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504 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

familie, lügen, liebe, freundschaft, jugendbuch

Solange wir lügen

E. Lockhart ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.11.2015
ISBN 9783473401307
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich das deutsche Cover wirklich schön finde! Meiner Meinung nach strahlt es eine ganze andere Atmosphäre aus als das amerikanische - mir gefällt es aber sehr gut. Die wortwörtliche Übersetzung des Titels "Wir waren Lügner" hätte mir allerdings besser gefallen, da ich diesen sehr passend finde.

Der Roman besteht aus vielen kurzen Kapiteln, was gut zu der Schnelllebigkeit des Themas passt und außerdem den Effekt hat, dass der Roman schnell gelesen wird (,,Ein Kapitel schaffe ich noch”). Er beginnt mit dem Familienstammbaum der Sinclairs - und schon hier wird klar, dass der Roman besonders und anders ist.

Der Schreibstil ist geprägt von zahlreichen Übertreibungen, die den Leser dazu veranlassen, selbst zu erörtern, was von dem, das Cadence erzählt, Metaphern für ihre Gefühle sind und was tatsächlich so geschehen ist. Der Roman erzählt von einer Welt voller Reichtum und Schönheit, in die man gerne eintauchen möchte, auch wenn es von Anfang an eine Fassade ist, die wackelt. Cadence ist anfänglich eher süß und naiv und stellt das Leben da wie es ist mit vierzehn: schnell und spontan und doch ist sie mit vielen Entscheidungen überfordert.

Das Setting auf der Insel versprüht einen gewissen Charme – es geht um Neureiche, All American Girls, die auch gerne damit protzen. Sie sind, ach, so schön, ach, so reich. Und doch sind sie kalt und kehren das ein oder andere Geheimnis nur zu gerne unter den Teppich. Der Schreibstil bleibt dabei dramatisch und spannend ebenso wie das Verhalten der Figuren spontan und oft unerwartet ist.

Cadence selbst ist verwöhnt und sucht das Mitleid der anderen – trotzdem gelingt es dem Autor, sie zu einer für den Leser sympathischen Figur zu machen: Man leidet mit ihr, wenn der Junge, der anfänglich nur ein Sommerflirt ist, sie einfach stehen lässt und doch weiß man, dass dahinter mehr stecken muss. Der American Dream kriegt allmählich Risse und doch träumt man von einem solchen Zuhause für den Sommer, egal wie zerbrechlich der Traum hier dargestellt wird.

Die Figuren sind geprägt von Rache und Eifersucht. Die Mütter der Protagonisten arbeiten selbst eher wenig, sie sind geschieden und sie sind auf das Erbe angewiesen – das ihr Vater droht, ihnen zu entziehen. Sie sind oberflächlich und haben kein echtes Interesse aneinander. Auch die Jugendliche verlieren sich über das Schuljahr und kehren doch im Sommer wieder zurück, um an letztes Jahr anzuknüpfen, ohne ein Wort darüber zu verlieren, was in der Zwischenzeit passiert ist.

Das Ende nimmt dem Roman das Realistische. Es gibt zahlreiche Hinweise auf ein solches Ende und im Nachhinein muss ich zugeben, dass man auf die Idee kommen könnte. Mich überraschte es trotzdem absolut und erscheint mir nicht ganz passend für einen Belletristik-Jugendroman. Perfekt passt es aber in diese Scheinwelt und ist ebenso zerstörerisch wie tragisch.

Der Roman ist wirklich besonders: der poetische Schreibstil, die (Un-)Glaubwürdigkeit der Protagonistin und das Setting - ein Roman, der anders ist und damit überzeugen kann!

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113 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

paris, frauen, lifestyle, unterhaltung, tumblr

How To Be Parisian wherever you are - Liebe, Stil und Lässigkeit à la française

Anne Berest , Caroline De Maigret , Audrey Diwan , Sophie Mas
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei btb, 29.06.2015
ISBN 9783442756209
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als ich von "How to be Parisian whereever you are" zuerst gelesen habe, habe ich mir mit einem Schmunzeln "coffee table" gedacht und das Buch vorerst abgewunken. Als es dann jedoch auch in der deutschen Version erschien, wollte ich doch wissen, was es mit dem Buch auf sich hat - und so ist es auf meinem eReader gelandet.

Dazu muss ich direkt sagen: Das Buch wurde nicht für den eReader gemacht. Es hat zu viele Fotografien, um hier verzaubern zu können. Die Fotografien selbst machen jedoch einen Großteil der positiven Aspekte, die ich an dem Buch gefunden habe, aus: Da sind viele kühle Farben, manchmal auch schwarz-weiß Aufnahmen, die Sonne scheint in Paris nicht oft zu scheinen. Die Bleistiftzeichnungen sind liebevoll minimalistisch und haben damit ebenso ihren eigenen Charme.

Zu den Texten des Buchs muss ich gestehen, dass ich sie nicht alle gelesen habe - und dafür wurden sie wohl auch nicht gemacht. Die Parisian wird zum Beispiel als Frau beschreiben, die zwar ihre Fehler kennt, sich aber niemals ändert, und hat damit einfach Charme! Ich habe oft geschmunzelt, auch mal gelacht. Da steckt eine Menge Feminismus drin, mal auch eine Prise Arroganz, immer eine Menge Selbstbewusstsein. Auch wenn sie die Botschaft hinter den Texten wieder und wieder wiederholt, macht es dennoch Spaß, sie zu lesen.

Andere Texte aus dem Buch fand ich dann jedoch sehr anstrengend: Wenn es darum geht, in dem Straßenverkehr von Paris zu überleben oder dem Freund vorzuspielen, eine Affäre zu haben, dann scheint die Parisian eine Frau zu sein, die in einem ständigen Wettkampf mit allen in ihrem Umfeld steht. Es ist schwierig, viele dieser Texte zu lesen, so anstrengend scheint die Parisian sich das Leben selbst zu machen.

Was man dem Buch allerdings lassen muss, das ist, dass es durchaus Abwechslung bieten kann: Da sind schöne Fotografien, kleine Zeichnungen, längere Essays, Checklisten, Rezepte und mehr.

Selbst hätte ich mir das Buch wohl nicht gekauft - dafür steckt für mich einfach nicht genug von einer Botschaft dahinter. Als Geschenkidee für jemanden, der dem französischen Klischee ein wenig entspricht oder auch der einfach ein Faible für Frankreich hat, würde ich jedoch jedem dazu raten - ebenso wie jedem, der eine Arztpraxis oder einen Friseursalon hat und etwas Neues fürs Wartezimmer braucht.

 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

sommer, muschelherz, gänseblümchen, muschelherz und sommerwind, jugendliche

Muschelherz und Sommerwind

Julia Breitenöder
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei cbj, 13.07.2015
ISBN 9783570225486
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was mir auf den ersten Seiten schnell ins Auge gesprungen ist, das ist der Schreibstil der Autorin. Anfangs kam er mir überrascht locker daher, allerdings muss ich dazu sagen, dass ich da gerade lange keine Jugendbücher mehr gelesen hatte. Bis zum Ende des Romans habe ich den Schreibstil nämlich wirklich lieben gelernt - sie erzählt sehr leicht, berichtet dabei ganz locker und ich hatte das Gefühl, dass die Seiten damit ganz automatisch immer weniger wurden.

Nur 224 Seiten hat der Roman - für mich war das die perfekte Zahl. Julia Breitenöder gelingt es, die Handlung gerade so auszubreiten, dass sie perfekt in einen kürzeren Roman passt, und ich glaube, dass es vielen Leser aus der Zielgruppe so am besten gefallen wird.

Die Protagonistin Ann selbst ist jemand, den man als Leser schnell lieb gewinnt. Sie ist eben 12, hat damit Sorgen, die vielleicht zuerst blöd aussehen, die aber eben doch echte Sorgen sind, dennoch ist sie hilfsbereit, sympathisch - einfach eine Zwölfjährige, so wurde sie jedenfalls vorgestellt. Im weiteren Verlauf der Handlung hatte ich jedoch öfter den Eindruck, dass Ann mitunter sehr erwachsen und überlegt reagiert, was mir nicht so gut gefallen hat.

Besonders schön fand ich übrigens auch Jette und ganz besonderes deren Kreativität! Auch das Ferienlager selbst hat mich direkt einmal an meine eigene Ferienlagerzeit erinnert - wirklich schön beschrieben!

Umgehauen hat mich der Roman nicht, aber er ist schön zu lesen. Ein Jugendbuch, das eben sehr genretypisch ist, aber dennoch realistisch und bodenständig. Gerade für Leser ab 10 würde ich es schon empfehlen!

 

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94 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

götter, zeit, wanderer, moros, griechische mythoologie

Wanderer - Hüter der Zeit

Amelie Murmann
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 06.08.2015
ISBN 9783646601381
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mein Lieblingsaspekt am ersten Band war definitiv das tolle Eliteinternat, das Emilia besuchen darf, und auch in diesem Band hat es mich wieder begeistert - da ist einfach eine besondere Atmosphäre. Kennen wir das Schulprinzip schon aus Harry Potter & Co., finde ich, dass Amelie Murmann es hier einfach auf tolle Art und Weise abgewandelt hat. Außerdem gelingt es ihr so, etwas Alltag einzubauen, da die Schule nicht ganz abgeschottet ist von der Welt der Menschen, und doch den Leser jede Menge Magie spüren zu lassen.

Noch mehr als beim ersten Band haben mir jedoch die Charaktere gefallen: Besonders Kit, die im ersten Band einfach nur außerordentlich verrückt daherkam, durfte jetzt zeigen, wie viel mehr noch in ihr steckt. Ihre Mutter hat mich spontan an diverse Charaktere aus Kerstin Giers "Silber" erinnert und nach und nach hat sich Kit zu meiner absoluten Lieblingsfigur gemausert.

Auch Emilia muss man hier aber mögen - ebenso wie Max. Auf ihre sensible, aber doch recht vorschnelle und dickköpfige Art versucht Emilia erneut, in der Welt der Wanderer zurechtzukommen. Für mich war sie damit nicht unbedingt ein Charakter, der durch Besonderheiten im Gedächtnis geblieben ist, aber definitiv jemand, dessen Leben man gerne verfolgt.

