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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

liebesroman, roman

10 Tage in Vancouver

Jutie Getzler
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei epubli, 19.09.2016
ISBN 9783741851056
Genre: Liebesromane

Rezension:


Die Idee des interaktiven Romans finde ich sehr spannend. Sofort entschied ich mich für eine Methode, die ich vermutlich selbst am ehestens in Laras Situation anwenden würde und schon nimmt die Geschichte ihren Laufen. Wir bleiben Lara die nächsten 10 Tage auf der Suche nach dem Serienstar Patrick und der Sehnsucht nach der großen Liebe.


Rasch war ich mit dem Buch fertig, da ich ja durch die drei Varianten nur ein Drittel der ca. 530 Seiten gelesen habe. Allerdings war die Neugier stärker und so blätterte ich zurück und habe auch noch die anderen beiden Varianten gelesen.


Die drei Varianten sind grundverschiedenen. Ja, so verschiedenen das Charaktere, die in der einen Version eine tragenden Rolle spielen in der anderen nicht mal vorkommen. Das war zu nächst irgendwie verwirrend. Ich wusste ja eigentlich schon wo sich Laras Traummann versteckt hat. Und dann verlief alles anders, nur weil Lara am Flughafen eine andere Entscheidung getroffen hat. Eine Entscheidung, die im ersten Moment so nicht erscheint, aber das komplette Leben in andere Bahnen leiten kann.


Der Schreibstil von Jutie Glitzer gefällt mir sehr gut. Sie schafft es gut Spannung aufzubauen und die Sehnsüchte sowie das Knistern und die Liebe sind deutlich zu spüren. Nachdem ich insgesamt alle 3 Versionen gelesen habe, hatte ich jedoch den Eindruck dass manchmal der Start in die Geschichte ein etwas langsameres Tempo hat. Dies mag vielleicht aber auch an meiner eigenen Ungeduld liegen, die nur wissen wollte wie die anderen Versionen ausgehen.


Eine unterhaltsame Idee den Leser eine weitreichende Entscheidung im Buch selbst treffen zu lassen. Spannend zu sehen, wie unterschiedlich das Leben verlaufen kann aufgrund einer so klein wirkenden  Entscheidung.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

liebesroman, nachdenklich, schicksal, schicksalsroman, macht nachdenklich

Sehnsuchtswege

Martin Matheo
Buch
Erschienen bei Berger & Söhne, Ferdinand, 04.08.2017
ISBN 9783850288170
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:


Der Roman ist auf dem Cover zurecht mit dem Zusatz „Roman mit Tiefgang“ versehen. Dann Pauls Geschichte lässt einen nicht kalt.


Mit sieben Wünschen versucht Paul nach dem Unfall, den er nur knapp überlebt, in sein Leben zurück zu kehren. Dabei steht schnell fest, dass sein altes von außen hin so perfektes Leben, gar nicht so erstrebenswert ist. Viel mehr möchte Paul es nun richtig machen.


Martin Matheo wirft viele Fragen auf. Fragen, die in einem zu arbeiten beginnen und ein sich immer schnell drehendendes Gedankenkarussell antreiben. So musste ich das Buch mitten drinnen schließlich ein paar Tage zur Seite legen. Zu viele Dinge gingen mir durch den Kopf und viel zu viele Fragen musste ich erst für mich beantworten.


Ein Buch, das es geschafft hat so viele Gefühle in mir auszulösen, dass ich nicht mehr weiterlesen konnte, gab es selten. Genau genommen sogar noch nie. Natürlich habe ich das Buch dann auch zu Ende gelesen und noch jetzt gibt es jede Menge Dinge, die nachhallen.


Martin Matheo besticht durch einen modernen Schreibstil. Er schreibt wie ihm der Mund gewachsen ist und scheut auch nicht davor zurück englische Ausdrücke einzuflechten. So sehr ich selbst bemühte bin, die deutsche Sprache zu erhalten und lieber „herunterladen“ anstatt von „downloaden“ verwende, passt diese Schreibweise perfekt zu dem Hauptprotagonisten Paul.


Mit schönen Metaphern verdeutlich Martin Matheo seine Ansätze und lässt wunderbare Bilder in meinem Kopf entstehen.


Zu guter Letzt sei angemerkt, dass „Sehnsuchtswege“ keine Anleitung zum Glücklich sein ist. Kein vorgegebener Weg, den man einfach nachgehen muss. „Sehnsuchtswege“ bietet Ansatzpunkte, gibt Denkanstöße und plädiert darauf sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Seinen eigenen Weg zu gehen und sich nicht von Geld, Gier, Angst oder falscher Macht leiten zu lassen. Es gehört immer eine riesen Portion Mut dazu, um die ausgetretenen Pfade zu verlassen und seine eigenen, ganz persönlichen „Sehnsuchtswege“ zu beschreiten.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

paris

Facebook Romance oder nach all den Jahren

Mila Summers
E-Buch Text
Erschienen bei Montlake Romance, 19.09.2017
ISBN 9781542099776
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Idee eine Reihe zu schreiben in der die unterschiedlichen sozialen Netze ein Thema spielen finde ich großartig. Nach „Instafame oder Gummistiefel in Acryl“ ist „Facebook Romance oder nach all den Jahren“ bereits der zweite Teil der Reihe. Man kann problemlos beim zweiten Teil einsteigen. Schade finde ich, dass trotz der Präsenz von Facebook bereits im Buchtitel, das Netzwerk nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt und sehr selten Erwähnung findet.

Bereits bei „Instafame“ gefiel mir der unterhaltsame Schreibstil von Mila Summers. Leider hat „Facebook Romance“ sehr viele inhaltliche Schwächen, dass der schöne Schreibstil das Buch lediglich davor bewahrt mit nur einem Stern bewertet zu werden.

Marianne wird mir immer unsympathischer. Sie pocht vehement darauf, dass alle mit offenen Karten spielen müssen und ihr immer die Wahrheit sagen sollen. Marianne kann nur sehr schlecht mit Ungewissheit und Andeutungen umgehen. Trotzdem verschweigt sie selbst ständig relevante Informationen. Dabei glaubt sie den anderen damit einen Gefallen zu tun und sie nur zu schützen. Sie vergisst jedoch, dass es sich bei Oma Käthe oder auch ihrer Schwester Sue um erwachsene Personen handelt, die ein Recht auf die Wahrheit haben. Ganz abgesehen davon, dass die Ungewissheit und Gerüchte meist viel schmerzhafter und nervenraubender sind, als eine unbequeme Wahrheit.

Paris, die Stadt der Liebe, wird immer als traumhafte, sonnige, nach Croissants duftende Stadt dargestellt. Das Mila Summers es in ihrem Paristrip beständig regnen lässt und Marianne in ihren durchnässten Klamotten friert, war ein toller Kontrast, der mir super gut gefallen hat. Trotz des bescheidenen Wetters vergisst Mila Summers nicht die Schönheit von Paris hervorzuheben.

Leider bleibt die Spannung auf der Strecke. Die Geschichte plätschert sehr träge vor sich hin. Im Schneckentempo versucht Marianne Dörte zu finden und versinkt selbst in Problemen. Probleme, die einfach mit ein bisschen mehr Wahrheit und weniger Verschwiegenheit niemals aufgetaucht wären.

Da es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, hätte ich mehr etwas mehr Einblicke gewünscht, wie es mit Mariannes Business weitergeht.  Hat sich der erhoffte Erfolg eingestellt? Wieso kann sie einfach so nach Paris fahren? Muss sie nicht arbeiten? Viele Fragen, die für Kenner von „Instafame oder Gummistiefel in Acryl“ leider unbeantwortet bleiben.

Schöner Schreibstil in einem zur Abwechslung furchtbar verregneten Paris. Auch im zweiten Teil bleibt das soziale Netzwerk eine Randerscheinung in der Geschichte. Leider wird Marianne immer unsympathischer und die Geschichte schleicht im Schneckentempo vor sich hin.

Trotz meiner verhaltenden Begeisterung für „Facebook Romance oder nach all den Jahren“ bin ich auf den dritten und letzten Teil der Social Media Reihe von Mila Summers gespannt. Am 21. November erscheint „Twinder oder die Irrungen und Wirrungen der Liebe“. Der Beschreibung zu folge sollte da Mariannes Schwester Sue im Vordergrund stehen. Vielleicht komme ich mit ihr ja besser klar.

Der Montlake Romance Verlage hat mir das Buch über NetGalley zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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12 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

introversio, schüchternheit, introvert, powerfrauen, persönlichkeitsentwicklung

Verstecken gilt nicht

Melina Royer
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Kailash, 04.09.2017
ISBN 9783424631500
Genre: Sachbücher

Rezension:


Melina zeigt eine sehr persönliche Seite in dem Buch. Sie zeigt ihren Weg sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen und sich selbst immer wieder mit kleinen Aufgaben ein Stückchen mehr zu pushen.


Rasch habe ich festgestellt, dass Schüchternheit nicht auf mich persönlich zu trifft. Introvertiert ja, schüchtern nein. Eine wichtige Unterscheidung, um schließlich gezielt an sich arbeiten zu können.


Egal ob Schüchtern oder nicht – Melina gibt super Tipps, wie man den inneren Schweinehund überlisten kann und sich selbst in die gewünschte Richtung verändern kann. Auch zum Thema Smalltalk bietet Melina super Tipps und Tricks.


