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155 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

wilhelm genazino, schuhtester, alltag, trennung, melancholie

Ein Regenschirm für diesen Tag

Wilhelm Genazino
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2003
ISBN 9783423130721
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe im Grunde mit meiner Kurzmeinung schon alles gesagt.

Dieses Buch macht einen auf melancholischen Lebenssinnsucher, scheitert damit aber kläglich meiner Meinung nach. Dasselbe gabs im Steppenwolf schon und zwar wesentlich ergreifender und mitreißender und mit wesentlich mehr stilistischer Finesse.
In diesem Buch begleitet man einen vom Leben angeödeten Mittvierziger durch seinen trockenen trostlosen Alltag, der hin und wieder durch Begegnungen mit Frauen aufgelockert wird, die aber genauso gesichts- und farblos bleiben wie der Protagonist selbst.
Dieses Buch ist einfach durchgehend deprimierend und trostlos und wenn man gerade ein psychisches Leiden durchlebt, sollte man tunlichst die Finger von diesem Buch lassen, da es einen sonst unter Umständen noch mehr herunterzieht. Die wenigen stilistisch und storytechnisch interessanten Momente kann man an einer halben Hand abzählen.
Dieses Buch ist wirklich nicht das schrifstellerisch brilliante Werk als das es gehandelt wird und ich kann nur jedem davon abraten, wenn man sich nicht durch 170 Seiten langweilen oder Suizidgedanken bekommen will von dieser ganzen Trostlosigkeit.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

band 8, fortsetzung, krimi, mordfall, reihe

Rotes Meer

Åke Edwardson , Angelika Kutsch
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.07.2012
ISBN 9783548284569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Erik Winter hat in einem Dreier Mordfall zu Ermitteln - der einzige Zeuge, ein Junge, nicht wirklich greifbar.


Nun, was mir überraschend positiv ins Auge fällt ist der ungewöhnliche, stellenweise leicht "hingeschmierte", flapsige Schreibstil, der die Eindrücke von Menschen und inneren Monologe imitiert, ohne ihnen direkt eine Form zu geben. Es ist vom Schreibstil wirklich etwas, das sich abhebt, das kann ich nicht bestreiten.

Leider war es das auch schon. Im kompletten Buch passiert eigentlich so gut wie gar nichts. Und ich meine wirklich nichts. Es baut sich kein Spannungsbogen auf, keine interessante Ermittlungsarbeit, nur Befragungen, die sich tausendmal wiederholen und ich habe ehrlich gesagt nicht den Eindruck, dass der Autor begriffen hat, wie man einen Krimi richtig aufbaut.

Die nächste Enttäuschung war, wie unglaublich blass alle Charaktere geblieben sind  - von Erik Winter hin bis zu den wichtigen Schlüsselfiguren. Ich konnte zu keinem von ihnen irgendeinen Bezug aufbauen.
Es war als blieben sie alle im Nebel während ich das Buch gelesen hab, weshalb ich es als ich fertig war mit einem Gefühl von Befremdung und Enttäuschung zur Seite gelegt habe.

Ich kann keine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, wirklich nicht. Es ist einfach nur todlangweilig

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Tags: krimi, mordfall, rotesmeer   (3)
 

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504 Bibliotheken, 5 Leser, 6 Gruppen, 27 Rezensionen

england, krieg, charlotte link, familie, yorkshire

Das Haus der Schwestern

Charlotte Link
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 10.05.2010
ISBN 9783442375349
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mich damals "Der fremde Gast" nicht so überzeugen konnte, tut es dieses Buch umso mehr.


Es erzählt die Geschichte einer starken Frau - Frances Gray - die ihrer Zeit voraus war. Geboren Ende des 19. Jahrhunderts in eine gut situierte Familie mit alten Werten und einer kleinen Schwester, die der Sonnenschein aller ist, geht sie ihren eigenen Weg. Schlägt eine Heirat aus, geht nach London und gerät mitten hinein in die Suffragettenbewegung, geht durchs Gefängnis, Widerstand, hinter der Front als Schwesternhelferin im ersten Weltkrieg und Depressionen und findet sich nach und nach selbst. Sogar der Bruch mit dem Vater bringt sie nicht von ihrem Weg ab und dann gibt es natürlich noch einen Mann, zu dem sie über ein halbes Jahrhundert etwas ganz Besonderes verbindet...

Ich mag das Buch wirklich sehr. Gerade die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist so unruhig, vor allem durch die zwei Weltkriege, wirtschaftliche Depression und dem Kampf der Frau für Unabhängigkeit.
Frances ist eine unglaublich starke Protagonistin mit Ecken und Kanten und gerade das macht sie so sympathisch. Sie behauptet sich, sich selbst und anderen gegenüber, die ihren Weg kreuzen und bewahrt sich während der ganzen Zeit Integrität und Unabhängigkeit.

Das Buch ist sehr spannend geschrieben - hin- und wieder verirrt sich eine kleine Länge hinein, aber nicht so dass es besonders störend wäre. Was mir besonders gut gefällt ist, dass dieses Buch ohne eine melodramatische Liebesgeschichte auskommt - die Liebesgeschichte hält sich dezent im Hintergrund und fließt genau richtig portioniert in die Story mit ein.

Das Ende ist spannend, aber leider auch ein bisschen vorhersehbar, deshalb insgesamt nur vier Sterne anstatt fünf.

Aber es lohnt sich aufjedenfall :)

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Tags: familienepos, link, suffragetten   (3)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

depressionen, freiheit, meer, selbstfindung, strand

Am Strand von Miramar

Richard Bode
Fester Einband: 233 Seiten
Erschienen bei Ariston
ISBN 9783720520003
Genre: Sachbücher

Rezension:

Am Strand von Miramar hat mich tief bewegt. Es ist so rührend ehrlich und bodenständig und kommt dabei ganz ohne Melodramatik, überspitzte Metaphern oder übertrieben verworrene Sätze aus. Ich will eigentlich gar nicht so viel davon erzählen, da ich mit diesem Buch rundum zufrieden bin als Leser.
Ich kann es wirklich nur jedem Menschen nahelegen, der sich verloren fühlt und auf der Suche nach sich selbst ist. Es tröstet. Mir jedenfalls hat es sehr gut getan, es zu lesen.

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Tags: depressionen, selbstfindung   (2)
 

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229 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 17 Rezensionen

rebecca, mord, klassiker, england, liebe

Rebecca

Daphne Du Maurier
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.06.2010
ISBN 9783596902750
Genre: Klassiker

Rezension:

Nun, mal sollte bei der Rezension dieses Buches wohl berücksichtigen, wie alt es mittlerweile ist. Ich persönlich tue mir jedenfalls ein wenig schwer damit. Gleich zu Anfang langweilt und zieht es sich mit seitenweise melodramatisch um den heißen Brei herumreden, pseudo-neugierig machen wollen auf die kommende Geschichte, aber meiner Meinung nach überspannt die Autorin den Bogen damit maßlos. Man stöhnt mehrfach genervt auf und denkt sich, wann geht es denn nun endlich los mit der Geschichte?
Als es dann endlich losgeht, muss man noch seitenweise ertragen, wie ungeheuer wichtig das junge Alter und die damit automatisch verbundene Unerfahrenheit der Protagonistin ist, als sei Alter das einzig Ausschlaggebende im Wesen einer Person. Aber vielleicht erwarte ich von einem Buch das in den vierziger Jahren geschrieben wurde zuviel.


