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101 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

zeitreise, jugendbuch, zeitreisen, iris, vergangenheit

Die Zeitenspringer-Saga: Die Farbe der Zukunft

Meredith McCardle ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492703550
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Amanda, Codename Iris, arbeitet bei einer der geheimsten Regierungsorganisationen namens Annum Guard. Für diese reist sie durch die Zeit und sorgt dafür Verbesserungen am Weltgeschehen vorzunehmen. Doch leider wird Annum Gard auch von korrupten Mächten unterlaufen. In Band 1 war es Amanda gelungen dies aufzudecken, aber der große Anführer hinter diesen Machenschaften namens "XP" ist weiterhin unbekannt. Amanda will auch diesen entlarven und alle Geheimnisse rund um Annum Guard aufdecken. Doch die neue Übergangschefin, welche von der Regierung eingesetzt wurde, um Annum Guard nach den Enthüllungen strenger zu überwachen, unterstützt sie dabei seltsamerweise überhaupt nicht und dann verschwinden auch noch mehrere Zeitenspringer während ihrer Einsätze. So ist Amanda mit ihrem Freund Abe und den restlichen Wächtern auf sich allein gestellt. Doch wie weit will sie in die Vergangenheit eingreifen, denn das Spiel mit der Zeit kann sehr gefährlich sein....


Cover und Gestaltung:

Das Covermotiv der schwarzen Iris und der Titelschriftzug ist wieder genauso wie bei Band 1, nur dass diesmal das Buch in rot gehalten ist. Die Blume spielt auf Amandas Decknamen bei Annum Guard an. Auch das Uhrensymbol auf dem Buchrücken ist wieder vorhanden und sieht toll aus, wenn beide Bücher nebeneinander im Bücherregal stehen.

Die innere Gestaltung des Buches ist ebenfalls so schön wie im ersten Band. Die Iris taucht hier ebenfalls als Ornament vor jedem Kapitel wieder auf.


Meine Meinung:

Da ich Zeitreisegeschichten liebe und nachdem der erste Teil "Die achte Wächterin" für mich eines meiner Highlights des letzten Jahres war, habe ich diesem Buch richtig entgegen gefiebert. 

Im Gegensatz zum ersten Band beginnt "Die Farbe der Zukunft" jedoch recht gemächlich. 
Es geht mehr darum etwas über den ominösen Hintermann der korrupten Organisation, die Amanda im ersten Band entlarvt hat und der den Decknamen "XP" trägt herauszufinden, als um die Zeitreisen an sich. Wobei anscheinend nicht jeder bei Annum Guard will, dass etwas über "XP" ans Licht kommt und die Wächter bald das Gefühl bekommen nur sinnlose Aufträge von ihrer neuen Chefin zu bekommen, die sie beschäftigen und von der richtigen Fährte fern halten sollen. Diese Beschäftigungstherapie spiegelt sich aber leider auch im Spannungsbogen der Geschichte wieder, die im Gegensatz zum ersten Band doch über weite Strecken stark vor sich hin tröpfelt. Auch die Zeitsprünge sind im ersten Teil des Buches rar gesät und wenn sie stattfinden, dann ging es nur ein paar Jahre zurück, was ich nicht ganz so interessant fand. 

Es geht zu Anfang auch viel um das Schicksal von Amandas Mutter und um Amandas Beziehung mit Abe in der es ordentlich kriselt. 
Amanda ist im Gegensatz zum ersten Band etwas Erwachsener geworden und nicht mehr ganz so impulsiv. Sie bleibt aber eine doch sehr eigensinnige und trotzdem willensstarke und zielstrebige Protagonistin, die mir wie schon in Band 1 sehr gut gefiel.
Leider bleiben die Nebencharaktere wieder sehr blass. Bis auf Abe, der in diesem Band eine größere Rolle spielt, da er nun auch bei Annum Guard arbeitet und in kleinen Teilen Red, spielen die übrigen Wächter eine sehr untergeordnete Rolle. Yellow, die in Band 1 häufig vorkam, habe ich hier sehr vermisst. Gerne hätte ich aber auch etwas mehr über Orange, Green, Violet oder Indigo erfahren, die eigentlich nur ein paar Mal erwähnt werden. Stattdessen werden einige neue Charaktere eingeführt, so zum Beispiel 3 Praktikanten aus einflussreichen Kreisen, die bei Annum Guard beschäftigt werden sollen. Diese haben mir jetzt aber nicht so sonderlich gut gefallen und ich würde mir wünschen, dass einmal mehr Augenmerk auf die übrigen Wächter gelegt werden würde.

So richtig Fahrt kommt erst in Annum Guard auf, als mehrere Wächter auf ihren Zeitsprüngen verschwinden und Amanda mit den übrigen Mitgliedern auch gegen den Willen der neuen Chefin ermittelt. Von da an wird dann auch der Handlungsbogen viel spannender und rasanter. Das Netz um die korrupte Organisation, die Annum Guard unterlaufen hat stellt sich jedoch als immer komplexer heraus und man sollte beim Lesen des Buches ohne größere Pausen dran bleiben, um nicht vollends durcheinander zu kommen.

Das letzte Viertel des Buches hat mir dann wieder richtig gut gefallen und lässt mich auch weitestgehend über die anfänglichen Schwächen hinweg sehen. Amanda und die übrigen Wächter tun alles, um den Aufenthaltsort ihrer verschollenen Freunde zu ermitteln und springen dabei wieder wild durch die Zeit. Diesmal fand ich die Zeitsprünge wesentlich interessanter, da sie Amanda wieder weiter in die Vergangenheit führten und ich war einmal mehr beeindruckt, wie genial Meredith McCardle wichtige historische Ereignisse mit in ihre Geschichte einverleibt. Fassungslos erfährt man wie der reale Geschichtsverlauf ausgesehen hätte, hätte es Annum Guard nicht gegeben. Und noch fassungsloser verfolgt man ein mehr als krasses, aber irgendwie auch geniales Ende, das sowas von unerwartet kommt und mich total umgehauen hat. 
Das Problem ist bloß, dass es ein wirklich fieser Cliffhanger ist und es nach einem dritten Band schreit. Da dieser aber noch nicht einmal auf englisch erschienen ist, müssen wir uns wohl noch eine ganze Weile gedulden, um zu erfahren wie sich alles weiter entwickeln wird.


Fazit:

"Die Farbe der Zukunft" plätschert anfangs mit er Beschäftigungstherapie für die Wächter so vor sich hin und das Zeitreisen gerät ziemlich in den Hintergrund. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten konnte mich das letzte Viertel des Buches aber wieder voll überzeugen, in dem man Amanda wieder bei rasanten Zeitsprüngen verfolgt, die genial in die realen historischen Geschichtsverläufe eingebunden sind und das Buch ein fassungsloses Ende bereit hält, dass förmlich nach einem 3. Band schreit.

Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

Originalität       4 Sterne
Umsetzung       3.5 Sterne
Schreibstil         4 Sterne
Charaktere        3.5 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           4 Sterne


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Tags: agenten thriller, jugendbuch, trilogie, vergangenheit, zeitenspringer, zeitreise, zeitsprünge   (7)
 

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437 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 118 Rezensionen

liebe, unfall, tod, dani atkins, autounfall

Die Nacht schreibt uns neu

Dani Atkins ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 17.12.2015
ISBN 9783426517697
Genre: Liebesromane

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1.171 Bibliotheken, 54 Leser, 11 Gruppen, 56 Rezensionen

liebe, 1. weltkrieg, england, deutschland, krieg

Sturz der Titanen

Ken Follett , Rainer Schumacher , Dietmar Schmidt , Tina Dreher
Flexibler Einband: 1.038 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.03.2012
ISBN 9783404166602
Genre: Historische Romane

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, mord, berlin, pharmaindustrie, ddr

Falsche Fährten

V. S. Gerling
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 23.07.2015
ISBN 9783956690334
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Eine Mordserie an Ärzten gibt den Ermittlern des BKA Rätsel auf. Fieberhaft suchen sie nach einer Verbindung zwischen den ermordeten Ärzten. Da alle 3 Ärzte jüdische Namen trugen vermutet man zunächst einen antisemitischen Hintergrund. Doch schon bald stoßen die Ermittler bei der Suche nach einer Verbindung zwischen den ermordeten Ärzten auf ein streng geheimes Projekt, welches in der DDR durchgeführt wurde und auch Todesopfer forderte. Daran beteiligt sind auch die großen deutschen Pharmariesen. Doch nichts ist wie es zunächst den Anschein hat...


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt das blutende Gesicht einer Frau. Besonders gut gefällt mir, dass man die selben Aufmachung gewählt hat, wie bei Band 1. Ich hoffe man behält diese auch für die weiteren Bände der Rihe bei.


Meine Meinung:

"Falsche Fährten" ist der zweite Fall für Nicholas Eichborn und Helen Wagner. Die Fälle sind zwar in sich abgeschlossen, aber viele Dinge aus dem ersten Band werden hier wieder aufgegriffen. Aber nicht in dem Sinne, dass sie wiederholt werden, sondern eher in Form von Andeutungen und Querverweisen. Deswegen würde ich für besseres Verständnis schon empfehlen zunächst den ersten Band "Das Experiment" zu lesen.

Wie bei diesem handelt es sich auch bei "Falsche Fährten" wieder um einen erfrischend anderen Thriller. Es ist ein Genremix aus Medizin-, Wirtschafts- und Politthriller. Auch hier hat mir (wie in Band 1 schon) besonders gut gefallen, dass das geheime Projekt, um welches es im Buch geht wieder auf einer wahren Hintergrundgeschichte eines sehr dunklen Kapitels deutsch-deutscher Geschichte beruht, die von V.S. Gerling natürlich noch etwas weiter gesponnen wird. Das Buch enthält daher neben der Thrillerhandlung sehr viele reale Hintergrundinformationen über die Machenschaften der Pharmakonzerne damals in der DDR, aber auch heute noch in den Dritte Welt Ländern, die vom Autor ausgezeichnet recherchiert wurden. 

Der Titel "Falsche Fährten" ist hier sehr gut gewählt, da nichts ist wie es zunächst scheint und man auch als Leser immer denkt dem Ganzen langsam auf die Spur zu kommen, aber dann immer noch ein weiteres Mal überrascht wird. Die Geschichte ist also sehr komplex konstruiert, aber auch gut durchdacht. Man verfolgt eine Vielzahl an Erzählsträngen aus den verschiedensten Perspektiven, was die Geschichte sehr spannend macht. Einzig den Einstieg fand ich sehr zäh, da viele Begebenheiten lang und breit erzählt werden, die für den weiteren Verlauf der Geschichte größtenteils aber nicht unbedingt von Bedeutung sind. So hätte man durchaus zum Beispiel Helens und Nicholas Urlaub, die Gründung des "Amts für innere Sicherheit", Vorstellungsgespräche neuer Mitarbeiter usw. ziemlich kürzen können. So plätschert das Geschehen bis zu Seite 100 eigentlich eher nur dahin ohne das Nennenswertes passiert. Danach nimmt das Buch aber ziemlich an Fahrt auf und der Spannungsbogen des restlichen Buches hat mir dann wieder sehr gut gefallen.

Nicholas Eichborn begegnen wir in gewohnt direkter und ironischer Manier wieder. Die Kapitel aus seiner Perspektive sind ebenso wie in Band 1 wieder in der Ich-Form geschrieben. Seine etwas rationalere Partnerin bleibt meiner Meinung nach im 2. Band leider etwas zu blass. Dafür gibt es einige neue interessante Charaktere. Allen voran Patrick Ebel, ein Asperger Autist, der auf Grund seines Handicaps von Natur aus emotionslos ist, aber auch hochanalytische Fähigkeiten entwickeln konnte und sich als sogenannter "Problemlöser" für gehobene Kreise selbstständiger gemacht hat. Er ist unheimlich clever und mit jeder Menge Kontakten ausgestattet und hat mir als Figur sehr gut gefallen.

Wie ebenfalls schon in Band 1 verschwimmen auch in diesem Buch wieder die Grenzen zwischen Gut und Böse und V.S. Gerling zeigt auch wieder einmal wie groß das Gefälle zwischen dem Gesetz und Gerechtigkeit sein kann.


Fazit:

"Falsche Fährten" ist ein interessanter Genremix, der die skrupellosen Machenschaften, Vertuschungen und die Gier der Pharmakonzerne thematisiert und sich dabei auf wahren Tatsachen gründet. Ein brisanter Fall voller Wendungen, der Gesellschaftskritik übt, aber trotzdem auch mit viel schrägem Humor und Wortwitz geschrieben ist.


Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

Originalität       5 Sterne
Umsetzung       4 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           4 Sterne


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153 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

liebe, liebesroman, koma, hamburg, julia hanel

Zwei fürs Leben

Julia Hanel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2015
ISBN 9783548286723
Genre: Liebesromane

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153 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

liebe, zeitsprung, realität, schuld, suche

Blink of Time

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 07.05.2015
ISBN 9783401600949
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Sarah ist ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen Teenager Problemen. Sie fühlt sich unverstanden von ihren Eltern, deren komplette Aufmerksamkeit ihr kleiner 2 jähriger Bruder Ben beansprucht, ist unzufrieden mit sich selbst und hat sich gerade von ihrem ersten Freund getrennt. Umso interessanter findet sie ihren mysteriösen, verschlossenen neuen Mitschüler Josh. Doch als sie sich das erste Mal mit ihm treffen will, fällt sie in Ohnmacht und danach ist alles anders als es war. Sie ist anscheinend nicht mehr in ihrer eigenen Realität und befindet sich plötzlich auf der Flucht. Sie kann in verschiedene Realitäten springen, weiß aber vorher nie welchen Preis sie dafür zahlen muss. 


Cover und Gestaltung:

Auf dem Cover ist eine Art Muster dargestellt. Die Farbgebung finde ich sehr schön, nur war mir nicht klar, was dieses Muster darstellen sollte und warum man es als Cover gewählt hat. Nach der Lektüre macht es mehr Sinn und ich denke, dass diese die vielen verschiedenen Parallelrealitäten darstellt. Es wären allerdings auch noch einige andere Interpretationen möglich.



Meine Meinung:

Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil ich den Gedanken der vielen verschiedene Parallelrealitäten, die nebeneinander existieren sehr interessant finde. Jede kleine Entscheidung, die wir treffen hat Auswirkungen auf unser Leben. Was wäre wenn es unendlich viele Parallelwelten gäbe, in denen wir einzelne Entscheidungen anders getroffen hätten und sich unsere Realität und die unseres Umfeldes somit komplett verändert hätte? Und wenn wir dann auch noch zwischen diesen wechseln könnten? Hier hat das Buch natürlich ein kleine paranormale oder Science Fiction Komponente, aber wenn man sich auf dieses Gedankenspiel einlassen kann, erwartet einen ein spannendes und abwechslungsreiches Buch, dass einen mit seiner Geschichte gefangen nimmt. 


