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55 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

endzeit, highschool, dilogi, science fiction, liebe

This New World

Laura Newman
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 25.04.2017
ISBN 9783743187832
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Zoe befindet sich gerade in ihrem letzten Highschool Jahr. Sie ist hübsch, angesehen und ist mit dem begehrtesten Footballspieler der Schule zusammen. Eigentlich läuft alles perfekt für sie, bis ihre kleine Heimatstadt von merkwürdigen Ereignissen heimgesucht wird und sich die Welt zu verändern beginnt....


Cover und Gestaltung:

Das Cover ist wieder einmal sehr schön gestaltet und sehr passend zu einer Szene in der Geschichte. Es gefällt mir sogar am besten von den selbst gestalteten Covern der Autorin. Aber auch im Innenteil befinden sich kleine Illustrationen mit Bildchen über den einzelnen Kapiteln, die immer sehr gut zu diesen passen.

Auch finde ich die Gestaltung des Schriftbildes diesmal viel besser als z.B. bei "Coherent". Diesmal sind die Zeilen nicht so zusammengequetscht und auch an den Rändern ist alles viel luftiger, so dass es sich viel besser lesen lässt. Auch die Qualität des Taschenbuches ist diesmal hervorragend. Es ist gut geöffnet in der Hand zu halten ohne gleich Muskelschmerzen zu bekommen und auch nicht anfällig für die ungeliebten Leserillen.


Meine Meinung:

Das Buch braucht einen relativ langen Einstieg in denen wir Zoe, ihre Freunde und ihren Highschool Alltag kennen lernen. Dieser Einstieg hat mir ehrlich gesagt weniger gefallen, da ich nicht nachvollziehen kann, warum schon wieder dieses klischeehaften Highschool Setting gewählt werden musste. Das Buch hätte auch in einer anderen Umgebung gut funktioniert. 

Oder zumindest hätte es nicht schon wieder die hübsche zukünftige Ballkönigin, die natürlich auch mit dem beliebtesten Jungen der Schule, gleichzeitig natürlich auch noch Kapitän der Footballmannschaft, zusammen ist als Protagonistin sein müssen. Klischeehafter geht es ja wohl kaum noch. 

Zoe war mir daher leider auch nicht sonderlich sympatisch, da ich ihre Einstellung leider oft nicht nachvollziehen konnte. Sie will eigentlich nur ein relativ entspanntes Highschool Leben haben und umgibt sich daher mit den beliebten Leuten ohne deren oberflächliche Einstellungen groß zu hinterfragen. Natürlich wurde Zoe wieder so eingeführt, dass sie noch eine möglichst große Entwicklung machen kann. Aber mich nerven solche naiven Protagonistinnen einfach und ich kann dann auch trotz Ich-Erzählweise später kaum noch eine Bindung zu ihnen aufbauen. 
Außerdem geht Zoes Entwicklung doch über Monate eher nur in ihrem Kopf vor sich, aber sie getraut sich nie diese auszuleben. Selbst später als sie schon bemerkt hat, dass an den meisten Gerüchten nichts dran ist, schwimmt sie dennoch mit ihren sogenannten "Freunden" noch mit. Und als diese sich was richtig geschmackloses leisten, will sie dennoch mit ihnen noch den Abschlussball durchziehen, nur um nicht zuviel Aufhebens zu machen. Bezeichnenderweise geht dann der Bruch auch eher von ihren Freunden aus und nicht von ihr. Das klingt jetzt sehr negativ und ich mochte Zoe wirklich überhaupt nicht sonderlich. 

Aber es gab ja noch Josh als männlichen Protagonist, der für mich die Geschichte eindeutig getragen hat. Seine Denk- und Herangehensweisen sind faszinierend, auch wenn ihn noch etwas geheimnisvolles umgibt, dass der Leser sicher nicht weiß. Es ist bewegend, wie er sein schwieriges Leben meistert und seiner Leidenschaft nachgeht ohne sich über die Anerkennung anderer Gedanken zu machen oder ob er nun zu den beliebten Schülern gehört oder als Außenseiter gilt.

Nach der etwa 100 Seiten langen Einführung kommt dann auch mehr Schwung in die Geschichte und es setzt auch die übernatürliche Wendung dieser ein. Ab diesem Zeitpunkt hat mir das Buch dann auch wesentlich besser gefallen. Es wird viel spannender und die Idee der Geschichte, was da über die Welt herein bricht finde ich auch sehr gut. Sie kam für mich ziemlich überraschend, da ich eigentlich mit etwas anderem gerechnet hätte. Allerdings bleibt es für mich oft noch etwas oberflächlich, da Zoes Leben einfach zu oft der Dreh- und Angelpunkt ist. Die Kapitel enden oft etwas abrupt und es finden viele größere und kleinere Zeitsprünge statt. Besonders gegen Ende sind diese sehr auffällig. Da hätte ich mir manchmal mehr Details gewünscht, wie die Welt mit diesen Veränderungen umgeht, was das  ganze auch für eine Art Endzeitroman etwas atmosphärischer gestaltet hätte. Vieles wurde mir einfach zu kurz abgehandelt.
In der Idee an sich steckt aber noch so viel Potential und ich hoffe Laura Newman weiß dies im 2. Band der Reihe zu nutzen und geht auch noch mehr auf diese neue Welt ein. Wenn man das sehr offene Ende von Band 1 betrachtet, könnte ich mir aber sehr gut vorstellen, dass es nachdem in diesem Teil Zoes Leben im Mittelpunt stand, im Folgeband auch mehr Augenmerk auf der neuen Welt und der Endzeitstimmung liegt.

Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig, leicht und schnell lesen. Auch das lockerere luftigere Schriftbild sorgte bei mir diesmal für einen besseren Lesefluss und mehr Lesespaß. Insgesamt ist die Geschichte sehr unterhaltsam und weiß sehr gut mitreisen. 



Fazit:

"This New World" ist ein interessanter Genremix aus Science Fiction, Endzeit und Liebesgeschichte mit einer tollen Plotidee. Wer sich nicht an dem im ersten Band doch sehr dominierenden Highschool Setting und der anfänglichen Oberflächlichkeit der Protagonistin stört, den erwartet eine unterhaltsame und mitreißende Geschichte, von der ich hoffe, dass sie im zweiten Teil noch mehr in die Tiefe geht, was diese neue Welt betrifft. 


Originalität       5 Sterne 
Umsetzung       3 Sterne 
Schreibstil         4 Sterne 
Charaktere       3,5 Sterne 
Tempo               3 Sterne 
Tiefe                   3 Sterne 
Lesespaß           5 Sterne 


Rezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de 

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Tags: dilogi, endzeit, highschool, liebe, science fiction   (5)
 

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70 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

joe hill, fireman, fantasy, pandemie, dystopie

Fireman

Joe Hill , Ronald Gutberlet
Flexibler Einband: 944 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453318342
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:

Eine furchtbare Seuche namens Dragonscale bricht über die Erde herein. Bei den Infizierten bildet sich auf der Haut als Vorbote zunächst ein Tattoo ähnliches Muster. Dies bedeutet, dass die Betroffenen nur noch wenige Wochen zu leben haben, bevor sie in Flammen aufgehen und verbrennen. Keiner weiß, wie sich die Seuche verbreitet und welche Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind. Die öffentliche Ordnung geht verloren, alles versinkt mehr und mehr in Chaos, Lebensmittel werden knapp und die Menschheit droht daran unterzugehen.
Auch die junge Krankenschwester Harper Grayson entdeckt bald Dragonscale Male auf ihrer Haut. In dem verzweifelten Versuch das Leben von sich und ihrem ungeborenen Kind zu schützen, trifft sie auf einen geheimnisvollen Fremden, der sie zu einer Gemeinschaft führt, die das Virus anscheinend kontrollieren kann.



Cover und Gestaltung:

Das Cover ist mit der dunklen Farbgebung und den hellen Flammen in der Mitte ein echter Hingucker. Inmitten der Flamen ist die Silhouette des "Firemans" zu sehen, was ich jedoch wie den Titel etwas irreführend finde, da dieser gar nicht so eine entscheidende Rolle einnimmt wie Titel und Cover suggerieren. 


Meine Meinung:

Als ich den Klappentext las, erwartete ich mir einen tollen Endzeiroman. Dies schien sich zumindest auch auf den ersten ca. 150 Seiten zu bewahrheiten. Man wurde mitten ins Geschehen hinein geworfen, die Pandemie war bereits ausgebrochen und Großteile des Landes bereits in Rauch und Asche gelegt. Dieses Szenario beschreibt Joe Hill in erschreckenden, bildgewaltigen und stimmungsvollen Bildern und schafft somit gleich zu Beginn eine tolle Endzeit Atmosphäre. 

Wir begleiten Harper, eine junge Krankenschwester, die bald die ersten Hautveränderungen an sich entdeckt. Mit etwas Glück stößt sie zu einer Gruppe, die gelernt hat die Infektion zu kontrollieren und damit am ausbrechen zu hindern. 
Und ab diesem Punkt ging das Buch dann aber in eine ganze andere Richtung. Es konzentrierte sich leider nur noch auf eine kleine Gruppe Überlebender und so ging sehr viel von der Endzeit Atmosphäre verloren und man bekam fast überhaupt nichts mehr von der Außenwelt mit. Viel lieber hätte ich gelesen, wie die Protagonisten sich durch die zerstörte Welt und Schutt und Asche kämpfen müssen, anstatt was sich in Camp Wyndham abspielt.

Das Buch hatte zwar trotzdem noch sehr interessante Facetten, in dem es zum Beispiel sehr gut die Gruppendynamik innerhalb dieses Camps darstellte. Auch wie sich die Dragonscale Seuche verbreitet und zum Beispiel das Bewusstsein der Infizierten ändert fand ich sehr originell von Joe Hill ausgearbeitet.
Aber das waren leider sehr wenige Glanzpunkte auf den 960 Seiten. Und das ist das größte Problem für mich an dem Buch gewesen. Es war einfach viel zu langatmig, besonders im Mittelteil, der sich nur auf die zwischenmenschlichen Beziehungen in dieser Gruppe konzentrierte.  Hätte man das Buch stark gekürzt auf einen normalen Roman von etwa 400-500 Seiten Länge, hätte es trotz meiner anderen Erwartungshaltung dennoch eine gute Geschichte werden können. So aber langweilte es mich den größten Teil über doch sehr und man musste sich schon etwas hindurch quälen.

Die Charaktere sind eigentlich sehr gut gezeichnet, da ja auch ein großer Teil aus dieser Charakterstudie besteht. Leider konnte mich aber auch niemand davon emotional mitreißen und mich dadurch an das Buch fesseln.
Zur Protagonistin Harper, die seit ihrer Kindheit für Mary Poppins schwärmt, konnte ich leider von Anfang an keine richtige Bindung aufbauen, da ich viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Das Buch wird aus ihrer Perspektive erzählt, was ich für einen 960 Seiten Roman aber auch etwas eintönig fand. Da hätte ich lieber noch aus der ein oder anderen Perspektive mehr erfahren. 
Der Fireman ist zwar am Anfang noch eine mysteriös anmutende Person wie man sie sich anhand des Klappentextes vorstellt. Doch schon bald ist er gar nicht mehr so unnahbar und eher ein Typ, der alles ziemlich locker nimmt. 
Auch der Titel "Fireman" ist sehr irreführend. Denn dieser mutiert leider bald zu einer reinen Nebenfigur und hat auch nicht die herausstechende Rolle inne, die man bei dem Titel und Klappentext vermuten würde.


Fazit:

"Fireman" ist ein Endzeitroman mit einer originellen Grundidee und anfangs beklemmender und bildgewaltiger Atmosphäre. Leider verschwindet diese nach dem tollen Anfang nahezu ganz und der Roman beschränkt sich größtenteils auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Gruppendynamik innerhalb einer sektenähnlichen Gemeinschaft und weniger auf den Untergang der Welt. 
Dazu ist er viel zu lang geraten und wäre auch locker mit der Hälfte der Seiten ausgekommen.
Deshalb kann ich ihn nur geduldigen Lesern mit Interesse an solchen Gruppendynamiken in Extremsituationen empfehlen. Endzeitflair bekommt man hier leider weniger.


Originalität       5 Sterne 
Umsetzung       2 Sterne 
Schreibstil         4 Sterne 
Charaktere        4 Sterne 
Tempo              2,5 Sterne 
Tiefe                   4 Sterne 
Lesespaß          2,5 Sterne 


Rezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de 

  (2)
Tags: endzeit, fantasy, fireman, joe hill, pandemie, pilzsporen   (6)
 

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120 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, übergewichtige frauen, gefängnis, serienmörder, schriftstellerin

Er liebt sie nicht

Sharon Bolton , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 03.10.2016
ISBN 9783442547678
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Der gutaussehende und erfolgreiche Arzt Hamish Wolfe ist ein verurteilter Serienkiller, der wegen 3 fachen Mordes im Gefängnis sitzt. Dennoch beteuert er seine Unschuld. Um Chancen auf eine erfolgreiche Berufung zu haben, möchte er unbedingt die erfolgreiche Anwältin und True-Crime Autorin Maggie Rose an seiner Seite haben, die in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich Urteile angefochten und verurteilte Mörder aus dem Gefängnis geholt hat. Zunächst weigert sie sich vehement den Fall zu übernehmen, doch insgeheim hat sie längst damit begonnen seinen Geschichte für ein Buch aufzuschreiben und irgendwann bröckelt ihr Widerstand und sie beginnt sich eingehender mit dem Fall zu beschäftigen, was der Polizei aber überhaupt nicht passt. Constable Pete Weston, der frühere Ermittler aus dem Fall, hat wenig Interesse daran sich den größten Erfolg in seiner Karriere ruinieren zu lassen und prüft diesen ebenfalls nochmal auf Lücken in der Beweisführung.


Cover und Gestaltung:

Das Cover ist auf den ersten Blick sehr schlicht und hell gehalten Schaut man genau hin, erkennt man die zwei Nadeln und das Blut, so dass man einen Thiller vermuten kann. Die Abbildung hat aber rein gar nichts mit der Handlung im Buch zu tun.
Das Einzige was ich daran gut finde ist der deutsche Titel, der sehr passend gewählt wurde, wie sich nach dem Lesen erschließt.


Meine Meinung:

Das Buch ist in seiner Erzählweise sehr abwechslungsreich. Neben den Kapiteln, die aus der Perspektive von Hamish Wolfe, Maggie Rose und Constable Weston erzählt werden, findet man immer wieder Briefe, E-mails, Zeitungsartikel, psychologische Gutachten und Entwürfe aus dem Buch, dass Maggie Rose über den Fall schreibt. Aus diesen verschiedenen Medien lernt der Leser auch nach und nach die Einzelheiten der Fälle kennen, wegen denen Hamish verurteilt wurde, kann sich eine Meinung über diese bilden und bekommt auch so manche Ereignisse aus seiner Vergangenheit geschildert. 

