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begleiter, zeitreisen, science-fiction, comic, doctor who

Doctor Who: Gefangene der Zeit - Band 2

Scott Tipton , David Tipton , Roger Langridge , Elena Casagrande
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 27.02.2017
ISBN 9783741600517
Genre: Comics

Rezension:


Über 50 Jahre Doctor Who - Zeit für ein außergewöhnliches Abenteuer: die ersten 11 Doctoren müssen sich vereinen. Ihre Begleiter verschwinden spurlos. Die Suche gestaltet sich schwierig, bis der Elfte Doctor auf das Versteck des Entführers stößt. 


Bei diesem Band handelt es sich um den zweiten Teil des groß angelegten Abenteuers, dass die ersten 11 Doctoren miteinander vereint. Vom Siebten bis zum Elften Doctor ist jedem ein eigenes Kapitel gewidmet, welches jeweils damit endet, dass die aktuelle Begleitung des Doctors spurlos verschwindet. Entführt von einer mysteriösen Gestalt. 
Nach und nach treten also die Doctoren und deren Begleitung auf. Angefangen bei dem Siebten Doctor und dessen Begleitung Ace.


Im Abschlusskapitel (dem 12.) kommt es dann zum großen Showdown mit jeder Menge Action und natürlich der gewohnt sarkastischen Logik des Doctors, diesmal in 11 verschiedenen Variationen und geballt auf einem Haufen. 


Von Doctor Who geht eine Faszination aus, der sich fast keiner entziehen kann. Diese Faszination ist aber auch sehr schwer zu beschreiben. Der ungewöhnliche Plot, die faszinierenden neuen Welten, die unterschiedlichen Charaktere und Figuren, seien sie nun Alien oder Mensch, ergeben eine perfekte Mischung, die sich durch alle Staffeln der Serie sowie der Comics und Geschichten zieht. 


Die einzelnen Kapitel sind spannende und typische Abenteuer, die der Doctor mit seinen jeweiligen Begleitern erlebt. Dabei hat mir vor allem Kapitel 9 und 10 sehr gut gefallen. 10 vor allem deshalb, weil die Inkarnation des Zehnten Doctors meine liebste ist. Ebenso die Begleiter, hier allen voran Rose Taylor, dicht gefolgt von Amy Ponds.


In dem Comic ist all das vorhanden, was man sich von einer guten Geschichte wünscht. Spannung, Leid, Witz, Action, Neid und Hass sind gut verteilt, ergeben tolle Storys und erwecken die Sehnsucht, auch mal mit dem Doctor in der Tardis in fremde Welten zu reisen. 
Die Suche nach Hinweisen bezüglich des Entführers hat  mir auch sehr gut gefallen. Und der Sarkasmus kam natürlich auch nicht zu kurz.


Nach jedem Kapitel erwartet einem ein kleiner Beitrag eines "Angehörigen" von Doctor Who, also jemandem, der irgendwie an der Serie, den Comics oder den Geschichten beteiligt war oder ist. John Freeman (ehemaliger Redakteur des Doctor Who-Magazins), Scott Gray (Autor), Clayton Freeman (Umschlaggestalter) und Tony Lee (Autor) erzählen über ihre Erfahrungen. Außerdem erwartet einem am Ende ein Interview mit John Ridgway, dem Comic-Zeichner schlechthin. Hier gibt es auch interessante Einblicke in dessen Arbeit mit Doctor Who.


Die Texte im Comic sind von Scott & David Tipton. Die Zeichnungen sind in den Kapiteln jeweils von anderen angefertigt. Und so ergeben sich für jedes Kapitel andere Zeichenstile, wobei mir persönlich der Stil von Kapitel 8 nicht gefallen hat, da er mir zu "kindlich" wirkte.


Ansonsten ist fast alles vorhanden. Ein harter, dunkler Stil, ein weicher, heller Stil. Mal farbenfroh, mal trist. Jeweils passend zu der Story.


Durch die Vielfalt der Mitwirkenden an dem zweiten Band ergibt sich ein spannendes und rasantes Abenteuer mit einem Wiedersehen aller Inkarnationen bis zum Elften Doctor.


Fazit: 
So macht Zeitreisen Spaß. 

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liebe, jennifer l. armentrout, morgen lieb ich dich für immer, rezension, kindesmisshandlung

Morgen lieb ich dich für immer

Jennifer L. Armentrout , Anja Hansen-Schmidt
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.03.2017
ISBN 9783570311417
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Mallorys Kindheit in einer grausamen Pflegefamilie führte dazu, dass Panikzustände ihr Leben beherrschen. Mit Therapien und ihren neuen liebevollen Pflegeeltern Carl und Rosa schafft sie es jedoch, sich ein neues Leben aufzubauen. Mit 17 Jahren wagt sie es nun, an der Highschool ihren Abschluss zu machen. Trotzdem hat sie immer noch Probleme mit anderen zur reden oder überhaupt Vertrauen zu fassen. Auch wenn es zu laut ist, muss sich Mallory zusammenreißen, damit ihre Angst sie nicht überwältigt. Als sie am ersten Tag in der neuen Schule auf Rider trifft, weiß sie nicht, ob dies gut oder schlecht für sie ist. Denn Rider war ebenfalls in dieser grausamen Pflegefamilie und hat eigentlich auch ein kaputtes Leben. Aber Rider war auch ihr Bezugspunkt in der schweren Zeit, ihr Beschützer und ihr Freund. Vier Jahre haben sie sich nicht gesehen, und nun scheint es so, als sei Rider derjenige, der alles besser verkraftet hat. Bis Mallory merkt, dass auch Rider ziemliche Probleme hat.


Ich dachte eigentlich, ich komme so langsam auf den Geschmack von Liebesromanen, merke aber auch nach Lesen dieser Geschichte, dass mir dieses "Liebesding" einfach zu schnulzig ist. Es gibt Ausnahmen, wenn die Liebe sich nicht zu arg in den Vordergrund drängt oder zu schmalzig ist. Dies war hier leider nicht der Fall. 
Und doch habe ich das Buch fertig gelesen, weil ich einfach wissen musste, wie sich Mallory und Rider aus ihrem Elend mit der schlimmen Kindheit befreien.


Jennifer L. Armentrout ist ja bekannt, dass sie gut "Drama" schreiben kann. Und hier konnte sie sich so richtig austoben.


Mallory und Rider hatten keine schöne Kindheit. Die leiblichen Eltern tot oder ohne Interesse an ihnen, wachsen beide in einer Pflegefamilie auf. Sie erfahren keine Liebe, nur Schmerz und Hass. Dabei haben Rider und Mallory nur sich. Rider ist der Beschützertyp und steckt auch mal Schläge ein, die Mallory galten. Und Mallory ist eine kleine graue Maus, die sich gerne versteckt und keinen Mucks von sich gibt. Beide werden erst nach langer Zeit mit 13 Jahren aus der Familie geholt und kommen unterschiedlich unter.


Vier Jahre später hat sich einiges geändert und sie sehen sich durch Zufall auf der Highschool wieder. Beide haben aber auch immer noch ihr Päckchen zu tragen, obwohl ihr Leben sich grundlegend geändert hat.


Die Geschichte wird aus Mallorys Sicht geschildert. So bekommt man hautnah auch ihre Gefühle und Ängste mit. Und das ist teilweise schwer verkraftbar.


Ich muss zugeben, dass mich beim Lesen dann nur noch gereizt hat, mitzubekommen, wie Mallory denn ihr Leben auf die Reihe kriegt, nachdem sie mit solch schweren Angstzuständen zu kämpfen hat. Die Liebesgeschichte habe ich dabei etwas ausgeblendet, obwohl ich sagen muss, dass bis zum Ende hin doch eine gewisse Neugier vorhanden war.


Mallorys Panikattacken werden durch simple Dinge ausgelöst. In erster Linie Lärm und viele Menschen. Auf einer Highschool ja nicht wegzudenken. In zweiter Linie, überhaupt zu sprechen und dann noch vor vielen Leuten.
Eine Therapie konnte ihr helfen, doch muss sie raus, sie muss praktisch verarbeiten, was sie theoretisch vom Therapeuten erzählt bekommen hat.


Also wechselt sie vom Privatlehrer an die öffentliche Highschool und trifft dort prompt auf ihre Vergangenheit in Form von Rider. 


Und dass dies nicht einfach wird, ist ja wohl vorprogrammiert. Doch nicht nur Mallory hat Probleme damit, auch Rider. Als sich die beiden dann auch noch verlieben, wird es richtig schwer. Denn Rider hat so einiges in den vier Jahren gemacht, dass Mallory sich gar nicht vorzustellen wagte. 


Hinzu kommt der sehr gefühlvolle Schreibstil der Autorin. Dadurch kann man sich wunderbar in Mallory hineinversetzen und auch teilweise ihre Panik spüren. 
Rider bekommt man nur aus ihrer Sicht vorgestellt. Er scheint der perfekte Junge, immer bemüht, es Mallory recht zu machen. Doch das machte ihn in meinen Augen zu perfekt, bis zu dem Zeitpunkt, als die Stimmung im Buch umschlägt und es zu einer Tat kommt, die ich unheimlich traurig fand. Was genau passiert, kann ich nicht schreiben. Ich kann nur sagen, dass sich ab diesem Zeitpunkt so einiges ändert.


Mallorys Entwicklung ist sehr interessant. Die Reaktionen in ihrem Umfeld aber auch. Gerade das Verständnis der Mitschüler fand ich ein bisschen unglaubwürdig, da Kinder bzw. Jugendliche doch sehr viel verletzender sein können. 


Ab der zweiten Hälfte des Buches hatte ich jedoch Probleme, dies wegzulegen, da die Dramatik einfach so sehr anstiegt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie nun alles endet. 


Fazit:
Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Die Liebesgeschichte war mir jedoch etwas "too much". 

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1001 nacht, liebe, fluch, magie, orient

Rache und Rosenblüte

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600405
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Shahrzad ist aus Raj geflüchtet und steht nun - nachdem sie ihren Vater halb tot in der Wüste gefunden hat - in einer Wüstenstadt unter einer Art Arrest. Sie wird beobachtet, kann sich jedoch frei bewegen. Dort halten sich auch ihre Schwester Irsa und ihre ehemalige Jugendliebe Tarik auf. Tarik ist es, der sie dazu überreden will, in ihre altes Leben zurückzukehren und ihn zum Mann zu nehmen. Doch Shahrzads Gedanken sind ständig bei dem Kalifen Chalid und dem Fluch, den es zu brechen gilt. Durch Zufall erhält sie Kenntnis darüber, wie Chalid zu helfen ist, doch dazu braucht sie seine Hilfe. Sie muss zu ihm, findet auch einen Weg und schmiedet mit ihm neue Pläne, ohne zu wissen, dass es in den eigenen Reihen einen Spion gibt, der nur auf die Gelegenheit wartet, das Shahrzad und Chalid sich einen Fehler erlauben.
Nach dem für mich grandiosen ersten Teil "Zorn und Morgenröte" war ich gespannt auf den zweiten und damit letzten Teil der Dilogie rund um Shahrzad und Chalid. Doch konnte mich die Geschichte nicht mehr so faszinieren, was wohl daran liegt, dass sich 3/4 des Buches nur damit beschäftigen, wie Shahrzad und Chalid sich nach einander verzehren und Shahrzad nach einer Möglichkeit sucht, den Fluch zu brechen. Es wird viel geredet und philosophiert, abgesehen von den Streitereien mit Tarik und nächtlichen Ausflügen, die aber wiederum dazu führen, dass viel geredet wird.
Ich habe lange für die erste Hälfte des Buches gebraucht und zwischendurch auch immer wieder andere Bücher gelesen, weil ich einfach nicht richtig in die Geschichte hineinkam. Dies lag aber keinesfalls am Schreibstil der Autorin, sondern daran, dass eben einfach nichts passierte. 
Die zweite Hälfte hatte es dann dafür so richtig in sich. Nachdem zwar wieder viel gerätselt wurde, wie denn der Fluch zu brechen sei, kam nun endlich Fahrt auf. Es tat sich etwas, es wurde gehandelt. 
Shahrzad und Chalid müssen sich einigen Prüfungen unterziehen, nicht in wörtlichem Sinne. Sie müssen sich entscheiden, ob sie für eine gemeinsame Zukunft kämpfen wollen und dafür aber auch einiges aufgeben müssen. Hier ist es vor allem Shahrzad, die viel Überzeugungskraft anstreben muss, denn Chalid ist wahrlich kein einfacher Mann.
Wäre der Schreibstil der Autorin nicht gewesen, dann hätte ich sicherlich aufgegeben. Durch ihre flüssige Art war ich gerade im letzten Teil sehr gebannt. 
Die fantastischen Elemente waren diesmal viel ausgeprägter, als im ersten Teil. Diese Szenen erinnerten dann wieder an die Geschichten aus 1001 Nacht. 
Meine zwei Lieblingsfiguren Despina und Jalal hatten leider nicht so große Auftritte wie erhofft, wobei Despina schon für eine große Überraschung sorgt. Sowohl zu Anfang, als auch am Ende. Trotzdem hatte ich mir mit den beiden mehr Zeit gewünscht. Meine Hoffnung liegt nun auf dem Wunsch, dass die Autorin den beiden vielleicht ein eigenes Buch widmet. Eine Kurzgeschichte gab es für die beiden ja schon (siehe: Motte und Licht). Ich denke, dass die Geschichte von Despina und Jalal noch nicht fertig erzählt ist.
Letztendlich war ich nicht so begeistert, wie bei Band 1. Erst die zweite Hälfte konnte mich fesseln, obwohl auch hier Längen vorhanden waren.
Fazit:Ein nicht so gelungener Dilogie-Abschluss mit einigen Längen.

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Drei Tropfen Dunkelheit

Angelika Diem
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783959590495
Genre: Fantasy

Rezension:


Caitlynn konnte zwar ihren ersten Fall als Vollstreckerin lösen, muss sich jedoch weiter beweisen. Zu ihrer Verwunderung wird sie zusammen mit Vollstrecker Belard zu einem Fall ins Schloss Maesinar geschickt. In der dort ansässigen Schule wurde eine Lehrerin brutal erschlagen im Garten gefunden. Kaum ist Caitlynn angekommen, muss sie auch schon den ersten Rückschlag einstecken. Vollstrecker Belard behandelt sie eher wie eine Assistentin, denn als eine Gleichberechtigte. Dabei ist sie auf ein Empfehlungsschreiben Belards angewiesen, damit sie endlich alleine arbeiten darf. Sie weiß noch nicht einmal genau, warum sich Belard ihr gegenüber so unfreundlich verhält, doch merkt sie, dass die Gründe dafür tief liegen. Und so recherchiert sie im Hintergrund und kommt dabei gut gehüteten Geheimnissen auf die Spur, die nicht nur mit dem Mord an der Lehrerin zu tun haben.


