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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

weihnachtsmann, osterhase, ostermann, kinderbuch, bilderbuch

Der Ostermann

Marc-Uwe Kling , Astrid Henn
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551519351
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Was tun, wenn der Junior den Familienbetrieb nicht übernehmen will? Dieses Problem stellt sich so mancher Familie. Auch der des Weihnachtsmannes. Der Junior weigert sich vehement! Viel zu kalt ist es im Winter, kurze Hosen sind viel besser und überhaupt, ihm fehlt das passende Bartgesicht.

Auch die miesgelauten, dauergestressten, gewerkschaftlich organisierten Wichtel fänden Arbeit im Frühling viel besser.

Zum Glück ist sein Vater ja der Weihnachtsmann und muss alle Wünsche erfüllen. Aber auch den der Berufswahl?

Kreative Reime und liebevolle Illustrationen machen dieses Buch zum Vorlesehighlight für die ganze Familie!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Passagier nach Frankfurt

Agatha Christie , Julian Haefs
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 06.11.2017
ISBN 9783455002621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Agatha Christie – diesen Namen verbinden viele Krimifans mit
Miss Marple und Hercule Poirot. Doch die Grande Dame des Whodunit konnte auch
anders. Bereits 1970 erschien ihr Werk „Passagier nach Frankfurt“. Dieses Buch
kennen auch viele Fans nicht, da es nur ein einziges Mal im Rahmen einer
Sammeledition erschien. Nun wurde es neu übersetzt und ist auch in Deutschland
erhältlich!



Ich muss zugeben, abgesehen von den Verfilmungen, die
inzwischen Kult-Status genießen, hatte ich bisher nicht viel mit Agatha
Christie am Hut. Dass aber ausgerechnet von dieser berühmten Autorin ein Buch
„verschüttet“ gegangen sein soll, hat mich dann aber sehr neugierig gemacht.



Schon nach den ersten Seiten war mir klar: ein klassischer
Whodunit ist das nicht! Wohl eher ein Agentenkrimi. Und in der Tat: im Original
erschien das Buch 1970 – mitten im Kalten Krieg und zurzeit von Vietnamkrieg
und Studentenunruhen.



Wir lernen Sir Stafford Nye kennen, einen britischen
Regierungsbeamten im diplomatischen Dienst, der von seiner Arbeit mehr als
gelangweilt ist und oft provoziert, nur um sein Leben interessanter zu
gestalten. Auf dem Rückweg von Malaysia nach London strandet er unplanmäßig in
Frankfurt. Während er auf den Anschlussflug wartet, gesellt sich eine junge
Dame zu ihm. Sie erzählt ihm, dass sie in Lebensgefahr sei und dass er ihr
helfen müsse, unerkannt nach London zu kommen. Nye wittert das Abenteuer seines
Lebens, willigt ein und überlässt ihr seinen Reisepass und sein auffälliges
Cape.



Zurück in London merkt er bald, dass an ihrer Geschichte
etwas dran sein muss und auch er in die Schusslinie geraten ist. Er fühlt sich
verfolgt und findet seine Schubladen zerwühlt vor. Doch dann nimmt die
mysteriöse Dame erneut Kontakt zu ihm auf und er gerät in eine internationale
Verschwörung, die er nie für möglich gehalten hätte…



Die erste Hälfte habe ich verschlungen. Das Buch hat mich an
klassische Agentenromane wie etwa von John le Carré erinnert. Doch dann ist mir
die Lektüre zunehmend schwerer gefallen. Die Perspektive wechselt von Nye hin
zu seinen Vorgesetzten und seiner Großtante, die diverse alte Verbindungen
unterhält. Die Geschichte wird immer mysteriöser und auch verworrener. Wer ist
gut? Wer ist böse? Wem kann man noch vertrauen?



Mit jedem Kapitel konnte mich das Buch jedoch immer weniger
fesseln, da es immer unglaubwürdiger wurde. Stellenweise konnte ich der
Geschichte nicht mehr folgen, mir kam es fast so vor, als fehlte ein Teil der
Handlung. Vor allem das Ende hat mich dann doch sehr ratlos zurück gehalten.



Mein Fazit: war zwar lange verschollen, vermisst hat’s wohl
niemand!



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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

friction - extrem verführ, emily snow, neuanfang, jo, erotik

Friction - Extrem verführt

Emily Snow
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 05.10.2017
ISBN 9783736306592
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Die spießige Streberin und der aufreißerische Tunichtgut – so kennen sich Lucy und Jace schon seit der Schulzeit und waren damals hin- und hergerissen zwischen Abneigung und Anziehung.

Acht Jahre später hat Lucy alles verloren: Ehemann, Wohnung und ihren Job. Nicht nur, dass sie wieder bei ihrer Mutter wohnen muss – dank ihres Exmanns, der gleichzeitig ihr Geschäftspartner und Boss war, hat sie nun auch noch eine Klage am Hals. Doch nicht nur das. Obwohl sie dringend auf einen neuen Job angewiesen ist, legt er ihr Steine in den Weg, wo er nur kann. In ihrer Verzweiflung bewirbt sie sich sogar auf einen Job, der bei eBay-Kleinanzeigen ausgeschrieben ist, als Marketing-Managerin bei EXtreme Effects, einer Firma, über die keinerlei Informationen bekannt sind.

Beim Vorstellungsgespräch kommt dann die nächste böse Überraschung: die Firma, wie sie herausfindet, ein Metallverarbeitungsbetrieb, gehört keinem anderen als Jace, in den sie sich schon während der Schule hoffnungslos verschaut hatte und der seitdem nur noch heißer geworden ist. Doch auch Jace ist vom Wiedersehen angenehm überrumpelt und hadert lange mit sich, ob er sie einstellen soll. Denn die Funken sprühen gewaltig. Kann so ein professionelles Arbeitsverhältnis gewährleistet werden?

Aber es kommt noch schlimmer: obwohl Lucy eingestellt wird, geht sie beim Vorstellungsgespräch davon aus, dass Jace Uhren herstellt. Kaum hat sie den Vertrag unterschrieben, stellt sich allerdings heraus, in der Firma alles andere als Uhren gefertigt werden: Jace stellt hochwertige Fetischprodukte her, die sie jetzt vermarkten soll. Kann das gutgehen?

Der Einstieg ins Buch ist EXtrem (hihi!) leicht gefallen: man kann echt nur Mitleid mit der armen Lucy haben und kann ihre Verzweiflung wirklich spüren, als sich ihr zukünftiger Boss ausgerechnet als Jace herausstellt. Der flotte Schreibstil macht schnell neugierig, wie die Geschichte wohl weitergehen wird. Wie in letzter Zeit wohl üblich geworden, werden im Buch beide Perspektiven eingenommen, allerdings nicht abwechselnd. Zum überwiegenden Teil wird aus Lucys Sicht erzählt, die mit der Fetisch-Szene gar nichts anfangen kann und zwischen beruflicher Professionalität und sexuellem Frust schwankt. Doch obwohl dieses Thema omnipräsent ist, bleibt das Buch trotz vieler Sexszenen diesbezüglich überraschend harmlos und doch sehr brav.

Jace wird zwar optisch ganz gut beschrieben und auch die Hintergrundgeschichte bietet prinzipiell viel Potential, allerdings bleibt er charakterlich irgendwie total blass. Sein Antrieb ist eigentlich immer sexuell motiviert. Gerade deshalb hat mich das Ende so überhaupt nicht überzeugt.

Mein Fazit: leicht zu lesender, erotischer Roman, aber ohne das gewisse Etwas, um lange im Gedächtnis zu bleiben.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Freiheit von der Pille - eine Unabhängigkeitserklärung

Sabine Kray
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Tempo, 06.11.2017
ISBN 9783455002669
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit 50 Jahren gilt die Antibabypille als sicherste Verhütungsmethode. Doch was passiert eigentlich mit dem weiblichen Körper, wenn man diese Wunderpille auf einmal nicht mehr nimmt? Und ist es überhaupt wahr, dass die anderen Verhütungsmethoden nicht sicher sind?