Die Hauptcharaktere sind alle sehr ungewöhnlich und originell ausgearbeitet. Maggie Rose ist nicht die typische Thriller Heldin, die für Gerechtigkeit sorgen will. Sie ist zwar eine toughe Frau, aber sie wirkt eher kühl, abgebrüht, berechnend und herzlos. Nur ab und zu kommt auch mal etwas Empathie oder Mitgefühl bei ihr zum Vorschein. Also nicht unbedingt sympatisch, aber durchaus sehr interessant als Protagonistin.
Hamish Wolfe eilt schon sein Ruf als gut aussehender, charismatischer Arzt voraus. Diesen Charme lässt er auch hin und wieder durchblitzen, aber dennoch weiß man bei ihm nie woran man bei ihm ist. Oft wirkt er auch einfach nur überheblich und manipulativ. Dann aber sind wieder Liebesbriefe abgedruckt, die von ihm stammen sollen, aber gar nicht zu diesem Bild passen.
Der dritte Hauptcharakter Pete Weston ist auf den ersten Blick noch der Sympatischste der drei. Aber auch bei ihm kommen dem Leser bald Zweifel, ob alles wirklich so ist wie es scheint. 

Charaktere also die alles andere als eindimensional sind und es klingt nach einer tollen Grundlage für einen spannenden Thriller. Der Einstieg ist auch sehr interessant und man weiß gar nicht, was man von den einzelnen Personen halten soll, wer mit wem spielt und schwankt mit seinen Theorien immer hin und her. 

Danach wurde es aber im zweiten Drittel für mich trotz der kurzen Kapitel und der abwechslungsreichen Erzählweise extrem langatmig und teilweise richtig zäh. Ich brauche ja keine Actionszenen oder detaillierte blutige Gewaltszenen, die man in diesem Buch auch nicht finden wird, aber ich finde selbst die psychologischen Spielchen der drei Hauptfiguren die ich am Anfang toll fand, wurden viel zu oft durch langatmige und unnötige Passagen unterbrochen.

Gegen Ende nimmt das Buch dann nochmal Tempo auf. Ja das Ende ist sogar richtig rasant. Das was scheinbar am Ende die interessante Wendung darstellen soll, war für mich zu diesem Zeitpunkt aber keineswegs mehr überraschend. Als geübter Thrillerleser wird man das viel früher vermuten und wenn nicht, wird man in einer Situation total mit der Nase darauf gestoßen. Es wird zwar noch etwas mehr enthüllt, aber alles in allem war das Ende doch sehr enttäuschend und durch das angezogene Tempo auch nur noch sehr oberflächlich erklärt, so dass vieles für mich auch nicht schlüssig ist.  


Fazit:


"Er liebt sie nicht" ist ein sehr ruhiger Thriller, der vor allem mit den originellen, vielschichtigen Charakteren besticht, die einmal ganz ohne die typischen Thriller Klischees auskommen und deren psychologischen Spielchen untereinander. Leider braucht man für diesen Thriller aber einen langen Atem, denn er wird nach interessantem Beginn im Mittelteil sehr zäh und langatmig. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, da man den Handlungstwist schon erahnen konnte und dieser auch nur oberflächlich und nicht schlüssig erklärt wird. 



Originalität       4 Sterne 
Umsetzung       2 Sterne 
Schreibstil         4 Sterne 
Charaktere        5 Sterne 
Tempo               2 Sterne 
Tiefe                   3 Sterne 
Lesespaß          2,5 Sterne 


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Tags: anwälti, england, schriftstelleri, serienmörde, sommerse, thriller, übergewichtige fraue   (7)
 

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193 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

norwegen, thriller, horror, survival, wald

Dark Wood

Thomas Finn
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426518748
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Eine neue TV Reality Show hat den Markt erobert. In dieser geht es darum, dass Mitarbeiter von Firmen, die kurz vor der Insolvenz stehen, im Fernsehen antreten und sich Aufgaben stellen, um mit dem Preisgeld von 500 000 Euro ihre Firma und damit auch ihre Arbeitsplätze zu sichern. 6 Mitglieder einer Werbeagentur werden dazu in den Wäldern von Norwegen ausgesetzt, um die sich allerlei Schauergeschichten ranken. Natürlich gibt zunächst einer etwas darauf, doch als immer mehr mysteriöse Sachen geschehen und sich Menschen verletzen und sogar verschwinden, glaubt keiner mehr daran, dass dies alles Teil der Show ist. Und tatsächlich lauert in den tiefen Wäldern etwas uraltes und grausames....


Cover:

Ein großes Lob an die Covergestaltung. Dieses zeigt einen nebeligen Wald, der sehr gut zur schaurigen Atmosphäre im Buch passt. In der Mitte steht in großen nach oben und unten verschwommenen Buchstaben der Titelschriftzug. Man meint auch in der Mitte die verschwommenen Umrisse der Casting Show Mitglieder zu erkennen. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man jedoch, dass diese schwarzen Flecken, die man zuvor für Personen und Reflexionen der Sonne gehalten hat einen Totenkopf ergeben. Ich finde das Cover einen richtigen Hingucker und absolut passend.


Meinung:

Das Buch hat mir mit seinen vielen Facetten sehr gut gefallen und mir tolle Lesestunden beschert.

Zunächst ist natürlich das Konzept der Reality-Show sehr beliebt und unterhaltsam. Die Gruppendynamik ist trotz der doch sehr Klischeehaft gewählten Charaktere interessant mitzuverfolgen. Denn obwohl sie die Aufgaben als Team lösen müssen, bringt die Aussicht auf ein individuelles Preisgeld für das beliebteste Teammitglied sie dazu um die Zuschauergunst zu buhlen. Obwohl sie vorher vereinbart hatten sich nicht gegenseitig in die Pfanne zu hauen, ist dies natürlich vergessen, sobald sie im Spiel sind und die auf die Einschaltquoten besessene Produktionsfirma anfängt sie gekonnt gegeneinander auszuspielen und aus der Reserve zu locken. Dieser Aspekt an der Geschichte war sehr unterhaltsam mitzuverfolgen und wenn auch nur um sich dabei über diese Art von TV-Sendungen zu amüsieren. Man konnte sich richtig vorstellen, dass es diese Show wirklich im Fernsehen geben könnte, denn das Konzept und die Methoden waren wirklich eine Mischung aus "Big Brother" und "Dschungelcamp".

Besonders toll fand ich die sehr unterschiedlichen Charaktere von der grauen Büromaus, über den übergewichtigen Computer Nerd bis zum athletischen Frauenheld ist alles dabei. Außerdem wird die Perspektive in den einzelnen Kapiteln immer gewechselt, so dass jeder der 6 Protagonisten Teile der Geschichte aus seiner Sichtweise erzählt. Da es auch einige Geheimnisse zwischen den Gruppenmitgliedern gab, ist es spannend als Leser einmal die Gedanken von allen mitzuerleben und somit allwissend zu sein.

Als wäre so eine Reality Show nicht schon genug Horror kommen hier noch Mystery und Horrorelementen dazu. Diese Mischung war für mich neu und ich fand sie sehr gelungen. Es geht aber nie in Richtung "Splatter", was ich selbst auch nicht so mag, sondern blieb bei eingestreuten schaurigen Momenten um verschwundene Menschen, Leichenfunde, unterirdische Höhlensysteme und mystische Wesen, die das Buch spannend und sehr nervenaufreibend machen und zusammen mit einigen Wendungen und Enthüllungen dafür sorgen, dass man am liebsten die ganze Nacht weiterlesen will. Die Auflösung habe ich dann ebenfalls nicht so kommen sehen und fand diese sehr gut, so dass mir das Buch rundum wahnsinnig gut gefallen hat.


Fazit:

"Dark Wood" ist eine tolle Mischung aus unterhaltsamen Castingshow Abschnitten, in denen man mitverfolgen kann, wie die Stimmung zwischen den Gruppenmitgliedern durch die Manipulation der Produzenten immer explosiver wird und schaurigen, mystischen und mysteriösen Elementen, die es zu einem spannenden Thriller machen, den man kaum mehr aus der Hand legen will. 
Ich kann ich dieses Buch nur allen Thriller Liebhabern wärmstens empfehlen. Von mir erhält es verdiente 5 Sterne.


Originalität       4 Sterne 
Umsetzung       5 Sterne 
Schreibstil         4 Sterne 
Charaktere        5 Sterne 
Tempo               5 Sterne 
Tiefe                   5 Sterne 
Lesespaß           5 Sterne 


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Tags: casting show, gruse, norwegen, reality-tv sho, skandinavien, surviva, thriller, wal, wildni   (9)
 

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393 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

experiment, wissenschaft, roman, terranauten, usa

Die Terranauten

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.01.2017
ISBN 9783446253865
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Anfang der 90er Jahre lassen sich 8 Menschen in einem wissenschaftlichen Experiment unter einer Glasskuppel einschließen. Sie wollen zeigen, dass sie 2 Jahre lang in diesem abgeschlossenen Ökosystem völlig unabhängig von der Außenwelt nur mit den selbst produzierten Ressourcen überleben können und die oberste Devise ist: nichts kommt rein und nichts geht raus. Die Luftschleuse wird erst nach 2 Jahren wieder geöffnet, egal was geschieht....


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt einen Menschen in einem Schutzanzug, ähnlich einem Astronauten in mitten von grünen Büschen. Was das mit dem Buch zu tun haben soll, ist mir etwas schleierhaft, denn das geschlossene Ökosystem "Ecosphere 2" ist ja eigentlich in allen Belangen viel reiner, als unsere Welt. Wozu man dann einen Schutzanzug braucht, erschließt sich einem auch nach dem lesen nicht. Vielleicht ist es ein Hingucker und erregt Aufmerksamkeit aber für mein Empfinden ist es total widersprüchlich zum Inhalt und man könnte fälschlicherweise mit einem Science Fiction Buch rechnen. 


Meinung:

Das Buch basiert auf einem realen wissenschaftlichen Experiment namens "Biosphere 2", dass in den frühen 90er Jahren in Arizona satt fand und ich erwartete einen spannenden Roman über die Hintergründe des Experiments, aber auch über die Psyche der acht eingesperrten Menschen und die sich mit der Zeit entwickelnde Gruppendynamik sowie die Spannungen unter ihnen. Ich muss allerdings sagen, dass das Buch mir etwas ganz anderes geliefert hat, als ich erwartet habe. 

Die Geschichte steigt sehr langsam beim Tag des letzten Auswahlgespräches der künftigen Terranauten ein und die ersten 100 Seiten dieses Wälzers spielen zunächst einmal in den letzten Wochen vor dem Einschluss, wo es vor allem um den Ruhm der Auserwählten und den Neid derer geht, die es nicht unter die letzten Acht geschafft haben. Und schon hier hatte ich teilweise das Gefühl es mit pubertierenden Teenagern zu tun zu haben und mit der Auswahl fürs Dschungelcamp und nicht für ein seriöses wissenschaftliches Projekt.

Als es dann endlich einmal unter Glas ging hoffte ich, dass das Buch nun endlich eine etwas andere Richtung annimmt. Aber der Hintergrund und der Nutzen des Experiments wird immer nur in kurzen Passagen erläutert. Hauptsächlich geht es um die Beziehungen der 8 Terranauten untereinander. Dies wäre ja an sich nicht so schlimm, wenn es sich um eine glaubhafte psychologische Charakterstudie handeln würde. Aber diese besteht bei T.C. Boyle eigentlich nur aus diversen amourösen Abenteuern, womit er mit dem egoistischen Frauenheld Ramsay die ideale Besetzung geschaffen hat. Und so dreht sich das Leben unter der Glaskuppel vor allem um Sex und spätestens da fühlte ich mich wirklich im Dschungelcamp oder einer schlechten Soap angekommen. Ich hatte wirklich angenommen, dass die Charaktere auf einer psychologisch etwas tieferen Ebene durchleuchtet werden würden, aber so blieb das Ganze einfach nur seicht, primitiv und oberflächlich. Die eigentlichen zwischenmenschlichen Probleme, die in der Realität in den 90er Jahren wohl auch zu Spannungen geführt haben, wie Depressionen, der sinkende Sauerstoffgehalt bei extremen Wetterlagen, der das Leben innerhalb der Kuppel sehr strapaziös und gefährlich macht, die sinkenden Erträge der Nahrungsmittel im Winter, Nahrungsmitteldiebstähle und so weiter werden zwar auch alle kurz erwähnt, aber die daraus resultierende Spannungen niemals tiefer betrachtet und sind so gegen das rum vögeln völlig unter repräsentiert. 

Bezeichnend dafür steht schließlich im Vordergrund dann auch irgendwann ein gewaltiges aus einer amourösen Affäre entstandenes "Problem". Hinzu kommt, dass diese Sache, auf die das Ganze hinaus läuft in der offiziellen Buchzusammenfassung auf der Verlagsseite schon erwähnt wird, aber erst nach 300 Seiten, also der Hälfte des Buches eintritt. Dies ist für mich definitiv zuviel Spoiler im Klappentext und hat mir so auch ganz eine falsche Vorstellung des Buches geliefert, denn ich war eher auf die Auswirkungen und die daraus resultierenden Spannungen gespannt und nicht auf den ganzen langatmigen zähen Weg dahin.

Der Schreibstil ist sehr ruhig und es passiert besonders im ersten Teil des Buches außer dem vielen Sex und Gejammer nicht viel.  Dazwischen hat das Buch eine Menge Leerlauf und Längen, so dass ich mich über weiter Strecken nur durch das Buch durchquälen musste.
Im zweiten Teil der Geschichte gibt es zwar allerlei Spannung zwischen den Teilnehmern, aber das enorme Potential dieser wurde verschenkt, in dem sie meist nur auf einer Seite mal kurz abgehandelt wurden und sich statt dessen hier wieder auf die falschen Details konzentriert wurde. Teilweise hatte ich echt das Gefühl ich lese eine Aufzählung von Ereignissen, statt einer Charakterstudie.

Außerdem finde ich wurde viel Potential dadurch verschenkt, dass die Geschichte nur aus 3 Perspektiven geschildert wurde: unter der Glaskuppel von dem selbstverliebten sexsüchtigen Frauenheld Ramsay und der verantwortungslosen Dawn, die das ganze Projekt gefährdet. Draußen haben wir Dawns beste Freundin Linda, ein neidisches, intrigantes Miststück, dass sich keiner zur Freundin wünschen würde. Durch diese Perspektive behält man den Bezug zur Außenwelt, was eigentlich ganz gut gemacht wurde. Oftmals hätte mich aber auch die Perspektive der anderen Terranauten interessiert und man hätte so auch ein viel genaueres Bild der Gruppendynamik zeichnen können. So mutierten die restlichen Terranauten für mich eher zu gesichtslosen Gestalten im Hintergrund. Man sollte also keinesfalls sympatische Charaktere erwarten, denn das war mir in diesem Buch keiner. Und für mich waren sie auch keinesfalls authentisch. Ich musste mir schon sehr oft ins Gedächtnis rufen, dass es sich hierbei um Menschen im Alter von Ende 20 bis 50 Jahren handeln soll und keine unreifen Jugendlichen.

