kreszenz

kreszenzs Bibliothek

27 Bücher, 27 Rezensionen

Zu kreszenzs Profil
Filtern nach
27 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(74)

98 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

fbi, nero wolfe, krimi, new york, detektiv

Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

New York, 1965: Privatdetektiv Nero Wolfe übernimmt einen neuen Fall. Mrs. Bruner, schwerreich und etwas exzentrisch, ist schockiert vom Enthüllungsbuch „Das unbekannte FBI“. Davon überzeugt, dass jeder einflussreiche Amerikaner dieses Buch gelesen haben sollte, kauft sie vom Verlag 10000 Stück und verschickt sie an Senatoren, Richter, Medienvertreter usw. in ganz Amerika.

Natürlich hat diese Aktion erst recht bewirkt, dass das FBI auf Mrs. Bruner und ihre Familie aufmerksam wird. Nun fühlt sie sich überwacht und befürchtet, dass eventuelle Familiengeheimnisse ans Licht kommen könnten.

Nero Wolfe zögert, er will sich nicht mit dem FBI anlegen. Und wie könnte er Mrs. Bruner überhaupt helfen? Doch ein Scheck über 100000 Dollar überzeugt ihn dann doch, den Fall wenigstens pro forma zu übernehmen, muss er so doch bis in den Herbst hinein keinen anderen Fall mehr annehmen.

So weit, so gut. Doch Nero Wolfe ist kein gewöhnlicher Detektiv: stark übergewichtig verlässt er nur sehr ungern sein Haus und widmet sich lieber seinen Hobbies: gutem Essen und der Orchideenzucht. Alle Laufarbeiten erledigt Archie Goodman, aus dessen Sicht das Buch auch geschrieben ist.

Schnell erfährt das FBI von Mrs. Bruners Besuch und überwacht nun auch Wolfes Haus, sowie alle Botengänge Archies. Dieser kann seinen Beschattern immer wieder entkommen und erfährt unter der Hand vom New Yorker Polizeichef, dass der ermordete Journalist Morris Althaus vor seinem Tod ausgerechnet über das FBI und dessen Geschäftspraktiken recherchierte.

Wolfes einzige Möglichkeit, Mrs. Bruner zu helfen, liegt nun darin, eben diesen Mord aufzuklären und herauszufinden, ob das FBI tatsächlich involviert war.

Zugegeben: ich bin sehr, sehr naiv an diesen Krimi herangegangen. Angekündigt als lang verschollener Klassiker der Kriminalliteratur hatte ich wohl auch durch das witzige Cover eher einen Krimi im Stil Agatha Christies erwartet. Nette Unterhaltung, nicht allzu tiefschürfend, aber trotzdem genial. Die perfekte Urlaubslektüre – oder?

Ganz so einfach war mein Lesevergnügen dann doch nicht. Verschachtelte Endlossätze und als Bericht wiedergegebene Dialoge forderten genaues Lesen und viel Mitdenken! Dazu kommt, dass Archie endlose Botengänge und Ermittlungen durchführt und von diesen auch so detailreich wie möglich berichtet. Wohlgemerkt spielt der Krimi im Jahr 1965, also zur Zeit der Schreibmaschinen, Taxis und Telefonzellen, was mich eigentlich nostalgisch stimmen sollte, irgendwann aber eher eingeschläfert hat angesichts der Menge an Botengängen und Telefonaten, die Archie so zu erledigen hat. Die eigentliche Handlung bzw. die der eigentliche Plan plätscherte so im Hintergrund mit, um dann plötzlich mit einem Nebensatz wieder präsent zu sein. Konzentration ist also stets gefragt, auch wenn gerade wenig passiert!

Nicht nur mit der Erzählweise hatte ich so meine Probleme, sondern auch mit der vermeintlichen Hauptfigur Nero Wolfe. Er ist anscheinend der Sheldon Cooper der Detektivszene: fast schon soziophob versteckt er sich in seinem Haus, wo alles seinen festen Platz hat und in dem alles nach einem genauen Zeitplan geschieht. Leidtragender ist Archie, der nicht nur die ganze Arbeit erledigt und Wolfes Macken und Unfreundlichkeiten ausbaden muss, sondern auch noch bei diesem wohnt und anscheinend keinerlei Privatleben hat, sondern immer auf Abruf bereitsteht. Und obwohl Archie alle Figuren genauestens beschreibt, bleiben diese irgendwie erstaunlich blass - wohl auch eine Folge des Schreibstils.

Hinzu kommt noch der eigentliche Fall: obwohl ich wusste, dass FBI-Gründer J. Edgar Hoover, seine Einrichtung und deren Ermittlungspraktiken sehr umstritten und teilweise skandalträchtig waren, hatte ich zugegebenermaßen kein weiterreichendes Hintergrundwissen, welches allerdings vorausgesetzt wird, um der Handlung nicht nur folgen sondern auch deren Brisanz nachvollziehen zu können. Erläuterungen dazu und auch zum Verhältnis des Autors zu Hoover sind erst im Nachwort zu finden.

Hier hätte ich mir wirklich gewünscht, der Verlag hätte diese Informationen als Vorwort gebracht. Das hätte mir eher ein Gefühl für dieses Buch gegeben und auch im Vorfeld einige Unklarheiten beseitigt, die sich beim Lesen ergeben haben.

Alles in allem hatte ich mir eher einen Krimiklassiker im Stile des Hercule Poirot versprochen, dann aber einen hochbrisanten Politkrimi in der Machart von John le Carré erhalten, der trotz seines Alters nicht an Aktualität verloren hat.

  (4)
Tags: fbi, politkrimi   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

megan erickson, mechanics of love, liebe, schmerz, vernunft

Dirty Talk - Ivy & Brent

Megan Erickson , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548288345
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Wenn man schon mal eine neue Reihe entdeckt hat, möchte man natürlich auch wissen, wie es weitergeht! In diesem Band steht Brent im Mittelpunkt: Automechaniker mit großem Herz und noch größerer Libido. Brent ist ein unwiderstehlicher Typ, der die Frauen mit Charme und Humor ins Bett kriegt. Alle.

Doch dann taucht Ivy auf, die Schwester seiner Arbeitskollegin. Ivy ist wunderschön und genau Brents Typ. Leider lässt sie ihn erst mal total abblitzen, was Brent komplett aus der Bahn wirft. Denn was niemand weiß: Brent hat das Singleleben eigentlich total satt und ist von seinem Ruf als ewiger Witzbold und Frauenheld mittlerweile eher genervt.

Ivy hingegen ist mit den Männern fertig. Zu lange hat sie ihr Leben von tyrannischen und verräterischen Kerlen bestimmen lassen. Jetzt steht sie auf eigenen Beinen und kümmert sich liebevoll um ihre kleine Tochter Violet.

Es kommt, wie es kommen muss: natürlich knistert es gewaltig! Ivy ist die erste Frau, die hinter Brents Fassade blickt und er kann sich endlich als echter Held beweisen.

Um es kurz zu machen: Leider hat mir dieser Band nicht so gut gefallen wie der um Jenna und Cal. Obwohl auch hier die Figuren an sich gut ausgearbeitet sind, lässt es die Autorin richtig krachen und macht vor keinem Klischee Halt. Das wurde mir irgendwann doch ein bisschen zu viel. Was mir auch schon im anderen Band aufgefallen war: die Kontinuität ist eher durchwachsen. Mal sind die Protagonistinnen blond, dann mal brünett… Muss einen nicht stören, mir fällt sowas halt auf.

Auch der Titel sowie die Genreeinordnung ließen mich in erotischer Hinsicht eigentlich mehr erwarten. Unter „Dirty Talk“ verstehe ich dann doch etwas anderes.

Nette Urlaubslektüre, mehr aber nicht!

  (12)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

megan erickson, liebe, mechanics of love, jugendliebe, familie

Dirty Thoughts - Jenna & Cal

Megan Erickson , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548288338
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Harte Schale, weicher Kern – das war einmal! Seit Cal als Teenager von seiner großen Liebe Jenna aus heiterem Himmel verlassen wurde, hat er mit den Frauen abgeschlossen. Seit Jahren verkriecht er sich in der Autowerkstatt seines Vaters, wo er hart daran arbeitet, ein genauso grummeliger, miesmutiger und verschlossener Kerl wie sein alter Herr zu werden. Doch nach all der langen Zeit beschießt Jenna, aus New York nach Hause zu kommen um ihre Familie dabei zu unterstützen, das Familienunternehmen zu retten. Und das trifft Cal wie ein Blitz.

Aber auch Jenna hadert mit ihrem Schicksal. Denn so sehr sie sich auch in ihre Karriere gestürzt hat, konnte sie Cal nie vergessen. Was Cal nicht ahnt: sie hatte ihn nur verlassen, weil ihre Familie sie praktisch dazu zwang.

Kaum ist sie zurück, lodern die Flammen der Leidenschaft erneut auf. Nur Cal sieht sie als Frau, die sie wirklich ist. Und nur Cal kann sie wirklich befriedigen. Aber kann man einfach da weitermachen, wo man 10 Jahre zuvor aufgehört hat?

Die Autorin hat die verschiedenen Charaktere bis in die Nebenrollen sehr liebevoll inszeniert. Cal ist nicht nur ein grummeliger Waldkauz, äh, Mechaniker, sondern auch ein verantwortungsvoller Familienmensch, der seine zwei jüngeren Brüder praktisch alleine aufgezogen hat, nachdem seine Mutter die Familie verlassen hat. Erst seit Kurzem wohnt er nicht mehr mit seinem Bruder Brent zusammen und genießt die Ruhe und die Einsamkeit. Jenna hingegen ist nicht nur das hübsche reiche Mädchen. Sie tritt ein für die Menschen, die ihr wichtig sind, ist couragiert und fackelt nicht lange.

