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unheimliche geschichten, gruselgeschichten, kurzgeschichten, sammlung, dämonisches

Die Hände des Doktor Kinich

Ingrid Poljak
Flexibler Einband: 68 Seiten
Erschienen bei tredition, 29.08.2014
ISBN 9783849596101
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Geschichte des selbstherrlichen Hände-Liebhabers Doktor Kinich, dem ein diabolischer Diener in vorauseilendem Gehorsam all die anmutigen, kräftigen, zärtlichen Hände liefert, nach denen Kinich sich sehnt. Eine grausame Parabel, vielleicht die härteste Kost in der ganzen Sammlung.

Der Dom
Ein winkender, schreiender Selbstmörder auf dem weit auskragenden Zierrat des gotischen Doms, das Verschwimmen jeder Wahrnehmung, eine Rettung, die keine ist – ein virtuoses Kabinettstück der Erzählkunst.

Azarians Puppe
Ist es ein Wahn, die Wirkung einer Droge oder vielleicht die Erfüllung einer geheimen Fantasie – Kathi betritt die so bizarre wie faszinierende Welt des Puppenspielers Doktor Azarian.

Der Test
Eine Eignungstest, ein Psychotest, Tests, wie sie auch in wissenschaftlichen Versuchsanordnungen immer wieder vorkommen. Nur der Schluss reißt mit ein paar dürren Worten den Leser aus seiner Beschaulichkeit.

Die Frau im Zug
Eine endlose Bahnfahrt, ein seltsamer Mitreisender und seine tief verschleierte Frau – wenn dieses Etwas denn eine Frau sein kann …  Ist Fred dem leibhaftigen Teufel begegnet, oder nur Opfer des hypnotischen Dämmerzustands, der sich auf langen Zugreisen einstellt?

Die Zelle
Eine enge Zelle aus Beton. Und dann plötzlich Spiegel, rundum, oben, unten, trügerische Weite. Eine virtuelle Begegnung mit unendlich vielen Anderen, die doch nur Ich sind. Meisterhaft geschilderter Alptraum, gespenstisch, grausiger als jedes Splatter-Movie.

Ein schmaler Band mit sechs unheimlichen Geschichten, jede für sich ein Kosmos des Grauens. Das Unheimliche, Dämonische erscheint in vielen Verkleidungen.
Der Autorin Ingrid J. Poljak gelingt es, mit ihrer virtuosen Erzählkunst so manches Frösteln hervorzurufen. Jedenfalls kennt sie ihren E.T.A. Hoffmann, Altmeister der Schauergeschichte, wie auch in ihrem Roman „Bildermord“ nachzulesen ist.

Die Hände auf dem Titelbild stammen auch aus der Feder von Ingrid J. Poljak.

 

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Tags: dämonisches, gruselgeschichten, kurzgeschichten, spannung, surreal, unheimliche geschichten   (6)
 

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österreich, salzburg, kulissen, egon schiele, eifersucht

Bildermord

Ingrid J. Poljak
Buch: 288 Seiten
Erschienen bei Berenkamp, 14.09.2012
ISBN 9783850933032
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein etwas anderer Thriller, der sich wohltuend vom Genre-Durchschnitt abhebt. Das Buch erzählt eine dramatische Geschichte über äußere Bedrohung und innere Gespenster, über den Kampf eines angeschlagenen Helden gegen feindliche Windmühlen und gegen die Zeit, die rückwärts läuft bis zur Stunde der Entscheidung.
Henri Devolier schleppt Schuld mit sich herum und die Erinnerung an Jahre im Gefängnis. Der ehemals gefeierte Künstler bepinselt Kulissen in den Werkstätten der Salzburger Festspiele, und Valentina, seine einstige Muse und Ehefrau, die er in einem Anfall von Raserei fast umgebracht hätte, malt er heimlich in seiner Kammer. Mitten im Arbeitsstress vor der Premiere zur Oper „Hoffmanns Erzählungen“ taucht Valentina leibhaftig auf, als Regieassistentin bei den letzten Bühnenproben. Henri kann ihr nicht ausweichen, und alle Frauenportraits, die er für die Kulissen angefertigt hat, tragen Valentinas Züge ...
Noch mehr Zerreißproben für Henris Nerven: der Raub eines wertvollen Gemäldes wird ihm angelastet, Morde passieren quasi vor seinen Füßen, Kollegen beginnen ihn zu mobben. Und der Countdown bis zur Premiere läuft. Wie wird ein Mann, der schon einmal ausgerastet ist, diesem Druck standhalten?
Nicht nur die Handlungsstränge sind gekonnt gesponnen, mich fasziniert auch die genaue psychologische Zeichnung der Hauptfigur, Henris Sprachlosigkeit, sein Drang, vor heiklen Auseinandersetzungen davonzulaufen oder sich durch Aggression Luft zu verschaffen. Was die anderen Charaktere angeht, vielleicht hätte Valentina noch deutlicher gezeichnet werden müssen, die Frau, die immerhin ein Trauma überwindet und versucht, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen, könnte zu oberflächlich wirken. Ihr neuer Freund Manfred kommt etwas blass rüber, vielleicht das Schicksal der anständigen Kerle.
Rund um die Wiederbegegnung von Henri und Valentina tummelt sich das ganz banale Böse und löst auf der Seitenbühne des Festspielhauses das wahre Drama aus. Rund um das zentrale Geschehen finden sich köstliche Typen wie der pfiffige Kriminalkommissar, ein skurriler Graf oder der hundeliebende Sandler namens Schiller. Salzburg spielt mit, weniger als Postkartenkulisse, sondern als Stadt an sich mit ihren oft seltsamen Plätzen und Winkeln.
Anmerken möchte ich noch die gepflegte Sprache, typgerechte Ausdrucksweise im Dialog und die allgemeine handwerkliche Genauigkeit. Ein faszinierendes Buch, sehr zu empfehlen für alle, die intelligente Spannung lieben!

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