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25 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

comic, graphic novel, bücherjäger, buchhaim, schattenkönig

Die Stadt der Träumenden Bücher - Die Katakomben

Walter Moers , Florian Biege
Fester Einband
Erschienen bei Knaus, 09.01.2018
ISBN 9783813505023
Genre: Romane

Rezension:


Der zweite Teil von "Die Stadt der träumenden Bücher" liegt nun in illustrierter Form vor. Die Graphic Novel, die von Walter Moers und Florian Biege in jahrelanger Arbeit geschaffen wurde, überzeugt auch in Band 2. 


Hildegunst von Mythenmetz, der sich nun in den Katakomben der Stadt Buchhaim widerfindet, wird von den Buchlingen in das Geheimnis des Orms eingeweiht. Doch sein Wunsch, wieder an die Oberfläche zu gelangen, wird größer. Als die Buchjäger die Grotte der Buchlinge angreifen, kann Hildegunst fliehen und irrt wieder durch die Katakomben. Dabei stößt er auf den, vor dem sich jeder fürchtet: den Schattenkönig.


"Die Stadt der träumenden Bücher" erzählt auf fantastische Weise die Geschichte von Hildegunst von Mythenmetz, der von der Lindwurmfeste auszieht, um in Buchhaim nach dem Verfasser eines Manuskriptes zu suchen.


Der Autor Walter Moers hat mit dem Kontinent Zamonien eine fantastische Welt erschaffen, die von den unterschiedlichsten, schillerndsten und interessantesten Kreaturen bewohnt wird.
Lindwürmer, Eydeeten, Haifischmaden, Fernhachen, Wolpertinger - so viele Figuren, so viele Geschichten. 


Hildegunst von Mythenmetz ist wohl der bekannteste Charakter und wird von Walter Moers als sein Alter Ego genutzt. 


Im ersten Teil der Graphic Novel begleiten wir Hildegunst auf dem Weg nach Buchhaim, bei seinen Nachforschungen zu dem Manuskript und bei dem unglücklichen Umstand, in die Katakomben zu gelangen. Der zweite führt uns unter die Stadt Buchhaim, in die Katakomben, in den so viele Gefahren lauern. 


Die von Florian Biege illustrierten Bilder sind sehr detailreich und wunderschön gestaltet. Hier merkt man deutlich, dass es dem Autor sowie dem Illustrator sehr viel Spaß gemacht hat, an der Graphic Novel zu arbeiten. Herausgekommen ist dabei eine perfekte Ergänzung zu dem eigentlichen Buch.


Wir auch bei Teil 1 wünsche ich mir, dass noch mehr der Zamonien-Romane als Graphic Novel gestaltet werden und dabei auch die Zusammenarbeit mit Florian Biege aufrecht erhalten bleibt, da dieser einfach die perfekte Stimmung hat einfangen können.


Die Geschichte ist spannend, abenteuerlustig, lehrreich und an den richtigen Stellen auch mit einigem Sarkasmus ausgelegt. Somit entsteht zu keiner Zeit Langeweile. Man ist gebannt von der Story, bangt um Hildegunst und versucht mit ihm zusammen einen Weg aus den Katakomben zu finden.


Am Besten gefallen haben mir die gezeichneten Buchlinge. Kleine, zyklopenähnliche Kreaturen, die nichts lieber mögen als Literatur. 


Das ganze Buch bzw. die ganze Graphic Novel ist eine Hommage an die Bücher. 


Am Ende der Graphic Novel erwartet uns noch eine kleine Zusammenfassung der Zusammenarbeit zwischen Walter Moers und Florian Biege. Hier wird u. a. erklärt, wie die Bilder entstanden sind. Außerdem zeigt uns Walter Moers die Figuren aus seinem Buch als Modelle. 


Fazit:
Ein großartig gezeichneter zweiter Teil, der spannend und witzig zugleich ist. 

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611 Bibliotheken, 14 Leser, 3 Gruppen, 91 Rezensionen

geister, london, jonathan stroud, geisterjäger, lockwood

Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.10.2014
ISBN 9783570157107
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter der Agentur Lockwood & Co. Viele Aufträge und neue Erkenntnisse konnten Anthony Lockwood, George Cubbins und Lucy Carlyle sammeln. Durch ihren neuen Bekanntheitsgrad sind sie mittlerweile eine der angesagtesten Agenturen in London.


Das macht den drei schon ganz schön zu schaffen und trotzdem stürzen sie sich in jede Arbeit, die sich ihnen bietet. Manchmal kommen sie tagelange nicht richtig zum Schlafen, können aber irgendwie doch bei der Sache zu bleiben und die Aufträge bearbeiten.


Ich habe unheimlich viel Spaß beim Lesen gehabt, denn Lucy, George und Lockwood sind ein unschlagbares Team. Die drei haben sich aufeinander eingestellt, wissen, wie der andere handelt, vertrauen sich blind und können sich auch aufeinander verlassen. Zumindest, wenn es darum geht, Geister zu jagen oder Rätsel zu lösen. 


Vor allem Lucy, die sich mit ihrer neuen Fähigkeit vertraut machen konnte, führt viele Fälle zum Erfolg. Dies freut alle sehr, nur Lucy fragt sich, warum ihre Fähigkeit gerade bei dem Geisterschädel versagt, der in einem Einmachglas bei ihnen zu Hause steht. Einmal konnte sie mit ihm reden, doch seit dem blieb er ruhig. Seine Worte gehen ihr nicht aus dem Kopf. George führt etliche Experimente mit dem Schädel durch, um ihn zum Sprechen zu bringen.


Im zweiten Teil der Reihe bekommt die Agentur nunmehr den Auftrag, ein Grab auf dem Friedhof zu versiegeln. Dies scheint eigentlich eine einfache Aufgabe, nur kommt es ungewollt zu kleinen Komplikationen, bei denen ein Artefakt in einem Eisensarg entdeckt wird. Ein Spiegel, der alle, die hineinblicken, in seinen Bann zieht. Dieses Artefakt ist nunmehr sehr begehrt. Und so kommt es, wie es kommen muss. Der von Lockwood, Lucy und George versiegelte Sarg wird aufgebrochen und der Spiegel gestohlen.


Natürlich ist dies noch nicht alles, denn der Besitzer des Spiegels ist der im Eisensarg liegende Edmund Bickerstaff, der durch Experimente im 19. Jahrhundert zur traurigen Berühmtheit gelang. Seine okkulten Vorhaben war alles andere als ehrenhaft und führten zu Tod und Verderben.


Klar ist nun, dass Lockwood & Co. sich dem Fall annehmen und dabei auf noch mehr Geheimnisse stoßen. 


Die Geisterjagd mit den drei jugendlichen Agenten ist ein wahrer Spaß, wenn man mal den Ernst außer Acht lässt. Sarkasmus wird groß geschrieben und wenn andere (gegnerische) Agenten mit von der Partie sind, lassen gerade George und Lucy kein gutes Haar an ihnen aus. Dies führt zu etlichen Wort-Schlagabtauschen, bei denen ich mich fast kringelig gelacht habe. Denn gerade George, der körperlich eher ein Defizit sprich Übergewicht aufweist, ist es, der mit seinem Wissen punkten kann und sich deshalb so einiges "unschönes" für seine Konkurrenten einfallen lässt. Hoch anrechnen muss man ihm, dass er aber auch einstecken kann. 


Lucy hat diesmal eine große Aufgabe, denn sie muss versuchen, den nunmehr im Hause der Agentur lebenden Geisterschädel zum Reden zu bringen. Und sich keine Gedanken über die eine Tür im Haus zu machen, die sie nicht öffnen darf. Beides schwer, denn für das eine hat sie keine Lust und die Neugier für die Tür ist übermächtig. 


Lockwood dagegen bliebt undurchsichtig, wie auch im ersten Teil. Man bekommt nur spärliche Informationen über ihn und trotzdem hat er ein so charismatisch nettes Verhalten, dass man ihn einfach gern haben muss. Dies merkt übrigens auch Lucy und mehr als einmal gerät sie über ihn ins Schwärmen. Gut nur, dass sie sich auch zusammenreißen kann, wenn es gerade brenzlig wird. 


London ist ja mal wieder ein Setting, bei dem ich ins Schwärmen gerate. Geister, unnatürliche Phänomene, okkulte Beschwörungen, Übernatürliches - es gibt nichts, was nicht hierher passt. Gerade diese Kulisse bietet so einiges, um hier Geschichten stattfinden zu lassen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie hier einfach hingehören. Für mich einer der Gründe, endlich dort länger Urlaub zu machen und mich auf die Spuren der verschiedenen Geschichten zu begeben, die ich bislang über bzw. in London gelesen habe.


Der Autor, der mich schon mit seinen Bartimäus-Romanen überzeugen konnte, hat mit Lockwood & Co. eine Agentur geschaffen, die mit Abenteuerlust, Witz und Charme so manche tolle Jagden veranstalten können und dabei einfach so bleiben, wie sie sind. Nett, charismatisch und intelligent. Einfach ein Trio, das man gerne haben muss.


Ich freue mich auf weitere Abenteuer und bin gespannt, wie der Autor den Kracher, den er am Ende des zweiten Bandes hochgehen ließ, in die nächsten Bände mit einbaut. 


Fazit:
Die Geisterjagd im modernen London kann ich nur mit der vollen Punktzahl bewerten. 

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537 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

diabolic, liebe, science fiction, weltall, dystopie

Diabolic - Vom Zorn geküsst

S.J. Kincaid , Ulrich Thiele
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401602592
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nemesis ist eine Diabolic, gezüchtet, um denjenigen, auf den sie geprägt ist, mit ihrem Leben zu beschützen. Diese Person ist Sidonia von Imperyan, eine junge Frau, deren Aufgabe es sein wird, als Senatorin ihr Gebiet zu regieren. Doch der Kaiser des Reiches beruft alle Nachkommen auf seine Raumstation und befiehlt gleichzeitig die sofortige Auslöschen aller Diabolic, um seine Macht zu demonstrieren. So beschießt Sidonias Mutter, Nemesis nicht zu töten und sie an Sidonias Stelle zum Kaiser zu schicken, um das Leben ihrer Tochter zu schützen. Als Nemesis am Hofe des Kaisers ankommt, merkt sie bald, dass die Welt, in der sie nun lebt, von Verschwörungen und Intrigen gespickt ist. Sie beginnt, Nachforschungen anzustellen und gerät dabei in den Bann des verrückten Neffen des Kaisers. Tyrus scheint der Mittelpunkt verschiedener verdächtiger Aktivitäten zu sein. Und doch ist gerade er es, der in Nemesis die menschliche Seite weckt und Gefühle hervorruft, die Nemesis eigentlich gar nicht haben dürfte.
Wir befinden uns im Weltraum, in einer weit entfernten Zukunft. Das Leben auf der Erde scheint schon lange nicht mehr möglich und so wurde das Gebiet erobert, dass unendlich erscheint. Im All gibt es einige Möglichkeiten und die Menschheit hat sich den Bedingungen dort recht gut angepasst. Es hat sich sehr viel verändert, denn wenn man sich in der Nähe es Kaisers aufhält, lebt man in Saus und Braus. Man "modifiziert" sich, verändert sein Aussehen. Gefällt einem die Nase nicht, lässt man sich in kürzester Zeit richten. Die Hautfarbe ist zu hell? Dann wird man kurzerhand dunkler. Die Augen sind zu grün, ein Knopfdruck und sie sind blau. Gerade so, wie es die Mode gerade vorschreibt. Und so kann man aus einem Kraftpaket wie Nemesis innerhalb kürzester Zeit eine junge, stattliche Dame machen. Und da im Zeitalter der Avatare und anonymen Übertragung von Daten nur sehr wenige wissen, wie den zu Nachfolgerin im Hause Imperyan aussieht, ist es kein Problem, eine Diabolic an ihrer Stelle zu schicken. 
Der Saus und Braus, der im Reich der Kaisers vorrangig alles bestimmt, lässt die Menschen sehr oberflächlich werden. Durch die Veränderungen am Körper sehen alle gleich aus und die Unmenschlichkeit nimmt Oberhand. Für alles werden "Menschen" entsprechend gezüchtet. Servitoren übernehmen Kellnerarbeiten und werden wir Vieh behandelt. Exalte sind für Wettkämpfe "geboren" und Diabolics sind dazu da, dass man einen Bodyguard ohne Gefühle an seiner Seite hat. Drogen stehen an der Tagesordnung, und das dazu passende Gegengift ist auch gleich griffbereit, falls man es übertreibt. 
Nebenbei wird noch regiert. Der Kaiser steht jedoch unter der Fuchtel seiner Mutter und als Nachkommen hat er nur seinen verrückten Neffen Tyrus. Kein gutes Standbein.
Alles scheint wirr, wenn man anfängt, das Buch zu lesen. Die Rangordnung, die Gepflogenheiten und Sitten, der tägliche Ablauf und die ständige Angst der Untertanen, alles wirkt zwar durchdacht, doch hat man Mühe, es zu verstehen und vor allem die Personen herauszufiltern, die am wichtigsten erscheinen. Bis man alles so versteht, wie es ist, dauert es schon einige Zeit, denn mit großen Erklärungen hält sich die Autorin nicht auf. 
Schnell merkt man jedoch, dass die Diktatur, die herrscht, alle nach der Pfeife des Kaisers bzw. dessen Mutter tanzen lässt. Fällt man aus dem Rahmen, stirbt man oder es wird auch schon mal die ganze Sippe ausgelöscht. Nemesis merkt bald, dass einiges falsch läuft, doch gibt sie ihr wahres Ich nicht preis, sondern tut alles zum Wohle für Sidonia von Imperyan. Sie spielt die Rolle der unterwürfigen Untertanin, gerät dabei aber trotzdem ins Visier von Tyrus, dem Neffen des Kaisers. Der Geisteszustand des Neffen ist sehr fraglich und trotzdem lernt Nemesis den Mann näher kennen. Und ihre Zweifel werden noch größer, je mehr sie sich mit Tyrus abgibt. 
Der Schreibstil ist sehr fesselnd und erzählt die Geschichte in Ich-Form aus Sicht von Nemesis. Da diese Gefühle nicht oder nur in geringem Maße kennt bzw. nicht zulässt, wirkt alles sehr nüchtern, immer aus dem Blickwinkel betrachtet, ob Gefahren drohen und Abhilfe geleistet werden muss. Nur wenn es um Sidonia geht, kommt eine andere Nemesis zum Vorschein. 
Das von der Autorin erschaffene Leben im Weltraum ist hart, unbarmherzig und voller Gefahren. Aber nicht der Weltraum ist es, der die Leute fordert. Die Diktatur des Kaisers, die unmenschlichen Bedingungen und das Streben nach Macht. Dies führt zu Angst und Gewalt. 
Die genetischen Züchtungen und Modifikationen führen zu Anonymität. Keiner zeigt mehr sein wahres Gesicht, der Tag besteht aus Lug und Trug.
Einige erheben sich, doch der Widerstand wird im Keim erstickt. Alles ist geregelt und vorgegeben.
Dieses Zukunftsszenario ist sehr düster und birgt kaum Hoffnung. Deswegen finde ich die Idee, eine "Kreatur", die eigentlich nicht zu Gefühlen fähig ist, gerade die Hoffnungsträgerin sein zu lassen, um alle aus diesem "Alltag" herauszuholen und wieder das zu schätzen, was wichtig ist, sehr gelungen.
Das Buch endet mit einem Knall. Sehr gut, dass das zweite Buch schon in den Startlöchern steht.
Fazit:Unbarmherzig und düster.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Man trifft sich stets zweimal (Teil 1)