Obwohl ein Teil der Handlung erwartungsgemäß ziemlich vorhersehbar war, hat mir das Lesen doch viel Spaß gemacht. Natürlich handelt es sich hier nicht um große Literatur. Dafür aber um eine richtig schöne Urlaubslektüre!

  (11)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(148)

210 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 97 Rezensionen

entführung, thriller, baby, kindesentführung, lügen

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Du hast ein sechs Monate altes Baby und deine Nachbarn laden dich und deinen Mann auf eine Geburtstagsfeier ein, möchten aber unter Erwachsenen bleiben? Kein Problem – du hast ja einen Babysitter. Der Babysitter sagt wegen eines Trauerfalls in der Familie ab? Kein Problem – du hast ja noch ein Babyphone und gehst zusätzlich jede halbe Stunde nach Hause und siehst nach deinem Baby. Was soll da schon groß schief laufen?

Im Fall von Anne und Marco passiert das Schrecklichste, was sich Eltern nur vorstellen können! Als sie von der Party zurückkommen steht die Haustür offen und das Kind ist weg. Die Eltern sind verzweifelt, die Polizei ratlos: nirgends finden sich Spuren fremder Personen. Wie kann das sein? Haben die Eltern eine Entführung inszeniert und wenn ja, warum? Oder soll ein Kindstod vertuscht werden? Je tiefer die Polizei gräbt, desto mehr schreckliche Geheimnisse erfährt der Leser. Und irgendwann fragst du dich: Kannst du deinem Nachbarn noch trauen?

Shari Lapena nimmt uns mit auf einen Psychotrip, den zumindest ich so schnell nicht vergessen werde. An sich ist das Buch sehr sachlich geschrieben, fast schon dokumentarisch, und setzt sich so wohltuend von hypernervösen Thrillern ab. Trotzdem entwickelte sich so eine starke Sogwirkung, dass ich in jeder freien Minute weiterlesen musste. Es liegt wahrscheinlich daran, dass die Autorin früher als Rechtsanwältin und Englischlehrerin gearbeitet hat, denn sie hat eine unbestechliche Beobachtungsgabe und so sind die Charaktere auch eher ambivalent angelegt. Jeder hat seine Stärken und – vor allem – seine Schwächen! Schon lange habe ich nicht mehr so stark mit den Personen mitgefiebert wie in diesem Buch. In einem Moment sind sie noch sympathisch und man fühlt mit ihnen, im nächsten Moment fragt man sich, was derjenige sonst noch auf dem Kerbholz hat.

Die Autorin nimmt uns mit auf ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel und zeigt auf, zu welchen Taten der Nachbar von nebenan fähig sein kann.

Langweilig wurde mir jedenfalls keine Sekunde. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!  

  (28)
Tags: kindesentführung, psychokrimi   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

historischer krimi, hamburg, 1927

Die Morde von St. Pauli

Robert Brack
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548288734
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hamburg 1927: Auf dem stillgelegten St.-Pauli-Friedhof wird ein frisches Grab entdeckt. Darin vergraben: Schrammel-Ede, ein Berufsgauner, der seine besten Tage hinter sich hatte. Kriminalkommissar Alfred Weber beginnt zu ermitteln. Wer sollte ein Interesse an Edes Tod haben? Die Unterwelt gibt sich bedeckt. Doch dann wird auf dem Kiez auch Peitschen-Resi ermordet, eine alte Bekannte von Schrammel-Ede. Zufall? Weber will nicht so recht daran glauben, nicht nur, weil alle Opfer spektakulär arrangiert wurden sondern vor allem, weil alle Opfer frühere Mitglieder der Romanoff-Bande waren.

Zeitgleich werden auch der einflussreiche Reeder Maximilian Brunswiek und sein Notar Dr. Gerber tot aufgefunden. Da beide Morde im Zusammenhang mit Raubmorden stehen könnten, soll Weber nun auf Anweisung seinen Chefs auch hier ermitteln. Aber der Geldadel schweigt sich aus und erschwert Webers Ermittlungen, wo es nur geht.

Durch Zufall entdeckt er, dass Brunswiek noch eine weitere Tochter hatte. Karlotta hat mit ihrer reichen Familie gebrochen und sich der Bohème zugewendet, hatte sich als Künstlerin einen Namen gemacht. Wie er außerdem herausfindet, hatte sie ein großes Interesse an der Hamburger Halbwelt – und an Zeus Romanoff. Hängen die Morde vielleicht zusammen?

Als großer Fan von Volker Kutscher hatte ich eine Art Gereon Rath aus Hamburg erwartet. Der Anfang war schon mal nicht schlecht: verpflichtende Fahrstunden zum Erwerb eines Führerscheins für die aufkommenden Automobile, die Einführung einer weiblichen Kriminalpolizei (WKP), die Tücken eines Paternosters, alles moderne Probleme, die ein schönes historisches Ambiente erschaffen.

Auch Weber sieht die Gesetzestreue eher ambivalent wenn es um seine Ermittlungen geht und ist der Unterwelt gegenüber sehr großzügig eingestellt, vor allem wenn es um seinen persönlichen Vorteil geht. Ansonsten muss er sich mit allerhand privaten Problemen herumschlagen, denn seine Ex-Frau tritt für die Emanzipation ein, seine Tochter möchte lieber ein Junge sein, um später mal Polizist zu werden und dann ist da auch noch seine junge Kollegin von der WKP, die sich partout nicht von ihm beeindrucken lassen möchte. Zum Glück gibt es da noch den österreichischen Arzt Dr. Freud, dessen neuartige Traumforschung Weber dazu inspiriert, ein Traumtagebuch zu führen und sein verkorkstes Leben zu erforschen.

Und somit komme ich auch schon zum Punkt, warum mir dieses Buch nicht so gut gefallen hat, wie erhofft. Robert Brack hat einen gut recherchierten historischen Roman geschrieben, keine Frage. Allerdings hat er so viele Themen untergebracht, dass mir die eigentliche Kriminalgeschichte zu kurz kommt. Obwohl man schnell ahnen kann, dass beide Fälle zusammenhängen, zieht es sich ewig hin, bis Weber Fortschritte macht. Nicht nur das. Einige Dinge blieben mir bis zuletzt unklar, z. B. wie die Tresorkonstruktion unentdeckt installiert werden konnte.

Der Showdown zum Schluss passte gefühlsmäßig nicht so richtig zum eher gemächlichen Tempo des restlichen Buches, das mich insgesamt eher unbefriedigt zurückgelassen hat.

  (24)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

mitunter witzige dialoge, liebe, nackenbeißer

Ein unmöglicher Gentleman

Stephanie Laurens , Gisela Grätz
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 08.05.2017
ISBN 9783956496745
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mary Cynster, die Jüngste des angesehenen Cynster-Clans und von sehr herrschsüchtigem Naturell, hat sich mit ihren zarten 22 Jahren dazu entschlossen, sich einen Ehemann zu suchen. Natürlich stellt sie bestimmte Ansprüche: jung sollte er sein, nicht unter ihrem Stand und vor allem leicht beeinflussbar, denn Mary denkt nicht im Traum daran, sich jemandem unterzuordnen. Genau ins Beuteschema passt Randolph Cavanaugh, den sie gedenkt, in der aktuellen Ballsaison weichzuklopfen. Randolph hingegen ist am Heiraten eigentlich noch gar nicht interessiert und besucht die Bälle nur, weil ihn seine Mutter Lavinia dazu zwingt. Denn auch Lavinia hat sich so ihre Gedanken über Randolphs zukünftiges Leben gemacht und eine Vermählung mit Mary Cynster würde hervorragend zu ihren Plänen passen.

Dummerweise haben beide einen ganz bestimmten Gentleman nicht mit einkalkuliert: Ryder Cavanaugh, Randolphs Halbbruder, der nicht nur der fünfte Marquess of Raventhorne sondern nach dem Tod seines Vaters auch der Stammhalter der Familie ist. Der teuflisch gut aussehende Ryder gilt in der feinen Gesellschaft als Schwerenöter, der schon der Liebhaber mehrerer Ladies war. Nun ist er auf der Suche nach einer ihm ebenbürtigen Frau - diesmal allerdings zum Heiraten - und gerät prompt an Mary. Diese lässt ihn erst mal abblitzen, was Ryder enorm fasziniert, ist er es ansonsten gewohnt, dass ihm die Frauen zu Füßen liegen.

Nachdem Ryder erkennt, dass Mary ausgerechnet an Randolph interessiert ist, setzt er alles daran, sie von diesem abzubringen und sie im besten Fall für sich selbst zu interessieren. Geschickt schafft er es, ihr auf allen Bällen der Saison zu begegnen und ihr Vertrauen zu gewinnen.

Zur Bewährungsprobe kommt es, als Ryder auf dem Nachhauseweg überfallen und niedergestochen wird. Mary findet ihn gerade noch rechtzeitig und kann ihm durch ihr beherztes Einschreiten das Leben retten. Durch verzwickte Umstände kommt es anschließend recht schnell zu einer Verlobung der beiden und Ryder muss erkennen, dass sich seine Gefühle für Mary schneller und tiefer entwickeln, als er jemals hätte ahnen können.