Die Story an sich ist ganz interessant und ich muss eine Überraschung meinerseits einräumen, da ich mit der Auflösung am Schluss so nicht gerechnet hatte.

Ansonsten plätschert es eher dahin. Leider lässt die gesamte Story eine Chemie zwischen den Hauptcharakteren – der jungen Ich-Erzählerin deren Name nervigerweise nicht einmal erwähnt wird, weshalb sie recht formlos bleibt, und Maxim de Winter – vermissen. Die beiden interagieren kaum miteinander und wenn sie es tun, wirken sie dabei wie Fremde und jede Verletzung und Kränkung, die die junge Protagonistin durch de Winter erfährt wird hingenommen und am Ende kriecherisch als eigene Verfehlung ihrerseits abgetan. Das alles ist sehr befremdlich und unsympathisch auf mich. Wie gesagt, vielleicht erwarte ich von einem Buch aus dieser Zeit etwas zu viel, aber es gibt eben auch andere Werke aus derselben Zeit, die einen gerade nicht mit teilweise sexistischen Stereotypen nerven. Die Auflösung war wie gesagt spannend zu lesen, das war es aber leider auch schon.
Wirklich nachvollziehen kann ich den Status dieses Buches als „Klassiker“ nicht, da es weder mit Stil noch mit Story flasht, und kann hier auch nicht unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen. Es ist was Nettes für Zwischendurch, mehr aber auch nicht.

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Tags: rebecca   (1)
 

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247 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

horror, stephen king, stark, pseudonym, schriftsteller

Stark

Stephen King
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.08.2009
ISBN 9783453433984
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thad Beaumont ist wohl nicht der einzige Autor, der unter einem Pseudonym veröffentlicht. Aber wohl der einzige, dessen Pseudonym nach seiner symbolischen Beerdigung wortwörtlich zum Leben erwacht. Und George Stark ist alles andere als amused über seine Beerdigung…

Mit Stark – The Dark Half hat King wie ich persönlich finde wieder mal ein fantastisches Werk geschaffen. Das Buch ist einfach spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Sei es Starks persönlicher Rachefeldzug, die telepathische Verbindung zweier Männer, die eigentlich einer sind oder das mysteriöse Auftauchen von Tausenden von Sperlingen. Es geht um die Macht des Autoren mit seinen geschriebenen Worten zu erschaffen und dabei kommt The Dark Half, King-untypisch, mit sehr wenigen Charakteren oder ellenlangen Aus- und Umschreibungen aus. Die Geschichte ist gleichbleibend spannend und liest sich sehr süffig, die Idee ist einfach fantastisch und ebenso fantastisch umgesetzt – ich hätte es allerdings tatsächlich sehr genossen, wäre die Interaktion zwischen Stark und Beaumont noch etwas mehr vertieft worden – deshalb nur vier Sterne anstatt fünf, aber wie ich finde, mehr als verdient.

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Tags: horror, psychothriller, stephenking   (3)
 

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horror, stephen king, außerirdische, amerika, tommyknockers

Das Monstrum - Tommyknockers

Stephen King , Joachim Körber
Flexibler Einband: 1.072 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435858
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie bei  vielen anderen Titeln ist mir schleierhaft, warum man den Originaltitel nicht einfach belassen konnte - vor allem wenn es sich um so einen Eigennamen handelt, den man eigentlich nicht übersetzen kann. Tommyknockers klingt jedenfalls für mich viel interessanter als "Das Monstrum". Nunja.


Ich bin von dem Buch ehrlich gesagt enttäuscht. Es ist leider eines der Werke, in denen King sich in Massen an Nebensträngen verliert, seitenweise Erzählungen über unwichtige Personen, die dann doch kurz darauf sterben. Es ist unglaublich nervig und langweilig, bis mal wirklich was Essentielles passiert, der Lesefluss wird leider ständig durch irgendwelche ausschweifenden Erzählungen über Schicksale von solchen Leuten unterbrochen, sodass die wahre Story, die an sich ja doch Potential gehabt hätte, leider sehr untergeht, sodass ich tatsächlich gerade nicht wirklich etwas dazu sagen kann.Lediglich in den letzten 80 Seiten nimmt es dann mal an Fahrt auf und das finde ich für ein King Werk eher schwach.


Man merkt halt, dass King mehr als fünf Jahre an dem Ding geschrieben hat, in so einer großen Zeitspanne ist es nahezu unmöglich, eine Konstante beizubehalten. Man gewinnt den Eindruck als hätte er zwischenzeitlich nicht gewusst, wie es weitergehen soll und hätte dann irgendetwas geschrieben. Es liest sich wie 700 Seiten heiße Luft und man liest es halt weiter, um es hinter sich zu haben, aber dieses Gefühl dass ich vor lauter Spannung am liebsten ins Buch hineinkriechen möchte, wie es zum beispiel damals bei Es, The Stand oder Misery gewesen ist ist leider ausgeblieben. King-Einsteigern würde ich eher zu einem anderen Buch von ihm raten. Er hat viele sehr geniale Werke, Tommyknockers ist leider keines davon. Man kann es der Vollständigkeithalber lesen, mehr aber auch nicht.
 

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666 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 41 Rezensionen

horror, stephen king, schriftsteller, misery, thriller

Sie

Stephen King , Joachim Körber
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453435834
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein berühmter Buchautor in den Klauen einer psychotischen Frau.



Als Paul Sheldon mit dem Manuskript seines neuesten Buches im Gepäck unterwegs ist, erleidet er einen schweren Autounfall. Als er jedoch zu sich kommt, befindet er sich nicht in einem Krankenhaus, sondern in Annie Wilkes Haus - seinem selbsterklärten "größten Fan"
Annie stellt sich bald als Psychopathin heraus, die buchstäblich alles dafür tut, dass Paul ihrer Lieblingsbuchreihe von ihm "Misery" zu einem neuen erfreulicheren Ende verhilft.
Ich muss sagen, ich habe selten beim Lesen eines Psychothrillers mehr Unbehagen bei der Charakterisierung des "Bösen" verspürt (auf eine positive Weise). Annies Abgründe wabern über die Seiten des Buches und nehmen einen gefangen. Man will nun wirklich nicht in Pauls Haut stecken und fiebert Seite um Seite mit, ob es ihm gelingt, zu entkommen und erschaudert so manches Mal, bei der Beschreibung dessen, was sie ihm antut..
Interessant ist die Entwicklung zu beobachten. Paul, der nie so recht zufrieden mit seinen Büchern schien, obgleich sie immer in den Bestseller Listen zu finden waren, läuft zu seiner Höchstform auf und schreibt seinen stärksten Roman, während man bei Annie hin- und wieder ganz fein gestreute Menschlichkeit noch findet. Es ist schwierig, sie richtig einzuordnen. Auf der einen Seite erscheint sie einem, wie eine klassische Psychopathin, berechnend, eiskalt und grausam, während sie auf der anderen Seite wirkt wie eine sehr labile Persönlichkeit, der selbst irgendwann mal etwas Fürchterliches angetan wurde und die einfach nur völlig den Bezug zur Realität verloren hat.
Ich habe wirklich nicht das absolut geringste an diesem Buch auszusetzen und das kommt wirklich selten vor.Noch mehr gefreut hätte ich mich über etwas mehr aus Annies Vergangenheit - aber das Buch funktioniert auch so und mehr hätte es vielleicht auch unnötig aufgebläht. 
Kann ich jedem King Fan und vor allem jedem Thriller Fan mit absolut gutem Gewissen empfehlen :)

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Tags: misery, psychohtiller, psychopath, sie, stephenking   (5)
 

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

absender, freund, recherchieren, 43 todesfälle, mordkommission

Das Buch der Toten

Jonathan Kellerman , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 573 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 27.02.2007
ISBN 9783442464777
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meinen ersten Roman aus der Reihe habe ich aus unserem öffentlichen Bücherschrank gezogen, war also ein Zufallsgriff.
Alex Delaware ist renommierter Psychologe und arbeitet öfter mit seinem Freund bei der mordkomission Mil Sturgis zusammen.