Mila Roth
Flexibler Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 03.01.2018
ISBN 9783746061474
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Janna Berg und Markus Neumann sind uns ja mittlerweile altbekannt. Und so freut es mich nun besonders, den ersten Teil des Staffelfinales, der mit einem bitterbösen Cliffhanger aufwartet, vorstellen zu dürfen. Und wer den elften Teil der Reihe gelesen hat, muss sich nun - wie ich - bis März 2018 gedulden, denn dann erscheint der zweite und gleichzeitig letzte Teil der ersten Staffel. 
Wir befinden uns wieder in Bonn und starten mit Janna in einen neuen, aufregenden Abschnitt ihres Lebens.Sie arbeitet in Kürze vollständig für das Institut und ist Markus dann als feste Partnerin zugewiesen. Gemeinsam mit ihm soll sie eine neue Abteilung aufbauen und ein Team leiten. Mit der ihr natürlichen Nervosität macht sich Janna daran, ihren alten Job abzuschließen und sich der neuen Aufgabe ordnungsgemäß zu widmen. 
Dass sie nun mehr Zeit mit Markus verbringt, ist ihr bewusst und auch ein willkommener Nebeneffekt, doch möchte sie professionell wirken und blendet ihre Gefühle aus, um keine Fehler zu machen.Markus dagegen ist seine Verwirrung anzumerken. Ihm machen verschiedene Dinge zu schaffen: die Gefühle für Janna, obwohl er keine zulassen möchte. Die Aussicht, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, obwohl er eher ein Einzelgänger ist. Und eine geflohene Insassin aus dem Gefängnis, mit der Janna und Markus schon in einem früheren Fall zu tun hatten. 
Und prompt sind wir mitten in einem Fall, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf.Es geht um geheime Pläne des Militärs, Spionagearbeit deluxe und Bewältigen der Vergangenheit, wobei Markus und Janna merken, dass ihre Begegnung eigentlich kein Zufall ist, sondern vom Schicksal beflügelt.
Die Autorin legt ein gutes Tempo vor, denn es geschieht so einiges, nicht nur auf den Fall gemünzt. Es gibt eine Szene, die mir Gänsehaut bescherte, weil Janna und Markus einen Moment trauter Zweisamkeit genießen und auf ein prägendes Ereignis aus der Vergangenheit stoßen. Dieser Moment wirkte auf mich sehr intim, obwohl keinerlei Zärtlichkeiten körperlicher Natur ausgetauscht wurden. Diese Szene hat einen Knackpunkt ausgelöst und mir gezeigt, dass Markus und Janna sich sehr weiterentwickelt haben. Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass beide wirklich nur gute Freunde bleiben würden, doch hier gibt es Gemeinsamkeiten, die beide nochmals über alles nachdenken lassen könnte. Vielleicht war dies der entscheidende Ruck, den beide gebraucht haben. Aber wie ich die Autorin kenne, wirft sie alles wieder über den Haufen und überrascht uns mit einer gekonnten Finte. 
Denn erreicht man das Ende des Buches, kann man sich gar nichts mehr sicher sein. Die Autorin hatte gewarnt, dass man nach Lesen dieses Teils das Lied "Shiny happy people" von R.E.M. nicht mehr hören kann, ohne an ihr Buch zu denken. Dies hat sie mit Bravour geschafft, denn die abschließende Szene hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Diese Szene hat mich unsagbar traurig gemacht, mir aber gleichzeitig auch ein Stück Hoffnung gegeben. Insoweit muss ich mich jedoch noch bis März 2018 gedulden, wenn der nächste Teil erscheint.
Der flüssige und packende Schreibstil der Autorin ließ mich durch das Buch fliegen und bescherte wieder einige Einblicke in Jannas Familienleben. Kurze Momente des Glücks, des Loslassens und der Zufriedenheit. Ein harter Gegensatz zu den Abläufen im Institut. Auf der einen Seite das sorglose Genießen des Lebens, auf der anderen der harte Blick auf die Realität.Janna steht zwischen zwei Stühlen, aber sie merkt, dass sie auch im Institut angekommen ist und respektiert wird. Der Spagat zwischen Familie und Geheimdienst wird von ihr bislang sehr gut gemeistert.
Fazit:Spannend, packend und mit bösen Überraschungen gespickt.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jay, manga, sherlock holmes

Sherlock 3

Jay. , Mark Gatiss , Steven Moffat , Gandalf Bartholomäus
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.11.2017
ISBN 9783551728869
Genre: Comics

Rezension:


Sherlock Holmes ist zu Tode gelangweilt. Kein Fall kann ihn herausfordern oder gar reizen. So stößt er sogar seinen Bruder Mycroft vor den Kopf und lässt diesen mit einem Auftrag hängen. Dr. John Watson dagegen versucht zu vermitteln und prompt ist er plötzlich in zwei Dinge involviert. Mycroft nicht zu enttäuschen und Sherlock bei einem Fall zu helfen, der ihn endlich vor die Herausforderung stellt, die er sich wünscht. Denn es geht persönlich um ihm. Sherlock muss fünf Fälle lösen mit nur einem kleinen Hinweis. Die Leben, die er dadurch retten kann, würden ihm selbst zu einem guten Gefühl verhelfen. Doch Sherlock wäre nicht Sherlock, wenn er mit Gefühlen etwas anfangen könnte. Und so stößt er diesmal jede Menge Leute vor den Kopf. Die Genialität, die er dabei aber an den Tag legt, verschafft ihm wieder einen Höllenrespekt.


Der dritte Teil der Fernsehserie liegt nun auch in Manga-Format vor und wieder konnte ich mich einer ungewöhnlichen Lektüre widmen. Von hinten nach vorne gelesen und dann auch noch von rechts nach links. Sehr gewöhnungsbedürftig und diesmal für mich bis Ende des Buches auch wirklich schwer umzusetzen.


Trotzdem hat es mir wieder Spaß gemacht, zusammen mit Sherlock Holmes und Dr. John Watson einen neuen Fall zu lösen. Diesmal sogar fünf Stück hintereinander, denn Sherlock wird zu einer Art Spiel herausgefordert. Er bekommt einen gewissen Zeitkorridor, in dem er den Fall lösen muss, ansonsten stirbt eine Person. Kleine Hinweise sind für Sherlock ja kein Problem. Aus einem Staubkorn kann er ja die Zukunft lesen. Doch diesmal ist es wirklich ganz verzwickt. 


Die Logik, mit der Sherlock an den Fall geht, ist mir diesmal nicht so sehr nachvollziehbar, was aber auch daran liegt, dass Sherlock auf ältere Fälle zurückgreifen muss, so dass es für den Leser gar nicht ersichtlich ist, wieso eigentlich alles so passiert, wie es gerade passiert. Watson ist ebenfalls ratlos, kann wie immer nur in medizinischen Fragen als Ratgeber fungieren.


Sehr gut gefallen hat mir Watson diesmal. Er ist schier vorm Ausrasten, kann sich aber dann doch immer noch so weit beherrschen, dass er Sherlock nicht einfach am Kragen packt und schüttelt. Erst gegen Ende des Bandes merkt man ihm deutlich an, dass er anfängt zu resignieren und Sherlock einfach so nimmt, wie er ist.


Sherlocks Empathie ist grandios. Er sagt, was er denkt, er denkt, was er sagt und stößt dabei sämtliche Charaktere vor den Kopf. Doch am Ende des Buches kommt ein neuer Sherlock zu Tage, ein Sherlock, der auch weiß, was es heißt, Freundschaften zu pflegen und mal Neue gerade sein zu lassen. 


Denn es tritt ein Gegner auf den Plan, ein Erzfeind, den viele aus den Büchern von Arthur Conan Doyle zur Genüge kennen. Endlich weiß Sherlock, wer hinter allem steckt und kann sich nun dem widmen, was er die ganze Zeit schon will.


Die Zeichnungen sind diesmal in meinen Augen nicht so wie in den ersten beiden Bänden. Gerade Sherlock wirkt auf mich abgemagert und kantig. Sein Äußeres ist manchmal nicht mehr mit dem Schauspieler Benedict Cumberbatch zu vergleichen. Bei Watson und einem Polizisten hatte ich sehr Mühe, die beiden auseinanderzuhalten, da sie doch sehr ähnlich gezeichnet waren. Auch andere Protagonisten hatten Ähnlichkeit mit Watson. Manchmal musste ich Seiten mehrmals lesen, um den Sinn zu verstehen. 


Leider hat dies dann auch nochmals den Lesefluss gestört und ich habe einige Zeit mehr gebraucht, als für die ersten beiden Manga.


Die Story an sich war zwar packend, konnte mich aber nicht so arg mitreißen. Dies war aber in der Fernsehserie schon so. Erst der Schluss war spannend und hat so einigen Aufschluss gebracht und auch ein Versprechen abgeliefert, dass es ab jetzt so richtig abgeht. Denn nun hat Sherlock eine Lebensaufgabe: seinen Erzfeind besiegen.


Fazit:
Nicht so gut wie die ersten beiden Teile. 

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157 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

fantasy, his dark materials, flut, über den wilden fluss, abenteuer

Über den wilden Fluss

Philip Pullman , Antoinette Gittinger
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 17.11.2017
ISBN 9783551583932
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Malcolm arbeitet im Gasthaus seiner Eltern mit und bekommt beim Bedienen der Gäste so einiges zu hören. Nicht nur die Sorge, Ängste und Alltagsgeschichten der Anwohner, auch die interessanten Themen fremder Gäste finden so den Weg zu ihm. Als eines Tages im angrenzenden Kloster ein Baby unterkommt, ist es Malcolm, der sich sogleich zu ihr hingezogen fühlt und weiß, dass Lyra ein besonderes Kind ist. Er macht es sich zur Aufgabe, sie zu beschützen. Als der seit Wochen andauernde Regen eine große Flut auslöst, ist es Malcolm, der Lyra aus dem überschwemmten Kloster rettet und sie zu ihrem Vater bringen möchte. Gemeinsam mit Alice, einer Küchenhilfe aus dem Gasthaus und seinem kleinen Kanu fahren sie über das mit Wasser geflutete Land. Doch auch weitere Gesellen sind hinter der kleinen Lyra her. Malcolm muss seine ganze Kraft aufwenden, um die kleine Lyra zu retten.


Mit "Der goldene Kompass" hat Philip Pullman eine so besondere Welt geschaffen, die parallel an unsere angegliedert ist. Ein Dæmon ist jedem Menschen zugewiesen, der in Tiergestalt als Seelenverwandter fungiert. Ein Mensch und sein Dæmon sind so sehr miteinander verbunden, dass eine Trennung zu körperlichen sowie seelischen Schmerzen führt.


Malcolm ist elf Jahre alt. Er ist ein aufmerksamer Junge, der sich für wissenschaftliche Themen genauso interessiert, wie für Nautik oder den Ablauf in einem Kloster. Er saugt Informationen in sich auf und lernt sehr schnell. Sein Dæmon Asta und er fahren am liebsten auf einem Kanu über den Fluss. Bei seiner Arbeit in der Gaststätte seiner Eltern bekommt Malcolm so einiges mit.
Außerdem ist er sehr hilfsbereit. Gerade im angrenzenden Kloster ist er ein gern gesehener Gast. Er unterhält sich gerne mit den dort lebenden Nonnen, hilft in der Küche oder bei Ausbesserungsarbeiten.
Als dort ein Baby auftaucht, ist Malcolm natürlich neugierig und möchte wissen, warum das Kind da ist. Doch er bekommt nur fadenscheinige Antworten.


Beim Bedienen dreier Gäste wird er von diesen ausgefragt. Und seine Neugier steigt weiter. Wer ist das Baby namens Lyra? Warum wurde sie gerade in das Kloster gebracht? Wer sind die Eltern? Und was ist so besonderes an ihr, dass jeder Interesse zeigt?


Und ab da beginnt ein Abenteuer, dass sich Malcolm so nie hat vorstellen können. Der Autor hat es aber geschafft, sich nicht zu sehr in der Parallelwelt zu verlieren. Dinge, die in der Trilogie "Der goldene Kompass" erklärt wurden, werden hier nochmals erklärt, so dass es nicht zwingend erforderlich ist, erst die Trilogie und dann das Prequel zu lesen. Denn "Über den wilden Fluss" spielt zeitlich vor "Der goldene Kompass" und erzählt die Vorgeschichte von Lyra.


