Leserpreis 2018

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76 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Die Abenteuer des Apollo 2: Die dunkle Prophezeiung

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551556899
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag es ja, wenn man einen Mehrteiler hintereinander weglesen kann. So kam es, dass ich recht schnell mit diesem zweiten Teil der Apollo Reihe durch war. Und es hat sich gelohnt. 

Apollo alias Lester Papadopoulus reist mit seinen Freunden Leo und Kalypso weiter nach Indianapolis, um dort das nächste Orakel zu finden. Dort weilt Commodus, mit dem Apollo eine nicht so tolle Geschichte verbindet. Und so muss Lester alias Apollo die Stadt Indianapolis vor dem bösen römischen Kaiser Commodus befreien, der die Stadt an sich reißen will und das Orakel vor Apollo beschützen soll. Gleichzeitig entpuppt sich das Orakel bei Indianapolis als Familienmitglied, und das ist nicht das einzige Familienmitglied, dem sich Apollo überraschenderweise stellen muss. Kann Apollo Indianapolis retten und sich somit Ziel nähern, wieder göttlich zu werden?

In diesem Teil von Rick Riordan ist Apollo nach wie vor ein hochnäsiger pubertierender Möchte-gern-Gott, aber seine Art und Weise zu nerven, lässt sich besser aushalten als in Teil 1. Er nörgelt und beschwert sich nach wie vor, aber er zeigt auch stellenweise Einsicht und scheint sich zu bessern. Seine Freunde helfen ihm natürlich weiter, und Apollo kann sich auch auf neue Helfer freuen, die ihm in einem magischen Haus ein sicheres Versteck bieten, bis sich der Feind nähert. So muss Apollo wieder mal herausfinden, wer auf seiner Seite steht und wer nicht. 

Irgendwie konnte ich mir unter den Blemmier nicht wirklich was vorstellen, ausser komische Blechdosen à la Mr. Potatoe Head aus Toy Story. Gut dass man das googlen kann, und ich wenigstens aufgeklärt wurde. Das muss ich dieser Reihe echt hoch anrechnen: Diese Reihe vermittelt spielerisch Wissen um die römischen, aber auch griechischen Mytholgien, und ist somit prima nicht nur für Jugendliche geeignet. Ich zücke oft genug das Internet, um gewisse Sachen nachzulesen. Der Bildungseffekt geht hier nicht verloren. Super!

Besonders gefallen hat mir der kopflose Geist, der mit dem magischen Ball kommunizieren konnte. Irgendwie war mir der Charakter so sympathisch, dass ich gerne von ihm hören würde. 

Für mich ist der zweite Teil wesentlich gelungener als der erste Teil. Die Charaktere werden mir sympatischer, und ich freue mich definitiv auf die weiteren drei Teile. Klare Leseempfehlung für Percy Jackson Fans!

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Das letzte Schaf

Ulrich Hub , Ulrich Hub , Jörg Mühle
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551553843
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ach, was für ein knuffiges Buch! Das letzte Schaf von Ulrich Hub.

Es ist soweit: Das Jesus-Kind ist geboren, und die frohe Botschaft ist verkündet. Und so erscheint ein helles Licht und die Schafhirten folgen dem hellen Licht ins Tal und besuchen das kleine Kind in der Krippe. Doch die Hirten haben die Schafherde allein zurück gelassen. Und nun sind die Schafe erschrocken. Was sollen sie nur ohne die Hirten machen? Sie sind doch so neugierig und wollen das kleine Kind sehen. Doch wie kommen sie zur Krippe? Wo ist die Krippe? Und so begeben sich die Schafe auf eine kleine Reise zum Kind, und erleben viele Überraschungen, aber auch viele Abenteuer. 

Diese Weihnachtsgeschichte ist für Kinder erzählt, aber aus der Sicht der Schafe. Wie erging es den Schafen, als sie allein auf der Wiese zurück gelassen wurden? Und welche Gedanken haben sich sicherlich nicht nur die Schafe gemacht, was dieses Kind bedeutet für die Welt? War es sicher ein Junge oder bestand die Möglichkeit auf ein Mädchen? Welchen Namen hatte es? Und welches Geschenk ist diesem besonderen Kind würdig?

Ich finde die Umsetzung sehr gelungen. Man kann es als reines Kinderbuch lesen, aber es sind einige nette Spitzen eingebaut, die sicherlich der ein oder andere Erwachsene auch versteht. So greift der Autor den Wahn der Geschenkewahl auf oder das Auftreten der Menschen. 

Dieses Buch regt zum Nachdenken an, aber auch zum Lachen. Die Schafe sind wirklich sehr amüsant, und man kann sich gut vorstellen, dass es in einer Schafherde so zugehen könnte. 

Auch die bildhafte Gestaltung der Schafe ist sehr gelungen! 

Und die Essenz dieses Buches: haltet zusammen! Frohe schafige Weihnachten!

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Schlaflied

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei btb, 12.02.2018
ISBN 9783442716111
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem Wald in Schweden wird ein grausamer Fund gemacht: eine Leiche wird verstümmelt von einem Eber freigelegt, und die Polizei muss einen ihrer schwersten Fälle lösen. Den der kleine Junge, der tot aufgefunden wurde, bleibt nicht die einzige verstümmelte Leiche. Während das Ermittlerteam um Olivia Rönning alles tut, um den Fall zu lösen, öffnen sich schreckliche Abgründe auf. Olivia holt selbst ihren ehemaligen Ermittler Tom Stilton wieder ins Boot, weil sie entsprechend verzweifelt ist. Doch Tom ermittelt teils auf eigene Faust, und nicht immer in Abstimmung mit seiner Vorgesetzten Olivia, was für Ärger sorgt.

Ich bin ein Fan von den nordischen Krimis. Es herrscht hier immer eine gewisse düstere Stimmung. Auch hier in diesem Buch. Das Ermittlerteam muss sich mit den Themen Flüchtlingen, Organhandel und Pädophilenring auseinander setzen, was nicht immer einfach zu verarbeiten war. 

Diese brisanten Themen halten die Ermittler auf Trab, aber auch den Leser. Die Eingangsszene sorgte bei mir direkt für Gänsehautstimmung. Lange hat mich diese Szene verfolgt, bis sie in der Handlung aufgelöst wurde. Während den ganzen Ermittlungen gab es viele schaurige Momente, in denen man hofft, dass die Realität doch nicht so schlimm sein möge. Doch ich vermute, sie ist es, denn sonst hätte das Autorenpaar diese Themen nicht angesprochen. 

Jeder Charakter hat sein Päckchen zu tragen, und trägt mit seinen Eigenheiten zur Lösung des Falles bei. Die Charaktere sind persönlich mit ihren Ecken und Kanten, und passen in das Gesamtbild des Krimis. 

Der Verdacht wird auf mehrere Charaktere gelegt, wobei die Schwere der Schuld sich erst im letzten Drittel des Buches ersichtlich wird. Und dennoch bleibt die Spannung erhalten, denn es gilt, den Verdacht zu beweisen. 

Ein sehr ausdrucksfähiger Krimi, den man - mit entsprechenden Nerven - gelesen haben sollte. 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Das Netz der Seelenfresser

Hanna Nolden
Flexibler Einband: 492 Seiten
Erschienen bei Talawah Verlag, 20.07.2018
ISBN 9783947550128
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sara und ihre Mutter Elisa sind erschüttert. Der Vater Georg ist urplötzlich verschwunden, und weder die Polizei noch die Familie selber weiß, wohin Georg verschwunden ist; die Entführer melden sich nur spärlich und wollen statt Geld lieber ein sehr seltenes Buch. Zu dieser Verzweiflung gesellt sich auch noch Sten, der anscheinend für Georg gearbeitet hat. Doch Sara ist davon überrascht. Sie hielt wie ihre Mutter ihren Vater immer für einen Handelsvertreter für Ungezieferfallen. Doch Sten belehrt sie eines Besseren. Als Sara mit ihrer Mutter Elisa auf dem Weg zur Großmutter Rita einen Unfall haben, und im Krankenhaus auf den merkwürdigen Pfleger Markus Gohra treffen, nimmt die Geschichte eine seltsame Wendung. Sara soll ihrem Namen Spukfinder alle Ehre machen, und bekommt unerwartete Hilfe. Kann Sara mit ihrer Familie und ihren Freunden das Netz der Seelenfresser bekämpfen und somit ihren Vater zurück gewinnen?

Ich mache es kurz: ich bin von diesem Buch restlos begeistert! Ich habe das Buch kaum aus den Händen legen können. Diese Geschichte und die Charaktere sind sprachlich und logisch so wunderbar ausgearbeitet. Allein die Idee des Plankton des Waldes geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe mich in diese Idee und Textstelle verliebt. Die Verliebtheit von Sara und Sten passt wunderbar in dieses Buch und wird nicht überzogen dargestellt. Es bleibt der Zauber der ersten Verliebtheit. "Das Netz der Seelenfresser" hält den Spannungsbogen bis zum Schluss. Die Autorin hat es geschafft, einen Show-Down zu beschreiben, der logisch ist, aber überhaupt nicht übertrieben wirkt, sondern für das Buch komplett angemessen. Es gibt keinen abgefahrenen Hokus-Pokus. Es ist für mich persönlich die richtige Mischung zwischen Geisterjäger, ein bisschen Gruselgewusel, aber auch Familiengeschichte. Ein sehr gelungenes Buch. 

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77 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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The President Is Missing

Bill Clinton , James Patterson , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.06.2018
ISBN 9783426281970
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

US-Präsident Jonathan Duncan muss sich als Präsident beweisen. Während ihm die Presse und seine Regierung auf die Pelle rückt, weil bei einem Auslandseinsatz ein US-Soldat ums Leben gekommen ist, will der Präsident einen ranghohen Terroristen ausschalten. Denn - so vermutet Duncan - ist dieser nicht nur für den Anschlag und den Tod des Soldaten verantwortlich, sondern plant auch weitere Anschläge. Einer dieser Anschläge soll über einen Virus laufen, bei dem die kompletten us-amerikanischen IT-Systeme ausgeschalten werden sollen, und somit die Wirtschaft und die allgemeine Infrastruktur der USA lahmgelegt werden sollen. Doch zwei der Handlanger bekommen kalte Füße und treten an den Präsidenten heran, um das Schlimmste zu verhindern.