Was mich im ersten Band gestört hat, war, dass ich schnell den Überblick verloren habe: die vielen Personen, das Aufdecken von Emilias Vergangenheit, der Konflikt mit ihrer Familie, die Probleme zwischen Max und ihr - das war schon ziemlich viel, fand ich. Für mich waren es dann die Zeitsprünge, bei denen ich endgültig den Anschluss verloren habe.

Den Leser durch das Geschehen zu führen, das gelingt Amelie Murmann meiner Meinung nach in dem Folgeband bedeutend besser: Die Zeitsprünge sind hier nicht nur spannend, sondern machen vor allem auf den ersten Blick Sinn. Ich habe selten zurückgeblättert, um noch einmal etwas nachzulesen, und konnte dem Geschehen viel besser folgen.

Vor allem ist mir aber aufgefallen, wie schön Amelie Murmanns Wortwahl geworden ist: Die Beschreibungen sind hier nicht nur wunderschön anschaulich, sondern sie benutzt so vielfältige Wörter, dass mir kaum Wiederholungen aufgefallen sind, was mich am ersten Band noch mitunter gestört hat. In Punkt Spannung kann der Folgeband es außerdem durchaus mit seinem Vorgänger aufnehmen: Gut fand ich sowohl, dass der erste Band nicht mit einem Cliffhanger endete, sondern auch dass dieser Folgeband noch einmal sein ganz eigenes Abenteuer hatte und mich damit wirklich begeistern konnte.

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70 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

rassismus, go set a watchman, harper lee, to kill a mockingbird, alabama

Go Set a Watchman

Harper Lee
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Random House UK, 14.07.2015
ISBN 9781785150289
Genre: Romane

Rezension:

WIE HAT ER DIR GEFALLEN?

Schon auf den ersten Seiten fühlte ich mich in Maycomb regelrecht zuhause: Auch Jean Louise, die Protagonistin, die wir schon aus "To kill a mockingbird" kennen, war zwischendurch in New York und kehrt nun zurück, um ihren Vater Atticus, aus dem Vorgänger als Kämpfer gegen den Rassismus bekannt. Als sie sieht, wie ihr Vater jedoch einer Sitzung des Ku-Klux-Klans beiwohnt, bricht für sie eine Welt zusammen.

Die Handlung ist somit recht schnell einschneidend, denn dies zerstört auch das Bild, das ich bis dato von Atticus hatte. Nicht verändert hat sich für mich jedoch, dass auch dieser Roman eine so schön alte Atmosphäre hat. Von der Sprache bis zu den Beschreibungen ist alles wie eine ferne Welt - und wird uns doch so nah gebracht.

Die Welt, die Harper Lee hier jedoch porträtiert steht in einem ständigen Wandel - mitunter auch in einem schmerzhaften Wandel. Interessant fand ich, dass wir doch heute viel öfter vom Wandel sprechen: Alles verändert sich, neue Technologien kommen hinzu, mitunter überfordert uns diese Schnelligkeit. Überfordert ist jedoch auch Jean Louise, denn auch ihre Welt befindet sich bereits in einem solchen Wandel.

Gelungen ist wie auch schon in "To kill a mockingbird" der Humor der Autorin: Der Roman mag noch so viel Tiefgang haben und die Thematik mag noch so ernst sein, Harper Lee gelingt es dennoch, mit viel Humor den ein oder anderen Witz einzuflechten. Auch wenn deutlich wird, dass es ihr ernst ist mit ihrer Kritik am Rassismus, so nimmt es dem Roman dennoch das Drama, lässt ihn leichter wirken.

KNÜPFt DER ROMAN AN "TO KILL A MOCKINGBIRD" AN?

Nein, dachte ich oft. Der Roman kann nicht als Fortsetzung gesehen werden. Vielleicht liegt das daran, dass Jean Louise im ersten Roman noch ein Kind und nun eine junge Erwachsene ist, vielleicht liegt es auch daran, dass "Go Set a Watchman" zuerst entstand.

Einige Aspekte finden sich in beiden Romanen wieder - die altertümliche Atmosphäre und der Humor, beides Dinge, die ich sehr liebgewonnen habe.

Den Unterschied macht jedoch Atticus: In "To kill a mockingbird" noch der Held, der gegen den Rassismus kämpfte, und wurde bald zum Symbol für Hoffnung für alle, die unter Rassismus litten. Nun ist er es selbst, der die dunkelhäutige Bevölkerung als minderwertig betrachtet - mitunter in Formulierungen, die ich selbst als sehr schmerzhaft empfand.

Zerstört Harper Lee damit das Bild, das viele von Atticus hatten, nimmt sie uns damit einen Helden? Ich finde nicht. In "To kill a mockingbird" erschien er mir oft zu glorreich, mitunter fehlerfrei, einfach perfekt. Hier ist er ein Mensch mit all seinen Macken.

Die Frage, die ich viel wichtiger finde, ist, ob Literatur dazu da ist, die Wirklichkeit darzustellen oder uns Hoffnung zu geben. In "Go Set a Watchman" ist Atticus mit seinen Fehlern mit Sicherheit näher an der Wirklichkeit, da der Roman zeigt, wie tief verankert der Rassismus in den Südstaaten war. In "To kill a mockingbird" jedoch gibt er Hoffnung - auch wenn ich oft das Gefühl hatte, dass er den Rassismus beschönigt, indem er der Gesellschaft einen Helden gibt, der dagegen kämpft, als hätte es genug davon gegeben.

ZURÜCK ZUM ROMAN...

Unabhängig von der Rassismus-Thematik fand ich es außerdem mitunter schade, dass Scouts kindliche Perspektive durch die einer jungen Frau ersetzt wurde. Dies ist mit Sicherheit notwendig, denn die kindliche Scout hätte niemals so kritisch sein können wie Jean Louise es jetzt ist, jedoch hatte ich diese kindliche Perspektive zuerst sehr liebgewonnen.

Insgesamt ist der Roman interessant, näher an der Realität, würde ich sagen. Der Schreibstil geht unter die Haut, bildlich und humorvoll, und Harper Lee stellt eine altertümliche Welt da, wie es sonst nur wenige kennen. Ein Roman, über den mit Sicherheit noch viele streiten werden, was ihn aber nicht weniger lesenswert macht!

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

freunde, eifersucht, mädchen, familientausch, stelzenpension

Lesegören: Emely – absolut verstrickt!

Patricia Schröder , Carolin Liepins , Maria Seidel
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.07.2015
ISBN 9783522504508
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zuerst einmal bin ich ein großer Fan von der Lesegören-Reihe: Mit Themen wie Stricken, Tierschutz, Bloggen & mehr finde ich sie wunderbar bodenständig und mit einem tollen Konzept für Lese zwischen 10 und 15 Jahren. Mit Patricia Schröder, Bianka Minte-König und mehr hat Planet Girl wieder richtig tolle Autoren im Boot - gefällt mir!

Gerade bei Emely fand ich außerdem die Aufmachung super: Ich weiß nicht, ob es den Roman auch als Taschenbuch gibt, aber ich habe ihn als Hardcover und das Cover sowie auch die Innengestaltung ist wirklich toll und sehr liebevoll gemacht. Die einzige Idee, die mir spontan kam, wäre, dass man die SMS und What'sApp-Nachrichten vielleicht noch mit Grafiken hätte abdrucken können, anstatt sie "nur" kursiv zu fassen.

Emely selbst ist ein wenig Paradebeispiel für ihre Generation, schätze ich: Voller Ideen, mit einer besten Freundin, die auch nicht immer ganz einfach ist, mit einem besten Freund, der ihrer Meinung nach auch der beste Freund bleiben soll, getrennten Eltern, einem nervigen Bruder, dem Strickhobby. Vor allem ist sie aber kreativ und voller Ideen und das hat mir gut gefallen!

Die Handlung rollt sich schnell auf, jedoch bekommt man auch den Einstieg, wenn man den ersten Emely-Band noch nicht kennt. Dennoch würde ich allen dazu raten, beim ersten Band anzufangen: Auch wenn man beim zweiten schnell die Charaktere kennen lernt, hätte ich doch gerne gewusst, wie Emelys Abenteuer beginnen.

WIE HABEN SICH JUGENDBÜCHER VERÄNDERT?

Als ich "Emely" bekam, hatte ich schon lange kein Jugendbuch für diese Zielgruppe mehr gelesen. Als ich in demselben Alter war, weiß ich noch, wie sehr wir alle die "Freche Mädchen - Freche Bücher"-Reihe geliebt haben. Im Nachhinein fand ich sie aber doch etwas seltsam: Da ging es so viel um Jungen, Küssen, Berühmtheit & Co. - alles Themen, von denen wir damals vielleicht träumten, die aber in unseren Leben noch gar keinen Platz hatten.

Richtig schön finde ich das dafür am Lesegörenkonzept und damit auch an diesem Buch: Emely ist wirklich noch jung - da sind Probleme unter Freundinnen, auch mal ein Junge, da sind Missverständnisse, die erst aufgeklärt werden mussten. Ein wenig hatte ich damit das Gefühl, dass dieser Roman so viel besser in das Leben seiner Zielgruppe passt als viele Bücher, die wir früher gelesen haben.

ZURÜCK ZUM BUCH...

Gerade als Geschenk für junge Lesebegeisterte würde ich den Roman weiterempfehlen! Er ist mit toller Bildlichkeit geschrieben, hat eine witzige Protagonisten und ist eine wirklich bodenständige Handlung.

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

schule, uni, abitur, blog, freundschaft

School`s out - Jetzt fängt das Leben an!