Leider ist da aber noch Lavinia, Ryders Stiefmutter, die im Hintergrund Ränke schmiedet und mit aller Macht verhindern will, dass Mary Ryder heiratet. Geht sie am Ende soweit, das Leben der beiden aufs Spiel zu setzen, um ihren Willen zu bekommen?

Obwohl ich die Bücher von Stephanie Laurens eigentlich gerne lese, konnte mich dieser Titel leider nicht wirklich überzeugen. Der Start beginnt schon mal sehr holprig, denn die Handlung setzt eigentlich erst zwei Tage nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten ein. Anscheinend entstammt der Titel außerdem einer Reihe, was mir vorher leider nicht ersichtlich war. Auf das gesellschaftliche Umfeld und bestimmte Personen wird nicht genauer eingegangen oder aber als bekannt vorausgesetzt, so dass ich anfangs ständig das Gefühl hatte, wichtige Details nicht zu kennen. Natürlich ist es bei losen Reihen immer eine Gratwanderung, genug Infos für die Neulinge zu bieten, die für die „alten Hasen“ aber nicht langweilig werden, aber andere Autoren und Autorinnen schaffen diese Gratwanderung auch.

Die Beschreibungen der Charaktere sind meiner Meinung nach auch wenig gelungen und eher lieblos. Obwohl in vielen Passagen ausführlich das Innenleben der beiden geschildert wird, ist der Funken einfach nicht übergesprungen. Mary habe ich zunehmend als nervig empfunden und ich konnte immer weniger nachvollziehen, warum sich Ryder ausgerechnet für sie entschieden hat. Leider fehlte dem Kräftemessen der beiden Sturköpfe das nötige Quäntchen Humor und so empfand ich den ersten Teil streckenweise langatmig und fade, weswegen ich letztendlich angefangen habe, quer zu lesen.

Was hängen geblieben ist: Ryder hat eine blonde Löwenmähne und grüne Augen, Marys Augen sind hingegen kornblumenblau und beide sind überaus stur. Hmm… Für einen 500-Seiten-Roman ist das nicht gerade viel.

Wirklich Schwung in die Handlung kommt erst nach der Hochzeit, als Mary und Ryder sich auf den Landsitz zurückziehen und plötzlich mysteriöse Dinge geschehen. Geneigte Leserinnen ahnen natürlich schon frühzeitig, wer genau dahinter steckt. Trotzdem konnte ich mir beim Lesen ein leichtes Kopfschütteln nicht verkneifen. Ryder wird die ganze Zeit als Stratege beschrieben, der den anderen immer einen Schritt voraus ist. Warum nicht hier? (Ganz ehrlich: Wie kann der nur so doof sein?!)

Im Epilog tauchen dann auch nochmal alle möglichen Nebenfiguren, die wahrscheinlich in den Vorgängerbänden größere Rollen hatten, im eigentlichen Band aber nur kurz mal aufgetaucht sind. Sorry, mir fehlte hier einfach der Bezug zur Handlung.

Mein abschließendes Fazit: dieses Buch hätte man gut und gerne um 200 Seiten kürzen können. Viele Passagen waren aufgebläht und langatmig und ließen mich wenig Sympathie für die Hauptfiguren empfinden. Zwischendrin habe ich sogar ein ganzes Kapitel übersprungen. Weitergelesen habe ich eigentlich nur, weil ich unbedingt wissen wollte, was sich Lavinia schlussendlich einfallen lässt, um an ihre Ziele zu kommen.

  (43)
Tags: nackenbeißer   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

inked armor - dunkler schmerz, inked armor

Inked Armor - Dunkler Schmerz (Clipped Wings)

Helena Hunting
E-Buch Text: 55 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 04.05.2017
ISBN 9783736305397
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Coverabbildungen dieser Reihe haben mich ein bisschen an die King-Reihe erinnert, weswegen ich mich schon gespannt auf das Leseexemplar „Inked Armor – Dunkler Schmerz“ freute.

Wie sich beim Lesen herausgestellt hat, handelt es sich hierbei allerdings „nur“ um eine Novelle, die anscheinend zwischen zwei Bänden spielt.

Chris ist anscheinend der letzte seiner Clique, der noch keine feste Freundin hat. In seinem Leben gibt es zwar Sarah, die aber eine gewisse Distanz ihm gegenüber wahrt und die er kaum mehr sieht, seit sie in ihrem neuen Job angefangen hat. Mehrere Versuche, ihr seinen Wohnungsschlüssel zu überlassen, sind fehlgeschlagen und Sarah ist mit ihrem Job als Kellnerin in einem dubiosen Striplokal mehr als unglücklich.

Leider lässt die Novelle beim Lesen praktisch gar nicht auf die Handlung der eigentlichen Reihe schließen. Auch der Start in die Handlung ist sehr holprig gewählt, weswegen ich mich mit diesem Titel echt schwer getan habe.

Als Teaser für die Reihe war das wohl nix!

  (31)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(199)

413 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 155 Rezensionen

gift, liebe, fantasy, melinda salisbury, jugendbuch

Goddess of Poison - Tödliche Berührung

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 19.09.2016
ISBN 9783845815138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die siebzehnjährige Twylla führt kein normales Leben. Als Reinkarnation der Göttlichen Daunen lebt sie am Hofe des Königs um den Kronprinzen nach Erreichen seiner Volljährigkeit zu heiraten. Doch ihr Leben ist alles andere als schön. Jeden Monat muss sie ein tödliches Gift trinken, gegen das sie zwar immun ist, das aber ihre Haut vergiftet und so jeden tötet, den sie berührt. Nicht nur, dass ihr alle Höflinge aus Furcht aus dem Weg gehen, nein: die Königin missbraucht sie nach der Giftzeremonie auch regelmäßig als Scharfrichterin und Twylla muss die Verbrecher durch Auflegen ihrer Hände töten, was ihr sehr zu schaffen macht.

Überhaupt ist die Königin, ihre zukünftige Schwiegermutter, eine Tyrannin wie sie im Buche steht. Selbst unfruchtbar geworden, verbietet sie ihren Hofdamen aus Neid, schwanger zu werden. Wer sich nicht daran hält oder gegen andere Verbote verstößt, wird gerne mal von den Hunden zu Tode gehetzt. Im Großen und Ganzen ist sie also eine Art weiblicher Ramsey Bolton.

Twyllas einziger Lichtblick ist ihr neuer Wächter Leif. Leif ist nicht nur jung und gutaussehend, sondern rüttelt Twylla auch mit frechen und unangemessenen Bemerkungen auf. Ist es wirklich ihr Schicksal, den Prinzen zu heiraten oder sind es nicht nur die Annehmlichkeiten des behüteten Lebens, die sie reizen? Doch Leif ist nicht nur anders als alle Höflinge, er stammt auch aus einem anderen, aufgeklärteren Kulturkreis, der nichts von Göttern und magischen Ritualen hält. Ist Twylla am Ende gar nicht die Reinkarnation einer Göttin und wenn ja, was will die Königin mit dieser Geschichte bezwecken?

Nachdem ich Band 2 versehentlich schon vorher gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf die vorherigen Geschehnisse und wurde (fast) nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist wirklich grandios. Man kann sich beim Lesen sehr gut in Twylla hineinversetzen, die trotz Luxus der wohl einsamste Mensch der Welt ist. Als Leif in die Handlung eingeführt wird und sie sich anfreunden, kann man die Rädchen in ihrem Gehirn förmlich rattern hören, die durch den anwachsenden Zweifel in die Gänge gekommen sind. Man macht sich seine eigenen Gedanken über das Gift und die Zusammenhänge und freut sich, wenn die teils ein bisschen naive Twylla dann auch dahinter kommt.

Was mir aber wie auch beim zweiten Band nicht wirklich gefallen hat: die Autorin setzt viele Gegebenheiten als bekannt voraus, z. B. die Göttliche Daunen oder die Tradition der Sündenesserin - Erklärungen folgen erst im Laufe der Handlung. [Nur den Schlafenden Prinzen kannte ich inzwischen ja schon. ;-)] Obwohl ich eine konzentrierte Leserin bin, hatte ich deswegen ständig das Gefühl, irgendetwas überlesen zu haben. Nicht so schön.

Abgesehen davon ist es anscheinend Strategie der Reihe, ewig lang Spannung aufzubauen, damit sich zum Schluss hin die Ereignisse überschlagen. Obwohl vieles so kommt, wie man schon vermutet hatte, ist das Ende irgendwie so absurd, dass man sich wundert, ob die Autorin erst kurz vor Ablauf der Deadline fertig geworden ist und nicht nochmal drüber gelesen hat. Leider konnten mich die letzten beiden Kapitel nicht so wirklich überzeugen. Band 3 werde ich aber trotzdem lesen. Ich würde nämlich zu gerne wissen, wie sie das noch auflösen will!

  (25)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

privatclub, analsex, sexclub, erotik, unterwerfung

The Rough - Fesselnde Harmonie (Secrets of a Rockstar 2)

Cecilia Tan
E-Buch Text: 344 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.06.2017
ISBN 9783732538911
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wie schon in Band 1 angedeutet wurde, ist Gwen im Thema Sex eindeutig die abenteuerlustigere der beiden Hamilton-Schwestern. Im Gegensatz zu Ricky hat sie schon früh erkannt, dass BDSM genau der richtige Lifestyle für sie ist. Dabei bevorzugt sie ganz klar die SM-Schiene, konnte ihre Sehnsüchte bislang aber nicht richtig ausleben, da der passende Mann/Dom fehlt.

