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Das Ende ist erst der Anfang

Chandler Baker , Gerda Bean , Vivien Heinz
Fester Einband
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522202480
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

An ihrem 18. Geburtstag steht für Lake eine große Wahl an: Nur einen Menschen darf sie von den Toten wiederauferstehen lassen. Ihr Versprechen bindet sie an ihren Bruder Matt, der nach seiner Wiederauferstehung von seiner Querschnittslähmung geheilt wäre. Doch dann sterben ihre beste Freundin Penny und ihr Freund Will – und Lake steht vor einem Abgrund, aus dem sie nicht mehr rausfindet. Darf und soll sie sich entscheiden? Die Last auf ihr wird immer größer, je näher ihr Geburtstag rückt – und je näher sie Geheimnissen kommt, die sie nie erfahren sollte …

Meine Bewertung

Wow. Das ist erste Wort, das mir zu diesem Buch einfällt, sobald ich anfange, darüber nachzudenken. Einfach nur wow – Chandler Baker hat mich hier von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. „Das Ende ist erst der Anfang“ war ein Buch, an das ich ohne große Erwartungen rangegangen bin, das mich aber tief beeindruckt zurückgelassen hat.

Was hier in der Geschichte rund um die 17-jährige Lake aufgezogen wird, ist eine große Frage nach Ethik und Moral, die mit dem Tod und der Möglichkeit einer Wiederbelebung einhergeht. Sie umfasst auch die Frage nach der Sterbehilfe und was ein Leben eigentlich lebenswert macht – wie weit darf man gehen? All diese Fragen haben sich langsam entfaltet, je weiter ich gelesen habe, und mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Lake war mir als Protagonistin trotz einiger Wesenszüge, die sie manchmal kindlicher machten, als sie normalerweise ist, sehr sympathisch. Ihr Weltbild wird durch den Tod ihrer Freunde Penny und Will erschüttert, und ihre Situation ist keine leichte.

Was ich auf jeden Fall sehr interessant fand, war Lakes Umgang mit der Situation. Sie hat sich nach dem Unfall, bei dem Penny und Will starben, viele Gedanken gemacht, und steckt in einem Dilemma fest, dessen Ausweg nur sie selbst bestimmen kann. Trotzdem versuchen ihre alle reinzureden – ihre Eltern, die Familien ihrer verstorbenen Freunde, ihre Psychologin und am meisten ihr eigenes Gewissen.  Doch die Wahl besteht nicht nur zwischen Penny und Will, sondern auch zwischen ihrem querschnittsgelähmten Bruder Matt, mit dem sie sich eigentlich nicht gut versteht. Und wiegt Familie nicht schwerer als Freunde? Aber was, wenn deine Freunde deine neue Familie geworden sind, als die alte dich abwies? Was, wenn jeder Geheimnisse vor dir hat, und jedes einzelne deine Entscheidung wenden kann?

Was ich unglaublich gut gemacht fand, waren die vielen Twists in dem Buch. Lake wird auf eine Schatzsuche geschickt, um die geheimen Wünsche ihrer Freunde zu finden. Und dabei entdeckt sie auch Verborgenes, das sowohl Penny und Will, wie auch ihre Familie von ihr ferngehalten haben. Am Ende bleibt ihr nur einer: Ein Freund, Ringo, sie und ihre Situation verstehen kann.

Ringo war aber tatsächlich auch das einzige Manko an diesem Buch. Innerhalb von 23 Tagen entwickelt sich da eine Beziehung, die ich so kurz nach Wills Ableben nicht erwartet hatte und auch nicht richtig nachvollziehen kann. Denn Ringo wirkt ein bisschen wie der Special Snowflake, der Lake als Krücke dient, dabei hat er wesentlich mehr verdient. Und ich wünschte, Autoren würden aufhören, ständig bei Teenager-Charakteren dieses elitäre „Ich bin was Besseres, weil ich die Beatles höre“-Klischee raushängen zu lassen. Hier ist es mir an Ringos Freundesgruppe aufgefallen, dass alle irgendwie besonders sein mussten und jeder, der einfach nur normal war, als langweilig oder zurückgeblieben galt. Diesen Erzählstrang hätte man meinetwegen einfach streichen können, denn förderlich für die Geschichte fand ich ihn nur in ganz wenigen Punkten, und Lakes Umgang mit Ringo ist in meinen Augen auch absolut nicht gesund.

Trotzdem hat mich das Buch durch seine Hintergründe, durch die moralische Debatte und durch das Ende sehr fasziniert und beeindruckt. Ich würde es definitiv jedem empfehlen, der gern selbst mitdenkt und den ethische Fragen interessieren, die hier manchmal nur angerissen werden, aber noch tiefer hätten ergründet werden können. Alles in allem war Lakes Geschichte trotzdem unterhaltsam, herzzerreißend und in vielen Punkten sehr unerwartet für mich.

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33 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Ein bisschen Abenteuer, bitte!

Saskia Louis
E-Buch Text: 328 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 04.09.2018
ISBN B07H3R7VW2
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Mayas Leben könnte nicht normaler sein, bis sie aus ihrer Komfortzone heraustritt. Normal und langweilig war gestern: Ab jetzt wird sie abenteuerlustig, wild und macht sich keine Gedanken mehr darüber, was andere von ihr halten. Ein Trip nach Eden Bay soll ihr helfen, sich selbst neu zu erfinden. Und was ist aufregender als eine heiße Affäre mit einem Fremden? Blöd nur, dass Nathan, ihr Fremder erster Wahl, von ihrer stürmischen Art überhaupt nicht überzeugt ist. Alles was er will ist Normalität - doch Mayas Chaos stellt Eden Bay ganz schön auf den Kopf ...

Meine Bewertung

Darf ich bitte auch nach Eden Bay ziehen? Die kleine Hafenstadt hat es mir nach diesem herrlich frischen Buch einfach richtig angetan. Schade, dass sie sich nur zwischen den Buchdeckeln befindet, aber das hält mich nicht davon ab, immer wieder daran zurückzudenken. Denn Saskia Louis hat "Ein bisschen Abenteuer, bitte!" definitiv bewiesen, dass es nur ein gutes Buch braucht, um wieder lachen zu können.

Vom ersten Band der "Verliebt in Eden Bay"-Reihe habe ich den gewohnt lockeren, sarkastischen Schreibstil der Autorin erwartet, bei dem man immer wieder schmunzeln muss. Dass mich Mayas Art aber so oft zum Lachen bringen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Als Protagonistin fand ich sie sehr sympathisch und habe mich manches Mal auch in ihr widergespiegelt gesehen. Ihre normale, langweilige Art legt sie ab und geht stattdessen voll auf Abenteuersuche - auch wenn das beinhaltet, auf Bäume zu klettern und damit einen kleinen Einsatz der örtlichen Feuerwehr herbeizurufen. In der ist auch Nathan aktiv - ups?

Auch unser Love-Interest, der sich nur nach Normalität in seinem ohnehin schon schwierigen Leben sehnt, war erste Klasse. Nathan spielt total mit dem Klischee des hotten Feuerwehrmanns, und manches Mal wird dieses auch sehr ins Lächerliche gezogen, was ich unheimlich sympathisch fand. Die alten Damen aus dem Altersheim vergöttern ihn, wenn er auf Hühnerjagd geht (Katzen und abenteuerlustige Frauen haben gerade nicht auf Bäumen gesessen) und sein ruppiger Charme war immer wieder lustig und herzerwärmend. Er ist definitiv ein Typ, der zu hilfsbereit für diese Welt ist, gleichzeitig hat das seine Beziehung zu Maya sehr viel interessanter und die Wortgefechte zwischen ihnen amüsant gemacht.

Neben der Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt, gab es noch allerlei Nebencharaktere, auf die ich mich schon in weiteren Bänden freue. Was mich an Saskia Louis' Büchern immer wieder fasziniert, ist die Fülle und Realitätsnähe der Charaktere - sie alle sind facettenreich und nicht nur auf ihre jeweiligen "Rollen" für die Protagonisten reduziert, sodass man sich in dem Freundeskreis und der kleinen Hafenstadt Eden Bay sofort aufgehoben fühlt. Die Clique rund um Nathan war interessant und vielschichtig, weshalb es sich am Ende des Buchs ein bisschen angefühlt hat, als würde man alte Freunde zurücklassen.

Auch wenn bei solchen Büchern natürlich vieles vorhersehbar ist, hat es dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Mir hat der erste Teil der Reihe definitiv Spaß bereitet! Nach "Ein bisschen Abenteuer, bitte!" freue ich mich nun schon auf weitere Teile der "Verliebt in Eden Bay"-Reihe, um wieder herzlich lachen und zu den liebgewonnen Charakteren in Eden Bay abtauchen zu können.

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Save Us

Mona Kasten
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306714
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Nach Rubys Rausschmiss aus Maxton Hall sind ihre Träume, in Oxford zu studieren, jäh zerplatzt. Kann James tatsächlich hinter den schrecklichen Fotos stecken, die sie ihre Zukunft kosten? Während das junge Paar erneut vor einer Zerreißprobe steht, hat auch Lydia mit ihrer familiären Situation zu kämpfen. Die Clique scheint immer weiter zu zerbrechen, Geheimnisse und Misstrauen stehen im Raum. Werden sie es schaffen, sich gegenseitig wieder zu vertrauen?

Meine Bewertung

Mir tut es gerade im Herzen weh, diese Rezension schreiben zu müssen, da ich die ersten beiden Teile der Maxton-Hall-Trilogie wirklich gefeiert habe. Deshalb war ich auch unheimlich gespannt auf „Save Us“ und habe erwartet, dass es mich trotz einiger bekannter Tropes wie die Vorgänger mitreißen würde. Dass ich jetzt aber hier sitze und mich beim Lesen ernsthaft fragen musste, ob ich das Buch nicht lieber abbreche, ist schon ein bitterer Schock, den ich nicht erwartet habe.

„Save Us“ fing mit einer guten Situation für viel Drama an: Ruby wurde suspendiert und muss sich gegen die Gerüchte behaupten, dass sie eine Affäre mit ihrem Lehrer haben soll. Ich hatte da viel mehr Emotionen erwartet, stattdessen hat Ruby sich mit Alkohol abgeschossen, wie es sonst eher James tut. Der setzt natürlich alles daran, dass alles wieder gut wird – und innerhalb weniger Kapitel war dann auch schon alles abgefrühstückt. Mir hat dabei der emotionale Bezug gefehlt, noch mehr Elemente, die die Situation hoffnungsloser machen.

Das war auch das Problem, dass sich durch das ganze Buch gezogen hat. Kaum taucht ein Problem auf, wird es schon wieder gelöst, die Charaktere müssen sich eigentlich auch kaum dafür anstrengen. Alles geht reibungslos, stattdessen ist das Selbstmitleid aber umso höher. So oft wollte ich Ruby und James im dritten Band anschreien, mal weniger zu jammern und stattdessen ernsthaft die Initiative zu ergreifen. Aber das haben beide irgendwie nur drauf, wenn es um ihre liebevolle Beziehung geht. Und so zieht sich auch ein gewisser Kitsch durch „Save Us“, den ich irgendwann nicht mehr ertragen konnte. Ich habe die ersten zwei Bände trotz ihres Seifenopern-Charakters sehr gern gemocht, aber hier hatte ich wirklich Schwierigkeiten, am Ball zu bleiben, ohne ständig die Augen zu verdrehen, weil alles so perfekt und so reibungslos ist.

In „Save Us“ kommen dazu noch zwei weitere Sichten hinzu: Graham und Alistair haben sie erhalten, was ich denkbar unnötig fand. Alistairs und Keshavs Geschichte fand ich noch ziemlich schön, aber viel zu oberflächlich gehalten, auch da war erst mal viel Geheule und dann ging alles prima, ohne dass groß was passiert wäre. Ebenso verhielt es sich bei Lydia und Graham: Babyparty, Umzug, alles wundervoll bis auf ein kleines Drama am Anfang, das mir viel zu aufgesetzt und übertrieben war. Ich hätte hier einfach mehr Hintergründe erwartet, mehr Schwierigkeiten anstatt des ständigen Jammerns über Probleme, die man sich nur selbst schafft, weil man den Mund nicht aufbekommt.

Was aber wirklich alles getoppt hat, war das Ende. Ich werde an dieser Stelle nicht spoilern, aber ich habe tatsächlich nur durchgehalten, um zu erfahren, wie das Beaufort-Drama um James‘ und Lydias Vater aufgelöst wird. Und auch hier ging mir einerseits alles zu schnell, zu einfach und zu kitschig. Böser Papa, großes Geheimnis, minimaler Aufwand – und ein Charakter wie Percy, der Chauffeur, der so viel Potenzial hatte, wurde nur als Plotstütze benutzt. Da wars für mich dann endgültig vorbei. Ich stehe auf Happy Ends, aber dieses wirkte nicht verdient.

So sehr ich die ersten zwei Bände auch mochte, „Save Us“ hat mich kaum überzeugen können. Mona Kastens Schreibstil war zwar wieder angenehm zum Lesen, doch dank der Handlung, die mich überhaupt nicht packen konnte, kam ich zu schwer voran. Es ist schade, dass das Buch für mich nun keinen guten Abschluss der Maxton-Hall-Reihe bietet, aber „Save Us“ war einfach zu schwach.

