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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Drachennächte: Drachenasyl: Erotische Geschichten aus der Drachenhöhle

Lana G.
E-Buch Text
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 10.11.2016
ISBN 9783959916677
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hat sich Sarah nur um die Drachenfamilie in ihrem Haus kümmern wollen, die aus ihrem zerstörten Land geflohen ist. Auf keinen Fall sollen die netten Mitbewohner ein tristes Leben im Auffanglager fristen müssen! Doch die Behörden sehen das gar nicht gerne, und Sarahs Knie zittern schon, wenn sie an den ernsten Mr Moor denkt. Doch bald muss sie sich eingestehen, dass da nicht nur Furcht beim Gedanken an seine Handschellen mitschwingt …

Meine Bewertung

Auch den zweiten Drachenmondquickie habe ich ganz genau unter die Lupe genommen. Denn die erotischen Kurzgeschichten aus der Drachenhöhle versprachen mit „Drachenasyl“ von Lana G. einen etwas ernsteren Titel, der keine leichte Rahmenthematik hat.

Genau das Erwartete habe ich bei diesem Buch schließlich auch bekommen. Ich muss gestehen, dass ich anfangs sehr überrascht war, wie ernst die Autorin die aktuelle Flüchtlingsdebatte aufgreift und ausgerechnet in das gemeinsame Rahmenthema der Geschichten, nämlich die Drachen, verpackt. Allerdings mochte ich das sehr gerne, denn sie zeigt Missstände in der Gesellschaft auf, die nicht sein müssten.

Der Erotikanteil war schließlich eng mit diesem Rahmenthema verknüpft. Mr. Moor blieb für mich leider bis zum Ende hin unnahbar, trotzdem war der Stil dieser Autorin hervorragend, etwas expliziter als in „Fire & Dragon“, aber trotzdem nicht zu vulgär. Die heißen Szenen haben es definitiv prickeln lassen und haben auch eine gewisse Länge, die trotzdem nicht den Rest der Geschichte in den Hintergrund rücken lässt.

„Drachenasyl“ war definitiv eine sehr gelungene Kurzgeschichte aus der „Drachennächte“-Reihe und hätte gern noch über mehrere Seiten so weitergehen können. Ich mochte die Protagonistin, den Schreibstil der Autorin und vor allem das nahtlose Zusammenfügen der erotischen und ernsten Teile der Geschichte.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

engel, fantasy, halbengel, todesengel, liebe

Das Vermächtnis der Engelssteine - Blutopal

Saskia Louis
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783946172321
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Was wünscht sich jedes Mädchen zum Geburtstag? Einen Kristalldolch, einen heißen Todesengel und jede Menge Typen, die nach ihrem Leben trachten. Na gut, eigentlich wünscht sich Ella eher einen ruhigen Tag mit ihren Freundinnen, schlittert stattdessen aber direkt in einen Kampf, der ihr Leben verändert. Plötzlich wird sie von Engeln gejagt und soll auch noch selbst ein Halbengel sein – ein Halbengel, der noch wahnsinnig viel zu lernen hat. Dass sie auch noch die letzte ihrer Art und die Rettung der Menschheit sein soll, macht Ellas Schicksal nicht gerade leichter …

Meine Bewertung

 Seit ich bei einem Testleseauftrag vor einigen Monaten die Engelssparte im Genre Fantasy für mich entdeckt habe, bin ich schon um einige Bücher zu diesem Thema herumgeschlichen. Wie gut, dass ich durch die gemeinsame Blogtour zu „Tochter der Träume – Land im Schatten“ von Marie Weißdorn und „Das Vermächtnis der Engelssteine – Blutopal“ von Saskia Louis auch letzteren Titel noch in diesem Monat gelesen habe – denn damit habe ich genau das Buch gefunden, nach dem ich gesucht habe.

„Das Vermächtnis der Engelssteine – Blutopal“ hat mich ab dem ersten Kapitel mit der herrlichen Protagonistin Ella mitgerissen. Durch ihre jugendliche Sprache, die aber nicht abgedroschden klingt, ihren trockenen Humor und ihre Fähigkeiten, die sie erst nach und nach mühsam entwickelt, ist Ella eine Figur, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Gerade ihre kleinen Selbstzweifel machen sie so unheimlich menschlich, wobei sie das ja gar nicht ganz ist – denn Ella ist auch zur Hälfte Engel.

Das Verhältnis der Charaktere untereinander war schließlich der Punkt, durch den ich mich in dieses Buch verliebt habe. Alle Nebencharaktere sind so interessant gestaltet, gerade Gabe, der Todesengel, der Ella aufgabelt, war durch seinen dunklen Charme ein Traum für alle Herzen. Atrynna, kurz Tryn, die „Oberzicke“ der Todesengel, hat für allerlei Furore gesorgt, mich mit ihren Schlagabtäuschen Ella gegenüber begeistert, und Belao war wohl einer der nettesten, süßesten besten Freunde, die sich ein Mädchen wünschen kann. Es war kein Charakter dabei, der die Geschichte nicht bereichert hätte, ich habe ihre Interaktionen sehr genossen, denn trotz ihrer besonderen Wesen sind sie doch auch sehr menschlich und ihre Beziehungen äußerst interessant und an vielen Stellen lustig geschildert.

Die Geschichte beginnt schließlich ebenso spannend, wie sie auch endet. Ellas Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, ihre Freunde und Familie muss sie zunächst zurücklassen, schließlich wird man ja nicht jeden Tag von Zayat und Engeln verfolgt, die nach dem Tod lechzen! Dann muss sie sich auch noch ihrem Kampfunterricht stellen, der nicht gerade einfach ausfällt, und dann ist da immer noch Tryn, die ihr das Leben zur Hölle macht. Da wären Ellas Verfolger wahrscheinlich leichter auszuhalten … Gerade durch die anschaulichen Schilderungen von Ellas Leben und ihren Gefühlen kann man hervorragend in der Story versinken und auch die Idee mit den Engelssteinen wie dem Blutopal, der später im Buch eine große Bedeutung bekommt, ist sehr spannend umgesetzt. Am Ende sitzt man dann da und lechzt nach mehr – mehr von den Charakteren, mehr Story, neue Teile, immer her damit!

Für mich war „Das Vermächtnis der Engelssteine – Blutopal“ definitiv ein Lesehighlight und ich bin schon total gespannt auf die kommenden Bände. Saskia Louis schafft es mit ihrem Schreibstil, den Leser an die spannende Geschichte zu fesseln, der ich gerade am ereignisreichen Ende komplett verfallen bin.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Drachennächte: Fire & Dragon: Erotische Geschichten aus der Drachenhöhle

Fee Latio
E-Buch Text: 41 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 03.11.2016
ISBN 9783959916660
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Seit Jahren sind die Drachen vom Aussterben bedroht. Kein Wunder, dass Fire ihre Mission, den Grund dafür herauszufinden, todernst nimmt. Wenn ihr da nur nicht der unverschämte Rockstar Dragon dazwischenkommen würde. Schnell fliegen zwischen ihnen die Funken, doch kann ihre Liebe das Schicksal der Menschen und Drachen für immer verändern?

Meine Bewertung

Die neue Reihe „Drachennächte“ vom Drachenmond Verlag verspricht heiße Erotik und tolle Geschichten, die als gemeinsamen Fixpunkt das Thema „Drachen“ beinhalten. Der erste Teil dieser Kurzgeschichten, „Fire & Dragon“ klang durch die Rockstar-Thematik sehr ansprechend, weshalb ich ihn in einer freien Stunde durch die Kürze dazwischenschieben konnte.

Die Story dreht sich rund um Fire, eine Abgesandte der Drachen mit einer wichtigen Mission in der Menschenwelt, und Dragon, den draufgängerischen Rockstar, der mit einem Fluch belegt wird. Kaum lernen sich die beiden kennen, fliegen schon die Funken, doch eine bösartige Verschwörung gefährdet ihr Schicksal immer wieder aufs Neue.
Für den Einstieg in die neue Kurzgeschichtenreihe des Verlags war „Fire & Dragon“ sicherlich der richtige Titel. Er wechselt zwischen Fires und Dragons Sichten, wobei die Protagonistin von Anfang an sehr sympathisch ist, da sie eigentlich immer ziemlich überlegt handelt und trotzdem Stärke zeigt, wenn es nötig ist. Dragon erschien mir anfangs etwas arrogant, konnte mich jedoch gerade zum Ende hin durch seinen Mut, den er langsam trotz seiner körperlichen Unterlegenheit den Drachen gegenüber entwickelt, für sich gewinnen.

Der Stil war sehr direkt und hat den Auftakt der Reihe direkt feurig eingeleitet. Da von Anfang an klar sein sollte, dass es bei diesen Büchern höchst heiß zur Sache geht, ist auch klar gewesen, dass ein Großteil des Buches aus expliziten Szenen besteht. Dies war auch sehr gut gestaltet, die Sprache war insgesamt sehr anheizend. Manche Szenen waren durch die Kürze tatsächlich etwas abgehackt, allerdings fand ich auch den Rahmen der Geschichte und die Fantasyelemente sehr interessant und gut erklärt.

Alles in allem ist „Fire & Dragon“ ein schöner Auftakt für die neue Reihe und eignet sich hervorragend als sexy Geschichte für Zwischendurch. Gerade die Charaktere und die interessante Rahmenhandlung geben den erotischen Szenen ein schöne Aufbereitung.

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30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

magie, götter, gewalttätige soldaten, krieger, gotteskind

Tochter der Träume

Marie Weißdorn
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 15.10.2016
ISBN 9783946172574
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Seit Jahren beherrscht ein grausamer König das Land Mirandor, in dem Leyna bisher trotz der Gewalt seiner Soldaten in Frieden leben konnte. Wie in jedem Jahr steht wieder die Auswahl an, in der vier auserwählte Kinder der Götter festgenommen werden, um das Land vor ihrem Einfluss zu schützen – so behauptet es zumindest der Tyrann. Als Leyna bei der Auswahl ihre durch die Göttin des Herbstes verliehene Macht spürt, sieht sie schon ihr Ende nahen. Doch das Mal auf ihrer Schulter, das als Zeichen ihrer Erwählung erscheinen sollte, zeigt sich nicht. Auf einer wagemutigen Reise, deren Ziel es ist, Leynas Kräfte zu stärken und den König zu entthronen, findet sie neue Bekannte: Freunde und Feinde, die alle ihre Geheimnisse haben. Und auch die Welt der Träume und Illusionen hält einige Überraschungen für das Gotteskind bereit…

Meine Bewertung

Das Cover ist ein Traum, der Klappentext spannend und verlockend: Genau das waren meine Gedanken, als ich Marie Weißdorns „Tochter der Träume – Land im Schatten“ in der Vorschau des Eisermann Verlags entdeckt habe. Schon lange vor Erscheinen stand für mich fest, dass ich es lesen muss. Und siehe da: Es hält, was es verspricht.

In der Geschichte folgen wir Leyna durch die magische Welt Mirandor, die einst den vier Göttern unterstand, die auch für die einzelnen Jahreszeiten stehen. Ihre Vertreter unter den Menschen, die Gotteskinder, werden jedoch vom tyrannischen König nach der traditionellen Auswahl gefangen genommen. Noch nie kehrte einer von ihnen zurück.
Die Grundidee erinnert an einige bekannte Dystopien, gerade durch das Schema der Auserwählten. Doch Marie Weißdorn macht daraus etwas vollkommen Neues, versetzt die Leser in eine interessante High Fantasy-Welt und verleiht ihrer Protagonistin einen sehr sympathischen Touch, indem diese für die Gerechtigkeit einsteht und auch ein persönliches Interesse daran hat, den König zu stürzen.

Leyna war anfangs ein Charakter, mit dem ich nicht so schnell warm geworden bin. Dann nahm allerdings meine Sympathie für sie zu, denn sie lernt schnell dazu, kombiniert klug und macht durchaus menschliche Fehler, die sie greifbarer machen. Ihre Emotionen wurden durch den angenehmen Schreibstil der Autorin sehr gut hervorgehoben. Auch die Nebencharaktere, allen voran Sivan und Tarin, ihre Reisebegleiter, haben die Story an vielen Stellen aufgelockert und durch ihre von Grund auf unterschiedlichen Charakterzüge für interessante Wendungen gesorgt, die ich in dem Maß nicht vorhergesehen habe.

