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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Schutzpatron

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 21.05.2013
ISBN 9783492303057
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor Jahren wurde ein sagenhafter Schatz in der Burgruine Kalden entdeckt. Dieser Schatz soll nun endlich in Altusried ausgestellt werden. Der enorme Wert benötigt natürlich einen gewissen Schutz. Doch Kommissar Kluftinger hat eigentlich eher mit einem ganz anderen Problem zu tun. Eine Tote in einer Werkstatt gibt den Ermittlern Rätsel auf. Warum musste sie sterben? Außerdem wurde Kluftingers Auto gestohlen. Doch will er die Täter auf eigene Faust schnappen - und muss so vor seiner Frau Erika, seinem Sohn Markus und auch seinen Kollegen etliche Ausreden erfinden, warum er plötzlich nicht mehr mobil ist.

Auch im sechsten Buch des Autorenduos hat es Kommissar Kluftinger nicht leicht. Durch die verschiedenen Probleme, die sich auftun, scheint es geradezu an einem Wunder zu grenzen, dass kein größeres Durcheinander entsteht. Der Kommissar muss nun zu allem eine Lösung finden, wobei das Hauptproblem wohl die Tote in der Werkstatt darstellt. Es ergibt sich jedoch schnell eine Verbindung zu dem Altusrieder Schatz, der in kurzer Zeit endgültig nach Hause zurückkehren soll und natürlich bei vielen für Aufregung sorgt. 
Kluftinger kann sich deshalb eigentlich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten und drückt deshalb die Untersuchung der Autodiebstähle an seinen Kollegen Maier ab. Bis sein eigenes Auto gestohlen wird und er sich persönlich angegriffen fühlt. Der alte Passat ist für Kluftinger selbst ein großer Schatz und so nimmt er sich dem Problem auch noch an. Natürlich ist es klar, dass er dabei in viele Fettnäpfchen tritt und manchmal gar nicht so richtig weiß, was er da so tut. 

Das Problem "Auto" zieht sich dabei durch das ganze Buch. Kluftingers Frau Erika weiß nichts von dem Diebstahl und so muss der Kommissar mehrere Ausreden finden, warum nun plötzlich "zu Fuß gehen" so viel besser ist oder warum der Dienstwagen vor der Tür steht. Bis sich eine sehr knallige Lösung ergibt. 

Wie auch in den Vorbänden, ergeben sich hier etliche kuriose Szenen, bei denen man lachen muss. Der Kommissar zieht die Lacher aber auch förmlich an. Herrlich fand ich, wie Kluftinger und Maier zu den Kollegen nach Österreich reisen, um dort Hinweisen nachzugehen. Während Kluftinger und Maier sich freundschaftlich etwas näher kommen, ist es gerade Maier, der nun etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. Er wirkt menschlicher und man bekommt einen Einblick in sein Privatleben. Aber er bleibt weiter steif und seine Besserwisserrei macht ihn nicht sympathischer. Aber man erkennt, warum er so ist, wie er ist.

Auch mit Dr. Langhammer hat es Kluftinger wieder zu tun. Diesmal in einer sehr heiteren Szene bei einem virtuellen Golfspiel. Kluftingers Abneigung ist diesmal besonders hoch. Doch seiner Frau Erika zuliebe reißt er sich zusammen und macht gute Miene zum bösen Spiel. 

Auch der Vorname Kluftingers bleibt weiterhin ein Geheimnis. Diesmal wird gar nichts verraten und es bleibt spannend. 

Das Ende ist diesmal sehr rasant und vor allem sehr interessant.

Fazit:
Kluftinger ist bei mir mittlerweile Kult.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

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Herzblut

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2014
ISBN 9783426511831
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einer wichtigen Pressekonferenz erhält Kluftinger einen mysteriösen Anruf. Kluftinger ist sich sicher, am Telefon Zeuge eines Mordes gewesen zu sein. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem Krankenhaus, in welchem mit Herzpatienten Tests bezüglich eines neuen Medikamentes durchgeführt wurden. Für Kluftinger sehr interessant, konnte er doch nach einer Untersuchung durch Dr. Langhammer dessen Diagnose mithören. "Die Pumpe ist kaputt" führt ihn zu der Erkenntnis, ein gesünderes Leben zu führen. Natürlich sehr zu Erstaunen seiner Kollegen und Eltern und zur Freude seiner Frau Erika.

Schon der Anfang ist wieder gewohnt "Kluftinger". Mitten in einer Pressekonferenz, die live im Fernsehen übertragen wird, fällt Kluftinger dadurch auf, dass sein Handy klingelt. Dies stört natürlich den kompletten Ablauf und führt zu einigen Problemen. Doch Kluftinger glaubt, einen Mord am Telefon mitbekommen zu haben und geht dem Ganzen nach.
Klar, dass das nicht geradlinig verlässt, sondern wieder etliche abweichende Szenen auf einen warten. 

Hinzu kommt die Diagnose von Dr. Langhammer. Kluftinger hört ihn am Telefon sagen: "Die Pumpe ist kaputt". Dies führt dazu, dass Kluftinger anfängt, sein Leben umzukrempeln. Mit gesünderem Essen fängt es an. Und führt natürlich zu witzigen Momenten mit Kollegen, Familie und Freunde.

Außerdem kommt Bewegung in Form von Yoga ins Spiel. Kluftinger sucht sich dafür einen Kurs heraus, der zu seiner Überraschung von Dr. Langhammer geleitet wird. 

Aber auch Gemeinsamkeiten werden gefunden. Kluftinger vertieft die (noch) nicht vorhandene Freundschaft zu seinem Kollegen Maier. 

Aber auch die bevorstehende Hochzeit seines Sohnes Markus mit der Japanerin Yumiko drängt sich in den Vordergrund, denn nun steht die Annäherung  mit Yumikos Familie auf den Plan. Wer Kluftinger beim Skypen erleben will, kommt hier voll auf seine Kosten. Denn Kluftingers fehlendes technisches Talent wird hier voll ausgekostet. Oder gar die japanischen Gepflogenheiten, ich sage nur "Allgäu meets Japan".

"Herzblut" ist in meinen Augen der bislang humorvollste Teil der Reihe. 

Auch hier gibt es kleine Andeutungen auf Kluftingers Vornamen. Aber man muss Weiterrätseln.

Fazit:
Kluftinger in Bestform.

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47 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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DOORS - Der Beginn

Markus Heitz
E-Buch Text: 97 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 20.08.2018
ISBN 9783426454817
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Viktor wird von dem reichen Walter van Dam beauftragt, mit einem Team seine Tochter Anna-Lena zu finden. Diese gilt in einem Höhensystem als verschwunden. Das Team scheint bunt zusammengewürfelt, setzt es sich doch aus einem Höhlenforscher, zwei Höhlenkletterern, einem Medium, einem Parapsychologen und einem Waffenexperten zusammen. Erstaunlicherweise finden sie das Mädchen schnell, merken jedoch bald, dass mit der Höhle irgendetwas nicht stimmt. Denn dort befinden sich Türen. Keiner weiß, was sich hinter diesen verbirgt. Wird das Team so mutig sein, eine zu öffnen?

Man hat fast keine Zeit, in die Geschichte hineinzufinden. Es beginnt schnell, in der Mitte ist es rasant und das Ende sehr abrupt. Doch wie will man auch auf 80 Seiten ausführlich erklären, was vor sich geht? Deshalb muss man Abstriche machen. Ich hoffe jedoch, dass diese Erklärungen in den anderen folgenden Bänden gegeben sind.

Allen voran lernen wir Viktor von Troneg kennen, einen Ex-Militär, der nun als Höhlenkletterer seinen Unterhalt verdient. Er merkt bald, dass mit dem ganzen Unterfangen irgendetwas nicht stimmt. Es gibt etliche Ungereimtheiten und die Zusammenstellung des Teams lassen ihn auch zweifeln. Was haben ein Medium und ein Parapsychologe damit zu tun, ein verschwundenes Mädchen zu finden? Seine Zweifel werden geteilt, denn Dana, ebenfalls Höhlenkletterin, stellt ebenfalls Fragen, auf die es kein Antwort zu geben scheint.

Viktor ist mir gleich sympathisch, denn er hat einen trockenen Humor. Dieser hilft ihm über einiges hinweg und durch seine logische Art zu Denken ist er ein wertvolles Mitglied der Truppe. In dem Höhlensystem entdeckt er zusammen mit den anderen einen Raum, in den geheimnisvolle Türen eingelassen sind. Diese Türen sind mit verschiedenen Symbolen bestückt. Welche Tür geöffnet werden soll, ist aber nun Aufgabe des Lesers. Er muss sich entscheiden, durch welche das Team gehen soll. 

Zur Auswahl stehen "X", "!" und "?". Diese Symbole finden sich auch auf den drei Nachfolgeromanen wieder, die im Oktober 2018 erscheinen. Die drei Romane führen in unterschiedliche Welten. 

Da ich wissen möchte, wie es weitergeht, werde ich zu "X" greifen, weiß aber auch genau, dass ich die anderen beiden Romane ebenfalls lesen werde. Jeder ist für sich abgeschlossen und ich vermute, dass man danach auch wieder zu verschiedenen Türen gelangt, die es zu öffnen gilt. Schließlich sind die ersten drei Romane "Kolonie", "Blutfeld" und "Dämmerung" mit "Staffel 1" gekennzeichnet.

Der Schreibstil ist jedoch spannend zu lesen, man muss sich nur daran gewöhnen, dass alles etwas schnell geht. Auch wenn Fragen offen bleiben, ist es für mich doch eine Abwechslung gewesen, mich auf diese Geschichte einzulassen. Das Ende ist - wie bereits oben erwähnt - sehr abrupt, aber gewollt, da man sich ja nun entscheiden soll, wie es weiter geht. Dass die Entscheidung dem Leser überlassen bleibt, finde ich sehr gelungen. Die weiteren Bücher sind von ihren Geschichten sehr unterschiedlich. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was der Autor aus den verschiedenen Themen macht.

Fazit:
Für welche Tür würde ich mich entscheiden?

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Das Herz des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426521458
Genre: Historische Romane

Rezension:

Robin Hoods Leben ändert sich schlagartig, als er im Wald einen Ritter überfällt. Es stellt sich  nämlich heraus, dass es sich um keinen anderen als Richard Löwenherz, den zukünftigen König Englands, handelt. Dies ist jedoch der Beginn einer tiefen Freundschaft und führt dazu, dass sich Robin mit seinen Merry Men auf einen Kreuzzug begibt, um an der Seite Richards das Heilige Land zu erobern. Die anfängliche Begeisterung weicht jedoch bald der bitteren Erkenntnis, dass der Kreuzzug eine langwierige Angelegenheit ist. Krankheit, Tod und Trauer sind der ständige Begleiter der Kreuzfahrer. Der Gegner ist stark und auch Intrigen in den eigenen Reihen führen dazu, dass der Glaube an einen Sieg immer weiter sinkt. 

Auch der zweite Teil der Robin-Hood-Reihe des Autors wartet mit vielen Informationen, Spannung und wahren Begebenheiten auf. Durch die intensive Recherche und die detailreiche Erzählweise glaubt man sich mitten im Geschehen, erlebt Höhen und Tiefen, Trauer und Freude, Hochzeiten, Schlachten und Intrigen aus erster Hand.

Dies ist das gewisse Etwas, dass mir an den Büchern des Autors so gut gefällt. Die Recherche ist unglaublich detailliert, die fiktive Geschichte wird so um die wahren Begebenheiten gesponnen, dass man glauben mag, dass wirklich alles so geschehen ist. 

