehen können; Ihre Beschreibung hat mich wenig überzeugt, noch wollte sich ein imposantes Bild des Arztes Judah del Medigo auftun. Auch die Nebenfigur der Isabelle d'este hat mich nicht überzeugt, eher im Gegenteil, sie war einfach nur unsympathisch und nervig.
Im ganzen Buch ist quasi nichts passiert. Die Autorin lässt ihre Protagonistin erzählen und erzählen, meistens von historischen Ereignissen, worauf mehr Wert gelegt wird, als auf das Herz der Story. Die letzten Seiten musste ich mich echt abquälen und ich hatte einfach null Bock mehr.
Wenig Aktions-Handlung, viel zusammenfassendes Erzählen. Es las sich mehr wie ein Bericht, weniger wie die Geschichte eines aufregenden, turbulenten und schillernden Lebens, die es eigentlich hätte werden sollen.
Sehr große Sprünge zwischen den Jahren, es werden gefühlte 5 Seiten aus Jahre 1515 erzählt, dann sind wir plötzlich bei 1520 ohne, dass etwas Nennenswertes passiert und plötzlich ist Grazia eine "alte" Frau. Man kriegt von ihrer Jugend kaum etwas mit und die wenigen Seiten, die einen wirklich gerührt haben, die kann man an einer Hand abzählen. Streckenweise las es sich ganz ok, was aber auch der einzige Grund für 2 Sterne und nicht nur einen ist.
Dafür dass die Autorin angeblich ganze zehn Jahre für dieses seichte Buch gebraucht hat, ist das leider eine ziemlich erbärmliche Leistung.
Die "Liebesgeschichte" schleicht sich alle 200 Seiten mal für zwei Seiten mit hinein, sodass auch das nicht wirklich fesseln konnte.
Sehr schade. Aus der Idee hätte man sicher mehr machen können.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(110)

210 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 5 Rezensionen

england, mittelalter, historisch, historischer roman, frankreich

Die Hüter der Rose

Rebecca Gablé
Flexibler Einband: 1.113 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 01.11.2009
ISBN 9783404270002
Genre: Historische Romane

Rezension:

John ist der Spross des Protagonisten Robin of Waringham aus 'Das Lächeln der Fortuna' und hat es als dessen jüngster Sohn alles andere als leicht. Wie sein Vater hat er die Gabe geerbt, gut mit Pferden umgehen zu können und er sehnt sich nach nichts mehr, als ein Ritter am Hofe Henrys VI zu werden.
Auch viele andere bekannte Gesichter aus dem ersten Band tauchen in diesem Roman auf, allerdings muss ich leider sagen, dass das ganze Buch echt erbärmlich blass aussieht im Vergleich zu seinem Vorgänger.

John ist irgendwie ein müder Abklatsch seines Vaters. Die Autorin hat ihm dieselben Attribute verleihen wollen, nur teilweise etwas weniger leidenschaftlich. Streckenweise offenbart sich mir John, und das ist der einzige Punkt, der ihn von seinem Vater unterscheidet, als engstirnig und unweitsichtig, das wird bsp. vor allem deutlich, als seine Verachtung für die Jungfrau von Orleans beschrieben wird - da ist er mir sogar richtig unsympathisch geworden. Generell scheint er nicht wirklich fähig über den eigenen Tellerrand blicken zu können, was ihn zu einem ziemlich faden und berechenbaren Hauptcharakter macht.
Ich habe einfach die Liebe vermisst, die mich beispielsweise im ersten Band zu Robin befallen hat, dass man automatisch mitfiebert mit seinen Abenteuern und dergleichen.

Auch ist mMn die Aufteilung des Buches wenig abwechslungsreich.
John macht irgendwas Cooles, wie das Mädchen seines Herzens zu heiraten, dann wieder n bissl Gebummel um den König, dann gerät er in Schwierigkeiten, alle haben Angst um ihn, er wird gerettet, dann wieder König, dann wieder Schwierigkeiten, dann wird er wieder gerettet ... es ist ziemlich eintönig, es passiert im Grunde nichts wirklich Spannendes, wie in einer Waschmaschine im gemächlichen Schleudergang.
Auch der Widersacher, Arthur Scrope ist ziemlich blass gezeichnet worden. Ich habe ihn niemals als ernste Bedrohung für John wahrgenommen, sondern eher wie die kleine Running-Gag Nervensäge, die immer mal wieder am Rande auftaucht, aber nicht wirklich ernst zu nehmen ist.