In der zweiten Hälfte des Buches nimmt die Geschichte sehr rasant an Spannung zu, während Leyna immer mehr auf ihre Kräfte vertraut. Gerade die Hintergrundinformationen, deren Großteil lange verschlossen gehalten wird, sorgen für Neugier beim Leser. Sivans schweigsame Art hat mir ordentlich zu denken gegeben, Leynas Kräfte haben mich auf Trab gehalten, während ihre Macht anwuchs, und auch die Götter, über die ich im zweiten Teil der Reihe gern noch mehr erfahren würde, waren innovativ gestaltet und hätten gern noch ein wenig mehr Spielzeit haben können. Die Prophezeiungen und Rätsel in Gedichtform haben ebenfalls sehr gut zum Buch gepasst und man kann deutlich daran sehen, wie vielfältig Marie Weißdorns Schreibstil ist.

Der Epilog des Buches schreit förmlich nach einer Fortsetzung, in der die Geheimniskrämerei und Rätselraterei sicherlich noch weitergehen wird. Ich habe es sehr genossen, endlich mal wieder ein tolles Fantasy-Buch ohne eine Liebesgeschichte im Vordergrund zu lesen. „Tochter der Träume – Land im Schatten“ ist somit definitiv eines meiner Highlights in diesem Monat.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fuchs, stern, freundschaft, poetisch, märchenhaft

Der Fuchs und der Stern

Coralie Bickford-Smith , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.10.2016
ISBN 9783458176862
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt

Ein kleiner Fuchs lebt allein in seinem Wald, weder die Käfer, noch die Bäume oder Kaninchen sind seine Freunde. Lediglich Stern, sein leuchtender Begleiter, weist dem ängstlichen Fuchs den Weg durch den großen Wald. Doch eines Tages ist Stern nicht da und Fuchs muss sich auf die Suche nach seinem Freund machen, so furchterregend der Wald auch für ihn ist.

Meine Bewertung

Kinderbücher sind normalerweise nicht mehr die Sparte, die ich allzu oft lese. An „Der Fuchs und der Stern“, das ich in der englischen Fassung im Buchladen habe stehen sehen, konnte ich jedoch nicht ohne Interesse vorbeigehen. Schon die Aufmachung, die auch im Deutschen mit dem wunderschönen Leineneinband und den silbernen Rankenverzierungen gestaltet ist, lässt bibliophile Herzen höher schlagen. Für ein Kinderbuch ist diese Ausgabe sehr edel gestaltet – deshalb musste ich sie einfach haben.

Auch die Innengestaltung des Buches lässt wirklich nicht zu wünschen übrig. Die zauberhaften Illustrationen, die hochwertigen, festen Seiten, die auch Kindern gefallen werden, sind beim Durchblättern definitiv ein Eyecatcher. Gleichzeitig werden auch Eltern ihren Spaß daran haben, die herrlich niedliche Geschichte um den kleinen, ängstlichen Fuchs zu erzählen. Der Fuchs lebt im dichten, dunklen Wald, wo er keine Freunde hat. Nur Stern, sein Begleiter, erscheint in jeder Nacht am Himmel, um ihm den Pfad zu erleuchten und ihn aus seiner Kuhle zu locken. Doch eines Nachts ist Stern verschwunden und Fuchs muss seinen ganzen Mut zusammennehmen, um seinen Freund wiederzufinden.

Für mich ist „Der Fuchs und der Stern“ eines der schönsten Bücher in meinem Besitz – es ist aufwendig und sehr hübsch gestaltet, verbirgt eine niedliche, zauberhafte Geschichte und wird sicherlich auch vielen Kindern gefallen. Wer Wert auf die Aufmachung von Büchern legt, sollte hier definitiv zugreifen!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Savior Agency

Sara Metz
Flexibler Einband: 588 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.11.2016
ISBN 9783741282560
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Inhalt

Als Agent der Savior Agency hat Joshua Dagger schon ziemlich komplizierte Fälle gesehen. Fälle, in denen er Morde verhindern oder kleine Kinder vor heranrollenden Zügen retten musste – kein Problem, wenn man als Savior durch die Zeit reisen und alle Katastrophen gerade biegen kann. Als er jedoch dazu angeheuert wird, den Selbstmord des erfolglosen Künstlers Hektor Frattini zu verhindern, gerät Josh an seine Grenzen. Um Hektor in seiner Welt der Farben einen Lichtblick zu verleihen, muss er sich nicht nur auf die erste, richtige Freundschaft seit Jahren einlassen, sondern auch die Zeit bis aufs Äußerste strapazieren. Werden seine Bemühungen ausreichen oder versinkt Hektor im tiefen Tal der Hoffnungslosigkeit?

Meine Bewertung

Ich. Bin. Immer. Noch. Platt.
Ich kann nicht mehr genau sagen, wie lange ich „Savior Agency – The Knight of Time“ schon kenne. Das Buch habe ich inzwischen schon dreimal gelesen, anfangs noch in der rohesten Rohfassung. Ich habe diesem Baby beim Wachsen zugesehen und bin begeistert, wie groß es geworden ist. Das Buch jetzt nochmal in der finalen Fassung gelesen zu haben hat mich unheimlich emotional und glücklich gemacht – ich konnte wie am ersten Tag mit den Charakteren und ihren komplizierten, verworrenen Wegen durchs Leben mitfiebern.

Zeitreise-Thematiken gibt es häufig. „Savior Agency“ ist jedoch kein reiner Zeitreise-Roman. Dieses Buch ist so viel mehr und geht so viel tiefer auf die Abgründe der menschlichen Psyche ein. Mit viel Charme in ihrem Schreibstil zeichnet Sara Metz mit ihrer Geschichte ein Bild von Depressionen und Hoffnungslosigkeit, von der Bedeutung von Freundschaft und den Wert, den diese in einem so kleinen Menschenleben einnehmen kann.

Freundschaft ist das, was der erfolglose Künstler Hektor Frattini benötigt. Doch Joshua hatte so gut wie nie Freunde. Er ist einer der erfolgreichsten Agenten in der Savior Agency, wird mit Auszeichnungen überhäuft und  ist sich sicher, dass ihn nichts aus der Bahn werfen kann. Doch dann trifft er auf Hektor. Und Hektor ist nicht einfach nur ein Fall – Hektor ist der wohl komplizierteste Fall in Joshs Geschichte. Um ihn zu retten, reicht es nicht aus, einen Mörder k.o. zu schlagen oder eine Bombe zu entschärfen. Der Mörder ist seine Angst, die Bombe sein Herz, das in der Dunkelheit schlägt, die sein Leben umhüllt. Nach außen hin gibt sich Hektor glücklich und plappert den ganzen Tag munter vor sich hin, in vielerlei Hinsicht gleicht er manchmal einem kleinen Kind, das Josh in den Wahnsinn treiben kann. Doch nachts kommen die Dämonen zum Vorschein, die ihn auffressen wollen. Hektors Charakter ist somit einer der vielschichtigsten, von denen ich jemals gelesen habe, seine Depressionen so real gestaltet, dass ich ihn in den Arm nehmen und ihm eine dicke Kuscheldecke überlegen wollte. Man muss ihn nicht verstehen können, um mit ihm mitzufühlen, und doch schafft Sara Metz es, ihren Lesern eindrücklich vor Augen zu führen, wie sich Depressionen auf das Leben eines Menschen auswirken können, bis sie ihn in den seelischen Ruin treiben.

Unser Protagonist Josh ist im Gegensatz zu Hektor sehr erwachsen und zynisch, doch auch er trägt eine ungeheure Last mit sich rum. Bei ihm ist es Trauer, die ihn zu Boden zieht, und auch den Unterschied zwischen Depressionen und diesem Gefühl macht die Autorin ganz deutlich. Trotzdem ist Joshua manchmal auch ziemlich schusselig und ziemlich liebenswert in seinem Versuch, wieder eine emotionale Bindung zu einem Menschen aufzubauen. Die Entwicklung der Freundschaft zwischen ihm und Hektor ist einzigartig und rundum gelungen, der Leser wird in den chaotischen Haushalt der Beiden hineingesogen und fiebert bis zur letzten Sekunde mit.
Auch die Nebencharaktere sind überaus gut ausgearbeitet. Allen voran Green, der Savior-Punk mit der großen Klappe kann die Stimmung auflockern und sorgt auch immer wieder mit seinen wüsten Beschimpfungen und seiner sarkastischen Art für lustige Momente. Der Humor, der in diesem Buch steckt, ist für den ein oder anderen Leser zunächst sicher erstmal gewöhnungsbedürftig, doch gerade die Situationskomik und die schrägen Angewohnheiten der Charaktere, sowie ihre liebevollen Schlagabtäusche machen den Reiz des Buches noch größer.

Die Zeitreise-Thematik kommt bei all den ernsten Momenten natürlich auch nicht zu kurz. Die Autorin konstruiert hier eine Welt, in der auch Fanatismus eine wichtige Rolle spielt, in der nicht jeder die Savior Agency als den heiligen Gral und Retter ansieht, der alles schaffen kann. Auch die Nachteile von Zeitreisen werden abgebildet, ebenso wie ihre Grenzen, und das System, mit dem sich die Saviors durch die Zeit bewegen, ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Trotzdem wird man als Leser nicht mit Informationen überhäuft, sondern bekommt vieles erst durch Joshs Sichtweise mit, in der er einige Aspekte auch erst später am eigenen Leib erfährt.

Ich bin verliebt in dieses Buch, das gebe ich ehrlich zu. Und das nicht nur, weil ich es so lange kenne. Hätte ich nur die finale Fassung gelesen, wäre es mir auch so ergangen – ich liebe die Charaktere, die so unglaublich vielschichtig und kompliziert sind, die ihre eigenen Probleme haben, die sie nur lösen können, wenn sie zusammenhalten. Ich liebe es, dass das Buch so realistisch ist, trotz der fantastischen Aspekte. Depressionen sind real, sie haben ernste Konsequenzen, und sie sind nicht gesund – Punkt. Sie können Menschenleben zerstören. Doch so, wie sie eine arme Seele zerreißen können, sind sie auch in der Lage, von Grund auf verschiedene Menschen zusammenzuschweißen, wenn diese um das Licht am Horizont kämpfen. „Savior Agency – The Knight of Time“ ist anders, aber auf eine unglaubliche, fantastische, wunderschöne Art. Es nimmt den Leser an der Hand, führt ihn hinein in eine Welt, deren gesamtes Farbspektrum man erst nach und nach erkennt, und doch wirkt es nicht belehrend, wenn es ernste Themen aufgreift. Joshuas und Hektors Geschichte hat mich so tief berührt, dass sie wohl auf ewig zu meinen Highlights im Bücherregal zählen wird. Ich will meine geliebten Charaktere nicht mehr missen und freue mich schon darauf, wenn auch ihr in den Genuss der Fortsetzung kommen werdet, die ich ebenso ins Herz geschlossen habe.

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345 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

black blade, monster, jennifer estep, fantasy, magie

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Nach dem Turnier der Klingen ist Lilas Leben nicht mehr das, was es einst war. Als Diebin ist sie stets unerschrocken und risikobereit, doch selbst sie kann nicht leugnen, dass Cloudburst Falls zu einem gefährlicheren Ort mutiert ist. Die Macht der schwarzen Klingen, die Victor Draconi für seine Familie sammelt, könnte alle anderen Clans unwiderruflich auslöschen. Doch Lila ist fest entschlossen, sich an dem Mörder ihrer Mutter zu rächen. Als die Situation zwischen den Familien eskaliert, droht das Mächteverhältnis jedoch zu kippen – und nur die außergewöhnlichen Fähigkeiten der begabtesten Diebin Cloudburst Falls‘ können das Unheil über der Stadt noch abwenden…

Meine Bewertung

Wie groß war doch die Freude, als der dritte Teil der „Black Blade“-Trilogie von Jennifer Estep ins Haus flatterte! Nach dem zweiten Band, den ich im Vergleich zum ersten deutlich weiter vorne im Spannungsbereich sah, fand ich das Finale leider doch wieder etwas schwächer als seine Vorgänger.