Malcolm ist mir unheimlich sympathisch, da er mit seinem Wissensdurst und dem angeborenen Talent des Zuhören gesegnet ist. Dadurch saugt er so unheimlich viel in sich auf und wirkt mit seinen 11 Jahren schon derart erwachsen, dass man ihn zeitweise gar nicht mehr als Kind wahrnimmt. Er übernimmt eigenständig Verantwortung, ist hilfsbereit, nett und zuvorkommend. Doch bei der Flut kommt manchmal sein "kindliches" Wesen zum Vorschein und man merkt, wie dringend er einen Erwachsenen benötigt, der ihm hilft. In Alice, die ihm dabei hilft, Lyra zu ihrem Vater zu bringen, findet er eine Freundin, die ihn mit ihrer manchmal sehr schroffen Art auf den Boden der Tatsachen zurückholt. 


Die Vorgeschichte schlägt eine Brücke zu der anschließenden Trilogie, die die Bände "Der goldene Kompass", "Das magische Messer" und "Das Bernstein-Teleskop" umfasst. 


Mit einem sehr jugendlich wirkenden Schreibstil, erzählt der 1946 geborene Autor die Geschichte von Malcolm und Alice und schafft es, in einer Geschichte mit wenig Handlung trotzdem Spannung und Abenteuer einfließen zu lassen. Und so begleiten wir Malcolm und Alice auf ihrem Weg über den wilden Fluss, der viele Gefahren bereit hält, aber auch Gutes. 


Einige Informationen bekommt man "zugeschmissen", die sich dann im Laufe der Geschichte aneinander reihen. Es geht nämlich nicht nur um Malcolm und Alice, sondern auch im die geheime Oakley Street, eine Organisation, die sich dem Guten gewidmet hat. Sie hüten die sog. Alethiometer, ein Gerät, dass die Wahrheit anzeigen kann. Diese Geräte werden sporadisch eingesetzt und stehen auch nicht so richtig im Mittelpunkt der Geschichte. Trotzdem sind sie wichtig für die spätere Handlung.


Und so wird man langsam, aber stetig auf die angrenzende Trilogie vorbereitet. Da ich diese schon vor Jahren gelesen habe, werde ich mir die Trilogie als ReRead für 2018 vornehmen und freue mich schon richtig auf ein Wiederlesen mit Lyra und ihrem Dæmon Pantalaimon. 


Fazit: 
"Über den wilden Fluss" ist eine mitreißende Geschichte über den Jungen Malcolm, dessen Herz mehr für andere schlägt. 

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164 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

weihnachten, dinosaurier, kinderbuch, weihnachtosaurus, tom fletcher

Der Weihnachtosaurus

Tom Fletcher , Franziska Gehm , Shane Devries
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbt, 02.10.2017
ISBN 9783570164990
Genre: Kinderbuch

Rezension:


William ist ein wahrer Dinosaurier-Fan. Es liegt also nichts ferner, als dass er sich zu Weihnachten einen echten Dinosaurier wünscht. Doch er weiß auch genau, dass ihm dieser Wunsch nie erfüllt werden kann, denn bekanntlich sind Dinosaurier ja ausgestorben. Aber wenn man fest genug an etwas glaubt, entsteht eine Magie, die alles möglich macht.


Wer hat sich nicht auch schon mal etwas gewünscht, das nicht in Erfüllung gehen kann?Und viele Kinder wünschen sich sicherlich mal einen Dinosaurier als besten Freund. Unmöglich ist dieser Wunsch zur erfüllen. Doch der Weihnachtsmann ist nicht umsonst der Weihnachtsmann - der Wunsch eines Kindes ist ihm Befehl und wenn er gerade einen Dinosaurier am Nordpol hat, warum verschenkt er ihn dann nicht. 


Ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn der Weihnachtsmann will ja nicht so einfach seinen liebsten Weihnachtosaurus verschenken. Und so bastelt er einen Dino für William. Nur blöd, dass der Weihnachtosaurus den gebastelten Dino sehr lieb hat und ihm ein letztes Mal auf Wiedersehen sagen will. Natürlich in Williams Zimmer, wo der Gebastelte in der Weihnachtsnacht vom Weihnachtsmann abgeladen wurde. Und wie verhält sich ein Dinosaurier im Kinderzimmer? Genau, wie der Elefant im Porzellanladen und es kommt, wie es kommen muss. William wacht auf, entdeckt den Weihnachtosaurus und ein großes Abenteuer beginnt. Viele Gefahren lauern an jeden Ecken und dann taucht auch noch der Jäger Huxley auf, der es auf die Rentiere des Weihnachtsmannes abgesehen hat... bis er den echten Weihnachtosaurus sieht und nur noch dessen Kopf im Kopf hat. 


Rasant und abenteuerlich leitet uns der Autor durch die zauberhafte wie auch traurige Weihnachtsgeschichte. Denn unser Protagonist William hat es nicht leicht. Er ist mit einem großen Handicap gestraft, sein Vater scheint ein bisschen "tüddelig" und ist ein absoluter Weihnachtsnarr und in der Schule läuft es Dank der neuen Schülerin Brenda auch nicht gerade rosig. So hat William eines wohl am Nötigsten: einen Freund, der ihm beisteht, ihm hilft und ihm zeigt, was es heißt, Spaß am Leben zu haben.  Der Weihnachtosaurus kommt da gerade richtig.


Das Schöne ist, dass wir nicht nur einem echten Dinosaurier begegnen, sondern auch dem Weihnachtsmann und anderen zauberhaften Gestalten, die in der Phantasie der Kinder eine wichtige Rolle spielen und für sie das Fest der Feste zu etwas Besonderem machen.


Der Autor zieht wirklich alle Register, lässt eine wunderschöne Weihnachtsnacht entstehen, die gespickt ist mit Abenteuer und der Suche nach etwas Neuem und Aufregendem. Und die Suche nach Glück, einem normalen Familienleben und Freundschaft.


Mit leichten Worten wird kindgerecht die Geschichte über William, den Weihnachtosaurus und die Suche nach einer Familie beschrieben. Doch so traurig die Geschichte beginnt, so wunderschön weihnachtlich endet sie und bringt einem in die richtige Stimmung. Doch nicht nur für Weihnachten ist das Buch geeignet. Man kann es das ganze Jahr über lesen, sich in der Geschichte verlieren und sich so auch immer wieder einen Stück des Zaubers der Weihnachtszeit zurückholen. 


Und wer von der Geschichte noch nicht genug hat, bekommt am Ende des Buches auch noch eure Top-Ten-Liste der besten Dinge zu Weihnachten. Film, Musik und Essen sowie Aktivitäten des Autors werden vorgestellt. Und ein paar Rätsel gibt es auch noch. So kann man testen, ob man auch gut aufgepasst hat beim Lesen. 


Aber nicht nur die Geschichte ist wunderbar gestaltet. Auch der Text ist "sehenswert"... denn es gibt immer wieder kleine und große Zeichnungen sowie hervorgehobene Schrift, um natürlich einen Effekt noch etwas "bildlicher" zu beschreiben. Die Zeichnungen sind ebenso liebevoll gehalten und unterstreichen somit nochmals die Geschichte und ist somit auch für Kinder geeignet, die noch nicht lesen können, da es ja was zu sehen gibt.


Fazit:
Der Weihnachtosaurus rettet Weihnachten, William und den Rest der Welt.

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673 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 199 Rezensionen

magie, spiel, caraval, fantasy, liebe

Caraval

Stephanie Garber , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704168
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Scarlett und ihre Schwester Donatella fürchten sich vor ihrem grausamen Vater. Einzig die bevorstehende Heirat mit einem Grafen hält Scarlett aufrecht. Und der Gedanke Caraval zu besuchen, wo ein verzaubertes Spiel stattfindet. Spiel und Spaß stehen dort im Vordergrund. Als der Seefahrer Julian auftaucht und die Schwestern auf Bitten von Donatella nach Caraval bringen soll, ist Scarlett jedoch diejenige, die protestiert. Sie möchte nur endlich heiraten, um sich und ihre Schwester vor ihrem Vater zu retten. Doch Donatella überredet ihre Schwester zu diesem letzten Ausflug. Ihr zu liebe geht Scarlett letztendlich mit, wobei jedoch auch Julian so einige Reize auf sie ausübt. Und die Aussicht, Legend zu treffen, ist ebenfalls ein Grund für Scarlett. Denn Legend ist berühmt für Caraval und das Spiel, dass dort gespielt wird. Gewinnt Scarlett, hat sie einen Wunsch frei... Dann wird Donatella entführt und Scarlett hat nur drei Tage Zeit, sie zu finden. 
Ich hatte mir ehrlich gesagt etwas total anderes unter dem Buch vorgestellt. Mehr Rätsel, mehr Spannung und auch mehr Action. Für mich war die Geschichte nur eine Aneinanderkettung an Ereignissen, die eigentlich gar nicht so richtig was miteinander zu tun hatten. Selbstzweifel, Mitleidsheischen, Liebesbekenntnisse und Warten auf den nächsten Hinweis. Die Autorin konnte mich nicht wirklich fesseln, da sie keinen roten Faden verfolgt hat. Die Hinweise, die Scarlett bekommt, helfen nicht wirklich weiter. Im Gegenteil, eigentlich hat sie mehr Glück, als Verstand und viel Hilfe, um sich von Hinweis zu Hinweis zu hangeln. Erst am Ende muss sie alleine weitermachen und ihren Grips anstrengen. 
Viele Szenen waren in meinen Augen auch unnötig und zogen das Buch nur in die Länge. Warum Scarlett und Donatella letztendlich auf der Insel sind und das Spiel spielen, wird zwar am Ende des Buches aufgeklärt, war in meinen Augen aber eher etwas fadenscheinig. Die endgültige Lösung hat mir nicht so gefallen.
Die Idee, eine Art Jahrmarkt oder Zirkus zu veranstalten, damit die Besucher ein Spiel spielen können, wo es am Ende einen Gewinn in Form eines Wunsches gibt, hat mich aber dennoch interessiert. Die Umsetzung fand ich jedoch nicht so gelungen. Die Autorin verstrickt sich auch in Wiederholungen, so dass ich mehrmals lesen musste, wie sehr Scarlett ihre Schwester doch liebt und sich um sie Sorgen macht. 
Sehr gut hat mir jedoch gefallen, dass die Autorin ein - im wahrsten Sinne des Wortes - farbenfrohes Buch geschrieben hat. Ständig begegnen einem Farben, aber nicht nur normale wie rot-grün-blau, sondern eher sonnengelb, mondsilbern, jadegrün, hochzeitskleidweiß, immergrünblau, moosbeerenrot, kirschblütenrosa, bernsteingefleckt, quecksilbern, smaragdgrün, orchideenfarben, schierlingsgrün, pflaumenfarben, usw. Die Beschreibungen der Farben ziehen sich durch das ganze Buch wie ein roter Faden und bilden einen Mittelpunkt, um den sich alles dreht.
Zu Scarlett und ihrer Schwester konnte ich keine Verbindung aufbauen, sie blieben für mich ohne Tiefe und wirkten sehr blass. Einzig Julian war für mich interessant. Er erscheint geheimnisvoll und gefährlich, seine unberechenbare Art lässt Scarlett mehr als einmal an ihm zweifeln. Doch geht von ihm auch etwas sehr sympathisches aus und im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter und zeigt sein wahres, sehr interessantes Ich.Scarlett traut ihm nicht, und doch entwickelt sie Gefühle für ihn, die sie eigentlich nicht zulassen dürfte.
Ganz Caraval ist farbenfroh, täuschend, unecht und geheimnisvoll. Sich bewegende Brücken, Räume, die ihre Größe ändern, andere Spieler und Statisten, die eine Rolle innehaben. Alles wirkt wie ein großes Fest. Doch  muss man aufpassen, was an der nächsten Ecke lauert. Es könnte der Untergang sein. Und doch fehlte mir das gewisse Etwas, um mich vollständig zu überzeugen.
Fazit:Eine tolle Idee, die jedoch sehr ausbaufähig ist. 

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75 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

gebrüder grimm, kassel, märchen, hessen, tanja kinkel

Grimms Morde

Tanja Kinkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.10.2017
ISBN 9783426281017
Genre: Historische Romane

Rezension:

Jakob und Wilhelm Grimm, Herausgeber der "Kinder- und Hausmärchen", leben zusammen mit ihren Geschwistern in Kassel. Als ein Mord die Stadtbewohner aufwühlt, werden die Gebrüder Grimm unweigerlich hineingezogen. Denn die Tote starb wie in einem von ihnen verlegten Märchen. Dies kommt den Schwestern von Droste zu Hülshoff zu Ohren, die das Märchen beigesteuert hatten. Zusammen mit den Brüdern versuchen Annette und Jenny den Mord aufzuklären, bis ein zweiter Toter auftaucht, vergiftet durch einem Apfel. Auch Annette entgeht nur knapp einem Anschlag. Wer hat es auf die Gebrüder Grimm und die Schwestern von Droste nur abgesehen?
Die Autorin hat es mir mit der Geschichte nicht einfach gemacht. Verschachtelte Sätze, Abschweifungen in Religions- und Glaubensfragen, Rückblicke auf die Vergangenheit aller Beteiligten und immer wieder die Verbundenheit der Geschwister untereinander lassen den eigentlichen Fall, die Aufklärung der Morde, in den Hintergrund rücken.Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, weil die Schreibweise dem Stil des 19. Jahrhunderts angepasst wurde. 
Viele Namen werden genannt und so einige sind tiefer in der Geschichte involviert, als andere. Hier habe ich dann ab und zu etwas den Überblick verloren, gerade wenn es um die adligen Charaktere ging, Mätressen, Konkubinen, Grafen und weitere hochwohlgeborene Personen, die allesamt Dreck am Stecken haben. 
Jakob Grimm konnte mich nicht wirklich überzeugen, da es ihm offensichtlich an Taktgefühl und sozialer Kompetenz fehlt. Mit Mitmenschen kann er nicht so, muss nun aber unweigerlich mit anderen zusammenarbeiten, da er in den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt. Als Verdächtigter muss er nun natürlich dafür sorgen, dass er den wahren Mörder findet. Doch seine verletzende Art sowie der respektlose Umgang mit anderen, führt nicht gerade dazu, dass er sich Freunde macht. Nur sein Bruder Wilhelm bedeutet ihm viel. Ihm gegenüber kann er sich öffnen und zusammen versuchen sie, den Mord aufzuklären. Als dann noch die Schwestern von Droste nach Kassel kommen, scheint das Chaos perfekt. Alle haben eine gemeinsame Vergangenheit. Jenny und Wilhelm fühlen sich zueinander hingezogen, doch erlaubt es ihr unterschiedlicher Stand nicht, dass sie zusammenfinden. 
Wilhelm ist warmherzig und auch seinen Geschwistern über viel offener und freundlicher als Jakob. Trotzdem hält er mehr zu ihm und stößt damit auch manchmal andere vor den Kopf.
Annette hat mir sehr gut gefallen. Ihre forsche Art führt dazu, dass sie täglich Diskussionen ausfechten muss, doch öffnen sich hier auch Türen, die man anders nie zu sehen bekommen hätte. Ihre Sichtweise als Frau in der damaligen Zeit war fast revolutionär, nur wird sie nicht ernst genommen. Sie sagt, was sie denkt, sie versucht, zu tun, was sie will, doch wird sie immer wieder ausgebremst. Ihre schlagfertige Art lässt so manchen Mann blass aussehen, doch bekommt sie auch oft genug über den Mund gefahren.
Zu Anfang war ich noch begeistert von der Geschichte, doch dann verzettelt sich alles. Die vielen Abschweifungen haben mich teilweise so sehr aus der Story gerissen, dass ich Mühe hatte, wieder zurückzufinden. 
Die Suche nach dem Mörder hat sich auch nicht spannender gestaltet. Kleine Bruchstücke helfen zwar den Protagonisten, voranzukommen, doch bleiben diese wirklich klein. Und so zieht sich die Aufklärung dann auch in die Länge. Manche Passagen fand ich auch unnötig.
Außerdem dachte ich, dass mehr Morde passieren, als nur zwei, d. h. dass mehr Märchen zum Anlass genommen werden. 
Insoweit konnte mich das ganze Buch nicht so recht überzeugen.
Fazit:Leider nicht so wie gedacht. 