Eines Tages wird ihm ein Album geschickt - eine Mordakte mit Tatortfotos, ohne Absender, Fingerabdrücke oder sonstige Hinweise.
Zusammen mit Sturgis, der in seiner Vergangenheit in diesem Fall bereits einmal ermittelt hatte, macht er sich einem Täter auf der Spur, der sie bis in die High Society L.A.s führt...

Zugegeben, anfangs mag der Schreibstil ein wenig hastig und zügig wirken, aber das legt sich nach ein paar Seiten und man findet eigentlich recht gut rein. Die Story ist sehr gut aufgebaut. Man wird zu keiner Zeit mit zu vielen Informationen bombadiert, alles wird sehr feinsinnig gestreut und läuft am Ende schlüssig zusammen.
Auch die Nebencharaktere wirken plastisch und tief, ohne aber zuviel Raum einzunehmen.

Worüber ich mich besonders gefreut habe ist, dass es Kellerman gelungen ist mit Milo Sturgis einen homosexuellen Hauptcharakter zu konzipieren, der mit allen typischen Schwulenklischees bricht. Er ist ein knallharter Cop, der zielstrebig seine Sache verfolgt.
Zusammen mit Delaware eine interessante Dynamik, auch wenn ich mir noch einen Ticken mehr Interaktion der beiden gewünscht hätte.

Die Ermittlungen laufen schließlich zu einem spannenden Höhepunkt zusammen (wobei ich nichts dagegen gehabt hätte, wäre dieser Höhepunkt noch etwas weiter ausgeschrieben geworden), welche angenehm abklingt.

Was ich persönlich etwas störend fand, war das Zwischenmenschliche bei Alex und seiner Lebensgefährtin. Dieser Konflikt hat nicht gepasst und war in der Story in der Robin (seine Lebensgefährtin) generell keine Rolle spielte irgendwie etwas lästig zu lesen.

Ich hätte mich auch noch gefreut, wenn das psychologisch so hochgelobte Genie von Delaware etwas mehr zum Einsatz gekommen wäre.

Generell kann man diesen Roman losgelöst von der restlichen Reihe lesen, auch wenn einem natürlich schon auffällt, dass die Einführung des ein- oder anderen Charakters etwas zu kurz kommt, da der vermutlich schon aus einem der früheren Romane bekannt ist.

Insgesamt verdiente vier Sterne und ich kann dieses Buch ohne schlechtes Gewissen jedem Krimifan weiterempfehlen.

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

mord, alkohol, dorfgeschichte, familiendrama, elvis

Der Schatten

Petra Hammesfahr
Flexibler Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 01.10.2007
ISBN 9783499246951
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Stella nach einem schweren Alkoholrausch zu sich kommt, liegt ihre Schwiegermutter brutal erschlagen im Badezimmer und ihr 14 Wochen Altes Baby ist verschwunden, die einzige Erinnerung ein mysteriöser Schatten der aus "dem Fernseher geflossen kam".

Mit dieser Einleitung wird dem Leser eine spannende Ausgangssituation geboten.
Die Story wechselt kapitelweise zwischen der Gegenwart und der quasi Vorgeschichte, die nach und nach immer mehr interessante Details enthüllt und dennoch lange rätseln lässt, wer der wahre Täter nun ist. Normalerweise hab ich das immer recht schnell raus bei Kriminalromanen, aber diesmal hab ich doch verhältnismäßig lange gebraucht, um auf die richtige Spur zu kommen, das ist schonmal ein Pluspunkt für das Buch.

Das Buch ist storymäßig gut aufgebaut, die Charaktere handeln für mich nachvollziehbar.

Mir fiel es jedoch schwer, irgendwie einen persönlichen Bezug zu den Charakteren aufzubauen. Es gab irgendwie keinen so richtigen Hauptcharakter, bis auf Gabi, deren Art ich irgendwann doch nur noch nervtötend überzogen fand, sind alle Figuren, einschließlich Stella und Heiner doch recht blass geblieben. Die Spannung als solche hielt sich leider auch etwas in Grenzen, da die Autorin das "Dont tell it, show it" Prinzip nicht wirklich beachtet hat. Man hatte das Gefühl, dass nichts "gerade" passiert, sondern, dass alles nur im Nachhinein "erzählt" wird. Das führte leider dazu, dass das Buch doch mehr vor sich hinplätscherte als zu packen. Also es liest sich schon gut durch, aber man bleibt am Ende mit so einem leicht enttäuschten Gefühl zurück, irgendwie hat man mehr erwartet. Vielleicht hätte es dem Buch auch recht gut getan, ein paar Szenen deutlich zu kürzen, manche ausführlichen Beschreibungen fand ich schlichtweg unnötig (wie gleich zu anfang urewig auf Stellas Versoffenheit rumgeritten werden musste, empfand ich fast schon als lästig und machten sie mir irgendwie von vorneherein leicht unsympathisch)

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 3 Rezensionen

göteborg, krimi, irene huss, schweden, england

Tod im Pfarrhaus

Helene Tursten , Holger Wolandt
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 05.10.2005
ISBN 9783442734474
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Beschreibung klingt erstmal recht vielversprechend. Eine dreiköpfige Pfarrersfamilie wird ermordert und allem Anschein nach ist es die Tat von Satanisten.
Allerdings blieb es meiner Meinung nach bei der guten Idee und einer ziemlich langweiligen Umsetzung.

Fangen wir mit dem Schreibstil als solchem an: Er liest sich flüssig, ist aber nichts besonders, nichts mit Wiedererkennungseffekt.

Zu Irene Huss als Hauptcharakter konnte ich während des ganzen Buchs weder eine Beziehung, noch eine Sympathie aufbauen. Sie ist eine Frau mit erstaunlich vielen Vorurteilen und altmodischen Ansichten. Dazu eine langweilige Anfang 40 Mutter mit perfektem Mann, perfekten Kindern, perfektem Leben. Sie hat weder eine interessante Vergangenheit, noch sonst irgendetwas aufregendes in ihrer Persönlichkeit. Sie ist blass und prüde und die Sympathien endgültig verspielt hatte sie schon bei mir als ihr Köter die Nachbarskatze totgebissen hat und sie dann noch auf ihre trauernden Nachbarn losgegangen ist, von wegen, sie würde sie wegen Körperverletzung gegen ihre Tochter anzeigen, weil der Nachbar nachdem er mitansehen musste, wie seine Katze totgebissen wurde, der Tochter mit einem Besen hinterhergerannt ist... aber einen beiwüßigen unerzogenen Köter zu haben ist wohl völlig okay. Jagdtrieb rechtfertigt auch nicht, dass man seine Hunde nicht erzieht. Soviel dazu. Das bestärkte meinen negativen Eindruck von Irene Huss nur sehr.

