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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Black Summer - Teil 1

Any Cherubim
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei BookRix, 05.09.2016
ISBN 9783739670454
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt

Mia kann nicht fassen, wie schnell ein Leben den Bach runtergehen kann: In der Schule wird sie geächtet, trotz des Abschlusses in der Tasche kann sie den Sommer über nicht jobben, und ihr Kunststudium rückt in weite Ferne. Denn aus Mia wird plötzlich Joy: Eine junge Frau, die sich um ihre kleine Schwester kümmern muss, auf der Flucht vor den Männern ist, auf die sich ihr Vater in dunklen Machenschaften eingelassen hat. Das Zeugenschutzprogramm ist ihre einzige Hoffnung, unbeschadet aus der Sache rauszukommen. Doch dieser Sommer wird Joy alles abverlangen, was nur möglich ist - nicht zuletzt, weil der FBI-Agent Chris Parker eine nicht unerhebliche Rolle darin spielt ...

Meine Bewertung

Ich kann nicht mehr! Dieses Buch hat mich absolut fertig gemacht, mich mitgerissen, verzaubert und nicht mehr losgelassen. Um Any Cherubims Werk "Black Summer", den ersten Band eines Zweiteilers, bin ich schon länger herumgeschlichen, weil mich gute Agentenstories immer reizen. Ein Glück habe ich es nicht früher gelesen - jetzt brauche ich sofort Band 2, denn was dieses Buch emotional angerichtet hat, ist kaum zu fassen.

Von Anfang an begleitet man Joy, die ihren Namen relativ früh ablegen und dafür diesen annehmen muss, durch die persönliche Hölle ihres Lebens. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester, die sie nur noch Holly nennen darf, leidet sie unter den Konsequenzen, die aus einem Geständnis ihres Vaters bei der Polizei entstanden sind. Als sie auch noch entwurzelt wird und fliehen muss, um in Virginia unterzutauchen, ahnt sie noch gar nicht, welche Gefahren dieser Sommer für sie bereithält.
Joys Leidensweg sehr realistisch dargestellt, man konnte sich von Anfang an gut in sie hineinfühlen und hatte Mitleid mit ihr, während ihr Leben vollkommen aus den Fugen geriet. Sie ist ein sehr starker Charakter mit schwachen Momenten, verliert trotz allem ihre Freundlichkeit und Güte nicht, obwohl sie alles tun würde, um ihre kleine Schwester zu beschützen.

Holly war der kleine Schatz dieses Buches. Nur wenigen Autoren gelingt es meiner Meinung nach, in solchen Thematiken Kinder auch altersgerecht darzustellen. Mit Holly hat Any Cherubim da definitiv eine sehr gute Grundlage gewählt, um das Buch durch ihre niedlichen, lustigen Bemerkungen auch mal aufzulockern, und um die Situationen auch gefährlich zuzuspitzen.
Der Love-Interest in diesem Buch ist eindeutig Chris Parker. Er ist nicht gerade ein Typ, wie man ihn sich beim FBI vorstellt, tendiert schon sehr stark in die Bad Boy-Richtung, was allerdings immer wieder etwas aufgeweicht wird, wenn man sieht, wie süß er mit Holly umgeht. Ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um warm mit ihm zu werden, allerdings ist da dieser Funke, der irgendwann einfach überspringt - man kommt nicht mehr drumherum, mit ihm, Joy und der ganzen Geschichte mitzufiebern.

Die ist nämlich ebenso rasant, wie das Thema vermuten lässt. Immer wieder gibt es neue Schwierigkeiten, seien es die Einheimischen an dem Ort, wo sie sich niederlassen, Hollys gesundheitliche Probleme, Joys und Parkers Katz-und-Maus-Spiel, oder die Bedrohung durch die dunklen Geschäftspartner ihres Vaters. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken, neue Wege, auf denen man mitfiebert, und die Seiten fliegen dank Any Cherubims gefühlvollem, aber nicht abgedroschenem Schreibstill sehr schnell vorbei. Es ist genug Input, um eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, weshalb ich mich kaum von dem Buch lösen konnte.

Und dann kam dieses Ende ... Ich werde an dieser Stelle nicht spoilern, aber ich saß um ein Uhr morgens so angespannt im Bett, den Tränen nahe, habe mitgefiebert und war schließlich so geschockt, dass ich sofort weiterlesen wollte. Dieses Ende hat mich emotional mitgenommen, nicht mehr aus seinen Klauen gelassen und vollkommen zerstört. Ein Glück, dass Band 2 schon bereit liegt - dieses Buch hat einfach alles richtig gemacht und ich hoffe sehr, dass auch der Folgeband es schaffen kann, mich derart zu überzeugen. Eine ganz klare Lese- bzw. Verschlingempfehlung!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Until Love: Trevor

Aurora Rose Reynolds
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 02.12.2016
ISBN 9783903130142
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

Trevor Mayson ist ein Mann der Tat: Was er sich vornimmt, geht er auch an. Allerdings war in seinen Zukunftsplänen vom Wort „verlieben“ keine Spur zu finden – zumindest nicht so schnell. Doch dann stellt Liz sein Leben auf den Kopf. Um sie zu erobern, muss er harte Geschütze auffahren, denn Liz hat genug Probleme, um sich nicht auch noch mit einem Mayson herumschlagen zu wollen. Doch bald müssen beide feststellen, dass sie nicht mehr aneinander vorbeikommen – trotz eines Fehlers, den Trevor schnell bereut…

Meine Bewertung

Mit „Until Love – Trevor“ habe ich mich wieder an ein Buch aus meinem Lieblingsverlag gesetzt, dessen erster Teil mich allerdings nicht begeistern konnte. Da ich mit seinem Bruder Asher einige Probleme hatte, habe ich allerdings gehofft, dass gerade Trevor mich mehr überzeugen könnte, was ihm zu einem kleinen Teil auch gelungen ist.

Die Story dreht sich dieses Mal um Trevor und dessen Freundin Liz – oder besser gesagt will er, dass sie seine Freundin wird. Liz besitzt nämlich einiges mehr an Durchhaltevermögen und Durchsetzungsfähigkeit als ihre Freundin November, die mit Trevors Bruder Asher eine glückliche Ehe führt. Noch dazu wurde sie ziemlich heftig von diesem Mayson-Bruder abgefertigt und nimmt sich vor, ihn nicht erneut an ihr Herz ranzulassen. Das geht aber selbstverständlich nach hinten los.
Die Charaktere haben mir in diesem Buch tatsächlich besser gefallen im ersten Teil. Liz ist eine starke Persönlichkeit, die allerdings einige private Probleme hat, die sie auch nachdenklich und teilweise etwas deprimiert werden lassen. Trevor hingegen ist nicht ganz so extrem besitzergreifend wie sein Bruder, wobei auch er einige Kontrollzüge an sich hat, die mich regelmäßig auf die Palme getrieben haben.

Gerade die lustigeren Schlagabtäusche zwischen Liz und Trevor, die sich viel weniger schenken als November und Asher, machen dieses Buch jedoch besser als den Vorgänger. Auch Liz‘ Hintergrundgeschichte hat mich sehr berührt, generell ist das Drama in diesem Teil noch größer – Tim, Liz‘ Bruder, hat noch Dreck am Stecken, der alle Familien bedroht, und auch Cash, der dritte Mayson-Bruder, gerät in Schwierigkeiten, die in seinem eigenen Buch sicherlich noch weiter ausgebaut werden. Die Spannungskurve war in diesem Teil wesentlich höher, das Drama hat sich über die gesamte Geschichte erstreckt, wobei es immer wieder neue Ereignisse gibt, die das friedliche Leben überschatten.

Was mich an diesem Teil allerdings stärker gestört hat, war das Ende. Auf den letzten Seiten wurde alles wahnsinnig schnell abgehandelt, der Höhepunkt der Geschichte hätte ruhig noch mehr Spielzeit und Raum zur Entfaltung der Charaktere haben können. Ich für meinen Teil hätte dafür auch gern auf ein oder zwei erotische Szenen verzichtet, die gerade am Ende wirklich den Eindruck erwecken, die Charaktere würden pausenlos nur aufeinander hängen.

Alles in allem war „Until Love – Trevor“ eine deutliche Verbesserung zu seinem Vorgänger, konnte mich aber doch noch nicht vollkommen überzeugen. In dem Sinne hoffe ich also, dass die Reihe tatsächlich von Band zu Band besser wird und uns das große Finale noch vollkommen aus den Socken hauen wird. Auf Cashs Geschichte bin ich nun sehr gespannt, denn die Weichen für die Fortsetzung wurden in diesem Teil schon sehr spannend ausgelegt.

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Drachennächte: Im Netz der Nacht: Erotische Geschichten aus der Drachenhöhle

Libby Doh
E-Buch Text
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 17.11.2016
ISBN 9783959916684
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

In einer Welt, in der Träume dich niederreißen können, arbeitet Jila in der Firma „Traumfabrik“. Dort hat man es sich zur Aufgabe gemacht, Träume zu überwachen und Albträume zu bekämpfen, um den Schlafenden eine möglichst ruhige Nacht zu bescheren. Doch als eines Tages der attraktive Brinx in ihrem Traum auftaucht, kann sie ihn nicht mehr loswerden. Was hat ihr Traumwächter Fijon damit zu tun? Und wie weit würde die „Traumfabrik“ tatsächlich gehen? Fragen über Fragen, die Jila in ein unerwartetes Abenteuer ziehen …

Meine Bewertung

Und wieder einmal habe ich mich an einen Band der „Drachennächte“ aus dem Drachenmond Verlag gesetzt – die erotischen Kurzgeschichten unter den tollen Pseudonymen, die die Anonymen Autoren schreiben (ja, der Begriff hat sich inzwischen durchgesetzt!). „Im Netz der Nacht“ war der dritte Band, den ich aus dieser Reihe gelesen habe und hat mich anfangs am meisten mitreißen können, wurde jedoch gegen Ende hin leider immer schwächer.

Die Idee mit der Traumfabrik und den Traumwächtern fand ich richtig gut. Auch die Eingangsszene, in der Jila in einem Albtraum gefangen ist, der von einem persönlichen Feuertrauma beeinflusst wird, war voller packender Action und humorvollen Gedankengängen von Jila. Der Einstieg hat mich vollkommen fesseln können und ich hatte zunächst den Eindruck, dies würde mein Liebling unter den Drachennächten werden, allerdings ließ die Spannung leider ab dem ersten Drittel nach.

Die erotischen Szenen fand ich wiederum sehr gut geschildert, mit prickelnden Beschreibungen, die man sich gut vorstellen konnte, ohne zu vulgär zu werden. Was mir allerdings ein wenig den Spaß an der Sache genommen hat, waren die stilistischen und teilweise Rechtschreibfehler, die sich gerade gegen Ende gehäuft haben. Eine kleine Überarbeitung hätte da nochmal helfen können, dies zu vermeiden.

Auch wenn es sich um eine Kurzgeschichte handelt, war mir das Ende ein wenig zu offen. Gerade durch die coole Idee mit der Traumfabrik und deren nicht ganz legalen Machenschaften hätte sich dieses Büchlein gut geeignet, eine längere Dystopie aufzubauen, da man als Leser auch nur sehr spät erfährt, wie stark die restliche Welt eigentlich zerstört wurde.

Grundsätzlich wartet „Im Netz der Nacht“ mit einer tollen Story auf, die den Leser auch durch Spannung und heiße Szenen unterhält, allerdings hätte die Geschichte auch gern noch etwas ausgebaut werden können, da sie in dieser Kürze etwas abgehackt wird. Trotzdem war es eine gute Unterhaltung für eine freie Stunde.

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305 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 82 Rezensionen

essstörung, magersucht, therapie, bulimie, tod

Alles so leicht

Meg Haston , ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.07.2015
ISBN 9783522202152
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Stevie ist fest entschlossen, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Das hat sie verdient, nach dem Unglück, das sie hervorgerufen hat. Für ihren Bruder Josh, ihren liebevollen Vater, ihre ständig abwesende und kalte Mutter. Sie hat ihre Familie zerstört, so wie sie ihren Körper zerstört – in kleinen Schritten, langsam, unaufhaltsam. Der einzige Ausweg ist das Therapiezentrum, in das sie eingewiesen wird. Doch kann sie die Leere ihres Körpers, der sich trotz der Entbehrung so schwer anfühlt, wirklich gehen lassen?

Meine Bewertung

Es gibt Bücher, die gehen unter die Haut. Sie berühren dich, lassen dich nicht los, halten dich fest in ihren Seiten und du tauchst so tief in die Geschichte ein, dass du jedes Gefühl des Protagonisten in dir nachhallen spürst. Genauso erging es mir mit „Alles so leicht“ von Meg Haston – dieses Buch hat mich aufgesaugt, mich bei jedem Wort mit Stevie mitfühlen lassen und wieder ausgespuckt. Ich liebe es.