Robin Hood, der Rächer der Armen, wird hier nicht nur als Held dargestellt. Seine menschliche Seite nimmt teilweise überhand und auch er macht Fehler. Doch bleibt er stets besonnen, versucht an das Gute im Menschen zu glauben und auch dieses Gute aus dem Menschen herauszuholen. Doch muss auch er Entscheidungen treffen, die schwer wiegen. Ebenso wie Richard, der in Robin einen guten Freund sieht und auch erhält. Robin und Richard sind ein gutes Team, wobei Robin den Part der Ruhe übernimmt, während Richards Jähzorn für manchen Konflikt verantwortlich ist.

Vor allem Robins Ehrlichkeit ist es, die Richard so sehr schätzt. Denn Robin gibt immer das wieder, was ihm durch den Kopf geht. Er scheut sich auch nicht, diese Ehrlichkeit gegenüber Höhergestellten wiederzugeben. 

Der Kreuzzug ist hart, wird von dem Autor jedoch nicht so ausführlich beschrieben. Es geht mehr um das Menschliche zwischen Robin, Richard und ausgewählten anderen Personen. Und doch werden die Schlachten, die schlechten und guten Entscheidungen, die Fehler und Tode nicht ausgelassen. Schonungslos berichtet der Autor, was damals passiert ist und gibt allem seine persönliche Note, in dem er eben Robin Hood an dem Geschehen teilhaben lässt.

Intrigen, Krankheiten, Entführungen, aber auch fröhliche Momente wie Hochzeiten, Feiern und positive Erfahrungen werden abgehandelt. Robins Geschichte wird in historische Ereignisse miteingeflochten und auch nach dem Ende des zweiten Bandes ist klar, dass Robin noch so einiges zu erzählen hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, was Robin noch so erlebt und vor allem, wer ihn begleitet.

Fazit:
Robert von Loxley, eine (Sagen)Gestalt mit wahren Wurzeln.

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(82)

144 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Grimmbart

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 24.09.2015
ISBN 9783426511848
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Tote im Schloss Grimmbart gibt der Kemptener Polizei Rätsel auf. Warum wurde sie wie auf einem Gemälde positioniert? Warum wurde ihr das Gift des Kugelfisches verabreicht? Und vor allem: Wer war es? Hauptkommissar Kluftingers Recherchen führen in mehrere Richtungen. Zeitgleich muss er sich aber auch mit der bevorstehenden Hochzeit seines Sohnes befassen. Denn hierzu sind die Eltern der Braut aus Japan angereist. Dazu muss die deutsch - japanische Kluft überbrückt werden. Was Kluftinger erstaunlich gut gelingt - zumindest zeitweise.

Neben "Rauhnacht" finde ich den achten Teil der Kluftinger-Romane mitunter den am Witzigsten. Auch wenn die Aufklärung des Falles die meiste Zeit einnimmt, ist es doch eher die bevorstehende Hochzeit von Markus und Yumiko, die auf größeres Interesse stößt. 
Der Mordfall wird in gewohnter Manier von Kluftinger abgewickelt, doch stößt er auf so einige Ungereimtheiten. Seine berühmten Geistesblitze bleiben auch aus und seine Arbeit wird auch meist von nostalgischen Gedanken unterbrochen. Gerade wegen der Hochzeit muss er oft an die Vergangenheit denken. Als Markus klein war, seine eigene Hochzeit mit seiner geliebten Erika oder seine Jugend. Diese privaten, fast intimen Momente mit dem Kommissar machen einem die Person Kluftinger nur noch sympathischer. 

Wer die Familie Kluftinger durch die ersten acht Bände verfolgt hat, weiß, dass die Hochzeit alle dazu bringt, an ihre Grenzen zu gehen. Durchdrehen ist erlaubt und wird auch von jedem Mitglied sehr gut durchgezogen. Aber ich kann beruhigen: auch wenn alles sehr chaotisch wirkt, steckt doch irgendwie ein richtiger Plan dahinter. Und am Ende wird sogar eine kleine Überraschung angekündigt.

Auch Dr. Langhammer hat wieder wunderbare Auftritte im Buch, ebenso auch Kluftingers Kollegen Strobl, Hebele und Maier. Frischen Wind bringt die neue Chefin Birte Dombrowski. Sie verdreht einigen den Kopf, muss sich aber auch selbst erst mal mit allem vertraut machen.

Die gewohnte Mischung aus Logik und Fettnäpfen, Humor und ernsten Themen, Genie und Wahnsinn macht gerade diesen Band zu etwas sehr Einzigartigem. Dies unter anderem deswegen, weil Yumikos Eltern aus Japan einfliegen, um bei der Hochzeit anwesend zu sein. Eine Woche vor der Hochzeit kommt diese schon an und wohnen bei Kluftingers im Gästezimmer. Es ist klar, dass die  Konstellation "Allgäu vs. Japan" zu einigen Lachern führt. Aber man wird es kaum glauben: Yumikos Vater Yoshifuma und Kluftinger haben mehr gemeinsam, als man denkt. Ich musste mehrmals schmunzeln, gerade was die japanischen Traditionen anbetrifft. Es wird sehr deutlich, was passiert, wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen. Dies fängt schon bei der Begrüßung an bis hin zu den Badegewohnheiten. Ich war teilweise sehr erstaunt, wie groß der Unterschied sein kann.

Es gibt eine neue Andeutung bezüglich Kluftingers Vornamen und ich bin mir nun fast sicher, dass ich ihn schon weiß. Aber verraten wird er in diesem Band immer noch nicht. Es bleibt also weiterhin spannend.

Fazit:
Von Band zu Band immer besser.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Die Flöte von Rungholt

Gerit Bertram
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 12.06.2018
ISBN 9782919801244
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Jude Eli muss aus seiner Heimatstadt fliehen, da dort Juden verfolgt und getötet werden. Er ändert seinen Namen in Endres und macht sich auf den Weg nach Rungholt, um dort als Dolmetscher seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Doch auch unterwegs trifft er auf Hass und Gewalt, gerade gegen den jüdischen Glauben. In Rungholt angekommen, trifft er auf Levke, die Tochter eines Schafszüchters. Sie verdreht ihm ungewollt den Kopf und Endres weiß, sollten sie sich binden, würde dies weitreichende Folgen haben.

Der Einstieg in die Geschichte ist sehr schön gewählt, denn er beruht auf wahren Begebenheiten: Bei einem Flugzeugabsturz in der Nordsee kann sich der Pilot an Land retten und findet eine alte Flöte im Schlick am Ufer. Als die Flut einsetzt, ist diese Flöte seine Rettung. Ihr heller Ton macht die auf der Insel lebende Gräfin auf ihn aufmerksam. Diese erzählt ihm die Geschichte der Flöte.

Diese Flöte, eine sog. Okarina, ist die ständige Begleiterin der Geschichte. Sie geht durch Zufall (oder doch Schicksal?) in Endres Besitz über und scheint ihm immer Glück zu bringen. Doch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. 

Das Autorenduo bedient sich einiger wahrer Begebenheiten und spinnt um diese herum eine spannende Geschichte um Liebe, Gewalt und Verfolgung. 

Die Flöte als Glücksbringer? Ich war erst skeptisch, aber ich wusste gleichzeitig: wo Gerit Bertram draufsteht, ist auch eine wunderbare Geschichte drin. Die beiden Autoren standen in einer Leserunde Rede und Antwort und so gab es wieder einen Einblick in die Hintergründe der Geschichte. So macht das Lesen doppelt Spaß.


Der Protagonist Endres muss so einige Situationen meistern. Die Okarina ist (zumindest fast) immer bei ihm und beschützt seinen Weg. Sein Mut und seine Entschlossenheit sind unvergleichlich. Seine Ausdauer unerschöpflich.

Das Thema "Judenverfolgung" zieht sich durch die Geschichte. Ein Thema, dass ständig präsent ist, da es sich auch ständig in der Geschichte wiederholt. Mutig, dass es immer wieder Personen gibt, die sich dagegen wehren und versuchen, etwas zu ändern.

Für mich auch sehr interessant, dass es Rungholt wirklich gegeben hat; ein Ort an der Nordseeküste, der durch eine große Flut vollständig ausgelöscht wurde. Eine sehr interessante geschichtliche Begebenheit. Ein Grund, mich damit näher zu beschäftigen.

Fazit:
Ein spannender historischer Roman mit mutigen Elementen. 

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(14)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Rauhnacht

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2013
ISBN 9783492303040
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich könnte sich Kluftinger freuen, über Silvester zusammen mit seiner Frau in einem Hotel hoch in den Bergen zu sein. Wäre da nicht die Tatsache, dass auch Dr. Langhammer und seine Frau Annegret mitkommen. 
Und um das Fass voll zu machen, findet sich auch noch eine Leiche - hinter verschlossenen Türen. Ein Schneesturm macht es unmöglich, Verstärkung anzufordern, doch andererseits kann auch der Mörder nicht weg.
Kluftinger macht sich natürlich gleich an die Ermittlungen. Zusammen mit Langhammer, der sich ungefragt einmischt.

Schon der Anfang des Buches lässt einem wieder mehr als Schmunzeln. Die Autoren beschreiben mit viel Witz, wie sich Kluftinger, zusammen mit seiner Frau Erika, Dr. Langhammer und dessen Frau Annegret auf den Weg zu dem Hotel in den Bergen macht. Sein Widerwille, gerade mit Dr. Langhammer zusammen Silvester zu feiern, ist geradezu spürbar. Und dies macht das Buch für mich schon zur einem der Besten der Reihe.

Kluftinger nimmt in diesem Buch die Stelle des Hercules Poirot ein, dem Meisterdetektiv, erschaffen von Agatha Christie. Dr. Langhammer dagegen wird zu Dr. Watson, der Poirot als Assistent unterstützt. Schon allein die Vorstellung, diese beiden Personen gemeinsam an einem Fall arbeiten zu sehen, ist eine geniale Idee.

Die Autoren bedienen sich bei dieser Geschichte sehr an Agatha Christie und Arthur Conan Doyle. Doch wird dies nicht ein billiger Abklatsch, sondern ein spannender, unterhaltsamer und vor allem logischer Kriminalfall. Ich habe viel gelacht, viel geschmunzelt und viel gerätselt. 

Diesmal hat mir sehr gut gefallen, dass auch Kluftingers Umfeld im Vordergrund steht. Seine Frau Erika sowie die Langhammers haben größere Auftritte. Vor allem eben Dr. Langhammer. Dabei kommt es immer wieder zu witzigen Szenen, da Kluftinger ja eher eine Abneigung gegen Langhammer hegt, sich aber aufrafft und trotzdem mit ihm zusammenarbeitet. 

Dies ist mittlerweile Kluftingers fünfter Fall und ich finde, dass die Reihe sich bis jetzt immer wieder gesteigert hat. 
Sehr positiv fand ich auch, dass ich das Buch im Hochsommer bei 35 Grad gelesen habe. Im Buch ist immer wieder von Schnee und Kälte die Rede. Eine herrliche literarische Abkühlung.

Es gibt wieder eine kleine Anspielung auf Kluftingers Vornamen und ich bin nun wirklich gespannt, wie er denn nun heißt. Aber es dauert noch ein bisschen, bis das Rätsel gelöst wird.

Fazit:
Spannend, witzig und eine Abwechslung. 