"Scheinbar gibt es unzählige Möglichkeiten für uns, wie wir uns persönlich entwickeln können, und je nachdem, wie man sich entscheidet, verändert man sich und die Welt. Ich glaube inzwischen wirklich, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan verursachen kann."


Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut. Mit dem Prolog kann man zu Anfang noch nichts anfangen, aber er weckt Neugierde auf die Geschichte und auf Josh. In den nächsten 50 Seiten schlägt das Buch erstmal erstmal ruhigere Töne an und man lernt Sarah, ihr Leben und ihr Umfeld ein wenig kennen. Aber der Wechsel zu einem rasanteren Tempo erfolgt dann sehr plötzlich und mit dem Zeitpunkt, an dem Sarah das erste Mal die Realität wechselt, wird das Buch dann aber zu einem absoluten Pageturner. Die Geschichte hat von dort an ein sehr rasantes Tempo, viel Action und ist unglaublich fesselnd. Man ist sehr gespannt, was in der nächsten Realität passiert, in die Sarah springt. Diese sind immer - manchmal mehr, manchmal weniger - verschieden und sie kann nicht beeinflussen, was ihr in der nächsten Realität widerfährt. Teilweise hätte ich mir aber noch ein paar mehr Erklärungen zu der Theorie der Parallelwelten gewünscht. Zum Beispiel warum gerade die jeweiligen Ereignisse den Ausschlag zum Wechsel zwischen den Realitäten gaben hat sich mir nicht erschlossen. Außerdem hätte es mich doch auch interessiert, welche einzelnen Entscheidungen der Protagonisten die Auswirkungen zu den teilweise krassen Unterschieden in den Realitäten gegeben haben.

Das Spannungslevel wird ab dem ersten Wechsel der Realitäten bis wirklich zur letzten Seite konstant hoch gehalten. Hin und wieder gab es Dinge, die sehr vorhersehbar waren, aber an vielen Stellen überraschte mich der Autor auch mit unerwarteten Wendungen. Ich hatte allerdings zum Glück den Klappentext auch nicht mehr so gut im Kopf, denn diesen finde ich hier mal wieder um einen entscheidenden Satz zu lang, der für meinen Geschmack zu viel vorweg nimmt. 
Das Ende hatte ich so nicht erwartet, es hat mir aber sehr gut gefallen. Ohne zuviel zu verraten: Es fügt sich logisch an die Geschichte an und etwas anderes hätte dazu auch nicht gepasst.
Die letztendliche Aussage des Buches, dass alle noch so kleinen Entscheidungen Auswirkungen auf unser Leben und eben auch auf das von anderen Menschen hat und das man deswegen genau über mögliche Konsequenzen dieser nachdenken sollte, fand ich sehr gelungen.

Dazu ist die Geschichte sehr eingängig, bildhaft und mit teilweise eindrucksvollem Wortspiel geschrieben. Es liest sich flüssig  und man fliegt nur so durch die Seiten. Es ist definitiv ein Buch, was man kaum beiseite legen kann und das einen erst am Ende wieder los lässt. Ich muss sagen, hier war mir das Buch am Ende mit seinen 300 Seiten sogar bald etwas sehr kurz und ich wäre gern noch etwas länger mit Sarah quer durch die Realitäten gesprungen.

Sarah ist ein Charakter, der einem von Anfang an sympatisch ist, auch als man noch nicht so viel über sie weiß. Josh spielt den Part des gut aussehenden, mysteriösen aber extrem verschlossenen Typen, der von seiner Vergangenheit gezeichnet ist. Alles andere sind Nebencharaktere über die man eigentlich nicht allzu viel erfährt. Aber Sarahs beste Freundin Lona fand ich trotzdem sehr gut gelungen und mochte den Humor zwischen ihr und Sarah.
Der Großteil der Geschichte wird von einem personalen Erzähler aus Sarahs Sicht erzählt. Aber einige kürzere Abschnitte aus der Perspektive von Josh und der eines Nebencharakters sind auch immer mal eingestreut. Dieser Wechsel der Perspektiven lässt einen auch in die Gedanken und Emotionen der anderen Charaktere blicken und ihre Vergangenheit kennen lernen, so dass auch diese mehr an Tiefe gewinnen.


Fazit:

"Blink of time" überzeugte mich vor allem mit der gut durchdachten und faszinierenden Grundidee und seinem fesselnden und rasanten Schreibstil. Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende. Hier und da hätte ich mir noch ein paar mehr Erklärungen zur Theorie der parallelen Realitäten gewünscht. Aber insgesamt hat mich das Buch super unterhalten und auf jeden Fall grandiose Gedankenspiele verursacht.


Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

Originalität       5 Sterne
Umsetzung       3 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        4 Sterne
Tempo               5 Sterne
Tiefe                   3,5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


Rezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de

  (5)
Tags: arena, jugendbuc, paralleluniversum, realität, zeitsprung   (5)
 

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246 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, gretchen, serienmörderin, gretchen lowell, mord

Furie

Chelsea Cain , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 08.09.2008
ISBN 9783442370047
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

erde, bildband, satellitenbilder, berge, ressourcen

one earth

Markus M. Eisl , Gerald Mansberger , Paul Schreilechner
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei eoVision, 07.10.2013
ISBN 9783902834164
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Bei "One earth: Limitierte Ausgabe" handelt es sich um einen Bildband voller faszinierender Satellitenbilder unserer Erde.
Schlägt man das Buch auf befindet sich im Einband vorn und hinten jeweils eine Weltkarte zur Übersicht, auf der die Orte eingetragen sind, an denen die Satellitenaufnahmen entstanden sind. Nach einer kurzen Einleitung enthält das Buch dann insgesamt 119 Satellitenbilder, die nach Kontinenten geordnet auf jeweils einer Doppelseite präsentiert werden. Dazu bekommt man auf jeder Seite in der unteren linken Ecke eine sehr knappe Information zum dargestellten Bild auf deutsch und englisch sowie eine kleine Übersichtskarte der Lage des Ausschnitts und die Koordinaten des Ortes.
Weiterführende Informationen kann man über eine App zum Buch erhalten. Diese kann kostenlos im App Store heruntergeladen werden. Mit Hilfe der Technologie "Augmented Reality" erkennt die Kamera des Smartphones oder Tablets bei aktivierter GPS-Funktion die Bilder des Buches automatisch und blendet dazu weiterführende Detailinformationen oder externe Links zu Wikipedia oder youTube ein.


 
Cover und Gestaltung:

Das Cover ist eher schlicht vorwiegend in weiß gehalten. Sehr gut gefallen mir aber die Ausschnitte der Satellitenbilder in den Buchstaben des Schriftzuges.
Sehr originell finde ich den Untertitel des Buches "Limitierte Ausgabe" gewählt, denn hier handelt es sich nicht um eine limitierte Auflage des Buches, sondern um unsere Erde selbst und deren begrenzte Ressourcen.



Meine Meinung:

Die Satellitenbilder sind sehr hochwertig, gestochen scharf und in toller Farbgebung. Diese Bilder sind mal etwas ganz anderes als herkömmliche Fotografien in Bildbänden, da man mit diesem Buch die Erde aus einer völlig anderen Perspektive erleben kann, so wie man sie normalerweise nie zu Gesicht bekommt und es können ganz andere Dimensionen dargestellt werden. Besonders beeindrucken die Bilder durch ihren Detailreichtum. Ich fand es faszinierend, zunächst die Ausdruckskraft der Bilder und der gezeigten Strukturen in ihrer Gesamtheit auf mich wirken zu lassen und danach die Bilder immer wieder anzuschauen und bei jedem Durchblättern des Buches immer mehr Einzelheiten darauf zu entdecken. 

Außerdem finde ich bei diesem Bildband das Konzept dahinter sehr gelungen. Denn hier wird einerseits die Vielfalt und Schönheit der Landschaften unseres Planeten in Form von unberührten Naturaufnahmen von Wüsten, Wäldern, Bergen, Gletschern und Atollen gezeigt. Andererseits wird aber auch deren Verletzlichkeit durch menschliche Eingriffe deutlich dargestellt und viele der zunächst kunstvoll wirkenden Gebilde wurden leider durch Menschenhand geschaffen. Die Begrenztheit der auf der Erde vorhandenen Fläche und der Ressourcen wird hier sehr gut deutlich und regt zum Nachdenken an.

Die Texte zu den Bildern fand ich etwas sehr kurz gehalten. Andererseits ist es natürlich ein Bildband und das Hauptaugenmerk sollte auf den Bildern liegen. Und die kleinen Zusammenfassungen reichen auch aus, um die Neugierde zu wecken, so dass man bei Interesse andere Medien hinzuziehen und mehr Informationen nachschlagen oder die App zu dem Buch benutzen kann. Sehr gut finde ich, dass alle Texte gleich zweisprachig in deutsch und englisch enthalten sind.



Fazit:

"One Earth - Limitierte Ausgabe" ist ein faszinierender Bildband, der einen die Erde von oben und damit aus einer völlig neuen Perspektive zeigt. Hier wird nicht nur wie so oft die Schönheit der unberührten Natur gezeigt, sondern auch auf die Verletzlichkeit dieser durch anthropogene Einflüsse eingegangen, so dass sich diese Bilder eigentlich jeder anschauen und über einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten nachdenken sollte. Aber auch Leute, die sich, so wie ich, schon viel mit unserer Erde beschäftigt haben, können in diesem Bildband noch viel Neues erfahren, so dass ich ihn uneingeschränkt weiterempfehle.

  (5)
Tags: bildband, erde, geographie, mensch, nachhaltigkeit, natu, nutzung, ressourcen, sachbuch, satellitenbilder   (10)
 

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psychothriller, luana lewis, angst, thriller, psychologie

Lügenmädchen

Luana Lewis , Elke Link
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.05.2015
ISBN 9783442313846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Die Psychologin Stella leidet seit einem traumatischen Erlebnis an Panikattacken und Angstzuständen und lebt so völlig zurückgezogen in einem abgelegenen Haus, dass sie nicht in er Lage ist zu verlassen. Kontakt hat sie nur noch zu ihrem Ehemann Max. An einem verschneiten Winterabend, an dem ihr Haus aufgrund der Schneemassen kaum noch zu erreichen ist, klingelt es an Stellas Haustür und sie findet ein durchgefrorenes Mädchen vor ihrem Haus. Zunächst will sie diesem den Zutritt aus Angst verwehren. Aber da sie das Kind nicht draußen erfrieren lassen kann, lässt sie es schließlich doch ins Haus, was sie schon bald darauf bereut. Denn Blue tischt ihr jede Menge Lügen auf, so dass Stella bald gar nicht mehr weiß, was sie dem Mädchen glauben soll und was nicht und sich sehr unwohl in Blues Gegenwart fühlt.

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover ist schlicht in dunkelblau mit gelben Schriftzug gestaltet. Die dunkle Farbgebung deutet auf einen Psychothriller hin und der Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift ist sehr gut gelungen. Trotzdem würde das Cover allein im Buchladen aber nicht meine Aufmerksamkeit erregen, da es einfach zu nichtssagend ist.



Meine Meinung:

Das Buch beginnt sehr atmosphärisch und interessant: Stella, die an einem Trauma leidet, dass es ihr nicht ermöglicht einen Fuß vor die Tür zu setzen, ist allein in ihrem großen Haus in einer abgelegenen Gegend, fast eingeschneit. Es klingelt und ein Mädchen, dass von Anfang an sehr suspekt ist, steht vor der Tür. In den ersten Kapiteln erzeugt das Buch wirklich noch eine sehr beklemmende. bedrohliche Atmosphäre.

Auch die Einteilung in 3 verschiedene Handlungsstränge versprach zunächst etwas Spannung und Verwirrung. Die Haupthandlung spielt in der Gegenwart und spielt sich in Stellas Haus zwischen ihr und Blue ab. Ein zweiter Strang beschreibt die Sitzungen einer Patientin bei ihrem Psychiater, während der dritte Erzählstrang 2 Jahre zuvor in der Vergangenheit angesiedelt ist und von den Ereignissen erzählt, die zu Stellas Trauma führten. Nicht alle Beteiligten werden gleich namentlich genannt, aber leider konnte man bereits ab c.a. einem Viertel des Buches erahnen, wie diese drei Ebenen zusammenhängen und hat eigentlich damit schon die meisten Fragen beantwortet. Die noch wenigen offenen Fragen werden auch bald eher unspektakulär und sehr vorhersehbar gelüftet. 
Es handelt sich um einen ruhigen und unblutigen Thriller, der eher auf die psychologischen Aspekte abzielt. Diese fand ich durchaus sehr interessant, gerade weil die Autorin selbst Psychologin ist. Aber als Thriller würde ich das Buch eigentlich nicht einordnen, denn dazu fehlte doch einiges. Es fehlte an wirklicher Spannung und Verwirrung, an einer wirklichen Bedrohung und einem Höhepunkt der Handlung und schließlich an den unvorhersehbaren Wendungen. Die Handlung war mir schlicht viel zu geradlinig, so dass sie mich nicht wirklich fesseln konnte.

Auch die Charaktere waren mir nicht sympatisch. Stella empfand ich durchweg als viel zu naiv und konnte ihre Handlungen, gerade weil sie Psychologin ist, oft nicht verstehen. Zu den anderen Personen konnte ich ebenfalls keinerlei Verbindung aufbauen, so dass ich das ganze Geschehen eher von außen beobachtet habe und von der Geschichte nicht berührt wurde, worauf die Handlung eigentlich abzielen soll.
Auch der Schreibstil spielt da mit hinein, denn dieser war für mich teilweise zu nüchtern, sachlich und eher emotionslos.
Schade, denn an sich hätte die Ausgangssituation viel Potential für einen echten Psychothriller gehabt.



Fazit:

"Lügenmädchen" hat eine gute Grundidee, aus der man mit mehr Spannung, Verwirrung und Atmosphäre viel mehr heraus holen hätte können. Leider ist die Handlung aber sehr vorhersehbar und geradlinig, so dass es nicht hält, was der Klappentext verspricht. Einzig die psychologischen Ansätze in diesem Buch waren interessant und konnten mich überzeugen.


Somit kann ich leider insgesamt nur 2 Sterne für das Buch vergeben.

