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71 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

adel, schloss, wahrsagerin, belgien, graf

Töte mich

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257069891
Genre: Romane

Rezension:

„Töte mich“ ist das erste nicht-autobiographische Buch von Amélie Nothomb, das ich gelesen habe, und ich muss sagen, es hat mich überzeugt! Aus allen Poren der Geschichte sickert der unverwechselbare Nothomb-Stil durch. Amélie Nothomb erzählt in „Töte mich“ die Geschichte des Grafens Neville und seiner Familie, vor allem aber seiner Tochter Sérieuse und seiner Beziehung zu ihr. Die Geschichte beginnt damit, dass Sérieuse von der Wahrsagerin des Dorfes im Wald aufgefunden wird und der Graf seine Tochter doch bitte bei ihr abholen soll. Kaum angekommen, prophezeit ihm die Wahrsagerin, dass er am Tage seines Gartenfests jemanden töten werde. Ganz außer sich und voller Entrüstung schnappt sich der Graf seine Tochter und fährt mit ihr nach Hause. Während der nächsten Tage plagt ihn der Gedanke an den bevorstehenden Mord. Nicht nur, dass er reichlich wenig Lust hat, jemanden zu ermorden, sondern es wird ihm auch noch die Gartenparty verhagelt, die er anlässlich seiner bevorstehenden Insolvenz ein letztes Mal geben wollte (der alten Zeiten wieder). Graf Neville versucht nun, mit seinen Planungen fortzufahren, während er gedanklich bereits überlegt, welchen der Gäste er am wenigsten leiden kann und wen garantiert niemand schmerzlich vermissen würde. Davon relativ unbeeindruckt, versucht seine ehemals lebensfrohe, nun sehr leblos wirkende Tochter Sérieuse ihn davon überzeugen, was für ein tolles Opfer sie doch wäre…

[Die Garden Party] war das gesellschaftliche Ereignis in dieser abgeschiedenen Region der belgischen Ardennen. An eine Absage war nicht zu denken. Doch die Vorstellung, dass er einen der Gäste töten könnte, entsetzte Neville. Das macht man nicht. Und ausgerechnet bei der letzten Garden Party sollte ihm ein solcher Fehler unterlaufen!

Ein urkomisches Buch! Amélie Nothomb erzählt mit dieser Sprache, die ich so an ihren Büchern liebe, diese wunderbare kleine Geschichte. An allen Ecken und Enden spürt man den Charme und den sprühenden Witz Nothombs und auch, welchen Spaß sie beim Verfassen dieses Buches hatte. „Töte mich“ konnte mich komplett überzeugen; die liebenswerten Charaktere, die hin- und herschießenden Dialoge, die wahnsinnig komischen Gedankengänge des Grafen… Sérieuse ist auch ein wahnsinnig toll gezeichneter Charakter. In ihren jüngeren Jahren ein vor Lebensfreude sprühendes Mädchen, nun eine ihrem Namen gerecht werdende junge Erwachsene, erfährt der Leser nur ansatzweise, was vorgefallen sein könnte, um aus dem strahlenden Mädchen eine trübe, deprimierte junge Dame zu machen. Ihre Symptome der Depression sind auch wahnsinnig interessant beschrieben, aber niemals drückend oder den Leser deprimierend. Authentisch und klar beschreibt Nothomb, wie Sérieuse einfach keine Freude mehr am Leben hat, nichts mehr spürt, und deshalb möchte sie auch das Mordopfer von ihrem Vater sein. Zunächst sträubt sich der Graf noch, aber in hitzigen Wortgefechten wandelt sich der Unwille zu kindischem Trotz („Dann bringe ich sie eben um, wird sie schon sehen, was sie davon hat!“), und der Leser hat wahnsinnigen Spaß, dabei zuzuschauen, wie der Graf anstatt eines „gesellschaftlich akzeptablen“ Mordes nun den Mord an seiner Tochter plant.

Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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Tags: roman   (1)
 

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scifi, roman

Altered Carbon - Das Unsterblichkeitsprogramm

Richard Morgan , Bernhard Kempen
Flexibler Einband: 606 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.08.2017
ISBN 9783453318656
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Mit “Altered Carbon – Das Unsterblichkeitsprogramm”erzählt Richard Morgan die spannende Geschichte von Takeshi Kovacs, Agent (wenn man es denn so nennen kann) einer speziell ausgebildeten Einheit, dem Envoy Corps. Dieser wird zu Beginn der Handlung getötet, nicht jedoch sein Stack – der Teil, in dem sein Geist gespeichert wird. Dieser wird bei jedem Menschen auf Harlans Weltund auch auf der Erde in den Nacken eingesetzt und sichert die Unsterblichkeit. Durch regelmäßige Backups wird weiterhin gesichert, dass im Falle eines Mordes der Ermordete gerichtlich aussagen kann. Die von Morgan gezeichnete Welt ist skurril und von technischem Fortschritt geprägt, aber auch ziemlich furchteinflößend. So muss Kovacs nach seinem Resleeving (das Dekantieren des Geistes in einen neuen Körper) direkt im einem Mordfall auf der Erde ermitteln. Was zunächst wie ein klarer Fall aussieht, entpuppt sich bald als Wirrwarr aus miteinander verstrickten Geschehnissen und Kovacs ist sich bald nicht mehr sicher, welchem Sleeve man noch trauen kann – steckt vielleicht jemand anders in dem Körper?

Männer und Frauen waren nicht mehr als Handelsobjekte, genauso wie alles andere. Man konnte sie einlagern, transferieren oder dekantieren. Unterschreiben Sie bitte hier unten.

In einer reißenden Geschwindigkeit erzählt Richard Morgan diese futuristische Geschichte. Doch leider wurde mir ab Seite 2 bereits klar, dass mir der Erzählstil überhaupt nicht zusagt. Es gibt spannungsgeladene Szenen, Leute werden gefoltert, aber irgendwie bin ich als Leser nicht ganz dabei. Die Immersion fehlt, der Einblick in die Gefühlswelt des Protagonisten. Zwar wird der Leser mit Kovacs existenzieller Krise konfrontiert, nimmt aber wenig daran teil. Der Gedanke, dass man nach dem Dekantieren des Geistes in einen neuen Körper “Startschwierigkeiten” hat oder gar psychische Probleme entwickelt, die den Sleeve als Fremdkörper erscheinen lassen, ist superspannend und auch authentisch. Die ganze Welt, auf der Kovacs umherwandelt, erscheint dem Leser fremd und zugleich bekannt. Die technologische Hochburg, die aber in umso dubiosere Gefilde ausartet, je tiefer man in bestimmte Stadtbezirke eindringt, regt zum Nachdenken über die Vor- und Nachteile dieser Entwicklungen an. Die Beschreibungen von Harlans Welt, auf der Kovacs aufgewachsen ist und gelebt hat, sind interessant und man möchte eigentlich viel mehr darüber erfahren. Die Situation der Raumfahrt ist auch weit nach 2200 noch nicht so weit fortgeschritten, als dass man innerhalb von einem kurzen Zeitraum auf einen anderen kolonisierten Planeten reisen könnte; die Reise zu Harlans Welt dauert beispielsweise gut 100 Jahre. Deshalb reisen auch seltenst Sleeves über diese Distanz, sondern schicken lieber ihren Stack bei Instant-Reise digital auf andere Planeten und nutzen einen Sleeve, der dort vorhanden ist. Ein hochinteressantes und vor allem sehr realistisches Konzept! Ich muss sagen, die Zukunft, die Morgan beschreibt, nutzt unglaublich spannende Konzepte, ohne diese jedoch groß zu erklären. Beispielsweise erfährt man bis zum Ende nicht, was genau ein Neurachem ist und was dieser exakt bewirkt. Klar erfährt der Leser die grundlegenden Funktionen, aber so vieles bleibt verborgen.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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Tags: roman, scifi   (2)
 

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scifi, roman

Zeitmaschinen gehen anders

David Gerrold
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453318663
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Eine Parabel darüber, wie Zeitreisen uns vermutlich psychisch und physisch zermürben würden, der Fluss der Zeit zur Nebensache wird und wir uns nur noch auf uns selbst verlassen können — oder?

„Zeitmaschinen gehen anders“ ist die im Rahmen der „Meisterwerke der Science-Fiction“-Reihe erschienene Neuauflage des Klassikers von 1973. Damals wurde „The man who folded himself“, wie der Originaltitel lautet, für den Nebula Award nominiert. David Gerrold hat mit diesem Werk einen Klassiker geschaffen und diesen habe ich mir gestern in einer kleinen Lese-Session einverleibt.  Das Vorwort ist von Sascha Mamczak und eine kleine Perle für sich. Jeder, der die alte Ausgabe noch daheim hat, sollte allein für das grandiose Vorwort einen Blick in die neue Ausgabe werfen.  Inhaltlich geht es um den jungen Daniel, der von seinem Onkel Jim einen Zeitreise-Gürtel vererbt bekommt. Voller Verwirrung testet Daniel diesen erst einmal, begegnet seinem zukünftigen Ich und sein Leben ändert sich von einer Sekunde zur nächsten. Er klappert alle interessanten Ereignisse der Vergangenheit und der Zukunft ab, verändert Dinge, nur um sie später wieder zu „löschen“ und begegnet letzten Endes sogar einer weiblichen Version seiner selbst…

Kein Moment kann mir entkommen. Ich habe das Zwielicht verfolgt und die Dämmerung eingefangen. Ich habe den Tag erobert und die Nacht gezähmt. Ich kann leben, wie und wo es mir beliebt, denn ich bin der Herr der Zeit.

David Gerrold hat hier meiner Meinung nach wirklich ein dickes Ei gelegt – im guten Sinne! Anstatt den Leser mit auf die Reise durch Zeit und Raum zu nehmen, erzählt er, wie das Zeitreisen Daniel mit der Zeit mürbe im Kopf macht, welche psychologischen Krisen er zu bewältigen hat und wie er mit der Sache überhaupt klar kommt. Während Daniel sich philosophischen inneren Monologen hingibt, erfährt der Leser allerhand Dinge, die in anderen Zeitreise-Romanen unter den Tisch gekehrt werden: Wie sieht es beispielsweise aus, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, Selbstliebe kein Fremdwort ist und man dann eine oder mehrere Versionen seiner selbst trifft? Fühlt man sich zu „dem anderen Ich“ hingezogen? Kann so möglicherweise eine Beziehung entstehen? Und wie nimmt man das Verrinnen der Zeit wahr, wie erlebt man selbst das Heute? All diese Fragen beantwortet Gerrold in seinem kurzen Roman. Anfangs war ich sehr skeptisch, ob angesichts der Länge überhaupt eine gute Zeitreise-Story vorhanden sein kann, aber diese Zweifel wurden schnell beiseite geräumt. Die Seiten flogen nur so dahin, und schnell war das Büchlein ausgelesen. Ich musste dann erst einmal den ganzen Inhalt Revue passieren lassen, bis ich auch die eine oder andere Sache verstanden habe, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass dieses Buch eine wunderbare Parabel ist. Die abgeschlossene Handlung und das Fehlen eines offenen Endes haben mich sehr erfreut, zumal ich nur selten offene Enden mag. Allerdings haben mich Kleinigkeiten gestört; zum Beispiel Daniels Umgang mit seiner weiblichen Version; die Dialoge schienen mir doch sehr unglaubwürdig (okay, es ist ein Zeitreiseroman, so viel zu Glaubwürdigkeit, aber die Dialoge müssen doch nicht ins Absurde purzeln!). Das Set-Up, also dass der gesamte Roman quasi ein Tagebuch ist, finde ich toll. Auch wenn man nicht 100% mit dem Protagonisten mitfühlen kann und er doch charakterlich „platt“ wirkt, kann man dennoch die Gedanken und die Sorgen, die in während seiner Zeitreisen plagen, auf eine Art nachvollziehen. David Gerrold hat mit „Zeitmaschinen gehen anders“ eine Idee angestoßen, wie Zeitreisen bis zu einem gewissen Punkt wirklich ablaufen würden; was wir tun würden und welche Fragen uns beschäftigen.

Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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okapi, westerwald, tod, liebe, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Aufhocker, Verstocktheit oder doch die unerfüllte Liebe? Das Dorfportrait mit liebevollen Charakteren und schrulligen Details kann leider nicht vollkommen überzeugen.

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Lekyerzählt die Familiengeschichte von Luise, ihrer Großmutter Selma und eigentlich den gesamten Bewohnern ihres Dorfes. Die geraten nämlich in helle Aufruhr, weil Selma nun zum dritten Mal von einem Okapi geträumt hat. Das klingt wie nichts besonderes, jedoch ist nach den ersten beiden Träumen innerhalb von 24 Stunden jeweils ein Dorfbewohner gestorben. Und da man im Dorf ein wenig abergläubisch ist, wird jetzt fest mit einem dritten Tod gerechnet. Jeder befasst sich angesichts des vermeintlichen Todes mit ungesagten Dingen, wie einer nie gestandenen Liebe oder Lügen, die einen durch das Leben begleitet haben und die man sich nun vom Herzen reden möchte. So beispielsweise der Optiker, jahrzehntelanger Freund von Selma, der daheim vor einem Koffer voller Briefanfänge steht, in denen er Selma seine Liebe gestehen wollte. Wird er sich angesichts der kritischen Lage trauen, endlich tacheles zu reden? Und wird der betrunkene Palm von nebenan seinem Sohn Martin, der auch Luises bester Freund ist, endlich ein paar längst überfällige väterliche Gefühle zuteil kommen lassen?

Immer wieder taucht plötzlich dieses Nachbild auf, dieses eine, ganz bestimmte, es taucht auf wie ein Bildschirmschoner des Lebens, und oft dann, wenn man überhaupt nicht damit rechnet.

Mariana Leky schafft mit Selma, ihrer Familie, und den Dorfbewohnern eine sehr sympathische Ansammlung von Charakteren, die einem im Laufe des Buchs auch ans Herz wachsen. Sei es nun die sehr abergläubische Elsbeth, die ewig schlecht gelaunte Marlies oder eben die Protagonistin Luise, die nicht so recht weiß, wie sie mit dem Leben umgehen soll und dem Leser doch recht zögerlich erscheint. Alle Dorfbewohner fühlen sich vom Okapi-Traum betroffen und glauben, dass es jeden treffen kann. Da helfen dann auch Elsbeths Allheilmittelchen nicht, wie beispielsweise ein Fledermausherz, das bei unerfüllter Liebe helfen soll. Jeder einzelne schwirrt umher, mit dem festen Vorsatz, achtsamer zu sein, die kleinen Dinge mehr zu genießen und vor allem, geheime Lieben nach langer Zeit zu gestehen oder auch endlich Mut zu fassen und sich von dem ungeliebten Ehemann zu trennen.

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oxford, roman, englische literatur, catherine lowell, leserunde

Die Kapitel meines Herzens

Catherine Lowell , Gaby Wurster
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.08.2017
ISBN 9783455650860
Genre: Romane

Rezension:

Ein geheimes Erbe? Eine literarische Schnitzeljagd? Yeah! Oder? In „Die Kapitel meines Herzen” erzählt Catherine Lowell die Geschichte von Sam und ihrem Familienerbe. Das muss Sam doch jedoch erst einmal finden. Man sollte vielleicht noch anmerken, dass sie die letzte lebende Verbleibende der Brontë-Familie ist. Ihr Vater, der sein ganzes Leben der Analyse der Brontë-Bücher gewidmet hat, hinterlässt Sam nach seinem Tod eine kryptische Nachricht, die nach ihren ersten Vermutungen in einer literarischen Schnitzeljagd endet. Doch ist Sam nicht zuhause, sondern befindet sich aktuell am Oxford College, um ihren Abschluss in Literaturwissenschaften zu machen. Zu blöd, dass ihr Professor dann auch noch ein hinreißender Beau ist, der Sam an der Analyse der Nachricht hindert und sie mit fragwürdigen Lehrmethoden zum besseren Arbeiten anspornt. Und dann ist da noch ein gewisser Journalist, der Sam anscheinend hinterherspioniert und wilde Gerüchte über sie an die Öffentlichkeit bringt. Die Rede ist vom versteckten Brontë-Erbe, wertvollen Hinterlassenschaften und unveröffentlichten Romanen der drei Schwestern. Doch Sam weigert sich, diese Gerüchte an sich herankommen zu lassen, und versucht unbeirrbar, die Nachricht ihres Vaters zu entschlüsseln.

„Du wärst fasziniert zu sehen, welch handfeste Dinge aus Träumen erwachsen können.“

— „So wie Sabber?“

Verlockend, nicht wahr? Das dachte ich mir auch. Zur Info: Ich habe keinen Roman der Brontës gelesen und mich bisher auch nicht sonderlich mit ihnen beschäftigt. Zum Glück! Sonst wäre dieses Buch womöglich zur Tortur geworden. Sams Leben bestand bisher ausschließlich aus einsamen Tagen mit Heimunterricht von ihrem Vater, der ebenfalls völlig von seinen Vorfahren fixiert war und diesen Wahnsinn vermutlich auf Sam übertragen hat. Kapitel um Kapitel werden Textstellen analysiert, verborgene Inhalte gesucht und Metaphern gedeutet, dass man teilweise nicht einmal mehr einen Roman vor sich vermutet, sondern ein Abhandlung über die Brontës, ihr Leben und ihr Schreiben. Catherine Lowell konzentriert sich mit ihrem Buch so sehr auf diesen Aspekt, dass überhaupt keine Zeit blieb, trotz 350 Seiten eine sympathische Protagonistin zu entwerfen. Diese bleibt das gesamte Buch über dem Leser unbegreifbar und ein bisschen merkwürdig. Aus dem Klappentext kann man entnehmen, dass sich zwischen Sam und ihrem Professor eine Romanze entspinnen wird. Wie die Autorin dies gehandhabt hat, finde ich sehr gut und teilweise auch authentisch, sogar das Ende hat mir diesbezüglich sehr gut gefallen. Doch das ganze Brontë-, Familienerbe- und Rätsel-Thema war mir ein bisschen zu viel. Sam versteift sich im Laufe des Buchs so sehr darauf, etwas Verborgenes zu entdecken, dass sie meiner Meinung nach völlig vergisst, zu leben. Sie atmet die Brontës ein und Analysen wieder aus. Dass das auf die Psyche geht, ist verständlich, und doch weigert sie sich, Vernunft anzunehmen und die Dinge ruhen zu lassen. Sams Leben erscheint mir völlig trostlos, einsam sitzt sie jeden Tag in ihrem Turm am Oxford College und liest wieder und wieder die Bücher der Brontës. Catherine Lowell hat es leider nicht geschafft, diese Einsamkeit für den Leser nachfühlbar zu gestalten, so dass man völlig teilnahmslos zuschaut. Der Sprachstil war ansonsten sehr gut lesbar, mir hat auch die Schreib- und Erzählweise gefallen und besonders die Rückblenden zu vergangenen Tagen mit ihrem Vater. Dennoch blieb nach der „Auflösung” ein Hohlraum zurück, der eigentlich mit einem tollen Leseerlebnis hätte gefüllt sein müssen.

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roman

Die Kunst, Champagner zu trinken

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257244168
Genre: Romane

Rezension:

Schon wieder ein neuer Nothomb! Meinem Gefühl nach schreibt diese Wahnsinnsfrau schneller, als ich lesen kann! In “Die Kunst, Champagner zu trinken” widmet sich Amélie Nothomb erneut einem Abschnitt ihres Lebens. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel diese Frau erlebt hat und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich einen autobiographisch angehauchten Roman von ihr in den Händen halte. In diesem kleinen Werk erzählt sie davon, wie sie sich mit dreißig Jahren nach nichts weiter sehnt als einer Saufkumpanin, die genauso gern Champagner auf leerem Magen genießt wie sie selbst. Klingt zunächst nicht allzu spannend, aber spätestens nach ein paar Seiten ist man wieder gefangen vom unverwechselbaren Nothomb-Stil. Zum Inhalt:

Amélie genießt gern den Rausch, den ein guter Champagner ihr auf leerem Magen bereitet. Doch leider fehlt es ihr an jemandem, mit dem sie dieses überragende Gefühl teilen kann; jemand, der den Rausch mit ihr teilt. Nachdem sie ihre Freundinnen und Bekannten im Kopf alle durchgegangen ist und verworfen hat, hält sie von nun an auf Lesungen und bei Signierstunden Ausschau nach der perfekten “Kumvine”, der perfekten Saufkumpanin. Bei einer Signierstunde begegnet sie Pétronille, mit der sie bereits schriftlich korrespondiert hat; die beiden verstehen sich auf Anhieb, auch wenn Amélie das Zusammentreffen von Brieffreunden immer als schwierig empfunden hat. Doch leider endet der Abend nicht wie erhofft: die beiden trennen sich und treffen erst Jahre später wieder aufeinander, nachdem Pétronille ihren ersten Roman veröffentlicht hat.

Einen Rausch sollte man nicht improvisieren. Sich zu betrinken ist eine Kunst, die Talent und Sorgfalt erfordert. Die Sache dem Zufall zu überlassen führt zu nichts.