Die Autorin Sabine Kray hat wie so viele Frauen schon im Teenageralter die Pille verschrieben bekommen. Gegen Regelschmerzen, gegen Pickel und für schöne Haare. Eher zufällig hat sie diese irgendwann als Erwachsene abgesetzt – einfach, weil sie es versäumte, sich ein neues Rezept zu holen. In ihrem Buch berichtet sie über die Veränderungen, die sie anschließend an sich bemerkte, physische und psychische, sie klärt darüber auf, welche Folgen es hat, jahrelang tagtäglich Hormone einzunehmen, obwohl eine Frau nur knapp 4 Tage im Monat fruchtbar ist.

Sabine Kray hatte bereits mit ihrem Artikel „Die Antibabypille ist unzumutbar“ einen Nerv getroffen. Viele Frauen möchten ohne Hormone verhüten und werden von Frauenärzten und der Pharmalobby laufend verunsichert bzw. sogar für dumm verkauft.

Mit ihrem Buch klärt sie nun über die Geschichte der Antibabypille auf, über Nebenwirkungen und einen natürlichen Zyklus. Außerdem gibt sie einen Überblick über alternative Verhütungsmethoden.

Durch einen Thrombosefall im Bekanntenkreis, der als Nebenwirkung der Pille diagnostiziert wurde, bin ich schon vor längere Zeit auf diese Problematik aufmerksam geworden und habe mich auch intensiv damit beschäftigt. Viele Aspekte von Sabine Kray kann ich daher nur unterschreiben. Das Buch ist unaufgeregt und ohne moralische Belehrungen geschrieben. Jede Leserin kann für sich selbst entscheiden, ob für sie die Vor- oder Nachteile überwiegen. Bemerkenswert finde ich die Recherche über die vielen „Informationsseiten“ im Internet, die zum Großteil von der Pharmaindustrie geschalten sind.

Ein wichtiges Buch zu einem wichtigen Thema!

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Die geilen PapstTöchter | Erotischer Roman

Anna Lynn
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei blue panther books, 01.06.2017
ISBN 9783862776634
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Der Verlag blue panther books hat sich den Spaß erlaubt und Leseexemplar des Titels „Die geilen Papsttöchter“ verschickt. Auch ich habe eins in der Arbeit erhalten und hab erstmal recht dumm geschaut – solche Bücher landen schließlich nicht jeden Tag in meinem Büro.

In der Mittagspause hatte ich dann Muße, mal ein bisschen in diesem Büchlein zu blättern und es ist leider so überhaupt gar nicht meins!

Es keine durchgängige Handlung, eher einen roten Faden, der Sexszenen aneinandergereiht. Auf 195 Seiten haben es stolze 38 Kapitel geschafft, die wohl verrucht und erotisch sein sollen, leider aber total platt und schlecht geschrieben sind. Hier ein paar Zitate „Sie rubbelte sein Schwänzchen und schon war er wach“ (S. 47), „Die andere nickte nur, der schöne, große Penis hinderte sie am Sprechen“ (S. 61). Okay, das meiste kann man eigentlich nicht öffentlich zitieren, weil es einfach zu derb ist.

Es gibt Selbstbefriedigung, Sex zu zweit, Sex zu dritt, Sex zwischen Frauen, Sex zwischen Männern, Orgien mit noch mehr Leuten, ATM, Urinieren usw. Ich respektiere Leute, die das mögen – ich jedenfalls mag das nicht.

Fazit: Obwohl ich gerne erotische Romane lese, sind mir die Bücher von blue panther books leider einfach zu geschmacklos.

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liebe

Die Liebe des Herzogs

Christi Caldwell
E-Buch Text
Erschienen bei AmazonCrossing, 03.10.2017
ISBN 9781542099929
Genre: Sonstiges

Rezension:

Daisy Meadows ist seit schon seit Kindheitstagen in Auric, Duke of Crawford, verliebt - den besten Freund ihres verstorbenen Bruders Lionel. Doch Auric erinnert sich stets an Daisy, das nervtötende kleine Mädchen, das ihm und Lionel überall hinfolgte und immer nur Schabernack im Sinn hatte. Und obwohl er Daisy und ihre Mutter regelmäßig besucht, ist ihm immer noch nicht aufgefallen, dass Daisy inzwischen eine wunderschöne junge Dame geworden ist. Im Gegenteil: aus Pflichtbewusstsein gegenüber Lionel versucht er sogar noch, für Daisy einen geeigneten Ehemann zu finden.

Als Daisy sich vor Verehren nicht mehr retten kann, überkommt Auric eine unbekannte Unruhe. Sollte das etwa Eifersucht sein? Aber wie sollte er Daisy jemals erklären, dass er weit mehr über den Tod ihres Bruders weiß, als bekannt…

Dieses Buch hat mir wirklich gut gefallen! Daisy ist eine charismatische junge Frau, die weiß was sie will und die es satt hat, „unsichtbar“ zu sein. Auric hingegen ist ein eher ruhiger Typ, der schon fast panisch bemüht ist, seine Gefühle unter Kontrolle zu haben.

Einziger Knackpunkt: Aurics Gewissensbisse und Gedankengänge haben doch sehr viel Platz eingenommen und waren nicht immer klar nachvollziehbar.

Der klischeehafte Klappentext ließ mich einen üblichen „Nackenbeißer“ erwarten, doch in Wirklichkeit war das Buch eine zauberhafte Liebesgeschichte, voll Witz und Romantik.

Der Titel entstammt wohl einer Reihe, was mir beim Lesen jedoch nicht aufgefallen ist.  

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

thriller, kunst, erotik-thriller

Domina

L.S. Hilton , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2017
ISBN 9783492060523
Genre: Erotische Literatur

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

fetisch, seidenstrümpfe, nazideutschland

Die Göttin des Schicksals

Andrew Blencowe
E-Buch Text: 418 Seiten
Erschienen bei Hamilton Bay Publishing, 15.04.2014
ISBN 9781927750551
Genre: Sonstiges

Rezension:

Was wäre, wenn die Geschichte ab 1940 ganz anders verlaufen wäre und Nazi-Deutschland den Weltkrieg gewonnen hätte? Dieses Gedankenspiel gibt es schon länger. Bereits 1962 erschien der Roman „Das Orakel vom Berge“ von Philip K. Dick, später erfolgreich als „The Man in the High Castle“ verfilmt. Das 1992 veröffentlichte „Vaterland“ von Robert Harris, das ebenfalls verfilmt wurde.

Mit „Die Göttin des Schicksals“ hat Autor Andrew Blencowe nun eine Neuinterpretation dieses Themas abgeliefert und sein Augenmerk darauf gelegt, wie genau Deutschland und Japan den Krieg bereits 1941 erfolgreich gewinnen konnten.

Man muss dem Autor lassen, dass die Hintergrundinformationen sehr gut recherchiert sind. Geschickt verwebt der Autor dabei Realität und Fiktion. Er nimmt uns mit auf geheime Treffen großer Politiker aber auch zu Ränkeschmiedereien deutscher und japanischer Agenten, die tatsächlich so oder so ähnlich stattgefunden haben könnten. Der Nachteil für den Leser: der Roman liest sich stellenweise wie ein trockenes Sachbuch, teilweise gibt es ellenlange Monologe, die nur Zahlen und Fakten beinhalten - konzentriertes Lesen ist gefragt. Lässt man sich darauf ein, erfährt man einige Hintergrundinformationen über das weltweite Wirtschaftssystem, v. a. aber das amerikanische, und warum Amerika bereits nach dem Ersten Weltkrieg so angeschlagen war, dass ein weiterer unausweichlich war.

