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31 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

shakespeare, judentum, the merchant of venice, jews, roman

Shylock is My Name

Howard Jacobson
Flexibler Einband
Erschienen bei The Hogarth Press Ltd, 04.02.2016
ISBN 9780701188993
Genre: Romane

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50 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

ddr, deutsche demokratische republik, wende, dbp 2015, dtsch.bpreis-longlist

89/90

Peter Richter
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 09.03.2015
ISBN 9783630874623
Genre: Romane

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

zweiter weltkrieg, ornithologie, roman, maine, vögel

Schmale Pfade

Alice Greenway , Klaus Modick
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 09.02.2016
ISBN 9783866482326
Genre: Romane

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

italien, afghanistan, krieg, trauma

Der menschliche Körper

Paolo Giordano , Barbara Kleiner ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2015
ISBN 9783499255083
Genre: Romane

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The Perpetual Curate

Margaret Oliphant
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Little, Brown Book Group, 10.12.2004
ISBN 9781844082070
Genre: Sonstiges

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

suizidversuch, matthias, mann, matthias matting, glück

Der Mann, der nie Glück hatte

Matthias Matting
Flexibler Einband: 398 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 23.10.2015
ISBN 9781518603174
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich bin nicht sicher, was ich mir von „Der Mann, der nie Glück hatte“ genau erwartet habe, aber diese Geschichte eines wegen akuter Suizidgefahr in eine Therapieeinrichtung eingewiesenen Patienten hat mich ehrlich – und positiv – überrascht.

Martin hat wirklich kein Glück im Leben. Schon bei seiner Geburt geht vieles schief, und das Päckchen, das er zu tragen hat, wird im Laufe seines Lebens immer schwerer. Allen ihm Nahestehenden widerfährt Schlimmes, bis er zu der Auffassung gelangt, dass es für alle Beteiligten am besten ist, wenn er keine engen Bindungen mehr aufbaut. Und als er schlieβlich von diesem Beschluss abweicht, wird alles nur noch schlimmer. Letztlich bleibt ihm nur noch die Wahl zwischen dem Selbstmord in der Besenkammer eines Hotels und der Bitte um ärztliche Hilfe.

Zu meinem Amüsement stellte ich fest, dass der Autor Wissenschaftler ist und ansonsten Bücher schreibt, in denen er erläutert, warum die meisten Krimimorde unrealistisch sind, denn realistisch ist „Der Mann, der“ ganz sicher – und ganz sicher beabsichtigt – nicht zu nennen. Dinge können verschwinden und auftauchen, Tote ihre Ansichten kundtun und Kürbismänner um den Gnadentod bitten. Liebevoll gezeichnete Nebenfiguren – von Mitpatienten, die es unerwartet faustdick hinter den Ohren haben, bis hin zu einem eher ungewöhnlichen Rathaus in einer deutschen Kleinstadt – runden das Paket ab.

Nie ist hundertprozentig sicher, was wirklich geschieht und was sich nur im Kopf des Protagonisten abspielt oder in der Erinnerung verklärt wird. Darin, dass eben nicht alles restlos erklärt wird, dass der Verfasser vom Leser erwartet, die Prämisse, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erden gibt, als sich mit der Schulweisheit erfassen lassen, für die Dauer der Lektüre zu akzeptieren, liegt der Reiz dieses ungewöhnlichen Buches.

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thüringen, kunstfälschung, mord, regionalkrimi, erfurt

Mordskunst

Klaus Paffrath
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Sutton, 14.10.2015
ISBN 9783954006304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Staatsanwalt Johannes Fielding hat seine neue Stelle in Erfurt noch gar nicht recht angetreten, als auch schon die erste Leiche gefunden wird – ein amerikanischer Kunstsammler, der nach Thüringen gekommen war, weil er vermutete, Opfer einer Fälscherbande geworden zu sein. Ermordet wird er nicht irgendwo, sondern im Gebäude der Staatsanwaltschaft.