Originalität       4 Sterne
Umsetzung       1 Sterne
Schreibstil         2,5 Sterne
Charaktere        2 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   2 Sterne
Lesespaß           2 Sterne


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  (3)
Tags: angst, isolation, psychodrama, psychologie, trauma   (5)
 

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zwillinge, psychothriller, schottland, thriller, trauer

Eisige Schwestern

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426516355
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Sarah und Angus Moorcroft haben einen tragischen Schicksalsschlag erlitten: eine ihrer Zwillingstöchter ist verunglückt und gestorben. Ein Jahr nach dem Unfall will die Familie in der Hoffnung auf einen Neuanfang auf eine kleine einsame Insel in Schottland ziehen. Doch plötzlich beginnt sich ihre verbleibende Tochter Kirstie, wie ihre tote Schwester Lydia zu verhalten und möchte auch so genannt werden. Sarah zweifelt plötzlich an der Identität ihrer Tochter. Ist ihnen damals ein schrecklicher Fehler unterlaufen und sie haben den falschen Zwilling beerdigt?

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt die zwei blonden Zwillingsmädchen im roten Kleidchen vor der Kulisse der einsamen Insel mit dem Leuchtturm. Eins der Mädchen ist durchsichtig dargestellt. Dies erschließt sich aus der Handlung, zu der das Cover sehr gut passt. Außerdem fängt es, ebenso wie der Titel, wunderbar die düstere, schaurige Stimmung der Geschichte ein.



Meine Meinung:

Auf diesen Thriller wurde ich schon durch sein ungewöhnliches, aber faszinierendes Thema, eineiige Zwillinge aufmerksam. Dies versprach ein sehr interessanten, beängstigten und gleichzeitig noch nicht so ausgelutschten Plot für einen Psychothriller.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Zwillingsthema wurde sehr gut heraus gearbeitet und recherchiert. Man erfährt allerhand über die Verwechselbarkeit, die Trauer und mögliche Identitätskrisen bei eineiigen Zwillingen. Ein grandioser Ausgangspunkt für ein schauriges Verwirrspiel.

Bei "Eisige Schwestern" handelt es sich eher um ein ruhiges Buch. Vielleicht könnte man es auch viel mehr als düsteres Psychodrama bezeichnen. Man sollte also keinen rasanten blutigen Thriller erwarten, aber dennoch ist die Spannung durchweg da und man kann das Buch kaum aus den Händen legen. Der Autor entwickelt ein grandioses Verwirrspiel, Fragen gibt es mehr als genug im Kopf des Lesers und es werden immer wieder neue aufgeworfen. Auch an Wendungen mangelt es dem Buch definitiv nicht. Dazu kommen noch die Geheimnisse, die die Eheleute voreinander hüten, das Misstrauen und der Hass, der immer mehr zwischen ihnen wächst und zu eskalieren droht. 

Das Setting ist sehr passend zu einem Psychothriller gewählt: ein marodes Haus auf einer einsamen Privatinsel in der rauen, schroffen Landschaft der schottischen Hebriden. Heftige Stürme, die den Winter ankündigen und früh hereinbrechende Dunkelheit. Dieses Setting allein führt zu einer sehr düsteren, trostlosen, ja schon gruseligen Grundstimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht und damit eine wunderbar passende Atmosphäre für die Geschichte schafft.

Auch der Schreibstil des Autors passt perfekt zu der Geschichte. Er schreibt einerseits spannend, teilweise mit Cliffhangern, zum anderen aber auch wahnsinnig eindringlich. So schaffte er mir einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt von Menschen, die mit einem Verlust und Schuldgefühlen zu kämpfen haben, aber auch in die komplizierte Psyche eines eineiigen Zwillings. Durch die Eindringlichkeit wurde ich förmlich mitgerissen mit der Unsicherheit von Sarah, um die Identität des lebenden Zwillings.

Sehr gelungen fand ich den Wechsel der Erzählperspektiven. Der Großteil der Geschichte wird von Sarah in der Ich-Form erzählt. Aber ab und an gibt es auch ein Kapitel aus Sicht von Angus in der auktorialen Erzählweise. Dies führt teilweise zu einem Wissenvorsprung beim Leser, aber steigert auch dennoch mehr die Spannung. Denn man erfährt von Geheimnissen, die Angus vor seiner Frau zu haben scheint, von seinem Zorn und seinem durchaus aggressiven Potential. Generell war er für mich eher sehr undurchschaubar. Sarah hingegen ist dem Leser näher und man leidet, aufgrund der Ich-Perspektive, in der sie einem ihr Seelenleben ausschüttet, mehr mit ihr mit. Auch mit Kirstie hatte ich teilweise Mitgefühl, allerdings war sie mir auch meist extrem schaurig in ihrem Verhalten und ihrem schwanken zwischen den Persönlichkeiten.
Symphatisch war mir keiner der Charaktere, denn diese Familie ist einfach nur kaputt, gefühlskalt, voller Misstrauen und alles wurde tot geschwiegen. Aber symphatische Charaktere brauche ich auch nicht in einem Psychothriller. Stattdessen waren sie sehr gut und passend zur Geschichte gezeichnet und ihr gesamtes Verhalten ergibt nach der Auflösung einen Sinn, was für mich in einem Psyhothriller wichtiger ist, als Sympatie mit den Protagonisten.



Fazit:

"Eisige Schwestern" ist ein psychologisches dichtes, subtiles und sehr atmosphärisches Familiendrama, dass mir beim Lesen mehr als einen kalten Schauer über den Rücken gejagt hat und mich mit der Verwirrung selbst nahe an den Wahnsinn getrieben hat.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die psychologisch tiefe Thriller den blutigen vorziehen.


Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.


Originalität       5 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        4 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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  (2)
Tags: atmosphärisch, familiendrama, psychodrama, psychothriller, schottland, skye, trauer, zwillinge   (8)
 

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552 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 159 Rezensionen

roadtrip, liebe, krebs, james patterson, freundschaft

Heart. Beat. Love.

James Patterson , Emily Raymond , Stephanie Singh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2015
ISBN 9783423761079
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Axi, eher als pflichtbewusst und "braves Mädchen" bekannt, bricht kurz vor ihrem Schulabschluss mit ihrem Freund Robinson überstürzt zu einem Road Trip quer durch die USA auf. Doch der verläuft bald anders als geplant. Statt mit dem Greyhound Bus durchs Land zu fahren, klauen sie Harleys und Autos und Axi beschließt endlich einmal unvernünftig zu sein und das Leben zu genießen. Doch dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu....

 
Cover und Gestaltung:

Die Aufmachung des Buches hat mich total begeistert. Das Cover zeigt Momentaufnahmen der Reise von Axi und Robinson. Diese Schnappschüsse als Bildercollage finde ich sehr gelungen. Es sind viele Bilde, aber dank des weißen Hintergrundes wirkt das Cover trotzdem nicht zu überladen oder unübersichtlich. Ich mag den warmen Ton der Bilder, der sehr gut zum Sommer passt. Die Aufnahmen vermitteln ein richtiges Freiheits- und Roadtrip Feeling. 
Auch im Inneren sind sehr viele Schnappschüsse in Schwarz-Weiß vom Road Trip enthalten. Ich fand sie alle toll, bis auf die Bilder, die die Protagonisten zeigten. Denn da habe ich lieber meiner eigene Vorstellung und sowas beschränkt mich dann in meiner Fantasie.
Auf den inneren Buchdeckeln hat man außerdem zweimal die Karte der USA mit allen Stationen der Reise abgebildet.



Meine Meinung:

Aufgrund des Covers und da es als Road Trip bezeichnet wird, habe ich mir das Buch etwas anders vorgestellt. Während das Cover und die sich durch das Buch ziehenden Bilder die Atmosphäre eines Road Trips wirklich sehr gut einfangen, stellte sich dieses Gefühl bei mir beim Lesen leider gar nicht ein. Dazu war das Tempo des Buches zu rasant und die einzelnen Stationen der Reise flogen nur so an einem vorbei. Es fehlten wenigstens ein paar Details, so dass man auch mehr ins Geschehen eintauchen kann und eben das Atmosphärische. Die teilweise langen Teilstrecken, die die Protagonisten dazwischen mit dem Auto zurück legten, wurden einfach übersprungen, so dass man absolut nicht das Gefühl hatte, dass sie einmal quer durch die USA gefahren sind. Durch dieses einfache Zusammenraffen der Reise zwischen den Stationen ging für mich auch viel von dem Road Trip Feeling verloren. 
Die Abenteuer, die die Beiden auf ihrer Reise tatsächlich erlebten fand ich meist sehr unrealistisch.
Bleiben Axi und Robinson wirklich mal irgendwo länger, dann liegt der Fokus eher auf den beiden und ihrer Freundschaft/Beziehung zueinander, als auf ihren Erfahrungen auf der Reise. Da diese aber über weite Strecken eher aus ständigen Wiederholungen von Axi über Robinson und ihre unerfüllte Liebe besteht, fand ich hat dieser Aspekt im ersten Teil viel zu viel Raum eingenommen, den man besser hätte ihrer Reise widmen können.

Allgemein fand ich den Schreibstil selbst für ein Jugendbuch sehr einfach und nüchtern gehalten. Zum einen wirkte der Roadtrip eher wie eine Aufzählung von Orten, es fehlten wie oben schon erwähnt Details, die den Roadtrip atmosophärischer gestaltet hätten. Aber auch über die Protagonisten erfährt man sehr wenig und sie wirken eher oberflächlich und blass. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich mit der Protagonistin Axi, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, so gar nichts anfangen konnte und mich ihre ständigen Gedanken an Robinson und ihre Liebe eher nervten, als dass sie mich berührten. Eigentlich hatte sie nur Augen für Robinson und hat kaum was anderes auf dem von ihr geplanten Road Trip wahrgenommen. Dabei hatte sie eine interessante Familiengeschichte, die aber nach ihrer Erwähnung gar keine Rolle mehr gespielt hat. Dabei hätte ihr Charakter mehr Potential haben können, hätte man sie auch mal besser mit ihren Hintergründen kennengelernt.
Robinson ist das komplette Gegenteil von ihr. Er hat eher das "Bad Boy" Image und übernimmt den Verrückten Part. Etwas klischeehaft, aber ihn fand ich bei Weitem interessanter dargestellt und er gibt dem ganzen Buch die Würze. Dennoch konnte man in seine Gefühle und Gedanken aufgrund der rasanten und nüchternen Erzählweise überhaupt nicht richtig eindringen.

Im zweiten Teil nimmt das Buch eine schlagartige Wendung. Da mich der erste Teil als Road Trip nicht sonderlich überzeugen konnte, fand ich diese sehr gelungen. Allerdings wurde sie schon in der Widmung des Autors am Anfang des Buches angedeutet. Wenn ihr euch also die Spannung erhalten wollt, rate ich euch diese erst zu lesen, wenn ihr mit dem zweiten Teil begonnen habt. 
Wie die Protagonisten stehen auch die beiden Teile des Buches im Gegensatz. Während der erste Teil ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit vermittelt, kommt im zweiten Teil eine gewisse Schwermut und Traurigkeit dazu. Dadurch wird das Buch aber auch tiefgründiger. Gegen Ende erfährt man dann auch etwas mehr zur Vergangenheit und den Beweggründen von Axi und Robinson. Dass sich dies erst aus der Geschichte heraus erschließt, fand ich sehr gut gemacht und das letzte Viertel des Buches berührte mich dann doch noch ein wenig und stimmte nachdenklich.



Fazit:

Als erwarteten Road Trip konnte mich "Heart.Beat.Love" aufgrund der fehlenden Atmosphäre und des nüchternen und zu rasanten Schreibstils nicht überzeugen und war mir im ersten Teil zu oberflächlich. Allerdings nimmt das Buch ab der Hälfte eine unerwartete Wendung, durch das es an Tiefgründigkeit und Aussage gewinnt, wenn auch in eine ganz andere Richtung, als man es sich vorgestellt hat. Man sollte hier also nicht (nur) einen lockeren Sommer Road Trip erwarten. 

Insgesamt vergebe ich 3 Sterne.


Originalität       3 Sterne
Umsetzung       3 Sterne
Schreibstil         2 Sterne
Charaktere       2.5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   3 Sterne
Lesespaß           3 Sterne


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Tags: liebe, reisebericht, roadtrip, schicksal, usa   (5)
 

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241 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

dystopie, liebe, wasser, entführung, flut

Zwischen uns die Flut

Eva Moraal , Rolf Erdorf
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.05.2015
ISBN 9783841503510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nachdem mehrere große Überschwemmungen die Welt erfasst haben, hat sich die Bevölkerung in 2 Teile gespalten: die "Trockenen", das ist die reiche Schicht, die in Gebieten leben, wo sie vor dem Wasser sicher sind und die "Nassen", welche die ärmere Gesellschaftsschicht darstellen, die in der Nähe des Deiches wohnen und durch nichts vor der Flut geschützt sind. Zwischen diesen Gruppen bestehen viele Spannungen. Als Nina, eine "Trockene" und dazu noch Tochter des Gouverneurs die Schule wechseln muss, trifft sie auf Max, einen "Nassen" und die beiden beginnen sich ineinander zu verlieben.

 
Cover und Gestaltung:

Die Aufmachung des Buches hat mich sehr begeistert. Die zwei Menschen im Meer, der tolle blaue Buchschnitt und der verschwommene Schriftzug "Flut", lassen schon erahnen worum es im Buch geht und sind sehr passend. Es sieht auf jeden Fall wunderschön in jedem Bücherregal aus.



Meine Meinung:

Das Ausgangsszenario dieser Dystopie fand ich an sich sehr interessant, da es ein Zukunftsszenario darstellt, dass durch die klimatischen Veränderungen und das Schmelzen der Polkappen durchaus realistisch erscheint. Leider wird man aber zu Anfang ziemlich ohne Erklärungen in das Geschehen hinein geworfen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Welt in der Max und Nina leben etwas ausführlicher beschrieben wird. Das man etwas über die Ursachen und Hintergründe der Überflutungen erfährt, die Entstehung des neuen Gesellschaftssystems besser erläutert wird oder auch dass man Informationen bekommt, was im Rest der Welt los ist. Diese Dystopie spielt dort, wo heute die Niederlande liegen, aber das Ausland und ob die Menschen da ebenfalls von den Überflutungen betroffen sind wird mit keinem Wort erwähnt. Da es der erste Band einer Reihe ist, weiß ich natürlich nicht, ob in diese Richtung mehr für weitere Bände geplant ist. Aber ich finde solche generellen Erläuterungen der Welt in der die Geschichte spielt gehören durchaus in den Einstieg. Einiges kann man sich im Verlauf der Geschichte zusammenreimen, aber von manchen im Buch beschriebenen Sachen hatte ich bis zum Ende keine richtige bildliche Vorstellung. 