Doch dann kommt sie nach einem miesen Tag zum Konzert von The Rough. Da sie sich für ein Casting verkleidet hatte, erkennt sie der Ordner nicht, der sie prompt in den Backstage-Bereich zu den wartenden Groupies führt. Dabei wird ihr schnell klar, dass die Mädchen nicht zur zum Plaudern da sind, sondern den Jungs nach bestimmten Kriterien zugeführt werden, wobei Mal als bekennender Sadist meistens leer ausgeht. Ricky hingegen ist neugierig auf die dunkle Seite Mals und wird vom anschließendem Sex nicht enttäuscht.

Auch auf Mal hat das kleine Abenteuer einen nachhaltigen Eindruck gemacht und obwohl er sonst nach der Regel lebt, niemals mit der gleichen Frau zweimal zu schlafen, lässt ihn die unbekannte Schönheit nicht los, die sich ihm so bereitwillig unterworfen hat. So ist er alles andere als abgeneigt, als Gwen ihn in immer anderen Verkleidungen als Excrucia zu Diensten ist.  

Eines Abends kommt es aber durch eine Unachtsamkeit zu einem Unfall und Gwen wird nicht nur enttarnt, sondern Mal kommt auch zur Erkenntnis, dass er Gwen nicht mehr sehen darf, um sie vor sich selbst zu schützen.

Nicht nur, dass beide enorm unter der Trennung leiden – auch die Arbeiten am neuen Album gehen nur schleppend voran, so dass Gwen von der Band nach Montreal eingeflogen wird, um Mal wieder milde zu stimmen. 14 Tage lang lebt sie als Sklavin in seinem Hotelzimmer und wird von ihm zur perfekten Masochistin ausgebildet. Doch am letzten Abend kommt es zu einem fatalen Zwischenfall und Gwen muss erkennen, dass sich Mals dunkle Seite nicht nur auf ihre Rollenspiele beschränkt…

Während mir Band 1 wirklich gut gefallen hat, weiß ich immer noch nicht, was ich von diesem Band halten soll. Die Storyline an sich ist ziemlich packend geschrieben – man muss einfach weiterlesen. Die Sexszenen allerdings werden immer extremer und obwohl ich wirklich so einiges gewöhnt bin, wurde es mir teilweise wie auch schon den anderen Rezensentinnen einfach zu viel. Hier geht es nicht nur um ein paar Peitschenklapse, hier wird zum Orgasmus geprügelt. Das war stellenweise schon ein bisschen heftig für mich und passt überhaupt nicht zu dem, was das Cover suggeriert.

Das Ende hat mich leider nicht so wirklich überzeugt. Mir kommt es so vor, als wäre der Autorin auf die letzten Paar Seiten eingefallen, dass sie noch irgendwie einen Hauch Romantik unterbringen müsste. Außerdem war der letzte Handlungsstrang zwar immer ein bisschen präsent, aber nie genug um so einen Handlungsschwung rechtfertigen zu können.

Obwohl mir auch nach langem Überlegen nicht wüsste, wem ich diesen Band empfehlen würde, bin ich doch gespannt, wer in Band 3 die Hauptrolle einnehmen wird.

  (8)
Tags: analsex, sado-maso, unterwerfung   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Teufelsküche

Bernd Flessner
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.05.2017
ISBN 9783740800499
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Zuge der großen Heimatkrimi-Welle sind ja so einige Bücher publiziert worden, die es wohl unter normalen Umständen nicht auf den Markt geschafft hätten. Nach ein Paar Reinfällen bin ich auf diesem Gebiet eher vorsichtig geworden und da die meisten eh irgendwo im Alpen- oder Voralpenraum angesiedelt sind, fehlt zur Zeitverschwendung auch noch das lokale Interesse.

Anders ging es mir bei „Teufelsküche“ von Bernd Flessner. Ein Krimi, der nicht nur im Oberpfälzer Wald spielt, sondern ausgerechnet in der Tirschenreuther Teufelsküche – also direkt vor meiner Haustür, naja, zumindest in der Schwammerl-, Wander- und Mountainbike-Homezone. Sollte ich also eigentlich schon mal reinlesen, oder? Aber der Autor – kein „Hiesiger“, sondern Zukunftsforscher aus Erlangen. Ausgerechnet! Solche Berufe gibt es in unserer schönen Nordoberpfalz gar nicht. Meine Skepsis war also zugegebenermaßen schon sehr groß.

Was soll ich drum rumreden: ich wurde positiv überrascht, sogar sehr!

Kurz zum Inhalt: Ein bekannter Kabarettist wird tot aufgefunden, eben in der genannten, sagenumwobenen Teufelsküche. Während sich die Polizei auf ein Drogendelikt versteift, weiß es der Bühnenpartner des Opfers, Torsten Zitterbart, besser: der Tote hatte seit einem kleinen Koksintermezzo in den 80ern mit Drogen nix am Hut, zumindest mit keinen stärkeren als Rotwein. Erst selbst noch unter den Verdächtigen, bemerkt Zitterbart schnell einige Ungereimtheiten, die der Polizei entgangen sind und fängt an, auf eigene Faust zu ermitteln. Dann wird aber klar, dass sein Freund nicht nur ein Geheimnis vor ihm verbarg und Zitterbart wird selbst zur Zielscheibe.

„Diabolisches Krimi-Vergnügen und Nervenkitzel pur.“, verspricht der Verlag auf dem Klappentext. Das hat sich für mich doch ziemlich reißerisch angehört. Zum Glück entpuppte sich der Krimi dann aber als grundsolide. Die Sprache ist vielleicht ein bisschen einfach gehalten, passt aber gut zum etwas unkonventionellen Setting. Was mir positiv aufgefallen ist: die Lokalitäten sind wirklich gut recherchiert, nicht zu sehr verfremdet wie in anderen Krimis dieser Gattung. Wobei, ein klassisches Gesteinslabyrinth ist die Teufelsküche nicht gerade, und bestimmt auch kein Drogenumschlagplatz – aber das ist meine einzigen Kritikpunkte.

Auch wenn ich am Anfang sehr skeptisch war, konnte ich schon bald nicht mehr aufhören, zu lesen. Man kann gut mitraten und sich seine eigenen Gedanken machen, das mag ich bei Krimis. Außerdem hat sich der Autor ein paar Kniffe und Wendungen einfallen lassen, so dass das Ende dann doch ein bisschen überraschend war.

„Teufelsküche“ kann ich euch also wirklich ans Herz legen. Und auch die echte Teufelsküche ist einen Besucher allemal wert!

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(76)

155 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

fantasy, krieg, märchen, jugendbuch, alchemie

The Sleeping Prince - Tödlicher Fluch

Melinda Salisbury , A. M. Grünewald
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 15.02.2017
ISBN 9783845817941
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In dem alten Märchenbuch, das die Herbalistin Errin zusammen mit ihrer Mutter immer wieder gelesen hat, gibt es auch die Legende um den Schlafenden Prinzen, der wegen eines Verrats seines Vaters in immerwährenden Schlaf gefallen ist. Alle 100 Jahre wird ihm von seinem Sohn das Herz eines jungen Mädchens gebracht, damit er weiterschläft anstatt zu sterben.

Doch diese Geschichte ist nicht nur ein Märchen! Sie ist die Wirklichkeit. 500 Jahre lang hat der Prinz inzwischen geschlafen und während dieser Zeit haben ihn nicht nur die Menschen vergessen – nein, auch sein Königreich ist inzwischen zerfallen. Nun ist er aber aufgewacht und verbreitet Furcht und Schrecken, denn er will sein Königreich zurück!

Ganz davon abgesehen, hat Errin schon genügend Probleme: nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters hat sie nicht nur ihr Zuhause verloren, auch ihr Bruder Leif ist spurlos verschwunden und so muss sie sich allein und völlig mittellos um ihre Mutter kümmern, die an einer mysteriösen Krankheit leidet. Über Wasser kann sie sich nur halten, in dem sie Gifte an den geheimnisvollen Silas verkauft.

Aber wer ist Silas wirklich? Wofür brauchte er diese Gifte? Und warum verhüllt er ständig sein Gesicht?

Als Soldaten das Dorf wegen der näher rückenden Front räumen, weiß Errin keinen Rat mehr. Helfen kann ihr nur noch Silas – doch der ist plötzlich spurlos verschwunden! So macht sich Errin alleine auf den Weg und gerät in schreckliche Gefahr…

Leider war für mich nicht ersichtlich, dass es sich bei diesem Buch um den zweiten Teil einer Reihe handelt und so bin ich – mal wieder – quer gestartet. Am Anfang war das nicht mal ersichtlich, denn die Handlung startet komplett abgekoppelt vom ersten Band.

Errin kümmert sich aufopferungsvoll um ihre kranke Mutter und muss sich auch noch gegen die Avancen des widerlichen Hauswirts wehren. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass ihr verschwundener Bruder Leif noch lebt und den Krieg bisher irgendwie überleben konnte. Trotzdem ist sie eine realistische, mutige junge Frau, die einem schnell ans Herz wächst. Silas hingegen ist voller Widersprüche und Rätsel. Er verhüllt sein Gesicht, ist körperlich sehr distanziert und übt trotzdem eine unheimliche Anziehungskraft auf Errin aus.

Der erste Teil des Buches erzählt in Rückblenden, wie sich die beiden kennengelernt haben und wie es dazu kam, dass Errin alles verloren hat. Erst mal alles nicht besonders magisch und ich rätselte beim Lesen ständig, was die Autorin aus dieser Geschichte machen wollte, vor allem nachdem Silas plötzlich verschwunden war.  