Das Ende kam für die 600 Seiten langatmiges Geplänkel dann sehr abrupt und ist so offen, dass es eigentlich gar kein richtiges Ende gibt. Offene Enden können ja richtig eingesetzt toll sein. Aber das war wieder so ein Buch, wo ich das Gefühl hatte der Autor wusste selbst nicht, wie er das Ganze eigentlich enden lassen soll und hat deswegen zu diesem Mittel gegriffen.

Es war mein erstes Buch von T.C. Boyle und gerade weil er so ein hoch gepriesener Autor ist, lässt es mich sehr enttäuscht zurück.
Die 1,5 Sterne vergebe ich eigentlich nur für die interessante reale Grundlage des Experiments und der Quintessenz daraus, dass der Mensch auch in dieser autarken Welt immer das bleibt was er ist. 


Fazit:

"Die Terranauten" befasst sich mit einem realen wissenschaftlichen Experiment aus den frühen 90er Jahren und hat viel interessantes Potential. Die Umsetzung ist meiner Meinung nach jedoch gehörig daneben gegangen und setzt auf die falschen Schwerpunkte. So entstand nach meinem Empfinden ein seichter und primitiver Roman, der dem Dschungelcamp Konkurrenz machen könnte und durch die enormen Spoiler in der offiziellen Inhaltszusammenfassung auch noch lähmend langatmig ist.

Von daher erhält das Buch von mir leider nur 1,5 Sterne.

Originalität       3.5 Sterne 
Umsetzung       1 Stern 
Schreibstil         2 Sterne 
Charaktere       2 Sterne 
Tempo               2 Sterne 
Tiefe                   2 Sterne 
Lesespaß           1 Stern 


Rezension auch auf scriptoflife-buecherblog.blogspot.de 

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385 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 113 Rezensionen

zeitreise, liebe, leuchtturm, fluch, new york

Vierundzwanzig Stunden

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.06.2016
ISBN 9783866124011
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Arthur Costello erbt von seinem Vater einen alten Leuchtturm. Doch dieser nimmt ihm das Versprechen ab, eine Kellertür darin niemals zu öffnen, die er vor Jahren zugemauert hat. Dies erweckt aber natürlich gerade Arthurs Neugierde und er öffnet diese Tür noch am selben Tag. Mit der Öffnung des Kellers begibt er sich in den Strudel der 24 Winde, die sein Leben komplett verändern werden, ihn zu der Liebe seines Lebens führen und ihn diese aber auch genauso schnell wieder verlieren lassen....


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt die Rückansicht einer Frau im Vordergrund und das Meer, sowie einen Leuchtturm, der im Buch eine tragende Rolle spielt im Hintergrund. Warum die Frau einen Neoprenanzug trägt ist mir ein Rätsel, aber ansonsten ist das Cover diesmal sehr passend zum Inhalt dargestellt. Auch die blaue düstere Farbgebung gefällt mir sehr gut und passt viel besser zu Mussos Spannungsromanen, als die viel zu kitschigen Cover auf seinen früheren Büchern.


Meine Meinung:

Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, dass ich ein großer Fan von Guillaume Mussos Büchern bin. So lese ich alle seine Bücher quasi blind ohne mich vorher überhaupt über den Inhalt zu informieren. Bei diesem Buch kann ich aber auch allen anderen empfehlen, sich vorher so wenig wie möglich über den Inhalt zu informieren und sich stattdessen einfach in diese Geschichte hineinfallen zu lassen. Aus diesem Grund fällt meine Inhaltszusammenfassung oben auch sehr kurz und vage aus, sonst würde man sich hier einfach viel Lesevergnügen nehmen.
Zunächst lernt man Arthur kennen, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird und begleitet ihm bei einem Treffen mit seinem Stiefvater, zu dem er ein sehr schwieriges Verhältnis hat. Dies bessert sich auch nicht, nachdem dieser ihm offenbart, dass seine Halbgeschwister all das Vermögen der Familie erben und er nur einen alten Leuchtturm samt Häuschen, der sich seit einiger Zeit im Besitz der Familie befindet. Und so beginnt die Geschichte eigentlich ganz normal, bis sich Arthur über eine Warnung seines Stiefvaters hinwegsetzt und dem Geheimnis dieses Leuchtturms auf die Spur kommen will. 
Wer bereits Bücher von Guillaume Musso kennt, der wird wissen, dass der Autor sehr gern unerwartete Wendungen einbaut und auch kleinen paranormalen Momenten nicht abgeneigt ist. Und so nimmt auch in diesem Buch die Handlung nach bereits etwa 50 Seiten eine große Wendung, mit der man nicht rechnet. 

Die eher unerwartete Richtung in der das Buch danach verlief, gefiel mir sehr gut, ist äußerst mitreißend geschrieben und entwickelt ein richtiges Suchtpotential weiter zu lesen. Die Charaktere sind authentisch dargestellt und haben alle ihre Stärken und Schwächen. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann eventuell dass man ruhig noch einige Seiten mehr in den Aufbau der Bindung zwischen Arthur und Lisa hätte investieren können, um diese glaubhafter darzustellen und den Charakteren noch näher zu kommen. Das ging schon alles sehr schnell. Andererseits kann ich mir bei diesem Buch auch vorstellen dass dies genau so gewollt war, da ja die Begrenzung der Zeit hier eine Hauptrolle spielt.

Ab einem gewissem Punkt fängt man an kontinuierlich dem Ende entgegen zu fiebern. Man hat so 2-3 Lösungsmöglichkeiten im Kopf, wie diese Geschichte wohl ausgehen könnte und hofft und bangt mit den Protagonisten, während man immer schneller wird beim Lesen. Als dann das Ende kommt, ist man erstmal wie vor den Kopf geschlagen, denn dieses wird wohl keiner vorhergesehen haben und die Meinungen der Leser darüber gehen weit auseinander, nach allem was ich gelesen habe. 
Ich kann nur sagen mir hat es nachdem ich den letzten Abschnitt gelesen habe ganz gut gefallen und war mal etwas ganz anderes und zu diesem Buch einfach passend, wenn man sich darauf einlassen kann. Man muss aber darauf vorbereitet sein, dass Musso einem nicht das Nachdenken dabei abnimmt. Dies muss der Leser schon noch selbst übernehmen, um mit dem Ende etwas anfangen und es verstehen zu können. Aber es hat definitiv dafür gesorgt, dass mich diese Geschichte noch mehr und viel länger beschäftigt hat als mit jedem anderen Ende, dass ich so in meinen Spekulationen herum schwirren hatte. Und deswegen bin ich im Nachhinein auch der Meinung Musso hätte keinen besseren Abschluss für die Geschichte finden können.

Leider kann man bei diesem Buch nicht viel mehr sagen ohne zu Spoilern. Man muss sich eben wie schon erwähnt einfach darauf einlassen. Und ich denke, wenn man einmal ein Buch von Musso gelesen hat, wird man auch unbedingt seine anderen Werke lesen wollen. Ich liebe seine Geschichten einfach, wie man unschwer erkennen kann ;)

"Vergiss nicht, dass man zwei Leben hat..." Das ist eine chinesische Weisheit: Man hat zwei Leben, und das zweite beginnt in dem Moment, wo einen klar wird, dass man doch nur eines hat."(Seite 151)



Fazit:

Bei "Vierundzwanzig Stunden" handelt es sich um einen sehr emotionalen Roman über die große Liebe, aber auch das Schicksal, welches das Leben für einen bereit halten kann und vor allem über die Bedeutung der Zeit, die man vernünftig nutzen sollte. Es ist ein Roman mit den für Musso typischen unerwarteten Wendungen und auch fantastischen Elementen, über den man vorweg nicht allzu viel lesen sollte, sondern in den man sich einfach hineinfallen lassen muss, um ihn mit höchstem Genuss zu erleben.


Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.

Originalität       5 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere       4 Sterne
Tempo               5 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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Tags: fantasy, fluch, leuchtturm, roman   (4)
 

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ritzen, liebe, lehrer, ilsa j. bick, atemnot

Atemnot

Ilsa J. Bick , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 04.09.2014
ISBN 9783863960643
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

ddr, kindheit, familie, liebe, huhn

Die Allee der verbotenen Fragen

Antonia Michaelis
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.04.2016
ISBN 9783426653869
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Akelei traut ihren Augen kaum, als sie in einer Schaufensterscheibe das genaue Abbild ihres Jugendfreundes Finn sieht, der damals einfach spurlos aus der Kastanienallee, in der sie behütet aufgewachsen ist, verschwand. Doch im Gegensatz zu Finn, der auf mysteriöse Weise nicht gealtert zu sein scheint, ist aus Akelei seither eine etwas pummelige Hausfrau mittleren Alters geworden. Ohne zu überlegen folgt sie Finn und erlebt nicht nur eine abenteuerliche Reise quer durch Deutschland, sondern auch eine Reise zurück in ihre Vergangenheit, in die Allee der verbotenen Fragen, aus der sie soviel verdrängt hat und in der nichts so perfekt war wie ihre äußerliche Fassade vermuten ließ.


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt eine Allee im Sonnenlicht und passt optisch im Regal auch sehr gut zum Vorgänger "Das Institut der letzten Wünsche". Die Allee ist natürlich passend zum Titel und Inhalt gewählt, dennoch finde ich das Cover etwas zu hell und freundlich, so dass es für mich nicht so richtig zu der eher melancholischen Grundstimmung im Buch passen will. 
Der Titel "Die Allee der verbotenen Fragen" ist hingegen perfekt gewählt.


Meine Meinung:

Das Buch beginnt typisch für Antonia Michaelis wieder mit einer ziemlich mysteriös anmutenden Geschichte. Johann ein junger Engländer will nach der Schule eine Europareise unternehmen. Doch als er auf den Spuren seiner Wurzeln in ein Dorf nahe Greifswald reist, in dem er mit seinen Eltern seine ersten Lebensjahre verbracht hat, entdeckt er dort einen Grabstein mit seinem eigenen Namen Johann Fin Paul und seinem Geburtsdatum. Doch das Kind, dass dort begraben liegt ist nur einen Tag alt geworden. Noch seltsamer wird das Ganze als Johann von dem Pfarrer einen Koffer ausgehändigt bekommt mit allerlei mysteriösem Inhalt, der Johann aber überhaupt nichts sagt. Neugierig geworden, wie das sein kann beginnt er eine rätselhafte Reise durch Deutschland auf der Suche nach seinem Doppelgänger.

Auf der anderen Seite haben wir Akelei: eine Frau mittleren Alters, die sich eines Tages im Schaufenster betrachtet und über ihr Leben sinniert. Sie sieht viel älter aus, als sie eigentlich ist, kleidet sich spießig und hat eigentlich immer nur die Dinge gemacht, die andere von ihr erwartet haben. Sie hat einen Mann, der finanziell gut für sie sorgt, aber den sie nicht liebt und eigentlich total langweilig findet, einen geregelten Tagesablauf, aber fristet doch ein mehr als durchschnittliches, tristes und leidenschaftsloses Leben als Hausfrau. Als sie in dem Schaufenster plötzlich ihre Jugendliebe Fin sieht, löst dies etwas in ihr aus, dass sie dazu bewegt von jetzt auf gleich alles hinter sich zu lassen und ihm mit samt Huhn in der Tasche, welches eigentlich gerade noch für einen Braten in Rotweinsauce vorgesehen war, auf eine Reise quer durch Deutschland zu verfolgen.

Aus diesen beiden Sichtweisen wird der Roman abwechselnd erzählt. Außerdem spielt er auf verschiedenen Zeitebenen, denn immer wenn die Geschichte aus Akeleis Sicht erzählt wird, schwenkt die Handlung irgendwann zurück in die Vergangenheit, in der sie in der damaligen DDR in der Kastanienallee scheinbar behütet aufgewachsen ist. Doch vieles scheint sie verdrängt oder vergessen zu haben, doch nun auf ihrer Reise mit Fin findet sie immer mehr Puzzleteile, die ihr Bild von der Vergangenheit vervollständigen und mehr und mehr Geheimnisse ans Tageslicht bringen, die zeigen was hinter dieser heilen Fassade für die Außenwelt passiert ist und die nichts mehr so sein lassen wie es war.

Es ist anfangs eine so einer mysteriöse und zunächst absurd anmutenden Geschichte, bei der man als Leser so viele Fragen im Kopf hat, wie das eigentlich alles sein kann. Lange Zeit fragt man sich, was Wirklichkeit und was surreal ist und in wie weit Antonia Michaelis hier wieder mit den verschiedenen Realitäten spielt, was sie ja so gut versteht. Unglaublich und faszinierend ist es aber wie sie in diesem Buch schließlich am Ende doch alles wieder beide Erzählperspektiven sowie Gegenwart und Vergangenheit logisch zu einer zusammenhängenden Geschichte führt.
Und auch in diesem Buch verwebt sie so viele Sachen miteinander, dass es einfach alles gleichzeitig ist: spannend durch die mysteriöse Ausgangssituation, emotional, bewegend und traurig durch das Schicksal der Personen und ihrer Vergangenheit die mehr und mehr ans Tageslicht kommt, aber auch teilweise sehr amüsant und unterhaltsam durch die ganze Reise durch Deutschland inklusive vor allem dem Huhn und auch anderer skuriller Personen, auf die beide treffen. 
Dazu kommt dann noch der unvergleichliche Schreibstil der Autorin, der wie immer unglaublich bildgewaltig, poetisch und einfach außergewöhnlich ist. Wer schon einmal ein Buch von Antonia Michaelis gelesen hat, wird genau wissen, was ich meine.
Keine andere Autorin schafft es mich mit den Themen in ihren Büchern und ihrem Schreibstil so zu berühren wie Antonia Michaelis es tut.


Fazit:

"Die Allee der verbotenen Fragen" ist wieder ein grandioser Roman in Antonia Michaelis unvergleichbar eigenen Stil. Sie verwebt eine mysteriöse Ausgangssituation, die den Leser vor viele Fragen stellt, mit ihren einzigartigen, teilweise recht schrägen Charakteren, humorvollen Passagen und einer vor allem berührenden, melancholischen und emotional sehr tiefgehenden Geschichte, für die man sich Zeit lassen sollte, um sich komplett in sie fallen zu lassen. 
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses und auch die anderen Bücher der Autorin.


Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.