Stevies Geschichte ist so mitreißend, wobei der Schreibstil der Autorin eher still ist. Mit präzisen, schonungslosen Beschreibungen wechselt sie zwischen Stevies Gegenwart im Therapiezentrum für Mädchen mit Essstörungen und ihrer Vergangenheit bei ihrer Familie hin und her. Stevie durchlebt eine Phase der Wandlung, der Zerrissenheit, der Selbstzerstörung, die offen und ehrlich beschrieben wird. Ihr größter Feind: Sie selbst. Ihr Körper ist ihre Waffe und ihr Schlachtfeld zugleich, während sie unerbittlich gegen ihre Dämonen ankämpft. Meg Haston hat eine sehr mitreißende Art, den Leser ins Buch zu ziehen, sodass man von Anfang an gefesselt ist und erfahren möchte, wie es weitergeht – gerade durch die vielen Cliffhanger in der Sicht aus der Vergangenheit wird dieser Effekt verstärkt.

Die Story dreht sich dabei um Stevies Zeit im Therapiezentrum, um die Zeit, die unaufhaltsam verrinnt, während sie dem Jahrestag näher rückt, an dem ihr eigener Tod besiegelt werden soll. Oder wohl eher sollte – denn bevor Stevie sich zu Tode hungern kann, wird sie ans andere Ende der USA gekarrt und eingewiesen. Mit einer unerbittlichen Härte kämpft sie für ihr Recht auf den Tod, kämpft gegen sich selbst, mit einem Hass, der langsam bis auf die Wurzeln aufgedeckt wird, je mehr man über Stevie und ihre Vergangenheit erfährt. Der Tod ihres Bruders spielt eine große Rolle darin, ein einzigartiges Mädchen ebenfalls und auch die Abwesenheit ihrer kalten, perfektionistischen Mutter ist ein Auslöser für ihren schrecklichen Todeswunsch.

Die Charaktere sind dabei ebenfalls sehr realistisch und beeindruckend beschrieben. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, jeder kämpft allein und doch gemeinsam. Der Zusammenhalt unter den Mädchen ist geprägt von Kalorien, Einschränkungen und Ängsten, Neue in der Gruppe werden ebenso skeptisch beäugt wie Eltern zu Besuch. Der Therapiealltag war auf seine Art sehr bedrückend und doch auch befreiend. Man leidet mit Stevie mit, wenn man in ihr Leben eintaucht, wünscht sich so sehr ihre Genesung und gleichzeitig eine schnelle Erleichterung für ihre Seele, die von so viel Leid geprägt ist.

Was dieses Buch ist: Schwer. Leicht ist hier nichts, aber man kann sich wunderbar darin verlieren, mitfiebern, weinen und hoffen. Denn Hoffnung ist letztendlich das, was alle am Laufen hält, selbst wenn die Welt und der Kampf gegen sich selbst zu schwer wird. Meg Haston hat es geschafft, alles trotz der Schwere so wunderbar leicht zu machen.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

aurora rose reynolds, erotic romance, love, until love - asher, liebe

Until Love: Asher

Aurora Rose Reynolds
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 12.08.2016
ISBN 9783903130128
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hatte November vor, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, als sie ins beschauliche Tennessee zu ihrem Vater zieht. Ein wenig Zeit mit der Familie verbringen, sich wieder sicher fühlen – das ist alles, was sie will. Doch natürlich spielt das Leben nicht immer so mit, wie man es sich vorstellt, und November gerät in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Playboy Asher – heiß, verrucht und entschlossen, sie für sich zu gewinnen…

Meine Bewertung

Was es alles an Geschichten mit Bad Boys auf dem Buchmarkt gibt, ist immer wieder erstaunlich. Dabei gibt es immer wieder welche, die hervorstechen – „Until Love – Asher“ gehört leider zu der Kategorie, die für mich dadurch hervorgestochen ist, dass sie mir so gar nicht zusagen konnte. Aurora Rose Reynolds Auftakt der Reihe rund um die Mayson Brüder war leider kein gelungener Start.

 Das lag zu einem großen Teil daran, dass ich die Charaktere wahnsinnig unsympathisch fand. Asher war für mich weder sexy, anziehend, noch besonders freundlich. Man kann das zwar auf das „Bad Boy“-Klischee schieben, aber Asher war noch viel mehr als das. Er war tyrannisch und nervig, wenn ich an Novembers Stelle gewesen wäre, hätte ich ihn nach den ersten 100 Seiten als Stalker angezeigt. Dass Asher sie dauernd rumträgt wie ein Kleinkind, jeden Mann verprügeln möchte, der sie auch nur ansieht, und sie fast schon als seinen Besitz betrachtet, ging mir einfach nur auf die Nerven. Daran konnte ich auch nichts Romantisches finden – für mich war auch das ständige „Baby“, mit dem er November ab der ersten Sekunde betitelt, aufdringlich und abstoßend.

November war leider in ihrer Rolle auch viel zu schwach, um noch etwas retten zu können.  Anfangs konnte ich sie noch ganz gut leiden, doch sie versucht nicht einmal, etwas gegen Ashers wahnsinnig aufdringliches und bestimmendes Verhalten zu tun. Sobald er sie anfasst, tut sie alles, was er sagt – in dem Sinn ist sie deutlich schwächer als ihre neue beste Freundin Liz. Die gehört zu den Nebencharakteren, die ich wirklich gern hatte, dabei aber leider noch zu kurz kam. Im zweiten Band, der ihre Geschichte erzählt, wird sie jedoch schön ausgebaut.
Generell fand ich zumindest die Nebencharaktere gut ausgearbeitet, wobei ich da auch nicht alles so rosig war. Novembers Vater wurde mir zunehmend unsympathisch, ihr Onkel war okay, hatte aber zu wenig Spielzeit, um noch etwas reißen zu können. Auch die restlichen Mayson-Brüder hatten leider noch keinen großen Auftritt, der in den folgenden Büchern aber noch kommt.

Die Story hat mich anfangs sehr gepackt, ich wollte unbedingt wissen, was November dazu bewogen hat, umzuziehen, und woher die Bedrohung stammt, vor der sie flieht. Leider hat die Autorin die Liebesgeschichte so in den Vordergrund gestellt, dass die restliche Handlung nur den Anfang und das Ende ausgemacht hat – zwischendrin war davon so gut wie gar nichts zu merken. Auch der Schreibstil hat mich nicht unbedingt gepackt, da gerade in den erotischen Szenen einige Wiederholungen vorkamen, die mir irgendwann zu nervig wurden.

Alles in allem muss ich leider sagen, dass mit „Until Love – Asher“ ein Auftakt zu einer Reihe geschaffen wurde, die ich nicht weiterverfolgt hätte, wenn ich nur diesen einen Band daheim gehabt hätte. Da ich allerdings auch schon den zweiten Teil gelesen habe, der deutlich besser war, verbuche ich den Start unter „enttäuschend“ und hoffe, dass der Rest der Reihe konstant gut bleibt und von der Story und den Charakteren her nicht wieder auf das Startniveau hinabrutscht.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Farben des Blutes: Rotes Netz

Victoria Aveyard
E-Buch Text: 115 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 07.11.2016
ISBN 9783646928891
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Die Strukturen der Scharlachroten Garde sind kompliziert und verschlüsselt. Das stellt auch Hauptmann Farley immer wieder fest, während sie für das Gelingen ihrer Mission und die Infiltrierung Nortas kämpft. Dabei immer mit den Befehlen des Oberkommandos und ihres Generals konform zu gehen, ist nicht einfach – doch sie ist sich ihrer Sache sicher. Erst recht, als Shade Barrow auftaucht und zu einer Geheimwaffe in ihren Plänen wird…

Meine Bewertung

Als ich erfahren habe, dass die zweite Kurzgeschichte zu den „Farben des Blutes“ von Victoria Aveyard auch übersetzt wird, waren meine Freudenschreie groß. Schon die erste Kurzgeschichte habe ich verschlungen und geliebt, sodass mir klar war, dass ich „Rotes Netz“ definitiv lesen muss. Und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt.

Hauptmann Farley war in den Büchern eine meiner Lieblingscharaktere, weshalb ich mich sehr auf ihre Geschichte gefreut habe. Da ich den zweiten Teil der Reihe noch ungelesen im Regal stehen habe, waren viele Informationen über sie und den Aufbau der Scharlachroten Garde sehr neu für mich. Es gibt jedoch auch für Leser auf dem neuesten Stand einige Überraschungen, insbesondere tiefere Einblicke in die Beziehungen zwischen ihr und ihrer Gruppe.

Auch die Entstehungsgeschichte der Mission, durch die sie auf Mare getroffen ist, war sehr interessant und hat dem Leser einen besseren Einblick in Farleys Charakter beschert. Zu ihrer Person erfährt man zwar nicht so viel mehr, allerdings ist der Einblick in ihre Denkweise und die Organisation, die sie an den Tag legt, gut dafür geeignet, sie besser zu verstehen. Da Farley ein Charakter ist, an dem sich die Geister scheiden, hat sie diese zusätzliche Geschichte gut gebraucht.

Alles in allem ist die Kurzgeschichte gut dafür geeignet, einen tieferen Einblick in die Scharlachrote Garde zu gewinnen und einen interessanten Charakter näher kennenzulernen, der bisher ein wenig zu kurz kam. Auch die  Beziehung und Vorgeschichte zu Shade Barrow wurden gut ausgearbeitet, weshalb „Rotes Netz“ definitiv für alle Fans von Victoria Aveyards Erfolgsreihe geeignet ist.

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebe, one night stand, chocolate lovers, kinder, tara sivec

Kiss Me, Stupid!

Tara Sivec , Lisa Kögeböhn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.07.2015
ISBN 9783548286488
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

Karma kann schon übel sein – findet zumindest Claire. Eigentlich hatte sie nie ein Kind gewollt. Und als Sexspielzeugverkäuferin zu arbeiten, kam bei ihr auch nie in die Tüte. Trotzdem steckt sie Jahre nach einer durchzechten Nacht, in der sie nicht nur ihre Jungfräulichkeit, sondern auch ihr heiles Studentenleben verlor, in genau dieser Position fest. Ihr Kind flucht schlimmer als sie, doch die blauen Augen, die sie täglich sieht, erinnern sie immer an den Vater ihres Sohnes. Als dieser aus heiterem Himmel vor ihr steht, weiß sie gar nicht, wie ihr geschieht, doch eins ist klar: Er kann sich nur an den unwiderstehlichen Schokoladenduft erinnern, der immer noch an ihr klebt…

Meine Bewertung

Tara Sivecs „Chocolate Lovers“-Serie wurde als ziemlich großer Hit beworben und ist einer der ersten Lizenztitel, den Forever übernommen hat. Dank des interessanten Ansatzes, den der Klappentext vermittelt, und dem etwas derberem Humor, den ich erwartet hatte, war ich im ersten Moment ziemlich neugierig auf dieses Buch – im Verlauf der Geschichte hat sich allerdings schnell Ernüchterung breitgemacht.

Zuallererst muss ich sagen, dass die Grundstory wirklich lustig war und man viel draus hätte machen können. Claire hat kein leichtes Leben, das man mit viel Humor gut aufarbeiten könnte. Auch ihre „Beziehung“ zu Carter hätte durchaus interessant gestaltet werden können – aber leider war es nicht einmal annähernd so gut aufbereitet, wie ich erwartet hatte.

Was man bei „Kiss me, stupid“ beachten sollte, ist die derbe Sprache, die nach einer Weile einfach nur noch überzogen wirkt. Auf jeder Seite wird geflucht, vulgäre Ausdrücke aller Art sind an der Tagesordnung. Ich habe nichts gegen schmutzige Witze und Beschimpfungen, die auch mal ausarten, aber in diesem Ausmaß ist es einfach nur noch übertrieben und hat meinen Lesefluss extrem gestört. Man kann eine Geschichte auch erzählen, ohne in jedem dritten Satz Kraftausdrücke benutzen zu müssen. Witzig war das nämlich schon nach den ersten Kapiteln nicht mehr und spätestens, als auch noch Claires Sohn angefangen hat, schlimmer als sie zu fluchen, war es bei mir endgültig vorbei. Der Schreibstil ist damit einfach nur flach und die Witze basieren größtenteils auf Claires und Carters primitiven Gedanken.

Auch mit den Protagonisten kam ich einfach nicht klar. Es ist sicherlich Geschmackssache, aber ich fand Claire im Verlauf des Buches einfach immer etwas passiver und trotteliger. Carter konnte mich auch nicht überzeugen – er hatte zwar seine hellen Momente, aber im Großen und Ganzen fand ich ihn einfach nervig, ebenso wie Claires beste Freundin, die ihren Sexshop aufbaut.