„Verstecken gilt nicht“ ist ein Aufruf das Leben bewusster wahr zu nehmen. Sich selbst und seinem Körper die Aufmerksamkeit und auch Erholung zu zugestehen, die ein jeder benötigt und verdient. Gesunde Ernährung, Sport und eine bewusstes Leben – bilden die Basis für ein zufriedenes Leben.


Das Buch gibt eine super Anleitung, um sich seiner Gefühle bewusst zu werden und den Tag zu reflektieren. Wieso hat man in einer gewissen Situation so reagiert? Und welches Gefühl hatte bei der Reaktion die Oberhand? War es Wut, Trauer oder vielleicht Angst?


Melinas eigene Erfahrungen werden durch Geschichten anderer Schüchterner abgerundet. Dies sorgt für Abwechslung und bietet ein noch runderes Bild der Thematik.


Last but not least überzeugt das Buch mit einer wunderbaren, liebevollen Gestaltung. Das Cover und der Titel ermutig sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Schöne Bilder und rosa Seiten mit vielen Tipps und Listen, die Melina selbst geholfen haben, geben großartige Anregungen. So ist es für den Leser ein Leichtes erste Dinge auszuprobieren und selbst herauszufinden was für ihn das Richtige ist.


„Verstecken gilt nicht – Wie man als Schüchterne die Welt erobert“ ist so viel mehr als ein Ratgeber für schüchterne Menschen. Tipps und Tricks zu einem bewussten, selbstbestimmten Leben, die ein jeder von uns umsetzen kann, werden präsentiert. Melina lädt dazu ein sich selbst auszuprobieren und auch Dinge einfach nicht mehr zu machen, die man selbst nicht für gut oder hilfreich befindet.

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11 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller-roman

Sarajevo Disco

David Gray
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 25.08.2017
ISBN 9783865325853
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Sarajevo Disco“ ist nach "Kanakenblues" der zweite Teil mit Hauptkommissar Lewis Boyle. Dabei schafft es David Gray gut den Leser abzuholen. Mit einer kurzen knackigen Einleitung ist die Ausgangssituation beziehungsweise die wichtigsten Eckpunkte abgehandelt.

Die Serie von David Gray spielt sich im Genre der Hard-boiled Thriller ab. Obwohl Lewis Boyle die Grenzen und das Gesetz noch immer großzügig auslegt, ist er deutlich ruhiger geworden. Man spürt sowohl bei Lewis Boyle, aber auch bei seinem Freund und Gangsterboss Teddy Armin die Sehnsucht nach einem normalen Leben. Ja, so etwas wie Ernüchterung und eine Aussichtslosigkeit dieser Gewaltspirale jemals zu entkommen.

Die neue Kommissar Jale Arslan ist sehr eigen und dennoch mochte ich sie von der ersten Sekunde an. Eine Frau, die ihren Mann steht. Aufgrund ihrer Herkunft und ihrem Geschlecht konnte sie einen schnellen Aufstieg hinlegen – reverse Diskriminierung.

Der Schreibstil ist packend und man ist sofort mitten in der Geschichte. Trotz der teilweise komplizierten Verstrickungen fliegt man nur so durch die Seiten und kann das Buch kaum zur Seite legen. Dennoch ist es erforderlich aufmerksam beim Lesen zu sein. Also kein Buch, das man lesen kann wenn man bereits müde ist und vor dem Schlafen gehen noch rasch ein paar Seiten lesen möchte.

Auch wenn „Sarajevo Disco“ im Vergleich zu „Kanakenbluse“ deutlich ruhiger ist, ist es ein gelungenes Wiedersehen mit Hauptkommissar Lewis Boyle. Auch der Gewaltfaktor geht hier deutlich zurück. Dafür werden die Beziehung komplizierter und der Kampf der eingesessenen Gangs und neuen machthungrigen Gruppierungen beginnt.

Der Pendragon Verlag hat mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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freunde, designerin, angst, lebenstraum, liebe

Alles nur Vertrauenssache ?!

Franziska Erhard
E-Buch Text: 372 Seiten
Erschienen bei null, 15.09.2017
ISBN B075FW8P5V
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jess ist unkonventionell, ungebunden und lebt einen lockeren Lebensstil. Dennoch baut sie verantwortungsvoll ihr Unternehmen auf. Neben dem Geschäft sorgt sie dafür, dass der so wichtige Ausgleich von Freunden und Familie nicht zu kurz kommt.

Bei den Freunden und der Familie von Jess ist das auch kein Wunder. Zwar sind ihre Eltern bereits verstorben und so gibt es nur mehr ihren Bruder Ben und sie, doch mit deren Ehefrau und deren Cousin ist das moderne Familienkonstrukt perfekt aufgestellt. Der Zusammenhalt und das Vertrauen innerhalb der Familie werden groß geschrieben.

Franziska Erhards Schreibstil ist locker und unterhaltsam. Besonders gut hat mir gefallen, dass nicht immer alles in einer Katastrophe endet. So deutet Franziska oftmals drohende Herausforderungen an. Doch anstatt diese Herausforderungen jedesmal im Supergau enden zu lassen, gelingt es den Protagonisten die ein oder andere elegant zu umschiffen. Eine mehr als willkommene Abwechslung. Schließlich gibt es einfach Situationen im Leben in denen man Glück hat oder auch einfach die absolut richtige Entscheidung trifft.

Doch natürlich wird sich Jess noch mehr als genug Herausforderungen stellen müssen. Irgendjemand möchte ihre Schaden. Doch wer ist es nur, der dieses abartige, hinterlistige Spiel mit ihr treibt. Faszinierend wie sich Jess immer tiefer und ungewollt in den Strudel der Abhängigkeit begibt.

 „Alles nur Vertrauenssache?!“ ist der dritte Teil der „Alles nur…?!“-Reihe. Ein Quereinstieg ist kein Problem und wurde von mir erprobt. Da mir die Charaktere und der Schreibstil so zugesagt haben, bin ich am überlegen auch die beiden anderen Teile „Alles nur Ansichtssache?!“ und „Alles nur Familiensache?!“ zu lesen. Allerdings befürchte ich, nun schon das Ende der beiden Geschichten erahnen zu können.

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend und passt auch thematisch sehr gut zur Geschichte. Vor allem wenn man sich alle drei Teile gemeinsam ansieht, erkennt man das absolut stimmige und liebenswerte Konzept.

Eine super schöne Geschichte, die gerade jetzt an den kalten, verregneten Herbsttagen eine perfekte Lektüre ist. Franziska Erhard überzeugt mit einem unterhaltsamen Schreibstil, aber vor allem mit Herausforderungen, die elegant umschifft werden und nicht ständig in Katastrophen enden. Sympathische Charakter und eine großartige Familie machen „Alles nur Vertrauenssache?!“ schließlich zur Lesefreude.

Das Buch wurde mir von der Autorin Franziska Erhard zur Verfügung gestellt. Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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eifersucht, klimawandel, buchmarkt, schriftsteller

Schneemusik

Dagmar Fohl
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 02.08.2017
ISBN 9783839221143
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Schneemusik" ist sehr intensiv. Mit Zeitungsausschnitten und Zitaten, beispielsweise aus Shakespeares Othello, gibt es ständig Abwechslung. So hat der Leser Zeit zum Nachdenken und reflektieren. Dies schadet bei dem hohem Tempo und der Verschmelzung von Realität und Fiktion nicht.

Während Olaf zu Beginn ein sympathischer Charakter ist, macht er ob seiner krankhaften Eifersucht einen Wandel durch. Der Leser verspürt die selbe Verstörtheit, die in Selma vorgehen muss. Der liebe Mann, in den sich verliebt hat, wandelt sich zu einem wahren Monster und nimmt ihr jegliche Luft zum Atmen.

Dagmar Fohl zieht den Leser in ihren Bann. Man fühlt mit den beiden Hauptprotagonisten. Einerseits kann man den Schmerz Olafs nachvollziehen, wie sich Selma immer weiter von ihm entfernt. Oder ist dies bereits Teil der Fiktion? Ist letzten Endes sein Verhalten an dieser Flucht schuld? Ein Teufelskreis dessen Ursprung nicht greifbar is

Ich hab mich beim Lesen des Buches wahnsinnig wohl gefühlt. Einerseits verspürt man eine große Beklemmung aufgrund der krankhaften Eifersucht, die kein normales Leben für das Ehepaar zulässt. Andererseits komponiert Dagmar Fohl ihre Sätze derart gefühlvoll, dass ich mich geborgen fühlte. Eine Stimmung ähnlich wie beim Hören eines guten Musikstückes durchströmte mich.

Sehr Schade finde ich, dass die Beschreibung des Buches Spoiler enthält. Beim Schreiben meiner eigenen „Handlungbeschreibung“ habe ich gemerkt, wie schwer es ist den Inhalt darzustellen, ohne dabei zu spoilern. Ich denke, dass mir das ganz gut gelangen. Wenngleich ich zugeben muss, dass die Beschreibung des Verlags so formuliert ist, dass ich viel mehr Lust auf das Buch bekommen. Dennoch darf ein Spoiler in der Inhaltsbeschreibung einfach nicht sein.

Ein wunderschönes Buch, das das Thema der krankhaften Eifersucht intensiv beleuchtet. Dagmar Fohl besticht dabei durch ihren gefühlvollen und fokussierten Schreibstil mit dem sie mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Ich habe beim Lesen deutlich die Beklemmung der Protagonisten gefühlt, ein Band aus Melancholie, das sich um mein Herz legte. Dennoch fühlte ich mich zeitgleich in den sorgfältig komponierten Sätzen unglaublich wohl. Pure Lesefreude!