Originalität       5 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        5 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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Tags: ddr, drama, erinnerungen, famili, identität, jugendliche, kindheit   (7)
 

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berlin, ddr, mord, krimi, friedhof

Wintertod

Thomas Nommensen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2016
ISBN 9783499271984
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Hauptkommissar Arne Larsen und seine neue Kollegin Mayla Aslan werden auf einen verwilderten Berliner Friedhof gerufen, wo eine Frauenleiche gefunden wurde und beginnen zu ermitteln. Die Spuren deuten zunächst auf einen Suizid, der vertuscht werden sollte. Doch bald machen sie den nächsten grausigen Fund. Außerdem erhalten sie Hinweise auf ein geheimes Haus Nr. 24 in der Waldsiedlung der DDR.
An einer Berliner Schule spielen sich seltsame Dinge ab, als die Lehrerin Lea Zeisberg nach monatelanger Pause ihren Schuldienst wieder antritt.
Aber wie hängt dies alles zusammen?


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt einen Grabstein im Vordergrund und seitlich im Hintergrund sieht man eine Plattenbausiedlung. Licht bricht wahrscheinlich in der Morgendämmerung durch die Wolken und man sieht den eisigen Frost auf der Wiese und dem Wald im Hintergrund.
Damit passt das Cover natürlich super zur Geschichte und auch zur Jahreszeit, in der sie erzählt wird. Es ist sehr schön gestaltet und fängt die Stimmung und Atmosphäre im Buch sehr treffend ein.


Meine Meinung:

Ich hatte vor 2 Jahren ja schon den Debütroman von Thomas Nommensen "Ein dunkler Sommer" gelesen und war sehr begeistert. Bereits dort konnte mich der Autor mit einer unglaublich atmosphärischen Dichte und einem komplexen Plot begeistern. Und so musste ich nun auch sofort Band 2 um den Ermittler Arne Larsen haben. 
Dieser ist nach den Ereignissen in seinem letzten Fall nach Berlin umgezogen, um dort neu zu beginnen und dort eine Stelle als Hauptkommissar anzutreten. Gleich an seinem ersten Tag wird er mit seiner neuen Kollegin Mayla Aslan zu einem alten Friedhof gerufen, auf dem eine Frauenleiche gefunden wurde.

In einem zweiten Handlungsstrang begleiten wir die Lehrerin Lea Zeisberg, die nach schlimmen Ereignissen an einer Berliner Schule nun nach monatelanger Pause gerade wieder ihren Schuldienst aufnimmt und seltsame Dinge dort beobachtet.

Die Spannung im Buch baut sich langsam auf, aber steigt mit dem Verlauf stetig immer weiter an. Der Leser weiß zu Anfang nicht, wie die beiden Handlungsstänge zusammen passen und findet dies erst im Verlauf der Geschichte heraus. Der Plot ist dabei sehr gut ausgearbeitet und doch sehr komplex. Er besteht aus vielen Puzzleteilchen, die erst nach und nach an ihren richtigen Ort fallen.

Wie schon in "Ein dunkler Sommer" konnte mich der Autor wieder mit der enormen atmosphärischen Dichte und dem bildgewaltigen Schreibstil überzeugen. Nach dem Sommer beschreibt er nun den Wintereinbruch über Berlin, die klirrende Kälte und den eisigen Frost so, als ob man ihn selbst auf der Haut spüren würde. Außerdem beschreibt er in diesem Buch sehr interessante Schauplätze. Eine beklemmende allgegenwärtige Düsternis zieht durch das ganze Buch hindurch.


Fazit:

"Wintertod" ist ein komplexer und sehr gut aufgebauter Kriminalroman, der mich mit einer sehr emotionalen und beklemmenden Geschichte und wieder einmal einer unglaublichen atmosphärischen Dichte begeistern konnte.



Insgesamt vergebe ich 5 Sterne.

Originalität       4 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        4.5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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Tags: arne larse, berlin, ddr, friedhof, kriminalroma, mord   (6)
 

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zeitreise, jugendbuch, zeitreisen, geheimorganisation, vergangenheit

Die Zeitenspringer-Saga: Die Farbe der Zukunft

Meredith McCardle ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492703550
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Amanda, Codename Iris, arbeitet bei einer der geheimsten Regierungsorganisationen namens Annum Guard. Für diese reist sie durch die Zeit und sorgt dafür Verbesserungen am Weltgeschehen vorzunehmen. Doch leider wird Annum Gard auch von korrupten Mächten unterlaufen. In Band 1 war es Amanda gelungen dies aufzudecken, aber der große Anführer hinter diesen Machenschaften namens "XP" ist weiterhin unbekannt. Amanda will auch diesen entlarven und alle Geheimnisse rund um Annum Guard aufdecken. Doch die neue Übergangschefin, welche von der Regierung eingesetzt wurde, um Annum Guard nach den Enthüllungen strenger zu überwachen, unterstützt sie dabei seltsamerweise überhaupt nicht und dann verschwinden auch noch mehrere Zeitenspringer während ihrer Einsätze. So ist Amanda mit ihrem Freund Abe und den restlichen Wächtern auf sich allein gestellt. Doch wie weit will sie in die Vergangenheit eingreifen, denn das Spiel mit der Zeit kann sehr gefährlich sein....


Cover und Gestaltung:

Das Covermotiv der schwarzen Iris und der Titelschriftzug ist wieder genauso wie bei Band 1, nur dass diesmal das Buch in rot gehalten ist. Die Blume spielt auf Amandas Decknamen bei Annum Guard an. Auch das Uhrensymbol auf dem Buchrücken ist wieder vorhanden und sieht toll aus, wenn beide Bücher nebeneinander im Bücherregal stehen.

Die innere Gestaltung des Buches ist ebenfalls so schön wie im ersten Band. Die Iris taucht hier ebenfalls als Ornament vor jedem Kapitel wieder auf.


Meine Meinung:

Da ich Zeitreisegeschichten liebe und nachdem der erste Teil "Die achte Wächterin" für mich eines meiner Highlights des letzten Jahres war, habe ich diesem Buch richtig entgegen gefiebert. 

Im Gegensatz zum ersten Band beginnt "Die Farbe der Zukunft" jedoch recht gemächlich. 
Es geht mehr darum etwas über den ominösen Hintermann der korrupten Organisation, die Amanda im ersten Band entlarvt hat und der den Decknamen "XP" trägt herauszufinden, als um die Zeitreisen an sich. Wobei anscheinend nicht jeder bei Annum Guard will, dass etwas über "XP" ans Licht kommt und die Wächter bald das Gefühl bekommen nur sinnlose Aufträge von ihrer neuen Chefin zu bekommen, die sie beschäftigen und von der richtigen Fährte fern halten sollen. Diese Beschäftigungstherapie spiegelt sich aber leider auch im Spannungsbogen der Geschichte wieder, die im Gegensatz zum ersten Band doch über weite Strecken stark vor sich hin tröpfelt. Auch die Zeitsprünge sind im ersten Teil des Buches rar gesät und wenn sie stattfinden, dann ging es nur ein paar Jahre zurück, was ich nicht ganz so interessant fand. 

Es geht zu Anfang auch viel um das Schicksal von Amandas Mutter und um Amandas Beziehung mit Abe in der es ordentlich kriselt. 
Amanda ist im Gegensatz zum ersten Band etwas Erwachsener geworden und nicht mehr ganz so impulsiv. Sie bleibt aber eine doch sehr eigensinnige und trotzdem willensstarke und zielstrebige Protagonistin, die mir wie schon in Band 1 sehr gut gefiel.
Leider bleiben die Nebencharaktere wieder sehr blass. Bis auf Abe, der in diesem Band eine größere Rolle spielt, da er nun auch bei Annum Guard arbeitet und in kleinen Teilen Red, spielen die übrigen Wächter eine sehr untergeordnete Rolle. Yellow, die in Band 1 häufig vorkam, habe ich hier sehr vermisst. Gerne hätte ich aber auch etwas mehr über Orange, Green, Violet oder Indigo erfahren, die eigentlich nur ein paar Mal erwähnt werden. Stattdessen werden einige neue Charaktere eingeführt, so zum Beispiel 3 Praktikanten aus einflussreichen Kreisen, die bei Annum Guard beschäftigt werden sollen. Diese haben mir jetzt aber nicht so sonderlich gut gefallen und ich würde mir wünschen, dass einmal mehr Augenmerk auf die übrigen Wächter gelegt werden würde.

So richtig Fahrt kommt erst in Annum Guard auf, als mehrere Wächter auf ihren Zeitsprüngen verschwinden und Amanda mit den übrigen Mitgliedern auch gegen den Willen der neuen Chefin ermittelt. Von da an wird dann auch der Handlungsbogen viel spannender und rasanter. Das Netz um die korrupte Organisation, die Annum Guard unterlaufen hat stellt sich jedoch als immer komplexer heraus und man sollte beim Lesen des Buches ohne größere Pausen dran bleiben, um nicht vollends durcheinander zu kommen.

Das letzte Viertel des Buches hat mir dann wieder richtig gut gefallen und lässt mich auch weitestgehend über die anfänglichen Schwächen hinweg sehen. Amanda und die übrigen Wächter tun alles, um den Aufenthaltsort ihrer verschollenen Freunde zu ermitteln und springen dabei wieder wild durch die Zeit. Diesmal fand ich die Zeitsprünge wesentlich interessanter, da sie Amanda wieder weiter in die Vergangenheit führten und ich war einmal mehr beeindruckt, wie genial Meredith McCardle wichtige historische Ereignisse mit in ihre Geschichte einverleibt. Fassungslos erfährt man wie der reale Geschichtsverlauf ausgesehen hätte, hätte es Annum Guard nicht gegeben. Und noch fassungsloser verfolgt man ein mehr als krasses, aber irgendwie auch geniales Ende, das sowas von unerwartet kommt und mich total umgehauen hat. 
Das Problem ist bloß, dass es ein wirklich fieser Cliffhanger ist und es nach einem dritten Band schreit. Da dieser aber noch nicht einmal auf englisch erschienen ist, müssen wir uns wohl noch eine ganze Weile gedulden, um zu erfahren wie sich alles weiter entwickeln wird.


Fazit:

"Die Farbe der Zukunft" plätschert anfangs mit er Beschäftigungstherapie für die Wächter so vor sich hin und das Zeitreisen gerät ziemlich in den Hintergrund. Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten konnte mich das letzte Viertel des Buches aber wieder voll überzeugen, in dem man Amanda wieder bei rasanten Zeitsprüngen verfolgt, die genial in die realen historischen Geschichtsverläufe eingebunden sind und das Buch ein fassungsloses Ende bereit hält, dass förmlich nach einem 3. Band schreit.

Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

Originalität       4 Sterne
Umsetzung       3.5 Sterne
Schreibstil         4 Sterne
Charaktere        3.5 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           4 Sterne


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Tags: agenten thriller, jugendbuch, trilogie, vergangenheit, zeitenspringer, zeitreise, zeitsprünge   (7)
 

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514 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 127 Rezensionen

liebe, unfall, tod, dani atkins, hochzeit

Die Nacht schreibt uns neu

Dani Atkins ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 17.12.2015
ISBN 9783426517697
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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1.371 Bibliotheken, 61 Leser, 11 Gruppen, 74 Rezensionen

england, 1. weltkrieg, deutschland, liebe, krieg

Sturz der Titanen

Ken Follett , Rainer Schumacher , Dietmar Schmidt , Tina Dreher
Flexibler Einband: 1.038 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.03.2012
ISBN 9783404166602
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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60 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

thriller, mord, berlin, pharmaindustrie, ddr

Falsche Fährten

V. S. Gerling
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 23.07.2015
ISBN 9783956690334
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Eine Mordserie an Ärzten gibt den Ermittlern des BKA Rätsel auf. Fieberhaft suchen sie nach einer Verbindung zwischen den ermordeten Ärzten. Da alle 3 Ärzte jüdische Namen trugen vermutet man zunächst einen antisemitischen Hintergrund. Doch schon bald stoßen die Ermittler bei der Suche nach einer Verbindung zwischen den ermordeten Ärzten auf ein streng geheimes Projekt, welches in der DDR durchgeführt wurde und auch Todesopfer forderte. Daran beteiligt sind auch die großen deutschen Pharmariesen. Doch nichts ist wie es zunächst den Anschein hat...


Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt das blutende Gesicht einer Frau. Besonders gut gefällt mir, dass man die selben Aufmachung gewählt hat, wie bei Band 1. Ich hoffe man behält diese auch für die weiteren Bände der Rihe bei.


Meine Meinung:

"Falsche Fährten" ist der zweite Fall für Nicholas Eichborn und Helen Wagner. Die Fälle sind zwar in sich abgeschlossen, aber viele Dinge aus dem ersten Band werden hier wieder aufgegriffen. Aber nicht in dem Sinne, dass sie wiederholt werden, sondern eher in Form von Andeutungen und Querverweisen. Deswegen würde ich für besseres Verständnis schon empfehlen zunächst den ersten Band "Das Experiment" zu lesen.

Wie bei diesem handelt es sich auch bei "Falsche Fährten" wieder um einen erfrischend anderen Thriller. Es ist ein Genremix aus Medizin-, Wirtschafts- und Politthriller. Auch hier hat mir (wie in Band 1 schon) besonders gut gefallen, dass das geheime Projekt, um welches es im Buch geht wieder auf einer wahren Hintergrundgeschichte eines sehr dunklen Kapitels deutsch-deutscher Geschichte beruht, die von V.S. Gerling natürlich noch etwas weiter gesponnen wird. Das Buch enthält daher neben der Thrillerhandlung sehr viele reale Hintergrundinformationen über die Machenschaften der Pharmakonzerne damals in der DDR, aber auch heute noch in den Dritte Welt Ländern, die vom Autor ausgezeichnet recherchiert wurden. 

Der Titel "Falsche Fährten" ist hier sehr gut gewählt, da nichts ist wie es zunächst scheint und man auch als Leser immer denkt dem Ganzen langsam auf die Spur zu kommen, aber dann immer noch ein weiteres Mal überrascht wird. Die Geschichte ist also sehr komplex konstruiert, aber auch gut durchdacht. Man verfolgt eine Vielzahl an Erzählsträngen aus den verschiedensten Perspektiven, was die Geschichte sehr spannend macht. Einzig den Einstieg fand ich sehr zäh, da viele Begebenheiten lang und breit erzählt werden, die für den weiteren Verlauf der Geschichte größtenteils aber nicht unbedingt von Bedeutung sind. So hätte man durchaus zum Beispiel Helens und Nicholas Urlaub, die Gründung des "Amts für innere Sicherheit", Vorstellungsgespräche neuer Mitarbeiter usw. ziemlich kürzen können. So plätschert das Geschehen bis zu Seite 100 eigentlich eher nur dahin ohne das Nennenswertes passiert. Danach nimmt das Buch aber ziemlich an Fahrt auf und der Spannungsbogen des restlichen Buches hat mir dann wieder sehr gut gefallen.