Amélie Nothomb hat mit ihrem neuen Roman wieder voll ins Schwarze getroffen. Mit ihrer leicht verkorksten und charmanten Art hat sie vor nicht allzu langer Zeit mit der „Metaphysik der Röhren“ mein Herz erobert und thront jetzt oben auf der Liste meiner Lieblingsautoren. „Die Kunst, Champagner zu trinken“ erzählt nicht nur vom Genuss ebendiesem, sondern auch die Geschichte einer Freundschaft: die von Amélie und Pétronille. In den Bergen oder mitten in London: Pétronille ist doch fast so oft mit Amélie unterwegs wie ihr geliebter Champagner. Obwohl oder gerade weil Pétronille kein einfach gestrickter Mensch ist, schätzt Amélie sie sehr und verfolgt nach den anfänglichen Startschwierigkeiten ihrer Beziehung ihr literarisches Aufstreben, sie kauft und verschlingt jedes ihrer Bücher. Und als Pétronille ausreißt, um ein Jahr in der Wüste zu leben, kümmert sich Amélie wie selbstverständlich darum, dass Pétronilles jüngster Roman ein Verlags-Dach über den Kopf bekommt. Doch als Pétronille schließlich heimkehrt, verschiebt sich der sehr autobiographisch anmutende Roman doch ins herrlich Absurde und der Leser wird mit einem Knall aus dem Buch entlassen.

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roman, auserirdische, dystopie, talkshow, menschenopfer

Die Außerirdischen

Doron Rabinovici
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.08.2017
ISBN 9783518427613
Genre: Romane

Rezension:

“Die Außerirdischen” war mein erstes Buch von Doron Rabinovici. Erwartet habe ich alles, nur nicht das, was ich bekommen habe. Ob das gut oder schlecht ist, erfahrt ihr hier in meiner Rezension.  Es geht um Webdesigner Sol, der morgens im Radio davon erfährt, dass die Erde ihren ersten außerirdischen Kontakt hergestellt hat und diese Außerirdischen nun die Erde quasi “übernommen” haben. Sols Frau Astrid glaubt zunächst an einen Scherz, doch als die Nachrichtenerstattung im Fernsehen, online und im Radio nicht mehr länger zu ignorieren ist, schließt sie sich der inzwischen allgemein herrschenden Panik an. Die Menschen rennen angsterfüllt auf den Straßen umher, beginnen Läden auszurauben, und Überfälle auf andere Passanten sind keine Seltenheit mehr. Mitten im Chaos beschließt Sol, Mitgründer eines Online-Magazins für erlesene Köstlichkeiten, von den Außerirdischen und der gesamten Situation in Form eines Talk-Formats zu berichten. Was zunächst von seinem Chefredakteur abgelehnt wird, erscheint doch bereits kurze Zeit später sinnvoll, als auf der ganzen Welt bekannt wird, die Aliens würden die Menschen gerne essen – jedoch auf der Basis eines freiwilligen Opfers. Da bietet sich das Format der Talkshow an, um den Menschen eine Plattform zum Austausch über Für und Wider der Opferung zu bieten, auch wenn man nur vom Sofa aus zuschaut. Um den Menschen das Opfer, das sie bringen sollen, schmackhaft zu machen und um selbst auch nur gesunde, “nahrhafte” Exemplare zu verspeisen, bieten die Außerirdischen die “Spiele” an: ein Wettbewerb mit verschiedensten Disziplinen, aus denen nur die Stärksten und Fittesten hervor gehen. Dem Sieger aus mehreren Runden winkt unermesslicher Reichtum, Exobilien (Immobilien im Weltraum) sowie die Mitreise bei den Außerirdischen. Während des Ablaufs sollen die Teilnehmer auf einer paradiesischen Insel wohnen und im Luxus schwelgen; die Familien der Hinterbliebenen werden finanziell vergütet: Die Verlierer einer jeden Runde werden nämlich verspeist. Was relativ harmlos beginnt, da die Teilnahme absolut freiwillig ist, eskaliert schnell und die Spiele werden zum Desaster. Die Frage stellt sich, was geschehen wird, wenn sich keine Freiwilligen melden oder der Strom an Teilnehmern versiegt…

Sie kamen über Nacht. Wir schliefen tief. Eng umschlungen. Der Hund des Nachbarn schlug nicht an. Der Säugling aus dem ersten Stock, der uns so oft schon aufgeschreckt hatte, blieb ruhig. […] Als wir aufwachten, war über uns entschieden.

Rabinovici erzählt in seinem Werk “Die Außerirdischen” von dem still gehegten Traum der Menschen, Kontakt mit einer anderen Spezies aufzunehmen, und was passiert, wenn dies über Nacht geschieht. Mehrere Monate habe ich auf den Erscheinungstermin dieses Buches gewartet und mich auf diese spannend klingende Geschichte gefreut, die so komplett anders als das war, was man aktuell so auf dem Markt findet. Da ich Sci-Fi liebe, musste ich “Die Außerirdischen” einfach sofort lesen, auch wenn dieses Buch an sich kein Sci-Fi ist, sondern ein Roman mit Sci-Fi-Elementen. Die ersten Seiten habe ich voller Aufregung verschlungen und war rasch in der Mitte des Buches, bis ich dann gemerkt habe, dass “Die Außerirdischen” irgendwie doch nicht so gut ist wie es anfangs schien. Die Handlung verstrickt sich immer mehr und der Protagonist hinterfragt das Geschehen nicht einmal ansatzweise. Es wird immer skurriler und gegen Ende habe ich mich doch etwas an die Konzentrationslager unter Hitler erinnert gefühlt.

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roman, highlight

Wer dann noch lachen kann

Birgit Vanderbeke
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492058391
Genre: Romane

Rezension:

Wow, was für ein Buch. Voller Wort- und Erzählgewalt erzählt Birgit Vanderbeke in ihrem Roman „Wer dann noch lachen kann“ von der eigentlich traumatisierenden Kindheit Karlines, die diese als „Pech“ bezeichnet. Karlines Vater schlägt sie grün und blau, obwohl er seine Tochte ja eigentlich nicht „kaputt schlagen“ möchte – manchmal erfordert es eben einfach die „väterliche Hand“, das sagt zumindest ihre Mutter, die bei solchen Episoden dann in die Küche geht und das Radio laut dreht. Ihre Mutter möchte die kleine Karline am liebsten auch mit allen möglichen Medikamenten ruhig stellen, um ihr jegliche Fantasie auszutreiben. Karline tut, was ein Kind in einer solchen Zeit tun muss: Sie flüchtet sich in Fantasiewelten. Dort hört sie eine tiefe Stimme, die ihre eigene sein muss. Daraus schließt sie, dass es für sie eine Zukunft geben muss. Also hält sie weiterhin die Züchtigung und das Vollstopfen mit Medikamenten aus und hofft auf bessere Zeiten. Als Karline eines Abends blutend in ihrem Bett aufwacht, entdeckt sie auf ihrem Nachttisch den Mikrochinesen, der zu dem Ganzen nur zu sagen hat: „Wer dann noch lachen kann“.

Nicht, dass mein Vater mich tatsächlich kaputt geschlagen hätte, sonst wäre ich ja gestorben, aber ich wusste nie so ganz, ob er selber wusste, wann aus dem Schlagen Kaputtschlagen wurde.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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schweden, finnland, roman, petteri nuottimäki, familiengeschichte

Rechne immer mit dem Schlimmsten

Petteri Nuottimäki , Wibke Kuhn
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959670869
Genre: Humor

Rezension:

„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ von Petteri Nuottimäki erzählt die Familiengeschichte der Aaltos, die sich, nur um nicht ganz oben im Telefonbuch zu stehen, in „Alto“ umbenennen lassen haben. So skurril das klingt, umso skurriler ist die ganze Familienbande. Dieses Buch beschreibt das Leben Mattis, seine Zeit während des Krieges, seine Beziehung zu seiner Frau und letztendlich auch das Leben seiner Kinder. Von klein auf begleitet man die drei, der vierte kam schon als kleines Kind beim Spielen mit einer Granate ums Leben. Doch so sehr Matti sich für die Erziehung der Kinder eingesetzt und sich bemüht hat, diese zu ehrgeizigen Personen zu erziehen, scheint doch alles aus dem Ruder zu laufen: Raimo häuft Spielschulden an, Elina umgibt sich immer noch mit den falschen Jungs und Antti… nun, der Jüngste der Baggage, Antti, zeigt überhaupt kein Talent für irgendetwas. Doch einem dieser Nichtsnutze muss Matti sein Unternehmen vererben, in das er ein Leben lang sein Herzblut gesteckt hat; besonders jetzt, wo er krank ist, muss jemand den Laden übernehmen. Doch wie soll er sich zwischen diesen Nieten, die seine Kinder sind, entscheiden, um das Unheil noch gering zu halten?

„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ ist Petteri Nuottimäkis erster Roman. Der gebürtige Finne erzählt mit einer Riesenportion schwarzem Humor die Lebens- und Leidensgeschichte Mattis. Dieser muss nicht nur schauen, dass sein Geschäft gut läuft, sondern auch dafür sorgen, dass aus seinen nicht gerade ehrgeizigen Kindern noch etwas wird. Und sowieso hat er sie doch anders erzogen, Kämpfer sollten sie sein, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen! Doch leider ist dem nicht so. Alle seine Kinder scheinen ihm nur Ärger zu machen. Seitdem einer der Zwillinge, Risto, als kleiner Junge umgekommen ist, ist sowieso alles anders. Ohne es zugeben zu wollen, fühlen Matti sowie Ristos Zwillingsbruder Raimo sich amputiert. Doch für Gefühle ist im Hause Alto keine Zeit: Jedes Jahr zum Geburtstag muss das Geburtstagskind sich vor Mattis Schreibtisch stellen und verkünden, wie seine Zukunftspläne aussehen und was bisher dafür unternommen wurde. Man könnte meinen, dass diese Erziehung zu realistischen Träumen und das ewige „Kleinhalten“ Mattis Kindern nicht gut getan hat. Schließlich ist der Eine eine schlimmere Enttäuschung als der Andere. Als Matti krank wird und sein Unternehmen einem seiner Kinder vermachen muss, greift er daher zu einem ausgeklügelten Plan: Jedem seiner Kinder stehen 100.000 Kronen zu, und jeder darf damit machen, was er will. Der, der aus seinem Geld jedoch das Beste macht und echten Unternehmergeist zeigt, soll Mattis Unternehmen erben. Gesagt, getan. Es beginnt das Chaos, wenn Raimo, Elina und Antti losziehen, um etwas auf die Beine zu stellen, das ihren alten Herrn überzeugen wird…

Matti war es gar nicht wichtig, dass die Kinder viel Geld verdienen oder berühmt werden sollten. Er wollte ihnen nur helfen, in einer harten, unbegreiflichen Welt zurechtzukommen. Er wollte sie nicht zu Menschen erziehen, die am Ende unter die Räder kamen und zurückbleiben mussten.