Die Story war gerade bis zum ersten Drittel zu langsam. Nach den ersten Kapiteln ist ein Zeitsprung von mehreren Jahren drin, weshalb ich wieder aus dem Lesefluss gerissen wurde, danach hat die eigentliche Geschichte viel zu lange gebraucht, um richtig anzulaufen. Das ganze Drumherum war mir durch die Sprache einfach nicht lustig genug, als dass mich die dahinplätschernde Handlung noch irgendwie überzeugt hätte.

Alles in allem war das Buch für mich einfach nicht interessant und packend genug. Es gab zu viele Schwachstellen, weshalb ich auch die nächsten Teile nicht mehr lesen werde. Es hätte durchaus lustig werden können, aber für mich war es leider ein ziemlicher Flopp.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

royal me, romance, tina köpke, serie, monarchie

Royal Me: The Masquerade (Episode 1)

Tina Köpke
E-Buch Text
Erschienen bei null, 04.12.2016
ISBN B01MRJWS0B
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Nach einem Live-Enthauptung der russischen Thronfolgerin im Fernsehen müssen sich die Adelssprösslinge der Welt zu ihrer eigenen Sicherheit auf der Isle of Mull verschanzen. Das trifft die Blaublüter unverhergesehen – wer könnte schon nach ihrem Leben trachten? Die Bedrohung durch die Monarchierebellen wiegelt die ohnehin schon angespannte Stimmung unter ihnen auf. Sind sie bereit, ihren königlichen Pflichten zuliebe auf ihre Freiheit zu verzichten? Und welche Beziehungen entstehen zwischen den Thronerben?

Meine Bewertung

Ein schlichtes Cover, ein spannender Klappentext, Adelige und ihre Intrigen: Genau das war es, was ich beim Anblick von „Royal Me – The Masquerade“ gedacht habe. Tina Köpke hat die erste Episode ihrer Reihe, die ab dem nächsten März monatlich erscheinen wird, gut gestaltet, sodass ich direkt ein Auge darauf geworfen habe. Allerdings war es leider nicht ganz das was ich erwartet habe.

Zunächst einmal sollte man als Leser wissen, dass man mit vielen Sichten zu tun hat. Die Kapitel wechseln unter mehreren Charakteren, die jeweils in der 1. Person über sich erzählen. Anfangs fällt es etwas schwer, bei den vielen Namen den Überblick zu behalten, aber mit der Zeit hat man den Dreh raus und die Beziehungen zwischen den Charakteren begriffen und verinnerlicht.

Als Leser wird man direkt in die Handlung reingeschmissen, in der die Sprösslinge der Adelsgeschlechter rund um die Welt auf die Isle of Mull fliehen müssen, um nicht in die Hände der Terrororganisation zu fallen, die mit ihrem Titel „Monarchierebellen“ auch ziemlich gut ihre Ansichten ausdrückt. Wo die Handlung anfangs wirklich rasant und gut durchdacht beginnt, verliert sie sich jedoch im Verlauf der Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in der Glitzerwelt, die doch gar nicht so heil sein dürfte. Anfangs war ich wirklich mit voller Spannung dabei und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, inwiefern die Enthauptung der russischen Thronfolgerin noch eine Rolle spielt und die Monarchen eint. Allerdings wurde dieser Umstand für einen großen Teil des Buches völlig in den Hintergrund verdrängt. Nicht einmal der Bruder der Enthaupteten hat eine eigene Sicht bekommen, was der Geschichte deutlich an Pfiff verliehen hätte.

Trotzdem fand ich den Verlauf der Story nicht schlecht, selbst wenn es für meinen Geschmack doch etwas zu locker war. Ich mochte die meisten Charaktere, vor allem Priya, die indische Monarchentochter, hat es mir angetan. Auch Anouk, die isländische Prinzessin, hat etwas sehr Interessantes an sich mit ihrer kühlen, rationalen Art, die sich sehr von den anderen Charakteren abhebt. Bei den anderen fand ich den Umstand, dass sie einmal ein Land regieren sollen, einfach etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich zum Beispiel beim Italiener Val, der Französin Lina oder dem Engländer Oliver nicht einmal vermutet, dass sie in die Königshäuser eingebunden sind – vor allem ihre Umgangsformen, dieses lockere Beisammensein, haben mich immer wieder verwundert, da dort wirklich kaum etwas von Etikette zu sehen war, ebenso von Seiten der Angestellten. Ein wenig unrealistisch ist es ja schon, dass sich die hochrangigen Herrschaften wie in einer Jugendherberge Zimmer teilen müssen, um nur ein Beispiel zu nennen.

Trotz allem mochte ich Tina Köpkes Schreibstil und bin mir ziemlich sicher, dass man noch viel aus der Story rausholen kann, weshalb ich weiterhin am Ball bleiben werden – und hoffe, dass es sich mit der zweiten Episode auch lohnt.

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märchen, dornröschen, liebe, märchenadaption, teenager

Verflixte Flüche - Voll Verschlafen

Julia Bohndorf
E-Buch Text: 73 Seiten
Erschienen bei Eisermann - Verlag, 30.11.2016
ISBN 9783946172253
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Als Rosa aufwacht, ist nichts mehr so, wie sie es kannte. Ihre ganze Welt hat sich in den 500 Jahren, die sie in ihrem geheimen Turmzimmer verschlafen hat, grundlegend geändert. Aus ihrem Königreich wurde Hanau – und die Thronfolgerin ist in unserem Zeitalter keine Prinzessin mehr. Doch wie kommt sie zurück in ihr Märchen? Es bedarf der Hilfe eines wahren Prinzen, um sie wieder nach Hause zu bringe. Doch statt eines Prinzen trifft sie Niko. Wird sie es zurück in ihr Heimatschloss schaffen?

Meine Bewertung

Der Kurzroman „Voll verschlafen“ ist wieder  mal einer der Titel die mich nicht vom Cover, sondern auch vom Titel her sofort angesprochen haben. Dass es sich bei Julia Bohndorfs Werk um eine Märchenadaption eines meiner Lieblingsmärchen handelt, hat da auch einen großen Teil zu beigetragen, dass ich förmlich durch das Buch geflogen bin

Die Geschichte ist eigentlich relativ einfach gestrickt. Bei Dornröschens Märchen geht einiges schief, weshalb sie nicht nach 100 Jahren aus ihrem Schlummer erweckt wird, sondern erst 500 Jahre später – im heutigen Hanau. Dort trifft sie auf Niko, dem sie fast vor die Füße fällt. Gemeinsam versuchen die beiden, eine Lösung für Rosas vertrackte Situation zu finden, denn natürlich kennt sie sich in der heutigen Zeit nicht allzu gut aus, was für allerlei lustige Situationen verantwortlich ist.

Die Charaktere wirken durch ihre Jugend sehr niedlich, wobei mich ihr junges Alter zunächst etwas aus dem Konzept gebracht hat. Zu Rosa, wie Dornröschen genannt wird, passen ihre 15 Jahre recht gut, da sie an vielen Stellen auch etwas naiver und unbedarfter rüberkommt. Niko hätte ich anfangs jedoch gar nicht auf 16 Jahre geschätzt. Trotz seiner Jugendsprache klang er oft ziemlich erwachsen, was auch sein Verhalten vermuten ließ, weshalb sein wahres Alter für mich zunächst ein Schock war.

Allerdings haben mir die beiden im Verlauf der Geschichte viele lustige und emotionale Momente bereitet. Da das Buch sehr dünn ist, hat man nicht so viel Zeit, sich in die Charaktere hineinzufinden, aber trotz der Schnelligkeit der Geschichte schafft sie es immer wieder, den Leser zu fesseln, weil man wissen will, wie Rosa schließlich aus ihrer misslichen Lage entkommen könnte. Auch die Liebesgeschichte fand ich sehr niedlich umgesetzt.

Der Schreibstil der Autorin war ebenfalls locker und jugendlich, hat sich also sehr schön dem Buch angepasst. Trotzdem wirkte er nicht aufgesetzt. Gerade die Beschreibungen waren detailreich und trotzdem nicht ausufernd, sodass auch die Nebencharaktere ihre eigenen kleinen Handlungsstränge und Persönlichkeiten haben, die der Geschichte einen schönen Touch verleihen.

Alles in allem ist „Verflixte Flüche – Voll verschlafen“ ein sehr niedliches und lustiges Buch für zwischendurch. Das Ende war für mich persönlich etwas zu schnell und happy, weshalb ich mich schon sehr darauf freue, in den kommenden Teilen mehr über die schöne Welt der Märchen zu erfahren.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Drachennächte: Drachenasyl: Erotische Geschichten aus der Drachenhöhle

Lana G.
E-Buch Text
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 10.11.2016
ISBN 9783959916677
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hat sich Sarah nur um die Drachenfamilie in ihrem Haus kümmern wollen, die aus ihrem zerstörten Land geflohen ist. Auf keinen Fall sollen die netten Mitbewohner ein tristes Leben im Auffanglager fristen müssen! Doch die Behörden sehen das gar nicht gerne, und Sarahs Knie zittern schon, wenn sie an den ernsten Mr Moor denkt. Doch bald muss sie sich eingestehen, dass da nicht nur Furcht beim Gedanken an seine Handschellen mitschwingt …

Meine Bewertung

Auch den zweiten Drachenmondquickie habe ich ganz genau unter die Lupe genommen. Denn die erotischen Kurzgeschichten aus der Drachenhöhle versprachen mit „Drachenasyl“ von Lana G. einen etwas ernsteren Titel, der keine leichte Rahmenthematik hat.

Genau das Erwartete habe ich bei diesem Buch schließlich auch bekommen. Ich muss gestehen, dass ich anfangs sehr überrascht war, wie ernst die Autorin die aktuelle Flüchtlingsdebatte aufgreift und ausgerechnet in das gemeinsame Rahmenthema der Geschichten, nämlich die Drachen, verpackt. Allerdings mochte ich das sehr gerne, denn sie zeigt Missstände in der Gesellschaft auf, die nicht sein müssten.

Der Erotikanteil war schließlich eng mit diesem Rahmenthema verknüpft. Mr. Moor blieb für mich leider bis zum Ende hin unnahbar, trotzdem war der Stil dieser Autorin hervorragend, etwas expliziter als in „Fire & Dragon“, aber trotzdem nicht zu vulgär. Die heißen Szenen haben es definitiv prickeln lassen und haben auch eine gewisse Länge, die trotzdem nicht den Rest der Geschichte in den Hintergrund rücken lässt.

„Drachenasyl“ war definitiv eine sehr gelungene Kurzgeschichte aus der „Drachennächte“-Reihe und hätte gern noch über mehrere Seiten so weitergehen können. Ich mochte die Protagonistin, den Schreibstil der Autorin und vor allem das nahtlose Zusammenfügen der erotischen und ernsten Teile der Geschichte.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

engel, fantasy, halbengel, todesengel, liebe

Das Vermächtnis der Engelssteine - Blutopal

Saskia Louis
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783946172321
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Was wünscht sich jedes Mädchen zum Geburtstag? Einen Kristalldolch, einen heißen Todesengel und jede Menge Typen, die nach ihrem Leben trachten. Na gut, eigentlich wünscht sich Ella eher einen ruhigen Tag mit ihren Freundinnen, schlittert stattdessen aber direkt in einen Kampf, der ihr Leben verändert. Plötzlich wird sie von Engeln gejagt und soll auch noch selbst ein Halbengel sein – ein Halbengel, der noch wahnsinnig viel zu lernen hat. Dass sie auch noch die letzte ihrer Art und die Rettung der Menschheit sein soll, macht Ellas Schicksal nicht gerade leichter …

Meine Bewertung

 Seit ich bei einem Testleseauftrag vor einigen Monaten die Engelssparte im Genre Fantasy für mich entdeckt habe, bin ich schon um einige Bücher zu diesem Thema herumgeschlichen. Wie gut, dass ich durch die gemeinsame Blogtour zu „Tochter der Träume – Land im Schatten“ von Marie Weißdorn und „Das Vermächtnis der Engelssteine – Blutopal“ von Saskia Louis auch letzteren Titel noch in diesem Monat gelesen habe – denn damit habe ich genau das Buch gefunden, nach dem ich gesucht habe.

„Das Vermächtnis der Engelssteine – Blutopal“ hat mich ab dem ersten Kapitel mit der herrlichen Protagonistin Ella mitgerissen. Durch ihre jugendliche Sprache, die aber nicht abgedroschden klingt, ihren trockenen Humor und ihre Fähigkeiten, die sie erst nach und nach mühsam entwickelt, ist Ella eine Figur, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Gerade ihre kleinen Selbstzweifel machen sie so unheimlich menschlich, wobei sie das ja gar nicht ganz ist – denn Ella ist auch zur Hälfte Engel.