Die Handlung an sich, naja... es  plätschert von Anfang bis Ende vor sich hin. Es gibt keine spannenden Stellen, es liest sich sehr ermittlungssachlich, was auf  Dauer recht eintönig wird. Leider macht die Autorin es auch nicht besser, indem sie sich in seitenlangen Beschreibungen darin ergießt, was die Leute anhaben, oder wie die Häuser der Leute aussehen...

Auch die Auflösung des Täters am Schluss war sehr enttäuschend. Mal abgesehen davon, dass ich ab einer bestimmten Sache schon wieder ziemlich sicher war, wer der Täter war und aus welchem Motiv, war die Auflösung eben enttäuschend unspektakulär.

Sehr schwaches Buch, das ich nicht gerade weiterempfehlen würde...

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165 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

vampire, babylon, fantasy, asrael, anne rice

Engel der Verdammten

Anne Rice , Barbara Kesper
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 14.11.2001
ISBN 9783442445240
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe das Buch vor zehn Jahren bereits einmal gelesen und es nun zum zweiten Mal zur Hand genommen und es ab der Hälfte abgebrochen.

Die Idee dahinter ist genial. Ein junger Mann im alten Babylon, der Opfer eines Fluches und so zu einem Rachegeist gemacht wird, der seinem jeweiligen Herrscher gehorchen muss...

Die Realität ist leider, dass dieses Buch so vor sich hin schwafelt. Anne Rice hatte ja schon immer die lästige Angewohnheit, in ihren Büchern erstmal den Ich Erzähler mit dem der im Buch das Buch aufschreibt in ellenlangem Gefasel zueinander kommen zu lassen. Und dann gibts viel geschwollenes Blabla über die Lebensgeschichte. Dann wird tatsächlich mal was erzählt, und dann wird wieder der sich langsam einstellende Lesefluss unterbrochen, damit Erzählchara und aufschreibender Chara ellenlang überflüssiges Palaver führen können.
Auch die Erzählung Asraels besteht nur aus viel inhaltlosen Dialogen, halbgaren Charakteren und wenig plastisch beschriebener Story. Es wird halt mehr erzählt, als dass tatsächlich aktiv was passiert. Anne Rice hat das "dont tell it, show it" Prinzip in diesem Buch leider nichtmal ansatzweise zum Umsatz gebracht.

Ich lege wirklich jedem Nahe: Erspart es euch. Es lohnt sich einfach nicht. Man kann es der Vollständigkeit halber lesen, aber es hilft nichtmal gegen Langeweile, weil das Buch an sich schon langweiliger ist als gar nichts zu tun.

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5.079 Bibliotheken, 25 Leser, 8 Gruppen, 116 Rezensionen

thriller, krimi, david hunter, simon beckett, england

Die Chemie des Todes

Simon Beckett , Andree Hesse , ,
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.09.2011
ISBN 9783499256462
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Also, ich bin mal wieder nur durch Zufall (dank unseres öffentlichen Bücherschrankes) in Besitz diieses Büchleins gelangt. Natürlich war mir der Titel und der Name des Autoren ein Begriff und so begann ich sehr gespannt zu lesen, da es sich hier um einen Kriminalroman handelt, der mal nicht aus Sicht eines Ermittlers, sondern aus der Sicht eines Forensikers ist, jemanden, der wichtige Arbeit leistet, was aber in vielen Kriminalromanen eher untergeht.

Was ich definitiv positiv bewerten kann, ist, dass dieses Buch sich sehr süffig liest. Der Schreibstil ist zwar recht einfach und wenig anspruchsvoll, aber er geht runter wie Öl, ich war innerhalb von zwei Tagen mit dem Buch durch.
Sehr interessant auch, wie die forensische Arbeit beleuchtet und erklärt wurde, das war genau richtig portioniert.

Allerdings muss ich sagen, dass ich den Hype, wie so oft nicht so recht nachvollziehen kann.

Fangen wir beim Hauptcharakter an. Ich finde es gerade bei Kriminalromanen sehr gewagt, in der Ich-Perspektive zu schreiben. Gerade durch die Ich Perspektive halte ich es für sehr unglaubwürdig, plötzlich aus Perspektive der Opfer schreiben zu können usw. Es war mir auch nicht möglich, irgendwie eine Beziehung zum Hauptcharakter zu gewinnen. Er war schwammig. Dabei finde ich so grobe Angaben wie wenigstens das Alter oder grobe Angaben zum Aussehen schon sehr hilfreich. David Hunter war einfach eine formlose Gestalt in meinem kopf.

Gehen wir weiter über zur Handlung.
Leider wirklich SEHR vorhersehbar. Ich wusste zB schon unmittelbar als der/die Täter als Charakter eingeführt wurden, dass er der Täter ist. Weil sich der Autor einfach jedem Stereotyp bedient, die es in Kriminalromanen so gibt.
ACHTUNG, HIER KÖNNTE GANZ LEICHTER SPOILER VORHANDEN SEIN
Auch war mir klar, dass die Frau, der David näher kommt, eines der Opfer sein wird, das entführt wird und es dann einen Wettlauf gegen die Zeit gibt.
SPOILER ENDE

Man wird während der Handlung nicht überrascht und wirklich Spannung kam bei mir jetzt auch nicht auf. Es las sich gut, aber eben mehr wie "das Nette für zwischendurch" und nicht wie "DER Roman, den ich unbedingt jedem den ich kenne weiterempfehlen muss"


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529 Bibliotheken, 20 Leser, 4 Gruppen, 32 Rezensionen

london, fantasy, uralte metropole, engel, hölle

Die Uralte Metropole - Lycidas

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 862 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2011
ISBN 9783453529106
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe dieses Buch vor zehn Jahren schonmal gelesen und da ich gerade am Bücher aussortieren bin, habe ich mich nun nochmal drangewagt. Meine Erinnerung, dass sich das Buch einfach nur gezogen hat, hat mich nicht getrügt. Ich bin noch nichtmal bei der Hälfte und je mehr ich lese, desto mehr muss ich mich durchquälen. Ich habe jetzt beschlossen, es sein zu lassen.

Das Konzept finde ich nach wie vor großartig. Die uralte Metropole, die Stadt unter der Stadt. Low Fantasy, wie man sie sich wünscht.
Der Hauptcharakter, die 12-jährige Emily Laing hat ein sehr liebenswertes Charakterkonzept, mit dem man sich durchaus identifizieren kann. Sie hat ihre Stärken und Schwächen, was sie zu keinem Übercharakter macht - nichtmal der Fakt, dass sie eine Trickster, eine Halbelfe ist, ändert daran etwas.