Aufgelockert wird die trockene Geschichte durch erotische Eskapaden, denn auch „Romeo-Agenten“, bzw. hier vor allem die weibliche Variante sind tagtägliche Praxis der Nachrichtendienste, wie auf Wikipedia nachzulesen ist. Beim Lesen durchblickt man aber schnell den ausgeprägten Fetisch des Autors: hochhakige Riemchenpumps, Seidenstrümpfe, der vollständige Verzicht auf Unterwäsche und steife Nippel, am besten wenn sie an großen Brüsten dran sind. Nicht nur die Männer, nein vor allem die Frauen sind in diesem Buch allzu gerne allzeit bereit und setzen beherzt ihren Körper und ihre Lust für das Vaterland ein.

Ehrlich gesagt fand ich diese Kapitel mit der Zeit wesentlich interessanter und ansprechender als den Rest den Romans, auch wenn er noch so gut recherchiert war. Vielleicht sollte sich der Autor eher auf das Schreiben erotischer Literatur verlagern.

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Tags: fetisch, nazideutschland, seidenstrümpfe   (3)
 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

peters, cortsetzung, band 2

Das Geheimnis des Rosenzimmers

Pauline Peters
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404175154
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gebrauchsanweisung für Weihnachten

Constanze Kleis
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783492276979
Genre: Humor

Rezension:

Die Piper-Gebrauchsanweisung ist traditionell ein eher humorvoller Reiseführer zu den verschiedensten Destinationen. Seit einiger Zeit jedoch werden in dieser Reihe auch diverse zum Teil eher ungewöhnliche bzw. eher reise-untypische Themen abgehandelt, wie zum Beispiel "Wald", "Fahrrad fahren" oder "Leben". Nun also eine Gebrauchsanweisung für Weihnachten.

Wieso eigentlich nicht, dachte ich mir. Als Buchhändlerin bin ich zur Zeit schon mitten im Weihnachtsgeschäft, der umstatzstärksten Phase im Einzelhandel, die aus humorvollen und gelassenen Menschen gestresste, abgehetzte und sarkastische Grinche macht.

Ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Autorin Constanze Kleis schafft es, auf humorvolle, augenzwinkernde Weise nützliche und unnütze Informationen rund um das Weihnachtsfest zu vereinen. So erfährt man, woher der Adventskranz bzw. der Adventskalender kommt, wie in verschiedenen Ländern Weihnachten gefeiert wird, dass Weihnachten nicht automatisch auch Bescherung bedeutet und was alles in einen richtigen Christstollen muss.

Zum Verschenken, aber auch unbedingt zum Selberlesen geeignet!

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179 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

zukunft, satire, qualityland, marc-uwe kling, humor

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050237
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Algorithmen bestimmen unser Leben: Facebook schlägt dir neue Freunde vor, Amazon macht dir Produktvorschläge und Partnervermittlungen haben Hochkonjunktur. Doch keinen Service gibt es gratis: bezahlt wird mit unseren Daten.

Zugleich boomt der Markt für Selbstoptimierung. Coaches sind gefragter denn je, auch bei Privatpersonen. In Labors wird erforscht, wie man menschliche DNA verbessern kann um den perfekten Menschen zu erschaffen.

Klingt gut? Was wäre, wenn wir diese schöne neue Welt auf die Spitze treiben? Marc-Uwe Kling hat dies getan – willkommen in QualityLand.

QualityLand wird beherrscht von ein paar Großkonzernen, die den Menschen alles bieten: den perfekten Partner, die perfekten Freunde und die perfekten Produkte, von denen die Menschen gar nicht wussten, dass sie sie unbedingt brauchen. Bildung, Beruf, Beziehung, Gesundheit, Herkunft: diese Faktoren ergeben ein undurchsichtiges System mit 99 Leveln, in dem persönliche Entscheidungen dazu beitragen, gesellschaftlich auf- oder abzusteigen. Einfache Arbeit wird längst von Maschinen und Robotern erledigt und die, die es sich leisten können, zeugen ihr Baby nicht mehr auf natürlichem Weg, sondern stellen sich ihr perfektes Wunschkind im Labor zusammen, gerne mit integriertem Emotionschip.

Marc-Uwe Kling zeigt episodenhaft, wie sich verschiedene Menschen und auch Roboter in diesem System verheddern. Er zeigt meisterhaft, was passiert, wenn sich Menschen auf Maschinen und Technik verlassen und aus Bequemlichkeit das Denken aufhören. Auch wenn das Buch als Satire angelegt ist – die geschilderten Möglichkeiten sind zum Teil ja schon heute machbar bzw. geplant. Im Zuge der nur spärlich vorhandenen Medienkompetenz (s. Filterblasen) ist das geschilderte Szenario mehr als beängstigend.

Für mich persönlich das Buch des Jahres!

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

hexe, usa, prozess, historischer krimi, richter

Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal

Robert McCammon
E-Buch Text
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 28.02.2017
ISBN 9783958351981
Genre: Historische Romane

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

horror, monster, schwarzer humor, vampire, vampir

The Monster Man of Horror House

Danny King
E-Buch Text: 277 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 03.10.2016
ISBN 9783958351844
Genre: Fantasy

Rezension:


Mein absolutes Lesehighlight 2017!

Ein seltsamer alter Kauz, der allein in einem düsteren, halb verfallenen Haus wohnt. So einen gibt es wohl in jeder Stadt - auch im englischen Thetford. John Coal lebt seiner Meinung nach ein zufriedenes, friedliches Leben. Bis die halbstarken Jungs anfangen, ihm Streiche zu spielen. Doch irgendwann reicht es ihm. Er stellt den Jungs eine Falle. Und diese müssen erkennen, dass es ein Fehler war, sich mit John Coal anzulegen. Ein großer Fehler.

Eingesperrt in Johns Keller müssen sich die vier Jungs seine Lebensgeschichte anhören, aufgeteilt in vier Kapitel, eins davon schauriger als das andere. Klar, dass John alles nur erfunden hat - oder ist am Ende etwa alles wahr...?

Ein bisschen skeptisch war ich schon - immerhin war das Buch als Horrorroman angekündigt und auf einen Splatter à la Jack Ketchum hatte ich überhaupt keine Lust. Doch das Buch hat mich praktisch schon ab der ersten Seite gefangen genommen. Erzählt wird aus der Sicht Johns, der die Welt mit schwarzem Humor ein bisschen lakonisch und vor allem sehr sarkastisch sieht. Als er die Jungs einsperrt und anfängt zu erzählen, habe ich mich ständig gefragt, wie der Autor aus der Geschichte wieder herauskommen will. Und diese Neugier steigerte sich mit jeder Seite. John empfand ich als äußerst sympathische Person und ein paar mal habe ich mir gedacht, auf dieser schäbigen Couch würde ich selber gerne sitzen.

Obwohl ich doch ziemlich viel lese, ist mir diese Art des Geschichtenerzählens so noch nie untergekommen. Und ganz ehrlich: so mitgefiebert habe ich schon lange nicht mehr. Alles in allem: mein absolutes Lesehighlight 2017!

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246 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

royal, paper passion, love, easton roya, familie

Paper Passion

Erin Watt , Franzi Berg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2017
ISBN 9783492061162
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Nachdem ich von Teil 2 der Royal-Saga mehr als enttäuscht war und mir Teil 3 gar nicht erst antun wollte, war ich bei Teil 4 doch etwas neugierig. Schließlich war angekündigt, dass dieses Mal Easton im Mittelpunkt stehen wird – welcher zugegebenermaßen schon in den ersten beiden Teilen mein Favorit war.