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familie, krebs, brustkrebs, adhs, liebe

Sieh mich an

Mareike Krügel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492058551
Genre: Romane

Rezension:

„Sieh mich an“ von Mareike Krügel ist ein seltsames Buch. Es geht um den Krebs, den Protagonistin Katharina hat oder auch nicht, es geht um Familie, Nachbarschaft, Freundschaft und Wertvorstellungen. Zu Beginn des Buches tauchen wir ein in den Alltag von Katharina, die neben ihren zwei Kindern, die eigentlich drei hätten sein sollen, nebenher noch versucht, ihr Leben, ihren Job und ihre Ehe zu handeln – bis sie eines Tages in der Dusche ein Etwas in ihrer Brust ertastet. Montag wird sie zum Arzt gehen, es werden Chemotherapien und Bestrahlungen folgen, sie wird nicht mehr lange zu leben haben – so zumindest ihre Theorie, denn Mutter und Großmutter sind schließlich auch an Krebs gestorben. Dasselbe Los hat sie wohl nun auch gezogen. Und so ist ihrem Gedankengang zufolge Montag, der Tag der Diagnose, auch der Tag ihres Todesurteils. Deshalb möchte sie sich dieses letzte Wochenende komplett von dem Gedanken distanzieren und es mit Ehemann Costas und ihren Kindern genießen. Dumm nur, dass Costas das erste Mal auch übers Wochenende in Berlin bei seinem Job bleiben muss, ihr Sohn mit seiner neuen Freundin die Biege macht und ihre Tochter zusätzlich ihrer ersten Periode auch noch diverse andere Unglücke erlebt. An diesem Wochenende geht so einiges schief, und als alles nicht mehr schlechter laufen kann, entschließt sich Katharina, etwas zu unternehmen, sich der Krankheit, die in ihr steckt, zu stellen.

Ich werde nach und nach weniger werden, mich immer weiter von der Person entfernen, die ich jetzt bin. Und irgendwann werden auch die anderen einsehen und begreifen, was mir jetzt schon klar ist, weil es verborgen in meinem Inneren längst begonnen hat: dass es ans Sterben geht.

So weit, so gut! „Sieh mich an“ ist in erster Linie kein „Krebsbuch“, wie ich zuerst angenommen hatte, sondern eine Familiengeschichte voller Chaos und Nostalgie. Durch die Augen der Protagonistin wird man Zeuge eines wahrlich verrückten Wochenendes, und ein abgetrennter und verloren gegangener Daumen ist dabei nicht einmal das Schlimmste, was passiert. Da hilft kein Listenschreiben der Welt (Katharina liebt es, Listen von allem Möglichen zu schreiben), um das Chaos im Kopf zu bändigen. Sie entdeckt, dass ihre elfjährige Tochter ganz ohne ihr Zutun langsam erwachsen wird und dass ihr viele Jahre nicht mehr gesehener Studienfreund schon immer auf sie stand. Doch inmitten von all diesem Chaos sucht sie die Nähe zu ihrem Mann, der seit einem Jahr in Berlin arbeitet und nur noch am Wochenende zuhause ist. In vielen Rückblenden erfährt der Leser, wie Katharina zu dem Menschen geworden ist, der sie nun ist, und erhält Einblicke in ihr Leben, das nicht immer rosig war: ob nun der Neid zu ihrer Schwester der Mittelpunkt ihres Seins war oder aber die Liebe zu Costas, dem Mann, der sie und die Kinder nun wegen einer Betriebsfeier am Wochenende sitzen lässt. Und ganz nebenbei wächst in ihr die Angst vor dem Etwas, vor dem Geschwür, der ihr das Leben zu rauben scheint.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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roman

Die sieben letzten Tage

Yu Hua , Ulrich Kautz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.04.2017
ISBN 9783100021939
Genre: Romane

Rezension:

Surreal, komisch und äußerst charmant erzählt Yu Hua in „Die sieben letzten Tage“ die Geschichte von Yang Fei. Dieser ist allerdings bei Beginn des Buches bereits tot – die Handlung umfasst die erste (und letzte?) Woche als Toter und ermöglicht dem Leser, in die gesamte Vergangenheit Yang Feis zu blicken. Yang Fei, einst ein Findelkind, wurde liebevoll von Yang Jinbao groß gezogen, der ihm eine wahnsinnig liebevolle Kindheit schenkte, seitdem er ihn auf den Zugschienen liegend gefunden und gerettet hat. Sein Leben lang steckt Yang Jinbao zurück, um Yang Fei eine möglichst gute Kindheit zu ermöglichen, er erlaubt es sich nicht einmal, sich zu verlieben. Liebevoll erinnert sich Yang Fei zurück an die Zeit seiner Kindheit, seines Erwachsenwerdens, und der Geschichte vom Medienrummel, der ausbricht, als seine biologische Mutter versucht, ihn zu finden. „Das Schienenkind“ Yang Fei erinnert sich in den sieben Tagen nach seinem Tod jedoch nicht nur an Kindheit und Jugend, sondern auch an seine erste Liebe, die ihn später wegen einem Anderen verließ.

Im Reich der Toten angekommen, findet Yang Fei sich zunächst im Bestattungsinstitut wieder, doch da er sich um Lebzeiten weder um Grab noch Urne gekümmert hat, kann er sich nicht verbrennen lassen. Trostlos wandert er weiter und trifft in der nebligen Zwischenwelt nicht nur seine ehemalige Frau Li Qing, sondern auch seine Ziehmutter und andere Menschen, mit deren Leben er auf die eine oder andere Weise in Berührung gekommen ist. Sei es das Kind, dem er vergünstigt Nachhilfe geben sollte, das mitten in Trümmern einer ohne Vorwarnung eingerissene Wohnsiedlung seine Hausaufgaben macht und auf seine Eltern wartet, oder der Restaurantbesitzer, bei dem er viele Male schon gespeist hat, und in dessen Restaurant Yang Fei auch sein Leben gelassen hat: All diesen Menschen begegnet er in der Totenwelt, da diese auch kürzlich aus dem Leben geschieden sind. Doch eine Person scheint sich vor ihm zu verstecken, so gut er auch sucht: Sein Ziehvater Yang Jinbao, der über Nacht Yang Feis Haus verlassen hat; vom Krebs geschwächt und möglicherweise bereits tot. Yang Fei wünscht sich nichts sehnlicher, als von seinem Vater Abschied zu nehmen und Antworten darauf zu bekommen, warum dieser plötzlich verschwunden ist…

„Wer ein Grab hat, hat eine letzte Ruhestätte, wer keins hat, bekommt das ewige Leben. Was ist Ihrer Meinung nach besser?“

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antarktis, expedition, everland, überlebenskampf, forschung

Everland

Rebecca Hunt , pociao
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.06.2017
ISBN 9783630874630
Genre: Romane

Rezension:

Zwei Expeditionen in die Antarktis, zwei Forscherteams und zwei langatmige Geschichten — „Everland“ kann durch Sprache und Atmosphäre überzeugen, der Spannungsboden bleibt jedoch flach.

Vom Cover und Klappentext gelockt, wurden bei mir bei dem Titel „Everland“ direkt Assoziationen an fantastische Geschichten und Bücher ausgelöst und in Erwartung eines fantastischen Abenteuerromans (oder zumindest einem, in dem es zur Sache geht!) zu Rebecca Hunts Roman gegriffen. Leider wartete hier eine herbe Enttäuschung auf mich, denn Spannung kam hier keine auf. Doch zunächst einmal zum Inhalt:

Im Jahr 1913 entdeckt das Forschungsteam der „Kismet“ bei einer Antarktis-Mission eine unbekannte Insel, die sie „Everland“ taufen. Klirrende Kälte und eine Landschaft der des Mondes gleich, schicken die Forscher zunächst drei Männer los, um die Insel zu erkunden. Doch was für Dinners, Napps und Millet-Bass anfangs wie der Jackpot aussah, da diese unbetretenes Land auskundschaften sollten und womöglich Erkenntnisse von unschätzbarem Wert für die Wissenschaft mitbringen, entpuppt sich schon bald als Alptraum. Mit ihren komplett gegensätzlichen Persönlichkeiten geraten die Männer immer wieder in Streitigkeiten und Unstimmigkeiten. Keine gute Voraussetzung, um zwei Wochen lang in der eisigen Kälte zu überleben…

2012, knapp hundert Jahre später, bricht das zweite Forschungsteam nach Everland auf, und wieder einmal sind drei Personen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, gezwungen, auf kleinstem Raum zusammenzuleben und Feldforschung zu betreiben. Das Schicksal der Männer von 1913 ist Brix, Decker und Jess bekannt: In den 1960er Jahren wurde die Geschichte um Millet-Bass, Napps und Dinners verfilmt, sodass die Crew-Mitglieder der zweiten Mission bereits wissen, was auf sie zukommt. Doch leider haben sie sich und ihre Fähigkeiten überschätzt…

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cambridge, boxen, pitt club, gesellschaftskritik, der club

Der Club

Takis Würger
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 22.02.2017
ISBN 9783036957531
Genre: Romane

Rezension:

Schon ein wenig zu spät, aber besser spät als nie, komme ich nun auch im „Club“ an. Ich gestehe, ich habe mich ein wenig geziert, „schon wieder“ ein gehyptes Buch zu lesen, da ich schon des Öfteren enttäuscht wurde. Aber nicht hier und nicht von Takis Würger! „Der Club“ hat mich bereits von der ersten Seite an fesseln können und danach auch nicht mehr losgelassen. Ohne viel über die Story gelesen zu haben, bin ich in Hans‘ Geschichte hineingestolpert, so konnte ich wenigstens frei von Erwartungen lesen. So viel wusste ich: Es geht ums Boxen. Da ich jetzt aber kein Sportfan bin, habe ich den Empfehlungen vertraut und mich einfach blind ins Abenteuer gestürzt. Nun ein paar Worte zum Inhalt:

Hans ist noch jung, als er seine Eltern verliert. Da seine Tante Alex in England ihn nicht aufnimmt, fristet er seine Jahre bis zum Abitur in einem Internat.  Das Boxen, mit dem er schon früh begonnen hat, hilft ihm durch die Trauer und mit seiner Einsamkeit fertig zu werden, denn Freunde hat er keine. Kurz bevor Hans sein Abitur macht, bekommt er einen Brief von seiner Tante: Er soll ihr bei einer wichtigen Ermittlung helfen. In Cambridge angekommen, erwarten Hans jedoch keine genaueren Details, sondern die Frage seiner Tante: „Du boxt doch noch, oder?“ Alex hat die junge Charlotte dazu auserkoren, Hans behilflich zu sein, Mitglied im Pitt Club zu werden, der elitäre Boxclub von Cambridge. Doch Hans kommt aus bescheidenen Verhältnissen und bringt zudem nicht den versnobbten Charakter mit, den die Mitglieder alle inne zu haben scheinen. Doch im Pitt Club scheint nicht alles mit rechten zuzugehen und es scheint, als würde Charlotte ihm auch einiges verheimlichen. Hans gelangt nicht nur in den Pitt Club und gewinnt einen Einblick in die Welt der elitären Boxer, sondern auch in die der „Schmetterlinge“ und ihren fragwürdigen Riten…

In Cambridge habe ich gelernt, wie viel Großes der Mensch leisten kann: Er kann die Grundlagen der formalen Logik errechnen und ein Medikament gegen Malaria finden. Aber in Cambridge habe ich auch gelernt, was der Mensch in seinem Kern ist: ein Raubtier.