Das Buch wurde mir vom Gmeiner Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, mitbewohner, freundschaft, vergangenheit, aurelia l. night

Heute, morgen und dann für immer: Roman

Aurelia L. Night
E-Buch Text: 263 Seiten
Erschienen bei Forever, 04.09.2017
ISBN 9783958182165
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich finde, das Cover des Buches mit den warmen Farben und der Dame, die das pure Glück ausstrahlt so unfassbar schön, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Eigentlich mag ich es lieber wenn die Hauptprotagonisten ungefähr in meinem Alter sind und somit auch mit Herausforderungen zu tun haben, die aktuell durch meinen Kopf geistern. Aber schließlich war jeder Mal jung und so kann ich mich gut in die 19-jährige Maya hineinversetzten.

Maya ist ein sehr sympathischer Hauptcharakter mit Ängsten und Zweifeln. Dabei stellt sie schon mal das Glück der anderen vor ihr eigenes. Sie hat großartige Eltern und ein glückliches Händchen, wenn es darum geht neue Menschen kennen zu lernen. Das Maya keine große Partymaus ist, hat mir sehr gut gefallen. Zu gut kenne ich die Gedanken eingemummelt auf der Couch mit einem guten Buch „Eigentlich will ich heute nicht mehr weg, aber die Freunde wieder mal sehen wäre schön.“

Natürlich gehört es auch dazu einmal feiern zu gehen. Dabei gefällt mir der Umgang der Autorin mit dem Thema Alkohol. Sie schafft es nicht spießig und oberlehrerhaft, dennoch zu verdeutlichen, dass Alkohol eben nicht nur positive Seiten hat. Und vor allem, dass eine leichtgängige Zunge und viel Ehrlichkeit unter Alkoholeinfluss im Nachhinein schon mal ganz unangenehm sein können.

Der Schreibstil von Aurelia L. Night gefällt mir ungemein. Immer wieder hat sie mich zum Schmunzeln gebracht. Natürlich darf ein bisschen Erotik in so einem Buch nicht fehlen. Hier hat Aurelia eine sehr gute Mischung gefunden.

Die Geschichte hat ein unglaubliches Tempo. Man fliegt durch die Seiten und es passiert so viel, dass es nie langweilig ist. Plötzlich ist das Ende erreicht und ich bleibe als Leser etwas wehmutig zurück, dass ich die Charaktere jetzt auch schon wieder verlassen muss.

„Heute, morgen und dann für immer“ ist eine wilde Achterbahnfahrt, die mich vor lauter Lesefreude erfreut aufschreien lässt. Sympathische Charaktere, ein waghalsiges Tempo und ein Schreibstil, bei dem ich mich so richtig wohlfühlen, machen „Heute, morgen und dann für immer“ zu einem Herzensbuch.

Das eBook wurde mir von NetGalley und Forever zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Die Rezension wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebe, butterbrot, berlin, frankreich, hochzeitsreise

Butterbrot und Liebe

Susanne Friedrich ,
Fester Einband: 296 Seiten
Erschienen bei tredition, 11.07.2017
ISBN 9783743941892
Genre: Romane

Rezension:


Hannah ist ein gefühlloses, kaltes Biest. Hinter ihrer eisigen Schmutzschicht vergisst sie oftmals, dass auch andere Menschen Gefühle hat. Liebe ist für sie ein Fremdwort. Die Arbeit steht über allem. Ein wahrer Workaholic.


Dass Hannah gleich zu Beginn des Buches ihren Mitarbeiter erpresst, spricht weder für sie noch für das Arbeitsklima in der Agentur. Damit kommt für mich auch gar nicht wirklich rüber, was oder warum das Projekt so wichtig ist, dass der Mitarbeiter nicht seine Reise antreten darf.


Hannah hatte Probleme in der Vergangenheit. Hier fehlt mir das Mitgefühl beziehungsweise das Verständnis. Klar ist es traurig, aber einen derartigen Schaden davon zu tragen, konnte ich nicht nachvollziehen. Leider wird die Dramatik nicht so intensiv dargestellt, dass ich mich als Leser so richtig in Hannah versetzen konnte. Bei dieser Geschichte in der Vergangenheit hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.


Christoph und seine Kollegen Ellie und Attila sind alle sehr liebenswert. Im Cafe „Butterbrot und Liebe“ möchte man sich am liebsten einquartieren. Die Beschreibungen der Köstlichkeiten lässt einem das Wasser im zusammenlaufen. Die Stimmung ist immer gut. Dies ist ein herrlicher Ort um zu arbeiten oder auch um das Leben zu genießen.


Eine Mininebengeschichte rund um Ellie bringt Unruhe in das Buch. Ellie mit ihrer Art und Weise ist ein spitzen Charakter. Die Details zu ihrem privat Leben bringen die Geschichte an sich jedoch nicht verraten, haben keinen Mehrwert und wirken eher störend.


Last but not least seine noch die Eltern Martin und Ulli erwähnt. Ellie und Christoph können sich nur glücklich schätzen, dass so tolle Menschen hinter ihnen stehen.


Der Schreibstil von Susanne Friedrich ist unterhaltsam. Vor meinen Geschmack waren es jedoch teilweise etwas zu viele wörtliche Reden. Ich bin ein Fan davon sich richtig in die Geschichte einzufühlen und zwischen den Zeilen zu lesen. Es muss nicht immer alles direkt ausgesprochen werden. Die herrlichen Beschreibung zu den Broten und Kuchen machen das jedoch weg.


Betrunken Auto zu fahren und dazu die Liebe als „Deckmantel“ zu benutzen geht gar nicht. Leider kommt es viel zu oft vor, dass sich Menschen unter Alkoholeinfluss Auto fahren. So ein leichtfertig Umgang (und dabei handelt es ich in diesem Fall um mehrere Flaschen Wein, die zu dritt getrunken wurden), geht überhaupt nicht. Dafür muss ich dem Buch einen Stern abziehen.


Zu gerne würde ich mir meinen Arbeitsalltag von den köstlichen Broten von „Butterbrot und Liebe“ versüßen lassen. Auch wenn der Leser bei Hannahs eisigem Verhalten manchmal erzittert, ist „Butterbrot und Liebe“ eine schöne Lektüre, um einen oder auch ein paar mehr entspannte Feierabende zu verbringen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

österreich, biografie, lebenstraum, internetplattform

Und was machst Du so?

Ali Mahlodji , Gerald Hüther
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Econ, 11.08.2017
ISBN 9783430202343
Genre: Biografien

Rezension:

Ali Mahlodji hat die perfekten Voraussetzungen, um Teil einer Negativstatistik zu werden. Doch Ali Mahlodji gibt nicht viel auf Vorurteile und Klischees. Er nimmt sein Leben lieber selbst in die Hand. Heute ist Ali Mahlodji ein erfolgreicher Startup Gründer. Die Entstehung von watchado ist keineswegs geradlinig. Langzeit sah gar nichts so aus als ob diese Idee jemals umgesetzt geschweige denn zu einem Erfolg wird.

whatchado möchte vor allem Jugendlichen um die 15 Jahre eine Perspektive geben und ihnen aufzeigen welche Möglichkeit das Berufsleben bereithält. Vom Facility Manager, Key Account Manager über den Bassinaufseher bis hin zur Youtuberin und Blogger  gibt es viele unbekannte, moderne und neue Jobmöglichkeiten mit teils komplizierten Namen. Doch was macht so ein Facility Manager nun wirklich und wie kann ich das auch werden?

Zusätzlich bittet whatchado mit dem Matching ein tolles Features, um seinen perfekten Traumjob zu finden. Ähnlich wie auf einer Partnervermittlungsseite beantwortet man 14 Fragen. Möchtest du viel mit Menschen zu tun haben? Ist dir Geld oder Spaß bei der Arbeit wichtiger? Anschließend siehst du mit welchen Berufen bzw. Personen die größte Übereinstimmung besteht.

Ali Mahlodji war mir schon vor „Und was machst du so als?“ als sympathische Persönlichkeit, die etwas Tolles geschafft hat bekannt. Nach dem Lesen seiner Geschichte offenbart sich, wie großartig er sein Leben gemeistert hat. Das Buch beginnt mit der Flucht des zweijährigen Alis mit seinen Eltern aus dem Iran nach Österreich. Mit seiner offenen, fröhlichen Art hat Ali seiner Familie damals vermutlich das Leben gerettet.

Der erste Teil der Buches zeigt Ali Mahlodjis persönlichen Lebensweg. Von der Verlockung den Vorurteilen nach zu geben und sich in eine Schublade stecken zu lassen. Schließlich ist es viel leichter Teil einer Negativstatistik zu werden, als an sich selbst und an seinen Träumen zu arbeiten. Denn wie Ali eindrucksvoll zeigt, war es keineswegs leicht dorthin zu kommen wo er heute steht.

Doch wie Ali Mahlodji selbst lässt sich whatchado nicht einfach in eine Schublade stecken und so dreht sich im zweiten Teil des Buches alles um sein Unternehmen, die Gründung, aber auch den Erfolg und das große Thema Führung.

Die Hauptzielgruppe sind zweifelsohne die Berufseinsteiger. Jugendliche sollen in der Phase der Berufsorientierung an die Hand genommen werden und ein Hilfsmittel auf diesem verwirrenden Weg bekommen. In den mittlerweile über 6000 Stories zeigt sich, dass 80% der Lebensläufe nicht geradlinig sind, sondern wilde Zickzack-Fahrten. 