Karolin Kolbe ,
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.07.2015
ISBN 9783522504645
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich von Karolin Kolbes neuem Roman gehört habe, war ich direkt Feuer und Flamme - und bald landete er dann auch schon in meinem Briefkasten. Mit dabei war eine kleine Broschüre über weitere Romane vom Verlag Planet Girl und ich muss euch zuerst einmal sagen, wie begeistert ich bin, was für schöne Romane vor allem von deutschen Autoren dabei sind. Gerade bei diesem Roman finde ich jedoch das Thema toll gewählt: im Mittelpunkt stehen vier Mädchen, die nach dem Abi in die ganze Welt gehen, nach Berlin, in die Niederlande, nach Malaysia oder direkt ins Studium.

Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass es dabei schwierig sein könnte, den Überblick zu behalten, und ich muss auch gestehen, dass ich nicht immer wusste, welches Mädchen nun welches ist. Die einzelnen Kapitel sind recht kurz und damit verliert man ab und an schnell den Überblick. Letztendlich fand ich allerdings, dass das gar kein Problem ist: Die Handlung wird dann doch eher von Ereignissen als von den Charakteren getragen und die einzelnen Lebenswege sind so unterschiedlich, dass man schnell wieder in jeden Charakter hereinwächst! Karolin Kolbes Schreibstil habe ich als sehr "leicht" erfunden, abwechslungsreich, aber auch sehr bodenständig, ohne Adjektive, die übertreiben und die niemand braucht, simpel aber doch bildhaft.

UNHEIMLICH LEBENSNAH - ABER WARUM NUR?

Was mir bei diesem Roman aber besonders aufgefallen ist, das ist, dass ich selten einen Roman als so lebensnah empfunden habe. Ich habe selbst gerade erst mein Abi gemacht und stehe nun vor derselben Entscheidung wie die Mädchen in diesem Roman. Bücher über Achtzehnjährige, die gerade ihren Schulabschluss in der Tasche haben, gibt es so viele, aber nie hatte ich das Gefühl, dass die Protagonisten dort vor denselben Problemen stehen wie ich - hier allerdings schon. Ich habe lange überlegt, woran das genau liegen könnte, und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es daran liegt, dass hier eine deutsche Autorin am Werk war. Was mir vorher noch nie so bewusst geworden war, ist, dass gerade der Jugendbuchbereich der Romane in meinem Buchregal von englischsprachigen Originalversionen oder deutschen Übersetzungen gefüllt ist.

Viele davon stammen aus den USA: Das sind Bücher, in denen die Protagonisten mit ihrem Auto durch einige States zu ihrer University fahren, was in einem autoverrückten Land, indem jeder mit sechzehn den Führerschein macht, ganz normal ist, während in Deutschland nur die wenigsten Studenten Autos besitzen - wozu auch?! In "School's Out" besitzt keins der Mädchen ein eigenes Auto, sie nutzen öffentliche Verkehrsmittel und Mitfahrgelegenheiten, ein Bruder holt ein Mädchen vom Bahnhof ab und fährt dabei noch ganz "fahrschulgerecht". In amerikanischen Büchern geht es ums College, da sind Protagonisten wie Tessa aus "After Passion", die jetzt zum ersten Mal so etwas wie die große, weite Welt sehen, da geht es um Karriere, um Sex, um Partys, um Jungs. In "School's Out" geht es dann eher um das Sich-selbst-finden, um die vielen Möglichkeiten, die einen regelrecht erschlagen, um zaghafte und manchmal auch etwas unbeholfene Beziehungen, um die erste Einsamkeit.

"After Passion" war vor "School's Out" das letzte Buch, das ich über eine Achtzehnjährige, die gerade ihren Schulabschluss in der Tasche hat, gelesen habe. "After Passion" ist New Adult, "School's Out" noch eher Young Adult. Dennoch sind ihre Protagonisten gleich alt und geben ihrem Leser dabei ganz unterschiedliche Bilder davon, wie das Leben einer Achtzehnjährigen aussehen sollte. Ich persönlich konnte mich so viel mehr mit Karoline Kolbes Protagonisten identifizieren und das hat den Roman für mich perfekt gemacht. Was für mich heute noch schrecklich wäre, wäre beispielsweise Silvester allein verbringen zu müssen. Eine von den vier Mädchen aus "School's Out" ist jedoch gerade dazu gezwungen, betrinkt sich ganz allein in ihrem Zimmer, geht früh schlafen und rafft sich im neuen Jahr irgendwann wieder zusammen und findet doch noch Freunde. Das ist nicht die Art von Geschichte, die man unbedingt hören möchte, aber es ist eine Geschichte, die zeigt, dass man nicht direkt überall innerhalb von wenigen Wochen feste Freunde finden kann. Es zeigt, dass so etwas passiert und dass das dann auch mal okay ist, und ich finde es sehr mutig und gerade deshalb bewundernswert von der Autorin, wie wenig "toll" ihre Protagonistinnen sind, unter welch normalen Problemen sie leiden und wie alltäglich sie sind - denn hier macht gerade der Alltag den Roman so gut.

WARUM HAT MICH DAS SO ÜBERRASCHT?

Mir ist es vorher nie aufgefallen, aber ich war tatsächlich geschockt, wie selten ich eigentlich Romane von deutschen Autoren lese. Viele der Romane, die ich lese, spielen in einer ganz anderen Welt als in der, in der ich lebe, und das finde ich ziemlich schade. Schnell entsteht für mich der Eindruck, die Zeit nach dem Abi müsste so ausfallen wie die College-Zeit, die ich aus Romanen kenne. Dementsprechend erfrischend fand ich, wie lebensnah Karolin Kolbe in diesem Roman das Leben von vier Mädchen nach dem Abi darstellt: Da ist Liebe, ganz schüchtern und etwas nebensächlich aber doch total verliebt, die Fernbeziehung, der neue Junge, der die Liebe doch nicht erwidert. Da ist der Druck von den Eltern, das Gefühl, sich endlich loslösen zu müssen, das Bedürfnis, etwas Eigenes anzufangen. Da ist die Suche nach sich selbst, nach einem Plan für die Zukunft, nach Freunden. Da ist so viel Neues. 

Die vier Mädchen machen mit dem FSJ, dem Freiwilligendienst im Ausland, dem Praktikum und dem Studium nicht nur Dinge, die als Pläne nach dem Abitur bei uns ganz verbreitet sind, sie haben auch mit Problemen zu kämpfen, die jeder von uns in dieser Zeit kennen lernen wird - und das hat mich begeistert. Für mich war dieser Roman damit beinahe ein Weckruf, warum wir uns unbedingt wieder mehr auf deutschsprachige Autoren konzentrieren sollten. Ich finde es so schade, wie uns Jugendlichen schnell das Gefühl vermittelt wird, dass unsere Uni-Zeit einem Durcheinander wie Tessas College-Zeit entsprechen müsste, egal wie gerne ich "After Passion" gelesen habe. Und ich finde es umso toller, dass ein Roman wie dieser das Leben nach der Schule ganz natürlich und bodenständig darstellt - eben weil die Autorin die Welt kennt, in der wir leben.

Ich musste direkt an einen ganz tollen TED Talk denken, den ich vor kurzem gesehen habe und den ich hier einfach mal verlinken möchte. In "The Danger of a Single Story" geht es zwar um eine andere Thematik, aber letztendlich zeigt auch dieses Gespräch, wie einseitige Romane unsere Einstellung beeinflussen können. Karolin Kolbe schreibt dabei eine "Story", die anders ist als die Nach-der-Schule-Romane, von denen wir bereits so viele gelesen haben, und sorgt damit dafür, dass wir deutschen Jugendlichen, die vor einer ganz anderen Uni-Welt als die amerikanischen stehen und dabei mit ganz anderen Problem konfrontiert werden, auch Bücher über unsere eigene Welt haben, die uns Protagonisten an die Seite stellen, die dieselben Problem durchmachen wie wir.

ZURÜCK ZUM ROMAN...

So bodenständig wie ich die Idee dahinter beschrieben habe, so habe ich auch die Handlung empfunden: Große Spannung ist da nicht, keine großen Abenteuer, keine atemraubenden Cliffhanger. Wenn ich ehrlich bin, finde ich allerdings, dass der Roman so etwas auch nicht nötig hat. Er ist interessant, stellt seine Protagonisten ganz liebevoll und beinahe zärtlich vor, lässt sie die alltäglichsten Probleme durchmachen und bleibt doch einfach toll. Ich würde den Roman jedem empfehlen, der bald mit der Schule fertig ist - nicht zwingend als Orientierungshilfe, denn mit Sicherheit gibt es noch tausend andere Dinge, die wir nach unserer Schulzeit machen könnten, aber als eine Art Generationsporträt, das auf so natürliche und tolle Art und Weise zeigt, wie unsere Generation sich nach ihrer Schulzeit fühlt. Letztendlich ist es dabei auch ein echtes "Mut mach"-Buch für alle, für die der "sichere Raum Schule" bald endet. Auf einem Buchmarkt, auf dem so viele Übersetzungen landen, ist es wirklich toll, einen solchen Roman dazwischen zu finden, der unsere eigene Welt so realitätsnah darstellt.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

After ever happy

Anna Todd
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Simon + Schuster Inc., 10.02.2015
ISBN 9781501106408
Genre: Romane

Rezension:

Zuerst einmal wurde für mich sehr deutlich, dass Anna Todd mit diesem Roman stark an das Konzept des Vorgängers anknüpft: Thematiken wie die Familien der beiden und deren Geheimnisse werden verstärkt in den Vordergrund gerückt, vor allem aber ist Tessa und Hardins Beziehung bei weitem nicht mal da, wo sie im ersten Band der Serie begonnen hat: Die beiden haben voneinander gelernt, sind reifer und erwachsener geworden und auch ihre Beziehung hat damit ganz  neue Züge angenommen. Was früher noch ein Problem geworden ist, ist jetzt nicht mehr die Rede wert, was früher nicht einmal in Frage kam, muss jetzt plötzlich diskutiert werden. Es ist toll zu sehen, wie sich die beiden entwickelt haben, und ich muss Anna Todd sehr dafür loben, dass es ihr gelingt, eine solche Entwicklung so schön darzustellen. Hier ist es in erster Linie Hardin, der sich verändert - mal zum Guten, mal nicht. War es in "After love" noch Tessas Familie, deren Geheimnisse aufgedeckt wurden, so ist nun Hardins Familie an der Reihe und für die sieht es nicht gerade rosig aus. Wir lernen einen Hardin kennen, den wir so noch nicht kannten, und auch eine Tessa, die ebenso stark wie zerbrechlich ist. Vom Schreibstil her fällt außerdem auf, dass Anna Todd etwas Neues einbaut, ähnlich wie sie mit dem Beginn von "After truth" Hardins Erzählperspektive neu eingebaut hat: Immer öfter werden Träume genau geschildert, immer öfter darf der Leser aber auch Flashbacks lesen, die ihn beispielsweise in Hardins Kindheit mitnehmen. Ich fand es sehr spannend, dass Anna Todd so kurz vor dem Ende noch etwas hinzufügt, das diesen Roman von den anderen abhebt und besonders macht. Ehrlich muss ich dafür sagen, dass mich das Ende nicht ganz überzeugt hat. Die vier Romane, die so wahnsinnige Wälzer mit hunderten Seiten sind, spielen über einen so kurzen Zeitraum, dass ich es total spannend fand, was in dieser kurzen Zeit passiert - Einschübe wie "Zwei Jahre später" haben für mich das Ende daher kaputt gemacht. Man muss Anna Todd anrechnen, dass sie es schafft, ein Happy End zu finden, ohne klischeehaft und zu perfekt zu wirken, doch so ganz konnte ich mich auf das Ende nicht einlassen: Ja, ich habe es gerne gelesen, aber der ein oder andere Aspekt, darunter in erster Linie Hardins Roman, kamen mir für dieser Serie zu plötzlich.

Insgesamt finde ich es jedoch einfach nur stark, wie extrem viele Seiten Anna Todd mit dieser Geschichte füllt hat, ohne jemals Langeweile aufkommen zu lassen, denn das hat sie garantiert nicht: Bis zur letzten Seite habe ich regelmäßig meine Tagesplanung umgeschmissen, um mehr Zeit zum Lesen zu haben - und das tue ich nicht für jeden Roman! Die Serie ist kurzweilig, emotional und macht süchtig - ich habe sie definitiv dafür geliebt!

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

teenage, lovestory, los angeles, hallie, amerika

L. A. Lovestory

Abby McDonald , Franka Reinhart
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei cbj, 13.07.2015
ISBN 9783570402832
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"L.A. Lovestory" erzählt die Geschichte von zwei Schwestern, die nach dem Tod ihres Vaters ihr Haus verlieren und zu einem Onkel nach Los Angeles ziehen müssen. Während Hallie sich in das glitzernde Leben von Beverly Hills stürzt, ist Grace zurückhaltender und muss noch immer an den Jungen denken, den sie zurückgelassen hat.

WIE FANDEST DU ES?

Selten habe ich einen Roman gelesen, bei dem gleich der erste Satz klarstelle, wie viel Humor diese Autorin hat! Das gesamte Buch ist gefüllt mit witzigen Gedanken und extremen Ansichten und schafft es, den Leser wieder und wieder zum Schmunzeln zu bringen.

Dazu tragen in erster Linie die Charaktere bei: Grace ist schüchtern, eher zurückhaltend, hält aber die Familie zusammen, sucht billige Apartments, während Hallie und ihre Mutternicht einsehen, dass sie nicht in der großen Villa bleiben können. Hallie hingegen träumt von einer Hollywoodkarriere, ist impulsiv, temperamentvoll und exzentrisch. Die Schwestern könnten nicht unterschiedlich sein und könnten auch nicht unterschiedlicher dargestellt werden: Es ist wirklich toll, wie beide auf ihre ganz besondere Art und Weise herüberkommen, ohne dass die Autorin versucht, sie sonderlich sympathisch darzustellen.

BRAUCHT SO EINEN ROMAN EINEN ROTEN FADEN?

Manchmal war es nämlich ein roter Faden, der mir fehlte: Ich wusste einfach nicht, worauf die Autorin hinauswollte. Würde dieses Pärchen ein Happy End erleben? Würde die schüchterne Grace noch aus sich herauskommen? Oft hilft es mir vorauszuahnen, was die Autorin ausdrücken möchte, um einen Roman spannend zu finden.

Hier hatte ich das Gefühl, dass ich nie wusste, was als Nächstes passieren würde. Manchmal war das negativ, weil mir damit der Anreiz fehlte, weiterzulesen: Ich wusste einfach nicht, worauf ich mich freuen sollte. Manchmal habe ich es aber wiederum geliebt: Immer wenn ich mich gewundert habe, warum die Autorin ausgerechnet das schreibt, spielte sie eine neue Karte aus und brachte einen neuen Twist mit ein!

DEN KLASSISCHEN AUFBAU WIDERLEGT

Bei einer Liebesgeschichte im Jugendbuchbereich kennen wir den Ablauf doch viel zu oft schon: Boy meets Girl, erste Romantik, die "Flitterwochenphase" einer Beziehung, dann ein Problem, ziemlich oft ein Missverständnis, schließlich die Versöhnung, das Happy End.

Dieser Roman ist anders: So wie ich nicht hervorahnen konnte, welchen roten Faden die Autorin im Kopf hat, so löst er sich auf von diesem Klischee. Der Roman geht seinen ganz eigenen Weg und Charaktere, die uns am Anfang erscheinen, als würden wir sie schon aus einem anderen Roman kennen, werden am Ende ganz andere Entscheidungen treffen. Wirklich erfrischend schön, wie ich fand!

UND INSGESAMT?

Ein toller Roman! Er hat unheimlich viel Humor und schafft es, die Dinge urkomisch darzustellen. Ebenso hebt er sich sehr von ähnlichen Titeln ab und seine Story geht einen ganz eigenen Weg. Eine gelungene Sommerlektüre!

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(53)

99 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, musik, rockstar, teresa sporrer, band

Rockstars küssen besser

Teresa Sporrer
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 02.07.2015
ISBN 9783646601480
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mittlerweile sieben Bände der Rockstar-Reihe hat Carlsens ebook-Label impress inzwischen herausgebracht - und doch hatte ich bis vor kurzem noch keins dieser Bücher angerührt. Manchmal fällt es mir einfach schwer, Serie zu beginnen, wenn bereits sehr viele Teile erschienen sind - bis ich bei einer lovelybooks-Leserunde erfuhr, dass man problemlos bei jedem Band neu einsteigen kann. Cool, oder? Das dachte ich mir auch und bin einfach mal bei Band 7 eingestiegen. "Derb" war eins der ersten Wörter, das mir zu Teresa Sporrers Schreibstil einfiel: Eigentlich hatte ich eine Geschichte für die Zielgruppe ab 12 Jahren erwartet, aber das hierwar  definitiv etwas anders - und damit musste ich mich erst einmal umstellen. Aufgeteilt sind die Kapitel in Gegenwart und in Vergangenheit: Das Konzept dahinter ist wirklich interessant, da die Geschichte so durchgängig auf zwei Ebenen spielt. Dennoch muss ich gestehen, dass es mich öfters verwirrt hat: Vielleicht wäre es mir einfacher gefallen, hätte man die einzelnen Episoden nacheinander und nicht miteinander verworren angeordnet. Auch das Alter der Protagonistin hat mich deshalb immer wieder verwirrt - ich konnte sie schlecht einordnen. Auch wenn ich damit manchmal skeptisch war, worum es gerade ging, sind es doch vor allem Charaktere, die Spaß machen: Da ist einmal die junge Cadence, gerade aus dem teuren Internat geflogen, jetzt wieder auf der alten Schule, heimlich in den Nachbarjungen und ihren Sandkastenfreund verliebt. Und dann ist da die ältere Cadence, inzwischen ein Hollywoodstar, gebrochen mit einem dunklen Geheimnis und noch immer in Nigel verliebt. Ich glaube, dass sich nur schwer ein Leser finden lässt, der sich mit beiden Versionen von Cadence identifizieren kann, aber mir hat sie immer mehr gefallen, umso weiter ich gelesen habe! Auch die Hollywood-Ambiente ist witzig: ein bisschen billig, wenn Cadence in ein Hotel muss, indem sie von Kakerlaken empfangen wird, ein bisschen nervig, wenn die Paparazzis endlichen Antworten haben wollen, aber eben auch glitzernd und schön. Insgesamt ein Roman, indem ich mich erst "einlesen" musste, bevor ich ihn wirklich genießen konnte, aber im Endeffekt auch ein Roman, der einfach Spaß macht, für einen Unterhaltungsroman sehr viele Ebenen hat und damit auch faszinieren kann!

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(692)

1.165 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 198 Rezensionen

liebe, erotik, rockstar, thoughtless, dreiecksbeziehung

Thoughtless - Erstmals verführt

S. C. Stephens , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 650 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482429
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Nachdem “After passion” und “Together Forever” mich wirklich begeistern konnten, wollte ich es einmal mit C.S. Stephens versuchen: Ihre Romane werden schließlich immer bekannter und für mich war es “Thoughtless – Erstmals verführt”, das bald in meinem Buchregal einzog. Was mich von Anfang an begeistern konnte, war dabei die Protagonistin: Sie kam so locker und doch so sympathisch daher, dass es mir wirklich Spaß machte, ihr zu folgen. Auch wenn es in dem Roman nicht zuletzt ums Fremdgehen geht, war sie doch ein Charakter mit Identifikationspotential – auch wenn ich gestehen muss, dass ihre ständigen Zweifel mir gegen Ende doch etwas auf die Nerven gehen. Auch die beiden männlichen Hauptrollen fand ich super: Kellan, der Bad Boy, der Rockstar, bei dem sie einzieht, und Denny, der Sunnyboy, ihr Freund. Unterschiedlicher hätten die beiden nicht sein können und das machte für mich den Roman gut. Nicht wirklich überzeugen konnte mich dafür die Handlung: Viele Überraschungen gab es hier nicht, Settings und Szenen wiederholten sich für meinen Geschmack zu oft. Das Konzept des Romans ist eher einfach gestrickt und füllt dabei aber eine Menge Seiten. Bei Romanen wie “Together Forever” fand ich es toll, wie eine ähnliche Geschichte auf so wenige Seiten passte, “After passion” konnte mich dafür davon überzeugen, dass man eine Liebesgeschichte sehr wohl auf sehr viele Seiten packen kann. “Thoughtless” konnte die Handlung betreffend weder noch – mir passierte zu viel für so wenige Seiten. Gelesen habe ich den Roman im Urlaub und als Urlaubslektüre würde ich ihn durchaus empfehlen! Die Handlung kann bei weitem nicht immer punkten, aber die Charaktere fand ich so gut gewählt, dass sie mir schnell ans Herz gewachsen sind.

