klaudia96

klaudia96s Bibliothek

522 Bücher, 174 Rezensionen

Zu klaudia96s Profil
Filtern nach
523 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die schönsten Märchen

Hans Christian Andersen , Floriana Storrer-Madelung , Vilhelm Pedersen , Lorenz Frölich
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101505
Genre: Klassiker

Rezension:


Inhalt


Hans Christian Andersen gilt als einer der bekanntesten Schriftsteller, wenn es um Märchen geht. Ob es die kleine Meerjungfrau ist, die ihre Beine erlangt und im Austausch gegen die Flosse unsägliche Schmerzen leidet, das Mädchen mit den Schwefelhölzern oder der tapfere Zinnsoldat: Sie alle sind zeitlos. Einige berühmter, manche wahre kleine Perlen, die man nicht so oft liest, vereint die Ausgabe von Penguin einige seiner Märchen.


Meine Bewertung


Wer kennt sie nicht, die Märchen von Hans Christian Andersen? Einige Beispiele aus seiner Feder gehören zu meinen Lieblingen, so auch die Geschichte der Schneekönigin oder Das hässliche Entlein. Als ich bei Penguin die Taschenbuchausgabe mit vielen seiner Märchen entdeckte, war ich also hin und weg.


Vielleicht bin ich bei dem Thema gerade deshalb etwas pingelig, weil ich früher einige Märchenbücher zuhause hatte. Meine Begeisterung für diese reichte gerade deshalb so weit, weil sie aufwendig gestaltet waren und neben den Märchen, die man kennt, auch Illustrationen, eine hochwertige Bindung und weitere USPs (= Unique Selling Proposition, d.h. ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu ähnlichen Produkten/Content) im Bereich des Produkts selbst aufzeigten. Darauf hatte ich auch bei diesem Titel gehofft, zumindest mit kleineren Illustrationen oder weiteren Verzierungen im Layout, wenn das Format schon „nur“ ein Taschenbuch ist.


Allerdings liegt hier der Fokus wirklich auf dem Content selbst. Vielleicht waren einfach meine Erwartungen zu hoch, aber obwohl ich die Geschichten wirklich genossen habe und nur eine ausgelassen habe („Die Tochter des Schlammkönigs“), ging ich doch mit gemischten Gefühlen raus. Wenn diese Märchensammlung etwas ist, dann eher eine Auffrischung für Erwachsene, die sich wirklich nur mit den Texten befassen wollen. Dafür bekommen sie nämlich eine große Auswahl geboten, 20 Märchen vereint das Buch, darunter neben den bekannten wie „Däumelinchen“, „Des Kaisers neue Kleider“, „Die Prinzessin auf der Erbse“ oder „Die Schneekönigin“, auch eher unbekanntere Titel wie „Der Schmetterling“, „Tante Zahnweh“ oder „Was Vater tut, ist immer recht“. Für Kinder und zum Vorlesen würde ich das Buch aber eher nicht als geeignet einstufen, da gerade die visuellen Anreize für Kinder doch eher gering sind. Von der Auswahl her ist es jedoch ein sehr gut zusammengestellter Titel.


Was mir ebenfalls gut gefällt, ist die Verzierung auf dem Cover mit der goldenen Folie. Das gibt dem Buch noch einmal den Blickfängereffekt. Alles in allem sehe ich diese Märchensammlung insbesondere in den Händen erwachsener Märchenliebhaber, die nicht viel Wert auf die Ausstattung legen, kann sie für diesen Zweck aber gut weiterempfehlen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

romantasy, familienintrige, verrat, hass, piratentochter

Prinzessin der Wüste: Verkauft

Bettina Auer
E-Buch Text
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 27.04.2017
ISBN 9783959629010
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Als Tochter einer Pirats und einer Prinzessin hat Sarlia ihren eigenen Kopf. Schon früh auf sich allein gestellt, von der Gesellschaft gemieden und ausgegrenzt, weiß sie auch, wie sie ihre Ziele erreicht – bis ihr Vater sie holen kommt und ihre Verlobung bekannt gibt. Nicht mit Rian, ihrem besten Freund, sondern einem ihr unbekannten Prinzen! Sarlias Rebellion nützt ihr nichts, sie wird in das Königreich in den Wüstenlanden gebracht. Doch kann sie dort auch zwischen den Palastintrigen bestehen?


Meine Bewertung


Ich scheine in letzter Zeit echt ein Faible für kurze Geschichten zu entwickeln, weshalb es mir gerade recht kam, dass Bettina Auers „Prinzessin der Wüste – Verkauft“ noch auf meiner Wunschliste stand. Mit seinen etwas über 100 Seiten ist das Buch recht kurz, hat aber einiges an Input. Allerdings konnte der mich leider nicht rundherum überzeugen und ich bleibe mit einer recht geteilten Meinung zurück.


Anfangs mochte ich die Geschichte wirklich gern und fand auch Sarlia interessant, die hier als Protagonistin fungiert. Allerdings wurde ihre entschlossene Art vollkommen aufgeweicht und ich habe mich dabei ertappt, wie ich schon bald von Bewunderung zu Genervtheit rüberschwenkte. Shiraf, der Prinz, an den sie verkauft wird, beschreibt sie tatsächlich einmal sehr treffend, in dem er ihre kindische Art anspricht. Sie stellt alles in Frage, nicht passt ihr. Einem Konflikt kann sie sich nicht anders stellen als mit Schreien, Heulen, Türenschlagen und vor sich hin schmollen.


Ein Glück gab es da noch andere Charaktere. Rian, ihr bester Freund, hat am Anfang der Geschichte seinen Auftritt und landet wie Sarlia an Bord des Schiffs ihres Vaters. Auf seinen Teil der Geschichte, der in den Fortsetzungen sicher größer ausfallen wird, bin ich sehr gespannt. Auch die beiden Prinzen Shiraf und Karem haben mir sehr gut gefallen, sie haben mit ihrer Rivalität und ihrem politischen Kalkül für Spannung und Intrigen gesorgt, die am Hof wichtig sind.
Und dann kam sie: Talia. Oh Leute, endlich! Eine Frau, die weiß was sie will und es sich holt. Und nicht auf so eine Kleinmädchenweise wie Sarlia, der auf magische Weise irgendwie doch alles zuzufliegen scheint, nein, Talia benutzt Magie und ihren Verstand dafür. Ich hoffe sehr, dass auch sie in den Fortsetzungen noch eine große Rolle spielt, denn hier fiebere ich definitiv auf Seiten der Antagonistin mit.


Beim Plot bin ich leider auch noch etwas zwiegespalten in meiner Meinung. Einerseits habe ich das Gefühl, dass hier sehr viel Potenzial vorhanden ist, andererseits ist mir einfach zu vieles zu oberflächlich. Die Charaktere, die Geschichte, alles wird nicht richtig in die Tiefe ausgeführt. Das ist bei der Seitenzahl kein Wunder, aber in meinen Augen verschenktes Potenzial, denn hier wäre noch viel rauszuholen. Ebenso verhält es sich beim Worldbuilding: Es könnte episch sein, aber leider wird es immer nur so kurz angeschnitten, dass es nicht richtig durchdringt. Worin besteht die Magie, wer kann sie besitzen, wie kann sie sich entfalten? So viele Fragen bleiben ungeklärt. Allerdings denke ich, dass das in den kommenden Teilen durchaus noch richtig gut werden kann, wenn man tiefer in die Materie einsteigt. Immerhin war der erste Band eine Einführung, in der die Welt, die Intrigen und die Charaktere vorgestellt werden mussten. Der richtige Feinschliff kann nun im weiteren Verlauf folgen und hangelt sich hoffentlich an einem etwas deutlicheren roten Faden entlang.


Bettina Auers Schreibstil war leider so gar nicht meins. Da auch hier viele Sätze eher abgehackt waren, hat es nur meinen Eindruck von der Oberflächlichkeit dieses Bandes verstärkt, aber das ist wohl Geschmackssache. Ich hätte noch etwas mehr Mystik in einer Welt gesucht, die mit dem orientalischen Charme durchaus bestechen könnte.


Alles in allem war „Prinzessin der Wüste: Verkauft“ ein Auftakt, der nicht meinen Vorstellungen entsprochen hat, mich aber trotzdem zum Weiterlesen animiert. Die Nebencharaktere konnten im Gegensatz zur Protagonistin überzeugen und ich hoffe, dass die nächsten Bände der Geschichte und der Welt eine Tiefe geben, die ich bisher noch vermisst habe. Aber ich bleibe gespannt!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

prinz, märchen, kriegerin, dornröschen, regina meissner

Sommer hinter Dornen

Regina Meißner
Flexibler Einband: 108 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.06.2016
ISBN 9783739230382
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Als Kriegerin des nächtlichen Siegels erhält Aria die Aufgabe, Prinz Cedric hinter die Dornenhecke des verwunschenen Schlosses zu führen. Dort kann er die Prinzessin wachküssen, die seinem Reich aus der Armut helfen soll. Doch der arrogante Prinz ist gar nicht glücklich darüber, von einem Mädchen begleitet zu werden. Schon bald muss das ungleiche Duo erkennen, dass es einander vollkommen unterschätzt hat – doch können sie mit vereinten Kräften dem Bann der dreizehnten Fee trotzen?


Meine Bewertung


Nachdem ich von Regina Meissner bereits die „Seductio“-Trilogie verschlungen und mit jedem Band mehr geliebt habe, war ich sehr gespannt darauf, was die vergleichsweise sehr kurze Novelle „Sommer hinter Dornen“ bereithalten würde. Schließlich habe ich sie dann doch vor dem Schlafengehen eingeschoben und bin sehr froh, sie endlich vom SuB befreit zu haben, denn es war eine sehr schöne, kurze Märchenadaption.


An „Dornröschen“ angelehnt, handelt es sich hier um ein sehr kurzes Buch mit knapp 100 Seiten, die allerdings mit ordentlich Tempo die Geschichte voranbringen. Einen sehr tiefen Einblick in die Welt oder die Charaktere darf man bei der Länge nicht erwarten, doch dafür fand ich alles facettenreich genug ausgearbeitet. Durch Arias Perspektive lernt man auch ihren Charakter und den schnöseligen Cedric gut kennen, wobei sich doch erstaunlich viele Schichten an den Protagonisten zeigen. Gerade Aria mit ihrer vorlauten Klappe und ihrem Geschick im Umgang mit Waffen hat mir gut gefallen, und auch Cedric macht eine gute Wandlung durch und zeigt Seiten an sich, die man anfangs gar nicht derartig vermutet.


Die Geschichte spielt sich größtenteils bei dem verwunschenen Schloss ab, das, dem Märchen getreu, von der dreizehnten Fee in einen tiefen Schlaf versetzt wurde, mitsamt allen Bewohnern und der Prinzessin. Die Aufgaben, die das ungleiche Duo dort zu bewältigen hat, setzen sich aus Verstand und Stärke zusammen, wobei sie gut miteinander harmonieren. Es wird während der Geschichte definitiv nicht langweilig und ich musste einige Male über Arias Sprüche schmunzeln. Eine kleine Liebesgeschichte versteckt sich natürlich auch darin, ich hätte aber auch noch etwas Potenzial am Ende gesehen, auf den Konflikt mit dem König und Cedrics Entscheidungen weiter einzugehen.


Auch durch Regina Meissners Schreibstil kommt man flott durch die Geschichte. Flüssig und leicht zu lesen bietet sie einen roten Faden an, dem man gut folgen kann, entwickelt ihre Charaktere, so weit es die Länge zulässt, und hat einen guten Plot reingelegt, der nicht langweilig wird. Alles in allem kann ich „Sommer hinter Dornen“ somit als kurzweilige Lektüre sehr gut empfehlen und bin schon gespannt auf die nächste Märchenadaption.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, emily thomsen, götter, medusa, reihenauftakt

Medusas Fluch

Emily Thomsen
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 12.01.2017
ISBN 9781542515917
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt


Ein Leben unter den Göttern wird für Medusa unerträglich, als ihre Mutter Gaia ihr die Liebe zu ihrem besten Freund Farin missgönnt. Ihrer Kräfte und ihres Liebsten beraubt lebt sie fortan auf der Erde zwischen den Menschen, mit einem Fluch belegt, der ihr Herz vor Sehnsucht zerreißt. Doch eine Aussprache kommt für sie nicht in Frage. Bis sie auf den mysteriösen Jendrik trifft und einer Wahrheit ins Gesicht blicken muss, die ihr Weltbild und ihr Schicksal auf den Kopf stellt …


Meine Bewertung


„Medusas Fluch“ hatte ich nun schon einige Monate auf dem SuB und auf Anraten einer Freundin hin endlich davon befreit. Als Schmöker für zwischendurch gedacht, war ich auch so schnell wie erwartet mit dem Buch durch und angenehm überrascht von der modernen Aufbereitung einer alten Mythologie aus der Feder von Emily Thomsen.