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Ein komischer Vogel

Michael Engler , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Annette Betz ein Imprint von Ueberreuter Verlag, 13.07.2018
ISBN 9783219117639
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt

Was ist das denn für ein komisches Ei im Nest von Frau Amsel? Zwischen den kleinen Amseleiern steckt ein Kuckuckskind! Doch als Frau Amsel die Eier ausbrütet, findet sie nicht etwa einen Kuckuck – sondern einen Drachen. Und was soll sie nun mit diesem komischen Vogel anfangen? Obwohl der kleine rote Drache ganz anders ist als seine Geschwister, ist anders sein gar nicht so schlecht, wenn es auf den Winter zugeht …

Meine Bewertung

Schon als ich die Beschreibung von „Ein komischer Vogel“ gelesen habe, war ich hin und weg. Ein kleiner Drache? Ein Kinderbuch über das Anderssein? Das passt beides perfekt zu meinen Vorlieben. Abgerundet mit den Illustrationen von Joëlle Tourlonias konnte es gar nicht schlecht laufen – und dieses Gefühl hat mich nicht getäuscht. „Ein komischer Vogel“ hat mich einfach verzaubert.

Die Geschichte ist im Grunde sehr einfach, behandelt aber Themen, die nicht immer so selbstverständlich aufgenommen werden. Das große Drachenei, dass Frau Amsel in ihrem Nest findet, brütet sie mit ihren eigenen gewissenhaft aus, denn was tut ein Ei mehr schon zur Sache? Den kleinen Drachen, der daraus schlüpft, nimmt sie trotz anfänglicher Skepsis auf. Diese Art der Liebe zur Familie, die nicht nur durch Verwandtschaft bestimmt ist, fand ich in einem Kinderbuch sehr passend thematisiert. Es wird kein Unterschied im Grad der Liebe gemacht, auch wenn der kleine Drache doch anders als seine Geschwister ist.

Dieses Anderssein war auch sehr gut aufgearbeitet und dargestellt, was Kindern zeigen kann, dass es völlig in Ordnung ist, manche Dinge schlechter zu können als andere. Jeder hat unterschiedliche Talente und Neigungen. Während die anderen Vogelkinder Würmer picken und gut fliegen können, entfaltet der kleine Drache seine Talente im Winter, wenn den Waldbewohnern bitterkalt ist. Die Moral des Kinderbuchs war damit sehr einfach gehalten, aber umso wirksamer.

Ein komischer Vogel beeindruckt aber auch auf zwei weiteren Ebenen: Die Sprache, die Michael Engler verwendet, empfand ich als sehr kindgerecht und niedlich gestaltet, weshalb man daran auch viel Spaß haben wird. Sicherlich werden sich auch viele Kinder mit dem kleinen roten Drachen identifizieren können und daraus lernen, dass sie gut so sind, wie sie eben sind. Joëlle Tourlonias‘ Zeichnungen haben mich ebenfalls wieder überzeugen können, wobei bisher tatsächlich „Ein komischer Vogel“ mein Lieblingswerk von ihr ist. Farbenfroh, mit vielen Details und ihrem unverkennbarem, sehr kindgerechten Stil, war das Kinderbuch für mich ein Volltreffer und etwas, was ich gern weitergebe.

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Nelly und Klex

Andrea Schütze , Joëlle Tourlonias
Fester Einband
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.08.2018
ISBN 9783522505444
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt

Schon seit langer Zeit wünscht sich Nela Superkräfte, um die Ungerechtigkeiten an ihrer Schule bekämpfen zu können. Die vierte Klasse ist auch nicht einfach, wenn Sachen gestohlen und andere Kinder beschuldigt werden. Doch als sie eines Tages vom großen DRachenrat ausgewählt wird, um als Superheldin Nelly November für Ordnung zu sorgen, wird Nelas Leben auf den Kopf gestellt. Zwischen mit Orangensaft betriebenen Schwebboards und ihren zwei DRachenrittern, die ihr zu Seite stehen, muss sie den gemeinen Dieb stellen. Und das in der großen Pause!

Meine Bewertung

Wenn ich die zauberhaften Zeichnungen von Joëlle Tourlonias sehe, ist mir eigentlich sofort klar, dass ich das Buch haben muss. Aber gepaart mit kleinen Superhelden ist es doch gleich viel schöner! Umso gespannter war ich auf „Nelly und Klex: Zauberhaft mit Drachenkraft“ von Andrea Schütze, das mir eine sehr niedliche und abenteuerliche Story versprochen hat.

Die habe ich mit Nela schließlich auch bekommen. Denn Nela hat einige Besonderheiten: Zwei Papas, eine adoptierte kleine Schwester, einen großen Sinn für Gerechtigkeit und ihr Alter ego: Nelly November, eine Superheldin. Die Story rund um Nela, die durch die Auswahl des geheimnisvollen DRachenrats tatsächlich als Nelly ein paar Fälle rund um ihre Schule herum aufklären kann, war selbst für alte Superheldinnen wie mich, die schon aus den Kinderschuhen raus sind, sehr amüsant und echt rasant erzählt.

Was mir immer wieder positiv aufgefallen ist, waren das Tempo und die Frische, die in dem Kinderbuch geherrscht haben. Nelly nimmt kaum ein Blatt vor den Mund und setzt sich mit aller Kraft für Gerechtigkeit ein. Damit ist sie ein tolles Vorbild für junge Mädchen und Jungs, auch wenn sie die Schulregeln manchmal etwas überstrapaziert. Auch ihre zwei Begleiter, die ihr bei ihren Fällen zur Seite stehen, sind witzig und sehr ausgefallen, während das ganze Superheldenteam mit ausgeflippten Fähigkeiten und viel Spaß bei der Sache punkten kann.

Gut gefallen haben mir auch die vielen kleinen alltäglichen Dinge, die heutzutage normal sein sollten. Nelly hat zwei Väter, woraus gar keine große Sache gemacht wird, auch wenn es kindgerecht angeschnitten und kurz aufgearbeitet wird. Keiner stört sich dran, und das ist auch gut so. Auch das Thema des Alltagsrassismus wurde gut aufgegriffen mit den beiden Flüchtlingskindern Asifa und Nour, die allein wegen ihrer Herkunft beschuldigt werden, die Diebe der Schule zu sein. Auch hier wird für Toleranz und ein offenes Miteinander gekämpft, was Nelly noch sympathischer macht, ohne dass die Story extrem in eine „Übermoralisierung“ abdriftet. An dieser Stelle hätte ich mir allerdings auch gewünscht, dass gerade bei einem so weltoffenen Buch nicht die Stigmatisierung von psychisch Kranken weitergeführt wird. Für mich gehören Begriffe wie „Klapse“ nicht in ein Buch für Kinder – warum sollte man ihnen noch einen verletzenden Wortschatz antrainieren? Ich würde mir wünschen, dass solche Witze auf Kosten Betroffener nicht ganz so lapidar genommen werden.

Auch die Zeichnungen waren wieder einmal sehr niedlich und wie von der Illustratorin gewohnt passend zu einzelnen Szenen im Buch. Dadurch wird auch vieles aufgelockert und es passt gut zur spritzigen Sprache, die immer wieder ausgefallene neue Wörter aufgreift und das Buch umso lebendiger macht. Außerdem gibt es hinten noch ein paar kleine Überraschungen für angehende Superhelden des DRachenrates, die mich auch zum Schmunzeln gebracht haben. Dass ich meinen Superheldenausweis schon ausgefüllt habe, ist wohl klar, oder?

„Nelly und Klex“ war somit definitiv ein tolles Kinderbuch, das ich jederzeit gern weiterempfehlen werde. Es glänzt mit aktuellen Themen, die auch schon Kinder beschäftigen dürfen, ist humorvoll, locker und sehr actionreich. Nelly als Superheldin hat mir richtig gut gefallen und ich hoffe sehr, dass wir noch viel von ihr mitbekommen werden!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Schwur des Wandlers

Lena Klassen
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783961730629
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Der Krieg der Wandler steht kurz bevor und Skorpione und Schlangen stehen sich gegenüber. Nur die Königin kann Jacques noch Einhalt gebieten – aber Kiara hat ihre eigenen Sorgen, die Überhand nehmen. Sei es die Hochzeit mit Nicolas, dem Prinzen der Schlangen, oder ihre folgenschwere Entscheidung, ein Leben zu retten – Kiaras Schwur an ihr Volk ist immer wieder in Gefahr. Als sich die Lage zuspitzt, muss sich Kiara entscheiden: Wem wird sie treu zur Seite stehen? Und behindern Geheimnisse aus der Vergangenheit das Glück ihrer Zukunft?

Meine Bewertung

Der letzte Teil der „Wandler“-Reihe von Lena Klassen war für mich mit viel Aufregung und Herzschmerz verbunden. Lange habe ich darauf hingefiebert, immerhin wollte ich erfahren, wie die dramatische Geschichte rund um Kiara, Jacques und Alec endet. Genug Drama gab es im „Schwur des Wandlers“ definitiv, aber mit diesem heftigen Ende habe ich absolut nicht gerechnet.

Was ich an der Reihe immer sehr geschätzt habe, war die Wortgewalt der Autorin, die Gefühle und Gedanken besonders gut transportieren kann. Den dritten Band, der eigentlich das Prequel zur Reihe ist, hatte ich sehr schnell durch, dagegen hat der vierte Band wieder länger gedauert. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass ganz viele Emotionen hineingeflossen sind, die man als Leser sofort gespürt hat. Selbst kleine Worte haben gereicht, um in mir viel auszulösen, und das Drama hat sich so umso besser entfaltet.

Was ich mich gewünscht habe, waren einige Sachen, denn die Reihe war konstant sehr stark und sehr intensiv. Auch im letzten Teil habe ich einen Plot bekommen, der nicht immer von Kiara gesteuert war, aber viele Intrigen bereithielt und einige Geheimnisse aufgedeckt hat, um die letzten Fäden zusammenzuführen. Besonders gut hat mir der intensive Einblick in Jacques Kindheit gefallen, die ihn zu dem gemacht hat, der er schließlich ist. Auch die ganze Beziehung zwischen Kiara und ihm hat sich enorm weiterentwickelt und Kiara kam mir am Ende sehr erwachsen und noch interessanter vor.

Der Plot ist auf jeden Fall actiongetrieben und man merkt von Anfang an, dass es auf das große Finale zusteuert. Dieses hat mich definitiv überraschen können, weil ich niemals damit gerechnet hätte, wie es schließlich ausging. Es ist kein Klischee-Ende und war etwas vollkommen anderes als das, was ich in dem Genre sonst erwarten würde. Ich habe etwas Zeit gebraucht, um das emotional zu verarbeiten, denn das hat mich wirklich aus der Bahn gebracht. Gleichzeitig fand ich es sehr mutig von Lena Klassen und war begeistert davon.

Erwachsener, düsterer und noch actiongeladener: Der letzte Teil der Reihe hat mich definitiv mitgerissen. „Der Schwur des Wandlers“ ist ein Buch, das mich an meine emotionalen Grenzen gebracht und mit vielen Wendungen und Enthüllungen erstaunt hat. Für mich war es ein toller Abschluss der Reihe, die mir so viel Spaß bereitet hat!

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207 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Du wolltest es doch

Louise O'Neill , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551583864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Emma lügt, stiehlt und hat ein großes Selbstbewusstsein: Keine guten Karten, trotzdem hält sie sich für eins der beliebtesten Mädchen der Schule. Bis sie betrunken und unter Drogen in einem Schlafzimmer verschwindet. Mit ihr einer der Sportstars ihres kleinen, irischen Städtchens, und ein paar weitere Jungs. Am nächsten Tag wacht sie vor ihrem Haus auf, mit Verbrennungen am ganzen Körper und Fotos, die durchs Netz kursieren. Doch hat sie es nicht herausgefordert? Hat sie es nicht selbst gewollt - Emma, deren Leben nie wieder sein wird wie vorher?

Meine Bewertung

"Du wolltest es doch" ist eins der meistdiskutierten Jugendbücher des Jahres - und das völlig zurecht. Ich war anfangs sehr verblüfft, dass es überhaupt ein Verlag wagt, ein derart kontroverses Thema auf den Markt zu hauen. Und ich habe die Diskussionen der letzten Wochen sowie die ersten Rezensionen sehr sorgfältig verfolgt. Inzwischen wissen viele, worum es hier geht: Um Vergewaltigungen und deren Wahrnehmung in unserer Kultur. Und in meinen Augen hat Carlsen mit Louise O'Neill doch das wichtigste Buch des Jahres rausgegeben.

Bei mehreren Bloggern habe ich inzwischen gelesen, dass sie sich von Anfang an in eine gewisse Richtung gedrängt fühlten und dass Emma, die anfangs als absolut unsympathisch dargestellt wurde, keine Person war, zu der man Nähe aufbauen konnte. Ich möchte das auch gar nicht abstreiten oder hier jemanden bloßstellen, denn ich kann auch diese Meinung vom Buch gut verstehen. Bei mir hat aber gerade diese Antipathie Emma gegenüber dazu geführt, dass ich doch noch schockierter von den Ereignissen war.

Emma ist keine Sympathieträgerin, das stimmt. Sie trifft viele falsche Entscheidungen, und als es zu der Nacht kommt, an die sie sich nicht erinnern kann (und auch nicht will), eskaliert alles. Aber gerade dafür fand ich diese Darstellung so wichtig: Selbst solchen Personen, die man als vollkommen arrogant, selbstbezogen und falsch wahrnimmt, darf man nicht die Schuld geben. Selbst solche Personen verdienen das Recht, über ihren eigenen Körper zu entscheiden, und dieses Recht wird Emma auf grausige Art abgenommen. Was folgt, ist eine sehr realistische und heftige Kampagne auf Social Media, die Medien wiegeln das Thema weiter auf, und Emma kann nicht abschließen. Sie wird zu einem neuen Menschen, und gerade der Punkt hat mich sehr tief berührt.