Zum größten Teil lag das für mich an der fehlenden Charakterentwicklung. Ja, man mag sagen, dass die Charaktere im dritten Band einer Trilogie schon weit genug entwickelt sind und sich nicht mehr großartig ändern werden, allerdings fand ich gerade Lila zum Ende hin immer eintöniger. So paradox es klingen mag, selbst wenn sie scheitert, gelingt ihr durch eine große Portion Glück an ihr Ziel zu kommen. Die Gegebenheiten in Cloudburst Falls scheinen ihr immer in die Hände zu spielen, gerade im dritten Teil wurde mir also klar, dass sie mir einfach zu übermächtig wurde.

Devon hingegen, der immer noch als ihr Love-Interest angepriesen wurde, hat mal wieder durch Abwesenheit geglänzt. Ja, er war zwar an ihrer Seite, aber bemerkenswert langsam und passiv in der Geschichte. Da hat ihm Jennifer Estep schon eine der coolsten und mächtigsten Fähigkeiten der Trilogie angedichtet, aber im Endeffekt stellt er so gut wie nie etwas damit an und sie wird auch nicht wirklich in den Vordergrund gerückt. Devon und Lila sind zwar ein süßes Paar, aber da sie meistens getrennt unterwegs sind, fiel es mir schwer, ihre Beziehung nachzuvollziehen und gut zu finden. Für mich blieb Devon einfach sehr farblos und war kein aktiver Charakter.

Die Nebencharaktere fand ich jedoch wieder ziemlich gut gelungen. Gerade Felix und Deah konnten mich für sich einnehmen und auch über Claudia und Seleste hätte ich gern mehr erfahren. Insgesamt war die Entwicklung der Nebencharaktere jedoch ziemlich gut ausgeprägt und meistens ziemlich unterhaltsam.

Storytechnisch fand ich Band 3 der Reihe zwar stark, jedoch hätte er wesentlich innovativere Ideen aufweisen können. Zwischendurch waren Verfolgungsjagden oder Kämpfe so weit über die Seiten gestreckt, dass ich teilweise doch vieles an Anspannung eingebüßt habe. Jennifer Estep beherrscht es zwar, den Leser an die Seiten zu fesseln, doch ich fand leider den Abschluss der Trilogie doch sehr vorhersehbar.

Mit seinen Vorgängern konnte dieser Band der Reihe rund um die Diebin Lila leider nicht mithalten, allerdings war er immerhin noch eine solide Fortsetzung und hat einen zufriedenstellenden Schluss geliefert.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

genia, summertime, erotik, verlassen, liebe

Summertime - Dein Herz bei mir

Maddie Holmes
Buch: 280 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 11.11.2016
ISBN 9783903130104
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

Ein Neuanfang ist alles, was Colin braucht. Fernab von Crestwood, dem Ort, wo ihn seine Ehefrau Erica verließ, nachdem sie ihn betrogen und ihm das Baby eines Fremden dagelassen hat. An seiner Seite sind nur seine alten Freunde, als er umzieht, und das Kind, das er liebt wie sein eigenes: Leia. Doch als er in Los Angeles Summer kennenlernt, die gerade von ihrem Freund verlassen wurde, brauen sich am Sommerhimmel schon erste Gewitter zusammen. Werden ihm die Folgen dieser neuen Bekanntschaft zum Verhängnis?

Meine Bewertung

Seit ich in der Leserunde zu „Riverside – Ein Teil von dir“ von Maddie Holmes schon erfahren habe, dass sie eine eigene Geschichte für den sympathischen Colin plant, war ich hin und weg von der Aussicht, mehr über ihn lesen zu können. In „Riverside“ hat er für mich mit zu den interessantesten und liebenswertesten Charakteren gehört, sodass ich auch etwas skeptisch war, was für eine Partnerin er nun in der Fortsetzung an die Seite gestellt bekommen soll. Doch Maddie Holmes hat es mit „Summertime – Dein Herz bei mir“ geschafft, mich restlos zu überzeugen.

Maddie Holmes hat eine ganz besondere Art, den Leser in die Geschichte einzuführen. Sie schreibt unheimlich berührend, ihr Stil ähnelt einer Reise, bei der man an der Hand genommen wird und durch die Geschichte geführt. Sie stellt dem Leser ihre Charaktere nicht nur vor, man erhält einen kleinen Spiegel, der direkt in die Seele der Protagonisten leuchtet – und diese sind durch ihr Handeln so menschlich, dass man einfach mit ihnen fühlen muss.
Wie nicht anders zu erwarten war, nachdem ich ihn in „Riverside“ schon geliebt habe, war Colin auch im zweiten Teil, der seine eigene Geschichte darstellt, mein absoluter Favorit. Er ist keiner dieser Bad Boys, die überall im Romance-Genre herumschwirren, er ist dezent überfordert mit seiner Situation, versucht aber alles, um wieder auf eigene Beine zu kommen. Sein Hauptinteresse liegt darin, Leia zu beschützen. Leia, seine Tochter, die nicht einmal biologisch von ihm gezeugt, die von ihrer Mutter und seiner Noch-Ehefrau einfach im Krankenhaus gelassen wurde. Leia und Colin sind ein wahnsinnig süßes Duo, man spürt die Herzenswärme, die er seinem „Krümel“ gegenüber empfindet. Stellt man den beiden dann noch Summer an die Seite, eine quirlige, temperamentvolle Frau, die das komplette Gegenteil von Erica ist, ist die Geschichte von der Charaktersicht aus einfach perfekt gelungen. Selbst Erica, das Miststück (entschuldigt den Ausdruck, aber sie ist einfach eine grauenhafte Person!) ist als „Antagonistin“ gut gelungen. Gut genug zumindest, dass ich sie während des Lesens mehrmals aus dem Fenster werfen wollte – und die Fallhöhe aus dem 7. Stock ist schon ziemlich weit.

Auch der Plot mit dem kleinen Lügengebilde, das sich immer weiter aufbläht, weil sich Colin vor Summer richtig zum Affen macht, war lustig und emotional mitanzusehen. Er tat mir ebenso leid wie sie, denn sie wurden beide verletzt und haben genau die heile Beziehung verdient, die sie zunächst schon allein durch die Umstände und seine Lügen nicht bekommen können. Zusätzlich gibt es da noch Leia, um die sich Colin kümmern muss, das ganze Drama mit seiner Ex-Frau, und auch Summer schleppt ihr eigenes Päckchen mit sich herum, das aus ihrer letzten, sehr abrupt beendeten Beziehung stammt.

Obwohl mir an einigen Stellen der erotische Anteil schon einen Ticken zu viel war, hat mich das Buch dennoch restlos überzeugen können. Die Charaktere machen den Charme der Geschichte aus, die schnell überzeugt und den Leser  mit einem warmen Gefühl im Herzen zurücklässt.

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718 Bibliotheken, 29 Leser, 1 Gruppe, 135 Rezensionen

mona kasten, begin again, liebe, vergangenheit, new adult

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hatte Allie gedacht, durch ihren Umzug würde alles anders werden. Ein neuer Name, eine Typveränderung, ein kompletter Neuanfang, und schon könnte sie vergessen, aus welchem Elternhaus sie kommt. Doch unter der Oberfläche brodelt es und auch die Suche nach einer neuen Bleibe macht es Allie nicht leicht. Als sie nach einigen Besichtigungen verzweifelt auf den attraktiven Kaden trifft, erscheint sein freies WG-Zimmer als Glücksgriff – der Mitbewohner jedoch eher weniger. Kaum dass einzieht, stellt er schon die drei elementaren Regeln ihres Zusammenlebens auf. Doch Allie kann weder ihren „Weiberkram“ für sich behalten, noch sich in seiner Präsenz dazu zwingen, sich von ihm fernzuhalten…

Meine Bewertung

„Begin Again“ von Mona Kasten war eines der Bücher, die ich im Jahr 2016 am sehnlichsten erwartet habe. Monatelang vorbestellt, hielt ich es endlich in der Hand und war von der ersten Seite an so an die Geschichte gefesselt, dass ich mit den Protagonisten in allen Lebenslagen mitgelitten und -gelacht habe.

Nachdem ich letztes Jahr den Horror von etlichen WG-Besichtigungen durchlebt habe, fiel mir der Einstieg, der sich im Buch mit Allies Suche nach einer annehmbaren Bleibe genauso gestaltete, denkbar leicht. Auch Allies coole Art, ihre emotionalen Ausbrüche, ihre Begeisterung für Superheldenfilme, süßen Dekokram, Badebomben und ausgefallene Pizza konnte ich teilen. Für mich war Allie einfach eine sehr authentische Person, die ich vollkommen nachvollziehen konnte, da sie wirklich viele Gemeinsamkeiten mit mir aufweist, weshalb sie definitiv eine meiner liebsten Protagonistinnen dieses Jahres ist. Zudem ist sie zwar sehr stark in ihrem Handeln, hat aber auch ihre schwachen Momente, die sie menschlich machen und zeigen, dass jeder irgendwann an einen Punkt kommt, an dem es nicht mehr weitergeht.

Auch Kaden, ihr Mitbewohner, seines Zeichens selbsternannter Dauermiesepeter mit einer Vorliebe für lange, beschwerliche Wanderungen, war jedoch nur auf den ersten Blick der Bad Boy, für den er sich verkaufen wollte. Ich fand es sehr angenehm, wie er sich in den schwierigen Momenten in Menschen reinfühlen und ihnen helfen konnte, und wer ihn mit seinen wahnsinnig niedlichen Aktionen am Ende immer noch nicht lieb gewinnen kann, ist wohl beim falschen Buch gelandet. Auch die Nebencharaktere aus ihrem Freundeskreis habe ich wahnsinnig lieb gewonnen, allen voran Dawn und Spencer, um die sich auch die Fortsetzung „Trust Again“ drehen wird. Ich wäre am liebsten ins Buch gehüpft, wenn von einem gemütlichen Abend mit Pizza die Rede war, doch es gibt auch immer wieder schockierende Stellen in der Geschichte, die ich so nicht habe kommen sehen.

Mona Kasten versteht es wirklich, mit den Gefühlen ihrer Leser zu spielen. Ich hatte an so vielen Stellen Mitleid mit Allie und Kaden, die beide nicht ganz einfacher Erinnerungen mit sich herumschleppen und deshalb so oft komplizierter reagieren, wenn es um ihre sich anbahnende Beziehung geht. Durch den flüssigen, angenehm leichten Schreibstil konnte ich mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren, die für mich definitiv zu meinen Highlights des Jahres zählt.

Was für mich das Buch jedoch noch viel magischer und berührender gemacht hat, war die Playlist, die eingefügt wurde. Auch wenn ich sie während des Lesens nicht hören konnte, hatte ich alle Lieder, die auch im Buch vorkamen, immer im Kopf. Ich teile Allies Musikgeschmack vollkommen, und jedes Mal, wenn irgendein Interpret mit einem Song auftauchte, nach dem ich verrückt bin, hat mein Herz für dieses Buch noch lauter geschlagen. Ich kann euch wirklich nur empfehlen, die Playlist nebenbei laufen zu lassen, wenn ihr die Möglichkeit habt. Gerade „Begin Again“ von Taylor Swift gehört zu meinen Lieblingsliedern, und dass das Buch genauso heißt, während es die Musik so schön aufgreift und wiederspiegelt, hat es für mich wirklich zu einem Herzensbuch werden lassen.

Allie und Kaden haben mich nachdrücklich verzaubert und berührt. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung „Trust Again“, freue mich darauf, meine liebgewonnenen Charaktere wiederzutreffen und kann euch „Begin Again“ sehr ans Herz legen!