Medusa kennt man wohl eher als die Lady mit dem gefährlichen Schlangenhaar und dem Blick, der alle zu Stein erstarren lässt. Doch hier ist Medusa anders drauf – tief verletzt und getroffen von einer Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist. Ihr Charakter wird im Vergleich zu den Mythen umgekrempelt und man kann sich gut mit ihr identifizieren, wobei man merkt, dass sie durchaus eine Frau der Tat ist, auch wenn sie manchmal verzweifelt und keinen Ausweg mehr sieht. Ihre Freundin Tessa aus der Welt der Menschen hingegen ist ein kleiner Sonnenschein und mit ihrer Loyalität stets an ihrer Seite. Auch Farin und Jendrik fand ich sehr interessant gestaltet, ebenso wie die Göttermutter Gaia. Sie alle sind facettenreich und trotz der Kürze der Geschichte gut eingebunden und beleuchtet.


Der Schreibstil konnte mich ebenfalls überzeugen, auch wenn es mir teilweise etwas zu fix ging und manche Ereignisse gern noch etwas näher hätten beleuchtet werden können. Ich war sehr gespannt auf mehr aus Medusas Vergangenheit, hatte aber gar nicht so richtig auf dem Schirm, dass das ein Mehrteiler wird, bevor ich ans Ende stieß und einige Fragen noch offen und ungeklärt blieben. Umso gespannter bin ich aber, wie es noch weitergehen wird und was es mit dem Schicksal auf sich hat, das keine rosige Zukunft für Medusa malt.


Der rote Faden in der Geschichte war durchgängig vorhanden, auch wenn die Kapitel immer wieder zwischen Medusa in ihrem alten Leben in der Götterwelt, und Marie, ihrer Identität in der heutigen Menschenwelt, gewechselt haben. Die Geschichte beginnt sehr flott und schmeißt den Leser mitten rein, aber man kann alles gut nachvollziehen und mit etwas Kenntnis der griechischen Mythologie auch einige Twists vorher erahnen. Trotzdem macht es die moderne Aufarbeitung wieder spannend und auch die Magie, die im Buch eine Rolle spielt, ist faszinierend, wobei sie noch etwas mehr Input in den Folgeteilen vertragen kann.


Alles in allem empfand ich „Medusas Fluch“ als guten Auftakt einer Reihe, die ich gerne weiterverfolgen werde. Es ließ sich sehr schnell und unkompliziert lesen, wobei man die Bindung zu den Charakteren früh herstellen kann. Wer zwei Stunden zwischendurch übrig hat, wird schnell durch die interessante Geschichte rauschen und ich kann sie allen Fans von modernen Mythologie-Adaptionen wärmstens empfehlen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

15 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

italien, venedig, zeit, die maske der vergangenheit, fantasy

Die Maske der Vergangenheit

Antonia C. Wesseling
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 15.06.2017
ISBN 9783961730001
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Als Luzie einen Brief ihrer Großmutter erhält, in der sich die alte Dame zu einem Besuch ankündigt, sieht sie die Chance gekommen, endlich etwas mehr über ihre Familie zu erfahren. Doch zu einem Treffen kommt es nicht, da ihre Großmutter verstirbt. Auf den Spuren ihrer Herkunft begibt sich Luzie nach Venedig, wo sie nach Antworten sucht – und in ein Geheimnis stolpert, das nicht nur sie, sondern die Zeit gefährdet …


Meine Bewertung


„Die Maske der Vergangenheit“ ist eins der Bücher aus dem Hause Eisermann, auf die ich mich sehr gefreut habe. Von Antonia Wesseling wollte ich ohnehin schon länger etwas lesen, daher war ich sehr gespannt darauf, und ging mit hohen Erwartungen an das Werk ran, das mich – zwar mit einigen Kritikpunkten – von sich überzeugen konnte.


Anfangs fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte reinzufinden. Luzie ist eine Protagonistin, die sehr grüblerisch und ernst ist, viel hinterfragt und auch häufig philosophiert. An einigen Stellen wurde mir das doch etwas zu viel und ich habe mir gerade am Anfang etwas mehr Action gewünscht. Zudem war ich etwas unsicher, wo denn nun der Fantasy-Aspekt auftauchen würde, der erst relativ spät eingeführt wird.


Allerdings konnte mich die restliche Handlung doch überzeugen. Denn sobald die Geschichte einmal Fahrt aufnimmt, ist der Plot spannend und gut ausgereift. Zu Luzies Aufgabe will ich gar nicht zu viel verraten, um nicht zu spoilern. In Italien kommt sie nicht nur einem alten Familiengeheimnis auf die Spur, das alle Bewohner der Villa vereint, in der sie unterkommt. Auch die dunklen Machenschaften, die mit der Zeit getrieben werden, sind eine völlig neue, interessante Wendung, die nicht ein einziges der typischen Fantasy-Klischees bedienen. Hier gibt es keinen Bad Boy, der Luzie rettet, sie kämpft für ihre Überzeugung und für das Wohl der Menschen um sie herum.


Auch die Nebencharaktere fand ich sehr interessant, wobei sie nicht unbedingt alle sympathisch sind. Viele Geheimnisse kommen in dieser Story zusammen, sodass es an manchen Stellen schon zu einem Familiendrama gezählt werden kann. Hier steckte meiner Meinung nach das größte Potenzial des Buches, das auch ordentlich genutzt wurde. Die Charaktere sind vielschichtig und man weiß nie genau, was der eine oder andere denkt beziehungsweise wirklich vor hat.


Antonia Wesselings Schreibstil hat mich ebenfalls bis auf einige kleine Schwächen überzeugen können. Wie bereits erwähnt hätte ich mir gewünscht, dass der Anfang etwas straffer gewesen wäre und Luzie ab und zu nicht so tief in ihren Grübeleien versinkt, die der Geschichte ein wenig die Dynamik nehmen, sondern dass diese Stellen mit ihren ausschweifenden Gedanken eher zur Akzentuierung benutzt werden. Die Actionszenen, gerade gegen Ende hin, fand ich jedoch sehr gut, gefühlvoll und doch nicht zu überladen geschildert.


Alles in allem empfand ich „Die Maske der Vergangenheit“ als einen der guten Fantasy-Titel aus dem Eisermann Verlag. Eine neue, frische Idee gepaart mit ausgereiften Charakteren macht hier den Reiz aus, und trotz kleiner Kritikpunkte empfehle ich das Buch gern weiter.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

2017

Secrets - Das Geheimnis der Feentochter

Maria M. Lacroix , Anja Uhren
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 08.07.2017
ISBN 9783959912044
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Der Síd ist grausam zu Magielosen – das musste Nessya schon früh feststellen. Als Tochter einer Elfe des Seelie-Hofes floh sie in die Menschenwelt, um ihr Leben in Ruhe verbringen zu können. Doch als sie auf Cathal, den Heeresfüher der Seelenfresser trifft, rufen die Feenhügel wieder nach ihr. Als auch noch ihre Freundinnen in Gefahr geraten und Nessya mit einem Verdacht konfrontiert wird, der sie für besonders wertvoll für die Fay machen würde, muss sie dem Ruf ihrer einstigen Heimat folgen – im Pakt mit mit dem Teufel?


Meine Bewertung


Was für ein Highlight! Durch Marias Bloggerteam wurde ich so richtig auf „Secrets – Das Geheimnis der Feentochter“ aufmerksam und habe es so regelrecht verschlungen. Bei dem hübschen Cover hatte ich nicht so eine actiongeladene, düstere Story erwartet, war aber positiv überrascht und kam aus dem Staunen und Lachen kaum noch raus.


Der Klappentext des Verlags war hier für mich etwas unglücklich getroffen, die Handlung, die darin beschrieben wird, geschieht tatsächlich erst im letzten Drittel des Buchs. Das hat mich etwas verwirrt, aber war nicht weiter schlimm. Denn je tiefer ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto stärker hat mich der Síd in seinen Bann gezogen.


Die Protagonistin Nessya hat mir richtig gut gefallen. Sie war taff, nicht auf den Mund gefallen, kannte sich aber auch mit den Fay aus und wusste, wo ihre eigenen Grenzen liegen, die sie besser nicht überschreiten sollte. Als Powerfrau war sie darauf bedacht, ihre Ziele durchzusetzen und sich an ihr Leben unter den Menschen anzupassen, jedoch lockt auch sie der Gedanke an ihre Heimat. Ich fand vor allem ihre Vergangenheit sehr interessant, die doch recht düster war.
Cathal, der Anführer der Wilden Jagd und Herr über die Sluaghs, war einfach zum Dahinschmelzen. Obwohl er eine sehr düstere Berufung hat, fand ich ihn unheimlich faszinierend und seine sarkastischen Sprüche waren oftmals richtig lustig. Bei mir hat er genau ins Schwarze getroffen und in Verbindung mit Nessya war er zwar nicht ganz gefühlskalt, hat aber sein Wesen nicht völlig für sie umgekrempelt.


Die Story hat mich einfach mitgerissen. Düster und sehr authentisch hat sie auch gut ins Setting gepasst und war durch interessante Nebencharaktere geschmückt. Am Ende blieben gerade im Bezug auf diese einige Fragen offen, die mich sofort zum Weiterlesen anregen. Nessyas Freundin Jada hat mich sehr fasziniert, ebenso wie Emma, die ebenfalls einen wichtigen Part in der Geschichte einnimmt. Die Charaktere sind dabei facettenreich und sehr gut nachvollziehbar in allen Handlungen. Auch die düsteren Fay, deren Unterteilung mir anfangs Schwierigkeiten bereitet hat, waren trotz der detailreichen Beschreibung nicht gleich abstoßend und haben gerade durch ihre geheimnisvolle, nicht ganz gewaltfreie Darstellung bestechen können. Wer hier kitschige Glitzerfeen erwartet, ist vollkommen falsch, das Buch ist tatsächlich nicht gerade gewaltfrei und zeigt durchaus den Biss der Charaktere. Auch die erotischen Szenen haben es in sich und waren trotzdem sehr sinnlich beschrieben.


Ich könnte wohl noch ewig von diesem Buch schwärmen und finde es einfach herausragend, wie gut die Mythen hier verarbeitet und zu etwas Neuem geformt wurden. Die Darstellung der Höfe der Seelie und Unseelie, die verschiedenen Kreaturen mit ihren Untergruppen und Lebensweisen, die Geschichte, die auch hinter der Königin der Seelie steckt und sich durch das ganze Buch zieht – hier ist einfach alles aufeinander abgestimmt und das Worldbuilding sehr gut gelungen.


Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gern düstere Urban Fantasy mit mythischem Einschlag liest und sich auch von brutaleren Szenen und Beschreibungen nicht abschrecken lässt. Die Figuren sind ebenso gut ausgearbeitet wie der Plot und die Welt, somit ist „Secrets – Das Geheimnis der Feentochter“ eine Neuerscheinung aus dem Drachenmond Verlag, die durch ihren gesamten Auftritt besticht. Beim nächsten Teil bin ich ganz vorne mit dabei, denn ich will unbedingt wissen, wie es mit Nessya, Cathal und allen anderen weitergeht!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

könig, high fantasy, eisermann verla, tochter, träume

Tochter der Träume

Marie Weißdorn
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 30.06.2017
ISBN 9783961730148
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Am Unterschlupf des Widerstands angekommen, setzen Leyna und ihre Begleiter die Pläne zum Sturz des Königs weiter fort. Während das Gotteskind stärker wird und seine Kräfte durch das intensive Training weiterentwickelt, plagen Leyna jedoch Zweifel an sich selbst. Auch ihr Herz leidet – wird sie die Herausforderung überstehen können? Oder bringt der Verrat, der ihr prophezeit wird, all ihre Pläne zu Fall?

Meine Bewertung

 Selbst Wochen, nachdem ich Marie Weißdorns großartige Fortsetzung der „Tochter der Träume“-Tetralogie lesen durfte, kann ich noch nicht ganz in Worte fassen, was ich bei „Dunkler König“ empfunden habe. Es war auf jeden Fall viel: Viele Gefühle, viel Action, viel Herzschmerz, Leid, Belustigung und Liebe.