Das erfuhr ich anschließend im zweiten Teil, denn dort wurden die Handlungsstränge des ersten Bandes aufgegriffen. Wenn man diesen gelesen hat, ist die Vorgehensweise der Autorin wohl wirklich raffiniert gewählt. Für mich war das aber der Zeitpunkt, gar nichts mehr zu kapieren. Zu viele Dinge/Gegebenheiten waren einfach unbekannt und die wendungsreiche Handlung hat es mir vollends verwehrt, da noch reinzukommen. Ich werde wohl bei Gelegenheit noch den ersten Band nachholen und dann den zweiten Teil des zweiten Bandes zum besseren Verständnis nochmal lesen.

Denn ich muss zugeben, dass ich – trotz aller Stolpersteine zum Schluss – schon lange kein so fesselndes und trickreiches Jugendbuch mehr gelesen habe! Obwohl man sich einige Dinge zusammenreimen kann, bevor Errin zur gleichen Erkenntnis gelangt, bleibt es sehr spannend und rätselhaft.

Ich freue mich schon auf Band 3!

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

alpen, mord, irmi mangold, bayern, mittenwald

Mord im Bergwald

Nicola Förg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2010
ISBN 9783492257886
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Irmi Mangold, die zweite!

In den letzten Jahren gab es ja eine richtige Alpen- und Heimatkrimi-Schwemme. Darunter die wirklich guten Autoren und Autorinnen zu finden, ist nicht gerade einfach. Eine davon ist meiner Meinung nach Nicola Förg, besonders aber ihre Reihe um Irmi Mangold. Irmi ist eine alles andere als perfekte Frau: um die 50 ist sie ist alleinstehend und eher introvertiert, wohnt immer noch zusammen mit ihrem Bruder auf einem kleinen Bauernhof, kämpft ständig gegen die Pfunde an und hat zu allem Überdruss auch noch eine Affäre mit einem verheiratetem Mann. Ihre Partnerin Kathi Reindl ist das genaue Gegenteil: jung, explosiv, emotional, vorlaut und dazu noch eine echte Sexbombe. Hier sind Konflikte also erst mal vorprogrammiert!

Beide haben eigentlich gerade frei, als sie zu einem merkwürdigen Fall gerufen werden: In der Nähe der Fischbachalm hat eine DAV-Gruppe einen abgetrennten Finger und ein angenagtes Ohr gefunden. Von einer Leiche ist erst mal nichts zu sehen. Unfall oder Gewaltverbrechen? Das wird auch nicht klar, als ein ausgerissener Junge tatsächlich über das Opfer stolpert. Anhand einer Gesichtskonstruktion wollen die Kommissarinnen herausfinden, wer der Tote ist – doch da kommt es zu einer verstörenden Begegnung: Peter Fichtl, der junge Mann vom Phantombild, möchte eine Vermisstenanzeige aufgeben. Es stellt sich heraus, dass sein Zwillingsbruder Pius, der Tote, eine Vielzahl von Feinden hatte, seit er sich mit den örtlichen Bauern wegen des Milchstreiks überworfen hatte. Irmi gerät in eine Zwickmühle: auch ihr Bruder Bernhard war mehr als sauer auf Fichtl. Hat er am Ende was mit dem Mord zu tun? Oder doch ein anderer der sturen Bauern? Und welche Geheimnisse verbirgt eigentlich Peter Fichtl?

Mir gefällt an dieser Reihe, dass sie sehr lebensnah geschrieben ist. Die Polizisten müssen sich auch mal mit langwieriger Schreibtischarbeit beschäftigen, und haben auch im Privaten einige Konfliktherde. Wohltuend ist aber, dass das Private nie in den Vordergrund gezogen wird und auch die Ortsansässigen trotz einiger Klischees nie überzeichnet oder sogar lächerlich dargestellt werden. Neben dem eigentlichen Kriminalfall werden nebenbei auch viele andere Themen behandelt: die Anpflanzungen und Probleme der Schutzwaldzone, den Milchpreisstreik 2008, aber auch die Vor- und Nachteile des Alpentourismus.

Besonders erwähnenswert: die Krimis bauen nicht zu stark aufeinander auf - man kann also auch schon querstarten!

  (13)
Tags: alpenkrimi, garmisch-partenkirchen   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, roman, rom, verschwörungstheorien, kirche

Die Seelenfischer

Hanni Münzer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492309615
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Zuge von Renovierungsarbeiten wird in der Nürnberger Stadtvilla der Familie von Stetten eine geheime Bibliothek mit alten Büchern entdeckt. Der Bruder des Hausherren, der Bischof von Bamberg, hatte die Bücher zur Sichtung mitgenommen und wird kurze Zeit brutal ermordet. Zufall?

Drei Monate später erhält Lukas von Stetten, Neffe des Bischofs und Jesuit, von seinem Ordensoberen in Rom einen geheimen Auftrag. Doch bevor Lukas den Auftrag erledigen kann, wird auch der Ordensobere ermordet und Lukas gerät unter Tatverdacht.

Seine Jugendliebe Rabea befindet sich nach dem Scheitern ihrer Karriere als politischer Journalistin  ebenfalls in Rom und hat von Lukas‘ Auftrag erfahren. Rabea erklärt sich bereit, Lukas zu helfen, doch auch sie hat dunkle Geheimnisse…

Von der hochgelobten Hanni Münzer hatte ich bislang noch nichts gelesen. Der Titel „Seelenfischer“ wurde als Thriller beworben, im Stil von „Illuminati“, Verschwörungen im Vatikan usw. Klang jedenfalls richtig spannend. Leider wurde ich total enttäuscht und hab irgendwann entnervt hingeworfen.

Warum? Ich finde den Schreibstil einfach unerträglich! Kann man am besten mit Konsalik aus den 70ern vergleichen. Die Personen werden auf‘s Genaueste beschrieben, mit ausschweifenden Nebensätzen, die kleinste Kleinigkeiten erläutern, teilweise mit neunmalklugen Unterton. Vielleicht wollte die Autorin bezwecken, dass man sich die Personen und Gegebenheiten besonders gut vorstellen kann. Für mich wirkte das aber eher nach Schulaufsatz. Dazu wird schon fast zwanghaft versucht, durch die Diskussion der verschiedenen Religionen und der Weltpolitik einen gewissen Anspruch zu suggerieren. Ein „Thrill“ hat sich bei mir jedenfalls nicht eingestellt.

Wirklich schade finde ich, dass das Setting anfangs noch vielversprechend war: alte Liebe, Verschwörungen, mysteriöse Morde... Leider ist die Autorin unterwegs irgendwo falsch abgebogen.

Das Buch ist mit Sicherheit gut recherchiert, ist allerdings sicher kein Thriller, eher belanglose Unterhaltungsliteratur mit Historientouch.

  (15)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

95 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

tee, china, botanik, päonie, robert fortune

Der englische Botaniker

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 08.05.2017
ISBN 9783959671033
Genre: Historische Romane

Rezension:

1843, kurz nach dem Ersten Opiumkrieg zwischen England und China, reist der Gärtner Robert Fortune im Auftrag der Horticultural Society nach China um dort bestimmte Pflanzen zu sammeln und nach unentdeckten Pflanzen zu forschen.

Zurück lässt er seine Frau Jane mitsamt Tochter und frischgeborenem Sohn. Jane ist anfangs überhaupt nicht begeistert von der Aussicht, ein Jahr ohne ihren Robert zu sein, da sie durch einen kürzlich erfolgtem Umzug nicht auf Unterstützung durch ihre Familie rechnen kann. Allerdings erhofft sie sich durch seinen Forschungserfolg Aufstiegsmöglichkeiten für die Kinder und lässt ihn schweren Herzens doch ziehen.

In China angekommen stößt Robert bald auf Lian, eine umherziehende Schwertkämpferin, die ihn beschützt und zugleich bei seinen Forschungen hilft. Durch Lian lernt er nicht nur die chinesische Kultur besser zu verstehen, sie bringt auch sein bisheriges Leben und Denken gehörig durcheinander.

Für mich war der Einstieg in die Handlung ein bisschen holprig. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht Roberts (in der auktorialen Perspektive), aus der Sicht Lians (in der personalen Perspektive) und aus der Sicht Janes (teils in beiden Perspektiven). Hinzu kommen noch diverse Briefe Roberts und Janes, sowie der Horticultural Society und Tagebucheinträge. Obwohl ich dieser Art des Erzählens sonst nicht abgeneigt bin, wollte der Funke in diesem Fall aber einfach nicht überspringen.

Dabei gelingt es der Autorin ansonsten sehr gut, die chinesische Geschichte und Kultur interessant und nicht zu aufdringlich in die Storyline einfließen zu lassen. Diese Abschnitte haben mir wirklich gefallen. Leider bin ich aber auf dem Gebiet exotischer Pflanzen nicht wirklich bewandert, so dass mich die seitenweisen Begeisterungsstürme für Pflanzen nicht mitreißen konnten.

Für botanisch Interessierte ist das Buch aber auf jeden Fall empfehlenswert.

  (13)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

folter, motorradclub, gesetzlose, lyx verlag, t.m. frazier

Soulless

T. M. Frazier
E-Buch Text
Erschienen bei Lyx.digital, 02.03.2017
ISBN 9783736304406
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Weiter geht’s mit Band 4!