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Seductio - Von Monden erwählt

Regina Meißner
E-Buch Text: 403 Seiten
Erschienen bei neobooks, 31.10.2016
ISBN 9783738084702
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

So sehr Ivory es auch verhindern wollte, war sie doch nicht stark genug, das Tor geschlossen zu halten. Nun ist es an ihr, Kilian und Lenidas, die Schatten aus der menschlichen Welt zurück nach Embonis zu bringen. Doch die neue Freiheit berauscht einige in unersättlichem Maß. Wenn sie jetzt noch siegen will, muss Ivory ihrem größten Gegner entgegentreten – dem Urvater aller Schatten. Doch die Vergangenheit rüttelt an ihr und droht, sie wieder in ihren verwirrenden Armen verschwinden zu lassen…

Meine Bewertung

Was. Für. Ein. Grandioser. Abschluss! Ich kann noch nicht so ganz fassen, wie sehr mich „Seductio – Von Monden erwählt“ mitgerissen hat, doch eins ist klar: Regina Meißner Abschlussband der Reihe rund um Ivory ist definitiv der Beste. Ich habe mitgefiebert, mitgebangt, gehofft, und schließlich das Ende gelesen, das mich einfach umgehauen hat. Seductio ist eine Reihe, die sich unaufhörlich steigert, und das Ende war eine wahre Explosion an Gefühlen, Kreativität und vielen Storysträngen, die zu einem Abschluss zusammengewoben wurden, der viele offene Fragen geklärt und ordentlich Emotionen erzeugt hat.

Auch im dritten Teil der Reihe begleiten wir Ivory auf ihrem gefährlichen Weg, der mitten durch die Menschenwelt, wieder hinein ins Reich der Decessaren führt. Nachdem das Tor geöffnet wurde und die Schatten wahllos Menschen umbringen, muss die Schlüsselträgerin alles versuchen, um diesem grausamen Chaos ein Ende zu setzen. Regina Meißner hat es geschafft, dieses Szenario in all seinen bewegenden Abgründen zu inszenieren, während man als Leser Ivorys Hoffnung und gleichzeitig auch die Angst teilt, die sie immer weiter vorantreiben. Das Geschehen hangelt sich an einer kleinen Karte entlang, die das Gespann rund um  die Schlüsselträgerin findet. Darauf sind immer weitere Stationen vermerkt, die Ivory immer mehr Anhaltspunkte zum wahren Wesen der Decessaren bieten. Die vielen Informationen, die man in diesem Band über die ärgsten Feinde der Menschen erhält, haben mich mehr als einmal stocken lassen, da sie sich hervorragend in die Geschichte einfügen und die ein oder andere Erkenntnis die ganze Reihe über versteckt vor dem Leser lag, jedoch erst zum Schluss ans Tageslicht trat.

Wenn man zurückblickt, merkt man wirklich, dass unsere Protagonistin eine riesige Entwicklung durchgemacht hat. Selbst wenn die Lage hoffnungslos erscheint, kämpft Ivory weiter, sie lässt sich nicht unterkriegen und schafft es auch, Kilian und Lenidas Paroli zu bieten. Auch über diese zwei Begleiter auf ihrer Reise erfährt man im Abschlussband einige Details, die dabei helfen, ihre Charaktere runder zu machen und zu einem angemessenen Gesamtbild beizutragen. Die Dynamik des Trios war es schließlich, die mich förmlich am Buch hat kleben lassen, und es gab so einige Wortwechsel, die mich in ihrer Absurdität wirklich zum Lachen gebracht haben.

Die Auflösung war schließlich ganz anders als erwartet, aber ich denke, die meisten Leser werden sie lieben. Auch wenn ich Ivory gern an der Seite eines anderen Charakters gesehen hätte, bin ich mit dem Ende vollkommen zufrieden. Es liegt etwas Melancholie darin, ein wenig Trauer, aber auch viel Hoffnung, und das macht diesen Band zu einem ganz besonderen Highlight für mich. Ivorys Reise hat mich in ihren Bann gezogen, die Charaktere sind so authentisch, die Storyline so gut geplant und durchdacht, dass man am Ende zwar noch ein paar winzige Fragen hat, die Spielraum für eigene Interpretationen bieten, aber auch einen krönenden Abschluss nach einer langen Reise durch die Dunkelheit der Schatten, die Ivorys Leben bevölkern. Mit „Seductio – Von Monden erwählt“ ist es der Autorin gelungen, ihren bildhaften Sprachstil mit einer wundervollen Story zu kombinieren, sodass dieses Buch definitiv den Höhepunkt der Reihe darstellt und Fans der vorgehenden Bände sicherlich ebenso mit sich reißen wird, wie mich.

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45 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, amnesie, erinnerungen, linda schipp, geheimnis

Memories To Do

Linda Schipp
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 09.07.2016
ISBN 9783959914321
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

17 Jahre sind aus Allies Gedächtnis getilgt worden. Von einem Tag auf den anderen fehlt ihr die Erinnerung an ihr halbes Leben: Die Geburt ihres Kindes, ihre eigene Hochzeit, alles ist durch einen unglücklichen Unfall verschwunden. Allies Gedächtnis ist auf dem Stand ihres 17-jährigen Ichs. Um herauszufinden, wer sie ist, bleibt nur eine Möglichkeit: Ihr alter Freund Luis, der die letzte Person ist, an die sie sich erinnern kann, soll mit ihr in ihre Heimatstadt Townsend reisen. Doch was wird Allie finden, wenn ihr Gedächtnis wieder aufgewühlt wird? Und welches Geheimnis steht zwischen Luis und ihr? Eine Liste mit allen Erlebnissen, die sie nachholen will, begleitet Allie auf ihrem steinigen Weg zu ihrem Glück…

Meine Bewertung

Hach. Schon wieder so ein Herzschmerzbuch, ein Buch zum verlieben und träumen, zum aufatmen und mitfiebern. Ein Buch, das Herzklopfen und Gänsehaut vorantreibt, mit so viel Gefühl und liebenswürdigen Charakteren, dass man es kaum aus der Hand legen mag.
Seit ich Linda Schipp auf der Autorenmesse 2016 in Frankfurt getroffen und „Memories To Do“ noch in der Selfpublisherausgabe gekauft habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Jetzt kam ich endlich dazu, und habe damit direkt wieder einen Drachenmondtitel durchgesuchtet, der ein besonderes Highlight des Verlags ist – und das zurecht.

Unsere Protagonistin Allie ist ein komplexer Charakter mit vielen Gefühlen, die nicht allein für ihre Verwirrung sorgen. Von Anfang an fand ich die junge Frau sympathisch, ganz egal, in welcher Lebenslage sie sich gerade befand. Ihre Erfahrungen haben sie deutlich geprägt, sie ist ein dreidimensionaler Charakter mit einer breiten Emotionsspanne, die auch sehr passend ausgeschöpft wird. Allie kam mir während des Buches nicht nur wie ein fiktiver Charakter, sondern wie ein Mensch vor, den man genauso gut auf der Straße treffen könnte. Ihr Gedächtnisverlust macht sie angreifbar, aber auch stärker, und ich fand ihre unerschütterliche aber gleichzeitig sensible Art, ihren Weg zu finden, unheimlich bezaubernd.

Auch die anderen Charaktere, die Linda Schipp konstruiert hat, haben voll ins Herz getroffen. Selten habe ich in einem Liebesroman so bemerkenswert tiefgründige Figuren getroffen, deren Beweggründe und Handlungen man leicht nachvollziehen kann, auch wenn man sie nicht in Ordnung findet. Mehr als einmal habe ich während des Buches mit mir gerungen, ob Allie tatsächlich bei ihrem Ehemann bleiben oder Luis, ihren alten Freund, wählen sollte. Es war eine besondere Dreiecksbeziehung und obwohl ich normalerweise dieses Klischee nicht ausstehen kann, war die Umsetzung hier so erfrischend und ergreifend, dass ich nicht daran mäkeln kann. Es hat der Stimmung im Buch einen besonderen Pluspunkt verpasst, eine dramaturgische Spitze, die mich immer weiterlesen lassen wollte.

Der Name des Buches ist hier auch Programm. Wer stur darauf hofft, dass Allie ihre alten Erinnerungen wiederfindet, sollte sich das aus dem Kopf schlagen. Hier geht es um neue Erlebnisse und darum, den eigenen Lebensweg zu finden. Natürlich spielt Allies Amnesie hierbei eine wichtige Rolle, aber es geht um so viel mehr: Die Bedeutung von Familie und Freundschaft, den Stellenwert von Liebe und natürlich auch darum, dass das Leben nicht immer so spielt, wie man es gern hätte. Trotzdem sollte man versuchen, damit klug umzugehen und auch in schlechten Zeiten nach dem Licht zu greifen, dass das Leben trotz allem zu bieten hat.

Neuanfänge und alte Erinnerungen mischen sich zu einem emotionalen Buch, das nicht nur typische Liebesroman-Leser begeistern wird. Mir ging Allies Geschichte zumindest sehr ans Herz, die lebendigen Charaktere und das Drama in der Story wurden clever versponnen und bilden eine intensive Atmosphäre, aus der man sich weder befreien kann noch will. Ein absolutes Highlight in dem Genre!

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Die Lilienprinzessin

Jennifer Heine
E-Buch Text: 382 Seiten
Erschienen bei Forever, 09.09.2016
ISBN 9783958181366
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hatte Anna nur vor, einen weiteren, aufregenden Sommer im Camp mit ihren Freunden zu verbringen. Doch als sie durch ein magisches Portal in eine Welt voller Gestaltwandler, Krieger und Clans geworfen wird, die um ihre Gunst buhlen, ändert sich ihr Leben dramatisch. Auf die Erde kann sie nicht zurück, in Moluur wird sie vom bösen Prinzen Shilar gefangen gehalten. Doch Hilfe naht in Gestalt von Aiden, der sie zurück zu ihrer Familie bringen soll. Bald wird Anna jedoch klar, dass Shilar noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand hat – und sie die Prophezeite ist, die das Land in einen Krieg führen kann, der die Clans wieder vereinen könnte…

Meine Bewertung

Selten fallen mir Rezensionen so schwer, wie bei diesem Buch. Dank Netgalley und Forever konnte ich „Die Lilienprinzessin“ von Jennifer Heine als Rezensionsexemplar lesen, und habe mir von dem schönen Cover und dem interessanten Klappentext einiges mehr versprochen, als ich schließlich bekommen habe. Lange habe ich schließlich auch gegrübelt, wie ich das Buch denn nun bewerten soll, denn auf der einen Seite hatte ich einige Kritikpunkte, die allgemeingültig sind, andererseits ist mir bewusst, dass meine Meinung deutlich anderen Bloggermeinungen widerspricht. Da ich allerdings auf meinen Geschmack eingehe, hat das Buch leider wirklich nicht gut abgeschnitten, obwohl ich ernsthaft gehofft hatte, einen wahren Glücksgriff getan zu haben.

Fangen wir an bei unserer Protagonistin Anna. Sie war leider mein größter Makel an der Geschichte. Von Anfang an konnte ich mich so gut wie gar nicht mit ihr identifizieren, geschweige denn arrangieren. In meinen Augen ist sie unheimlich naiv, hinterfragt zu wenig, und ist an vielen Stellen eine übertriebene Mary Sue. In den entscheidenden Momenten gelingt ihr so gut wie alles, sie hat nebenbei noch Zeit, über die heißen Typen neben ihr zu schwärmen, und natürlich kann sich die Prophezeite kaum zwischen zwei möglichen Partnern entscheiden. Wenn ihr etwas mal nicht gelingt, ist es nur dazu gut, damit sie sich von einem der zwei zur Wahl stehenden Männern retten lassen kann. Anna ging mir nach  einer Weile so dermaßen auf den Zeiger, wie kaum eine Protagonistin zuvor, was wahrscheinlich auch größtenteils der Grund ist, dass ich das Buch so negativ sehe. Da es aus ihrer Sicht geschrieben ist, ich aber wirklich selbst den Handlungsstrang des Bösewichts Shilar noch interessanter fände als Anna, war es für mich einfach ein totaler Reinfall.

Die anderen Charaktere waren mir größtenteils auch zu blass. Einzig Aidens Schwester Chloe, die etwas quirlig ist, aber trotzdem Verantwortung übernehmen kann, mochte ich, während ich ihren Bruder zwar auch etwas lieblos gestaltet fand, aber immer noch interessant. Die restlichen Charaktere waren mir einfach zu sehr auf wenige Charakterzüge begrenzt und damit definitiv zu farblos. Gerne hätte ich mehr über ihre Hintergründe erfahren, doch da sich das Geschehen auf Anna und Neylar, den heißen Krieger an ihrer Seite (Vorsicht, hier haben wir das Liebesdreieck!) konzentriert, war das leider auch nicht mehr drin.