Bei der Frage der Autorin, ob ich einen weiteren Teil mit der Vollstreckerin Caitlynn lesen würde, musste ich nicht lange überlegen, um mit "Ja" zu antworten. Denn der erste Teil "Der Baeldin-Mord" hat mir schon sehr gut gefallen. Auch die Kurzgeschichten in "Das grüne Tuch" haben mir Caitlynn näher gebracht.
Und so stellte ich mich wieder auf einen interessanten und spannenden Fantasy-Krimi ein.


Diesmal muss Caitlynn einen besonders verzwickten Fall lösen. Die Lehrerin Szarah wurde brutal erschlagen und es liegt nun an Caitlynn und dem Vollstrecker Belard, den Mord aufzuklären.
Mit ihrer behutsamen Art tastet sich Caitlynn Stück für Stück an die Auflösung heran, doch immer wieder werden ihr Steine in den Weg gelegt, auch von Personen, die eigentlich ebenfalls ein Interesse daran hegen sollten, dass der Fall schnellstens geklärt wird.


Sollte man die Reihe um die Vollstreckerin noch nicht kennen, rate ich jedoch dringend an, den ersten Teil "Der Baeldin-Mord" zu lesen, da im zweiten Teil doch sehr viel Bezug auf diesen genommen wird bzw. vorausgesetzt wird, dass man Caitlynn und deren besonderen Fähigkeiten vor allem im Bereich der Handhabung ihrer Gabe kennt. Vorkenntnisse sind also nötig, um der Handlung zu folgen. Doch kann ich sagen, dass es sich lohnt, mit der Reihe von vorne zu beginnen und sich natürlich auch die Kurzgeschichten anzusehen.


Der sehr flüssige Schreibstil der Autorin macht es einem leicht, sich ganz der Geschichte zu widmen und mit Caitlynn mitzurätseln. Die Szenen sind logisch und teilweise so aufgebaut, dass man mit seinen Vermutungen so richtig falsch liegt und auch ganz schön in die Irre geführt wird. 


Der Fantasyanteil ist sehr hoch, werden Kämpfe (meist) nicht körperlich, sondern mit dem "Willen" ausgeführt. Dabei spielt das Charisma eine hohe Rolle. Je größer der Anteil, umso geschickter kann man den Gegenüber erspüren.
So erkennt man auf interessante Weise, welche Möglichkeiten sich ergeben. Man kann jemand seinen Willen aufzwingen und ihn dann veranlassen, Dinge zu tun, die er gar nicht tun möchte. Man kann herausfinden, ob jemand die Wahrheit spricht oder glaubt, die Wahrheit zu sprechen. Man kann aber auch heilen oder seine Gabe in Spiegel und Steine fließen lassen.


Caitlynn hat mir diesmal viel besser gefallen, da sie endlich Gefühle zeigt und mit ihrem scharfen Verstand und vor allem ihrem Mut so manche Probleme lösen kann. Sie geht ihren eigenen Weg, versucht aber dennoch es allen Recht zu machen und so ergeben sich für sie natürlich auch neue Möglichkeiten, die sie geschickt nutzt und ausspielt.
Vollstrecker Belard hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist zwar keine sympathische Person, aber durch sein herrisches und herablassendes Verhalten hat er Caitlynns Augen öffnen können und ihr dadurch auch Spielraum gegeben, ihre Logik geschickt einzusetzen. So ergeben die beiden eigentlich ein tolles Gespann.


Das Ende hat mich sehr überrascht, weil ich mit dem "Mörder" so gar nicht gerechnet habe. Ich tappte in einer völlig falschen Richtung und muss mich letztendlich auch fragen, warum ich eine bestimmte Person verdächtigt habe, obwohl doch gar nichts für bzw. gegen sie spricht. 


Doch diese "Irreführung" ist gut gemeistert, da es zeigt, dass die Autorin ebenfalls mit scharfem Verstand und einer gelungenen Plotplanung eben dafür sorgt, dass man in die falsche Richtung geleitet wird.


Fazit:
Ein spannender zweiter Teil, der mich noch mehr überzeugen konnte, als sein Vorgänger. 

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149 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

historischer roman, ottonen, otto der große, adelheid von burgund, deutsche geschichte

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:


Der Panzerreiter Gaidemar wird dazu auserkoren, die sich in Gefangenschaft befindende Königin von Italien zu befreien. Dank eines Tipps von Gaidemar gräbt sich Adelheid zusammen mit ihrer Tochter Emma und ihrer Zofe Anne aus dem Gefängnis. Auf dem Weg nach Deutschland an den Hofe König Ottos lernen sich alle näher kennen und Gaidemar verliebt sich in Adelheid. Doch diese ist von König Otto so angetan, dass sie verspricht, diesen zu heiraten. Eigentlich gut, dass Gaidemar vom König vom Hofe verbannt wird. Und so schließt er sich des Königs Sohn Luidolf an. Doch bald merkt er, dass Intrigen, Kriege und Streitigkeiten dazu führen, dass das Leben von Otto und Adelheid in Gefahr ist. Gaidemar entscheidet sich für eine Seite und versucht so, nicht nur das Leben des Königspaars, sondern auch sein eigenes auf die Reihe zu bringen.


Wir befinden uns im Jahre 941 am deutschen Königshof unter der Regentschaft König Ottos. Das Reich steht jedoch unter ständiger Bedrohung von außen. Die Ungarn sind im Moment das größte Problem. Ebenso die Gefangenschaft der Königin von Italien.
Und genau dort fängt die Geschichte an. Wir lernen die sympathische Adelheid kennen, die sich zusammen mit ihrer Tochter Emma, ihrer Zofe Anna und einem Geistlichen in Gefangenschaft befindet. Auf einen Tipp von Gaidemar hin, fängt sie in ihrer Zelle an zu graben und merkt, dass sich der Boden leicht abtragen lässt. Endlich aus dem Gefängnis draußen,  beginnt die schwere Flucht nach Deutschland an den Hofe König Ottos.


Und dort sind sich Adelheid und Otto sehr schnell einig, zu heiraten. Sehr zum Missfallen Gaidemars. Er hat nämlich Gefühle für Adelheid entwickelt, weiß er aber auch genau, dass diese nicht erwidert werden und auch eine Beziehung zu einer Königin nicht möglich ist.


Diese Infos bekommen wir gleich auf den ersten Seiten vermittelt und dann ist man auch schon mitten in der Geschichte drin. Es geht Schlag auf Schlag. Auf 763 Seiten erleben wir dann den (Leidens)Weg den Gaidemar, Adelheid, Otto und all die anderen Charaktere durchleben müssen. 


Die Autorin schafft es mal wieder, auf unvergleichliche Weise die Geschichte so lebendig wirken zu lassen, als wäre man mittendrin. Alles ist genauso geschehen, wie sie es erzählt (auch wenn es nicht so war, da sich natürlich künstlerischer Freiheit bedient wurde). Trotzdem fühlt es sich einfach richtig an.


Viele historisch belegte Personen fließen in die Erzählung mit ein. Doch sind es gerade die Erfundenen, die alles noch besser, noch spannender und noch interessanter machen. Fast könnte man meinen, sämtliche Dialoge hätten sich auch tatsächlich so zugetragen, sämtliche Schlachten hätten bis ins kleinste Detail so stattgefunden, sämtliche Personen hätten genau so reagiert, wie die Autorin es uns aufzeigt.


Genau dies liebe ich an historischen Romanen und an Rebecca Gablé. Denn sie ist eine der wenigen Autoren, die es schafft, dies alles zu vereinen. Manchmal stelle ich mir vor, dass der Geschichtsunterricht bei ihr einfach nur grandios sein muss, wenn sie denn welchen geben würde.


Die Protagonisten wirken durchweg sympathisch, allen voran Gaidemar, der zwar kein großer Redner ist, aber durch sein Handeln viele Pluspunkte verdient. Manchmal kommt sein hitziges Gemüt zum Vorschein und dann kann es sein, dass er Fehler macht. Dies macht ihn jedoch nur noch menschlicher, obwohl er zwar mundfaul ist, aber dennoch von seinen Emotionen geleitet wird. 
Aber auch die anderen Figuren schließt man ins Herz und fühlt vor allem mit ihnen.


Da man alle eine lange Zeit begleitet, fragt man sich manchmal schon, warum denn jetzt gerade von manchen so gehandelt wird. Man kennt sie ja alle bzw. meint sie zu kennen. Aber die Autorin hat in ihrer Recherche herausgefunden, dass die historisch belegten Personen wirklich so gehandelt haben. Dies musste dann natürlich in den Roman auch so einfließen und macht doch alles noch ein Stück spannender. 


Interessant fand ich mal wieder, dass das Thema Politik viel Raum eingenommen hat. Hier nehme ich mal die Heirat aus politischen Gründen heraus. Viele Hochzeiten wurden geschlossen, damit ein gewisser Machtanspruch geregelt war. So z. B. bei Otto und Adelheid. Durch die Hochzeit der beiden ist auch gleichzeitig für Otto Italien interessant geworden, da Adelheid ja Königin von Italien war. Damit vergrößerte sich aber auch die Problematik, denn das Reich ist dadurch größer und unübersichtlicher. Aber es bieten sich auch jede Menge neue Möglichkeiten, wie Handel, Heer und Land.


Dass dann aus einer politisch geschlossenen Ehe auch Liebe wird, ist dabei recht selten. Bei Adelheid und Otto hat es jedoch funktioniert, was sich dann auch dadurch zeigt, dass Otto auf Anregungen Adelheids gehört hat und auch manche Vorschläge umsetzte. Letztendlich hat er sie sogar als Mitregentin eingesetzt, was natürlich auch eine hohe Ehre ist.


Fazit:
Ein spannender Roman aus der Zeit König Ottos I. und seiner Ehefrau, Königin Adelheid. 

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fantasy, jugendbuch, fluch, alchemie, oetinger

Secret Fire - Die Entfesselten

C.J. Daugherty , Carina Rozenfeld , Peter Klöss
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2017
ISBN 9783789133404
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Taylor und Sacha lernen auf dem St. Wilfreds College, was es mit dem Fluch auf sich hat, der auf Sasha lastet. Während Taylor ihre Kräfte trainiert, wühlt sich Sacha durch endlose Aufzeichnungen in der Bibliothek. Und sein 18. Geburtstag rückt immer näher, ohne dass sie herausfinden, wie man den Fluch brechen kann. Bis sie auf ein Buch stoßen, welches endlich Hoffnung aufzeigt. Zusammen mit Alistair und Louisa brechen sie auf nach Carcassonne, dem Ort, wo angeblich alles begann - und treffen auf einen Gegner, der nicht besiegt werden kann.
Es ist meistens so: Vom ersten Teil total geflasht, vom zweiten total enttäuscht.Dies trifft auch in vollem Maße auf "Die Entfesselten" zu. War es am Anfang noch spannend mit der Suche Sachas und dem Training Taylor und sich ein Gegner zeigt, der mit dem Ende von allem droht, plätschert es ab da nur noch so hin. Ein Streifzug durch Frankreich, etliche unnütz verstrichene Stunden des Wartens, nur durchbrochen von Gedankengängen und dem Planen weiterer Pläne. Bis es am Ende zum Showdown kommt, der jedoch auch nicht das hält, was man sich erhofft.
Es wird unheimlich viel spekuliert, gerätselt und drumherum geredet. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass alle zwischendrin sogar mal irgendwie vergessen haben, wie dringend die Angelegenheit eigentlich ist. Man kauft gemütlich in einer Bäckerei ein, verbringt die Nacht unter dem Sternenhimmel... aber dass der 18. Geburtstag von Sacha immer näher rückt und damit auch sein Tod, scheint in den Hintergrund zu geraten. Die Zeit drängt sehr und doch wird sie mit Nichtstun verschwendet.
So kam ich nicht richtig in die Stimmung rein, die im ersten Teil "Die Entflammten" so vorherrschte. Nach der Hälfte des Buches war für mich die Luft raus. Die rasante Spannung aus Band eins hätte in den zweiten mit hineingezogen werden müssen.
Auch kam es mir vor, als würden die Protagonisten lieber jeder für sich arbeiten, als gemeinsam zu einer Lösung zu kommen. So musste eine eigentlich völlig unbekannte und  - in meinen Augen - auch unwichtige Person den Stein ins Rollen bringen. Dies nahm dann noch mehr den Wind aus den Segeln, weil nicht die Protagonisten dazu fähig waren, sich die richtigen Gedanken zu machen.
Dabei ist es noch nicht mal der Schreibstil der Autorin, der einem ins Stocken geraten lässt. Dieser ist gewohnt flüssig und lässt einem auch voran kommen. Doch dann gibt es wieder aussaglose Szenen und man ist versucht, das Buch zur Seite zu legen. Wüsste man nicht, dass die Autorin es besser kann, würde man dies auch sicherlich tun. Und doch wollte ich nicht aufgeben, gerade weil die Idee, die hinter dem Ganzen steckt, doch unheimlich spannend und interessant ist.
Erst gegen Ende kommt dann wieder Spannung ins Spiel. Doch so schnell wie es kommt, ist es auch schon wieder vorbei. Hätte ich mir am Anfang weniger Seiten gewünscht, so waren es mir am Ende dann doch zu wenig. Der Showdown hätte etwas mehr ausgebaut werden können. Das Potenzial ist wirklich da, doch fehlte einfach das gewisse Etwas. 
Mehr Action, weniger Grübeleien - so hätte sich alles in der Waage gehalten. Der böse Part war irgendwie nicht vorherrschend, obwohl er ständig präsent war. Und doch wirkte es so, als wäre alles gar nicht so schlimm. 
Den Protagonisten fehlte es an Tiefe. Ihr Handeln konnte ich teilweise nicht nachvollziehen. Dazu kam, dass vieles einfach zu lösen war. Ein bisschen mehr "Verzwicktes" wäre schön gewesen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Taylor und Sacha war "nicht so prickelnd". Sollte man doch denken, frisch Verliebte kleben die ganze Zeit aneinander, so war es hier genau das Gegenteil. Es war sogar etwas zu kühl, zu rational zwischen den beiden. 
Fazit:Ein enttäuschender zweiter Teil.