Nicholas Eichborn begegnen wir in gewohnt direkter und ironischer Manier wieder. Die Kapitel aus seiner Perspektive sind ebenso wie in Band 1 wieder in der Ich-Form geschrieben. Seine etwas rationalere Partnerin bleibt meiner Meinung nach im 2. Band leider etwas zu blass. Dafür gibt es einige neue interessante Charaktere. Allen voran Patrick Ebel, ein Asperger Autist, der auf Grund seines Handicaps von Natur aus emotionslos ist, aber auch hochanalytische Fähigkeiten entwickeln konnte und sich als sogenannter "Problemlöser" für gehobene Kreise selbstständiger gemacht hat. Er ist unheimlich clever und mit jeder Menge Kontakten ausgestattet und hat mir als Figur sehr gut gefallen.

Wie ebenfalls schon in Band 1 verschwimmen auch in diesem Buch wieder die Grenzen zwischen Gut und Böse und V.S. Gerling zeigt auch wieder einmal wie groß das Gefälle zwischen dem Gesetz und Gerechtigkeit sein kann.


Fazit:

"Falsche Fährten" ist ein interessanter Genremix, der die skrupellosen Machenschaften, Vertuschungen und die Gier der Pharmakonzerne thematisiert und sich dabei auf wahren Tatsachen gründet. Ein brisanter Fall voller Wendungen, der Gesellschaftskritik übt, aber trotzdem auch mit viel schrägem Humor und Wortwitz geschrieben ist.


Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

Originalität       5 Sterne
Umsetzung       4 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           4 Sterne


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liebesroman, liebe, koma, julia hanel, hamburg

Zwei fürs Leben

Julia Hanel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2015
ISBN 9783548286723
Genre: Liebesromane

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165 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

liebe, zeitsprung, realität, schuld, suche

Blink of Time

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 05.05.2015
ISBN 9783401600949
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Sarah ist ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen Teenager Problemen. Sie fühlt sich unverstanden von ihren Eltern, deren komplette Aufmerksamkeit ihr kleiner 2 jähriger Bruder Ben beansprucht, ist unzufrieden mit sich selbst und hat sich gerade von ihrem ersten Freund getrennt. Umso interessanter findet sie ihren mysteriösen, verschlossenen neuen Mitschüler Josh. Doch als sie sich das erste Mal mit ihm treffen will, fällt sie in Ohnmacht und danach ist alles anders als es war. Sie ist anscheinend nicht mehr in ihrer eigenen Realität und befindet sich plötzlich auf der Flucht. Sie kann in verschiedene Realitäten springen, weiß aber vorher nie welchen Preis sie dafür zahlen muss. 


Cover und Gestaltung:

Auf dem Cover ist eine Art Muster dargestellt. Die Farbgebung finde ich sehr schön, nur war mir nicht klar, was dieses Muster darstellen sollte und warum man es als Cover gewählt hat. Nach der Lektüre macht es mehr Sinn und ich denke, dass diese die vielen verschiedenen Parallelrealitäten darstellt. Es wären allerdings auch noch einige andere Interpretationen möglich.



Meine Meinung:

Ich bin auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil ich den Gedanken der vielen verschiedene Parallelrealitäten, die nebeneinander existieren sehr interessant finde. Jede kleine Entscheidung, die wir treffen hat Auswirkungen auf unser Leben. Was wäre wenn es unendlich viele Parallelwelten gäbe, in denen wir einzelne Entscheidungen anders getroffen hätten und sich unsere Realität und die unseres Umfeldes somit komplett verändert hätte? Und wenn wir dann auch noch zwischen diesen wechseln könnten? Hier hat das Buch natürlich ein kleine paranormale oder Science Fiction Komponente, aber wenn man sich auf dieses Gedankenspiel einlassen kann, erwartet einen ein spannendes und abwechslungsreiches Buch, dass einen mit seiner Geschichte gefangen nimmt. 


"Scheinbar gibt es unzählige Möglichkeiten für uns, wie wir uns persönlich entwickeln können, und je nachdem, wie man sich entscheidet, verändert man sich und die Welt. Ich glaube inzwischen wirklich, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan verursachen kann."


Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut. Mit dem Prolog kann man zu Anfang noch nichts anfangen, aber er weckt Neugierde auf die Geschichte und auf Josh. In den nächsten 50 Seiten schlägt das Buch erstmal erstmal ruhigere Töne an und man lernt Sarah, ihr Leben und ihr Umfeld ein wenig kennen. Aber der Wechsel zu einem rasanteren Tempo erfolgt dann sehr plötzlich und mit dem Zeitpunkt, an dem Sarah das erste Mal die Realität wechselt, wird das Buch dann aber zu einem absoluten Pageturner. Die Geschichte hat von dort an ein sehr rasantes Tempo, viel Action und ist unglaublich fesselnd. Man ist sehr gespannt, was in der nächsten Realität passiert, in die Sarah springt. Diese sind immer - manchmal mehr, manchmal weniger - verschieden und sie kann nicht beeinflussen, was ihr in der nächsten Realität widerfährt. Teilweise hätte ich mir aber noch ein paar mehr Erklärungen zu der Theorie der Parallelwelten gewünscht. Zum Beispiel warum gerade die jeweiligen Ereignisse den Ausschlag zum Wechsel zwischen den Realitäten gaben hat sich mir nicht erschlossen. Außerdem hätte es mich doch auch interessiert, welche einzelnen Entscheidungen der Protagonisten die Auswirkungen zu den teilweise krassen Unterschieden in den Realitäten gegeben haben.

Das Spannungslevel wird ab dem ersten Wechsel der Realitäten bis wirklich zur letzten Seite konstant hoch gehalten. Hin und wieder gab es Dinge, die sehr vorhersehbar waren, aber an vielen Stellen überraschte mich der Autor auch mit unerwarteten Wendungen. Ich hatte allerdings zum Glück den Klappentext auch nicht mehr so gut im Kopf, denn diesen finde ich hier mal wieder um einen entscheidenden Satz zu lang, der für meinen Geschmack zu viel vorweg nimmt. 
Das Ende hatte ich so nicht erwartet, es hat mir aber sehr gut gefallen. Ohne zuviel zu verraten: Es fügt sich logisch an die Geschichte an und etwas anderes hätte dazu auch nicht gepasst.
Die letztendliche Aussage des Buches, dass alle noch so kleinen Entscheidungen Auswirkungen auf unser Leben und eben auch auf das von anderen Menschen hat und das man deswegen genau über mögliche Konsequenzen dieser nachdenken sollte, fand ich sehr gelungen.

Dazu ist die Geschichte sehr eingängig, bildhaft und mit teilweise eindrucksvollem Wortspiel geschrieben. Es liest sich flüssig  und man fliegt nur so durch die Seiten. Es ist definitiv ein Buch, was man kaum beiseite legen kann und das einen erst am Ende wieder los lässt. Ich muss sagen, hier war mir das Buch am Ende mit seinen 300 Seiten sogar bald etwas sehr kurz und ich wäre gern noch etwas länger mit Sarah quer durch die Realitäten gesprungen.

Sarah ist ein Charakter, der einem von Anfang an sympatisch ist, auch als man noch nicht so viel über sie weiß. Josh spielt den Part des gut aussehenden, mysteriösen aber extrem verschlossenen Typen, der von seiner Vergangenheit gezeichnet ist. Alles andere sind Nebencharaktere über die man eigentlich nicht allzu viel erfährt. Aber Sarahs beste Freundin Lona fand ich trotzdem sehr gut gelungen und mochte den Humor zwischen ihr und Sarah.
Der Großteil der Geschichte wird von einem personalen Erzähler aus Sarahs Sicht erzählt. Aber einige kürzere Abschnitte aus der Perspektive von Josh und der eines Nebencharakters sind auch immer mal eingestreut. Dieser Wechsel der Perspektiven lässt einen auch in die Gedanken und Emotionen der anderen Charaktere blicken und ihre Vergangenheit kennen lernen, so dass auch diese mehr an Tiefe gewinnen.


Fazit:

"Blink of time" überzeugte mich vor allem mit der gut durchdachten und faszinierenden Grundidee und seinem fesselnden und rasanten Schreibstil. Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende. Hier und da hätte ich mir noch ein paar mehr Erklärungen zur Theorie der parallelen Realitäten gewünscht. Aber insgesamt hat mich das Buch super unterhalten und auf jeden Fall grandiose Gedankenspiele verursacht.


Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

Originalität       5 Sterne
Umsetzung       3 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        4 Sterne
Tempo               5 Sterne
Tiefe                   3,5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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thriller, gretchen, serienmörderin, gretchen lowell, mord

Furie

Chelsea Cain , Fred Kinzel
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 08.09.2008
ISBN 9783442370047
Genre: Krimi und Thriller

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erde, bildband, satellitenbilder, berge, ressourcen

one earth

Markus M. Eisl , Gerald Mansberger , Paul Schreilechner
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei eoVision, 07.10.2013
ISBN 9783902834164
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Bei "One earth: Limitierte Ausgabe" handelt es sich um einen Bildband voller faszinierender Satellitenbilder unserer Erde.
Schlägt man das Buch auf befindet sich im Einband vorn und hinten jeweils eine Weltkarte zur Übersicht, auf der die Orte eingetragen sind, an denen die Satellitenaufnahmen entstanden sind. Nach einer kurzen Einleitung enthält das Buch dann insgesamt 119 Satellitenbilder, die nach Kontinenten geordnet auf jeweils einer Doppelseite präsentiert werden. Dazu bekommt man auf jeder Seite in der unteren linken Ecke eine sehr knappe Information zum dargestellten Bild auf deutsch und englisch sowie eine kleine Übersichtskarte der Lage des Ausschnitts und die Koordinaten des Ortes.
Weiterführende Informationen kann man über eine App zum Buch erhalten. Diese kann kostenlos im App Store heruntergeladen werden. Mit Hilfe der Technologie "Augmented Reality" erkennt die Kamera des Smartphones oder Tablets bei aktivierter GPS-Funktion die Bilder des Buches automatisch und blendet dazu weiterführende Detailinformationen oder externe Links zu Wikipedia oder youTube ein.


 
Cover und Gestaltung:

Das Cover ist eher schlicht vorwiegend in weiß gehalten. Sehr gut gefallen mir aber die Ausschnitte der Satellitenbilder in den Buchstaben des Schriftzuges.
Sehr originell finde ich den Untertitel des Buches "Limitierte Ausgabe" gewählt, denn hier handelt es sich nicht um eine limitierte Auflage des Buches, sondern um unsere Erde selbst und deren begrenzte Ressourcen.



Meine Meinung:

Die Satellitenbilder sind sehr hochwertig, gestochen scharf und in toller Farbgebung. Diese Bilder sind mal etwas ganz anderes als herkömmliche Fotografien in Bildbänden, da man mit diesem Buch die Erde aus einer völlig anderen Perspektive erleben kann, so wie man sie normalerweise nie zu Gesicht bekommt und es können ganz andere Dimensionen dargestellt werden. Besonders beeindrucken die Bilder durch ihren Detailreichtum. Ich fand es faszinierend, zunächst die Ausdruckskraft der Bilder und der gezeigten Strukturen in ihrer Gesamtheit auf mich wirken zu lassen und danach die Bilder immer wieder anzuschauen und bei jedem Durchblättern des Buches immer mehr Einzelheiten darauf zu entdecken. 

Außerdem finde ich bei diesem Bildband das Konzept dahinter sehr gelungen. Denn hier wird einerseits die Vielfalt und Schönheit der Landschaften unseres Planeten in Form von unberührten Naturaufnahmen von Wüsten, Wäldern, Bergen, Gletschern und Atollen gezeigt. Andererseits wird aber auch deren Verletzlichkeit durch menschliche Eingriffe deutlich dargestellt und viele der zunächst kunstvoll wirkenden Gebilde wurden leider durch Menschenhand geschaffen. Die Begrenztheit der auf der Erde vorhandenen Fläche und der Ressourcen wird hier sehr gut deutlich und regt zum Nachdenken an.

Die Texte zu den Bildern fand ich etwas sehr kurz gehalten. Andererseits ist es natürlich ein Bildband und das Hauptaugenmerk sollte auf den Bildern liegen. Und die kleinen Zusammenfassungen reichen auch aus, um die Neugierde zu wecken, so dass man bei Interesse andere Medien hinzuziehen und mehr Informationen nachschlagen oder die App zu dem Buch benutzen kann. Sehr gut finde ich, dass alle Texte gleich zweisprachig in deutsch und englisch enthalten sind.



Fazit:

"One Earth - Limitierte Ausgabe" ist ein faszinierender Bildband, der einen die Erde von oben und damit aus einer völlig neuen Perspektive zeigt. Hier wird nicht nur wie so oft die Schönheit der unberührten Natur gezeigt, sondern auch auf die Verletzlichkeit dieser durch anthropogene Einflüsse eingegangen, so dass sich diese Bilder eigentlich jeder anschauen und über einen verantwortungsvolleren Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten nachdenken sollte. Aber auch Leute, die sich, so wie ich, schon viel mit unserer Erde beschäftigt haben, können in diesem Bildband noch viel Neues erfahren, so dass ich ihn uneingeschränkt weiterempfehle.

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Tags: bildband, erde, geographie, mensch, nachhaltigkeit, natu, nutzung, ressourcen, sachbuch, satellitenbilder   (10)
 

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129 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

psychothriller, luana lewis, angst, thriller, psychologie

Lügenmädchen

Luana Lewis , Elke Link
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 11.05.2015
ISBN 9783442313846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Die Psychologin Stella leidet seit einem traumatischen Erlebnis an Panikattacken und Angstzuständen und lebt so völlig zurückgezogen in einem abgelegenen Haus, dass sie nicht in er Lage ist zu verlassen. Kontakt hat sie nur noch zu ihrem Ehemann Max. An einem verschneiten Winterabend, an dem ihr Haus aufgrund der Schneemassen kaum noch zu erreichen ist, klingelt es an Stellas Haustür und sie findet ein durchgefrorenes Mädchen vor ihrem Haus. Zunächst will sie diesem den Zutritt aus Angst verwehren. Aber da sie das Kind nicht draußen erfrieren lassen kann, lässt sie es schließlich doch ins Haus, was sie schon bald darauf bereut. Denn Blue tischt ihr jede Menge Lügen auf, so dass Stella bald gar nicht mehr weiß, was sie dem Mädchen glauben soll und was nicht und sich sehr unwohl in Blues Gegenwart fühlt.

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover ist schlicht in dunkelblau mit gelben Schriftzug gestaltet. Die dunkle Farbgebung deutet auf einen Psychothriller hin und der Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift ist sehr gut gelungen. Trotzdem würde das Cover allein im Buchladen aber nicht meine Aufmerksamkeit erregen, da es einfach zu nichtssagend ist.