Die Story an sich konnte mich leider auch überhaupt nicht fesseln. Für mich war der Plot zu verwirrend und irgendwie ohne einen richtigen roten Faden. Wie oft Anna baden geht oder sich mit einem Reinigungszauber sauber macht, interessiert mich in dem Fall nämlich einfach weniger als Shilars Motivation hinter seinen Taten. Mir kam der Plot einfach zu unstruktiert und unausgereift vor, ich kam kaum in die Geschichte rein, und gepaart mit meiner nicht besonders geliebten Protagonistin war da einfach für mich nichts mehr zu holen. Außerdem fand ich auch die Beschreibung der Welt an vielen Stellen zu undurchschaubar, die Städte hätten ruhig noch durch mehr Beschreibungen ergänzt werden können, und auch die Strukturen innerhalb der Clans und der Familien untereinander noch besser erklärt. Nebenbei bemerkt: Wenn ein Buch in einer High Fantasy-Welt wie Moluur spielt, kann ich durchaus verstehen, dass einige Namen schwerer auszusprechen sind und bin auch darauf vorbereitet, dass ich sie mir nicht auf Anhieb alle merken kann. Allerdings erwarte ich auch dabei eine Logik innerhalb des Buches, denn wenn dann plötzlich wieder englische Städtenamen oder Begrifflichkeiten auftauchen, die eindeutig ans Italienische und Lateinische angelehnt sind, passt das für mich einfach nicht mehr rein.

Normalerweise würde ich wegen einiger Rechtschreibfehler kein großes Fass aufmachen. Allerdings waren in der „Lilienprinzessin“ gravierende Fehler drin, die ich einfach nicht übergehen kann. Ich sage nichts dagegen, wenn sich einzelne Tippfehler einschleichen. Wenn bei einem professionellen Verlagslektorat jedoch nicht einmal auffällt, dass statt „Epilog“ tatsächlich „Prolog“ über dem letzten Kapitel steht, kann man meinen Unmut hoffentlich nachvollziehen, denn dies ist auch nicht der einzige Fehler dieser offensichtlichen Art, der übersehen wurde.

Für mich war „Die Lilienprinzessin“ leider eine Enttäuschung, allerdings gibt es sicherlich Leser, die anderer Meinung sein werden. Bildet euch am besten selbst eine Meinung darüber, ich hoffe, ihr werdet vor allem an der Protagonistin mehr Gefallen finden als ich.

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123 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, liebesgeschichte, postkarten, entfernung, jugendbuch

Dich immer wiedersehen

Jennifer E. Smith , Ingo Herzke
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551556592
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Ausgerechnet an einem der heißesten Tage des New Yorker Sommers bleibt ein Fahrstuhl in einem Appartmentgebäude stecken. Während des Stromausfalls, der die ganze Stadt, de niemals schläft, lahm legt, sitzen dort zwei Menschen drin, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Lucy ist still, eine Träumerin ohne Freunde, dafür aber mit viel Reiselust. Owen hingegen hat gerade einen wichtigen Teil seines Lebens verloren und tut sich in der neuen Heimat New York schwer. Was folgt ist eine Nacht voller Zauber und Dunkelheit, eine Nacht mit den Sternen, die sonst vom Licht der Großstadt überstrahlt werden. Doch jede Nacht findet mal ein Ende, so wie auch diese – und Owen und Lucy müssen verstehen lernen, dass Distanz ebenso wie Heimweh nicht unbedingt an Orte gebunden sein muss…

Meine Bewertung

Selten passiert es mir, dass ich reine Liebesgeschichten so ansprechend finde, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar anfrage. Als ich jedoch gesehen habe, dass „Dich immer wiedersehen“ auf Netgalley steht, wollte ich es einfach mal probieren, denn Jennifer E. Smith hat mich als Autorin schon lange gereizt und ich war wirklich gespannt, endlich mal eines ihrer Bücher zu lesen. Dass mich dieser Titel jedoch emotional so mitnehmen würde, hätte ich wirklich nicht erwartet.

Gleich zu Anfang lässt sich sagen: Dieses Buch hat etwas Magisches, etwas Altes, etwas Stilles und Melancholisches. Magisch: Die traumhaften Szenerien. Alt: Der Postkartenstil einiger Kapitel. Still: Die Protagonisten. Melancholisch: Die Geschichte. Diese vier Faktoren verschmelzen zu einem Buch, das mich nicht so einfach loslässt. Ich habe die Protagonisten in den ersten Kapiteln ins Herz geschlossen, die Story eingesaugt und das Buch oft verflucht, aber umso inniger geliebt.

Die Geschichte ist eigentlich denkbar einfach: Lucy und Owen treffen sich während eines Stromausfalls unfreiwillig im selben Aufzug und wandern nach ihrer Befreiung durch das plötzlich stille New York. Beide haben mit ihren Familien keine einfache Vorgeschichte, beide haben viel Schmerz zu verkraften, und beide spüren sofort die Anziehung zwischen ihnen. Wo ich normalerweise Instalove kritisiere, muss ich hier gestehen, dass ich sie genossen habe, denn ebenso wie die sanft dahinschleichende Tragik der Geschichte hat sie etwas Zartes, ganz Zerbrechliches, sodass man sich kaum traut, die Augen für ein Blinzeln zu schließen, um bloß nichts zu verpassen oder zu zerstören. Diese Liebesgeschichte sollte eigentlich zum Scheitern verurteilt sein, über Kontinente hinweg, während sich Lucy und Owen doch gerade erst kennengelernt haben – und doch zeigt das Buch, dass Heimat nicht unbedingt ein Ort sein muss. Heimat kann auch ein Mensch sein, sodass man mit Heimweh ins Bett geht, wenn man doch längst „zu Hause“ ist.

Jennifer E. Smith versteht es wirklich, Atmosphäre zu erschaffen, sei es bei den Beschreibungen der Reisen und der neuen Orte, die sie vermittelt, oder bei den Gefühlen der Protagonisten, die gar nicht allzu genau geschildert werden, dem Leser aber trotzdem völlig klar sind. Dabei gewinnt das Buch etwas wahnsinnig Melancholisches, in dem sich wohl auch viele Leser wiederfinden können. Hier geht es nicht nur um eine reine Liebesgeschichte, hier geht es um Abschied und Verlust, um Heimat und Geborgenheit, um zurücklassen und zurückgelassen werden. Kurz, es ist eine Geschichte mit viel emotionaler Wucht, bei der man auch den Schreibstil entweder lieben oder hassen kann. Ich fand gerade die Kapitel sehr schön, die abwechselnd Lucy und Owen behandeln und dabei immer wieder Bezug aufeinander nehmen, indem sie zum Beispiel in der Länge oder an den Formulieren aufeinander abgestimmt sind. Die Aufteilung des Buches in fünf Abschnitte mit kurzen Titeln ist ebenfalls bezaubernd und sehr harmonisch, und rührt gerade dann sehr tief im Emotionstopf, je näher man dem Ende kommt und je mehr Gewicht Worte wie „Überall“ und „Nirgendwo“ bekommen.

„Dich immer wiedersehen“ hat es geschafft, mich vollkommen für sich einzunehmen, und es wird sicherlich nicht das letzte Buch von Jennifer E. Smith sein, das ich anrühre. Lucy und Owen haben mich verzaubert und so herzlich in ihre Reise aufgenommen, dass Heimat nun gewiss keine seichte Phrase mehr für mich ist.

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532 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

mondprinzessin, mond, liebe, ava reed, fantasy

Mondprinzessin

Ava Reed
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783959913164
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Niemals hätte Lynn gedacht, dass ihr siebzehnter Geburtstag so seltsam verlaufen würde. Eigentlich hatte sie mit fadem Kuchen und der Abneigung der Heimbewohner gerechnet – aber bestimmt nicht damit, dass ihr Arm anfängt zu leuchten. Als dann auch noch ein sprechender Waschbär auftaucht und sie herausfindet, was es mit dem Sternbild auf ihrem Körper auf sich hat, verändert sich ihre ganze Welt. Und der Mondkrieger Juri hält auch noch einige Überraschungen für seine Prinzessin bereit…

Meine Bewertung

Was soll man zu einem Buch sagen, dass einem das Herz auf scherzhafteste Art und Weise rausgerissen hat, das man aber trotzdem abgöttisch liebt? Die „Mondprinzessin“ von Ava Reed ist mein erstes Buch für diesen Monat und hat direkt einen starken Posten für den Favoritenstatus. Mein Herz hat sich immer noch nicht von dieser Folter erholt, aber eine Selbsthilfegruppe würde definitiv helfen, um mit der emotionalen Wucht des Buches fertig zu werden.

Die Charaktere passen perfekt in die Story rein. Lynn war von Anfang an sehr sympathisch, ihre Vorgeschichte und ihre Art haben sich hervorragend eingefügt. Ihre anfangs etwas pessimistische Art, ihre Zurückhaltung und ihre Nervosität haben eine unheimliche Wandlung durchgemacht. Aus dem unsicheren Mädchen wurde eine starke Anführerin, die für ihre Überzeugung kämpft. Der Waschbär Tia ist dabei ihre süße Gefährtin und hat mich immer wieder zum Lachen gebracht, weil sie wirklich entzückend ist. Die Dialoge im Buch laden auch immer wieder dazu ein, die Chemie zwischen den Charakteren zu spüren, vor allem wenn Juri auf Lynn trifft. Oftmals sind mir Geschichten, in denen sofort ersichtlich ist wo der Love-Interest liegt, nicht besonders sympathisch, aber hier hat einfach alles sofort gepasst. Ich habe so sehr mit den Charakteren mitgefiebert, ihre Geschichte hat mich sofort einnehmen können.

Auch die Story an sich ist nur so an mir vorbeigeflogen. Ava Reed hat ein sehr angenehmes Erzähltempo in dem Buch verarbeitet, was die Geschichte spannend hält und den Leser nicht unbedingt mit allen Infos überschüttet, sondern alles nach und nach bekannt gibt. Lynn muss sich ebenso wie wir Leser zunächst an die neue Welt gewöhnen, auf die sie katapultiert wird. Deshalb waren auch die Beschreibungen des Mondes sehr hilfreich und zudem so fantasievoll, dass ich gar nicht aufhören konnte, davon zu träumen. Zu gerne hätte ich diese wunderschöne Fantasiewelt selbst einmal gesehen, denn die Beschreibungen habe ich förmlich in ihrer Pracht inhaliert.

Generell empfand ich die fantasievollen Beschreibungen als sehr ansprechend und innovativ. Auch die Entstehungsgeschichte der Sternenkinder, alle kleinen Details und Hintergrundinfos waren mit viel Liebe ausgearbeitet und haben viel Platz zum Staunen gelassen. Auch die kleinen, gedichtähnlichen Gedankenfragmente am Anfang jedes Kapitels waren sehr verträumt und haben einige Markierungen als Lieblingsstellen bei mir bekommen.

Das Ende war schließlich wirklich unerwartet und zerstörerisch. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, man wird einfach mitgerissen und weiß schließlich gar nicht, wie man damit umgehen soll – es ist ganz anders als erwartet, und Ava versteht sich wirklich darauf, das gesamte Buch über immer wieder falsche Fährten zu legen, die am Ende aufgeklärt werden. Ich konnte es kaum glauben, aber im Nachhinein empfand ich das Ende als sehr passend, auch wenn meine Gefühle nun definitiv eine Erholungspause benötigen. Trotzdem ist die „Mondprinzessin“ frisch, neu und innovativ, und eignet sich hervorragend zum Träumen und Lieben.

