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krimi, paris, aux champs-élysées, spannung, mara ferr

Aux Champs-Élysées

Mara Ferr
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 01.08.2013
ISBN 9783954511396
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stell dir vor, du bist ein Jahr lang damit beschäftigt, dir dein eigenes Gefängnis zu bauen, ohne davon zu wissen, dass du dich schon bald darin wiederfinden wirst, in völliger Dunkelheit und nackt bis auf die Haut – eingesperrt von deiner eigenen Frau. Genauso ergeht es Philippe im Roman „Aux Champs-Élysées“ von Mara Ferr, der aus meiner Sicht eine Mischung aus Thriller und Krimi darstellt. Ich habe dieses Buch, das 2013 bei emons erschienen ist, knapp 240 Seiten umfasst und nicht das erste Buch von Mara Ferr ist, dessen Handlung im wunderschönen Paris spielt, im Rahmen einer Leserunde regelrecht verschlungen,


Inhalt – Worum geht es?


Claire ist eine gute Mutter und eine liebevolle Ehefrau. Sie geht ihren Pflichten als Hausfrau seit 25 Jahren gewissenhaft nach, um ihrem Mann Philippe den Rücken frei zu halten, damit dieser sich ganz seinem Job widmen kann. Sie weiß, dass er sie mit verschiedenen Frauen betrügt, hat aber gelernt, das zu dulden und damit umzugehen. Das ändert sich schlagartig, als Philippe sich in Isabelle verliebt und plant, seine Frau Claire zu verlassen. Sie möchte das auf jeden Fall vermeiden, also baut sie – gemeinsam mit ihrem Mann – ein Jahr lang den Keller ihres Hauses zu einem Fitnessstudio um. Philippe ahnt nicht, dass sie ihn schon bald in eben diesem Keller gefangen halten wird... 


Persönliche Beurteilung


Bei diesem Buch fliegen die Seiten wirklich nur so dahin. Ich war sofort in der Geschichte drin, denn Mara Ferr hält sich nicht mit langen Vorreden, Charakter- und Personenbeschreibungen oder anderen langatmigen Vorgeschichten auf. Sofort im ersten Kapitel nimmt das Grauen seinen Lauf. Die kurzen Kapitel tragen ebenfalls dazu bei, dass das Buch ein echter Pageturner ist. Stück für Stück tauchte ich als Leserin immer tiefer in Claires verrückte Gedankenwelt ein, litt gemeinsam mit Philippe und lernte auch die anderen Personen immer besser kennen.

Neben der offensichtlich psychisch kranken Claire und ihrem Opfer Philippe wären da noch Emilie, die 81-jährige und aufmerksame Nachbarin, die in der fraglichen Nacht merkwürdige Beobachtungen gemacht hat. Sie ist mir während des Lesens besonders ans Herz gewachsen. Dann gibt es noch die Ärztin Isabelle, die Geliebte, in die sich Philippe verliebt hat und die ihn nach 25 Ehejahren dazu gebracht hat, seine Ehefrau zu verlassen. Auch Pierre, der gutmütige Ermittler, der sein Möglichstes tut, um der scheinbar verzweifelten Claire ihren Ehemann zurückzubringen, spielt eine wichtige Rolle in der gesamten Handlung. Insgesamt ist der Kreis an Charakteren überschaubar, was ich aber nicht als Nachteil empfinde.

Zu Beginn wird die Geschichte immer wechselnd aus den Perspektiven der einzelnen Figuren erzählt. Nach jedem Kapitel eine andere Perspektive. Später wechselte die Erzählperspektive auch innerhalb der Kapitel, was mich anfangs etwas verwirrte. Ich merkte dann aber schnell, dass dies ganz bewusst zum Aufbau der Spannung beitrug. Insgesamt ist die Geschichte von Anfang bis Ende spannend, weil es ständig überraschende Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse gibt. Leider konnte mich das Ende nicht überzeugen, das es auf mich etwas „an den Haaren herbeigezogen“ wirkte. Hier hatte ich das Gefühl, dass sich alles noch irgendwie auflösen musste und dies dann auf Kosten der Logik ging.