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Pheromon - Sie sehen dich

Rainer Wekwerth , Thariot , Frauke Schneider
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505543
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Jake auf Lee und Skagen trifft, scheint er endlich Antworten zu erhalten, die seine neuen Fähigkeiten erklären. Doch dann wird Lee getötet und Skagen festgenommen. Jake muss untertauchen und sucht verzweifelt nach einer Lösung. Als er auf die blinde Hannah trifft, scheint er eine Verbündete gefunden zu haben. 
100 Jahre in der Zukunft wird die Anwältin Giovanella Muscat beauftragt, herauszufinden, was mit Jake in der Vergangenheit passiert ist. Sie kommt dabei so einigen Ungereimtheiten auf die Spur. Bald merkt sie, dass auch ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht.

Der zweite Teil beginnt dort, wo der erste geendet hat. Nahtlos geht es mit der Geschichte weiter. Wieder ist die Geschichte in zwei Stränge unterteilt. Einmal die Gegenwart im Jahr 2018 und einmal 100 Jahre in der Zukunft, 2118. 
In der Gegenwart begleiten wir wieder Jake, der nach den Vorfällen bei dem Anschlag auf ein Gebäude der Organisation HFP (Human Future Project) fliehen muss. Dabei war er so nahe daran, zu erfahren, was es mit ihm auf sich hat. 

Er muss untertauchen und trifft dabei auf Hannah. Hannah ist blind und wird scheinbar grundlos von einem Mann angegriffen und gewürgt. Jake hilft ihr sofort, tötet dabei jedoch aus Versehen den Mann. Doch fortan wird er als Mörder gesucht. 

Dies hat so weitreichende Folgen, dass auch 100 Jahre später, als die Anwältin Giovanella Muscat nach Jake im Internet sucht, plötzlich in Dinge hineingerät, die sie sich nicht im Traum hat vorstellen können. Ihre Nachforschungen bringen das FBI gegen sie auf und plötzlich findet sie sich in einem Szenario wieder, welches sie um ihr Leben bangen lässt.

In der Gegenwart, geschrieben von dem Autor Rainer Wekwerth, spitzen sich die Ereignisse jedoch auch zu. Es werden neue Figuren eingeführt, bei denen am Anfang noch unklar war, um wen genau es sich handelt bzw. warum sie eigentlich erwähnt werden. Erst im Laufe der Geschichte wird klar, welche Rolle sie spielen.

Die Zukunft, erdacht von Thariot, gibt dabei so einigen Aufschluss über die Ereignisse in der Gegenwart. Aber auch neue Fragen kommen auf und so wird es reichlich verzwickt. In welchem Zusammenhang stehen alle Personen und warum tun manche so geheimnisvoll, während andere mit offenen Karten spielen?

Ich hatte leider etwas Mühe, in die Geschichte zu finden, da sich die ersten Kapitel - trotz der darin enthaltenden Action - doch etwas ziehen. Erst nach etwas einem Drittel kam richtig Fahrt auf und wir erhalten viele Einblick in die Fragen, die sich auftun.

Die Situation eskaliert, als 2118 Giovanella so richtig in die Materie eintaucht und zu verstehen beginnt. Hier kommt es dann auch zu grausameren Szenen. Denn das FBI mischt gehörig mit. Das das Buch ab 14 Jahren angegeben wird, halte ich hier für vollkommen gerechtfertigt.
Giovanella wächst über sich hinaus und findet eine Verbindung ins Jahr 2018. Wie genau jedoch alles zusammenhängt, bleibt noch ein Rätsel. Aber schließlich muss ja auch für den dritten Teil noch Handlung übrig bleiben. Auf diesen freue ich mich sehr, denn ich bin gespannt, wie die Autoren nun alles auflösen und vor allem, warum genau alles so ist, wie es denn nun ist.

Die Zusammenarbeit der beiden Autoren ist grandios. Ich bin immer wieder fasziniert, wie zwei Autoren unterschiedliche Schreibstile zu einem Buch zusammen"basteln" und daraus eine Geschichte machen, die spannend, abenteuerlich, fantastisch und vor allem (für mich) bislang sehr logisch ist.

Auch wenn ich einige Ahnungen habe, bin ich doch weiter gespannt, wie sich alles nun entwickelt. Vor allem frage ich mich, ob sich meine Ahnungen bewahrheiten oder doch wieder einige Überraschungen eingebaut wurden.

Fazit:
Ein spannender zweiter Teil mit vielen Wendungen und Neuerungen. 

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Kleinhirn an alle

Otto Waalkes
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 14.05.2018
ISBN 9783837141368
Genre: Biografien

Rezension:

Otto Waalkes - wer kennt ihn nicht? Ein Urgestein der Comedy-Geschichte, Kultfigur, Erfinder der Ottifanten, (Ost)Friesenjung und Meister seines Fachs.
70 Jahre jung und immer noch nicht erwachsen. Nun legt er seine Ottobio... äh, Autobiografie vor.

Da mich Otto auch schon sehr lange begleitet, war es mir eine große Ehre, seine Biografie zu lesen und nun auch zu hören und sein bisheriges Leben Revue passieren zu lassen. 

Geboren in Emden, Ostfriesland, nahm seine Karriere einen steilen Verlauf. Somit sieht Otto auf über 50 Jahre Erfahrung zurück. Einfach war es nicht, denn mit wenigen Mitteln musste so einiges gestemmt werden. Doch Vitamin B und viel Herzblut haben geholfen, Otto zu dem zu machen, was er heute ist.

Otto Waalkes erzählt teilweise sehr sachlich von seinem Leben, immer wieder mit kleinen Einschüben seiner Witze aus seiner Karriere. Er erzählt von seiner Kindheit, der Gründung seiner ersten Band "The Rustlers", seiner Vorliebe für die Beatles, der ersten Freundin, dem alltäglichen Wahnsinn, seiner ersten CD, dem ersten Film, der ersten Serie. Und erzählt davon, nicht aufzugeben, sich seine Wünsche zu erfüllen.

Er berichtet über Amerika, Hamburg und Ostfriesland, über Eltern, Freunde und seinen Bruder. Über Musik, Witze und Kunst. Was ihn bewegt, nervt und erstaunt.
Seine Idole, die Beatles und Jerry Lewis, spielen eine große Rolle und haben ihn inspiriert. Zwei gescheiterte Ehen, ein großartiger Sohn, gefühlt tausende Shows und Millionen Gags später zieht er Bilanz und würde alles nochmals genau so machen, wie bisher.
Und er macht weiter, so lange es geht.

Ich persönlich fand den Stil fast schon etwas zu nüchtern. Emotionen vermisst man teilweise, nur an manchen Stellen steigert er sich rein und erzählt detailverliebt von Geschehnissen. 
Und doch ist es faszinierend, mal den echten Otto kennenzulernen, über Ängste und Sorgen zu erfahren und nicht immer nur den "witzigen Kerl von der Bühne" zu erleben. 

Ich liebe insbesondere seine Neuinterpretationen des Märchens "Hänsel und Gretel", wo Otto uns auch mal zeigt, dass die Hexe ein Mensch ist wie Du und ich. 
Unvergessen auch die Otto-Filme...

Ich könnte so viel aufzählen, doch würde dies den Rahmen sprengen. So möchte ich jedem, der Otto mag, mit ihm aufwuchs oder sonstigen Bezug zu ihm hat, nahe legen, die Ottobiografie zu hören ud sich von dem Genie und dem Wahnsinn berieseln zu lassen.

Erzählt wird hier von Otto selbst. Zu Anfang fand ich dies auch noch sehr gelungen, denn er erzählt so, wie er auch auf der Bühne ist. Aber nur zu Anfang. Dort merkt man noch das verschmitzte in seiner Stimme. Je weiter wir uns jedoch der Gegenwart nähern, umso sachlicher wird er. Er liest vor und legt manchmal auch keine Emotion in das Gelesene. Hier habe ich die typischen Geräusche vermisst, den typischen Otto eben. Einzig wenn er einen Witz vorträgt oder ein Gedicht lässt er sich hinreißen.

Fazit:
70 Jahre Otto - und kein bisschen l(w)eise.

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(53)

103 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 4 Rezensionen

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Laienspiel

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2013
ISBN 9783492303033
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kluftinger hat eigentlich schon mit den Proben zum Theaterspiel zu "Tell" alle Hände voll zu tun, als ein Toter die beschauliche Ruhe im Allgäu stört. Recherchen ergeben, dass dieser Tote nur der Anfang war. Ein Terroranschlag ist geplant. Denn auf dem Laptop des Toten finden sich diverse Mails und ein Countdown. 
Plötzlich verwandelt sich die Polizei Kempten in ein Hauptquartier, wobei Kluftinger nunmehr dem BKA unterstellt ist. Angeführt von Faruk Yildrim, einem türkischstämmigen jungen Mann, der mit viel Enthusiasmus und Sachkenntnis an die Angelegenheit herangeht. 
Kluftinger währt sich in einem Alptraum, doch die Ermittlungen schreiten gut voran. Bis allen klar wird, wo die Bombe hochgehen soll.
Und dann ist da noch Dr. Langhammer, der sich ungefragt in Kluftingers Eheleben einmischt und mit immer guten Ratschlägen parat steht.

Diesmal wird es sehr rasant, denn ein Countdown bildet den Mittelpunkt des Buches. Schaffen es die Kemptner Polizei, das BKA und als grenzübergreifende Hilfe auch die österreichischen Ermittler, herauszufinden, was genau mit dem Countdown gemeint ist? Ein Terroranschlag steht von vornherein fest, doch wie, wer und vor allem wo?

Das ernste Thema Terrorismus wird abgehandelt und trotzdem schaffen es die Autoren, dies etwas in den Hintergrund zu stellen und Kluftinger diesmal zur Höchstform auflaufen zu lassen. Denn neben dem kniffligen Fall hat er noch mit Dr. Langhammer zu tun, dem Altusrieder Landarzt, der sich ungefragt in Kluftingers Eheleben einmischt.

Für Kluftinger ist es natürlich ungewohnt, dass er die Anweisungen nun nicht von seinem Chef Lodenbacher erhält, sondern von dem Terrorexperten Yildrim, mit dem sich Kluftinger jedoch auf Anhieb gut versteht. Trotzdem fügt er sich nahtlos in das Ermittlungsteam ein und die Zusammenarbeit läuft einwandfrei. Dass der Kommissar trotzdem wieder in Fettnäpfchen tritt, muss wohl nicht erwähnt werden.

Hinzu kommen die Proben zu dem Laienspiel "Tell", bei welchem Kluftinger und seine Familie mitwirken. Dies ist schon Tradition und so nimmt Kluftinger dies auch sehr ernst. Er versucht, die Proben weitestgehend einzuhalten, doch die Aufklärung des Terroranschlags nimmt ihn dann doch sehr in Anspruch. 

Und um allem die Krone aufzusetzen, hat Erika, Kluftingers Frau, zusammen mit den Langhammers noch einen Tanzkurs organisiert. Natürlich sehr zur Freude Kluftingers. Nicht. Diese Szene mit dem Tanzkurs war so herrlich komisch, dass ich mehrmals laut auflachen musste. Mein Kopfkino hatte hier ordentlich zu tun.

Ansonsten geht Kluftinger wieder sehr geordnet an die Aufklärung des Falls. Hier merkt man sehr, wie genial logisch er denken kann. Gerade am Ende, als alles hart auf hart kommt, lässt ihn sein Gehirn nicht im Stich.

Der vierte Fall des Kommissars war sein bislang schwerster, nicht nur, weil er mit so vielen unterschiedlichen Personen zusammenarbeiten musste, sondern auch, weil er so viele unterschiedliche Hinweise hatte, die eigentlich kein richtiges Bild ergaben. 

Die Geschichte ist sehr kurzweilig und man hat zu keiner Zeit das Gefühl, dass man mit zu vielen "polizeilichen" Informationen überhäuft wird. Trotzdem bekommt man einen guten Einblick in das Vorgehen des BKA. 