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508 Bibliotheken, 25 Leser, 0 Gruppen, 133 Rezensionen

nina mackay, plötzlich banshee, banshee, fantasy, feen

Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Als ob Alanas Leben als Privatdetektivin mit einer besonderen Vorliebe für Unglück nicht schon schwer genug wäre, tauchen in Santa Fe immer mehr blutleere Leichen auf. Natürlich taucht der attraktive Ermittler Dylan Shane genau dann auf, wenn es dem Tollpatsch auf zwei unsicheren Beinen am wenigsten passt. Wie soll sie ihm verschweigen, dass sie über den Köpfen der Menschen rote Ziffern sieht, die die restliche Lebenszeit anzeigen? Während Alana langsam begreift, dass ihre Stadt ebenso wie sie längst nicht so normal ist, wie sie dachte, spitzt sich die Lage bedrohlich zu – und bringt das Leben ihrer Liebsten in Gefahr…

Meine Bewertung

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, endlich ein Buch von Nina MacKay zu lesen, deren Humor – wie ich jetzt bestätigen kann – wirklich einzigartig ist. „Plötzlich Banshee“ ist schließlich das erste Buch aus ihrer Feder geworden, das ich verschlungen habe, und es wird definitiv nicht mein letztes bleiben.

Die Geschichte beginnt mit Alana, einer mehr oder weniger erfolgreichen Privatdetektivin, die über Zugdächer springt, um wildfremde Menschen zu retten. Ganz normal, wenn man die Lebensuhren aller sehen kann, die um einen herum sind. Alana ist so ziemlich die skurrilste Protagonistin, die man sich vorstellen kann, und die lebende Katastrophe, die über die Erde walzt. Kein Wasserspender ist vor ihr sicher, und wenn Dylan, der Ermittler der Polizei, am selben Fall wie sie beschäftigt ist, rast sie nur von einem Unglück ins Nächste. Dabei ist Alana trotzdem so liebenswert und nachvollziehbar, dass man wirklich mit ihr mitfühlt. Für mich war sie die beste Figur des gesamten Buches, und ihre Gedankenwelt hat mich ebenso oft wie ihre schrägen Aktionen zum Lachen gebracht. Hello Kitty-Unterwäsche inklusive!

Auch die Nebencharaktere, die die Geschichte weitgehend vorantreiben und Alana oftmals den richtigen Weg weisen, sind größtenteils gut ausgearbeitet und haben viele kleine Details, die sie einzigartig machen. Besonders Clay, der Leprechaun und Alanas Mitbewohner/bester Freund/Seelenverwandter, heitert den Leser das Buch über auf und spielt zudem eine ziemlich wichtige Rolle. Er ist eigentlich der Antrieb, den unsere Protagonistin braucht, und steht damit oftmals ebenso im Zentrum des Geschehens wie sie. Dabei ist er ungemein lustig, einfühlsam, und man wünscht sich selbst, ihn zum Freund zu haben. Auch die anderen Charaktere wie Trinity, Siri oder Morgan haben einiges in Petto und bringen immer wieder Schwung ins Buch.

Einige Fragen sind trotz des rasanten und gut durchdachten Finales weiterhin offen geblieben. Gerade zum Ende hin ging es mir dann etwas zu schnell, wobei einige Punkte auf der Strecke geblieben sind. Und auch die kurzen Sichtwechsel zwischendrin fand ich irgendwann eher hinderlich als hilfreich, weil man vollkommen aus Alanas Sicht gerissen wurde und plötzlich für einen kurzen Abschnitt bei jemand anderem ist. Dies sind jedoch nur kleine Mängel und trüben trotzdem nicht den Spaß, den man an diesem lustigen und doch sehr emotionalen Buch hat. Sollte es eine Fortsetzung geben (was ich stark hoffe!) wäre ich auch glücklich, noch mehr über die magischen Wesen zu erfahren, die bisher noch kaum zur Geltung kamen.

Alles in allem ist „Plötzlich Banshee“ eine gut durchdachte, witzige und rasante Story mit liebenswerten Charakteren und einem erstaunlich emotionalem Ende.

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11 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

talente-reihe, mira valentin

Der Krieg der Talente, Teil 7 - 9

Mira Valentin
Flexibler Einband: 552 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551300553
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Das Schicksal fordert die Talente aus aller Welt zum letzten Kampf gegen ihre natürlichen Feinde heraus. General Mahdi ruft zum Endkampf, im Gepäck einen Heiler, den auf der anderen Seite eine alte Geliebte erwartet. Melek ist eine andere geworden und kann sich ihrer Sehnsucht nach den Faunen hingeben – wenn da nicht ein winziger Teil in ihr wäre, der sie immer noch an die Talente kettet. Ist der Endkampf überhaupt noch abzuwenden, oder stehen Faune und Talente sich am Ende auf einem Schlachtfeld voller Leichen gegenüber?

Meine Bewertung

Emotional, packend, mitreißend: Die Talente-Reihe von Mira Valentin lässt sich mit vielen Worten beschreiben, doch kaum eins wird dem Gefühlschaos gerecht, dass der „Krieg der Talente“ im Leser hinterlässt. Es ist ein einziges großes Abschiednehmen, eine Achterbahnfahrt der besonderen Art. Selbst Stunden nach dem Lesen hat das Ende diesen bittersüßen Nachgeschmack, sodass man immer noch darüber nachdenkt und sich gar nicht wirklich von den liebgewonnenen Charakteren trennen will.

Apropos Charaktere: Wir nehmen nicht nur im übertragenen Sinne Abschied, Mira hat tatsächlich nicht mit Toden im letzten Teil gegeizt. Immer wieder gibt es Anlass für verdrückte Tränchen, wobei die letzten Kapitel dabei ordentlich drauflegen. Dafür gibt es auch einige neue Charaktere, die man entweder lieb gewinnt oder abgrundtief hasst, und auch einige unserer altbekannten Talente und Faune machen ziemlich interessante Wandlungen durch. Die Autorin schafft es spielerisch, die zwei Sichten im Buch zu einer vollendeten Geschichte zu verweben, eine Struktur reinzubringen, in der weder Handlungsstränge noch Charaktere vergessen werden. Dabei geht es sowohl um Einzelschicksale, vor allem bei Melek, Levian, Erik und Jakob, aber auch um das Wohl der gesamten Armee und der Faune. Dass Mira Valentins gesamte Armee Mahdi den Tod wünscht, wird durch die Geschehnisse im „Krieg der Talente“ erst recht unterstrichen. Hasswellen sind da einfach vorprogrammiert, wenn der General mit dem Leben seiner Truppen und dem Wohle der Menschheit spielt.

Es ist immer wieder interessant, wie schnell sich das Blatt wenden kann, und eines ist klar: Auch in diesem Teil der Reihe gibt es so viele überraschende Wendungen, dass man andauernd ins Staunen gerät. Hat man einmal eine Theorie, wie es ausgehen könnte, wird man garantiert schon im nächsten Kapitel wieder tausend andere haben – es gibt einfach so viele unerwartete Begegnungen, viele Details, auf die man achten muss, dass sich am Ende erst das große Gesamtbild zusammenfügt und einen epischen Schluss garantiert, bei dem wohl jeder mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinausgeht.

Wenn man auf die vergangenen Monate zurückschaut und sieht, welche Entwicklung die Talente durchgemacht haben, wo die Reihe gestartet ist und wie sie schließlich ihr (vorläufiges) Ende gefunden hat, ist es ein weiter, aber vor allem überraschender Weg. Die Talente sind mehr als eine Buchreihe. Fans lieben die Charaktere so sehr, dass es zahlreiche Cosplayer gibt. Ganze Events zu der Buchreihe wurden inszeniert, das Gemeinschaftsgefühl ist riesig und im Mittelpunkt des ganzen steht diese Geschichte – eine Geschichte rund um Freundschaft, Liebe und den Mut, sein Schicksal selbst zu bestimmen. Auch wenn es nicht einfach ist, die Talente halten zusammen. Und ich denke, dass es sicherlich viele Lektionen gibt, die man aus den Büchern mitnehmen kann, sowie die Liebe zu der Geschichte, die so viele unterschiedliche Menschen vereint hat. Ich danke Mira Valentin dafür, dass sie ihre Welt mit uns teilt und auch wenn der Abschied noch schwer fällt: Die Talente werden für immer in unseren Herzen bleiben.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

Der Krieg der Talente - Aller Anfang ist die Liebe

Mira Valentin
E-Buch Text
Erschienen bei bittersweet, 10.08.2016
ISBN 9783646602166
Genre: Jugendbuch

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(11)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

Der Krieg der Talente - Mit der Friedenstaube in die Schlacht

Mira Valentin
E-Buch Text
Erschienen bei bittersweet, 13.07.2016
ISBN 9783646602159
Genre: Sonstiges

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(52)

141 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

herz aus gold und asche, fantasy, basilisk, katja ammon, liebe

Herz aus Gold und Asche

Katja Ammon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 15.07.2016
ISBN 9783522505321
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Als Elin ohne große Mühe ihren Traumjob mit dem zusätzlichen Studium bei Panazea, einem der größten Pharamaunternehmen Basels erhält, kann sie ihr Glück kaum fassen. Denn Panazea forscht derzeit an einem Allheilmittel gegen Krebs – der Lösung für ihren leukämiekranken Bruder. Doch ihre Familie ist nicht so begeistert wie sie, vor allem ihre Tante Sina. Die vermutet, dass der tödliche Unfall von Elins Eltern mit dem Unternehmen zusammenhängt, bei dem sie ebenfalls gearbeitet hatten. Doch als Elin in alten Kisten ihrer Eltern ein rätselhaftes Amulett und ein unlesbares Buch findet, muss sie feststellen, dass hinter Basels Wappentieren doch mehr steckt als vermutet. Wird sie das ihren Kampf um ihren Bruder kosten?

Meine Bewertung

Schon lange fiel es mir nicht mehr so schwer, ein Buch zu bewerten, wie bei „Herz aus Gold und Asche“. Katja Ammons Buch aus dem Planet! Verlag war zwar sehr schnell gelesen und hatte einen guten Schreibstil vorzuweisen, allerdings überwiegt meine Kritik definitiv die Vorzüge, die die Geschichte zu bieten hat.

Von denen gibt es nämlich nicht allzu viele. Um genau zu sein, tatsächlich nur einen: Ich muss der Autorin ihre gute Recherchearbeit anerkennen. Katja Ammon scheint sich tatsächlich sehr stark mit der Baseler Geschichte auseinandergesetzt zu haben, um die Mythen, die sich um Basel und die Basilisken ranken, in ihre Story zu integrieren. Allerdings wars das dann auch schon, denn sonderlich gut ist es ihr nicht gelungen.

Was man aus dem Klappentext des Verlags so gut wie gar nicht herausliest, ist, dass das Buch nicht in die Richtung eines Jugendthrillers tendiert, sondern eher in den Fantasybereich abdriftet. Schon die Geschichte hat es allerdings für mich wahnsinnig schnell zu einem öden und unvollkommenen Teil werden lassen. Panazea unter der Führung Dr. Sillers möchte ein Allheilmittel gegen Krebs auf den Markt bringen, braucht dafür aber Elin, die besondere Kräfte vererbt bekommen hat. Außerdem macht Panazea gemeinsame Sache mit den Basilisken, die unter der Stadt in ihren Höhlen leben.

Kurzer Exkurs: Die Beschreibung der Basilisken in diesem Buch. Ich muss zugeben, ich hatte vorher nur bei Harry Potter von diesen Fabelwesen gehört, weshalb ich sie mir zunächst eher schlangenähnlich vorgestellt hatte. Das sind sie eigentlich auch, zumindest war während des Buches immer wieder von Schuppen und ledriger Hautbeschaffenheit die Rede, zudem sind sie Kaltblüter. Klingt wie eine Echse, richtig? Falsch. Denn irgendwann kamen plötzlich noch Federn hinzu, die den ganzen Körper eines Basilisken bedecken, und ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Diese Verwirrung hat sich auch das ganze Buch hindurch gezogen.