***Achtung: Spoileralarm!***

Bear weiß, dass Thia von der Polizei gesucht wird und im Gefängnis keine Minute überleben würde, da der Einfluss der Bastards keine Mauern kennt. Daher stellt er sich freiwillig und nimmt die Ermordung von Thias Eltern auf sich.

Während er im Gefängnis schmort, jederzeit auf der Hut vor Angreifern und korrupten Wärtern, steht Thia Tag und Nacht unter Beobachtung, ausgerechnet in ihrem Elternhaus, wohin sie nie wieder zurückwollte. Aus Sicherheitsgründen darf sie keinen Kontakt zu Bear aufnehmen und fühlt sich unendlich einsam.

Doch auch als er zu ihr zurückkehrt, ist die Gefahr noch lange nicht vorbei. Chop will ihn immer noch tot sehen und sich für den vermeintlichen Verrat an ihm rächen. Gerade als Bear seine Pläne im Krieg gegen die Bastards umsetzen will, wird Thia entführt…

Da ich versehentlich mit Band 5 in die Reihe gestartet bin, war der Epilog keine sooo große Überraschung mehr. Trotzdem habe ich mitgefiebert wie schon lange nicht mehr. Vor allem das Ende hat mich doch ein bisschen überrascht. Bear ist erwachsen geworden und übernimmt freiwillig Verantwortung!  

Wie schon bei den anderen Bänden ist die Gewalt und Brutalität sicher nicht jedermanns Geschmack. Allerdings sollte auch jedem klar sein, dass es in der Bikerszene nun mal ein bisschen rabiater zugeht.

Bei dieser Reihe stimmt einfach alles: Spannung, Tragik und große Emotionen. Ich freue mich schon auf Band 6!

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

120 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

liebe, biker, gewalt, mord, lawless

Lawless

T. M. Frazier
E-Buch Text
Erschienen bei Lyx.digital, 02.02.2017
ISBN 9783736304390
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Sieben Jahre zuvor hat Bear, Biker und Vizepräsident der Beach Bastards, der 10jährigen Thia zum Dank für ihr Schweigen seinen Ring geschenkt, zusammen mit dem Versprechen, dass sie sich in der Not jederzeit an ihn wenden könne.

Nun hat sie ein Problem: in Notwehr hat sie ihre psychotische Mutter erschossen und somit ihre ganze Familie verloren. Aus Angst vor dem Gefängnis macht sie sich in einer Übersprungsreaktion auf nach Logan’s Beach, ins Hauptquartier der Beach Bastards, auf der Suche nach Bear, um ihren Gefallen einzufordern.

Doch Bear hat mit seinem Vater Chop gebrochen und ist nicht länger Mitglied des MCs. Da ein Austritt nur durch den Tod möglich ist, ist Bear seitdem auf der Flucht und Thia wird so zur willkommenen Geisel von Chop. Nach ihrer Befreiung kommt sie bei King unter und Bear kehrt nach Hause zurück, um den Kampf gegen den MC aufzunehmen. Doch Bear ist nicht mehr wie früher. Folter und der Verlust seines besten Freundes haben Spuren bei ihm hinterlassen und ihn gebrochen und zum psychischen Wrack gemacht. Mit Alkohol und Drogen versucht er, zu vergessen. Thia gegenüber ist er misstrauisch, hält sie erst für eine Spionin seines Vaters. Während sie sich trotz aller Probleme näherkommen, sinnen seine alten Brüder auf Rache und die Lage spitzt sich dramatisch zu…

Wer mit diesem Band in die Reihe startet, wird sich wahrscheinlich schwer tun, Bear zu verstehen, hinter seine raue Fassade zu sehen. Aufgewachsen als Kronprinz eines Bikerclubs war seine Kindheit überschattet von Pflichtgefühlen und Gewalt. Doch schon in den ersten beiden Bänden, als Bear auf Ray trifft, wird klar, dass er insgeheim auf der Suche nach mehr ist. Mit diesen Vorkenntnissen finde seine Entwicklung ziemlich authentisch erzählt. Da Bear auch vorher schon mein heimlicher Liebling war, kann ich voll und ganz verstehen, dass er auf die junge Thia einen so nachhaltigen Eindruck gemacht hat. ;-)

Auch dieser Band strotzt nur so vor Gewalt und derber Sprache. Zimperlich darf man also beim Lesen nicht sein. Außerdem empfiehlt es sich, unbedingt die beiden Vorgängerbände gelesen zu haben!

Mir gefällt die Reihe inzwischen wirklich gut. Klar: hochtrabende Literatur darf man hier nicht erwarten, wer aber Herzschmerz und Spannung liebt ist hier genau richtig!

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

sex, gewalt, dark romance, knisternd erotik, king und doe

King - Er wird dich lieben

T. M. Frazier
E-Buch Text: 263 Seiten
Erschienen bei Lyx.digital, 01.12.2016
ISBN 9783736304062
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

***Achtung: Spoileralarm!***

Der große Vorteil, wenn Reihen schon länger auf dem Markt sind: man kann nahtlos mit dem nächsten Band weiterlesen. Darüber war ich in diesem Fall wirklich froh, denn ich wäre sonst vor Spannung explodiert. Allerdings ist es wirklich schwierig, etwas über dieses Buch zu schreiben oder zu erzählen, ohne zu viel zu verraten.

Band 2 der Reihe schließt direkt an den Cliffhanger aus Band 1 an, als Doe in die Limousine steigt und weggebracht wird. Sie erfährt, dass King sie gegen seine Tochter eintauschen wollte, doch ihr Vater, ein einflussreicher Senator, wollte sich nicht auf den Deal einlassen und hat King verhaften lassen.

Doe kommt nach Hause, beziehungsweise in das Haus von Ramie, wie sie eigentlich heißt. Doe kann mit Ramies angepasster und mädchenhafter Persönlichkeit allerdings überhaupt nichts anfangen und fühlt sich fremd in ihrer gefühlsarmen Familie. Der einzige Lichtblick scheint Tanner zu sein, ihr Jugendfreund, der ihr dabei helfen will, ihr Gedächtnis zurück zu erlangen.

Schon bald überschlagen sich die Ereignisse: King konnte sich befreien, gerät jedoch ins Fadenkreuz des mächtigen Drogenhändlers Eli, der sich an ihm für die entgangenen Einnahmen durch die Granny-Treibhäuser rächen will. Bear hält zu King, stellt sich gegen seinen Vater Chop, den Präsidenten der Beach Bastards, und setzt so nicht nur seine MC-Karriere sondern auch sein Leben aufs Spiel.

Und als sich Doe nach und nach erinnern kann, gerät auch sie in schreckliche Gefahr, denn ihr Überleben war nicht eingeplant.

Wo Band 1 noch eine etwas wildere Liebesgeschichte war, geht Band 2 in eine andere Richtung und entwickelt sich zum Schluss hin zu einem waschechten Thriller. Die Gewalt nimmt mit dem fortschreitenden Handlungsverlauf rasant zu (inkl. Prostitution, Vergewaltigung & Folter) und ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Trotzdem: das Buch ist wirklich superspannend, ich habe es praktisch verschlungen! (Gerade als Doe sich wieder vollständig erinnern kann, war meine Mittagspause vorbei – ich schwöre: meine Hände haben noch eine Viertelstunde später vor Adrenalin gezittert!)

Leider sind mir auch hier wie schon beim Vorgängerband einige grammatikalische Fehler ins Auge gefallen, teilweise fehlen sogar Wörter. Aber wahrscheinlich war auch der Korrekturleser so von der Story gefesselt, dass das nicht aufgefallen ist. ;-)

  (15)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

151 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

king, liebe, gedächtnisverlust, biker, t.m. frazier

King - Er wird dich besitzen

T. M. Frazier
E-Buch Text: 295 Seiten
Erschienen bei Lyx.digital, 03.11.2016
ISBN 9783736304055
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Doe, ein Mädchen ohne jegliche Erinnerungen und ohne Geld, wird von der Prostituierten Nikki gefunden, die ihr fortan dabei hilft, auf der Straße zu überleben. Gemeinsam schleichen sie sich zu einer Bikerparty, denn Nikki hat Doe zu dem zweifelhaften Plan angestiftet, sich einen Biker aufzureißen, um bei ihm Schutz und eine Unterkunft zu finden.

Auf der Party lernt sie Brantley King kennen, einen berüchtigten Kriminellen, der frisch aus der Haft entlassen ist. Als Nikki Kings Bargeldreserve entdeckt und sich damit aus dem Staub macht, beschlagnahmt King Doe als seinen „Besitz“. Sie muss bei ihm wohnen und Nikkis Schulden abarbeiten. Doch irgendwann wird King mehr als Does Beschützer – er wird ihr Liebhaber und ihr Freund. Alles scheint gut zu werden, bis King erfährt, wer Doe wirklich ist.

Nachdem ich versehentlich mit Band 5 gestartet habe, konnte ich nicht anders: ich MUSSTE herausfinden, wie die Geschichte weitergeht, bzw. wie sie eigentlich angefangen hat. Besonders erfrischend fand ich, dass die Handlung im Gegensatz zu vielen anderen Reihen in der Unterschicht spielt und Bad Boys wirklich „bad“ sind. Natürlich macht sich das auch sprachlich bemerkbar, es gibt viele vulgäre Ausdrücke, was vielleicht nicht jeder mag. Ich finde aber, zu so einem Setting gehört das einfach dazu.