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kinderbuch

Käfer-Queen (Die Käfer-Saga 2)

M.G. Leonard , Britt Somann-Jung
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.04.2017
ISBN 9783551520937
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Darkus, Bertolt und Virginia sind froh, dass sie Darkus´ Vater aus den Klauen der grausamen Lucretia Cutter befreien konnten. Doch Darkus Vater ist wenig davon begeistert, dass sein Sohn nun weiß, was bei Lucretia abläuft und dass er und Darkus` Mutter da irgendwie mit drin hängen, wenn auch unfreiwillig. Als er dann noch von den Käfern erfährt, die sich im Keller des Nachbarhauses befinden, verbietet er Darkus den Umgang mit diesen.
Unterdessen macht sich Lucretia nach Amerika auf, um dort an der Filmpreisverleihung teilzunehmen. Sie hat für die nominierten Schauspielerinnen Kleider entworfen, verfolgt jedoch einen perfiden Plan. 
Als Darkus davon erfährt, will er natürlich sofort eingreifen und setzt alles daran, um zu verhindern, dass Lucretia ihre Pläne weiterverfolgen kann. Doch dafür würde er auch den Zorn seines Vaters auf sich ziehen. Doch aus diesem wird Darkus nicht schlau und weiß plötzlich nicht mehr, auf wessen Seite er überhaupt steht.


Nach dem tollen ersten Teil der Käfer-Saga, liegt nun der zweite Band "Käferqueen" vor und vorab kann ich sagen, dass es mit dem rasanten Abenteuer genau so weitergeht, wie ich es auch erwartet habe.


Diesmal fällt das Cover noch mehr auf, denn es grinst einem Lucretia Cutter entgegen, die Frau, die den bösen Part in der Geschichte übernimmt. Hier wieder ein großes Lob an Chicken House, die es einfach schaffen, wunderschöne Cover zu entwerfen, die auch genau zu den Geschichten passen, die einem innerhalb des Buches erwarten.


In der ersten Hälfte des Buches erwartet uns eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes. Ich verspreche Euch, es werden Tränen fließen. Hier hat mich vor allem Virginia überrascht, die ja eigentlich eher diejenige ist, die ausspricht, was sie denkt und damit gerne in Fettnäpfchen tritt. Aber Virginia hat auch eine rührselige Seite und diese hat dazu geführt, dass ich Taschentücher gebraucht und Virginia noch mehr ins Herz geschlossen habe.
Ihre vorwitzige Art hilft bei manchen Problemen weiter. Den eher besorgten Part übernimmt Bertolt, der mit seiner korrekten Art dazu beiträgt, dass man auch ein zweites Mal über seine Handlungen nachdenkt und damit vielleicht auch mal nicht gleich ins Unglück rennt. 


Der zweite Teil wirkt im Gegensatz zum ersten brutaler, da Lucretia Cutter einen Weg verfolgt, der sehr grausam ist. Sie schreckt vor nichts zurück, um auch ja das zu erreichen, was sie sich vorgenommen hat. Alle Mittel sind ihr recht und sie greift auch nach allem, was sich ihr bietet. 
Ihre Tochter Novak wird von ihr ebenso einbezogen, wenn auch gegen ihren Willen. 


Darkus, Virginia und Bertolt haben jede Menge zu tun, lernen kuriose Personen kennen und müssen immer wieder umdenken, bekommen aber auch Hilfe, so z. B. von Darkus Onkel Max, der gegen Ende des Buches eine immer größere Rolle einnimmt.


An den richtigen Stellen wird Spannung erzeugt, Witz und Charme sind ebenfalls vorhanden sowie das hoch auf die Freundschaft und die Familie (nicht nur unter Menschen).


Der Lernfaktor kommt diesmal etwas zu kurz. Man lernt nicht so viel über Käfer, wie im ersten Teil. 
Und doch lernt man die Käfer lieben und teilweise kann sich sogar vorstellen, dass Käfer teilweise wirklich so reagieren, als wären sie menschlich.


Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig, man fliegt förmlich durch die Geschichte und es kommt keine Langeweile auf. 


Das Ende bleibt offen und weist definitiv auf einen dritten Teil hin. Ich bin gespannt, wie es mit Darkus, Virginia, Bertolt und ihren Käfern weitergeht.


Fazit:
Die Käferqueen will die Welt beherrschen.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

100jährigr krieg, mac p. lorne, der herr der bogenschützen, der pirat, jungfrau von orlean

Der Herr der Bogenschützen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2017
ISBN 9783426520826
Genre: Historische Romane

Rezension:




John Holland, der spätere Duke of Exeter, muss sich seinen Titel jedoch bitterlich zurückerobern. Denn Thomas Fitzalan trennt ihn als 5jährigen von seiner Familie und John muss bei einer Pflegefamilie aufwachsen. John schwingt sich zum "Herrn der Bogenschützen" auf und macht sich als Kommandant der englischen Langbogenschützen im 100jährigen Krieg einen großen Namen. Doch John merkt, dass er sich nichts sehnlicher wünscht, als den Krieg endlich zu beenden. 
Zur gleichen Zeit macht sich Jeanne d'Arc auf, Frankreichs Armee zum Sieg zu führen. Ihr fanatisches Verhalten und ihr Sinn, alle für sich einzunehmen, führen dazu, dass sich die englische und französische Armee gegenüberstehen und ein erbitterter Kampf entbrennt.
John weiß, dass mit Jeanne alles steigt und fällt... und so greift er in das Schicksal ein.


Nach "Der Pirat" war ich begeistert von der lebendigen Schreibweise des Autors. Mich mit Francis Drake auf Raubzüge und Weltreise zu begeben, war ein wahrliches (Lese)Vergnügen. Die Vorankündigung eines neues Romans aus der Feder von Mac P. Lorne hat mich dann sehnsüchtig auf diesen warten lassen.


Diesmal begeben wir uns in die Zeit des 100jährigen Krieges. Wir lernen John Holland im Alter von 5 Jahren kennen, als sein Vater als Verschwörer entlarvt und seine Mutter mit einem anderen Mann verheiratet wird. John selbst kommt in eine Pflegefamilie, die ihm jedoch viel Liebe entgegenbringt und ihn in seinem Bestreben Bogenschütze zu werden, unterstützt. John hat dafür sehr viel Talent und schwingt sich dadurch bis zum Herrn der Bogenschützen auf, in dem er unter König Henry V. als Kommandant der Langbogenschützen seine Pflicht antritt. 


Der Autor hat einen sehr lebhaften Schreibstil und so fühlt man sich fast, als wäre man mitten in der Geschichte und würde neben John Holland stehen und alles hautnah mitbekommen. Dabei hat der Autor eine sehr interessante Weise gewählt, um seine Geschichte zu erzählen. Da es sich bei John Holland um eine historisch bekannte Persönlichkeit handelt, hat der Autor Szenen gewählt, in denen wir John persönlich näher kennenlernen. Zwischendurch gibt es immer wieder Absätze, die sich jedoch nur der Erzählung der historisch belegten geschichtlichen Fakten widmen. Wichtige historische Begebenheiten werden jedoch so anschaulich und interessant erzählt, dass nichts trocken wirkt und auch keinerlei Langeweile aufkommt. 


So wird die Geschichte lebendig und man lernt nebenbei auch noch viele Dinge, die man vorher so nicht wusste. 


Gerade wenn es um John Holland geht, der zwar oft in historischen Überlieferungen erwähnt wird, aber trotzdem irgendwie in der Geschichte untergeht. Diese Persönlichkeit faszinierte den Autor so sehr, dass er ihm einen Roman widmen wollte. Und so spann er eine Lebensgeschichte, die sich so tatsächlich ereignet haben könnte. Wichtige Momente, wie Johns Taten und Verdienste im Krieg oder das Treffen auf eine weitere historische Prominente namens Jeanne d'Art sind belegt, doch viele Lücken mussten geschlossen werden. Der Autor hat dies mit einer sehr lebhaften Fantasie getan und doch könnte es sich wirklich so zugetragen haben.


Nachdem ich das Buch "Johanna von Orleans" von Pamela Marcantel gelesen habe, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass Jeanne d'Arc eine arme, verwirrte junge Frau war, die aufgrund einer damals nicht bekannten Krankheit (wahrscheinlich Wahnvorstellungen oder Schizophrenie) eine sehr berühmte Rolle einnahm, um so den Franzosen zum Sieg und vor allem dem nicht legitimen Charles zur Königswürde zu verhelfen. Ich hatte Mitleid mit ihr. Doch die Darstellung der Jeanne d'Arc von Mac P. Lorne ließ mich meine Meinung etwas ändern. Die Jungfrau von Orleans wirkt hart und verhärmt. Ihre Krankheit lässt sie zu Mitteln greifen, die sie zwar als Gottgegeben abtut, jedoch in der heutigen Zeit sektenhaft wirken. Ihre Art zu reden und andere für sich einzunehmen, haben vieles bewirken können.


Jeanne d'Arc nimmt jedoch nicht die Hauptrolle des Buches ein. In am Anfang seltenen Szenen wird ihre Kindheit geschildert, bis sie am Ende des Buches eine größere Rolle einnimmt. Besonders im Gedächtnis wird mir wohl die Szene bleiben, als Jeanne auf John trifft und sie ein längeres Gespräch führen. 


Ich muss aber zugeben, dass ich auch zu John Holland keine wirkliche Beziehung aufbauen konnte. Er blieb mir teilweise etwas zu distanziert und kühl. Erst am Ende bekommt man etwas Emotion von ihm zu spüren.


Und doch geht von allem eine gewisse Faszination aus. Der 100jährige Krieg war sinnlos und brutal. Es mussten zu viele Menschen sterben, die sich eigentlich ein ruhiges Leben verdient hatten. Doch so ist es mit jedem Krieg, der auf dieser Welt herrschte oder immer noch herrscht. 
Machtansprüche werden geregelt, an die Verträge wird sich nicht gehalten und so kommt es zu einer Schlacht, die tausende Opfer fordert. 


Der Autor schildert den Wahnsinn der damaligen Zeit in einer Art und Weise, die es einem fast unmöglich macht, das Buch wegzulegen und doch gibt es Szenen, da nimmt man sich freiwillig eine Auszeit von der Geschichte. Denn manche - ebenfalls historisch belegten - Persönlichkeiten legten eine Brutalität an den Tag, dass es einem sehr schlecht wird. 


Letztendlich ist die Geschichte die lebendige Darstellung eines John Holland, dem alles genommen wird und der sich nach und nach das zurückholt, was ihm zusteht. Ungerechtigkeiten bleiben nie ungesühnt. 


Fazit:
Ein Ausflug in die Zeit des 100jährigen Krieges mit all seinen Schrecken. 

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hallo leben hörst du mich, leben, jugendbuch, jack cheng, raketen

Hallo Leben, hörst du mich?

Jack Cheng , Bernadette Ott
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbt, 06.03.2017
ISBN 9783570164563
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Alex ist 11 Jahre alt und interessiert sich für das Weltall, die Sterne und Außerirdische. Er will unbedingt am SHAFT teilnehmen, einem Raketenfestival. Dort will er mit seiner selbstgebauten Rakete seinen goldenen iPod ins Weltall schießen, und hofft, dass ihn Außerirdische finden und seine Aufnahmen anhören.
Zusammen mit seinem Hund Carl Sagan fährt er mit dem Zug zum Festival, natürlich nicht ohne vorher für seine Mutter Essen vorzukochen und ihr zu sagen, dass er sie lieb hat.
Auf dem Weg zum Festival lernt er Zed kennen, der ein Schweigegelübde abgelegt hat. Zed ist ebenfalls raketenbegeistert und will am SHAFT teilnehmen. 
Beim Start der selbstgebauten Rakete geht diese jedoch kaputt und Alex ist am Boden zerstört. Eine Mail eines Ahnenforschungsinstituts heitert ihn jedoch wider etwas auf, denn diese behaupten, sein totgeglaubter Vater wohne in Las Vegas. Also macht sich Alex zusammen mit Zed und dem ebenfalls kennengelernten Steve auf, um Alex Vater zu finden. Und plötzlich dreht sich das Leben aller um 180 Grad.


Das Ungewöhnliche an dem Buch ist nicht die Erzählweise aus Sicht eines 11jährigen Kindes, der eigentlich viel älter wirkt, sondern die einzelnen Kapitel. Diese sind nämlich nicht wie "normale" Kapitel aufgebaut, sondern geben die Aufnahmen wieder, die Alex auf seinem iPod macht. D. h. man liest, was Alex und die anderen Charaktere erzählen oder miteinander besprechen. In eckigen Klammern kommen dann auch mal Geräusche dazu, wie [Hundegebell] oder [Geräusch quietschender Reifen].


Am Anfang fand ich dies sehr gewöhnungsbedürftig, doch kann nach kurzer Zeit fand ich es  sogar sehr einfach zu lesen. 


Alex ist für seine 11 Jahre schon ziemlich verantwortungsbewusst, was wohl auch daran liegt, dass er einen großen Helferdrang besitzt. Und dies muss er auch, denn seine Mutter wirkt sehr teilnahmslos und scheint sich auch nicht um Alex kümmern zu können. So macht Alex eigentlich alles alleine. Er sorgt dafür, dass er in die Schule geht, ordentlich angezogen ist oder immer etwas zum Essen im Haus ist. Er putzt, kocht, hat einen kleinen Job an der Tankstelle und immer wieder Zeit, an seiner Rakete zu bauen, um diese dann am SHAFT-Festival steigen zu lassen. 


Auf seinem iPod nimmt er Passagen auf, die er zusammen mit der Rakete ins Weltall schicken möchte, damit Außerirdische ihn finden und wissen, wie es denn auf der Erde eigentlich so ist.


Die Aufnahmen sind teilweise sehr emotional und mehr als einmal musste ich schwer schlucken. Da sie auch noch von einem Kind gesprochen werden bzw. der Schreibstil eher kindlich wirkt, ist es doppelt so schwer, über manche Dinge hinwegzusehen.
Wir lernen nämlich die Welt aus Alex Sicht kennen. Er versteht nichts von dem Erwachsenen, manche Dinge kann er auch noch nicht verstehen, aber er versucht immer wieder, sich in die Gedankenwelt eines Erwachsenen hineinzuversetzen. So denkt man auch manchmal: Mensch, Alex, das brauchst Du doch gar nicht zu verstehen. Und doch weiß er teilweise ganz genau, was denn so vor sich geht.


Alex musste ein Stück weit erwachsen werden, weil seine Mutter eben so ist, wie sie ist. Und so übernimmt Alex ihre Aufgaben. Dies führt dazu, dass er sehr selbstständig ist und sich eben keine Gedanken darum macht, dass er jetzt mit 11 Jahren alleine mit dem Zug durchs Land reist, um dann auf einem Raketenfestival zu übernachten. 


Er hat zwar einen Bruder namens Ronnie, doch dieser wohnt in Los Angeles und hat aufgrund seines Berufes nur spärlich Zeit für seine Familie. So kommt es, dass Alex mit ihm telefoniert, Ronnie jedoch nicht richtig zuhört und so irrtümlicherweise die Erlaubnis dafür erteilt, dass sich Alex auf den Weg macht.