Denn wenn die Story eins ist, dann das: Verwirrend. Wahrscheinlich sollen es Plot Twists sein, die das ganze am Leben erhalten, ich fand die ganzen Wendungen einfach nur an den Haaren herbeigezogen und lächerlich. Warum sollten die Basilisken dabei helfen, dieses Wundermittel auf den Markt zu bringen, wenn es ihrer eigenen Rasse schadet? Wieso hat keiner der Basilisken gemerkt, dass ihr „Anführer“ gar nicht diese Rolle innehaben kann, wenn er doch nicht die Farben des Anführers hat? Am Ende ist die Story einfach nur ein einziges Kuddelmuddel aus immer unlogischeren Erklärungen, dummen Menschen, die alles glauben, was man ihnen einredet, und einem größenwahnsinnigen Erfinder, der meint, die Welt mit Geld kaufen zu können. So viel auch schon zum Bösewicht der Geschichte: Ein geldgieriger Typ. Mehr Motive hat er nicht, er will nur Geld. Mal ganz abgesehen davon, dass man das als Konzernchef normalerweise ohnehin schon haben sollte – wieso agiert er auf so vollkommen unlogische Weise? Wenn ich etwas verstecken wollen würde, würde ich es ganz bestimmt nicht im Keller meiner Forschungseinrichtung machen, wo bei jeglicher Kontrolle jemand darauf stoßen könnte.

Aber damit ist es noch nicht vorbei. Kommen wir zu den Charakteren. Sie lassen sich in drei Worten zusammenfassen: Farblos, sprunghaft und langweilig. Starten wir bei Elin, unserer Protagonistin: Elin bekommt ihren Traumjob in der Firma, in der ihre Eltern gearbeitet haben. Elin ist scheinbar niemals auf die Idee gekommen zu fragen, woran ihre Eltern vor ihrem Tod geforscht haben, sonst wüsste sie, dass sie genau dasselbe erforschen soll und würde vielleicht merken, dass daran etwas faul ist. Elin überrascht es auch nicht, dass der Konzernchef sich höchstpersönlich um sie kümmert und sie nach fünf Minuten den Job hat. Elin stottert im Bewerbungsgespräch vor sich hin, schmeißt ein paar Sachen um, prallt mit dem Sicherheitsangestellten nach dem Gespräch zusammen und bäm, verliert den letzten Rest ihres Verstandes. Denn er ist heiß. Und so lernen wir Esra kennen, den heißesten Typen des Planeten. Was hat Esra noch für Vorzüge? Seine Augen sind golden. Er verliebt sich selbstverständlich sofort in Elin, die nur rumstammeln kann. Er ist heiß. Hab ich schon erwähnt, dass er heiß ist? Ernsthaft, ich möchte hier nichts verteufeln, aber diese Charaktere haben weder Tiefe, noch irgendetwas im Kopf. Der heiße Esra hat immerhin noch halbwegs sowas wie einen Charakter, er hinterfragt auch mal Entscheidungen und kümmert sich um die Basilisken, aber die Instalove in diesem Buch ist so gravierend, dass ich wirklich kurz davor war, beide an die Wand zu klatschen. Sie haben vielleicht drei Sätze miteinander gesprochen, Esra fährt Elin nach Hause, und schon stehen die knutschend bei ihr rum und würden sich am liebsten die Kleider vom Leib reißen!
Um das ganze abzukürzen: Nein, in diesem Buch entwickeln sich die Charaktere nicht weiter, sie bleiben so farblos. Die einzigen nennenswert sympathischen Auftritte hatten Tante Sina, Elins Bruder Nico und ihre Freundin Juna, allerdings hatten sie so wenig „Spielzeit“, dass das auch nichts mehr rausreißen konnte. Von Elins Kräften, die sie entdeckt, will ich gar nicht erst anfangen, denn die sind auch nur dazu da, um sie zu einer Marionette zu machen – für etwas anderes benutzt sie die gar nicht.

Ich bin wirklich froh, dass sich das Buch immerhin nicht lang gezogen hat, denn anstrengend war es allemal. So ungern ich schlechte Rezensionen schreibe, hier kann ich auf keinen Fall eine Kaufempfehlung aussprechen. Aus der Idee hätte man wesentlich mehr machen können, so dümpelt nur eine unterirdische Lovestory neben einer unlogischen Hauptstory her und überschattet diese irgendwann komplett.

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248 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 121 Rezensionen

liebe, gift, fantasy, jugendbuch, melinda salisbury

Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 19.09.2016
ISBN 9783845815138
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Das Reich Lormere scheint wirklich vom Glück erwählt zu sein. Schließlich besitzt es nicht nur ein machtvolles Königspaar, sondern die Reinkarnation der gottgleichen Daunen, einem Mädchen mit feuerroten Haaren und einer lieblichen Stimme, das Lormere ins goldene Zeitalter führen soll, wenn sie erscheint. Doch Twylla fühlt sich gar nicht so wohl in dieser Rolle. Denn trotz ihrer Stellung wird sie von vielen gefürchtet und verabscheut – ihre Haut ist die tödlichste Waffe der Welt. Sie allein kann den Morgenandorn trinken, ein Gift, das jeden sofort tötet, der es wagt, sie zu berühren – abgesehen von der Königsfamilie. Doch als ihr Beschützer krank wird und der neue Wächter Lief ihr immer näher kommt, steht ihr ganzes Weltbild kurz vor dem Bruch…

Meine Bewertung

Schon beim ersten Durchblättern des diesjährigen Programms von Bloomoon sprang mir „Goddess of Poison“ förmlich ins Auge. Ich musste das Buch einfach haben, schon der Klappentext und die ganze Aufmachung haben mich direkt gelockt. Im Nachhinein wurde mir klar, dass es wahrscheinlich die Ähnlichkeit der Protagonistin zur „Shatter Me“-Reihe war (die ich absolut vergöttere), die mich sofort angezogen hat. Im direkten Vergleich konnte aber auch Melinda Salisburys Buch gut mithalten, selbst wenn es ein paar kleinere Schwachstellen gab.

Gleich zu Anfang fiel mir auf, wie gut ausgearbeitet Twyllas Welt ist. Das Schloss, das Reich Lormere, die Historie und auch Berufungen wie die der Sündenesserin oder der gottgleichen Daunen waren mit vielen Details versehen und spannend dargestellt, sodass man sehr leicht in Salisburys Welt abtauchen konnte. Twylla war dazu ein sehr zurückhaltender, stiller Charakter. Man erfährt alles aus ihrer Sicht, hat aber als Leser auch genug Spielraum, um eigene Interpretationen hinzuzufügen. Mit ihrer etwas kindlich anmutenden Naivität lässt sich Twylla nämlich von der berechnenden Königin immer tief einlullen, sodass sie sich am Anfang der Reihe mehr auf deren Willen und den der Götter beruft, als auf ihren eigenen.

Die Charaktere sind größtenteils auch ziemlich gut ausgearbeitet. Ich muss gestehen, dass ich Twylla als Protagonistin nicht sonderlich gut leiden konnte, wobei ihre Handlungen das komplette Buch über zum Großteil nachvollziehbar waren. An einigen Stellen hat ihre Naivität jedoch so sehr in die Pläne ihrer Widersacher gespielt, dass ich mir wirklich an den Kopf gefasst habe. Interessant fand ich hingegen auch Twyllas Vorgeschichte, die zwar ihre leichtgläubige Denkweise nicht erklärt hat, dafür aber viele Details ihrer Entscheidungen in ein anderes Licht gerückt hat.
Das Königshaus von Lormere ist tatsächlich sehr durchwachsen. Gerade Merek, den Prinzen, dem Twylla versprochen ist, konnte ich auch nur wenig Sympathie entgegenbringen, wobei sich das zum Ende hin gebessert hat. Die Königin hingegen hat mir in ihrer extremen Skrupellosigkeit hervorragend gefallen, ihr Auftritt war bis zum Schluss rundum gelungen. Sympathisch ist zwar anders, aber alle kleinen Details ihres Auftritts haben einfach gestimmt und sie damit zu einer der schlimmsten Widersacherinnen gemacht, die es in Büchern gibt. Lief, Twyllas Wächter, konnte ich hingegen nur wenig abgewinnen. Seine Rolle ist zwar bedeutend, hat mich aber irgendwann einfach nur noch genervt, weil er sie andauernd belehrt, als wäre sie ein bockiges Kleinkind. Solche Charaktere kann ich einfach nicht mögen.

Die Geschichte an sich war eigentlich ziemlich raffiniert ausgearbeitet und von einigen Plot Twists sehr ins Rasante gezogen, wobei mich zwischendurch das schreckliche Liebesdreieck fürchterlich genervt hat. Das ist auch mein hauptsächlicher Kritikpunkt am Buch: Dieses Klischee, dass sich die Protagonistin zwischen zwei Männern entscheiden muss, ist einfach nur noch ausgelutscht und hat mir gerade zum Ende hin viel Spaß am Buch verwehrt. Gerade das Ende wartet dann aber wieder mit Überraschungen auf, die ich auch nicht mehr vorhergesehen habe, und ich musste teilweise schwer schlucken. Ganz zufrieden bin ich mit dem letzten Kapitel, das einen kleinen Zeitsprung beinhaltet, dann aber doch nicht, denn die letzten drei Sätze haben es dann wieder zerstört. Trotzdem mochte ich, dass es zumindest ein kleines Stück zu Twyllas reifer Entwicklung beigetragen hat, die im Verlauf des Buches doch nicht immer zu sehen war.

Alles in allem ist „Goddess of Poison – Tödliche Berührung“ ein Buch mit vielen spannenden Wendungen, allerdings auch mit den allseits beliebten Jugendbuch-Klischees, die es an einigen Stellen zäh werden lassen. Trotzdem würde ich es jederzeit weiterempfehlen, denn gerade die vielen, liebevollen Details und die originelle Entwicklung der Geschichte haben es zu einem schönen Schmöker gemacht.

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86 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

kurzgeschichten, magie, irland, walküre unruh, skulduggery pleasant

Skulduggery Pleasant - Apokalypse, Wow!

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.03.2015
ISBN 9783785581414
Genre: Jugendbuch

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Daughters of Darkness: Sydney

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 16.09.2016
ISBN 9783903130081
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Das Leben ist nicht besonders friedlich, wenn man es auf der Flucht verbringt. Aber es ist noch viel nervenaufreibender, wenn die CIA auch noch ein beträchtliches Geld auf deinen Kopf ausgesetzt hat. Diese Erfahrung muss auch Sydney Pierce machen, als sie auf Hunter Coburn trifft – denn was als harmlose Unterhaltung zwischen ihnen beginnt, entwickelt sich schnell zu ihrem Albtraum. Als Kopfgeldjäger ist er direkt auf sie angesetzt. Sydney ist jedoch gar nicht so einfach zu fangen, und mit ihren schmutzigen Tricks und der prickelnden Hitze zwischen ihnen treiben sie sich gegenseitig in den Wahnsinn…

Meine Bewertung

Mit dem zweiten Teil der „Daughters of Darkness“ ist ein weiteres Buch von Bianca Iosivoni bei mir eingezogen. Und wie sehnsüchtig ich darauf gewartet habe! Inzwischen gehört es für mich einfach dazu, alles von dieser Autorin zu verschlingen, weshalb ich mich gerade auf die Fortsetzung der Reihe, die mich überhaupt auf sie aufmerksam gemacht hat, sehr gefreut habe. Und wie immer hat mich ihr Schreibstil einfach vollkommen mitreißen können.

Sydney ist mit Sicherheit eine der komplexesten Buchfiguren, die ich in ihren Werken gefunden habe. Als Einzelgängerin ist sie eher unnahbar und auch Hunter fällt es schwer, sich ihr zu nähern, sobald sie ihn einmal durchschaut hat. Das Katz-und-Maus-Spiel der beiden hat für den Leser einiges an Überraschungen zu bieten, immerhin sind beide gut geschult und äußerst schlagfertig – im wahrsten Sinne des Wortes. Trotzdem verbindet sie einige gemeinsame Charakterzüge und Hunter fällt es zunehmend schwerer, Sydneys Motive für ihre Entscheidungen auszublenden. Trotzdem darf er sie nicht zu nah an sich heranlassen, denn auch er hat einiges, wofür er kämpft. Gerade diese ambilvalenten Gefühle zwischen den beiden, gepaart mit der Anziehungskraft, die von ihnen ausgeht, machen ihre Beziehung so spannend und halten den Leser die komplette Zeit über in Atem.