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35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

magie, zauberer, dämonen, dschinn, london

Bartimäus - Das Auge des Golem

Jonathan Stroud
Audio CD
Erschienen bei Audionauten, 22.10.2007
ISBN 9783866040052
Genre: Fantasy

Rezension:


Eigentlich waren sich Bartimäus und Nathanael einig, dass der Dschinn von dem Zauberer nicht mehr beschworen wird. Als in London jedoch ein Golem auftaucht, wird Nathanael alias John Mandrake mit der Aufklärung beauftragt. Dafür führt in sein Weg nach Prag und dort kommt er mit Hilfe von Bartimäus sowie Spionen einer großen Verschwörung auf die Spur. 
Aber nicht nur der Golem macht Schwierigkeiten. Auch der Widerstand regt sich, wobei John auf eine Altbekannte trifft. Kitty und ihre Bande von Widerstandskämpfern planen den Einbruch in Westminster Abbey, um dort an Artefakte aus dem Grab des berühmten Zauberers Gladstone zu gelangen. Diese benötigen sie, um endlich gegen die Zauberer ankämpfen zu können.


Im Gegensatz zum ersten Hörbuch liest hier Gerd Köster, der mit seiner Stimmenvielfalt so richtig Schwung ins Hörbuch bringt. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass der Erzähler gewechselt wurde, da ich bei Martin Semmelrogge Mühe hatte, der Geschichte zu folgen bzw. ihn richtig zu verstehen.


Gerd Köster verleiht jedem Charakter seine eigene Stimmlage und so weiß man gleich, wer spricht. Während der Part aus Nathanaels Sicht von einer "dritten Person" erzählt wird, ist der Part von Bartimäus als Ich-Erzählung angelegt. Bartimäus bekommt eine sehr gleichgültig klingende Stimmlage, wobei man sich da aber gut vorstellen kann, wie überlegen er sich den Menschen fühlt.


Die Story an sich ist sehr rasant, da sich die Ereignisse von Anfang an überschlagen. Der Golem macht London unsicher, der Widerstand regt sich und rüstet zum Kampf. Mittendrin Nathanael, der durch unglückliche Verkettungen der Leidtragende zu sein scheint.  Zwar konnte er aufgrund seines Triumphes über Simon Lovelace (aus dem ersten Teil) zu einem angesehenen Zauberer aufsteigen, doch bekommt er trotzdem noch Arbeiten aufgehalst, die er eigentlich gar nicht machen möchte, weil sie einfach unter seinem Niveau liegen. Und so droht der Ruhm wie eine Seifenblase zu platzen.


Bartimäus ist nicht glücklich, wieder für Nathanael arbeiten zu müssen und lässt ihn dies auch mehrmals spüren. Doch stößt er zusammen mit seinem Beschwörer auf einige Ungereimtheiten und wider Willen müssen sie zusammenarbeiten.
Bartimäus hat eine große Klappe und setzt diese auch geschickt ein. Allerdings muss er sehr oft aufpassen, dass er sich damit nicht selbst schadet.


Als dritte Hauptperson kommt nun auch Kitty hinzu, die wir im ersten Teil eigentlich nur recht kurz kennenlernen durften. Sie kämpft für den Widerstand und muss einiges einstecken. Man erfährt viel über ihre Vergangenheit und ihre Fähigkeiten. Dies wiederum führt dazu, dass sie sich dem Widerstand anschließt. 


Es ist eine Berg- und Talfahrt für alle Beteiligten. Verluste entstehen auf beiden Seiten und die Zukunft scheint ungewiss.


Mit viel Witz, aber auch Köpfchen führt der Autor uns durch die Geschichte und erzählt von Geschehnissen in einem magiegesteuerten London. Es ist spannend, rasant und wird nie langweilig.


Leider handelt es sich bei dem Hörbuch um die gekürzte Fassung. Es fehlen einige Dinge, doch zum Verständnis der Geschichte ist alles wichtige enthalten.


Fazit:
Von der Story her genauso gut wie Teil 1. Der Sprecher bringt den nötigen Schwung rein. 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

romantik, liebe, englische abenteuer-literatur, helden, gefahr

Die Schmuggler-Lady

Lisa McAbbey
E-Buch Text: 264 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.10.2017
ISBN 9783732542819
Genre: Historische Romane

Rezension:

England, 1784: Lysias Sorgen sind groß. Ihr Vater früh verstorben, ist nun nicht genug Geld vorhanden, um das gewohnt vornehme Leben weiterzuführen. Außerdem wurde das Haus einem entfernten Verwandten vermacht und es droht der Umzug nach London in eine nicht so herrschaftliche Gegend. Ein weiteres Erbe ist jedoch die Schmugglerbande, die Lysia übernommen hat, um ihrer Mutter, ihrer Tante und ihren Schwestern vielleicht doch noch ein angenehmes Leben bieten zu können. Der Earl von Darrington will jedoch gegen die Schmuggler vorgehen und so droht alles aufzufliegen. Mithilfe ihres treuen Gehilfen Gibbs und dem sehr aufregenden Rossknecht Jack Ryder versucht Lysia noch genügend Geld für das Haus in London zu "verdienen". Nur ist es gerade Jack, der sie von dem Vorhaben abzulenken droht.
Immer wieder komme ich in Versuchung, solche "Liebesschnulzen" zu lesen, obwohl sie gar nicht in mein bevorzugtes Genre fallen. Bei Lisa McAbbey jedoch kann ich nicht nein sagen, da mir ihre Geschichten sehr gut gefallen. Dies hat aber damit zu tun, dass sich die Autorin Themen annimmt, die nicht so "populär" sind und damit etwas abseits vom Mainstream agiert. Hier kann man nämlich auch so einiges lernen, was einem vielleicht gar nicht  interessiert hätte.
Diesmal geht es um Schmuggel von Alkohol und Tee. Im 18. Jahrhundert fand dieser nämlich in großem Maße statt. Ein höchstinteressantes Thema. Die Liebesgeschichte, die sich drumherum spinnt, wirkt dadurch gar nicht so aufdringlich, eher aufregend. Denn Lysia, eigentlich eine vornehme Dame, verguckt sich ausgerechnet in einen Mann unter ihrem Stand. Mit einem sehr flüssigen Schreibstil erzählt die Autorin Lysias Geschichte. Der Kampf um die Existenz ist hart, doch Lydia ist eine starke Persönlichkeit, die nicht aufgibt und nach jedem Strohhalm greift, der sich ihr bietet. Dass dieser Strohhalm illegal ist, nimmt sie in Kauf. Sie will für ihre Familie nur das Beste und benötigt Geld, um einen neuen Start hinlegen zu können.
Nachdem der Earl von Darrington verlauten ließ, dass er dem Schmuggel ein Ende machen will, ist es für Lysia doppelt so schwer, alles geheim zu halten. 
Hilfe bekommt sie von ihrem Gehilfen Gibbs, der mich irgendwie - wahrscheinlich wegen dem Namen - an einen Piraten aus "Fluch der Karibik" erinnert hatte. Mr. Gibbs ist dabei die rechte Hand von Jack Sparrow, eine treue Seele. Und so ist auch Gibbs in dem Buch. Loyal und hilfsbereit. Ein echter Freund und - nach dem Tod von Lysias Vater - auch eine Art Vaterersatz. 
Weitere Hilfe gibt es von Jack Ryder, einem Rossknecht, der ausgerechnet auf dem Anwesen des Earl von Darrington arbeitet. Jack hat mir sehr gut gefallen, da er eine sehr forsche Art hat und Lysia mehr als einmal zum Erröten bringt. Er sagt, was er denkt und steht auch dazu. Er ist Lysia ebenfalls treu ergeben und testet auch gerne Grenzen aus, die er eigentlich nicht überschreiten darf.
Die Wortgefechte zwischen Lysia und Jack waren höchst unterhaltsam. Zwischen den beiden knistert es gewaltig und das verwirrt nicht nur Lysia.
Ich habe mit Spannung auf das Ende hin gelesen, um dann meine Vermutung bestätigt zu bekommen, die ich ab Mitte es Romanes hegte. Dies hat mich persönlich sehr gefreut.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Der Unterhaltungswert ist hoch und nebenbei lernt man so einiges über Schmuggel. Lysia und Jack haben mich begeistern können.
Fazit:Eine historische Liebesgeschichte mit Lerneffekt.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

steampunk, anthologie, kurzgeschichten, punk, mechanik

Eis und Dampf

Christian Vogt , Stefan Holzhauer , Judith Vogt , Eevie Demirtel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 01.12.2013
ISBN 9783867622004
Genre: Fantasy

Rezension:


Im 9. Jahrhundert nach Christus brachen auf Island Vulkane aus und hinterließen ein Kälteperiode, die sich über ganz Europa ausweitete. Das Land wurde unwirtlich, Rohstoffförderung schwer, Amerika nie entdeckt. Dampfkraft, Æronautik und Elektrizität läuten jedoch eine neue Periode ein und der Fortschritt neigt sich in eine andere Richtung. Das viktorianisch angehauchte Zeitalter wartet mit Dampfmaschinen auf und Zeppeline fliegen durch die Luft. 


In dieser Steampunk-Anthologie haben sich 13 Autoren so ihre Gedanken zu diesem alternativen Europa gemacht und eine Kurzgeschichtensammlung der fantastischen Art herausgebracht. Die verschiedenen Protagonisten in den Geschichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Wir begegnen Agenten, Tagelöhnern, Dieben, Mördern, Handwerkern, Navigatoren und vielen anderen interessanten Persönlichkeiten. Wir treffen aber auch alte Bekannte, wie in der Geschichte "Der Puppenmacher" von Judith Vogt C. Vogt, die uns auch schon von den Büchern "Die zerbrochene Puppe" und "Die verlorene Puppe" bekannt ist. 


Die Geschichte "Der Puppenmacher" hat übrigens auch einen ernsthaften Hintergrund, welcher HIER nachzulesen ist.


Wir plündern mit Friesen, führen Aufträge im Namen Ænglands aus und begeben uns in unwirtliche Gegenden. 
Eines haben die Geschichten jedoch gemeinsam: Sie sind absolut spannend zu lesen. Ich war durchweg begeistert und auch mal wieder total fasziniert, wie unterschiedlich die Autoren doch an das Thema herangegangen sind. 


13 Kurzgeschichten, die verschiedener nicht sein könnten, aber immer den gemeinsamen Nenner "Eis und Dampf" haben. So meint man, sich zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Orten aufzuhalten und hofft fast, dass am Ende alle Charaktere in einem großen Showdown aufeinandertreffen (soweit sie "ihre" Geschichte auch überleben).


Ein paar haben sich mir besonders ins Gedächtnis eingeprägt. So z. B. "Honig mit Hindernissen" von André Wiesler. Wir begegnen Tindwerch, einem Riesen von einem Mann, der eigentlich nur seine Zahnschmerzen behandeln lassen möchte. Durch Zufall rettet er jedoch Heike Most vor ihren Entführern und bekommt danach von deren Vater ein unmoralisches Angebot.
Tindwerch hat mir sehr gut gefallen, da er naiv wirkt, aber es faustdick hinter den Ohren hat. Er nutzt seine Art aus, weiß aber ganz genau was er will. Außerdem ist er nicht auf den Mund gefallen, sagt, was er denkt und wirkt dadurch noch sympathischer. 


"Das Tourbillon" von Henning Mützlitz erzählt von einem Uhrmacher, der für die Großherzogin zum Geburtstag eine besondere Uhr anfertigen soll. Dies tut er auch, wird allerdings erst im letzten Moment fertig und bittet seinen Gehilfen, die Uhr nun abzuliefern, damit sie noch rechtzeitig übergeben werden kann. 
Die Geschichte wartet mit allerlei Interessantem auf und hier war es vor allem der Schreibstil, der mich in den Bann gezogen hat.