Aus einer Trilogie ist eine Tetralogie geworden – die Reihe wird nun statt drei Büchern vier Bände umfassen. Ein wahrer Segen für mich, habe ich doch schon im zweiten Teil so mitgefiebert wie lange nicht mehr bei einem Buch. Leynas Geschichte setzt nach ihrer Ankunft und während ihres Trainings beim Widerstand an. Als Gotteskind ist sie hier wahre Prominenz, eine Aufmerksamkeit, die ihr oft unangenehm ist. Doch ihre Aufgabe ist klar. Der König und sein Handlanger müssen zu Fall gebracht werden, koste es, was es wolle. Und der Preis ist wirklich hoch – denn die Träumende erlebt in diesem Band eine Reihe von schmerzhaften Ereignissen, die sie prägen werden.

„Tochter der Träume – Dunkler König“ hat einer Ansicht nach eine deutliche Steigerung zum ersten Teil der Reihe geboten, vor allem, was Action anging. Mit Einführung einiger neuer Figuren entstanden auch weitere Beziehungskonstellationen und Konfliktpotenzial keimte auf. Doch auch die alten Weggefährten, unter anderem Leyna, Tarin und Urs wurden näher beleuchtet. Auch Sivans Geschichte hält einige Überraschungen bereit, sein Charakter macht eine sehr deutliche Entwicklung durch, bei der ich ihn so manches Mal gern geschüttelt hätte. Neue Teile von Mirandor werden erschlossen, wobei Marie Weißdorn wieder einmal mit viel Liebe zum Detail ihre Welt beschreibt.

Wenn ich jetzt sagen sollte, was mir am besten und was am schlechtesten gefallen hat, müsste ich ziemlich heftig spoilern. Fakt ist aber: Ihr werdet ihr so manche Überraschung erleben. Haltet Taschentücher bereit, denn es gibt sowohl Freuden-, als auch Trauertränen. Sehr, sehr bittere Tränen. Ich kann immer noch nicht glauben, wie spannend und actionreich, aber auch herzzerreißend grausam dieses Ende war, das mich wahnsinnig zum Weinen gebracht hat. Man erwartet schon irgendwie, dass da noch ein großer Knall kommen muss, aber nicht so. Das letzte Kapitel behandelt schließlich auch noch eine sehr interessante Sicht, die mit einem Plot Twist einhergeht, der einen das ganze Buch über in Atem hält. Marie Weißdorn hat einige Überraschungen gestreut, die ein großes Feuerwerk der Gefühle hervorrufen. Auch ihr Schreibstil hatte wieder die wundervollen Details und die Sprachgewandtheit, die ich so an ihren Büchern schätze.

Nach dem zweiten Band kann ich kaum noch erwarten, endlich den dritten Teil von „Tochter der Träume“ in die Finger zu bekommen. Hier kommt jeder Leser auf seine Kosten, sei es durch die alten und neuen Charaktere, die ereignisreiche und oftmals überraschende Handlung oder das Ende, das einen völlig umhaut. Ich bin überzeugt, dass hier noch einiges auf uns wartet – „Tochter der Träume – Dunkler König“ führt eine Reihe fort, die ich nicht mehr aus meinem Regal missen möchte.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

julia bohndorf, dornröschen, eisermann verlag, voll verzwickt, gegenwart

Verflixte Flüche

Julia Bohndorf
Flexibler Einband: 130 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 02.07.2017
ISBN 9783961730162
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Was tun, wenn sich die geliebte Märchenprinzessin in Goldstaub auflöst? Nachdem Niko Rosa wieder zurück in ihre Zeit befördert hat, steht er ratlos da. Doch als er am nächsten Tag seine Schwester Hannah zu einer Party fährt, sieht er sie: Rosa. Oder zumindest ein Mädchen, das aussieht wie sein Dornröschen. Bevor er sie jedoch ansprechen kann, muss er sich an einer bissigen Leibwächterin, jeder Menge Unfälle und der plötzlich aufgetauchten 13. weisen Frau vorbeimanövrieren. Doch jene sinnt auf Rache …


Meine Bewertung


Was war das süß! Ich glaube, mir sind beim Lesen von Julia Bohndorfs „Verflixte Flüche – Voll verzwickt“ immer wieder Teile meines Herzens geschmolzen. Und das nicht vor Hitze, nein. Die kleine Geschichte, die beinahe direkt nach dem ersten Band ansetzt, war einfach so ein schöner, süßer Schmöker für zwischendurch, dass ich ihr einfach verfallen bin.


Nachdem Niko seine Rosa an ihre Zeit verloren hat, trifft er auf ihre Doppelgängerin, wie es scheint. Doch die neue Rosa wird streng bewacht und ihr jeglicher Kontakt zu Jungs verboten. Das will und kann Niko natürlich nicht auf sich sitzenlassen!
Nach dem abrupten Ende des ersten Teils hatte ich ziemlich Mitleid mit Niko. Für den modernen Prinzen bleibt leider nicht mehr von seiner Prinzessin als goldener Staub im Wind – doch das ändert sich schnell. Julia Bohndorf hat hier einen schönen Ausgangspunkt gewählt, der die Story auffrischt und so weiter in die Moderne verlagert.


Zwischen typischen Teenagerproblemen und der Suche nach seiner Rosa stellt Niko einen coolen Helden dar, der mit seiner Entschlossenheit und seinem Tatendrang überzeugt. Auch seine Familie lernt man durch seine Sicht näher kennen, was an vielen Stellen sehr viel Spaß macht. Die kleinen Kabbeleien sind liebevoll beschrieben, und auch Nikos Freunde kommen nicht zu kurz, sodass auch für den dritten Band der Grundstein gelegt ist.


Die Geschichte verlief schließlich ganz anders, als ich sie mir ausgemalt habe, aber das Lesen hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Oma Henriette war auch wieder mit von der Party und das Geheimnis um Rosas Doppelgängerin mit den pinken Haaren war sehr niedlich gemacht mit tollen Anspielungen auf das Originalmärchen Dornröschens. Auch die dreizehnte weise Frau war ganz anders als erwartet, hat aber gut in die moderne Verlagerung der Geschichte gepasst.


Der zweite Band endet wieder mit einer Problemstellung, die gut in den dritten Teil überleiten wird, und macht neugierig auf mehr. Ich wünsche mir an der Stelle noch mehr Charakterentwicklung von Hannah, Nikos Schwester, die ein ziemlich gemeines Schicksal getroffen hat, bin mir aber sicher, dass auch der dritte Teil der niedlichen Märchenreihe wieder so humorvoll und spritzig sein wird, wie „Verlixte Flüche – Voll verzwickt“.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(260)

462 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 124 Rezensionen

seelenwächter, dämonen, nicole böhm, magie, fantasy

Die Chroniken der Seelenwächter - Die Suche beginnt

Nicole Böhm
E-Buch Text: 141 Seiten
Erschienen bei Greenlight Press, 20.08.2014
ISBN 9783958340008
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Als bei einem magischen Ritual eine unerwartete Störung auftritt, wird Jessamine von übernatürlichen Wesen eingeholt, die nach ihrem Leben trachten. Das ruft auch die Seelenwächter auf den Plan, eine kleine Gruppe Auserwählter, die sich in den Kampf gegen die dunklen Mächte stürzen. Doch als Jess auf einen ihrer Mitkämpfer, Jaydee trifft, wendet sich das Schicksal in eine mysteriöse Richtung …


Meine Bewertung


„Die Chroniken der Seelenwächter“ sind mir im letzten Jahr so häufig über den Weg gelaufen, dass ich schon seit einer ganzen Weile darum herumgeschlichen bin und mich gefragt habe, wie diese immens große Reihe von Nicole Böhm wohl sein mag. Jetzt habe ich mich endlich an den ersten Teil getraut – keine schlechte Entscheidung, auch wenn nicht alle meine Erwartungen erfüllt wurden.


Das Buch geht unheimlich rasant los und wird aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt. Jaydee und Jessamine wechseln sich anfangs ab, später kommen noch Einschübe aus Ariadnes Sicht. Mitten in eine Verfolgungsjagd geschmissen lernt man als Leser Jaydee kennen, der einer scheinbar wehrlosen Frau hinterherjagt. Was es damit auf sich hat, erfährt man jedoch erst später, und so saß ich anfangs mit einem großen Fragezeichen im Gesicht da. So schnell, wie die Kapitel und damit auch die Sichten wechseln, konnte ich anfangs zu den Charakteren kaum eine Bindung aufbauen, was sich etwa ab der Hälfte des Buches gebessert hat.


Allerdings sorgt der actionreiche Einstieg dafür, dass man direkt in der Welt gefangen bleibt und weiterlesen möchte. Auch wenn anfangs noch viele Fragen offen sind, findet man sich doch bald zwischen den verschiedenen fantastischen Figuren zurecht. Besonders gut gefallen hat mir dabei Violet, die als Jess‘ Beschützerin oftmals einen sehr kühlen Kopf behält und sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Auch die besonderen Fähigkeiten der Charaktere zeigen hier schon erste Ansätze, was ich ziemlich interessant fand. Wenn dieses Tempo beibehalten wird und die Charakterentwicklung und -bindung sich in den nächsten Bänden noch steigert, sehe ich keine Probleme, dass ich besser mit der Story zurechtkommen werde.


Nicole Böhms Schreibstil ist gut auf die verschiedenen Sichten angepasst. Jaydees lockeres, oftmals ziemlich freches Mundwerk hat mir ebenso gut gefallen wie Jess‘ leicht überforderte, lustige Art. Hier merkt man, dass doch mehr hinter den Charakteren steckt, als auf den ersten Blick erkennbar ist, und dass man noch weiter unter der Oberfläche graben muss. Auch die Vorgeschichten bieten ein großes Mysterium, das hier zwar angesprochen, aber eher am Rande gekratzt als groß behandelt wird.


Für den Einstieg in ein so langes Serial fand ich den ersten Teil gut gelungen und er macht neugierig auf mehr. Trotz meiner anfänglichen Verwirrung war ich am Ende weit genug in der Geschichte drin, dass mich der Cliffhanger emotional berührt hat und ich nun gespannt bin, wie sich die Story in den folgenden Bänden entwickelt. Es ist auf jeden Fall noch viel Potenzial für mehr vorhanden, somit lasse ich auch bei der Bewertung noch Luft nach oben, freue mich aber schon auf weitere Teile aus der Welt der Seelenwächter.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

116 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

gefühle, fantasy, liebe, fear, kissed by fear

Winterseele - Kissed by Fear

Kelsey Sutton , Ursula Held
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.04.2017
ISBN 9783473585083
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Elizabeth empfindet nichts. Nur die Leere findet in ihrem Herzen Platz, kein weiteres Gefühl. Doch mit ihrer Gabe, die Personifikationen der Elemente und Gefühle wahrzunehmen, kommt sie jeden Tag mit ihnen in Kontakt. Sie alle halten sich von dem leeren Mädchen fern, das nicht auf ihre Berührungen reagiert – bis auf Fear. Die Angst versucht herauszufinden, was Elizabeth zu dem machte, was sie ist. Ein gefährliches Unterfangen, in dem nicht nur Elizabeth ihr Leben lassen könnte …


Meine Bewertung


„Winterseele – Kissed by Fear“ ist eins der Bücher, das mich von Ravensburger schon durch den mysteriösen Klappentext und das doch relativ düstere Cover überzeugt hat. Ich war unheimlich gespannt auf die Geschichte aus der Feder Kelsey Suttons, die viele Geheimnisse und Intrigen versprach. Doch was mich dann tatsächlich erwartet hat, hätte ich mir niemals so ausmalen können – denn diese Ruhe hat mich einfach erschlagen.


Es gibt Bücher, die kommen ohne viel Action aus. Ohne tollpatschige Heldinnen in jeder zweiten Szene, ohne lustige Sprüche auf jeder Seite, ohne epische Kämpfe in jedem Kapitel. Und „Winterseele“ gehört dazu. Denn was man als Leser hier empfindet, ist genau dieselbe Leere, die Elizabeth transportiert. Trotzdem ist Kelsey Suttons Schreibstil nicht gefühllos, sondern lediglich dunkel, abgeschottet und äußerst interessant.