Man tut sicher nicht gut daran, von einem Regionalkrimi allzu viel Realitätsnähe zu erwarten. Schon allein die Anzahl der auf ihren Seiten in beschaulichen deutschen Landen vorzeitig aus dem Leben scheidenden Mitbürger übersteigt die Realität sicher um ein Vielfaches. Dennoch ist es schön, wenn ein Krimi einer gewissen Logik folgt und von seinen Lesern keine allzu groβe „suspension of disbelief“ einfordert – oder wenn er dies tut, sollte er dies wenigstens auf andere Weise ausgleichen, d. h. so spannend oder unterhaltsam sein, dass man ihm die Löcher in der Logik nachsieht.

Bei „Mordskunst“ ist dies leider eher nicht der Fall. Der Autor, als „Jurist in der Thüringer Landesverwaltung“ beschrieben, scheint weniger Einblick in die Abläufe von Ermittlungstätigkeiten zu haben als der durchschnittliche Tatort-Zuschauer. Sein Staatsanwalt löst z. B. nicht nur mehr oder weniger zufällig eine wilde Schieβerei aus, sondern kann sich dann vom Schauplatz entfernen, ohne auch nur ansatzweise von der Polizei befragt zu werden. (Vielleicht ja als Wiedergutmachung dafür, dass er ansonsten andauernd von Polizisten verhört wird, weil er – natürlich versehentlich – in Wohnungen einbricht, Unfallflucht begeht und in Entführungen verwickelt wird.)

Offenbar empfand der Autor die Handlung selbst als etwas dünn, denn er reicherte sie mit einer wenig glaubwürdigen Beziehungsgeschichte und slapstickhaften Einlagen an, die zumindest diese Leserin leider auch nicht recht überzeugen konnten. Das Lokalkolorit wird vor allem durch bemüht wirkende Wegbeschreibungen („Er fuhr weiter Richtung Stadtilm, bog in Werningsleben ab und nahm die Landstraβe nach Riechheim.“) erzeugt; die Nebenfiguren bleiben hingegen schablonenhaft, ohne erkennbaren Thüringer Hintergrund. Schade, ich hatte mir solidere Krimikost erhofft.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

polen, oderbruch, betrug, fortsetzung, brandeburg

Auentod

Maxim Leo
Flexibler Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.09.2015
ISBN 9783462048292
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte ja die Hoffnung bereits fast aufgegeben, aber ”Auentod” – der zweite Fall in der Reihe um eine Kommissar, der nach langen Jahren in Stuttgart wieder ins heimische Brandenburg zurückgekehrt ist, um sich um seine Mutter kümmern zu können – klang dann doch interessant genug, um dem Genre noch eine Chance zu geben.

Allerdings begegnet uns Kommissar Voss dann zunächst einmal gar nicht auf dienstlichen Wegen und auch nicht in Brandenburg, sondern auf dem Weg zu einer polnischen Hochzeit in Begleitung von Maja, der polnischen Pflegekraft seiner Mutter, die sich ganz offenbar nicht nur ihrer Patientin, sondern auch des Kommissars angenommen hat. Leider werden Voss‘ Gefühle für Maja bald auf eine harte Probe gestellt, denn am Morgen nach der Hochzeitsfeier verschwindet diese spurlos, und auf seiner Suche nach ihr muss Voss bald feststellen, dass die Frau, mit der er Haus und in letzter Zeit auch Bett teilte, mit der Wahrheit offenbar eher sparsam umgegangen war – und auch, dass Liebe wohl tatsächlich blind macht, denn diverse Ungereimtheiten hätten ihm vielleicht schon viel früher auffallen müssen.

Hinzu kommt, dass er bei seinen Ermittlungen auf eigene Faust bald der polnischen Kommissarin Agnieszka Zajak ins Gehege kommt, die auf Voss‘ unterschwellige Vorurteile und Zweifel an ihrer Kompetenz eher allergisch reagiert. Überdies ruft dann auch der Brotberuf – Voss bekommt den Fall eines Softwareentwicklers übertragen, der aus ungeklärten Umständen auf der Baustelle seines neuen Hauses zu Tode stürzte.

Auf einige Versatzstücke deutscher Krimis hätte ich vielleicht verzichten können – muss ein Kommissar in den Vierzigern tatsächlich von einer Praktikantin in die Benutzung eines Smartphones eingeführt werden? Gut gefallen haben mir aber die Schilderungen der brandenburgischen Natur und Voss‘ Hobby – wie DI Joe Faraday in Graham Hurleys im englischen Portsmouth angesiedelter Krimireihe ist Voss Vogelkundler – und die Tatsache, dass Voss reichlich Gelegenheit bekommt, seine vorgefassten Ansichten zu unseren Nachbarn im Osten auf den Prüfstand zu stellen.