Stattdessen konzentriert sich der erste Teil eigentlich fast nur auf Nina und Max plus ihre Familien. Das fand ich sehr schade, denn ich denke, dass die Ausgangsidee viel mehr Potential gehabt hätte.
Nina lebt als Tochter des Gouverneurs sicher vor dem Wasser in der "Geschlossenen Gemeinschaft" im Luxus und ausgestattet mit allerlei High Tec Kram. Max hingegen wohnt als "Nasser" in einem Viertel nahe des Deiches und sein Zuhause wird bei einer erneuten Flut als erstes überschwemmt. Er lebt mit seiner Familie in einem Hochhaus in ärmlichen Verhältnissen und seit dem Tod seines Vaters hat sein älterer Bruder mit seinen Eskapaden die Kontrolle über die Familie. 
Beide Protagonisten sind durchaus sympatisch, wobei ich Max Persönlichkeit etwas besser ausgearbeitet fand. Er ist sehr impulsiv und aufbrausend und seine innere angestaute Wut, die nur allzu häufig in ihm hochkocht und der Knoten, der sich dann in seinem Inneren bildet sind sehr anschaulich beschrieben. 
Nina hingegen war am Anfang etwas blass. Später konnte ich ihre Handlungen oder besser gesagt, dass was sie eben nicht tat überhaupt nicht verstehen. 
Das Buch ist jedoch nicht nur was die Beschreibung der Welt, in der die beiden leben etwas oberflächlich, sondern auch, was ihre Beziehung angeht. Diese war mir viel zu körperlich basiert und oberflächlich. Wenn die beiden aneinander dachten, dann eigentlich nur an körperliche Dinge, vieles ging viel zu schnell oder kam aus dem Nichts und ich hatte irgendwie nicht das Gefühl, dass sie auch auf einer anderen Ebene irgendwie verbunden sind.

Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Nina und Max erzählt, was ich sehr gut finde, da man so die Gedanken von beiden Protagonisten zu den jeweiligen Situationen mitbekommt und dieses Innenleben der beiden ergänzt sich perfekt. Diese Lösung hat mir in jedem Fall auch viel besser gefallen, als nochmal ein separates Buch mit der gleichen Geschichte aus Sicht des anderen Protagonisten zu machen, was ja derzeit auch häufiger vorkommt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und sachlich gehalten. Es ist sehr schnell und flüssig zu lesen, aber halt leider auch nicht sehr detailliert, wie ich oben schon erwähnte.

Was den Spannungsbogen angeht fand ich das Buch auch nicht optimal, was aber größtenteils auch am viel zu ausführlichen Klappentext liegt. Am Anfang plätschert die Geschichte eher so dahin und man ist erst nach der Hälfte des Buches an dem Punkt angelangt, an dem man das selbe Wissen wie nach dem Klappentext hat. Für mich ist das viel zu viel, da ich dann das Gefühl habe, das Buch gar nicht mehr lesen zu müssen. Ich würde euch nicht empfehlen den Klappentext zu lesen, falls ihr euch für das Buch interessiert. Er nimmt viel an Spannung von Max Reaktion weg. Für meine Rezension habe ich den Inhalt daher extra kürzer gefasst.
Im zweiten Teil des Buches ist das Tempo dann etwas höher, aber dennoch sind viele Dinge sehr vorhersehbar. Das Buch endet nicht mit einem totalen Cliffhanger, aber doch recht offen. Anscheinend ist ein zweiter Teil geplant. Für diesen würde ich mir dann mehr Erklärungen zu Max und Ninas Welt wünschen.



Fazit:

Das Meer und die Flut als Gefahr für den Menschen fand ich ein sehr interessantes und durch den Klimawandel auch realistisches Setting, das es aber verdient gehabt hätte viel mehr ausgebaut zu werden. So blieb das Buch jedoch leider sehr oberflächlich was die geschaffene Zukunftsvision, aber auch was die Beziehung der Protagonisten angeht und ist für mich nur eine eher durchschnittliche Dystopie.


Insgesamt vergebe ich 2,5 Sterne.


Originalität       4 Sterne
Umsetzung       2 Sterne
Schreibstil         3 Sterne
Charaktere        3 Sterne
Tempo               2.5 Sterne
Tiefe                   2 Sterne
Lesespaß           3 Sterne


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  (2)
Tags: dystopie, flut, klimawandel, nass, trocken, überschwemmun, wasser   (7)
 

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259 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

zeitreise, zeitreisen, piper verlag, agenten, reihe

Die Zeitenspringer-Saga: Die achte Wächterin

Meredith McCardle , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.05.2015
ISBN 9783492703529
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Amanda macht ihre Ausbildung an der Peel Academy, einem College in dem man ausgebildet wird, um später seinem Land zu als Agent bei der CIA oder dem FBI zu dienen. Obwohl sie noch nicht im Abschlussjahrgang ist wird Amanda am jährlichen Testtag überraschenderweise von einer der geheimsten Regierungsorganisationen rekrutiert. Dieser Organisation, die sich "Annum Guard" nennt, soll sie nun als achtes Mitglied dienen. Von einer Minute auf die andere muss Amanda ihr komplettes Leben zurück lassen, denn die Organisation ist so geheim, dass man für immer dort bleiben muss, da sie Zeitreisen ermöglicht, die dazu genutzt werden die Vergangenheit zu optimieren. 

 
Cover und Gestaltung:

Es handelt sich um eine sehr hochwertig verarbeitete Klappbroschur, die in glänzendem gold-gelb gehalten ist. Die schwarze Blume bildet einen sehr guten Kontrast. Ebenso finde ich das Uhrensymbol auf dem Buchrücken toll, dass sich hoffentlich durch die gesamte Reihe zieht. 
Das Cover ist schlicht und wirkt trotzdem edel, so dass es ins Auge sticht. Die Blume soll wohl eine Iris darstellen, was Bezug auf Amandas Decknamen bei Annum Guard nimmt, allerdings würde man hinter diesem Cover wohl eher keinen Zeitreise-Spionage Thriller vermuten.
Die innere Gestaltung des Buches ist ebenfalls toll. Die Blume taucht als Ornament vor jedem Kapitel wieder auf.


Meine Meinung:

Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau entdeckt hatte, war sofort klar, dass ich es lesen muss. Denn ich liebe Zeitreisegeschichten.
Hier haben wir es mit einer Mischung aus einem Zeitreiseroman und einem actionreichen Agententhriller zu tun.

Die Geschichte steigt sofort rasant ins Geschehen ein und man befindet sich mit Amanda mitten in einer Prüfung am Testtag an der Peel Acadamy. Aber es ist kein typisches Akademie Buch, wie ich zunächst befürchtet habe. Diese ganze Collegeszenerie kommt nur am Rande vor und schon nach wenigen Seiten befindet sich Amanda bei Annum Guard. Fortan unternimmt sie von dort aus immer wieder Zeitreisen quer durch die Jahrhunderte und soll anhand dessen in ihrer Probezeit den Unterschied zwischen der Veränderung und der Verbesserung der Vergangenheit lernen.

Das Buch ist gespickt mit allerhand Überraschungen, Wendungen und Intrigen. Es spielt hauptsächlich in Boston und Amanda unternimmt Zeitreisen in viele Epochen vom Boston Massaker bis hin zur Ermordung von Kennedy. Die historischen Teile, in denen Amanda in andere Zeitepochen springt haben mir sehr gut gefallen. Auch wenn diese nur als kleine Ausschnitte dargestellt sind und das Geschehen immer wieder zu Annum Guard zurückkehrt. 
Die ganze Zeitreiseproblematik ist (sofern bei diesem Thema möglich) verständlich und ohne Logikfehler dargestellt. Allerdings sollte man auch dran bleiben bei dem Buch, da man bei längeren Pausen mit den Details der ganzen Zeitsprünge sonst doch etwas den Faden verlieren könnte.

Das Buch hat mich von Anfang an komplett gefesselt und ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen, was für mich sehr ungewöhnlich ist. Aber der Spannungsbogen stieg stetig und riss bis zum Ende nicht ab. Meredith Mc Cardle schreibt flüssig und mitreißend zugleich. Zudem ist das Tempo der Entwicklungen sehr rasant, so dass es eigentlich gar keine Möglichkeit gab das Buch zu pausieren.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Amanda, die bei Annum Guard dann unter dem Decknamen Iris agiert, erzählt. Sie hat mir als willensstarke und sehr direkte Protagonistin sehr gut gefallen. Ich fand es ganz erfrischend, dass man es hier mal nicht mit einem unfehlbaren Übermenschen zu tun hat, denn sie hat durchaus ihre Ecken und Kanten und ist teilweise sehr egoistisch und impulsiv. Allerdings hatte sie keine leichte Vergangenheit. Ihr Vater ist früh verstorben, die Mutter leidet an einer bipolaren Störung und nun wird sie aus ihrem Leben gerissen, in das sie wohl auch nie wieder zurück darf. Dazu hat sie viel Neues bei Annum Guard zu verdauen und wird auch dort gleich wie eine Außenseiterin behandelt. Von daher finde ich ihr Verhalten verständlich und menschlich, was sie wiederum zu einer sehr authentischen Hauptfigur macht, mit der man sich gut identifizieren kann.

Es gab auch einige interessante Nebencharaktere. Hier hat mir Yellow unglaublich gut gefallen. Indigo und Blue sind ebenfalls sehr interessant dargestellt. Andere der Wächter bleiben jedoch im Hintergrund und werden kaum mehr als dreimal erwähnt. Ich würde mir wünschen, dass diese in den Folgebänden auch mehr in den Vordergrund treten. Denn "Die achte Wächterin" ist der Auftakt zu einer Reihe, die bereits im November mit Band 2 "Die Farbe der Zukunft", fortgesetzt wird. Ein Buch auf das ich mich schon jetzt wahnsinnig freue.


Fazit:

"Die achte Wächterin" war für mich bisher eines der Jahreshighlights. Es ist ein spannungsgeladener Zeitreise-Spionage Thriller und eine rasante abenteuerliche Reise quer durch die Jahrhunderte. Ein absolutes Muss für Zeitreisefans und natürlich volle 5 Sterne von mir.


Originalität       5 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         4 Sterne
Charaktere       4 Sterne
Tempo               5 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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  (2)
Tags: boston massaker, fantasy, geheimnisse, intrigen, jugendbuc, kennedy attentat, korruption, reihe, spionag, zeitenspringer, zeitreise, zeitsprünge   (12)
 

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194 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

familiengeheimnis, roman, reichtum, liebe, vermont

Bittersweet

Miranda Beverly-Whittemore , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 418 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2015
ISBN 9783458360704
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Die Protagonistin Mabel kommt aus bescheidenen Verhältnissen und ist nur durch ein Stipendium für eine Elite-Universität zugelassen wurden. Ihre Zimmergenossin Ev hingegen ist das komplette Gegenteil. Sie stammt aus der reichen Familie Winslow und ist dazu noch sehr hübsch und beliebt. Ev beachtet Mabel überhaupt nicht, bis sich in ihrer Familie ein tragisches Ereignis abspielt und sie in Mabel eine gute Zuhörerin und Freundin findet. Spontan lädt sie diese ein die Ferien mit ihr in Winloch, dem Sommersitz der Familie Winslow zu verbringen. Alles wirkt idyllisch und wie ein Paradies auf Mabel bis die Fassade zu brökeln beginnt und sie auf dunkle Familiengeheimnisse stößt.

 

Cover und Gestaltung:

Das Cover ist richtig toll. Es zeigt das Ferienhaus in dem Ev und Mabel den Sommer verbringen. Es liegt ruhig und idyllisch an einem See, doch dieses Bild ist trügerisch, wie auch die Winslows.
"Bittersweet" ist der Name des Sommerhauses. der Titel passt aber auch perfekt zur Geschichte. 



Meine Meinung:

Das Buch war komplett anders, als ich es erwartet habe. Es beginnt ziemlich klischeehaft wie eine typische Highschoolgeschichte. Trotzdem fand ich den Anfang noch interessant und auch die Ankunft in Bittersweet wurde schön atmosphärisch dargestellt. Aber dann nach spätestens 80 Seiten wird die Geschichte sehr langatmig. Die Autorin verliert sich zu sehr in detailreichen Beschreibungen normaler Sommer Badetage. Atmosphärisch war die Geschichte zwar weiterhin etwas besonderes, aber dies ging zu stark zu Lasten der Handlung. Ein Pageturner, wie hinten auf dem Buch steht ist es für mich absolut nicht gewesen. Im Gegenteil: Über weite Teile musste ich mich ziemlich durch das Buch quälen, weil die Handlung einfach nicht weiter ging. Erst nach 300 Seiten voller Andeutungen eines Familiengeheimnisses nimmt das Buch nochmal richtig Fahrt auf. Diese Aufklärung ging dann schon beinahe wieder zu schnell. Man hat das Gefühl hier wollte die Autorin nochmal alles, was sie vorher an Handlung versäumt hat auf die letzten Seiten quetschen. Dramaturgisch hätte man da sicher einiges besser machen können.

Die Auflösung an sich fand ich dann doch etwas unglaubwürdig und überzogen, aber vor allem lies sie auch viele meiner Fragen offen. Und dann das eigentliche Ende des Buches machte mich endgültig sprachlos und ich fing mich echt an zu fragen wie die Autorin dieser Geschichte so ein Ende hat verpassen können. Viele Leute werden da sicher anderer Meinung sein, aber ich finde ein schlechteres Ende hätte man dem Plot überhaupt nicht geben können und so verlor das Buch für mich auch komplett seine Aussage.