Alex Blick auf die Welt ist eine Mischung aus kindlicher Energie und den wissenschaftlichen Fakten, die er aus Büchern kennt. Und so ergeben sich Schlussfolgerungen, die einem manchmal den Mund offen stehen lassen. 


Alex ist eben ein ungewöhnlicher Junge, der auch die Gabe hat, an ungewöhnliche Leute zu geraten. 


Die Geschichte lebt von den kindlichen Momenten Alex', den Begegnungen mit netten und chaotischen Menschen, den seltsamen Verknüpfungen und vor allem dem zwischenmenschlichen Zusammenspiel.


Gepaart mit dem flüssigen Schreibstil des Autors ist man völlig gefesselt von der Story und verliebt sich immer mehr - in Alex, in Zed, in Steve und eben in alles, was passiert.


Es ist tiefgründig, melancholisch, spassig und lebensfroh zugleich.
Und genau diese Mischung macht die Geschichte zu etwas Einzigartigem und damit zu meinem April-Highlight im Jahr 2017.


Fragt man sich zu Anfang, wie es denn sein kann, dass eine Mutter sich nicht um ihr Kind kümmert oder zumindest ein anderer Erwachsener  ein Auge auf Alex hat, kommt erst im Laufe der Geschichte heraus, was eigentlich wirklich los ist.


Nach und nach rückt die Wahrheit ins Licht und mit jeder gelesenen Seite will man Alex mehr an sich drücken und ihm helfen.
Man kann wirklich froh sein, dass er Leute trifft, die es gut mit ihm meinen.


Es gibt wenige Bücher, die mit einer eigentlich traurigen Story so dermaßen Frohsinn und Lebensmut verbreiten können. Dieses Buch gehört definitiv dazu.


Fazit:
Eine faszinierende Geschichte rund ums Leben. 

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urban fantasy, harry dresden, jim butcher, fantasy, krimi

Sturmnacht

Jim Butcher , Jürgen Langowski
Buch: 320 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 01.04.2012
ISBN 9783867621113
Genre: Fantasy

Rezension:

Harry Dresden, von Beruf Magier und Privatermittler, ist froh, wenn er durch Aufträge ein paar Kröten verdienen kann. Doch nun ist es so, dass er schon mit der Miete im Rückstand ist und kaum weiß, wie er sich etwas zu essen kaufen kann. Dass eine gewisse Monica nun bei ihm anfrägt, er solle  doch bitte herausfinden, wo ihr Mann sich aufhalte, kommt ihm gerade gelegen. Kurze Zeit später kommt auch noch die Polizei auf ihn zu, in einem Mordfall mitzuhelfen. Dresden, der in beiden Fällen Ungewöhnliches wittert, fängt mit seinen Recherchen an und fördert alsbald eine Spur zu Tage, die ihm das Leben kosten kann.
Es gibt Buch-Reihen, da ist es Liebe auf das erste gelesene Wort... bzw. den ersten gelesenen Abschnitt. So erging es mir zumindest, als ich den Anfang dieser Geschichte gelesen habe. Der Wortwitz, der Sarkasmus, der teilweise schwarze Humor, das Setting, die Protagonisten, die Story, die ungewöhnliche Herangehensweise.... alles zusammen hat mich einfach umgehauen und mich das Buch in Rekordzeit lesen lassen.
Harry Dresden, ein recht abgewrackter Privatermittler, der mit ungewöhnlichen Methoden an die Fälle herangeht, war mir sofort sympathisch. Mit seiner knurrigen Art macht er sich zwar mehr Feinde als Freunde. Doch lernt man ihn näher kennen, muss man ihn einfach mögen.
Am Anfang lernen wir Harry von seiner "liebenswürdigsten Art" kennen. Je näher man aber in sein Privatleben Einblick erhält, umso mehr kann man auch verstehen, warum er so ist, wie er ist.Dass er nebenbei auch noch Magier ist, ist natürlich von Vorteil. Gerade wenn es darum geht, Fälle zu lösen.
Der Autor hat eine interessante Figur geschaffen. Sehr facettenreich und sympathisch, wären da nicht immer die Ausflüge ins Melancholische. Dresden bemitleidet sich gerne selbst, versucht aber nur teilweise etwas gegen sein "altes Leben" zu machen. Der ewige Kampf ums Geld, damit er nicht sein Büro verliert bzw. täglich etwas zu Essen hat. Doch seine Berufung ist eben mal: Detektiv zu sein.
Der magische Part nimmt am Anfang gar nicht so großen Spielraum ein. Erst im Laufe des Buches zeigt uns der Autor, was sein Protagonist so drauf hat. Dass Dresden dabei immer wieder der Rat (der Magier) im Nacken sitzt und mehr als ein Auge auf ihn hat, ist natürlich nicht gerade sehr hilfreich.
Die Auftraggeberin Monica, die sich an Dresden wendet, damit er das Verschwinden ihres Mannes aufklärt, bringt eine neue Wendung in die Geschichte. Denn plötzlich scheint es, als wolle alle Welt etwas von Dresden. Gleichzeitig arbeitet er an dem Fall, denn die Polizei ihm aufgehalst hat. Zwei Tote, denen förmlich das Herz aus der Brust gerissen wurde, geben allen Rätseln auf.
Dresdens Ermittlungen sind ungewöhnlich, führen auch an ungewöhnliche Orte und zu ungewöhnlichen Personen (magische wie nicht-magische). Und dies führt dazu, dass die Geschichte einfach ungewöhnlich gut ist. 
Der Schreibstil des Autors ist fesselnd. Man fliegt durch die Geschichte, fiebert mit und fängt auch an zu rätseln. Zwischendrin wird es wirr, dies passt jedoch zum Stil und zur Story. 
Die verschiedenen Handlungsstränge ergeben zu Anfang keinen zusammenhängenden Sinn, vertieft man sich jedoch weiter in die Geschichte, ergibt alles einen Sinn. Gerade am Ende gibt es einen Aha-Effekt und mit einem riesigen Knall kommt der finale Showdown. 
Durch die düstere Atmosphäre kommt man auch in die richtige Stimmung und ist für mich ein gelungener Einstieg in die Serie rund um den Ermittler Harry Dresden. 
Fazit:Spannend, düster und genial. 

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markus heitz, roman, heitz, tod, karten

Des Teufels Gebetbuch

Markus Heitz
E-Buch Text: 672 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 27.02.2017
ISBN 9783426434529
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Tadeus Boch möchte seine Vergangenheit gerne verdrängen. Zu viel Alkohol, zu viele Drogen und zu viel Glücksspiel haben erhebliche Lücken bei ihm hinterlassen. Als Angestellter in einem Spielkasino bekämpft er jedoch erfolgreich seine Sucht. Bis er auf den jungen Russen Lasarow und eine antike Spielkarte trifft. Die Karte übt eine enorme Anziehungskraft auf ihn aus und so nimmt er das Angebot von Lasarow, als dessen Bodyguard aufzutreten, dankbar an. Doch was ihn bei einem illegalen Treffen für Glücksspiele erwartet, trifft ihn hart. Das Spiel "Superieur", das nach alten antiken Regeln gespielt wird, fordert den Tod. Durch Zufall gerät Boch an die Karte von Lasarow. Und kann sich deren Einfluss nicht mehr entziehen. Boch und die junge Asiatin Poe, die ihren Verlobten an das Spiel Superieur verloren hat, machen sich auf die Suche nach weiteren Karten und stoßen dabei auf geheimnisvolle Machenschaften, die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen.


Wo Markus Heitz drauf steht, kann man sich sicher sein, dass einem eine ausgeklügelte und mysteriöse Geschichte erwartet. Und so ist es auch wieder bei "Des Teufels Gebetbuch". Die rasante und sehr interessante Geschichte, die sich vorwiegend um die Protagonisten Tadeus Boch und Hyun Poe dreht, strotzt vor historischen Fakten, interessanten Ideen, actionreichen Szenen und einer Mischung aus guter Unterhaltung und dem Drang, doch mal das Kartenspiel "Superieur" auszugraben. Aber bitte nach neuen Regeln. 


Die Protagonisten waren mir von Anfang sehr sympathisch. Vor allem Tadeus, der ein herzensguter Mensch ist, jedoch den äußeren Einflüssen nicht widerstehen kann und sich so in Gefahren manövriert, die ihn das Leben kosten können. Seine früheren Süchte nach Alkohol, Drogen und Glücksspiel haben ihn akute Lebenszeit gekostet, denn erkannt sich teilweise an bestimmte Abschnitte seines Lebens gar nicht mehr richtig erinnern. Als dann die gefährliche Karte Pik Neun in sein Leben tritt, droht er wieder abzurutschen. Er verfällt ihrem teuflischen Einfluss und lässt sich zu Dingen hinreißen, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht hat vorstellen können.


Als er die Asiatin Poe kennenlernt, die Rache für ihren toten Verlobten üben will, sieht er in ihr auch aufgrund ihrer Gabe, die Karten und deren Einfluss zu fühlen, die Chance, noch an andere Karten zu gelangen.


Die Suche, die damit verbundenen Personen und Orte und die gefährlichen Situationen werden immer wieder durch Szenen unterbrochen, die sich im 18. Jahrhundert abspielen. Hier lernen wir Sebastian Kirchner kennen, der als Kartenmacher bei der Fa. Breitkopf angestellt ist. Er trifft auf den mysteriösen Dietrich, der ihm das Angebot macht, Vorlagen für ein Kartendeck zu liefern, die dem Inhaber der Firma sehr viel Geld bringen werden. Einzige Bedingung ist jedoch, dass das erste gedruckte Kartendeck Dietrich vorbehalten ist. Sebastian geht darauf ein und sieht sich und seine Familie schon als sehr wohlhabend, ohne zu wissen, dass teuflische Absichten hinter Dietrichs Plänen stehen.


Diese Zwischensequenzen führen nach und nach dazu, wie und warum das Kartendeck seine teuflischen Kräfte entwickelt.


Gepaart mit dem spannenden Schreibstil ergibt sich ein rasanter Action-Myterie-Mix, der dazu führt, dass man nur schwer die Finger von dem Buch lassen kann. 


Will man sich dann noch in das ungewöhnliche Thema "Spielkarten" vertiefen, gibt der Autor am Ende des Buches noch eine interessante Zusammenfassung seiner Recherche-Arbeit zum Besten. 


Ich hatte zusammen mit meiner Bloggerkollegin an der Leipziger Buchmesse 2017 das Glück, mit Markus Heitz ein Gespräch zu führen. Den Interviewbericht könnt Ihr HIER nachlesen. Solltet ihr mal die Möglichkeit haben, mit dem Autor zu sprechen, nutzt diese. Er ist unheimlich locker, sympathisch und um keine Antwort verlegen.


Fazit:
Des Teufels Gebetbuch zieht einem in einen Strudel aus bösen Gedanken. Von mir gibt es die volle Punktzahl und das Versprechen, mich noch weiteren Büchern des Autors zu widmen.

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witz und weisheiten des tyrion lennister, tyrion lannister, zitate, dasliedvoneisundfeuer, illustrationen

Witz und Weisheiten des Tyrion Lennister

George R.R. Martin , Andreas Helweg , Jörn Ingwersen
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 27.03.2017
ISBN 9783764531577
Genre: Sachbücher

Rezension:


"Game of Thrones" oder "Das Lied von Eis und Feuer" ist meine große Leidenschaft. Was klein begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einer großen Sammelwut entwickelt. Und so lese ich auch alles, was mir in die Finger kommt, gerade wenn es von meinem Lieblingsfiguren Tyrion Lennister und Jon Snow handelt. 


Also war es ja schon fast Pflicht, dass ich mich dem "Witz und Weisheiten des Tyrion Lennister" annehme. 
Doch muss ich ehrlich sagen, das ich mir unter dem Buch schon etwas anderes vorgestellt habe. Meine Vorstellung belief sich auf einen Fließtext, in dem Tyrions Aussagen analysiert werden. Doch beim Aufschlagen des Buches entdeckte ich, dass sich auf jeder Seite einfach nur ein Zitat aus den Büchern abgedruckt ist. Immer mal wieder unterbrochen durch Zeichnungen oder Überschriften zu den Zitaten. Diese sind dann auch noch thematisch geordnet.


Sieht man jedoch darüber hinweg, dass für ein 10-Euro-Buch nur eine Ansammlung von Zitaten geboten wird, sind die abgedruckten eben treffend ausgewählt und geben eben den Witz und die Weisheit des Tyrion Lennister wider.


Seien es die Themen Liebe, Könige, Wein oder Krieg: Tyrion hat zu allem etwas zu sagen. Der passende Spruch kommt dann meist auch mit Sarkasmus gepaart, was mir persönlich ja sehr gut gefällt. 


So erwarten einem Zitate wie:
"Schlafen ist gut, und Bücher sind noch besser."


Oder: 
"Alle Zwerge könnten Bastarde sein, doch nicht alle Bastarde müssen Zwerge sein."


Aber auch sinnige Sprüche:
"Kronen stellen seltsame Dinge mit den Köpfen darunter an."


Die Zitate werden immer wieder von Zeichnungen untermalt, die Tyrion zeigen. So wird das Büchlein nochmals aufgewertet.


Auch steht unter den jeweiligen Zitaten, aus welchem Buch sie stammen.


Hier hätte ich mir jedoch auch noch eine Seitenangabe gewünscht, so dass man die entsprechende Stelle nochmals hätte nachlesen können, um auch den genauen Zusammenhang zu verstehen. 


Aber trotz der vielen Kritik finde ich das Buch letztendlich sehr gut gelungen, ist es auch eine gute Zusammenfassung von Tyrions Charakter. 
Man merkt, dass seine Kleinwüchsigkeit gerne mit Sprüchen kompensiert werden soll. Aber dank seinem scharfen Verstand ergeben sich auch kluge Worte. So kann er sein Dasein als Zwerg auch zu seinem Vorteil nutzen.


Ich hatte immer wieder den Schauspieler des Tyrion Lennister, Peter Dinklage, vor Augen und auch die passende Gesichtsmimik.


Das kleine Buch ist wie eine Reise durch seine großen Brüder und bietet somit eine ideale Ergänzung zur Auffrischung.


Fazit:
In der Kürze liegt die Würze - ein Spruch, der zu Tyrion Lennister passen könnte.