Fazit


Insgesamt ist „Aux Champs-Élysées“ ein außergewöhnlicher, spannender Thriller mit interessanten Charakteren und einer düsteren Story. Wer Thriller mag, kann mit diesem Buch sicher nichts falsch machen, wer jedoch einen reinen Ermittlungskrimi erwartet, könnte vielleicht enttäuscht sein. Obwohl das Ende mich etwas unzufrieden zurückgelassen hat, kann ich das Buch von Mara Ferr mit einem guten Gewissen weiterempfehlen und vergebe eine Bewertung von 4 Sternen.  

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Tags: aux champs-élysées, krimi, mara ferr, paris-krimi, spannung, thriller;   (6)
 

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thriller, mord, hilary norman, familie, liebe

Letzter Weg

Hilary Norman , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 10.06.2008
ISBN 9783404159024
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ein Strand bei Nacht ist ein cooler Ort zum Morden.“

Mit diesem Satz beginnt der 400 Seiten umfassende Thriller „Letzter Weg“ von Hilary Norman, den ich vor langer Zeit einmal ganz zufällig im Supermarkt auf einem der Ramschtische entdeckte und mitnahm. Schon 2007 ist die deutsche Übersetzung des englischen Originals „Last Run“ bei Bastei Lübbe erschienen und ungefähr genauso lange dürfte sich das Taschenbuch nun schon in meinem Besitz befinden. Ich habe beim Kauf damals gar nicht bemerkt, dass es sich hierbei um die Fortsetzung von „Grausames Spiel“ handelt, denn dieses Buch habe ich nicht gelesen, was mich im Nachhinein jetzt doch ein wenig geärgert hat, da dann vielleicht alles etwas schlüssiger gewesen wäre. Hilary Norman ist eine Autorin aus London, die zuvor als Schauspielerin in der Fernseh- und Modebranche tätig war. Mittlerweile hat sie aber schon mehrere Thriller geschrieben, die teilweise auch ins Deutsche und in viele andere Sprachen übersetzt wurden.

Inhalt - Worum geht es?

Der erste Satz des Thrillers deutet schon ganz gut an, was der Hauptbestandteil der Geschichte ist: Es geht um mehrere Morde am Strand, die Sam mit seinem Partner Martinez aufklären soll. In die Handlung verstrickt ist auch Cathy, seine Adoptivtochter, die schon vor sechs Jahren ein traumatisches Erlebnis hatte. Damals lag sie blutüberströmt zwischen ihren toten Eltern. Mittlerweile hat sie sich ganz gut davon erholt und sie läuft jetzt für ihr Leben gern. Das Mädchen Kez Flanagan, das Cathy heimlich bewundert, spricht sie eines Tages nach einem Lauf mit den Worten „Du rennst, als wolltest du vor etwas davonlaufen“ an. Die beiden freunden sich an und Cathy ist schnell im siebten Himmel. Doch die Morde am Strand beschäftigen nicht nur ihren Adoptivvater Sam und seine schwangere Frau Grace, sondern auch Cathy. Und schon bald muss Cathy wieder um ihr Leben fürchten...

Persönliche Beurteilung

Der Einstieg in die Geschichte ist mir  schwer gefallen. Das lag vor allem daran, dass am Anfang der Geschichte sehr viele verschiedene Personen vorgestellt wurden: Sam und sein Partner Martinez, seine Frau Grace und ihre Assistentin Lucia, Cathy und ihre Freundin Kez, Sams Bruder Saul und seine Freundin Terri und schließlich noch der „Opa“ der Familie David. Darüber hinaus wurden noch weitere Personen wie Geschwister, verstorbene Frauen, ehemalige Partner und frühere Assistenten erwähnt. Ich nehme an, dass damit immer wieder Bezug auf Charaktere aus dem ersten Teil genommen wurde – aber für mich waren viele Personen irrelevant, da ich den ersten Teil eben nicht gelesen hatte. Stattdessen war ich sehr verwirrt und musste einige Abschnitte mehrmals lesen. Erschwerend kam noch hinzu, dass auch immer wieder Geschehnisse aus dem ersten Band angedeutet, aber nicht wirklich erklärt wurden.