The president is missing: Nun, die Idee eines Cyber-Angriffes auf eine Nation, damit diese zusammen bricht, ist nicht neu. Der Präsident weiht nur seinen innern Stab von acht Leuten ein, um die Nation nicht in Angst und Panik zu versetzen. Da ihn auch noch seine Bluterkrankheit schwächt, setzt sich der Präsident ab. So entstehen die Gerüchte, der Präsident würde sich seiner Verantwortung entziehen. Es scheint, dass der Präsident wirklich vermisst wird. Gehadert habe ich hier mit dem Titel des Buches: Er ließ mir zuviel Spielraum, und ich habe eine andere Erzählperspektive erwartet. So war man ständig im Kreise des Präsidenten unterwegs, und ich habe den Zustand, dass der Präsident sich abgesetzt hat, um die Nation zu retten, nicht wirklich als Vermisstenzustand empfunden. Auch die Protagonistin, die ihre eigenen Pläne hat, den Präsidenten auszuschalten, wirkten fast schon lächerlich. Dass der Präsident sich seinem Secret Service widersetzt, grenzt an Wahnsinn oder gnadenlose Dummheit. 

Dennoch: das Buch hat seine positiven Seiten: ich finde es flüssig zu lesen. Der Spannungsbogen bleibt erhalten, auch wenn es sicherlich nicht das spannenste Buch ist, das ich bisher gelesen habe. Dass auch in seinem engsten Mitarbeiterkreis ein Maulwurf arbeitet, erhöht die Spannung etwas. 

Grundsätzlich ein gutes Buch, welches jedoch etwas mehr Potential gehabt hätte. 

 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Herz über Board 2: Mein Winter mit Lin

Sina Müller
Flexibler Einband: 404 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 10.11.2018
ISBN 9783958695580
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Endlich: das Finale der Dilogie „Herz über Board“ ist da. Und es ist sooo wundervoll geworden.

Während bei [Rezension] Sina Müller – Herz über Board (mein Sommer mit Jonah) die totale Sommerstimmung auf Sardinien herrschte, und ich noch total im Sommermodus war, und mich am liebsten in den Flieger nach Sardinien gesetzt hätte, kann man mit dem Finale nun getrost in die Vorweihnachtszeit bzw. den Winter starten.

Sina Müller entführt uns mit Herz über Board 2 – Mein Winter mit Lin in die Zeit nach dem Abenteuer in Sardinien. Lin studiert in Hamburg an der Stage Schule, um ihre Musical-Ausbildung weiter voran zu bringen. Als sie mit ihrer Ausbildungstruppe ein Dschungelbuch-Musical aufführt, bei dem sie einen Affen mimen darf, taucht plötzlich Jonah im Publikum auf. Lin freut sich natürlich riesig. Doch beide, Jonah und Lin müssen sich nun der Frage stellen, wie geht es weiter mit beiden? Wollen beide eine Fernbeziehung führen? Oder soll Lin doch Jonah nach Sardinien folgen? Welche Rolle wird Adrian einnehmen, denn sein Angebot steht noch, Lin bei einer Gesangsausbildung in London zu unterstützen. Aber auch Jonah hat zu kämpfen. Denn als er nach Sardinien gezogen ist, hat er in Deutschland alle Zelte sehr überstürzt abgebrochen. Kann er die ein oder andre Verbindung zu Freunden und Familie noch retten?

Auch mit diesem Teil ist Sina Müller wieder ein tolles Finale gelungen. Das Buch knüpft wunderbar an den ersten Teil an. Sicherlich ist es hilfreich, den ersten Teil zu kennen, um alle Handlungsstränge nachvollziehen zu können. Aber beide Teile ergänzen sich wunderbar. Ich mag den Kontrast zwischen dem Sommerprogramm, das quietschgelbe Cover, das jetzt im Kontrast zum blauen und winterlichen Cover des zweiten Teils steht. Beide Cover sind zwar gleich aufgebaut, in dem man Boards sieht, die aber entweder entweder zum Sommer oder Winter passen. Auch die Kleidung wurde entsprechend angepasst. Schön finde ich, dass der erste Teil auf Lin abzielt, die ihren Weg gehen kann. Nun darf Jonah seine Bahnen lenken und bekommt im zweiten Teil seinen Raum, um die Geschichte weiterzuspinnen.

Besonders gefallen hat mir, dass beide Charaktere stur sein können, aber beide an sich selber arbeiten. Nicht jede Beziehung läuft ab wie im Bilderbuch, und an jeder Beziehung muss permanent gearbeitet werden, trotz Entfernung und jedwedem Problem, das einem entgegen treten kann. Sina Müller hat hier den Alltag einer Fernbeziehung gekonnt untergebracht, aber auch das Verliebtsein nicht zu kurz kommen lassen. Ein wunderbares Buch, um den Winter einzuläuten!

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Rummel im Plänterwald

Sacha Szabo , Ludwig Neumann ,
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Büchner-Verlag, 08.08.2018
ISBN 9783963171031
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als ich vor wenigen Wochen das Buch "Rummel im Plänterwald" in den Händen hielt, muss ich gestehen, hab ich mich schon gefragt, was ich von einem Buch über einen Freizeitpark erwarten soll. Zumal ich nie der Freizeitparkgänger war, geschweige denn ich keinerlei Vorstellung hatte, wie es in einem Freizeitpark zu Zeiten der Mauer ausgesehen haben könnte. Doch dieses Werk war für mich eine Zeitreise: eine geschichtliche Reise, aber auch eine sehr persönliche Reise durch einen Park, der vielen Menschen durchaus einiges bedeutet hat.

Die Autoren haben hier sehr liebevoll die Geschichte des Parks erzählt, ohne einen mit zu vielen und vor allem langweiligen Details zu erschlagen. Zu Beginn der jeweiligen Kapitel werden die wichtigsten Fakten zusammen gefasst, was sich z. B. in welchem Jahr geändert hat. So wird man als Leser mit auf die Reise genommen, wie der Park geplant wurde, und welche Pläne tatsächlich ausgeführt wurden oder im Sande verliefen. Besonders gut haben mir die Übersichtspläne gefallen, mit denen man genau verfolgen konnte, welche Attraktionen zu den bereits vorhandenen hinzugekommen sind, bzw. welche bereits vorhandenen Attraktionen umgezogen wurden, und so hatte man einen direkten Vergleich. Auch die Baupläne waren sehr interessant, auf denen man erkennen kann, über welche Führungsschienen die Wasserattraktionen liefen.

Flade & Co. führen einen durch den Park, erzählen persönliche Anekdoten, und untermauern diese Erinnerungen mit Bildern, die nicht nur sie selber gesammelt haben, sondern auch von vielen anderen Mitbesuchern zugetragen wurden. Viele Fahrgeschäfte werden vorgestellt. Interessanter Fakt: ich habe mir nie weiters Gedanken darüber gemacht, wie ein Freizeitpark an seine Fahrgeschäfte kommt, oder was mit diesen passiert, wenn ein Park geschlossen wird. Viele Fahrgeschäfte wurden z. B. verkauft und mit einer neuen Lackierung und Namen in anderen Parks weiterverwendet. Ein trauriger Fakt jedoch ist, dass einige Attraktionen dem Vandalismus und dem zeitlichen Zerfall zum Opfer fielen.

Geschichtliche Facetten wurden ebenso eingearbeitet. So wurden die politische Lage, sich bewusst vom Westen abzusetzen, und z. B. eigene Maskottchen zu schaffen, ebenso angesprochen, wie die weitere Ausrichtung nach der Wende. 

Mir gefällt, dass hier auch eine gewisse persönliche Note im Buch wiedergespiegelt wird. Es ist wirklich beeindruckend, wieviele Geschichten der Rummel am Plänterwald geschrieben hat. Die Geschichte der Familie Witte, die sich jahrelang um den Park gekümmert hat. Oder die Geschichte des Clownsduos Hops und Hopsi, das jahrelang  ein fester Bestandteil im Park war und nun vom Autor Christopher Flade in zweiter Generation weiter geführt wird. Viele Besucher können Anekdoten beitragen und haben ihre Informationen mit den Autoren geteilt. 

Auch nach Schließung des Parks wurden von Christopher Flade noch Führungen im Park angeboten, die rege besucht wurden. 

Lassen wir uns überraschen, wie das Areal in der Zukunft genützt wird: es bleibt spannend.

Wer einmal im Plänterwald war, findet hier ein liebevoll Gestaltetes Erinnerungsbuch. Und wer sich näher mit Freizeitparks oder der Geschichte einer Attraktion Berlins vor und nach der Wende beschäftigen möchte, sei dieses Buch wärmstens zu empfehlen. 

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Jeder von uns ist ein Rätsel

A.J. Steiger , Annette von der Weppen
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2018
ISBN 9783551583796
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Alvie ist anders. Vielleicht nicht anders, aber doch speziell. Und vielleicht nicht speziell, sondern einfach besonders. Doch, besonders gefällt mir besonders gut. Denn Alvie hat nicht nur einen besonders schönen Namen, sondern auch ein besonders anderes Leben. Denn für Alvie sind viele Dinge besonders schwer zu erfassen, und manche eben nicht. So kann Alvie besonders gut mit Tieren umgehen. Sie kennt sich auch besonders gut mit Quantenphysik aus. Und doch: der Umgang mit Menschen fällt ihr besonders schwer. Was denkt der andere nun, und was ist die richtige Reaktion auf ihr gegenüber. Wie verhält sie sich richtig gegenüber ihrem Betreuer? Wie geht man richtig mit seinen Kollegen um, und wie geht man mit dem Mobbing um?

Als Alvie dann auf Stanley trifft, ist sie erstmal überfordert. Nun tritt ein junger Mann ihr gegenüber, der wie Alvie ein besonders schlimmes Schicksal getroffen hat, und selbst nicht immer eine Antwort auf alles hat. Und doch begegnet er mit einer Zärtlichkeit Alvie, und versucht mit Gefühl Alvie Lebenshilfe zu geben. Stanley fällt es nicht immer leicht, Alvie im richtigen Moment mit den richtigen Mitteln zu halten, und nicht nur einmal ist Alvie mit Stanley überfordet. Auch weiß Alvie nicht immer, wie sie richtig mit Stanley umgehen soll, und verletzt ihn das ein oder andere mal. 