Um ehrlich zu sein waren die einzigen wirklichen Highlights des Buches die Thematik der Jeanne von Orléans (wobei man auch merkte, dass die Autorin, wie sie selbst im Nachwort geschrieben hat, nichts für die historische Figur der Jeanne übrig hatte, was ich ehrlich gesagt etwas arm finde, da man sich durch persöniche Sympathien bei sowas eigentlich nicht beeinflussen lassen sollte =/) und der Teil am Schluss, als John in die Fänge von diesen Teufelsanbetern gerät. Das wars eigentlich.
Generell gab es viel seichtes Blabla und ich hätte mir mehr gewünscht, wenn man schon inmitten des Hundertjährigen Krieges ein Buch schreibt, dass dieser dann auch viel mehr miteinbezogen wird - Schlachtfelder, blutige Kämpfe usw. und nicht ausschließlich das höfische Leben.
Ich war zwar trotzdem relativ schnell durch mit dem Buch, der Zauber allerdings, der mich beim ersten Band überfallen hatte, hat mir aber einfach gefehlt und ich war ehrlich gesagt froh, als ich dann fertig war und es weglegen konnte...

Der Form halber sollte man es wohl gelesen haben - ich habe mir sagen lassen, dass die darauffolgenden Bände wieder besser wären. Wir werden sehen. Zwingend empfehlen würde ich das Buch allerdings nicht.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(658)

1.114 Bibliotheken, 15 Leser, 9 Gruppen, 64 Rezensionen

england, historischer roman, mittelalter, ritter, waringham

Das Lächeln der Fortuna

Rebecca Gablé
Flexibler Einband: 1.196 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.11.1997
ISBN 9783404139170
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ende des 14. Jahrhunderts: Der junge Robin of Waringham entflieht nach dem Tod des Vaters aus einem Kloster, um zu dessen Ländereien zurückzukehren, welche zwischenzeitlich einem anderen Lehnsherrn des Königs übereignet worden sind. Dort verdingt er sich als Pferdeknecht, was ihm bald aufgrund seiner speziellen Gabe mit den Tieren einen besonderen Stand einbringt. Der neue Lord of Waringham indes fördert den verwaisten Jungen, während Robin in dessen Sohn Mortimer jedoch einen Todfeind fürs Leben findet...
Der beginn einer kollossalen Ritter-Saga, die einen von der ersten bis zur letzten Zeile in Atem hält. Man lernt die Charaktere zu lieben, die die Autorin mit sehr viel Liebe kreiert hat - kein Charakter ist nur schwarz oder nur weiß, sogar die ganz "bösen" lernt man irgendwann zu bedauern.
Der anschauliche Schreibstil der Autorin versetzt einen direkt ins England des 100-jährigen Krieges, ins Spätmittelalter.
Negatives habe ich an diesem Buch kaum auszusetzen - ich persönlich mag es nur nie soo gerne, wenn die Charaktere während eines Buches so schnell altern, aber das tut dem Roman insgesamt nicht den geringsten Abbruch. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen __
Aufjedenfall durch und durch empfehlenswert!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(503)

794 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 52 Rezensionen

hebamme, mittelalter, historischer roman, ritter, liebe

Das Geheimnis der Hebamme

Sabine Ebert
Flexibler Einband: 652 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.11.2006
ISBN 9783426634127
Genre: Historische Romane

Rezension:

Da dieses Buch überall als Bestseller deklariert wird, bin ich natürlich auch mit einer gewissen Erwartungshaltung ans Lesen heran gegangen.
Leider konnte ich mich während des ganzen Buches nicht wirklich für die Geschichte erwärmen.
Die Grundidee mag noch ganz interessant klingen - leider wird man bald ernüchtert durch Charaktere, die durchweg jeder Tiefe komplett entbehren, eine langweilig dahinplätschernde Story, Klischees und eine so kitschige und seichte (und vor allem nicht nachvollziehbare) Liebesgeschichte, dass es fast schon wehtut (ich hab während des Lesens mehrmals tatsächlich genervt aufstöhnen müssen).
Die beiden Hauptcharaktere Mathe und Christian reden kaum zwei Sätze miteinander und schon ist es gegenseitig die Liebe des Lebens (Man merke, sie ist zu Beginn des Buches gerade mal frisch 13) und sie können ohneinander nicht mehr und nahezu 80 % dieses Buches sind davon belegt, dass die beiden einander in Gedanken anschmachten und nicht ohneinainder leben können und überhaupt.
Ich kann mich einfach nicht für eine Liebesgeschichte erwärmen, wo das Mädchen noch buchstäblich ein Kind ist und der Mann schätzungsweise mitte bis Ende 20.
Durchgehend jeder (!) Mann, der Marthe begenet will sie vergewaltigen oder denkt zumindest dran sie zu verführen, was einzig und allein dafür dient, dass Christian sie mal wieder aus einer unangenehmen Situation retten oder wahnsinnig vor Eifersucht werden kann ... bla bla bla.... irgendwann hat es einfach nur noch genervt und ich war heilfroh mit diesem Buch fertig zu sein.
Leider wird die Geschichte dadurch noch verschlechtert, dass die Autorin es einfach mit keinem Satz schafft, die Welt des Mittelalters vor dem inneren Auge aufleben zu lassen und ohne böse klingen zu wollen, ich habe Hobby-Autoren mit einem ausgereifteren und fesselnderen Schreibstil kennengelernt.
Die Deklaration Bestseller hat kein Buch weniger verdient, als dieses hier. Absolute Zeitverschwendung.

  (2)
Tags:  
 
33 Ergebnisse