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graphic novel, götter, percy jackson, rick riordan

Percy Jackson - Der Fluch des Titanen

Rick Riordan , Robert Venditti , Attila Futaki
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.08.2016
ISBN 9783551775634
Genre: Comics

Rezension:

Percy und seine Freunde müssen sich gleich einem neuen Abenteuer stellen. Ihnen ist keine Ruhe gegönnt. Zwei Kinder stoßen zur Gruppe, die sich als Nachkommen von Göttern erweisen Nur weiß man noch nicht, wer ihre Väter sind. Auch eine Gruppe von Jägerinnen gesellt sich dazu. Sie haben ihr Leben der Göttin Artemis gewidmet und sind ziemlich männerfeindlich. Für Percy ein ziemliches Problem. Dann verschwindet während des Angriffs eines Mantikors plötzlich Annabeth. Auf der Suche nach ihr erfahren die Freunde noch, dass auch Artemis verschwunden ist. Dabei wird ihre Anwesenheit beim Treffen des Rates der Götter dringend gebraucht. Eine schwierige Suche beginnt.

Wieder wird auf kompakte Art und Weise das Abenteuer des Halbgottes Percy und seiner Freunde erzählt. Diesmal hatte ich jedoch große Mühe, in die Geschichte einzufinden oder besser gesagt, mich zurechtzufinden, obwohl das Lesen des zweiten Teils gar nicht so lange zurückliegt. Dies lag meines Erachtens an dem sofortigen Start der Geschichte, so dass man quasi in die Story hineingeworfen wird.

Die Bemühungen, in die Geschichte zu finden, hat sich bei dem Comic bis zur Hälfte des Buches hingezogen, erst dann erschloss sich mir der Sinn. Ab da war es dann auch wieder eine rasante Achterbahnfahrt bis hin zum Ende.

Was ich bei Teil 1 und 2 noch sehr gut fand - das Kompakte, das aufs Wesentliche beschränkte - muss ich nun hier bemängeln. Es fehlen eindeutige Informationen, die im Roman sicherlich ausführlich beschrieben werden. Da ich die Romane allerdings noch nicht gelesen habe, hat dieser Comic in mir nun wieder den Wunsch entfacht, diese zur Hand zu nehmen, damit ich Hintergründe erfahre.

Percy kam mir diesmal auch sehr teilnahmslos vor. Er hat zwar seine Fähigkeiten, das Wasser zu kontrollieren, ausgebaut, doch wirkt er mehr denn je hilf- und teilweise auch orientierungslos. Hier merkt man eben deutlich, dass er doch noch eher ein Kind ist, der vom Leben eben noch nicht wirklich viel weiß.

Dafür stechen die Jägerinnen sehr heraus und reißen auch das Ruder an sich.

Die Zeichnungen empfand ich diesmal sogar als sehr düster. Man hatte auch teilweise Mühe, das Bild überhaupt zu entziffern, was wohl an einer Flut von Details lag. Zu viele Infos sind versteckt. Hier hätte etwas weniger mehr Wirkung gehabt. 

Die Sprechblasen allerdings hätten ruhig mit mehr Informationen gefüllt sein können. Dieser Umstand führte dazu, dass ich orientierungslos war und mehrmals wiederholt die Seiten lesen musste, um zumindest ansatzweise zu verstehen, was gerade passiert.

Ich kann eigentlich nur eine Empfehlung aussprechen, die Comics erst nach dem Lesen der Romane zur Hand zu nehmen, so dass man weiß, um was es eigentlich geht bzw. die Hintergründe erkennt.

Fazit:
Nicht so gut, wie die ersten beiden Bände. Die Story an sich ist jedoch rasant, spannend und actionreich. 

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Ensel und Krete (Zamonien 2)

Walter Moers
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 11.11.2013
ISBN B00GIX4T6Y
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ensel und Krete verliefen sich im Wald... im großen Wald... in Zamonien. Und die Hoffnung von der Brandwache der Buntbären gefunden zu werden, stirbt mit jeder weiteren Minute, die die beiden Fernhachen-Kinder im Wald verbringen. Die unheimlichen Geräusche erinnern die beiden an die Gerüchte, die über den Wald kursieren: eine Hexe soll nämlich ihr Unwesen treiben.


Mit dieser Märchenadaption von "Hänsel und Gretel" ist Walter Moers ein Vorreiter, der im Moment im Trend liegenden Romane, die sich an Märchen orientieren. Seine Geschichte erschien schon 2002.


Am Anfang ist noch alles so, wie wir es auch aus dem Märchen kennen. Ensel und Krete verlaufen sich im Wald. 
Doch dann kommt es anders als man denkt, weiß aber genau, was noch passieren wird. 


Walter Moers geschaffene Welt "Zamonien" birgt so viele Möglichkeiten und es ergeben sich diverse Kombinationen. Dies dann auch noch gepaart mit der Welt der Grimm`schen Märchen. 


Moers Umsetzung ist in meinen Augen grandios, auch wenn auf den ersten (Lese- und Hör)Blick so einiges unsinnig erscheint. Am Ende ergibt alles einen Sinn, der sich aber auch wahrscheinlich nur dem Zamonien-Begeisterten erschließt bzw. demjenigen, der sich auf die Geschichte einlassen kann.


Das Hörbuch, grandios gelesen vom leider verstorbenen Dirk Bach, packt einem. Bach erweckt die einzelnen Charaktere zum Leben und gibt jedem mit unterschiedlichen Tonlagen eine unverwechselbare Stimme. 
Sei es die piepsige Krete, der ängstliche Ensel, der knurrige Laubwolf, die besonnene Orchidee oder alle anderen unvergleichlichen Charaktere.


So macht es einfach Spaß, der spannenden, witzigen und teilweise chaotischen Geschichte zu folgen.
Chaotisch deswegen, da die Geschichte von Hildegunst von Mythenmetz erzählt wird, einem Dinosaurier aus der Lindwurmfeste, ebenfalls ein Wesen aus Zamonien. 


Der Erzähler Hildegunst von Mythenmetz unterbricht die Geschichte immer wieder durch seine "Mythenmetz`schen Abschweifungen" und fängt an, von etwas ganz anderem zu erzählen oder ausschweifende Erklärungen über das vorher Erzählte abzugeben.
Diese Abschweifungen sind allesamt jedoch unerlässlich für das Verständnis der Geschichte und bilden eine angenehme Abwechslung.


Am Ende des Buches erwartet einem dann auch noch "Die halbe Biografie des Hildegunst von Mythenmetz" und erzählt dessen halbes Leben bis zum Alter von 501 Jahren. 


Hier hat der Autor seine ganze Fantasie ausgereizt und ein abwechslungsreiches Leben erschaffen, das von Abenteuern und Erlebnissen nur so strotzt. 
Ich musste mehrmals laut auflachen, weil der Autor es schaffte, immer noch eine Schippe "Unglaubliches" draufzupacken und so eine so unglaubwürdige Biografie zu schaffen, wie sie seinesgleichen sucht. Aber hey, es handelt sich schließlich um Hildegunst von Mythenmetz, der als Schriftsteller so manche Erfolge verbuchen konnte. Sein Leben ist eben einzigartig.


Bis jetzt konnte mich jeder Zamonien-Roman begeistern und hoffe, dass noch viele weitere folgen werden.


Für August 2017 ist ein neuer Roman angekündigt. "Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr"... allein der Titel lässt schon wieder auf eine tolle Geschichte schließen.


Fazit:
Zamonien in seinen schönsten Anfängen.

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Endgame - Die Auserwählten

James Frey
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Erschienen bei Oetinger Media, 07.10.2014
ISBN B00O1YHO50
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zur selben Zeit schlagen an 12 unterschiedlichen Orten Meteoriten ein und starten damit ein gefährliches Spiel: Endgame. 12 Spieler wissen nun, dass sie die von den Meteroiten überbrachten Nachrichten entschlüsseln müssen. Und sie wissen, dass es am Ende nur einen Sieger geben kann, der und dessen Linie dazu bestimmt ist, weiterzuleben. So beginnt ein Kampf auf Leben und Tod sowie ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Spielort: die ganze Welt.

Nachdem ich nach dem ersten Versuch, das Buch zu lesen, kläglich nach 20 Seiten gescheitert bin, hatte ich mich ja nochmals aufraffen können und fand die Geschichte letztendlich sogar sehr gelungen.

Vor allem die Erzählweise des Autors war dann sehr faszinierend. Die 12 verschiedenen Spieler könnten unterschiedlicher nicht sein. Ihre Verantwortung ist groß, sind sie ja für ihr Geschlecht zuständig und müssen darum kämpfen, dass ihre Linie weiterbesteht. Doch merkt man auch deutlich den eigenen Kopf. Die Gedanken sind verschieden, die Handlungsweisen weichen voneinander ab und auch ihr Kampfwille hängt stark von ihrer sozialen Umgebung ab.

Ich kann den Hype um das Buch verstehen, wurde es schließlich vom Verlag und verschiedenen anderen Medien so stark gelobt und beworben, dass einem fast nichts anderes übrig blieb, sich damit zu beschäftigen. Der Anreiz, dann noch beim Rätsel mitzumachen, hat natürlich auch gezogen.

Dieses crossmediale Ereignis zog sich ja vom Buch, über das Spiel für den Computer, das Rätsel, die verschiedenen Homepages im Internet und die Novellen bis hin Buch mit Hintergrundinfos und die Ankündigung eines Films. Sich gegen dies alles zu wehren, ist schwer.

Ich muss zugeben, dass ich angefangen habe, die Rätsel zu entziffern. Teilweise sind sie sehr einfach, teilweise verdammt schwer und bringen einem dazu, so verquer zu denken, dass man sich fragt, ob es sich lohnt, weiterzurätseln. Aber 500.000 Dollar sind natürlich schon (wieder) ein Anreiz. Trotzdem hatte ich aufgegeben und gönne dem Gewinner das Geld von Herzen, denn er hat echt etwas dafür tun müssen.

Die Geschichte an sich ist nichts weltbewegendes, obwohl es sich natürlich darum dreht, die Welt zu retten. Der Autor hat einen Erzählstil, der einem in den Bann zieht. Dies liegt an den kurzen Sätzen, dem Weglassen von unwichtigen Details und einem Spannungsbogen, der sich bis zu Ende hält.

So macht es Spaß, sich der Geschichte zu widmen und der Cliffhanger am Ende drängt einem, den zweiten Teil zu lesen.

Dies dann alles nochmals als Hörbuch zu erleben, gerade auch um alles nochmals aufzufrischen, war nochmals ein Erlebnis. 
Der Sprecher Uve Teschner verleiht jedem Charakter seine eigenen Züge. Vor allem bei dem Spieler An Liu. Dieser Spieler hat sog. Ticks, was sich vor allem im häufigen Blinzeln oder Zucken zeigt. Der Sprecher hat sich der Herausforderung gestellt und diesen Spieler in meinen Augen sehr gut dargestellt. 
Aber auch die anderen sind gut getroffen: die sanfte Shari, die touchs Alice oder die stumme Chyoko. Der korrekte Maccabee, der duschgeknallte Baiksathan, der ruhe Hilal oder Sarah und Jagd, auf denen eindeutig der Fokus der Geschichte liegt.

Mit spannenden Höhe und tiefen in der Stimme lässt Uve Teschner die Geschichte lebendig werden. 

Wer auf spannende Zukunftsgeschichten steht, ist mit Endgame gut bedient. Wer allerdings eine herausragende Geschichte erwartet, sollte besser zu anderen Büchern greifen.

Fazit:
Die Idee, die Story, die Rätsel – perfekt abgestimmt mit dem Hang bei vielen zum Kult zu werden.

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die weiße witwe, kratzenfett, schrecksen, vertrag, zamonien

Der Schrecksenmeister

Walter Moers ,
Audio CD
Erschienen bei OSTERWOLDaudio, 13.07.2015
ISBN 9783869522807
Genre: Fantasy

Rezension:


Echo ist ein kleines Kätzchen, dessen Besitzerin vor Kurzem gestorben ist. Nun irrt er durch die Straßen Sledwaya und steht kurz vor dem Hungertod. Der Schrecksenmeister Succubius Eißpin findet ihn und macht ihn ein Angebot, ihn zu füttern und ihm ein Zuhause zu bieten, wenn sich Echo im Gegenzug bereit erklärt, sich beim nächsten Vollmond auskochen zu lassen, damit der Schrecksenmeister an das begehrte Kratzenfett kommt. Echo ist so verzweifelt - und vor allem hungrig-, dass er sich auf den Vertrag mit dem Alchimisten einlässt. Doch je kräftiger er wird, umso mehr hängt Echo an seinem Leben.


Bei Walter Moers Zamonien-Romanen ist jeder ein Abenteuer für sich. Die Welt, die der Autor geschaffen hat, birgt unzählige Möglichkeiten und so begeben wir uns diesmal in die krankeste Stadt Zamoniens, nach Sledwaya. Hier gibt es alle möglichen Krankheiten und fast die ganzen Bewohner der Stadt kämpfen dagegen an mit unzähligen Ärzten, Apotheken und Quacksalbern.
Für die Krankheiten verantwortlich gemacht wird der Schrecksenmeister Eißpin. Er lebt hoch über der Stadt in einem heruntergekommenen Schloss und versetzt die Einwohner von Sledwaya in Angst und Schrecken.


Als dieser auf den ausgehungerten Echo trifft, sieht er seine Chance gekommen, einen perfiden Plan in die Tat umzusetzen. Er füttert Echo einen Monat mit allen möglichen Geschmackserlebnissen und darf ihn dann im Gegenzug danach auskochen und ihn ausstopfen.
Echo ist so verzweifelt, dass er mit Eißpin diesen Vertrag eingeht und ab da nimmt alles seinen Lauf zugunsten Eißpins.


Der Art des Erzählens des Autors macht es leicht, sofort in die Geschichte gezogen zu werden. Für mich sowieso, da ich die Zamonien-Romane des Autors einfach nur liebe. Mir gefällt der Ideenreichtum, da mit wenigen Veränderungen eines Wortes etwas völlig neues geschaffen wird.
So wird eben aus der Katze eine Kratze und schwups kann dieses katzenähnliche Wesen alle Tier- und Menschensprachen verstehen und auch sprechen. Womit sich wieder neue Möglichkeiten ergeben.


Mit seinen modernen Foltermethoden (er macht sich Echo zugehörig durch das Kochen erlesener Speisen) und seinem Drang zum Forschertum (Speisen neu entwerfen, in seinem Labor Tränke herstellen), wirkt der Schrecksenmeister wie eine Mischung aus Inquisitor und Alchimist aus dem Mittelalter. Nicht umsonst heißt er Schrecksenmeister, da seine Haupttätigkeit ja eigentlich darin besteht, die in Sledwaya ansässigen Schrecksen zu überwachen.


Es macht einfach Spaß, sich in der Geschichte zu bewegen und den Weg Echos mitzuverfolgen. Alle an der Story beteiligten Charaktere passen einfach hinein und ergeben somit ein harmonisches Bild, obwohl die Geschichte ganz und gar nicht harmonisch ist.