Leider konnte ich auch mit den Charakteren nicht mitfiebern. Mit der Protagonistin Mabel, die die Geschichte aus der Ich-Perspektie schildert, konnte ich überhaupt nichts anfangen. Wie geblendet sie vom Leben der Winslows ist und wie naiv sie durch die Welt wandelt. Dazu war mir auch ihr Neid und Egoismus auf der einen Seite, aber dann wieder diese ungesunde Fixierung auf Ev auf der anderen Seite viel zu viel. Ständig grübelt sie darüber nach was diese oder jene Situtation für ihre Stellung in der Familie bedeuten würde, dabei ist sie nur der Feriengast der Tochter des Familienoberhauptes. Nachforschungen stellt sie nur an, weil ihr in Aussicht gestellt wird eines der Cottages zu erben, falls sie fündig wird. Wie absurd ist das denn schon allein. Mabels Hintergrundgeschichte kam für mich ebenfalls viel zu kurz und erst in die Auflösung hineingequetscht. Diese hätte man eher schon am Anfang bringen und auch etwas ausführlicher darstellen können, dann hätte ich vielleicht mehr Verständnis für Mabel entwickeln können.
Auch mit den anderen Charakteren konnte ich nicht viel anfangen. Entweder sie stellten sich als sehr berechnend und manipulativ heraus oder sie waren einfach zu blass. Hier hätte man sich auch lieber auf weniger Charaktere beschränken sollen, die man besser ausarbeitet, anstatt den gesamten Stammbaum der Winslows einfließen zu lassen.


Fazit:

"Bittersweet" ist ein Familiendrama mit einer durchaus interessanten Grundidee. Leider war das Einzigste was mich an dem Buch überzeugen konnte, die gut eingefangene Atmosphäre. Vom Plot, den Charakteren und dem Spannungsbogen war es leider überhaupt nicht meins. 

Insgesamt kann ich nur 2 Sterne vergeben.


Originalität       4/5 Sterne
Umsetzung       1/5 Sterne
Schreibstil         4/5 Sterne
Charaktere       2/5 Sterne
Tempo               2/5 Sterne
Tiefe                   3/5 Sterne
Lesespaß           2/5 Sterne



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  (1)
Tags: drama, familiengeheimnis, intrige, mord, reichtum, roman   (6)
 

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

schicksal, liebe, suzanne young, rezensio, jugendroman

Einfach Schicksal

Cat Patrick , Suzanne Young , Anja Malich
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.02.2015
ISBN 9783846600108
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Carolines Oma, bei der sie lebt und die für sie wie eine Mutter ist, wird nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert. Eines abends steht Caroline vor der Wahl, ob sie einen weiteren Abend zusammen mit ihrer Familie, zu der sie kein besonders gutes Verhältnis hat, bei ihrer Großmutter im Krankenhaus verbringt oder mit einer Freundin auf eine Party geht, um sich abzulenken. Diese eine Entscheidung scheint schwerwiegende Folgen für ihr gesamtes weiteres Leben zu haben.
In "Einfach Schicksal" werden beide potentielle Lebenswege für Caroline nach dieser Entscheidung durchgespielt.

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover des Buches hat mich sehr begeistert und ist mehr als passend zur Geschichte. Das Cover zeigt Caroline als Wackelbild. Je nachdem, wie man das Buch hält sieht man ihr Gesicht aus zwei verschiedenen Perspektiven, die die 2 alternativen Lebenswege für Caroline im Buch symbolisieren. Eine geniale Idee!



Meine Meinung:

Das Buch steigt mit einem Prolog ein, der als "Vorher" betitelt wird und an dessen Ende Caroline eine Entscheidung zu fällen hat. Danach verfolgen wir, wie unterschiedlich die Konsequenzen ihrer Entscheidung Carolines Leben in beiden Fällen weiter verlaufen lassen und es werden beide Wege durchgespielt. Dabei wechseln sich die Kapitel mit den Überschriften "bleiben" (für die Entscheidung, dass sie im Krankenhaus bei ihrer Großmutter bleibt) und "gehen" (für die Entscheidung, dass sie an jenem Abend das Krankenhaus verlässt und zu einer Party geht) ab. 
Diese außergewöhnliche Grundidee von zwei unterschiedlich angelegten Erzählsträngen, die Carolines alternative Lebenswege nach der Entscheidung symbolisieren, hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sie nicht ganz neu ist. Eine ähnliche Ausgangsposition mit etwas anderer Umsetzung hatte mich bereits in "Vergiß mein nicht" von Kasie West total mitreißen können.

Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung innerhalb der Beschreibung der einzelnen Lebenswege hier eher so dahin plätscherte. Es geht in beiden um Carolines zerrüttetes Verhältnis zu ihren Familienmitgliedern, ihre Trauer um die Großmutter und um die Liebe. Aber beide Geschichten an sich sind jetzt nicht allzu außergewöhnlich. Da fehlte mir dann doch etwas der Spannungsbogen oder mal eine überraschende Wendung. 
Was mir hingegen sehr gut gefallen hat und auch das besondere an dem Buch ist, war wirklich eher die übergeordnete Frage welcher bzw. ob sich ein Weg als der bessere heraus stellt. Und auch wie man das ganze am Ende im Epilog auflöst fand ich sehr interessant und stimmt durchaus nachdenklich über eigene bereits gefällte aber auch kommende Entscheidungen, die das Leben mit sich bringt.
Sehr gelungen ist auch wie unterschiedlich sich beide Lebenswege von Caroline nach dieser Entscheidung doch entwickeln und das es nicht nur eine positive Variante gibt, sondern das beide Entscheidungsvarianten sowohl erfreuliche, als auch unangenehme Ereignisse für sie nach sich ziehen.

Die beiden Lebenswege werden jeweils aus der Ich-Perspektive von Caroline geschildert, so dass man einen sehr guten Einblick in ihr durcheinander gewirbeltes Gefühlsleben erhält. Carolines Persönlichkeit ist auch in beiden potentiellen Lebenswegen etwas unterschiedlich dargestellt, was ich gut umgesetzt fand. Leider konnte ich weder mit der Caroline mitfühlen, die bei ihrer Großmutter im Krankenhaus geblieben ist, noch mit der die zur Party fuhr. Sie war mir nicht direkt unsympathisch, aber einzelne Reaktionen von ihr konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen und ließen sie eher egoistisch auf mich wirken. Irgendwie konnte ich mich nie so richtig in sie einfühlen oder mich mit ihr identifizieren.
Da fand ich hier eher mal die Nebencharaktere interessanter, die allesamt facettenreich dargestellt und meist auch in beiden ihrer Lebenswege vertreten waren.

Der Schreibstil der Autorin ist Jugendbuch typisch locker und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz, so dass man das Buch schnell gelesen hat. Natürlich muss man alle paar Seiten umdenken, da die alternativen Lebensszenarien sich kapitelweise abwechseln, aber da hat man sich schnell hinein gedacht. Behilflich sind dabei auch die Wörter "bleiben" oder "gehen", die sich jeweils neben den Seitenzahlen befinden, so dass man immer weiß in welchem Lebensweg man sich zur Zeit befindet.



Fazit:

Mehr als die Handlung an sich überzeugte mich die außergewöhnliche Erzählweise des Buches, in dem 2 alternative Lebenswege der Hauptprotagonistin parallel geschildert werden und die Auswirkungen einzelner Entscheidungen in unserem Leben deutlich gemacht wird. Es ist ein unterhaltsames Jugendbuch und regt am Ende sicher auch jeden etwas zum Nachdenken über das Schicksal und die Entscheidungen im eigenen Leben an.

Insgesamt vergebe ich 3,5 Sterne.



Originalität       5 Sterne
Umsetzung       3 Sterne
Schreibstil         4 Sterne
Charaktere        4 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   4 Sterne
Lesespaß           3 Sterne

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Tags: jugendbuch, liebe, schicksal   (3)
 

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74 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

überwachung, zukunft, dystopie, kamera, e-brace

Deleted

Margit Ruile
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 31.03.2015
ISBN 9783845806396
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Ben lebt im Jahr 2034 in Berlin. In dieser Zukunft ist es normal, dass alle Menschen einen sogenannten Slave besitzen. Diese Hologrammfiguren können für die Menschen Erinnerungen abspeichern, ihnen bei Recherchen helfen und ihre Termine verwalten. Allerdings sammeln diese virtuellen Helfer dabei auch sämtliche Daten über den Benutzer. Bald aber stellt Ben fest, dass sich sein Slave Sakar anders verhält als die anderen Slaves. Er hat fast menschliche Züge und besitzt Zugriff auf alle Kameras der Stadt. Ben stellt schon bald die totale Überwachung der Menschen durch ihre Slaves in Frage und gelangt so zu der Organisation der "Falschen Freunde".

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt den Protagonisten Ben halb verzerrt und suggeriert schon, dass es in dem Buch um Netztechnik geht.


Meine Meinung:

Das Buch spielt in der näheren Zukunft im Jahr 2035 in Berlin. Das angesprochene Thema eines technisierten absoluten Überwachungsstaates finde ich hoch aktuell und sehr interessant. Es gibt ein nahtloses Kamerasystem sowohl in den Häusern als auch auf den Straßen, mit dem die Menschen rund um die Uhr überwacht werden. Jeder besitzt ein sogenanntes E-Brace. Das ist ein elektronisches Armband mit Touchscreen und einer dazugehörigen Hologrammfigur, die als "Slave" bezeichnet wird. Da dieses schon Kinder im Kindergartenalter bekommen, wachsen die Menschen mit ihrem Slave auf und lernen diesen als Freund an zu sehen, dem sie all ihre Gedanken anvertrauen. Außerdem können die Slaves als Gedächtnis fungieren, Termine verwalten und Daten abfragen.

Die Autorin beschreibt diese technisierte Welt sehr bild- und glaubhaft und man kommt unweigerlich zum Nachdenken, wie weit wir eigentlich selbst noch von dieser totalen Überwachung entfernt sind. Ich denke, dass es leider bei uns schon deutliche Parallelen zu der im Buch beschriebenen Welt gibt. Die meisten Menschen in Bens Gesellschaft bekommen aber wie auch heutzutage diese totale Überwachung gar nicht mit oder ihnen ist es einfach egal.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Ben erzählt. Es beginnt damit, dass er in einem Raum festsitzt und darauf wartet entdeckt zu werden und währenddessen in einem Notizbuch seine Geschichte aufschreibt und erzählt, wie er in diese Situation gekommen ist. Während der Geschichte tritt er dabei immer mal wieder beim Schreiben in direkten Kontakt mit dem Leser und spricht diesen persönlich an. Diese Absätze sind in kursiv gedruckt. 
Trotz der Ich-Perspektive und den direkten Kontakt zum Leser konnte ich jedoch während des ganzen Buches keinen wirklichen Draht zu Ben aufbauen. Auch seine Entscheidungen konnte ich oft nicht richtig nachvollziehen. Die anderen Charaktere blieben für mich leider ebenso ziemlich blass. Daran änderte auch die angedeutet Liebesgeschichte nichts, die nichts halbes und nichts ganzes war und die man auch gut hätte weglassen können. Am interessantesten fand ich da am ehesten noch Bens Slave Sakar.

Anfangs weiß man noch nicht so richtig, in welche Richtung die Geschichte geht und die Autorin schafft es immer wieder einen mit Wendungen zu überraschen. Das Buch gehört mit seinen rund 250 Seiten eher zu den dünneren und hier hätten ein paar mehr Seiten der Geschichte meiner Meinung nach gut getan. Zuviel wird übersprungen oder übereilig entschieden. Auch das Ende der Geschichte ist sehr offen. Es schließt fast nahtlos an die Rahmenhandlung vom Beginn an. Leider blieben eigentlich alle meine Fragen, die ich mir während des Lesens gestellt habe offen, was ich für den Falle, dass dies ein Einzelband bleibt sehr schade finde.


Fazit:

Margit Ruile beschreibt in ihrem Jugendbuch eine Welt der totalen Überwachung und der totalen Kontrolle über die Daten einer Person. Ein hochbrisantes Thema, über das sich in Zeiten von Facebook, Twitter und Co vor allem auch Jugendliche mehr Gedanken machen sollten. Leider fand ich die Umsetzung nicht ganz gelungen, da durch die rasante Erzählweise die Charaktere sehr blass blieben, manche Handlungen sehr überstürzt wirkten und am Ende doch einige Fragen offen blieben.


Insgesamt vergebe ich 3 Sterne.


Originalität       4 Sterne
Umsetzung      2,5 Sterne
Schreibstil        4 Sterne
Charaktere      2,5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                  3 Sterne
Lesespaß            3 Sterne

  (2)
Tags: datenkontrolle, dystopie, e-brace, gläserner mensch, jugendbuc, kameras, kontrolle, überwachun, überwachung, zukunft   (10)
 

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(83)

220 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

tod, liebe, antonia michaelis, leben, wünsche

Das Institut der letzten Wünsche

Antonia Michaelis
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.04.2015
ISBN 9783426653654
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:


Mathilda arbeitet zusammen mit ihrer Chefin Ingeborg im Institut der letzten Wünsche, welches versucht sterbenskranken Menschen ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Sei es ein letztes Mal Weihnachten zu feiern, noch einmal Schnee zu sehen oder ein Konzert einer längst verstorbenen Opernsängerin. Eines Tages betritt Birger Raavenstein das Institut mit dem letzten Wunsch seine große Liebe Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzufinden. Mathilda nimmt sich auch diesem Wunsch an, ist aber bald dabei eine wichtige Regel des Instituts zu brechen, nämlich die,sich nie in einen ihrer Klienten zu verlieben.



Cover und Gestaltung:


Das Cover zeigt eine Frau, die mit einem Schirm durch einen blühenden Park springt. Es ist in wunderschönen Farben gestaltet und wirkt dabei sehr träumerisch. Somit passt es perfekt zu Mathilda und der Geschichte. Auch die Leichtigkeit und die lebensbejahende Stimmung, die dieses Buch trotz des traurigen Themas vermittelt, bringt das Cover sehr gut rüber.



Meine Meinung:

Ein Institut der letzten Wünsche ist eine sehr schöne Idee. Trotzdem hatte mich der Klappentext allein jetzt nicht so sehr angesprochen, da die Geschichte doch recht vorhersehbar klang. Aber allein aufgrund der Tatsache, dass es ein Buch von einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen ist, von deren Jugendbüchern ich restlos begeistert war, musste ich auch dieses lesen. Und das war gut so, denn Antonia Michaelis macht auch diese zu einer wundervollen, einzigartigen und ergreifenden Geschichte.


Mathildas ungewöhnlicher Job ist es Menschen, die nicht mehr länger als 6 Monate zu leben haben ihre letzten Wünsche zu erfüllen. Sei es ein letztes Mal Schnee zu sehen, noch einmal nachts in der Spree baden zu gehen oder einmal ein eigenes Bild in einer Galerie ausgestellt zu sehen. Sie versucht so viele dieser Wünsche wie möglich zu erfüllen und sei es auch mit kleinen Flunkereien, die Hauptsache dabei ist der Glaube des Sterbenden daran seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt bekommen zu haben und danach friedlich einschlafen zu können. 