Und doch war ich von diesem Buch besonders berührt. Wie geht man mit Menschen um, die nicht der vermeintlichen Norm entsprechen? Gibt es denn überhaupt so etwas wie eine Norm? Was ist mit den ganzen besonders wundervollen Menschen, die vielleicht ein paar Marotten mehr haben als andere? 

A. J. Steiger hat hier einen besonderen Roman erschaffen. Abends angefangen, konnte ich diesen Roman nicht aus der Hand legen, bis ich ihn am folgenden Tag spät morgens aus der Hand gelegt habe. Steiger hat die Charaktere sehr detailliert ausgearbeitet, und diese sind in sich schlüssig und konsequent ausgearbeitet. Hier dürfen zwei Charaktere sich weiterentwickeln, sich öffnen, sich gemeinsam alltäglichen Problemen stellen. Und die Autorin schafft gar etwas wundervolles: ein Buch zu erschaffen, das einen so schnell - mich jedenfalls- nicht loslässt. 

Jeder von uns ist ein Rätsel: Titel, Cover, Inhalt, Story. Ein Geniestreich!

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10 Jahre acabus Verlag. Die große acabus Jubiläums-Anthologie

Stefan Schickedanz , Thomas Christen , Chriz Wagner , Caroline DeClair
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 15.10.2018
ISBN 9783862826261
Genre: Sonstiges

Rezension:

10 Jahre Acabus Verlag! Mensch, wenn das kein Grund zum Feiern ist! Das hat sich auch der Acabus Verlag selber gedacht, und hat einige Geschichten zusammen getragen. Herausgeberin ist hier Monika Lörchner, die selbst eine Geschichte beigesteuert hat.

Eine Geschichte aus dem Buch, die mich besonders beeindruckt hat ist die Geschichte „10 Stunden mit Samira“ von Brigitte Bjarnason. Eine Frau in Island nimmt eine Anhalterin aus Afghanistan in ihrem Auto mit. Beide Frauen kommen ins Gespräch, und die Isländerin zeigt der durchgefrorenen Afghanin ein paar Sehenwürdigkeiten. Beide verstehen sich sehr gut, und die Isländerin nimmt das Schicksal von Samira sehr mit und möchte ihr helfen. Können sich zwei sich völlig fremde Frauen trotz völlig unterschiedlicher Kulturen anfreunden und die Vorurteile überwinden?

Die große Acabus Jubiläumsanthologie ist nicht meine erste Geschichtensammlung aus dem Hause Acabus. Aber auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Sehr schöne und ausgewählte Geschichten sind hier gesammelt worden. Bei vielen Geschichten lag der Augenmerk auf den 10 Jahren Verlagsgeburtstag, so dass in vielen Geschichten die Nummer 10 eine Rolle spielte. Ein besonders schönes Geschenk ist sicherlich auch die Geschichte Heinz-Joachim Simons, der den Verleger Björn Bedey geschickt in eine Geschichte um Doktor Faustus einbaut, bei der eine Zeitreise wirklich amüsant gelungen ist. Ein wunderbares Geschenk an einen Verleger!

Das Motto „Lies bunter“ wurde auch beim Cover geschickt umgesetzt, und das Logo ist auf dem bunten Cover in eine 10 eingebaut.

Am Ende gibt es auch noch eine Verlagsgeschichte, und einige bildhafte Eindrücke, wie das Team vom Acabus seine Leser glücklich macht!

Ein gelungenes, aber auch kurzweiliges Buch, in dem man immer wieder Stück für Stück etwas lesen kann.
Herzlichen Glückwunsch, Acabus Verlag, auf die nächsten 10 mal 10 Jahre!

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Das Fehlen des Flüsterns im Wind … und andere phantastische Kurzgeschichten aus dem Halbdunkel

Miriam Schäfer
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 27.02.2018
ISBN 9783862825639
Genre: Fantasy

Rezension:

Miriam Schäfer hat in ihrem Buch viele ihrer Kurzgeschichten zusammen gefasst. So erzählt sie z. B. von Claire, die von ihrem Mann und seiner Familie gepflegt wird. Sie hatte einen Unfall, und ihr Mann versucht ihr wieder ihre Identität zurück zu geben. Doch ist das ihre wahre Identität? Denn Claire zweifelt daran.

Oder die Geschichte über Lirian, dessen Eltern einen Zaun gebaut haben, dass ihr Sohn vor den Feldern hinterm Haus geschützt wird. Doch als Charlotte auftaucht, löst sie Lirians Grenzen auf. Kommen damit Lirians Eltern zurecht, oder setzen sie ihm neue Grenzen?

Miriam Fischer hat hier wundervolle Kurzgeschichten geschaffen, die mich auch zum Nachdenken angeregt haben, aber auch mich in die verschiedensten Welten haben abtauchen lassen. So wie die Geschichte von Dyson, der die Hoffnung nicht verloren hatte, andere Menschen zu finden, und begibt sich auf eine sehr einsame Reise durch die Untiefen einer alten Stadt. Dyson auf seiner Reise zu folgen, lies mich lange nicht los.

Auch die Geschichte über Claire, für die Miriam Schäfer den Deutschen Phantastik Preis für die „Beste deutschsprachige Kurzgeschichte“ ausgezeichnet wurde, hat mir sehr gut gefallen.

Schäfers Schreibstil ist sehr flüssig, und wer nicht ein komplettes Buch, sondern hin und wieder eine einzelne Kurzgeschichte lesen möchte, ist hier genau richtig! Dieses Buch beinhalten – wie der Titel schon richtig sagt – Geschichten aus dem Halbdunkel, die aber nicht zu gruselig anmuten, sondern auch Raum für eigene Interpretationen und weitere Gedanken offen lassen.

Ein wundervolles Buch!

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Webcam - Er sieht dich

J.A. Konrath , Kerstin Fricke
Flexibler Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Edition M, 25.09.2018
ISBN 9782919801442
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rückblick:

Kendal ist mit ihrem Vater im Baumarkt einkaufen. Er muss verschiedenes Werkzeug einkaufen. Die kleine Kendal versucht zu verstehen, wofür ihr Papa das ganze Werkzeug benötigt. Doch er wird wütend, und lässt Kendal nicht zum ersten Mal wissen, dass sie sich still und unauffällig zu verhalten hat. Auch weist er sie darauf hin, dass der Keller für sie eine Tabuzone ist, und sie dort nichts zu suchen hat, denn dort wohnt ein schreckliches Monster.

Jahre später: Kendal studiert. Um ihr Studium und ihre Lebensunterhaltungskosten zahlen zu können, zieht sich Kendal vor einer Webcamera aus. Auch in ihrer WG stehen überall Kameras, die permanent online sind, denn ihre Mitbewohnerinnen finanzieren ihr Leben ebenso.

Irgendwann bemerkt Kendal seltsame Dinge. Sie bekommt Nachrichten und Anrufe auf ihrem Computer und Handy, die plötzlich wieder verschwunden sind, als sie die Nachrichten ihrer Mitbewohnerin zeigen will. Bildet sich Kendal den Lieferwagen ein, der sie immer wieder verfolgt? Kendal glaubt, langsam verrückt zu werden, denn sie hat das Gefühl, ihre Vergangenheit holt sie wieder ein.

Tom freut sich: seine Freundin Joan ist für eine Woche bei ihm, und so nimmt er sich Urlaub, um Zeit mit ihr zu verbringen. Doch das Glück wärt nicht lange, denn ein Serienmörder namens „der Schnippler“ treibt sein Unwesen. Er verstümmelt seine Opfer aufs brutalste, und hinterlässt merkwürdige Nachrichten, wie „Furie“. So muss Tom seinen Urlaub abbrechen, und bei den Ermittlungen helfen, die sich als schwierig gestalten. Denn der Schnippler scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Kann er auf die PCs und Handies der Ermittler zugreifen?

Und welcher Zusammenhang besteht zu den seltsamen Nachrichten, die Kendal erhält?

J.A. Konrath hat hier einen sehr gruseligen Thriller erschaffen. Wie leichtfertig gehen wir mit dem Thema digitale Welt um? Können wir wirklich nachvollziehen, wer auf unsre Daten bzw Hardware zugreifen kann? Wie oft lässt man den Computer laufen, und weiss gar nicht, ob das Mikrofon oder die Kamera von jemanden Fremdes genützt wird? Scheinbar ein Leichtes, angegriffen und ausspioniert zu werden. Die Ermittler müssen sich auch mit dem Thema „Darknet“ auseinander setzen.

Dieses Buch hat mich schon etwas gegruselt. Der Täter (oder die Täterin ;)) konnte bis zum Schluss die Ermittler und Opfer mit den vorhandenen Fähigkeiten in Schach halten. Ich habe nicht nur einmal die Luft angehalten, und dass ich das Buch an einem Tag weggelesen habe, spricht für einen perfekten Spannungsbogen, der durch das ganze Buch erhalten bleibt.

Die Charaktere bleiben sich treu und wirken glaubwürdig.

An manchen Stellen ist es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen. Der Täter schaffte es, eine erfolgreiche Tarnung aufrecht zu erhalten, dass zwar manchem Protagonisten aufgefallen ist, dass etwas anders war als sonst, aber sie konnten nicht sagen, was anders ist.

Ebenso die Beschreibungen der Folter waren doch schockierend. Wer schwache Nerven hat, sollte eventuell das Buch zur Seite legen.

Ein sehr spannendes und empehlenswertes Buch.


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Brictom - Wodans Götterlied. Von keltischer Götterdämmerung 3

Astrid Rauner
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 09.10.2017
ISBN 9783862825066
Genre: Historische Romane

Rezension:

Aigonn will dem Ruf seines Lehrmeisters Rowilan folgen, und so flieht Aigonn mit Tiuhild aus dem hohen Norden zurück an die Rur. Unterwegs muss er doch eine Abenteuer lösen, denn kein geringerer als Wode verfolgt das Duo. Doch als er endlich seine Heimat wieder erreicht, muss er feststellen, dass es auch dort viele Probleme gibt. Denn Rowilans Position als Stammesfürst steht in Frage, und Rowilans Folk begehrt gegen ihn auf. Die Feinde rücken immer näher, und wollen das Gebiet der Bärenjäger einnehmen. Zudem ist Aigonns Vater Utalain wieder aufgetaucht, und Aigonn muss feststellen, dass sein Vater ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Auch Aigonns Bruder Efoh traut seinem Bruder nicht ganz über den Weg und greift Aigonn an. Schwer verletzt versucht Aigonn mit Tiuhild das Geheimnis des Moorsängers endgültig zu lösen, damit er Rowilan helfen kann, die Feinde entgültig zu besiegen. 