Ich werde jetzt auf jeden Fall Maxim Leos autobiografischen Roman „Haltet euer Herz bereit“ in den Stapeln meiner ungelesenen Büchern weit nach oben rücken und mir auch den ersten Teil der Serie um Kommissar Voss besorgen. Für eventuelle Fortsetzungen wünsche ich mir ein Wiedersehen mit Zydan, dem ehemaligen polnischen Polizisten, der inzwischen ein Leben an der Grenze zur Illegalität führt, aber dennoch das Herz – oder, wie er es ausdrücken würde, die polnische Seele – am rechten Fleck hat, denn er war meine absolute Lieblingsfigur in „Auentod“.


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roadmovie, las vegas, auftragskiller, philosophie, musik

Billy

einzlkind
Fester Einband: 203 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.09.2015
ISBN 9783458176473
Genre: Romane

Rezension:

einzlkind muss ein ungewöhnlicher Author sein, denn „Billy“ ist – zumindest für einen deutschen Roman – ein sehr ungewöhnliches Buch. Der gleichnamige Protagonist des Buches erinnert am ehesten an den Fernsehhelden Dexter, denn auch er hat diverse Menschen auf dem Gewissen, und wie bei Dexter ist dies nicht weiter schlimm, denn besagte Opfer sind selbst Mörder, ihr Tod also eine Art Aufräumarbeit.

Im Gegensatz zu Dexter wird Billy jedoch nicht von einem unüberwindbaren Drang zum Töten getrieben, sondern das Morden ist sein Job, das „family business“ sozusagen. Und während wir Billy zu dem ein oder anderen Auftrag begleiten, erfahren wir viel über ihn: seine eigene Geschichte, Einzelheiten über seine durchaus liebenswerte, wenn auch etwas  Familie, seinen Musikgeschmack und die Lektüre, die ihn geformt hat, und die Stadt Las Vegas und Leute, die Bingo spielen.

Von mir aus hätte dies gern noch ein paar hundert Seiten so weitergehen können, doch leider wartet in Vegas nicht nur ein guter Kumpel (und Mitarbeiter des Familienunternehmens) auf unseren Helden, sondern auch jemand, der noch eine Rechnung mit Billy offen hat …

Ein spannendes, kurzweiliges und ungewöhnliches Buch. Es sieht leider nicht so aus, als sei einzlkind (wer auch immer er ist) jemand, der Fortsetzungen schreibt, aber man kann eben nicht alles haben.

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Salem chapel

1828-1897 Oliphant
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Nabu Press, 15.09.2011
ISBN 9781245611992
Genre: Sonstiges

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So Much for That

Lionel Shriver
Flexibler Einband: 534 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 11.03.2011
ISBN 9780007271085
Genre: Romane

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By Wilton Barnhardt - Lookaway, Lookaway: A Novel (7/21/13)

Wilton Barnhardt
Fester Einband
Erschienen bei St. Martin's Press, 21.07.2013
ISBN B00HTJXM82
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eine unterhaltsame Familiensaga mit faszinierenden Charakteren und eine atmosphärische Schilderung des amerikanischen Südens im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert, hervorragend gelesen von Scott Shepherd. Besonders als ungekürztes Hörbuch wärmstens empfohlen.

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

mord, kopenhagen, politik, thriller, transsexuell

Roter Nebel

Jakob Melander , Ulrich Sonnenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.07.2015
ISBN 9783442479580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jakob Melanders Thriller „Roter Nebel“ beginnt furios – mitten im Wahlkamp wird Kopenhagens Oberbürgermeister in seiner Wohnung ermordet aufgefunden: mit nahezu abgetrenntem Kopf und heruntergezogener Hose und obendrein in Gesellschaft einer rätselhaften und redeunwilligen Prostituierten, während seine Frau mit der gemeinsamen Tochter auf dem Lande weilt.  