Somit ist natürlich ein zentrales Thema des Buches der Tod. Dennoch ist die Stimmung nicht so bedrückend und melancholisch, wie es auf den ersten Blick klingen mag. Das Buch beinhaltet auch viel Leichtigkeit und Wortwitz. Diese humorvollen und amüsanten Momente überwogen für mich sogar beim Lesen. Auf der anderen Seite gibt es auch nachdenkliche Augenblicke, wodurch die Ernsthaftigkeit des Themas trotzdem erhalten bleibt. Es setzt sich mit ernsten Themen wie Sterbehilfe auseinander. Man kommt selbst ins Grübeln, ob man einem geliebten Menschen, der sterbenskrank ist nicht eher einen letzten Wunsch erfüllen würde oder ob man ihn lieber stattdessen im Krankenhaus liegen lassen würde, wo er durch die medizinische Versorgung vielleicht noch 2 Wochen länger zu leben hätte.

Außerdem denkt man unwillkürlich darüber nach, was denn ein eigener letzter Wunsch wäre bzw. wie man seine letzte Zeit nutzen würde, wenn man eine Diagnose erhält, bei der man nur noch wenige Wochen zu leben hätte.


Antonia Michaelis besticht auch in diesem Buch wieder mit ganz speziellen, von der Norm abweichenden Charakteren. Mathilda mit ihrer sehr verträumten, kindlichen Art, die mehr in ihrer rosaroten Seifenblasenwelt lebt, sich Stoffreste mit veralteten Kindermotiven auf die Kleidung näht und mit ihrem Hund Eddie den Tatort am liebsten auf Türkisch schaut. 

Dagegen ihre robuste sachliche, aber auch teilweise sarkastische Chefin Ingeborg.

Oder der todkranke verschrobene Birger mit seinem grauen Regenmantel und seiner verwehten Frisur, der immer aussieht, als sei er gerade in einen Sturm gekommen. 

Es dauerte einige Zeit, bis ich diese etwas verrückten Charaktere zu greifen bekam, aber nach und nach wachsen sie einem immer mehr ans Herz und am Ende mag man sie kaum mehr loslassen.

Besonders toll fand ich, dass das Buch keine reine Liebesgeschichte ist, wie der Klappentext vielleicht suggerieren mag, sondern es über weite Strecken einfach auch um viele andere Klienten des Instituts und ihre letzten Wünsche ging. Die Nebencharaktere sind in diesem Buch daher ebenfalls sehr liebevoll gezeichnet und ihre Hintergrundgeschichten mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben. 

Die gesamte Geschichte reißt unglaublich mit und auch das Ende ist dann doch entgegen meiner Vermutungen überraschend gut gelungen und stimmig.


Hinzu kommt Antonia Michaelis ganz eigener poetisch malerischer Schreibstil voller Metaphern, wie man ihn aus ihren anderen Büchern kennt. Durch diese ganz eigene Handschrift lässt sie die Szenen sehr bildhaft wirken und macht auch diese Geschichte zu etwas ganz wundervollem.


Fazit:


Das Institut der letzten Wünsche ist eine wundervolle, zu Herzen gehende und tiefgründige Geschichte über die letzten Wochen von sterbenskranken Menschen. Es erzählt wunderbar von Wünschen und Träumen und wie diese noch einmal ausgelebt und festgehalten werden, bevor man friedlich aus dem Leben tritt. Traurig melancholisch, aber zugleich auch lebensbejahend und mit sehr vielen humorvollen Momente zum schmunzeln.

Insgesamt erhält das Buch von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.


Originalität 4/5

Umsetzung 5/5

Schreibstil 5/5

Charaktere 5/5

Tempo 4/5

Tiefe 5/5

Lesespaß 5/5





  (3)
Tags: schicksal, sterbehilfe, tod, wünsche   (4)
 

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(411)

762 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 167 Rezensionen

liebe, verzeihen, vergebung, familie, versöhnung

Nur einen Horizont entfernt

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.05.2015
ISBN 9783810523952
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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(212)

482 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

antonia michaelis, suche, jugendbuch, eltern, november

Niemand liebt November

Antonia Michaelis , Kathrin Schüler
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.08.2014
ISBN 9783789142956
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Novembers Eltern sind kurz vor ihrem 6. Geburtstag spurlos verschwunden. Nach schweren Jahren im Heim und immer wechselnden Pflegefamilien reißt November, alias Amber als 17 jährige aus ihrer betreuten WG aus. Sie ist immer noch der Überzeugung, dass irgendetwas ihre Eltern daran gehindert hat zu ihr zurückzukommen und macht sich auf die Suche nach ihnen. Sie folgt einer kleinen Spur auf einer Streichholzschachtel, die sie immer und immer wieder auf eine neue Spur bringt. Doch immer ist Amber etwas zu spät dran.


Cover und Gestaltung:

Das Cover ist eines der schönsten des vergangenen Jahres und es passt perfekt zur Geschichte. Es ist sehr düster und hat nur ein paar Farbtupfer, genau wie Ambers Leben. Man sieht Amber einsam im Novembernebel einen Weg entlang gehen und im Hintergrund das leuchtende gelbe Zelt, dass sie immer sieht.


Meine Meinung:

Nach dem ich hoch beeindruckt von dem "Märchenerzähler" war will ich nun alle Bücher dieser Autorin lesen.
Das Buch hat mich wieder von Anfang an sehr gefesselt. Es ist allerdings sehr rätselhaft und verwirrend, da es über weite Strecken sehr irreal wirkt und mit den Grenzen zwischen Realität und Fantasie spielt, die in diesem Buch zu verwischen scheinen. 
Das Äußere des Buches spiegelt hier die Atmosphäre 1:1 zu wieder. Wie das Cover ist auch der Inhalt sehr düster, grau, trist, trostlos, bedrückend und melancholisch. Für ein Jugendbuch ist es allerdings sehr schwere Kost und es schockiert mit vielen harten Szenen, so dass ich es wie auch den "Märchenerzähler" erst frühestens ab 16 Jahren empfehlen würde.

Das Buch kommt ohne viele Charaktere aus, die aber dafür umso besser dargestellt sind.
Die Protagonistin Amber ist gezeichnet von ihrer schweren Kindheit in der sie ständig herum gereicht wurde. So fällt es ihr nun auch als junge Erwachsene schwer Vertrauen zu jemanden zu fassen und sich zu öffnen. Sie kann sich nicht disziplinieren und schlägt ständig mit Worten um sich, selbst wenn ihr jemand helfen will. Sie ist wütend und hilflos, sich selbst nichts wert und hat einen gewissen Hang zum Selbstzerstörerischen. Und dennoch ist sie zugleich stark. 
Als Tarnung und um in der Welt überhaupt bestehen zu können, ist sie gezwungen sich eine neue Identität zuzulegen: Lucy. Diese ist sowohl äußerlich, als auch von ihrer Persönlichkeit her ganz anders als Amber. Sie ist hübsch, nett, flirtet gern und versteht es geschickt die Leute um den Finger zu wickeln. Sie schläft mit Männern nur um für ein paar Minuten Wärme zu empfinden und setzt alle Mittel ein, um an die gewünschten Informationen zu kommen. 

Neben Amber gibt es den etwas mysteriösen Barbesitzer, der als Tattoo den Schriftzug "Katja" trägt und in der Vergangenheit wohl ebenfalls etwas verloren hat. Er will Amber anscheinend helfen. Auch wenn diese verletzt und kratzbürstig wie sie ist ihn immerzu fort stößt scheint er sie dennoch nie aufzugeben.

Dann gibt es noch den Jungen im gelben Zelt, der ständig ein Buch bei sich trägt, aber immer verschwunden ist, wenn Amber bei dem Zelt ankommt. 

Sprachlich ist das Buch wieder etwas ganz besonderes. Der Schreibstil ist beeindruckend poetisch und malerisch, so wie man das von Antonia Michaelis kennt. Wunderschön und passend sind die Gedichte, die es am Anfang jedes Kapitels gibt und in denen man wunderbar versinken kann. Durch das Spiel mit den Worten überspielt Antonia Michaelis die düstere Härte der Realität und baut eine trügerische Täuschung auf. 


Fazit:

Ein Buch über die Tragik eines Mädchens, dass ihr ganzes Leben eigentlich nur auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit ist und dem Wunsch den Riss in der Realität endlich zu schießen, aber sich dabei droht selbst zu verlieren. Ein Buch, dass nicht immer einfach zu lesen ist, aber unglaublich intensiv und viel emotionalen Tiefgang.


Insgesamt vergebe ich volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung für dieses tolle Buch!


   Originalität      

   Umsetzung      

    Schreibstil       

    Charaktere      

       Tempo          

           Tiefe          

       Lesespaß                  

  (3)
Tags: elter, geborgenheit, jugendbuc, suche, surreal, verschwinden   (6)
 

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401 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 112 Rezensionen

wesen, thriller, horror, bird box, endzeit

Bird Box - Schließe deine Augen

Josh Malerman , Fred Kinzel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 16.03.2015
ISBN 9783764531218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Als Malorie gerade erfährt dass sie schwanger ist, breitet sich ein seltsames Phänomen auf der Welt aus. Erst werden vereinzelt Menschen wahnsinnig und bringen sich selbst und Angehörige um. Doch schon bald häufen sich diese Meldungen von überall her auf der Welt. Malorie verschanzt sich mit einer Gruppe von wenigen Überlebenden in einem Haus und kämpft ums Überleben in einer Welt in der man die Augen nicht öffnen darf.



Cover und Gestaltung:

Das Cover ist einfach gehalten, aber durch das ausgestanzte "O" im Schutzumschlag und der Leuchtschrift dennoch ein Blickfang. Es wirkt geheimnisvoll und mysteriös und passt somit gut zur Geschichte. Der Titel "Bird Box" erschließt sich während des Lesens.



Meine Meinung:

Die Geschichte wird in 2 Zeitebenen erzählt, die sich kapitelweise abwechseln und am Ende zu einem Gesamtbild schließen. Zum einen begleiten wir Malorie und ihre 2 Kinder in der Gegenwart, wie sie über den Fluss versuchen an einen sicheren Ort zu fliehen. 
Der zweite und für mich interessantere Erzählstrang spielt 4 Jahre zuvor und erzählt, wie sich immer größer Hysterie auf der Welt ausbreitet und Malorie nach dem Tod ihrer Schwester in einem Haus Zuflucht bei einigen anderen der Überlebenden sucht. Gut platzierte Cliffhanger und ein toller Spannungsbogen ziehen den Leser besonders bei diesem Erzählstrang komplett in seinen Sog. Der Schrecken wächst, die Atmosphäre wird immer beklemmender und bedrohlicher, besonders als es mit der Zeit auch zu immer mehr Spannungen unter den Überlebenden kommt. 

Das Buch ist eher eine Mischung aus Endzeitdrama, Horror und Mysteriethriller, in dem Josh Malerman geschickt mit einer der Urängste des Menschen spielt, nämlich der nicht sehen zu können, was um einen herum passiert. Auch der Leser wird in diese "Blindheit" mit einbezogen, da auch er nie einen Blick in die Außenwelt bekommt und nicht weiß, ob die Existenz der "Wesen" reiner Fantasie entspringt oder es wirklich Dinge da draußen gibt, die Menschen nur durch den reinen Anblick in den Wahnsinn treiben. Dieses Arbeiten mit den anderen Sinnen macht das Buch ebenfalls sehr interessant und bereitet ein schaurig gruseliges Kopfkino.

Mit der Protagonistin Malorie konnte ich mich nicht recht identifizieren, was aber wohl auch an ihrer Situation und den Erfahrungen liegt, die sie gemacht hat. Diese machen ihre Handlungen teilweise nachvollziehbarer. Sie ist einerseits eine sehr starke Frau, zu ihren Kindern aber eher hart und gefühlskalt. Diese besitzen nicht einmal Namen, sondern werden nur mit "Junge" und "Mädchen" betitelt und von Geburt an in aller Strenge auf ihren Hörsinn trainiert.
Neben der im Mittelpunkt stehenden Malorie gibt es noch einige andere Überlebende, die teilweise gut charakterisiert werden, teilweise aber auch etwas blass bleiben. Doch jede Figur nimmt dabei ihren Platz in der Geschichte ein.

Allerdings gibt es für mich bei dem Buch auch einen größeren Kritikpunkt, der vor allem das Ende betrifft. Eigentlich gefallen mir offene Enden meist ziemlich gut, aber hier wird der Leser eigentlich komplett im Dunkeln stehen gelassen. Sicherlich lässt sich nicht alles logisch erklären, aber dass man eigentlich keine seiner Fragen beantwortet bekommt und alles Mysteriöse offen stehen bleibt, hat mich dann schon etwas enttäuscht. Hier ist wohl die Fantasie des Lesers gefragt oder der Autor hat sich die Option für einen Nachfolgeband offen gelassen.


Fazit:

Bei "Bird Box: Schließe deine Augen" handelt es sich um ein grausames Endzeitszenario, dass einen besonders durch eine beklemmende Atmosphäre und subtilen Horror in den Bann zieht und ein schauriges Kopfkino beschert. Vom Ende war ich leider jedoch etwas enttäuscht, da sollte der Leser selbst etwas Fantasie mitbringen, dann kann ich dieses Buch weiterempfehlen.


Insgesamt erhält das Buch von mir 3,5 Sterne.


     Originalität    

        Umsetzung 

    Schreibstil      

     Charaktere     

         Tempo        

            Tiefe        

         Lesespaß      

  (1)
Tags: atmosphärisch, blindheit, endzeit, horror, kopfkino, thriller, wesen   (7)
 

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168 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

italien, thriller, entführung, kindesentführung, mord

In der Finsternis

Sandrone Dazieri , Claudia Franz
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.03.2015
ISBN 9783492056885
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Eine Frau wird enthauptet aufgefunden, ihr Sohn ist spurlos verschwunden. Sofort wird der Vater des Kindes verdächtigt und inhaftiert. Aber Rovere, Chef der Squadra Mobile, glaubt im Gegensatz zum Staatsanwalt nicht an dessen Schuld und bittet seine suspendierte Kollegin Colomba Caselli inoffiziell zu ermitteln und nach dem Kind zu suchen. Hilfe soll sie sich dabei bei Dante Torre holen, der als Kind selbst 11 Jahre in einem Silo gefangen gehalten wurde, bevor er seinem Entführer schließlich entkommen konnte. Dieser ist bald überzeugt davon, dass in diesem neuen Fall derselbe Mann, der ihn selbst damals entführt hat wieder der Täter ist. Doch dieser gilt längst als tot.