Es tauchen spannende Kreaturen auf, sei es eine verliebte Schreckse, ein fremdworteverdrehener Schuhu, eine schneeweiße Witwe oder fliegende Ledermäuse. Alle sind faszinierend und interessant Und ist ihre Rolle noch so klein, tragen sie doch eine Menge zur Geschichte bei.


Das Verhalten von Echo ist nachvollziehbar, da er an der Schwelle des Todes steht und für sich keinen Ausweg sieht. Sich deshalb auf Eißpin einzulassen und den Vertrag abzuschließen, scheint seine letzte Chance zu sein, noch ein paar Tage länger zu leben. Denn so würde er auf der Straße den Hungertod sterben.
Bis, ja bis zu dem Zeitpunkt, da er merkt, dass er doch an seinem Leben hängt und dann natürlich mit allen Mitteln versucht, sich aus dem Vertrag zu lösen. Gar nicht so einfach, denn wer Verträge mit Succubius Eißpin schließt, sollte besser das Kleingedruckte gelesen haben.


Diese Ideen, die der Autor an den Tag legt, ziehen sich durch das ganze Hörbuch. Und teilweise auch durch die anderen Zamonien-Storys, denn es gibt immer wieder Anspielungen auf die anderen Romane, die bisher erschienen sind. Alle hängen irgendwie zusammen und ist jeder in sich selbst abgeschlossen.


Der Sprecher Andreas Fröhlich, der für mich persönlich zu den besten Hörbuchsprechern gehört, hat sich dieser Geschichte angenommen und tritt gleichzeitig ein schweres Erbe an. Denn vor seinem Tod war Dirk Bach der Sprecher der Zamonien-Romane. Doch hat Andreas Fröhlich diese Hürde mit Bravour gemeistert. Mit seiner vielfältigen Stimme haucht er jedem Charakter Leben ein. Sei es dem "schüchternen Krätzchen Echo", dem "herrischen Eißpin" oder der "verliebten Schreckse Inazuela". Gerade bei Eißpin hatte ich ein recht seltsames Bild vor Augen, da Andreas Fröhlich ja bekanntlich die deutsche Synchronstimme des uns aus "Der Herr der Ringe" sowie "Der Hobbit" bekannten Gollum ist. Eißpin war für mich eine Mischung aus Gollum und Hannibal Lecter. Lecter deshalb, weil Eißpin gerne kocht und eben Kreaturen auskochen möchte.


Durch Andreas Fröhlich wurde die Geschichte sehr lebendig und mein Kopfkino hatte ordentlich was zu tun. Auch musste ich mehrfach lachen, was gerade während des Autofahrens bei mir entgegenkommenden Autos bestimmt verdutzte Gesichter ausgelöst hat.


Die Aufmachung des Hörbuchs ist natürlich auch erwähnenswert. Wie bei den Büchern gibt es auch hier viele Details, die entdeckt werden wollen. Eben ein echter Hingucker. Im beiliegenden Booklet  finden sich viele Illustrationen, die vom Autor selbst gemacht sind


Gerade erschien ein Video, in welchem das neue Manuskript des Autors gezeigt wird. Im August 2017 erscheint sein neuer Roman "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" im Knaus Verlag.


Ich freue mich jetzt schon sehr auf ein Wiederlesen mit der zamonischen Welt und bin mir sehr sicher, dass mich ein spannender, witziger und vor allem zamonischer Roman erwartet.


Fazit:
Echo und Eißpin - ein ungleiches Paar mit vielen Gemeinsamkeiten.

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zamonien, fantasy, echo, kratze, schrecksenmeister

Der Schrecksenmeister

Walter Moers
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2009
ISBN 9783492253772
Genre: Fantasy

Rezension:


Echo ist ein kleines Kätzchen, dessen Besitzerin vor Kurzem gestorben ist. Nun irrt er durch die Straßen Sledwaya und steht kurz vor dem Hungertod. Der Schrecksenmeister Succubius Eißpin findet ihn und macht ihn ein Angebot, ihn zu füttern und ihm ein Zuhause zu bieten, wenn sich Echo im Gegenzug bereit erklärt, sich beim nächsten Vollmond auskochen zu lassen, damit der Schrecksenmeister an das begehrte Kratzenfett kommt. Echo ist so verzweifelt - und vor allem hungrig-, dass er sich auf den Vertrag mit dem Alchimisten einlässt. Doch je kräftiger er wird, umso mehr hängt Echo an seinem Leben.


Bei Walter Moers Zamonien-Romanen ist jeder ein Abenteuer für sich. Die Welt, die der Autor geschaffen hat, birgt unzählige Möglichkeiten und so begeben wir uns diesmal in die krankeste Stadt Zamoniens, nach Sledwaya. Hier gibt es alle möglichen Krankheiten und fast die ganzen Bewohner der Stadt kämpfen dagegen an mit unzähligen Ärzten, Apotheken und Quacksalbern.
Für die Krankheiten verantwortlich gemacht wird der Schrecksenmeister Eißpin. Er lebt hoch über der Stadt in einem heruntergekommenen Schloss und versetzt die Einwohner von Sledwaya in Angst und Schrecken.


Als dieser auf den ausgehungerten Echo trifft, sieht er seine Chance gekommen, einen perfiden Plan in die Tat umzusetzen. Er füttert Echo einen Monat mit allen möglichen Geschmackserlebnissen und darf ihn dann im Gegenzug danach auskochen und ihn ausstopfen.
Echo ist so verzweifelt, dass er mit Eißpin diesen Vertrag eingeht und ab da nimmt alles seinen Lauf zugunsten Eißpins.


Der fließende Schreibstil des Autors macht es leicht, sofort in die Geschichte gezogen zu werden. Für mich sowieso, da ich die Zamonien-Romane des Autors einfach nur liebe. Mir gefällt der Ideenreichtum, da mit wenigen Veränderungen eines Wortes etwas völlig neues geschaffen wird.
So wird eben aus der Katze eine Kratze und schwups kann dieses katzenähnliche Wesen alle Tier- und Menschensprachen verstehen und auch sprechen. Womit sich wieder neue Möglichkeiten ergeben.


Mit seinen modernen Foltermethoden (er macht sich Echo zugehörig durch das Kochen erlesener Speisen) und seinem Drang zum Forschertum (Speisen neu entwerfen, in seinem Labor Tränke herstellen), wirkt der Schrecksenmeister wie eine Mischung aus Inquisitor und Alchimist aus dem Mittelalter. Nicht umsonst heißt er Schrecksenmeister, da seine Haupttätigkeit ja eigentlich darin besteht, die in Sledwaya ansässigen Schrecksen zu überwachen.


Es macht einfach Spaß, sich in der Geschichte zu bewegen und den Weg Echos mitzuverfolgen. Alle an der Story beteiligten Charaktere passen einfach hinein und ergeben somit ein harmonisches Bild, obwohl die Geschichte ganz und gar nicht harmonisch ist.


Es tauchen spannende Kreaturen auf, sei es eine verliebte Schreckse, ein fremdworteverdrehener Schuhu, eine schneeweiße Witwe oder fliegende Ledermäuse. Alle sind faszinierend und interessant Und ist ihre Rolle noch so klein, tragen sie doch eine Menge zur Geschichte bei.


Das Verhalten von Echo ist nachvollziehbar, da er an der Schwelle des Todes steht und für sich keinen Ausweg sieht. Sich deshalb auf Eißpin einzulassen und den Vertrag abzuschließen, scheint seine letzte Chance zu sein, noch ein paar Tage länger zu leben. Denn so würde er auf der Straße den Hungertod sterben.
Bis, ja bis zu dem Zeitpunkt, da er merkt, dass er doch an seinem Leben hängt und dann natürlich mit allen Mitteln versucht, sich aus dem Vertrag zu lösen. Gar nicht so einfach, denn wer Verträge mit Succubius Eißpin schließt, sollte besser das Kleingedruckte gelesen haben.


Diese Ideen, die der Autor an den Tag legt, ziehen sich durch das ganze Buch. Und teilweise auch durch die anderen Bücher, denn es gibt immer wieder Anspielungen auf die anderen Zamonien-Romane, die bisher erschienen sind. Alle hängen irgendwie zusammen und ist jeder in sich selbst abgeschlossen.


Und nicht nur die Geschichte ist faszinierend, sonder auch das wunderschöne Buch an sich. Allein der Einband ist ein echter Hingucker und innen finden sich unzählige Illustrationen, die vom Autor selbst gemacht sind.


Auch das Hörbuch wurde wunderbar eingelesen von Andreas Fröhlich. Zur Rezension geht es HIER ENTLANG.


Gerade erschien ein Video, in welchem das neue Manuskript des Autors gezeigt wird. Im August 2017 erscheint sein neuer Roman "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" im Knaus Verlag.


Ich freue mich jetzt schon sehr auf ein Wiederlesen mit der zamonischen Welt und bin mir sehr sicher, dass mich ein spannender, witziger und vor allem zamonischer Roman erwartet.


Fazit:
Echo und Eißpin - ein ungleiches Paar mit vielen Gemeinsamkeiten.

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earl, wette, steampunk, mondlandung

Der Earl von Gaudibert

M. W. Ludwig
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 05.01.2017
ISBN 9783945045084
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Graham McPherson ist ein notorischer Schwindler. So behauptet er, auf dem Mond gewesen und dort sogar der Earl eines Mondkraters namens Gaudibert zu sein. Als Beweis hat er Monddiamanten dabei. Als angesehener Bürger Londons hat er viele Anhänger, doch sein größter Gegner Vincent St. John-Smythe möchte weitere Beweise und verleitet McPherson zu einer Wette. Wenn er es bis zum nächsten Vollmond schafft, zum Mond zu fliegen, bekommt er 20.000 Pfund. Als Gegensatz steht seine Ehre auf dem Spiel. Diese ist McPherson sehr wichtig und so sucht er einen Weg, seinen Schwindel wahr werden zu lassen. Dabei stößt er auf den Ganoven Suggs und die geheimnisvolle Chinesin Gann. Und verspricht auch diesen das Blaue vom Himmel.


Wieder eine Novelle aus dem Art Skript Phantastik Verlag und wieder eine rasante Geschichte, die vor Fantasie des Autors nur so strotzt. Schon von der ersten Seite an ist man in der Story drin. 


Graham McPherson ist ein sympathischer Kerl, obwohl er mit seinen Schwindeleien viele auf den Leim gehen lässt.
Als er von seinem größten Gegner St. John-Smythe in die Schranken gewiesen wird und seine Ausflüge zum Mond doch beweisen soll, befindet sich der selbsternannte Earl von Gaudibert natürlich in arger Bedrängnis. Durch Hilfe des Kleinganoven Suggs lernt er auch die Chinesin Gann kennen, die durch Wetten und ihren Lebensunterhalt verdient.


Und so findet man sich unvermittelt in einer Mischung aus Jules Vernes "Von der Erde zum Mond" sowie "Die Lügengeschichten des Baron Münchhausen" wieder.
Die Story steckt voll mit Anspielungen auf verschiedene Dinge, sei es Buch oder Film. So auch den Sciencefiction-Film "Die Reise zum Mond" von Georges Méliès (übrigens sehr sehenswert).


Die Novelle fliegt so dahin und es kommt keine Langeweile auf. Im Gegenteil, ich hätte noch stundenlang die Bemühungen von McPherson, Suggs und Gann mitverfolgen können, vor allem da die drei ein tolles Gespann sind.


Wenn man jedoch am Ende der Geschichte angelangt ist, kommt ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass man sich auf weitere Teile freuen darf.


Der Autor hat einen lockeren Schreibstil und lässt so nebenbei auch viele Namen in die Geschichte einfließen, die zwar mehr oder weniger kleinere Rollen spielen, aber so noch ein I-Tüpfelchen auf alles draufsetzen. So darf man sich zum Beispiel auf ein (Lese)Treffen mit Jules Verne, Orson Wells, H.G. Wells oder eben den oben erwähnten Georges Méliès freuen darf. Aber noch viele weitere finden ihren Weg in den Roman.


Ich hatte richtig Spaß beim Lesen und konnte auch das Handeln der Protagonisten nachvollziehen. Vor allem McPherson Flunkereien und sein Herauswinden aus dem Lügengeflecht waren sehr unterhaltsam. 


Durch die abwechslungsreichen Szenen hatte jeder Protagonist auch seinen Auftritt und so ergab sich ein letztendlich sehr stimmiges Gesamtbild mit Ausblick auf eine Fortsetzung.


Fazit: 
Ein rasanter Ausflug zum Mond. 

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serienmörder, thriller, nadja roth, speyer, mord

Seelenschatten

Nadja Roth
E-Buch Text: 397 Seiten
Erschienen bei null, 15.11.2016
ISBN B01M0L0OH4
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Elli hatte als Hauptkommissarin der Mordkommission mit ihrem letzten Fall den wohl intensivsten ihrer Karriere, stand sie am Ende selbst als Opfer im Mittelpunkt. Immer noch arbeitsunfähig, fällt ihr nun zu Hause die Decke auf den Kopf und sie möchte nichts sehnlicher als Abwechslung und zurück an ihre Arbeitsstelle. 
Als ein Mord in ihrer Nachbarschaft geschieht, sieht sie ihre Chance gekommen. Zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Adam Flick, der dem Mordopfer nahe stand, macht sie sich an die Aufklärung und stößt dabei auf einige Ungereimtheiten, die sich bis in die eigenen Reihen erstrecken.
Förderlich ist dabei nicht gerade, dass auch ihr Gefühlsleben Achterbahn fährt, weil sie dafür verantwortlich ist, dass ihr Chef Thomas Brunner im Koma liegt - und ihr Ex Michael immer dazwischenfunkt.


Elli hat es echt nicht leicht. Die Autorin lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Nach einer traumatischen Erfahrung kommt sie nur langsam in den Alltag zurück. Dabei ist es jedoch nicht förderlich, dass ihre Vermieterin vor ihren Augen umgebracht wird, der Mörder aber unerkannt entkommen kann.
Doch Elli wäre nicht Elli, wenn sie dies nicht zum Anlass nehmen würde, sich in die Arbeit zu stürzen und mit Feuereifer ans Werk zu gehen.
Nur blöd, dass sie sich manchmal mit ihrer Art selbst im Weg steht.


Ich muss sagen, dass mich der zweite Teil um Elli Werner mehr in den Bann gezogen hat, als der erste Teil, der mit einigen Längen im Mittelpunkt aufgewartet hat. Nur fand ich, das sich Elli zeitweise etwas zu sehr in ihrem Selbstmitleid verfangen hat, gerade wenn es um ihr Liebesleben geht. Dies ändert sich zwar nach der Hälfte des Buches, weil etwas eintritt, mit dem ich so gar nicht gerechnet habe.