So weit, so klischeebeladen – doch „Roter Nebel“ überrascht zunächst. Die fast unwirklich schöne Frau bestreitet jedwede sexuelle Verbindung und hat eine harmlose Erklärung für das Déshabillé des Stadtoberhaupts, ein zwielichtiger Geheimdienstler taucht am Tatort auf, und die Mutter des Toten scheint sich mehr um die Wahlaussichten ihrer Partei zu sorgen als um ihren ermordeten Sohn zu trauern.

Leider kann „Roter Nebel“ die durch diesen vielversprechenden Anfang geweckten Erwartungen nicht einlösen. Während eine durchaus originelle und tragische Geschichte (die jener schweigsamen Schönen, deren Name auch der Originaltitel des Buches ist) den Kern des Thrillers bildet, ist der Rest allenfalls Durchschnitt. Die Ermittler haben – neben der etwas unkoordiniert und zufallsgesteuert wirkenden Ermittlungsarbeit – mit allerlei persönlichen Verwicklungen und unglücklichen Beziehungskisten zu kämpfen (Spontansex in der Abstellkammer inklusive). Das hat man so oder so ähnlich schon viel zu oft gelesen. (Liebe Autoren: ein glücklich verheirateter Protagonist in einer funktionierenden, gleichberechtigten Beziehung zwischen zwei erwachsenen Menschen wäre eine mehr als willkommene Abwechslung.) Hinzu kommen Aspekte, die die Glaubwürdigkeit dann doch allzu arg strapazieren – offenbar kann man Ereignisse des Jahres 1999 aus dem kollektiven Gedächtnis löschen, indem man ein paar Zeitungsausschnitte und Mikrofichekassetten verschwinden lässt.

Fazit: Das Potential ist vorhanden, bei der Umsetzung hapert es (noch).

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124 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

familie, nordsee, insel, tod, wintergäste

Wintergäste

Sybil Volks
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.08.2015
ISBN 9783423260800
Genre: Romane

Rezension:

”Wintergäste” hat eine faszinierende Prämisse: Inge Boysen, die Matriarchin der Familie und Besitzerin des Hauses gleich hinterm Deich, ist verstorben. Ganz friedlich im Bett, ein angefangenes Buch auf dem Nachttisch, die Lieblingsnascherei in der Schublade. Ihre Schwiegertochter Kerrin verständigt die Familie, doch als sie noch einmal nach der Toten sieht, hat diese sich entschieden, dass das Totsein doch noch nichts für sie ist. Kerrin fällt erst einmal in Ohnmacht, und als sie schlieβlich in der Lage ist, der Familie Entwarnung zu geben, ist es bereits zu spät: Kinder und Noch-Schwiegerkinder und Enkel haben sich bereits auf den Weg ans vermeintliche Totenbett gemacht. Das Wetter tut das Seinige, und so ist man schlieβlich gemeinsam auf der Insel gefangen – in jenem Haus, das so viele Erinnerungen hält, dessen Verbleib nach einem Tod der Mutter jedoch ungeklärt ist und reichlich Konfliktpotential birgt, was auch die spätere Erblasserin umtreibt. Keines der Kinder hat die Mittel, die anderen auszuzahlen – ein gemeinsames Erbe würde also vermutlich den Verkauf des Hauses bedeuten, doch wäre es fair, eines der Kinder zu bevorzugen?

Dieser Aspekt der Geschichte hat mir sehr gut gefallen – vielleicht auch, weil ich selbst in einem Haus lebe, das mein Urgroβvater eigenhändig erbaut und das alle Generationen seither mit Zähnen und Klauen gegen die Wirren des zwanzigsten Jahrhunderts in Berlin verteidigt haben. Womit ich mich im weiteren Verlauf des Buches ein wenig schwer getan habe, war die Familie Boysen selbst. Ich verstehe ja, dass so ein Roman etwas Drama braucht, aber hier war es dann doch ein wenig viel des Guten. Sämtliche Familienmitglieder haben diverse Probleme und/oder schwerwiegende Geheimnisse voreinander (möglichst vor dem eigenen Ehepartner oder dem eigenen Kind). Keiner der Erwachsenen hat eine funktionierende Beziehung vorzuweisen, niemand scheint in der Lage, vernünftig mit den anderen zu kommunizieren, und im Zweifelsfall gönnt man sich die Wurst auf der Stulle nicht.