Was ich sehr stark an diesem Buch fand, war die Schonungslosigkeit der Ereignisse. Seien es Emmas Gefühle oder der Umgang der Menschen in Ballinatoom damit - sie ist die Ausgestoßene, die Unreine. Sie ist selbst schuld. Bis auf wenige Ausnahmen glauben das alle, und selbst ihren Eltern merkt man an, dass sie ihr Kind nur verteidigen, um ihr Selbstbild der Familie aufrechtzuerhalten. Das Ende war daran besonders schockierend, aber für mich nicht überraschend. Ich habe damit gerechnet, weil es zu oft passiert. Weil der Druck am Ende doch manches Mal den Kampf nicht wert zu sein scheint.

Mich hat dieses Buch unheimlich geflasht. Viele kamen wohl auch mit der Schreibweise nicht ganz klar, aber gerade Emmas Gedankenwelt und auch ihr Verhalten am Anfang haben mich in den Bann gezogen. In einer Welt, die ihr von klein auf Schönheit und Verführung eintrichtert, kann sie sich nicht gegen das Bild wehren, das sie abgeben will. Man merkt deutlich, dass Emma viele Probleme hat. Das ist keinerlei Entschuldigung dafür, andere so zu behandeln, wie sie es tut. Und doch zeichnet es meiner Meinung nach genau auf, was in unserer Gesellschaft vor allem in der Erziehung junger Mädchen noch falsch läuft. Slutshaming und Rapeculture kommen nicht von irgendwoher. Und da ist auch das Problem verwurzelt. Sei verführerisch, sei nicht prüde, aber hab um Gottes willen keinen Sex - und wenn du doch welchen hast, stell sicher, dass es dem Jungen dabei gut geht.

"Du wolltest es doch" ist ein Buch, das zurecht die Gemüter spaltet. Es ist kontrovers, es ist nicht alltäglich, aber vor allem ist es eins: wichtig. Solche Themen sind das, was auch die heutige Jugend stark bewegt, was immer wieder für Diskussionen sorgt, und man sollte auch darüber reden, um besser verstehen zu können, wieso heutzutage noch solch ein falsches Bild von Weiblichkeit und deren potenziellen Folgen vermittelt wird. Denn nur ein Ja heißt auch Ja, und das gilt für jeden.

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62 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Und du bist nicht zurückgekommen

Marceline Loridan-Ivens , Judith Perrignon ,
Fester Einband: 111 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.09.2015
ISBN 9783458176602
Genre: Biografien

Rezension:

Inhalt

Marceline ist fünfzehn, als sie mit ihrem Vater nach Auschwitz-Birkenau gebracht wird. Nur wenige Kilometer trennen sie voneinander, doch die Distanz wird ihr Leben auf ewig verändern. Marceline kommt frei – doch ihren Vater sieht sie nie wieder. Sie lässt ihn zurück an dem Ort, der für die unmenschlichsten Kapitel der Geschichte steht. Ihr Leben lang versucht sie, sich an die letzte Nachricht ihres Vaters zu erinnern, seine Worte wieder in ihr Gedächtnis zu rufen, doch niemand wird jemals verstehen, wie viel Marceline tatsächlich zurückgelassen hat.

Meine Bewertung

„Und du bist nicht zurückgekommen“ ist eine Autobiografie, die völlig von meinen gewohnten Genres abweicht. Trotzdem finde ich es auch angesichts der Thematik wichtig, mich immer wieder an etwas anderes heranzuwagen, und dieses Buch schien mir das richtige dafür zu sein. Es ist erschreckend, aufrüttelnd und ruft uns ins Gedächtnis, wieso wir nie wieder solch dunkle Zeiten wie während des zweiten Weltkriegs zulassen dürfen – und vor allem ist es geprägt von so viel Liebe und Schmerz, dass man sie auf jeder Seite findet.

Die Autorin war fünfzehn Jahre alt, als sie aus Frankreich nach Birkenau deportiert wurde, um dort unter den menschenverachtenden Kommandos zu arbeiten. Kleider sortieren, Gräber schaufeln – Marceline hat in dem jungen Alter mehr Schrecken gesehen als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben. Ihr Vater war in Auschwitz, eigentlich nicht weit von ihr entfernt, und doch trennte sie zu viel. Der Brief, der sich durch die ganze Geschichte zieht, hat einen großen Einfluss auf Marcelines Leben. Ihr Vater hat ihn ihr übermitteln lassen, wofür sie beide alles hätten verlieren können. Und für Marceline steht fest: Ihr Leben gegen seins. Selbst als sie nach Hause kommt, erholt sie sich nicht mehr von den Schrecken, wird für immer auf der Suche nach ihrem Vater sein, der sein Leben lassen musste.

Es gibt kaum angemessene Worte, die dieses Buch beschreiben können. Ich wusste von Anfang an, worauf ich mich einlasse, aber es zu wissen und dann selbst zu erleben, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Ausführungen der Autorin waren ein ziemlicher Schock, auch wenn ich denke, dass wir das Thema in der Schule schon sehr weit und ausführlich abgehandelt haben. Trotzdem sind solche Berichte Überlebender der Konzentrationslager nichts für schwache Nerven. Ich hatte ein ganz ungutes Gefühl im Bauch und habe selbst gemerkt, wie ich versucht habe, eine innere Distanz dazu aufzubauen, um nicht zu tief in die Gefühlswelt der jungen Marceline abzurutschen. Ihre Schilderungen haben mich sehr mitgenommen und werden mir wahrscheinlich noch lange Kopfzerbrechen bereiten.

Was für mich aber noch heftiger war, war der krasse Gegensatz der Gefühle in diesem Buch. Um alles zu verarbeiten, musste auch die Autorin eine gewisse Barriere um sich herum aufbauen und sich gefühlsmäßig abschotten. Sie hat die Worte vergessen, die ihr Vater ihr in einem Brief schrieb – und das trägt sie ihr Leben lang mit sich. Selbst ihre zweite Ehe hat Parallelen zu ihrem Vater. Sein Tod nimmt sie spürbar mit und das Aufarbeiten seines Lebens beschäftigt sie. Diese Liebe inmitten der Kühle, Distanz und der Fassungslosigkeit in Anbetracht der Unmenschlichkeiten war für mich sehr aufrüttelnd und irgendwo auch spannend zu lesen. Während ihre Familie vieles totschweigt und möchte, dass Marceline normal weiterlebt, kann sie es umso schwerer verarbeiten. Ihr Vater hätte ihr helfen können, haben sie doch die gleichen Erfahrungen geteilt – aber er kommt nicht mehr zurück.

„Und du bist nicht zurückgekommen“ ist ein Buch, das nachdenklich und sehr traurig stimmt. Gleichzeitig halte ich es für unglaublich wichtig, dass wir alle uns als Gesellschaft mit der Historie befassen und dabei auch Zeitzeugen sprechen lassen. Vor allem die, die so viel Leid davongetragen haben: Ihre Stimmen sind wichtig und sollten gehört werden, damit wir niemals wieder in eine solch dunkle Zeit abrutschen können. Marceline Loridan-Ivens hat hier ein eindrucksvolles Werk hinterlassen, dessen Stimme weithin gehört werden sollte.

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323 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

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Nemesis - Geliebter Feind

Anna Banks , Michaela Link
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.06.2017
ISBN 9783570311424
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Prinzessin Sepora ist die Einzige in ihrem Land, die Spektorium herstellen kann – eine seltene Energiequelle für alle fünf Königreiche. Doch ihr Vater will sie lediglich dafür nutzen. Kurzerhand bricht Sepora aus den elterlichen Zwängen aus und flieht in die Wüste, wo sie bald gefangen und in König Tariks Reich gebracht wird. Als neues Mädchen für seinen Harem muss sie sich einigen Gefahren stellen. Doch Tariks ist ihr Feind, und sein weiches Herz könnte sie beide mehr kosten, als sie zu geben bereit sind …

Meine Bewertung

Gott, bin ich fertig mit diesem Buch! Heute war mein vierter Anlauf, es endlich zu Ende zu bringen, aber ich kann mich einfach nicht mehr weiterquälen. Von der Tiefe, die mir versprochen wurde, habe ich nichts gemerkt. Und ebenso wenig von der starken Protagonistin, die „Nemesis – Geliebter Feind“ haben sollte. Viel eher kommt es mir so vor, als hätte ich mit diesem Buch meine persönliche Nemesis gefunden.

Ich habe mich jetzt bis zu gut zwei Dritteln der Geschichte durchgequält und möchte es auch gar nicht mehr fertig lesen. Sepora, die Prinzessin, die aus ihrer Heimat floh, war wohl meine ärgste Gegnerin. Abgesehen davon, dass ihre Augen wie Stürme aussehen (was Tarik nicht müde wird immer wieder zu betonen!) und dass sie als einzige Special Snowflake im Buch das einzigartige Spektorium schmieden kann, ist nicht viel zu ihr zu sagen. Von einer starken weiblichen Figur kann hier nicht die Rede sein. Ihre Flucht kommt einem Plot Device nah, sie würde keine Woche allein überleben, aufmüpfig, rechthaberisch und in ihrem gesamten Verhalten absolut kindisch. Nur weil eine Person Kontra gibt, macht es sie nicht stark. Über ihre Aktionen nachzudenken und echte Pläne zu entwickeln, würde dem schon näher kommen, aber so weit kommt Sepora nicht.

Tarik mochte ich anfangs eigentlich sehr gern. Er ist ein gerechter Herrscher über Theoria, einen Teil der der fünf Königreiche. Nach dem Ableben seines Vaters will er alles tun, um seinem Volk zu herrschen, und geht bemüht weise an die Probleme heran. Aber sobald Sepora, seine Nemesis, in sein Reich kommt, wird er zu einem Charakter, der nur da ist, um gut auszusehen und ihr den Kopf zu verdrehen. Die Insta-Love und die konstruierten Probleme der zwei waren kaum auszuhalten. Von keinem der beiden kam da erwachsenes Verhalten raus, die Liebesgeschichte wirkt auf mich einfach nur unglaubwürdig.

Die Welt konnte man sich nicht so richtig vorstellen, wobei Theoria da noch irgendwie am besten ist. Es enthält sehr starke Anlehnungen an die ägyptische Kultur und Historie, was ich an sich nicht schlecht fand, aber etwas zu übertrieben in einem Fantasy-Setting. Da hätte ich mir mehr eigene Ideen der Autorin gewünscht, anstatt vieles einfach abzukupfern und in eine andere Welt einzubauen. Die restlichen vier Königreiche lernt man kaum kennen, abgesehen davon, dass man erfährt, dass sie alle auf Spektorium angewiesen sind. Das wird übrigens mal wichtiger in der Geschichte, mal kommt wieder 50 Seiten lang nichts drüber, weil die Liebesgeschichte viel relevanter ist als der Stoff, auf den alle angewiesen zu sein scheinen. Ebenso verhält es sich mit der „Gefahr“ durch Seporas Vater, der eben böse ist, weil er machthungrig ist. In meinen Augen hat sich das schon mit der Tatsache gebissen, dass er einem seiner Generäle ein ganzes Königreich geschenkt und ihn zum König gemacht hat. Man kann ja nie genug Konkurrenz haben, wenn man andere Reiche unterwerfen will?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass dieses Buch für mich eins der Schwächsten dieses Jahres war. Ich habe „Nemesis – Geliebter Feind“ wirklich viele Chancen gegeben, aber schließlich konnte es mich absolut nicht überzeugen. Es gibt einfach nichts, was mich zum Weiterlesen bringen könnte, nicht einmal Seporas sturmumtoste Augen oder Tariks tolles Aussehen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Outrun the Wind

Elizabeth Tammi
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Flux, 27.11.2018
ISBN 9781635830262
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Bei den Jägerinnen der Artemis gibt es zwei Regeln: Widersetz dich deiner Göttin nicht und halt dich fern von der Liebe. Kahinas Welt wird völlig auf den Kopf gestellt, als sie bei einer Mission im Auftrag von Artemis die erste Regel bricht und damit das Leben der Jägerin Atalanta rettet. Zur Strafe soll sie eine weitere Mission für die Göttin erledigen – und stößt dabei erneut auf das Mädchen, das für ihre Situation verantwortlich ist. Doch Atalanta hat mit einer Zwangshochzeit ihre eigenen Sorgen. Da hilft nur zusammenhalten – doch wenn Kahina auch die zweite Regel bricht, steht niemand mehr zwischen ihr und ihrem Schicksal als Seherin Apollos …

Quickfacts

Antikes Griechenland, die Jägerinnen der Artemis und LGBT-Protagonisten? Count me in! Als ich dieses wunderbare Buch entdeckt habe, war ich unglaublich gespannt und gehypet. Immerhin vereint es nahezu alles, was mich begeistert, und der Klappentext von „Outrun the Wind“ klang echt spannend. Dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen, die zum Großteil erfüllt werden konnten.

Die Geschichte wird aus den Sichten von Atalanta und Kahina erzählt. Atalantas Sage kennen manche möglicherweise, sie wird für ihre herausragende Schnelligkeit gelobt. Und Kahina als ehemalige Seherin Apollos, aus dessen göttlichen Klauen sie Artemis Jägerinnen gerettet haben, war mir auf Anhieb sympathisch. Beide haben ihre eigenen Kämpfe, die sie austragen müssen, ihre eigenen Ängste, die sie runterziehen. Kahina möchte nichts sehnlicher, als nach Corinth zurückkehren zu können, doch in Folge ihrer Taten hängt sie bei Atalanta fest. Und die soll verheiratet werden, um als Prinzessin ihrer Polis die Armut zu bekämpfen.