Viele Startups werden dazu getrieben ihre Umsätze Jahr für Jahr zu verdoppeln. Auch bei whatchado war dies die ersten drei Jahre so, bevor die Gründer die Reißleine zogen und sich vom „Hockey Stick“ abwendten. Wachstum mit all seinen positiven und negativen Konsequenzen in diesem Ausmaß ist nicht jedes Jahr notwendig.

Selten habe ich mir in einem Buch so viel schöne Stellen markiert, an die ich mich gerne erinnern möchte. Wenn mich dann auch noch jedes Gespräche  immer wieder dazu führt, etwas von diesem großartigen Buch zu erzählen und Gedankengänge davon wiederzugeben, ist es mehr als eindeutig, dass „Und was machst du so?“ pure Lesefreude ist. Ali Mahlodji erzählt seine persönliche Geschichte und regt damit zum Nachdenken an. Am Ende bleibt der Leser mit dem Gefühl „Ich kann alles schaffen, was ich möchte“ zurück.

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88 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, schwanger, schwangerschaft, london, familie

Und jetzt auch noch Liebe

Catherine Bennetto , Teja Schwaner , Iris Hansen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.08.2017
ISBN 9783746633435
Genre: Romane

Rezension:


Emma ist ungewollt schwanger, verlässt ihren Freund und kündigt ihren Job. Nicht die beste Ausgangssituation. Ihre Chaosfamilie sorgt für zusätzliche Action. Und dabei träumt Emma doch nur von der großen Liebe. Mit dem Kind von einem anderen im Bauch kein leichtes Unterfangen.


Gut 80% des Buches versinkt Emma, in ihrer zugegebenen miserablen Lage, in Selbstmitleid. Sämtliche Hilfsangebote von Freunden und Verwandten lehnt sie ab oder nimmt sie nicht mal wahr. Zusätzlich handelt Emma sehr egoistisch. Eigenschaften, die die Hauptfigur nicht gerade sympathisch machen.


Emmas Chaosfamilie hat mir sehr gut gefallen. Sie sorgt für Lacher und Action. Man versteht woher Emma ihre negativen Eigenschaften hat, sobald  man die Mutter kennen lernt. Darüber hinaus ist Emmas Mutter nicht nur egoistisch, sondern auch noch von Oberflächlichkeit gekrönt.


Dafür ist Emmas Schwester Alex eine durch und durch liebenswerte Person. Alex tat mir richtig leid, als Emma wieder einmal nicht sah, dass auch andere Probleme haben und nur sich selbst in den Vordergrund stellt. Aber auch Joe,  der unverhofft und sehr witzig in Emmas Leben stolpert, zählt zu den Charakteren, die sich rasch einen Platz im Leserherz sichern.


Am besten haben mir die Szenen mit Emmas kleinem  Neffen Archie gefallen, der in einem "Gedärme-und-Büstenhalter-Zombie-Film" mitspielen soll. Mit den grausamen Szenen und den herumliegenden Körperteilen am Set geht Archie viel lockerer um als man annehmen könnte. Einfach goldig der kleine Mann!


Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Wenn gleich mich die Figuren teilweise genervt haben und ich ihnen manchmal einen Tritt in den Hintern verpassen wollte, damit sie ihr Leben endlich in die Hand nehmen.


Vor allem das hübsche Cover mit den Flamingos hat sofort meine Aufmerksamkeit auf "Und jetzt auch noch Liebe" gezogen. So schön das Cover auch ist, hat es wenig mit dem Inhalt zu tun. Dennoch zeigt es für mich irgendwie diesen Zustand des vor sich Hinvegetieren und das Gefühl der Machtlosigkeit während das eigene Leben an einem vorbeizieht.


Eine schöne Geschichte, die mir jedoch wesentlich besser gefallen hätte, wenn die Charakter etwas früher aktiv geworden wären. Die Chaosfamilie trägt das Buch und sorgt immer wieder für Unterhaltung. Vor allem der kleine Archie und sein Zombie-B-Movie wird mir in Erinnerung bleiben.


Das eBook wurde mir von NetGalley und dem Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

russland, couchsurfing, reisebericht, malik verlag, städt

Couchsurfing in Russland

Stephan Orth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei MALIK, 20.03.2017
ISBN 9783890294759
Genre: Sachbücher

Rezension:

In 10 Wochen legt Stephan Orth über 21.000 km in Russland zurück. Von Moskau bis Wladiwostok surft er von einer Couch zur nächsten. Stephan Orth ist auf der Suche nach dem wahren Russland.

“Couchsurfing in Russland – Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde“ macht Lust sich sofort in den Flieger zu setzen und sich ein eigenes Bild von diesem riesigen Land zu machen. Die Informationslage bezüglich Russland ist oftmals sehr verwirrend. Lediglich Bruchstücke gelangen bis zu uns nach Mitteleuropa. Doch wie das Leben in Russland wirklich ist, erschließt sich daraus nicht.

Besonders gut hat mir Stephans Reise nach Grosny, der Hauptstadt von Tschetschenien, gefallen. Seit 2009 ist der Krieg in Tschetschenien bereits vorbei. Die Spuren davon sind noch allgegenwärtig. Informationen über Tschetschenien sind in Medien spärlich gesät und meist negativ behaftet. Dabei gibt es dort viel Schönes zu sehen und der Tourismus ist den meisten Menschen willkommen.

Schnell stellt Stephan Orth fest, dass Russland viel mehr als wodkatrinkende Waffennarren zu bieten hat. So trifft er auf eine Weltuntergangs Sekte die gänzlich abgeschieden lebt und Verbindungen zu der “Welt“ auf ein Minimum reduziert. Er berichtet von grünen Männchen auf der Krimi und trifft die schönste Frau des Landes.

“Couchsurfing in Russland“ besticht durch einen informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Schreibstil. Der Leser erhält intensive Einblicke abseits der alltäglichen Propaganda in das größte Land der Erde.  Eine Landkarte zu Beginn jedes Kapitels ist hilfreich, um den Überblick nicht zu verlieren.

Neben Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten und des Landes an sich, legt Stephan Orth wert darauf ein Bild seiner Gastgeber zu zeichnen. Dabei hatte er das Glück nur zu netten, wenn auch teilweise etwas skurrilen, Menschen zu kommen. Dies kann eine sehr gründliche Auswahl seiner Couchsurfing-Partner bedeuten, oder aber dass die Russen viel viel netter sind als in unserer klischeehaften Vorstellung.

“Couchsurfing in Russland“ zeichnet ein Bild, das sehr authentisch wirkt. Ich hatte sofort Lust den nächsten Flieger nach Moskau, Sankt Petersburg oder Grosny zu nehmen. Denn wie Stefan Ort richtig bemerkt, können Vorurteile und Klischees am besten vor Ort überprüft und richtig gestellt werden. “Couchsurfing in Russland“ macht Lust darauf dieses riesige Land auf eigene Faust zu erkunden.

Der Piper Verlag und NetGalley haben mir das ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! 

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

debüt, mord, krim, entführung, krimi-reihe

Willkür

Daniel C. Bergmann
E-Buch Text: 299 Seiten
Erschienen bei null, 08.06.2017
ISBN B071JYY29Q
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem Kommissar Dieter Heilbrunner und der Journalist Torsten Messer vor einem Jahr gemeinsam an einer mysteriösen Mordserie ermittelt haben, kämpfen sie bis heute mit den Folgen. Als dann auch noch Heilbrunners Sohn Matthias spurlos verschwindet und zwei Leichen gefunden werden, erhärtet sich schnell der Verdacht eines Zusammenhangs.

Die mysteriöse Mordserie aus dem vergangenen Jahr spielt eine tragende Rolle. Immer wieder werden Andeutungen gemacht, ja selbst lebensbedrohlich soll es gewesen sein. So hatte ich als Leser das Gefühl, hier nicht den ersten Teil einer (geplant) sechsteiligen Reihe zu lesen, sondern mich bereits mittendrin zu befinden. Das diese Hintergründe der Mordserie und die Andeutungen bis zum Schluss nicht aufgeklärt werden, hat mich sehr gestört.

Das Buch ist teilweise aus der Perspektive des Mörders geschrieben. Dabei wird die Ich-Erzählform gewählt. So nahm ich als die Leser die Gedankengänge des Mörders besonders intensiv wahr. Dass diese nicht immer nachvollziehbar waren, hat mich bei einem psychisch gestörten Menschen nicht gestört.

Ergänzend wird der Mörder gemeinsam mit Heilbrunner und Messer gejagt. Diese Ereignisse sind in der dritten Person geschrieben und grenzen sich somit auch stilistisch deutlich von den Gedankengängen des Mörders ab.

Wie der Mörder seine Opfer auswählt, ist sehr spannend zu lesen. Auch die Jagd nach dem Mörder ist grundsätzlich interessant geschildert. Leider fehlen mir an einigen Stellen die Zusammenhänge bzw. konnte ich die Logik dahinter nicht immer ganz nachvollziehen.

Durch die vielen Andeutungen zu dem zurückliegenden Fall hatte ich als Leser ständig das Gefühl, etwas wissen müssen, das mir leider bis zum Schluss verwehrt bleib. Mit etwas mehr Einblicke in diesen Fall, hätte ich vielleicht auch die psychische Belastungen unter denen die Messer und Heilbrunner leiden besser bzw. überhaupt nachvollziehen können.

