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drachen, fantasy, eragon, magie, elfen

Eragon - Das Erbe der Macht

Christopher Paolini , Joannis Stefanidis
Fester Einband: 900 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.11.2011
ISBN 9783570138168
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 1000 Seiten-Schwarte ist aktuell wie selten ein Werk der Fantasy-Literatur. Das Nachwort datiert der Autor Christopher Paolini nämlich mit 8.November 2011. Seit Monaten arbeiten Übersetzer weltweit jede Seite ab, die Paolini in Amerika verfasst. 27 Jahre ist der junge Schriftsteller, und füllt in einigen Millionen Bücherregalen weltweit einen knappen halben Meter. Dreieinhalbtausend Seiten umfassen jetzt die vier Bände über den jungen Drachenreiter Eragon. die saga war eigentlich als Trilogie geplant, aber dann hat Paolini sich gründlich verplaudert und so stirbt der Erzschurke tausend Seiten später. „Warum muss alles so schwierig sein“, fragt irgendwann Eragon verzweifelt seinen Drachen Saphira – und das kluge Tier antwortet: „Weil alle fressen wollen, aber keiner gefressen werden will.“ (S.453)
Worum geht’s in den ersten drei Bänden? Einem etwas einzelgängerischen Jungen fliegt beim Spaziergang in einem unheimlichen Wald ein großer Stein zu, von dem sich bald herausstellt, dass es ein Drachenei ist – dann nämlich, als der Drache herausschlüpft und klarmacht, dass er Eragon erwählt hat, mit ihm zusammen die Welt zu retten. Dass ist wichtig, weil es sonst keine Drachen mehr gibt auf der Welt außer dem des bösen Galbatorix – und auf Eragon ruhen also die Hoffnungen der freien Welt. In der sind Elfen, Zwergen, Urgals, Varden, Menschen untereinander zerstritten wie freie Völker das halt sind. Man könnte sagen, es ist eine Eurozone, in der Stadt Geld reichlich Blut fließt.
Der Plot ist so klar, dass man sich fragt, ob Paolini wirklich der erste ist, der darauf gekommen ist. Und natürlich gibt es die Plagiatsjäger, die sofort erkennen, wo einzelne Ideen her sind - der vom Bösen besessene Halbbruder Murtagh erinnert schon arg an den Darth Vader aus dem Krieg der Sterne. Die Landschaft Alagaesia mit ihrer zerstrittenen Vielvölkergemeinschaft hat außerdem auffallend viel vom Herrn der Ringe, dem Urahn der modernen Fantasy.

Vom erzählerischen Fluss des ersten Teils war im zweiten noch viel vorhanden – aber dazwischen mogelte sich schon, was im dritten Teil den Zyklus fast zerstört hätte: Paolini versuchte, seine Story, seine Landschaften, seine Ideen zu verteidigen, theoretisch zu untermauern – und immer länger wurden die Gespräche am Lagerfeuer, die Lektüre-Berichte, tausend Referate über Kriegsstrategien, ethische Maximen im Kampf, Drachenbiologie, Monsterbeschreibungen, Rechtfertigungsversuche einer für den Autor längst Heimat gewordenen Fantasiewelt. Zu allem Überfluss wurde der Anfang des Eragon-Zyklus auch noch von Hollywood verfilmt. Der Verlag, wenn man nachfragt, dementiert ausdrücklich nicht, dass die Fertigstellung sich verzögerte, weil Paolini eine dem Film zu verdankende Schreibblockade überwinden musste. Hat er geschafft, und man darf annehmen, dass einige der klügeren Sätze des Buchs sich dieser Krise verdanken: Gegen Ende sagt einer zum Helden: Weißt Du, ich hätte nie gedacht, das Du es schaffen würdest … aber ich bin froh, dass Du es geschafft hat“. „Ich hatte Glück“ antwortet Eragon, „Und ohne Deine Hilfe wäre es nicht möglich gewesen.“ (825)

Eragon Teil 4, das ist ganz großes Fantasy-Getöse, seine Geschichte verhält sich zu der des ewig unsicheren Harry Potter wie die der blutigen Ilias zu den Irrfahrten des Odysseus. Bei Eragon geht es vor allem darum, elegant zwischen Kampfszenen zu moderieren, in denen Unmengen feindlicher Soldaten und edler Freunde zermalmt werden. Und der Weg zum Showdown in brennenden Ruinen läuft geradlinig, gerade verzögert genug, dass man Seite um Seite wälzt. Eragon ist Karl May im Zeitraffer, die Splatter-Fassung des Herrn der Ringe, deutlich zu blutig für zarte Gemüter, sehr schnell. Und im neuen, dem vierten Teil, ist das alles besser, weniger verdruckst als vorher, sozusagen unverschämt gut.

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