Diese Geschichte spielt mit vielen Tropes, die manche als kitschig empfinden würden. „Outrun the Wind“ hält sich nicht streng an die griechische Mythologie oder die Geschichtsschreibung, was ich aber nicht störend fand, dafür liegt der Fokus eher auf der Entwicklung der Charaktere und dem Ausbruch aus den patriarchalen Strukturen, die sowohl Kahina als auch Atalanta gefangen halten. Hier die Jägerinnen der Artemis zu instrumentalisieren, war clever gewählt und spannend gelöst, sodass ich mitgefiebert habe. Außerdem hat mir auch gefallen, wie sie die Beziehungen der Mädchen langsam gewandelt, und so dem Buch mit den vielen Nebencharakteren noch mehr Facetten verlieren haben.

Was mir an manchen Stellen allerdings negativ aufgefallen ist, waren zwei Punkte. Zum einen verwischen Atalantas und Kahinas Erzählstimmen im Laufe des Buches. Anfangs konnte ich sie noch gut auseinanderhalten, etwa ab der Mitte fing es jedoch an, dass ich an dem Schreibstil nicht mehr wirklich erkannt habe, wer da gerade erzählt. Auch wenn es durch die Handlung klar ist, sollte man das als Leser aber auch am Schreibstil erkennen können. Noch dazu verfällt die Autorin in „Outrun the Wind“ immer wieder in moderne Begrifflichkeiten und Verhaltensweisen, die das Ganze zwar aufgelockert haben, aber meiner Meinung nach zum Setting unpassend erschienen.

Der rote Faden der Storyline ist anfangs etwas schwer zu finden, das gebe ich zu, aber sobald beide Mädchen wieder am selben Platz sind, wird doch klar, wo Atalantas Mythos mit reinspielt. Danach hatte ich auch konstant das Gefühl, die Charaktere besser kennenzulernen und ihre Sorgen zu verstehen. Die verschiedenen Intrigen und Machtkämpfe waren gut reingebracht und sehr abwechslungsreich. Außerdem muss ich einen sehr fetten Pluspunkt dafür geben, dass es „Outrun the Wind“ tatsächlich schafft, eine süße und realistisch wirkende Liebesgeschichte zwischen weiblichen Protagonistinnen im antiken Griechenland zu erzählen – das war super erfrischend! Alles in allem fand ich es richtig gut umgesetzt und hoffe, es wird bei Flux in Zukunft noch mehr davon geben. Wenn ein deutscher Verlag noch Lizenztitel sucht: Nehmt dieses Buch!

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Carim: Drachenkrieger

Lena Knodt
E-Buch Text
Erschienen bei Eisermann Verlag, 03.08.2018
ISBN 9783961731022
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Nach Carims abenteuerlichen Kämpfen und Missionen ist er dem Hof und seinem Ziel, König zu werden, näher als je zuvor. Mit Prinzessin Feana an seiner Seite ist die Beziehung zwar nicht optimal, doch je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto eher kann er sie von seinen Qualitäten überzeugen. Doch nicht nur Feanas Geheimnis könnte sie wieder entzweien, auch ein Hilferuf des Königs führt die Drachen und Carim zurück in die Schlacht. Als auch noch ein dunkler Teil seiner Vergangenheit wieder auftaucht und Carims einzige Chance auf Erfolg ist, muss er sich den Ereignissen stellen, die ihn geprägt haben …

Meine Bewertung

Was für ein Abenteuerritt! Nachdem mich der erste Band rund um Carim schon begeistert hat, hat Lena Knodt in „Carim: Drachenkrieger“ noch eins draufgelegt. Dieses Buch hat mich viele Nerven und ein paar Tränen gekostet, denn mit überraschenden Wendungen, gnadenlosen Schlachten und aufreibenden Szenen hat es nicht gegeizt.

Der Band setzt ziemlich gut am Ende des ersten Teils an und ruft einem die wichtigsten Ereignisse noch mal in Erinnerung. Carim ist nach einem gewissen Tod nicht mehr derselbe Mann – zumindest geht es ihm nahe genug, um ihn manchmal ins Zweifeln zu bringen. Doch an seinen Plänen, nach der Macht zu greifen, hat sich nichts geändert, und das hat mir richtig gut gefallen. Diese düstere, skrupellose Ader, die er hat, wird zwar in dem Band deutlicher durch seine mitfühlende und loyale Art ausgeglichen, aber trotzdem schlummert da immer noch das machthungrige Tier in ihm. Das hat seinen Charakter sehr faszinierend und real gemacht, sodass man ihm gut folgen konnte.

Auch die Nebencharaktere und die vielen verschiedenen Storylines konnten mich überzeugen. Sie waren klar miteinander verknüpft, haben aber für viele Intrigen gesorgt, die Carim das Leben erschweren. Besonders gelungen fand ich Feana, die Prinzessin, die definitiv ihre eigenen Geheimnisse und Motivationen in die Ehe bringt. Außerdem war das Rätselraten um Carims Vergangenheit interessant und ansprechend gestaltet. Man erhält immer wieder einzelne Häppchen, die sich erst gegen Ende zusammensetzen und deutlichmachen, wieso Carim so ruchlos geworden ist.

Die Drachen hatten für mich fast schon etwas zu wenig Spielzeit im Buch, dafür waren ihre Szenen aber umso wichtiger. Ich fand es richtig cool, dass es wieder Schlachten gab und epische Kämpfe, bei denen man aber auch überrascht wurde. Generell finde ich Bücher gut, in denen das Ganze realistisch abläuft – die „gute“ Seite bleibt nicht unverschont, und in „Carim: Drachenkrieger“ habe ich an zwei Stellen wirklich um meine Lieblinge gebangt. Vor allem eine Szene hat mich extrem aus dem Konzept gebracht, und ich hatte wirklich Schwierigkeiten zu fassen, dass Lena Knodt das tatsächlich getan hat. Gleichzeitig war es sehr realitätsgetreu durch die Grausamkeit der Aktion, und hat wieder aufgezeigt, dass Kriege auf beiden Seiten Opfer fordern.

Alles in allem war „Carim: Drachenkrieger“ eine Fortsetzung, die sich sehenlassen kann. Für mich ist es besser als der erste Band, hat mehr Stränge verknüpft und war noch mal eine ganze Ecke düsterer. Ich bin auch sehr zufrieden damit, wie sich der Schreibstil der Autorin entwickelt hat und dass die Szenen mehr Raum hatten, sich zu entwickeln. Hier trifft das Klischee, dass zweite Bände eher schlechter sind, nicht zu. Carim hat mich wieder begeistert mitfiebern lassen!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

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Die Leichtigkeit

Catherine Meurisse
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.12.2016
ISBN 9783551734242
Genre: Comics

Rezension:

Inhalt

Nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo hat die Cartoonistin Catherine Meurisse alle Freude am Leben verloren. Immerhin hätte es auch sie treffen können wie ihre Kollegen – wäre sie an dem Tag früher aus dem Bett gekommen. Nun ist ein Großteil ihrer Freunde, ihrer zweiten Familie, einfach tot. Und sie muss lernen, die Leichtigkeit und Schönheit in ihrem Leben wiederzufinden. Zwischen Identitätskrisen, der Trauer und psychischen Schäden, jagt sie den großen Künstlern und Philosophen nach, auf der Suche nach einem Weg, um wieder frei leben zu können.

Meine Bewertung

„Lightness“ ist ein Titel, den ich auf Deutsch schon länger auf meiner Wunschliste stehen hatte. Ich erinnere mich heute noch an die Fassungslosigkeit, die nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo herrschte, auf die Momente, die ich vor dem Fernseher verbrachte und die Solidaritätsaktionen betrachtete. In denen ich mir dachte: „Bringt das etwas? Hilft es den Betroffenen, den Hinterbliebenen, sie noch stärker ins Rampenlicht zu drängen, wenn ihre Liebsten so grausam ums Leben kamen?“ Catherine Meurisse hat die Anschläge nur aus dem Nachbarhaus mitbekommen – und hat ihre Erfahrungen in „Lightness“ mit der Welt geteilt.

Dementsprechend neugierig war ich natürlich, den Comic nun zu lesen. Was würde mich in „Lightness“ erwarten? Wie geht jemand mit der Situation um, nachdem das Einzige, was ihr das Leben rettete, eine durchwachte Nacht wegen Liebeskummer war? Bald fand ich eine Antwort darauf: Gar nicht. Wie soll man schon mit solch einem Trauma umgehen? Die Zeichnungen waren ein guter Ausdruck für ihre Hilflosigkeit, für das Gefühl der Schockstarre, allerdings hatte ich an vielen Stellen das Gefühl, nicht genug zu verstehen, nicht tief genug eintauchen zu können in ihre Gedankenwelt.

Während ich irgendwo oberflächlich blieb, machte sich die Autorin auf die Suche nach der Leichtigkeit, die ihr seit dem Anschlag gefehlt hat. Ihr Trauma konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen und auch irgendwo mitfühlen, aber spätestens dort verlor sie mich ein wenig. Die philosophischen Überlegungen kamen nicht recht bei mir an, und auch ihr Weg aus dem Trauma heraus war für mich wenig nachvollziehbar. Dass man es wohl nie komplett loswird, kann ich hingegen verstehen, und auch die Gefühle bzw. die Abwesenheit davon, die ihre Illustrationen rüberbrachten. Es muss eine unheimlich schwierige psychische Situation sein, in der sie sich da befand. Vor allem, wenn es darum ging, das nächste Heft rauszubringen, nachdem ihre Freunde und Kollegen gerade erst gestorben waren.

Alles in allem war „Lightness“ definitiv keine leichte Kost. Aber damit habe ich ja auch nicht gerechnet. Ich finde, man muss diesen Comic mehrfach lesen, um es wirklich nachvollziehen zu können, um richtig in die Situation einzutauchen und auch die philosophischen Anteile zu durchdringen. Für Interessierte ist es definitiv lesenswert, ich schwanke noch ein wenig hin und her, ob es mich nun überzeugt hat oder nicht.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Der große schwarze Vogel

Stefanie Höfler
Fester Einband: 182 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2018
ISBN 9783407754332
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

An einem warmen Oktobertag stirbt Bens Mutter - und lässt ihn allein mit seinem Vater, seiner Tante und seinem Bruder Krümel zurück. Und mit einer Welt, in die Ben plötzlich nicht mehr reinzupassen scheint, in der Trauer so anders funktioniert, als er sie spürt. Während Ben zwischen den Erinnerungen an seine Mutter und seinem Leben feststeckt, wird ihm klar, dass der Weg der Trauer steiniger ist als jeder andere ...

Meine Bewertung

"Der große schwarze Vogel" ist so ein typisches Buch, das ich fast nicht zur Hand genommen hätte, weil es eigentlich nicht zu meinem typischen Lesestil passt. Aber das Cover und die Beschreibung haben mich schließlich doch genügend gelockt, um mir anzusehen, was es wohl damit auf sich hat. Und ich bin sehr froh darüber, sonst hätte ich ein Buch verpasst, das mich wirklich tief berühren konnte.

Stefanie Höfler schreibt in "Der große schwarze Vogel" über die Trauer, den Verlust und deren unterschiedliche Arten der Bewältigung. Mich hat dieses Thema vor allem durch die Sichtweise Bens berührt, der zum Todeszeitpunkt seiner Mutter selbst erst an der Schwelle zur Pubertät steht. Eigentlich bräuchte er gerade beide Elternteile, die ihm erklären, was los ist, wieso sich die Welt für ihn verändert. Doch seine Mutter kann es nicht mehr und sein Vater zerbricht an ihrem Tod. So wird Ben unweigerlich zum Beschützer seines kleinen Bruders Krümel, während er selbst nach einem Halt sucht.

Was mir hier sehr gut gefallen hat, waren die verschiedenen Perspektiven der Zeit, die genutzt wurden. Immer wieder gibt es Flashbacks zu der Zeit, in der Bens Mutter noch lebte. Das zeigt auch auf, wie sehr man dazu neigt, Menschen nach ihrem Tod zu glorifizieren - denn ein Engel war sie nicht unbedingt. Aber das macht den Zustand des Vermissens nicht einfacher, und diesen inneren Zwiespalt fand ich extrem gut rausgearbeitet. Auch das junge Mädchen aus seiner Klasse, das Ben aufzeigt, dass der Tod überall herrscht und viele Facetten haben kann, war gut eingebracht und man konnte sich mit allen Charakteren überraschend schnell identifizieren.

Stefanie Höflers Schreibstil ist einfach und präzise, transportiert aber dadurch genau die richtigen, rohen Gefühle, die ich mit dem Tod und der Trauer verbinde. Man kann auf jeden Fall gut mitfühlen und verstehen, was Ben durchmacht, was seine ganze Familie zum Leiden bringt - und wie unterschiedlich sie damit umgehen. Auch die Lebensfreude, die dennoch da hindurchstrahlt, war für meinen Geschmack gut eingesetzt und hat dem Buch Realitätsnähe gegeben.