Den Mörder von Beginn zu kennen und vor allem die vielen Einblicke in seine Gedanken fand ich sehr spannend. Dieses Konzept hat Potential zu mehr.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

tauchen, nett working, tauchsport, roman, liebe

Nett Working

Ulla B. Müller
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 21.08.2017
ISBN 9783744839204
Genre: Romane

Rezension:

Das Leben könnte so einfach sein. Doch bald schon stellt sich Luisas neuer Job als wahrer Drahtseilakt heraus. Nicht nur, dass ihr der Laborleiter den Kopf verdreht, wird sie auch rasch von ihrem Chef als Projektleiterin für den firmenweiten Fitnessarmband-Rollout eingesetzt. Zusätzlich muss sie sich noch mit dessen literaturbesessenen Mutter herumschlagen, die auch im hohen Alter fleißig in der Firma mitmischt.

Doch auch in der Freizeit kommt Luisa nicht zur Ruhe. Sie erfüllt sich endlich ihren Traum vom Tauchen und bekommt als Sahnehäubchen noch einen schnuckeligen Tauchlehrer dazu.

Ulla B Müller ist für ihre Best Ager-Romane mit modernen Elementen bekannt. In “Nett Working“ nutzt Ulla B. Müller Fitnessarmbänder und ihre Folgen als moderne Komponente. Hilft so ein Fitnessarmband wirklich beim Abnehmen? Ist es Motivation oder setzt es Luisa doch unnötig unter Druck? Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Auch wenn ich noch nicht zur Zielgruppe der Best Ager gehöre, mag ich Ulla B. Müllers Romane aufgrund des leichten und unterhaltsamen Schreibestils sehr gerne.

Luisa ist eine sehr sympathische Frau, wenngleich auch in manchen Situationen etwas unbeholfen. Ganz und gar nicht konnte ich nachvollziehen wieso Luisa sich erpressen lässt und nicht mit einer vertrauenswürdigen Person spricht. Dieses Konstrukt gegen Ende des Buches kam mir etwas unrealistisch vor, da die Situation einfach geklärt hätte werden können.

Besonders gut hat mir die literaturbesessene Seniorchefin gefallen. Das Highlight war wie Ulla B. Müller es geschafft hat auf äußerst sympathische Art und Weise Eigenwerbung für ihr Buch “Küsse ernten“ zu machen. Dabei macht sie nicht nur für sich selber sondern für die gesamte Selfpublisher-Riege Werbung und zeigt, dass sich deren Bücher nicht vor Verlagsbüchern verstecken müssen.

“Nett Working“ ist lockerflockig und der Titel ist ein nettes Wortspiel. Luisas Traum vom Tauchen ist eine schöne Nebenhandlung, die das Buch deutlich aufwertet.

Mit Networking ist Ulla B. Müller ein weiteres Mal ein unterhaltsamer witziger Roman in der Kategorie der Best Ager-Literatur gelungen. Lediglich die Erpressung bzw Luisas Schweigen zu Ende hin habe ich sehr unrealistisch gefunden. Dennoch bietet “Nett Working“ vergnügliche, leichte Lesestunden.

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158 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

familiendrama, thriller, familientragödie, amoklauf, schwestern

Die gute Tochter

Karin Slaughter , Fred Kinzel , Silvia Kuttny-Walser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.08.2017
ISBN 9783959671101
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Knochen ihrer toten Mutter, die zerfetzten Augenlider ihre Schwester und das Keuchen ihrer Verfolger. Charly läuft vor den unbeschreiblichen Gräueltaten ihrer Peiniger davon und hat seit diesem Tag nicht aufgehört davonzulaufen. Als sie nun, 28 Jahre später, wieder Zeugin einer blutigen Tat wird, holen Sie die Erlebnisse, Qualen und Ängste ein.

Meine Meinung

Karin Slaughter ist meine absolute Lieblingsthrillerautorin. Vor allem die Grant Country Reihe habe ich verschlungen. Schmerzhaft muss ich nun eingestehen, dass es sich bei “Die guten Tochter“ um ihr schlechtestes Buch handelt.

Schafft Slaughter es noch auf den ersten Seiten mit nur wenigen Worten die komplizierte Verbindung der beiden Schwestern darzulegen, wird das Buch anschließen ein wahrer Marathon. Langatmig und zäh war ich froh als die letzte Seite endlich gelesen war.

Hauptsächlich arbeitet Slaughter die Erlebnisse der beiden Schwester vor 28 Jahren auf. Wie hat sich ihr Leben seitdem entwickelt? Wie gehen sie mit den physischen und psychischen Beeinträchtigungen um? Kann man nach solchen Erlebnissen überhaupt ein normales Leben führen?

Wäre dies soweit noch ein tiefgründiger, wenn auch etwas langatmiger Roman über die Folgen eines sehr schrecklichen Erlebnisses, sorgt ein zweites Ereignis für unnötige Ablenkung.

Neben der Geschichte der beiden Schwestern gibt es einen Amoklauf an einer Schule. Darin ist auch eine der Schwestern verwickelt. Diese Nebenhandlung wird nur sehr schleißig behandelt. Immer wieder gerät diese Handlung vollständig in den Hintergrund, um dann überraschen wieder aufzutauchen. Bis schließlich am Ende eine beinahe schon stark konstruierte Verbindung zwischen der Vergangenheit und dem aktuellen Fall gebastelt wird.

Auch was die Spannung betrifft bin ich von Karin Slaughter besseres gewöhnt. Da zu keiner Zeit eine wirkliche Bedrohung besteht, da die ganzen Ereignisse bereits lange in der Vergangenheit zurückliegen kommt kein Nervenkitzel auf. Ein Buch dass sich ohne Frage mit einem wichtigen Thema beschäftigt allerdings für mich einfach an Spannung vermissen lässt.

Fazit

Ich liebe die Bücher von Karin Slaughter und dennoch muss ich eingestehen dass sie mich hier enttäuscht hat. Dennoch werde ich sicher weiterhin ein großer Fan ihre Bücher bleiben und auch ihre nächsten Bücher lesen. Fehlende Spannung und eine langatmige Geschichte  führen schließlich dazu, dass ich “Die gute Tochter“ lediglich 2 Sterne geben kann.

NetGalley und HarperCollins haben mir das ebook zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

kiel, mord, krimi, millionärin, liebesroman

Blutvilla

Stefanie Gregg , Paul Schenke
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.07.2017
ISBN 9783839221198
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Millionärin Johanna Krogmann wird erschlagen in ihrer Villa aufgefunden. Ein Motiv Johanna zu töten hätte beinahe jeder im Dorf gehabt. Die skrupellose Fabrikbesitzerin war nicht gerade beliebt und eine Meisterin darin sich Feinde zu machen. Hauptkommissar Fricke soll diesen Fall lösen. Doch nicht nur der Fall birgt Probleme sondern auch Beziehung oder gerade das Fehlen einer Beziehung zur Staatsanwältin Elena Karinoglous.

Auf dem Cover von „Blutvilla“ ist „Ein Kiel-Krimi“ zu lesen. Folglich bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Krimi handelt der in Kiel spielt. Dass der Mord in Flintbek, einem 13 Kilometer weit entfernten Vorort von Kiel, passiert, lasse ich als ja noch anstandslos durchgehen.

Dass jedoch nur rund 10% des Buches ein Krimi sind und die restlichen 90% eine eher lauwarme Liebesgeschichte zwischen Hauptkommissar und Staatsanwältin gefällt mir ganz und gar nicht. Wenn ich eine Liebesgeschichte lesen will greife ich zu einer und nicht zu einem Krimi.

Aber nun zur Geschichte an sich. Der Fall ist wenig spektakulär. Es gibt keine überraschenden Wendung und auch die Spannung beschränkt sich auf ein Minimum. Das Konstrukt der viel gehassten Fabrikantin und Millionärin hätte Potential zu einem ausgeklügelten Krimi. Jedoch steht die Liebesgeschichte derart im Vordergrund, dass der Fall kaum beachtet wird und sich nur auf die notwendigsten Fakten, ähnlich einem Zeitungsbericht einengt.

Die Liebesgeschichte selbst ist auch nicht wirklich interessant. Selbst wenn ich das Buch als Liebesroman bewerten würde, könnte ich nicht mehr Sterne hergeben. Die beiden stehen sich selbst im Weg und zicken aus falscher Angst verletzt zu werden herum. Das mag für ein paar Seiten zur Einleitung der Beziehung ganz amüsant sein, nicht jedoch wenn sich dieser Zustand durch ein ganzes Buch zieht.

Ja, selbst Frickes plötzliche Verliebtheit erschloss sich mir nicht. Schimpfte er noch ein paar Seiten zuvor gedanklich über die Staatsanwältin, platzt er plötzlich vor Gefühlen für sie.

Wenn zwei Autoren gemeinsam ein Buch schreiben, frage ich mich immer wie so eine Zusammenarbeit funktioniert und wie es überhaupt dazu kam, dass die beiden ein Buch gemeinsam schreiben. Schließlich stelle ich es mir schon schwer genug vor ein Buch alleine zu schreiben, aber dann noch mit jemanden gemeinsam, der die Figuren vielleicht ganz anders entwickeln möchte.

So hat es mir sehr gut gefallen, dass diesem Thema im Nachwort des Buches ein paar Seiten gewidmet werden und wir sogar Einblick in die Korrespondenz der beiden Autoren zu einzelnen Sätzen erhalten.

Stefanie Gregg und Paul Schenke kennen sich lediglich virtuell und haben das Buch in gerade mal 10 Tagen gemeinsam geschrieben. Dass erklärt einiges, denn genauso liest sich das Buch auch. Ein mehr als oberflächlich abgetaner Fall ist das Resultat. Auch in die Entwicklung der Figuren wurde lediglich bei dem potentiellen Liebespaar etwas Sorgfalt hineingelegt. Aber naja, was will man schon erwarten wenn man sich nur, wie im Nachwort zu lesen, 10 Tage für ein Buch Zeit nimmt.