Fazit:
Eine rasante Geschichte mit einem genialen Kommissar Kluftinger.

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163 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

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Seegrund

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2013
ISBN 9783492303026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einem Spaziergang am Alatsee findet Kluftinger mit seiner Familie einen verletzten Taucher. Dieser ist bewusstlos und liegt in einer Lache aus rotem Blut. Wie sich herausstellt, ist es jedoch kein Blut, sondern Bakterien aus dem See. Als Kluftinger weiter recherchiert, stößt er auf viele Ungereimtheiten. Wer ist der Verletzte? Warum ist er am Alatsee getaucht, wo es doch heißt, dass Tauchen hier sehr gefährlich ist? Und was hat er gesucht? Die Hinweise führen zu längst vergangenen Tagen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Gleichzeitig ist auch die Freundin von Kluftingers Sohn Markus bei den Kluftingers zu Gast, um mit ihnen gemeinsam Weihnachten zu feiern. Yumiko ist Japanerin und stellt damit Kluftingers Weltbild auf den Kopf. Vor allem, weil er sie sehr sympathisch findet und - um ihr alles recht zu machen - wieder jedes Fettnäpfchen mitnimmt, dass sich ihm in den Weg stellt.

Kluftinger, wie er leibt und lebt. Was witzig beginnt - die Ankunft Yumikos und die Suche nach einem Restaurant zum Essen - endet in einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit. Der verletzte Taucher am Alatsee wirft unendlich viele Fragen auf, die Kluftinger und seine Kollegen eine zeitlang beschäftigten. Und je mehr man von dem Fall erfährt, umso weiter reist man zurück in die Vergangenheit bis hin zum Zweiten Weltkrieg.

Im Vorwort schreiben die Autoren, dass in dem Buch Wahrheiten verarbeitet sind und googelt man nach "Alatsee" bekommt man so einige Verschwörungstheorien vorgeworfen. Für mich immer wieder interessant, weil ich wahre Begebenheiten in einem Roman gerne weiterverfolge und mir so weiteres Hintergrundwissen aneignen kann.

Die Autoren haben sich nun von den Gerüchten rund um den See inspirieren lassen und einen weiteren Allgäu-Krimi mit Kommissar Kluftinger geschaffen. Der schrullige Kommissar hat wieder seine ganz eigene Methode, um den Fall zu knacken. Diesmal bekommt er Hilfe von einer ebenso schrulligen Kommissarin namens Friedel Marx. Die zigarillorauchende Frau, die eher ein Mann hätte abgeben sollen, ist Kluftinger zwar keine sehr große Hilfe - meint er zumindest -, doch schleicht sie sich schon ein bisschen mit ihrer nicht normalen Art in sein Herz.

Auch dem Charme Yumikos, einer junge Japanerin, die zusammen mit Kluftingers Sohn Markus den heimischen Frieden auf den Kopf stellt, kann sich Kluftinger nicht entziehen. 

Und so ergibt sich wieder eine Geschichte der anderen Art.

Auf der einen Seite steht natürlich das Ernste, der Fall des verletzten Tauchers. Auf der anderen die heitere Version des Privatlebens des Kommissars.
Beides bringt Kluftinger eigentlich in guten Einklang, muss aber wieder so einiges einstecken, beruflich wie privat.

Dies führt zu einer gelungenen Mischung aus Komödie und Krimi und lässt einem gebannt weiterlesen. 
Aber auch Kluftingers Kollegen kommen nicht zu kurz und arbeiten kräftig mit. Ebenso die Familie, die immer für einen Lacher gut ist.

Fazit:
Das Allgäu, ein ungelöster Fall und Kommissar Kluftinger in seinem Element. 

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(92)

159 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Erntedank

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2013
ISBN 9783492303019
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hauptkommissar Kluftinger hat es diesmal mit einem Serienmörder zu tun. Lag auf der ersten entdeckten Leiche noch eine Krähe, wurde bei der zweiten eine rätselhafte Botschaft gefunden. Warum bedient sich der Mörder an der Allgäuer Sagenwelt? Was will er damit bezwecken? Kluftinger taucht ein in die Märchen des Allgäus und stößt dabei auf sehr interessante Dinge. 
Diesmal bekommt er tatkräftige Unterstützung von seinem Sohn Markus, der als Psychologie-Student einiges beisteuern kann.
Aber auch in Kluftingers Privatleben wird es nicht langweilig, vor allem, da er, Dank eines kaputten Wasserrohrs im Bad, gerade bei Dr. Langhammer Unterschlupf finden muss.

Kluftinger, die Zweite. Und ebenso charmant, chaotisch und witzig, wie der erste Teil. 

Der Serienmörder hält Kluftinger auf Trab. Hat aber auch einen positiven Nebeneffekt. Denn der Kommissar kann sich näher mit seinem geliebten Allgäu beschäftigen, diesmal in märchenhafter Hinsicht. Viele Sagen und Legenden werden angesprochen und bringen einem das "alte Allgäu" noch etwas näher. 

Kluftingers Herangehensweise an den Fall ist ungewöhnlich. So sehr er auch darauf bedacht ist, dass alles harmonisch verläuft, so sehr kann er aber auch den Chef heraushängen lassen, wenn es nicht nach seiner Nase geht. 
Seine Kollegen kennen seine Art, doch bei den Zeugen und Tatverdächtigten führt dies eher zu Abneigungen. Aber trotzdem schafft er es immer wieder, das Ruder herumzureißen und die letzte Information aus einem herauszukitzeln.

Fettnäpfchen, die herumstehen, nimmt er regelmäßig mit. Ungeliebte Aufgaben schiebt er auf "ungeliebte" Kollegen ab. Zollt jedoch allem Respekt und lobt für getane Arbeit.

Die Ausflüge ins Privatleben machen die Geschichte dann noch liebenswerter. Kluftingers Ehefrau Erika ist ganz in ihrem Element. Sie liebt ihren Mann, wäre jedoch froh, wenn ab und zu ein bisschen Abwechslung in ihr Eheleben eintreten würde. Andere Leidenschaften wie Hausmannskost oder jeden Abend vor dem Fernseher einschlafen, stattdessen Spieleabende oder mal ausländisches Essen probieren. Gut, dass da die Langhammers sind.
Schlecht, dass Kluftinger Langhammer nicht leiden kann. 

Doch wieder gut für uns, denn so kommt es zu Szenen, die einem zum Schmunzeln bringen. Man steht immer wieder auf der Seite Kluftingers, der mit seinem tollpatschigen, naiven und alteingesessenem Verhalten für viele Lacher sorgt.

Der Running Gag des nicht genannten Vornamens Kluftingers bleibt erhalten. Ich bin gespannt, wann sich dies auflöst.

Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig lesbar. Die Geschichte ist spannend, wird an den richtigen Stellen in Szene gesetzt und es kommen keine unnötigen Pausen auf.

Fazit:
Erntedank mal anders.

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73 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Milchgeld

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2013
ISBN 9783492303002
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kluftinger, Hauptkommissar bei der Polizei Kempten, liebt Kässpatzen, gutes Bier und ein ruhiges Leben. Dies wird jedoch jäh unterbrochen durch einen Toten in seinem Heimatort Altusried. 
Als Kluftinger an die Nachforschungen geht, stößt er auf ziemliche Ungereimtheiten. Dabei führt eine Spur zu einer bekannten Käsefirma im Allgäu. 
Gerade Käse, den Kluftinger ja so liebt. 
Und als wäre ein Toter nicht genug, fährt Kluftingers Ehefrau Erika auch noch ohne ihn nach Mallorca, weil der Fall es gerade nicht zulässt, dass Kluftinger in Urlaub geht. So muss sich Kluftinger auch noch um sich selbst kümmern. 

Die schrullige und verschrobene Art des Kommissars ist sehr liebenswert. Dabei gerät die Aufklärung des Falls fast in den Hintergrund. 
Mit außergewöhnlichen Handlungsweisen, ebenso verschrobenen Kollegen und einem Hang, in Fettnäpfchen zu treten, gibt Kluftinger einen sehr sympathischen Charakter ab. 
Das Allgäu wird mit sehr viel Liebe beschrieben, ebenso die Protagonisten. Das Autorenduo legt dabei sehr viel Herzblut in die Geschichte, was den Allgäu-Krimi zu etwas ganz besonderem macht.

Mit seinem ganz eigenen Charme nimmt Kluftinger einen besonderen Platz ein und schleicht sich in jedes Herz. Seine Kollegen Strobl, Hefele und Meier ebenfalls, aber auch die Ehefrau Erika, die ihren "Butzele" liebt und trotz seiner komischen Eigenarten zu ihm hält.

Aber nicht nur mit dem Mordfall muss sich Kluftinger abmühen. Wenn er arbeitet, ist er ganz in seinem Element und geht auch sehr professionell zu Werk. Muss er jedoch mit seinen Mitmenschen persönlich agieren, fällt es ihm sehr schwer, sich "normal" zu benehmen. Er interpretiert so einiges falsch, liest Dinge heraus, die so nicht sind und wundert sich über manches Verhalten, weil er selbst so nie reagieren würde.

Gerade wenn er auf seinen "Feind" Dr. Langhammer trifft, wird es zum Schreien komisch. Dr. Langhammer ist Arzt und der Mann der besten Freundin von Erika, Kluftingers Ehefrau. Erika und Annegret fahren zusammen nach Mallorca, wobei Annegret kurzfristig an Kluftingers Stelle einspringt. Dabei nehmen die Frauen ihren Männern das Versprechen ab, sich zu treffen und gemeinsam zu kochen. 
Kluftinger, der lieber seine Ruhe haben will, würde dieses Versprechen gerne brechen, doch Langhammer, ein sehr alternativ und sportlich lebender Mann, sieht darin die Chance, das Verhältnis zu Kluftinger zu verbessern. 
So stoßen ein mürrischer Kluftinger und ein aufgedrehter Langhammer aufeinander und es kommt zu Szenen, die besser nicht sein könnten. 

Es macht sehr viel Spaß, Kluftinger auf seinem Weg der Recherche zu begleiten. Aber auch die private Seite hat ihren Reiz. 

Ein Running Gag: Kluftingers Vorname wird nie genannt, was sich auch durch die weiteren Bände zieht und - glaube ich - auch erst im zehnten Band aufgelöst wird. 

Fazit:
Ein Allgäu-Krimi mit viel Herz, Charme und vielen Fettnäpfchen.

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232 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 7 Rezensionen

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Die Quellen des Bösen

Markus Heitz
Flexibler Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2005
ISBN 9783492285469
Genre: Fantasy

Rezension:

Govan, der nunmehrige Herrscher über das Land Tarpol, baut seine Macht weiter aus. Er erobert und zerstört. Zusammen mit seiner Schwester Zvatochna möchte er die uneingeschränkte Herrschaft über den ganzen Kontinent Ulldart 
Doch Rebellenzellen auf dem ganzen Kontinent verteilt, schießen sich zusammen, um das Land zu befreien. Ein Gerücht hält sich dabei hartnäckig und gibt allen Hoffnung, auf ein gutes Ende. Doch kann es wirklich sein, dass Lodrik, der ehemalige Kabcar, gar nicht tot ist? 

Der Abschluss der Ulldart-Reihe "Die dunkle Zeit" hat mich nochmals fesseln können. Der Autor legt ein gutes Tempo vor und bringt viele Höhepunkte ein. Man merkt gar nicht, dass das Buch über 800 Seiten hat. Die Spannung wird durchweg gehalten und alle angefangenen Stränge werden zu einem Abschluss geführt. Die Geschichte fliegt förmlich an einem vorbei und zieht einem in den Bann.