Befreundete Blogger haben sicherlich Recht damit, Bianca Iosivoni die Königin des Romantic Suspense zu nennen. Sie versteht es, Atmosphäre aufzubauen, ihre Charaktere zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu schicken, ihnen die perfekten Worte in den Mund zu legen und sie so lange leiden zu lassen, bis dem Leser das Herz bricht. Auch in Sydneys Geschichte durchleben wir eine Achterbahnfahrt der Gefühle, in der am Ende keiner mehr so richtig weiß, wen man eigentlich gewinnen sehen will. Und doch ist das Ende sehr zufriedenstellend, auch wenn man bis zur letzten Seite zittern muss.

Ein wenig mehr Beteiligung der übrigen Daughters of Darkness hätte ich mir schon gewünscht, dafür gibt es eigentlich eine breite Auswahl an Nebencharakteren, die man entweder ins Herz schließt, oder bis zum Ende teuflisch verabscheut. Zudem fällt aufmerksamen Lesern sicherlich auf, welche Nebencharaktere noch ausbaufähige eigene Geschichten haben, winzige Hinweise darauf, wer noch einen eigenen Band bekommen könnte. Denn dass es mit diesen Büchern nicht getan ist, ist nach „Daughters of Darkness – Sydney“ absolut klar: Da muss mehr kommen! Noch mehr Geschichten wie diese, die direkt ins Herz schießen. Wieder einmal habe ich wundervolle Lesestunden bekommen, und das Buch erhält einen Ehrenplatz im Regal. Ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Bücher der Autorin!

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, liebesroman, new york, liebe, jugendbuch

Kiss & Crime - Küss mich bei Tiffany

Eva Völler
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.09.2016
ISBN 9783846600320
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Das Abi fast in der Tasche hatte sich Emily auf einen ruhigen Ausflug nach New York gefreut. Mit dabei: Pascal, Sarah und Omi Gerti. Was gibt es schließlich schöneres, als in der Stadt, die niemals schläft, alle legendären Liebesfilmschauplätze zu erkunden? Durch Pascals Tagung bleibt dem Paar zwar nicht sonderlich viel Zeit, aber ein Besuch bei Tiffanys muss einfach drin sein! Vor Ort findet sich Emily jedoch selbst in einem Film wieder, der zwischen Komödie und Drama schwankt. Denn Dicky, ein Filmproduzent, den sie im Flugzeug kennengelernt hat, fühlt sich von der Mafia verfolgt und heuert kurzerhand Sarah und Pascal als seine Leibwächter an. Emily ist sofort dabei, ihre eigene Recherchen zu betreiben, und zwischen vertauschten Laptopkoffern und verpatzten Dates doch noch etwas Zeit mit Pascal zu finden…

Meine Bewertung

Wie sehr ich mich doch auf den Nachfolger von „Zeugenkussprogramm“ gefreut habe! Eva Völler hatte mit dem Buch ordentlich bei mir punkten können, weshalb ich erstmal laut gejubelt habe, als ich auf Netgalley auch den zweiten Teil entdeckte. „Küss mich bei Tiffany“ wurde daher sofort angefragt und durchgesuchtet, konnte aber leider nicht ganz mit dem ersten Teil der Kiss & Crime-Reihe mithalten.

Die Story setzt etwa ein Jahr nach dem Ende des Vorgängers an. Emily ist fast mit der Schule fertig und reist nach New York, wo Pascal und Sarah an einer speziellen Tagung im Rahmen ihres Berufs teilnehmen. Dem jungen Paar bleibt dabei nur wenig Freizeit, doch Emily vertreibt sich ihre Stunden in einer der gehyptesten Städte der Welt damit, ihre Nase in Schnüffelarbeit zu stecken: Der Filmproduzent Dicky glaubt, dass er von der Mafia verfolgt wird, da er einen Mord mitbeobachtet hat. Kurzerhand heuert er Sarah und Pascal als Personenschützer an, während er das Skript zu seinem Dokumentarfilm über die Mafia schreibt – und Emily gerät zunehmend in Verwirrung, denn um sie herum scheinen plötzlich alle ein doppeltes Spiel zu treiben… Die Story an sich hat mich schon mitreißen können, allerdings hatte sie weitaus mehr Längen als „Zeugenkussprogramm“.

Das Knistern zwischen Emily und Pascal kam mir zudem auch etwas gestellt vor. Was in Band 1 noch ein Funkenfeuerwerk war, scheint sich in „Küss mich bei Tiffany“ nur noch ums eins zu drehen: Wie kommen sie am schnellsten ins Bett? Irgendwann hat mich die Wiederholung der Handlung doch etwas genervt, auch wenn sie für den ein oder anderen lustigen Moment gesorgt hat.

Zudem fand ich auch die Charakterentwicklung etwas zähflüssig. Besonders gut gefallen hat mir in diesem Teil Sarah, die weiter aus sich herauskommen darf, und Oma Gerti war ebenfalls wieder eine riesige Aufheiterung der Story. Emily und Pascal schienen mir jedoch etwas im selben Trott hängen zu bleiben, wobei mir Emi ab und zu mit ihrem kindlichen Gehabe doch sehr auf die Nerven ging. Trotzdem hat die Haupthandlung der Story mit den vielen Plot Twists die Spannung aufrechterhalten können, und gerade das Ende ist so eine irre Jagd, bei der eine scheinbare Auflösung auf die andere folgt, nur um wieder umgeworfen zu werden, dass ich mich doch recht gut unterhalten gefühlt habe.

„Küss mich bei Tiffany“ kommt zwar leider nicht an den Vorgänger ran, aber auch dieses Buch von Eva Völler ist eine nette Geschichte, die man zwischendurch lesen kann. Eingefleischten Fans wird es sicherlich gefallen, trotz einiger Mankos des Buches.

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebe, ausreißer, trauer, freundcshaft, arm

Wir beide wussten, es war was passiert

Steven Herrick , Uwe-Michael Gutzschhahn
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 15.07.2016
ISBN 9783522202190
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Billy ist ein Ausreißer, obdachlos, jung, ein Taugenichts. Er hat nichts und will nichts, außer seiner Freiheit. Ganze Tage in Bibliotheken verbringen, in stillgelegten Zügen schlafen, mit anderen Obdachlosen teilen, die reiche Caitlin begeistern. Mit einem Herz aus Gold ist all das nicht schwer, und am Ende des Tages wartet immer ein neuer Himmel auf die ungleichen Menschen.

Meine Bewertung

In letzter Zeit entdecke ich immer wieder neue Verlage, von denen ich vorher nicht allzu viel gehört habe. Thienemann gehört auch dazu, allerdings konnte ich ein Buch aus dem Programm etwas näher kennenlernen. „Wir beide wussten, es war was passiert“ besitzt nämlich vom Haus aus einen ziemlich nichtssagenden Klappentext, einen Ausschnitt aus dem Buch selbst. Und trotzdem waren die wenigen Worte so anziehend, dass ich Steven Herricks Werk lesen wollte. Gelohnt hat sich diese Entscheidung allemal!

Manch einer mag sich fragen, ob knapp 200 Buchseiten für den Preis noch angemessen sind. Ich kann nur sagen: Vom Inhalt her hat das Buch so überzeugen können, dass der Preis für mich gerechtfertigt ist. Billy ist ein außergewöhnlicher Protagonist mit einem großen Herzen, der es versteht, die Menschen für sich einzunehmen. Subtile kleine Angewohnheiten machen ihn einerseits zum Außenseiter, andererseits zum Philantropen. Er unterscheidet nicht zwischen Obdachlosen und Reichen, zwischen Männern und Frauen, zwischen Jung und Alt – mit wem er sich versteht, der ist sein Freund. Und für Freunde kämpft er bis zum Schluss.

Ich möchte gar nicht wirklich auf den Inhalt eingehen, denn die Story an sich ist recht kurz. Trotzdem trifft sie voll ins Herz. Einerseits sind es die liebenswerten Charaktere, die die guten Facetten der Menschen ebenso zeigen wie die schlechten, die selbstreflektiert denken und sich dabei nicht verlieren, sondern wiederfinden.
Andererseits macht auch der Schreibstil des Autors so vieles richtig. Was Steven Herrick da abliefert ist eine interessante Mischung aus Prosa und Lyrik, einen klangvollen Text, der durch wenig Worte mit viel Inhalt dahinter besticht. Mir ist während des Lesens klar geworden, dass Bücher nicht dick sein müssen, sich nicht in ausschweifenden Detailbeschreibungen zu verlieren brauchen, solange der Inhalt dahinter stimmt. Ein wohlplatzierter Satz mit einer tieferen Bedeutung kann den Leser genauso lange fesseln wie ein Buch mit tausend Seiten. Und dieses Buch hat es wirklich geschafft, mich zu fesseln, denn Billys Geschichte ist so tiefgreifend, deckt menschliche Schicksale und die Grausamkeit des Schicksal an sich ab, dass mir diese Lektüre sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

So kurz das Buch auch anmuten mag – kurzweilig ist es nicht. Ich denke auch noch am nächsten Tag darüber nach, wünsche mich zu der Geschichte zurück, die so ins Herz geht, dass es wirklich außergewöhnlich ist. Eine klare Leseempfehlung und gleich ein erstes Highlight in diesem Monat!

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

das juwel, ergänzung, eshort, haus vom stein, raven

Das Haus vom Stein: Das Juwel - Eine Story

Amy Ewing
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER digiBook, 25.08.2016
ISBN 9783104037677
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Los 192. Raven Stirling. Ein junges Mädchen, das bei der großen Auktion als Surrogat im Haus vom Stein geendet ist. Doch Ravens Hoffnung erlischt nicht so leicht, der Gedanke an Violet, die bei der Herzogin vom See untergekommen ist, lässt sie immer weitergehen, Schritt für Schritt. Und immer wieder erinnert sie sich, während sie unfassbare Qualen erträgt, wer sie ist: Raven Stirling. Nicht nur eine Nummer.

Meine Bewertung

Die Kurzgeschichte zu Amy Ewings Reihe rund um das Juwel habe kurz vor Erscheinen des zweiten Teils förmlich inhaliert. Zwar konnte ich mich nicht mehr an alles erinnern, und gerade die Namen haben mir Schwierigkeiten bereitet, denn es ist fast ein Jahr her, dass ich Band eins gelesen habe, doch gerade dafür war die Kurzgeschichte aus Ravens Sicht perfekt geeignet, um alles wieder aufzufrischen.

Raven wurde als Surrogat an das Haus vom Stein verkauft. Während Violet, ihre beste Freundin, im Juwel auch schon unheimliche Schrecken erleiden musste, erfährt man jetzt hautnah, wie es dem aufmüpfigen Mädchen mit dem schrecklichen Sturkopf ergangen ist. Denn genau der bringt Raven in große Gefahr. Immer wieder wird sie aufs Grausamste gequält, der psychische Terror, den sie schon kurz nach ihrem Kauf erleiden muss, ließ mir als Leser oft den Atem stocken. Auch der körperliche Schmerz treibt sie hart an ihre Grenzen, und ihre Besitzerin kennt kein Erbarmen.

Als Leser erfährt man mehr über einige Hintergrundcharaktere, die im „Juwel“ noch nicht so eine große Bedeutung hatten, und wird tiefer hineingesogen in die grausame Welt der Reichen, die das Juwel beherrschen. Raven ist hierbei nur ein kleiner Baustein in einem riesigen Spiel, ein Puzzleteil, das sich nicht so recht einfügen will. Und ihr Ungehorsam wird bestraft. Amy Ewings bildlicher Schreibstil lässt den Leser nicht zu Atem kommen, trotz der Kürze ist die Geschichte voll mit Brutalität und der nackten Panik, die sich direkt auf den Leser überträgt. Man fiebert mit, man hofft, und weiß doch, wie die Geschichte schließlich ausgeht, da sie parallel zu den Ereignissen aus dem „Juwel“ erzählt wird. Viele Details, unter anderem über die neuen Nebencharaktere, setzen das große Bild in seinen kompletten Stand.

Wer den ersten Teil der Reihe rund um Violet geliebt hat, sollte sich die Kurzgeschichte zu Raven definitiv nicht entgehen lassen. Sie eignet sich gut als Auffrischung und zeigt wieder einmal die Skrupellosigkeit der Bewohner des Juwels.

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