kelomat

kelomats Bibliothek

3 Bücher, 3 Rezensionen

Zu kelomats Profil
Filtern nach
3 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

japan, tod, trauer, geister, nahtoderfahrung

Lebensgeister

Banana Yoshimoto , Thomas Eggenberg
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.09.2016
ISBN 9783257300420
Genre: Romane

Rezension:

          Es ist ein Buch, das nachdenklich macht und das berührt. Es geht um den Tod und das Weiterleben nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Die Sprache ist sehr direkt, manchmal geradezu schnoddrig und trotzdem von einer zart poetischen Kraft.
Worum geht es? Sayoko und ihr Geliebter Yoichi haben auf der Heimfahrt von einem schönen Ausflug einen Autounfall. Yoichi stirbt sofort, Sayoko bleibt schwer verletzt, dem Tode ganz nahe, zurück. Eine Eisenstange hat sich durch ihren Bauch gebohrt. An der Schwelle des Todes sieht sie zuerst ihren schon vor längerer Zeit gestorbenen Hund, dann ihren toten Großvater, der sie "ins Leben zurückschickt".
Wieder gesund, bleibt ihr eine seltsame Wahrnehmungsfähigkeit: sie sieht Geister. Allerdings ist nichts davon bedrohlich oder verstörend - im Gegenteil. Sie lernt, dass es in beiden Welten gut sein kann, dass Leben und Tod zusammengehören. Sayoko verändert sich, sie kann dem Augenblick, dem Hier und Jetzt viel mehr abgewinnen.
Mag sein, dass es an der unterschiedlichen Kultur Asiens liegt, dass Sayoko sich so "leicht" im Leben zurechtfindet, dass sie so viele Glücksmomente erkennen kann, vielleicht liegt es aber auch an ihrer Nahtoderfahrung. Auf alle Fälle hat Banana Yoshimoto ein beeindruckendes Portrait einer jungen Frau und ein irgendwie tröstliches Buch geschaffen.
       

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(147)

288 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

finnland, familie, liebe, helsinki, fotografie

Liebten wir

Nina Blazon
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.06.2015
ISBN 9783548285771
Genre: Romane

Rezension:

Was mich zunächst einmal an diesem Buch interessiert hat, war das Sujet. Nina Blazon ist mir bisher nur als Autorin von Fantasygeschichten bekannt, vorzugsweise für junge Leserinnen. Dass sie in ein vollkommen anderes Genre wechselt, hat mich neugierig gemacht
Die Geschichte beginnt mit der jungen Moira, genannt Mo, einer Fotografin. Mo lebt mit Leon zusammen, einem jungen Mann, dem Familie über alles geht. Als er sie überredet, nicht nur zum Geburtstagsfest seines Vaters mitzukommen, sondern auch noch ihre Schwester Danae kennenlernen will, stimmt Mo widerwillig zu. Denn sie hat ein großes Problem mit Familien, vor allem mit ihrer eigenen...
Auf dem Fest eskaliert die Situation, Mo, deren Familienproblem darin liegt, dass sie in ihrem ganzen bisherigen Leben immer nach Familien gesucht hat, in die sie schlüpfen konnte,weil ihre eigene so kaputt war, flieht, als Leons Schwester und ihre eigene Schwester sie bloßstellen.
Mit ihr flieht Aino, Leons finnische Großmutter, alt, gebrechlich, im Rollstuhl sitzend, aber von unbeugsamem Willen getrieben. Sie zwingt Mo, mit ihr nach Finnland zu reisen und der Familie zu verheimlichen, was sie vorhat und wohin sie will.
Es beginnt eine Reise in der Art von Thelma und Louise, eine Flucht zweier ungleicher Frauen, die doch etwas gemeinsam haben. Mo flieht vor der Vergangenheit, vor ihrer Kindheit, dem Tod der Mutter, dem Aufwachsen bei einer Stiefmutter, die vom Vater verlassen wurde, vor dem Bruch mit der Schwester, vor... vielen Dingen, die sie nicht sehen will. Aino flieht vor ihrer Zukunft, in der Entmündigung droht, endgültiges Abgeschobenwerden ins Pflegeheim und Tod.
Das sind die vordergründigen Motive, Aber es steckt noch mehr dahinter. Aino hat einen ganz bestimmten Grund, nach Helsinki zurückzukehren, sie hat dort noch etwas zu tun, Dinge zu klären und alte Rechnungen zu begleichen. Für Mo wird es eine Reise, die ihr die Augen öffnet. Über Aino, über die Vergangenheit, den Weltkrieg,die Menschen in Finnland und über sich selbst. Vor allem über sich selbst, die es bisher nie gewagt hat, den Blick auf ihre Umgebung ohne den Schutz ihrer Kamera zu richten. Und dabei entdeckt sie in ihrer Familiengeschichte ebenfalls Erstaunliches...