Cover und Gestaltung:

Das Cover ist sehr einfach gehalten in schwarz mit weißem Titel. Aber es passt perfekt zu dem düsteren Buch und der Dunkelheit in dem Betonsilo, in dem Dante jahrelang gefangen gehalten wurde. Besonders gut gefällt mir auch der haptische Effekt des Schriftzuges.



Meine Meinung:

Am Anfang hatte ich etwas Probleme in das Buch hinein zu kommen, was vor allem an den italienischen Namen, Dienstgraden und der Struktur der Behörden dort lag, in die man sich erstmal einlesen musste.
Auch bot der Thriller auf den ersten Blick nicht soviel neues: eine enthauptete Leiche, eine Tat, die an einen Fall in der Vergangenheit erinnert und eine Ermittlerin mit einem persönlichen Trauma. Dieses wird zunächst jedoch im Dunkeln gehalten und immer nur umschifft, so dass die suspendierte Ermittlerin Colomba über weite Strecken des Buches recht undurchsichtig  und für mich schwer fassbar blieb. Man erlebt nur ihre Panikattacken mit, bei denen ihr die Luft wegbleibt und sie handlungsunfähig ist.

Ab dem Zeitpunkt, in dem Dante in Erscheinung tritt, war ich dann aber doch sehr angetan von dem Buch. Der Aspekt seiner Gefangennahme über 11 Jahre und der damit einhergehenden Auswirkungen war es auch der mich im Klappentext angesprochen hatte. Und diese Figur wurde auch viel besser ausgearbeitet als Colomba. Hoch interessant werden Einblicke in seine traumatisierte Psyche gegeben, die gekennzeichnet ist von den damaligen Erlebnissen. Es wird beschrieben wie er seinen Alltag meistert, in dem er so gut es geht versucht mit seinen seelischen Narben zu leben. Allerdings ist es ihm zum Beispiel kaum möglich seine Wohnung zu verlassen, er hält es nur in gläsernen Zimmern aus und ist hochgradig abhängig von seinen Medikamentencocktails. Auf der anderen Seite ist es faszinierend zu lesen, wie er versucht bestimmte Dinge, die er in all den Jahren verpasst hat nachzuholen. 
Während seiner Gefangennahme hat Dante in der Dunkelheit ebenfalls seine Sinne schärfen können und verfügt nun über die Gabe die Körpersprache von Menschen lesen zu können, weswegen man ihn zu den Ermittlungen hinzuzieht. Allerdings bringen ihn diese aufgrund seiner Ängste immer wieder an seine Grenzen. 

Der Schreibstil von Sandrone Dazieri ist sehr flüssig und eher nüchtern, vor allem aber auch sehr bildhaft. Es gibt viele interessante detaillierte Situationsbeschreibungen, wo man deutlich einen Film vor Augen hat und merkt, dass der Autor auch Drehbücher schreibt. Über der ganzen Geschichte hängt eine düstere, bedrückende Atmosphäre. Sehr gut aufgelockert wurde es dennoch durch die ironische, teilweise sarkastische Art der Protagonisten mit ihren Traumata umzugehen, die einen doch an der ein oder anderen Stelle zum schmunzeln bringt.

Der Plot entwickelt sich nach dem eher simplen Einstieg ganz anders als gedacht, zeigt immer weitreichendere Ausmaße und wird sehr komplex. Zahlreiche Verstrickungen in einflussreiche Kreise und überraschenden Wendungen machen das Buch zu einem intelligenten, in die Tiefe gehenden und anspruchsvollen Thriller. Allerdings sollte man auch bei der Stange bleiben, um nicht zu verwirrt von den ganzen Fährten zu werden, die sich aber am Ende sehr gut verknüpfen.


Fazit:

"In der Dunkelheit" ist ein sehr komplexer und anspruchsvoller Thriller, der mich durch seine psychologischen Einblicke in die traumatisierte Seele des Dante Torre, einen in die Tiefe gehenden Plot und das erzählerische Talent des Autors überzeugen konnte.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für alle Fans von psycholgischen Thrillern.


Ich vergebe insgesamt 4,5 Sterne.


   Originalität    

   Umsetzung   

    Schreibstil    

    Charaktere   

       Tempo       

        Tiefe         

     Lesespaß     

  (2)
Tags: dante, italien, kindesentführung, mk ultra, psychothriller, torre, verhaltensforschung   (7)
 

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(45)

94 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, krimi, jeffery deaver, rückwärts, spannung

Blinder Feind

Jeffery Deaver , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.01.2015
ISBN 9783442384075
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Gabriela erfährt, dass sich ihr Chef mit den gesamten Firmengeldern ins Ausland abgesetzt haben soll. Aber dem nicht genug: ein Killer hat nun ihre Tochter entführt und erpresst sie. Er will 500 000 Dollar und die Oktoberliste, eine ominöse Aufzählung von Namen, von der Gabriela noch nie gehört hat. Die Zeit läuft Gabriela davon. Zum Glück hat sie Unterstützung von dem Geschäftsmann Daniel Reardon, den sie erst ein paar Tage zuvor kennengelernt hat und der ihr hilft das Geld und die Liste zu besorgen.



Cover und Gestaltung:

Auf dem Cover ist ein Schmetterling zu sehen, der in einem Stacheldraht gefangen ist. Auf den ersten Blick passt es nicht zur Geschichte, aber nach der Lektüre kann man sich seinen Reim darauf bilden. Genauso wie auf den Titel, der im deutschen sehr gut gewählt wurde.  



Meine Meinung:

"Das Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, doch es muss vorwärts gelebt werden." (Søren Kierkegaard)

Dies ist ein ganz besonderer Thriller, denn er wird rückwärts erzählt. Diese Idee allein fand ich so genial, dass ich nach vielen Empfehlungen nun auch zu meinem ersten Deaver greifen musste.

So gut die Idee ist, das lesen eines solchen Thrillers gestaltete sich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig und forderte mir eine höhere Konzentrationsleistung ab als eine Geschichte, die in richtiger Reihenfolge erzählt wird. Am Anfang hatte ich das Gefühl nicht richtig mitzukommen oder etwas verpasst zu haben, da man ja logischerweise noch überhaupt keine Zusammenhänge hat wenn man von hinten beginnt. 

Ich hatte mir vorher nicht vorstellen können, wie man beim rückwärts erzählen einen Spannungsbogen aufbauen kann. Dies wird aber sehr gut gelöst, da man immer nur Brocken der Geschichte zugeworfen bekommt und in Kapiteln, die in der Zeit eigentlich davor spielen, kommen dann immer noch so viele Tatsachen und Zusammenhänge ans Licht, obwohl man ja eigentlich schon gelesen hat wie es weitergeht. Somit entwickelt das Buch seinen ganz eigenen Sog. An Spannung, überraschenden Wendungen und falschen Fährten wurde hier trotz der besonderen Erzählweise definitiv nicht gespart.


Die Personen, von denen es recht viele gibt erscheinen zunächst blass und ich konnte auch für keinen Sympathie entwickeln oder richtig mitleiden. Aber auch dies ist ein Nebeneffekt des rückwärts Erzählens. Denn normalerweise werden die Figuren am Anfang der Geschichte eingeführt. Da sich dieses hier aber am Ende des Buches befindet kann diese Einführung auch erst dort geschehen.

Die ganze Geschichte bleibt logisch bis zum Ende und endet tatsächlich mit Kapitel 1, dass Tage vorher spielt. Aber wer sich nun denkt, dass man bei diesem Buch das Ende schon gleich zu Anfang erfährt und da nix mehr kommt, der irrt sich gewaltig. Denn Jeffery Deaver hat das Buch auf geniale Weise so konstruiert, dass man das Buch nach dem letzten Satz am liebsten gleich wieder auf Seite 1 aufschlagen würde und die Geschichte unter all den neuen Aspekten von vorne beginnen möchte. 


Fazit:

"Blinder Feind" ist ein origineller Thriller, denn er wird rückwärts erzählt. Er erfordert etwas mehr Konzentration beim Lesen als übliche Thriller, aber wenn man es schafft den Faden nicht zu verlieren wird man mit einer spannenden, raffiniert aufgebauten Geschichte mit mehr als einem doppelten Boden belohnt.
Wer also einmal einen Thriller ganz anderer Art sucht, der ist hier genau richtig!


Ich vergeben insgesamt 4,5 Sterne. 



          Originalität      

          Umsetzung     

           Schreibstil      

           Charaktere     

              Tempo         

                 Tiefe          

             Lesespaß       

  (3)
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317 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

dystopie, die auslese, joelle charbonneau, trilogie, zukunft

Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben

Joelle Charbonneau , Marianne Schmidt
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 12.01.2015
ISBN 9783764531188
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Cia Vale wurde nach bestandener Auslese für die Universität in Tosu-Stadt zugelassen. Ihr wurde ein Medikament verabreicht, mit dem alle Erinnerungen an diese brutale Selektion gelöscht wurden. Zuvor konnte sie allerdings noch eine Tonbandaufnahme von den schrecklichen Ereignissen machen und ist nun schockiert von ihren eigenen Erzählungen. Bald muss Cia aber feststellen, das die brutale Selektion der Besten mit ihrer Aufnahme an der Universität noch nicht überstanden ist und hat fortan nur noch das Ziel die Auslese zu beenden. Doch wie während der Auslese weiß sie nicht, wem sie wirklich vertrauen kann und all ihre Schritte stehen unter Beobachtung.


Cover und Gestaltung:

Auf dem Cover sieht man das gleiche Mädchen wie in Band 1, welches meiner Meinung nach Cia nicht so wirklich ähnelt. Es steht vor dem Hintergrund einer Ruinenstadt, was das Buch von vorn herein sehr gut als Dystopie kennzeichnet.


Meine Meinung:

Das Buch steigt etwa 6 Monate nach dem Ende von Teil 1 in die Handlung ein. Cia und Thomas sind nach bestandener Auslese nun Studenten an der Universität in Tosu-Stadt. Aber nachdem Cia die Tonbandaufnahme entdeckt hatte, die sie auf ihrem Transit Kommunikator hinterließ bevor ihre Erinnerungen gelöscht wurden, ist ihre Freude darüber es an die Universität geschafft zu haben schnell verflogen und macht der Angst und Wachsamkeit Platz. Die neuen Studenten müssen nun dort ihren ersten Test absolvieren, nach dessen Ergebnissen sie in ihre Studienfächer eingeteilt werden. Schnell stellt Cia fest, dass auch an der Universität die Selektion der Besten noch nicht beendet ist und was heißt einen Test nicht zu bestehen und von der Universität "abgezogen" zu werden. Daraufhin sie, dass die Auslese abgeschafft werden muss und niemand mehr in diesem Wahlverfahren sterben darf. 
Dieser Einstieg in die Geschichte und die Ausgangssituation hat mir sehr gut gefallen und war sehr vielversprechend für den weiteren Handlungsverlauf.

Leider konzentrierte sich die Autorin im Folgenden dann aber nicht wie von mir erwartet auf Cias Widerstand gegen die Auslese und die Bemühungen der Rebellen, sondern stattdessen gehen die Tests und Auswahlverfahren in einen neue Runde. 

Da nicht allzu viele Kandidaten die Auslese überlebt hatten führte man hierzu neue Charaktere, die Schüler aus Tosu-Stadt ein. Diese sind priviligiert, da ihre Eltern oft hochrangige Offizielle sind und mussten somit nicht den Prozess der Auslese durchlaufen. Ähnlich der Auslese werden die Studenten für den Einweihungstest wieder in zerstörtem Gebiet ausgesetzt und müssen in 4er Teams vier Aufgaben richtig lösen bevor sie zur Universität zurück kehren können. Diese Einweihung verläuft nicht weniger brutal und dramatisch wie die Auslese. In Konkurrenz stehen die Studenten diesmal um die begrenzte Anzahl von Praktikumsplätzen. 
Diese ganzen neuerlichen Tests, die schon wieder auf das Aussieben von Studenten hinausliefen waren für mich jedoch dann nicht mehr innovativ, sondern eher ein Abklatsch von Band 1, also sozusagen die Auslese 2.0 und brachten die Gesamthandlung auch nicht wirklich voran. 
Obwohl man im Buch mehr über das System in dem Cia lebt erfährt bleiben weiterhin auch die meisten Fragen zum Hintergrund der Auslese für Band 3 offen. Für mich handelt es sich damit um einen typischen Mittelteil einer Trilogie, der eher als Bindeglied zwischen Band 1 und 3 steht, als die Handlung großartig anzutreiben.

Großartige Langeweile blieb aber dank dem flüssigen Schreibstil aus. Der Band ist etwas ruhiger als der tempo- und actionreiche erste Teil, dennoch schwingt immer die unterschwellige Bedrohung und Gefahr mit. 

Die Geschichte wird wie Teil 1 wieder aus der Sicht von Cia im Präsens erzählt. Die Verbindung zu der durchaus sympatischen Protagonistin war damit sofort wieder gegeben. Interessanterweise hat hier der Leser trotzdem teilweise einen kleinen Wissensvorsprung, da er im Gegensatz zu Cia die Begebenheiten aus Band 1 noch in Erinnerung hat. Cia hingegen hat keine Erinnerungen, sondern nur die Aufnahme auf ihrem Transit Kommunikator, auf den sie nicht alles sprechen konnte und bei dem sie nicht weiß, ob sie diesen schrecklichen Begebenheiten der Aufnahme überhaupt glauben kann.
Cia hat wie bereits in Band 1 einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und versucht ihren Prinzipien treu zu bleiben und niemanden Schaden zuzufügen. Allerdings ist sie im Verlauf der Geschichte auch gezwungen sich weiterzuentwickeln und von diesen abzuweichen.
Thomas tritt ziemlich in den Hintergrund, da er einer anderen Studienrichtung zugewiesen wurde. In den wenigen Abschnitten mit ihm wurde er mir aber nicht sonderlich symphatischer als in Band 1. Nach wie vor finde ich diese ganze Liebesgeschichte zwischen den beiden, um die es hier aber zum Glück nur nebenbei geht, unrealistisch und überflüssig. Interessanter wird es, wenn Cias Misstrauen auch gegenüber ihm geweckt wird, was jedoch jedes Mal ziemlich bald wieder ihrer großen Liebe zu ihm weicht, welche aber in meinen Augen überhaupt kein Fundament hat.