Wir stoßen auf alte Bekannte, auf neue Weggefährten und auf unbekanntes Terrain. Und doch ist alles vertraut. Die Wege kreuzen sich, man gründet eine Rebellenallianz und kämpft gemeinsam gegen den Feind. Längst aufgegebene Charaktere rücken sich ins rechte Licht, kleinere Nebenrollen werden zu den wichtigsten Personen. 

Keine Fragen bleiben offen, Alls wird aufgeklärt, teilweise mit überraschenden Szenen. 

Gerade gegen Ende hatte ich mehrfach Tränen in den Augen, weil sich vieles genau so ereignet hat, wie ich es mir wünschte. Der Abschied von liebgewonnenen Figuren fiel mir nicht leicht. Und teilweise waren es auch nicht nur die Guten, bei denen es weh tat. 

Alle Charaktere übernehmen einen wichtigen Teil in der Geschichte, auch wenn dieser Charakter am Anfang noch so unwichtig erschien. So ergibt sich ein schlagkräftiges und cleveres Team. Jeder hat seine Aufgaben, jeder tut das, was er am besten kann.

Das Klischee "Gut gegen Böse" wird hier voll ausgereizt. Dabei droht alles jedoch nicht ins Kitschige zu fallen, da zwischendrin doch wieder Dinge passieren, die nicht vorhersehbar waren. Der rode Faden, der im ersten Teil seinen Anfang hat, wird kontinuierlich durch die Reihe verfolgt und hält bis in den letzten Teil.
Eine Eigenschaft, die nicht jedem Autor immer gelingt und einem umso froher macht, wenn man eine Reihe abschließt.

Der Humor kommt wieder nicht zu kurz. Gerade in den Szenen mit König Perdor und dessen Hofnarr Fiorell. Dies lockerte auch alles etwas auf und man hatte eine kleine Verschnaufpause.

Zum Glück erwarten mich noch weitere Reihen des Autors, denen ich mich Vorfreude entgegenblicke.

Fazit:
Ein sehr gelungener Abschluss einer sehr gelungenen Reihe mit sehr gelungenen Protagonisten.

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234 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Magie des Herrschers

Markus Heitz
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2005
ISBN 9783492285322
Genre: Fantasy

Rezension:

Lodrik sehnt sich nach Frieden. Doch gibt es noch Widerstand, der niedergeschlagen werden muss. Immer noch ist es sein Berater Mortva, der im Hintergrund Fäden zieht, die dazu führen, dass Lodrik sich nicht wohlfühlen kann. 
Plötzlich ändert sich alles und das Königreich scheint in die Dunkle Zeit zu stürzen, die seit langem prophezeit wurde.
Einzige Hoffnung sind die wenigen Widerständler, die im Geheimen Pläne schmieden, um dem entgegenzuwirken. Doch ist es schwer, gegen die Übermacht anzutreten. 

Der fünfte, der auf insgesamt sechs Teile angelegten Reihe, birgt so einige Überraschungen. Es kommt zu Szenen, die einem den Atem rauben. Gerade am Ende gibt es etliches, was einem nicht zu Atem holen kommen lässt, da sich damit alles ändert. 

Diesmal kommen fast alle Charaktere ausführlich zu Wort. Lodrik, Lorin, Tokaro, Waljakov, Perdor, Fiorell und alle anderen entwickeln sich weiter. So gibt es quasi einen mächtigen Schub in der Geschichte. 
Außerdem wird dem Inquisitor Pashtak eine größere Rolle übertragen. Die Szenen mit ihm kann ich noch nicht so richtig einordnen. Sein Mitwirken bei dem großen Ganzen ist mir noch nicht ganz klar.

Dabei finde ich es bewundernswert, dass sich der Autor nicht verzettelt und bei allen Charakteren eine klare Linie verfolgt. Auch ist es schön, eine Fantasy-Reihe zu verfolgen, die ohne die typischen Fantasy-Charaktere wie Zwergen oder Elfe auskommt. 
Außerdem kommt keine Langeweile auf, da durch die verschiedenen Blickwinkel immer wieder Abwechslung eingebracht wird. 

Die Spannung, die sich auch schon durch die ersten vier Bände gezogen hat, wird weiter gehalten. Nur im Mittelteil hatte ich einen kleinen Durchhänger, der aber schnell behoben war.

Gerade Lorin entwickelt sich zu einem taffen, jungen Mann, der sich mit seinen Taten endlich die Sporen verdient, die ihm zustehen.

Seit langem ist dies mal wieder eine Reihe, die ich mit Freuden lese, weil sie einfach gute Unterhaltung bietet und mit kleinen Überraschungen auch immer wieder genau das Quentchen Spannung aufbietet, das benötigt wird, um dran zu bleiben.

Ich bin nun gespannt, wie der letzte Teil der Reihe alles auflöst, was sich bisher angesammelt hat. 

Fazit:
Ein Fantasy-Abenteuer mit allem, was man braucht.

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253 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 5 Rezensionen

dunkle zeit, fantasy, heitz, high-fantasy, kensustria, krieg, lodrik, lorin, magie, markus heitz, matuc, mortwa nestreca, norina, reihe, ulldart

Unter den Augen Tzulans

Markus Heitz
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2005
ISBN 9783492285315
Genre: Fantasy

Rezension:

Lodrik erweitert sein Königreich, steht jedoch immer noch unter dem Einfluss seines Konsultanten Mortva Nescera. Auch seine Ehefrau Aljascha beteiligt sich an dem Komplott. Lodrik ahnt, dass er hintergangen wird, ihm fehlen jedoch die Beweise. Auch seine Kinder entwickeln sich nicht so, wie gehofft, denn auch hier mischt Mortva mit. 
Die Situationen spitzen sich zu und Lodrik weiß, dass er etwas unternehmen muss, bevor es zu spät ist. Sein Ausweg: seine Gabe so auszuweiten, dass sie ihm zur Hilfe kommt, wenn er sie am Nötigsten braucht. Und so schreckt er auch vor Mitteln nicht zurück, die ihn selbst das Leben kosten können.
Währenddessen wächst unerkannt weit entfernt sein Sohn Lorin auf. Zusammen mit Waljakov, Lodriks ehemaligem Leibwächter, dem Mönch Matuc und der Seherin Fatja. Ist Lorin die Hoffnung, die das Königreich nun braucht?

Im vierten Teil der Ulldart-Reihe "Die dunkle Zeit" spitzen sich alle Ereignisse so sehr zu, dass man meint, dass es nun keine Auswege mehr gibt. Doch der Autor holt nochmals zum Gegenschlag aus und bietet kleine Hoffnungsschimmer. Ob diese sich jedoch durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Die Feinde scheinen übermächtig, obwohl sie nur spärlich gesät sind. Und doch sind sie irgendwie überall, mischen kräftig mit und bleiben unerkannt. Zumindest denken die Feinde dies.

Wieder ist die Geschichte in verschiedene Stränge unterteilt.

Zum einen natürlich Lodrik und seine Bemühungen, ein geeinigtes Königreich zu ermöglichen. Seine Untertanen mögen ihn, verehren ihn sogar teilweise. Nur bekommt er nicht mit, was so hinter seinem Rücken getrieben wird. Er weiß zwar, dass alles nicht mit rechten Dingen läuft, doch kann er nichts Greifbares vorweisen.
Der zweite Strang handelt von seinem Sohn Lorin, von dem Lodrik jedoch nichts weiß. Lorin ist noch zu jung, um alle Zusammenhänge richtig zu verstehen, doch nach und nach ergibt sich für ihn auch ein Bild, welches jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unklar zu deuten ist.

In einem weiteren Strang erleben wir mit, wie Stoika, ehemaliger Berater Lodriks, sowie König Perdor und dessen Hofnarr Fiorell gemeinsam nach einer Lösung  suchen, um Lodrik von dem Einfluss Mortvas zu befreien. 

Weiter wird eine neue Person eingeführt: Tokaro, königlicher Reitmeister, aufstrebendes Talent und unheimlich verliebt in Zvatachna, Lodriks wunderschöne Tochter.
Dies führt natürlich zu einigen Verwechslungen, Missverständnissen und Unruhen. 

Und immer wieder gibt es kleine Einwürfe von verschiedenen Seiten. Und doch hatte ich nicht das Gefühl, durcheinander zu kommen. Allen Protagonisten wird genug Spielraum eingeräumt, so dass man Zeit hat, jeden kennenzulernen. Mittlerweile hat sich so ein komplexes Muster ergeben, so dass es auch unabdingbar ist, die Reihe von Anfang zu lesen, da Quereinsteiger die Zusammenhänge nicht verstehen würden.

Wenn man in der Materie drin ist, ergibt sich eine fantasiereiche und vor allem spannende Geschichte, deren Ausgang noch total ungewiss ist. Ich kann mir im Moment so rein gar nicht vorstellen, wo alles hinführt, weil irgendwie halt alles noch offen ist.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut verständlich. Der typische Heitz-Humor ist an den richtigen Stellen vorhanden, gerade wenn es um König Perdor und seinen Hofnarren Fiorell geht. 

Auch könnte man meinen, Markus Heitz sei in die Pralinenherstellung eingestiegen, denn die Variationen, die er in der Geschichte kreiert, lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Insoweit kann ich Perdor sehr gut verstehen, dass er laufend nach etwas Süßem greifen muss.

Fazit:
Eine faszinierende Reihe, mit allem was gute Fantasy braucht. 

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356 Bibliotheken, 8 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

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Nicht weg und nicht da

Anne Freytag , Martina Vogl
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 19.03.2018
ISBN 9783453271593
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Luise trauert um ihren Bruder, der sich das Leben genommen hat. Sie droht in ein tiefes Loch zu fallen. Therapiestunden sollen ihr helfen, alles zu verarbeiten. Doch Luise stellt sich stur. Als sie Jacob kennenlernt, schleicht sich ein kleiner Lichtblick in ihre dunkle Welt. 
Bis Luise plötzlich eine Mail bekommt - von ihrem toten Bruder.

Schon "Mein bester letzter Sommer" und "Den Mund voll ungesagter Dinge" waren herzzerreißend schöne Romane. Nun legt die Autorin mit ihrem neuesten Jugendroman noch mal einen drauf. Von der ersten Seite an ist man gefangen in der Geschichte, die so gefühlvoll traurig und gleichzeitig liebevoll glücklich ist.

Luise ist mit 16 Jahren schon sehr erwachsen. Aufgewachsen mit einem Bruder, der an einer bipolaren Störung litt, waren ihre Eltern eher mit ihm beschäftigt, als mit ihr. Nach der Scheidung der Eltern, hatte ihre Mutter alle Hände voll damit zu tun, ihr Leben und das des Sohnes auf die Reihe zu bekommen. Luise blieb dabei auf der Strecke. 
Und doch entwickelte Luise ein fast normales Leben, da ihr Bruder ihr Mittelpunkt war. Ihr Leben war eng mit seinem verknüpft. Doch nun ist er weg und Luise droht, in ihrer Trauer zu versinken.

Jacob, dessen Kindheit auch kein Zuckerschlecken war, trifft auf Luise und es entwickelt sich eine Geschichte wie ein Feuerwerk. Es fängt langsam an und wird zum Ende hin heftig, gewaltig und traumhaft schön.
Doch ist der Weg auch mit vielen Tränen gepflastert. Zumindest floßen bei Luise sehr viele, was auch mich regelmäßig zum Heulen brachte.