Im Gegensatz zum ersten Teil "Märchenblut" hat sich Elli verändert. Zum Teil positiv, da sie nun ihr Leben in Angriff nimmt und auch versucht, mehr aus sich zu machen.
Andererseits kommen auch negative Seiten zum Vorschein, vor allem, wenn ihr Ratschläge erteilt werden, so z. B. von ihren Kollegen Adam und Eva. Ihre patzige Art stößt viele vor den Kopf.


Was den Fall anbetrifft, war ich etwas verwundert, dass der Fokus des Erzählstil zum größten Teil auf Seiten des Mörders lag und man schon früh erfuhr, wer der Täter ist. Und doch war es faszinierend zu lesen, wie Elli und ihre Kollegen die Spuren verfolgten und ihre (richtigen und falschen) Schlüsse zogen.


Der Mörder ist grausam und sadistisch. Hier zog die Autorin alle Register und beschrieb kaltblütige Szenen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.


Trotz aller Kritikpunkte, die eigentlich keine sind, sondern einfach nur das Ungewöhnliche herausheben sollen, war ich vom zweiten Teil der Reihe sehr fasziniert, gerade weil alle nicht heile Welt ist - hier insbesondere bei der Protagonistin Elli. Es wird deutlich aufgezeigt, dass Elli auch nur ein Mensch ist, der manchmal überfordert wird. 


Dies macht die Geschichte wiederum realistischer, obwohl ich mir sehr wünsche, dass so etwas nie Realität wird und wirklich nur eine entsprungene Geschichte aus dem Kopf der Autorin bleibt. 


Auch die Wendungen und Unvorhersehbarkeiten machten die Story zu einem rasanten Abenteuer kriminalistischer Art.


Am Ende war ich überrascht von Ellis Entscheidungen und bin gespannt, wie ihre weitere Zukunft aussehen wird.


Demgemäß hoffe ich, dass noch ein dritter Teil der Reihe erscheinen wird. Denn Elli ist mir trotz ihrer manchmal knorrigen Art doch sehr ans Herz gewachsen.


Fazit:
Ein Krimi mit Ecken und Kanten.

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thriller, ludwigshafen, märchen, kinderheim, märchenmotive

Märchenblut

Nadja Roth
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 29.09.2015
ISBN 9783734776335
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Eleonor "Elli" Werner, Hauptkommissarin bei der Mordkommission, hat gerade eine langjährige Beziehung beendet und ist froh, von Köln nach Ludwigshafen versetzt zu werden. Dort wird sie gleich in einen Mordfall verwickelt, der alle auf eine harte Probe stellt. Der Mörder inszeniert seine Morde regelrecht und präsentiert die Leichen in Positionen, die der Polizei Rätsel aufgeben. Außerdem hinterlässt er Zettel mit Märchenzitaten. Elli merkt schon bald, dass der Mörder ein Spiel spielt, in dessen Mittelpunkt sie sogar selbst stehen soll.


Krimis sind ja eigentlich nicht so mein Fall und wenn, dann muss mich der Klappentext überzeugen, damit ich danach greife. 
In diesem Fall zog mich der Part mit den Märchenzitaten. Und so wagte ich mich an eine mir bis dato unbekannte Autorin.


Ich gebe zu, dass ich im Mittelteil ein paar Längen verspürte und deswegen auch Mühe hatte, an der Geschichte dran zu bleiben. Doch hat die Autorin rechtzeitig die Kurve gekriegt und mich dann wieder packen können. 
Und darum bin ich auch froh, denn mit ihrer Protagonistin Elli Werner hat die Autorin eine Person geschaffen, die nicht den üblichen Klischees einer Frau oder gar einer Polizistin entspricht. Ein paar (viele) Pfunde zu viel auf den Rippen, eine gescheiterte Beziehung, ein Leben in Trümmern bedingt durch die schwere Trennung - dies führt dazu, dass sich Elli zeitweise in Selbstmitleid suhlt und so sich selbst und auch ihren Kollegen und Freunden das Leben sehr schwer macht. 
Doch bleibt ihr immer noch ihr Sarkasmus, den sie auch mal gerne auf sich selbst anwendet. 


Trotz oder gerade wegen der Misserfolge der letzten Zeit, setzt sie alle Kraft in den nun vorliegenden Mordfall und versucht durch ihr Engagement natürlich auch bei ihren Kollegen Sympathiepunkte zu erlangen. Mit ihrem neuen Kollegen und Partner Adam Flick, einem etwas chaotisch anmutenden Vater von zwei Wildfang-Mädchen, scheint sie eine gute Partie gemacht zu haben. Die beiden verstehen sich auf Anhieb. Elli ist für Adam ein Ruhepol und holt ihn auch mal runter, wenn er zu Hause mal wieder von seinen Töchtern an der Nase herumgeführt wird.


Und dann ist da noch Thomas Brunner, Ellis Chef... ein charmanter und sehr gutaussehender Mann, aus dem aber man teilweise jedoch nicht so ganz schlau wird.


Elli ist wirklich sehr sympathisch und hat einen scharfen Verstand, den sie gerne für die Ermittlungen einsetzt. Nur macht sie es sich selbst manchmal richtig schwer.


Die Morde, die passieren, sind teilweise nichts für schwache Nerven, wird in Zwischenszenen nämlich aus Sicht des Mörders die Geschichte erzählt. Und so ergeben sich sehr interessante Einblicke, denn man beginnt selbst zu rätseln und zu recherchieren und denkt sich alle möglichen Szenarien aus, die dann letzten Endes total über den Haufen geworfen werden. 
Man wartet gebannt darauf, was die Taten des Mörders bei der Polizei und genauer bei Elli auslösen bzw. welche Schlüsse gezogen werden. Hat die Polizei das Gleiche in der Tat gesehen, wie der Mörder hofft oder wird eine völlig falsche Spur verfolgt?


Man merkt, dass die Autorin sich sehr genau mit der Arbeit der Polizei auseinandergesetzt hat, denn die Beschreibung der Vorgehensweise ist sehr detailliert, aber nicht uninteressant oder aufdringlich. Im Gegenteil. Sie schafft es, dass z. B. die Befragung von Zeugen sehr spannend dargestellt wird und man so meint, man wäre mit im Befragungsraum oder bei den Zeugen zu Hause.


Auch wenn das Thema ein sehr Gewagtes ist und man sich gar nicht vorstellen will, ob so etwas in der Realität auch durchgezogen wurde, fühlt man sich trotzdem gut unterhalten.


Neben Elli fallen vor allem ihr Kollege Adam und der Chef Thomas Brunner auf.
Adam ist mit Leib und Seele Polizist und sprudelt teilweise sogar fast über vor Enthusiasmus. Dies aber auch, weil er wahrscheinlich seinen Beruf als Gegenpol zu seinem Familienleben sieht. Der Spagat zwischen Familie und Beruf wird von ihm sehr gut ausgeführt. Er scheint ein liebevoller Vater zu sein, der für seine Kinder alles tun würde. Trotzdem wirkt er manchmal heillos überfordert, wenn es um seine Familie geht.
Thomas Brunner dagegen ist ein Buch mit 7 Siegeln. Sein Verhalten wechselt von einem auf den anderen Moment von charismatisch zu nervig und lässt Elli mehr als einmal rat- sowie sprachlos zurück.
Und trotzdem hat er sehr sympathische Züge, was die "nervige Zeit" dann wieder etwas ausgleicht.


Die Geschichte ist außer den bereits oben erwähnten Mittelteillängen spannend und man rätselt wirklich bis zum Ende mit, wer denn der Mörder ist. Denn es wird zwar teilweise aus der Sicht des Mörders erzählt, doch tappt man trotzdem im Dunkeln, wer es denn sein könnte.


Fazit:
Trotz kurzer Längen spannend und gefährlich.

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Die silberne Spieldose

Mina Baites
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 07.03.2017
ISBN 9781477824511
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Jude und Besitzer eines Juwelierladens Johann Blumenthal meldet sich im Jahr 1914 freiwillig für den Kriegsdienst, um für Deutschland an vorderster Front zu kämpfen. Bevor er geht, schenkt er seinem Sohn Paul eine selbstgemachte silberne Spieldose, damit dieser eine Erinnerung an seinen Vater hat, solange er im Krieg ist. Doch für das jüdische Volk wird es zusehends schwieriger, in Deutschland frei zu leben. Der Hass wird größer. Dies wirkt sich auch vehement auf die Familie Blumenthal aus. Paul, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, kämpft mit den Vorurteilen, die herrschen und fasst schweren Herzens einen Plan, um sich und seine Familie zu retten, der jedoch auch das Leben kosten kann.
Der Krieg, ein schwieriges Thema. Der Zweite Weltkrieg aus Sicht eines Juden - ein noch schwierigeres. Und ein bewegendes.Vieles wird uns im Unterricht beigebracht. Wir lernen, was passiert ist. Wir lernen, warum es passiert ist. Wir lernen, dass es nie wieder passieren darf.
Doch wie es wirklich war, kann uns keiner sagen. Nur derjenige, der selbst daran beteiligt war. Und selbst dann kann man das ganze Ausmaß nicht richtig verstehen. Grausam und erschütternd, unverständlich und schwierig.
Die Autorin hat sich nun an dieses Thema gewagt und eine Familiensaga geschaffen, die einem mit jedem geschriebenen Wort immer mehr in den Bann zieht. Von Anfang an mit dem liebende Vater Johann Blumenthal, der sich freiwillig an der Front meldet, von dessen herzlichen Frau Lotte, die große Sorgen durchmachen muss. Der Sohn Paul, der sich später in Carla verliebt und von vielen anderen sympathischen und vor allem mutigen Charakteren - der Bann bliebt bei jedem bestehen und man klebt an der Geschichte, nein, man erlebt die Geschichte.
In ruhigem Schreibstil wird erzählt, wie schwer es die Juden in der damaligen Zeit hatten. Welch Leid sie ertragen mussten und welche Schritte gegen sie unternommen wurden. Dabei führt uns die Autorin noch nicht einmal in das KZ, sondern schildert Gegebenheiten, die im Alltag passierten. Anfeindungen durch ehemalige Freunde, Zerstörung von Eigentum, Erlass von Gesetzen gegen Juden. Hass, der in Wellen um sich schlägt und das Leben zur Hölle macht.
Und mittendrin immer wieder die silberne Spieldose, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Sie wirkt unscheinbar, drängt sich nicht in den Vordergrund und doch ist sie ein wichtiger Bestandteil und macht einen großen Teil der Geschichte aus.
Die Charaktere sind durchweg sympathisch, haben ihre Eigenarten und auch Fehler, und doch ist es gerade das, was sie unheimlich menschlich wirken lässt. Manches kann man nicht nachvollziehen, doch liegt dies auch daran, dass die Zeiten anders waren, dass die Wege nicht einfach waren und vor allem, dass die Liebe, die zwischen den Charakteren herrscht, dazu führt, dass man zu Mitteln greift, die einem als der letzte Ausweg erscheinen.
Die Autorin hat ihr Herzblut in die Geschichte gesteckt, wie sie in einer gemeinsamen Leserunde dazu berichtet hat. Diese Geschichte zu erzählen, hat sie selbst viele Nerven gekostet und auch so manche ruhelose Nacht. Denn die bewegende Story führt dazu, dass man selbst anfängt, sich so hineinzuversetzen, dass man meint, selbst dabei zu sein. Das Kopfkino hatte jede Menge zu tun und tat sogar manchmal mehr, als man wollte. Aber genau das macht eine gute Geschichte einfach aus. Man spinnt sie weiter, erweckt eine Nebenstory, zieht neue Fäden ein und lässt das Buch einfach leben.
Die Autorin hat verraten, dass sie nichts, was sie je geschrieben hat, so berührt hat wie diese Geschichte.
Mich hat sie ebenfalls sehr berührt. Dies wird ein Buch sein, dass ich nur einmal lesen kann, da mir die Thematik einfach zu sehr unter die Haut geht. Trotzdem möchte ich es nicht missen, dass ich die Geschichte gelesen habe.
Fazit:Ein intensives Buch.

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holocaust, erster weltkrieg, judenverfolgung, lübeck, familiensaga

Die silberne Spieldose

Mina Baites
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 07.03.2017
ISBN 9781477820520
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Jude und Besitzer eines Juwelierladens Johann Blumenthal meldet sich im Jahr 1914 freiwillig für den Kriegsdienst, um für Deutschland an vorderster Front zu kämpfen. Bevor er geht, schenkt er seinem Sohn Paul eine selbstgemachte silberne Spieldose, damit dieser eine Erinnerung an seinen Vater hat, solange er im Krieg ist. Doch für das jüdische Volk wird es zusehends schwieriger, in Deutschland frei zu leben. Der Hass wird größer. Dies wirkt sich auch vehement auf die Familie Blumenthal aus. Paul, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, kämpft mit den Vorurteilen, die herrschen und fasst schweren Herzens einen Plan, um sich und seine Familie zu retten, der jedoch auch das Leben kosten kann.
Der Krieg, ein schwieriges Thema. Der Zweite Weltkrieg aus Sicht eines Juden - ein noch schwierigeres. Und ein bewegendes.Vieles wird uns im Unterricht beigebracht. Wir lernen, was passiert ist. Wir lernen, warum es passiert ist. Wir lernen, dass es nie wieder passieren darf.
Doch wie es wirklich war, kann uns keiner sagen. Nur derjenige, der selbst daran beteiligt war. Und selbst dann kann man das ganze Ausmaß nicht richtig verstehen. Grausam und erschütternd, unverständlich und schwierig.
Die Autorin hat sich nun an dieses Thema gewagt und eine Familiensaga geschaffen, die einem mit jedem geschriebenen Wort immer mehr in den Bann zieht. Von Anfang an mit dem liebende Vater Johann Blumenthal, der sich freiwillig an der Front meldet, von dessen herzlichen Frau Lotte, die große Sorgen durchmachen muss. Der Sohn Paul, der sich später in Carla verliebt und von vielen anderen sympathischen und vor allem mutigen Charakteren - der Bann bliebt bei jedem bestehen und man klebt an der Geschichte, nein, man erlebt die Geschichte.
In ruhigem Schreibstil wird erzählt, wie schwer es die Juden in der damaligen Zeit hatten. Welch Leid sie ertragen mussten und welche Schritte gegen sie unternommen wurden. Dabei führt uns die Autorin noch nicht einmal in das KZ, sondern schildert Gegebenheiten, die im Alltag passierten. Anfeindungen durch ehemalige Freunde, Zerstörung von Eigentum, Erlass von Gesetzen gegen Juden. Hass, der in Wellen um sich schlägt und das Leben zur Hölle macht.
Und mittendrin immer wieder die silberne Spieldose, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Sie wirkt unscheinbar, drängt sich nicht in den Vordergrund und doch ist sie ein wichtiger Bestandteil und macht einen großen Teil der Geschichte aus.
Die Charaktere sind durchweg sympathisch, haben ihre Eigenarten und auch Fehler, und doch ist es gerade das, was sie unheimlich menschlich wirken lässt. Manches kann man nicht nachvollziehen, doch liegt dies auch daran, dass die Zeiten anders waren, dass die Wege nicht einfach waren und vor allem, dass die Liebe, die zwischen den Charakteren herrscht, dazu führt, dass man zu Mitteln greift, die einem als der letzte Ausweg erscheinen.
Die Autorin hat ihr Herzblut in die Geschichte gesteckt, wie sie in einer gemeinsamen Leserunde dazu berichtet hat. Diese Geschichte zu erzählen, hat sie selbst viele Nerven gekostet und auch so manche ruhelose Nacht. Denn die bewegende Story führt dazu, dass man selbst anfängt, sich so hineinzuversetzen, dass man meint, selbst dabei zu sein. Das Kopfkino hatte jede Menge zu tun und tat sogar manchmal mehr, als man wollte. Aber genau das macht eine gute Geschichte einfach aus. Man spinnt sie weiter, erweckt eine Nebenstory, zieht neue Fäden ein und lässt das Buch einfach leben.
Die Autorin hat verraten, dass sie nichts, was sie je geschrieben hat, so berührt hat wie diese Geschichte.
Mich hat sie ebenfalls sehr berührt. Dies wird ein Buch sein, dass ich nur einmal lesen kann, da mir die Thematik einfach zu sehr unter die Haut geht. Trotzdem möchte ich es nicht missen, dass ich die Geschichte gelesen habe.
Fazit:Ein intensives Buch.