Alles in allem war "Der große schwarze Vogel" ein Buch, das mich tief bewegt und zum Nachdenken angeregt hat. Trauer und Verlust muss jeder mal durchstehen - die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Bens Geschichte war daher sehr interessant zu lesen und ich kann sie auch jüngeren Lesern ab 12 Jahren empfehlen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Der Sternenmann

Max von Thun , Marta Balmaseda
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 16.07.2018
ISBN 9783845825243
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt

Zwischen Sternen, Planeten und vielen herrlichen Lichtern wohnt der Sternenmann. Nachts setzt er die Sterne an den Himmel, damit sie leuchten und die Menschen erfreuen können. Doch eines Nachts fehlt der kleinste Stern – was nun? Der Sternenmann muss sich auf eine Suche quer durch die Galaxie machen, um seinen Stern zu finden. Doch dessen Verschwinden hat einen ganz besonderen Grund …

Meine Bewertung

Hach, war das süß! Bei Kinderbüchern ist das ja oft meine Standardreaktion, aber da ich auch als Kind schon vernarrt in Sterne, Planeten und das Universum war, hat mir „Der Sternenmann“ besonders gut gefallen. Dieses Kinderbuch hat einfach alles, was es braucht, um mich zu begeistern!

Die Geschichte war für meinen Geschmack richtig toll erzählt. Es war schon genug Text, um damit Zwei- bis Dreijährige zu erfreuen, und auch die Gestaltung der unterschiedlichen Elemente war sehr ansprechend. Die Geschichte über den Sternenmann und den kleinsten Stern hat sich gut in die Bilder eingefügt. Ich möchte hier nicht zu viel über den Ausgang der Geschichte verraten, aber der Sternenmann findet auf seiner Reise viele verschiedene Gestalten, die ihm alle helfen wollen, den Stern zu finden. Und das hat schließlich eine wundervolle Auflösung und ganz viel Liebe für die kleinsten unter uns!

Marta Balmaseda hat für Max von Thuns Kinderbuch die passenden Illustrationen gezaubert, und ich muss sagen, sie hat wirklich alles super getroffen. Obwohl die Grundfarben durch das Thema des Alls schon sehr dunkel sind, hat sie es geschafft, das durch helle Akzente und die fast schon leuchtenden Sterne aufzulockern. Auch der Sternenmann glängt als kleine Quelle der Hoffnung und springt einem sofort ins Auge. Ich finde die Illustrationen sehr kindgerecht umgesetzt, zudem unterstützen sie die Story sehr gut. Hier gibt es auch allerlei Möglichkeiten für die Kinder, Fragen zu stellen und unser Universum spielerisch kennenzulernen.

Was ich auch sehr schön finde, ist das Lied am Ende des Kinderbuchs, was zum Einschlafen und Träumen einlädt. Anhören kann man es sich auf der Webseite des Verlags. Das rundet das Kinderbuch noch mal ab und ist für mich das Tüpfelchen auf dem I. Alles in allem war „Der Sternenmann“ ein sehr gelungenes Kinderbuch, an dem hoffentlich noch viele kleine und große Leser Freude finden werden.

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109 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Clean

Juno Dawson , Christel Kröning
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.06.2018
ISBN 9783551583826
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Die junge Hotelerbin Lexi Volkov liebt das Luxusleben Londons: Eine Party nach der anderen, noch ein Drink, der nächste Absacker schon vorprogrammiert. Als abhängig würde sie sich nicht bezeichnen – bis sie sich mit Heroin abschießt und fast ihr Leben verliert. In der Clarity-Klinik soll sie wieder zu sich kommen und Ruhe finden. Doch dazu muss Lexi erst zugeben, dass sie ein Problem hat – und dabei ist sie nicht allein. Ihre Therapiegruppe mag chaotisch und seltsam sein, doch sind sie alle so unterschiedlich, wie es auf den ersten Blick scheint?

Meine Bewertung

„Clean“ und ich sind auf keinem guten Fuß gestartet. Mit Entsetzen habe ich das Buch angefangen, dessen Sprache anfangs extrem rotzig und unverblümt ist. Und ich dachte, das würde ich nie durchhalten – aber tatsächlich ist das Buch, so zwiegespalten es mich auch zurückließ, ein sehr interessantes Leseerlebnis gewesen.

Das Buch liest sich ein bisschen wie ein härteres „Gossip Girl – Hinter den Kulissen“. Lexi zumindest passt perfekt in diese Welt rein. In London geht sie auf alle angesagten Partys und nimmt Drogen im Überflüss, bis es sie fast das Leben kostet. Mir fiel es anfangs extrem schwer, ihr nicht mit purem Hass zu begegnen. Sie erkennt ihr eigenes Problem nicht und hasst dafür die ganze Welt, ist ausfallend und nur auf den oberflächlichen Schein bedacht. Man merkt zwar, dass da noch mehr dahintersteckt, aber gerade mit ihrer Vorgeschichte fand ich das fast schon zu klischeehaft. Und die Klischees ziehen sich leider durch das gesamte Buch.

Etwas besser von der Handlung her wurde es, als Lexi tatsächlich ihre Therapie angefangen hat. Die anderen Patienten der Clarity-Klinik sind auch auf dem Weg, clean zu werden, nur dass alle mit anderen Abhängigkeiten zu kämpfen haben. Hier muss ich sagen, dass ich es fast schon zu einfach fand. Stecken wir 6 dysfunktionale Jugendliche zusammen auf eine Insel – die werden schon klarkommen. Mir persönlich hat da wirklich mehr Realismus gefehlt, denn auch die Art, wie sie therapiert wurden, fand ich ziemlich seltsam. So richtig konnte ich diese Einrichtung einfach nicht glauben. Und als Lexi dann auch noch ein wildes Pferd bändigt, an das sonst keiner rankommt, wurde es schon extrem lächerlich.

Andererseits eignet sich „Clean“ gut zum Mitleiden. Ich konnte die Hintergrundgeschichten der Figuren gut verstehen, und auch ihre Dynamik untereinander hat mir gut gefallen. Besser wurde es dann wirklich in der zweiten Hälfte, wenn man auch mehr von Lexis Vorgeschichte erfährt und sich das Puzzle so langsam zusammensetzt. Da wurde für mich auch der Schreibstil besser. Was mich nur ein wenig gestört hat, war die Liebesgeschichte, die extrem erzwungen wirkte und für mich das Positive fast wieder zerstört hat. Da klingt einfach viel romantisierte Heilung durch, die ich so nicht geeignet finde.

Alles in allem war „Clean“ aber dennoch gut für Zwischendurch geeignet, mit einer interessanten Grundidee. Wenn man an einigen Stellen über die Logikfehler in der Ausführung hinwegsieht, hat Lexis Geschichte definitiv ihren Reiz, auch wenn ich sie nicht so schonungslos oder scharfzüngig finde, wie sie beworben wurde.

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274 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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A Court of Mist and Fury

Sarah J. Maas
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury USA Childrens, 03.05.2016
ISBN 9781619634466
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Feyre ist Amaranthas dunklen Machenschaften entkommen – doch nun klebt die Dunkelheit selbst an ihr. Mit schrecklichen Schuldgefühlen, Albträumen und Panikattacken versucht sie, ihren Alltag am Frühlingshof zu bestreiten. Doch während Tamlin sie zunehmend einengt, gibt es für Feyre nur eine Möglichkeit zu heilen – und dazu gehört auch die Freiheit. Erst als Rhysand sie an ihr Abkommen erinnert, spitzt sich die Lage zunehmend zu. Und mit der Gefahr eines neuen Krieges, der auch die Welt der Menschen hinter der Mauer erschüttern könnte, kommen zahlreiche neue Feinde daher, für die sie starke Verbündete braucht …

Meine Bewertung

Nachdem mich der erste Teil der Reihe ja nicht so sehr begeistert hat, aber mir von allen Seiten gesagt wurde, wie toll der zweite ist, habe ich mich auch an „A Court of Mist and Fury“ gewagt. Immerhin verspricht dieser nach dem Ende von Teil 1 mehr Action, mehr Drama, mehr Stärke. Allerdings bin ich nach dem Lesen auch extrem zwiegespalten. Rational betrachtet deckt diese Buch in etwa alle Tropes ab, die ich hasse, bedient sich einiger Klischees und Schwarz-Weiß-Darstellungen, hat dieselben Plotprobleme wie sein Vorgänger – und trotzdem war etwas daran, das mich eher durchhalten ließ.

Nach dem ganzen Hype habe ich hier wirklich eine bessere Charakterisierung und Umsetzung erwartet. Ich dachte, es wird richtig grandios losgehen – aber nein, der Anfang war wieder genauso lahm wie Band 1. Gut, das war ich inzwischen schon gewohnt, also habe ich mich durchgequält und eigentlich nur drauf gewartet, dass mal etwas passiert. A.k.a. dass Rhysand auftaucht. Das hat sich gezogen und gezogen und leider einige negative Punkte mit sich gebracht.

Ich muss hierbei wirklich sagen: Ich habe noch niemals eine dermaßen absurde Umcharakterisierung gelesen. Und Feyre ging mir unglaublich auf die Nerven. Während sie merkt, dass sie nicht die Einzige ist, die leidet, redet sie nicht offen mit Tamlin drüber und beschwört so auch Probleme herauf. Es ist ziemlich klar, dass beide einen Knacks weghaben, nach allem, was Amarantha ihnen angetan hat. Allerdings finde ich es unfair, einen Charakter, der im ersten Buch wie der strahlende Held erschien, dann nur deshalb um 180 Grad zu wenden, um dem anderen Love-Interest alle Perfektion aufbürden zu können. Auch wenn ich Tamlin nicht mochte und Feyres Aktionen ihm gegenüber verstehen konnte, kann ich nicht verstehen, wieso man hier so radikal zugeschlagen hat. Während Rhysand zum Engel mutiert und bei so ziemlich allen Taten total noble Gründe hat, wird Tamlin zum miesesten, abscheulichsten Charakter verbannt, der extreme Besitzansprüche erhebt. Da kann mir der Hype noch so sehr sagen, dass er schon immer so war – nein, im ersten Band war er anders. Und ich finde es ungerechtfertigt, einen Charakter dermaßen runterzumachen, nur um einen anderen begehrenswert darzustellen, zumal man Tamlins Seite und seine Gründe überhaupt nicht erfährt. Dieses Schwarz-Weiß-Denken war für mich unheimlich anstrengend und einer der Hauptpunkte, weshalb ich das Buch nicht nur positiv sehen kann.

Auch Feyres Charakter hat bei mir echt für Übelkeit gesorgt. Sie ist immer noch jammernd und leidend (zwar mit Gründen, aber dennoch nervig) und zu allem Überfluss wird das gepaart mit einem Zug von extremer Stärke, die sie nach und nach entdeckt. Für mich haben ihre Selbstzweifel und ihre Überzeugung von sich selbst am Ende nicht richtig zusammengepasst. Ich sehe ihre Entwicklung einfach nicht stark genug – Start- und Endpunkt ja, aber der Weg dahin war für mich eher fragwürdig.

Auch die Handlung an sich hatte wieder dasselbe Manko wie der erste Band. Die ersten 70% des ohnehin schon sehr langen Buches waren mir zu eintönig – die Bande sucht etwas und findet es, um wieder was anderes zu suchen, nebenher gibts Geplänkel und Hintergrundgeschichten – aber ins letzte Drittel wurde so ziemlich alles reingestopft und es ging mir viel zu schnell. Ich hatte gehofft, dass es sich in diesem Band etwas besser verteilen würde und die Plot-Twists am Ende mehr Raum bekommen, sich tatsächlich zu voller Wucht zu entfalten.

Und jetzt kommt das große Aber: Trotz all dieser Mängel, trotz der Tropes, die mich in den Wahnsinn getrieben haben, trotz Feyres Art, die ich nicht leiden kann – trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Es hat mir Spaß gemacht, ich habe mitgefiebert, auch wenn ich vieles schon wusste oder geahnt habe. Und das liegt zuallererst an den Nebencharakteren.

Sowohl bei „Throne of Glass“ als auch bei dieser Reihe hat Sarah J. Maas es einfach drauf, mir eindrucksvolle Nebencharaktere zu geben, mit denen ich mitleide und weine, sie ins Herz schließe und mich ihnen einfach verbunden fühle. Sie mögen absolute Klischees sein, die Außenseiter, die sich zusammengeschlossen haben, aber dieses Gefühl einer Familie kam bei mir voll durch und hat mich gefangen. Ich finde sie alle wesentlich interessanter als unsere Protagonistin, und wenn ich die nächsten Teile lese, dann nur, weil ich unbedingt mehr von Mor und Amren möchte, von Feyras Schwestern und von den den beeindruckenden Kriegern Azriel und Cassian. „A Court of Mist and Fury“ spart auch nicht mit schönen Beschreibungen und tollen Schauplätzen, die ich echt cool fand, ebenso wie die weitere Ausarbeitung Prythians, das nun endlich näher beleuchtet wurde.

Und dann kommt tatsächlich noch mein absolutes Guilty Pleasure hinzu: Ich liebe die ganze Thematik rund um Seelenverwandte. Auch wenn es daran ebenfalls Punkte an der Umsetzung gab, die mich einfach extrem gestört haben (das Macho-Gehabe der Männer, sobald sie ihre Mate finden, der ständige Sex, den ich nicht besonders gut geschrieben fand, und diese absolut sexistische Tradition, dass es was ganz Besonderes ist, wenn die Frau ihrem Mann Essen anbietet). Ich kann diesem Trope nicht abschwören und auch hier hatte ich echt Herzrasen dabei. Ich mag diese Thematik, die Verbundenheit der Figuren, die dadurch entsteht, und auch das Ende, das mir dabei noch einiges an Verwunderung und krassen Wendungen beschert hat.