Meine Meinung:

Das Buch beginnt sehr atmosphärisch und interessant: Stella, die an einem Trauma leidet, dass es ihr nicht ermöglicht einen Fuß vor die Tür zu setzen, ist allein in ihrem großen Haus in einer abgelegenen Gegend, fast eingeschneit. Es klingelt und ein Mädchen, dass von Anfang an sehr suspekt ist, steht vor der Tür. In den ersten Kapiteln erzeugt das Buch wirklich noch eine sehr beklemmende. bedrohliche Atmosphäre.

Auch die Einteilung in 3 verschiedene Handlungsstränge versprach zunächst etwas Spannung und Verwirrung. Die Haupthandlung spielt in der Gegenwart und spielt sich in Stellas Haus zwischen ihr und Blue ab. Ein zweiter Strang beschreibt die Sitzungen einer Patientin bei ihrem Psychiater, während der dritte Erzählstrang 2 Jahre zuvor in der Vergangenheit angesiedelt ist und von den Ereignissen erzählt, die zu Stellas Trauma führten. Nicht alle Beteiligten werden gleich namentlich genannt, aber leider konnte man bereits ab c.a. einem Viertel des Buches erahnen, wie diese drei Ebenen zusammenhängen und hat eigentlich damit schon die meisten Fragen beantwortet. Die noch wenigen offenen Fragen werden auch bald eher unspektakulär und sehr vorhersehbar gelüftet. 
Es handelt sich um einen ruhigen und unblutigen Thriller, der eher auf die psychologischen Aspekte abzielt. Diese fand ich durchaus sehr interessant, gerade weil die Autorin selbst Psychologin ist. Aber als Thriller würde ich das Buch eigentlich nicht einordnen, denn dazu fehlte doch einiges. Es fehlte an wirklicher Spannung und Verwirrung, an einer wirklichen Bedrohung und einem Höhepunkt der Handlung und schließlich an den unvorhersehbaren Wendungen. Die Handlung war mir schlicht viel zu geradlinig, so dass sie mich nicht wirklich fesseln konnte.

Auch die Charaktere waren mir nicht sympatisch. Stella empfand ich durchweg als viel zu naiv und konnte ihre Handlungen, gerade weil sie Psychologin ist, oft nicht verstehen. Zu den anderen Personen konnte ich ebenfalls keinerlei Verbindung aufbauen, so dass ich das ganze Geschehen eher von außen beobachtet habe und von der Geschichte nicht berührt wurde, worauf die Handlung eigentlich abzielen soll.
Auch der Schreibstil spielt da mit hinein, denn dieser war für mich teilweise zu nüchtern, sachlich und eher emotionslos.
Schade, denn an sich hätte die Ausgangssituation viel Potential für einen echten Psychothriller gehabt.



Fazit:

"Lügenmädchen" hat eine gute Grundidee, aus der man mit mehr Spannung, Verwirrung und Atmosphäre viel mehr heraus holen hätte können. Leider ist die Handlung aber sehr vorhersehbar und geradlinig, so dass es nicht hält, was der Klappentext verspricht. Einzig die psychologischen Ansätze in diesem Buch waren interessant und konnten mich überzeugen.


Somit kann ich leider insgesamt nur 2 Sterne für das Buch vergeben.

Originalität       4 Sterne
Umsetzung       1 Sterne
Schreibstil         2,5 Sterne
Charaktere        2 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   2 Sterne
Lesespaß           2 Sterne


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Tags: angst, isolation, psychodrama, psychologie, trauma   (5)
 

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395 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

zwillinge, psychothriller, schottland, thriller, trauer

Eisige Schwestern

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426516355
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Sarah und Angus Moorcroft haben einen tragischen Schicksalsschlag erlitten: eine ihrer Zwillingstöchter ist verunglückt und gestorben. Ein Jahr nach dem Unfall will die Familie in der Hoffnung auf einen Neuanfang auf eine kleine einsame Insel in Schottland ziehen. Doch plötzlich beginnt sich ihre verbleibende Tochter Kirstie, wie ihre tote Schwester Lydia zu verhalten und möchte auch so genannt werden. Sarah zweifelt plötzlich an der Identität ihrer Tochter. Ist ihnen damals ein schrecklicher Fehler unterlaufen und sie haben den falschen Zwilling beerdigt?

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt die zwei blonden Zwillingsmädchen im roten Kleidchen vor der Kulisse der einsamen Insel mit dem Leuchtturm. Eins der Mädchen ist durchsichtig dargestellt. Dies erschließt sich aus der Handlung, zu der das Cover sehr gut passt. Außerdem fängt es, ebenso wie der Titel, wunderbar die düstere, schaurige Stimmung der Geschichte ein.



Meine Meinung:

Auf diesen Thriller wurde ich schon durch sein ungewöhnliches, aber faszinierendes Thema, eineiige Zwillinge aufmerksam. Dies versprach ein sehr interessanten, beängstigten und gleichzeitig noch nicht so ausgelutschten Plot für einen Psychothriller.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Zwillingsthema wurde sehr gut heraus gearbeitet und recherchiert. Man erfährt allerhand über die Verwechselbarkeit, die Trauer und mögliche Identitätskrisen bei eineiigen Zwillingen. Ein grandioser Ausgangspunkt für ein schauriges Verwirrspiel.

Bei "Eisige Schwestern" handelt es sich eher um ein ruhiges Buch. Vielleicht könnte man es auch viel mehr als düsteres Psychodrama bezeichnen. Man sollte also keinen rasanten blutigen Thriller erwarten, aber dennoch ist die Spannung durchweg da und man kann das Buch kaum aus den Händen legen. Der Autor entwickelt ein grandioses Verwirrspiel, Fragen gibt es mehr als genug im Kopf des Lesers und es werden immer wieder neue aufgeworfen. Auch an Wendungen mangelt es dem Buch definitiv nicht. Dazu kommen noch die Geheimnisse, die die Eheleute voreinander hüten, das Misstrauen und der Hass, der immer mehr zwischen ihnen wächst und zu eskalieren droht. 

Das Setting ist sehr passend zu einem Psychothriller gewählt: ein marodes Haus auf einer einsamen Privatinsel in der rauen, schroffen Landschaft der schottischen Hebriden. Heftige Stürme, die den Winter ankündigen und früh hereinbrechende Dunkelheit. Dieses Setting allein führt zu einer sehr düsteren, trostlosen, ja schon gruseligen Grundstimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht und damit eine wunderbar passende Atmosphäre für die Geschichte schafft.

Auch der Schreibstil des Autors passt perfekt zu der Geschichte. Er schreibt einerseits spannend, teilweise mit Cliffhangern, zum anderen aber auch wahnsinnig eindringlich. So schaffte er mir einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt von Menschen, die mit einem Verlust und Schuldgefühlen zu kämpfen haben, aber auch in die komplizierte Psyche eines eineiigen Zwillings. Durch die Eindringlichkeit wurde ich förmlich mitgerissen mit der Unsicherheit von Sarah, um die Identität des lebenden Zwillings.

Sehr gelungen fand ich den Wechsel der Erzählperspektiven. Der Großteil der Geschichte wird von Sarah in der Ich-Form erzählt. Aber ab und an gibt es auch ein Kapitel aus Sicht von Angus in der auktorialen Erzählweise. Dies führt teilweise zu einem Wissenvorsprung beim Leser, aber steigert auch dennoch mehr die Spannung. Denn man erfährt von Geheimnissen, die Angus vor seiner Frau zu haben scheint, von seinem Zorn und seinem durchaus aggressiven Potential. Generell war er für mich eher sehr undurchschaubar. Sarah hingegen ist dem Leser näher und man leidet, aufgrund der Ich-Perspektive, in der sie einem ihr Seelenleben ausschüttet, mehr mit ihr mit. Auch mit Kirstie hatte ich teilweise Mitgefühl, allerdings war sie mir auch meist extrem schaurig in ihrem Verhalten und ihrem schwanken zwischen den Persönlichkeiten.
Symphatisch war mir keiner der Charaktere, denn diese Familie ist einfach nur kaputt, gefühlskalt, voller Misstrauen und alles wurde tot geschwiegen. Aber symphatische Charaktere brauche ich auch nicht in einem Psychothriller. Stattdessen waren sie sehr gut und passend zur Geschichte gezeichnet und ihr gesamtes Verhalten ergibt nach der Auflösung einen Sinn, was für mich in einem Psyhothriller wichtiger ist, als Sympatie mit den Protagonisten.



Fazit:

"Eisige Schwestern" ist ein psychologisches dichtes, subtiles und sehr atmosphärisches Familiendrama, dass mir beim Lesen mehr als einen kalten Schauer über den Rücken gejagt hat und mich mit der Verwirrung selbst nahe an den Wahnsinn getrieben hat.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die psychologisch tiefe Thriller den blutigen vorziehen.


Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.


Originalität       5 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         5 Sterne
Charaktere        4 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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Tags: atmosphärisch, familiendrama, psychodrama, psychothriller, schottland, skye, trauer, zwillinge   (8)
 

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537 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 160 Rezensionen

roadtrip, liebe, krebs, james patterson, freundschaft

Heart. Beat. Love.

James Patterson , Emily Raymond , Stephanie Singh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2015
ISBN 9783423761079
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Axi, eher als pflichtbewusst und "braves Mädchen" bekannt, bricht kurz vor ihrem Schulabschluss mit ihrem Freund Robinson überstürzt zu einem Road Trip quer durch die USA auf. Doch der verläuft bald anders als geplant. Statt mit dem Greyhound Bus durchs Land zu fahren, klauen sie Harleys und Autos und Axi beschließt endlich einmal unvernünftig zu sein und das Leben zu genießen. Doch dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu....

 
Cover und Gestaltung:

Die Aufmachung des Buches hat mich total begeistert. Das Cover zeigt Momentaufnahmen der Reise von Axi und Robinson. Diese Schnappschüsse als Bildercollage finde ich sehr gelungen. Es sind viele Bilde, aber dank des weißen Hintergrundes wirkt das Cover trotzdem nicht zu überladen oder unübersichtlich. Ich mag den warmen Ton der Bilder, der sehr gut zum Sommer passt. Die Aufnahmen vermitteln ein richtiges Freiheits- und Roadtrip Feeling. 
Auch im Inneren sind sehr viele Schnappschüsse in Schwarz-Weiß vom Road Trip enthalten. Ich fand sie alle toll, bis auf die Bilder, die die Protagonisten zeigten. Denn da habe ich lieber meiner eigene Vorstellung und sowas beschränkt mich dann in meiner Fantasie.
Auf den inneren Buchdeckeln hat man außerdem zweimal die Karte der USA mit allen Stationen der Reise abgebildet.



Meine Meinung:

Aufgrund des Covers und da es als Road Trip bezeichnet wird, habe ich mir das Buch etwas anders vorgestellt. Während das Cover und die sich durch das Buch ziehenden Bilder die Atmosphäre eines Road Trips wirklich sehr gut einfangen, stellte sich dieses Gefühl bei mir beim Lesen leider gar nicht ein. Dazu war das Tempo des Buches zu rasant und die einzelnen Stationen der Reise flogen nur so an einem vorbei. Es fehlten wenigstens ein paar Details, so dass man auch mehr ins Geschehen eintauchen kann und eben das Atmosphärische. Die teilweise langen Teilstrecken, die die Protagonisten dazwischen mit dem Auto zurück legten, wurden einfach übersprungen, so dass man absolut nicht das Gefühl hatte, dass sie einmal quer durch die USA gefahren sind. Durch dieses einfache Zusammenraffen der Reise zwischen den Stationen ging für mich auch viel von dem Road Trip Feeling verloren. 
Die Abenteuer, die die Beiden auf ihrer Reise tatsächlich erlebten fand ich meist sehr unrealistisch.
Bleiben Axi und Robinson wirklich mal irgendwo länger, dann liegt der Fokus eher auf den beiden und ihrer Freundschaft/Beziehung zueinander, als auf ihren Erfahrungen auf der Reise. Da diese aber über weite Strecken eher aus ständigen Wiederholungen von Axi über Robinson und ihre unerfüllte Liebe besteht, fand ich hat dieser Aspekt im ersten Teil viel zu viel Raum eingenommen, den man besser hätte ihrer Reise widmen können.

Allgemein fand ich den Schreibstil selbst für ein Jugendbuch sehr einfach und nüchtern gehalten. Zum einen wirkte der Roadtrip eher wie eine Aufzählung von Orten, es fehlten wie oben schon erwähnt Details, die den Roadtrip atmosophärischer gestaltet hätten. Aber auch über die Protagonisten erfährt man sehr wenig und sie wirken eher oberflächlich und blass. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich mit der Protagonistin Axi, die die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, so gar nichts anfangen konnte und mich ihre ständigen Gedanken an Robinson und ihre Liebe eher nervten, als dass sie mich berührten. Eigentlich hatte sie nur Augen für Robinson und hat kaum was anderes auf dem von ihr geplanten Road Trip wahrgenommen. Dabei hatte sie eine interessante Familiengeschichte, die aber nach ihrer Erwähnung gar keine Rolle mehr gespielt hat. Dabei hätte ihr Charakter mehr Potential haben können, hätte man sie auch mal besser mit ihren Hintergründen kennengelernt.
Robinson ist das komplette Gegenteil von ihr. Er hat eher das "Bad Boy" Image und übernimmt den Verrückten Part. Etwas klischeehaft, aber ihn fand ich bei Weitem interessanter dargestellt und er gibt dem ganzen Buch die Würze. Dennoch konnte man in seine Gefühle und Gedanken aufgrund der rasanten und nüchternen Erzählweise überhaupt nicht richtig eindringen.

Im zweiten Teil nimmt das Buch eine schlagartige Wendung. Da mich der erste Teil als Road Trip nicht sonderlich überzeugen konnte, fand ich diese sehr gelungen. Allerdings wurde sie schon in der Widmung des Autors am Anfang des Buches angedeutet. Wenn ihr euch also die Spannung erhalten wollt, rate ich euch diese erst zu lesen, wenn ihr mit dem zweiten Teil begonnen habt. 
Wie die Protagonisten stehen auch die beiden Teile des Buches im Gegensatz. Während der erste Teil ein Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit vermittelt, kommt im zweiten Teil eine gewisse Schwermut und Traurigkeit dazu. Dadurch wird das Buch aber auch tiefgründiger. Gegen Ende erfährt man dann auch etwas mehr zur Vergangenheit und den Beweggründen von Axi und Robinson. Dass sich dies erst aus der Geschichte heraus erschließt, fand ich sehr gut gemacht und das letzte Viertel des Buches berührte mich dann doch noch ein wenig und stimmte nachdenklich.



Fazit:

Als erwarteten Road Trip konnte mich "Heart.Beat.Love" aufgrund der fehlenden Atmosphäre und des nüchternen und zu rasanten Schreibstils nicht überzeugen und war mir im ersten Teil zu oberflächlich. Allerdings nimmt das Buch ab der Hälfte eine unerwartete Wendung, durch das es an Tiefgründigkeit und Aussage gewinnt, wenn auch in eine ganz andere Richtung, als man es sich vorgestellt hat. Man sollte hier also nicht (nur) einen lockeren Sommer Road Trip erwarten. 