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tschechien, raumfahrt, weltall, weltraum, all

Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt

Jaroslav Kalfar , Barbara Heller
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Tropen, 05.08.2017
ISBN 9783608503777
Genre: Romane

Rezension:

Wie unwahrscheinlich! Und doch sind wir hier.

Ohhh, dieses Cover!  Wie sehr hat es mich gelockt! Und dann klang auch noch der Klappentext so vielversprechend… Wo ist der Haken? Spoiler: Es gibt keinen! Jaroslav Kalfars Debütroman „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ hat mich so von den Socken gehauen, dass es echt schwer war, fast drei Monate nichts zu verraten. Aber jetzt ist die Pressesperre vorbei und endlich darf ich euch etwas über dieses wunderbare Buch erzählen. Beginnen wir mit dem Inhalt:

Jakub, ein Astrophysiker aus Tschechien, wird im Frühjahr 2018 mit dem Raumschiff JanHus1 ins All geschossen, um eine mysteriöse Staubwolke zu erkunden, die aus dem Nichts erschienen ist und den Menschen auf der Erde ein permanentes Lichterspektakel beschert. Woher kommt dieser Staub? Wieso scheint er sich zu verändern? Das sind die Fragen, denen Jakub nachgehen muss. Und er soll auch eine Probe mit zurück auf die Erde bringen. Während des doch sehr zeitintensiven Fluges erinnert sich Jakub zurück an seine Kindheit, die irgendwo in einem kleinen tschechischen Dorf seinen Lauf nahm, sein Vater ein Kommunist, dessen Handeln irgendwann der ganzen Familie schadet. Spätestens, nachdem seine Frau Lenka sich weigert, mit ihm zu telefonieren und plötzlich wie vom Erdboden verschluckt scheint, ist Jakub in der Einsamkeit des Alls dazu gezwungen, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Eines Tages bekommt er sogar Gesellschaft an Bord des Schiffes: Ein riesiges Spinnenwesen mit 34 Augen und einer Vorliebe für Nutella („Köstlich, dieser Nutellaaufstrich. Reichhaltig und cremig, wie die Shtoma-Larven zu Hause. Man knackt sie auf und saugt das Fett heraus.“) hat sich in seinem Raumschiff eingenistet und ist auf einen Plausch aus. Doch ist das nur ein Hirngespinst Jakubs oder ist Hanuš real? Und was wird aus seiner Ehe, wenn er wieder zu Hause ankommt?

Ich wollte sehen, wie Gott das Universum berührte und durch den schwarzen Vorhang griff, um die Fäden zu schütteln, an denen die Planeten hängen. Ein Beweis. […] Ich wollte einen Beweis für das Chaos. So sehr wollte ich ihn, dass ich ihn gar nicht wollte. Ich wollte, was jeder Mensch will. Dass jemand mir sagt, wofür ich mich entscheiden soll.

Jaroslav Kalfar hat mit seinem Erstlingswerk eine Perle geschaffen, die inmitten der Belletristik-Neuerscheinungen funkelt und glänzt. „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ ist nämlich nicht nur das, sondern auch eine Geschichte über Tschechien, seine Kriege, seine Kämpfer, und mittendrin Jakub und seine Familie und eigentlich über Jakub gesamtes Leben. Kalfar erzählt hier mit einer derben, aber doch poetischen und nachdenklichen Sprache, wie Jakub im Weltraum über all diese Dinge kontempliert, und ich muss sagen, obwohl ich gar nicht der Geschichts-Typ bin, fand ich das Buch doch zu keinem Zeitpunkt langweilig. Kalfar nimmt uns mit auf eine Reise, nicht nur in vergangene Zeiten Tschechiens, sondern auch in ferne Weiten. Dass Jakub im All Besuch bekommt, ist dank dem Klappentext keine Überraschung mehr, trotzdem ist man positiv überrascht, als Hanuš das erste Mal in der JanHus1 erscheint. Jakub wächst das große Spinnenwesen im Verlauf des Buchs doch ziemlich ans Herz, aber was passiert, wenn er erst einmal wieder auf der Erde ist? Erfährt er Geheimnisse von Hanuš‘ Welt? Bekommt er sie vielleicht sogar zu Gesicht? All diese Fragen geistern dem Leser während der Lektüre im Kopf rum, und auf manche erhält man auch tatsächlich die Antwort. „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ ist so hervorragend erzählt, dass ich, obwohl ich noch nicht ahnte, wohin die Reise geht, von Anfang an schon gemerkt habe, dass ich hier ein wahres Schätzchen in den Händen halte. Humor und Philosophie ecken hier aneinander, gewürzt mit einer kräftigen Ladung „Was ist der Sinn?“.

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weltraum, mond, gesellschaftskritik, zukunft, raumfahrt

Moonatics

Arne Ahlert
E-Buch Text: 577 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 14.11.2016
ISBN 9783641197186
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wie enttäuschend! Ich hatte mich richtig auf Arne Ahlerts „Moonatics“ gefreut und täglich am Briefkasten Wache gehalten, doch leider entpuppte sich der 600 Seiten starke Sci-Fi Schmöker leider als Flop. Im Juni konnte mich bereits Dark Matter“ von Blake Crouch nicht so richtig begeistern, aber „Moonatics“ hat dies traurigerweise noch überboten. Dabei fing unsere Liebesgeschichte so vielversprechend an… bevor sie mitten auf dem Mond gecrasht ist. Wie es dazu kam, erfahrt ihr weiter unten, zuerst möchte ich noch etwas mehr auf den Inhalt eingehen:

Im Jahre 2044 liegt die Erde in ihren letzten Atemzügen: die Überbevölkerung ist mittlerweile außer Kontrolle geraten, das Klima hat sich unwiderruflich verändert, viele Länder gibt es bereits nicht mehr und die verbleibenden werden von Taifunen und Erdbeben heimgesucht. Ein Atomunfall nach dem anderen löscht erhebliche Teile der Weltbevölkerung aus und mit ihr auch die Natur. Der Planet kocht. Da passt es doch ganz gut, dass Webdesigner Darian von seinem Vater ein nicht geringes Häufchen Geld geerbt hat, das es ihm nicht nur möglich gemacht hat, alle noch vorhandenen Fleckchen der Erde zu bereisen, sondern nun die ultimative Reise anzutreten: Zum Mond! Das Hotel Levania und seine Mitarbeiter empfangen Darian wie einen alten Freund und bald entdeckt er, dass auch bereits Menschen auf dem Mond wohnen. Diese lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: die Schnösel in schicken Villen in „Beverly Hills“ und die „Moonatics“, ein kleines Rudel Hippies. Darian lernt die Anwohner kennen und gemeinsam schmeißen sie eine Party nach der anderen. Dass dabei Unfälle geschehen, ist dabei keine Seltenheit: so vertritt beispielsweise jemand aus Darians Bekanntenkreis im Vollsuff ohne Raumanzug, aber in Unterhose, ungeschützt mal die Beine. Dass das kein gutes Ende nimmt, ist klar. Doch das Partyvölkchen nimmt an diesem Ereignis nicht sehr viel Anteil und weiter geht’s. Zwischen allerhand Partys, Vernissagen oder Jachtausflügen (okay, technisch gesehen zählt das auch zu Partys) führen Moonatics sowie die Schnösel-Fraktion philosophische Gespräche, die durchaus anregend sind, teilweise aber auch einfach nur unlesbar. Spannende Gedankenkonstrukte werden aufgebaut, nur um diese später zu verwerfen, und wieder andere tauchen erst gegen Ende des Buches auf und erhalten keine große Beachtung. „Moonatics“ versucht dem Leser die Geschichte einer sterbenden Erde zu vermitteln, an der die Mondbewohner allerdings wenig Anstoß nehmen und ihren Aufenthalt dort gefühlt nur als Party-Urlaub sehen.

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roman

Eine heitere Wehmut

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.07.2017
ISBN 9783257243932
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Amélie Nothomb schafft es immer wieder, mich zu überraschen. Sei es durch gefühlte fünf Bucherscheinungen im Jahr oder dadurch, dass sie immer neue Erlebnisse aus ihrem Leben findet, die sie erzählen kann. Und auch in „Eine heitere Wehmut“ schreibt sie einen Teil ihrer Lebensgeschichte nieder: Mit 40 Jahren, 16 Jahre nach ihrem letzten Besuch, fliegt sie nach Japan. In ihrer Heimat des Herzens, mit der sie sich immer noch sehr verbunden fühlt, soll eine Dokumentation über ihre Kindheit gedreht werden. Bevor sie abreist, ruft sie bei Rinri, ihrem damaligen Verlobten, und bei Nishio-san, dem Kindermädchen ihrer jungen Tage, an, um ein Treffen zu vereinbaren. Als Amélie ins Flugzeug steigt, beginnt das kleine Abenteuer.


In „Eine heitere Wehmut“ hat Nothomb von ihrer flapsigen, frechen Sprache Abschied genommen und ist sprachlich „erwachsen geworden“. Meiner Meinung nach geht so allerdings auch ein wenig der Magie verloren, mit der „Metaphysik der Röhren“ mich vor einiger Zeit so wahnsinnig begeistert konnte. Ihre witzige Art hat sie jedoch beibehalten, was auch diesen Auszug ihres Lebens absolut lesenswert macht. Die Wiederkehr in ihre alte Heimat, die Treffen mit ihrem ehemaligen Verlobten und ihrer Kinderfrau, das Filmen der Dokumentation – in diesem Büchlein passiert nicht viel, allerdings hat man nach dem Lesen wie bei jedem Nothomb-Buch, das ich bisher gelesen habe, das Gefühl, schlauer aus dem Buch herauszugehen.


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roman

Alle Namen

José Saramago , Ray-Güde Mertin
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.07.2016
ISBN 9783455651041
Genre: Romane

Rezension:

Als ich den Klappentext von José Saramagos „Alle Namen“gelesen hatte, dachte ich „Das klingt nach etwas, was du lesen musst! ‚Lesen außerhalb der Komfortzone‘ mal beiseite, jetzt wird mal wieder was gelesen, was total deins ist!“ – so mein Gedankengang. Doch leider wurde ich enttäuscht. Nicht von der Idee, die war wunderbar, sondern von dem Drumherum. Der Erzählstil war schwierig und die Formatierung hat sich einen entspanntem Lesen entgegengesetzt… Wie ich erst später gesehen habe, gehört dieses Buch zur „Trilogie der menschlichen Zustände“, ein meiner Meinung nach sehr treffender Name, zumindest für dieses Buch, wird hier doch die innere Zerrissenheit, die Suche nach dem Leben, beschrieben. Doch nun erst einmal zum Inhalt.