Ich habe allerdings beim ersten wie beim zweiten Lesen Schwierigkeiten, einem Konzept zu folgen.
Der Namensgeber des Buches "Lycidas" ist ein erstaunlich flach gezeichneter Charakter und hat auch sehr wenig "Screentime".
Erst am Ende vom ersten Abschnitt des Buches  passiert was mit ihm, indem er innerhalb von sage und schreibe einer ganzen Buchseite in eine Laterne gesperrt wird. Das war unglaublich enttäuschend, man hat nach so einer langen Seitenanzahl doch mal sowas wie einen Zwischenklimax erwartet.
Wie gesagt der Charakter selbst überzeugt absolut nicht. Ich finde ihn stinkend öde und enttäuschend.

Generell ist der Handlungsverlauf sehr zähfließend. Es passiert und passiert und passiert einfach nichts. Seitenlanges  Erzählen und inhaltloses Gelaber nehmen dem Buch seine komplette Dynamik.

Und wie einer meiner Vorschreiber schon erwähnt hat, das Buch lebt von Wiederholungen. Spätestens, wenn man zum zwanzigsten mal "Dieses Kind!" lesen muss, fängt einem eine Ader an der Schläfe an, zu zucken. Ebenso kann man irgendwann nur noch mit den Augen rollen, wenn alle paar Seiten mal wieder betont werden muss, was für arme, arme Waisenkinder Emily und Aurora doch sind und wie sie sich ständig heulend in den Armen liegen, weil sie sich mal sechs Stunden nicht gesehen haben. Man hat es irgendwann halt begriffen, dass Emily kein glückliches Kind war. Wirklich, man hats einfach begriffen. Gefühlt besteht aber das ganze Buch nur daraus, warum es so schrecklich ist, ein Waisenkind zu sein und es wird mehr Fokus auf Emilys Schicksal als Wiasenkind gelegt als auf ihre Charakterentwicklung.

Außerdem übertreibt Marzi es manchmal (auf alle Bücher bezogen jetzt) mit seinem elliptischen Satzbau. Das mag als Stilmittel hin- und wieder sinnvoll sein, um dramatische, spannende Szenen mal anzureißen, aber wenn es dann seitenlang gefühlt nur so geht, dann ist das einfach irgendwann ausgereizt.

Spannungsbögen sucht man ehrlich gesagt auch vergebens. Das Buch hätte was werden können, hätte man es auf die Hälfte der Seitenanzahl komprimiert, dessen bin ich überzeugt, aber so muss ich nun sagen, ich habe einfach keinen Bock mehr, weiterzulesen und werde die Bücher dem Bücherschrank spenden.

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99 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

krimi, katzenkrimi, katze, francis, katzen

Francis

Akif Pirinçci
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 13.05.2008
ISBN 9783442467570
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meiner Meinung nach einer der stärksten Romane aus der Reihe.
Francis beschließt nachdem es in Gustavs Leben nun eine Frau gibt, aufs Land zu gehen und ein neues Leben zu beginnen.
Das verläuft allerdings nicht ganz so reibungslos wie geplant - während einem hefigen Gewitter wird er in den Gully gespühlt und trifft dort auf eine Gruppe aussätziger Katzen, die alle ein nicht ganz so schönes Schicksal in die Kanalisation gezwungen hat.
Man bittet Francis, nachdem dieser die erste Leiche schon unfreiwillige besichtigt hat, den Täter dieser Morde zu finden und so macht er sich von Neugier getrieben auf.
Es bleibt konstant spannend. Man hat oft die ein oder andere Vermutung, aber die werden dann meistens doch zerstört und am Ende kommt es noch zu der ein oder anderen unerwarteten Wendung. Katzenfans und Fans der Felidae Krimis kommen jedenfalls voll auf ihre Kosten und ich kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

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Tags: felida, francis, katze   (3)
 

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(3)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schandtat

Akif Pirinçci
E-Buch Text: 337 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 17.04.2008
ISBN B004U5FA8I
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem schwachen Salve Roma! ist dieses Buch hier wieder ein wirklicher Lesespaß.
Francis ist inzwischen schon in die Jahre gekommen und will eigentlich seinen Lebensabend gemütlich mit seiner Sancta, dem treuen Freund Blaubart und seinem Söhnchen Junior verbringen. Der allerdings ist recht interessiert an Papas erstem Fall und diese Erzählung weckt ungute Erinnerungen an etwas lang verdrängtes...

Wo man bei dem Vorgänger doch ziemlich Spannung vermisst hat, wird man hier absolut nicht enttäuscht. Es geht recht spannend los, verschiedene Handlungsbögen verflechten sich ineinander und laufen gegen Ende schlüssig zusammen.
Zwar mag es anfangs recht ungewohnt sein, dass der Autor sich entschieden hat, Übernatürliches mit einzubeziehen, aber seien wir mal ehrlich - sprechende und Mordfälle lösende Katzen? So abstrus ist das dann gar nicht.
Einziges Manko meiner Meinung nach, dass es gegen Ende doch recht durchgehetzt wurde; Als Blaubart durch das "Höllenfeuer" erwischt wurde, da hielt sich Francis Trauer und Erschütterung doch enttäuschend in Grenzen.
Aber nunja. Insgesamt wirklich ein Lesevergnügen, wenn auch mit unerwartetem Storyverlauf.


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90 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

krimi, katze, rom, francis, italien

Salve Roma

Akif Pirinçci
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Diana TB, 01.08.2005
ISBN 9783453350922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Also, ich war nicht so wirklich begeistert von diesem Band. Habe ihn nun eben zum zweiten Mal gelesen, um mir noch ein genaueres Bild zu machen. Es liest sich sehr langatmig, obwohl die Seitenanzahl durchaus überschaubar ist.
Leider entbehrt es der Handlung jeglichen Tempos oder Vorankommens, weil wirklich gut 70% des Buches aus Beschreibungen von Umgebung bestehen. Seitenlange Beschreibungen, dann gehts mal zwei Seiten mit Handlung weiter und schon wieder seitenlange Beschreibungen. Die Handlung als solche ist viel zu dünn, die Charaktere, die neu vorkommen entbehren außer Antonio jede Tiefe und wirklich spannend ist die Handlung auch nicht. Hätte man sich mehr auf den Mordfall und weniger auf die Beschreibung der Stadt Rom konzentriert wäre daraus sicherlich ein gutes Buch geworden, aber so... Tendenz eher noch zu zwei Sternen.
Eine wirklich schöne Szene gab es als Francis und Miracolo dem Papst begegnet sind und der eine Segnung ausgesprochen hat. Das war irgendwie richtig gefühlvoll und ergreifend geschrieben, aber
Sollte man als Fan der Felidae Reihe vielleicht der Vollständigkeit halber gelesen haben, aber wirklich Lesevergnügen kommt nicht auf.
Generell habe ich das Gefühl, dass es nach Felidae und Cave Canem nur noch bergab geht...

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

krimi, katzen, francis, felidae, katzenkrimi

Das Duell

Akif Pirinçci
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.03.2004
ISBN 9783596159925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Francis hat plötzlich einen Rivalen. Das findet er natürlich gar nicht super, vor allem nicht als sich herausstellt, dass der es nicht nur locker mit ihm aufnehmen kann, sondern ihn augenscheinlich auch noch um Längen übertrumpft.
Die Dinge ändern sich jedoch, als sich herausstellt, dass es sich bei der aufgefundenen strangulierten Leiche des Artgenossen keinesfalls um einen Fremden handelt, sondern der dem Rivalen und angeblichen Meisterdetektiv durchaus bekannt war. Francis beginnt zu schnüffeln - und stößt auf ein abartiges Geheimnis, mit einem Ende, das so abstrus ist, dass es fast schon wieder genial ist.