Astrid Rauner hat hier eine Saga auf die Beine gestellt, die - wie ich persönlich finde - ein fantastisches Epos ist! Ohne viel Schnickschnack und ohne großes Simsalabim beschreibt Astrid, wie es damals hätte sein können. Wie haben die Völker damals gelebt? Auch die Völkerwanderung wird eindeutig beschrieben, die nicht nur aus Glaubensgründen statt fand, sondern weil anderswo wortwörtlich die Wiese grüner war, und man den Wetterbedingungen bzw. aus Umweltgründen weiterziehen musste. 

Was mich ebenso beeindruckt hat, ist wie Astrid Rauner die Beziehung der Seher und ihren Göttern beschrieben hat. Es gab verschiedene Verse, wie z. B. das Brictom, mit denen die Seher Kontakt zu ihren Göttern aufnehmen konnten. Es war aber kein Zauberstab a là Harry Potter nötig, sondern man nahm maximal Bewusstseinserweiternde Mittel, um Kontakt aufzunehmen. Seher zu sein war oftmals nicht zu sehr angesehen, weil Außenstehende nicht unbedingt nachvollziehen konnten, wie das Ganze vor sich ging. 

Die Autorin hat ihre Hausaufgaben gemacht. Im Nachwort beschreibt sie ihre Quellen; und webt ihre eigenen Ideen in die derzeitig bekannten Fakten mit ein. Und so entsteht ein glaubwürdiges Abenteuer um die Seher Aigonn und Rowilan, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Trotz ihrer übernatürlichen Fähigkeiten sind die zwei Freunde geworden, die mit ihren damals alltäglichen Problemen zu kämpfen haben. Trotzdem bleibt für beide Raum als Helden, deren Geschichte auch Generationen später noch erzählt wird. Und gerade weil aus der Zeit der Kelten - die übrigens nicht wirklich was aufgeschrieben haben - kann Astrid Rauner ein wundervoll mystisches Umfeld schaffen, in den sich die Protagonisten bewegen können. Ich mag ja die Nebelfrau und die geheimnisvolle Tiuhild immer noch am liebsten. 

Und irgendwann werde ich mich wieder und wieder auf die Abenteuer mit Aigonn und Rowilan einlassen, denn hier sind zwei Protagonisten erschaffen worden, mit denen ich sehr gerne die Abenteuer nochmal erleben möchte. Ein eindeutiges Must-Have im Bücherschrank. 

 

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107 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

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Gork der Schreckliche

Gabe Hudson , Wieland Freund , Andrea Wandel
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 02.09.2018
ISBN 9783608962680
Genre: Fantasy

Rezension:

Wie sieht euer typischer Drache aus? Manche würden sagen, ein Drache könnte doch jede Farbe annehmen.In der Beowulf Saga wird ein Drache beschrieben.  Seraphia aus der Eragon-Saga ist blau. Tolkiens Drache ist rot. Also völlig normal, dass es bunte Drachen gibt, oder? Ooh nein, da würde euch Gork der Schreckliche vehement widersprechen. Denn für ihn sind Drachen nur grün. Alles andere ist Humbug. Was Beowulf und Tolkien und alle andere über Drachen da behauptet haben, ist laut Gork völliger Blödsinn. Doch wer ist Gork, das zu behaupten?

Gork ist ein schreeecklicher Drache. Ein schrecklicher Teenager Drache, der sich nicht nur mit seinen schrecklichen Hormonen rumschlagen muss. Nein, sein Umfeld macht ihm das Leben zur Hölle. Denn Gork ist im Drachenranking der absolute Versager, und hat den Level Kuschelbär. Das ist sooo peinlich. Hörner? Gork hat süße Hörner-Knubbel, die trotz Wachsgel nicht einmal daran denken zu wachsen. Sein Herz? Groß und gefühlvoll. Der Wille zur Macht? Kaum vorhanden. Seine besten Freunde? Ein Metalldrache und ein Raumschiff. Sein Ansehen ist an seiner Schule eine Lachnummer. Also schlimmer kann es für Gork kaum werden. Und doch hält er sich für cool genug, um die Drakonette Runcita - sein heißer Traum aller schlaflosen Nächte - abzuschleppen. Diese jene Drakonette ist der Schwarm aller Schüler, und wird dementsprechend von zig Teenager Drachen angesprochen, ob sie mit ihnen die Eierlege vollziehen will, um nicht als Sklave zu enden. Doch alle sind sie bisher gescheitert, denn Runcita lässt alle Anwerber radikal abblitzen. Natürlich will Gork sein Glück trotzdem versuchen, doch wie es bei Tollpatsch-Teenager Gork nicht anders sein kann, geht auch das in die Hose. Denn sein Opa, der berühmte Dr. Schrecklich, stellt seine neue Evolutionsmaschine Evo-Masch 3000 vor, und es kommt zum Streit mit Runcitas Opa und Schulleiter Flup. Und so muss Dr. Schrecklich fliehen. Kann Gork trotz seinem Ruf, Dr. Schrecklichs Enkel zu sein, und trotz der Rivalitäten zwischen den Erzfeinden erfolgreich bei der Eierlege sein und dem Sklaventum entgehen? 

Nun, viele verzweifeln an ihren hormongesteuerten Pubertieren. Und warum soll es bei Teenagerdrachen anders sein? Gork weiß alles besser, kann alles besser, und ist trotz seines Rankings ein Großkotz. Autor Gabe Hudson beschreibt fast schon grenzwertig überzogen Gork, der Runcita auf peinlichste Weise hinterherrennt. Und doch muss man herzlich über Gork lachen. Denn diesen tollpatschigen Drachen muss man lieb haben. Er tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Er steuert so unbedarft von einer Falle in die nächste, dass seine Freunde Athenos II (das Raumschiff) und Fribby (die Drachen Blechdose) alle Hände voll zu tun haben, ihn zu retten. Auch sein Großvater versucht ihm zu helfen, dass Gork sein Ranking verbessert. Ob dies auch mit guten Absichten passiert, dürft ihr natürlich selber beim Lesen herausfinden. 

Auch wenn es manchmal mir fast zu überzogen war, fand ich dieses Buch sehr sehr unterhaltsam. Wer über Pubertiere, entschuldigung, Puberdrachen schmunzeln möchte, weil er selber welche in der eigenen Drachenhöhle hält, oder sich noch zu gut an seine eigene Putertät erinnert, darf hier unbedart zuschlagen. Das Cover trifft es voll und ganz: Viva la Revulotion, äh Putertät. Die schlechte Laune lässt sich wundervoll mit diesem Buch abschaffen. 

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202 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 80 Rezensionen

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NSA - Nationales Sicherheits-Amt

Andreas Eschbach
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.09.2018
ISBN 9783785726259
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Während die Nazis eiskalt Deutschland im Griff haben, erhält Helene Bodenkamp einen Job beim NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, welches in Weimar seinen Sitz hat. Dort lernt sie aufgrund ihrer guten Leistung in der Schule einen Job als Programmierin (Strickerin), und wird in ihrem Job ausgebildet und gefördert. Doch langsam dämmert ihr: sie ist eine Marionette einer Maschinerie geworden, die alles daransetzt, den Nazis zur Seite zu stehen. Doch ihr Marionettendasein lässt Helene nicht auf sich sitzen, und manipuliert die Daten so, dass ihre Freunde geschützt bleiben.

Gleichzeitig muss sich Helene mit Eugen Lettke auseinander setzen. In der Jugend wurde Lettke von Mitschülern bei einem Jugendtreffen übers Ohr gehauen, und leidet noch sehr lange darunter. Dank der NSA kann er die damaligen Beteiligten ausmachen, und rächt sich auf perfide Art und Weise an den weiblichen Beteiligten. Um an die Damen heranzutreten, benötigt er die Hilfe von Helene, die ihm – obwohl das eigentlich Frauensache ist – das Programmieren beibringt. Sie wundert sich zwar, doch da sie auf peinliche Weise mit Lettke zusammen gerasselt ist, hütet sie sich davor, sich mit Lettke weiter anzulegen.

Eschbach hat wieder bewiesen, dass er einer der ganz großen Autoren ist! In der heutigen Zeit der sozialen Netzwerke (im Buch als Forum zu erkennen), der Datensammlungswut in Form von Kundenkarten, Standortermittlung usw. mag man sich gar nicht mehr ausmalen, welche Ausmaße diese Datenkraken nehmen können. Daten werden gesammelt, weiterverkauft, ohne dass man weiß, wann, wo und in welcher Form diese Daten gegen einen verwendet werden kann. Viele amüsieren sich darüber, welchen Sinn es haben kann, wenn man weiß, welche Marke oder wieviel man von Klopapier kauft, und das bei einer Kundenkarte gespeichert wird. Nun, im Buch lässt Eschbach anhand von Kalorien eine jüdische Familie auffliegen. Anhand von Foreneinträgen werden Systemkritiker eliminiert. Auch das findet heutzutage in ähnlicher Form Anwendung. Eine falsche bzw. negative Aussage in sozialen Netzwerken gegenüber einem Arbeitgeber kann negative Folgen für das Arbeitsverhältnis haben.

Wie leichtsinnig geht man mit den Daten um, die man streut? Und einmal in falsche Hände gelangt, können diese Daten großen Schaden anrichten. Anhand des Beispiels Datenkrake im zweiten Weltkrieg erklärt Andreas Eschbach sehr eindringlich, was passieren könnte.

Als ich das Buch beendet hatte, hatte ich nur einen Gedanken: bitte lass dieses Ausmaß nie erreicht werden.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat war, dass Eschbach seine Geschichte so präsent in wahre geschichtliche Ereignisse platziert hat. Er hat die geschichtlichen Ereignisse für seine Geschichte angepasst. So wurde Anne Frank und ihr Tagebuch gefunden und deportiert aufgrund der Datenerhebungen, und nicht, weil sie vermutlich verraten wurde.