Easton ist von den 5 Royal-Brüdern genau in der Mitte. Während sich seine beiden älteren Brüder durch Disziplin und Willenstärke profilieren, sind seine beiden jüngeren Brüder als Zwillinge mit sich selbst zufrieden. So hat sich Easton angewöhnt, mit diversen Eskapaden – Alkohol, Drogen & Sex – auf sich aufmerksam zu machen. Eben nur, damit er überhaupt Aufmerksamkeit abkriegt.

In seinem letzten Jahr an der Aston Park wird nun sein Selbstbild als Playboy gehörig auf den Kopf gestellt und zwar durch Hartley, die neu an der Schule ist. Hartley lässt Easton nämlich abblitzen und nicht nur das: sie sagt ihm klipp und klar, dass sie durch ihn nur Schwierigkeiten haben wird und daher am liebsten gar keinen Kontakt zu Easton haben möchte.

Dieser hingegen ist seltsam fasziniert von dieser ungewohnten Situation und kann sich nicht damit abfinden, dass ihm jemand die kalte Schulter zeigt. So versucht er zum ersten Mal in seinem Leben, eine freundschaftliche Beziehung zu einem Mädchen aufzubauen. Es kommt, wie es kommen muss: Easton sieht in Hartley bald mehr, als nur eine „gute Freundin“, doch diese hütet ein düsteres Geheimnis…

Insgesamt hat mir dieses Buch echt gut gefallen. Es war einfach so eine klassische Boy-meets-Girl-Geschichte mit einer Prise Tragik und einem guten Schuss Humor. Hartley kam bei mir gleich sehr sympathisch an und die Entwicklung zwischen den beiden war authentisch und sehr niedlich. Dieser Band war sehr locker geschrieben und überhaupt nicht so hölzern wie die Vorgängerbände.

Während ich bei denen irgendwann nur noch genervt von den platten Charakteren war, hauptsächlich von Reed, sind sie hier doch weitaus differenzierter angelegt.

Nach langem Hin und Her bleiben allerdings doch zwei Kritikpunkte: zum einen endet die Geschichte sehr abrupt. Es gibt nicht mal einen Cliffhanger. Das Buch ist einfach aus. Jetzt heißt es warten bis Februar. Bäh.

Davon abgesehen läuft auch dieser Titel in den Buchkatalogen unter der Sparte „erotischer Liebesroman“. Auch wenn es knistert – unter erotischen Liebesromanen verstehe ich dann doch etwas anderes. Young Adult wäre hier weitaus passender.

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96 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

im wal, krimi, dorfgemeinschaft, k11 in hofhei, sicherheit

Im Wald

Nele Neuhaus
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548289793
Genre: Krimi und Thriller

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104 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

tad williams, high fantasy, das geheimnis der großen schwerter, könig, high-fantasy

Der Drachenbeinthron

Tad Williams , Verena C. Harksen
Flexibler Einband: 979 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.05.2017
ISBN 9783608961614
Genre: Fantasy

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

hundemafia, krimi, alpenkrimi, serie, qualzüchtungen

Scharfe Hunde

Nicola Förg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783866124189
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissarin Irmi Mangold besucht gerade mit ihrem Dauerfreund Jens ein Oldtimer-Bulldog-Treffen. Auf dem Höhepunkt der Schau bricht Julius Danner, Besitzer einer Freizeitagentur tot zusammen – Herzversagen! Ausgerechnet Danner, ein kerngesunder und fitter, junger Mann! Leider hatte der Tote tatsächlich ein paar Feinde, kämpfte er doch verbissen gegen die Betreiber der Gästekarte CoolCard, die seiner Meinung nach den Tourismus mit Dumpingpreisen zerstörte.

Kurz darauf wird ein holländischer Camping-Urlauber ebenfalls tot aufgefunden und auf der Dienststelle erscheint ein junger Mann, der offensichtlich den Tod seiner Oma nicht verkraften kann und befürchtet, seine Oma sei ermordet worden.

Alle drei Mordfälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, doch bevor Irmi mit ihrer Kollegin Kathi anfangen kann zu ermitteln, verunglückt ein ungarischer LKW, der unzählige junge Welpen an Bord hatte. Der Fahrer schweigt, doch dann finden die Ermittlerinnen einen Zettel mit der Adresse der toten Oma. Anscheinend hatte der Enkel doch Recht mit seinen Vermutungen. Doch was hat eine solvente alte Dame mit der ungarischen Hundemafia zu tun?

Irmi verliert sich in einem Geflecht aus Tierschmuggel und Intrigen…

Zugegeben: die Reihe um Irmi Mangold habe ich bisher eigentlich ganz gerne gelesen, denn sie standen für eine lebensnahe und authentische Kommissarin ohne viel seichten Humor.

Durch diesen Band musste ich mich allerdings hindurchkämpfen und war mehrere Male kurz vor dem Aufgeben.

Die verschiedenen Toten werden zügig nacheinander gefunden. Jetzt könnte doch mit dem Ermitteln richtig durchgestartet werden, oder? Leider nicht. Denn erst kommen noch die Hundewelpen ins Spiel. Dass auch diese etwas mit dem Fall zu tun haben, bzw. überhaupt erst der gemeinsame kleinste Nenner sind, wird leider erst spät klar. Erst ergießt sich die Autorin in Ausschweifungen über osteuropäische Hundevermehrer und illegale Tiertransporte. Die Spannung? Erst mal dahin.

Anschließend geht es sehr zäh weiter. Klar, Ermittlungen können langwierig und öde sein, aber in diesem Fall hat es Nicola Förg echt übertrieben mit ihren Einlassungen.

Gegen alles und jeden wird geschossen: Gästekarten, Geiz, Low-Budget Tourismus, Wellness-Tourismus, Schosshündchen, Hundezucht, Tierschutz und und und. Und stets mit erhobenem Zeigefinger und belehrender Besserwisserei. Experten oder der Pathologe hauen sofort aus dem Gedächtnis irgendwelche Statistiken raus, da brummt einem erstmal der Kopf.

Davon abgesehen reiht sich Klischee an Klischee: jede Frau, die im Buch vorkommt und halbwegs gepflegt erscheint, ist verbiestert, dumm wie Stroh, arrogant oder hat „Krallennägel“, also Gelnägel. Auch „der Anwalt schaut aus wie im Katalog und ein Von im Namen, das kann ja heiter werden.“ (Zitat aus dem Gedächtnis!)

Kommissarin Irmi hingegen wirkt zunehmend gefrustet vom Alter, Übergewicht und ihrem Leben als Workaholic. Auch die anderen Protagonisten wirken von Band zu Band unsympathischer. Wenn Kathi meine Kollegin wäre, müsste ich sie irgendwann wahrscheinlich einfach k.o. schlagen. Einziger Lichtblick: Andrea, die mir aber inzwischen wirklich leid tut, so wie sie behandelt wird.

Es ist völlig legitim, eigene Meinungen mit einfließen zu lassen oder mit Klischees zu spielen. Doch im Großen und Ganzen ist nach dem Lesen dieses Buchs nur eine Anti-Haltung gegen alles und jeden und eine immense frustrierte Grundstimmung geblieben.

Schade Irmi, das war’s wohl jetzt mit uns beiden. Mach’s gut, wir werden uns wohl so schnell nicht wiedersehen!

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

oliver pötzsch, historischer roman, krimi, band 7, historisch

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548288376
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem er jahrzehntelang verschmäht wurde, ist Jakob Kuisls Zeit endlich gekommen: Der Schongauer Henker wird endlich in den Rat der Zwölf aufgenommen – einem Rat, in dem die zwölf einflussreichsten Henker des Kurfürstentums Bayern tagen, dieses Mal in München. Zum Einstieg, so ist es der Brauch, soll Kuisl seine komplette Familie mitbringen und vorstellen. Für Kuisl ein idealer Zeitpunkt, um seine jüngere Tochter Barbara endlich zu verheiraten. Am besten mit einem der Scharfrichterkollegen, da die Henkersfamilien als „ehrenlos“ gelten und Barbara so auf dem „normalen“ Heiratsmarkt eher schwer vermittelbar ist.