Ich liebe die gefühlvolle Art, die die Autorin ausmacht. Für jede Situation gibt es passende Worte. Jede Szene ist perfekt arrangiert und droht nicht ins Kitschige zu fallen. 

Jacob und Luise nähern sich langsam. Die zarten Bande lassen Herzen höher schlagen und führen dazu, dass man geradezu darauf hinfiebert, dass die beiden zusammenkommen. Man hat quasi selbst Schmetterlinge im Bauch. 
Doch ist es klar, dass es nicht einfach wird, schon gar nicht, als die erste Mail von Kristopher, Luises totem Bruder ankommt. 
Kristopher war einzigartig. Er war Luises Welt, eine Welt, die sie nun langsam aber sicher hinter sich lassen muss, um ihre eigene zu finden. 

Es tauchen so liebevolle Charaktere auf. Allen voran der sehr sympathische Bruder Jacobs, Arthur. Er hat eine so herrlich chaotisch-liebevolle Art, er scheint unbekümmert, im richtigen Moment ist er jedoch der große Bruder, der Jacob braucht.

Ich hätte stundenlang weiterlesen können, weil Jacob und Luise einfach so sympathisch waren. Diese beiden sind eine der wenigen Figuren, die ich gerne weiterverfolgen würde. Was wird aus ihnen? Hält die Liebe? Oder trennen sie sich? Was erleben sie? Und vor allem: sind sie glücklich?

Am Ende findet sich eine Playlist. Hier werden alle Lieder nochmals aufgezählt, die im Buch erwähnt werden. 

Meine Fantasie hat nun viel zu tun. Ich weiß, dass "Nicht weg und nicht da" ein Buch sein wird, dass mich noch lange begleiten wird. 

Fazit:
Luise + Jacob (+ Kristopher) - ihre Leben werden auf ewig miteinander verbunden sein.

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163 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

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Die Legenden der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel , Andrew Davidson
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426226568
Genre: Fantasy

Rezension:

"Besondere Kinder" sind Kinder, die mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind. Gedanken lesen oder beeinflussen, Feuer mit dem Händen erzeugen, so leicht sein, dass man wegfliegt, unsichtbar sein, usw. Sozusagen kleine X-Men. 
Da die Welt jedoch nicht offen ist für solche Wunder, müssen sie im Verborgenen leben, in sog. Zeitschleifen, bewacht und beschützt von ihren Ymbrinen, ihren Wächterinnen, die die Fähigkeit besitzen, sich in Vögel zu verwandeln und die Zeit zu verändern.

Bekannt sind die besonderen Kinder aus der bislang als Trilogie vorliegenden Reihe des Autors, die mit "Die Insel der besonderen Kinder" ihren Anfang nahm und auch erfolgreich verfilmt wurde. 

In den Büchern ist immer wieder von Legenden die Rede. Eines der besonderen Kinder, Millard Nullings, hat diese Legenden gesammelt und in einem Buch gebündelt. Dieses Buch haben die Kinder immer dabei, um sich an ihre Vorfahren bzw. Leidensgenossen zu erinnern. Die Legenden geben ihnen Geborgenheit und Mut. 

Die Idee, diese Legenden nun als gedrucktes Buch für die Öffentlichkeit zugängig zu machen, ist wunderschön.  Denn es ist auch noch liebevoll gestaltet. Der grüne Einband mit goldenen Verzierungen verstärkt den edlen Eindruck, was durch die Haptik noch weiter unterstützt wird. Im Inneren erwartet uns neben den Legenden auch detailverliebte Zeichnungen zu den einzelnen Geschichten.

Die Storys sind allesamt mit hoher Fantasie versehen und teilweise so abenteuerlich und unglaubwürdig, dass die Bezeichnung "Legenden" einfach nur treffend gewählt ist.

Wir begegnen besonders ungewöhnlichen Kindern, die mit ihren Fähigkeiten meist nicht so gut in ihrem Umfeld ankommen. So müssen sie erst einiges über sich ergeben lassen, bevor sie ihr persönliches Glück finden oder so akzeptiert werden, wie sie sind.
Zwischen den Geschichten gibt es immer wieder Anmerkungen von Millard. Dort erklärt er in seinen Augen wichtige Dinge, die zum Verständnis beitragen.

Der Autor schöpft hier aus den Vollen und bietet extrem abwechslungsreiche, kleine Geschichten, die liebevoll, abenteuerlich, wunderlich, eigenwillig, sarkastisch, aufschlussreich und eben besonders sind.
Wir begleiten ein Mädchen, dessen Schwester stirbt und ihr als Geist erscheint. Wir lernen einen Jungen kennen, der Heuschrecken so liebt, dass er sich selbst in eine verwandelt. Ein menschlicher Berg freundet sich mit Tieren an und wie die Ymbrinen entstanden sind, wird ebenfalls erklärt.

Dieses kleine Büchlein ist eine perfekte Ergänzung zu der Trilogie.

Wie vor kurzem bekannt wurde, wird die Reihe fortgesetzt. Der Autor hat angekündigt, dass die besonderen Kinder sich diesmal nach Amerika begeben. Wenn das Buch in Deutschland erscheint, ist noch nicht klar.

Dieses Büchlein wird eines sein, zu dem man immer mal wieder greift, um darin zu blättern. Die besonderen Geschichten erreichen durch ihre Einzigartigkeit und werden damit zu einem wahren Schatz im Bücherregal.

Fazit:
Besondere Geschichten von besonderen Kindern für besondere Momente. 

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Kleinhirn an alle

Otto Waalkes
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.05.2018
ISBN 9783453201163
Genre: Biografien

Rezension:

Otto Waalkes - wer kennt ihn nicht? Ein Urgestein der Comedy-Geschichte, Kultfigur, Erfinder der Ottifanten, (Ost)Friesenjung und Meister seines Fachs.
70 Jahre jung und immer noch nicht erwachsen. Nun legt er seine Ottobio... äh, Autobiografie vor.

Da mich Otto auch schon sehr lange begleitet, war es mir eine große Ehre, seine Biografie zu lesen und sein bisheriges Leben Revue passieren zu lassen. 

Geboren in Emden, Ostfriesland, nahm seine Karriere einen steilen Verlauf. Somit sieht Otto auf über 50 Jahre Erfahrung zurück. Einfach war es nicht, den mit wenigen Mitteln musste so einiges gestemmt werden. Doch Vitamin B und viel Herzblut haben geholfen, Otto zu dem zu machen, was er heute ist.

Otto Waalkes erzählt teilweise sehr sachlich von seinem Leben, immer wieder mit kleinen Einschüben seiner Witze aus seiner Karriere. Er erzählt von seiner Kindheit, der Gründung seiner ersten Band "The Rustlers", seiner Vorliebe für die Beatles, der ersten Freundin, dem alltäglichen Wahnsinn, seiner ersten CD, dem ersten Film, der ersten Serie. Und erzählt davon, nicht aufzugeben, sich seine Wünsche zu erfüllen.

Er berichtet über Amerika, Hamburg und Ostfriesland, über Eltern, Freunde und seinen Bruder. Über Musik, Witze und Kunst. Was ihn bewegt, nervt und erstaunt.

Seine Idole, die Beatles und Jerry Lewis, spielen eine große Rolle und haben ihn inspiriert. Zwei gescheiterte Ehen, ein großartiger Sohn, gefühlt tausende Shows und Millionen Gags später zieht er Bilanz und würde alles nochmals genau so machen, wie bisher.
Und er macht weiter, so lange es geht.

Ich persönlich fand den Schreibstil fast schon etwas zu nüchtern. Emotionen vermisst man teilweise, nur an manchen Stellen steigert er sich rein und erzählt detailverliebt von Geschehnissen. 
Und doch ist es faszinierend, mal den echten Otto kennenzulernen, über Ängste und Sorgen zu erfahren und nicht immer nur den "witzigen Kerl von der Bühne" zu erleben. 

Ich liebe insbesondere seine Neuinterpretationen des Märchens "Hänsel und Gretel", wo Otto uns auch mal zeigt, dass die Hexe ein Mensch ist wie Du und ich. 
Unvergessen auch die Otto-Filme...

Ich könnte so viel aufzählen, doch würde dies den Rahmen sprengen. So möchte ich jedem, der Otto mag, mit ihm aufwuchs oder sonstigen Bezug zu ihm hat, nahe legen, die Ottobiografie zu lesen ud sich von dem Genie und dem Wahnsinn berieseln zu lassen.

Fazit:
70 Jahre Otto - und kein bisschen weise. 

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Die Pranken des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426521472
Genre: Historische Romane

Rezension:

Robert Fitzooth ist ein Glückspilz. Erst wird er von der Tochter des Königs davor bewahrt, dass seine Hand abgeschlagen wird, dann steigt er zu deren persönlichen Leibwächter auf und macht Karriere an ihrem späteren Kaiserhof. Sein unentbehrliches Verhalten macht ihn außerdem zu einem ihrer besten Freunde und zum engsten Vertrauten. Doch ahnt Robert nicht, dass er später der Großvater des berühmtesten Helden Englands wird. Und so legt er langsam den Grundstein für die Legende Robin Hood.

Mit "Der Pirat" und "Der Herr der Bogenschützen" konnte mich der Autor schon durch den lehrreichen und spannenden Schreibstil für sich gewinnen. Grund genug, sich auch seinen früheren Werken zu widmen, die jetzt neu aufgelegt erschienen sind. Hier nun die Reihe Robin Hood, der Reiche bestiehlt und es den Armen gibt.
Doch fängt der Autor nicht bei Robins Geburt an, sondern bei dessen Großvater Robert Fitzooth. Als noch unbedeutender, aber sehr fähiger Soldat wird er eines Verbrechens beschuldigt, welches er gar nicht in der Art begangen hat und wird von der 8jährigen Mathilda, ihres Zeichens Königstochter, gerettet. Dies ist der Beginn einer großen Freundschaft, denn Robert wird, weil er die Ehre der Königsfamilie verteidigt hat, zum Dank als persönlicher Leibwächter für Mathilda eingesetzt. Mathilda vertraut Robert blind, während Robert Mathilda ebenso ergeben ist. Er begleitet sie überall hin bis sie zuletzt als Kaiserin selbst ihre großen Schlachten schlägt. 

Der Autor schildert sehr eindringlich Roberts Lebensweg. Seine freundschaftliche Zuneigung zur Kaiserin, seine große Liebe Martha, seine Kämpfe in den Schlachten, seine Diplomatie in Verhandlungen. Egal, was Robert aufgetragen wird oder was er sich in den Kopf setzt, wird von ihm gewissenhaft ausgeführt. Sein Mut und sein Starrsinn haben ihm viel eingebracht. 

Der Autor widmet Robert Fitzooth, der sich später in Loxley in Nottingham niederlässt, die erste Hälfte seines Romanes.

Die zweite Hälfte ist einer Legende vorbehalten. Robert Fitzooth, der Jüngere, Enkel des oben erwähnten Robert und allen besser bekannt als Robin Hood. Viele kennen seine Geschichte: als Geächteter lebt er mit seinen Merry Man im Sherwood Forrest und seine Auseinandersetzungen mit dem Sheriff von Nottingham und Prinz John sind legendär. Ebenso, dass er mit der schönen wie klugen Lady Marian verbandelt war. 

Die Interpretation des Autors zeigt auf, wie Robin Hood zu dem wird, der er ist. Dabei wird aus den Vollen geschöpft. Wir beginnen in der Kindheit, in der er mit Marian zusammen aufwächst, das Bogenschießen für sich entdeckt und merkt, dass die heile Welt auch düstere Überraschungen bereit hält.