Das Verhältnis der Charaktere untereinander war schließlich der Punkt, durch den ich mich in dieses Buch verliebt habe. Alle Nebencharaktere sind so interessant gestaltet, gerade Gabe, der Todesengel, der Ella aufgabelt, war durch seinen dunklen Charme ein Traum für alle Herzen. Atrynna, kurz Tryn, die „Oberzicke“ der Todesengel, hat für allerlei Furore gesorgt, mich mit ihren Schlagabtäuschen Ella gegenüber begeistert, und Belao war wohl einer der nettesten, süßesten besten Freunde, die sich ein Mädchen wünschen kann. Es war kein Charakter dabei, der die Geschichte nicht bereichert hätte, ich habe ihre Interaktionen sehr genossen, denn trotz ihrer besonderen Wesen sind sie doch auch sehr menschlich und ihre Beziehungen äußerst interessant und an vielen Stellen lustig geschildert.

Die Geschichte beginnt schließlich ebenso spannend, wie sie auch endet. Ellas Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, ihre Freunde und Familie muss sie zunächst zurücklassen, schließlich wird man ja nicht jeden Tag von Zayat und Engeln verfolgt, die nach dem Tod lechzen! Dann muss sie sich auch noch ihrem Kampfunterricht stellen, der nicht gerade einfach ausfällt, und dann ist da immer noch Tryn, die ihr das Leben zur Hölle macht. Da wären Ellas Verfolger wahrscheinlich leichter auszuhalten … Gerade durch die anschaulichen Schilderungen von Ellas Leben und ihren Gefühlen kann man hervorragend in der Story versinken und auch die Idee mit den Engelssteinen wie dem Blutopal, der später im Buch eine große Bedeutung bekommt, ist sehr spannend umgesetzt. Am Ende sitzt man dann da und lechzt nach mehr – mehr von den Charakteren, mehr Story, neue Teile, immer her damit!

Für mich war „Das Vermächtnis der Engelssteine – Blutopal“ definitiv ein Lesehighlight und ich bin schon total gespannt auf die kommenden Bände. Saskia Louis schafft es mit ihrem Schreibstil, den Leser an die spannende Geschichte zu fesseln, der ich gerade am ereignisreichen Ende komplett verfallen bin.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Drachennächte: Fire & Dragon: Erotische Geschichten aus der Drachenhöhle

Fee Latio
E-Buch Text: 41 Seiten
Erschienen bei Drachenmond Verlag, 03.11.2016
ISBN 9783959916660
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt

Seit Jahren sind die Drachen vom Aussterben bedroht. Kein Wunder, dass Fire ihre Mission, den Grund dafür herauszufinden, todernst nimmt. Wenn ihr da nur nicht der unverschämte Rockstar Dragon dazwischenkommen würde. Schnell fliegen zwischen ihnen die Funken, doch kann ihre Liebe das Schicksal der Menschen und Drachen für immer verändern?

Meine Bewertung

Die neue Reihe „Drachennächte“ vom Drachenmond Verlag verspricht heiße Erotik und tolle Geschichten, die als gemeinsamen Fixpunkt das Thema „Drachen“ beinhalten. Der erste Teil dieser Kurzgeschichten, „Fire & Dragon“ klang durch die Rockstar-Thematik sehr ansprechend, weshalb ich ihn in einer freien Stunde durch die Kürze dazwischenschieben konnte.

Die Story dreht sich rund um Fire, eine Abgesandte der Drachen mit einer wichtigen Mission in der Menschenwelt, und Dragon, den draufgängerischen Rockstar, der mit einem Fluch belegt wird. Kaum lernen sich die beiden kennen, fliegen schon die Funken, doch eine bösartige Verschwörung gefährdet ihr Schicksal immer wieder aufs Neue.
Für den Einstieg in die neue Kurzgeschichtenreihe des Verlags war „Fire & Dragon“ sicherlich der richtige Titel. Er wechselt zwischen Fires und Dragons Sichten, wobei die Protagonistin von Anfang an sehr sympathisch ist, da sie eigentlich immer ziemlich überlegt handelt und trotzdem Stärke zeigt, wenn es nötig ist. Dragon erschien mir anfangs etwas arrogant, konnte mich jedoch gerade zum Ende hin durch seinen Mut, den er langsam trotz seiner körperlichen Unterlegenheit den Drachen gegenüber entwickelt, für sich gewinnen.

Der Stil war sehr direkt und hat den Auftakt der Reihe direkt feurig eingeleitet. Da von Anfang an klar sein sollte, dass es bei diesen Büchern höchst heiß zur Sache geht, ist auch klar gewesen, dass ein Großteil des Buches aus expliziten Szenen besteht. Dies war auch sehr gut gestaltet, die Sprache war insgesamt sehr anheizend. Manche Szenen waren durch die Kürze tatsächlich etwas abgehackt, allerdings fand ich auch den Rahmen der Geschichte und die Fantasyelemente sehr interessant und gut erklärt.

Alles in allem ist „Fire & Dragon“ ein schöner Auftakt für die neue Reihe und eignet sich hervorragend als sexy Geschichte für Zwischendurch. Gerade die Charaktere und die interessante Rahmenhandlung geben den erotischen Szenen ein schöne Aufbereitung.

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44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

götter, magie, träume, fantasy, könig

Tochter der Träume

Marie Weißdorn
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 15.10.2016
ISBN 9783946172574
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Seit Jahren beherrscht ein grausamer König das Land Mirandor, in dem Leyna bisher trotz der Gewalt seiner Soldaten in Frieden leben konnte. Wie in jedem Jahr steht wieder die Auswahl an, in der vier auserwählte Kinder der Götter festgenommen werden, um das Land vor ihrem Einfluss zu schützen – so behauptet es zumindest der Tyrann. Als Leyna bei der Auswahl ihre durch die Göttin des Herbstes verliehene Macht spürt, sieht sie schon ihr Ende nahen. Doch das Mal auf ihrer Schulter, das als Zeichen ihrer Erwählung erscheinen sollte, zeigt sich nicht. Auf einer wagemutigen Reise, deren Ziel es ist, Leynas Kräfte zu stärken und den König zu entthronen, findet sie neue Bekannte: Freunde und Feinde, die alle ihre Geheimnisse haben. Und auch die Welt der Träume und Illusionen hält einige Überraschungen für das Gotteskind bereit…

Meine Bewertung

Das Cover ist ein Traum, der Klappentext spannend und verlockend: Genau das waren meine Gedanken, als ich Marie Weißdorns „Tochter der Träume – Land im Schatten“ in der Vorschau des Eisermann Verlags entdeckt habe. Schon lange vor Erscheinen stand für mich fest, dass ich es lesen muss. Und siehe da: Es hält, was es verspricht.

In der Geschichte folgen wir Leyna durch die magische Welt Mirandor, die einst den vier Göttern unterstand, die auch für die einzelnen Jahreszeiten stehen. Ihre Vertreter unter den Menschen, die Gotteskinder, werden jedoch vom tyrannischen König nach der traditionellen Auswahl gefangen genommen. Noch nie kehrte einer von ihnen zurück.
Die Grundidee erinnert an einige bekannte Dystopien, gerade durch das Schema der Auserwählten. Doch Marie Weißdorn macht daraus etwas vollkommen Neues, versetzt die Leser in eine interessante High Fantasy-Welt und verleiht ihrer Protagonistin einen sehr sympathischen Touch, indem diese für die Gerechtigkeit einsteht und auch ein persönliches Interesse daran hat, den König zu stürzen.

Leyna war anfangs ein Charakter, mit dem ich nicht so schnell warm geworden bin. Dann nahm allerdings meine Sympathie für sie zu, denn sie lernt schnell dazu, kombiniert klug und macht durchaus menschliche Fehler, die sie greifbarer machen. Ihre Emotionen wurden durch den angenehmen Schreibstil der Autorin sehr gut hervorgehoben. Auch die Nebencharaktere, allen voran Sivan und Tarin, ihre Reisebegleiter, haben die Story an vielen Stellen aufgelockert und durch ihre von Grund auf unterschiedlichen Charakterzüge für interessante Wendungen gesorgt, die ich in dem Maß nicht vorhergesehen habe.

In der zweiten Hälfte des Buches nimmt die Geschichte sehr rasant an Spannung zu, während Leyna immer mehr auf ihre Kräfte vertraut. Gerade die Hintergrundinformationen, deren Großteil lange verschlossen gehalten wird, sorgen für Neugier beim Leser. Sivans schweigsame Art hat mir ordentlich zu denken gegeben, Leynas Kräfte haben mich auf Trab gehalten, während ihre Macht anwuchs, und auch die Götter, über die ich im zweiten Teil der Reihe gern noch mehr erfahren würde, waren innovativ gestaltet und hätten gern noch ein wenig mehr Spielzeit haben können. Die Prophezeiungen und Rätsel in Gedichtform haben ebenfalls sehr gut zum Buch gepasst und man kann deutlich daran sehen, wie vielfältig Marie Weißdorns Schreibstil ist.

Der Epilog des Buches schreit förmlich nach einer Fortsetzung, in der die Geheimniskrämerei und Rätselraterei sicherlich noch weitergehen wird. Ich habe es sehr genossen, endlich mal wieder ein tolles Fantasy-Buch ohne eine Liebesgeschichte im Vordergrund zu lesen. „Tochter der Träume – Land im Schatten“ ist somit definitiv eines meiner Highlights in diesem Monat.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fuchs, stern, freundschaft, poetisch, märchenhaft

Der Fuchs und der Stern

Coralie Bickford-Smith , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.10.2016
ISBN 9783458176862
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt

Ein kleiner Fuchs lebt allein in seinem Wald, weder die Käfer, noch die Bäume oder Kaninchen sind seine Freunde. Lediglich Stern, sein leuchtender Begleiter, weist dem ängstlichen Fuchs den Weg durch den großen Wald. Doch eines Tages ist Stern nicht da und Fuchs muss sich auf die Suche nach seinem Freund machen, so furchterregend der Wald auch für ihn ist.

Meine Bewertung

Kinderbücher sind normalerweise nicht mehr die Sparte, die ich allzu oft lese. An „Der Fuchs und der Stern“, das ich in der englischen Fassung im Buchladen habe stehen sehen, konnte ich jedoch nicht ohne Interesse vorbeigehen. Schon die Aufmachung, die auch im Deutschen mit dem wunderschönen Leineneinband und den silbernen Rankenverzierungen gestaltet ist, lässt bibliophile Herzen höher schlagen. Für ein Kinderbuch ist diese Ausgabe sehr edel gestaltet – deshalb musste ich sie einfach haben.

Auch die Innengestaltung des Buches lässt wirklich nicht zu wünschen übrig. Die zauberhaften Illustrationen, die hochwertigen, festen Seiten, die auch Kindern gefallen werden, sind beim Durchblättern definitiv ein Eyecatcher. Gleichzeitig werden auch Eltern ihren Spaß daran haben, die herrlich niedliche Geschichte um den kleinen, ängstlichen Fuchs zu erzählen. Der Fuchs lebt im dichten, dunklen Wald, wo er keine Freunde hat. Nur Stern, sein Begleiter, erscheint in jeder Nacht am Himmel, um ihm den Pfad zu erleuchten und ihn aus seiner Kuhle zu locken. Doch eines Nachts ist Stern verschwunden und Fuchs muss seinen ganzen Mut zusammennehmen, um seinen Freund wiederzufinden.

Für mich ist „Der Fuchs und der Stern“ eines der schönsten Bücher in meinem Besitz – es ist aufwendig und sehr hübsch gestaltet, verbirgt eine niedliche, zauberhafte Geschichte und wird sicherlich auch vielen Kindern gefallen. Wer Wert auf die Aufmachung von Büchern legt, sollte hier definitiv zugreifen!

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Savior Agency

Sara Metz
Flexibler Einband: 588 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.11.2016
ISBN 9783741282560
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Inhalt

Als Agent der Savior Agency hat Joshua Dagger schon ziemlich komplizierte Fälle gesehen. Fälle, in denen er Morde verhindern oder kleine Kinder vor heranrollenden Zügen retten musste – kein Problem, wenn man als Savior durch die Zeit reisen und alle Katastrophen gerade biegen kann. Als er jedoch dazu angeheuert wird, den Selbstmord des erfolglosen Künstlers Hektor Frattini zu verhindern, gerät Josh an seine Grenzen. Um Hektor in seiner Welt der Farben einen Lichtblick zu verleihen, muss er sich nicht nur auf die erste, richtige Freundschaft seit Jahren einlassen, sondern auch die Zeit bis aufs Äußerste strapazieren. Werden seine Bemühungen ausreichen oder versinkt Hektor im tiefen Tal der Hoffnungslosigkeit?

Meine Bewertung

Ich. Bin. Immer. Noch. Platt.
Ich kann nicht mehr genau sagen, wie lange ich „Savior Agency – The Knight of Time“ schon kenne. Das Buch habe ich inzwischen schon dreimal gelesen, anfangs noch in der rohesten Rohfassung. Ich habe diesem Baby beim Wachsen zugesehen und bin begeistert, wie groß es geworden ist. Das Buch jetzt nochmal in der finalen Fassung gelesen zu haben hat mich unheimlich emotional und glücklich gemacht – ich konnte wie am ersten Tag mit den Charakteren und ihren komplizierten, verworrenen Wegen durchs Leben mitfiebern.