Die verschiedenen Familienmitglieder kämpfen momentan aber selbst mit ihren eigenen Sorgen und Nöten. Barbara ist durch unglückliche Umstände schwanger geworden, in der damaligen Zeit eine große Schande und sie kann sich nur ihrer Schwester anvertrauen! Sohn Georg, der seine Ausbildung bei Jakobs Bruder in Bamberg macht, wird dessen Stelle nicht übernehmen können, da ihn die Bamberger ablehnen. Magdalena, Jakobs ältere Tochter und verheiratet mit Simon, der endlich offiziell zum Schongauer Stadtarzt berufen wurde, hat es in der Gesellschaft noch immer schwer und muss gegen ihren schlechten Ruf als Henkerstochter ankämpfen. Simon hingegen hat kein Ohr für ihre Probleme, da er seit Wochen an einem Traktat über Hygiene in der Medizin arbeitet.

Daher ist die Reise nach München aber auch für alle mit bestimmten Hoffnungen und Sehnsüchten verbunden.

Kaum angekommen im Münchener Vorort Au wird ein totes Mädchen aus der Isar gezogen. Jakob findet heraus, dass bereits seit über 20 Jahren immer wieder tote Mädchen aufgefunden wurden, die nach bestimmten Henkersrichtlinien getötet wurden. Da es sich aber immer um arme Mädchen vom Land handelte, die in der großen Stadt keine Verwandten oder Freunde hatten, macht die Stadtwache kein großes Aufsehen darum. Doch dann wird auch die Frau eines Patriziers tot aufgefunden und plötzlich sieht sie Sachlage ganz anders aus.

Zwei der Toten arbeiteten in einer Seidenmanufaktur. Hat diese vielleicht etwas mit den Morden zu tun? Während Jakob befürchtet, eines der Ratsmitglieder ist für die Morde verantwortlich, ermittelt Magdalena undercover in der Manufaktur – und begibt sich somit in größere Gefahr als Jakob je geahnt hätte…

Man muss dem Autor zugutehalten, dass er stets gut recherchierte Arbeit abliefert. Im Nachwort geht er genau auf die historisch fundierten Fakten ein und erläutert einige der aufgeführten Bauwerke genauer. (Aber bitte erst hinterher lesen!)

Mir kam es beim Lesen aber so vor, als wollte er dieses Mal zu viele Themen unterbringen: ungewollte Schwangerschaft, Vergewaltigung, Falschgeld, Medizingeschichte und dann natürlich noch den eigentlichen Kriminalfall. Das führt dazu, dass sich in München die Familie in alle Winde zerstreut ihren jeweiligen Anliegen bzw. Problemen nachgeht, wobei sich natürlich diverse „Zufälle“ ergeben, die leider nicht immer ganz glaubwürdig sind. Durch diese Taktik gibt es also auch immer mehr verschiedene Handlungsstränge, die erst kurz vor Schluss wieder zusammenfinden. Das ist unterhaltsam zu lesen, auch informativ, aber die Spannung blieb dann doch ein bisschen auf der Strecke.

Obwohl ich nicht alle Bände gelesen habe, tauche ich zwischendrin gerne in die detailreich geschilderte Welt der Kuisls ein. Oliver Pötzschs Reihe um die Henkerstochter und ihre Familie ordne ich aber eher als Familiensoap unter den historischen Romanen ein.

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liebe, vergangenheit, vereint, freunde, samuel clearwater

Preppy - Er wird dich erlösen (King-Reihe 7)

T. M. Frazier
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 07.09.2017
ISBN 9783736305427
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Dre wurde entführt! Ausgerechnet aus Kings Haus! So der Cliffhanger am Ende von Band 6. Zum Glück kann sie sich sehr schnell selbst befreien und wird gerade noch rechtzeitig von Preppy und King gefunden. Doch wer hätte ein Interesse, ausgerechnet Dre zu schaden? Die einzig logische Erklärung: irgendjemand will Preppy schaden – und da gibt es ja so einige, die dafür in Frage kommen. Zusammen mit King und Bear macht sich Preppy auf die Jagd.

Währenddessen läuft in Logan’s Beach alles sehr harmonisch ab. Eigentlich schon fast zu harmonisch. Dre hat Mirnas Haus liebevoll renoviert und sich zusammen mit Preppy und Bo ein gemütliches Zuhause geschaffen. Nun möchte sie eine eigene Firma gründen und zusammen mit Kevin, Preppys Bruder, Häuser renovieren.

Doch am Tag vor ihrer Hochzeit fühlt sich Dre plötzlich wieder bedroht. Eine Paranoia als Spätfolge ihrer Drogensucht? Leider nicht…

Das Ende von Band 6 hatte mich etwas ratlos zurückgelassen. Im Gegensatz zu den anderen Bänden fehlte in diesem Band die latente Bedrohung, die diesen massiven Cliffhanger irgendwie gerechtfertigt hätte. Darum habe ich in Vorbereitung auf Band 7 nochmal alle anderen Bände gelesen, weil ich ständig das Gefühl hatte, etwas überlesen zu haben. Dem war nicht so und daher war ich bis zum großen Showdown wirklich ahnungslos, wer ausgerechnet Dre etwas antun möchte.

Mein Fazit: so richtig überzeugt bin ich vom finalen Band leider nicht. Auch hier fehlte mir einfach die bedrohliche Stimmung, so blöd das vielleicht auch klingen mag. Über weite Strecken strotzt das Buch nur so vor Harmonie: alle nähern sich an, alle sind glücklich und froh. Für alle Beteiligten ist das zwar echt schön, mir war es dann doch ein bisschen zu fad.

Was mich jedoch am meisten gestört hat: auch hier wurde bei der Übersetzung massiv geschlampert. Anscheinend liest bei Lyx niemand mehr Korrektur. Schon im ersten Kapitel fehlt mitten im Satz einfach ein Wort. An manchen Stellen liest es sich außerdem total holprig, dann sind wieder Sinnfehler vorhanden. Klar, es handelt sich hier nicht um hochtrabende, anspruchsvolle Literatur. Mich stören solche Patzer trotzdem.

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preppy, preppy & dre, lyx verlag, t.m. frazier, samuel clearwater

Preppy - Er wird dich zerstören (King-Reihe 6)

T. M. Frazier
E-Buch Text: 243 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 01.07.2017
ISBN 9783736305410
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auch wenn Preppy ein gemeingefährlicher Psychopath ist, habe ich ihn inzwischen echt lieb gewonnen und war froh, endlich zu erfahren wie seine Geschichte weitergeht!

Ein kurzer Rückblick: Preppy war ein Jahr lang in der Gefangenschaft von Chop, Bears Vater, der ihn immer wieder brutal folterte und die ganze Welt glauben ließ, dass Preppy tot sei. Nun ist Preppy zwar befreit, liegt aber im Koma, während sein Körper nur langsam wieder heilt.

Da er die Angewohnheit hatte, für den Fall seines Todes Abschiedsbriefe zu schreiben, hat auch seine große Liebe Dre einen Brief erhalten und geht somit immer noch davon aus, dass er gestorben ist. Sie lebt inzwischen bei ihrem Vater und weil beide ihre Großmutter in ein Heim in ihrer Nähe geholt hatten, hatte Dre auch keinerlei Kontakte mehr nach Logan’s Beach. So konnte sie die Neuigkeit bislang nicht erreichen.

Doch jetzt kommt Dre zurück: durch die hohen Kosten für ihre Entziehungskur und ihren nachgeholten Schulabschluss ist ihr Vater in finanzielle Schieflage geraten. Ihr Plan ist es, das Haus ihrer Großmutter Mirna zu verkaufen um ihren Vater unterstützen zu können. Im Zuge ihrer Entzugstherapie will sie außerdem die Erlebnisse mit Preppy aufarbeiten und taucht unerwartet bei Kings Haus auf, wo sie erfährt, dass Preppy doch noch lebt.