Ebenso die Geschwister Scholl: während die Geschwister Scholl in Wirklichkeit erschossen wurden, dürfen sie im Buch weiterleben.

Auch das Cover ist präzise gestaltet, und passt farblich wie von der Aufmachung her zum Buch. Eschbachs Buch hinterlässt einen schalen Geschmack, wenn man mal wieder die sozialen Netzwerke abgrast, um vermeintliche Neuigkeiten zu erheischen, und man sich innerlich fragt: Welche Spur hinterlasse ich heute?

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Der Tätowierer von Auschwitz

Heather Morris , Elsbeth Ranke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492061377
Genre: Biografien

Rezension:

1942, der zweite Weltkrieg tobt, und unzählbar viele  Menschen werden in die Konzentrationslager deportiert. Darunter ist auch Lale Sokolov, der eigentlich Ludwig Eisenberg heißt, aber sich Lale nennt. Sein vermeintliches Verbrechen: er ist Jude. Wärend er sich opfert, um seine Familie zu retten, fährt er mit vielen anderen Juden und Verbrechern über Prag nach Birkenau. Lale scheint etwas an sich zu haben, was seinen Aufseher dazu bewegt, Lale als Tätowierer einzustellen. Doch Lale ist erstmal schockiert, denn er muss nicht nur Männern ihre Nummer in den Arm tätowieren, sondern auch noch Frauen, und später auch Kindern. Während er viele Frauen tätowiert, fällt ihm eine Frau besonders auf: Gita. In Gita verliebt sich Lale. Da sein Aufseher und Lale ein für die Zeit seltsames, ja fast freundschaftliches Verhältnis haben, kann sich Lale Gita nähern, und die zwei werden ein Liebespaar. Da Lale sich mit zwei Handwerkern anfreundet, kann er mit den zwei Handwerkern Handel betreiben. Viele Gefangene können ihm Schmuck und Juwelen zuspielen, und dafür kann Lale bei den Handwerkern Schokolade oder andere Lebensmittel in das KZ schmuggeln. Und so kann sich Lale einige Freiheiten erkaufen. Doch nicht alles läuft glatt. Mehrfach setzt er sein eigenes und Gitas Leben aufs spiel, und Lale wird Zeuge, wie seine Freunde aus seinem Block grausam ums Leben kommen. 

Dieses Buch ist ein grausames Zeugnis der damaligen Zeit. Es ist mir nicht nur einmal eiskalt den Rücken hinunter gelaufen, und doch konnte ich dieses Buch nicht aus den Händen legen. Die Autorin Heather Morris hatte Glück, so einen Menschen kennen zu lernen, dessen Willen zum Überleben so weit gebracht hat. Lale hat sich seine Freiheit erkämpft, und musste sich nicht nur dem Tod seiner Familie stellen, sondern auch dem grausamen Foltermaßnahmen, die er geschafft hat zu überleben. Wieviel Leid kann ein Mensch ertragen, ohne lebenslangen Schaden zu nehmen? Heather Morris erzählt sehr eindringlich die Geschichte von Lale und Gita, wie diese es schaffen, dem KZ Alltag zu überleben, aber sich später auch ein Leben nach dem KZ aufzubauen. Heather Morris hat es geschafft, trotz des schrecklichen Hintergrunds ein so fesselndes Buch zu schreiben, bei dem die Menschlichkeit und die Hilfsbereitschaft im Vordergrund stehen. Eine Geschichte, die man weiter erzählen sollte, damit sie nicht vergessen bleibt. 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Der Fedora Attentäter: Das erste Buch der Hydra-Detonation-Reihe

Melanie Naumann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.07.2018
ISBN 9781717822451
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marly ist auf der Flucht. Seit einigen Jahren wird sie vom Fedora Attentäter gejagt, der sie und ihre kleine Tochter auf Schritt und Tritt verfolgt. Ihren Mann – einen Polizisten – konnte er schon eliminieren, aber Marly ist clever, und entwickelt immer wieder neue Strategien, um zu überleben.

Als Marly in Toronto am Flughafen dem Polizisten Luke bei einem Anschlag in die Arme rennt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Luke ist einem mörderischen Bombenleger auf der Spur, und muss oft genug in brenzligen Situationen Bomben entschärfen. Marly kommt in die Zwickmühle. Ihre Tochter versteht sich mit Luke und seiner Familie blendend und auch sieh fühlt sich in seiner Nähe nicht unwohl, im Gegenzug befindet sie sich nach wie vor in Gefahr. Marly befürchtet das schlimmste, dass sie allein mit ihrer Anwesenheit Luke und seine Familie und Kollegen mit ihrer blanken Anwesenheit in Gefahr bringt, denn immer, wenn sie irgendwo auftaucht, sterben Menschen oder es passiert etwas schlimmes. Kann sie das Rätsel mit Hilfe von Luke lösen und das Rätsel um den geheimen Bombenattentäter lösen, der als Fedora Attentäter berüchtigt ist?

Ich liebe zugegebenermaßen Krimis und Thriller, vor allem wenn sie so gut ausgearbeitet sind wie das vorliegende Buch von Melanie Naumann. Hätte Melanie nicht erzählt, dass es ihr Debüt ist, hätte ich es ihr nicht geglaubt. Das Buch ist logisch aufgebaut und folgt einem Erzählstrang, ohne unnötig abzuschweifen. Die Geschichte um den Fedora Attentäter erhält die Spannung bist zum Schluss. Marly und Luke sind glaubwürdige Charaktere. Luke ist der toughe Polizist, ohne arrogant zu wirken. Ihm gegenüber steht Marly, die zwar routiniert die Flucht um den Erdball koordiniert, um die Tochter zu schützen, ohne abgebrüht zu wirken.

Beide spielen sich die Bälle zu, was durchaus seinen Charme hat, aber auch einen gewissen Esprit. Als ich gelesen hatte, dass es durchaus zu romantischen Szenen kommen könnte, hatte ich schon befürchtet, dass diese Szenen durchaus kitschig anmuten können, aber ich muss gestehen: das Gegenteil ist der Fall. Die Romantik, die die Autorin im Buch verbaut, ist eine willkommene Verschnaufpause zur Spannung, die den Leser fesselt, denn der Fedora Attentäter scheint keine Ruhe zu geben, bis er sein Ziel erreicht hat. Ich finde, die Autorin hat es geschafft, dass sich hier wundervoll eine Romanze entwickeln kann, ohne kitschig zu wirken, aber im Gegenzug fesselt einen die Polizeiarbeit und die Flucht der beiden Hauptprotagonisten, ohne überzogen zu wirken.

Auch beim Cover hat Melanie Naumann volle Arbeit geleistet. Das Cover ist in schlichten Rot-, weiß- und Schwarztönen gehalten, und zeigt den Bösewicht mit seinem Fedora Hut. (das musste ich erst einmal googlen). Auch hier zieht sich der Fedora Hut konsequent durch das Buch. Auch die Beschreibungen, die die Arbeit eines Bombenentschärfers betreffen, sind fundiert aber auch verständlich beschrieben.

Für Melanies Buch kann ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen. Das Buch lässt sich flüssig lesen und es hat mir einige schöne Stunden bereitet. Bitte weiter so!

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229 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

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Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Carol Rifka Brunt , Frauke Brodd
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 23.02.2018
ISBN 9783961610075
Genre: Romane

Rezension:

Manchmal hat man diese Bücher, bei denen man schon beim Cover und beim Titel das Gefühl hast, dass man diese unbedingt lesen sollte, und man manchmal schon im Gefühl hat, dass dieses Buch einen schwer beeindrucken wird. So erging es mir mit diesem Buch. 

Gefühlt an einem Tag verschlungen, habe ich das Buch doch recht schnell durchgelesen. 

June und Greta wohnen mit ihren Eltern in einem Vorort von New York. Als Junes Onkel Finn 1987 an Aids stirbt, bricht für June eine Welt zusammen. Sie hat mit Greta und ihrer Mutter die letzten Wochen mit Finn verbracht, der den zwei Schwestern sein letztes Bild widmet. June hat an Finns Tod doch sehr zu knabbern, hat sie doch viel Zeit mit ihm verbracht. Doch sie muss auch feststellen, dass sie Finn doch nur einseitig kennen gelernt hat, denn als sie auf und nach der Beerdigung Kontakt aufnimmt mit Toby, Finns Lebensgefährten, erfährt sie über Finn doch viel mehr, als sie erst gedacht hat. Toby teilt mit June einige Erinnerungen und verarbeitet mit ihr Finns Tod. June muss erkennen, dass sie nicht die Einzige ist, die um Finn trauert.

June ist sehr fokussiert auf Finns Vergangenheit, aber auch auf die aktuelle Geschichte von Toby, so dass sie kaum anderes wahrnimmt. Ihre Eltern sind sehr mit der Abwicklung der Steuerunterlagen von Kunden beschäftigt, und somit kaum zuhause. Auch Junes ältere Schwester Greta scheint sich von June zu distanzieren, und das Verhältnis zwischen beiden ist sehr gespalten. Zudem kommt, dass Greta den Druck, den sie durch den Erfolg ihrer Schauspieltalente und erfolgreichen Theaterproduktionen hat, in Alkohol zu ertränken. Greta schafft es zwar, June hin und wieder auf Parties mitzuschleifen, die im Wald hinter der Schule stattfinden. Doch June ist in ihrer eigenen Welt so vergraben, dass sie kaum merkt, dass sie das Interesse des ein oder anderen Schulkameraden geweckt hat.

Dieses Buch erzählt fast schon leise von den Gefühlen in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Liebe ist nicht an Alter, Geschlecht oder bestimmte Menschen gebunden. Liebe kann jeden treffen, in jedem Alter. Und Liebe kann den Partner betreffen, die Familie, aber auch Freundschaften. Und wie innig diese Gefühle auch sind, sie müssen gepflegt werden, und jeder empfindet diese Gefühle anders. Auch können Gefühle in kleinen Gesten sich wieder finden, sei es ein frisch aufgebrühter Tee in einer besonderen Teekanne, ein selbst gemaltes Bild oder in kleinen Notizen. Gefühle können aber auch als Hilfeschrei in den unterschiedlichsten Situationen dargestellt werden. 