Das Buch zeichnet sich wieder durch die brilliante Sprache des Autoren aus, anders wie in Cave Canem hatte ich sogar das Gefühl, dass sich nicht übertriebenermaßen in Beschreibungen ergangen wurde, sondern dass die Handlung gut und flüssig voranging. Ich würde sogar fast soweit gehen und behaupten, dass für die spannende Handlung die Seitenanzahl zu kurz gehalten wurde, 100 Seiten mehr hätten der Storyentwicklung garantiert nicht geschadet. Man hätte auch noch mehr auf einzelne Charaktere eingehen können.
Ein Buch, das ich insgesamt allen Felidae-Roman- und Katzenfans nur empfehlen kann :>

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129 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

krimi, katzen, katze, katzenkrimi, mord

Cave Canem

Akif Pirinçci
Flexibler Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.08.2001
ISBN 9783442449910
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe dieses Buch nach nun gut zehn Jahren zum zweiten Mal gelesen, da ich mir nicht mehr sicher war, ob ich es in meinem Bücherschrank behalten wollte.

Allerdings kam ich nicht umhin, mich wieder in den Bann ziehen zu lassen. Francis brilliert als genial-zynischer vierpfötiger Detektiv, dessen Charme man sich nur schwer entziehen kann.

Das Buch liest sich ungemein flüssig, wenn man erst mal drin ist und der Hintergrund der Mordserie, die das Revier mal wieder heimsucht und Hunde- und Katzen gegeneinander aufbringt ist gleichsam abstrus wie faszinierend. Ein genialer Krimi, wobei ich mir allerdings bei ein paar Sachen sehr schwer getan habe, mich für drei oder vier Sterne zu entscheiden.

Zwar ist die Sprache des Autoren sehr bildhaft, spitzfindig und einfach nur genial, allerdings kommt es schon hin- und wieder vor, dass sich seitenlang in irgendwelchen detaillierten Beschreibungen ergangen wird, was die Dynamik der Geschichte irgendwie ziemlich dämpft. Mir fehlten ein paar mehr spannende, tragende Stellen, mir kommt es vor als bestünde das Buch mehr aus Beschreibungen als aus aktiver Handlung. Die wirklich essentiellen Stellen sind nämlich unbefriedigend kurz gehalten

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imago, isabelabed, isabel abedi

Imago

Isabel Abedi
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Arena, 28.06.2016
ISBN 9783401508900
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wanja weiß nicht, wer ihr Vater ist und ihre Mutter schweigt. Eines Tages hört sie im Radio eine seltsame Einladung zu einer Ausstellung namens "Vaterbilder".
Es gibt nur jeweils ein Gemälde, das zu einem der Kinder passt und kaum berührt, wird sie in die Welt Imago gezogen...

Der Schreibstil ist flüssig und man liest das Buch recht schnell durch. Allerdings merkt man doch, dass es eben doch eher auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist, da sich auch vergleichsweise gruselige Sachen, wie das Thema mit dem schwarzen bedrohlichen Vogel doch recht harmlos lesen.

Die Charaktere sind jeder für sich recht liebevoll konzipiert, haben menschliche Stärken und Schwächen und Probleme und man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Auch die Hin- und Hergerissenheit von Wanjas Mutter in Bezug auf ihren Vater ist sehr deutlich spürbar, allerdings ebenfalls dieses zarte, zerbrechliche Band, zwischen einer Mutter und ihrem Kind.

Isabel Abedi hat das alles auf eine sehr feinfühlige Weise herausgearbeitet und ich bin sicher, es gibt viele Kinder (und auch Erwachsene), die sich mit mindestens einer der Hauptpersonen identifizieren können.

Nun, wie bereits erwähnt merkt man leider doch, dass das Buch auf ein eher jugendliches Publikum zugeschnitten ist. Ich hab das Buch zwar recht schnell durchgehabt, aber dieser packende Spannungsfaktor, der blieb bei mir einfach aus. Für mich wirkte nichts in dem Buch wirklich bedrohlich, ich hab mich nicht in die Geschichte hineinversetzt gefühlt. Die Handlung plätscherte eben wie ein harmloses Bächlein vor sich hin, dabei bin ich sicher, dass man da noch viel mehr Tiefe hineinlegen und einen Mittelweg finden hätte können, dass das Buch sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht.

Insgesamt ein gutes Buch, dem aber einfach noch das gewisse Etwas fehlt. Ich würde weder davon abraten, noch empfehlen es zu lesen, jeder sollte sich selbst eine Meinung dazu bilden.

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männersterben, seuche, tödliche krankheit, frauen, aussterben der männer

Yin

Akif Pirinçci
Flexibler Einband: 826 Seiten
Erschienen bei Goldmann
ISBN 9783442445639
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Ich habe dieses Buch damals zufällig im Second Hand Buchshop gefunden und dachte, ich nehm es mal mit, weil mir der Name von den Felidae Romanen schon sehr bekannt war.

Es geht eigentlich recht interessant los - zu jeder der Hauptfiguren gibt es eine längere Einleitung für die Hintergrundstory usw. und den Charakteren selbst wird auch wirklich Tiefe verliehen. Auch das Sterben der Männer aufgrund des Virus wird von vielen itneressanten Askepten beleuchtet. Unter anderem eben auch, dass die Menschheit irgendwann aussterben wird, also muss eine Ersatzlösung her.
Soweit so gut. Es dürfte etwa ab der Hälfte des Buches gewesen sein, wo man der Handlung kein Stück mehr folgen kann. Der gesamte Handlungsstrang liest sich total konfus und größtenteils so als hätte der Autor irgendwann zwischendrin selbst den Faden verloren und einfach irgendwas geschrieben. Vor allem irgendwelche erotischen Fantasien zu Frauen. Ich will nicht so weit gehen, es chauvinistisch zu nennen, aber wenn es in einem Buch irgendwann nur noch um Sexualität geht und wer wen wann und wo mit einem Holzdildo die Unschuld raubt, oder leckt oder dass es für alle Frauen das seligste ist, Kinder zu kriegen, dann ist bei mir (und ich bin selbst lesbisch, darum geht es mir nicht) irgendwie eine Grenze erreicht, zumal die Charaktere, die anfangs noch so eine vielversprechende Einführung hatten, wie zB Viola das Model irgendwann total unwichtig werden und verblassen hinter dem ganzen sexuellen Zeug und der konfusen Handlung, die eigentlich keine mehr ist. Die zu anfangs interessant geknüpften Handlungsstränge gehen etwa ab Mitte/Dreiviertel des Buches völlig verloren und man bleibt mit einem sehr unbefriedigten Lesegefühl zurück.
Und auch mit dem Gefühl, dass die Sexualisierung der Frau absolut im Vordergrund steht. Denn alle Hauptcharaktere sind fast ausnahmslos wunderwunderschön, alle werden plötzlich lesbisch und es geht echt nur noch ums Vögeln, verzeihung, wenn ich das so platt ausdrücken muss. Das Buch hat einige Längen, die sich ziehen wie Kaugummi.