Als Preppy ihre Anwesenheit spürt, wacht er aus seinem Koma auf und versucht, nach und nach in sein altes Leben zurückzufinden. Doch nichts ist wie vorher! Schwer traumatisiert durch die lange Zeit im Folterkeller, machen ihm Licht und Lärm zu schaffen. Und obwohl seine Freunde ihn unterstützen so gut es geht, kann er sich niemandem anvertrauen. Er ist ein gebrochener Mann.

Dre hingegen ist durch den Entzug geheilt und eine starke Frau geworden. Schon bald merkt sie, dass sie trotz allem noch immer Gefühle für Preppy hat. Kann sie ihm eine zweite Chance geben?

Zugegeben: ich habe das Buch verschlungen, wie eigentlich die ganze Reihe. Wie schon im Vorgängerband erzählt wurde, hatte Preppy eine alles andere als schöne Kindheit und ist eigentlich schwer traumatisiert. Die Erlebnisse in Chops Keller haben ihn nun endgültig gebrochen. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Die lebensfrohe Maske, die er vorher immer trug, will jetzt nicht mehr passen.

Hier schafft es T. M. Frazier wirklich gut, Preppys Leid wiederzugeben. Mehr als einmal hatte ich ein kleines Tränchen im Auge…

Wie sich Dre weiterentwickelt hat, gefällt mir echt gut. Längst ist sie nicht mehr der zerbrechliche Junkie, dafür aber gesund und selbstbewusst. Das Mächteverhältnis hat sich gedreht. Preppy ist nun derjenige, der dringend Hilfe benötigt und sie diejenige, die ihm diese Hilfe bieten könnte.

Einziger Wermutstropfen: natürlich endet die Geschichte (wieder mal!) mit einem Cliffhanger. Diesmal aber mit einem wirklich besonders blöden, weil damit wirklich nicht zu rechnen war.

Mir kam es zum Ende hin beim Lesen fast so vor, als hätte die Autorin unbedingt einen Abgabetermin einhalten wollen. Angefangene Handlungsstränge werden einfach als beendet erklärt (Kevin!), dafür neue Geheimnisse angedeutet, die vorher überhaupt kein Thema waren (Geld!). Außerdem bleiben manche Dinge total unglaubwürdig. Preppy war ein Jahr lang in einem kleinen Verlies gefangen, lag dann ein paar Wochen im Koma und Schwups: Kaum aufgewacht, läuft er nachts durch die Gegend, raucht, trinkt und kokst, als wäre er körperlich topfit. Hm…

Die schwache Übersetzung hat ihr Übriges getan. So viele Fehler habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Vielleicht bin ich ein bisschen überpingelig. Vergessene Anführungszeichen sind das eine, teilweise waren aber richtige grammatikalische Schnitzer dabei. Auch hier hatte ich den Eindruck, dass der Abgabetermin näher gerückt war und keine Zeit mehr zum Korrekturlesen blieb.

Davon abgesehen, war Band 6 Herzschmerz pur und für Preppys Verhältnisse eigentlich schwer romantisch! Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebesroman, nackenbeißer

Der Lord, der mich verführte

Julia Quinn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 07.08.2017
ISBN 9783956497124
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der ledige Sir Richard Kenworthy benötigt eine Ehefrau. Dringend! Am besten wäre es, innerhalb der nächsten 14 Tage verheiratet zu sein, sonst ist der Ruf seiner Familie ruiniert. Doch woher nehmen?

Gut, dass die Familie Smythe-Smith jedes Jahr eine musikalische Soiree veranstaltet, um der Gesellschaft die noch unverheirateten Töchter und Cousinen vorzustellen. Richards Freund Winston Bevelstoke verschafft ihm eine Einladung, allerdings widerspenstig. Denn erfahrungsgemäß sind die jungen Damen alles andere als musikalisch talentiert…

Bei der Soiree fällt ihm die unscheinbare Miss Iris am Cello auf, die nicht nur als einzige der jungen Damen ihr Instrument halbwegs beherrscht, sondern auch weiß, wie unglaublich schlecht ihre Verwandten spielen und darüber am liebsten vor Scham im Erdboden versinken möchte. Da ihre Familie nicht besonders vermögend ist und Miss Iris auch eher für ihre Zurückhaltung als für ihre Schönheit bekannt ist, sind ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt eher gering. Für Richard also eine ideale Kandidatin.

Winston macht die beiden bekannt und Richard merkt schnell, dass die Zurückhaltung von Iris nicht auf Schüchternheit oder Dummheit beruht. Iris ist gewitzt, schlagfertig und eine beeindruckende Gesprächspartnerin. Auch wenn es ihm also überraschenderweise alles andere als unangenehm ist, sie zu umwerben, steht Richard doch unter Druck. Die Uhr tickt und ihm bleibt nur noch eine Woche um zu heiraten.

Seine einzige Möglichkeit besteht darin, Iris in eine kompromittierende Situation zu bringen, um von ihren Eltern zu einer schnellen Eheschließung „genötigt“ zu werden. Dies funktioniert auch wunderbar, wären nur nicht die Gewissensbisse! Diese hatte Richard schon vor der Umsetzung seines Plans, doch nun ist ihm seine Ehefrau zutiefst sympathisch geworden und er weiß, wenn sie die Wahrheit erfährt, wird sie ihn bis ans Ende seiner Tage hassen.

Iris hingegen hätte Richard auch zum Mann genommen, wäre die Sache nur etwas langsamer gegangen, hat sie doch längst Gefühle für ihn entwickelt. So ahnt sie, dass es irgendeinen Grund für die überstürzte Hochzeit geben muss. Nur welchen? Hinzu kommt, dass Richard ihr tagsüber Avancen macht und heftig mit ihr flirtet, nachts aber dem Ehebett nicht beiwohnt und die Ehe immer noch nicht vollzogen hat. Gilt Richards Interesse wohl nur Männern und er braucht eine Alibi-Ehefrau?

Auf Richards Landsitz angekommen, erfährt sie den tatsächlichen Grund für die Blitzhochzeit. Ein Familiengeheimnis, das Richards komplette Familie zerstören könnte. Welche Entscheidung wird Iris treffen?

„Der Lord, der mich verführte“ von Julia Quinn, ist nicht der routinierte Nackenbeißer, den das Cover hätte vermuten lassen. Hier handelt es sich um eine wirklich süße und romantische Liebesgeschichte, die mich positiv überrascht hat.

Heute wäre Richards Geheimnis wohl keine große Sache mehr. In der damaligen Zeit hat so etwas tatsächlich einen Skandal verursacht. Daher ist Richards Plan zwar fies, aber irgendwie auch nachvollziehbar, schließlich will er für seine Familie nur das Beste. Dass er sich in Iris verliebt, macht die Dinge für ihn sehr kompliziert. Er hat aufrichtige Gefühle für sie entwickelt und möchte sie bis zuletzt nicht verletzten, sieht aber keinen anderen Ausweg. Diesen Zwiespalt kann man beim Lesen ganz gut nachvollziehen und Richard bleibt trotz allem sehr sympathisch.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, auch die der Nebenfiguren. Hier ist vor allem Daisy zu nennen, die etwas kleine Schwester von Iris ist eigentlich extrem nervig, wächst einem dann doch irgendwie ans Herz. Es menschelt sehr.

Mir hat dieses Buch echt Spaß gemacht und ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen!