"Im Auge des Sturms" von Stefan Schweikert hat mir auch besonders gut gefallen. Hier geht es um Samantha, ein junges Mädchen, das Anführerin einer Straßenbande ist. Mit Diebstählen halten sie sich alle über Wasser. Als Samantha geschnappt wird, kommt sie in eine Art Irrenanstalt und muss für Experimente herhalten. Bei dem Angriff der Friesen auf die Stadt, kann Samantha jedoch entkommen und bekommt ihren größten Wunsch erfüllt.
Dies war für mich die traurigste Geschichte des Buches, da mir Samantha in kurzer Zeit ans Herz gewachsen ist. Allein muss sie sich und eine Horde Kinder durchfüttern, wird von einem gleichaltrigen Jungen gepiesackt, der ihr die Führung abspenstig machen möchte und gerät dann auch noch an die falschen Leute. 


Dies ist nur eine kleine Auswahl an Geschichten, aber das Buch ist voll von spannenden, interessanten und fantastischen Storys. Die Schreibstile sind durchweg flüssig und packend zu lesen. Jeder Steampunk-Begeisterte kommt hier voll auf seine Kosten. Absolut empfehlenswert.


Fazit:
Steampunk-Storys der feinsten Art.

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103 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

fantasy, hildegunst von mythenmetz, graphic novel, zamonien, bücher

Die Stadt der Träumenden Bücher - Buchhaim

Walter Moers , Florian Biege
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Knaus, 06.11.2017
ISBN 9783813505016
Genre: Comics

Rezension:


Hildegunst von Mythenmetz, Bewohner der Lindwurmfeste, wacht am Totenbett seines Dichtpaten Danzelot von Silbendrechsler. Bevor dieser endgültig von ihm geht, übergibt er Hildegunst ein Manuskript und die Aufgabe, den Verfasser dieses großartigen Meisterwerkes zu finden. Einziger Hinweis: Buchhaim, die Stadt der träumenden Bücher. Dorthin begibt sich Hildegunst und ist bei Ankunft gleich fasziniert von dem Ort, an dem Bücher auf jede erdenkliche Weise geehrt werden. Antiquariate, Verlage, Druckereien, gemütliche Lesecafes, Dichter und Denker an jeder Ecke, Geschäfte, die sich mit allem rund ums Buch befassen. Alles hat mit dem gedruckten Wort zu tun. Bei seinen Nachforschungen stößt Hildegunst auf Phistomefel Smeik, der ihm dabei helfen kann, den Verfasser des Manuskriptes zu finden. Doch kann Hildegunst ihm wirklich trauen?


Ein großartiges Buch in Bilder gebannt. Die Graphic Novel umfasst die erste Hälfte des Buches "Die Stadt der träumenden Bücher" und erzählt, warum der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz die Lindwurmfeste verlässt und nach Buchhaim geht, um dort den unbekannten Verfasser eines Manuskriptes zu finden. Hildegunst erlebt so einiges in der Stadt und lernt auch so manche Leute kennen. Einige meinen es gut mit ihm, andere nicht.


Ich bin wirklich begeistert von der Graphic Novel. Der Autor Walter Moers hat mehrere Jahre an der Umsetzung gearbeitet und zusammen mit dem Illustrator Florian Biege nun eine Graphic Novel vorgelegt, die seinesgleichen sucht. Die Bilder sind aufwendig gearbeitet, mit vielen Details geschmückt und spiegeln den Inhalt der Geschichte in wunderbarer Weise wider.


Oftmals sind mir Dinge erst auf den zweiten oder dritten Blick aufgefallen, nicht etwa, weil sie schwer zu finden sind, sondern weil eben sehr viel zu finden ist. So gibt es auch etliche Anspielungen auf andere Zamonien-Romane wie z.B. "Der Schrecksenmeister" oder "Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär".
Diese Detailverliebtheit hat mir sehr gut gefallen, denn so hat man in meinen Augen noch viel mehr von dieser Graphic Novel.


Die Texte waren ebenfalls sehr informativ gestaltet. Mit knappen Worten wird die Geschichte von den Charakteren erzählt. Kleinere Kästchen mit erzählender Wirkung taten den Rest. Ansonsten sprechen die Bilder. Der Autor, der ja eng mit dem Illustrator zusammengearbeitet hat, konnte dadurch auch seine Vorstellungen einfließen lassen. 


Man merkt der Graphic Novel die viele Arbeit an, die in ihr steckt. Alles wirkt sehr durchdacht, hochwertig und stilvoll. Und auch genau auf das Buch abgestimmt. So geht der Reiz der ganzen Geschichte nicht verloren und ist eine wertvolle Ergänzung. Ich würde mich freuen, wenn es vielleicht noch mehrere Zamonien-Romane schaffen, "gemalt" zu werden.


Die Geschichte an sich ist gerade für Buchverrückte sehr interessant. Denn hier werden Bücher in den Mittelpunkt gerückt. Auf sehr fantastische Art und Weise wird hier eine kleine Hommage an Bücher aufgetischt. Alle Formen, Genre, Farben und Größen werden gehuldigt. Gepaart mit den teilweise sehr schrulligen, komischen, bösen, naiven und geheimnisvollen Einwohnern Zamoniens ergibt sich eine spannende Abenteuerreise durch die Stadt Buchhaim mit seinen vielen ober- und unterirdischen Orten. 


Hildegunst von Mythenmetz, der selbst ein großer Schriftsteller werden will, geht erst naiv an die Aufgabe heran, wächst jedoch mit jeder neuen, die er löst, ein großes Stück und stürzt dabei in sein wohl größtes Abenteuer. 


Band 2 erscheint im Januar 2018. Ich freue mich.


Fazit: 
Ein Abenteuer in einer ganz besonderen Stadt auf eine ganz besondere Art.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

hitler, lauf für den führer, fiktive geschichte, nazis, marathon

Ich war Hitlers Trauzeuge

Peter Keglevic
Fester Einband
Erschienen bei Knaus, 18.09.2017
ISBN 9783813507270
Genre: Romane

Rezension:


Harry Freudenthal ist Jude und lebt zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Für ihn kein leichtes Unterfangen, muss er doch verheimlichen, was sein wahrer Glaube ist. Irgendwie schafft er es, den Schergen der SS zu entfliehen, ist jedoch auch immerwährend auf der Flucht. Durch Zufall und dem Einwirken der Reichsfilmregisseurin Leni Riefenstahl nimmt er am Jahreslauf zu Ehren des Führers teil. 1000 Kilometer von Berchtesgaden nach Berlin in tägliche Abschnitte aufgeteilt. Der Sieger hat die Ehre, dem Führer am 20. April zu seinem Geburtstag zu gratulieren.
Harry wird zu Paul Renner und läuft inkognito mit, hat jedoch Mühe, sein Geheimnis zu bewahren. Doch er muss durchhalten. Bis zum Geburtstag, bis zum Bunker, bis zum Ende des Krieges.


Der Klappentext verspricht einen "grandiosen, tragikomischen Roman", der am Ostersonntag, 1945 beginnt. Denn dann startet "Wir laufen für den Führer", ein 1000 km langer Lauf von Berchtesgaden bis nach Berlin.
Was sich als irrwitziges Unterfangen seitens des Juden Harry Freudenthal herausstellt, entpuppt sich als ein Lauf um sein Leben. Ein Lauf, um sich und seine Religion zu retten. Und so lässt er sich auf den Lauf ein und gibt sein Bestes.


Wir lernen zu Anfang den Juden Harry Freudenthal kennen. Er sitzt in einem Friseursalon und mit seinen über 90 Jahren trägt er nun schon seit langer Zeit ein Geheimnis mit sich herum. Jetzt, hier im Salon, muss es heraus und er beginnt zu erzählen. Von seiner Jugend, von dem Lauf und von seinen Erlebnissen mit diversen im zweiten Weltkrieg lebenden Personen.


Wir treffen auf Leni Riefenstahl, Goebbels, Eva Braun, Hitler und andere seiner Schergen. Wir erleben die Schrecken des Krieges, die letzten Tage des Adolf Hitler sowie Harrys Angst, ob er lebend aus dem Ganzen herauskommt.


Der Lauf von Berchtesgaden nach Berlin ist in Etappen aufgeteilt. Jeden Tag wird ein bestimmter Abschnitt gerannt, wobei man durch die unterschiedlichsten Gegenden läuft. Je näher Harry alias Paul an Berlin herankommt, umso mehr bekommt er vom Krieg mit. Bombenabwürfe, Tote auf der Straßen, brennende Häuser, geplünderte Dörfer, das ganze Elend des Krieges. Das Ende ist so nah.


Während dem Laufen hat Harry viel Zeit nachzudenken und so bekommen wir Rückblicke auf sein bislang 25 Jahre währendes Leben. Und er hat viel erlebt. Sehr viel. Sehr, sehr viel. So viel, dass ich ca. in der Mitte des Buches mehr als skeptisch war, ob man so viel überhaupt in 25 Jahren erleben kann. Denn die Rückblicke sind so zahlreich, dass ich den Überblick verloren habe. Den Überblick über Harry, seine Freunde und seine Erlebnisse.


Und dann ist da noch Harrys selbst auferlegte Mission. Er will gewinnen, um in den Bunker zu Hitler zu gelangen. Denn so hat er vielleicht die Chance, zu überleben. Und er schafft es tatsächlich, zu gewinnen. Doch im Bunker angekommen, neigt sich alles dem Ende zu. Er erlebt die letzten Tage des Adolf Hitler und seiner Getreuen.


Der Autor hat mich am Anfang noch mitreißen können. Doch dann verzettelt er sich meiner Meinung nach so sehr in seinen Rückblicken, dass ich Mühe hatte, auseinanderzuhalten, ob wir uns jetzt im Jahre 1945 befinden oder in den Rückblicken. Harry trifft auf eine Unmenge von Menschen, in seinen Gedanken und während des aktuellen Laufs. Viele Namen werden genannt, viele Orte besucht und so einige Erlebnisse erlebt.


Mir war alles einfach zu viel. Teilweise habe ich die Rückblicke auch nur überflogen und versucht, nur dem aktuellen Lauf zu folgen. Erst die letzten 50 Seiten haben mich wieder fesseln können, als sich Harry im Bunker aufhält und dort Adolf Hitler, Eva Braun und andere bekannte SSler kennenlernt. Und ab da wird es auch wieder sehr "fantastisch", die Phantasie des Autors kennt keine Grenzen. Und kommt auch wieder an das heran, was ich zu Anfang des Romanes so gut fand. 


Der Schreibstil ist anfangs noch sehr packend, aber irgendwann ließ es bei mir das Interesse nach, eben aufgrund der so zahlreichen Informationen. 


Fazit:
Guter Anfang, gutes Ende. Nur zwischendrin war es einfach "too much". 

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1.007 Bibliotheken, 73 Leser, 0 Gruppen, 95 Rezensionen

kerstin gier, wolkenschloss, liebe, jugendbuch, schweiz

Wolkenschloss

Kerstin Gier
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 09.10.2017
ISBN 9783841440211
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Fanny Funke arbeitet als Jahrespraktikantin in einem Grandhotel in der Schweiz. Das Hotel wird "Wolkenschloss" genannt, weil es aufgrund seiner Lage in den Bergen eben an ein solches erinnert. Fanny übernimmt Aufgaben wie Kinderbetreuung, Hilfe im Wellnessbereich, Reinigung der Zimmer oder auch die Bewältigung der Wäscheberge, die täglich anfallen. Als eines Tages der Job als Babysitter fast in die Hose geht, ist ihre Rettung Ben, der Sohn des Besitzers des Hotels. Er kommt in den Weihnachtsferien, um im Hotel zu arbeiten. Fanny findet Gefallen an ihm, aber da ist auch noch Tristan, ein junger Mann, der zusammen mit seinem Großvater im Hotel Urlaub macht. 
Fanny hat jedoch alle Hände voll zu tun. Weihnachten und der große Silvesterball stehen an. Viele Gäste quartieren sich ein. Die russische Familie Smirnov, berühmte Autoren und ehemalige Sportler sowie Gäste, die schon seit Jahren die Ferien im Hotel verbringen. 
Als das Gerücht vom Hotel-Kidnapper die Runde macht, glauben alle, dass dies im Wolkenschloss nie passieren könnte. Fanny macht jedoch nicht nur das Gerücht zu schaffen, sondern auch ihre Gefühle für Ben und Tristan.


Welch eine zuckersüße Geschichte. Man ist von Anfang an verliebt in die Figuren, das Setting und die Handlung. 
Nach und nach lernt man die Charaktere kennen, die sich in unser Herz schleichen und mit ihren Schrullen und Eigenarten den ganzen Charme des Hotels in den Wolken ausmachen.


Vorneweg ist es Fanny, die die Geschichte trägt. Als Jahrespraktikantin hat sie es nicht so leicht. Sie ist das Mädchen für alles, muss verschiedene Stationen im Hotel durchlaufen, unter der strengen Hand von Fräulein Müller, die man eigentlich nie zu Gesicht bekommt. Fanny ist Kindermädchen, Putzfee, Wäscherin, Wellness-Beraterin und eigentlich immer unterwegs. Die kurzen Ruhepausen füllt sie mit der Fütterung von zutraulichen Dohlen, Nachforschungen über Ungereimtheiten, Flirten mit gut aussehenden Jungs oder einfach, um ihre Neugier zu stillen. 


Die Autorin erzählt dabei in einem leichten Stil die Geschichte, als würde alles so nebenbei passieren. Viele Klischees werden erfüllt, doch kommt dies einem gar nicht so vor, weil es einfach nur Spaß macht, Fanny bei ihren täglichen Aufgaben und Erlebnissen zu begleiten.
Fanny steckt voller Energie. Mit 17 Jahren hat man diese noch. Und sie nimmt alles fast klaglos hin. Ihre Pflichten erfüllt sie gewissenhaft, kommt mit ihren Kollegen und den Gästen sehr gut aus, kümmert sich hingebungsvoll um die Kinder und hat auch immer einen netten Spruch auf Lager. 


Das Cover ist einfach wunderschön. Fliederfarben ist das Wolkenschloss abgebildet und vermittelt so schon das Gefühl einer wunderschönen Geschichte. Welche auch wirklich im Inneren steckt. Ich bin immer wieder überrascht, wie das Cover das Innere eines Buches widerspiegelt. 