Insgesamt vergebe ich 3 Sterne.


Originalität       3 Sterne
Umsetzung       3 Sterne
Schreibstil         2 Sterne
Charaktere       2.5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                   3 Sterne
Lesespaß           3 Sterne


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Tags: liebe, reisebericht, roadtrip, schicksal, usa   (5)
 

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258 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

liebe, dystopie, wasser, entführung, flut

Zwischen uns die Flut

Eva Moraal , Rolf Erdorf
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.05.2015
ISBN 9783841503510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nachdem mehrere große Überschwemmungen die Welt erfasst haben, hat sich die Bevölkerung in 2 Teile gespalten: die "Trockenen", das ist die reiche Schicht, die in Gebieten leben, wo sie vor dem Wasser sicher sind und die "Nassen", welche die ärmere Gesellschaftsschicht darstellen, die in der Nähe des Deiches wohnen und durch nichts vor der Flut geschützt sind. Zwischen diesen Gruppen bestehen viele Spannungen. Als Nina, eine "Trockene" und dazu noch Tochter des Gouverneurs die Schule wechseln muss, trifft sie auf Max, einen "Nassen" und die beiden beginnen sich ineinander zu verlieben.

 
Cover und Gestaltung:

Die Aufmachung des Buches hat mich sehr begeistert. Die zwei Menschen im Meer, der tolle blaue Buchschnitt und der verschwommene Schriftzug "Flut", lassen schon erahnen worum es im Buch geht und sind sehr passend. Es sieht auf jeden Fall wunderschön in jedem Bücherregal aus.



Meine Meinung:

Das Ausgangsszenario dieser Dystopie fand ich an sich sehr interessant, da es ein Zukunftsszenario darstellt, dass durch die klimatischen Veränderungen und das Schmelzen der Polkappen durchaus realistisch erscheint. Leider wird man aber zu Anfang ziemlich ohne Erklärungen in das Geschehen hinein geworfen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Welt in der Max und Nina leben etwas ausführlicher beschrieben wird. Das man etwas über die Ursachen und Hintergründe der Überflutungen erfährt, die Entstehung des neuen Gesellschaftssystems besser erläutert wird oder auch dass man Informationen bekommt, was im Rest der Welt los ist. Diese Dystopie spielt dort, wo heute die Niederlande liegen, aber das Ausland und ob die Menschen da ebenfalls von den Überflutungen betroffen sind wird mit keinem Wort erwähnt. Da es der erste Band einer Reihe ist, weiß ich natürlich nicht, ob in diese Richtung mehr für weitere Bände geplant ist. Aber ich finde solche generellen Erläuterungen der Welt in der die Geschichte spielt gehören durchaus in den Einstieg. Einiges kann man sich im Verlauf der Geschichte zusammenreimen, aber von manchen im Buch beschriebenen Sachen hatte ich bis zum Ende keine richtige bildliche Vorstellung. 

Stattdessen konzentriert sich der erste Teil eigentlich fast nur auf Nina und Max plus ihre Familien. Das fand ich sehr schade, denn ich denke, dass die Ausgangsidee viel mehr Potential gehabt hätte.
Nina lebt als Tochter des Gouverneurs sicher vor dem Wasser in der "Geschlossenen Gemeinschaft" im Luxus und ausgestattet mit allerlei High Tec Kram. Max hingegen wohnt als "Nasser" in einem Viertel nahe des Deiches und sein Zuhause wird bei einer erneuten Flut als erstes überschwemmt. Er lebt mit seiner Familie in einem Hochhaus in ärmlichen Verhältnissen und seit dem Tod seines Vaters hat sein älterer Bruder mit seinen Eskapaden die Kontrolle über die Familie. 
Beide Protagonisten sind durchaus sympatisch, wobei ich Max Persönlichkeit etwas besser ausgearbeitet fand. Er ist sehr impulsiv und aufbrausend und seine innere angestaute Wut, die nur allzu häufig in ihm hochkocht und der Knoten, der sich dann in seinem Inneren bildet sind sehr anschaulich beschrieben. 
Nina hingegen war am Anfang etwas blass. Später konnte ich ihre Handlungen oder besser gesagt, dass was sie eben nicht tat überhaupt nicht verstehen. 
Das Buch ist jedoch nicht nur was die Beschreibung der Welt, in der die beiden leben etwas oberflächlich, sondern auch, was ihre Beziehung angeht. Diese war mir viel zu körperlich basiert und oberflächlich. Wenn die beiden aneinander dachten, dann eigentlich nur an körperliche Dinge, vieles ging viel zu schnell oder kam aus dem Nichts und ich hatte irgendwie nicht das Gefühl, dass sie auch auf einer anderen Ebene irgendwie verbunden sind.

Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Nina und Max erzählt, was ich sehr gut finde, da man so die Gedanken von beiden Protagonisten zu den jeweiligen Situationen mitbekommt und dieses Innenleben der beiden ergänzt sich perfekt. Diese Lösung hat mir in jedem Fall auch viel besser gefallen, als nochmal ein separates Buch mit der gleichen Geschichte aus Sicht des anderen Protagonisten zu machen, was ja derzeit auch häufiger vorkommt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und sachlich gehalten. Es ist sehr schnell und flüssig zu lesen, aber halt leider auch nicht sehr detailliert, wie ich oben schon erwähnte.

Was den Spannungsbogen angeht fand ich das Buch auch nicht optimal, was aber größtenteils auch am viel zu ausführlichen Klappentext liegt. Am Anfang plätschert die Geschichte eher so dahin und man ist erst nach der Hälfte des Buches an dem Punkt angelangt, an dem man das selbe Wissen wie nach dem Klappentext hat. Für mich ist das viel zu viel, da ich dann das Gefühl habe, das Buch gar nicht mehr lesen zu müssen. Ich würde euch nicht empfehlen den Klappentext zu lesen, falls ihr euch für das Buch interessiert. Er nimmt viel an Spannung von Max Reaktion weg. Für meine Rezension habe ich den Inhalt daher extra kürzer gefasst.
Im zweiten Teil des Buches ist das Tempo dann etwas höher, aber dennoch sind viele Dinge sehr vorhersehbar. Das Buch endet nicht mit einem totalen Cliffhanger, aber doch recht offen. Anscheinend ist ein zweiter Teil geplant. Für diesen würde ich mir dann mehr Erklärungen zu Max und Ninas Welt wünschen.



Fazit:

Das Meer und die Flut als Gefahr für den Menschen fand ich ein sehr interessantes und durch den Klimawandel auch realistisches Setting, das es aber verdient gehabt hätte viel mehr ausgebaut zu werden. So blieb das Buch jedoch leider sehr oberflächlich was die geschaffene Zukunftsvision, aber auch was die Beziehung der Protagonisten angeht und ist für mich nur eine eher durchschnittliche Dystopie.


Insgesamt vergebe ich 2,5 Sterne.


Originalität       4 Sterne
Umsetzung       2 Sterne
Schreibstil         3 Sterne
Charaktere        3 Sterne
Tempo               2.5 Sterne
Tiefe                   2 Sterne
Lesespaß           3 Sterne


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Tags: dystopie, flut, klimawandel, nass, trocken, überschwemmun, wasser   (7)
 

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270 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

zeitreise, zeitreisen, agenten, reihe, amerika

Die Zeitenspringer-Saga: Die achte Wächterin

Meredith McCardle , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.05.2015
ISBN 9783492703529
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Amanda macht ihre Ausbildung an der Peel Academy, einem College in dem man ausgebildet wird, um später seinem Land zu als Agent bei der CIA oder dem FBI zu dienen. Obwohl sie noch nicht im Abschlussjahrgang ist wird Amanda am jährlichen Testtag überraschenderweise von einer der geheimsten Regierungsorganisationen rekrutiert. Dieser Organisation, die sich "Annum Guard" nennt, soll sie nun als achtes Mitglied dienen. Von einer Minute auf die andere muss Amanda ihr komplettes Leben zurück lassen, denn die Organisation ist so geheim, dass man für immer dort bleiben muss, da sie Zeitreisen ermöglicht, die dazu genutzt werden die Vergangenheit zu optimieren. 

 
Cover und Gestaltung:

Es handelt sich um eine sehr hochwertig verarbeitete Klappbroschur, die in glänzendem gold-gelb gehalten ist. Die schwarze Blume bildet einen sehr guten Kontrast. Ebenso finde ich das Uhrensymbol auf dem Buchrücken toll, dass sich hoffentlich durch die gesamte Reihe zieht. 
Das Cover ist schlicht und wirkt trotzdem edel, so dass es ins Auge sticht. Die Blume soll wohl eine Iris darstellen, was Bezug auf Amandas Decknamen bei Annum Guard nimmt, allerdings würde man hinter diesem Cover wohl eher keinen Zeitreise-Spionage Thriller vermuten.
Die innere Gestaltung des Buches ist ebenfalls toll. Die Blume taucht als Ornament vor jedem Kapitel wieder auf.


Meine Meinung:

Als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau entdeckt hatte, war sofort klar, dass ich es lesen muss. Denn ich liebe Zeitreisegeschichten.
Hier haben wir es mit einer Mischung aus einem Zeitreiseroman und einem actionreichen Agententhriller zu tun.

Die Geschichte steigt sofort rasant ins Geschehen ein und man befindet sich mit Amanda mitten in einer Prüfung am Testtag an der Peel Acadamy. Aber es ist kein typisches Akademie Buch, wie ich zunächst befürchtet habe. Diese ganze Collegeszenerie kommt nur am Rande vor und schon nach wenigen Seiten befindet sich Amanda bei Annum Guard. Fortan unternimmt sie von dort aus immer wieder Zeitreisen quer durch die Jahrhunderte und soll anhand dessen in ihrer Probezeit den Unterschied zwischen der Veränderung und der Verbesserung der Vergangenheit lernen.

Das Buch ist gespickt mit allerhand Überraschungen, Wendungen und Intrigen. Es spielt hauptsächlich in Boston und Amanda unternimmt Zeitreisen in viele Epochen vom Boston Massaker bis hin zur Ermordung von Kennedy. Die historischen Teile, in denen Amanda in andere Zeitepochen springt haben mir sehr gut gefallen. Auch wenn diese nur als kleine Ausschnitte dargestellt sind und das Geschehen immer wieder zu Annum Guard zurückkehrt. 
Die ganze Zeitreiseproblematik ist (sofern bei diesem Thema möglich) verständlich und ohne Logikfehler dargestellt. Allerdings sollte man auch dran bleiben bei dem Buch, da man bei längeren Pausen mit den Details der ganzen Zeitsprünge sonst doch etwas den Faden verlieren könnte.

Das Buch hat mich von Anfang an komplett gefesselt und ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen, was für mich sehr ungewöhnlich ist. Aber der Spannungsbogen stieg stetig und riss bis zum Ende nicht ab. Meredith Mc Cardle schreibt flüssig und mitreißend zugleich. Zudem ist das Tempo der Entwicklungen sehr rasant, so dass es eigentlich gar keine Möglichkeit gab das Buch zu pausieren.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Amanda, die bei Annum Guard dann unter dem Decknamen Iris agiert, erzählt. Sie hat mir als willensstarke und sehr direkte Protagonistin sehr gut gefallen. Ich fand es ganz erfrischend, dass man es hier mal nicht mit einem unfehlbaren Übermenschen zu tun hat, denn sie hat durchaus ihre Ecken und Kanten und ist teilweise sehr egoistisch und impulsiv. Allerdings hatte sie keine leichte Vergangenheit. Ihr Vater ist früh verstorben, die Mutter leidet an einer bipolaren Störung und nun wird sie aus ihrem Leben gerissen, in das sie wohl auch nie wieder zurück darf. Dazu hat sie viel Neues bei Annum Guard zu verdauen und wird auch dort gleich wie eine Außenseiterin behandelt. Von daher finde ich ihr Verhalten verständlich und menschlich, was sie wiederum zu einer sehr authentischen Hauptfigur macht, mit der man sich gut identifizieren kann.

Es gab auch einige interessante Nebencharaktere. Hier hat mir Yellow unglaublich gut gefallen. Indigo und Blue sind ebenfalls sehr interessant dargestellt. Andere der Wächter bleiben jedoch im Hintergrund und werden kaum mehr als dreimal erwähnt. Ich würde mir wünschen, dass diese in den Folgebänden auch mehr in den Vordergrund treten. Denn "Die achte Wächterin" ist der Auftakt zu einer Reihe, die bereits im November mit Band 2 "Die Farbe der Zukunft", fortgesetzt wird. Ein Buch auf das ich mich schon jetzt wahnsinnig freue.


Fazit:

"Die achte Wächterin" war für mich bisher eines der Jahreshighlights. Es ist ein spannungsgeladener Zeitreise-Spionage Thriller und eine rasante abenteuerliche Reise quer durch die Jahrhunderte. Ein absolutes Muss für Zeitreisefans und natürlich volle 5 Sterne von mir.


Originalität       5 Sterne
Umsetzung       5 Sterne
Schreibstil         4 Sterne
Charaktere       4 Sterne
Tempo               5 Sterne
Tiefe                   5 Sterne
Lesespaß           5 Sterne


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Tags: boston massaker, fantasy, geheimnisse, intrigen, jugendbuc, kennedy attentat, korruption, reihe, spionag, zeitenspringer, zeitreise, zeitsprünge   (12)
 

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192 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 84 Rezensionen

familiengeheimnis, roman, reichtum, liebe, familie

Bittersweet

Miranda Beverly-Whittemore , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 418 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2015
ISBN 9783458360704
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Die Protagonistin Mabel kommt aus bescheidenen Verhältnissen und ist nur durch ein Stipendium für eine Elite-Universität zugelassen wurden. Ihre Zimmergenossin Ev hingegen ist das komplette Gegenteil. Sie stammt aus der reichen Familie Winslow und ist dazu noch sehr hübsch und beliebt. Ev beachtet Mabel überhaupt nicht, bis sich in ihrer Familie ein tragisches Ereignis abspielt und sie in Mabel eine gute Zuhörerin und Freundin findet. Spontan lädt sie diese ein die Ferien mit ihr in Winloch, dem Sommersitz der Familie Winslow zu verbringen. Alles wirkt idyllisch und wie ein Paradies auf Mabel bis die Fassade zu brökeln beginnt und sie auf dunkle Familiengeheimnisse stößt.

 

Cover und Gestaltung:

Das Cover ist richtig toll. Es zeigt das Ferienhaus in dem Ev und Mabel den Sommer verbringen. Es liegt ruhig und idyllisch an einem See, doch dieses Bild ist trügerisch, wie auch die Winslows.
"Bittersweet" ist der Name des Sommerhauses. der Titel passt aber auch perfekt zur Geschichte. 