„A Court of Mist and Fury“ ist ein Buch mit vielen Fehlern, die ich rational auch sehe und durchaus verurteile. Allerdings möchte ich mich auch nicht dagegen wehren, dass es mir trotzdem Freude bereitet hat, dieses Buch zu lesen, dass ich ihm irgendwo doch verfallen bin und den Hype zwar nicht mitlebe, aber in seinen Grundzügen nachvollziehen kann. Es war definitiv besser als der Vorgänger, und auch wenn ich denke, dass ich an „A Court of Wings and Ruin“ noch einiges meckern werde, freue ich mich doch darauf, die kleine Familie wieder besuchen zu können. Dafür sind die Charaktere schließlich doch stark genug, um die Schwäche etwas abfangen zu können.

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Save You

Mona Kasten
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736306240
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Rubys Welt ist zusammengebrochen, als James sie vor ihren Augen durch eine andere versetzt hat. Doch das hält sie nicht davon ab, an ihrem Ziel festzuhalten: Oxford. Wen interessiert schon James – auch wenn es ihr schwer fällt, ihn zu vergessen? Doch auch James hat mit seiner Sehnsucht nach Ruby zu kämpfen. Darüber vernachlässigt er seine Freunde und seine Familie, die seiner Hilfe bedürfen. Allen voran seine Schwester Lydia. Während in Maxton Hall die nächsten Events anstehen und das Ende ihrer Schulzeit näherrückt, dreht sich das Gefühlskarussell immer weiter und fordert seine Opfer …

Meine Bewertung

Hach ja, die Maxton-Hall-Reihe von Mona Kasten ist wohl so eine Sache: Man liebt sie oder man hasst sie. Nach dem Ende des ersten Teils war ich nun nicht übermäßig geschockt, wollte aber trotzdem unbedingt „Save You“ lesen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Dafür hat mich dieser zweite Band mit dem Ende viel mehr geschockt und ungläubig zurückgelassen.

Von einigen habe ich bereits gehört, dass sich das Buch liest, als würde man eine Soap schauen. So ganz kann ich das nicht abstreiten – man kann viele Punkte im Voraus erahnen und es gibt unzählige Handlungsstränge durch die vielen Charaktere, die alle ihre eigene Storyline bekommen. Das hat schon ziemlichen Soap-Charakter. Das Schöne daran ist aber, dass es mich dennoch mitreißen kann, was zum Großteil auch an Mona Kastens Schreibstil liegt. Schnell und einfach zu lesen, mit genug Beschreibungen, um Gefühle und Bilder zu wecken, aber nicht zu detailverliebt. Man kann es wirklich in einem Zug durchlesen und einfach inhalieren.

Was ich besonders mochte, war die Zeit, die die Autorin sich genommen hat, um Rubys und James‘ Beziehung in „Save You“ wieder aufzubauen. Es ging nicht Schlag auf Schlag, sie mussten sich wirklich erst wieder annähern und einander einige Fehler vergeben, was seine Zeit braucht. In dem Zusammenhang gab es immer wieder kleine Stolpersteine, wobei ich bei manchen schon die Augen verdrehen musste. Es wirkt an einigen Stellen zu gezwungen dramatisch.

In diesem Band gab es zudem zwei neue Sichten. Ich hatte zunächst vermutet, dass es Keshav und Alistair werden würden, die diese in „Save You“ erhalten, aber zu meinem großen Erstaunen waren sie Lydia (denkt euch hier bitte ganz viele Herzchen) und Ember vorbehalten. Ember hatte aber weiterhin eher eine kleine Rolle. Obwohl ich sie gern mag, hätte ich sie jetzt nicht unbedingt drin gebraucht, da ich ihren Handlungsstrang für ziemlich überflüssig halte und nicht begeistert davon war. Lydias Geschichte hingegen hat mir wirklich Spaß gemacht und ich leide unheimlich mit ihr mit. Sie ist ein Charakter, den ich sehr gut nachvollziehen kann, und ich mag sie sogar mehr als Protagonistin Ruby – meinetwegen kann sie noch viel mehr Spielzeit haben!

Was ich auch mochte waren die Darstellungen von Freundschaft und Familie, die „Save You“ bietet. Hier sieht man wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, für sich und andere einzustehen, wie viel Elternliebe ausmachen kann und wie sie das Verhalten der Kinder prägt. Vor allem Alistair, James und Lydia tun mir in dem Zusammenhang leid, zumal ich Alistairs Situation durch meine eigenen Ängste und Erfahrungen gut nachvollziehen kann. Wichtig fand ich es auch zu zeigen, dass man seine Freunde nicht vernachlässigen sollte, nur weil man eine neue Beziehung eingeht, eine Tatsache, der sich James stellen muss. Das fand ich im Buch so semi-optimal gelöst, da hätte ich mir einfach noch etwas mehr zu gewünscht – einen stärkeren Ausdruck dessen udn mehr Gefühl. So sah es für mich aus wie ein wichtiges Thema, das eher am Rand abgehandelt wurde, um es eben drin zu haben.

Und dann kam dieses Ende. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet und war ziemlich enttäuscht davon, denn es war überdramatisiert und so schnell abgehandelt, dass es nur noch gewollt und unglaubwürdig wirkte. Bis zu dem Punkt war ich wirklich zufrieden mit „Save You“. Aber so würde sich wirklich niemand verhalten, wie die Charaktere am Ende des Buchs, und man weiß ohnehin, dass es im nächsten Band schnell aufgelöst werden muss – warum also nicht einen würdigeren Cliffhanger nehmen, der vielleicht nicht ganz so ein Schockpotenzial hat, aber zumindest glaubwürdig ist? Trotz dieses Mankos konnte mich „Save You“ aber doch überzeugen. Es mag seine Tropes und seinen Soap-Charakter haben, aber ich persönlich finde es gut umgesetzt und will doch immer mehr lesen. Was kann man also sonst von einem Buch erwarten? Natürlich wird somit auch „Save Us“ bei mir einziehen, sobald es erhältlich ist.

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318 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 101 Rezensionen

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Die letzte erste Nacht

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736307179
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt

Eine Nacht kann alles verändern – das stellen auch Trevor und Tate fest, nachdem sie in einer verregneten Stunde zusammen im Bett gelandet sind. Beide schwören sich, das nicht mehr zu wiederholen, doch das ist leichter gesagt als getan. Während Tate einem weiteren Abenteuer nicht abgeneigt ist, versucht Trevor sie auf Abstand zu halten – zu nah kommt sie an ihn heran und die Geheimnisse, die er vor ihr verbirgt. Aber Tates Nachforschungen über ihren toten Bruder führen sie immer tiefer in ein Gewirr aus Lügen und Gewalt – und zu Trevor …

Erster Eindruck

Auf diesen Teil der Firsts-Reihe von Bianca Iosivoni habe ich wirklich sehnlichst gewartet. Meine Erwartungen waren nach den ersten beiden Bänden hoch, immerhin waren mir Tate und Trevor dort auch schon sympathisch. „Die letzte erste Nacht“ sollte also ein Lesehighlight werden, das ich nicht mehr vergesse, nicht zuletzt wegen des Pairings, das bisher zurecht den Spitznamen TNT trug.

Leider kam es dann aber doch anders. Die erste Hälfte der Geschichte war für mich langatmiger, als ich es von den Büchern der Autorin gewohnt bin. Ich habe meine Zeit gebraucht, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden und mich fesseln zu lassen, und jedes Mal, wenn ich sie unterbrechen musste, fiel es mir sehr schwer, wieder reinzukommen. Meine Lesestimmung war somit nicht ganz so prima, wie ich es mir gewünscht hatte.

Kleine Hürden und große Dunkelheit

So ein richtiges TNT-Feeling hatte ich bei „Die letzte erste Nacht“ leider nicht. Vielleicht lag es daran, dass die zwei ihre erste Nacht schon vor dem Beginn des Buchs hinter sich hatten – etwas, was ich bis dahin so noch nicht unbedingt gelesen hatte, vor allem im New Adult-Genre. Das hat mich auch neugierig gemacht, aber die Wortgefechte und funkensprühenden Aktionen, die ich in den ersten zwei Bänden bekommen habe, habe ich hier einfach vermisst.

Dafür gab es vor allem eins: Dunkelheit. Dieses Buch fällt tatsächlich ein wenig aus der Reihe rund um die Clique raus, denn beide Charaktere sind deutlich düsterer als der Rest der Gruppe. Vergleicht man Trevor beispielsweise mit Dylan aus „Der letzte erste Blick“, stellt man deutlich fest, dass Trevor sehr viel heftigere und einschneidende Geheimnisse mit sich rumträgt. Während Tate nach den Ursachen für den Tod ihres Bruders sucht, versucht Trevor, sie davon abzubringen – aus gutem Grund. Tate mit ihrer selbszerstörerischen Art hingegen ist kein Sonnenschein wie Elle aus „Der letzte erste Kuss“, sondern ein volles Gewitter – und die Blitze feuert sie am liebsten auf sich selbst ab. Mit dieser Art hatte ich anfangs wirklich Schwierigkeiten beim Lesen, denn es bleibt eine gewisse Distanz zu den Charakteren, die ich so noch nicht kannte. Es ist gewissermaßen ein Selbstschutz – man soll vor allem Tates Aktionen auch nicht gutheißen. Obwohl ich sie verstehen kann, finde ich es trotzdem nicht richtig, was sie da alles tut, und ich hätte mir gewünscht, dass da doch noch mehr Widerstand kommt. Vor allem von Trevor und ihren Freundeskreis.

Und dann platzt der Knoten

Etwa in der Hälfte des Buchs hat es mich dann aber doch gepackt und ich wollte es einfach nicht mehr weglegen. Tate und Trevor prallen doch noch richtig aufeinander, und es ist nicht schön. Es ist nicht romantisch oder kitschig, dafür hart, emotional und dramatisch. Und es zeigt auch, dass Liebe Zeit braucht – dass nicht einfach alles vergeben und vergessen sein kann, egal, was man tut. Egal, wie viel Reue man zeigt. Ich fand die Gratwanderung, die Bianca Iosivoni hier geschafft hat, wirklich gut gelungen. Man fiebert mit den Charakteren mit und leidet richtig an ihrer Seite, versteht beide Protagonisten und würde sie am liebsten beide vor den Fehlern ihrer Vergangenheit schützen.

Auch wenn ich die ersten beiden Bände etwas besser fand, war „Die letzte erste Nacht“ ein sehr interessantes und emotional aufwühlendes Buch. Zweifelsfrei ist es düsterer als die Vorgänger, bietet aber eine interessante Storyline, der es manchmal ein wenig an dem Pepp und der Würze fehlt, die in den Vorgängerin den Charme ausgemacht haben. Gleichzeitig geht es auch sehr schonungslos mit gewissen Themen um und zeigt auf, dass Menschen nicht immer das sind, was sie auf den ersten Blick scheinen. Und wenn man schließlich am Ende angelangt ist, versteht man auch, wieso das Buch so heißt, obwohl wir Tates und Trevors erste Nacht gar nicht mitbekommen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wicked Lovely

Melissa Marr
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 02.08.2012
ISBN 9780007354993
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Von Geburt an ist Aislinn in der Lage, Fae zu sehen: Die unheimlichen Wesen, die im Verborgenen Menschen piesacken, machen ihr Angst. Nur mit den strengen Regeln ihrer Großmutter kann sie die Fae ignorieren. Doch als eines Tages der König des Sommerhofs Keenan auf sie aufmerksam wird und als sein neues Sommermädchen auserwählt, kann sich Aislinn nicht mehr verstecken. Ihre Gabe könnte sie in höchste Gefahr bringen – sie und ihren Freund Seth. Doch Aislinn ist nicht gewillt, Keenans Avancen nachzugeben. Doch die Fae sind nicht dafür bekannt, Abweisungen hinzunehmen. Und Keenan ist fest entschlossen, Aislinn zu seiner Königin zu machen …

Meine Bewertung

Seit ich zum ersten Mal „Wicked Lovely“, zu deutsch „Gegen das Sommerlicht“ von Melissa Marr, gelesen habe, sind schon einige Jahre ins Land gezogen. Trotzdem konnte ich mich jetzt beim Reread noch an einiges erinnern – unter anderem auch, wieso ich die Reihe im zweiten Band abgebrochen habe. Dieses Mal will ich aber länger durchhalten und ziehe jetzt den Vergleich zwischen damals und heute, denn der erste Band hat einige meiner Erwartungen erfüllt.

Was habe ich denn erwartet? Ich war mir noch ziemlich sicher, dass ich damals Aislinn nicht mochte. Daran hat sich auch nichts geändert. Aislinn ist für mich so ziemlich eine der stumpfsinnigsten Protagonistinnen, die die Fantasy zu bieten hat. Eigentlich macht sie nichts. Nur ihre Gabe macht sie zu etwas Besonderem, und dass Keenan sie auserwählt. Aber ihre Aktionen im Buch? Quasi nicht vorhanden. Das Einzige, was Aislinn tatsächlich macht, ist rumweinen, wie schlecht es ihr doch geht.

Dagegen kamen dann Keenan und Donia an – Keenan seines Zeichens der König des Sommerhofs, dessen Macht von seiner Mutter Beira beschränkt ist, bis er seine Königin findet. Donia hätte dieses Mädchen sein wollen, doch bei ihrer Prüfung wurde sie zum Wintermädchen – und ist damit dazu verdammt, in Kälte zu leben, bis das nächste Mädchen kommt und Keenan erlöst. Donia war schon früher mein absoluter Lieblingscharakter, denn sie hat zumindest Rückgrat und stellt sich Beira in den Weg. Sie ist klug, taktisch geschickt und trotz der Schicksalsschläge, die sie erleiden musste, selbstlos und nicht ständig am Jammern. Sie tut, was getan werden muss.