Nachdem ich mich in die Geschichte eingefunden hatte, wurden mir die einzelnen Charaktere jedoch immer sympathischer. Cathy, die Sensible, die schon so viel Schlimmes durchgemacht hat und sich so sehr nach Liebe sehnt. Saul und Grace, die fürsorglichen Adoptiveltern, die alles für ihre Adoptivtochter, für einander und für das ungeborene Kind tun würden. Saul, der seine Terri verehrt und die ehrgeizige Terri, die sich nichts mehr wünscht, als in Zukunft ebenfalls Morde aufklären zu dürfen. Zum Schluss noch David, der liebevolle Arzt, der seine Familie zusammenhält und unterstützt, wo er kann. 

Die Autorin hat das Buch durch sehr kurze Kapitel strukturiert, was mir als Leserin immer gut gefällt. Mit ellenlangen Kapiteln kann ich nicht so viel anfangen. Die Handlung wird aus den verschiedensten Perspektiven dargestellt, sodass der Leser einen Einblick in die unterschiedlichen Gefühle und Gedanken bekommt. Am Anfang hat mich auch das verwirrt, zumal ich das Gefühl hatte, dass sich die Erzählperspektive plötzlich mitten im Kapitel ändert.

Wirkliche Spannung hat sich erst gegen Ende des Buchs aufgebaut – als eigentlich schon klar war, wer für die Morde verantwortlich war. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass da noch etwas Überraschendes passieren würde, weil das Buch noch mehr als 100 Seiten hatte. Das tatsächliche Ende war dann doch recht überraschend, aber der große „Wow“-Effekt, den ich so oft bei Thrillern hatte, blieb irgendwie aus. Die letzten Seiten plätscherten dann so dahin und ich fürchte, dass mir dieses Buch auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.

Fazit

Ich finde, dass der Thriller im Großen und Ganzen okay war. Sobald ich mich festgelesen hatte, musste ich mich auch nicht mehr zum Weiterlesen quälen. Aber: Ich kann das Buch eigentlich nur bedingt weiterempfehlen und würde dazu raten, wenn, dann auch den ersten Band „Grausames Spiel“ zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Leser, die gerne Ermittlungskrimis mit Thriller-Elementen lesen, sind mit diesen beiden Büchern sicher gut beraten. Ich habe mich für eine Gesamtbewertung von 3 von 5 Sternen entschieden.  

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Tags: hilary norman, letzter weg, rezension   (3)
 

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kinder, arzt, hörbuch, familie, verschwinden

Unglücksspiel

Ivonne Keller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426518830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT

„Nerina hat Angst. Todesangst. Besonders seit jenem Tag vor elf Jahren, an dem sie etwas Unverzeihliches tat. Die Angst vor der Strafe Gottes und vor der Abschiebung zurück in den Kosovo, aus dem sie einst floh, verfolgt sie. Immer. Als eine junge Frau mit Kind in die Nachbarschaft zieht und sich mit ihr anfreundet, sieht Nerina einen Hoffnungsschimmer, vergisst für einen Moment ihre Angst. Doch dann macht die neue Nachbarin einen Fund, der Nerinas Geheimnis in Gefahr bringt. Für Nerina beginnt ein Alptraum, aus dem es nur einen Ausweg zu geben scheint...“