Elizabeth ist eine Protagonistin, mit der man eigentlich das ganze Buch über Mitleid empfinden könnte. Könnte ist hier aber auch das Stichwort, denn eigentlich tut sie sich nicht einmal selbst richtig leid, obwohl ihr so viel Unrecht widerfährt. Ich habe die ganze Zeit über gehofft, dass es ihr besser gehen wird, dass sie ihre Leere abstreifen kann, und gleichzeitig um diesen Schutz gebangt, der ihre Emotionen fern hält. Denn die machen sie verletzlich – wie man schnell an den anderen Charakteren feststellt, die von den Gefühlen in ihrer Personifikation berührt und damit beeinflusst werden können.


Die Geschichte verläuft recht langsam und hier ist teilweise Durchhaltevermögen gefragt. Aber diese schleichende Entwicklung ist meiner Meinung nach wichtig, um die Story richtig zu transportieren. Wie schon gesagt geht es hier nicht um große Szenen, sondern darum, aufzuzeigen, was alles unser Tun und Handeln beeinflusst. Kelsey Sutton gelingt es, in relativ normal anmutenden Alltagsszenen immer wieder kleine Details zu streuen, die Gänsehaut verursachen, wenn Elizabeth ihre Mitmenschen und die Gefühle analysiert. Gleichzeitig ist ihre eigene Hintergrundgeschichte das wirkliche Mysterium – wie wurde sie so leer, so kalt? Was hat Fear damit zu tun? Und welche unheimliche Macht lauert in den Schatten des Waldes? Das Setting hat hier einen großen Teil dazu beigetragen, dass die Geschichte so glaubwürdig rüberkam. Die Kleinstadt, die Farmen ringsherum, die ausgeprägte Natur, der Herbst und Winter, die die bedrückende Atmosphäre schüren – alles verstärkt die Beklemmung, die man zunehmend empfindet, je weiter man in Elizabeths Welt eintaucht. Dass auch Problemthemen wie häusliche Gewalt und Mobbing aufgegriffen werden, fand ich ebenfalls interessant, allerdings hätte das meiner Meinung nach gerade im Ansatz der Hilfe dagegen stärker ausgebaut werden müssen. Durch Elizabeths Augen hat man teilweise das Gefühl, dass es etwas Unvermeidliches, gar Notwendiges ist – eine Botschaft, die mir nicht gefallen hat.


Alles in allem ist „Winterseele – Kissed by Fear“ ein Buch, für das man sich Zeit und Ruhe suchen sollte. Wer hier viel Action erwartet, sollte gar nicht erst dazu greifen, denn dieses Buch spielt eher sehr gekonnt mit den Emotionen der Leser und setzt viele Details in Szene – eine stille, aber sehr nachdenklich stimmende Lektüre, die ich wärmstens allen empfehlen kann, die Wert auf große Mysterien und ein fein ausgearbeitetes Setting sowie neue, seltsam anmutende Protagonisten legen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

glück, kinderbuch, flöte, perlen, krabbe

Linas Reise ins Land Glück

Martin Widmark , Maike Dörries , Emilia Dziubak
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 16.06.2017
ISBN 9783845822051
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt


Zum Einschlafen erzählt Lina dem kleinen Daniel eine fantastische Geschichte, die sie selbst erlebt hat: Nachdem ihr Bruder Leon spurlos verschwand, waren es ihre Eltern leid, sie so traurig über den Verlust zu sehen. Daher schenkten sie Lina im Winter einen Schlitten. Doch der befördert sie in eine magische Welt, in der Käfer sprechen können. Das Land Glück hält jedoch nicht nur Gutes bereit, wie Lina auf ihrer gefährlichen Reise bald erkennen muss …


Meine Bewertung


Ab und zu greife ich auch gern zu Kinderbüchern. Daher fiel mir auch das Werk Martin Widmarks ins Auge, das arsEdition über Netgalley als E-Book anbot. Obwohl mich die Geschichte um die junge Lina faszinieren konnte, habe ich noch einige kleine Kritikpunkte, die mir das Lesevergnügen getrübt haben.


Die Geschichte an sich beginnt mit dem Wunsch des kleinen Daniels, dass Lina ihm noch eine Geschichte erzählen möge. Dem kommt sie schließlich auch nach und erzählt ihm vor dem Schlafengehen, wie ihr Bruder Leon vor einiger Zeit spurlos verschwand. Gerade dieses Ereignis fand ich wenig kindgerecht vermittelt, da kaum rüberkam, dass die Eltern sich um ihn sorgten. Viel eher ging es darum, Lina mit einem Geschenk, dem Schlitten, aufzumuntern. Mit diesem gerät sie auf einer turbulenten Fahrt ins Land Glück – ein Land, in dem Käfer sprechen können und über dem ein Schatten liegt, den Lina anfangs nicht erahnt.


Angesprochen hat mich die Geschichte gerade durch die entschlossene Heldin, die keine Mühe scheut, um das Böse aus dem Land Glück zu vertreiben. Auch ihre Güte, mit der sie verzeiht, fand ich sehr gut dargestellt. Einige andere Geschehnisse waren mir jedoch zu wenig dem Alter angepasst, so empfand ich es für ein Kinderbuch schon als ziemlich brutal, wie einiges dargestellt wurde.


Die Illustrationen wirkten auf mich sehr hochwertig und gut aufgemacht, stimmungsvoll und passend. Allerdings war das Layout im E-Book völlig verzerrt und technisch nicht gut umgesetzt. Im Printbuch, das es zu kaufen gibt, sieht dies sicher noch viel besser aus, allerdings sollte, wenn schon Exemplare zum rezensieren herausgegeben werden, auch bei der Setzung des E-Books auf die Feinheiten geachtet werden, damit man zumindest den Text noch ohne großes Nachjustieren lesen kann, wenn er schon nicht stimmig mit den Illustrationen verbunden ist.


Alles in allem fand ich „Linas Reise ins Land Glück“ für ein Kinderbuch gut, aber nicht überragend. Einige Punkte an der Geschichte konnten mich nicht vollständig überzeugen, doch für eine kleine Lektüre für 5- bis 6-Jährige empfinde ich das Buch als geeignet.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(155)

332 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

liebe, new adult, freundschaft, bianca iosivoni, der letzte erste blick

Der letzte erste Blick

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736304123
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt


Nichts wie raus aus ihrem alten Zuhause! Für Emery Lance zählt nur, ihre Vergangenheit so weit wie möglich hinter sich zu lassen. Als sie an der Universität in West Virginia auf Dylan Westbrook trifft, meint sie ihn sofort durchschauen zu können. Und von den netten Jungs von nebenan hat sie die Schnauze gestrichen voll. Doch die Streiche, die sie sich gegenseitig spielen, bringen sie unweigerlich näher zusammen – bis ihre Vergangenheit beide einholt. Können sie sich gegenseitig retten oder zerbrechen sie an den alten Wunden, die aufreißen?


Meine Bewertung


Herzklopfen vorprogrammiert: Das weiß ich inzwischen, wenn ich zu den Büchern von Bianca Iosivoni greife. „Der letzte erste Blick“ bildet da keine Ausnahme, denn auch ihre New Adult-Titel konnten mich bisher überzeugen. Daher dachte ich, ich bin emotional gut gerüstet, den ersten Band der „Firsts“-Reihe zu lesen. Stattdessen habe ich zwischendurch mal wieder meinen Taschentuchvorrat plündern müssen.


Emery ist eine Protagonistin mit Verstand und Durchsetzungsvermögen. Etwas mehr Durchsetzungsvermögen, als ihr so manches mal gut tut, denn sie schreckt auch nicht davor ab, ihre Aggressionen herauszulassen und ihre Meinung kämpferisch zu vertreten. Nach einem harten Abschlussjahr an der High School hat sie viel Vertrauen in ihre Mitmenschen verloren. Dylan hingegen ist ein zuckersüßer Protagonist, der sich viel zu sehr für andere aufopfert, bis an den Punkt, an dem er seine eigenen Grenzen überschreitet. Einige Male dachte ich wirklich, hier ist der Zustand erreicht, an dem er einfach schlapp machen muss, an dem er nicht mehr weiter kann. Doch Dylan hat scheinbar unendliche Kraftreserven, aus denen er die Energie schöpft, sich um andere kümmern zu können.


Die Beziehung der beiden fand ich sehr lustig gestaltet, zumindest anfangs war ein Lacher nach dem anderen vorprogrammiert. Emery war mir von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn ihre harte Art manchmal noch etwas seltsam angemutet hat. Allerdings waren ihre Beweggründe ebenso verständlich wie Dylans und man hat ihre Aktionen gut nachvollziehen können. Es hat ein bisschen gedauert, bis die Chemie der beiden so richtig gezündet hat und die Funken auch bei mir flogen, aber dann habe ich ihre gemeinsamen Szenen sehr genossen.


Auch die Nebencharaktere haben mir zum Teil gut gefallen. Sie alle waren facettenreich und gut ausgearbeitet, aber ich konnte nur zu Elle, Grace und Mason eine Verbindung herstellen, die anderen waren mir noch etwas zu distanziert. Vielleicht ergibt sich da mehr in der Fortsetzung. Dafür fand ich die Hintergrundgeschichten von Dylan und Emery umso besser und intensiver ausgearbeitet, sodass man richtig mit ihnen mitleiden konnte. Hier war definitiv kein Potenzial verschenkt, es wurde jedes Drama gut ausgeschöpft und ausgearbeitet. Gefühle kamen ebenfalls nicht zu kurz, auch wenn ich an manchen Stellen Dylans Handlung nicht ganz nachvollziehen konnte, was seinen Pakt mit Mason anging.


Auch der Schreibstil war wieder wie erwartet. Emotional, an einigen Stellen, an denen es sich gelohnt hat, sehr detailreich. Wie immer konnte Bianca auch mit den erotischen Szenen überzeugen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie in diesem Buch doch etwas länger ausfielen als sonst. Allerdings passte es zur Story und tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch.


Alles in allem war „Der letzte erste Blick“ wieder ein toller Titel aus Bianca Iosivonis Feder. Ohne viel Aufwand schafft sie es, den Leser mit ihren Protagonisten mitfühlen zu lassen, wobei auch das Thema Vertrauen in den Vordergrund gerückt wird – und wie schnell dieses gebrochen werden kann. Damit ist der erste Band der „Firsts“-Reihe ein New Adult-Roman, der mir einige schöne Stunden bescheren konnte.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

veronika serwotka, wyvern, wyvern - das streben des jägers

Wyvern

Veronika Serwotka
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 15.05.2017
ISBN 9783946172956
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Nach dem unehrenhaften Tod seines Vaters ist Tarik van Cohen ein Geächteter. Jeden Tag muss er sich erneut beweisen, um seinen Bruder Quirin und sich selbst im Armenviertel Canthars durchzubringen. Doch als ihm die Zulassung zur Prüfung zum Jäger erneut verweigert wird, kann ihm nur noch Khaled, seines Zeichens einer der gefeiertsten Jäger, helfen. Doch Tarik rechnet nicht mit der Rebellion Quirins. Scheitert sein Traum an dem Wyvern, den Quirin allen Gesetzen zum Trotz in einer Grotte aufzieht?


Meine Bewertung


Oh. Mein. Gott. Was für ein Buch! Seit „Wyvern – Das Streben des Jägers“ zum Eisermann Verlag umgezogen ist, war ich sehr gespannt darauf, was Veronika Serwotka in ihrem High Fantasy-Werk für Register zieht. Und nun kann ich kaum noch aufhören, davon zu schwärmen. Dieses Buch hat mich mitgerissen in eine Welt, aus der ich kaum wiederkehren wollte.


Ich muss gestehen, bei High Fantasy geht für mich nichts über eine ausgeklügelte Welt mit ihren eigenen Mechanismen und Gesetzen. Anfangs war ich für einen Moment abgeschreckt, als ich die Regeln der Jagd auf die Wyvern durchgelesen habe, mit denen das Buch beginnt. Zu viele Informationen, zu viele Fremdwörter, die ich mir unmöglich merken konnte – aber es hat mich nur umso neugieriger gemacht, was mich wohl erwarten würde. Und das Buch hat alle meine Erwartungen übertroffen. Gerade die Jagd auf die Wyvern ist mit großer Action und spannenden Kampfszenen gut gestaltet, wobei es durchaus auch ruhigere Momente gibt, wenn Tarik und Fajeth aufeinandertreffen, oder die zwei Barden miteinander umgehen.