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28 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

england, london, 18.jahrhundert, historischer roman, 18. jahrhundert

Der Spion mit dem Strumpfband

Lisa McAbbey
E-Buch Text: 207 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 16.02.2017
ISBN 9783732535958
Genre: Sonstiges

Rezension:

Clarissa Greenly arbeitet nach dem Bankrott ihrer Familie in einer Buchhandlung, um das hart erkämpfte Geld unter anderem auch für die Schulden ihres Vaters auszugeben. Ihr Vater sitzt nämlich im Gefängnis und kommt dort erst frei, wenn er schuldenfrei ist. Da das Geld von der Arbeit in der Buchhandlung nicht ausreicht, hat sich Clarissa als Spionin für die Spinne anstellen lassen. Nunmehr arbeitet sie im Verborgenen für die königliche Familie. Als ihr ein neuer Auftrag erteilt wird, kann sie nicht ahnen, dass der Mann, den sie ausspionieren soll, ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Denn der Earl von Hawkhurst hat eine Ausstrahlung, bei der sich Clarissa sicher ist, dass er ihr Untergang sein wird. Doch weiß sie von der Spinne, dass der Earl auch ein Hochverräter sein soll und sie dringend an das rote Notizbuch kommen muss, das sich bei ihm zu Hause befindet. 
Schon mit ihrem Roman "Die Eroberung des Normannen" hat mir die Autorin eindrucksvoll bewiesen, wie gekonnt sie mit Worten umgehen kann. Mit ihrem aktuellen Roman hat sie sogar nochmal eine Schippe draufgelegt und so fliegt man förmlich durch die Geschichte, getragen von einem sehr faszinierenden Schreibstil. 
Zu Anfang lernen wir Clarissa kennen, die eher schüchtern daherkommt. Doch im Laufe der Geschichte merkt man, dass sie auch ein loses Mundwerk haben kann, wenn es darauf ankommt. Es ist also schon vorprogrammiert, dass sie mit dem unnahbaren James Bauclerc, dem Earl von Hawkhurst aneinandergeraten muss. 
Es handelt sich hier um eine historische Liebesgeschichte, immer wieder gespickt mit einigen Einwürfen bezüglich der Belagerung der Insel Menorca durch die Franzosen im Jahre 1756. Doch dies steht nicht im Vordergrund, sondern eben Clarissa und James. 
Die Autorin lässt die Clarissa und James immer wieder aneinandergeraten. Und meist trennen die beiden sich in Streit. Die Wortgefechte zwischen den beiden sind köstlich. Ich hätte stundenlang lesen können, wie die beiden miteinander umgehen, sich um den Bart streichen, in Streit ausbrechen oder gar in verfängliche Situationen geraten.Dies natürlich auch nur, weil Clarissa in verschiedenen Verkleidungen vor den Earl tritt, um ja herauszufinden, wo sich dieses rote Notizbüchlein denn befindet. Dabei hat Clarissa so einige Ideen. Ihre Verkleidung als junger Mann bei einer Ausstellung oder als Dirne sind da nur zwei Beispiele. 
Und doch wirkt es, als wäre ein großer Graben zwischen den beiden, bedingt eben durch ihr aktuelles Leben. Clarissa, als verarmte Lady, die mit allen Mitteln versucht, sich und ihrem Vater ein neues Leben aufzubauen. James auf der anderen Seite, der alles besitzt. 
Außerdem befinden wir uns im schönen London, eine Stadt, die ich - könnte ich zeitreisen - im Mittelalter gerne besuchen würde. Die Faszination und der Flair sind unwiderstehlich anziehend und passt einfach für das Setting.
Der Adel, das Nachtleben und die tägliche Routine sind eine perfekte Mischung gerade für diese Story. 
Die Liebesgeschichte steht klar im Vordergrund, erst nach und nach kommt dabei auch raus, was es mit diesem roten Notizbuch auf sich hat, dass Clarissa stehlen soll.
Ich muss aber sagen, dass mich die Autorin schon von den ersten Seiten her hatte. Denn die Beschreibung der Arbeit von Clarissa in dem Buchladen hat viele, viele Pluspunkte gebracht. Denn was wünscht sich eine Leserin nicht mehr, als von Büchern und vom Lesen zu lesen. ;)
Auch die anderen Charaktere waren sehr sympathisch, angefangen bei Besitzer des Buchladens bis hin zu Clarissas Vater Francis oder James Mutter Violet, die - ganz im Sinne ihres Namens - nur violette Kleider trägt. Gerade diese schrulligen Kleinigkeiten sind mir extrem aufgefallen. Und haben die Personen und die Geschichte noch liebenswerter gemacht.
Fazit:Ein gelungener Liebesroman vor der Welthauptstadt London im Jahre 1756. 

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zeitreise, steampun, zeitagen, novelle, zukunft

Die Zeitagenten

Joachim Sohn
Buch: 230 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 09.02.2017
ISBN 9783945045077
Genre: Science-Fiction

Rezension:

London, 2239: Die Zeitagenten Johann und Karl werden zu einem mysteriösen Mordfall gerufen. Bei der Leiche lag ein Zettel aus dem 19. Jahrhundert. Johann und Karl machen sich an die Aufkärung. Dabei werden sie immer weiter in die Vergangenheit geschickt, bis ins Jahr 1879, wo sie an einer Flaschenpoststation neue Hinweise erhalten. Doch auch hier ist ihre Reise nicht beendet. Das 13. Jahrhundert scheint mehr Auflösung zu bringen. 
Ein kleines Büchlein mit einer kleinen Geschichte? Oh nein, ein kleines Büchlein mit einer großen Geschichte voll Abenteuer, Zeitsprüngen und der Suche nach der Aufklärung eines Mordes. Der Autor hat auf 230 Seiten eine spannende Story geschaffen, die mich durchweg unterhalten hat. 
© Sina Frambach
Ich hatte zwar ein paar Probleme mit den Zeitsprüngen, die leider nur durch Absätze gekennzeichnet waren (hier wären vielleicht kleine Zwischen-Überschriften hilfreich gewesen), ansonsten bin ich mit Spannung durch die Zeit mitgereist und habe versucht mitzurätseln. Die Aufklärung des Rätsels ist zwar schnell erledigt, aber es hängt viel, viel mehr damit zusammen.
Die Charaktere, allen voran Johann und Karl waren mir sehr sympathisch. Gerade Karl, der mit seinem jugendlichen "Leichtsinn" so manch interessante Wendung in die Geschichte brachte. Aber auch für Johann eine sehr große Hilfe ist. 
© Sina Frambach
Aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut rübergebracht. Man kann das Handeln sehr gut mitverfolgen. Die geschichtlichen Aspekte, die in die Geschichte eingeflochten wurden, haben sich sehr gut eingefügt bzw. die fiktive Geschichte wurde um die historischen Begebenheiten gesponnen. So hatte man fast das Gefühl, dass es sich zu den Zeiten, in denen sich die Zeitagenten aufhalten, auch wirklich so abgespielt hat.
Die Time-Agent-Organisation 2223 ist eine interessante Idee des Autors und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die bestimmt auch ausgeschöpft werden. Dies beweist auch der kleine Cliffhanger, der am Ende eingebaut wurde.
Wie immer bei den Büchern aus dem Art Skript Phantastik Verlag ist das Design des Buches zu erwähnen. Mit viel Liebe zum Detail ist alles gestaltet. Sei es das Cover, der Klappentext oder das gesamte Innenleben. Hier findet man immer wieder Zeichnungen, die die Geschichte unterstreichen. 
© Sina FrambachDas Buch ist kleiner als ein normales Taschenbuch. Beim Lesen hatte ich am Anfang etwas Probleme, das Buch zu halten. Doch mit der Zeit habe ich eine Technik entwickelt, so dass es dann doch gut klappte.Bei der Geschichte handelt es sich um eine Novelle, also eine kürzere Erzählung. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde.
Ich freue mich, weitere Geschichten des Autors zu lesen, gerade von der TAO 2223.
Im Art Skript Phantastik Verlag ist auch noch eine weitere Novelle von M.W. Ludwig mit dem interessanten Namen "Der Earl von Gaudibert" erschienen. 
© Sina Frambach
Fazit:Eine Zeitreise der besonderen Art. 

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oetinger, james frey, endgame, brutal, endzeit

Endgame. Die Entscheidung

James Frey
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 14.11.2016
ISBN 9783789104046
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Endgame steuert langsam auf das Ende zu. Der Himmelsschlüsse und der Erdschlüssel müssen nun mit dem Sonnenschlüssel vereint werden. Macabee scheint am Ende als Sieger hervorzugehen. Doch An Liu ist ihm dicht auf den Fersen. Genau wie Sarah und Jago, die ebenfalls kurz vor dem Ziel stehen, aber mit allen Mitteln versuchen, das Spiel zu stoppen und alle zu retten. 
Man weiß nie, wer Verbündeter ist und wer Feind. Und Hilfe kommt meist auch von unerwarteter Seite.


Nach dem eher schwachen ersten Band, dem besseren Zweiten und den sehr guten Kurzgeschichten habe ich nun Band drei abschließen können. Auch hier habe ich mich nur der Geschichte gewidmet und das Rätsel, aus dem das ganze Buch besteht, ignoriert. 


Von Anfang an war ich wieder in der Geschichte drin. Im Gegenteil zum zweiten Band wurde hier nicht lange gefackelt und es ging sofort zur Sache. Es wird gekämpft, um jeden Preis. Ob es nun für das Gute oder das Schlechte ist, ist in diesem Fall Nebensache. Jeder will gewinnen. Die einen, in dem sie das Spiel so spielen, wie sie es von keppler22b, einem der Schöpfer gesagt bekommen haben. Die anderen, um das Spiel zu beenden und alle zu retten. 


Es sind nur noch wenige Spieler übrig. Sarah, Jago, Aisling, Hilal, Macabee, An Liu, Shari. Und jeder geht seinen eigenen Weg. Bis ein paar merken, dass Zusammenarbeit vielleicht besser ist. Nicht nur, um für das Gute einzutreten, wie Sarah und Jago, sondern auch um das Ende der Welt einzuleiten, wie An. 


Die Gegensätze sind in dieser Geschichte sehr groß. Man kann beide Seiten irgendwie verstehen. Doch überwiegt natürlich das Gute in mir und so fieberte ich mit, ob es Sarah und Jago wohl gelingen wird, die Erde zu retten.


Es gibt einige überraschende Wendungen in dem Buch. Gerade diese Wendungen haben in meinem Augen den dritten Teil zum Besten der Reihe gemacht, obwohl ich am Ende nicht so richtig überzeugt war. Dies lag eben an diesem Ende, weil es zu plötzlich kam und mich unbefriedigt zurückließ.


Außerdem ist mein Kopfkino nicht richtig angesprungen. Ich hatte eigentlich beim Lesen der ersten beiden Bände von jedem ein Bild im Kopf. Diesmal gelang dies nicht so recht. Viele Figuren blieben blass, die Tiefe hat mir gefehlt. Es ging hauptsächlich darum, zu gewinnen, komme, was wolle. Und so wurde fast keinerlei Rücksicht auf Gefühle genommen.


Außer bei Sarah und An, wobei mir hier zu sehr auf die Mitleidsschiene getreten wurde. Und ich somit auch nicht richtig mitfühlen konnte.


Allerdings gab es eine Stelle im Buch (kurz vor Schluss), da saß ich dann doch mit offenem Mund da. Ich konnte einfach nicht glauben, dass der Autor tatsächlich so eine Szene schreibt und mir damit alles über den Haufen warf. Denn so kam es, dass ich das mir vorgestellte Ende komplett in die Tonne werfen konnte und mir flux noch etwas Neues aus den Fingern saugen musste. Obwohl mir dazu auch fast keine Zeit blieb, weil eben alles viel zu schnell ging.


Und doch ging eine gewisse Faszination von der Geschichte aus. Auch weil man diese nun schon seit einiger Zeit so verfolgt, sei es eben durch die ersten beiden Bände oder auch die Kurzgeschichten, die Einblick in das Leben der Spieler geben.


Die Reise ist nun zu Ende. Endgame ist gespielt. Ich bin gespannt, was es Neues aus der Feder des Autor geben wird, da mich der Schreibstil des Autors völlig überzeugen konnte. Nur die Geschichte war eben nicht so ganz das, was ich erwartet habe.


Auch hier ist das Buch wieder mit Rätseln gespickt. Schon der Einband ist rätselhaft, da die Prägungen im Cover Worte bilden, die man teilweise nicht versteht, teilweise in anderen Sprachen gedruckt sind. Diverse Abbildungen im Buch sind ebenfalls Bestandteil des Rätsels und wer aufmerksam liest, merkt, dass im Text auch immer etwas eingebaut ist.


Es winkt wieder eine dicke Belohnung, wer das Rätsel löst. Ich wünsche allen, die miträtseln viel Glück.


Fazit:
Ein passendes sehr schnelles Ende mit überraschenden Wendungen. 

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