Das war wohl nichts. Die Liebe zum Detail fehlt und das Buch ist viel mehr Liebesroman als Krimi. Lediglich für das Nachwort möchte ich „Blutvilla“ einen zweiten Stern einräumen.

Der Gmeiner Verlag hat mir “Blutvilla“ zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

traumjob, liebesroman, pläne, liebe, zukunft

Instafame oder Gummistiefel in Acryl

Mila Summers
E-Buch Text: 274 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 04.07.2017
ISBN 9781542096829
Genre: Liebesromane

Rezension:


Durch ein unglückliches Missgeschick verliert Marianne ihren heiß geliebten Job als Schuhverkäuferin. Wie soll sie sich jetzt ihren teuren und aufwendigen Lebensstil in München leisten können? Sie flieht zu ihrem Vater und ihrer Oma Käthe zurück ins heimatlich Dorf. Zum Glück frönt Oma Käthe einer Gummistiefelleidenschaft, die Marianne schon bald auf eine geniale Idee bringt.


Das Buch beginnt lustig mit dem Missgeschick, das Marianne ihren Job kostet und nimmt rasch Fahrt auf. Unterhaltsam und kurzweilige konnte ich es kaum aus der Hand legen. Vor allem Oma Käthe ist eine Wucht. So eine patente und liebenswürdige Oma kann man sich nur wünschen.


Der Schreibstil von Milla Summers ist locker, leicht und witzig. Er eignet sich somit perfekt für einen sommerlichen Chick-Lit-Roman. Ein Stil in dem ich gerne mehr lesen möchte. Deshalb bin ich ganz froh, dass „Instafame oder Gummistiefel in Acryl“ der Auftakt einer Reihe ist. Lediglich an der Sympathie mancher Charaktere gehört noch etwas gefeilt.


Mochte ich Marianne anfänglich noch ganz gerne, fing die Fassade langsam an zu bröckeln. Schließlich entwickelt sich der Hauptcharakter zu einer egoistischen, selbstsüchtigen Person. Marianne hat nur ihren eigenen Vorteil im Blickfeld. Dass sie dabei Menschen, die ihr nahe stehen vor den Kopf stößt und verletzt ist ihr ganz egal. Ja, sie hat noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen.


Viele Leichen liegen in der Vergangenheit zurück. Schade, dass die Beteiligten es nicht geschafft haben früher miteinander zu reden und so ein halbes Leben mit kleineren und größeren Lügen gelebt haben.


Wie der Titel bereits andeutet spielt Instagram eine Rolle. Hier hätte ich mir etwas mehr Einblick gewünscht, wenn gleich sowohl Vorteile als auch Nachteile oder Risiken erwähnt werden.


Trotzdem überzeugenden Schreibstil konnte mich „Instafame oder Gummistiefel in Acryl“ am Ende nicht ganz für sich gewinnen. Die Charaktere, die sich in eine unsympathische Richtung entwickeln, aber auch die zu wenig zentrale von Instgram bringen mich schließlich zu meiner Bewertung mit 3 von 5 Sternen. Für sonnige, heiße Liegestuhltage kann ich das Buch jedoch empfehlen.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

tu was du liebst, allegria verlag, ullstein buchverlage, frauenratgeber

Tu, was du liebst!

Beth Kempton , Carina Tessari , Ulrike Kretschmer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Allegria, 16.06.2017
ISBN 9783793423133
Genre: Sachbücher

Rezension:

Beth Kempton schreibt in ihrem Ratgeber von dem Weg zur Freiheit. Von dem Gefühl gefangen zu sein, obwohl man eigentlich alles hat. Dennoch ist man in seinen eigenen Lebensumständen gefangen und gehemmt auf dem Weg zur Erfüllung seiner Träume oder zum Leben in absoluter Freiheit. Mit vielen Beispielen und Tipps unterstützt Beth Kempton den Leser auf seinem Weg zu einem selbstbestimmten und glücklichen Leben.

Der Käfig und der Vogel, der das Fliegen lernt sind zwei geschickt gewählte Metaphern, mit denen sich die Herausforderungen bei einem Leben in Freiheit visualisieren lassen. Selbst wenn die Käfigtür offen steht, verharren wir voller Angst im sicheren Käfig der Gewohnheit. Durch die Gitterstäbe wird das so viel schönere Leben der Menschen da draußen beobachtet.

Doch selbst bei ausreichend Mut den Käfig zu verlassen, müssen wir erst lernen zu fliegen. Die positiven Aufwinde zu nutzen und die negativen herabdrückenden Gewitterwolke zu durchstehen oder gar zu zerstören. Und wenn wir frei wie der Vogel hoch in den Lüften schweben, wartet bereits die nächste Herausforderung. Wie schaffen wir es das der Flug und das Gefühl von Freiheit anhält? Wie schaffen wir es nicht plötzlich in einem neuen Käfig gefangen zu werden?

Beth Kempton hält 8 Schlüssel bereit, mit denen wir unseren eigenen Käfig öffnen können. Dabei kann schon einer dieser Schlüssel reichen, um das Schloss zu knacken oder es ist vielleicht eine Kombination aus mehreren Schlüsseln notwendig. Für jede Lebenssituation gibt es eine Lösung. Die Kunst liegt darin den richtigen Schlüssel oder das passende Schlüsselpaar zu finden.

Exemplarisch ist einer dieser Schlüssel „Raum für Kopf und Herz“ oder auch „Beziehungen und Kommunikation“. Hier zeigt sich schon wie vielfältig die Lösungen in unterschiedlichen Lebenssituation sein können. Während es manchmal notwendig ist sich Zeit ganz für sich alleine zu nehmen, kann es in anderen Situationen hilfreich sein Menschen um Rat zu fragen.

Beth Kempton ist selbst Mutter zweier kleiner Töchter und selbstständig. Somit stammen ihre eigenen Käfige aus exakt diesem Umfeld. Circa zwei Fünftel des Buches sind von den Herausforderungen als Mutter geprägt. Als kinderlose Frau sind diese Beispiele manchmal etwas schwer nachzuvollziehen. Doch nach der Erklärung der 8 Schlüssel werden die Beispiele vielfältiger und beinahe jeder wird sich irgendwo erkennen.

Anfänglich hatte ich das Gefühl, dass das Buch aus viel Gejammere besteht. Ein Leben mit dem man eigentlich zufrieden sein kann und dennoch jammert Beth Kempton. Doch genau das ist der springende Punkte. Selbst wenn wir unsere Träume verwirklicht haben, stellt sich die Zufriedenheit und das Gefühl von Freiheit oftmals nicht ein. Ganz unbemerkt wurde langsam rund um uns ein Käfig gebaut. Und wie man aus genau diesem Käfig ausbrechen kann zeigt Beth Kempton.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

krimi, steiermark, martin schult, kriminalroman, berlin

Dem Kroisleitner sein Vater

Martin Schult
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081743
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Dem Kroisleitner sein Vater“ ist tot. Der 104 jährige wurde am Toten Mann gefunden. Mit blauer Zunge und aufgeschundenen Knien. Rasch beginnt die Polizei zu ermitteln. Hat der wortkarge Wanderer namens Frassek von der Berliner Polizei etwas damit zu tun oder ist er wirklich nur zufällig nach Sankt Margarethen in der Steiermark gekommen?
Die Charaktere und der Handlungsort

Ein kleines, verschlafene Dorf in der Steiermark ist der Handlungsort der Geschichte. Seit mehrere Generationen leben die Menschen hier und bewahren Geheimnisse. Eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, bei der Klatsch und Tratsch trotz aller Zusammengehörigkeit natürlich an obersere Stelle steht. Gerüchte die seit Jahrzehnten die Runde machen und auch heute noch für Aufsehen sorgen. Ein einfach herrliches, österreichisches Konstrukt.

Obwohl Frassek nicht unbedingt ein Sympathieträger ist und über sein eigenes Leiden oftmals die Mitmenschen vergisst, ist er perfekt als „Ermittler“ für ein Buch geeignet. Besonders die Wirtin Lissi, die Kaiserin des Dorftratsches und immer bestens informiert, mochte ich gerne. Aber auch der wortkarge in sich gekehrte Josef, der einen kleinen Laden betreibt in dem Mann von Tabak über sonstiges Gegenstände des täglichen und nicht-täglichen Gebrauches alles bekommt gefiel mir gut.
Der Autor

„Dem Kroisleitner sein Vater“ lässt an vielen Stellen und bei der Charakterisierung etwas mitschwingen, dass ich nicht wirklich beschreiben kann, aber als typisch Österreichisch bezeichnen würde. So beinhaltet das Buch auch eine Spur schwarzen, augenzwinkernden, österreichischen Humor. Sieht man sich die Biographie des in München geborenen Martin Schults an, fehlt jedoch jegliche Beziehung zu Österreich. Es wäre interessant zu erfahren wo dieses Wissen über die Eigenheiten und diesen unterschwelligen Humor herkommt.