Die Charaktere sind auch hierbei sehr vielschichtig und ich würde sagen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Tarik hat mir am besten gefallen, seine rationale und doch sehr entschlossene, leidenschaftliche Art hat mich gleich mitgerissen. Seinen Bruder Quirin fand ich manchmal etwas zu kindisch, wobei es auch noch zu seinem Alter gepasst hat. Allerdings war sein Trotz manchmal einfach zu überwältigend, sodass ich seine guten Absichten kaum noch wahrnehmen konnte. Fajeth, die Tochter des Bürgermeisters, hat mir ebenfalls gut gefallen, ihre ruhige, besonnene und liebevolle Art, mit der sie jedem begegnet, war eine schöne Auflockerung, wobei ich denke, dass sie in den Folgebänden noch deutlicher zum Strahlen kommen wird, wenn sie mehr Verantwortung übernimmt. Und schließlich Khaled, der wohl emotionalste und gebrochenste Charakter des Buches. Er hat mich einfach vollkommen überzeugt und ich bin gespannt, wie es mit ihm weitergeht.


Auch die Welt, die Veronika Serwotka da gebastelt hat, war so facettenreich wie die Charaktere. Die Abläufe in Canthar waren alle sehr interessant zu lesen, auch die Bedingungen, unter denen die Wyvern gehalten werden. Die Wyvern selbst haben mich ebenfalls fasziniert, gerade ihre Art und ihre Angriffstechniken sind sehr unterschiedlich, sodass Action in ihren Szenen geboten war. Gleichzeitig finde ich auch, dass das Buch eine wichtige Botschaft im Bezug auf Tierquälerei transportiert und wie man auch mal in andere Richtungen denken sollte.


Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich die ganzen Hintergründe der Geschichte überrascht und in ihren Bann gezogen haben. Wenn man den High Fantasy-Aspekt außer Acht lässt, versteckt sich hier auch ein sehr interessantes Familiendrama, das mit den verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen, den alten Geheimnissen und der Ehre und dem Stolz der einzelnen Charaktere gut zu spielen weiß.


Alles in allem kann ich nur sagen: „Wyvern – Das Streben des Jägers“ war durch und durch ein Highlight, auf dessen zweiten Teil ich mich unheimlich freue. Das offene Ende war unheimlich herzzerreißend und ich kann es kaum abwarten zu erfahren, wie es mit allen Charakteren, die wichtige Entscheidungen treffen mussten, weitergeht.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Shadowcross: Das Vermächtnis (German Edition)

Lillith Korn
E-Buch Text: 40 Seiten
Erschienen bei null, 05.06.2017
ISBN B071949VN5
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt


Rileys Leben ist normal – bis zu dem Tag, als er seine Haushälterin tot in der Badewanne findet. Selbstmord. Doch Riley kann den Polizisten nicht glauben. Als er sich auch noch von seltsamen Kreaturen verfolgt in einer fremden Stadt wiederfindet, nimmt das Unglück seinen Lauf. Und ein Erbe, das er nie antreten wollte, fällt ihm in den Schoß …


Meine Bewertung


Ein Serial von Lillith Korn? Liebend gern! Da sie mich mit Spannung und Humor schon in „Better Life“ und der „Finley“-Reihe überzeugen konnte, war ich sehr gespannt, wie es mit der düsteren Fantasy aussehen würde, die das Serial „Shadowcross“ ist. Dabei hat jeder Teil, der monatlich erscheint, rund 60 Seiten und lässt sich daher schnell weglesen.


Normalerweise bin ich kein Fan davon, so schnell wieder aus der Geschichte gerissen zu werden. Allerdings war schon in der ersten Episode von Anfang an einiges an Spannung da, da die Grundidee der Geschichte richtig schnell Fahrt aufnimmt. Riley findet seine Haushälterin tot in der Badewanne – eine Situation, die ihn schockt und sehr mitnimmt. Dadurch entsteht gleich ein sehr dunkles Feeling, das den Leser in die Geschichte hineinzieht, und auch Rileys folgende Entscheidungen, die ihn in Schwierigkeiten bringen, waren ziemlich düster und geheimnisvoll.


Die erste Episode des Serials führt uns auch in die Stadt Shadowcross, die mit düsteren Gestalten und einer guten Grundidee aufwarten kann. Ich mochte die Geheimnisse, die sich hinter Rileys Familie verbergen. Ein bisschen hat es auch in mir das „Buffy“-Feeling geweckt, als er mitten in die übernatürlichen Ereignisse gestolpert ist, und bei einigen Szenen hatte ich richtig starkes Herzklopfen, weil man nicht genau weiß, wie er da wieder rausfinden kann.


Auch die Aufmachung des Printbuchs ist sehr gut gestaltet. Kleine Verzierungen auf den Seiten machen es noch interessanter, wobei sie gut zu der düsteren Stimmung passen. Außerdem ist es mit der geringen Seitenzahl schnell gelesen und man will den nächsten Teil möglichst schnell haben.


Alles in allem war „Shadowcross – Das Vermächtnis“ ein guter und interessanter Auftakt zum neuen Serial aus Lillith Korns Feder. Im nächsten Teil wünsche ich mir noch ein wenig mehr von ihrem dunklen Humor, bin aber durch den Cliffhanger am Ende sehr angefixt und freue mich schon auf den zweiten Band.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

157 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

jane austen, liebe, klassiker, england, heirat

Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Andrea Ott , Elfi Bettinger
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328101666
Genre: Klassiker

Rezension:


Inhalt


Nichts liegt Mrs Bennet mehr am Herzen, als ihre fünf Töchter in vorteilhaften Ehen verheiratet zu sehen. Wie es der Zufall so will, ziehen auch zwei Junggesellen in die Nachbarschaft – doch als die älteste Tochter Jane in der Beziehung zum jungen Bingley sabotiert wird, steht auch für Elizabeth Bennet fest, dass sie sich niemals mit Mr Darcy verstehen würde, dem sie am Unglück ihrer Schwester die Schuld gibt. Als auch noch die jüngste der fünf, Lydia, eine folgenschwere Entscheidung trifft, steht das Leben der Bennets Kopf …


Meine Bewertung


Lange schon wollte ich eine Rezension zu diesem Klassiker der Weltliteratur verfassen. „Stolz und Vorurteil“ war, wie wohl auch bei vielen anderen, mein erster Austen und ich habe das Buch viele Male gelesen, weshalb ich damit auch viele Erinnerungen verbinde. Durch die Internet-Serie „The Lizzie Bennet Diaries“ habe ich es noch mehr lieben gelernt und so steht für mich fest, dass ich dieses Buch von Jane Austen endlich mal vorstellen muss.


Was mich immer wieder an der Geschichte begeistern kann, ist der feine Sarkasmus, der aus Jane Austens Zeilen herausklingt. Natürlich ist die Sprache für unseren Alltag schon sehr veraltet, aber wenn man sich darauf einlässt, erzeugt sie ein Flair, das mich in die Regency-Zeit Englands hinabzieht. Hierbei helfen aber auch die Charaktere, allen voran Elizabeth Bennet, um die sich die Geschichte hauptsächlich dreht. Als zweitälteste der fünf Geschwister ist sie die aufgeklärteste und hat ihren eigenen Sturkopf, der sie aber durch ihren Stolz oftmals in prekäre Lagen bringt. Jane hingegen ist ein zartes Geschöpf, leicht naiv und sehr empfindlich, weshalb sie sich schnell von der Spur abbringen lässt. Auch die anderen Geschwister haben alle unterschiedliche Charakterzüge und sind sehr gut ausgearbeitet, sodass die Familie an sich schon in den verschiedenen Situationen komisch anmutet.


Die Story ist dabei hauptsächlich auf den Punkt beschränkt, dass sie unter die Haube kommen sollen. Was sich so banal anhört, wird durch die vielen Komplikationen oftmals überdramatisiert, sodass sich viele neue Probleme ergeben, die aus den Schwächen der Charaktere heraus resultieren. Für mich macht das den Reiz dieser Geschichte aus: Es könnte so leicht sein, aber die Schwachstellen der Menschen lassen alles schwieriger werden.


Von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ gibt es inzwischen auch sehr viele Ausgaben, weshalb man auch einiges an Auswahlmöglichkeit hat. Ich persönlich liebe meine abgegriffene Filmversion, in der ich das Buch das erste Mal gelesen habe, finde aber vor allem die oben dargestellte Taschenbuchversion von Penguin besonders hübsch für das Bücherregal.


Alles in allem ist „Stolz und Vorurteil“ für mich ein Klassiker, der einfach immer gelesen werden kann und gut abschneidet. Wer sich mit der etwas älteren Sprache anfreunden kann, wird mit der Story seine Freude haben, die mit ihren Wendungen und den facettenreichen Charakteren zu überzeugen weiß.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(340)

690 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 137 Rezensionen

mona kasten, liebe, again-reihe, monakasten, feelagain

Feel Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.05.2017
ISBN 9783736304451
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt


Sawyer kennt die unrühmlichen Spitznamen, mit denen man sie bedenkt. Sie lässt sie an sich abperlen, schließlich kann nichts ihre harte Schale durchdringen. Gefühle strengstens verboten – bis Isaac daherkommt. Der Nerd mit seinem schrulligen Kleidungsstil und den gehässigen Sprüchen, die ihn verfolgen. Um ihn vor einer Clique lästernder Mädchen zu beschützen, küsst Sawyer ihn – und manövriert sie beide direkt in das pure Chaos. Denn Isaac willigt ein, ihr Abschlussprojekt für den Fotografiekurs zu spielen, wenn sie ihm im Gegenzug beibringt, beliebter zu werden. Nur hat Sawyer nicht bedacht, dass Isaac mühelos ihren weichen Kern erreichen kann …


Meine Bewertung


Was. Für. Ein. Erlebnis! Morgens um zwei Uhr habe ich tränenüberströmt dieses fantastische Buch beendet. Und ich trauere Isaac und Sawyer immer noch hinterher. Ich will mehr, brauche mehr. Denn als ich „Trust Again“ beendet habe und meinte, dass ich mich wirklich darauf freue, Sawyers Band zu lesen, wusste ich noch nicht, wie sie sich schon kurz darauf vollends in meinem Herz einnisten würde.


Denn Sawyer ist kein Klischeecharakter, wie man sie sonst schnell in New Adult-Romanen trifft. Sie hat ihren eigenen Stil, nimmt kein Blatt vor den Mund und verkörpert so eher das Bad Girl, das sich auch immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Ihre Vergangenheit empfand ich von allen in der „Again“-Reihe als am dunkelsten, sodass  ich wirklich sehr oft schlucken musste, wenn die Sprache darauf kam. Isaac bildet dazu den wunderschönen Kontrast: leicht nerdig, nicht besonders selbstbewusst, lässt er sich schnell runterziehen. Aber Sawyer macht ihn mutiger. Und durch ihr Fotoprojekt kommen sich die beiden näher – zu nah, um miteinander zu funktionieren?


Ich muss zugeben, ich hatte unheimliche Mühe, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, auch die Nebencharaktere lockern den stellenweise doch extrem dunklen Plot gut auf. Sawyer und Isaac haben es beide nicht leicht mit ihren Familien, doch ich mochte die Charakterentwicklung der Protagonisten sehr gern, weil sie sich auch im zeitlichen Zusammenhang realistisch angefühlt hat. Durch Sawyers Perspektive, in der erzählt wird, versteh man ihre Handlungen und Gefühle sehr gut, auch bei eher ernsten Themen und Aktionen, die ich so nie im Leben nachmachen würde. Ihre Leidenschaft, die Fotografie, hat auch ihre weiche Seite gut dargestellt und war in meinen Augen eine perfekte Metapher für ihr Aufblühen und für den Weg, auf dem sie erkennt, was sie wirklich im Leben haben will.


Was Mona Kasten hier geschafft hat, ging aber viel tiefer. Von Anfang an hatte ich eine Beziehung zu den Charakteren, habe mitgefiebert, mitgelacht und -geweint. Kurz vor Schluss kam ich kaum hinterher, meine Tränen wegzuwischen, weil mich die Gefühle, die transportiert wurden, so mitgenommen haben. Die Story spielt mit allen Facetten der Charaktere, erkundet auch die düstersten Ecken der Vergangenheit und wird sicher noch reihenweise Herzen zum Brechen und Schmelzen bringen. Und ich liebe es.