Zeitreise-Thematiken gibt es häufig. „Savior Agency“ ist jedoch kein reiner Zeitreise-Roman. Dieses Buch ist so viel mehr und geht so viel tiefer auf die Abgründe der menschlichen Psyche ein. Mit viel Charme in ihrem Schreibstil zeichnet Sara Metz mit ihrer Geschichte ein Bild von Depressionen und Hoffnungslosigkeit, von der Bedeutung von Freundschaft und den Wert, den diese in einem so kleinen Menschenleben einnehmen kann.

Freundschaft ist das, was der erfolglose Künstler Hektor Frattini benötigt. Doch Joshua hatte so gut wie nie Freunde. Er ist einer der erfolgreichsten Agenten in der Savior Agency, wird mit Auszeichnungen überhäuft und  ist sich sicher, dass ihn nichts aus der Bahn werfen kann. Doch dann trifft er auf Hektor. Und Hektor ist nicht einfach nur ein Fall – Hektor ist der wohl komplizierteste Fall in Joshs Geschichte. Um ihn zu retten, reicht es nicht aus, einen Mörder k.o. zu schlagen oder eine Bombe zu entschärfen. Der Mörder ist seine Angst, die Bombe sein Herz, das in der Dunkelheit schlägt, die sein Leben umhüllt. Nach außen hin gibt sich Hektor glücklich und plappert den ganzen Tag munter vor sich hin, in vielerlei Hinsicht gleicht er manchmal einem kleinen Kind, das Josh in den Wahnsinn treiben kann. Doch nachts kommen die Dämonen zum Vorschein, die ihn auffressen wollen. Hektors Charakter ist somit einer der vielschichtigsten, von denen ich jemals gelesen habe, seine Depressionen so real gestaltet, dass ich ihn in den Arm nehmen und ihm eine dicke Kuscheldecke überlegen wollte. Man muss ihn nicht verstehen können, um mit ihm mitzufühlen, und doch schafft Sara Metz es, ihren Lesern eindrücklich vor Augen zu führen, wie sich Depressionen auf das Leben eines Menschen auswirken können, bis sie ihn in den seelischen Ruin treiben.

Unser Protagonist Josh ist im Gegensatz zu Hektor sehr erwachsen und zynisch, doch auch er trägt eine ungeheure Last mit sich rum. Bei ihm ist es Trauer, die ihn zu Boden zieht, und auch den Unterschied zwischen Depressionen und diesem Gefühl macht die Autorin ganz deutlich. Trotzdem ist Joshua manchmal auch ziemlich schusselig und ziemlich liebenswert in seinem Versuch, wieder eine emotionale Bindung zu einem Menschen aufzubauen. Die Entwicklung der Freundschaft zwischen ihm und Hektor ist einzigartig und rundum gelungen, der Leser wird in den chaotischen Haushalt der Beiden hineingesogen und fiebert bis zur letzten Sekunde mit.
Auch die Nebencharaktere sind überaus gut ausgearbeitet. Allen voran Green, der Savior-Punk mit der großen Klappe kann die Stimmung auflockern und sorgt auch immer wieder mit seinen wüsten Beschimpfungen und seiner sarkastischen Art für lustige Momente. Der Humor, der in diesem Buch steckt, ist für den ein oder anderen Leser zunächst sicher erstmal gewöhnungsbedürftig, doch gerade die Situationskomik und die schrägen Angewohnheiten der Charaktere, sowie ihre liebevollen Schlagabtäusche machen den Reiz des Buches noch größer.

Die Zeitreise-Thematik kommt bei all den ernsten Momenten natürlich auch nicht zu kurz. Die Autorin konstruiert hier eine Welt, in der auch Fanatismus eine wichtige Rolle spielt, in der nicht jeder die Savior Agency als den heiligen Gral und Retter ansieht, der alles schaffen kann. Auch die Nachteile von Zeitreisen werden abgebildet, ebenso wie ihre Grenzen, und das System, mit dem sich die Saviors durch die Zeit bewegen, ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Trotzdem wird man als Leser nicht mit Informationen überhäuft, sondern bekommt vieles erst durch Joshs Sichtweise mit, in der er einige Aspekte auch erst später am eigenen Leib erfährt.

Ich bin verliebt in dieses Buch, das gebe ich ehrlich zu. Und das nicht nur, weil ich es so lange kenne. Hätte ich nur die finale Fassung gelesen, wäre es mir auch so ergangen – ich liebe die Charaktere, die so unglaublich vielschichtig und kompliziert sind, die ihre eigenen Probleme haben, die sie nur lösen können, wenn sie zusammenhalten. Ich liebe es, dass das Buch so realistisch ist, trotz der fantastischen Aspekte. Depressionen sind real, sie haben ernste Konsequenzen, und sie sind nicht gesund – Punkt. Sie können Menschenleben zerstören. Doch so, wie sie eine arme Seele zerreißen können, sind sie auch in der Lage, von Grund auf verschiedene Menschen zusammenzuschweißen, wenn diese um das Licht am Horizont kämpfen. „Savior Agency – The Knight of Time“ ist anders, aber auf eine unglaubliche, fantastische, wunderschöne Art. Es nimmt den Leser an der Hand, führt ihn hinein in eine Welt, deren gesamtes Farbspektrum man erst nach und nach erkennt, und doch wirkt es nicht belehrend, wenn es ernste Themen aufgreift. Joshuas und Hektors Geschichte hat mich so tief berührt, dass sie wohl auf ewig zu meinen Highlights im Bücherregal zählen wird. Ich will meine geliebten Charaktere nicht mehr missen und freue mich schon darauf, wenn auch ihr in den Genuss der Fortsetzung kommen werdet, die ich ebenso ins Herz geschlossen habe.

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422 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

black blade, fantasy, monster, jennifer estep, magie

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Nach dem Turnier der Klingen ist Lilas Leben nicht mehr das, was es einst war. Als Diebin ist sie stets unerschrocken und risikobereit, doch selbst sie kann nicht leugnen, dass Cloudburst Falls zu einem gefährlicheren Ort mutiert ist. Die Macht der schwarzen Klingen, die Victor Draconi für seine Familie sammelt, könnte alle anderen Clans unwiderruflich auslöschen. Doch Lila ist fest entschlossen, sich an dem Mörder ihrer Mutter zu rächen. Als die Situation zwischen den Familien eskaliert, droht das Mächteverhältnis jedoch zu kippen – und nur die außergewöhnlichen Fähigkeiten der begabtesten Diebin Cloudburst Falls‘ können das Unheil über der Stadt noch abwenden…

Meine Bewertung

Wie groß war doch die Freude, als der dritte Teil der „Black Blade“-Trilogie von Jennifer Estep ins Haus flatterte! Nach dem zweiten Band, den ich im Vergleich zum ersten deutlich weiter vorne im Spannungsbereich sah, fand ich das Finale leider doch wieder etwas schwächer als seine Vorgänger.

Zum größten Teil lag das für mich an der fehlenden Charakterentwicklung. Ja, man mag sagen, dass die Charaktere im dritten Band einer Trilogie schon weit genug entwickelt sind und sich nicht mehr großartig ändern werden, allerdings fand ich gerade Lila zum Ende hin immer eintöniger. So paradox es klingen mag, selbst wenn sie scheitert, gelingt ihr durch eine große Portion Glück an ihr Ziel zu kommen. Die Gegebenheiten in Cloudburst Falls scheinen ihr immer in die Hände zu spielen, gerade im dritten Teil wurde mir also klar, dass sie mir einfach zu übermächtig wurde.

Devon hingegen, der immer noch als ihr Love-Interest angepriesen wurde, hat mal wieder durch Abwesenheit geglänzt. Ja, er war zwar an ihrer Seite, aber bemerkenswert langsam und passiv in der Geschichte. Da hat ihm Jennifer Estep schon eine der coolsten und mächtigsten Fähigkeiten der Trilogie angedichtet, aber im Endeffekt stellt er so gut wie nie etwas damit an und sie wird auch nicht wirklich in den Vordergrund gerückt. Devon und Lila sind zwar ein süßes Paar, aber da sie meistens getrennt unterwegs sind, fiel es mir schwer, ihre Beziehung nachzuvollziehen und gut zu finden. Für mich blieb Devon einfach sehr farblos und war kein aktiver Charakter.

Die Nebencharaktere fand ich jedoch wieder ziemlich gut gelungen. Gerade Felix und Deah konnten mich für sich einnehmen und auch über Claudia und Seleste hätte ich gern mehr erfahren. Insgesamt war die Entwicklung der Nebencharaktere jedoch ziemlich gut ausgeprägt und meistens ziemlich unterhaltsam.

Storytechnisch fand ich Band 3 der Reihe zwar stark, jedoch hätte er wesentlich innovativere Ideen aufweisen können. Zwischendurch waren Verfolgungsjagden oder Kämpfe so weit über die Seiten gestreckt, dass ich teilweise doch vieles an Anspannung eingebüßt habe. Jennifer Estep beherrscht es zwar, den Leser an die Seiten zu fesseln, doch ich fand leider den Abschluss der Trilogie doch sehr vorhersehbar.

Mit seinen Vorgängern konnte dieser Band der Reihe rund um die Diebin Lila leider nicht mithalten, allerdings war er immerhin noch eine solide Fortsetzung und hat einen zufriedenstellenden Schluss geliefert.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

maddie holmes, liebe, summertime, erotik, verlassen

Summertime - Dein Herz bei mir

Maddie Holmes
Buch: 280 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 11.11.2016
ISBN 9783903130104
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

Ein Neuanfang ist alles, was Colin braucht. Fernab von Crestwood, dem Ort, wo ihn seine Ehefrau Erica verließ, nachdem sie ihn betrogen und ihm das Baby eines Fremden dagelassen hat. An seiner Seite sind nur seine alten Freunde, als er umzieht, und das Kind, das er liebt wie sein eigenes: Leia. Doch als er in Los Angeles Summer kennenlernt, die gerade von ihrem Freund verlassen wurde, brauen sich am Sommerhimmel schon erste Gewitter zusammen. Werden ihm die Folgen dieser neuen Bekanntschaft zum Verhängnis?

Meine Bewertung

Seit ich in der Leserunde zu „Riverside – Ein Teil von dir“ von Maddie Holmes schon erfahren habe, dass sie eine eigene Geschichte für den sympathischen Colin plant, war ich hin und weg von der Aussicht, mehr über ihn lesen zu können. In „Riverside“ hat er für mich mit zu den interessantesten und liebenswertesten Charakteren gehört, sodass ich auch etwas skeptisch war, was für eine Partnerin er nun in der Fortsetzung an die Seite gestellt bekommen soll. Doch Maddie Holmes hat es mit „Summertime – Dein Herz bei mir“ geschafft, mich restlos zu überzeugen.

Maddie Holmes hat eine ganz besondere Art, den Leser in die Geschichte einzuführen. Sie schreibt unheimlich berührend, ihr Stil ähnelt einer Reise, bei der man an der Hand genommen wird und durch die Geschichte geführt. Sie stellt dem Leser ihre Charaktere nicht nur vor, man erhält einen kleinen Spiegel, der direkt in die Seele der Protagonisten leuchtet – und diese sind durch ihr Handeln so menschlich, dass man einfach mit ihnen fühlen muss.
Wie nicht anders zu erwarten war, nachdem ich ihn in „Riverside“ schon geliebt habe, war Colin auch im zweiten Teil, der seine eigene Geschichte darstellt, mein absoluter Favorit. Er ist keiner dieser Bad Boys, die überall im Romance-Genre herumschwirren, er ist dezent überfordert mit seiner Situation, versucht aber alles, um wieder auf eigene Beine zu kommen. Sein Hauptinteresse liegt darin, Leia zu beschützen. Leia, seine Tochter, die nicht einmal biologisch von ihm gezeugt, die von ihrer Mutter und seiner Noch-Ehefrau einfach im Krankenhaus gelassen wurde. Leia und Colin sind ein wahnsinnig süßes Duo, man spürt die Herzenswärme, die er seinem „Krümel“ gegenüber empfindet. Stellt man den beiden dann noch Summer an die Seite, eine quirlige, temperamentvolle Frau, die das komplette Gegenteil von Erica ist, ist die Geschichte von der Charaktersicht aus einfach perfekt gelungen. Selbst Erica, das Miststück (entschuldigt den Ausdruck, aber sie ist einfach eine grauenhafte Person!) ist als „Antagonistin“ gut gelungen. Gut genug zumindest, dass ich sie während des Lesens mehrmals aus dem Fenster werfen wollte – und die Fallhöhe aus dem 7. Stock ist schon ziemlich weit.