Senhor José, gut und gerne fünfzig Jahre alt, arbeitet seit 25 Jahren im zentralen Personenstandregister. Dort kartiert man das Leben und Sterben jeder örtlichen Person; alles wird fein säuberlich auf Karteikarten geschrieben und dann eingeordnet. Das Leben außerhalb der Arbeit, das echte Leben, hat er nie wirklich kennengelernt. Nach der Arbeit geht er in seine Wohnung, die direkt ans Register angrenzt, nimmt dort ein karges Abendmahl zu sich und morgens geht es wieder los. In seiner wenigen Freizeit sammelt er Zeitungsausschnitte berühmter Persönlichkeiten aus dem Ort, in dem er lebt. Wählerisch ist er dabei nicht, er sammelt Informationen über Künstler genauso wie Sportler, Politiker oder Köche, sie müssen nur für das, was sie tun, berühmt geworden sein. Als er eines Abends die Idee hat, doch seine Berühmtheiten-Sammlung mit Informationen über Geburt, Heirat und Tod zu erweitern, schleicht er sich auf die Arbeit und sucht nach den Karteikarten dieser Menschen. Als ihm dabei eine unbekannte Karte in die Hände fällt, gerät sein bisher geordnetes, pflichtbewusstes Leben außer Kontrolle: Wer ist diese fremde Frau von der Karteikarte? Es beginnt eine Suche, bei der Senhor José immer mehr aus seinem gewohnten Trott ausbricht und immer findigere Methoden anwendet, um seinem Ziel näher zu kommen. Doch was wird er sagen, wenn er sie gefunden hat? Will er sich nur ihres Lebens bestätigen?

So weit, so gut. Die Prämisse ist wahnsinnig gut, es klingt spannend und etwas schrullig. Eigentlich voll mein Ding. Allerdings hat die Formatierung und die eigensinnige Erzählweise meine Lesefreude doch ziemlich getrübt. Ich muss direkt mit der wörtlichen Rede anfangen, die Dialoge waren ein wahrer Graus. Mit Kommata getrennt, waren seitenlange Gespräche nur mit enormer Anstrengung zu lesen:

[…] Vorher frage ich Sie, ob Sie wissen wie viele Menschen zu einer Ehe gehören, Zwei, der Mann und die Frau, Nein, mein Lieber, in einer Ehe existieren drei Menschen, da ist die Frau, da ist der Mann, und da ist das, was ich dritte Person nenne, die wichtigste, die Person, die von dem Mann und der Frau gemeinsam gebildet wird, Darüber habe ich nie nachgedacht […]

Zu diesem Störfaktor gesellt sich noch die Erzählweise. Und zwar gibt es Stellen, wo ein allwissender Erzähler aus der Vogelperspektive Sr. Josés Treiben beobachtet und gelegentlich auch kommentiert, auch gerne mal vorgreift, was ja alles sehr toll ist, wäre da nicht der subtile Wechsel zur Ich-Perspektive, oft von einem Satz zum nächsten. José führt ein Notizbuch, in dem er seine Nachforschungen festhält, und schreibt in diesem natürlich aus seiner Sicht. Wenn er dieses jedoch zuklappt, wechselt die Erzählperspektive, was zuweilen sehr verwirrend sein kann. Zusätzlich zu diesen zwei Punkten stört noch der Fakt, dass es keine Absätze gibt, was den Lesefluss zusätzlich noch behindert. Alles in allem ein nicht gut und entspannt lesbares Buch.

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meir shalev, ahureads201, rezension, diogenes, mein wildgarte

Mein Wildgarten

Meir Shalev , Ruth Achlama , Refaella Shir
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069907
Genre: Romane

Rezension:

Meir Shalev erzählt in seinem Buch „Mein Wildgarten“viele kleine Geschichten über seinen Wildgarten und den Lebewesen, die sich in diesem tummeln. Aufmerksam beobachtet er die Gewohnheiten der Tierwelt und das Wachsen, Blühen und Sterben der Pflanzen. Shalev berichtet jedoch nicht nur ausschließlich über seinen Wildgarten, sondern streut noch Erzählungen aus Mythologie und Volkssagen, Bibelstellen und -verse und Anekdoten aus seinem Leben ein. Nicht selten ist er dabei witzig, und das auf eine sehr charmante Art. Shalev lässt uns teilhaben an seinen innersten Gedanken und Gefühlen zu seinen Wildpflanzen und den Gartenbewohnern. Er lehrt uns, wie man richtig sät und anpflanzt, wie man eine Pflanze am Leben erhalten kann, sollte sie plötzlich dahindarben, und er zeigt uns, wie man neben der Schönheit des Gartens zusätzlich eine kleine Freude für die Geschmacksknospen ernten kann. Im Buch sind wunderschöne Illustrationen gestreut, teils farbig, teils in Grau gehalten, die uns die Schönheit der beschriebenen Blumen und Pflanzen näher bringen sollen – was sie auch tun! Jede einzelne Illustration ist ein wahrer Augenschmaus.

Ich bin kein Naturforscher und auch keiner von denen, die Bäume umarmen und mit Sträuchern sprechen, aber selbst Laien wie ich merken, dass Pflanzen Empfindungen und Reaktionen zeigen können und komplexer und höher entwickelt sind, als wir komplexere und hochentwickelte Säuger es anderen Existenzformen zuzusprechen bereit sind.

In „Mein Wildgarten“ kann man einen wahren Schatz an tollen Erzählungen und Anekdoten entdecken. Shalev schafft es, seinen Wildgarten, Bibelpassagen, Kuriositäten und wundersame Fakten der Etymologie bestimmter hebräischer oder arabischer Wörter thematisch unter einen Hut zu packen, und versehen mit vielen wunderschönen Illustrationen kam dann dieses Perlchen heraus. Der Autor erzählt, wie er vor etlichen Jahren sein kleines Häuschen mit angrenzendem Garten gekauft und in diesem begonnen hat, Wildpflanzen hochzuziehen, dabei immerfort weiterzulernen über die Welt der Pflanzen und besonders, wie man auf die speziellen Bedürfnisse jedes einzelnen Baums und Strauchs eingeht. Shalev empfindet eine tiefe Zuneigung für seinen Wildgarten und alles, was in ihm wächst und wohnt, so schmerzt es ihn besonders, wenn eine geliebte Blume auf einmal nicht mehr wächst oder aber ein langjähriger Freund in Form eines Baumes plötzlich ausdörrt und nicht mehr zu retten ist. So pflegt Shalev intensive Beziehungen zu seinen Pflanzen und imitiert das ein oder andere Mal sogar Gespräche zwischen diesen.

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extreme literatur, roman, absurd

Beautiful You - Besser als Sex!

Chuck Palahniuk
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 27.02.2017
ISBN 9783865525123
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Oh je. Wo fange ich an? Gelockt hat mich nicht das Cover, auch nicht der Titel, sondern der Klappentext. Mit Chuck Palahniuks „Beautiful You“ hatte ich eine Gesellschaftssatire erwartet, die wohl auch da ist, nur leider habe ich sie vor lauter überzogenen und lächerlichen Handlungssträngen leider nicht finden können. Ich hatte mich vorher über das Buch informiert, bei einem Goodreads Rating von 2,96 war ich skeptisch, aber einige Menschen haben dann doch 5 Sterne vergeben; die Reviews mit niedrigen Bewertungen wirkten doch etwas, hm, empört von feministischer Seite. Da dachte ich, hey, wieso nicht?  Dass ich mit diesem Buch leider einen Fehlgriff begangen habe, habe ich dann ca. nach 100 Seiten gemerkt. Aber jetzt mal zum Inhalt!

Penny ist ein normales Mädchen, das drei mal durch die Anwaltsprüfung gefallen ist und nun als Mädchen für alles in einer Kanzlei arbeitet. Sie hat ein wenig Babyspeck auf den Rippen und weiß nichts von der Schönheit, die in ihr schlummert. Tollpatschig und jungfräulich ist die Gute auch. Das Ganze mag jetzt an 50 Shades erinnern, aber… heben wir uns das auf. Zufällig lernt sie den berühmten Maxwell kennen, der sich gerade mit 50 Millionen Dollar für „seelische Grausamkeit“ aus seiner letzten Beziehung gekauft hat. Penny wird in die Jet-Set Welt entführt und trotz der Warnung seiner Ex, bloß keinen Sex mit Maxwell zu haben, geht sie gleich mit ihm aufs Zimmer… Was dann geschieht, ist kein romantischer Akt der Liebe, sondern eine Reihe von Experimenten, in denen Maxwell verschiedenste Spielzeuge und Pülverchen verwendet, um Penny in Ekstase zu bringen. Wer jetzt denkt „Pff, da kann ich auch 50 Shadeslesen“, sei gewarnt! Diese Sextoys sind nämlich der Prototyp für eine ganze Reihe neuer Produkte, die bald schon auf den Markt kommen sollen. Als es jedoch so weit ist, hat Penny schon längst verstanden, dass hier etwas gewaltig faul ist und dass Maxwell irgendetwas plant. Nur was? Als die Sextoys dann auf dem Markt sind, stehen alle Frauen Schlange vor den Läden und schon sehr bald findet man Frauen nur noch in ihren Schlafzimmern vor, wo sie sich ihren tiefsten Instinkten hingeben. Die Männer und Kinder verzweifeln derweil und prozessieren durch die Stadt. Alle Frauen außer Penny scheinen nicht zu merken, was hier vor sich geht… Doch kann sie etwas gegen die sich anbahnende Epidemie unternehmen? Was ist Maxwells Geheimnis? Und was haben Nano-Roboter und eine Sexhexe namens Baba Graubart mit der ganzen Sache zu tun?

Chuck Palahniuk ist eigentlich jedem seit „Fight Club“ ein Begriff. Deshalb habe ich auch etwas mehr Erwartungen in diesen Roman gesteckt, die aber leider alle unterboten wurden. Palahniuk erzählt hier zwar mit einer flüssigen Schreibe und einer direkten Art die Geschichte um Penny, es ist aber die Geschichte, die mich nicht überzeugen konnte. Die Idee, dass man mittels primitiver Instinkte die Frauen alle in ihre Schlafzimmer verbannen kann und ein großer Konzern es durch weitere Manipulation dann noch schafft, die ganzen Einkaufsgewohnheiten der Frauen zu verändern, mag ja an sich interessant sein, jedoch nicht sonderlich realistisch. Dass Maxwell durch seine Sextoys 93% der weiblichen Weltbevölkerung unter Kontrolle haben will, erscheint mir doch sehr hoch gegriffen. Dazu noch der Zustand der Benutzerinnen… Ausgelaugt, dürr, apathisch und für keinen Rettungsversuch zu begeistern. Dann spinnt Palahniuk den Faden noch weiter und überstrapaziert die Handlung immer mehr, indem er zusätzliche, teilweise auch sehr alberne Handlungsstränge einbaut. Ich habe beim Lesen zwar gemerkt, dass die ganze Handlung ein wenig ins Abstruse abrutscht, und erst, als ich jemandem von dem Buch berichtet habe, wurde mir klar, wie albern das alles klingt. Da hilft dann selbst der beste Schreibstil nichts, um das Buch aus seiner Höhle hervorzulocken.