Das Buch hat mich absolut mitgerissen, so faszinierend ist die Geschichte der beiden Frauen und die Entwicklung zum "Showdown" ist spannend und großartig! Ein Kompliment an die Autorin, die auch in einem vollkommen anderen Genre wunderbar erzählen kann und ihre Figuren präzise und liebevoll gestaltet! Große Empfehlung!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

101 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

frankreich, bücher, buch, buchbinder, dorf

Mathilde und der Duft der Bücher

Anne Delaflotte , Christian Kolb
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Kindler, 08.03.2011
ISBN 9783463405933
Genre: Romane

Rezension:

Mathilde, knapp unter Dreißig, rothaarig und hübsch, kehrt ihrer Arbeit als Jungdiplomatin im Außenministerium den Rücken, um in der Kleinstadt Montlaudin das geistige Erbe ihres Großvaters anzutreten. Sie lässt sich als Buchbinderin und Restaurateurin nieder. Ihr Haus und die Werkstatt stehen in einer Gasse, in der es noch Handwerker gibt und schnell wird sie ein von den meisten Nachbarn geschätztes Mitglied des Viertels.
Eines Tages taucht ein seltsamer junger Mann bei ihr auf, der ein noch seltsameres Buch zum Restaurieren bringt. Kurz danach stirbt der junge Mann und Mathilde versucht, die Identität des Buchbesitzers zu klären. Das führt zur Entdeckung alter und vergessener Geheimnisse und bringt sie beinahe um ihre berufliche Existenz…
Interessant sind die Beschreibungen der Buchbindekunst, auch für absolute Laien. Anne Delaflotte schildert unkompliziert und anschaulich, wie man Bücher restauriert, welche Teile es wie zu bearbeiten gilt und welche Werkzeuge man dabei verwendet. Diese Passagen sind auch überzeugend und gelungen.
Schön und im Fluss sind auch die Erinnerungen Mathildes an ihre Kindheit, an den Großvater, an seine Liebe zu seinem Handwerk und zu Cyrano de Bergerac, die er Mathilde ebenso vererbt hat wie seine Werkzeuge.
Der Rest ist…verschenkt. Die Sprache oft holprig und ungelenk, manchmal wie eine Nacherzählung. Manchmal hätte ich mir eine Auflockerung durch ein paar Dialoge mehr gewünscht.
Außerdem ist der Verlauf der Handlung für mich dann etwas unrealistisch und gewaltsam zurechtgebogen. Etwa die Begegnung mit Sylvain, der Grund, warum Mathilde in Ohnmacht fällt, das war für mich ein „bitte nicht, das ist zu plakativ“-Erlebnis. Viele Stränge werden mir zu schnell zu einem gemeinsamen Ende der Geschichte hingebügelt, das finde ich bedauerlich, weil es nicht notwendig gewesen wäre.
In Summe: eine nette Zwischendurchlektüre mit interessanten Informationen über die Buchbinderei, eingebettet in eine leicht plätschernde Handlung.

  (11)
Tags:  
 
3 Ergebnisse