Carol Rifka Brunt hat in ihrem Debüt sprachlich eine Welt erschaffen, die ohne groß TamTam auskommt. Brunt beschreibt die Gefühle von zwei Schwestern, die mit der Pubertät klar kommen müssen, mit der ersten Liebe, den ersten Parties, der Schule, Freizeitverpflichtungen. Aber auch der Tod spielt eine wichtige Rolle. Wie trauern Eltern um ihre Geschwister, und wie die Kinder um ihre wichtigen Bezugspersonen?

Sag den Wölfen, ich bin zuhause: Ein sehr emotionales Buch über einen Menschen, der sein Umfeld bis über den Tod hinaus geliebt hat, und versucht hat, ihnen eine lebendige Erinnerung zu schaffen mit der Bitte, sich gegenseitig aufeinander aufzupassen. Eine Familie ist nun man nichts anderes als ein Rudel, in dem jeder für den anderen da sein sollte. 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

In ewiger Schuld

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.02.2019
ISBN 9783442484669
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nun, ich bin Harlan Coben komplett verfallen. Er gehört nun in der Zwischenzeit zu meinen Lieblingsautoren, und hat mich nicht zum ersten Mal überrascht. Auch in diesem Buch. 

Maya hat es nicht leicht: nach einem sehr sehr fragwürdigen Militäreinsatz aus dem aktiven Militärdienst entlassen, kämpft sie nachwievor mit den posttraumatischen Belastungsstörungen. Als ihr Mann Joe auch noch ermordet wurde, gerät ihr Leben komplett aus der Fassung zu geraten. 

Als sie auf Empfehlung einer Freundin eine sogenannte Nanny-Cam im Wohnzimmer aufstellt - getarnt als elektronischer Bilderrahmen - muss sie erkennen, dass scheinbar Joe doch nicht tot ist. Als sie versucht, bei Joes Familie um Hilfe zu bitten, stößt sie in ein Wespennest, denn Joes Familie trägt einige Geheimnisse mit sich, die die Familie eigentlich um keinen Preis an die Öffentlichkeit tragen will. Kann Maya die Scherben ihres Lebens wieder zusammen kehren und einen Neuanfang wagen?

Was ich an Harlan Coben so liebe sind seine Wendungen. Man hat einen Verdächtigen, und der offenbahrt eine ganz andere Geschichte. Auch hält Harlan Coben seine Spannung aufrecht und überrascht mich hier bei diesem Buch mit einem Ende, das ich garantiert so nicht erwartet hätte. Wirklich nicht. Wer Thriller liebt, kommt an Harlan Coben nun so gar nicht vorbei. 

Ich werde meinen Fangirl-Modus nun ausstellen, und mich auf die Suche nach weiteren Büchern geben, die ich von ihm noch nicht kenne. Suchtfaktor!!

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95 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 91 Rezensionen

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»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«

Martin Schörle
Flexibler Einband: 119 Seiten
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 06.12.2016
ISBN 9783960084082
Genre: Romane

Rezension:

"Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten" handelt von Hans Fredenbek, der ja eigentlich als Vorzeigebeamter durchgehen kann, oder wie Schörle ihn treffend als "Vollblutverwaltungsgenie" bezeichnet.

Fredenbek ist ein Eigenbrödler, der seine Routine schätzt. Er ist mehr mit seinem Job und dessen Umsetzung verheiratet, als mit seiner Frau, die auf ihre eigene Weise mit Fredenbek klarkommen muss. Auch zu seinen Kollegen hat er keinen großen Kontakt. Während in den Nachbarbüros etwas gefeiert wird, ist Fredenbek mit seinen Gedanken beschäftigt. Z. B. die richtige Radiergummiwahl. (Ich muss zugeben, das ist wirklich eine Wissenschaft für sich!). Fredenbek hat seine eigene Meinung, und sinniert über seine Probleme lange nach, und kommt zum Schluss zum Ergebnis: er hat das ja schon alles geahnt.

Fredenbek ist mir ja doch sympathisch. Sich strikt an die Vorschriften halten, und ein typischer schrulliger Verwaltungsbeamter. Er hat seine Marotten (Radiergummi!), und erinnert mich etwas an Monk, der ebenso seine Abläufe benötigt, und komplett aus der Bahn geworfen wird, wenn etwas nicht so ist, wie es sein soll. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: ja, solche Beamte gibt es leider, und wie Schörle Fredenbek vor sich hin erzählen lässt, wirkt nicht realitätsfremd, sondern kann ihm möglicherweise durchaus im Beamtenalltag begegnet sein. Vielleicht ist dieses Theaterstück auch ein kleiner Fingerzeig an den Amtsschimmel, den es in mancher Amtsstube noch aktiv geben wird.

"Einladung zum Klassentreffen", ach was hab ich schmunzeln müssen. Ja, auch ich saß in einem Zug, in dem ein Gespräch stattfand, wo ich fast dazu geneigt war nachzufragen, ob man mich bitte auf dem laufenden halten könne. Ich bin doch erstaunt, wie manche ihr Leben so öffentlich ausbreiten können. Aber davon abgesehen:

Marina (Sie) ist die große Jugendliebe von Carsten (er), doch nach der Schule bricht der Kontakt ab. Carsten möchte Marina zum Klassentreffen einladen. Während Marina auf dem Heimweg von der Arbeit ist, telefonieren beide miteinander, und kommen ins Gespräch, was den anderen so in den letzten Jahren bewegt hat. Die Geschichte von Marina und ihrem Ex-Mann scheint die anderen Zugmitreisenenden doch sehr zu interessieren, so dass diese mit aussteigen, als Marina den Zug verlässt.

Nun, wie es so ist, nach vielen Jahren ist man erstaunt, wo die anderen Schulkameraden so landen, und was diese erlebt haben. Und auch hier gilt: Schörles Theaterstück ist aus dem Leben gegriffen, und kommt ohne überzogenen Schnickschnack aus. Die Charaktere sind menschlich geblieben, und man kauft ihnen ihre Rolle ab.

Zwei Theaterstücke, bei denen ich gerne mal sehen würde, wie diese in der Praxis umgesetzt werden.

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102 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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In deinem Namen

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.06.2018
ISBN 9783442205448
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Nap Dumas verliert bei einem tragischen Zugunglück seinen Zwillingsbruder Leo und dessen Freundin Diana. Auch Naps eigene Freundin Maura verschwindet, ohne ein Wort an ihn zu verlieren. Nap hat diesen Umstand nie richtig verwinden können. Als 15 Jahre später bei einem Mordfall Mauras Fingerabdrücke gefunden werden, platzen die kaum verheilten Wunden wieder auf. Und Naps ungutes Gefühl, dass es bei dem Zugunglück nicht mit rechten Dingen zugegangen ist, bestätigt sich. Bei seinen Recherchen stößt er auf einen geheimen Club, dem sein Zwillingsbruder Leo geleitet hat. Nach und nach werden die sechs Mitglieder des Clubs tot aufgefunden. Das kann kein Zufall mehr sein, und Nap legt nach und nach die Puzzleteile zusammen, welches ein grausames Gesamtbild ergibt. 

Harlan Coben: ich nenne ihn manchmal den Mann meiner schlaflosen Nächte. Jedes seiner Bücher verschlinge ich. Es kam auch schonmal vor, dass eins seiner Bücher genau von der Zugfahrt von Berlin nach Stuttgart gelangt hat, und ich gerade mal mit Müh und Not die Zugbegleiterin zur Ticketkontrolle mitbekommen habe. Das Buch war gerade rechtzeitig zum Ausstieg in Stuttgart fertig. Wenn nicht, hätte ich wohl das erste Mal im Leben den Ausstieg verpasst. Und da ich Harlan Cobens spannenden Schreibstil vergöttere, habe ich mich sehr gefreut, dass mir der Goldmann Verlag Harlan Cobens neuen Thriller "In deinem Namen" zur Verfügung gestellt hat. Und ich wurde wieder nicht enttäuscht. 

Nap Dumas ist mir recht sympathisch. Denn er ist ein Polizist, der für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsteht. Wenn seine Freundin Ellie wieder im Frauenhaus von schlimmen Schicksalen berichtet, rächt er sich an den Übeltätern. Auch bei seiner täglichen Polizeiarbeit setzt er sich für das Gute ein. Doch hadert auch er mit dem Schicksal. Mit seinem toten Zwillingsbruder steht er immer wieder in Zwiesprache, und sucht in Gedanken Rat bei ihm. Auch die Lösung des Falles nagt stark an ihm, da er von engsten Vertrauten enttäuscht wird. 

Harlan Coben hat hier wieder einen tollen Fall geschaffen. Eine ehemalige Militärbasis, die angeblich zum Landwirtschaftsministerium gehört. Eine Jugendbeziehung, die auf ein trauriges Ende trifft, und deren Folgen unerwartet eskalieren und in einer menschlichen Tragödie enden. Ein Freundeskreis, der so stark in das tragische Geheimnis verwickelt ist und dennoch dicht hält. Und eine Falllösung, die ich so nicht erwartet hätte. Als die Ein typischer Coben, der einen fesselt und nicht mehr los lässt. Charaktere, die einem sympatisch sind, und eine Handlung, die logisch strukturiert ist. Sicherlich hätte man an der ein oder anderen Stelle noch etwas nacharbeiten können, doch das fällt bei der Story nicht ins Gewicht. 

Auch das Cover ist wieder passend gewählt: düster und geheimnisvoll passt es zu dem Geheimnis, das Nap Dumas lösen kann.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Hain

Esther Kinsky
Fester Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.02.2018
ISBN 9783518427897
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

Die Protagonistin und ihr Mann haben viel vor: sie wollen mehrere Reisen unternehmen, vor allem nach Italien. Doch die Protagonistin verliert ihren Mann an eine schwere Krankheit. Und so begibt sich die Protagonistin alleine nach Italien, zum einen nach Olevano Romano nordöstlich von Rom, aber auch ganz im Süden durchstreift sie die Valli di Comacchio, um den Tod ihres Mannes zu verarbeiten. Während diesen Reisen erwachen die Erinnerungen an eine weitere Reise, die sie mit ihrer Familie in ihrer Jugend begangen hat, die bereits einige Jahrzehnte zurück liegen.