Am liebsten würde ich noch mehr über Isaac und Sawyer lesen, aber leider ist die Again-Reihe damit vorerst abgeschlossen. „Feel Again“ konnte mich aber tief berühren und hat sich einen Platz bei meinen absoluten Favoriten gesichert. Auch wenn ich anfangs gewisse Zweifel hatte, wie tief die Veränderung der Charaktere gehen würde, blieb auch Isaacs liebenswürdige Art bestehen und er wurde nicht zu einem Klischee-Bad Boy umgekrempelt. Auch Sawyer blieb sich gewissermaßen selbst treu, obwohl ihr Horizont erweitert wird. Ich danke Mona für diese berührende Geschichte und wünsche mir in Zukunft mehr Charaktere wie Sawyer – starke, taffe Heldinnen, die eine richtige Entwicklung in ihrer Story durchmachen. Denn dieses Leseerlebnis werde ich nicht vergessen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(448)

870 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 145 Rezensionen

mona kasten, trust again, liebe, dawn, new adult

Trust Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 13.01.2017
ISBN 9783736302495
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt


Dawn und Spencer sind wie füreinander geschaffen – findet jeder, außer Dawn selbst. Sie hat der Liebe ohnehin abgeschworen und konzentriert sich auf ihre Karriere als Schriftstellerin, wobei niemand von ihrem Nebenjob erfahren soll, mit dem sie sich schon einen Namen gemacht hat. Doch Spencers Charme kann sie auf Dauer auch nicht widerstehen, trotz der Vergangenheit, die sie mit sich rumschleppt. Doch auch Spencer ist nicht nur der Strahlemann, der sie mit einem Lächeln wieder aufmuntern kann – während Dawn auch seine verletzliche Seite entdeckt, wird ihr klar, dass Herz und Verstand nicht immer Hand in Hand einhergehen …


Meine Bewertung


Nach „Begin Again“ habe ich mich wahnsinnig auf „Trust Again“ aus Mona Kastens Feder gefreut. Dawn und Spencer habe ich bereits im ersten Teil der Reihe liebgewonnen, weshalb ich unbedingt wissen wollte, wie es bei den beiden weitergeht. Der zweite Band hat mich in der Hinsicht ziemlich überrascht – allerdings eher dadurch, dass er nicht an seinen Vorgänger heranreichte.


Nachdem ich Dawn schon im ersten Band etwas lieber mochte als Allie und sehr gespannt auf ihre eigene Geschichte war, muss ich leider sagen, dass ich hier einfach nicht den richtigen Zugang zu ihr gefunden habe. Mit Spencer verhielt es sich ebenso. Die Charaktere kamen mir an vielen Stellen noch zu steif vor, auch wenn sie mir leidgetan haben, konnte ich ihre Gefühle nicht richtig mitfühlen.


Auch die Geschichte fand ich leider viel schwächer als den ersten Band. Während zwischen Allie und Kaden richtig Action da war, haben mich Dawn und Spencer eher nicht überzeugen können, was große Auftritte anging. Ein großer Fokus liegt auch auf Dawns Schreiberei, wobei ich ihre Gefühle im Bezug auf ihre Texte und deren Schaffung gut nachvollziehen konnte. Allerdings hat mir in ihrer Geschichte mit Spencer ein bisschen das Feuer gefehlt, diese Funken, die bei Allie und Kaden da waren und sie immer wieder auf lustige und überraschende Weise aneinandergeraten ließen. Der Humor des ersten Bandes hat meiner Meinung nach einfach gefehlt, und so war die Storyline zwar solide und folgte einem roten Faden, hat mich aber zwischendurch mit dem Hin und Her zwischen Dawn und Spencer ein wenig gelangweilt.


Was hat mir dann im Gegenzug gut gefallen? Ganz klar: Sawyer. Mona Kasten kann wirklich gute Charaktere entwerfen, die alle ihre Stärken und Schwächen haben, aber Sawyer ist einfach eine Nummer für sich. Ich würde jederzeit gern mit Dawn das Zimmer tauschen, um so eine coole Mitbewohnerin zu kriegen. Rotzfrech und trotzdem einfühlsam, wenn man es braucht – das ist die perfekte Art von Freundin. Hiermit begründe ich den Sawyer-Fanclub und freue mich umso mehr auf den dritten Band, „Feel Again“, der endlich ihre Geschichte behandelt.


Auch Monas Schreibstil fand ich relativ stabil im Vergleich zum ersten Band, auch wenn mir ein wenig die Leichtigkeit aus „Begin Again“ gefehlt hat. Wer gern erotische Szenen liest, ist hiermit auch gut bedient, die sind nämlich auch sehr ansprechend geschrieben, wurden mir von der Häufigkeit aber etwas zu viel und haben die Geschichte unnötig in die Länge gezogen.


Alles in allem hat mich „Trust Again“ leider nicht so sehr überzeugen können wie „Begin Again“, war aber trotzdem ein nettes Buch für einige gemütliche Stunden. Ich hoffe jetzt darauf, dass „Feel Again“ es mit Isaac und Sawyer (hier bitte Herzchenaugen und Pompom-Wedeln einfügen) wieder rausreißen kann und den Charme zurückbringt, der mir hier ein wenig gefehlt hat.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Normal ist anders

Katja Kulin
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783548288000
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt


Lea ist anders. Deshalb steckt sie auch in der Psychiatrie. Freiwillig. Denn ihr ist klar, dass sie sich mit ihrer Angst vor dem Schlucken nicht mehr ins normale Leben trauen kann. Die Panik, dass sie ersticken könnte, beherrscht ihren Alltag. Und als sie Ben kennenlernt, der mit seinem Sammelzwang ebenso anders ist wie sie, stellt sie fest, dass Anderssein gar keine Schwäche sein muss – wenn man es nicht zulässt. Kann sie zu ihrer alten Form zurückfinden?


Meine Bewertung


Manche Bücher sind dazu geschaffen, meinen Glauben an das Gute im Menschen und in der Welt wiederherzustellen. „Normal ist anders“ gehört auch zu dieser Sorte. Berührend, intim und gleichzeitig nicht zu überladen beschreibt Katja Kulin Seiten an Menschen, die sich nach einem Bruch langsam wieder zusammenfügen und dabei besser verstehen lernen.


Die Protagonistin Lea beschreibt in dem Buch ihren Alltag zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten, die sich in einer solchen Nervenklinik finden. Allerdings sind die meisten Patienten freiwillig dort, es ist sehr frei und eine große Vertrauensbasis da. Lea ist ein eher schüchterner Mensch, will nach ihrer Promotion eine feste Stelle an der Universität bekommen, die allerdings durch ihre akute Schwäche gerade nicht möglich ist. Während sie langsam ihre Vergangenheit aufarbeitet und viel über sich selbst und ihre Angst vor dem Ersticken lernt, trifft sie auf weitere Menschen, die ihr eigenes Schicksal zu schultern haben.


Die Charaktere fand ich durchweg hinreißend. So wundervolle kleine Details wurden beschrieben, man fühlt wirklich mit jedem einzelnen mit. Besonders Leas Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, aber auch Ben mit seinem Sammelzwang hat viel zu erzählen, was nach und nach rauskommt. Mein größter Favorit war aber die Transsexuelle Ismail/Hülya: Vom Mann zur Frau entpuppte sich ein Schmetterling, der lange Zeit versteckt gelebt hatte. Ich hatte ziemlich oft Tränen in den Augen, wenn die Charaktere zueinander gehalten und sich gegenseitig unterstützt haben. Denn neben ihren Therapiesitzungen waren es ihre Freundschaften, die sie am meisten aus der Reserve gelockt haben.


Katja Kulins Schreibstil war unkompliziert und ließ sich sehr leicht lesen. Ich mochte die Rückblicke in Leas Vergangenheit sehr gern, durch die man immer weiter in ihre Jugend und Kindheit vorgedrungen ist und sie besser verstanden hat.


„Normal ist anders“ ist ein Buch, das mich noch eine Weile lang beschäftigen wird, da ich die Aufarbeitung dieses schweren Alltags wirklich gelungen finde. Ich mag die Positivität, die das Buch versprüht, ohne die schlechten Seiten zu ignorieren, und vor allem die Charaktere sind mir unheimlich ans Herz gewachsen, sodass ich wirklich nicht wollte, dass das Buch endet. Es war einfach von vorne bis hinten stimmig und ein großes Highlight für mich.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(468)

1.041 Bibliotheken, 51 Leser, 2 Gruppen, 249 Rezensionen

prinz, fantasy, prinzessin, der kuss der lüge, attentäter

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Als älteste Prinzessin der Königsreichs wird Lia von ihren Eltern zu einer strategischen Hochzeit gezwungen. Ihren neuen Bräutigam hat sie noch nie gesehen, geschweige denn, dass sie sich in ihn verliebt hat. Als sie mit ihrer besten Freundin Pauline nur Stunden vor ihrer Hochzeit in ein buntes Fischerdorf flieht, erscheint ihr der Traum von der Freiheit endlich nah. Doch was hat es mit den zwei jungen Männern auf sich, die sich scheinbar zufällig in die Gegend verirren? Freund oder Verräter – Attentäter oder Prinz? Bald muss Lia feststellen, dass ihre Freiheit nichts weiter als dunkle Schatten über sie bringt. Kann sie der Gabe vertrauen, die ihr alle zuschreiben?


Meine Bewertung


Kann man sich in ein Buch verlieben, das erst ab der Hälfte begeisternd wurde? „Der Kuss der Lüge“ beweist ganz klar: Ja, das geht! Mary E. Pearson hat mit dem ersten Band ihrer Reihe „Die Chroniken der Verbliebenen“ gezeigt, dass man sich als Leser nicht von einem ruhigen Erzähltempo abschrecken lassen darf – durchhalten lohnt sich.


Die Protagonistin Lia hat definitiv ihren eigenen Kopf. Das wird schon am Anfang deutlich, als sie vor ihrer eigenen Hochzeit flieht und sich ein neues Leben weit ab vom Hof ihrer Eltern aufbaut. Sie ist sich nicht zu schade dafür, hart anzupacken, lernt mit Begeisterung und genießt die Zeit ohne das höfische Zeremoniell und die Intrigen, die sie lange erdulden musste. Lias Art hat mich vom ersten Moment an überzeugen können, ihr starker Wille ist ihr Vorteil und das, wofür sie viel Sympathie von der Leserseite aus einheimsen kann. Im Verlauf des Buches fiel mir auf, dass auch die restlichen Charaktere unheimlich wandelbar sind und viele Facetten besitzen. Die zwei Männer, die um Lias Aufmerksamkeit buhlen – Prinz und Attentäter – sind ebenfalls für Überraschungen gut und bringen die Story dann schließlich auch voran.


Leider gibt es zwischendurch eine große Periode im Buch, in der man wirklich durchhalten muss. Knapp 250 Seiten in der Mitte sind einem Worldbuilding gewidmet, das sehr langsam und detailreich von statten geht und mich auch dazu gebracht hat, das Buch wochenlang schleifen zu lassen. Es ging einfach nicht recht voran, mir wurde es zu langweilig. Aber dann kam dieser eine Punkt, der alles gedreht hat – dieser Plot Twist, der eine ganze Reihe an Ereignissen in Bewegung setzt. Und plötzlich saß ich bis zwei Uhr morgens im Bett und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin verknüpft hier viele lose Fäden miteinander, baut stark an Tempo auf, überfordert den Leser aber nicht.


Was ich äußerst interessant fand, war die Art und Weise, wie das Dunkel der Welt in der Geschichte beschrieben ist. Die Charaktere sind so menschlich, dass jeder helle und dunkle Seiten trägt, dass man manchmal gern den Feinden vertrauen und die Freunde wegstoßen würde. Jeder trägt Kummer und Schmerz mit sich, und Pearson lässt auch keine Gelegenheit aus, die sich dazu eignet, der Welt etwas an Grobheit und Niederträchtigkeit zu verleihen. Man wird immer wieder daran erinnert, dass dies kein Spiel ist, dass die Protagonistin ernsthaft leiden und ertragen muss, gleichzeitig aber auch ihre Stärke entwickelt und zurückschlägt. Dabei ist Lia auch kein Engel mit einem goldenen Heiligenschein. Gerade ihre Gabe, bei der lange unklar ist, was das überhaupt sein soll und ob Lia sie besitzt, hilft ihr, rational, aber auch menschlich zu handeln. Und menschlich heißt im schlimmsten Fall auch mal blutige Rache zu nehmen. Niemand wird geschont, was der Geschichte eine sehr faszinierende, aber auch erschreckende Nähe zur Realität gibt, trotz der High Fantasy Welt, die gut ausgearbeitet ist.