Die etwas fantastischen Elemente der möglichen Rettung von Haus Tide (ein unermesslich reicher Mann und eine märchenhaft anmutende Wette auf Leben und Tod kommen ins Spiel) und das statistisch etwas unwahrscheinlich hohe Vorkommen lesbischer Frauen (ich bin nicht sicher, ob die Autorin da an Vererbung glaubt oder den in der Literatur allgemein zu geringen Anteil etwas korrigieren wollte) sehe ich dem Buch allerdings gern nach, und die positiven Elemente haben mich auch dazu bewogen, mir den Erstling „Torstraβe 1“ der Autorin zu besorgen. An „Wintergäste“ gefällt mir allerdings leider die Idee wesentlich besser als die Umsetzung.

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krimi, ruhestand, selbstmord, münchen, friedrich ani

Der namenlose Tag

Friedrich Ani
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.08.2015
ISBN 9783518424872
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Friedrich Anis Jakob Franck ist ein ungewöhnlicher Held – ein alleinstehender Rentner, der nach seiner Pensionierung in der einst mit seiner Frau (die schon lange das Weite gesucht hat) geteilten ehelichen Wohnung lebt. Alleinstehend, ja, aber nicht allein – denn Gesellschaft leisten ihm die Toten, die ihm im Laufe seiner langen Karriere bei der Polizei zugelaufen sind und die Verletzungen ihres vorzeitig beendeten Lebens bei sich tragen.

Fast ist der Leser erleichtert, als sich auch einmal ein lebendiger Mensch bei Franck blicken läβt, doch steht natürlich auch hier der Tod im Mittelpunkt, und Ludwig Winther bringt seine eigenen Toten mit: die siebzehnjährige Tochter Esther, die offenbar durch Selbstmord aus dem Leben schied, und ihre Mutter Doris, die ihr ein Jahr später folgte. Das alles ist lange her, und doch hat es Winther nie losgelassen; er glaubt nicht an den Suizid und deshalb wendet er sich nun an Franck, jenen Mann, der seiner Frau damals die Nachricht vom Tod ihres Kindes überbrachte und sie eine lange Nacht lang fest in den Armen hielt.

Und Franck macht sich auch richtig an die Arbeit: liest in alten Akten, spricht mit denjenigen, die die junge Esther kannten, alte Mitschüler und Freundinnen, die Tante in Berlin, sogar die Frau, deren Hund die Tote fand. Er stellt Fragen, sucht nach Antworten, lässt nicht locker – selbst einem Hund, der einen Knochen zu fassen bekommen hat, nicht unähnlich. Und irgendwann findet er die Lösung – die, obwohl schlüssig, zumindest ich nicht erraten hätte, und fast wünscht man sich, man kennte sie nicht.

Was bleibt, ist Mitleid. Mitleid mit den Überlebenden und vielleicht auch Hoffnung. Hoffnung zumindest für Jakob Franck, dessen Exfrau ihm durchaus wohlgesonnen scheint (und in deren Buchhandlung zumindest diese Leserin gern ein paar Stunden – Tage – zubringen würde). Wenn da nur nicht die Toten wären, die ganz sicher daheim auf ihn warten.

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Winter: A Berlin Family, 1899-1945 by Deighton, Len New edition (2010)


Flexibler Einband
Erschienen bei null
ISBN B00C6OQ3RW
Genre: Sonstiges

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The News Where You Are

Catherine O'flynn
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei St Martins Pr, 06.07.2010
ISBN 9780805091809
Genre: Sonstiges

Rezension:

The News Where You Are by Catherine O'Flynn takes place in more or less contemporary Birmingham, and its protagonist is a  television news presenter who decides to look into the somewhat suspicious circumstances of his friend's and predecessor's death.     