Auch wenn mit vielen Klischees gespielt, in einer Welt in der einzelne Menschen nichts wert sind – die einzelnen Charaktere sind jeder für sich vielschichtig und einfach extrem menschlich ausgearbeitet. Was mich persönlich jedoch ein bisschen beim Lesen gestört hat, war der Umstand, dass die Mystery-Komponente ein bisschen zu kurz gekommen ist. Hier hätte die Autorin ruhig ein paar Anspielungen mehr machen können. So war das Ende mitsamt Cliffhanger sehr plötzlich und auch etwas holprig.

Nichtsdestotrotz: von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung an alle, die komplexere Handlungen und Charaktere lieben!

  (13)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(68)

99 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

erotik, preppy, drogen, sex, king-reihe

Preppy - Er wird dich verraten

T. M. Frazier
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 04.05.2017
ISBN 9783736305281
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Dre, die auf der Straße lebt und heroinabhängig ist, wird von zwei Freunden dazu gezwungen, mit ihnen das Haus ihrer Großmutter Mirna auszurauben. Was Dre nicht weiß: Mirna leidet seit ihrem letzten Besuch nicht nur unter stärker werdender Demenz, sondern beherbergt auch eine Cannabis-Plantage, die Samuel Clearwater, genannt Preppy, gehört. Gerade als die Jungs das Haus ausräumen, kommt auch Preppy vorbei und ist natürlich alles andere als erfreut über den unerwarteten Besuch. Als die drei fliehen, nutzt Dre die willkommene Gelegenheit, von den Jungs wegzukommen und läuft zum alten Wasserturm, wo sie ihrem Leben ein Ende machen will.

Preppy hat sie heimlich verfolgt, da er Informationen über die beiden Jungs braucht um sich an ihnen und Dre für die Verwüstung seiner Plantage zu rächen. Als er aber sieht, dass sich Dre nackt vom Wasserturm stürzen will, rettet er sie, nimmt sie bei sich auf und hilft ihr sogar beim Entzug.

Aber ist Dre wirklich sicher bei ihm oder ist sie nur eine weitere Schachfigur bei seinen düsteren Machenschaften?

Ich muss zugeben, als ich im Vorwort gesehen habe, dass die Autorin empfiehlt, vorher die anderen Titel der Reihe gelesen zu haben, wurde ich ein bisschen stutzig. Eigentlich fange ich gar nicht so gern mitten in der Reihe ein. Da in diesem Band quasi die Vorgeschichte zu den anderen Büchern erzählt wird, klappte der Quereinstieg aber relativ problemlos.

Obwohl Preppys Verhaltensweisen und Fetische am Anfang ein bisschen befremdlich auf mich wirkten, entwickelte das Buch ziemlich schnell eine enorme Sogwirkung und musste in jeder freien Minute weiterlesen. Es war wirklich interessant zu lesen, warum Preppy so wurde, wie er ist und dass er trotz seiner vielen Macken ein Herz hat. Aber ob er mir wirklich sympathisch ist? Wohl eher nicht. (Wobei: gerade solche Charaktere sind es doch, die besonders spannend sind und einen noch lange nach dem Lesen bewegen!)

Mein Fazit: Stellenweise fielen mir ein paar grammatikalische Fehler, sowie ein paar inhaltliche Ungereimtheiten auf, da hätte das Lektorat ein bisschen besser aufpassen müssen. Die erotischen Szenen sind eher Geschmacksache. Es ist halt keine klassische Liebesgeschichte.

Ansonsten war das Lesevergnügen tadellos – ganz ehrlich: ich hab mir gleich nach dem Lesen die ersten beiden Bände geholt, weil ich unbedingt weiterlesen wollte. Sowas ist mir schon länger nicht mehr passiert!

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

liebe, bdsm, cecilia ta, kinky, dominanz

The Rough - Dunkle Symphonie (Secrets of a Rockstar 1)

Cecilia Tan
E-Buch Text: 317 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 01.04.2017
ISBN 9783732537426
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Schwestern Ricky und Gwen Hamilton haben von ihrem Großvater nicht nur ein Firmenimperium geerbt, sondern auch einen geheimen und sehr exklusiven BDSM-Club auf ihrem Privatgelände in den Hollywood Hills. Die Testamentsklauseln besagen, dass der Club weitergeführt werden muss, mit beiden Schwestern als aktiven Geschäftsführerinnen. Ricky, die als Kind erfahren hat, dass ihre Mutter bei einem Bondage-Unfall ums Leben kam, ist davon alles andere als begeistert und dem Thema BDSM gegenüber auch mehr als skeptisch eingestellt.

Durch eine Freundin lernt sie den Rockstar Axel Hawke kennen, dessen dominante Art sie sofort in den Bann zieht. Die sonst so spröde und beherrschte Ricky entdeckt mit ihm die ungeahnten Freuden der sexuellen Unterwerfung. Allerdings fällt es ihr schwer, mit dieser neuen Erkenntnis fertig zu werden, da sie sich in ihrem beruflichen Leben stark und souverän geben muss und es gewohnt ist, niemals Schwächen zu zeigen. So stößt sie Axel, der sich längst in sie verliebt hat, immer wieder vor den Kopf, bis es fast zu spät ist...

Meine Befürchtung war anfangs, hier einen platten Porno erwischt zu haben. Cecilia Tan gelingt es aber, nie niveaulos oder billig zu erzählen, außerdem gibt es weit mehr Handlung als gedacht. Die erotischen Szenen (Achtung: sehr heiß!) sind durch eine gute Storyline verbunden, die auch auf die Regeln im BDSM-Bereich eingeht. Überhaupt finde ich dieses Thema gut umgesetzt, auch für Vanillas. Die Charaktere sind wirklich gut ausgearbeitet und man kann sich beim Lesen auch in die Gewissensbisse und den inneren Zwiespalt von Ricky hineinversetzen. Gut gefallen hat mir die abwechselnde Perspektive von Ricky und Axel, denn auch in Axel steckt mehr als der Bad Boy, der er vorgibt zu sein.

Mein Fazit: ein kinky Lesevergnügen, auch für Neueinsteigerinnen in diesem Genre! Ich freue mich schon auf Band 2!

  (10)
Tags: bdsm, kinky, porno   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

münchen, verschwörung, kaiserreich, fotograf, isar

Der eiserne Sommer

Angelika Felenda
Flexibler Einband: 435 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2016
ISBN 9783518467138
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als begeisterte Leserin von Volker Kutscher freute ich mich auf eine Autorin, die deutsche Geschichte ähnlich stimmungsvoll und kriminalistisch, aber zur Kaiserzeit angeht. Leider wurde „Der eiserne Sommer“ nicht ganz meinen Erwartungen gerecht. Mehr dazu weiter unten.

Das Buch spielt 1914 in München. Monarchie, Militär und die feine adlige Gesellschaft dominieren (noch) die Gesellschaft. An der Isar wird ein Toter gefunden, der allem Anschein nach betrunken gestürzt ist – eigentlich ein Routinefall für Kommissär Reitmeyer.

Seine Jugendfreundin Caroline von Dohmberg, die als Ärztin in der Pathologie aushilft entdeckt jedoch schnell, dass beim Toten durch einen Medulastich nachgeholfen wurde. Kurz darauf taucht ein weiterer Toter auf und als Reitmeyers Ermittlungen auf Beteiligungen aus der Schwulenszene und dem Militär deuten, wird die Sache brenzlig, denn dort verkehrt auch Carolines Bruder…

Eigentlich gelingt es der Autorin, eine tolle Stimmung zu erzeugen. Man taucht förmlich ein in den damaligen Alltag, kann den Bayerischen Defiliermarsch schon fast hören: Stattliche Offiziere, fesche Madln, dazu noch unsere prachtvolle Landeshauptstadt und ein paar veraltete Begriffe – mei, is des schee! Wenn da nicht nur die vielen Konflikte und Probleme wären! Armut in den Hinterhöfen, aufständlerische Arbeiter, Erpressung, homosexuelle Umtriebe (und dann auch noch im Militär!), jüdische Wucherer und schließlich auch noch Frauen, die sich emanzipieren wollen!

Es sind so viele Themen, die untergebracht werden wollen. Einfach zu viele: Die Storyline leidet! Viele tolle Ansätze werden einfach unterbrochen und ein anderer Handlungsstrang wird weitererzählt. Klar müssen bei einem Krimi auch mal Spuren im Sand verlaufen dürfen, aber die ständigen Sprünge und Wendungen haben mich beim Lesen stellenweise eher verwirrt, als dass sie unerträgliche Spannung aufgebaut hätten. (Ich musste des Öfteren zurückblättern um Personen oder Geschehnisse nachzugucken, das ist schon ein schlechtes Zeichen…) Die vielen Geheimnisse, die jeder der Protagonisten mit sich herumschleppt und das ständige gegeneinander arbeiten behindern das Vorankommen der Handlung noch zusätzlich.

Schade, die Spannungen zwischen Polizei und Militär sowie die Mauscheleien der Ministerien hätten einen tollen Politkrimi ergeben können. Mir war das Buch aber zu dokumentarisch.

  (9)
Tags: kaiserreich, münchen, verschwörung   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

psychothriller, amerikanische autoren, stalker, walt, einkaufszettel

Walt

Russell Wangersky , Frauke Czwikla
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426517420
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Walt ist ein unscheinbarer Kerl, der als einfacher Angestellter in einem Supermarkt arbeitet, Regale auffüllt, den Boden wischt und Abfalleimer ausleert. Von den Kunden übersehen geht er seiner eigentlichen Leidenschaft nach, dem Sammeln von Einkaufszetteln.