Den Schreibstil fand ich einigen Stellen schon etwas zu detailverliebt und ausführlich, allerdings mochte ich es, dass die Sichten variiert haben. Neben Lia erzählen auf Rafe und Kaden, Attentäter und Prinz, sowie Pauline, Lias beste Freundin, einen Teil der Geschichte mit, wobei man da als Leser auch einige Überraschungen entdeckt. Zudem gibt es immer wieder Ausschnitte aus alten Überlieferungen und Legenden, die erst nach und nach einen Sinn ergeben und wundervoll konstruiert sind. Ich liebe diese Art von Rätseln und bin gespannt, wie dieses im nächsten Buch fortgesetzt wird. Denn eins ist klar: Mit dem spannungsgeladenen, sehr offenen Ende hat Mary E. Pearson mich angefixt. „Die Chroniken der Verbliebenen“ haben als Reihe großes Suchtpotenzial.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(141)

362 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

chosen, bestimmte, fantasy, rena fischer, gaben

Chosen - Die Bestimmte

Rena Fischer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.01.2017
ISBN 9783522505109
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Mit ihren besonderen Fähigkeiten hat Emma es ihr ganzes Leben lang nicht leicht gehabt. Von ihrer Mutter dazu erzogen, ihre Kräfte zu kontrollieren, muss sie plötzlich auf eigenen Beinen stehen. Doch als sie zu ihrem Vater zieht und sich an einer neuen Elite-Schule für Begabte behaupten muss, wird sie auch noch mitten in eine Gruppe aus Rebellen gezogen. Diese wollen gegen den Schulleiter und Sensus Corvi vorgehen. Kann sich Emma darin sicher sein, wer für ihr Wohl kämpft? Und welcher Seite gehört ihr Herz?


Meine Bewertung


Selten fiel mir eine Bewertung so schwer wie bei diesem Buch. Nicht, weil ich zwiegespalten bin – nein, weil „Chosen – Die Bestimmte“ für mich einfach ein absoluter Fehlgriff war. Ich quäle mich jetzt seit gut einem Monat an diesem Titel herum und bin doch nur bis zur Hälfte gekommen, bevor ich den Entschluss gefasst habe, es abzubrechen. Sowas fällt mir immer sehr schwer, allerdings konnte ich Rena Fischers Titel wirklich nichts abgewinnen.


Die Protagonistin Emma fand ich in den ersten Kapiteln noch ganz interessant. Ihre Gabe des Emotionentauchens erlaubt ihr, in die Gefühlswelt anderer einzudringen. Allerdings habe ich selten eine Protagonistin gehabt, die mich mit ihrer Unentschlossenheit dermaßen genervt hat. Emma war mir die ganze Zeit über ein zu passiver Charakter, ließ sich mehr in die Dinge hineinschubsen, als dass sie wirklich auf ein Ziel hingearbeitet hat. Dass sie von mehreren Jungs umschwärmt wird, wobei der eine dann natürlich sofort die große Liebe ist, hat es nur noch schwieriger gemacht, sie nachzuvollziehen. Mit Aidan, dem Ziehsohn ihres Vaters, hat sie eher zickige Gespräche, während er sie bevormundet, trotzdem ist er ein absoluter Traumtyp. Jared, ein Rebell vom Horusring, wechselt kaum drei Worte mit ihr und ist schon verliebt – was irgendwie auch auf Gegenseitigkeit beruht. Dean, ein ebenfalls heißer Typ aus der Schule, kann natürlich auch nicht von ihr lassen. Und Faye, die angeblich Emmas neue Freundin auf der Schule ist, kommt so selten vor, dass sie zu einer Statistin mutiert, die nur dazu da ist, Emma aus der Patsche zu helfen, wenn die nicht weiter weiß. Generell fehlte es mir bei den Charakteren leider völlig an Tiefe, was bei den Erwachsenen nur unwesentlich besser wurde.


Die Geschichte hat mich einfach nicht packen können. Für meinen Geschmack war es zu viel Teeniedrama von Emmas Seite aus, gemischt mit viel Instalove und einem Plot, dessen Absicht ich bis zur Mitte hin nicht erkennen konnte. Mir hat leider der rote Faden gefehlt, der durch das Buch führt, denn mir wurden eher die Ziele der zwei Parteien klar, Sensus Corvi und der Horusring, als die Ziele der Protagonistin, die zwischen den beiden steht. Nennenswert ist natürlich auch, dass Emma sich immer wieder von Aidan hinters Licht geführt fühlt, weil der eigentlich die Oberzicke der Schule datet. Der Plot hatte für meinen Geschmack einfach keine Dynamik, wenn mal Action aufkam, die ich dann sogar himmelhoch jauchzend begrüßt habe, war sie nach ein paar Seiten wieder abgeflaut und es ging zurück zu Emmas Alltag. In dem werden auch die Gaben recht selten genutzt – insgesamt leider eine Enttäuschung für mich.


Was man der Geschichte noch zugute halten muss: Rena Fischer hat wirklich einen schönen, flüssigen Schreibstil, allerdings hat der nichts mehr daran retten können, dass mich das Buch wirklich stellenweise so auf die Palme getrieben hat, dass ich nicht mehr weiterlesen kann. Die Grundidee war gut, aber für mich persönlich war diese Lektüre einfach ein absoluter Fehlgriff.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

engel, dämonen, teufel, himmel, erde

Auch Engel dürfen träumen

Sarah Neumann , Rica Aitzetmueller
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 01.08.2016
ISBN 9783946172529
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt


Als Yumi im Himmel erwacht, ahnt sie noch nicht, welches Schicksal ihr bevorsteht. Um den Fängen der Dunkelheit zu entfliehen, soll sie sich auf Gabriels Geheiß als Schutzengel behaupten. Doch das dunkle Meer ist ihr dicht auf den Fersen. Taen hingegen wird von Luzifer aus der Hölle verbannt – er soll seinem Anführer als Augen und Ohren auf der Erde dienen. Doch was passiert, wenn Gut und Böse aufeinanderprallen? Ein harter Kampf zwischen Himmel und Hölle entbrennt …


Meine Bewertung


 „Auch Engel dürfen träumen“ ist ein Buch, mit dem ich sehr lang geliebäugelt habe, bevor ich dazu kam, es zu lesen. Engelsthematiken finde ich sowieso ziemlich spannend und habe mir hier auch eine etwas romantischere Geschichte erhofft.


Mit Yumi habe ich definitiv die richtige Protagonistin dafür bekommen. Sie ist ein wenig naiv, glaubt an das Gute in den Menschen und in der Welt, hört auf ihr Gewissen und ist sehr gläubig. Teilweise wirkt sie ein wenig zu gutgläubig, vertraut zu schnell. Aber sie ist trotzdem unheimlich niedlich und eine gute Sympathieträgerin.
Taen hingegen ist gar nicht so böse, wie er zunächst erscheint. Natürlich hat eine sehr dunkle Seite an sich, da er auch aus Luzifers Gefilden kommt, aber irgendwo steckt doch auch ein Funke an Sorge und Liebe in ihm, den er Yumi entgegenbringt. Von ihrem ersten Treffen an habe ich so für die beiden gehofft, dass sie alle Widrigkeiten überwinden können.


Die Geschichte beginnt tatsächlich eher ruhiger und steigert sich erst allmählich. Yumis Ankunft im Himmel wird sehr ausführlich geschildert, auch ihre Beziehung zu den anderen Engeln, allen voran Gabriel. Die Beziehung der beiden fand ich eher schwierig und so richtig hat sie mir nicht gefallen. Gott hingegen fand ich sehr interessant, auch wenn man wenig über den Charakter mitbekommen hat. Im Mittelteil fand ich etwas kompliziert, dem roten Faden der Geschichte zu folgen und habe manchmal wirklich grübeln müssen, was mit welchem Ereignis zusammenhängt. Yumis Vorgeschichte wird leider auch eher kurz abgehandelt und hat da eher zu meiner Verwirrung beigetragen.


Das Ende war dann wieder etwas actiongeladener und hat viele Kleinigkeiten, die über die Geschichte verteilt waren, wieder zusammengeführt und erläutert. Sarah Neumanns Schreibstil fand ich auch sehr flüssig, an manchen Stellen etwas zu blumig, aber insgesamt auch passend zur Geschichte.


Ganz konnte mich „Auch Engel dürfen träumen“ leider nicht überzeugen, aber es ist trotzdem ein schönes Buch für einen Lesenachmittag mit einer niedlichen Protagonistin und einer Geschichte, bei der man als Leser nicht ganz abschalten kann, sondern viel mitdenken muss.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

zweimal im leben, romantasy, zeilengold, 2017, fremde welten

Elfenfehde: Zweimal im Leben

Mariella Heyd
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Zeilengold, 23.01.2017
ISBN 9783946955993
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt


Ein Meteoriteneinschlag bringt Feodoras ganze Welt in Aufruhr. Als sie weder ihre Eltern, noch ihre Freunde nach der Naturkatastrophe findet, verschanzt sie sich in der örtlichen Bibliothek. Bis ein junger Mann bei ihr auftaucht und ihr die Schuld an dem Unglück gibt: Zerdon, der sie zurück in die Anderswelt bringen will, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Feodora schlimmster Feind und ehemaliger Geliebter erwartete sie dort, ein tyrannischer Dunkelelf. Reicht ihr Mut aus, um ihn für seine Grausamkeit zahlen zu lassen, oder verfällt sie doch wieder seinem Bann?


Meine Bewertung


„Elfenfehde – Zweimal im Leben“ ist mein erstes Buch und gleichzeitig das Debüt des Zeilengold Verlags. Die Fantasygeschichte hat vom Klappentext her schon einen starken Konflikt mit einer besonderen Heldin versprochen, weshalb ich sehr neugierig an das Buch herangegangen bin. Von Mariella Heyd hatte ich zwar schon etwas auf der Leseliste, kam aber bisher noch nicht dazu, weshalb mir auch der Schreibstil unbekannt war.


Feodora ist ein sehr in sich gekehrter Mensch mit einer zurückhaltenden Art und Unsicherheiten, die wohl jeder in jungen Jahren durchgemacht hat. Allerdings weiß sie auch, was sie will und handelt so, dass sie es bekommt. An vielen Stellen war sie mir allerdings zu naiv und ein etwas passiver Charakter, der mehr mit sich hat machen lassen, als selbst von ihr ausgegangen ist. Glücklicherweise hat sich das zum Schluss hin etwas gebessert.
Zerdon ist ein Elf, der schon sehr lange als Feos Beschützer gilt. Er soll sie in die Anderswelt zurückholen und ihr auf ihrer Mission gegen den Dunkelelf Arawn zur Seite stehen. Die langsam aufbrodelnden Gefühle zwischen Feodora und Zerdon sind für mich leider immer noch sehr schnell und teilweise etwas unbegründet aufgekommen, eine richtige Bindung habe ich zwischen ihnen nur schwer erkannt. Arawn hatte es Dunkles, Verbotenes an sich, und obwohl er der Antagonist ist, war er definitiv mein Lieblingscharakter. Sein starker Wille und seine außergewöhnliche, teils schon fanatisch liebende Art haben ihn zu einem außergewöhnlichen Elf gemacht.


In die Geschichte bin ich anfangs eher schleppend hineingekommen. Den Prolog aus Feodoras Kindheit und das anschließende Szenario mit dem Meteoriteneinschlag in ihrer Gegenwart mochte ich sehr gern, denn das hat die Neugier erhöht und für Spannung gesorgt. Allerdings fand ich das Drumherum noch etwas zu ausführlich geschildert, die Action kam leider erst zu spät auf und wurde überlagert von Nebensächlichkeiten des Teenagerlebens. Als Feodora schließlich auf Zerdon trifft und in der Anderswelt landet, ging die Handlung jedoch richtig los und je weiter sie sich auf der Reise befunden haben, desto düsterer wurde auch die Geschichte. An einigen Stellen haben mich die Beschreibungen sehr gefesselt und gerade durch ihre dunkle, grausame Seite in ihren Bann gezogen. Die Anderswelt wird nicht nur als Ort des Lichts dargestellt, und auch Feodora hat öfter mit ihrer Moral zu kämpfen.


Der Schreibstil hat mich leider nicht auf der vollen Länge fesseln können, was auch an einigen Fehlern lag, die jedoch bald ausgemerzt werden. Mariella Heyd hat definitiv viele gute Ideen verarbeitet, allerdings waren mir persönlich einige nebensächliche Szenen zu sehr in die Länge gezogen und es hätte noch mehr Action und noch mehr der fantastischen Welt bedurft, um das auszugleichen.