Alle Charaktere sind schön gezeichnet, tragen mehr oder weniger zur Geschichte bei und eigentlich gibt es keinen, den man so gar nicht mag. Selbst die "Bösen" kann man nicht hassen. 


Auch wenn die Geschichte bis kurz vor Ende so vor sich hin plätschert, kommt doch keine Langeweile auf. Und zwischendurch gibt es sogar Stellen, die ein bisschen fantastisch daherkommen. Dies macht den magischen Reiz des Hotels aus und führt auch zu einigen Fragen, die am Ende ein bisschen beantwortet werden.


Ich habe jetzt schon mehrfach gelesen, dass es sich hier um einen Einzelband handeln soll. Eigentlich schade, da ich gerne noch längere Zeit in dem Hotel verbracht hätte. Vielleicht entscheidet sich die Autorin  - auch wenn es kein allzu offenes Ende gibt - doch nochmal in die Schweiz zurückzukehren und uns weitere Abenteuer mit Fanny und dem Personal des Wolkenschlosses erleben zu lassen. 


Gerne würde ich in diesem Hotel einmal Urlaub machen, gerade zur Weihnachtszeit. Ich bin kein Fan von Schnee, aber der Zauber, der von allem ausging, hat mich sehr gefangen genommen und ließ mich nur widerwillig wieder aus der Geschichte auftauchen.


Fazit:
Eine zuckersüße Geschichte mit zuckersüßen Charakteren und einem zuckersüßen Cover. 

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(356)

796 Bibliotheken, 46 Leser, 0 Gruppen, 119 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, flugangst, flugangst 7a, psychothriller

Flugangst 7A

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer, 25.10.2017
ISBN 9783426199213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Mats Krüger ist Therapeut und leidet an Flugangst, versucht diese jedoch zu bekämpfen und fliegt von Buenos Aires nach Berlin, um dort seiner schwangeren Tochter Nele bei der Geburt beizustehen. Kaum im Flugzeug angekommen, bekommt er einen Anruf, dass Nele entführt wurde und er sie nur retten kann, wenn er es schafft, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Seine einzige Waffe: ein Passagier, bei welchem er eine vor Jahren gelungene Therapie rückgängig machen soll. Mats muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen: Rettet er Nele und bringt dafür über 600 Passagiere, die Crew des Flugzeugs und sich selbst dabei um oder rettet er das Flugzeug und verliert dafür das einzige Gute, was er in seinem Leben noch hat?


So viel hat uns der Autor schon durchmachen lassen: Hetz- und Verfolgungsjagden durch Städte, seelische Abgründe, die das Schlimmste aus einem herausholen, stürmische Inseln, auf denen perfide Spiele gespielt werden, Träume, die einem in den Wahnsinn treiben, Kreuzfahrten in den Tod. Immer wieder wird dabei mit der Psyche gespielt, immer wieder treibt uns der Autor in den Wahnsinn, weil letztendlich alles anders ist, wie gedacht.


Nach den letzten für mich etwas schwächeren Bänden, habe ich nun auf einen "alten Fitzek" gehofft. Einen Roman, der mich fesselt, mich packt und mir zeigt, dass der Autor es kann. "Die Therapie" oder "Der Seelenbrecher" haben mich gelehrt, dass das Dunkle in jedem von uns steckt. "Abgeschnitten" zeigte mir, dass ich lieber nicht bei Sturm auf einer Insel sein möchte und Kreuzfahrten habe ich mir nun sowieso abgeschminkt.


Nun begeben wir uns die Höhe und fliegen zusammen mit Dr. Mats Krüger nach Deutschland, damit er dort seine schwangere Tochter Nele bei deren Geburt begleiten kann. Er selbst leidet jedoch an Flugangst und kann nur mit viel Mühe an Bord der Maschine gehen. Doch möchte er den Wunsch seiner Tochter erfüllen.


Und als hätte er es geahnt, kommt es zu Komplikationen. Nicht, weil das Wetter schlecht ist, sondern weil er durch einen Anruf von der Entführung seiner Tochter erfährt. Außerdem sei er der einzige, der sie retten könne, wenn es ihm gelingt, das Flugzeug abstürzen zu lassen.


Schon sind wir mittendrin in einem spannenden und packenden Psychothriller, der mal wieder offenlegt, wie einfach manche Leute zu manipulieren sind und welche perfiden Spiele mit einem getrieben werden können, damit der Wille einer einzelnen Person seinen Weg findet und durchgesetzt werden kann.


Die Geschichte wird in drei Strängen erzählt. Einmal hoch in der Luft durch Mats Krüger, einmal in Berlin durch seine Tochter Nele und - ebenfalls in Berlin - durch Mats Kollegin Feli, die seinen Hilfe(an)ruf ernst nimmt und sich auf die Suche nach Informationen macht.


Mats selbst war mir nicht sehr sympathisch, zumindest die ersten 2/3 des Buches. Er wirkte auf mich eher fahrig (vielleicht auch bedingt durch die Flugangst), teilweise war sein Handeln nicht nachzuvollziehen. Und doch ergab alles am Ende einen Sinn, was bei mir persönlich dann auch ein paar Sympathiepunkte ihm gegenüber hervorbrachte.


Nele hat es nicht leicht. Sitzengelassen vom Ex-Freund, muss sie, schwanger und auch mit einer gefährlichen Krankheit geschlagen, alleine für ihre Zukunft sorgen. Sie geht es zwar schon richtig an, in dem sie für sich und das ungeborene Kind viele Pläne hat, doch scheint sie mir recht naiv und auch unentschlossen. Sie tat mir sehr leid, weil ihr einfach eine Bezugsperson fehlte, an der sie sich orientieren bzw. die sie etwas fragen konnte.


Feli, eine Kollegin von Mats, soll eigentlich an dem Tag heiraten, doch der Anruf von Mats führt sie dazu, nach Nele zu suchen und kommt dabei Ungeheuerlichem auf die Spur. Feli fand ich persönlich noch am interessantesten, weil sie mit der Suche nach Nele ihr Leben selbst in Frage stellt und wichtige Entscheidungen trifft, die nicht nur ihre Zukunft besiegeln.


Auch wenn ich nicht zu 100 % zufrieden war, war die Geschichte dennoch spannend und irreführend. Es gab einige Wendungen, auch wenn ich von Anfang an einen Verdacht hatte, der sich auch bestätigte. Die Psyche wird gerade bei Mats voll ausgereizt und er überrascht am Ende dann doch, so dass die ganze Story nochmals einen gewissen Kick bekommt. 


Der Autor bedient sich einem aktuellen Thema. Der Absturz der German Wings Maschine im Jahre 2015 - der damalige Pilot ließ die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in Südfrankreich zerschellen, weil er beschlossen hatte, Suizid zu begehen. Aufgrund dessen soll es nun stärkere Tests für Piloten geben, um herauszufinden, ob diese psychisch angeschlagen sind, unter Depressionen oder sonstigen Krankheiten leiden. Der Autor spinnt nun die ganze Geschichte weiter und heraus kam dabei eben "Flugangst 7A". 


Wer sich fragt, warum gerade "7A" muss das Buch lesen, da mit kleinen Andeutungen auch diverse Statistiken im Buch untergebracht sind, die für an Flugangst leidende Personen bestimmt sehr interessant sind. Ich selbst mag den Start und die Landung bei Flügen nicht und bin froh, wenn ich es hinter mich gebracht habe, vom Fliegen wird mich das Buch und meine Angst jedoch nicht abhalten, weil ich eben gerne fremde Länder erkunde. 


Viele Themen werden auf den 400 Seiten abgehandelt, eigentlich viel zu kurz, um alles richtig zu erklären. Das Ende war interessant und teilweise überraschend, was eben den Protagonisten Mats angeht. 


Das hochwertige Cover verführt regelrecht zum Verkauf. Man blickt auf die Außenseite des Flugzeuges bzw. auf ein Fenster und eine erscheinende Hand. Entfernt man den Schmutzumschlag, kommt ein "Wackelbild" zum Vorschein, welches das Innere des Flugzeugs zeigt. Das Wackelbild erzeugt gleich eine Unmenge an Fantasie und passt zu der innenliegenden Story.


Fazit:
Eine spannende, wenn auch etwas vorhersehbare Geschichte mit einigen Wendungen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Augenblick der Ewigkeit

Cara D. Strange
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 14.10.2017
ISBN 9783945045138
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Der Zufall führt den Piloten Ian, die Piratin Sina und den Mechaniker Juri zusammen. Angeführt von der BeanSidhe El´ara reisen sie mit dem erbeuteten Raumschiff, der Melnir durch das Weltall, einer Spur folgend die zu einem unbestimmten Ziel führt. Die bunt zusammengewürfelte Mannschaft muss sich nun mit dem modernsten Schiff der Galaxie vertraut machen. 
Etwas Großes steckt hinter allem und die Gruppe muss sich Gefahren stellen. Doch können sie einander vertrauen?


Die Geschichte erinnert an eine Mix aus Star Wars, Star Trek und Guardians of the Galaxy. 
Fremde Welten, exotische Wesen und eine bunt zusammengewürfelte Truppen, die in einem modernen Raumschiff das Weltall retten müssen, aber nicht mal selbst wissen, was in ihnen vorgeht.


Die Autorin bietet von Anfang an tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten, so weit es die Persönlichkeiten zulassen. 
Bei Ian und Sina ist dies vor allem der Fall, denn in meinen Augen tragen die beiden den größten Anteil an der Geschichte. Zwar sind noch El´ara und später auch Juri involviert, doch strahlen Ian und Sina mehr Faszination aus.


Die unendliche Weite des Weltalls wird in diesem Roman auf einen kleinen Punkt zusammengefasst. Das Universum kommt einem gar nicht mehr so groß vor, obwohl doch einige "Orte" angeflogen werden.
Aber es wird auch viel Zeit auf dem Raumschiff, der Melnir, verbracht. Denn die Melnir wird zu einem neuen Zuhause, nachdem aus unterschiedlichen Gründen eben diese verloren gegangen sind. Ich muss zugeben, dass mir die Größe der Melnir trotz der Beschreibungen ein Rätsel blieb. Teilweise war alles sehr verwirrend. Eine kleine Zeichnung zu dem Schiff hätte mir geholfen. 
Auch die Planeten und Orte waren unübersichtlich. 


Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen, an den richtigen Stellen packend, einfühlsam und in die Tiefe gehend.
Gerade die Protagonisten werden greifbar und Sina (was aber nicht an der Namensgleichheit zu mir lag) hat mir besonders gut gefallen. Ihre Vergangenheit und die Gegenwart ließen mich immer nur hoffen, dass sie in Zukunft ein besseres und ruhigeres Leben führt. Im Nachhinein betrachtet würde dies zwar nicht so recht zu ihr passen und doch wünsche ich mir für sie einfach eine Konstante, die sie durchs Leben führt.


"Augenblick der Ewigkeit" ist der Auftakt zu einer Reihe und hört auch an einer sehr spannenden Stelle auf. Ich hoffe, der zweite Teil ist schon in Arbeit und erscheint recht zügig.


Fazit:
Ein spannendes Weltraumabenteuer. 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

maskenball, dämonen, kurzgeschichten, mystisch, masken

Masken

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Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 30.07.2013
ISBN 9783981509298
Genre: Sonstiges

Rezension:


Man kann nie wissen, was sich hinter einer Maske verbirgt. Sie kann Gutes tun oder zum Bösen verleiten. Man fühlt sich wohl oder lernt Gefühle kennen, die einem das Fürchten lehren. 


16 Autoren haben sich dem Thema "Masken" gewidmet und sich Gedanken gemacht. Herausgekommen ist ein Mix aus fantastischen, mysteriösen und dunklen Kurzgeschichten. Horror und Liebe treffen auf Krimi und Thriller. Fantasy mischt sich mit Realität und letztendlich weiß man nicht, ob es erfunden ist oder wirklich so stattgefunden hat. Für jeden ist etwas dabei. Man rätselt, man lacht, man fürchtet. Alle Geschichten führten zu einem Abgrund, dessen Grenze man nicht überschreiten möchte, aber manchmal auch gezwungen wird, einen weiteren Schritt zu gehen.


Verführerisch kommen manche Masken daher, andere verstecken oder holen etwas aus einem hervor, das zu dunklen Gefühlen führt. Jede Maske hat ihr Eigenleben. Manchmal braucht man eine in Form von Porzellan, Holz oder Tuch. Manchmal steckt sie in uns. Und  ist es immer ein Teil von uns. Man lässt sich nicht dahinter schauen, verbirgt etwas und doch kommen Dinge hervor, die so nicht geplant sind. 


Nicht alle Geschichten enden mit Happy End. Dies hat mir jedoch sehr gut gefallen, da so Abwechslung ins Ganze kam. Man konnte sich nie sicher sein, ob es für den jeweiligen Protagonisten gut ausging oder ob er der Verführung verfällt. Das Rätselraten, ob bis zum Ende durchgehalten wird oder man (sich selbst) verliert. 


Alle Geschichten haben mir sehr gut gefallen, doch gab es wieder welche, die ich hervorheben  möchte, da sie mir durch Schreibstil, Ausdruck oder Inhalt aufgefallen sind.


"Dämonenmaske" von Bianca Brach erzählt die Geschichte von Brittany, die als Graue Maus durch das Leben schleicht. Mit 27 Jahren noch Jungfrau und eigentlich eher der introvertierte Typ, versteckt sie sich hinter Büchern und ihrem Job im Reisebüro. Ihr bester Freund Matthew, gut aussehend und eigentlich das genaue Gegenteil zu ihr, versucht jedoch, ihr die Freuden des Lebens zu zeigen. Als beide zu einem Maskenball gehen, bemerkt sie, dass die Masken, die dort getragen werden, schreckliches verbergen.


"Die Maske des Gargoyles" von Stefanie Bender hat mir von Anfang an schon wegen dem Titel gut gefallen. Gargoyles sind für mich sehr faszinierende Geschöpfe und wenn ich Wasserspeier auf alten Kirchen oder Häusern sehe, muss ich diese sofort fotografieren und in meinem Kopf fängt die Fantasie an zu sprudeln. Die Autorin zeigt uns jedoch den Gargoyle von seiner schwarzen Seite.