But the whole murder mystery plot is just an elaborate conceit, because Frank is really à la recherche du temps perdu. Unlike apparently every other male TV news presenter, he has no desire to move on to bigger and better shows and channels, and unlike his co-host, he does not yearn for investigative journalism either. Frank is consent to cover the local news, to give people a sense of reassurance by covering the familiar, and with being only vaguely recognized when his viewers encounter him in real life. In his spare time, he attempts to protect his father's (an erstwhile famous architect) buildings from being demolished. He also gets obsessed about certain stories he covers, especially those concerning people dying alone and starts showing up at their funerals so that someone is there to mark their passing. He frequently visits his mother (who has moved into an assisted-living facility long before her years), although she appears to neither desire nor enjoy his visits. He even continues to pay for bad jokes written to him by someone who claims to have written good jokes for famous people once upon a time, mainly because he always did and his predecessor did before him.   

Somehow, Frank has succeeded in marrying Andrea who is an exceptionally grounded person and enjoys poking fun at Frank for having been uncool in his teenage years (and ever after). Together, they have a daughter, Mo. Now, I don't usually like children in literature, but I'm willing to make an exception for Mo. I'm not convinced that she's a very realistic child -- she's more like a wise alien striving to understand mankind's peculiar ways. (My suspicion was confirmed when at some point in the book, she rescues one of her grandmother's old fancy dresses so she can be "a bad robot".) Mo provides a lot of the comical relief in the book, a book which achieves the strange combination of being both funny and melancholy at once.    

As someone on Librarything wrote, The News Where You Are is "essentially [about] what we do with old things: old people, old buildings, old jobs, old mementos piled in the attic. This is a book about reinvention and demolition and what is involved in choosing one or the other".

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rassismus, go set a watchman, harper lee, to kill a mockingbird, alabama

Go Set a Watchman

Harper Lee
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Random House UK, 14.07.2015
ISBN 9781785150289
Genre: Romane

Rezension:

„Go Set A Watchman“ ist ein Buch, das es im Leben weiβ Gott nicht leicht hatte. Geschrieben in den fünfziger Jahren, landete es bei einem Verleger, der es zwar irgendwie mochte, aber nicht wirklich veröffentlichen wollte. Stattdessen schlug er der Verfasserin vor, sie sollte doch ein anderes Buch auf seiner Basis schreiben, ein „Go Set A Watchman 2.0“ sozusagen. Das tat sie dann auch, und die jüngere, hübschere, gefälligere Schwester war bald „everybody’s darling“; wurde gelobt, geliebt, verfilmt, preisgekrönt, wieder und wieder verlegt und gelesen. „Go Set A Watchman“ hingegen, die ältere Schwester mit der Brille und der scharfen Zunge und den altklugen Reden, blieb ins stille Kämmerlein verbannt, verstaubte und wurde bald von den wenigen, die überhaupt wussten, dass es sie gab, vergessen.

Bis sie eines Tages, wie es im Märchen nun einmal ist, dort entdeckt, von Spinnweben befreit, in schöne Gewänder gehüllt, mit viel Fanfare ans Licht der Welt gebracht wurde. Doch, oh je, schon bald erhob sich ein Wehgeschrei unter denjenigen, die eine Zwillingsschwester erwartet, aber keineswegs bekommen hatten. Diese Brille! Die scharfe Zunge! Die altklugen Reden! Most unbecoming! Denn wo die kleine Schwester ein so verständliches, offensichtliches Bild zeichnet – hier Schwarz, da Weiβ, hier gut und gerecht, da böse und borniert, verweigert sich das ältere Buch den einfachen Zuordnungen, beschreibt eine kompliziertere Welt, spezialisiert sich auf Grautöne.

oh je, vielleicht ein unpassendes Bild in diesem Zusammenhang

Watchman hält keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen bereit, dafür aber eine Reihe von Zumutungen. Atticus Finch, der einst so strahlende Held, ist auf einmal ein fehlerbehafteter, dem Denken seiner Zeit und seiner Herkunft verhafteter Mensch, der seiner Tochter genau den Schock versetzt, den diese braucht, um sich abzunabeln (wobei es vielleicht genau diese Abnabelung ist, die ihr die Möglichkeit gibt, zurückzukehren).

Vom Leser wird darüber hinaus erwartet, dass ihm der 10. Zusatzartikel der US-Verfassung etwas sagt, und er sich schon einmal Gedanken über die Abwägung von Rechtsgütern gemacht hat – darf man Rechte verletzen, um andere Rechte durchzusetzen, und wer genau entscheidet, welche Rechte schwerer wiegen? All das erscheint heute etwas obskur, aber kennzeichnet Watchman doch als ein wahres Buch seiner Zeit; ein Buch, in dem verhandelt wird, was die Leute bewegte.