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Tags: liebesroman, nackenbeißer   (2)
 

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

abenteuer, mississippi, kinderbuch, freundschaft, mord

Die Mississippi-Bande - Wie wir mit drei Dollar reich wurden

Davide Morosinotto , Cornelia Panzacchi
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.01.2017
ISBN 9783522184557
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Puh, ich weiß gerade gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Denn hier geht es um ein großartiges Kinderbuch, eigentlich um das Beste, das ich seit langer, langer Zeit gelesen habe! Wirklich!

Fangen wir doch einfach mal mit dem Inhalt an. Die Geschichte spielt 1904 mitten im Sumpfgebiet des Mississippi-Deltas, im „Bayou“. Irgendwo im Sumpf, wohin sich kein vernünftiger Erwachsener je begibt, steht die selbstgebaute Hütte der Mississippi-Bande. Genauer handelt es sich hierbei um den abenteuerlustigen und wilden Te Trois, den selbsternannten Sumpfschamanen Eddie, die hübsche Julie und ihren Bruder Tit, der nie ein Wort sagt. Der Bayou ist für die Kinder Abenteuerspielplatz und geheimer Zufluchtsort in einem. Bis auf den Arztsohn Eddie stammen alle Kinder aus sehr ärmlichen Verhältnissen und leicht im Leben hat es keiner der vier.

Die eigentliche Handlung beginnt, als die Kinder beim Angeln eine alte Dose aus dem Fluss fischen, aus der drei Dollar herausfallen. Für die damalige Zeit eine enorme Summe Geld! Die will natürlich klug investiert werden. Gut, dass Te Trois Mutter wie fast alle Amerikanerinnen den Versandhauskatalog von Walker & Dawn zuhause hat. Hier kann man wirklich alles bestellen: von Kleidung über Haushaltsartikel, Öfen, Revolver und und und. Moment… Revolver?? Tatsächlich: Bestellnummer 61R510, Polizei-Revolver, $ 1,95, zzgl. Versandkosten. Klar, ein Revolver ist nützlich und bietet einige Vorteile und nach ein paar Diskussionen wird er auch schon bestellt – heimlich natürlich, denn die Eltern hätten das Geld sofort konfisziert.

Doch als die Lieferung kommt, gibt es lange Gesichter: statt dem Revolver wurde eine Taschenuhr geliefert. Und dann auch noch eine, die gar nicht funktioniert. Was tun? Reklamieren fällt flach. Das Geld ist alle und die Eltern dürfen nichts erfahren.

Wie der Zufall es will, taucht kurze Zeit später ein Handelsvertreter von Walker & Dawn auf, der die Uhr zurückhaben will und dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen würde. Denn wie die Bande kurz darauf erfährt, ist auf die Uhr ein Finderlohn 4000 Dollar ausgesetzt. 4000 Dollar! Wenn sie die nach Hause brächten, wären sie Helden! Sie beschließen also, die Uhr zurückzubringen. Und schon geht die Reise los, vom Mississippi-Delta quer durchs ganze Land, bis ins ferne Chicago.

So weit, so gut. Klingt doch wie ein ganz normaler Abenteuerroman, oder? Dachte ich am Anfang auch. Doch die Geschichte entwickelt so eine Sogwirkung, dass man einfach immer weiterlesen muss: Ein Ereignis jagt das nächste, es wird nie langweilig und die Handlung ist so fintenreich, dass man sie nie vorhersehen kann. An den Kapitelanfängen ist das Buch sehr liebevoll mit Katalog-, Landkarten- und Zeitungsausschnitten illustriert und es hat nicht lange gedauert, bis ich mit den Kids mitgefiebert und mitgefühlt habe.

Wie schon erwähnt, haben die Kinder alles andere, was man heute eine „glückliche Kindheit“ nennen würde. Te Trois lebt zusammen mit seinem tyrannischen Bruder Chuck und zwei weiteren Brüdern bei seiner verwitweten Mutter. Die Familie schlägt sich irgendwie durchs Leben und Te Trois muss nicht nur auf dem eigenen Hof arbeiten, sondern auch noch bei anderen Familien mit aushelfen. Julie und Tit haben zwar die gleiche Mutter, aber unterschiedliche Väter, weswegen Tit eine andere Hautfarbe hat und die Familie mit allerhand Schikanen und Anfeindungen zu kämpfen hat. Und obwohl Eddie aus etwas besserem Hause ist, haben seine Eltern nie für ihn Zeit.

Generell kann man sagen, dass alle Charaktere bis in die kleinsten Nebenfiguren anschaulich und sehr gut ausgearbeitet sind. Im Handlungsverlauf nimmt der Leser der Reihe nach die Perspektive von jedem Kind ein – warum, das erfährt man zum Ende hin. Diesen Kniff fand ich persönlich wirklich schön gemacht. Jedes der Kinder hat sich bedingt durch sein bisheriges Leben einen Schutzpanzer zugelegt und will sich von den anderen nicht unbedingt in die Karten schauen lassen.

Alle haben also ihr Päckchen zu tragen, aber keines der Kinder kennt sein Leben anders und macht daher ganz unbeschwert das Beste daraus. Im Buch werden viele vermeintlich schwere Themen aufgegriffen (Armut, Kinderarbeit, Rassismus, Prostitution und Depression), aber immer so ganz nebenbei, ohne im Vordergrund zu stehen oder dramatisiert zu werden. Für mich ganz besonders erfrischend: der Autor hat sich über alle gängigen Rollenklischees in Kinderbüchern hinweggesetzt. Obwohl mit verschiedenen Schubladen gespielt wird, hat jede davon einen doppelten Boden. (Hach, was bin ich heute literarisch!)

Kurz noch zum Lesealter: der Verlag gibt als Empfehlung „ab 10 Jahren“ an. Finde ich persönlich absolut in Ordnung.

Mein Fazit: ein Kinderbuch (auch für Erwachsene), das zum mitfiebern und mitfühlen einlädt und das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Tags: abenteuer, roadtrip   (2)
 

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102 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

fbi, nero wolfe, new york, krimi, detektiv

Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

New York, 1965: Privatdetektiv Nero Wolfe übernimmt einen neuen Fall. Mrs. Bruner, schwerreich und etwas exzentrisch, ist schockiert vom Enthüllungsbuch „Das unbekannte FBI“. Davon überzeugt, dass jeder einflussreiche Amerikaner dieses Buch gelesen haben sollte, kauft sie vom Verlag 10000 Stück und verschickt sie an Senatoren, Richter, Medienvertreter usw. in ganz Amerika.

Natürlich hat diese Aktion erst recht bewirkt, dass das FBI auf Mrs. Bruner und ihre Familie aufmerksam wird. Nun fühlt sie sich überwacht und befürchtet, dass eventuelle Familiengeheimnisse ans Licht kommen könnten.

Nero Wolfe zögert, er will sich nicht mit dem FBI anlegen. Und wie könnte er Mrs. Bruner überhaupt helfen? Doch ein Scheck über 100000 Dollar überzeugt ihn dann doch, den Fall wenigstens pro forma zu übernehmen, muss er so doch bis in den Herbst hinein keinen anderen Fall mehr annehmen.

So weit, so gut. Doch Nero Wolfe ist kein gewöhnlicher Detektiv: stark übergewichtig verlässt er nur sehr ungern sein Haus und widmet sich lieber seinen Hobbies: gutem Essen und der Orchideenzucht. Alle Laufarbeiten erledigt Archie Goodman, aus dessen Sicht das Buch auch geschrieben ist.

Schnell erfährt das FBI von Mrs. Bruners Besuch und überwacht nun auch Wolfes Haus, sowie alle Botengänge Archies. Dieser kann seinen Beschattern immer wieder entkommen und erfährt unter der Hand vom New Yorker Polizeichef, dass der ermordete Journalist Morris Althaus vor seinem Tod ausgerechnet über das FBI und dessen Geschäftspraktiken recherchierte.

Wolfes einzige Möglichkeit, Mrs. Bruner zu helfen, liegt nun darin, eben diesen Mord aufzuklären und herauszufinden, ob das FBI tatsächlich involviert war.