Dem Kroisleitner sein Vater - Martin Schult
Die Handlungsstränge

Mit drei Handlungssträngen sorgt Martin Schult dafür, dass des dem Leser nicht fad wird. So hatte ich zu Beginn etwas bedenken bei all den Personen den Überblick zu behalten, dies stellte sich aber schnell als unbegründet heraus und ich habe das Buch in zwei Tagen fertig gelesen. Es tut sich immer was und es bleibt nur kurz Zeit durchzuatmen und seine Gedanken zu orten. Genau so wie ich es mag!
Fazit

„Dem Kroisleitner sein Vater“ ist ein grandioses Buch mit unterschwelligem Humor. Eingebettet in eine verschworene Dorfgemeinschaft nimmt die Geschichte so richtig an Fahrt auf und wird auch zum Ende hin nicht langsamer. Schöne Geschichte, toller Schreibstil und perfektes Tempo – „Dem Kroisleitner sein Vater“ bereitet pure Lesefreude.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

elend, hoffnung, flucht

Die kalten Spuren im heißen Wüstensand

Maxi Hill
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei epubli, 12.06.2017
ISBN 9783745063356
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Hoffnungsvoll zieht eine Gruppe Menschen durch die afrikanische Wüste Richtung Meer. Das erklärt Ziel ist Europa. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nehmen die Menschen diese gefährliche Reise auf sich.

Der Wüstensand dringt in Nasen und Rachen. Die trockene heiße Luft macht das Atmen schwer. Wasser gibt es nur wenig. Dzemilas Kräfte reichen nicht und sie stirbt. Sie lässt die sechzehnjährige Ashanti und deren kleinen Bruder Kanzi zurück. Von nun an sind die Kinder bei ihrer Flucht auf sich alleine gestellt. Immer wieder beschwört Ashanti ihren Bruder: Wenn wir getrennt werden, sehen wir uns in Deutschland wieder. Und plötzlich verschwindet sie. Zurück bleiben lediglich kalte Spuren im heißen Wüstensand.

Maxi Hill schafft es den Leser zu erreichen. Nicht nur zu erreichen, sondern sich nachhaltig und tiefgründig immer wieder in die Gedanken zu schleichen. Das Thema ist aktueller denn je. Gerade wird wieder über die Schließung der Mittelmeerroute gesprochen. Wie auch immer so eine Schließung aussehen mag.

Dabei werden die Flüchtenden oftmals von falschen Vorstellungen gelockt, um die gefährliche Flucht überhaupt auf sich zu nehmen. Vielversprechende Fotos aus dem Internet der reichen europäischen Länder, aber auch Beispiele erfolgreich Geflüchteter, erzeugen ein falsches Bild. Das man mit offenen Armen empfangen wird, ist schon lange vorbei.

Ein Gefühl der Machtlosigkeit und Hilflosigkeit stellt sich beim Lesen von „Die kalten Spuren im heißen Wüstensand“ ein. Die europäische Flüchtlingspolitik steht vor unzähligen Herausforderungen. Man will den Menschen helfen. Rasch drängt sich die Frage auf wie diese Hilfe aussehen soll oder wie sie richtig ist?

So ist sicherlich auch die Entwicklungshilfe vor Ort ein relevanter Faktor. Doch bringt es nichts unsere westlichen Vorstellungen eines richtigen Lebens afrikanischen Buschmenschen aufzuzwingen.

Maxi Hill beleuchtet neben den Strapazen der Flucht auch die Ängste und Sorgen der Menschen in Europa genauer gesagt in Lampedusa. Jene Insel auf der, aufgrund der Nähe zu Afrika, viele Flüchtlinge landen. Lampedusa fühlt sich vom Rest Europas im Stich gelassen. Touristen bleiben aus und selbst der früher lukrative Fischfang wird zur Herausforderung. Wrack- und teilweise sogar Leichenteile verfangen sich in den Fischernetzen.

Ein weiteres Mal besticht Maxi Hill mit ihrer eindringlichen, schonungslosen Erzählweise. „Die kalten Spuren im heißen Wüstensand“ liest sich wie ein spannender Krimi und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Doch handelt es sich hier nicht um eine fiktive Geschichte sondern um authentische Schicksale, die niemanden kalt lassen sollten. „Die kalten Spuren im heißen Wüstensand“ ist ein Buch, das ich jedem nur wärmsten empfehlen kann.

 

Maxi Hill hat mir das eBook zur Verfügung gestellt. Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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73 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

zwillinge, humorvoll, las vegas, heirat, liebe

Vorübergehend verschossen

Anke Maiberg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404175611
Genre: Liebesromane

Rezension:

Tim erwacht bei seinem Junggesellenabschied plötzlich in Las Vegas. Und das nur wenige Stunden vor seiner Hochzeit in Husum an der Nordsee. Sein Zwillingsbruder Felix muss für ihn einspringen. Felix heiratet also Nelli und fliegt mit ihr in die Flitterwochen, während Tim in Las Vegas mit seiner Jugendfreundin Doro versucht die versehentlich Spaßhochzeit annullieren zu lassen. Nelli ist von den neuen Seiten ihres Ehemanns begeistert und fiebert inzwischen der Hochzeitsnacht entgegen.


Der grobe Verlauf ist vorhersehbar und geübten Chicklit-Lesern wie mir vermutlich bereits nach dem Klappentext klar. Dennoch schafft es Anke Maiberg immer wieder mit schönen und witzigen Ideen den Leser zu überraschen.

Nelli ist eine absolut liebenswerte Person mit einem latenten Helfersyndrom. Dabei stellt sie das Glück und die Zufriedenheit der anderen vor ihr eigenes Leben. Aus falscher Dankbarkeit lässt sich dafür schon mal von ihrem Chef Ausnutzen, um ja nicht ihren Job zu riskieren.

Die Zwillingsbrüder Tim und Felix sind optisch mehr als ident, dennoch schlummern zwei grundverschiedene Charaktere in ihnen. Der chaotische, spontane Tim und der besonnen, durchgeplante Felix. Eine klassische Verteilung, die aber dennoch hervorragend von Anke Maiberg umgesetzt wurde.

Der absolute Hammer in „Vorübergehend verschossen“ ist Oma Ilse, die Großmutter der Zwillingsbrüder. Mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch mit einer gehörigen Portion Direktheit sorgt sie für viele Lacher und lenkt die Geschichte.

Anke Maiberg schafft es idyllische Bilder im Kopf entstehen zu lassen und sorgt dafür, dass ich mich als Leser wohlfühle. Gespickt mit witzigen Pointen wird das Buch zur Lesefreude.

Ein tolles Buch mit viel Liebe und Humor. Dennoch muss ich schweren Herzens für den vorhersehbar Faden einen Stern abziehen. Wenngleich Anke Maiberg immer wieder unerwartet Anekdoten einbaut, ist der grobe Verlauf von Anfang an klar. „Vorübergehend verschossen“ ist ein schönes, leichtes, sommerliches Wohlfühl-Buch.

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227 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 141 Rezensionen

paris, brief, hamburg, realität, briefe

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:


Marie erhält einen Brief ihrer Schulfreundin Christine. Eigentlich ein harmloser Brief. Nur lebt Marie nicht in Paris und führt auch keine Kunstgalerie mit ihrem Mann Viktor. Die Neugier ist geweckt und Marie reist nach Paris, in ein Leben, das ihr seltsam bekannt vorkommt.


Bereits mit den ersten Sätzen hat mich Carolin Hagebölling in ihren Bann gezogen. Obwohl die Situationen und Briefe nicht bedrohlich sind, ist Gänsehautfeeling vorprogrammiert. Doch leider flacht die Spannung im dritten Teil ab und die Story plätschert unruhig vor sich hin. Die Geschichte springt hin und her, verwirrt den Leser um letzten Endes irgendwie zu einem Abschluss oder zumindest einem Art von Ende zu kommen.


Das Ende polarisiert die Leser. Auch in der Leserunde auf Lovelybooks wurde es viel diskutiert. Wird eine plausible Lösung für die mysteriösen Briefe und Vorkommnisse gefunden? Oder handelt es sich vielleicht um einen versteckten Sience Fiction Roman und Aliens beziehungsweise übernatürliche Wesen sind die Lösung? Wilde Theorien wurden gefunden und das Ende konnte bei weitem nicht alle Leser zufriedenstellen.


Marie ist eine sympathische Frau. Dass sie mit einer Frau zusammenlebt, wurde nicht groß thematisiert.Glücklicherweise nimmt Carolin Hagebölling Abstand von klassischen lesbischen Darstellungen. Vielmehr zeigt sie das normale Leben.


Marie neigt zu einer nicht ganz nachvollziehbaren Herangehensweise. Vieles hätte schneller geklärt werden können. Leider kann ich nicht näher darauf eingehen ohne zu spoilern. Bei Interesse kannst du mir aber gerne ein Nachricht in den Kommentaren hinterlassen und ich schicke dir die Details per Mail.


Der dtv-Verlag hat sich gemeinsam mit Lovelybooks eine tolle Aktion zur Bewerbung des Buches ausgedacht. So erhielt ich den Brief mit dem alles anfängt mit meinem Namen darauf. Natürlich war die Verwirrung im ersten Moment groß. Die Leseprobe und ein weiterer Brief klärten die Verwirrung allerdings schnell auf.


Zu viele offene Fragen, langatmige Passagen und teils nicht ganz schlüssige Handlungen führen dazu, dass ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben kann. Großartig angefangen wurde es leider zum Ende hin deutlich schwächer.


Das Buch wurde mir im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks zur Verfügung gestellt. Die Rezension wurde davon nicht beeinflusst.