Zwei Sterne gebe ich nur, da ich den Schreibstil allgemein gut und flüssig zu lesen finde

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fantasy, zauberer, bartimäus, magie, dämon

Bartimäus - Das Auge des Golem

Jonathan Stroud , ,
Flexibler Einband: 669 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.10.2008
ISBN 9783442370030
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nun habe ich auch (erneut) den zweiten Band in Rekordzeit durchgesuchtet und kann guten Gewissens behaupten, dass er in Sachen Witz, Charme und Spannung dem ersten in nichts nachsteht (eher im Gegenteil).

Man merkt, dass die Buchreihe von vorneherein auf eine Trilogie ausgelegt ist, der zweite Band setzt zweieinhalb Jahre nach dem ersten an und man ist sofort wieder drin.

Die Charaktere; Nathanael, inzwischen angestellt bei der Regierung, obliegt die Aufgabe, den ominösen "Widerstand" zur Strecke zu bringen und dafür zieht er erneut Bartimäus zu Rate, der davon natürlich weng begeistert ist. Die beiden durchleben während des ganzen Buches, anknüpfend am ersten Band eine Art Hassliebe und ich komme nicht umhin,  zu behaupten, dass ich die gegenseitigen Sticheleien und Schlagabtäusche wirklich genossen habe - witzig, erfrischend und nie langweilig. Zwei sehr interessante Charaktere, die so gar nicht den Stereotypen entsprechen. Leider hat Nathanael sich - bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt - nun mittlerweile doch etwas von den anderen Zauberern beeinflussen lassen, was ihm ein paar sehr unschöne und unterkühlte Charakterzüge verliehen hat. Ich komme trotzdem nicht umhin, ihn irgendwie gern zu haben (was ich faszinierend finde, denn der Junge hat wirklich wenig gute Eigenschaften) - vielleicht auch, weil ich seine charakterliche Entwicklung ungeheuer spannend finde.

Desweiteren wird ein neuer Charakter eingeführt, eine interessante Gegenspielerin zu Nathanael - Kitty, welche schon im ersten Band einen ganz kurzen Auftritt hatte. Ich fand das Mädchen anfangs höcts unsympathisch, was sich jedoch änderte, als nach und nach ihre Geschichte beleuchtet wurde. Man lernt durch sie die schillernder Welt der Zauberer von einer ganz anderen Seite kennen - der Seite der "Gewöhnlichen"  und die Begeisterung für die ach so tollen Zauberer wird beim Lesen dann doch gedämpft.
Die Geschichte wird nun abwechselnd aus Nathanaels, Bartimäus und Kittys Sicht geschildert, was für eine gehaltvolle Abwechslung sorgt.

Begeistert bin ich vor allem von der Tatsache, dass eigentlich in diesem Buch zwei Handlungsstränge nebeneinander her laufen, die sich nur gelegentlich berühren (der Kampf der Widerstandsbewegung gegen die Zauberer und der ominöse Golem, der aufgetaucht ist und man Nathanael beauftragt hat, der Sache auf die Spur zu kommen), aber trotzdem am Schluss so geschickt und stimmig ineinander laufen, dass man das Buch, obwohl der Titelgeber (der Golem) nicht all zu sehr im Vordergrund steht mit einem äußerst zufriedenen Gefühl aus der Hand legt und sich auf den nächsten Band freut.

Absolut verdiente 5 Sterne.

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572 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

fantasy, bartimäus, zauberer, dämonen, dschinn

Bartimäus - Das Amulett von Samarkand

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Flexibler Einband: 539 Seiten
Erschienen bei cbt, 05.03.2007
ISBN 9783570216958
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe gerade angefangen, die Trilogie zum zweiten Mal zu lesen und bin heute wie damals ungebrochen begeistert.

Jonathan Stroud konzipiert mit Bartimäus eine noch nie dagewesene, faszinierende Welt der Magie.

Nathanael ist erst sechs Jahre alt, als er als Lehrling in die Dienste eines unfähigen, ignoranten Zauberers treten muss. Wenig liebevoll und ständig kleingehalten wächst der Junge bei ihm auf, bis an einem Tag etwas passiert. Eine Demütigung von einem "Freund" seines Meisters, die er nicht auf sich sitzen lassen will. Um sich zu rächen, beschwört er den Dschinn Bartimäus, um für ihn das Amulett von Samarkand zu stehlen... und damit nimmt das Unheil seinen Lauf. Denn was als kleine Racheaktion begann, nimmt ungeahnte Ausmaße mit schweren Folgen an und ehe sie es sich versehen, landet das unfreiwillige Duo mitten in einem Komplott, die Regierung zu stürzen.

Die Handlung wird abwechselnd aus Nathanaels Sicht (personaler Erzähler) und aus Bartimäus Sicht (Ich-Erzähler) erzählt und bietet damit so eine spannende Abwechslung aus verschiedenen Perspektiven. Die Handlung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort absolut spannend und man will das Buch bis zum Ende gar nicht mehr weglegen. Das Buch weist nicht die geringsten Längen oder langweiligen Stellen auf, es ist einfach genau richtig vom Aufbau und vom Erzähltempo.

Die Hauptcharaktere finde ich spannend konzipiert. Da haben wir auf der einen Seite, den Jungen Nathanael, der seine eigenen Grenzen noch nicht kennt und an den Folgen seines eigenen Handels schwer zu knabbern hat. Ein Charakter mit lauter Fehlern und Schwächen und trotzdem kommt man nicht umhin, ihn auf seine ganz eigene Weise liebzugewinnen. Eben weil er nicht einer dieser Übercharaktere ist (wie zB Harry Potter), dem alles in den Schoß fällt, eben weil er schlimme Fehlentscheidungen trifft, weil er menschlich ist. Auf der anderen Seite haben wir da Bartimäus, den Dschinn mit der großen Klappe, der Nathanael gezwungenermaßen gehorchen muss und darauf mal so gar keine Lust hat. Die Charaktere harmonieren herrlich miteinander und ich hatte so viele Momente wo ich herzhaft lachen musste.

Ich kann das Buch nur jedem halbwegs Fantasybegeisterten wärmstens empfehlen und zähle das Buch definitiv zu meinen Lieblingsbüchern.

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426 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 28 Rezensionen

historischer roman, wikinger, catan, siedler, historisch

Die Siedler von Catan

Rebecca Gablé , Klaus Teuber
Flexibler Einband: 796 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.10.2005
ISBN 9783404153961
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich kannte das Spiel und war sehr neugierig, was meine Lieblingsautorin unter diesem Titel geschrieben hat.
Es ist nun schon etwas her, dass ich es gelesen habe, aber ich möchte trotzdem noch eine Rezenssion dazu schreiben, weil ich mich noch sehr gut daran erinnere, wie enttäuschend ich dieses Buch von ihr fand.

Der Klappentext klingt wirklich vielversprechend. Vor allem spannend fand ich, dass sich das Buch inhaltlich so ein bisschen außerhalb von Gablés "Wohlfühlzone" zu bewegen scheint.