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splatter, festa extrem, horror, population zero, wrath james white

Population Zero - Festa Extrem

Wrath James White
E-Buch Text: 118 Seiten
Erschienen bei Festa, 30.09.2014
ISBN B00O3BEWVK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Im Zuge meiner „Lesen außerhalb der Komfortzone“-Aktionhabe ich meine Jagdgebiete etwas erweitert und bin auf der Suche nach einem neuen Titel, der zu der Aktion passt, auf „Population Zero“ von Wrath James White aus dem FESTA Verlag gestoßen. Der FESTA Verlag veröffentlicht jede Menge Thriller, Horrorbücher und auch Dark Fantasy (oder wie nennt man das Genre um H.P. Lovecraft?), aber auch absonderliche Romane und welche, die einfach nur „extrem“ sind, wie der Titel der gleichnamigen Buchreihe schon sagt. In dieser Reihe ist auch „Population Zero“erschienen. Der Klappentext hat mich direkt angesprochen, obwohl ich doch etwas zögerlich war, ob Sterilisation an Menschen, die von irgendeinem Verrückten vorgenommen werden, wirklich so angenehm zu lesen sind. Spoiler: Sind sie nicht, aber das Buch ist trotzdem sehr lesens- und empfehlenswert! Warnung: Es werden im Folgenden einige extreme Ansichten und teilweise auch unangenehme Situationen besprochen. Da das Buch erst ab 18 ist, überlegt euch, ob ihr weiterlesen möchtet.

Es geht um den Umweltaktivisten Todd, der eine anonymen Vereinigung anhört, die das Manifesto „Population Zero“ als ihren Lebensinhalt ansehen. In diesem wird beschrieben, wie in 50 Jahren die Überbevölkerung die Welt zu Grunde richtet und welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Der Autor dieses Werkes steht ständig im Rampenlicht für seine extremen Ansichten und ist Todds Idol. Ganz nach seinem Vorbild möchte er auch seinen Beitrag dazu leisten, dass die Erde auch für kommende Generationen noch ein guter Ort ist und dass die Überbevölkerung eingedämmt wird. Tagsüber ist Todd ein Sozialarbeiter, der tagein, tagaus mit der unteren Schicht der Bevölkerung zu kämpfen hat. Täglich dieselben „fetten Schlampen“ (Zitat aus dem Buch) und Junkies, die ihre schwangeren Bäuche zu ihm ins Büro tragen und Geld fordern für ein Kind, das sie genauso wenig ernähren können wie die anderen drei, die bereits daheim sitzen. Irgendwann platzt Todd der Kragen und er bietet der Dame vor ihm sofortige Sozialschecks an, wenn sie ihr Baby abtreiben und sich gleich noch sterilisieren lässt. Die Dame nimmt an. Das gibt Todd zu denken. Als jedoch ein Kunde nach dem anderen sein Angebot ablehnt, beschließt er, selbst aktiv zu werden und die unseligen Kinder eigenhändig abzutreiben und dafür zu sorgen, dass diese Menschen keine weiteren Kinder bekommen können…

Todd ist seit seiner Kindheit traumatisiert. Traumatisiert davon, dass sein Vater die Babys seiner geliebten Hündin Honey weggeben bzw. „erlösen“ wollte und davon, dass seine Mutter, schwanger von einem anderen Mann, ihr Baby kurz vor der Geburt mit einem Draht-Kleiderbügel abtreiben wollte und dabei verblutete. Und damit noch nicht genug; sein Vater begang kurz darauf Selbstmord. Todd wuchs also ohne Eltern auf, ohne Wertvorstellungen, ohne tiefere moralische Überzeugungen. Das Einzige, was ihm bisher einen Sinn zu leben gegeben hat, ist das Manifesto „Population Zero“ und das dazugehörige Forum, in denen extreme Maßnahmen erläutert und besprochen werden, um die Bevölkerung am Wachsen zu hindern. Als sein Idol, Autor von „Population Zero“, ins Gefängnis wandert, weil dieser ein neues Medikament in die Wasserversorgungswerke gestreut hat, das das Verkleben der Eileiter und somit Unfruchtbarkeit herbeiführt, ist Todd geschockt. Wer soll sich jetzt im großen Maßstab um diese Angelegenheit kümmern? Kann er etwas unternehmen? Und bringt sein Beitrag überhaupt etwas fürs große Ganze? Nachdem er im Forum von seinem Idol (vor seiner Verhaftung) Zuspruch zu der Idee, Frauen und Männer einfach eigenhändig zu kastrieren bzw. zu sterilisieren, erhalten hat, versinkt Todd immer weiter in eine Spirale des Wahnsinns, aus der er sich nicht mehr zu retten vermag.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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erzählband

In der Kürze liegt die Würze

Dia Nigrew
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 01.06.2017
ISBN 9783744834193
Genre: Romane

Rezension:

Dia Nigrew hat mit „In der Kürze liegt die Würze“ihren Traum verwirklicht und eine Kurzgeschichten- und Gedichtesammlung veröffentlicht. In diesem Sammelband findet man nicht nur Material von ihrem Blog, sondern auch völlig neue Lyrik und Geschichten. Eine breite Genre-Palette ist vertreten; von Lyrik über Romantik über Drama und Komödie bis hin zu Horror ist alles dabei. Und mit so einer breiten Auswahl kann man natürlich viele Menschen ansprechen, auch solche wie mich, die vielleicht mal in das Horror-Genre reinschnuppern möchten, denen ein ganzer Roman aber viel zu viel ist. „In der Kürze liegt die Würze“ ist mit der Idee entstanden, dass man unterwegs selbst dann eine Geschichte lesen können soll, wenn man nur einige Stationen mit Bus oder Bahn unterwegs ist. Und das ist hier auch gut gelungen; bis auf zwei längere Kurzgeschichten bestehen die meisten doch aus nur ein paar Seiten, die man schnell weglesen kann. Neben der liebevollen Aufmachung findet man zwischen den Genre-Abgrenzungen auch typographisch ansprechende Zitate rund ums Lesen.

Hin und her gerissen beginnt sie sich in ihrem Käfig die Federn auszurupfen, bis sie nackt hinter den Stäben sitzt. Es zerfrisst sie von innen nach außen. Sie hat sich zwischen den Grautönen verloren, weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist. Der Nebel lässt sie nichts mehr erkennen.   (aus: „Gefangen im Käfig“)

„In der Kürze liegt die Würze“ vereint viele Genres. Da ich ja momentan lese-technisch mit meiner Aktion „Lesen außerhalb der Komfortzone“ unterwegs bin, dachte ich, warum nicht zur Abwechslung mal ein wenig Lyrik oder hey, – Romantik lesen? Und wenn man schon mal dabei ist, geht doch bestimmt noch das ein oder andere Horror-Buch! Doch leider hat der Tag nur 24 Stunden und da tauchte die Gedicht- und Geschichtensammlung von Dia Nigrew gerade zur rechten Zeit auf. Was passt besser als ein buntes Genre-Potpurri an Kurzgeschichten und Gedichten, um mal überall reinzuschnuppern?  Dia Nigrew reizt diese ganze Bandbreite nämlich auch richtig aus, von Lovestorys mit und ohne Happy End, lustigen Geschichten über die Pubertät und aus der Anstalt, bis hin zu Mobbing-Opfern, Teenie-Müttern und abgesäbelten Körperteilen ist hier echt alles dabei. Sogar aktuelle Themen verarbeitet Nigrew in ihren Texten: der Figur- und Größenwahnsinn der Frauen heutzutage, unrealistische Ansprüche der Arbeitgeber oder auch die immer frühreifere Jugend. Meine Lieblingsgeschichten kommen aus verschiedenen Genres, beispielsweise „Willkommen in der Anstalt“ aus der Komödien-Sparte oder „Fiete und seine Mutter“ oder auch„Gefangen im Käfig“ aus der Drama-Ecke. Die im Buch zweitlängste Geschichte, „Das Heim für besondere Mädchen“, konnte mich auch begeistern — und die kam aus der Horror-Abteilung!

[...]

Fazit: Mit „In der Kürze liegt die Würze“ hat Dia Nigrew ihr erstes Buch veröffentlicht. Man findet hier eine bunte Mischung an Genres, aus denen sich jeder seine Lieblinge picken kann; aber auch als „Anfänger“ in einem bestimmten Genre kann man der ein oder anderen Geschichte aus einem „fremden“ Gebiet etwas abgewinnen. Nigrew erzählt mit einer flüssigen Schreibe Geschichten von Gott und der Welt, aktuelle Themen werden hier ebenso aufgenommen wie Altbekanntes, aus dem Sie aber etwas Neues schafft. Natürlich schleicht sich bei einem Self-Publishing Werk auch der eine oder andere Grammatik-Fehler oder ein Typo ein, aber man sollte bedenken, dass hinter einem solchen Buch oft nur eine einzelne Person steht, die möglicherweise nicht die Option auf ein professionelles Lektorat hat. Die kleinen Fehlerteufelchen haben zwar ab und an den Lesefluss gestört, aber dies lässt sich in einer zweiten Auflage ja easypeasy beheben. (Außerdem sollte natürlich nicht die Grammatik oder dergleichen in die Bewertung mit einfließen, sondern lediglich der Inhalt, weshalb ich diesen Punkt nur kurz hier im Fazit erwähne.) Insgesamt vergebe ich hier 3/5 Sternen, da mich 3/5 Genres überzeugen konnten und ich mich durch die anderen zwei etwas „durchkämpfen“ musste, weil diese gar nicht meins waren. Für jeden, der Lust auf etwas Frisches, Neues hat und bestenfalls ein Interesse für viele verschiedene Genres mitbringt, ist „In die Kürze liegt die Würze“ vielleicht die nächste Lese-Idee.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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Tags: erzählband   (1)
 

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blake crouch, thriller, science fiction, roman, zeitenläufer

Dark Matter. Der Zeitenläufer

Blake Crouch , Klaus Berr
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.03.2017
ISBN 9783442205127
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Endlich mal wieder Sci-Fi! … So oder so ähnlich war meine Reaktion, als ich Blake Crouchs Werk „Dark Matter“ in den Händen hielt. Dieses Buch wurde ja auf Instagram und Goodreads sehr gehyped, weshalb ich ja erst mal vorsichtig war, aber schlussendlich ist es dann doch hier eingezogen. Und ich muss sagen: Ich verstehe den Hype, aber fand das Buch im Endeffekt doch nicht so gut wie erwartet.