Kriss Ruhi führt uns an den "Baikalsees" und zeigt, was einem erwarten kann, wenn man sein Vertrauen an die falschen Leute verschenkt.


Alle Geschichten sind ausgereift und interessant zu lesen. Was aber auch an der Aufmachung des Buches liegt. Denn dies ist auch wieder hervorzuheben. Die kreativen Ideen der Herausgeberin ziehen sich nämlich durch alle Bücher hindurch. So macht das Lesen einfach Spaß. 
Diesmal ist das Cover in Brauntönen gehalten und erinnert mich auf den ersten Blick eben an einen Maskenball aus dem Barock. Das Versteckspiel, das Geheimnisvolle und Mysteriöse spiegelt sich wider.


16 Geschichten, 16 unterschiedliche Ansichten. Ich bin immer wieder erstaunt, was Autoren aus einem vorgegebenen Thema machen. Das Buch ist eine kurzweilige Unterhaltung, regt auch zum Denken an und gibt Antworten auf die unterschiedlichsten Vorstellungen des Bösen und Guten.


Fazit:
Eine faszinierende Vorstellung, ein (Masken)Ball der Gefühle.

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

deep dream, labyrint, langatmig, dystopie, selbstmordversuch

Das Labyrinth ist ohne Gnade (3)

Rainer Wekwerth
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.06.2016
ISBN 9783401507934
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jeb, Jenna und Mary finden sich in der vorletzten Welt des Labyrinths wieder. Das Meer liegt in seinem unendlichen Blau vor ihnen. So weit das Auge reicht ist kein Ausweg in Sicht. Mary jedoch weiß, was sie erwartet, denn es ist ihre Welt, der Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Und schon erwartet sie die nächste zu nehmende Hürde, ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen ihre Ängste. Gnadenlos wird ihnen zugesetzt. Das Ende scheint sehr nah. Die retten Lösung führt zu einem weiteren Verlust, aber auch zu den so lang ersehnten Antworten. Und zu noch mehr Problemen. Denn das Labyrinth kennt keine Gnade.
Teil 3 hat der ganzen Trilogie nochmals das sprichwörtliche I-Tüpfelchen aufgesetzt. Ich habe noch nie eine Reihe beendet, die mich so derart unzufrieden zurückgelassen hat. Vorab: ich liebe offene Enden, bei denen man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann und sich so manche weitere Szenen noch selbst vorstellen muss. Doch das, was der Autor hier am Ende hat stehen lassen, ist für mich sehr unbefriedigend. Das erwartete Happy End ist keins, weil es eigentlich so gar kein Ende gibt. Die Geschichte bricht ab, nachdem eine Person eine Entscheidung getroffen hat, zu welcher man noch getrost drei weitere Bücher hätte schreiben können. Nach Lesen der letzten Seite schreit das Ende quasi nach einem weiteren Teil. Und doch ist die Reihe abgeschlossen. So dermaßen offen mag ich es dann auch nicht.
Nach dem schwachen ersten Teil, den der zweite jedoch ausgleichen konnte, hat mir der dritte Band bis auf die letzten Seiten gut gefallen. Spannung, Gefahr, Trauer und Hoffnung haben sich abgewechselt und somit einen spannenden und packenden Teil gebildet. Dann die (gelungene) Auflösung der ganzen Angelegenheit. Bis das dicke Ende kommt... und dann nichts mehr. Nicht mal in der Danksagung wird erklärt, warum das Buch so endet. Dies finde ich sehr schade, da ich so nicht nachvollziehen konnte, was der Autor sich dabei gedacht hat.
Die neue Welt, in der sich Jeb, Jenna und Mary zu Anfang befinden, ist sehr bedrohlich, obwohl sie auf den ersten Blick beruhigend wirkt. Das Wasser und vor allem die sengende Hitze wird jedoch zum Problem. Auch die im Meer lebenden Bewohner setzen den drei ordentlich zu. Mary übernimmt diesmal den starken Part und tritt in den Vordergrund. Warum, wird dann ab Mitte des Buches sehr deutlich. Gerade bei ihr ist eine ordentliche Entwicklung auszumachen. Ist sie in den ersten beiden Bänden noch eher das schwächste Glied der Kette, hat sich dies geändert und Mary ist der Charakter, um den sich alles dreht. Jeb und Jenna treten sehr in den Hintergrund, was sich später aufklärt. 
Der Schreibstil des Autors ist durchgehend packend, auch wenn sich ein paar Wiederholungen eingeschlichen haben. Dies stört jedoch den Lesefluss nicht. 
Die Idee des Autors ist unheimlich interessant, die Umsetzung war - nach dem die Auflösung ans Licht kam - auch gelungen. Und man versteht nach Lesen des dritten Teils auch, warum der Autor das Wort "Labyrinth" gewählt hat, was mir nach Lesen der ersten beiden Bände noch ein Rätsel war.
Fazit:Bis auf das sehr offene Ende eine spannende Reihe. 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

jules verne, h.g.wells, absinth, bordell, steampunk

Absinth

Sandra Bollenbacher , Markus Cremer , Martin Rüsch , M.W. Ludwig
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 14.10.2017
ISBN 9783945045114
Genre: Sonstiges

Rezension:


Absinth - ein Getränk, um welches sich viele Legenden ranken. 12 Autoren haben sich nun diesen Legenden angenommen und daraus Kurzgeschichten gesponnen. 12 Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.


Die Anthologie führt zu den verschiedensten Orten. Einmal ist die grüne Fee als Muse unterwegs, ein anderes Mal ist sie grausam und brutal. Doch jedesmal hat sie mit Künstlern zu tun. Sie regt die Phantasie an, nährt sich davon oder mordet.


Wir treffen auf die unterschiedlichsten Personen, fiktiv, wie auch historisch belegt. Schriftsteller, Maler, Dichter... allesamt Personen, die durch ihre Phantasie kreativ wurden und auch gerne zu dem grünen Getränk gegriffen haben. Zumindest in den Kurzgeschichten.
So begegnen uns Arthur Conan Doyle, Jules Verne, Mata Hari, Oscar Wilde und viele, viele mehr.


Auch wenn ich alle Kurzgeschichten ausnahmelos gut fand, gab es doch einige, die für mich aus der Menge herausstachen.


"Scheiß auf Nemo - rettet die Nautilus" von Markus Cremer z. B. ist eine lustig-wirre Geschichte über eine grüne Fee, die in einer eher abgewrackten Kneipe als Muse für Künstler unterwegs ist. Je mehr Absinth konsumiert wird, umso mehr kann sich die Fee in die Gedanken der jeweiligen Kreativen hineinversetzen und ihnen als Muse dazu verhelfen, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. So kommt es, dass sich die Fee in den Gedanken von Jules Verne wiederfindet und im dazu verhilft, dass er den Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" schreibt. Doch bis es soweit ist, müssen so einige Dinge durchgestanden werden.


In "Hipster van Gogh" hat sich Nina Teller die grüne Fee als moderne Geschäftsfrau vorgestellt, die verschiedene "Künstler" um sich gescharrt hat. Dabei bedient sie sich einer interessanten Methode, da die Künstler allesamt schon seit Jahrzehnten oder gar Jahrhundert tot sind. Unter anderem Vincent van Gogh arbeitet für sie.


Und "Der Tod des Sherlock Holmes" von Carmen Hübner erzählt die Geschichte von Arthur Conan Doyle, als dieser an einem wichtigen Punkt seiner Schreibkarriere steht und in der Schweiz über seine weitere Zukunft nachdenkt. Natürlich geht es dabei um den allseits beliebten Detektiven aus der Baker Street.


Aber egal, welchen Weg die grüne Fee auch einschlägt, immer wieder ist es der Absinth, der sie leitet und im Mittelpunkt steht. 


Aber nicht nur die Geschichten sind echte Höhepunkte, auch die Aufmachung des Buches ist wieder wunderschön. Wie alle Bücher aus dem Art Skript Phantastik Verlag ist auch dieses mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Die Grüntöne auf dem Cover sowie die abgebildete Fee zeigen schon genau, um was es geht und spiegeln den Inhalt deutlich wieder. Auch innen ist es mit schönen Überschriften und Absinthgläsern auf jeder Seite ein Schatz.


Die Autoren haben die Aufgabe, eine Kurzgeschichte über Absinth bzw. die grüne Fee zu schreiben, einfach hervorragend gelöst und kurzweilige Unterhaltung geschaffen. Ein ums andere Mal war ich begeistert von der gerade gelesenen Geschichte. Ein Buch, nach dem ich bestimmt öfter greifen werde.


Fazit:
Eine unterhaltsame Anthologie rund um die grüne Fee.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

schreiben, autor, kreativität, kreativ schreiben

Mein Buch

Katja Scholtz , Pascal Cloëtta
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 25.09.2017
ISBN 9783453285453
Genre: Sachbücher

Rezension:


Eine kreative Ader sollte ausgelebt werden. Falls einem jedoch die Ideen ausgehen, kann man zu "Mein Buch" greifen. Denn dort wird mit Ideen nur so um sich geworfen. 


Auf fast jeder Seite ist ein Thema vorgegeben, zu dem man etwas schreiben kann. Sei es als Fließtext oder einfach nur Stichpunkte. Viele Anregungen werden geboten. Von tiefsinnig bis unsinnig ist alles dabei. "Ein Herbstspaziergang. Beschreibe die Farben und Gerüche" fällt noch leicht, dann jedoch einen Vegetarier überzeugen, eine Currywurst mit einem zu essen oder die Trennung eines Paares aus Sicht des Hundes zu erzählen, ist schon schwieriger.


Durch viel Abwechslung wird es auch nicht langweilig, sich was auszudenken und so ergeben sich eben immer neue Ideen. Die Phantasie wird dabei noch mehr angeregt, so dass einem vielleicht auch selbst etwas einfällt. Es sind keine Grenzen gesetzt. 


Ich habe mich als erstes - passend zur Jahreszeit - an die Beschreibung des Herbstes gemacht, was mir noch relativ einfach fiel. 


Bei dem Punkt "Du erfährst, dass Du noch eine halbes Jahr zu leben hast. Schreibe eine Liste mit den Dingen, die du unbedingt tun möchtest" musste ich länger überlegen. 


Wie hält man eine Laudatio an den Erfinder der Dusche? Oder wie postet man als Faultier über seinen Tag auf Facebook?


Erlaubt ist, was Spaß macht. Manchmal reicht der Platz nicht aus, um alles aufzuschreiben, aber dann behilft man sich mit Zetteln, die man einlegen kann. Auf der letzten Seite befindet sich auch eine Lasche, in der man Zettel einlegen kann. 


Halt gibt ein Gummiband, das um das Buch gespannt werden kann. So fallen lose Sachen nicht heraus.


Ein Lesebändchen hilft, den Überblick nicht zu verlieren. 


Die Aufmachung des ganzen Buches ist wunderhübsch und so macht sich dieses Schmuckstück auch noch schön im Regal. 


Wer also schon immer mal einen Kühlschrank sprechen lassen will oder von einem schlecht gelaunten Bäcker das letzte Kastenbrot verkauft bekommt, sollte zu "Mein Buch" greifen und sich austoben. Es macht wirklich Spaß! 


Fazit:
Hier kann man seine Phantasie so richtig ausleben. 

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2.276 Bibliotheken, 77 Leser, 6 Gruppen, 199 Rezensionen

london, magie, fantasy, krimi, geister

Die Flüsse von London

Ben Aaronovitch , Karlheinz Dürr
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2012
ISBN 9783423213417
Genre: Fantasy

Rezension:

Peter Grant arbeitet als Police Constable in London. Zusammen mit seiner Kollegin Lesley hat er zur Zeit jedoch den undankbaren Job, den Tatort eines Mordes zu bewachen. Als ihm dort ein Geist erscheint, eröffnet sich für Peter eine neue Welt. Eine Welt voller Magie. Und plötzlich ist er ein Zauberlehrling. Zusammen mit Police Inspector Nightingale, der für magische Fälle der Spezialist zu sein scheint. Und lernt dabei London von seiner magischen Seite kennen. Doch so aufregend sich Peters neues Leben zeigt, so gefährlich ist die Magie, wenn sie missbraucht wird. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich schwierig und macht auch nicht vor den eigenen Polizeireihen halt.
Endlich habe ich es geschafft, diese so hochgelobte Reihe zu beginnen. Schon länger schleiche ich um sie herum. Umso glücklicher bin ich, dass mir der Auftakt sehr gut gefallen hat und ich hinsichtlich meiner Erwartungen nicht enttäuscht wurde. Dies lag unter anderem an dem Protagonisten Peter Grant, der die Tatsache, dass es Magie gibt, dermaßen gelassen aufnimmt und auch eine unendliche Geduld beim Lernen an den Tag legt. Außerdem zeigt er einen scharfen Verstand, gepaart mit dem gewissen Quäntchen Naivität, gerade was das weibliche Geschlecht angeht.
Viele verschiedene Charaktere bildeten einen bunten Mix aus magisch begabt, menschlich naiv und göttlich sexy. Dieser Mix kann sehr gut "ausgeschlachtet" werden und ergibt die Grundlage für viele weitere Ideen, die der Autor auch verfolgt und mittlerweile sechs Folgebände herausgebracht hat.
Jeder Charakter hat seine Ecken und Kanten. Dies macht die Protagonisten noch sympathischer oder eben unsympathisch, je nach dem, welche Rolle der Autor den jeweiligen Personen zugedacht hat. 
Nightingale nimmt sich Peter bezüglich seiner Magie-Ausbildung an und wirkt eher introvertiert. Doch wird er Peter ein guter Freund und auch Vaterersatz. Denn aufgrund seiner familiären Vergangenheit hatte es Peter nicht so leicht.
Doch nicht nur die Magie macht Peter zu schaffen, auch andere magische Personen mischen sich plötzlich in Peters Leben, allen voran Beverly, die eine Tochter von Mutter Themse ist und so als "lebendiger Nebenfluss" ihre ganz eigenen Reize hatUnd als wäre Peters Leben damit nicht schon kompliziert genug, wird der aufzuklärende Mordfall auch noch zu einer sehr persönlichen Angelegenheit.
Der Autor hat eine sehr erfrischende und packende Art, Peters Geschichte zu erzählen. Ich hatte keine Mühe, grade den Erklärungen über Magie zu folgen. Diese sind sehr logisch erklärt, auch wenn sie wissenschaftlich angehaucht sind. 
Da es sich um den ersten Band der Reihe handelt, werden natürlich viele Personen vorgestellt. Am meisten interessiert mich dabei die Haushälterin Molly im Hause Nightingales, die mit ihrem geheimnisvollen Verhalten so manche Rätsel aufgibt.
Der erste Teil ist ein packender Auftakt und ich bin sehr froh, dass die weiteren Teile schon auf meinen SuB liegen und nur darauf warten, verschlungen zu werden.
Fazit:Magie im modernen London.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

schauspieler, biografie, johnny depp

Johnny Depp

Thomas Fuchs
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.08.2016
ISBN 9783404609031
Genre: Biografien