Roberts und Robins Weg ähneln sich. Beide sind Kämpfer und verteilen, was sie lieben. Ungerechtigkeit wird nicht toleriert, Pläne geschmiedet, um den Unterdrückten zu helfen.

Robert wäre stolz auf seinen Enkel gewesen. Genauso wie der Autor stolz auf seine Auslegung der Legende Robin Hood sein kann. 

Der farbenprächtige Roman weckt die Sehnsucht nach mehr. Welche aber auch erfüllt werden kann. Denn mit "Das Herz des Löwen" ist die Fortsetzung garantiert. Die Reihe umfasst mittlerweile fünf Bände, so dass man sich auch auf weitere spannende Lesestunden freuen kann. Ich bleibe auf alle Fälle an der Reihe dran.

Fazit:
Die "wahre" Geschichte des Robin Hood.

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Käferkrawall

M.G. Leonard , Britt Somann-Jung
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.04.2018
ISBN 9783551521040
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Darkus, Virginia und Berthold reisen mit ihrer kleinen Käferarmee zu Lucretia Cutters Versteck, um der Tyrannei endlich ein Ende zu setzen. Denn Lucretia hat ihrerseits Käfer ausgeschickt, die Ernten der Menschen zu vernichten. Darkus ist sich jedoch noch immer nicht sicher, ob sein Vater gemeinsame Sache mit Lucretia macht oder nur so tut, als ob er ein Befürworter ihrer Pläne ist, um sie in Sicherheit zu wiegen. Im Moment deutet alles auf das erstere hin.

Leider ist dies schon der letzte Teil der Käfer-Saga rund um Darkus und seinen Käfer Baxter. Die Krabbeltierchen, die zusammen mit den Kindern die Welt retten wollen, sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Diesmal begeben wir uns in die heiße Endphase. Der Kampf ums Überleben steht im Vordergrund, doch will keiner so recht glauben, dass die angesehene Modedesignerin Lucretia Cutter die Drahtzieherin ist.
Und so vergeht viel Zeit, bis sich endlich etwas tut. Darkus und seine Freunde versuchen Hilfe zu bekommen, aber es ist ein großes Problem vorhanden: keiner glaubt ihm so richtig.
Nur wenige Helfer finden sich und deswegen machen sich die Freunde alleine auf den Weg um Lucretia aufzuhalten.

Das Setting ist sehr interessant, denn es verschlägt uns nach Ecuador. Der perfekte Ort, um die Weltherrschaft zu übernehmen. Das Amazonas-Gebiet ist das ultimative Versteckt. Denkt zumindest Lucretia.
Ich finde es toll, wie die Autorin Fakten über den Klimawandel, lehrreiches über Käfer und politische Entwicklungen in die Geschichte einfließen lässt, ohne das Langeweile aufkommt.

Wissenschaft meets Fantasy, eine gelungene Paarung, die jedoch auch Augen öffnen soll und dazu anregt, vielleicht doch einige Dinge zu ändern, bevor es zu spät ist. Die Botschaft, die die Autorin vermitteln will, muss viele erreichen. Ihr Weg ist jedoch nur ein kleiner Anfang. Die Moral der Geschichte ist den Großen der Welt gewidmet, denen, die meinen, dass mit Geld alles zu erreichen ist - auch das Ende der Welt.

Aber trotzdem steht hier dann doch der Spaß an der Geschichte im Mittelpunkt. Und den hatte ich in großem Maße. Die Freundschaft, die Darkus, Berthold und Virginia verbindet, ist beispielhaft. Sie können sich blind aufeinander verlassen und tun dies auch. Allen voran ist es Darkus, der mit seinen Ideen und seinem sechsten Sinn für Käfer die rettende Lösung parat hat. Die Umsetzung allerdings kann er nicht alleine vollbringen und ist deswegen auf seine Freunde angewiesen. Die krabbelnden sowie die menschlichen. 

Manchmal fand ich aber auch, dass etwas zu viel des Glücks vorhanden war. Gerade wenn es darum ging, nach Ecuador zu gelangen. Hier wurde es den Freunden sehr einfach gemacht. Ein bisschen Widerstand hätte noch mehr Schwung in die Geschichte gebracht.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und man merkt deutlich, dass die Geschichte an Kinder gerichtet ist. Trotzdem ist der Spaßfaktor auch für Erwachsene sehr hoch, gerade weil eben sehr liebevoll die Details über die Käfer verpackt sind, die Kindern vielleicht gar nicht auffallen würden.

Ich jedenfalls bin sehr froh, dass ich diese Reihe gelesen habe, da sie einfach unvergleichlich ist. Wer hat schon Käfer an seiner Seite, die einfach alles für einen tun und denen man blind vertrauen kann? Darkus hat dies und damit ist er ein ganz besonderer Junge.

Fazit:
Ein spannendes Abenteuer mit vielen Informationen.

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Kain - Der erste Vampir

Fay Winterberg
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 03.05.2018
ISBN 9783945045152
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der dritte Teil der New-Steampunk-Age-Reihe führt uns diesmal zu den Anfängen der Vampire. Denn Lilith wird von Raphael beauftragt, um bei der Suche nach Kain zu helfen. Kain, der erste Vampir. Die Dringlichkeit ist hoch, denn sollte ihm etwas zustoßen, würde dies den Untergang aller Vampire bedeuten. 
Und schon sind wir mitten in einer Verfolgungsjagd, deren Ziel einzig der Vampir Kain ist. Immer wieder überschattet von Bombenanschläge, die überall auf der Welt stattfinden und bevorzugt Stätten von Vampiren treffen.
Lilith muss ihren Grips diesmal mächtig anstrengen, wobei sie aber sehr oft anderen Reizen ausgesetzt ist. 

Der Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Geschichte fast ohne Längen auskommt und die Spannung auch gehalten wird. Lilith und Raphael tappen sehr oft in bedrohliche Situationen, immer mit ungewissem Ausgang. Doch ihr Einfallsreichtum hilft ihnen. Teils erhalten sie auch unerwartete Hilfe.

Die Puzzleteile, die dabei aufgedeckt werden, führen jedoch oft zu noch mehr Verwirrung, bevor es am Ende zu einem großen Showdown kommt. Dabei lässt die Autorin gezielt einige Fragen offen, doch zu einem großen Cliffhanger kommt es nicht. So meint man, die Reihe wäre abgeschlossen, aber es folgt doch noch der kleine Hinweis, dass der vierte Teil bald folgen soll. 
Den Weg, den Lilith dann einschlagen wird, werde ich gerne weiterverfolgen, denn ihre taffe und ehrliche Art gefällt mir sehr gut. Und da sie nun eine große Entwicklung machen wird, ist bestimmt auch wieder ein großes Abenteuer vorprogrammiert.

Aber auch die anderen Charaktere wachsen einem ans Herz. Elias, Liliths Vater, der als Oberhaupt das Sagen hat, gibt zwar einige Rätsel auf, doch führt dies zu einer geheimnisvollen Aura, was ihn sehr sympathisch wirken lässt. Sein teils verhaltenes Auftreten führt dazu, dass man sich auf weitere spannende Auftritte von ihm freut.

Auch Kain, der erste Vampir, gibt sich rätselhaft, doch sind dies genau die Charakterzüge, die für weiteren Lesestoff sorgen. Hier ist alles sehr ausbaufähig, vielleicht sogar für Spin-offs. 

Der Unterhaltungswert der Geschichte ist sehr hoch, vor allem wenn es zu kleinen Reibereien zwischen den Vampiren kommt. Liliths loses Mundwerk steht dabei hoch im Kurs. Doch dies ist nicht das einzigste. Alle anderen können auch ihren Teil und so ergeben sich humorvolle, sarkastische, aber auch ernste Dialoge. Man muss schmunzeln, lachen, aber auch nachdenken.

Fazit:
Eine Verfolgungsjagd der besonderen Art.

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267 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 4 Rezensionen

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Das Zeichen des dunklen Gottes

Markus Heitz
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2004
ISBN 9783492285308
Genre: Fantasy

Rezension:

Während Lodrik seine Herrschaft weiter ausbaut und das benachbarte Borasgotan als vermeintlichen Feind sieht, hantieren im Hintergrund dunkle Mächte, um ihn zum Scheitern zu bringen. Doch Lodrik, davon überzeugt, dass er der wahre Herrscher, der wahre Beschützer von Ulldart ist, lässt sich nicht abbringen und hat ein festes Ziel vor Augen. Aber so ganz kann er sich der Manipulation ihm gegenüber nicht wehren und wird tiefer in die Machenschaften seines Konsultanten Mortva Nesreca gezogen. Und seine einstigen Freunde stellen sich gegen ihn. Die dunkle Zeit scheint immer näher zu rücken und keiner weiß, wie sie aufgehalten werden soll.

Auch der dritte Teil der Ulldart-Reihe "Die dunkle Zeit" besticht durch ein ausgeklügeltes System von Intrigen, Drahtziehern im Hintergrund und der Besessenheit des Kabcars (Herrscher), der ein geeintes Reich möchte, dies jedoch nur mit Hilfe von Magie durchsetzen kann.

Und so wird es spannend. Denn nun ist es so, dass die einstigen Freunde Lodriks anfangen, an ihm zu zweifeln. Sie wollen den früheren Herrscher zurück und schrecken dabei auch nicht davor zurück, Hochverrat zu begehen, um ihm endlich die Augen zu öffnen. 

Der Weg des Kabcars ist mit vielen Steinen gespickt. Jeder einzelne ist groß und schwer umschiffbar. Und so passiert es, dass sich eben Dingen bedient wird, die zweifelhaft sind. Magie kommt ins Spiel. Alte Götter werden zur Hilfe gerufen. Das Land droht auseinanderzufallen. Nur Bündnisse helfen.

Der Autor führt uns in ein dunkles Kapitel des Kontinents Ulldart. So scheint alles aussichtslos. Die Feinde sind übermächtig, der Kabcar jedoch weiß sich zu helfen. Er droht jedoch immer mehr den finsteren Zeiten zu verfallen und man stellt sich unweigerlich die Frage, ob es nicht wirklich besser gewesen wäre, wenn der Mönch Matuc, der ja im zweiten Teil ein Attentat geplant hatte, dies aber nicht richtig ausführen konnte, nicht doch recht getan hätte, Lodrik zu töten. 
Andererseits hat man Mitleid mit Lodrik, der ja eigentlich Gutes will. Nur die Umsetzung scheitert. Und er hat mit den falschen Leuten zu tun. 

Lodrik ist der eine Hauptstrang, im zweiten beschäftigen wir uns näher mit Lodriks Geliebter Norina, dem Leibwächter Waljakov und Stoiba, Lodriks einstigem Vertrauten. Die drei standen dem Herrscher näher, wie kein anderer. Bis der Verwandte Mortva auf den Plan trat.

Der dritte Strang handelt wieder von dem König Perdór und seinem Hofnarr Fiorell, die die ganze Angelegenheit noch als Außenstehende betrachten, aber schon anfangen, Vorkehrungen zu treffen, falls sie in den Krieg mit einbezogen werden.

Jeder geht seinen eigenen Weg und doch sind alle Schicksale miteinander verknüpft. Denn jeder kann dazu beitragen, dass vielleicht doch noch gute Zeiten hereinbrechen. Dazu müsste aber der verantwortliche Drahtzieher gefasst und aufgehalten werden. 

Der Schreibstil des Autors ist gewohnt flüssig, packend und mit dem nötigen Humor gespickt. Gerade bei den Gesprächen zwischen König Perdór und seinem Hofnarr Fiorell entstehen witzige Szenen, die man sich bildlich sehr gut vorstellen kann. 