Doch wie geht man mit dem Tod um? Mit dem Tod des Vaters, zu dem sie doch keine Nähe mehr aufbauen konnte, und mit dem traurigen Tod ihres Mannes? Manche Menschen fokussieren sich auf den Schmerz, andere suchen Ablenkung. Und letzteres wählt die Protagonistin: sie lenkt sich ab mit den Details ihrer Umgebung. Während andere grob die Umgebung wahrnehmen, um sich zurecht zu finden, nimmt die Protagonistin jedes Detail sehr genau auf. So wird der Friedhof in Olevano mit den Abläufen inspiziert. Es fallen die täglichen bis wöchentlichen Routinen der Bewohner auf: Wie wird der Friedhof wann von wem besucht, gepflegt und gewartet? Welche Flora und Fauna findet sich auf dem Weg zum Friedhof wieder? Welche Tiere haben sich der Umgebung der Ortschaften angepasst? Welche Gerüche und Eindrücke finden sich auf den Wegen zu verschiedenen Zielen wieder? Welches Wetter herrscht, und wie beeinflusst dies die örtliche Stimmung?

 

Meine Meinung:

Nun, ich war am Anfang dem Buch sehr kritisch gegenüber eingestellt. Doch das wandelte sich bereits nach ein paar Seiten. Ich bin nach wie vor fasziniert von der sprachlichen Präsenz, die die Autorin Esther Kinsky an den Tag legt. Es ist schlichtweg unbegreiflich für mich, wie man ein Buch so mit Leben füllen kann: durch Esther Kinskys Schreibstil und Wortgewandtheit entstehen die Landschaften in meiner Fantasie zu Leben. Die Gerüche von Essen, das in den Ortschaften gekocht wird, der Aufbau des Friedhofs, die Menschen, die ihr die Umgebung näher bringen: alles fügt sich ineinander zusammen, und weckt die Sehnsucht in mir, diese Ortschaften selber zu besuchen.

Auch wenn dieses Buch keine explizite Handlung hat oder aktive Dialoge, man folgt gebannt der Protagonistin durch Italien, erlebt schlechte wie gute Tage mit ihr; folgt den Erinnerungen des Urlaubs in der Kindheit und den Gedanken der Protagonistin.

Vielmehr als das, was Kinsky beschreibt, benötigt dieses wundervolle Buch gar nicht. Das Buch ist so wundervoll auf das nötigste reduziert, und doch wirkt es für mich so gefüllt an Beschreibungen an das Umfeld der Protagonistin, ohne langweilig oder langatmig zu wirken. Kinsky beschreibt nur, was für die Erzählung notwendig ist. Auch das Cover mit dem Adressanhänger bzw. der Wäsche auf der Wäscheleine find ich klasse. Es hat etwas vom Detail des Alltags, der einem im normalen Leben gar nicht mehr auffällt. So schult Kinsky den Leser, wieder mehr sich auf die schönen Details im Alltag zu konzentrieren.

Lieber Suhrkamp Verlag, hier habt ihr ein richtig wundervolles Buch einer wahnsinnig begabten Autorin veröffentlicht. Es ist eines meiner Highlights dieses Jahr und wird sicherlich nicht das letzte Mal gelesen sein.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Unter Verdacht: Moorkamps erster Fall (Moorkamps Fälle 1)

Erin J. Steen
E-Buch Text: 242 Seiten
Erschienen bei Independently published, 07.05.2018
ISBN B07CJWW1SG
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Obwohl Emi Moorkamp ihr Studium als Ärztin erfolgreich abgeschlossen hat, findet sie ihre Berufung als Yogalehrerin. Der Yogaunterricht bei Firmen und Fitnessstudios soll ihre zukünftige Lebensgrundlage sein. Doch das gestaltet sich dann doch nicht so einfach wie gedacht, denn vor allem Thomas macht ihr das Leben schwer. Thomas begegnet Emi wöchentlich in einem Fitnessstudio, in dem Emi Yogaunterricht gibt, und in dem Thomas als Fitnesstrainer arbeitet. Thomas ist durch und durch Frauenheld, und er ist seiner geheimen Freundin absolut untreu. Emi fühlt sich von ihm bedrängt, und als er auch noch ihren Yogaunterricht sabotiert, rastet sie aus. Im Streit wirft sie sein Handy zu Boden, und David, der Leiter des Fitnessstudios beurlaubt Emi erstmal.

Als am nächsten Morgen die Polizei vor der Tür steht, ist Emi erst recht gewurmt, denn sie findet, dass man nicht gerade mit der Polizei verhandeln muss, wenn ein Handy kaputt geht. Doch die Polizeiermittler sind nicht nur wegen des Handys da, das nun auch noch verschwunden ist, sondern sie befragen Emi als Hauptverdächtige in einem Mordfall. Das Opfer: Thomas. Emi fällt vom Glauben ab. Kriminalkommisar Stelter sieht sie als Hauptverdächtige, und lässt nicht locker, das zu beweisen. Als seine Kollegin Charlotte auch noch seinen Ermittlungsstil scharf kritisiert, ist auch sie beurlaubt. Frustriert schüttet sie ihr Herz bei Emi aus. Können die zwei den Fall auch ohne Polizei lösen? In einer Grauzone von den rechtlichen Möglichkeiten ermitteln die zwei, und werden zu einem unschlagbaren Gespann. Wer ist der Täter? Und welche Rolle spielt ein gewisser Gegenstand, der scheinbar zu Emi gehört??

 

Ich liebe ja Krimis, und da ich schon viele super Autoren gelesen habe, war ich doch recht gespannt, wie sich hier Erin J. Steen verhält. Doch liebe Erin, du brauchst dich hier gar nicht verstecken! Auch wenn ich am Anfang etwas Schwierigkeiten hatte, in die Yoga-Welt einzutauchen, die ich nunmal nicht persönlich kenne, muss ich zugeben, das Buch war viel zu schnell zu Ende. Ich war völlig gefesselt. Eigentlich gehört für mich zu einem Krimi viel Grusel dazu, und manch Autor lässt ja auch seiner Fantasie freien Lauf, in dem er den Mord sehr detailliert beschreibt. Nun, Erin hat diese Stelle sehr elegant gelöst, und das aufs nötigste reduziert. In diesem Fall war die Spurensicherung und Tatortreinigung im Hintergrund.

Auch die Ermittlungen der Polizei waren nicht im Hintergrund, sondern Erin hat den Fokus auf Emi und Charlotte gelegt, die einfach Emi aus der Situation raushauen wollten. Emi sollte nicht unter der verfahrenen Meinung vom grummeligen Stelter leiden müssen. Emi sitzt unverschuldet in einer Situation, in der sie auf die Hilfe von  unerwarteten Freunden setzen kann.

Und ich kann euch beruhigen, auch wenn nicht im aktuellen Band, aber im folgenden Band werden sich Charlotte und Stelter auch wieder vertragen. Dran bleiben lohnt sich also.


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Das Buch der Schurken

Martin Thomas Pesl , Kristof Kepler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2018
ISBN 9783442716036
Genre: Sachbücher

Rezension:

Manchmal frage ich mich ernsthaft, warum es nicht mehr Bücher wie "das Buch der Schurken" von Martin Thomas Pesl gibt. Der Autor hat - mit seinen festgelegten Kriterien - die für ihn 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur ausgesucht. Im Vorwort erklärt Pesl, warum er z. B. echte Schwierigkeiten hatte, weibliche Schurken zu finden. Auch weist er darauf hin, dass diese Liste weder vollständig ist, sondern eine subjektive Auswahl. Und so fand ich Schurken, die ich bereits kannte (Fantomas z. B., oder die 40 Räuber), und Schurken, von denen ich noch nie etwas gehört habe (Santer aus Karl Mays Winnetou war mir z. B. gar nicht geläufig). Was mir auch gefallen hat, war die Schurken in 12 Kategorien aufzuteilen. So gibt es die gierigen Schurken oder die Rachsüchtigen; es gibt die Psychopathen oder die Erziehungsberechtigten (wundervoll!!). 

Die Schurken selber werden in zwei Seiten beschrieben. Zum einen gibt es unter dem Namen des Schurken eine Quelle, wer der Autor ist und in welcher Literatur der Schurke zu finden ist. Auch ein Zitat findet unter dem Bild seinen Platz. Auf der rechten Seite gibt es dann eine Abhandlung des Autors über den Schurken. Zum Schluss findet man eine kleine Zusammenfassung des Bösewichtes, die ich immer wieder recht amüsant finde. So findet man z. B. bei dem Grafen Dracula Öffnungszeiten von 22-4 Uhr (ernsthaft: auf die Idee muss man erstmal kommen, ich fands wirklich super), beim Gallert-Ozean muss noch die Badetauglichkeit getestet werden, und bei Fräulein Knüppelkuh empfiehlt der Autor das gleiche Fluchtszenario wie bei einem Rhinozeros. 

Auch bei der Aufmachung des Buches wurde volle Arbeit geleistet. Bis auf das rote btb Emblem ist das Cover in schwarz weiß gehalten, das Cover zeigt Einen Zylinder, eine Augenmaske und einen geschwungenen Schnauzer. Selbst die Illustrationen von Kristof Kepler sind wundervoll gelungen. So bekommt jeder Schurke eine Illustration zu seiner Geschichte. 

Ich wünschte, es gäbe mehr davon. Ein gelungenes Gesamtpaket. Und irgendwie muss man die ausgewählten Schurken fast ja liebhaben, so wie Pesl diese beschreibt.

PS: Wer nun endlich mein Lieblingsschurke ist, kann ich gar nicht mal sagen: Hoch oben steht Graf Dracula und Grendel, aber auch Fantomas, Frankensteins Monster, die Herzkönigin.  Und ich werde mich mit einigen Schurken wieder mehr befassen. So waren mir die 40 Räuber von Ali Baba nicht mehr ganz geläufig, und Moby Dick wäre auch wieder mal interessant. Also, schmökern lohnt sich.