Rezension:

Neben Büchern sind es vor allem Serien und Filme, die mich faszinieren. Doch gibt es nur wenige Schauspieler, die es schaffen, mich so richtig zu begeistern. Neben Tom Hanks (brillant in "Philadelphia" und "Cast Away"), Heath Ledger (unvergessen als "Ritter Aus Leidenschaft" und durchgeknallter Joker in "Batman") sowie Woody Harrelson (der mich schon in "Cheers" begeistert hat), ist es Johnny Depp, der sich in mein Herz geschauspielert hat. 
Bei Johnny Depp liegt das Phänomen aber auch an den genialen Tim Burton-Filmen, angefangen bei "Edward mit den Scherenhänden" bis hin zu "Alice im Wunderland". Johnny Depp ist einer der wandelbarsten Schauspieler, die ich kenne. Er lebt seine Träume in den Filmen aus. Denn so kurios die Rollen auch erscheinen, steckt dahinter jede Menge Arbeit. Johnny geht so in seinen Rollen auf, dass er auch noch monatelang nach Drehschluss manche Marotten beibehält und in sein reales Leben einbringt.Schaut man sich rückwirkend die Filme an, merkt man, dass da so einiges aus den Rollen mitgenommen wurde.
Auch wenn ich nicht jeden Film von ihm gesehen habe bzw. sehen wollte und auch nicht jeden Gesehenen gut fand ("Fear and loathing in Las Vegas", "The Tourist" oder "Lone Ranger") überwiegen jedoch die, die mir sehr gut gefallen. Allen voran natürlich den skurrilen Jack Sparrow aus "Fluch der Karibik" oder den schüchternen und weltfremden "Edward mit den Scherenhänden". 
Johnny Depp hatte keine einfache Kindheit, da seine Mutter als Hobby "Umziehen" hatte und er so mehr als 20 Mal den Wohnort wechseln musste. So hatte er eigentlich nie richtig Zeit, sich "Zuhause" zu fühlen. Und doch ist seine Mutter auch heute noch seine wichtigste Bezugsperson, der er auch sehr vieles zu verdanken hatte. 
Viele Frauen begleiteten ihn auf seinem Weg zu der Person, die er heute ist. Die bekanntesten sind wohl Winona Ryder, Kate Moss und Vanessa Paradies. Überrascht war ich jedoch, dass er auch längere Zeit mit Jennifer Grey liiert war. Jennifer ist uns bekannt als Baby aus "Dirty Dancing".
Große Freundschaft verbindet er mit Nicholas Cage, dem er den Anstoß zu seiner Karriere zu verdanken hat. Aber auch Tim Burton zählt zu einen Freunden.
Der Autor hat sich durch genaue Recherche durch Johnny Depps Leben gearbeitet und nun ein Bild von dem "Mann hinter den Masken" freigelegt, dass man so in keinem Wikipedia-Eintrag findet.
Es gab gute und schlechte Zeiten. Wobei zu Anfang die schlechten überwogen. Aber jetzt, mit mehr als 50 Jahren Erfahrung aus Leben, Film und Fernsehen, geht es nur noch bergauf.Sein Werk "Fluch der Karibik 5" konnte nach dem schwächeren vierten Teil wieder überzeugen. Und mit "Mord im Orientexpress" erhoffe ich mir einen unterhaltsamen Film mit hochkarätiger Besetzung. 
Der Schreibstil des Autors wirkt manchmal etwas "Frei nach Schnauze"  und teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass für etwas Partei ergriffen wurde bzw. auch mal Kritik geübt wurde. Hier insbesondere an der amerikanischen Filmindustrie und dem dortigen Ablauf.
Der Autor hat jedoch einen guten Eindruck in das Leben des doch sehr unnahbar wirkenden Schauspielers Johnny Depp gegeben, wobei seine Quellen eher Bücher, Dokumentationen und Zeitschriften sind. Ein Gespräch mit Johnny selbst oder seiner Agentur hat leider nicht stattgefunden.
Dies nimmt jedoch nicht den Spaß am Lesen, obwohl ich mir schon ein paar Bilder mehr gewünscht hätte. Vielleicht auch (wenn es diese überhaupt gibt) aus der Kindheit oder den Anfängen der Schauspielerei. 
Fazit:"Der Mann hinter den Masken" wird teilweise demaskiert und doch bleibt er immer noch faszinierend mysteriös.

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594 Bibliotheken, 13 Leser, 5 Gruppen, 77 Rezensionen

labyrinth, thriller, liebe, jugendbuch, das labyrinth jagt dich

Das Labyrinth jagt dich

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.08.2013
ISBN 9783401067896
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jeb, Jenna, Leon, Mischa und Mary haben es geschafft, sich in die nächste Welt zu retten. Diese entpuppt sich als eine Ansammlung von sterilen Zimmern, deren Wände von Zeit zu Zeit verschwinden. So ergibt sich die Möglichkeit, nach den Portalen zu suchen. Mischas Mathematikfähigkeiten ist ihnen dabei eine große Hilfe. Doch Mischa merkt, dass er Gefühle entwickelt, die er nicht zulassen darf. Denn so würde er nur seinen Platz für das Portal gefährden. Währenddessen merkt Jeb, dass er in der neuen Welt Angstzustände entwickelt, die sein Handeln und Denken beeinträchtigen. Jenna ist ihm jedoch eine große Hilfe, wird allerdings von Halluzinationen geplagt. Genau wie Mary. Nur Leon scheint ein bisschen den Überblick zu behalten, bis er mit etwas konfrontiert wird, mit dem er nicht umgehen kann und will. Die nächste Welt wartet jedoch schon auf sie und so müssen alle wieder um das Überleben kämpfen. Notfalls auch untereinander.
Den zweiten Teil der Labyrinth-Trilogie fand ich persönlich besser als den ersten, da dieser mit mehr Action und Spannung aufwartet. Die Längen, die Teil 1 noch etwas zähflüssig machten, wurden ausgeglichen und teilweise wurde die Story sogar so gut gesponnen, dass keine Pause zugelassen wurde. Dies machte es mir schwer, das Buch zur Seite zu legen. 
Sehr gut gefallen hat mir, dass die Charaktere nun mehr Tiefe erlangten, weil nun viele Bruchstücke aus der Vergangenheit an die Oberfläche drangen. So konnte man teilweise das Handeln der Protagonisten nachvollziehen und deren Gefühle verstehen.Hier war ich vor allem von Mischa und Leon sehr überrascht, die mir mit ihrem Handeln ein paar Rätsel aufgaben. Am Ende des zweiten Teils konnte ich allerdings beide verstehen.
Die Welten, die der Autor die Protagonisten durchlaufen lässt, sind grundverschieden. Erst eine sterile Umgebung und später hinaus eine sehr bekannte Szenerie. Der Autor lässt uns an den Überlegungen der Charaktere teilhaben und vermittelt dadurch ein besseres Bild der Personen und auch der Orte. Im ersten Band war es eindeutig Jeb und Jenna, die die Geschichte dominierten, im zweiten Teil rücken jedoch auch Mary und Leon in den Fokus. Über Jenna, Leon und Mary erfährt man so einiges, während Jeb in meinen Augen etwas in den Hintergrund rückt. Er wirkt undurchsichtiger als seine Leidensgenossen. 
Durch die aber dann doch knappen Hinweise kann man sich nicht so recht zusammenreimen, warum Jen, Jenna, Mary, Leon und Mischa diese Tortur durchmachen müssen. Sie merken, dass sie anfangen, einander zu vertrauen, nur um dann im Streit um ein Portal ums Überleben kämpfen zu müssen. Hier ergeben sich dann jedoch einige überraschende Wendungen.
Am Ende wartet ein fieser Cliffhanger. Also aufpassen, dass Teil 3 gleich zum Weiterlesen bereit liegt. Auch wenn ich am Ende von Teil 1 nicht so zufrieden war, muss ich nun zugeben, dass Teil 2 es geschaffte hat, mich zu packen. Ich bin froh, weitergelesen zu haben. Ich hoffe nur, dass Teil 3 mich nicht enttäuscht und das Niveau von 2. Teil halten kann.
Leider verstehe ich immer noch nicht genau, warum gerade die Bezeichnung "Labyrinth" gewählt wurde, da das Durchlaufen der verschiedenen Welten für mich eher einer "Rallye" gleichkommt. Ich hoffe, dass sich dies jedoch im dritten Teil auflöst. 
Fazit: Ein spannender und vor allem rasanter 2. Band der Trilogie.

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90 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

köln, historischer roman, gold, mord, geld

Das Gold des Lombarden

Petra Schier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.10.2017
ISBN 9783499270888
Genre: Historische Romane

Rezension:

Köln, 1423: Aleydis Golatti führt ein beschauliches Leben. Bis ihr Mann Nicolai eines Tages erhängt vorgefunden wird. Zuerst erscheint es wie Selbstmord, doch verräterische Male am Hals weisen auf Mord hin. Zusammen mit dem Gewaltrichter Vinzenz van Cleve versucht sie dem Mörder auf die Spur zu kommen. Dabei entdeckt sie, dass ihr verstorbener Gatte keine so reine Weste hatte wie gedacht. Und das Vinzenz in ihr Gefühle weckt, die sie nicht zulassen darf.
Der neue historische Roman von Petra Schier, lang erwartet, heiß ersehnt. Und schon nach dem Lesen des ersten Kapitels war ich wieder total gefangen von der realistischen Schreibweise der Autorin. 
Wir befinden uns in Köln, welches als historisches Setting geradezu prädestiniert ist. Da schon andere historische Romane der Autorin dort spielen (wie z. B. die Adelina-Reihe) ist es dann auch nicht verwunderlich, dass wir auch auf bekannte Figuren stoßen (wenn auch nur in Form von kurzen Erwähnungen). So kann man fast ein kleines Wiederlesen mit lieb gewonnenen Figuren feiern. Und bekommt einen kleinen Einblick in ihr weiteres Leben.
Doch nicht nur das macht Freude. Auch die Story an sich birgt eine gewisse Faszination. Aleydis ist eine sehr starke Persönlichkeit, da sie mit ihren 20 Jahren gerade so einiges bewältigen muss. Mit einem deutlich älteren Mann verheiratet, hat sie zunächst großes Glück und wird von diesem geachtet, respektiert und geliebt. Als dieser jedoch gewaltsam stirbt, fangen viele Probleme an. Im Vordergrund steht die Aufklärung des Mordes. Jedoch muss auch die Wechselstube weiterbetrieben werden, die Nicolai Golatti gegründet hat. Dabei kommt aber heraus, dass Aleydis Mann auch eine Schattenseite hatte. Mit Erpressung und Gewalt hat er sich teilweise sein Geld von den Leuten zurückgeholt. Aleydis muss nun mit dieser Schattenseite zurechtkommen. Und sie muss zeigen, dass sie nichts damit zu tun hatte. Denn nun wird sie bedroht und verachtet. 
Mit Vinzenz van Cleve bekommt Aleydis einen sehr launischen Helfer an ihre Seite. Vinzenz ist selbst Geldwechsler und somit eigentlich ein Konkurrent für Aleydis. Doch gleichzeitig ist er Gewaltrichter und somit nun für die Aufklärung des Falles zuständig.
Hier beweist die Autorin mal wieder ihr Talent für einen wortgewaltigen Schlagabtausch erster Güte. Wenn Aleydis und Vinzenz aufeinandertreffen, brennt die Luft. Sie streiten, keiner gibt nach. Jeder pocht auf sein Recht. Denn beide haben eine starke Persönlichkeit und wollen sich in nichts reinreden lassen. 
Die Autorin führt uns mit ihrem bildhaften Schreibstil in ein Köln des Mittelalters, dass ich gerne mal besuchen würde. Das lebhafte Treiben auf dem Markt, in den Geschäften, auf den Gassen und den Kneipen kann man sich sehr gut vorstellen. Insoweit finde ich es sehr gut, dass bestimmte Geschäfte und Etablissements ebenfalls in die Geschichte einfließen, gerade weil diese historisch belegt sind. 
Die Charaktere sind wieder mit viel Tiefe ausgestattet. Und es knistert gewaltig zwischen Aleydis und Vinzenz. Doch beide wissen, dass sie sich am jeweils anderen die Finger verbrennen würden und unterdrücken ihre Gefühle bzw. gestehen sich diese nicht zu.Die Entwicklung von Aleydis und Vinzenz im einzelnen und ihre Beziehung zueinander sind wichtig und führen zu ungeahnten Situationen, die meist positiv angesehen werden können.
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet. Geschäftskollegen, Kunden, Gesinde und sonstige Charaktere hat man gerne, hasst oder bemitleidet sie.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Buch mit sehr vielen offenen Fragen endet. Denn es ist der Start einer neuen Reihe rund um Aleydis. Insoweit können wir uns auf weitere wortgewaltige Gefechte zwischen Aleydis und Vinzenz freuen und auf neue Fälle, die aufgeklärt werden müssen. 
Fazit:Ein vielschichtiges Buch, dass einfach alles hat, was ein guter, historischer, spannender Roman benötigt.

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