Keenan und Seth teilen leider ein Los: Sie sind beide nur dazu da, hübsch auszusehen. Ansonsten fehlt beiden die Persönlichkeit, irgendetwas, was sie besonders macht, ohne dass es gewollt besonders ist. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier einfach unbedingt ein Liebesdreieck (oder Viereck, wenn man Donia dazuzählt) haben will, aber ihre männlichen Protas so dermaßen unglaubwürdig gestaltet hat, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Seth, der gutmütige Goth, und Keenan, der König, der sein Volk retten will – beide blieben total passiv in der Geschichte.

Und so kam es dann auch, dass diese einfach vor sich hinplätscherte. Auf den ersten 200 Seiten passiert einfach nichts. Aislinn jammert, wie schlimm es ihr geht, es gibt ein bisschen Geplänkel zwischen Seth und ihr, aber keiner der beiden sieht ein, dass sie ineinander verliebt sind. Dazu kommt überdeutliches Slutshaming von Aislinns Seite aus, wenn es um ihre „Freundinnen“ oder gar die Fae geht. Und dann wurde auch 120 Seiten noch alles gequetscht, was nach einem Plot aussieht. Aber nicht etwa Antagonistin Beira treibt das voran, oder unsere Protagonistin Aislinn. Es ist im Wesentlichen Donia, die das Ganze ins Aktive wendet. Aislinn kümmert es nur, dass sie Seth behalten kann, wenn sie tatsächlich Keenans Sommerkönigin werden sollte. Und seltsamerweise ist ihre Großmutter am Ende auch vergessen, obwohl sie erst mal ein riesiges Drama drum macht.

Zudem ist auch das Setting quasi nicht vorhanden. Nebenfiguren sind unheimlich blass, die Menschenwelt ist eben da, die anderen Höfe (wenn mich nicht alles täuscht Winter, Licht, Dunkel und die Hohen Fae?) werden am Rande angeschnitten, aber auch nicht weiter ausgeführt. Die Fae können ganz unterschiedliches Aussehen haben, aber abgesehen davon, dass die Sommerfae gern tanzen und feiern und die Dunkelfae Mädchen bedrängen, erfährt man nichts. Sie sind eben alle da, weil es irgendwie notwendig war, aber Hintergründe sucht man hier vergeblich.

Alles in allem hat mich meine Erinnerung nicht getäuscht: Das Buch ist okay, aber nicht mehr. Ein richtiger Plot mit starken Charakteren fehlt mir, dafür hätte ich gern mehr über die Geschichten der alten Wintermädchen gehört, denn auch Donias Vorgängerinnen schienen ziemlich interessant zu sein. Leider wurde das hier noch nicht umgesetzt. Ich muss mal schauen, ob ich mir die restlichen vier Bücher der Reihe tatsächlich noch antue oder wieder abbreche, aber „Wicked Lovely“ war nicht ganz mein Fall. Und es bleibt dabei: Das Einzige, was das Buch zumindest auf ein mittelmäßiges Niveau bringt, ist in meinen Augen Donia. (Stellt euch hier vor, wie ich für sie Pompoms wedele. Go, Donia!)

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293 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Soul Mates - Ruf der Dunkelheit

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.04.2018
ISBN 9783473585205
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit die Dunkelseelen unter Laurens Führung Rayne mitgenommen haben, scheint alles verloren. Nur der Kampf um ihr Licht und die Sicherheit ihrer Freunde hält sie davon ab, unter dem Druck einzuknicken, den die gnadenlose Anführerin in der Dunkelheit auf sie ausübt. Doch ein Kampf erfordert immer Opfer. Während Rayne nach ihren Erinnerungen sucht, steht sie vor der Aufgabe zu verhindern, dass Lauren die Prophezeiung erfüllt. Aber dabei kann ihr nur Colt helfen – Colt, dessen Nähe sie das Leben kosten könnte …

Meine Bewertung

Nach dem furiosen ersten Band rund um Rayne und Colt war ich wirklich gespannt darauf, wie es in „Soul Mates – Ruf der Dunkelheit“ weitergehen würde. Ich hatte schon gehört, dass es deutlich düsterer werden sollte, dass es mehr von Lauren gibt (yes!) und einige ungeklärte Fragen aus dem ersten Band aufgelöst werden.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht an Bianca Iosivonis Büchern vorbeikomme. Den ersten Band fand ich bereits gut, auch wenn noch Luft nach oben war. Allerdings wurde die für mich im zweiten Teil nicht ganz ausgenutzt. Es war trotzdem angenehm zu lesen, der Schreibstil leicht und atmosphärisch. So konnte man sich in Raynes Gefühlswelt einleben. Allerdings haben für mich die actionreichen Szenen schon ein wenig Überhand genommen. Ich hatte teilweise das Gefühl, dass Kampf auf Kampf folgte. Einerseits ist das gut, da so unnötige Filler vermieden wurden, andererseits hätte ich mir trotzdem etwas Luft zum Durchatmen gewünscht. Damit hätte vielleicht auch noch etwas mehr Charakterentwicklung gezeigt werden können.

Gerad die Nebencharaktere kamen in diesem Teil leider zu kurz. Ich hätte so gern noch mehr über Miles, Keira, Liv, Jeff und all die anderen gelesen. Dafür war der Spannungsanteil definitiv hoch und man konnte gut mit Rayne mitfiebern. Laurens Auftritte waren für mich ein besonderes Highlight, immerhin stehe ich hier besonders auf die Bösen. Gerade bei den Dunkelseelen war es mir aber an einigen Stellen doch noch nicht ganz düster genug. Allerdings war es gut an die etwas jüngere Zielgruppe angepasst, also kann ich das verzeihen – ich bin da wohl einfach etwas dunkler unterwegs.

Was ich auch sehr gern mochte, waren die Szenen zwischen Colt und Rayne. Man spürt einfach ihre Verbundenheit, wie sehr sie sich brauchen und wie sie doch immer wieder umeinander kämpfen müssen. Die verbotene Liebe wurde bis ins kleinste Detail perfekt umgesetzt, weshalb ich auch das Ende richtig gut gelungen fand, obwohl es mir zu schnell ging. Der Plot an sich war hier klug gewählt und die Auflösung einerseits herzzerreißend, andererseits nicht ganz so schlimm wie andere Alternativen.

Alles in allem war „Soul Mates – Ruf der Dunkelheit“ ein solider Folgeband, der etwa auf dem gleichen Level wie sein Vorgänger ist. An einigen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht, noch krassere Wendungen, gleichzeitig aber auch geeignete Ruhepausen zwischen den vielen Kämpfen. Aber gerade einige Plot Twists und die schöne Liebesgeschichte haben es doch zu einem Ende gemacht, das sich sehen lassen kann.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Baby Hummel Bommel - Gute Nacht

Britta Sabbag , Maite Kelly , Joëlle Tourlonias
Pappbuch: 16 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 23.04.2018
ISBN 9783845825335
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt

Für die Baby Hummel Bommel geht es ab ins Bett – immerhin ist es schon spät geworden und morgen soll wieder ein hummelig schöner Tag sein! Aber siehe da – da krabbelt die Hummel wieder. Da helfen nur einige Einschlafrituale und viele Gute-Nacht-Küsschen!

Meine Bewertung

Die Reime haben Mitsprechpotenzial
Was mir diesmal extrem positiv aufgefallen ist, war die Reimform, die ich gerade für die jüngere Zielgruppe sehr ansprechend finde. Die Reime sind auch perfekt zum Vorlesen geeignet, denn die Wörter sind nicht allzu schwer oder liegen klobig auf der Zunge. Insgesamt ergibt sich dadurch ein toller Schlafrhythmus und die Reime haben auch Mitsprechpotenzial für die Kleineren, da sie schöne Wiederholungen beinhalten.

Die Illustrationen sind zuckersüß wie beim großen Bruder
Was wäre Bommel  ohne die großartige Zeichnerin Joëlle Tourlonias? Auch der Baby Hummel Bommel hat sie die niedliche Charakteristik verliehen, ohne vom Stil des größeren Vorgängers abzuweichen. Was mich hier besonders begeistert hat, waren die warmen Farben, die sofort ein Gefühl von Geborgenheit hervorufen, und die charakteristischen Züge der Baby Hummel, die nun noch niedlicher ist.

Ein kleiner Mutmacher für Eltern
Ich bewundere wirklich jedes Elternteil, das es schafft, die Ruhe zu bewahren, wenn die Kleinen nicht einschlafen wollen. Ich bekomme es ja „nur“ als große Schwester mit, aber schon dahingehend fand ich es toll, dass die Baby Hummel Bommel auch dieses Problem aufgreift. Einschlafen ist eben phasenweise mal besser, mal schlechter – nur wenige haben das Glück, dass es ständig problemlos klappt. In diesem Sinn finde ich auch sehr mutmachend für Eltern, zu sehen, dass das auch in Büchern für die Kleineren thematisiert wird und als vollkommen normal behandelt wird. Es gibt nun mal auch schlechte Tage – und an denen kann die Baby Hummel Bommel durchaus helfen.

Liebe und Hilfe auch außerhalb der Familie
Ja, auch das finde ich wichtig. Hier regen nicht nur die Eltern der Baby Hummel zu Einschlafritualen an, auch Marie Marienkäfer, Maxi Motte und Gisela Grille kommen zum Einsatz. Das fördert schon in früher Kindheit den Zusammenhalt, und seien wir mal ehrlich: Gerade für Berufstätige ist es nicht immer einfach, ihr Kind selbst schlafen zu bringen. So merkt man auch, dass es viele Wege gibt, die nach Rom führen. Aber die Einschlafküsschen von Mama und Papa sind auch dabei – und so wird aus denen, die mithelfen, auch ein kleiner Teil der Familie.

Die Baby Hummel eignet sich auch für die Kleinsten
Was ich an der Baby Hummel Bommel auch toll fand, ist die Tatsache, dass es direkt als Pappbilderbuch rauskam. Da das empfohlene Alter ein Jahr und aufwärts beträgt, ist es somit noch robust genug für Kinderhände (und alles, was da sonst noch dazukommt), gut verarbeitet und definitiv angenehm genug, um zum Vorlesen geeignet zu sein. Perfekt für schöne Lesestunden und viele Einschlafküsschen!

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

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Carim

Lena Knodt
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 15.05.2017
ISBN 9783946172697
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Im Herzen des Drachentöters Carim lodern schon seit vielen Jahren nur noch Hass und die Blutgier. Doch nach einem erfolgreichen Kampf gegen einen brütenden Drachen nimmt er dessen Ei mit, um es gewinnbringend zu verkaufen. Erst als ein Jungdrache daraus schlüpft, wird Carim klar, was für eine Chance auf Macht ihm dies bietet – und mit dem Drachen Vlynnar macht er sich auf zum Königshof, um sich den Ruhm zu holen, der ihm gebührt …

Meine Bewertung

„Carim – Drachentöter“ ist so ein typisches Phänomen bei mir: Je mehr ich darüber höre, desto mehr will ich es lesen – trotzdem lag es viel zu lange auf dem SuB. Nun kam ich endlich dazu, Lena Knodts Werk zu inhalieren, denn so schnell ging es tatsächlich auch. Und was ich über das Buch gehört habe, stimmt tatsächlich: Carim ist ein machthungriges, geiles Arschloch – und es ist toll!

Wer etwas gegen Gewalt, Gefühlskälte und Brutalität hat, sollte weiterklicken. Für den ist Carim nämlich sicherlich nichts. Man muss sich schon drauf einlassen können, dass man es hier nicht mit einem typischen Sympathieträger als Protagonist zu tun hat. Was mir an Carim aber besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass sich das auch durch das gesamte Buch zieht. Er weicht so gut wie nie von seinen Prinzipien ab, stellt sich selbst in den Vordergrund und strebt nach Macht. Das ist es, was Carim ausmacht. Gerade durch die Flashbacks, die in die Geschichte eingestreut sind, erlebt man auch andere Seiten und seine Entwicklung bis zu diesem Punkt mit, aber es baut diesen Charakter umso mehr auf und macht dem Leser verständlich, wieso Carim so ist, wie er nun mal ist. Das ist keine Entschuldigung für seine Taten und das soll es auch nicht sein, aber es verhilft eindeutig zum Verständnis.

Was ich sehr gern mochte, war zudem der Plot der Geschichte. Er war gut durchdacht, nur an einigen Stellen schien es mir etwas abgehackt und zu kurz zu sein. Das war auch mein einziger Kritikpunkt: Das Buch hätte insgesamt noch ein paar Seiten mehr vertragen können, um die Atmosphäre aufzubauen und weitere Details zu klären, zum Beispiel über den Krieg, der im Königreich tobt. Wirklich viele Hintergründe dazu gab es nicht, aber da erhoffe ich mir von den Folgebänden mehr.