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82 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

sophie kinsella, angststörung, finding audrey, audrey, starbucks

Finding Audrey

Sophie Kinsella
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Doubleday Children's, 04.06.2015
ISBN 9780857534590
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kaum hatte ich diesen Roman aufgeschlagen, da war ich schon begeistert: Selten habe ich einen Roman gelesen, der so einen eigenwilligen Schreibstil hat. Es ist, als würde Audrey lebendig werden und selbst im besten Teenager-Slang zu dir sprechen – es ist wirklich besonders. Ihre Wortwahl, ihre Sätze, die Art, wie sie reagiert, das alles schafft dieser Schreibstil perfekt rüberzubringen – und nicht zuletzt ihre Gedanken. Der Schreibstil ist flapsig und frech, immer wieder auch ziemlich trocken und damit einfach urkomisch. Das Thema das Romans, Audreys Depressionen und Ängste, ist ernst, aber obwohl die Autoren mit so viel Humor an dieses schwierige Thema herangeht, habe ich selten das Gefühl gehabt, dass eine Autorin ihre Protagonistin ernster nimmt als Sophie Kinsella Audrey: Gerade weil sich auch ihre Protaognistin nicht zu ernst nimmt, wird das Thema auf wunderbare Art und Weise an den Leser herangetragen. Was der Leser jedoch nicht erfährt, ist das Ereignis, das Audreys Krankheit ausgelöst hat: Immer wieder wird es angedeutet und doch nie ganz gelöst. Mir hat das super gefallen – was hätte es auch für einen Unterschied gemacht, es zu erwähnen? Einzig und allein Linus passte mir nicht ganz in das sonst so ehrliche und bodenständige Konzept: Als Charakter war er mir für einen Teenager einfach zu lieb und zuvorkommend, als dass ich ihn als realistisch ansehen könnte. Am Ende sind es jedoch weder die wirklich verrückten, aber ebenso liebenswürdigen Charaktere noch das Thema, die den Roman so toll machen: Es ist und bleibt der wahnsinnig tolle Schreibstil. Der Roman macht Spaß, regt zum Nachdenken an und auch zum Lachen – und hat mich damit wirklich umgehauen!

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

schwangerschaft, liebe, behinderung, zwangsneurosen, unterschiede

Amy & Matthew - Was ist schon normal?

Cammie McGovern , Beate Brammertz
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Heyne, 30.03.2015
ISBN 9783453269163
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mal wieder “etwas anderes” lesen – das war meine Erwartung, als dieser Roman in meinem Briefkasten landete. Von Anfang war mir auch klar, dass er tatsächlich etwas anders ist – mal gut und mal schlecht gemeint. Wirklich interessant sind jedoch von der ersten Seite an die Charaktere: Da ist Amy, das Mädchen mit der Behinderung, beherrscht mehrere Sprachen, ist jedoch kaum in der Lage, ihre Muttersprache zu sprechen. Sie merkt plötzlich, wie viel ihr verwehrt wurde von dem Leben eines normalen Teenagers – ganz ehrlich und bodenständig geht die Autorin dabei an das Problem heran. Und dann ist da Matthew, dieser Junge, der doch eigentlich ganz normal ist, hätte er da nicht auch so einige Probleme, Zwänge und mehr. Und dann sind da noch Amys blonde Locken, die sie für ihn jedes Jahr ein bisschen attraktiver machen, und nicht zuletzt Amys Mutter, die aus ihrer Tochter mehr und mehr ein wissenschaftliches Experiment macht. Der Roman ist erschreckend ehrlich, manchmal dabei fast schon platt, aber immer nah an der Realität dran. Die Handlung ist gut überlegt und wird nach und nach aufgerollt, sodass es wirklich Spaß macht, den beiden zu folgen. Was mich bei weitem nicht überzeugen konnte, war hingegen der Schreibstil: Er ist langatmig und Spannung kommt so gar nicht auf. Dinge werden erklärt und wiederholt, mehr erzählt als gezeigt. Für mich ist das der Grund, warum ich den Roman eher nicht weiterempfehlen würde – und das trotz einer interessanten Thematik und tollen Charakteren: Der Schreibstil hat es mir leider unmöglich gemacht, bis zum Ende zu kommen.

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(1.674)

2.573 Bibliotheken, 69 Leser, 3 Gruppen, 167 Rezensionen

liebe, erotik, hardin, sex, anna todd

After love

Anna Todd , Corinna Vierkant-Enßlin , Julia Walther ,
Flexibler Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Heyne, 15.06.2015
ISBN 9783453491182
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Um ehrlich zu sein, war ich wahnsinnig aufgeregt, als dieser Roman bei mir eintrudelte: Bereits einige Tage vor dem Erscheinungsdatum lag er in meinem Briefkasten und ich wollte mir den Roman eigentlich für den Urlaub aufsparen, aber ihr wisst ja, wie das ist: Bei Anna Todd ist es nicht so einfach zu warten.

Es geht weiter in Tessa und Hardins Liebesgeschichte, doch nachdem ich den Roman gelesen habe, war mir klar, dass er anders ist als seine beiden Vorgänger. Zuerst einmal etwas, das gleich geblieben ist: Das Cover. Mittlerweile stehen alle drei bereits erschienen Bände in meinem Regal und nebeneinander sehen sie einfach nur wunderschön aus! Thematisch spielt Tessas Familie eine immer größer werdende Rolle und damit lernen wir noch eine ganz andere Seite von Tessa kennen. Die beiden stehen vor der Frage, ob sie eine Fernbeziehung aushalten können – aber eigentlich haben beide diese Frage für sich schon beantwortet. Der Roman ist damit so überspitzt und emotional wie wir Tessa und Hardin kennen und gerade das macht ihn hier spannend. Während Hardin eingeschnappt ist und schnell wütend wird, wirft Tessa ihm im Streit gerne Dinge vor, die gar nichts mit dem eigentlichen Streit zu tun haben: Die beiden sind ein Teufelskreis, aus dem keiner von ihnen entkommen kann. Auch wenn euch das vielleicht schon bekannt vorkommt, hat sich doch einiges geändert: War der erste Band noch einer an vielen Stellen sehr lockerer und nahezu flapsiger Liebesroman mit vielen Erotikszenen, so kommt Erotik immer kürzen, denn Tessa und Hardin zoffen sich nicht mehr nur, sie streiten wirklich. Gleichzeitig merkt man jedoch auch, wie ihre Beziehung damit mit ihnen wächst und ernster wird. Auch die Familien-Thematik kannte ich von den vorherigen Romanen nur aus Hardins Perspektive und auch dann nicht so ausgeprägt, wie sie hier zu finden ist – dennoch hat es mir gefallen, dass damit Tessa als Person stärker in den Vordergrund gerückt wird! Dass Tessa Abstand braucht, haben wir uns schon gedacht, was den Roman gerade so realistisch macht – und es für sie und Hardin so schwer.

Ein einziges “Hin und Her” wurde mir immer wieder gesagt, wenn ich andere Leser nach dem Vorgänger “After truth” gefragt habe, aber damit ist hier endgültig Schluss: Anna Todd schafft es Tessa und Hardins Beziehung auf eine neue Ebene zu führen. Beide müssen sich über ihre Karriere Gedanken machen, beide werden mit ihren Familien konfrontiert, beide sind noch so stur wie sie es immer waren. Ich finde es bewundernswert, wie Anna Todd es schafft, der Serie diese neue Ebene mitzugeben, und muss deshalb ein großes Lob für den dritten Band der Serie aussprechen: Anders, nie langweilig, und noch immer super spannend!

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

tanzen, mara lang, ballett, magie, im licht der nacht

Im Licht der Nacht

Mara Lang
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.03.2015
ISBN 9783646600971
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Mittelpunkt steht die achtzehnjährige Alicia, deren Traum wahr wird, als sie an der Tarnek Dance Academy angenommen wird. Zuerst ist es nur ein mysteriöser Junge, der sie in seinen Bann zieht, aber bald ahnt Alicia, dass mehr dahinter steckt: Tarnek hütet ein Geheimnis.

Begeistern konnte mich persönlich vor allem das Tanzen: Die Tarnek Dance Academy stellt wohl für jeden Tanzbegeisterten einen echten Traum dar, denn egal ob klassisches Ballett, Musical oder Hip Hop – hier finden die Schüler alles. Wirklich spannend ist auch der Anfang, den er beginnt direkt mit etwas Action, während der Alicia auch schon auf den mysteriösen Jungen trifft – dank einer fremden Gegend und einer dunklen Nacht ein gelungener Einstieg in die Geschichte! Ich hatte kaum das erste Viertel des Romans gelesen, da wusste ich schon: Hier gibt es Spannung pur. Auf mehreren Etappen schafft die Autorin es, immer wieder neue Ereignisse einfließen zu lassen, die die Spannung noch steigern. Auch bietet der Roman eine gehörige Portion Fantasy, die jedoch erfrischend anders ist als die Fantasy, die wir kennen: Mit Gargoyles, Hexen und mehr hat sie sich mal für etwas andere Wesen entschieden, die außerdem auf interessante Art und Weise auch in unserer Welt mitmischen. Generell ist das Setting toll: das alte, abgelegene Gelände, das kleine Dorf, die Akademie. Immer wieder spickt die Autorin ihren Roman außerdem mit kleinen Hinweisen auf das Rätsel, das Alicia entschlüsseln möchte – Spannung pur. Außerdem gelingt es Mara Lang, die Balance aus Teenagergeschichte und Fantasy perfekt zu halten: Dank Alicias verrückten Freunden und dem alltäglichen Tanztraining sowie der Liebesgeschichte könnte der Roman auch ein ganz normales Jugendbuch sein – auf der anderen Seite ist er voller abenteuerlicher Fantasyelemente, die ihn umso spannender machen. Der ein oder andere Konflikt in der Liebesgeschichte kommt etwas überrascht und ist nicht ganz so gut hergeleitet wie das Geheimnis um die Akademie aufgedeckt wird – auch wenn das den Roman nicht weniger spannend macht.