Meine Meinung:

Das Buch war komplett anders, als ich es erwartet habe. Es beginnt ziemlich klischeehaft wie eine typische Highschoolgeschichte. Trotzdem fand ich den Anfang noch interessant und auch die Ankunft in Bittersweet wurde schön atmosphärisch dargestellt. Aber dann nach spätestens 80 Seiten wird die Geschichte sehr langatmig. Die Autorin verliert sich zu sehr in detailreichen Beschreibungen normaler Sommer Badetage. Atmosphärisch war die Geschichte zwar weiterhin etwas besonderes, aber dies ging zu stark zu Lasten der Handlung. Ein Pageturner, wie hinten auf dem Buch steht ist es für mich absolut nicht gewesen. Im Gegenteil: Über weite Teile musste ich mich ziemlich durch das Buch quälen, weil die Handlung einfach nicht weiter ging. Erst nach 300 Seiten voller Andeutungen eines Familiengeheimnisses nimmt das Buch nochmal richtig Fahrt auf. Diese Aufklärung ging dann schon beinahe wieder zu schnell. Man hat das Gefühl hier wollte die Autorin nochmal alles, was sie vorher an Handlung versäumt hat auf die letzten Seiten quetschen. Dramaturgisch hätte man da sicher einiges besser machen können.

Die Auflösung an sich fand ich dann doch etwas unglaubwürdig und überzogen, aber vor allem lies sie auch viele meiner Fragen offen. Und dann das eigentliche Ende des Buches machte mich endgültig sprachlos und ich fing mich echt an zu fragen wie die Autorin dieser Geschichte so ein Ende hat verpassen können. Viele Leute werden da sicher anderer Meinung sein, aber ich finde ein schlechteres Ende hätte man dem Plot überhaupt nicht geben können und so verlor das Buch für mich auch komplett seine Aussage.

Leider konnte ich auch mit den Charakteren nicht mitfiebern. Mit der Protagonistin Mabel, die die Geschichte aus der Ich-Perspektie schildert, konnte ich überhaupt nichts anfangen. Wie geblendet sie vom Leben der Winslows ist und wie naiv sie durch die Welt wandelt. Dazu war mir auch ihr Neid und Egoismus auf der einen Seite, aber dann wieder diese ungesunde Fixierung auf Ev auf der anderen Seite viel zu viel. Ständig grübelt sie darüber nach was diese oder jene Situtation für ihre Stellung in der Familie bedeuten würde, dabei ist sie nur der Feriengast der Tochter des Familienoberhauptes. Nachforschungen stellt sie nur an, weil ihr in Aussicht gestellt wird eines der Cottages zu erben, falls sie fündig wird. Wie absurd ist das denn schon allein. Mabels Hintergrundgeschichte kam für mich ebenfalls viel zu kurz und erst in die Auflösung hineingequetscht. Diese hätte man eher schon am Anfang bringen und auch etwas ausführlicher darstellen können, dann hätte ich vielleicht mehr Verständnis für Mabel entwickeln können.
Auch mit den anderen Charakteren konnte ich nicht viel anfangen. Entweder sie stellten sich als sehr berechnend und manipulativ heraus oder sie waren einfach zu blass. Hier hätte man sich auch lieber auf weniger Charaktere beschränken sollen, die man besser ausarbeitet, anstatt den gesamten Stammbaum der Winslows einfließen zu lassen.


Fazit:

"Bittersweet" ist ein Familiendrama mit einer durchaus interessanten Grundidee. Leider war das Einzigste was mich an dem Buch überzeugen konnte, die gut eingefangene Atmosphäre. Vom Plot, den Charakteren und dem Spannungsbogen war es leider überhaupt nicht meins. 

Insgesamt kann ich nur 2 Sterne vergeben.


Originalität       4/5 Sterne
Umsetzung       1/5 Sterne
Schreibstil         4/5 Sterne
Charaktere       2/5 Sterne
Tempo               2/5 Sterne
Tiefe                   3/5 Sterne
Lesespaß           2/5 Sterne



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Tags: drama, familiengeheimnis, intrige, mord, reichtum, roman   (6)
 

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schicksal, liebe, suzanne young, rezensio, jugendroman

Einfach Schicksal

Cat Patrick , Suzanne Young , Anja Malich
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 12.02.2015
ISBN 9783846600108
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Carolines Oma, bei der sie lebt und die für sie wie eine Mutter ist, wird nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert. Eines abends steht Caroline vor der Wahl, ob sie einen weiteren Abend zusammen mit ihrer Familie, zu der sie kein besonders gutes Verhältnis hat, bei ihrer Großmutter im Krankenhaus verbringt oder mit einer Freundin auf eine Party geht, um sich abzulenken. Diese eine Entscheidung scheint schwerwiegende Folgen für ihr gesamtes weiteres Leben zu haben.
In "Einfach Schicksal" werden beide potentielle Lebenswege für Caroline nach dieser Entscheidung durchgespielt.

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover des Buches hat mich sehr begeistert und ist mehr als passend zur Geschichte. Das Cover zeigt Caroline als Wackelbild. Je nachdem, wie man das Buch hält sieht man ihr Gesicht aus zwei verschiedenen Perspektiven, die die 2 alternativen Lebenswege für Caroline im Buch symbolisieren. Eine geniale Idee!



Meine Meinung:

Das Buch steigt mit einem Prolog ein, der als "Vorher" betitelt wird und an dessen Ende Caroline eine Entscheidung zu fällen hat. Danach verfolgen wir, wie unterschiedlich die Konsequenzen ihrer Entscheidung Carolines Leben in beiden Fällen weiter verlaufen lassen und es werden beide Wege durchgespielt. Dabei wechseln sich die Kapitel mit den Überschriften "bleiben" (für die Entscheidung, dass sie im Krankenhaus bei ihrer Großmutter bleibt) und "gehen" (für die Entscheidung, dass sie an jenem Abend das Krankenhaus verlässt und zu einer Party geht) ab. 
Diese außergewöhnliche Grundidee von zwei unterschiedlich angelegten Erzählsträngen, die Carolines alternative Lebenswege nach der Entscheidung symbolisieren, hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sie nicht ganz neu ist. Eine ähnliche Ausgangsposition mit etwas anderer Umsetzung hatte mich bereits in "Vergiß mein nicht" von Kasie West total mitreißen können.

Allerdings muss ich sagen, dass die Handlung innerhalb der Beschreibung der einzelnen Lebenswege hier eher so dahin plätscherte. Es geht in beiden um Carolines zerrüttetes Verhältnis zu ihren Familienmitgliedern, ihre Trauer um die Großmutter und um die Liebe. Aber beide Geschichten an sich sind jetzt nicht allzu außergewöhnlich. Da fehlte mir dann doch etwas der Spannungsbogen oder mal eine überraschende Wendung. 
Was mir hingegen sehr gut gefallen hat und auch das besondere an dem Buch ist, war wirklich eher die übergeordnete Frage welcher bzw. ob sich ein Weg als der bessere heraus stellt. Und auch wie man das ganze am Ende im Epilog auflöst fand ich sehr interessant und stimmt durchaus nachdenklich über eigene bereits gefällte aber auch kommende Entscheidungen, die das Leben mit sich bringt.
Sehr gelungen ist auch wie unterschiedlich sich beide Lebenswege von Caroline nach dieser Entscheidung doch entwickeln und das es nicht nur eine positive Variante gibt, sondern das beide Entscheidungsvarianten sowohl erfreuliche, als auch unangenehme Ereignisse für sie nach sich ziehen.

Die beiden Lebenswege werden jeweils aus der Ich-Perspektive von Caroline geschildert, so dass man einen sehr guten Einblick in ihr durcheinander gewirbeltes Gefühlsleben erhält. Carolines Persönlichkeit ist auch in beiden potentiellen Lebenswegen etwas unterschiedlich dargestellt, was ich gut umgesetzt fand. Leider konnte ich weder mit der Caroline mitfühlen, die bei ihrer Großmutter im Krankenhaus geblieben ist, noch mit der die zur Party fuhr. Sie war mir nicht direkt unsympathisch, aber einzelne Reaktionen von ihr konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen und ließen sie eher egoistisch auf mich wirken. Irgendwie konnte ich mich nie so richtig in sie einfühlen oder mich mit ihr identifizieren.
Da fand ich hier eher mal die Nebencharaktere interessanter, die allesamt facettenreich dargestellt und meist auch in beiden ihrer Lebenswege vertreten waren.

Der Schreibstil der Autorin ist Jugendbuch typisch locker und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz, so dass man das Buch schnell gelesen hat. Natürlich muss man alle paar Seiten umdenken, da die alternativen Lebensszenarien sich kapitelweise abwechseln, aber da hat man sich schnell hinein gedacht. Behilflich sind dabei auch die Wörter "bleiben" oder "gehen", die sich jeweils neben den Seitenzahlen befinden, so dass man immer weiß in welchem Lebensweg man sich zur Zeit befindet.



Fazit:

Mehr als die Handlung an sich überzeugte mich die außergewöhnliche Erzählweise des Buches, in dem 2 alternative Lebenswege der Hauptprotagonistin parallel geschildert werden und die Auswirkungen einzelner Entscheidungen in unserem Leben deutlich gemacht wird. Es ist ein unterhaltsames Jugendbuch und regt am Ende sicher auch jeden etwas zum Nachdenken über das Schicksal und die Entscheidungen im eigenen Leben an.

Insgesamt vergebe ich 3,5 Sterne.



Originalität       5 Sterne
Umsetzung       3 Sterne
Schreibstil         4 Sterne
Charaktere        4 Sterne
Tempo               3 Sterne
Tiefe                   4 Sterne
Lesespaß           3 Sterne

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Tags: jugendbuch, liebe, schicksal   (3)
 

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überwachung, dystopie, zukunft, kamera, e-brace

Deleted

Margit Ruile
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 31.03.2015
ISBN 9783845806396
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Ben lebt im Jahr 2034 in Berlin. In dieser Zukunft ist es normal, dass alle Menschen einen sogenannten Slave besitzen. Diese Hologrammfiguren können für die Menschen Erinnerungen abspeichern, ihnen bei Recherchen helfen und ihre Termine verwalten. Allerdings sammeln diese virtuellen Helfer dabei auch sämtliche Daten über den Benutzer. Bald aber stellt Ben fest, dass sich sein Slave Sakar anders verhält als die anderen Slaves. Er hat fast menschliche Züge und besitzt Zugriff auf alle Kameras der Stadt. Ben stellt schon bald die totale Überwachung der Menschen durch ihre Slaves in Frage und gelangt so zu der Organisation der "Falschen Freunde".

 
Cover und Gestaltung:

Das Cover zeigt den Protagonisten Ben halb verzerrt und suggeriert schon, dass es in dem Buch um Netztechnik geht.


Meine Meinung:

Das Buch spielt in der näheren Zukunft im Jahr 2035 in Berlin. Das angesprochene Thema eines technisierten absoluten Überwachungsstaates finde ich hoch aktuell und sehr interessant. Es gibt ein nahtloses Kamerasystem sowohl in den Häusern als auch auf den Straßen, mit dem die Menschen rund um die Uhr überwacht werden. Jeder besitzt ein sogenanntes E-Brace. Das ist ein elektronisches Armband mit Touchscreen und einer dazugehörigen Hologrammfigur, die als "Slave" bezeichnet wird. Da dieses schon Kinder im Kindergartenalter bekommen, wachsen die Menschen mit ihrem Slave auf und lernen diesen als Freund an zu sehen, dem sie all ihre Gedanken anvertrauen. Außerdem können die Slaves als Gedächtnis fungieren, Termine verwalten und Daten abfragen.

Die Autorin beschreibt diese technisierte Welt sehr bild- und glaubhaft und man kommt unweigerlich zum Nachdenken, wie weit wir eigentlich selbst noch von dieser totalen Überwachung entfernt sind. Ich denke, dass es leider bei uns schon deutliche Parallelen zu der im Buch beschriebenen Welt gibt. Die meisten Menschen in Bens Gesellschaft bekommen aber wie auch heutzutage diese totale Überwachung gar nicht mit oder ihnen ist es einfach egal.

Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Ben erzählt. Es beginnt damit, dass er in einem Raum festsitzt und darauf wartet entdeckt zu werden und währenddessen in einem Notizbuch seine Geschichte aufschreibt und erzählt, wie er in diese Situation gekommen ist. Während der Geschichte tritt er dabei immer mal wieder beim Schreiben in direkten Kontakt mit dem Leser und spricht diesen persönlich an. Diese Absätze sind in kursiv gedruckt. 
Trotz der Ich-Perspektive und den direkten Kontakt zum Leser konnte ich jedoch während des ganzen Buches keinen wirklichen Draht zu Ben aufbauen. Auch seine Entscheidungen konnte ich oft nicht richtig nachvollziehen. Die anderen Charaktere blieben für mich leider ebenso ziemlich blass. Daran änderte auch die angedeutet Liebesgeschichte nichts, die nichts halbes und nichts ganzes war und die man auch gut hätte weglassen können. Am interessantesten fand ich da am ehesten noch Bens Slave Sakar.

Anfangs weiß man noch nicht so richtig, in welche Richtung die Geschichte geht und die Autorin schafft es immer wieder einen mit Wendungen zu überraschen. Das Buch gehört mit seinen rund 250 Seiten eher zu den dünneren und hier hätten ein paar mehr Seiten der Geschichte meiner Meinung nach gut getan. Zuviel wird übersprungen oder übereilig entschieden. Auch das Ende der Geschichte ist sehr offen. Es schließt fast nahtlos an die Rahmenhandlung vom Beginn an. Leider blieben eigentlich alle meine Fragen, die ich mir während des Lesens gestellt habe offen, was ich für den Falle, dass dies ein Einzelband bleibt sehr schade finde.


Fazit:

Margit Ruile beschreibt in ihrem Jugendbuch eine Welt der totalen Überwachung und der totalen Kontrolle über die Daten einer Person. Ein hochbrisantes Thema, über das sich in Zeiten von Facebook, Twitter und Co vor allem auch Jugendliche mehr Gedanken machen sollten. Leider fand ich die Umsetzung nicht ganz gelungen, da durch die rasante Erzählweise die Charaktere sehr blass blieben, manche Handlungen sehr überstürzt wirkten und am Ende doch einige Fragen offen blieben.


Insgesamt vergebe ich 3 Sterne.


Originalität       4 Sterne
Umsetzung      2,5 Sterne
Schreibstil        4 Sterne
Charaktere      2,5 Sterne
Tempo               4 Sterne
Tiefe                  3 Sterne
Lesespaß            3 Sterne

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Tags: datenkontrolle, dystopie, e-brace, gläserner mensch, jugendbuc, kameras, kontrolle, überwachun, überwachung, zukunft   (10)
 
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