MEINUNG

Nachdem ich zuvor „Hirngespenster“ von Ivonne Keller gehört hatte, wollte ich unbedingt weitere Hörbücher von dieser Autorin hören, weil es mich so begeistert hat. Also entschied ich mich direkt für „Unglücksspiel“. 
Der Einstieg ins Hörbuch ist mir etwas schwer gefallen. Durch die häufigen Perspektivenwechsel bin ich am Anfang nicht so gut klar gekommen. Nach einiger Zeit war ich dann aber richtig gut in der Geschichte drin. Erzählt wird sie im Wechsel: Zum einen erfährt man die Ereignisse durch die Ich-Perspektive aus Sicht von Anja, deren Mann plötzlich ihr bisheriges Haus verkauft hat, ein heruntergekommenes Haus gemietet und sich dann aus dem Staub gemacht hat. Anja und ihre kleine Tochter sind in der neuen Nachbarschaft auf sich allein gestellt und natürlich verzweifelt, weil ihr Mann und Vater Stefan ohne ein Wort der Erklärung verschwunden ist. 
Dann wäre da noch Nerina, die mit ihrem Mann und Sohn aus dem Kosovo geflüchtet ist und nun seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Ihre größte Angst ist es, zurück in den Kosovo abgeschoben zu werden. Um das zu verhindern, hat sie etwas Schreckliches getan und fürchtet nun, dass ihr Geheimnis ans Tageslicht kommen könnte. Darüber hinaus gibt es noch weitere Charaktere, die in der Geschichte eine Rolle spielen: Da wäre zum Beispiel das Paar, das das Haus an Anja vermietet hat. Ihre Tochter Laura ist seit mehr als zehn Jahren vermisst und bis heute konnten sie das schreckliche Ereignis nicht verarbeiten. Die einzelnen Handlungsstränge werden im Laufe der Geschichte immer stärker miteinander verwoben und finden am Ende ganz zueinander. Die Spannung bleibt eigentlich bis fast zum Schluss erhalten und das Ende ist wieder sehr überraschen. 
Die Charakterzeichnung ist außerordentlich gut gelungen. Jede Person der Geschichte erhält einen ganz eigenen Charakter, der nicht nur oberflächlich gezeichnet ist, sondern bis ins Detail. Anja ist sehr gut als selbstbewusste, junge Frau dargestellt, die trotz ihrer schwierigen Situation nie den Mut verliert. Nerina ist im Gegensatz dazu sehr ängstlich. Ihre Panikattacken wirken authentisch und als Hörer fiebert man hier wirklich mit. 
Unglücksspiel ist kein gewöhnlicher Thriller. Es überschlagen sich hier keinesfalls die Handlungen. Vielmehr handelt es sich um eine spannende Erzählung von Geschichten, die so durchaus im Rahmen des Möglichen liegen. Aber gerade das ist das Tolle an dem Buch, dass es eben gar keine schaurigen Orte und keine actionreichen Geschehnisse gibt. Stattdessen erhält man einen tiefen Einblick in die einzelnen Charaktere und das, was sie erlebt haben und gerade erleben. 

ZUR SPRECHERIN VERA TELTZ 

Dass das Hören dieses Hörbuchs so viel Freude bereitet hat, lag ganz sicher auch an der großartigen Sprecherin Vera Teltz. Bei anderen Hörbüchern habe ich manchmal Probleme, bei Dialogen zu erkennen, wer eigentlich gerade spricht. Bei Vera Teltz besteht das Problem nicht. Sie gibt jeder Person ihre eigene Sprechstunde, sodass man sofort weiß, wer gerade etwas sagt. Sie bringt die Sprachschwierigkeiten und den Akzent von Nerina ebenso authentisch rüber wie die kindliche Stimme von Anjas kleiner Tochter. Und auch die anderen Charaktere der Geschichte sind anhand ihrer Sprechstimme eindeutig zu identifizieren. Für mich gehört Vera Teltz zu meinen absoluten Lieblingssprecherinnen und ich hoffe, noch viele Bücher von ihr hören zu können. 