Für mich ein Roman, der mich wirklich begeistert hat: Spannend, ein mysteriösen Setting, eine tolle Idee, viel Tanz und ganz viel Fantasy und Liebe!

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(115)

161 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

tango, liebe, austauschschüler, feinde mit gewissen vorzügen, kurzgeschichte

Feinde mit gewissen Vorzügen

Amelie Murmann
E-Buch Text
Erschienen bei bittersweet, 14.01.2015
ISBN 9783646601084
Genre: Sonstiges

Rezension:

Als eShort ist diese Geschichte kurz gefasst – beginnt dafür aber direkt mit Action: “Oh nein, nicht der Tanzkurs”, dachte ich schon bei der ersten Szene und war doch begeistert davon, wie realistisch Amelie Murmann davon erzählt. Praktisch gewählt sind auch die Titel, die jeweils Sophias Beziehungsstatus beinhalten, sodass die Autorin es schafft, darin einiges zusammenzufassen, für das eine Novelle keinen Platz hat. Auch sonst muss sie hier und dort zusammenfassen, erzählt anstatt zu berichten, was mich jedoch nicht gestört hat – ganz im Gegenteil: Der Autorin gelingt es, eine wirklich coole Geschichte geschickt auf so wenigen Seiten zu verpacken. Nach dem Prolog muss der Roman zuerst zurückspielen und beginnt einige Tage zuvor, was wirklich spannend ist. Auch Sophia als Protagonistin ist mir sehr sympathisch: Ihre Diskussionsfähigkeit macht sie zu einem schlagfertigen Charakter, von dem man gerne liest. Amelie Murmanns Schreibstil ist dabei herrlich leicht und locker und wunderbar flapsig, voller Witze, voller lustiger Vergleiche.

Diese bittersweet hat mich wirklich überzeugt – wie witzig die Autorin erzählt, wie schlagfertig ihre Protagonistin ist und wie gut sie ihre Geschichte auf so wenige Seiten bannt. Insbesondere für jüngere eReader-Fans (ca. 10 – 14 Jahre) absolut empfehlenswert!

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(98)

138 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

chat, jennifer wolf, liebe, fernbeziehung, freundschaft

Häkelenten tanzen nicht

Alexandra Fuchs
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Impress, 08.01.2015
ISBN 9783646600896
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eigentlich war alles zuerst einmal ein Missverständnis: Sam wollte Frank nur eine SMS schicken, aber die SMS landet bei Alice. Alice klärt das Missverständnis auch bald auf, aber es bleibt nicht bei einer SMS: Es folgen unzählige Nachrichten, Facebook-Pinnwände, Gruppenchats und mehr – der Roman ist nämlich ein Chat-Roman. Dies bedeutet, dass tatsächlich ausschließlich die abgetippten Nachrichten der beiden und ihrer Freunde abgedruckt werden. Mir fehlten daher anfangs mitunter Gefühle, denn man kann nur erahnen, welche Emotionen hinter diesen Nachrichten stehen. Ebenso ist es nicht immer ganz einfach, nachzuvollziehen, wer welche Nachricht geschrieben hat, und man neigt schnell dazu, die Uhrzeitangaben schlichtweg zu überlesen. Auf der anderen Seite ist diese Art zu schreiben gerade hier passend, denn es gibt einen Grund, warum Sam und Alice ausschließlich schreiben können, wenn sie kommunizieren möchten: Sam ist gehörlos und tut sich trotz Hörgerät mit dem Sprechen noch immer schwer. Zuerst verheimlicht er Alice dies – später kann er es aber nicht mehr vor ihr verbergen. Auf den ersten Seiten ist es damit ein ganz normaler Roman: Eine SMS, die ohne Alkohol nie geschrieben worden wäre, ein Konflikt wie wir ihn alle auch kennen – es ist eben unangenehm, alles über Facebook & Co. regeln zu müssen. Sam gibt dem Roman abschließend eindeutig etwas Besonderes. Während der ersten Kapitel fand ich es durchaus seltsam, wie schnell die beiden sich in einer Welt, in der immer wieder vor Anonymität im Internet gewarnt wird, und die Häkelenten sind für den Titel ein nettes Extra – einen ganz so große Rolle wie der Titel vorgibt spielen sie in dem Roman selbst meiner Meinung nach aber nicht. Wirklich liebenswürdig ist aber Sams kleine Schwester Ina, die als Hörende ab und zu als Übersetzerin fungiert.

An den Stil des Romans musste ich mich erst gewöhnen und das hat mich fast 50 % des Romans gebraucht, während der mir Gefühle deutlich fehlten. Fast hätte ich den Roman an dieser Stelle weggelegt, doch dann hat er mich doch noch gepackt: Er ist anders, aber eben auch spannend.

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(206)

367 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

überwachung, internet, dystopie, soziale netzwerke, google

Der Circle

Dave Eggers , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.08.2014
ISBN 9783462046755
Genre: Romane

Rezension:

Als erstes fiel mir auf, dass der Roman keinen Ich-Erzähler hat: Daher fand ich es anfangs zunehmend schwierig, Mae als Person kennenzulernen und als Protagonistin zu akzeptieren. Für mich blieb sie damit lange Zeit ein ungeschriebenes Blatt, mit dem ich mich kaum identifizieren konnte, und mir gelang es nicht, einen wirklichen Einblick in ihre Gedanken zu erlangen. Im Verlauf des Romans habe ich mich jedoch gefragt, ob vielleicht gerade darin eine entscheidende Stärke des Romans liegt: Mae wirkt wie ein eher flacher Charakter, stellt sich nur selten gegen Obrigkeiten und sieht ihre Vergehen schnell ein. Sie wirkt ganz normal, keine Heldin, nicht einmal ein wirkliches Vorbild. Für mich führte der Roman dem Leser damit in erster Linie vor Augen, dass viele von uns in eine Position wie Maes als blind folgende Anhängerin verfallen könnten, und gerade das machte den Roman für mich wiederum stark. Was dann beschrieben wird, regt vor allem zum Weiterlesen an, weil es so interessant ist: Der Campus, auf dem die “Circler” arbeiten, feiern und leben, die Arbeit selbst, die Menschen. All das hat einen exotischen Charakter und doch ahnt man, dass es diese Menschen und vielleicht auch eine Version des Circles heute schon gibt. Gerade im Kontrast zu Mae, die ein vergleichsweise oberflächlicher Charakter bleibt, wuchs mir Annie als Charakter schnell ans Herz. Insbesondere die Szene, in der Mae es ist, die eine Kamera um den Hals trägt, um ihren gesamten Alltag ins Internet zu stellen, und dabei auf Annie trifft, die jedoch von den Arbeiten des Circles, den sie auf höchster Ebene erlebt, der Öffentlichkeit noch nichts preisgeben darf, ist mir in Erinnerung geblieben, gerade weil gleichzeitig von Politikern erwartet wird, dass auch sie transparent werden, damit nicht spekuliert wird, was sie zu verbergen haben. Annie ist der Charakter, der den Leser erkennen lässt, dass auch der Circle Schattenseiten hat: Sie ist müde, ausgelaugt, überarbeitet und in einer Position, um die die halbe Welt sie beneidet. Besonders stark zu beobachten und für den Leser außerdem gut nachvollziehbar und an keiner Stelle zu abrupt ist außerdem Maes Entwicklung: Anfangs freut sie sich noch, einen sogenannten “9-to-5-job” gefunden zu haben, bald schon übernachtet sie auf dem Campus des Circles, weil es sich für sie nicht mehr lohnt, zwischendurch nach Hause zu fahren.

Oft wurde charakterisiert, dass Maes Charakter so flach erscheint – für mich lag darin jedoch eine deutliche Botschaft: Viele von uns könnten Mae sein. Ob der Circle tatsächlich unsere Zukunft ist, möchte ich nicht beurteilen, jedoch muss ich sagen, dass ich den Roman begeistert gelesen habe: Er wird nicht langweilig, ist interessant und detailliert durchdacht und erinnerte mich viel zu oft an unsere heutige Welt.

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(30)

85 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

seth, asteroid, weltuntergang, apokalypse, familie

Seth. Als die Sterne fielen

Christine Millman
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 05.02.2015
ISBN 9783646600919
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seth ist ein Asteroid, der bald auf die Erde treffen wird. Mariam und ihre Familie sollen vor der Katastrophe geschützt werden – Chris und seine Familie aber nicht. Eigentlich hat Marian nicht vor, sich jetzt noch zu verlieben, sie hat eigentlich nur vor, in der unterirdischen Biosphäre irgendwie zu überleben – aber dann kommt alles anders als gedacht.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich den Titel toll fand: Nach vielen viel zu kitschigen Liebesromanen habe ich mich richtig gefreut, dass “Seth” der Name des Astroiden und nicht eines Jungen ist, und auch den Untertitel fand ich spannend. Die Idee selbst konnte mich ebenso überzeugen: Während die Regierung geheim halten möchte, was auf der Erde passieren wird, werden einige Menschen in Positionen oder mit Berufen, die der zukünftigen Gesellschaft nützlich sein werden, darunter auch Mariams Eltern, die beide Ärzte sind, in unterirdische Biosphären gebracht, die ihnen das Überleben ermöglichen sollen. Auch wenn der Roman damit eine Endzeitvision darstellt, erschien er mir an keiner einzigen Stelle realitätsfern – es ist mit Sicherheit einer der realitätsnähsten Endzeitvisionen, die ich je gelesen habe. Einige Aspekte, darunter der Kyroschlaf, in den die Menschen in den Biosphären während der ersten Zeit versetzt werden sollen, enthalten zwar Fantasy, machen den Roman aber bei weitem nicht unrealistischer, sondern eher interessanter. Toll gewählt ist auch der Einstieg: Der Roman beginnt mit der Nachricht, dass Seth gesichtet wurde, und damit ist der Leser mitten drin in der Handlung und in der Action. Mariam selbst kann am Anfang nicht direkt überzeugen: Sie ist ehrgeizig und manchmal nahezu verbissen, ihr Draht zu ihrer Großmutter macht sie dennoch sympathisch. Interessant wird es, wenn ihre Eltern ihr erzählen, woran ihr Vater seit längerem arbeitet – nämlich an der Biosphäre. Auf einmal sieht sie den Wunsch zu überleben so kleinen Sorgen wie ihrem Abitur gegenübergestellt.