Mir fehlen allerdings ein paar Landschaftsbeschreibungen. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie es in der Hauptstadt des Landes oder den jeweiligen anderen Orten aussieht. Nur die Charaktere an sich habe ich mit einem Bild vor Augen.

Ansonsten bin ich froh, dass mit dem dritten Teil der Reihe das Niveau nicht nachlässt und immer noch eine packende Story im Vordergrund steht. Auch hier sind keine Längen entstanden, obwohl das Buch ja über 500 Seiten lang ist. Diese vergehen jedoch wie im Fluge und man leidet mit den Charakteren mit. Am liebsten wäre ich in das Buch gekrochen, hätte Lodrik an den Schultern gepackt, geschüttelt und ihm ins Gesicht geschrieen, dass er endlich die Augen aufmachen soll. Doch zum Glück kann ich das nicht und lese deshalb gerade den vierten Teil der Reihe, der - soweit kann ich es schon verraten - genauso spannend weitergeht und einige Überraschungen parat hält.

Fazit:
Das Böse droht Überhand zu nehmen. 

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Der Orden der Schwerter

Markus Heitz
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2004
ISBN 9783492285292
Genre: Fantasy

Rezension:

Lodrik steht kurz vor seiner Krönung zum Kabcar von Tarpol, doch zeigt er sich dem Volk nur spärlich, damit die Überraschung bei der Zeremonie umso größer ist. Doch die Prophezeiung, die ihm im Nacken sitzt, weckt Zweifel bei seinen Vertrauten. Als am Krönungstag ein Attentat auf ihn verübt wird, dabei jedoch die Kathedrale zum Einsturz gebracht wird, sind die Zweifel zumindest bei Lodrik ausgelöscht. Er glaubt sich von Uldrael beschützt. Ist Lodrik wirklich der, der das Land ins Chaos stürzt? Oder muss er geschützt werden, damit das Land gerettet werden kann?

Diesmal geht der Autor mit mehr Ernst an die Geschichte heran. Zwar ist der Humor immer noch vorhanden, doch gerade Lodrick ist es, der sich stark verändert und seine Aufgabe sehr ernst nimmt.

Vielen Autoren gelingt es nicht, eine Fortsetzung zu schreiben, die genauso packend, wenn nicht so gar noch spannender ist, wie der erste Teil. Diesmal ist es sehr gut gelungen. Ich war noch faszinierter von dem Kontinent Ulldart, der mit so einigen Charakteren aufwartet, die ich sehr interessant finde.
Gerade zum Ende hin gibt es einige Überraschungen. Diese machen dann auch große Lust, gleich zum nächsten Teil zu greifen.

Die politischen Interessen der einzelnen Länder werden sehr detailliert beschrieben und behandelt, so kann man die Beweggründe der Parteien  gut nachvollziehen. Doch gibt es einige Zeitsprünge, die es teilweise sehr schwer machen, der Handlung zu folgen. Befindet man sich gerade noch in einer Besprechung im Königreich Tarpol im Palast des Kabcar, steht man im nächsten Moment an der Front dem Feind gegenüber und es wird zum Angriff geblasen. 

Vor jedem Kapitel erwartet einem wieder ein kleiner Ausschnitt aus der Geschichte Ulldarts. Diesmal die Einblicke in die religiösen Gegebenheiten, d. h. die einzelnen Götter des Kontinents werden vorgestellt und wie es dazu kam, dass alles so ist, wie es ist. Diese Geschichte in der Geschichte trägt dazu bei,  das Ende des Buches zu vervollständigen und zu verstehen, warum jetzt so gehandelt wird.

Gerade die neuen Charaktere, die in die Geschichte eingebunden werden, bringen großen Schwung und die Geschichte. Die Änderungen, die sie herbeiführen, können bis zum Ende des Buches noch nicht mal als gut oder schlecht eingeschätzt werden und so ergeben sich wiederum so einige Überraschungen. 
Diese Ungewissheit nötigt einem fast den dritten Teil der Reihe auf, diese Challenge akzeptiere ich jedoch mit Freude.

Die Charaktere sind allesamt wieder gut ausgearbeitet, haben Tiefgang, Ecken und Kanten und wirken - auch wenn böse - sehr sympathisch und realistisch. 

Bei den ganzen politischen Spielen und kriegerischen Auseinandersetzungen vergisst der Autor jedoch nicht den fantastischen Teil und lässt im wahrsten Sinne des Wortes sehr viel Magisches geschehen. Neben dem Strang rund um Lodrik und seinen Kampf um Tarpol gibt es Einschübe, die uns den König Predor und seinen Hofnarr Fiorell vorstellen. Gerade hier kommt der Humor des Autors zu Wort. Fragt man sich am Anfang noch, warum es diese Einschübe gibt, erfährt man im Laufe der Geschichte so einiges über die Charaktere und ihre Wirkung auf das Geschehen. 

Man sollte den ersten Teil "Schatten über Ulldart" gelesen haben, weil doch so einiges aus dem ersten Band aufgegriffen wird. Ansonsten fehlt dann doch das Verständnis vom zeitlichen Ablauf her. 

Ich bin froh, dass das Niveau des ersten Teiles gehalten werden konnte und freue mich nun auf den dritten Teil der mittlerweile 9 Bände umfassenden Reihe.

Fazit:
Fast besser als der erste Teil.

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393 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 13 Rezensionen

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Schatten über Ulldart

Markus Heitz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2004
ISBN 9783492285285
Genre: Fantasy

Rezension:

Lodrik, Sohn des Kabcar und als Tadc sein rechtmäßiger Nachfolger, hat sein Augenmerk eher auf Essen gerichtet, denn auf das Lernen, wie er als nächster Kabcar das Land regiert. Da dies in den Augen seines Vaters ein Frevel ist, schickt er ihn in die Verbannung in die Provinzhauptstadt Granburg, damit Lodrik dort als Gouverneur lernt, wie man herrscht, ohne sich lächerlich zu machen. Seine einzigen Begleiter sind Stoika, ein Vertrauter und Lehrer  sowie der Leibwächter Waljakov. Lodrik merkt bald, dass mit diesen beiden nicht zu spaßen ist und als er auch noch auf die schöne Norina trifft, wandelt sich sein Leben um 180 Grad.
Gleichzeitig wird in einem Kloster weit entfernt ein Mönch von einer Vision heimgesucht. Seine Worte "Tadc... Gefahr... jemand töten... die Dunkle Zeit kehrt zurück" wird so ausgelegt, dass der Nachfolger des Kabcar getötet werden muss, da dem Königreich ansonsten Unheil droht. Matuc, der die Vision miterlebt hat, macht sich auf den Weg, das Schicksal des Tadc zu erfüllen.

Nach vielen Einzelbänden des Autors wollte ich mich mal wieder eine Reihe von ihm widmen und meine Wahl fiel dabei auf die Ulldart-Reihe "Die dunkle Zeit". Ihren Anfang nimmt diese mit "Schatten über Ulldart" und umfasst nun mittlerweile 9 Bände.
Da mit der Schreibstil des Autors sehr gut gefällt und hier auch teilweise sein Humor einfließt, hatte ich keinerlei Mühe, in die Geschichte einzutauchen und fand mich sogleich in Tarpol wieder, ein Königreich des Kontinents Ulldart. Dort lebt der "Tadc", der Sohn des regierenden Kabcars. Lodrik ist 15 und hat nicht nur die Bürde als Thronfolger zu tragen. Auch seine Lebensweise macht ihn nicht gerade beliebt. Dicklich, verweichlicht und vorlaut - alles Attribute, die seinem Vater schwer zu schaffen machen. Um dies zu ändern, schickt er ihn fort, zusammen mit Stoiko, dem engsten Vertrauten des Tadc und dem Leibwächter Waljakov, einem Hühnen von einem Mann, der schon mit seiner mechanischen Hand einen gewissen Respekt ausstrahlt. 
Unerkannt soll der Tadc nun in der Provinzhauptstadt Granburg als Gouverneur regieren und dort lernen, ein Kabcar zu werden.

So weit so gut, gäbe es nicht zeitgleich die Prophezeiung: "Tadc... Gefahr... jemand töten... die Dunkle Zeit kehrt zurück." Eine Prophezeiung, die zweierlei ausgelegt werden kann. Matuc und der Dunkle Rat kommen auch zu dem Ergebnis, dass der Tadc getötet werden muss, damit die Prophezeiung ausgeführt wird und so macht sich Matuc auf den Weg, dies zu erledigen. Unterwegs trifft er auf eine Gruppe, die ihm helfen will

Doch was ist, wenn die Prophezeiung falsch interpretiert wurde?

Diese Frage gilt es nun zu klären und so begleiten wir auf der einen Seite Lodrik auf seinem Weg zur Ausbildung zum Kabcar und auf der anderen Seite Matuc, der die Prophezeiung erfüllen möchte. 

Denkt man zu Anfang noch, es drehe sich alles um Lodrik, kommen nach und nach Matuc und seine Begleiter in den Vordergrund. So ergibt sich eine Geschichte, die in zwei Stränge aufgeteilt ist und je mehr man liest, umso spannender wird es. Was wird wohl passieren, wenn die beiden Stränge aufeinandertreffen? Dies herauszufinden, hat mir unheimlich Spaß gemacht. So konnte ich das Buch nur selten aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es denn nun weitergeht.

Dabei ist es aber keineswegs so, dass die Protagonisten dabei auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil, jeder bekommt so viel Raum, wie für ihn nötig ist. Alle lernt man genau kennen, kann die Beweggründe oder Handlungstaten nachvollziehen und auch bei denen Sympathie entdecken, bei denen man eigentlich dachte, dass dies nicht möglich sei.

So ergeben sich auch interessante Kombinationen von Charaktere. Insbesondere an dem Berater des Tadc, Stoika und dem Leibwächter Waljakov fand ich großen Gefallen. Diese beiden ergänzen sich perfekt und werden im Laufe der Geschichte auch enge Freunde. Beide halten mit ihren Meinungen nicht hinterm Berg und fahren dem zukünftigen Kabcar auch mal über den Mund. Daraus entsteht aber auch eine tiefe Freundschaft zwischen Lodrik, Stoika und Waljakov. Die drei können sich aufeinander verlassen.

Obwohl es sich hier um eine Fantasy-Geschichte handelt, kommt diese ohne die bekannten Figuren wie Trolle, Orks oder Zwerge aus. Trotzdem merkt man deutlich, dass man sich auf einem fiktiven Kontinent befindet, der mit fantastischen Dingen aufwartet. Interessant war dabei, wie die Entwicklung mancher Figuren vonstatten ging. Am meisten verändert sich wohl Lodrik, doch auch bei allen anderen fand ich dies spannend zu lesen.

Auch die erfundene Götterwelt führt sich packend in die Geschichte ein. Dabei ist es so dass, als Einleitung zu jedem Kapitel jeweils ein Auszug aus der Entstehung Ulldarts angeführt ist, so dass sich hier quasi eine Geschichte in der Geschichte verbirgt. Doch diese kurzen Szenen ergeben zum Ende hin ein Bild, dass nötig ist, um alles besser zu verstehen.
Die Geschichte ist komplex, da viele Charaktere auftauchen. Aber trotzdem ist es einfach, diesen zu folgen, da durch den detaillierten Schreibstil keine Fragen offen bleiben.

Das Ende ist so, wie es für einen ersten Teil sein soll: spannend und mit sehr vielen offenen Türen. So muss man zum zweiten Band greifen, weil man dringend wissen will, wie es weitergeht.

Fazit:
Ein komplexer neuer Kontinent mit interessanten politischen Entwicklungen. Nichts ist so, wie es scheint. 

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