Achtlos weggeworfen, erzählen sie doch so viel über das Leben der Einkaufszettelschreiber und lassen sich wie bei „One Hour Photo“ wie ein Puzzle zusammensetzen. Walt erfährt, wer Liebeskummer hat, wer Besuch erwartet, wer sich aus Einsamkeit eine Katze zulegt. Die junge Alisha fasziniert ihn dabei ganz besonders und so wird aus Interesse schon bald eine gefährliche Obsession…

„Walt“ ist kein klassischer Psychothriller, aber ein Thriller aus der Sicht eines Psychopathen. Er ist sich keines Unrechts bewusst, wenn er anderen Menschen hinterherspioniert und irgendwann sogar in deren Häuser eindringt, sondern fühlt sich noch im Recht und füttert sogar die Katze! Tagebucheinträge von Alisha und die Perspektive eines Polizeiermittlers lassen das Lesevergnügen zunehmend düsterer und beängstigender werden. Immer mehr stellt man sich die Frage, was eigentlich genau mit Walts Frau Mary passiert ist…

Aus anfänglichem Mitleid wurde beim Lesen eine Faszination des Abscheulichen. Gerade weil „Walt“ so unblutig daherkommt, so aus dem Alltag gegriffen ist, war dieses Buch irgendwie besonders verstörend.

Dieses Buch ist auf jeden Fall für Leser empfehlenswert, die eher auf gepflegten Grusel statt auf Splatter stehen!

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(111)

144 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

mord, erotik, thriller, kunst, london

Maestra

L.S. Hilton , Wibke Kuhn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492060516
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Judith ist hochintelligent, ehrgeizig und ein sehr böser Mensch! Aus einfachen Verhältnissen stammend, sehnt sie sich nach Status, Macht und Geld und tut dafür wesentlich mehr als die meisten Frauen und ich denke, das ist auch der Knackpunkt weswegen „Maestra“ so sehr umstritten ist.

Zum Inhalt: Nach ihrem kunsthistorischen Studium konnte Judith einen Job in einem der besten britischen Auktionshäuser ergattern. Leider wird sie von ihrem Vorgesetzten Rupert zur Praktikantin degradiert und am Vorankommen gehindert. Nachdem sie zufällig entdeckt, dass Rupert Fälschungen versteigert, wird ihr nicht nur fristlos gekündigt, sondern auch noch ihre Reputation zerstört, weswegen sie in der Kunstszene nie wieder Erfolg haben wird.

Zufällig trifft sie eine alte Schulkameradin, die ihr einen Job in einem Club verschafft, wo sie durch flirten mit reichen Männern überteuerten Champagner verkaufen soll. Es dauert nicht lange, bis Judith einen Stammgast hat: James – ein dicker, abstoßender Mann, der sie kurz darauf sogar mit ihrer Freundin in einen Urlaub nach Südfrankreich einlädt. Judith hat allerdings nicht vor, ihn den ganzen Aufenthalt über zu unterhalten und stellt ihn kurzerhand mit Schlafmitteln ruhig um mit ihrer Freundin Party zu machen. Leider verschätzt sie sich mit der Dosis – James stirbt. Aus Angst vor den Ermittlungen flieht Judith fortan kreuz und quer durch Europa, immer auf der Suche nach sozialem Aufstieg und Reichtum.

Leider entspricht der Klappentext nur dem Anfang und ist unter Krimi & Thriller eingestuft, weswegen viele LeserInnen wohl andere Erwartungen an das Buch hatten. Allerdings muss ich sagen: der Roman passt einfach in keine Genreschublade!

Eben darum hat mir persönlich „Maestra“ sehr, sehr gut gefallen. Ein anderer Grund ist, dass Judith so ganz anders ist als viele Romanheldinnen. Sie ist oberflächlich und pragmatisch, unsympathisch, unmoralisch und verdorben, geht auf Swingerpartys und sieht Sex hauptsächlich als Mittel zum Zweck. Und so sind auch die Sexszenen geschrieben. Es wird nichts beschönigt, aber auch nichts unnötig ausgeschmückt. Die Szene mit dem Handy das schnell verschwinden muss, ist das genialste, was ich seit langem gelesen habe!

„Maestra“ ist eine provokante Tour de Farce, das Gegenteil der „Shades of Grey“-Mädchen.

Natürlich ist dieses Buch nichts für jeden! Wer sich aber für die dunkle Seite interessiert, Hannibal Lector oder Walter White mag, der sollte es unbedingt gelesen haben!

  (15)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(544)

842 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 160 Rezensionen

paper prince, erin watt, liebe, royals, ella

Paper Prince

Erin Watt , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492060721
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Teil 1 habe ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen und Teil 2 dann nahtlos weitergelesen. Ich gestehe: so ging’s mir das letzte Mal bei der „After“-Reihe von Anna Todd. Und leider wurde ich dieses Mal enttäuscht. Denn obwohl das Setting sehr viel Potential hat, kann diese Reihe definitiv nicht mit Tessa & Hardin mithalten.

Ella hatte sich gut eingelebt und konnte sich den Royal-Jungs gegenüber gut behaupten. Wie auch bei „After“ endete Teil 1 mit einem großen Schock und offenem Ende. Danach ist Ella spurlos verschwunden. Reed macht sich zurecht große Vorwürfe, kann sich aber weder seinen Brüdern noch Callum anvertrauen ohne ein sehr unangenehmes Geheimnis zu verraten.

Ellas Abwesenheit wirkt sich sehr auf Reeds Leben aus. Nicht nur, dass er selbst damit nicht klarkommt, auch seine Brüder vermissen Ella mehr als vermutet. Bis Ella von einem Privatdetektiv gefunden wird, heizt sich außerdem die Stimmung in der Schule massiv auf. Was ist Reeds dunkles Geheimnis? Wird Ella ihm jemals verzeihen können?

Warum gebe ich nur einen Stern?

Ich finde: „Paper Prince“ ist einfach nur schlecht geschrieben. Die Handlung könnte die einer miesen Doku-Soap sein: versuchte Vergewaltigung unter Drogeneinfluss, Erpressung durch Schwangerschaft, Mobbing bis hin zur Körperverletzung, Korruption, Spielsucht, Partnertausch, Sex mit Milfs usw. Und das alles auf knapp 360 Seiten. Was sich die Autorinnen da haben einfallen lassen ist definitiv too much und absolut unglaubwürdig. Insgesamt werden sehr viele Geheimnisse angeschnitten, aber richtig geheimnisvoll wird es nie! Auch der Kniff, aus Reeds Perspektive zu erzählen ist nicht neu und leider auch nicht überzeugend geschrieben. Wo man bei der „After“-Reihe atemlos mitfiebert und sich nach und nach in Hardin hineinversetzen kann, bleiben Reeds Beweggründe und Emotionen blass und nicht nachvollziehbar. Zum Schluss war ich einfach nur von Reed genervt.

Auch dieser Band wird wieder mit einem Cliffhanger beendet, der wie der Rest des Buches an den Haaren herbeigezogen ist.

Mein Fazit: Für mich war dieses Buch wie ein schlimmer Unfall. Eigentlich wollte ich nicht mehr weiterlesen, aber dann musste ich es doch, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass es noch tragischer, noch dramatischer und noch blöder werden kann.

  (18)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(890)

1.485 Bibliotheken, 29 Leser, 1 Gruppe, 381 Rezensionen

erin watt, paper princess, liebe, new adult, erotik

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Das Leben der 17jährigen Ella ist nicht gerade einfach. Gerade ist ihre alleinerziehende Mutter nach langer Krankheit gestorben und sie geht nachts heimlich unter falscher Identität strippen um Geld für Miete und Schule zu verdienen.

Eines Tages wird sie zum Schuldirektor gerufen. Callum Royal, ein erfolgreicher Geschäftsmann und angeblich bester Freund ihres Vaters, hat sie ausfindig gemacht und stellt sich als ihr Vormund vor. Ellas Vater, den sie nie kennengelernt hat, sei bei einem Absturz gestorben und sie würde jetzt ein Millionenvermögen erben. Einzige Bedingung: bis zum Erreichen ihrer Volljährigkeit muss Ella bei Callum und seinen fünf Söhnen wohnen. Ella ist skeptisch, allerdings auch ehrgeizig. Denn zieht sie zu den Royals kann sie ihren Schulabschluss an einer der besten Schulen machen.

Kaum in der Villa der Royals eingetroffen, treten ihr Callums Söhne mit purer Feindseligkeit entgegen. Ausgerechnet ihr Anführer, Reed, ist nicht nur am fiesesten, sondern auch am heißesten. Schon bald knistert es heftig zwischen den beiden, doch hat dieses Aschenputtel-Märchen auch ein Happy-End?

Ich bin ziemlich vorurteilsfrei an dieses Buch herangegangen und muss zugeben: ich habe es verschlungen! Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Handlung hat ein paar geschickte Wendungen, so dass ich einfach immer weiter lesen MUSSTE.

Allerdings bleibt irgendwie doch ein fader Nachgeschmack. Das Autorinnen-Duo hat zwar ein tolles Setting angelegt, mir sind die Figuren aber zu blass erzählt, was sich auch auf die Liebesgeschichte auswirkt. Was ist an Reed so besonders? Warum verliebt sich Ella ausgerechnet in ihn? Irgendwie wird das nicht ganz klar.

Außerdem hatte ich mir mehr/heißere Sexszenen erhofft. Paper Princess spielt hier eher in der „Biss“-Liga!

  (10)
Tags:  
 
27 Ergebnisse