Auch der Plot mit dem kleinen Lügengebilde, das sich immer weiter aufbläht, weil sich Colin vor Summer richtig zum Affen macht, war lustig und emotional mitanzusehen. Er tat mir ebenso leid wie sie, denn sie wurden beide verletzt und haben genau die heile Beziehung verdient, die sie zunächst schon allein durch die Umstände und seine Lügen nicht bekommen können. Zusätzlich gibt es da noch Leia, um die sich Colin kümmern muss, das ganze Drama mit seiner Ex-Frau, und auch Summer schleppt ihr eigenes Päckchen mit sich herum, das aus ihrer letzten, sehr abrupt beendeten Beziehung stammt.

Obwohl mir an einigen Stellen der erotische Anteil schon einen Ticken zu viel war, hat mich das Buch dennoch restlos überzeugen können. Die Charaktere machen den Charme der Geschichte aus, die schnell überzeugt und den Leser  mit einem warmen Gefühl im Herzen zurücklässt.

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1.070 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 206 Rezensionen

mona kasten, liebe, begin again, vergangenheit, new adult

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hatte Allie gedacht, durch ihren Umzug würde alles anders werden. Ein neuer Name, eine Typveränderung, ein kompletter Neuanfang, und schon könnte sie vergessen, aus welchem Elternhaus sie kommt. Doch unter der Oberfläche brodelt es und auch die Suche nach einer neuen Bleibe macht es Allie nicht leicht. Als sie nach einigen Besichtigungen verzweifelt auf den attraktiven Kaden trifft, erscheint sein freies WG-Zimmer als Glücksgriff – der Mitbewohner jedoch eher weniger. Kaum dass einzieht, stellt er schon die drei elementaren Regeln ihres Zusammenlebens auf. Doch Allie kann weder ihren „Weiberkram“ für sich behalten, noch sich in seiner Präsenz dazu zwingen, sich von ihm fernzuhalten…

Meine Bewertung

„Begin Again“ von Mona Kasten war eines der Bücher, die ich im Jahr 2016 am sehnlichsten erwartet habe. Monatelang vorbestellt, hielt ich es endlich in der Hand und war von der ersten Seite an so an die Geschichte gefesselt, dass ich mit den Protagonisten in allen Lebenslagen mitgelitten und -gelacht habe.

Nachdem ich letztes Jahr den Horror von etlichen WG-Besichtigungen durchlebt habe, fiel mir der Einstieg, der sich im Buch mit Allies Suche nach einer annehmbaren Bleibe genauso gestaltete, denkbar leicht. Auch Allies coole Art, ihre emotionalen Ausbrüche, ihre Begeisterung für Superheldenfilme, süßen Dekokram, Badebomben und ausgefallene Pizza konnte ich teilen. Für mich war Allie einfach eine sehr authentische Person, die ich vollkommen nachvollziehen konnte, da sie wirklich viele Gemeinsamkeiten mit mir aufweist, weshalb sie definitiv eine meiner liebsten Protagonistinnen dieses Jahres ist. Zudem ist sie zwar sehr stark in ihrem Handeln, hat aber auch ihre schwachen Momente, die sie menschlich machen und zeigen, dass jeder irgendwann an einen Punkt kommt, an dem es nicht mehr weitergeht.

Auch Kaden, ihr Mitbewohner, seines Zeichens selbsternannter Dauermiesepeter mit einer Vorliebe für lange, beschwerliche Wanderungen, war jedoch nur auf den ersten Blick der Bad Boy, für den er sich verkaufen wollte. Ich fand es sehr angenehm, wie er sich in den schwierigen Momenten in Menschen reinfühlen und ihnen helfen konnte, und wer ihn mit seinen wahnsinnig niedlichen Aktionen am Ende immer noch nicht lieb gewinnen kann, ist wohl beim falschen Buch gelandet. Auch die Nebencharaktere aus ihrem Freundeskreis habe ich wahnsinnig lieb gewonnen, allen voran Dawn und Spencer, um die sich auch die Fortsetzung „Trust Again“ drehen wird. Ich wäre am liebsten ins Buch gehüpft, wenn von einem gemütlichen Abend mit Pizza die Rede war, doch es gibt auch immer wieder schockierende Stellen in der Geschichte, die ich so nicht habe kommen sehen.

Mona Kasten versteht es wirklich, mit den Gefühlen ihrer Leser zu spielen. Ich hatte an so vielen Stellen Mitleid mit Allie und Kaden, die beide nicht ganz einfacher Erinnerungen mit sich herumschleppen und deshalb so oft komplizierter reagieren, wenn es um ihre sich anbahnende Beziehung geht. Durch den flüssigen, angenehm leichten Schreibstil konnte ich mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren, die für mich definitiv zu meinen Highlights des Jahres zählt.

Was für mich das Buch jedoch noch viel magischer und berührender gemacht hat, war die Playlist, die eingefügt wurde. Auch wenn ich sie während des Lesens nicht hören konnte, hatte ich alle Lieder, die auch im Buch vorkamen, immer im Kopf. Ich teile Allies Musikgeschmack vollkommen, und jedes Mal, wenn irgendein Interpret mit einem Song auftauchte, nach dem ich verrückt bin, hat mein Herz für dieses Buch noch lauter geschlagen. Ich kann euch wirklich nur empfehlen, die Playlist nebenbei laufen zu lassen, wenn ihr die Möglichkeit habt. Gerade „Begin Again“ von Taylor Swift gehört zu meinen Lieblingsliedern, und dass das Buch genauso heißt, während es die Musik so schön aufgreift und wiederspiegelt, hat es für mich wirklich zu einem Herzensbuch werden lassen.

Allie und Kaden haben mich nachdrücklich verzaubert und berührt. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung „Trust Again“, freue mich darauf, meine liebgewonnenen Charaktere wiederzutreffen und kann euch „Begin Again“ sehr ans Herz legen!

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Seductio - Von Monden erwählt

Regina Meißner
E-Buch Text: 403 Seiten
Erschienen bei neobooks, 31.10.2016
ISBN 9783738084702
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

So sehr Ivory es auch verhindern wollte, war sie doch nicht stark genug, das Tor geschlossen zu halten. Nun ist es an ihr, Kilian und Lenidas, die Schatten aus der menschlichen Welt zurück nach Embonis zu bringen. Doch die neue Freiheit berauscht einige in unersättlichem Maß. Wenn sie jetzt noch siegen will, muss Ivory ihrem größten Gegner entgegentreten – dem Urvater aller Schatten. Doch die Vergangenheit rüttelt an ihr und droht, sie wieder in ihren verwirrenden Armen verschwinden zu lassen…

Meine Bewertung

Was. Für. Ein. Grandioser. Abschluss! Ich kann noch nicht so ganz fassen, wie sehr mich „Seductio – Von Monden erwählt“ mitgerissen hat, doch eins ist klar: Regina Meißner Abschlussband der Reihe rund um Ivory ist definitiv der Beste. Ich habe mitgefiebert, mitgebangt, gehofft, und schließlich das Ende gelesen, das mich einfach umgehauen hat. Seductio ist eine Reihe, die sich unaufhörlich steigert, und das Ende war eine wahre Explosion an Gefühlen, Kreativität und vielen Storysträngen, die zu einem Abschluss zusammengewoben wurden, der viele offene Fragen geklärt und ordentlich Emotionen erzeugt hat.

Auch im dritten Teil der Reihe begleiten wir Ivory auf ihrem gefährlichen Weg, der mitten durch die Menschenwelt, wieder hinein ins Reich der Decessaren führt. Nachdem das Tor geöffnet wurde und die Schatten wahllos Menschen umbringen, muss die Schlüsselträgerin alles versuchen, um diesem grausamen Chaos ein Ende zu setzen. Regina Meißner hat es geschafft, dieses Szenario in all seinen bewegenden Abgründen zu inszenieren, während man als Leser Ivorys Hoffnung und gleichzeitig auch die Angst teilt, die sie immer weiter vorantreiben. Das Geschehen hangelt sich an einer kleinen Karte entlang, die das Gespann rund um  die Schlüsselträgerin findet. Darauf sind immer weitere Stationen vermerkt, die Ivory immer mehr Anhaltspunkte zum wahren Wesen der Decessaren bieten. Die vielen Informationen, die man in diesem Band über die ärgsten Feinde der Menschen erhält, haben mich mehr als einmal stocken lassen, da sie sich hervorragend in die Geschichte einfügen und die ein oder andere Erkenntnis die ganze Reihe über versteckt vor dem Leser lag, jedoch erst zum Schluss ans Tageslicht trat.

Wenn man zurückblickt, merkt man wirklich, dass unsere Protagonistin eine riesige Entwicklung durchgemacht hat. Selbst wenn die Lage hoffnungslos erscheint, kämpft Ivory weiter, sie lässt sich nicht unterkriegen und schafft es auch, Kilian und Lenidas Paroli zu bieten. Auch über diese zwei Begleiter auf ihrer Reise erfährt man im Abschlussband einige Details, die dabei helfen, ihre Charaktere runder zu machen und zu einem angemessenen Gesamtbild beizutragen. Die Dynamik des Trios war es schließlich, die mich förmlich am Buch hat kleben lassen, und es gab so einige Wortwechsel, die mich in ihrer Absurdität wirklich zum Lachen gebracht haben.

Die Auflösung war schließlich ganz anders als erwartet, aber ich denke, die meisten Leser werden sie lieben. Auch wenn ich Ivory gern an der Seite eines anderen Charakters gesehen hätte, bin ich mit dem Ende vollkommen zufrieden. Es liegt etwas Melancholie darin, ein wenig Trauer, aber auch viel Hoffnung, und das macht diesen Band zu einem ganz besonderen Highlight für mich. Ivorys Reise hat mich in ihren Bann gezogen, die Charaktere sind so authentisch, die Storyline so gut geplant und durchdacht, dass man am Ende zwar noch ein paar winzige Fragen hat, die Spielraum für eigene Interpretationen bieten, aber auch einen krönenden Abschluss nach einer langen Reise durch die Dunkelheit der Schatten, die Ivorys Leben bevölkern. Mit „Seductio – Von Monden erwählt“ ist es der Autorin gelungen, ihren bildhaften Sprachstil mit einer wundervollen Story zu kombinieren, sodass dieses Buch definitiv den Höhepunkt der Reihe darstellt und Fans der vorgehenden Bände sicherlich ebenso mit sich reißen wird, wie mich.

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50 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebe, amnesie, erinnerungen, linda schipp, geheimnis

Memories To Do

Linda Schipp
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 09.07.2016
ISBN 9783959914321
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt

17 Jahre sind aus Allies Gedächtnis getilgt worden. Von einem Tag auf den anderen fehlt ihr die Erinnerung an ihr halbes Leben: Die Geburt ihres Kindes, ihre eigene Hochzeit, alles ist durch einen unglücklichen Unfall verschwunden. Allies Gedächtnis ist auf dem Stand ihres 17-jährigen Ichs. Um herauszufinden, wer sie ist, bleibt nur eine Möglichkeit: Ihr alter Freund Luis, der die letzte Person ist, an die sie sich erinnern kann, soll mit ihr in ihre Heimatstadt Townsend reisen. Doch was wird Allie finden, wenn ihr Gedächtnis wieder aufgewühlt wird? Und welches Geheimnis steht zwischen Luis und ihr? Eine Liste mit allen Erlebnissen, die sie nachholen will, begleitet Allie auf ihrem steinigen Weg zu ihrem Glück…

Meine Bewertung

Hach. Schon wieder so ein Herzschmerzbuch, ein Buch zum verlieben und träumen, zum aufatmen und mitfiebern. Ein Buch, das Herzklopfen und Gänsehaut vorantreibt, mit so viel Gefühl und liebenswürdigen Charakteren, dass man es kaum aus der Hand legen mag.
Seit ich Linda Schipp auf der Autorenmesse 2016 in Frankfurt getroffen und „Memories To Do“ noch in der Selfpublisherausgabe gekauft habe, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Jetzt kam ich endlich dazu, und habe damit direkt wieder einen Drachenmondtitel durchgesuchtet, der ein besonderes Highlight des Verlags ist – und das zurecht.

Unsere Protagonistin Allie ist ein komplexer Charakter mit vielen Gefühlen, die nicht allein für ihre Verwirrung sorgen. Von Anfang an fand ich die junge Frau sympathisch, ganz egal, in welcher Lebenslage sie sich gerade befand. Ihre Erfahrungen haben sie deutlich geprägt, sie ist ein dreidimensionaler Charakter mit einer breiten Emotionsspanne, die auch sehr passend ausgeschöpft wird. Allie kam mir während des Buches nicht nur wie ein fiktiver Charakter, sondern wie ein Mensch vor, den man genauso gut auf der Straße treffen könnte. Ihr Gedächtnisverlust macht sie angreifbar, aber auch stärker, und ich fand ihre unerschütterliche aber gleichzeitig sensible Art, ihren Weg zu finden, unheimlich bezaubernd.