Der Roman ist überaus spannend – und das über seine gesamte Länge. Eine interessante Idee, nette Charaktere und ein spannender Erzählstil: Für mich bis jetzt der beste impress-Titel, den ich je gelesen habe!

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(121)

235 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebe, musik, jugendbuch, rachel cohn, new york

Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht

Rachel Cohn , David Levithan , Bernadette Ott
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.03.2012
ISBN 9783570401026
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Eigentlich sollte Norah nur für fünf Minuten Nicks Freundin spielen, als dieser seine Ex-Freundin plötzlich mit einem anderen Jungen sieht. Aus fünf Minuten wird jedoch schnell eine Nacht voller extrovertierter New Yorker, ausgefallener Clubs und toller Musik: In “Nick und Norah – Soundtrack einer Nacht” erzählen Rachel Cohn und David Levithan eine etwas andere Liebesgeschichte.

Eins der schönsten Dinge an dem Roman ist definitiv das Setting: Das New York, das die beiden Autoren präsentieren, ist so wunderbar abgedreht, dass ich es direkt ins Herz geschlossen habe. Der Roman selbst hat zwanzig Kapitel, von denen eine Hälfte aus Norahs Sicht erzählt und von Rachel Cohn geschrieben wurde und die anderen Hälfte aus Nicks Sicht erzählt und von David Levithan geschrieben wurde. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Schreibstile der beiden Autoren jedoch sehr ähneln. Glücklicherweise steht vor jedem Kapitel die Figur, aus der im Folgenden erzählt wird, sodass es einfacher wird, dem Geschehen zu folgen, denn dieses ist wirklich rasant: Der Roman erzählt zwar nur von einer Nacht, dabei beinhaltet er aber viele Beschreibungen und wenig direkt Rede – ich bin das ein oder andere Mal durcheinandergekommen. Dazu trägt noch bei, dass die Szenen oft überlappen, sodass eine bestimmte Situation zuerst von Norah und dann von Nick erzählt wird, was bei mir ebenso das ein oder andere Mal für Verwirrung sorgte. Die Sätze, mit denen die Autoren arbeiten, sind meist prägnant und vergleichsweise kurz gehalten. Wenn es lange Aufzählungen oder verschachtelte Sätze gibt, haben diese schnell einen sehr poetischen Klang, was mir an dem Schreibstil beider Autoren gut gefallen hat. Die Art und Weise, wie sich die Beziehung zwischen Nick und Norah entwickelt, passt perfekt in das Durcheinander der Großstadt: mal etwas zu abrupt, dann rudern sie wieder zurück, mal ganz wild und dann wieder ganz ruhig.

Die Idee, auf diese Art und Weise als Autoren zusammenzuarbeiten, finde ich total super! Für mich hinterließ der Roman manchmal einen gewissen Chaos-Eindruck und mir fiel es schwer, den Überblick zu halten – dennoch macht der tolle Schreibstil beider Autoren den Roman definitiv besonders!

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(35)

120 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

spirit, aimee, du gehörst mir, alan, carrie jones

Spirit - Du gehörst mir

Carrie Jones , Steven E. Wedel , Ute Mihr
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.05.2015
ISBN 9783570309018
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Anfang der Geschichte war so schön romantisch, dass ich mich wirklich gefreut habe, mal ein Buch zu lesen, das nicht nach dem klassischen “Boy meets Girl”-Schema vorgeht, sondern ein Pärchen in den Mittelpunkt stellt, das bereits zusammen ist – leider ist dieses Pärchen jedoch nicht mehr allzu lange zusammen. Schade fand ich auch, dass der Roman die klassischen Protagonisten mit Problemen in der Hintergrundgeschichte hat: Jeder der drei Hauptcharaktere hat schon ein Elternteil verloren. Im Verlauf der Geschichte wurde deutlich, dass dies aber durchaus in Verbindung zur Handlung steht und nicht nur ein trauriges Detail ist – für mich kam es allerdings etwas spät. Interessant fand ich dafür, dass Leitmotiv Wasser, das sich durch die gesamten Roman zieht. Auch die Protagonisten fand ich direkt spannend: Alan als Sohn eines Indianers und Aimees übersinnliche Fähigkeiten sind interessant und sorgen für Spannung, gerade weil sie mal anders sind als andere übersinnliche Fähigkeiten, von denen man öfters liest. Insbesondere Alan war mir dabei sehr sympathisch – gerade weil er Aimee nicht von Anfang an toll fand, was dann aber doch recht schnell geschah. Der Schreibstil der beiden Autoren konnte es mir dafür nicht antun; die kurzen, oft abgehackten Sätze und mitunter zusammenhangslose Beschreibungen konnten mich einfach nicht für das Geschehen begeistern. Auch die Hinweise auf das, was mit Aimee und Courtney passiert, kommen sehr schnell und der Handlungsverlauf erscheint vorhersehbar, während im Romanverlauf dafür die High School-Atmosphäre wirklich toll ist. Bis zum Ende ist der Roman aber auf jeden Fall wirklich spannend – und oft auch wirklich gruselig!

Ein Roman, der mich nicht ganz überzeugen konnte, dafür ging mir einiges zu schnell und der Schreibstil der Autorin gefiel mir einfach nicht. Wirklich toll sind aber die kreativen und übersinnlichen Charaktere und die Spannung, die immer wieder ins Gruseln geht, sodass der Roman bestimmt eingefleischte Fantasy-Fans begeistern kann!

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(83)

198 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

wahrheit, freundschaft, jugendbuch, familie, kunst

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Susan Juby , Eva Müller-Hierteis
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.04.2015
ISBN 9783570159989
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mich hat dieses Buchkonzept direkt neugierig gemacht: Es klingt so mysteriös, aber gleichzeitig ganz real. Ein wenig hat mich der Roman anfangs tatsächlich an Janne Teller erinnert, von der ich sehr begeistert bin. Verfasst ist der Roman in Form von Essays, die immer wieder mit Fußnoten versehen sind. Umso spannender es wurde, desto öfter musste ich gestehen, eine Fußnote übersprungen zu haben, aber generell fand ich sie durchaus gut dossiert und sie geben der Erzählerin eine tolle Möglichkeit, um Dinge anzubringen, die eigentlich gar nicht in ihren Essay passen, was den Roman wiederum wirklich witzig macht. Für letzteres sorgt auch der Schreibstil: Susan Juby hat eindeutig Humor und lässt das den Leser auf flapsig-lockere Art und Weise auch wissen! Von Anfang an war ich mir nicht sicher, ob dieser Stil auch zu einem doch eher ernsterem und abstrakterem Thema wie der Wahrheit passt, gefallen hat mir der Schreibstil aber schon. Der Roman spielt an der Green Pastures Academy, einer Kunst-High School, auf der sich alle möglichen jungen Künstler treffen, deren Hobbys etwas außergewöhnlicher sind als das, was sich vielleicht an deiner Schule finden lässt: Normandy stickt, Neil malt schöne Frauen und Dusk präpariert tote Spitzmäuse. Die Charaktere fand ich einfach nur genial, sie machen richtig Spaß und sind Menschen mit ihren Stärken und Schwächen und einer gehörigen Portion Selbstironie, mit denen man aber dennoch total gerne befreundet wäre! Die Idee, ab jetzt nach der Wahrheit zu fragen, kam für mich etwas zu schnell, Normandys Bedenken wirkten dafür umso realistischer – toll! Langsam fließt auch die Backstory von Normandys Schwester – die viel zu oft auch viel zu viel mit Normandy selbst zu tun hat – ein und diese ist eben das, was auch die Green Pastures ist: kreativ, kunterbunt und einfach spannend! Mich haben diese Charaktere begeistert, die so sehr in ihrer eigenen Welt leben, und Keiras Geschichte sorgt für Spannung, gerade weil sie immer wieder mit tollen Cliffhangern endet. Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, dass es realistisch ist, dass die Wahrheit an der Green Pastures so großartige Dinge anstellt, denn die Schüler sind zwar erst überrumpelt, wenn sie nach der Wahrheit gefragt werden, das heißt wenn ein andere Schüler plötzlich wissen will, ob er denn jetzt schwul ist oder nicht, ob sie denn nun den einen oder den anderen liebt, ob es stimmt, was man über ihre Schwester erzählt, ob sie wirklich von den Ureinwohnern abstammt und viel mehr. Die Figuren reagieren früher oder später sehr positiv, sind regelrecht dankbar dafür – für mich nicht immer ganz nachvollziehbar. Gegen Ende des Romans fließt schließlich etwas Liebe und auch etwas Romantik mit ein – für mich zugegebenermaßen ziemlich fehl am Platz, der Roman wäre auch gut ohne ausgekommen. Richtig spannend wird es dafür am Ende: Ist der Anfang noch eher interessant, kommt mehr und mehr Spannung auf und das Ende ist so ganz anders als man vielleicht vermuten mag. Es ist wiederum realistisch und das hat mich begeistert!