Zum Inhalt: Jason ist ein normaler Kerl und lebt ein normales Leben mit seiner Frau Daniela und ihrem Sohn Charlie. Früher, bevor Charlie geboren war, hätten beide ein anderes Leben haben können: Jason stand kurz vor seinem Durchbruch im Bereich der Quantenmechanik und hätte bestimmt bald den Pavia-Preis gewonnen und Daniela wäre ein Star am Kunsthimmel geworden. Doch leider (leider?) kam den beiden das Leben dazwischen. Eines Abends, nachdem Jason von einem Treffen mit einem alten Studienfreund zurück nach Hause gehen möchte, wird er von einem maskierten Mann überfallen. Dieser verschleppt ihn zu einem alten Lagerhaus, wechselt dort seine Kleidung und spritzt ihm und sich selbst etwas. Immer wieder spricht er davon, dass er dies nicht tun möchte, es aber tun muss. Jason wacht auf, aber er befindet sich nicht mehr im Lagerhaus, sondern in einer Art Labor, wo jeder ihn zu kennen scheint und seine Arbeit bewundern. Außerdem werden alle nicht müde zu betonen, dass er der Einzige sei, der jemals zurück gekehrt ist. Jason versteht von alledem nichts und ergreift die Flucht. Zu Hause angekommen, realisiert er, dass er nicht mehr „zu Hause“ ist, sondern dass es beinahe so ist, als wären Daniela und Charlie hier nicht an seiner Seite… Was ist hier los? Wo sind Daniela und Charlie? Wieso sieht sein Haus so anders aus? Und was soll er für eine Arbeit geleistet haben? Bis er realisiert, was geschehen ist, laufen einige Dinge schief und schon bald findet er sich in einem schier endlos erscheinenden Tunnel voller Türen wieder und muss sich für die richtige entscheiden…

Wir leben tagaus, tagein ohne jedes Bewusstsein für die Tatsache, dass wir Teil einer unendlich großen und merkwürdigen Realität sind. Viel größer und merkwürdiger, als wir uns je vorstellen können.

Blake Crouch erzählt hier spannungsgeladen und mit einer solchen Wucht die Geschichte von Jason und den Entscheidungen, die sein Leben ausmachen, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen. Die starke Erzählsprache und die Handlung, in der einfach immer etwas passiert – es gibt keine Ruhepausen – machen das Buch zu einem echten Page-Turner. Aber bei den Details geht es dann mit den Minuspunkten los: Crouch schafft es nicht, die Wissenschaft so zu beschreiben, dass man sie auch wirklich versteht. Ich hatte das Glück, mich schon seit ein paar Jahren immer mal wieder mit den Themen Parallelwelten, Wellenfunktion etc. auseinanderzusetzen (natürlich nur oberflächlich), aber trotzdem hat es nicht „klick“ gemacht. Teilweise versteht Jason selbst nicht einmal, wie es funktioniert, und die Antwort auf seine Frage, wie denn sowas möglich sei, ist „Keine Ahnung, wie du das gemacht hast, aber du hast es geschafft!“ – das ist für den Leser einfach nur unbefriedigend. Natürlich habe ich jetzt keine wissenschaftliche Dissertation erwartet, aber sowas ist einfach nur eine lahme Ausrede, etwas nicht durchdenken zu müssen.

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Tags: hype, roman, scif, thriller   (4)
 

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der asteroid ist noch das kleinste problem, jugendbuch, asteroid, romanze, apkalypse

Der Asteroid ist noch das kleinste Problem

Katie Kennedy , Julia Gehring
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 21.03.2017
ISBN 9783522505505
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aww, was für ein süßes Buch! Als ich „Der Asteroid ist noch das kleinste Problem“ von Katie Kennedy entdeckt habe, habe ich vom Klappentext (und vor allem vom Cover) nicht viel mehr als ein Jugend-Zwischendurch-Buch erwartet, das mich zwischen anspruchsvolleren Titeln verschnaufen lässt. Und das ist es auch – aber es ist noch so viel mehr! Lovestory wird hier mit Culture-Clash, witzigen Dialogen und Missverständnissen vermischt — ach ja, und dann gibt es ja noch den Asteroiden, der mit 255.000 km/h auf die Erde zurast. Doch wer denkt, die Liebesgeschichte zwischen Yuri und Luna steht hier im Vordergrund, täuscht sich; Spannung und Weltuntergangsstimmung halten sich mit der Liebe die Waage. Doch nun erst einmal zum Inhalt:

Yuri ist 17, sozial ein wenig inkompetent, und wurde von der NASA angefordert, beim Near-Earth-Project mitzuarbeiten. Denn Yuri hat in seinem jungen Alter schon einiges erreicht, von dem viele nur träumen können: Er hat Schule sowie Uni abgeschlossen, ist Doktor der Physik und steuert auf den Nobelpreis zu. Der Asteroid BR1019 wurde zufällig von einem Laien entdeckt und nun gilt es, diesen unschädlich zu machen (den Asteroiden, nicht den Laien). Yuri wartet mit seiner noch unveröffentlichten Arbeit zur Lagerung von Antimaterie auf, aber aufgrund seines geringen Alters schenkt ihm natürlich niemand Beachtung oder Respekt. Und dann trifft er im Gebäude auch noch das schöne Hippie-Mädchen Luna, die ihm einige Tage später doch glatt zur Lebensretterin wird. Yuri wird nun hin- und hergeworfen zwischen der Pflicht, die Welt zu retten und der Anziehung, die er zu Luna fühlt, und es beginnt ein Kampf: zwischen ihm und den Asteroiden, der ihm nicht nur alles zu nehmen droht, was ihm wichtig geworden ist, sondern die ganze Menschheit bedroht…

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roman

Die kleinsten, stillsten Dinge

Sara Baume , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 26.08.2016
ISBN 9783498058111
Genre: Romane

Rezension:


„Die kleinsten, stillsten Dinge“ von Sara Baume hat mich mit dem Klappentext direkt angesprochen, als ich es entdeckt habe. Nachdem ich „Lily und der Oktopus“ von Steven Rowley gelesen habe, hatte ich erst mal ein bisschen Angst, wieder „so ein Hundebuch“ zu lesen, aber ich wurde nicht enttäuscht. Dieses Buch ist so vollgepackt mit wunderschöner Sprache, einem wahnsinnig guten Erzählstil und einer schönen, aber auch traurigen Geschichte. Gegen Ende wurde das Leseerlebnis dann etwas abgeschwächt von meinen Erwartungen an das Buch. Aber fangen wir mal beim Inhalt an:


Ray ist Mitte 50, als er aufgrund einer Rattenplage auf seinem Dachboden beschließt, einen Hund anzuschaffen. Ob er es bewusst beschließt oder ob es vielleicht doch nur eine Eingebung ist, wissen wir nicht. Auf einem Poster vom Tierheim entdeckt er Einauge, der bei einem Kampf mit einem Dachs den Kürzeren gezogen hat, und nimmt das Tier mit nach Hause. Ray ist ein Einsiedler, bevor sein Vater starb (was jetzt gut ein Jahr zurückliegt), hat er niemandem je die Tür geöffnet oder jemals telefoniert. Dass er eigenartig ist, war ihm bewusst, doch was es genau ist, das ihn sonderbar macht, weiß er bis heute nicht. Sein Vater hielt ihn immer unter Verschluss, Ray hat nie andere Kinder kennengelernt und ist auch nie zur Schule gegangen. Nach dem Tod seines Vaters wohnt er alleine in der Bruchbude von Haus, die er geerbt hat, und verbringt seine Tage damit, zu lesen, bunte Glasperlen und andere Kostbarkeiten vom Strand zu sammeln und damit, die Dinge zu beobachten, die sonst niemanden zu kümmern scheinen.


Als Einauge bei Ray einzieht, wird alles anders. Plötzlich hat Ray erstmals einen Kameraden, jemandem, mit dem er reden kann. Und so erzählt er Einauge alles. Alles, was sich vor den Fenstern des Hauses abspielt, bis zu kleinen Dingen, die Ray beim täglichen Strandspaziergang sieht und die Einauge, immer seiner „Madennase“ folgend und Gerüche jagend, übersieht. So sieht Ray auch die Gefahr, die von Einauge ausgeht, wenn dieser auf andere Hunde trifft. Einauge verbeißt sich in zwei Hunden, ehe die Polizei vor der Tür steht und ihn in Gewahrsam nehmen will. Hier beginnt die Flucht der beiden, immer landeinwärts, immer die Menschen meidend, immer auf der Hut. Doch als das Geld schließlich zu Ende geht und die beiden mittlerweile besten Freunde umkehren müssen, stellt sich Ray schließlich seiner Vergangenheit.


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japan, mord, schule, geständnisse, thriller

Geständnisse

Kanae Minato , Sabine Lohmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.03.2017
ISBN 9783570102909
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch habe ich an einem Tag verschlungen! Es war anfangs noch etwas schwierig zu lesen, weil die Erzählweise ungewohnt war, aber wenn man (nach 20 Seiten?) einmal drin ist, dann zieht einen dieses Buch mit so einem Sog immer weiter, immer tiefer in die Geschichte hinein: in eine Geschichte über Mord, über Rache und darüber, wie man sich doch in einem Menschen täuschen kann…

Alles beginnt mit dem Tod der kleinen Manami, der laut ihrer Mutter, Klassenlehrerin der Klasse B, Yuri Moriguchi, kein Unfall war. Sie hat auch schon die Täter identifiziert, Schüler aus ihrer Klasse. Da sie den Jugendstrafanstalten aber nicht zutraut, diese angemessen zu bestrafen, nimmt sie die Sache in ihre eigene Hand und übt sich in Selbstjustiz. Hier fängt das Drama an. Zwischen Mobbing und wilden Theorien wird der Leser hin und her geworfen, von einer Perspektive zur nächsten, um aus der Sichtweise der einzelnen Personen mehr über den Hergang des vermeintlichen Mordes zu erfahren. Ist es wirklich so einfach, wie Moriguchi es in ihrem Geständnis schildert, oder steckt doch mehr hinter der Sache?

Vermutlich hätte unsere Familie, so wie sie in Wirklichkeit war, nie an das Ideal heranrücken können, das Mutter sich ausmalte. Im Rückblick aber wird mir bewusst, dass wir eigentlich eine ganz normale, glückliche Familie waren… bis all dies passierte.

Ich kann gar nicht viel von der Geschichte verraten, ohne euch zu spoilern – deshalb lasse ich’s! Dieses Buch ist spannend bis zur letzten Seite, auch wenn sich durch die wechselnden Perspektiven einige Geschehnisse überschneiden. Der Erzählstil ist wahnsinnig toll, er hat mich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sofort gefesselt. Die Geschichte wird glaubhaft erzählt und an mehreren Stellen stand mir die Kinnlade offen. Dass es sich bei „Geständnisse“ nicht nur um einen Roman (Roman? Eher Thriller, oder?) über einen Mord handelt, sondern auch über die Hintergründe der Täter, über die Auswirkungen der Tat auf ihr weiteres Leben und über die Konsequenzen für die gesamte Klasse, erfährt man vom Klappentext erst mal nicht. Was man jedoch als Leser sieht, sind Aspekte von Moral und Schuld, und ihre Auswirkungen auf das Leben der erst 13-jährigen Schüler von Moriguchis Klasse. Die Jugendlichen werden mit einem Geständnis konfrontiert, das sie nicht nur schockiert, sondern auch zu Taten anstiftet, die man ihnen nicht zutraut.


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