Auch die anderen Charaktere, die Linda Schipp konstruiert hat, haben voll ins Herz getroffen. Selten habe ich in einem Liebesroman so bemerkenswert tiefgründige Figuren getroffen, deren Beweggründe und Handlungen man leicht nachvollziehen kann, auch wenn man sie nicht in Ordnung findet. Mehr als einmal habe ich während des Buches mit mir gerungen, ob Allie tatsächlich bei ihrem Ehemann bleiben oder Luis, ihren alten Freund, wählen sollte. Es war eine besondere Dreiecksbeziehung und obwohl ich normalerweise dieses Klischee nicht ausstehen kann, war die Umsetzung hier so erfrischend und ergreifend, dass ich nicht daran mäkeln kann. Es hat der Stimmung im Buch einen besonderen Pluspunkt verpasst, eine dramaturgische Spitze, die mich immer weiterlesen lassen wollte.

Der Name des Buches ist hier auch Programm. Wer stur darauf hofft, dass Allie ihre alten Erinnerungen wiederfindet, sollte sich das aus dem Kopf schlagen. Hier geht es um neue Erlebnisse und darum, den eigenen Lebensweg zu finden. Natürlich spielt Allies Amnesie hierbei eine wichtige Rolle, aber es geht um so viel mehr: Die Bedeutung von Familie und Freundschaft, den Stellenwert von Liebe und natürlich auch darum, dass das Leben nicht immer so spielt, wie man es gern hätte. Trotzdem sollte man versuchen, damit klug umzugehen und auch in schlechten Zeiten nach dem Licht zu greifen, dass das Leben trotz allem zu bieten hat.

Neuanfänge und alte Erinnerungen mischen sich zu einem emotionalen Buch, das nicht nur typische Liebesroman-Leser begeistern wird. Mir ging Allies Geschichte zumindest sehr ans Herz, die lebendigen Charaktere und das Drama in der Story wurden clever versponnen und bilden eine intensive Atmosphäre, aus der man sich weder befreien kann noch will. Ein absolutes Highlight in dem Genre!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Die Lilienprinzessin

Jennifer Heine
E-Buch Text: 382 Seiten
Erschienen bei Forever, 09.09.2016
ISBN 9783958181366
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Eigentlich hatte Anna nur vor, einen weiteren, aufregenden Sommer im Camp mit ihren Freunden zu verbringen. Doch als sie durch ein magisches Portal in eine Welt voller Gestaltwandler, Krieger und Clans geworfen wird, die um ihre Gunst buhlen, ändert sich ihr Leben dramatisch. Auf die Erde kann sie nicht zurück, in Moluur wird sie vom bösen Prinzen Shilar gefangen gehalten. Doch Hilfe naht in Gestalt von Aiden, der sie zurück zu ihrer Familie bringen soll. Bald wird Anna jedoch klar, dass Shilar noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand hat – und sie die Prophezeite ist, die das Land in einen Krieg führen kann, der die Clans wieder vereinen könnte…

Meine Bewertung

Selten fallen mir Rezensionen so schwer, wie bei diesem Buch. Dank Netgalley und Forever konnte ich „Die Lilienprinzessin“ von Jennifer Heine als Rezensionsexemplar lesen, und habe mir von dem schönen Cover und dem interessanten Klappentext einiges mehr versprochen, als ich schließlich bekommen habe. Lange habe ich schließlich auch gegrübelt, wie ich das Buch denn nun bewerten soll, denn auf der einen Seite hatte ich einige Kritikpunkte, die allgemeingültig sind, andererseits ist mir bewusst, dass meine Meinung deutlich anderen Bloggermeinungen widerspricht. Da ich allerdings auf meinen Geschmack eingehe, hat das Buch leider wirklich nicht gut abgeschnitten, obwohl ich ernsthaft gehofft hatte, einen wahren Glücksgriff getan zu haben.

Fangen wir an bei unserer Protagonistin Anna. Sie war leider mein größter Makel an der Geschichte. Von Anfang an konnte ich mich so gut wie gar nicht mit ihr identifizieren, geschweige denn arrangieren. In meinen Augen ist sie unheimlich naiv, hinterfragt zu wenig, und ist an vielen Stellen eine übertriebene Mary Sue. In den entscheidenden Momenten gelingt ihr so gut wie alles, sie hat nebenbei noch Zeit, über die heißen Typen neben ihr zu schwärmen, und natürlich kann sich die Prophezeite kaum zwischen zwei möglichen Partnern entscheiden. Wenn ihr etwas mal nicht gelingt, ist es nur dazu gut, damit sie sich von einem der zwei zur Wahl stehenden Männern retten lassen kann. Anna ging mir nach  einer Weile so dermaßen auf den Zeiger, wie kaum eine Protagonistin zuvor, was wahrscheinlich auch größtenteils der Grund ist, dass ich das Buch so negativ sehe. Da es aus ihrer Sicht geschrieben ist, ich aber wirklich selbst den Handlungsstrang des Bösewichts Shilar noch interessanter fände als Anna, war es für mich einfach ein totaler Reinfall.

Die anderen Charaktere waren mir größtenteils auch zu blass. Einzig Aidens Schwester Chloe, die etwas quirlig ist, aber trotzdem Verantwortung übernehmen kann, mochte ich, während ich ihren Bruder zwar auch etwas lieblos gestaltet fand, aber immer noch interessant. Die restlichen Charaktere waren mir einfach zu sehr auf wenige Charakterzüge begrenzt und damit definitiv zu farblos. Gerne hätte ich mehr über ihre Hintergründe erfahren, doch da sich das Geschehen auf Anna und Neylar, den heißen Krieger an ihrer Seite (Vorsicht, hier haben wir das Liebesdreieck!) konzentriert, war das leider auch nicht mehr drin.

Die Story an sich konnte mich leider auch überhaupt nicht fesseln. Für mich war der Plot zu verwirrend und irgendwie ohne einen richtigen roten Faden. Wie oft Anna baden geht oder sich mit einem Reinigungszauber sauber macht, interessiert mich in dem Fall nämlich einfach weniger als Shilars Motivation hinter seinen Taten. Mir kam der Plot einfach zu unstruktiert und unausgereift vor, ich kam kaum in die Geschichte rein, und gepaart mit meiner nicht besonders geliebten Protagonistin war da einfach für mich nichts mehr zu holen. Außerdem fand ich auch die Beschreibung der Welt an vielen Stellen zu undurchschaubar, die Städte hätten ruhig noch durch mehr Beschreibungen ergänzt werden können, und auch die Strukturen innerhalb der Clans und der Familien untereinander noch besser erklärt. Nebenbei bemerkt: Wenn ein Buch in einer High Fantasy-Welt wie Moluur spielt, kann ich durchaus verstehen, dass einige Namen schwerer auszusprechen sind und bin auch darauf vorbereitet, dass ich sie mir nicht auf Anhieb alle merken kann. Allerdings erwarte ich auch dabei eine Logik innerhalb des Buches, denn wenn dann plötzlich wieder englische Städtenamen oder Begrifflichkeiten auftauchen, die eindeutig ans Italienische und Lateinische angelehnt sind, passt das für mich einfach nicht mehr rein.

Normalerweise würde ich wegen einiger Rechtschreibfehler kein großes Fass aufmachen. Allerdings waren in der „Lilienprinzessin“ gravierende Fehler drin, die ich einfach nicht übergehen kann. Ich sage nichts dagegen, wenn sich einzelne Tippfehler einschleichen. Wenn bei einem professionellen Verlagslektorat jedoch nicht einmal auffällt, dass statt „Epilog“ tatsächlich „Prolog“ über dem letzten Kapitel steht, kann man meinen Unmut hoffentlich nachvollziehen, denn dies ist auch nicht der einzige Fehler dieser offensichtlichen Art, der übersehen wurde.

Für mich war „Die Lilienprinzessin“ leider eine Enttäuschung, allerdings gibt es sicherlich Leser, die anderer Meinung sein werden. Bildet euch am besten selbst eine Meinung darüber, ich hoffe, ihr werdet vor allem an der Protagonistin mehr Gefallen finden als ich.

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126 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, umzug, postkarten, liebesgeschichte, reise

Dich immer wiedersehen

Jennifer E. Smith , Ingo Herzke
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551556592
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Ausgerechnet an einem der heißesten Tage des New Yorker Sommers bleibt ein Fahrstuhl in einem Appartmentgebäude stecken. Während des Stromausfalls, der die ganze Stadt, de niemals schläft, lahm legt, sitzen dort zwei Menschen drin, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Lucy ist still, eine Träumerin ohne Freunde, dafür aber mit viel Reiselust. Owen hingegen hat gerade einen wichtigen Teil seines Lebens verloren und tut sich in der neuen Heimat New York schwer. Was folgt ist eine Nacht voller Zauber und Dunkelheit, eine Nacht mit den Sternen, die sonst vom Licht der Großstadt überstrahlt werden. Doch jede Nacht findet mal ein Ende, so wie auch diese – und Owen und Lucy müssen verstehen lernen, dass Distanz ebenso wie Heimweh nicht unbedingt an Orte gebunden sein muss…

Meine Bewertung

Selten passiert es mir, dass ich reine Liebesgeschichten so ansprechend finde, dass ich das Buch als Rezensionsexemplar anfrage. Als ich jedoch gesehen habe, dass „Dich immer wiedersehen“ auf Netgalley steht, wollte ich es einfach mal probieren, denn Jennifer E. Smith hat mich als Autorin schon lange gereizt und ich war wirklich gespannt, endlich mal eines ihrer Bücher zu lesen. Dass mich dieser Titel jedoch emotional so mitnehmen würde, hätte ich wirklich nicht erwartet.

Gleich zu Anfang lässt sich sagen: Dieses Buch hat etwas Magisches, etwas Altes, etwas Stilles und Melancholisches. Magisch: Die traumhaften Szenerien. Alt: Der Postkartenstil einiger Kapitel. Still: Die Protagonisten. Melancholisch: Die Geschichte. Diese vier Faktoren verschmelzen zu einem Buch, das mich nicht so einfach loslässt. Ich habe die Protagonisten in den ersten Kapiteln ins Herz geschlossen, die Story eingesaugt und das Buch oft verflucht, aber umso inniger geliebt.

Die Geschichte ist eigentlich denkbar einfach: Lucy und Owen treffen sich während eines Stromausfalls unfreiwillig im selben Aufzug und wandern nach ihrer Befreiung durch das plötzlich stille New York. Beide haben mit ihren Familien keine einfache Vorgeschichte, beide haben viel Schmerz zu verkraften, und beide spüren sofort die Anziehung zwischen ihnen. Wo ich normalerweise Instalove kritisiere, muss ich hier gestehen, dass ich sie genossen habe, denn ebenso wie die sanft dahinschleichende Tragik der Geschichte hat sie etwas Zartes, ganz Zerbrechliches, sodass man sich kaum traut, die Augen für ein Blinzeln zu schließen, um bloß nichts zu verpassen oder zu zerstören. Diese Liebesgeschichte sollte eigentlich zum Scheitern verurteilt sein, über Kontinente hinweg, während sich Lucy und Owen doch gerade erst kennengelernt haben – und doch zeigt das Buch, dass Heimat nicht unbedingt ein Ort sein muss. Heimat kann auch ein Mensch sein, sodass man mit Heimweh ins Bett geht, wenn man doch längst „zu Hause“ ist.

Jennifer E. Smith versteht es wirklich, Atmosphäre zu erschaffen, sei es bei den Beschreibungen der Reisen und der neuen Orte, die sie vermittelt, oder bei den Gefühlen der Protagonisten, die gar nicht allzu genau geschildert werden, dem Leser aber trotzdem völlig klar sind. Dabei gewinnt das Buch etwas wahnsinnig Melancholisches, in dem sich wohl auch viele Leser wiederfinden können. Hier geht es nicht nur um eine reine Liebesgeschichte, hier geht es um Abschied und Verlust, um Heimat und Geborgenheit, um zurücklassen und zurückgelassen werden. Kurz, es ist eine Geschichte mit viel emotionaler Wucht, bei der man auch den Schreibstil entweder lieben oder hassen kann. Ich fand gerade die Kapitel sehr schön, die abwechselnd Lucy und Owen behandeln und dabei immer wieder Bezug aufeinander nehmen, indem sie zum Beispiel in der Länge oder an den Formulieren aufeinander abgestimmt sind. Die Aufteilung des Buches in fünf Abschnitte mit kurzen Titeln ist ebenfalls bezaubernd und sehr harmonisch, und rührt gerade dann sehr tief im Emotionstopf, je näher man dem Ende kommt und je mehr Gewicht Worte wie „Überall“ und „Nirgendwo“ bekommen.