Zugegeben: ich bin sehr, sehr naiv an diesen Krimi herangegangen. Angekündigt als lang verschollener Klassiker der Kriminalliteratur hatte ich wohl auch durch das witzige Cover eher einen Krimi im Stil Agatha Christies erwartet. Nette Unterhaltung, nicht allzu tiefschürfend, aber trotzdem genial. Die perfekte Urlaubslektüre – oder?

Ganz so einfach war mein Lesevergnügen dann doch nicht. Verschachtelte Endlossätze und als Bericht wiedergegebene Dialoge forderten genaues Lesen und viel Mitdenken! Dazu kommt, dass Archie endlose Botengänge und Ermittlungen durchführt und von diesen auch so detailreich wie möglich berichtet. Wohlgemerkt spielt der Krimi im Jahr 1965, also zur Zeit der Schreibmaschinen, Taxis und Telefonzellen, was mich eigentlich nostalgisch stimmen sollte, irgendwann aber eher eingeschläfert hat angesichts der Menge an Botengängen und Telefonaten, die Archie so zu erledigen hat. Die eigentliche Handlung bzw. die der eigentliche Plan plätscherte so im Hintergrund mit, um dann plötzlich mit einem Nebensatz wieder präsent zu sein. Konzentration ist also stets gefragt, auch wenn gerade wenig passiert!

Nicht nur mit der Erzählweise hatte ich so meine Probleme, sondern auch mit der vermeintlichen Hauptfigur Nero Wolfe. Er ist anscheinend der Sheldon Cooper der Detektivszene: fast schon soziophob versteckt er sich in seinem Haus, wo alles seinen festen Platz hat und in dem alles nach einem genauen Zeitplan geschieht. Leidtragender ist Archie, der nicht nur die ganze Arbeit erledigt und Wolfes Macken und Unfreundlichkeiten ausbaden muss, sondern auch noch bei diesem wohnt und anscheinend keinerlei Privatleben hat, sondern immer auf Abruf bereitsteht. Und obwohl Archie alle Figuren genauestens beschreibt, bleiben diese irgendwie erstaunlich blass - wohl auch eine Folge des Schreibstils.

Hinzu kommt noch der eigentliche Fall: obwohl ich wusste, dass FBI-Gründer J. Edgar Hoover, seine Einrichtung und deren Ermittlungspraktiken sehr umstritten und teilweise skandalträchtig waren, hatte ich zugegebenermaßen kein weiterreichendes Hintergrundwissen, welches allerdings vorausgesetzt wird, um der Handlung nicht nur folgen sondern auch deren Brisanz nachvollziehen zu können. Erläuterungen dazu und auch zum Verhältnis des Autors zu Hoover sind erst im Nachwort zu finden.

Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, der Verlag hätte diese Informationen als Vorwort gebracht. Das hätte mir eher ein Gefühl für dieses Buch gegeben und auch im Vorfeld einige Unklarheiten beseitigt, die sich beim Lesen ergeben haben.

Alles in allem hatte ich mir eher einen Krimiklassiker im Stile des Hercule Poirot versprochen, dann aber einen hochbrisanten Politkrimi in der Machart von John le Carré erhalten, der trotz seines Alters nicht an Aktualität verloren hat.

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Tags: fbi, politkrimi   (2)
 

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

megan erickson, mechanics of love, liebe, schmerz, vernunft

Dirty Talk - Ivy & Brent

Megan Erickson , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548288345
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Wenn man schon mal eine neue Reihe entdeckt hat, möchte man natürlich auch wissen, wie es weitergeht! In diesem Band steht Brent im Mittelpunkt: Automechaniker mit großem Herz und noch größerer Libido. Brent ist ein unwiderstehlicher Typ, der die Frauen mit Charme und Humor ins Bett kriegt. Alle.

Doch dann taucht Ivy auf, die Schwester seiner Arbeitskollegin. Ivy ist wunderschön und genau Brents Typ. Leider lässt sie ihn erst mal total abblitzen, was Brent komplett aus der Bahn wirft. Denn was niemand weiß: Brent hat das Singleleben eigentlich total satt und ist von seinem Ruf als ewiger Witzbold und Frauenheld mittlerweile eher genervt.

Ivy hingegen ist mit den Männern fertig. Zu lange hat sie ihr Leben von tyrannischen und verräterischen Kerlen bestimmen lassen. Jetzt steht sie auf eigenen Beinen und kümmert sich liebevoll um ihre kleine Tochter Violet.

Es kommt, wie es kommen muss: natürlich knistert es gewaltig! Ivy ist die erste Frau, die hinter Brents Fassade blickt und er kann sich endlich als echter Held beweisen.

Um es kurz zu machen: Leider hat mir dieser Band nicht so gut gefallen wie der um Jenna und Cal. Obwohl auch hier die Figuren an sich gut ausgearbeitet sind, lässt es die Autorin richtig krachen und macht vor keinem Klischee Halt. Das wurde mir irgendwann doch ein bisschen zu viel. Was mir auch schon im anderen Band aufgefallen war: die Kontinuität ist eher durchwachsen. Mal sind die Protagonistinnen blond, dann mal brünett… Muss einen nicht stören, mir fällt sowas halt auf.

Auch der Titel sowie die Genreeinordnung ließen mich in erotischer Hinsicht eigentlich mehr erwarten. Unter „Dirty Talk“ verstehe ich dann doch etwas anderes.

Nette Urlaubslektüre, mehr aber nicht!

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megan erickson, liebe, mechanics of love, jugendliebe, familie

Dirty Thoughts - Jenna & Cal

Megan Erickson , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548288338
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Harte Schale, weicher Kern – das war einmal! Seit Cal als Teenager von seiner großen Liebe Jenna aus heiterem Himmel verlassen wurde, hat er mit den Frauen abgeschlossen. Seit Jahren verkriecht er sich in der Autowerkstatt seines Vaters, wo er hart daran arbeitet, ein genauso grummeliger, miesmutiger und verschlossener Kerl wie sein alter Herr zu werden. Doch nach all der langen Zeit beschießt Jenna, aus New York nach Hause zu kommen um ihre Familie dabei zu unterstützen, das Familienunternehmen zu retten. Und das trifft Cal wie ein Blitz.

Aber auch Jenna hadert mit ihrem Schicksal. Denn so sehr sie sich auch in ihre Karriere gestürzt hat, konnte sie Cal nie vergessen. Was Cal nicht ahnt: sie hatte ihn nur verlassen, weil ihre Familie sie praktisch dazu zwang.

Kaum ist sie zurück, lodern die Flammen der Leidenschaft erneut auf. Nur Cal sieht sie als Frau, die sie wirklich ist. Und nur Cal kann sie wirklich befriedigen. Aber kann man einfach da weitermachen, wo man 10 Jahre zuvor aufgehört hat?

Die Autorin hat die verschiedenen Charaktere bis in die Nebenrollen sehr liebevoll inszeniert. Cal ist nicht nur ein grummeliger Waldkauz, äh, Mechaniker, sondern auch ein verantwortungsvoller Familienmensch, der seine zwei jüngeren Brüder praktisch alleine aufgezogen hat, nachdem seine Mutter die Familie verlassen hat. Erst seit Kurzem wohnt er nicht mehr mit seinem Bruder Brent zusammen und genießt die Ruhe und die Einsamkeit. Jenna hingegen ist nicht nur das hübsche reiche Mädchen. Sie tritt ein für die Menschen, die ihr wichtig sind, ist couragiert und fackelt nicht lange.

Obwohl ein Teil der Handlung erwartungsgemäß ziemlich vorhersehbar war, hat mir das Lesen doch viel Spaß gemacht. Natürlich handelt es sich hier nicht um große Literatur. Dafür aber um eine richtig schöne Urlaubslektüre!

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