Zusätzlich werden mit den Studenten aus Tosu-Stadt viele neue Charaktere eingeführt. Diese Nebencharakere bleiben zwar wie in Band 1 wieder sehr blass. Dadurch hat man aber auch in diesem Teil wieder den schönen Effekt, dass man ebenso wie Cia nicht weiß, wem man vertrauen kann. Mit ihr versucht man das Verhalten der einzelnen Studenten zu analysieren und mit ihr ist man auch ständig am zweifeln, ob sie denn nun nicht gerade den falschen Leuten vertraut.

Nachdem der Mittelteil des Buches sich vor allem neuen Tests und Cias Ängsten widmet, zieht das Tempo zum Ende hin nochmal an. Obwohl man wie Cia ständig wachsam ist, hält dieses noch eine große überraschende Wendung bereit, mit der man nicht rechnet und die trotzdem sehr logisch und gut durchdacht ist. Diese Wende, die nun wirklich einen fulminanten Abschluss sehr gut vorbereitet, hat das Buch dann wieder etwas auf meiner Skala steigen lassen und lässt mich in Band 3 auf ein spannendes Finale hoffen.


Fazit:

"Nichts vergessen und nie vergeben" ist für mich ein typischer ruhigerer Zwischenband einer Trilogie. Er stellt über weite Strecken eher ein Bindeglied zwischen einem temporeichen Auftakt und dem zu erwartenden fulminanten Finale dar, ohne die Handlung großartig voranzutreiben. Am Ende hält das Buch jedoch eine wahnsinnig überraschende Wendung bereit, die mich wieder begeistern konnte und alles sofort in neuem Licht erscheinen lässt. Somit lässt mich das Buch voller Hoffnung auf ein packendes Finale zurück.

Insgesamt vergebe ich für das Buch 3,5 Sterne.


            Originalität    

            Umsetzung   

           Schreibstil      

             Charaktere   

               Tempo        

                 Tiefe         

              Lesespaß     

  (4)
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496 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 74 Rezensionen

dystopie, auslese, die auslese, joelle charbonneau, jugendbuch

Die Auslese - Nur die Besten überleben

Joelle Charbonneau , Marianne Schmidt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.10.2014
ISBN 9783442264155
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Ein langer Krieg in der Vergangenheit hat nahezu die komplette Welt zerstört und verseucht. Um das Land wieder aufzubauen und zu revitalisieren will man nun die klügsten Köpfe des Landes haben. Dabei sollen jedoch die Fehler der Vergangenheit vermieden werden und somit schickt man die besten Absolventen einer Region zunächst in den Prozess der Auslese, in dem überprüft wird, ob sie auch wirklich für ein Führungsamt geeignet sind, bevor eine Wahl über die Zulassung zur Universität getroffen wird.
Malencia Vale, kurz Cia, arbeitet ihr Leben lang darauf hin für die Auslese ausgewählt zu werden, um an der Universität studieren zu können und dem Land beim Wiederaufbau zu helfen. Ihre Freude ist dementsprechend groß, als sie tatsächlich ausgewählt wird. Doch dann berichtet ihr Vater ihr von seinen schrecklichen Träumen von seiner eigenen Auslese. Doch Cia hat keine Wahl: wird man ausgewählt, muss man sich der Auslese stellen und nur 20 von 108 Kandidaten können diese bestehen.



Cover und Gestaltung:

Auf dem Cover sieht man ein Mädchen mit einer Pistole und dem goldenen Erkennungsarmband der Auslese am Arm. Dies soll vermutlich Cia darstellen, die ich mir jedoch während des Lesens ganz anders vorgestellt habe. Ansonsten ist das Cover passend, aber nicht so mein Fall, da ich Personen auf einem Buchcover generell nicht so gerne mag. Der Schriftzug des Titels wiederum gefällt mir sehr gut.



Meine Meinung:

Das Buch beginnt eher gemächlich und ganz harmlos am Tag von Cias Abschlussfeier von der Schule in Five Lakes. Dies ist kleinste Kolonie, die weit ab vom Zentrum des Vereinigten Commonwealth liegt, dass nach den 7 Stadien eines verherrenden Krieges gegründet wurde. Relativ ausführlich wird Cias Heimatkolonie, die Aufgaben ihrer Familie und der Abschied von dieser beschrieben, als Cia für die Auslese ausgewählt wurde und bereits am nächsten Tag nach Tosu Stadt aufbrechen soll. Mit ihr reisen 3 weitere Auserwählte aus ihrer Schule: Thomas, der als sehr schlau, aber dennoch liebenswürdig und hilfsbereit eingeführt wird. Malachi hingegen wirkt eher unscheinbar, ebenso wie die künstlerisch begabte Zalandri. Cias Freude über ihre Auswahl wird getrübt durch die besorgniserregenden Träume, die ihr Vater an seine eigene Auslese hat und sie beginnt wachsam zu werden.

Mit dem Eintreffen der 4 Schüler in Tosu Stadt nimmt die Geschichte sehr viel mehr an Fahrt auf. Die Schüler müssen sich einer Reihe von theoretischen, psychologischen und praktischen Tests stellen, die schon bald ihr erstes Opfer fordern. Die Strafen für Misserfolge nehmen daraufhin bald eine für ein Jugendbuch unerwartet brutale Form an und der psychologische Druck auf den Charakteren wird immer stärker. 

Ab diesem Punkt ist die Spannung und der Sog, den das Buch erzeugt kaum zu überbieten. Alles mündet in einen puren Überlebenskampf und die Hauptfrage des Buches: "Wem kann ich noch vertrauen?" Dabei wird man förmlich so in das Buch hineingezogen, dass man beginnt mit Cia zusammen zu analysieren, zu bewerten, vorausschauend zu denken und zu hinterfragen. Und man wird überrascht werden von manch einem Vertrauensbruch. 

Die Grundidee für die Welt in diesem Buch ist sehr interessant. Durch unablässige Machtkämpfe und falsche Entscheidungen der Führenden in der Vergangenheit wurde die Welt nahezu komplett zerstört und vergiftet. Die Auslese wurde eingeführt, um diese Fehler in der Zukunft zu vermeiden und genau zu testen, wer für eine Führungsposition geeignet ist. Doch welche Fähigkeiten man denn dazu mitbringen sollte, regt auch den Leser während der Geschichte zum Nachdenken an. 
Etwas mehr Hintergrund hätte ich mir noch über die Stadien des Krieges und besonders auch über die wahre Motivation der Verantwortlichen der Auslese gewünscht. Aber da dies nur der Auftakt zu einer Trilogie ist, kann da in den Folgebänden noch einiges an Erklärungen kommen.
Da es das größte Ziel ist, das Land wieder zu revitalisieren und fruchtbar zu machen und da Cias Vater Gentechniker ist, ist dieses Buch auch etwas wissenschaftlich angehaucht. Die vielen naturwissenschaftlichen Fakten die man so nebenbei beim Lesen mitbekommt haben mir sehr gut gefallen.

Das Buch ist in einer sehr flüssigen Jugendbuch gerechten Sprache geschrieben und wird aus der Ich-Perspektive von Cia im Präsens erzählt. So bekommt man sehr gut Cias Gefühle mit, als die Welt, an die sie geglaubt hat völlig auf den Kopf gestellt wird.
Cia ist ein sehr intelligentes, mutiges, technisch versiertes Mädchen mit einer gehörigen Portion Intuition und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Somit haben wir hier eine starke Persönlichkeit als Protagonistin, die mir mit ihrer Sichtweise über das Leben miteinander und ihrer Wertschätzung aller Ressourcen sofort sympatisch war. 
Im Gegensatz zu ihrem Freund Thomas, der für mich eher zwielichtig und besitzergreifend rüberkam, als fürsorglich.
Der Minuspunkt an der Geschichte war für mich die aufkeimende Beziehung zwischen Cia und Thomas. Sie ist zwar nicht zu vordergründig und kitschig dargestellt, aber sie kommt einfach so total aus dem Nichts. Da leben die beiden über Jahre hinweg in der selben Kolonie und nun plötzlich kaum in Tosu-Stadt angekommen kommen sie sich plötzlich näher. Dies ist völlig unrealistisch und hätte es nicht gebraucht. Auch kam bei mir keinerlei Kribbeln bei dieser Beziehung auf, was vermutlich auch daran lag, dass mir Thomas einfach unsymphatisch war. Erst als auch Thomas beginnt einige Geheimnisse vor Cia zu verbergen, wird deren Verhältnis zu einander etwas interessanter. Aber auch hier weicht Cias Misstrauen bald wieder der großen Liebe zu Thomas, die sie ja eigentlich gerade erst für sich entdeckt hat.
Die vielen Nebencharaktere bleiben in diesem Band recht blass. Dies hat aber wiederum den Vorteil, dass sie dadurch nicht nur für Cia, sondern auch für den Leser immer unberechenbar bleiben. 

Das Buch endet sehr spannend und mit einem fiesen Cliffhanger, so dass man sehr gespannt auf Band 2 zurück gelassen wird.



Fazit:

"Die Auslese" ist eine spannende, rasante, mitreißende und sehr brutale Zukunftsvision über eine Welt, in der nur die Besten zählen. 
Für Dystopie Liebhaber kann ich diese Trilogie auf jeden Fall empfehlen.

Insgesamt vergebe für das Buch ich 4 Sterne.

         Originalität      

          Umsetzung    

          Schreibstil      

          Charaktere     

              Tempo       

               Tiefe          

             Lesespaß     

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thriller, bka, das programm, mord, opfer

Das Programm

V. S. Gerling
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 25.07.2014
ISBN 9783956690174
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Eine Mordserie erschüttert ganz Deutschland. Scheinbar wahllos werden junge Frauen aus verschiedenen Städten auf immer bestialischere und skrupellosere Art und Weise ermordet. Nicholas Eichborn und Helen Wagner vom BKA sollen in diesem Fall ermitteln und stoßen bald auf eine sektenähnliche Gruppierung namens "New Horizon", die ein Programm zur Optimierung der geistigen Leistungsfähigkeit durch Bewusstseinserweiterung anbieten. Doch je näher die Ermittler dem Täter kommen, desto mehr geraten sie in die geheimen Machenschaften von Wissenschaft, Politik und Militär und damit selbst in Lebensgefahr.

 
Cover und Gestaltung:

Auf dem Cover ist ein Mann mit schmerzhaft verzogenem Gesicht und Elektroden am Kopf abgebildet. Es passt, wie auch der Titel sehr gut zum Inhalt. Besonders die ausgefransten weißen Ränder gefallen mir sehr gut und lassen das Ganze geheimnisvoll wirken.
Es handelt sich bei dem Buch um eine sehr hochwertig aufgemachte Klappbroschur. Dafür ein dickes Lob an den Bookspot Verlag. Ich hoffe das man diese Aufmachung für weitere Teile der Reihe beibehält.


Meine Meinung:


Dieses Buch folgt definitiv mal einem erfrischend anderen Aufbau, als die meisten Thriller. Es beginnt mit einem Prolog in dem eine Frau vor die Wahl gestellt wird sich entweder selbst umzubringen oder sich von "dem Wesen" in qualvoller Weise töten zu lassen. Was im ersten von insgesamt vier Teilen, wie ein typischer Psychothriller beginnt, entwickelt sich aber mehr und mehr zu einem immer rasanter werdenden Politik- und Actionthriller, der unglaublich viele Themen, angefangen von geheimen Forschungen, über politische Verstrickungen und Machenschaften der Geheimdienste bis hin zu Verschwörungstheorien behandelt. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass dieses Buch auf einer wahren Hintergrundgeschichte basiert: einem Programm, welches es wirklich während des Kalten Krieges gegeben hat. Um dieses real existierende Programm knüpft der Autor mit der Frage "Was wäre wenn?" eine originelle und sehr gut recherchierte fiktive Thrillerhandlung.

Aber nicht nur der Plot, sondern auch das Ermittlerduo machen diesen Thriller aus. Besonders mit dem männlichen Part, Nicholas Eichborn, konnte mich endlich mal wieder ein Ermittler so richtig überzeugen. Seine humorvolle, sarkastisch, schlagfertige Art hat es mir wirklich angetan und ich musste häufig laut auflachen beim Lesen. Außerdem ist er überaus emotional und besitzt eine eher unkonventionelle Ermittlungsart, die nicht bei jedem auf Verständnis trifft. 
Seine Partnerin Helen Wagner ist der perfekte Gegenpart: eine toughe, rationale, vernünftige und professionelle Ermittlerin. Dass sich zwischen beiden eine Liebesgeschichte anbahnt, hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, denn das ist einfach zu abgedroschen und passt eigentlich nicht in diesen Thriller, der sich sonst durch Aufbau und Thematik so gut abhebt. 

Die Kapitel sind kurz, der Schreibstil sehr flüssig und durch Nicholas Eichborns humorvolle Art zudem überaus unterhaltsam, so dass sich das Buch schnell lesen lässt.
Ein Großteil der Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Eichborn erzählt. In den Nebenhandlungen wechselt die Perspektive zwischendurch öfters in die auktoriale Erzählweise. Immer mal wieder werden auch kurze Kapitel aus der Sicht des Täters eingeschoben. Dieser Perspektivwechsel hat mir ebenfalls gut gefallen, da man dadurch als Leser fast einen Rundumblick erhält.

Der Thriller ist in sich abgeschlossen. Das Ende lässt aber genug Raum für eine Fortsetzung. Und tatsächlich ist dieser Band der Auftakt zu einer Reihe um die Ermittler Nicholas Eichborn und Helen Wagner. Der zweite Band erscheint voraussichtlich im Spätsommer 2015 unter dem Titel "Falsche Fährten". Ich freue mich sehr auf weitere Fälle mit diesem unkonventionellen, zynischen und schlagfertigen Ermittler und bin auf jeden Fall dabei!


Fazit:

"Das Programm" enthält Elemente aus Wissenschafts-, Verschwörungs-, Action-, Politik- und Psychothriller, welche ihn unglaublich vielfältig machen und sehr gut von anderen Büchern des Genres abheben. Durch den sehr gut recherchierten Bezug zu einer realen Hintergrundthematik hat man zudem einen überaus intelligenten und tiefgründigen Thriller vor sich liegen. Aber das Buch lebt auch von der Figur Nicholas Eichborn mit seiner sarkastischen Art und seinem Wortwitz. 
Eine tolle Mischung aus Spannung, Wissen und Humor. Von mir bekommt das Buch insgesamt 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!


      Originalität    

      Umsetzung    

       Schreibstil     

       Charaktere     

          Tempo        

            Tiefe          

          Lesespaß     

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Tags: bewusstseinskontroll, bk, das programm, eichbor, forschungsprojek, gehirnwäsch, humo, militär, politi, spannung, thriller, verschwörung, v.s. gerlin   (13)
 
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