„Dich immer wiedersehen“ hat es geschafft, mich vollkommen für sich einzunehmen, und es wird sicherlich nicht das letzte Buch von Jennifer E. Smith sein, das ich anrühre. Lucy und Owen haben mich verzaubert und so herzlich in ihre Reise aufgenommen, dass Heimat nun gewiss keine seichte Phrase mehr für mich ist.

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777 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

mondprinzessin, mond, fantasy, ava reed, liebe

Mondprinzessin

Ava Reed
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783959913164
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt

Niemals hätte Lynn gedacht, dass ihr siebzehnter Geburtstag so seltsam verlaufen würde. Eigentlich hatte sie mit fadem Kuchen und der Abneigung der Heimbewohner gerechnet – aber bestimmt nicht damit, dass ihr Arm anfängt zu leuchten. Als dann auch noch ein sprechender Waschbär auftaucht und sie herausfindet, was es mit dem Sternbild auf ihrem Körper auf sich hat, verändert sich ihre ganze Welt. Und der Mondkrieger Juri hält auch noch einige Überraschungen für seine Prinzessin bereit…

Meine Bewertung

Was soll man zu einem Buch sagen, dass einem das Herz auf scherzhafteste Art und Weise rausgerissen hat, das man aber trotzdem abgöttisch liebt? Die „Mondprinzessin“ von Ava Reed ist mein erstes Buch für diesen Monat und hat direkt einen starken Posten für den Favoritenstatus. Mein Herz hat sich immer noch nicht von dieser Folter erholt, aber eine Selbsthilfegruppe würde definitiv helfen, um mit der emotionalen Wucht des Buches fertig zu werden.

Die Charaktere passen perfekt in die Story rein. Lynn war von Anfang an sehr sympathisch, ihre Vorgeschichte und ihre Art haben sich hervorragend eingefügt. Ihre anfangs etwas pessimistische Art, ihre Zurückhaltung und ihre Nervosität haben eine unheimliche Wandlung durchgemacht. Aus dem unsicheren Mädchen wurde eine starke Anführerin, die für ihre Überzeugung kämpft. Der Waschbär Tia ist dabei ihre süße Gefährtin und hat mich immer wieder zum Lachen gebracht, weil sie wirklich entzückend ist. Die Dialoge im Buch laden auch immer wieder dazu ein, die Chemie zwischen den Charakteren zu spüren, vor allem wenn Juri auf Lynn trifft. Oftmals sind mir Geschichten, in denen sofort ersichtlich ist wo der Love-Interest liegt, nicht besonders sympathisch, aber hier hat einfach alles sofort gepasst. Ich habe so sehr mit den Charakteren mitgefiebert, ihre Geschichte hat mich sofort einnehmen können.

Auch die Story an sich ist nur so an mir vorbeigeflogen. Ava Reed hat ein sehr angenehmes Erzähltempo in dem Buch verarbeitet, was die Geschichte spannend hält und den Leser nicht unbedingt mit allen Infos überschüttet, sondern alles nach und nach bekannt gibt. Lynn muss sich ebenso wie wir Leser zunächst an die neue Welt gewöhnen, auf die sie katapultiert wird. Deshalb waren auch die Beschreibungen des Mondes sehr hilfreich und zudem so fantasievoll, dass ich gar nicht aufhören konnte, davon zu träumen. Zu gerne hätte ich diese wunderschöne Fantasiewelt selbst einmal gesehen, denn die Beschreibungen habe ich förmlich in ihrer Pracht inhaliert.

Generell empfand ich die fantasievollen Beschreibungen als sehr ansprechend und innovativ. Auch die Entstehungsgeschichte der Sternenkinder, alle kleinen Details und Hintergrundinfos waren mit viel Liebe ausgearbeitet und haben viel Platz zum Staunen gelassen. Auch die kleinen, gedichtähnlichen Gedankenfragmente am Anfang jedes Kapitels waren sehr verträumt und haben einige Markierungen als Lieblingsstellen bei mir bekommen.

Das Ende war schließlich wirklich unerwartet und zerstörerisch. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, man wird einfach mitgerissen und weiß schließlich gar nicht, wie man damit umgehen soll – es ist ganz anders als erwartet, und Ava versteht sich wirklich darauf, das gesamte Buch über immer wieder falsche Fährten zu legen, die am Ende aufgeklärt werden. Ich konnte es kaum glauben, aber im Nachhinein empfand ich das Ende als sehr passend, auch wenn meine Gefühle nun definitiv eine Erholungspause benötigen. Trotzdem ist die „Mondprinzessin“ frisch, neu und innovativ, und eignet sich hervorragend zum Träumen und Lieben.

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577 Bibliotheken, 26 Leser, 0 Gruppen, 150 Rezensionen

nina mackay, plötzlich banshee, banshee, fantasy, feen

Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Als ob Alanas Leben als Privatdetektivin mit einer besonderen Vorliebe für Unglück nicht schon schwer genug wäre, tauchen in Santa Fe immer mehr blutleere Leichen auf. Natürlich taucht der attraktive Ermittler Dylan Shane genau dann auf, wenn es dem Tollpatsch auf zwei unsicheren Beinen am wenigsten passt. Wie soll sie ihm verschweigen, dass sie über den Köpfen der Menschen rote Ziffern sieht, die die restliche Lebenszeit anzeigen? Während Alana langsam begreift, dass ihre Stadt ebenso wie sie längst nicht so normal ist, wie sie dachte, spitzt sich die Lage bedrohlich zu – und bringt das Leben ihrer Liebsten in Gefahr…

Meine Bewertung

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, endlich ein Buch von Nina MacKay zu lesen, deren Humor – wie ich jetzt bestätigen kann – wirklich einzigartig ist. „Plötzlich Banshee“ ist schließlich das erste Buch aus ihrer Feder geworden, das ich verschlungen habe, und es wird definitiv nicht mein letztes bleiben.

Die Geschichte beginnt mit Alana, einer mehr oder weniger erfolgreichen Privatdetektivin, die über Zugdächer springt, um wildfremde Menschen zu retten. Ganz normal, wenn man die Lebensuhren aller sehen kann, die um einen herum sind. Alana ist so ziemlich die skurrilste Protagonistin, die man sich vorstellen kann, und die lebende Katastrophe, die über die Erde walzt. Kein Wasserspender ist vor ihr sicher, und wenn Dylan, der Ermittler der Polizei, am selben Fall wie sie beschäftigt ist, rast sie nur von einem Unglück ins Nächste. Dabei ist Alana trotzdem so liebenswert und nachvollziehbar, dass man wirklich mit ihr mitfühlt. Für mich war sie die beste Figur des gesamten Buches, und ihre Gedankenwelt hat mich ebenso oft wie ihre schrägen Aktionen zum Lachen gebracht. Hello Kitty-Unterwäsche inklusive!

Auch die Nebencharaktere, die die Geschichte weitgehend vorantreiben und Alana oftmals den richtigen Weg weisen, sind größtenteils gut ausgearbeitet und haben viele kleine Details, die sie einzigartig machen. Besonders Clay, der Leprechaun und Alanas Mitbewohner/bester Freund/Seelenverwandter, heitert den Leser das Buch über auf und spielt zudem eine ziemlich wichtige Rolle. Er ist eigentlich der Antrieb, den unsere Protagonistin braucht, und steht damit oftmals ebenso im Zentrum des Geschehens wie sie. Dabei ist er ungemein lustig, einfühlsam, und man wünscht sich selbst, ihn zum Freund zu haben. Auch die anderen Charaktere wie Trinity, Siri oder Morgan haben einiges in Petto und bringen immer wieder Schwung ins Buch.

Einige Fragen sind trotz des rasanten und gut durchdachten Finales weiterhin offen geblieben. Gerade zum Ende hin ging es mir dann etwas zu schnell, wobei einige Punkte auf der Strecke geblieben sind. Und auch die kurzen Sichtwechsel zwischendrin fand ich irgendwann eher hinderlich als hilfreich, weil man vollkommen aus Alanas Sicht gerissen wurde und plötzlich für einen kurzen Abschnitt bei jemand anderem ist. Dies sind jedoch nur kleine Mängel und trüben trotzdem nicht den Spaß, den man an diesem lustigen und doch sehr emotionalen Buch hat. Sollte es eine Fortsetzung geben (was ich stark hoffe!) wäre ich auch glücklich, noch mehr über die magischen Wesen zu erfahren, die bisher noch kaum zur Geltung kamen.

Alles in allem ist „Plötzlich Banshee“ eine gut durchdachte, witzige und rasante Story mit liebenswerten Charakteren und einem erstaunlich emotionalem Ende.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

talente-reihe, mira valentin

Der Krieg der Talente (Die Talente-Reihe 3)

Mira Valentin
Flexibler Einband: 552 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551300553
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt

Das Schicksal fordert die Talente aus aller Welt zum letzten Kampf gegen ihre natürlichen Feinde heraus. General Mahdi ruft zum Endkampf, im Gepäck einen Heiler, den auf der anderen Seite eine alte Geliebte erwartet. Melek ist eine andere geworden und kann sich ihrer Sehnsucht nach den Faunen hingeben – wenn da nicht ein winziger Teil in ihr wäre, der sie immer noch an die Talente kettet. Ist der Endkampf überhaupt noch abzuwenden, oder stehen Faune und Talente sich am Ende auf einem Schlachtfeld voller Leichen gegenüber?

Meine Bewertung

Emotional, packend, mitreißend: Die Talente-Reihe von Mira Valentin lässt sich mit vielen Worten beschreiben, doch kaum eins wird dem Gefühlschaos gerecht, dass der „Krieg der Talente“ im Leser hinterlässt. Es ist ein einziges großes Abschiednehmen, eine Achterbahnfahrt der besonderen Art. Selbst Stunden nach dem Lesen hat das Ende diesen bittersüßen Nachgeschmack, sodass man immer noch darüber nachdenkt und sich gar nicht wirklich von den liebgewonnenen Charakteren trennen will.

Apropos Charaktere: Wir nehmen nicht nur im übertragenen Sinne Abschied, Mira hat tatsächlich nicht mit Toden im letzten Teil gegeizt. Immer wieder gibt es Anlass für verdrückte Tränchen, wobei die letzten Kapitel dabei ordentlich drauflegen. Dafür gibt es auch einige neue Charaktere, die man entweder lieb gewinnt oder abgrundtief hasst, und auch einige unserer altbekannten Talente und Faune machen ziemlich interessante Wandlungen durch. Die Autorin schafft es spielerisch, die zwei Sichten im Buch zu einer vollendeten Geschichte zu verweben, eine Struktur reinzubringen, in der weder Handlungsstränge noch Charaktere vergessen werden. Dabei geht es sowohl um Einzelschicksale, vor allem bei Melek, Levian, Erik und Jakob, aber auch um das Wohl der gesamten Armee und der Faune. Dass Mira Valentins gesamte Armee Mahdi den Tod wünscht, wird durch die Geschehnisse im „Krieg der Talente“ erst recht unterstrichen. Hasswellen sind da einfach vorprogrammiert, wenn der General mit dem Leben seiner Truppen und dem Wohle der Menschheit spielt.

Es ist immer wieder interessant, wie schnell sich das Blatt wenden kann, und eines ist klar: Auch in diesem Teil der Reihe gibt es so viele überraschende Wendungen, dass man andauernd ins Staunen gerät. Hat man einmal eine Theorie, wie es ausgehen könnte, wird man garantiert schon im nächsten Kapitel wieder tausend andere haben – es gibt einfach so viele unerwartete Begegnungen, viele Details, auf die man achten muss, dass sich am Ende erst das große Gesamtbild zusammenfügt und einen epischen Schluss garantiert, bei dem wohl jeder mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinausgeht.

Wenn man auf die vergangenen Monate zurückschaut und sieht, welche Entwicklung die Talente durchgemacht haben, wo die Reihe gestartet ist und wie sie schließlich ihr (vorläufiges) Ende gefunden hat, ist es ein weiter, aber vor allem überraschender Weg. Die Talente sind mehr als eine Buchreihe. Fans lieben die Charaktere so sehr, dass es zahlreiche Cosplayer gibt. Ganze Events zu der Buchreihe wurden inszeniert, das Gemeinschaftsgefühl ist riesig und im Mittelpunkt des ganzen steht diese Geschichte – eine Geschichte rund um Freundschaft, Liebe und den Mut, sein Schicksal selbst zu bestimmen. Auch wenn es nicht einfach ist, die Talente halten zusammen. Und ich denke, dass es sicherlich viele Lektionen gibt, die man aus den Büchern mitnehmen kann, sowie die Liebe zu der Geschichte, die so viele unterschiedliche Menschen vereint hat. Ich danke Mira Valentin dafür, dass sie ihre Welt mit uns teilt und auch wenn der Abschied noch schwer fällt: Die Talente werden für immer in unseren Herzen bleiben.

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