Alles in allem war „Elfenfehde – Zweimal im Leben“ ein solider erster Teil einer Dilogie, der aber noch Verbesserungspotenzial aufweist. Ich werde die Reihe weiterverfolgen und auch den zweiten Band lesen, von dem ich mir ein gutes Anknüpfen an das offene Ende mit dem großen Plot Twist aus Teil 1 wünsche.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, drachen, elben, mira valentin, selfpublisher

Die Legende von Enyador

Mira Valentin
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 17.03.2017
ISBN 9783743117600
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit die vier Königssöhne Enyadors vor ewigen Zeiten versuchten, ihre Macht durch einen Pakt mit einem Hexer zu mehren, versinkt das Land in einem schier endlosen Krieg um die Herrschaft. Drachen und Dämonen kämpfen gegen die Elben und Menschen, jedes Volk steht sich dabei selbst am nächsten. Feindschaft herrscht in allen vier Reichen. Doch schon bald wird sich dies ändern, als der Menschenjunge Tristan von den Elben gefangen genommen wird. Denn er ist nur einer von Vieren, die das Los der Welt ändern können – wenn er sich selbst nicht brechen lässt …

Meine Bewertung

Ein neues Buch von Mira Valentin? Noch dazu High Fantasy, eines meiner Lieblingsgenres? Natürlich musste ich mich direkt draufstürzen.  Jetzt ist es schon zwei Wochen her, dass ich es beendet habe, und ich bin bei der Bewertung immer noch etwas hin und her gerissen. Einerseits habe ich mich gut unterhalten gefühlt, andererseits gab es noch einige Punkte, die mich nicht überzeugen konnten.

Fangen wir bei den Charakteren an. Das Buch ist aus verschiedenen Sichten geschrieben, wobei mir besonders Tristan gefallen hat. In meinen Augen war er deutlich der Stärkste Charakter der Geschichte und hat sie mit seinen selbstlosen Taten gut vorangetrieben. Er kümmert sich um andere, beweist Mut und ist ein Charakter, den man bewundern kann. Seine Ziehschwester Agnes hingegen fand ich an vielen Stellen zu schwach und ohne eigenen Willen. Agnes‘ Bruder Kay hat mir mit seinen magischen Kräften gut gefallen, er ist ein Protagonist, der mehr mit Köpfchen als mit Stärke arbeitet. Seinen Weg zum gesunden Selbstvertrauen zu verfolgen, war sehr interessant. Greta, seiner Begleitung, konnte ich aber wirklich nichts mehr abgewinnen – sie war für mich zu quengelnd und ähnelte mit ihren wechselnden Launen einer pubertären Teenie-Zicke.

Weiterhin gibt es da noch Charaktere wie die Elben Istariel, Isora und Horiel. Alle drei fand ich interessant, wobei Horiel für mich mit seiner Brutalität und dem Stolz besonders faszinierend war. Er ist kein Charakter, den man mögen sollte, trotzdem fand ich die Szenen, in denen er auftauchte, überzeugend und spannend. Er bringt einfach Pfeffer in die Geschichte.
Die Drachen und Dämonen konnten ebenfalls voll überzeugen, sie haben die Runde deutlich aufgelockert und wesentlich zur Spannung beigetragen. Shook, die freizügige Drachendame, war einfach genial und ein sehr unterhaltsamer Charakter.

Wie man sieht, ist bei den Charakteren wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Die Handlung ist durch die Sichtwechsel keinesfalls unübersichtlich, durch die Karte im Buch hat man immer einen guten Überblick darüber, wer sich gerade wo befindet. Gerade das Rätselraten am Ende hat mir richtig gut gefallen, allerdings war der Anfang noch nicht so ganz rund. Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzufinden, bis ich bei ca. 30% endlich drin war und es voll genießen konnte. Meiner Meinung nach war die Legende ein toller Einstieg in die Geschichte, um auch die Ereignisse vor langer Zeit zu beleuchten, doch die Haupthandlung hätte am Anfang noch etwas mehr Würze und Episches vertragen können.

Zum Schreibstil kann ich nur sagen: Wie gewohnt von Mira Valentin, alles sehr schön ausgearbeitet, das Buch liest sich (wenn man in die Handlung reingefunden hat) locker und flüssig weg. Gleichzeitig ist der Sprachstil auch gut an das High Fantasy-Setting angepasst. Die Illustrationen im Buch sind ebenfalls ein Pluspunkt und sehr hübsch eingearbeitet.

Alles in allem war „Die Legende von Enyador“ für mich ein solider Auftakt einer Reihe, dem es an manchen Stellen noch ein wenig an Spannung fehlte. Ich werde trotz meiner Abneigung gegen gewisse Charaktere auf jeden Fall weiterlesen und hoffe, dass im nächsten Band direkt das tolle Ende aufgegriffen wird, das mich vollkommen überzeugen konnte.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(442)

759 Bibliotheken, 25 Leser, 5 Gruppen, 65 Rezensionen

magie, fantasy, throne of glass, champion, fae

Throne of Glass - Kriegerin im Schatten

Sarah J. Maas ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.10.2015
ISBN 9783423716529
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt


Als Champion des Königs führt Celaena ein Leben voller Gewalt, aber wieder im Luxus des Glaspalastes. Trotzdem ist ihr bewusst, dass ihre Freiheit nur solange besteht, wie sie dem Herrscher nützlich ist. Seinen Befehlen zum Trotz tötet sie seine Opfer jedoch nicht, sondern verschafft ihnen eine Möglichkeit zur Flucht. Eine kleine Revolution in sich, die jedoch von einer ominösen Gruppe getopt wird, die in Rifthold agiert. Wem kann Celaena vertrauen? Und wie viel Schmerz kann sie ertragen, bevor ihre Vergangenheit sie endgültig einholt?


Meine Bewertung


„Throne of Glass – Kriegerin im Schatten“ war mal wieder ein Buch, das mich einfach nicht losgelassen hat. Die Komplexität dieser Reihe, die Magie, der Zauber, der über mir liegt, wenn ich etwas aus Sarah J. Maas Feder lese, verfliegt auch beim zweiten Teil nicht. Daher konnte ich trotz meiner Leseflaute zumindest dieses Buch zu Ende bringen, und will jetzt nur noch eins: Direkt mit Teil drei weitermachen!


In diesem Band kannte man die wichtigsten Charaktere schon, deren Innenleben aber noch stärker ausgeleuchtet wird. Teilweise ergeben sich daraus Kapitel, die vor Gefühlen nur so übersprudeln, wodurch viele Actionszenen erst etwas später auftreten. Trotzdem war ich von Anfang an wieder von der Handlung gefesselt, da man mit Celaenas „Morden“ an den Opfern des Königs auch direkt wieder in die Brutalität des Regimes geschmissen wird.


Was mich an diesem Band ein wenig gestört hat, war die starke Präsenz der Liebesgeschichte. Obwohl sie immer noch nicht der Hauptfokus ist, da Celaenas Vergangenheit und die Intrigen des Königs einen wichtigeren Platz in der Story einnehmen, konnte ich mit dem Liebesdreieck schlechter umgehen als im Vorgängerband. Chaol wurde mir leider beim Lesen immer unsympathischer, gerade zum Ende hin haben mich seine Entscheidungen nur noch genervt. Sein Augenmerk liegt nur auf Celaena, weshalb ich manchmal das Gefühl habe, dass er doch ein etwas einseitiger Charakter ist. Mit Dorians Sichten hatte ich da schon mehr Spaß – auch er birgt ein Geheimnis, das in diesem Band ans Licht kommt und den Fortschritt der Story vorantreibt.


Und was war dieser Band nur für eine emotionale Achterbahnfahrt! Ich saß teilweise vor dem Reader und habe mir mit aller Mühe die Tränen verkniffen (was manchmal nicht so ganz geklappt hat). So viele Plot Twists, so viele Verwünschungen an Sarah J. Maas sind hier vorprogrammiert. Die große Enthüllung am Ende habe ich zwar schon im ersten Band kommen sehen, fand sie aber dennoch gelungen und mit guten Hinweisen ausgelegt.


Die Magie spielt in diesem Teil eine größere Rolle, als man zunächst annimmt. Celaena erforscht weiterhin die Geheimnisse des Königs und der Rebellen, die sich ihm entgegenstellen, wobei der unglaubliche Weltenaufbau weiter betrieben wird. Sarah J. Maas lässt jedoch auch in diesem Band viel Platz für Rätsel und allerlei Irrwege des Lesers, der bei der komplexen Magie und den vielen Wendungen auch durchaus auf dem Holzweg wandert. Ich habe diese Suche nach der Nadel im Heuhaufen unheimlich genossen, ebenso wie die vielen unterschiedlichen Aspekte der Magie im Königreich, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Dementsprechend gespannt bin ich darauf, was die Autorin in den nächsten Bänden erschafft.


Alles in allem sage ich nur eins: Unbedingt dranbleiben! Trotz ein paar kleiner Schwachstellen gehört auch der zweite Teil der „Throne of Glass“-Reihe zu meinen Highlights, und ich kann es kaum erwarten, weiterlesen zu können!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

erotik, drachennächte, bibel, dämonen, hölle

Drachennächte: Eve's Geheimnis: Erotische Geschichten aus der Drachenhöhle

Lady Romeo
E-Buch Text: 88 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 15.12.2016
ISBN 9783959916721
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt


Eve ist auf der Flucht. Vor ihren Albträumen. Ihrem Schicksal. Vor sich selbst. Jede Nacht sucht sie die Begleitung eines anderen Mannes, denn nur in fremden Betten kann sie zumindest einige Stunden Ruhe finden. Doch Adam zieht sie wie magisch an. Kann sie ihrer Bestimmung entkommen, oder verliert die Medusa ihr Herz durch eine andere Opferung als die an Satan?


Meine Bewertung


Puh, was habe ich mich gerade schwer damit getan, den Inhalt zusammenzufassen. Und das liegt garantiert nicht an der Qualität des Buches – nein, von den „Drachennächten“ ist diese Kurzgeschichte sogar mein absoluter Liebling. So viele Details, so eine gut ausgearbeitete Story, so viele Wendungen, interessante Aspekte, Spielereien mit den biblischen Sagen – ich liebe es! Und doch fällt es mir schwer, das Buch richtig einzuordnen.


Die Protagonistin Eve ist manchmal ziemlich naiv, was ihrer Abstammung her aber kein Wunder ist. Eigentlich hätte sie als Medusa, dem schönsten Wesen ihres Volkes, Satan geopfert werden müssen – stattdessen ist sie auf der Flucht, trägt grauenhafte Bilder mit sich rum, die sie bis in den Schlaf verfolgen. Ihre Panik vor der Nacht, ihr Wunsch nach dem Vergessen wurden sehr anschaulich und einfühlsam beschrieben, sodass man direkt mit ihr sympathisieren kann, obwohl man manchmal das Gefühl hat, Eve wählt generell die schlechteste Handlungsmöglichkeit, die es geben kann.
Adam, ihr Counterpart hingegen, ist auf eine mysteriöse Weise heiß und begehrenswert. Allerdings driftet er damit keineswegs ins Bad Boy-Klischee ab. Generell hatte ich das Gefühl, dass in diesem Buch nur sehr, sehr vereinzelt ein Klischee auftaucht, das dann auch gleich wieder auf den Kopf gestellt wird.


Ebenso erging es mir bei den biblischen Aspekten. Normalerweise kann ich damit nicht wirklich viel anfangen, allerdings war das Thema hier in so einer interessanten und neuen Art aufbereitet, die auch etwas Verruchtes an sich hatte, dass ich es einfach nicht weglegen konnte. Interessante Wendungen haben die Action auch in emotionaleren Momenten nicht absterben lassen. Hier kommt wirklich jeder Leser voll auf seine Kosten, denn neben der detailreich ausgearbeiteten Story und den vielfältigen Charakteren waren auch die heißeren Stellen sehr gut in Szene gesetzt und haben das Bild stimmig erweitert.


Alles in allem ist dies bisher die gelungenste Drachennacht. „Eve’s Geheimnis“ bricht mit Klischees, fesselt und lässt einen – wortwörtlich – nicht mehr los. Auch der Abschluss konnte vollends überzeugen, und man merkt wirklich, dass diese Kurzgeschichte sorgfältig durchdacht und konzipiert ist. Ein wahres Highlight!

  (0)
Tags:  
 
523 Ergebnisse