Vlynnar und Carim haben aber definitiv für ein actiongeladenes Buch gesorgt. Die Kampfszenen waren gut beschrieben, ebenso wie die ruhigeren Momente, die es zwischendurch gibt, und das Duo und dessen Entwicklung mitzuverfolgen hat mir wahnsinnig Spaß bereitet. Vlynnar steht Carim in Sachen Grausamkeit in nichts nach, aber gemeinsam entwickeln sie auch eine Dynamik, die sie über ihre Grenzen hinaustreibt und auch mal schwache Momente zulässt. Liebesgeschichten sind hier, wenn sie auftreten, sehr im Hintergrund gehalten und an die grundsätzliche Tonalität der Geschichte angepasst. Das hat mir ziemlich gut gefallen, denn zu viel Kitsch und Brimborium hätte weder zu den Charakteren, noch zum Plot gepasst.

Auch Lena Knodts präziser, knackiger Schreibstil hat mich mitfiebern lassen, zumal sie es schafft, die emotionale Distanz zu Carim schnell beizulegen. Für mich war „Carim – Drachentöter“ daher ein Lesegenuss mit kleinen Schwächen und definitiv zu empfehlen, weshalb ich mich umso mehr auf den nächsten Teil freue!

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Der Fluch des Wandlers

Lena Klassen
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Eisermann Verlag, 03.05.2018
ISBN 9783961730605
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Prinz, Krieger, Schlange – Monster: Nicolas Deleskys Schicksal scheint ihm bereits in die Wiege gelegt worden zu sein. Als Spielball der Mächtigsten aus dem Schlangenclan hat er eine Macht inne, die niemand zu kontrollieren vermag – am wenigsten er selbst. Doch in seinem Ringen um Anerkennung und Normalität wird Nicolas mit dem schlimmsten aller Feinde der Wandler konfrontiert. Und das Monster in ihm dürstet es nach weiteren Opfern …

Meine Bewertung

Hach ja … Nicolas. Ich muss zugeben, die Aussicht auf Nicolas‘ Geschichte hat mich ziemlich hibbelig werden lassen, da ich mir nicht sicher war, was mich erwarten würde. „Der Fluch des Wandlers“ ist das Prequel zur Reihe, aber es hat schon seinen Grund, dass es eher als Band 2.5 bekannt ist, denn von der Einordnung her hat es hier deutlich mehr Sinn gemacht, um nicht von vornherein zu viel zu verraten, was man für die Haupthandlung rund um Kiara wissen sollte.

Hier haben wir es nun also auch mit einem anderen Protagonisten zu tun, der in den vorherigen Bänden keine unwichtige Rolle eingenommen hat. Mehr über Nicolas‘ Vergangenheit zu erfahren, hat definitiv Sinn gemacht, zumal hier Geheimnisse ans Licht kamen, die selbst ich mir nicht hätte ausmalen können. Was mich am meisten überrascht hat, war auch die Tatsache, wie alt Nicolas in der Hauptserie eigentlich ist. Wir lernen ihn hier als Kriegerjungen kennen, der von Geburt an ein schweres Erbe mit sich herumträgt, als Spion Erfahrung sammelt und es seinen Genen zu verdanken hat, was ihm das Schicksal auferlegt.

Gerade der Einblick in den Clan der Schlangen hat sich hier für mich gelohnt. Natürlich erfuhr man aus Kiaras Perspektive auch schon einiges, aber Nicolas hat vieles mehr ans Licht gebracht. Besonders interessant war auch das Rätselraten um den Wanderer, die Schreckensgestalt aus Wint Alamar, vor der die Wandler fliehen mussten. Hier werden Geheimnisse aufgedeckt, mit denen man nie gerechnet hätte, und auch die hohen Eminenzen wie Mercier und Ella kamen nicht zu kurz.

Nicolas Geschichte wartet hier auch mit einem Schreibstil auf, der sich sehr vom Rest der Reihe abhebt. Ich kann es nicht genau benennen, aber er war seltsam prägnant, ohne Romantik und die viel blumigere Sprache, die wir aus Kiaras Sicht gewohnt sind. Im „Fluch des Wandlers“ fliegt man zudem förmlich durch die Seiten, es ging wahnsinnig schnell und deckt auch eine große Zeitspanne ab, ohne wichtige Details auszulassen.

Während mir das Ganze doch gefallen hat, war ich gleichzeitig etwas ernüchtert von der Handlung. Ich kann auch nicht sagen, was ich erwartet habe, aber es gab so viel, was für mich einfach vollkommen unvorstellbar war und mich mit einem flauen Gefühl im Magen zurückgelassen hat. Und ich muss sagen, gerade einige Punkte, die Nicolas und Mercier betreffen, haben mir ein richtig flaues Gefühl im Magen bereitet. Es war alles so viel auf so wenigen Seite, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dass mir Nicolas als Charakter entgleitet. Einerseits konnte ich ihn durchaus verstehen und seinen Schmerz nachvollziehen, andererseits hatte ich eine sehr seltsame Entfremdungserfahrung zu ihm. So richtig schlüssig bin ich mir nicht, was ich von seinem Charakter halten soll, in dem Sinn hatte er etwas unheimlich Ambivalentes und Verwirrendes an sich – vor allem auch sein Umgang mit Frauen.

Alles in allem war „Der Fluch des Wandlers“ ein Buch, das für viel Aufklärung gesorgt, aber auch noch mehr Fragen aufgeworfen hat. Es ist sehr anders als die Hauptreihe und auch die Geschichte empfand ich als düsterer und bedrückender. Ich freue mich, danach wieder in Kiaras Perspektive zu wechseln, wobei es durchaus auch seinen Reiz hatte, mehr über Nicolas zu erfahren, da so auch mal eine andere Seite der Geschichte der Wandler beleuchtet wurde.

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267 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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Herz aus Schatten

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551316929
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Nachts stehen nur die Bändiger zwischen der Stadt Praha und den Monstern, die im Wald vor den Mauern lauern. Auch Kayla soll ihrem Vater und ihren Brüdern auf dem Weg zum Bänder folgen. Doch ihr Widerstand gegen diese Pläne trifft auf taube Ohren. Als sie sich bei der Zeremonie für junge Bändiger an einen Schattenwolf bindet, ruht das Interesse besonders auf ihr – doch ihr Monster und die Dunkelheit, die sie verbindet, lassen Kayla keine Ruhe. In den Schatten verbirgt sich mehr, als sie auf den ersten Blick erkennen kann …

Meine Bewertung

Ich habe dieses Buch so gefeiert! Schon während des Lesens war mir klar: Ich halte ein Highlight in den Händen. Und das nicht, weil es von Laura Kneidl kommt, die mich mit ihren letzten Büchern auch begeistern konnte. Nein, Kaylas und Lileks Geschichte war außergewöhnlicher und viel emotionaler, als ich es mir vorstellen konnte.

Ziemlich cool fand ich die Monster, die Laura Kneidl erschaffen hat. Man konnte sie sich richtig gut vorstellen und auch ihre Individualität war hervorragend ausgearbeitet. So erging es mir aber auch in den restlichen Sachen, die diese Welt prägt. Die Bändiger konnte man an der Akademie, an der sie trainieren, gut nachvollziehen, auch ihre Leitmotive, nach denen sie handeln. Praha ist eine alternative Version zu unserem Prag und hat mir vor allem durch die atmosphärische Beschreibung und die Düsternis, die im Buch herrscht, gut gefallen. Es gab immer wieder Neues zu entdecken und auch auf die Politik, auf Entscheidungsfindungen und weitere dieser Details wurde geachtet.

Was ich auch sehr gern mochte, war die Fehde zwischen den Bändigern und der Wilden Jagd. Die Wilde Jagd besteht nämlich aus den normalen Einwohnern Prahas, die sich zusammengeschlossen haben, um selbst Jagd auf die Monster außerhalb der Mauern zu machen. Diesen Mythos empfand ich als sehr passend ein- und umgesetzt, zeigte er doch auch die Differenzen, die entstehen können, wenn sich eine Gruppe über eine andere stellt und die Lynchjustiz ihren Höhepunkt erreicht. Dass darunter meist Unschuldige zu leiden haben, war sehr emotional und wie ich finde, auch unheimlich nachdenklich machend eingebaut.

Jedoch liegt der Fokus der Story natürlich auf Kayla und auf ihrem Schattenwolf Lilek. Zu den beiden möchte ich gar nicht allzu viel sagen, denn es war unglaublich, wie sich langsam alles vor meinen Augen entfaltet hat und Wahrheiten ans Licht kamen, die ich so nicht erwartet hatte. Kayla war in all diesen Ereignissen eine überaus starke Protagonistin, die mit ihrer Rationalität und ihrem kühlen Kopf punkten konnte. Mir war sie unheimlich sympathisch, denn sie legt auch viel Wert auf ihre Familie, lässt sich von selbiger aber nicht alles bieten und geht ihren eigenen Weg, so schwer dieser auch sein mag. Ihre Vorurteile hemmen sie anfangs noch, aber ihre Entwicklung in der Hinsicht empfand ich als sehr positiv und inspirierend.

Was man nicht erwarten sollte, ist sicherlich eine verkitschte Liebesgeschichte. Die gibt es schlicht und einfach nicht, ich empfand den Liebesaspekt als erfrischend klein gehalten. Viel eher ist es ein Ringen um Macht, um Kontrolle und um den Schutz, den man sich selbst und anderen bieten kann. „Herz aus Schatten“ ist dabei ungleich düsterer als viele andere Titel des Genres, scheut dabei nicht vor Blut und Brutalität zurück, und es müssen auch Opfer gebracht werden. Aber die Entwicklungen, die man dafür erkennen kann, sind lehrreich und treffen ins Herz. Mich hat die gesamte Geschichte unheimlich berührt und mir auch Mut gegeben. Der Weg aus der Dunkelheit hinaus ist einfacher, wenn man jemanden hat, der einem das Licht zeigen kann – und das lässt sich auf so viele Situationen übertragen, dass „Herz aus Schatten“ definitiv ein Dauerbrenner sein sollte. Ich kann es jedem ans Herz legen, der auch mal etwas abseits der gewohnten Pfade in der Fantasy sucht.

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Fire & Frost - Vom Eis berührt

Elly Blake , Yvonne Hergane
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2018
ISBN 9783473401574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Zwischen den Reichen der Frostbloods und Firebloods herrschte in erbitterter Krieg. Das weiß auch Ruby, die ihre Gabe des Feuers zu trainieren versucht. Doch als Soldaten des Frostblood-Königs ihr Dorf stürmen, sieht sie ihre Chancen auf Freiheit schwinden. Nur zwei geheimnisvolle Fremde können ihr zur Hilfe kommen und ihr die Möglichkeit auf Rache eröffnen, nach der Ruby so erbittert sucht. Aber die Zeit der Dunkelheit rückt immer näher …

Meine Bewertung

„Fire & Frost“ war ein Buch, das mich vom ersten Anblick her gefesselt hat. Ich mache das ja echt nicht oft, aber hier muss ich den Ravensburger Verlag ganz stark für das faszinierende Cover loben, das mir ohne Schutzumschlag sogar noch besser gefällt. Ein wahrer Blickfang, der auch die Stimmung und den Grundgedanken der Story perfekt einfängt.

Von Elly Blakes Buch hatte ich tatsächlich auch schon öfter gehört, weshalb ich sehr neugierig war. Der leichte Schreibstil hat es mir auch ermöglicht, förmlich durch die Seiten zu fliegen, wobei keine wirklichen Längen aufkamen. Das Tempo der Geschichte finde ich sehr geschickt gesetzt, Action wechselt sich hervorragend mit leichteren, emotionaleren Szenen ab.

Die Geschichte schlägt schließlich in eine gewisse Grundstruktur ein, die viele Werke dieses Genres gemeinsam haben. Ein tyrannischer König, ein unterdrücktes Volk, eine Prophezeiung, verschiedene Kräfte, und gewissermaßen eine auserwählte Leitfigur. Trotzdem wurde hier ein ganz eigener Twist gegeben, den ich unter anderem besonders in der Entstehungsgeschichte der Frostbloods und Firebloods widergespiegelt sehe. Trotz des bewährten Musters hat es die Autorin geschafft, mich zu unterhalten, und sogar einige größere Plot Twists zu bringen, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Rubys Charakter hat mir sehr gut gefallen, sie hat einen kleinen Hitzkopf und eine spitze Zunge, was sie mir direkt sympathisch gemacht hat. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass sie oft sehr reflektiert an die Sachen herangeht und aufpasst, das Richtige zu tun. Auch ihre Rachewünsche zählen da mit hinzu und ihre inneren Konflikte empfand ich als sehr interessant. Ihr gegenüber stehen Arcus, einer ihrer Mentoren, und der Tyrannenkönig Rasmus. Beide nehmen zentrale Rollen in der Geschichte ein, ohne dass es ein richtiges Liebesdreieck gibt. Viel eher ist es ein Spiel um Macht und Emotionen, was mich neugierig auf mehr gemacht hat.

Was mir am Reihenauftakt noch gefehlt hat, war der Langzeitfaktor des Buchs. Es war angenehm zu lesen und interessant, aber für wirklich lange Zeit konnte es mich nicht fesseln. Eher als Lektüre zwischendurch gedacht, mit einigen netten Anreizen, konnte es bei mir punkten, aber ich hätte mir irgendwo doch noch etwas mehr gewünscht – mehr Drama, mehr Charakterkonflikte, es hat einfach noch der gewisse „Wow-Faktor“ gefehlt.

Trotzdem kann ich „Fire & Frost – Vom Eis berührt“ jedem empfehlen, der sich für dieses Genre interessiert und eine fundierte und legendenbasierte Geschichte lesen möchte. Mir hat es alles in allem gut gefallen, wobei ich hoffe, dass der zweite Teil noch stärker anheizen und mich richtig fesseln kann.

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