Watchman ist kein perfektes Buch – es gibt eine Menge „tell“ statt „show“ und auch die Vermengung von politischen Fragen und „coming of age“-Roman ist vielleicht nicht sonderlich geglückt – beiden Aspekten hätte mehr Raum gut getan. Aber auf meinem Regal bekommt es seinen Platz neben der kleinen Schwester.

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Gone Away (Mrs. Malory Mysteries series Book 1)

Hazel Holt
E-Buch Text: 178 Seiten
Erschienen bei Coffeetown Press, 16.06.2010
ISBN 9781603810517
Genre: Sonstiges

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Death on Site

Janet Neel
Flexibler Einband
Erschienen bei Thorndike Pr, 01.03.1996
ISBN 0783816405
Genre: Sachbücher

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THE RECTOR AND THE DOCTOR'S FAMILY (1870

Margaret Oliphant
Fester Einband
Erschienen bei null, 30.03.2010
ISBN 9781437379112
Genre: Sonstiges

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Stranglehold

Robert Rotenberg
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Touchstone Books, 04.06.2013
ISBN 9781476757766
Genre: Sonstiges

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An Unsuitable Attachment

Barbara Pym
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Macmillan, 04.11.2011
ISBN 9780230765184
Genre: Sonstiges

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klassiker, südstaaten, rassismus, usa, to kill a mockingbird

To Kill A Mockingbird

Harper Lee
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arrow, 04.06.2015
ISBN 9781784752637
Genre: Klassiker

Rezension:

Es gibt Bücher, von denen man denkt, dass man sie lesen sollte, es aber aus irgendwelchen Gründen nicht tut, bis man es irgendwann doch tut und sich fragt, warum um alles in der Welt man es so lange aufgeschoben hat.

„To Kill A Mockingbird“ ist solch ein Buch. Ein Klassiker, ja, ein Buch das man gelesen haben sollte, natürlich, aber vor allem eines: ein richtig gutes Buch.

Die Handlung ist in groben Zügen allgemein bekannt, und natürlich wusste ich, worum es geht, worauf ich aber nicht vorbereitet war, war die Protagonistin und Erzählerin, Scout, und deren unverfälschte, einerseits naive, andererseits äuβerst klare Sicht der Dinge. Es gelingt nicht vielen Autoren, glaubhaft aus Sicht eines Kindes zu schreiben, aber Harper Lee ist offensichtlich eine der raten Ausnahmen. Scout ist weder zu klug, um glaubwürdig zu sein, noch zu kindisch, um ihre Leser zu fesseln. Man fühlt mit ihr – ganz gleich, ob es um ihre Frustration über die neue Lehrerin geht, mit der sie sich gleich am ersten Schultag anlegt; die Neugier über den etwas unheimlichen aber so faszinierenden Nachbarn oder ihre Sorge um ihren Vater, als der sich in eine Situation begibt, die für Scout zwar nicht ganz überschaubar ist, deren Gefahr sie jedoch deutlich wahrnimmt.

„To Kill A Mockingbird“ ist ein cleveres Buch. Es kommt nicht wichtigtuerisch daher und sagt, dass es uns etwas über den Rassismus in den amerikanischen Südstaaten der dreiβiger Jahre beibringen will. Lange Zeit tut es so, als sei es eine Art „Die Abenteuer des Tom Sawyer“, nur mit einem weiblichen Tom und einige Jahrzehnte später. Doch ehe wir es uns versehen, befinden wir uns stattdessen mit Huckleberry Finn auf dem Mississippi in dem Versuch, den Sklaven Jim vor dem Verkauf zu retten – und wenn auch die Sklaverei zu Scouts Zeiten bereits abgeschafft war, in den Köpfen der Bewohner von Maycomb lebten Vorurteile und Rassenhass weiter fort.

Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe.

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Havana Bay

Martin Cruz Smith
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Macmillan, 22.10.1999
ISBN 9780333766286
Genre: Sonstiges

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