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Wie man die Zeit anhält: Roman (German Edition)

Matt Haig
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 20.04.2018
ISBN 9783423433846
Genre: Romane

Rezension:

Es war einmal vor 439, als Tom Hazard das Licht erblickt. Seine Mutter merkt schnell, dass er langsamer altert als seine Spielkameraden was auch sein Umfeld merkt. Und so wird seine Mutter als Hexe im Fluss ertränkt. Tom flieht, um nicht selber in Gefahr zu geraten. Unterwegs trifft er auf Rose, und verliebt sich in sie. Doch schnell merkt er, dass diese Liebe eine Gefahr birgt, denn Rose wird schneller altern und vor ihm sterben, bevor er überhaupt wirklich altert. Dennoch bekommen beide die gemeinsame Tochter Marion. Doch Tom weiß, dass aufgrund seiner Veranlagung schon seine Mutter sterben musste, und er will nicht auch noch seine Frau und Tochter gefährden, und flieht alleine. So lernt er Shakespeare kennen, Charlie Chaplin, und erlebt die Entdeckung neuer Kontinente, und weitere wichtige Ereignisse der Geschichte, ohne aktiv beteiligt zu sein.

Irgendwann trifft er auf eine Gesellschaft, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, sich um diese „Seltsamen“ zu kümmern, die langsamer altern als alle andere. Deren Oberster „Hendrich“ schickt Tom ca. alle 8 Jahre an einen anderen Ort, vorausgesetzt, er hat einen anderen Alba (also einen Seltsamen) gefunden. Tom macht hier nur mit, weil er erfahren hat, dass seine Tochter Marion seine Veranlagung geerbt hat, und auch noch am Leben ist. Doch das ganze gerät aus den Fugen, denn Tom fragt sich schon länger, ob es das ganze wert ist. Um die Gefühle aller zu schützen, soll er sich nicht verlieben, denn er könnte jeden weiteren Menschen überleben, und er müsste erneut mit dem Verlust klarkommen.

Kann das Tom aushalten? Welche Rolle spielt seine Lehrerkollegin Camille in Toms Leben, und werden sich Tom und Hendrich einigen können?

Dieses Buch habe ich mehrfach in den sozialen Netzwerken gesehen. Es ist mir aufgrund des blaugelben Covers aufgefallen, und auch wegen dem Mann, der vor einem großen Ziffernblatt sitzt, das fast schon wie ein Vollmond anmutet. Denkt dieser Mensch über den Begriff Zeit nach? Was empfinden wir als Zeit? Und wie wollen wir unsere Zeit auf Erden verbringen? Ja, dieses Buch ist doch recht philosophisch geschrieben, und lässt einen Nachdenken. Wie empfinden die Menschen Zeit? Ein Liebender wird die Zeit anders empfinden als ein kranker Mensch. Auch für Menschen, die ihren Platz im Leben gefunden haben, wie der Surfer Omai, ist die Zeit anders als für Tom, der durch die Zeit und Welt wandert, weil er nicht angekommen zu sein scheint. Bist du allein, ist die Zeit vielleicht zäher als wenn du deinen Seelenpartner an der Seite hast. Auch welche Rolle die Liebe in der Zeit spielt ist eine berechtigte Frage.

 

Matt Haig muss sich sehr intensiv mit der Zeit beschäftigt haben. Auch wenn er für sich vielleicht eine Antwort gefunden hat, lässt er es dem Leser offen, die Fragen für sich selber suchen.

Mich hat das Buch sehr fasziniert. Die Geschichte Toms, der sich durch die Geschichte und Welt tummelt, finde ich sehr schön. Sie kommt erst einmal ohne große Spannung aus, die für meine Begriffe auch gar nicht nötig ist. So hat mich fast Hendrichs Ableben irgendwie gestört, da dieses fast übertrieben wirkt. Und doch: das Gesamtpaket stimmt. Haig regt zum Nachdenken an: Wo siehst du dich in 10 oder 20 oder sogar 40 Jahren? Was würdest du machen, wenn du mehrere Jahrhunderte Zeit hättest zu leben, würdest du anders dein Leben gestalten? Womit kannst du dich zufrieden geben: mit den kleinen Dingen oder muss es etwas spektakuläres sein? Was bedeutet es, ein Leben wie alle anderen zu leben, denn die Geschichte hat gezeigt, dass sich vieles wiederholt. Wie kann man sich von den anderen abgrenzen?

Das mag nun etwas philosophischer anmuten, als es wirklich ist, und dennoch hat mich Matt Haig zum Nachdenken angeregt. Toms Geschichte und Lebensweg ist einzigartig, ebenso das der anderen Albas, und es ist toll, durch die Geschichte zu reisen. Dennoch kommt man nicht um den Gedanken Zeit herum.

Ein sehr gelungenes Buch, das man bewusst lesen sollte.

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Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Historische Romane

Rezension:

Berlin, in den 1930er Jahren. Nach und nach wird die Luft dünner für die Menschen, die nicht in das Schema des Regimes passen. Und so ergeht es auch Leos und Hannahs Familie. Um der sicheren Folter und dem sicheren Tod zu entgehen, fliehen sie mit dem Passagierschiff „St. Louis“ nach Kuba, da dieses noch eines der wenigen Länder ist, die Juden aufnehmen. Während der Überfahrt wendet sich das Blatt, und Kuba beschließt per Dekret einen Einreisestopp. So beginnt das Drama für die Familie Rosenthal: Während Hannah und ihre Mutter das Land betreten dürfen, ereilt Hannahs Vater, aber auch Leos Familie ein anderes Schicksal. Hannahs Vater landet in Paris, bis er im KZ Auschwitz stirbt. Leos Vater beendet mit Zyankalikapseln das Leben von Leo und sich selber, um dem Schrecken des Nazi-Regimes zu entgehen.

Währenddessen versucht sich Hannah mit ihrer Mutter auf Kuba ein Leben aufzubauen. Es bleibt zwar immer ein kleiner Funken Hoffnung, die Insel für immer zu verlassen. Doch nur Alma – Hannahs Mutter – verlässt für ein paar Wochen die Insel, um ihren Sohn Gustav in New York auf die Welt zu bringen. Während Gustav zu Gustavo wird, und ein kubanischer Rebell wird, versucht Hannah ihren Teil zum Familienhalt beizutragen. Nach ihrem Pharmaziestudium kann sie eine Apotheke eröffnen, die jedoch Jahre später von einem kommunistischem Regime übernommen wird.

New York, 2014. Anna klammert sich nachwievor verzweifelt an ihre Hoffnung, dass der Vater eines Tages wieder vor der Tür steht, und zur Familie zurückkehrt. Doch diese Hoffnung wird sich nie erfüllen, da Louis – also Hannahs Vater – bei den Anschlägen von 9/11 tragisch ums Leben gekommen ist. So verkriecht sich Annas Mutter im Bett, und verlässt das Bett nur im äußersten Notfall.

Als eines Tages ein Brief aus Havanna auftaucht, der Bilder von Annas Vater enthält, wacht Annas Mutter aus ihrer Lethargie auf. So begeben sich beide auf die Reise nach Kuba, wo Hannah reinen Tisch machen will. Hannahs 87. Geburtstag steht vor der Tür, und sie möchte Anna nun die Geschichte der Rosenthals erzählen, und ihr die Familiengeschichte erzählen, bevor alles verloren geht.

Hannah und Anna verbindet die Tragik, dass beide ihren Vater zu früh verloren haben. Aber beide müssen auch die Familie zusammen halten, denn beide Mütter hadern mit dem Schicksal, ihren Mann verloren zu haben. Gleichzeitig lastet die Familiengeschichte auf ihnen. Der Krieg hat nicht nur dise eine Familie auseinander gerissen. Wie geht man mit der Angst um, dass die Familie das gleiche Elend ereilt wie viele viele andre Familien auch? Eingepfercht zu sein auf kleinstem Raum, keine Grundversorgung wie medizinische Versorgung oder Lebensmittelversorgung zu erleben? Der Hass, der einem von früher vermeintlichen Freunden und Gönnern entgegenschlägt, ist unverständlich nicht nur für die Kinder.

Gleichzeitig gilt die Bange, dass die Flucht für die ganze Familie glückt. Hier muss eine Familie dem Druck standhalten, einem Hass von Fanatikern ausgesetzt zu sein.

Dieses Buch beschreibt eindringlich ein Problem, das leider die Zeit überlebt hat. Auch heute kratzen noch viele Familien ihr letztes Kleingeld zusammen, oder verschulden sich hoch, nur um den Kriegswirren entfliehen zu können. Selbst heute sind die Nachrichten hoch, dass Flüchtlinge auf der Flucht sterben, oder abgewiesen werden, und in Flüchtlingslagern gestrandet sind. Es ist frustrierend, dass man nichts aus der Geschichte gelernt hat. Und dennoch birgt diese Geschichte einen Funken Hoffnung, dass zerrissene Familien wieder zusammen finden, und das Wissen, wie schlimm Krieg und dessen Folgen wirklich ist, bewahrt und weiter gegeben wird. Vielleicht hilft es doch eines Tages weiter.

Armando Lucas Correa hat hier eine bildgewaltige Geschichte gesponnen. Das Schicksal meint es nicht nur gut mit Hannah. Sie muss den Verlust von ihrem Vater, von ihrem besten Freund Leo, aber auch von ihrem Bruder verkraften, der so gar nichts mit der Familie zu tun haben scheint. Auch der Weggang ihres Freundes Julian muss sie verkraften. Als sie hört, dass ihr Neffe noch eine Tochter hat, wendet sich zum Schluss noch das Blatt. So kann sie Anna wenigstens Trost spenden, als Hannah Anna von der Familiengeschichte erzählt. So bleibt das Erbe der Rosenthals zwar bewahrt, kann sich aber zum Guten wenden.

Das Buch hat mich sehr berührt. Auch wenn ich finde, dass mit dem Tod von Annas Vater bei 9/11 vielleicht etwas zuviel Schicksal der Familie aufgebürdet wurde.  Alma und Hannah müssen mit ihren Verlusten auf eigene Art und weise klar kommen, aber auch Anna und ihre Mutter haben im heutigen Kriegsgeschehen jemanden verloren. Ich denke, das ist auch der Bezug von Correa zwischen damals und heute: Krieg hat viele Gesichter, und die Folgen des Krieges hat immer die zivile Bevölkerung zu tragen. Die Umstände eines Krieges belastet nicht nur eine Generation, sondern vererbt sich weiter. Sei es in der psychischen Belastung (viele Soldatenväter waren gewalttätig), oder in der physischen Belastung (Stichwort Kriegsbomben).

Ein lesenswertes Buch, wenn auch – für mich – sehr emotional.


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