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

amalfiküste, brighton, italien, heimweh, leichte unterhaltung

Das Glück schmeckt nach Zitroneneis

Abby Clements , Sabine Schilasky , Susanne Zeyse
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.04.2017
ISBN 9783956496783
Genre: Romane

Rezension:

Der gebürtige Italiener Matteo ist unglücklich in England. Zwar führt er hier mit seiner Frau Anna, Baby Isabella und dem eigenen Eiscafé ein schönes Leben, allerdings leidet er unter Heimweh. So beschließen Anna und Matteo kurzerhand für ein halbes Jahr nach Sorrent zu gehen und dort eine Gelateria zu übernehmen. Doch dort sorgt nicht nur Matteos Verwandtschaft, allen voran Mama Elisa mit wertvollen Tipps, für einen turbulenten Sommer.

In dem Buch gibt es derartig viele Charaktere und individuelle Geschichten, dass es dem Leser unmöglich gelingt zu einzelnen Personen eine Beziehung aufzubauen. Kaum hegt man Hoffnung, dass dies ein sympathischer Charakter sein könnte, geht es schon weiter zum nächsten. Dabei wird in kurzen Absätzen die jeweilige individuelle Lebensgeschichte mit den Herausforderungen abgehandelt. Diese vielen Personen mit ihren individuellen Geschichten tragen oftmals nur wenig bis gar nichts zur eigentlichen Geschichte bei.

So gibt es beispielsweise Annas Onkle, der das Haus der verstorbenen Großmutter in ein Gästehause umbaut. Davor erfahren wir allerdings noch die gesamte Geschichte des verletzten, verlassenen Onkels und natürlich auch die Geschichte der Großmutter.

Spannung ist leider kaum vorhanden. Viel zu viele Probleme und Challenges lösen sich plötzlich in Wohlgefallen. Wer das Eiscafé ein halbes Jahr in England übernehmen soll, ist schnell geklärt. Abgesehen von den vielen Zufällen, die dazu führen, dass Evie gerade nichts zu tun hat, halte ich es für absolut unrealistisch, dass eine über 70igjährige Dame einfach mal so ein Eiscafé übernimmt. Und dann auch noch ohne Erfahrung. Was zuvor das Ehepaar gemacht hat, soll die alte Dame nun alleine machen.

Ich mag es, wenn schnelle Lösungen gefunden werden, um sich auf die eigentliche Geschichte zu fokussieren. Vor allem bei leichten Chick-lit Romanen drücke ich auch gerne mal ein Auge zu. Aber das hier war einfach zu viel.

„Das Glück schmeckt nach Zitroneneis“ ist die Fortsetzung von „Viviens himmlisches Eiscafé“. Es ist nicht ersichtlich, dass es sich bereits um das zweite Buch über das englisch-italienische Paar handelt. Auch wenn es mich beim Lesen nicht gestört hat, finde ich es sehr Schade. Viel zu oft habe ich mittlerweile den Verdacht, dass Fortsetzungen absichtlich „versteckt“ werden. Schließlich gibt es Leser, die dann zuerst den ersten Teil lesen möchten. Dies würde vermutlich die Verkaufszahlen des aktuellen Buches schmälern oder die Verkäufe zumindest über einen längeren Zeitraum aufteilen. Um in Bestseller-Listen zu landen, ist das nicht erwünscht. Als Leser finde ich das sehr Schade und habe ich mich schon mehrmals über dieses Vorgehen geärgert.

Keine Spannung, viel zu viele glatte Lösungen und eine ganze Armee an Charakteren, die zu detailliert und damit für das gesamte Buch zu oberflächlich vorgestellt wurden. So viele Personen und Erzählungsstränge, dass die eigentliche Geschichte auf der Strecke bleibt. Schade! Das Ambiente ist toll und auch einige der Geschichten hätten Potential um ein ganzes Buch zu tragen.

 

Das Buch wurde mir von MIRA Taschenbuch über NetGalley zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Die Rezension wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zeitungssterben

Markus R. Leitgeb
Flexibler Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.04.2017
ISBN 9783839220344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei einem verheerenden Feuer in der Wiener U-Bahn kommen mehrere Menschen ums Leben. Darunter der Altjournalist Hubert Brandl. Sein junger Kollege Martin Leček beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Zu vieles deuten für ihn auf ein Verbrechen hin. Neben dieser Recherche arbeite Leček gerade an einer Reportage, um die schmierigen Machenschaften seines Boulevardarbeitgebers aufzudecken und an eine Qualitätszeitung zu verkaufen.

In seinem Debütroman schafft Markus R. Leitgeb einen unsympathischen Journalisten, der von seinen edlen Motiven überzeugt ist, aber doch zu schnell wankelmütig kleinsten Erpressungsversuchen nachgibt. Leček agiert teils unbeholfen und riskiert bei der egoistischen Verfolgung seiner eigenen Ziele ohne mit der Wimper zu zucken langjährige Freundschaften. Obwohl Leček ein gebürtiger Kärntner ist, haben ihn die langen Jahren zu einem klischeehaften Grantler gemacht. So weiß er beispielsweis im Vorhinein, dass das Gulasch geschmacksneutral sein wird, bevor er noch das Lokal ausgewählt hat.

In den viele lose Fäden, die zu einer großen Story zusammengeknüpft werden müssen, verheddert sich Markus R. Leitgeb manches Mal. Sei es das zweimalig Duschen (vor und nach dem Frühstück) oder die Verfolgungsjagd mit der ein oder anderen unklaren bzw. unrealistischen Szene. Da ich prinzipiell kein Fan von großen Verfolgungsjagden bin, war mir diese auch deutlich zu lang und ausführlich geschildert.

Neben den aktuellen Geschehnissen, gibt es immer wieder Rückblenden zu Hubert Brandl. Dabei beginnen diese Rückblenden mit Brandls Tod und gehen immer weiter in die Vergangenheit zurück. Vermutlich sollen diese Rückblenden als Auflockerung fungieren. Allerdings beinhalten sie selten relevant Informationen und sind somit schlicht langweilig.

Bei der ersten Erwähnung des Spagettimonsters stutze ich noch irritiert. Als diese Ausdrucksweise beispielhaft im Sinne von „Beim fliegenden Spagettimonster! Das kann nicht sein!“ mehrfach vorkamen, nervte sie mich jedoch rasch. Es hat mich ja wirklich gewundert, dass das Spagettimonster keine Erwähnung in der Danksagung findet (Ja, ich lese die Danksagungen wirklich :D )

Während die Positionierung des Romans im Zeitungsmilieu spannend ist und einige Dinge aufdeckt werden, die vermutlich vielen Menschen nicht bewusst sind, hapert es an den Charakteren und an der Spannung beim Verknüpfung der vielen losen Fäden. Ich hätte mir einen weniger wankelmütigeren und somit glaubhafteren Hauptcharakter gewünscht.

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Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:

Eleanor ist gerne alleine. Pizza und viel Wodka in ihrer kleinen Wohnung sind Eleanors kleines Paradies. Vor zu vielen Menschen oder gar ins Kino oder Pub zu gehen, davor graut Eleanor. Doch als sich Eleanor verliebt, beginnt sie langsam aus ihrem Kokon der Einsamkeit zu kriechen. Sie lernt die Welt aber vor allem sich selbst neu kennen.

Eleanor hatte eine schlimme Kindheit. Dieses Thema wird nach und nach ganz langsam aufgerollt. Dabei werden stetig Andeutungen gemacht. An viele Dinge kann sich Eleanor selbst gar nicht mehr erinnern. Langsam kommen die Ereignisse ans Tageslicht.
Ihr Arbeitskollege Raymond tut dem Buch wahnsinnig gut. Er strotz zwar nicht vor Lebensfreude ist aber dennoch ein leicht skurriler, liebenswerter Kerl. Es wäre oftmals interessant gewesen Raymonds Gedanken lesen zu können. Eleanor verhält sich in vielen Situationen etwas ungewöhnlich und ist nicht an den Umgang mit Menschen gewöhnt. Ihre sehr gewählte Ausdrucksweise komplettiert das Bild.

Gail Honeyman überzeugt in ihrem Debütroman mit einem grandiosen Schreibstil. Die Sätze sind liebevoll und die Worte sorgfältig gewählt. Diese tolle Sprache trägt das Buch und lässt auch über einige Schwachstellen in der Geschichte gütig hinwegblicken.
Eleanors Weg in ein „normales“ Leben ist streckenweise etwas langatmig. Aber vielleicht sollte dies dem Leser nur verdeutlichen, wie schwer der Weg aus einer Krise oder einer Depression ist. Wie schnell man in alte Verhaltensmuster zurückfällt und wie oft man mit neuen Situationen konfrontiert wird, in denen es nicht immer einfach ist zu wissen wie man sich richtig verhält.

Eleanor hat ein massives Alkoholproblem. Dieses Problem wurde mir zu rasch als Nebensächlichkeit bzw. einfach zu lösendes Problem vom Tisch gekehrt. Wenn jemand derartig viel Alkohol konsumiert, kann ich mir nicht vorstellen, dass es mit dem einfachen Entschluss „Ab jetzt trinke ich nichts mehr“ getan ist. Abgesehen von körperlichen Entzugserscheinungen müssen neue Wege gefunden werden, um mit Problem umzugehen.

„Ich, Eleanor Oliphant“ überzeugt vor allem durch eine wunderbare Sprache. Leider hat die Geschichte einige Schwächen und ist stellenweise etwas langatmig. Der Weg in ein neues Leben war mir zu sehr auf die Aufarbeitung der Kindheit fokussiert und ließ Eleanors Alkoholproblem außen vor. Trotzdem kann ich das Buch allen, die gerne schöne, sorgfältig konstruierte Sätze lesen empfehlen.

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