Für mich war der Titel des Romans ein Fehlgriff, denn die Charaktere aus Susan Jubys Roman beginnen nicht, die Wahrheit zu sagen, sondern nach der Wahrheit zu fragen. Laut Klappentext stoßen sie damit zwar auch auf Geheimnisse aus ihrem eigenen Leben, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Charaktere sich außerordentlich mit sich selbst auseinander setzen. Ausgehend vom Titel bin ich davon ausgegangen, dass der eigentliche Konflikt das Romans darin bestände, dass früher oder später jemand nicht positiv auf die Frage nach der Wahrheit reagiert, was aber nicht der Fall war. Wer sich vom Titel nicht fehlleiten lässt, der wird den Roman jedoch lieben: Er hat seine Makel, aber er ist auch besonders, traut sich, mal so ganz anders zu sein als viele andere Romane, hat absolut geniale Charaktere und ist dabei noch spannend! Mich hat er zuerst nachdenklich gemacht und dann absolut gepackt und begeistert.

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(2.105)

3.140 Bibliotheken, 99 Leser, 4 Gruppen, 248 Rezensionen

liebe, hardin, anna todd, tessa, erotik

After truth

Anna Todd , Corinna Vierkant-Enßlin , Julia Walther
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.04.2015
ISBN 9783453491175
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Der Roman knüpft an das offene Ende an, das sein Vorgänger hinterlassen hat. Ich hatte erwartet, dass dieser Konflikt schnell zu Ende geführt werden würde, damit die eigentliche Geschichte des zweiten Bandes beginnen konnte, und war freudig überrascht, dass das nicht der Fall war: Stattdessen zieht sich der Konflikt noch durch den gesamten Roman und ich war damit begeistert, wie gut das offene Ende des ersten Romans dann doch gewählt ist. Normalerweise gefällt es mir außerdem gar nicht, wenn erst im zweiten Band einer Serie eine zweite Perspektive hinzukommt, aber hier hat es mir wirklich gut gefallen, die Ereignisse nicht mehr nur aus Tessas sondern auch aus Hardins Sichtweise zu erleben. Damit wurde mir schon klar, wie schnell mich auch der zweite Band dieser Reihe um den Finger gewickelt hatte: Charakteristika, die mich sonst abschrecken, habe ich hier begeistert gelesen, und erneut würde ich es auf Anna Todds tollen Schreibstil zurückführen. Dieser Roman bietet nicht weniger Emotionen, nicht weniger Wut, nicht weniger Leidenschaft als der erste und umso weiter Tessa und Hardins Beziehung geht, umso stärker werden auch diese Emotionen: Anna Todd gelingt es, auf spannende Art und Weise jedes Ereignis zu dramatisieren. Immer wieder wurde ich vor dem Roman gewarnt, da er vielen zufolge zu viel “Hin und Her” bietet – mich hat das bis zum Ende kaum gestört. Anna Todd bringt immer wieder neue Konflikt ein, die sich den beiden in den Weg stellen, und diese sind so unterschiedlich, dass meiner Meinung nach die Spannung erhalten blieb. Abstriche würde ich dafür für das Hochzeitsthema machen: Dafür dass Tessa und Hardin noch am Anfang einer Beziehung stehen, wurde für meinen Geschmack viel zu viel übers Heiraten gesprochen. Auch Hardin wurde mir bis zum Ende zunehmend viel zu aufdringlich: Die beiden sind absolut abhängig voneinander, kontrollieren einander mitunter, sind schnell eifersüchtig – ein sympathischer Charakter wird er für mich vielleicht nie, aber hier war es mir eindeutig zu viel.

Der Roman knüpft perfekt an “After Passion” an und bietet ebenso viel Spannung, Emotionen und Leidenschaft. Konflikte häufen sich, was mit Sicherheit nicht für jeden Geschmack ist, mich aber direkt mitgerissen hat!

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liebe, monica murphy, new adult, together forever, stiefmutter

Together Forever - Total verliebt

Monica Murphy , Lucia Sommer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.04.2015
ISBN 9783453418530
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eine etwas andere Liebesgeschichte hatte ich mir von diesem Roman erhofft: Viel verrät der Klappentext nicht darüber, aber das Cover fand ich wunderschön bunt und die Beschreibung klang so geheimnisvoll, als hätten wir hier mal nicht ein Mädchen, das auf einen Jungen trifft, sondern eine Beziehung, die bereits vor Romanbeginn besteht. Ganz so war es dann doch nicht – schön zu lesen war der Roman aber trotzdem: Hier ist meine Rezension zu Monica Murphys “Together Forever- total verliebt”!

Wirklich packen konnte mich schon der Prolog: Mit einem “du” spricht Fable direkt Drew an – auch wenn meine Hoffnung, dass dies sich durch den gesamten Roman ziehen könnte, nicht bestätigt wurde, hat es mich doch begeistert. Außerdem ist der Prolog wirklich spannend und macht neugierig auf die eigentliche Geschichte – mal davon abgesehen, dass der Prolog tatsächlich anders ist als zahlreiche Prologe aus romantischeren Liebesgeschichten. Fable selbst ist keine Protagonistin, deren beste Freundin man unbedingt sein möchte, sie ist oft rau, sehr schlagfertig, immer wieder aber auch verletzlich – mal eine ganz andere Protagonistin. Wirklich sympathisieren konnte ich mit ihr nicht, den Roman machte das aber nicht schlechter. Hatte ich damit gerechnet, dass der Roman eher den üblichen Liebesgeschichten entspricht, wusste ich bald, dass er durchaus anders ist. Das Konzept des Mädchens aus armen Verhältnissen, das auf einen wohlhabenden Jungen trifft, wobei beide von ihnen eine Menge Probleme mit sich bringen, erinnerte mich dabei eher an einen Erotikroman, neu aufbereitet für die New Adult-Zielgruppe. Mitunter hätte ich mir Protagonisten gewünscht, die weniger Probleme mit sich herumschleppen und einfach mal ganz normal sind, denn anfangs fehlten mir die Hinweise darauf, wie viel die dunkle Vergangenheit der beiden überhaupt mit dem Romanverlauf zu tun hat. Nach knapp zwei Dritteln des Romans hatte ich aber auch eine Vermutung – und war mir sicher: Sollte sie stimmen, wäre der Roman genial. Wieder und wieder habe ich gedacht, dass ich absolut falsch läge, letzten Endes hat sich meine Vermutung aber doch erfüllt. Der Roman schafft es, ebenso spannend zu sein wie ein Thriller und gleichzeitig so viel Anziehungskraft auf den Leser auszuüben wie es sonst nur ein Liebesroman kann. Auch das Ende fand ich wirklich gut geschrieben: Es ist durchaus befriedigend und gibt der Geschichte einen schönen Schluss, macht aber auch auf die Fortsetzung neugierig.

Der Konflikt, auf dem die Liebesgeschichte basiert, hätte man auch deutlich anders auslegen können – in einem richtigen Thriller, auf mehr als 268 Seiten, für eine andere Zielgruppe. Diesen Hintergedanke hatte ich beim Lesen öfters – wie bereits gesagt machte das den Roman für mich aber nicht schlechter. Im Gegenteil: Er ist spannend, sexy, kurzweilig und dafür eine Sommerlektüre, die ihr genießen werdet!

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liebe, jugendbuch, katrin bongard, erste liebe, stolz und vorurteil

Loving

Katrin Bongard
Buch: 296 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.04.2015
ISBN 9783841503480
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei diesem Roman war es eindeutig die Leseprobe, die mich überzeugt hat, ihn zu lesen – Cover und Titel konnten mir nämlich gar nicht zusagen. Anscheinend bringt Autorin Katrin Bongard aktuell drei New Adult-Serien mit den Titeln “Loving”, “Kissing” und “Playing” auf den Markt. Dies finde ich interessant, alleinstehend jeden Namen aber eher langweilig. Gerade bei einem Roman, der ein modernes “Stolz und Vorurteil” sein möchte, hätte man einen deutlich spannenderen Titel wählen können. Das Cover fand ich ganz nett – nichts besonderes, aber ganz nett gemacht. Wie ich auf der Seite der Autorin entdeckt habe, scheint der Roman nun mit einem anderen Cover im Handel erhältlich zu sein, wobei ich letzteres auch deutlich schöner finde. Die Einleitung konnte mich jedoch direkt packen: Ich hatte erst eine halbe Seite gelesen, da konnte ich diesen “Schultrott” schon spüren. Der Roman erinnerte mich mitunter an die typischen amerikanischen High School-Geschichten, nur um einiges realitätsnäher und vor allem ehrlicher. Die Idee, eine Bloggerin als Protagonistin zu nehmen, fand ich super – Wörter wie “SUB” machen den Eindruck perfekt. Auch Ella war mir sehr sympathisch – sie scheint zwar nicht zwingend beliebt zu sein, ist aber laut und witzig. Toll fand ich auch Katrin Bongards Schreibstil: Alles, was sie erzählt, wirkt so ehrlich, so ganz unverschönert. Schade fand ich hingegen, dass Ella ihre Augen anscheinend lasern lassen muss, um ein neues Leben beginnen zu können: Ich kann verstehen, dass so etwas wie ein Wendepunkt im Leben sein kann, dennoch finde ich nicht, dass dieser Eingriff als so wichtig dargestellt werden sollte – ich bin beispielsweise total glücklich mit meiner Brille. Alles, was dann zwischen ihr und dem Jungen, den der Klappentext den “Casanova der Schule” bezeichnet, passiert, passiert sehr schnell – mitunter zu schnell, meist aber gerade deshalb so realitätsnah. Beide sind unbeholfen, beide sind mal schüchtern, beide können noch nicht ganz mit ihren Gefühlen umgehen – und das stellt Katrin Bongard unheimlich gut dar. Den ein oder anderen Konflikt, der sich den beiden in den Weg stellt, kennt man zwar schon aus anderen Büchern, dennoch fand ich es hier sehr passend gewählt.

Der Roman lässt sich bei weitem nicht in die Sparte Erotik stecken, romantisch ist er aber auch nicht. Eher ein richtiger Gefühlsachterbahn-Liebesroman – und als solcher wirklich gut geschrieben!

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