FAZIT

Alles in allem ist „Unglücksspiel“ von Ivonne Keller ein Hörbuch, das mich wirklich gefesselt hat. Nichtsdestotrotz eignet es sich auch zum „Nebenbei-Hören“, was mir sehr wichtig ist, denn genau das ist es ja, was mich an Hörbüchern so reizt: Man kann sie einfach während der Haus- oder Gartenarbeit nebenbei hören. Es ist nicht so schlimm, wenn man bei „Unglücksspiel“ für einen Moment abschweift, da man jederzeit wieder problemlos zurück ins Geschehen findet. Die Geschichte war bis zum Schluss spannend und am Ende sehr überraschend. Ich kann das Hörbuch eindeutig weiterempfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen. 

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Tags: hörbuch, ivonne keller, spannend, thriller, vera teltz   (5)
 

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kansas, jagd, thriller, psychopath

Die Scheune

Marion Schreiner
Flexibler Einband: 435 Seiten
Erschienen bei Pro Business, 05.12.2013
ISBN 9783863866099
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

** Inhalt **

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Dane, der in der Scheune seiner elterlichen Farm mit vier Jahren schwer missbraucht wurde. Er versucht später, ein normales Leben zu führen, was ihm nicht gelingt. Seine Vergangenheit holt ihn wieder ein, so dass er Jahre nachdem er fortging, zu der Scheune zurückkehrt. Und dort nehmen schlimme Dinge ihren Lauf...

** Meine Meinung **

Das erste, was mir (leider negativ) aufgefallen ist, ist die absolut unpassend gewählte Erzähl-Perspektive. Ein Ich-Erzähler wurde gewählt - aber die Geschichte wird nicht aus der Sicht von Dane erzählt, wie es nahe liegend wäre, sondern aus Sicht von seinem besten Freund. Das widersprüchliche an der Sache: Obwohl der Ich-Erzähler, also Jim, der beste Freund von Dane, niemals so genau in seinen Freund und dessen Gedanken hineinschauen konnte und obwohl er, als Dane wieder auf seine Farm zurückkehrte, Jahre lang Kilometerweit entfernt von ihm war, konnte Jim, der Ich-Erzähler, bis ins kleinste Detail die Gefühle und Gedanken und Erlebnisse von Dane beschreiben. Selbst die absolut irren Gespräche von Dane mit seinem Loch, wurden Wort genau wiedergegeben. Unlogischer geht es gar nicht. Ein Ich-Erzähler kann stets nur seine eigenen Gefühle wiedergeben und das, was er selbst erlebt hat, über andere Personen um ihn herum kann er nur spekulieren.
Die ersten 33% des Buches fand ich ganz gelungen. Die habe ich auch regelrecht verschlungen. Dann jedoch fiel meine Begeisterung rapide ab. Das lag vor allem daran, dass Dinge und Gefühle häufig wiederholt wurden und die Geschichte von da an irgendwie nur noch nacherzählt wurde. Spannung war quasi nicht mehr vorhanden. Der ganze Mittelteil ist derart in die Länge gezogen, dass ich mich wirklich durchquälen musste.
Das Ende war dann wieder etwas besser, aber dennoch: Unglaubwürdig. Das offene Ende fand ich gut, dann jedoch habe ich den Fehler gemacht, und die nächste Seite "aufgeblättert", wo es eine Vorschau auf die beiden Fortsetzungsromane gab. Was ich dort für an den Haaren herbeigezogenes Zeug lesen musste... Nein, ich möchte es dabei belassen und über Dane Galloway / Gelton lieber nichts mehr lesen. Für mich bleibt er tot.
Sehr störend war auch die mangelnde Orthografie und Grammatik: Das Verb "brauchen" wurde generell falsch konjugiert, nämlich "er/sie/es brauch" anstatt "braucht". Außerdem gab es häufig Fehler bei der Komma-Setzung.

** Bewertung **

Alles in allem fand ich die Idee gut, und ich mag auch Bücher, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen. Hier jedoch wurde die Idee nicht so gut umgesetzt, wie erhofft. Für die ganz guten ersten 33% gebe ich 2 Sterne, mehr ist leider nicht drin.

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