Leider finde ich das Buch nicht wirklich gut aufgebaut. Gleich zu Anfang zieht es sich ziemlich, was es schwer macht, wirklich hinein zu kommen und ich hatte mehrmals überlegt, ob ich es nicht zur Seite legen soll. Bis wirklich mal etwas passiert, ist gut die Hälfte des Buches um und anders als bei ihren anderen Büchern tat ich mich doch schwer, einen Lieblings-Hauptcharakter zu finden, mit dem ich mitfiebern könnte. Ich fand eigentlich fast alle Charaktere im Buch unsympathisch. Ich weiß nicht, woran das liegt, da ich von Gablé eigentlich anderes gewöhnt bin.  Ich finde auch den Handlungsverlauf etwas zu abstrus teilweise und das Ende nicht wirklich befriedigend.
Vielleicht liegt es daran, dass es sich wirklich außerhalb der Wohlfühlzone bewegt. Aber vielleicht liegt es auch an mir, dass diese Zeit historisch einfach nicht mein Fall ist.
Die Lesestimmung, die sich bei allen Gablé Büchern sonst bei mir eingestellt hat, blieb diesmal leider aus. Ich habe es gelesen, weil es von ihr ist und sie meine LIeblingsautorin, aber weiterempfehlen kann ich dieses Buch diesmal leider gar nicht.

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232 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

england, fantasy, magie, zauberei, zauberer

Jonathan Strange & Mr. Norrell

Susanna Clarke
Fester Einband: 1.020 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 01.09.2004
ISBN 9783827005229
Genre: Fantasy

Rezension:

[...]Vermutlich sollte man keinen Zauberer in seine Dienste nehmen und sich dann darüber beschweren, dass er sich nicht benimmt, wie andere Leute[...]  (Lord Wellington)

Ich habe etwas hin- und her überlegt, ob ich diesem Buch, das ich nun zum zweiten Mal nach gut zehn Jahren gelesen habe, vier oder fünf Sterne gebe, habe mich dann jedoch für die geringere Bewertung entschieden, da mir zu seiner Formvollendung leider noch ein paar Dinge gefehlt haben.
Dazu jedoch später.

Eines jedoch vorab: Der Vergleich mit Tolkien ist unangebracht. Das wäre als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen (mal abgesehen davon, dass ich persönlich den Herrn der Ringe durchweg schlicht sterbenslangweilig fand), die Bücher könnten allein vom Genre her unterschiedlicher nicht sein. Von daher bitte ich alle, die dieses Buch lesen wollen, nichts auf diesen lächerlichen Vergleich zu geben.

In Jonathan Strange und Mr. Norrell erfindet Susanna Clarke eine höchst interessante Art und Weise, mit der Zauberei zu spielen. Fernab von der Kindlichkeit von Harry Potter (nichts gegen HP, hab ich als Kind geliebt und verbinde schöne Erinnerungen damit) und fernab von klassischen Fantasy Romanen. Dieser Roman ist im Low-Fantasy Bereich angesiedelt und das auf eine Weise, die so noch nicht da war.

Das Buch beginnt, angesiedelt Anfang des 19. Jahrhunderts während der napoleonischen Kriege, recht interessant - Mr. Norrell, ein in Einsamkeit und Abgeschiedenheit lebender etwas kauziger Zauberer, beschließt, dass es an der Zeit ist, die Zauberei nach England zurück zu bringen - den Auftakt dafür legt er, indem er die steinernen Figuren einer Kapelle sprechen und tanzen lässt und eine junge Frau von den Toten zurück holt - das letztendlich verschafft ihm Ansehen und Wertschätzung bei den einflussreichen Leuten und der Politik des Landes dine Wertschätzung, die zu teilen er jedoch nicht geneigt ist.
Norrell muss sich jedoch bald mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er nicht der einzige noch praktizierende Zauberer ist. An dieser Stelle, wo doch im Buch eine ziemlich lange Zeit verstreichen musste (was auch der erste Punkt ist, den ich weniger positiv fand) taucht Jonathan Strange auf.

Und an dieser Stelle möchte ich mich nun zuerst den beiden Charakteren widmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während man Norrell als eher konservativ, misstrauisch, miesepetrig und bieder bezeichnen kann, springt einen die Persönlichkeit von Strange schon vom ersten Augenblick an. Ein energetischer junger Mann, der sich viel selbst beigebracht hat und voller innovatier Ideen steckt. Man mag es kaum glauben, doch zu Anfangs profitieren sie beide vom dem Charakter des jeweils anderen. Das bleibt jedoch nicht lange so.

Während ich beim Lesen regelrecht die faszinierende Charakterentwicklung gespürt habe, die Strange durchlebt - von einem funkensprühenden jungen Mann, zu einem arroganten und exzentrischen Zauberer, der sich bald über jedwede Konventionen hinwegsetzt, habe ich Norrell bald nur noch als unsympathischen, ewig nörgelnden und hinterfotzigen ältlichen Mann empfunden, dessen einzige Funktion im Buch es war, Strange zu torpedieren, (welcher ständig geschillert hat mit seinen Taten). Von Charakterentwicklung keine Spur. Er verblasst regelrecht hinter Jonathan Strange, was ich doch etwas schade finde, da ich ihn anfangs durchaus interessant fand, und das ist der zweite Punkt auf meiner "nicht so positiv Liste", denn das Buch heißt ja "Jonathan Strange und Mr. Norrell" und nicht "Der große Zauberer Jonathan Strange und der nörgelnde alte Mann". Das fand ich dann doch etwas enttäuschend. Ich konnte Norrell schon etwa ab der Hälfte des Buches auf den Tod nicht mehr ausstehen.
Was mir etwas gefehlt hat, muss ich gestehen, war, die Gefühlswelt der Charaktere. Die Charaktere selbst wurden zwar recht schillernd beschrieben, jedoch wurde selten auf Gefühle o. Ä. eingegangen, was es manchmal etwas schwer gemacht hat, zu den Charakteren einen richtigen Bezug zu finden.

Zum Buch insgesamt: Zu Allererst; Ich LIEBE diesen trockenen britischen Humor - es gab Stellen, wo ich niemals erwartet hätte, etwas Lustiges zu lesen, an denen ich mich schlappgelacht habe.

Zu der Langatmigkeit, die viele bemängeln möchte ich mich auch äußern. Ich teile diese Ansicht nur zum Teil. Gewiss, es gibt vereinzelte (!) Passagen, die man herunterkürzen hätte können, die schlichtweg überflüssig waren, aber insgesamt liest sich das Buch doch recht flüssig und süchtigmachend durch.
Sehr spannend empfand ich auch den Einsatz Stranges im Krieg gegen Napoleon Buonaparte unter Lord Wellington, einem historisch wichtigen und berühmten Mann, und amüsant das Zusammentreffen mit dem englischen König, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

Es tauchen schon recht viele Charaktere auf, aber man wird damit nicht überfordert - Clarke streut neue Charaktere umsichtig und mit Feingefühl, sodass man immer weiß, wer was wo gerade tut ohne dass es einen überfordert oder verwirrt.

Was mich mit am meisten fasziniert hat, war die Legende des Rabenkönigs - dem mächtigsten Zauberer aller Zeiten, der sogar Lord Voldemort blass aussehen lässt. Während des ganzen Buches spürt man irgendwie seine unterschwellige mystische Präsenz, bis hin zum Ende und Susanna Clarke hat da ein sehr Spannendes Mysterium geschaffen, das die einzelnen feinen Fäden dieses Buches am Schluss schlüssig zusammen laufen lässt.

Insgesamt kann ich dieses Buch guten Gewissens empfehlen, denn seine Gesamtheit tröstet über die kleinen Mängel hinweg, die es aufweist :)

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