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30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

in, deinen, verliebt in deinen freund, verliebt, freund

Verliebt in deinen Freund (Verliebt-Reihe)

Jennifer Lillian
E-Buch Text
Erschienen bei Edel Elements, 11.01.2018
ISBN 9783962150631
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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(31)

66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

liebe, romantisch, gabe, liebesroman, schicksal

Für immer auf den ersten Blick

Hanna Linzee
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492312325
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten.“

Was wäre, wenn du eine besondere Gabe hast, die dir zeigt, dass zwei Menschen füreinander bestimmt sind, diese Gabe aber gerade bei dir selbst nicht funktioniert? Um diese Frage dreht sich das Romandebüt "Für immer auf den ersten Blick" von Hanna Linzee, das im Oktober 2017 bei PIPER erschienen ist. Ich bin durch eine Leserunde auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil mich schon das wundervolle Cover zum Schwärmen gebracht hat. Und als ich den etwa 300 Seiten umfassenden Roman las, kam ich aus dem Träumen gar nicht mehr heraus.

Inhalt – Worum geht es?

Anna ist sieben, als sie das erste Mal merkt, dass sie anders ist als die anderen: Sie sieht vor ihrem inneren Auge ein Bild von zwei Freunden und weiß, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Um ihre besondere Gabe zu nutzen, gründet sie Jahre später eine Schicksalsagentur in Berlin, um anderen Menschen zu ihrem Glück zu verhelfen. Sie kann die wahre Liebe ihrer Klienten aufspüren, allerdings versagt die Gabe ausgerechnet bei ihr selbst. Anna wird immer unglücklicher, bis sie auf eine besondere alte Dame trifft, die ihr wieder Trost spendet. Und ganz plötzlich steht wieder ihr früherer bester Freund vor ihr. Zufall oder Schicksal?

Persönliche Beurteilung

Ich bin sofort gut in die Geschichte hineingekommen, weil Hanna Linzees Schreibstil wirklich sehr angenehm zu lesen ist. Sie beschreibt die Szenen so bildhaft, dass ich das Gefühl hatte, mit dabei zu sein und mir alles bildlich vorstellen konnte. Die Handlung spielt im Winter in Berlin und passt daher perfekt in diese Jahreszeit. Die Autorin lässt die Szenen so märchenhaft wirken, dass ich aus dem Träumen gar nicht mehr raus gekommen bin.

Anna, die Protagonistin dieses Romans, wirkt am Anfang vielleicht etwas kühl, allerdings wird schnell klar, dass sie sehr verletzt wurde und nur versucht, sich selbst zu schützen. Erst als sie auf die alte Dame trifft, taut sie langsam auf und zeigt ihr wahres, sehr sympathisches Ich. Auch Benjo, ihr früherer bester Freund, macht von Anfang an einen sehr netten Eindruck.

Beschrieben wird die ganze Geschichte in der Ich-Perspektive aus Annas Sicht. Das finde ich sehr gut, weil ich so einen tiefen Einblick in Annas Gefühlswelt erhalten habe und mich gut in sie hineinversetzen konnte. In gewissem Maße ist die Geschichte sicher vorhersehbar, aber nichtsdestoweniger ist sie sehr spannend. Gegen Ende plätschert die Handlung kurzzeitig etwas dahin, bis dann noch einmal eine Wendung kommt, die dem Buch nochmal eine neue Geschwindigkeit und Spannung verleiht.

Fazit

Wer gerne Bücher liest, mit denen er einfach mal den Alltag hinter sich lassen kann und nichts dagegen hat, sich in eine märchenhafte Welt entführen zu lassen, ist mit „Für immer auf den ersten Blick“ von Hanna Linzee auf jeden Fall richtig beraten. Es ist vor allem der Schreibstil der Autorin, der das Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Ich vergebe fünf von fünf Sternen und lege euch wärmstens ans Herz, den Roman zu lesen.

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

usa, selbstmord, gehirnwäsche, wissenschaft, thriller

Suizid

Dean Koontz , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 20.12.2017
ISBN 9783959671781
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In seinem Thriller „Suizid“ beschreibt Dean Koontz ein völlig beängstigendes Szenario: Was wäre, wenn wir nicht mehr selbst über uns und unsere Taten bestimmen könnten, sondern eine Stimme in unserem Kopf uns ganz gezielt zu Handlungen bewegen würde – und zwar zu äußerst schrecklichen Handlungen? Der erst in diesem Jahr erschienene Thriller war mein erstes Buch von Dean Koontz, obwohl dieser ja seit etlichen Jahren zahlreiche Bücher in meinem Lieblingsgenre schreibt. Ich habe das 512 Seiten umfassende Werk im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt bekommen.   

Inhalt – Worum geht es?

Die FBI-Agentin Jane Hawk kann nach dem Selbstmord ihres Mannes nicht glauben, dass er sie aus freien Stücken verlassen hat. Zu rätselhaft sind die Umstände seines Todes. Also ermittelt sie auf eigene Faust, um eine Erklärung für den Selbstmord ihres Mannes zu finden. Dabei fällt ihr auf, dass die Zahl unerklärlicher Suizide im ganzen Land seit einiger Zeit enorm ansteigt. Sie folgt der Spur weiter, erhält aber schon bald eine eindeutige Warnung, als ein Unbekannter in ihr Haus eindringt und droht, ihren Sohn zu vergewaltigen. Jane weiß bald nicht mehr, wem sie noch trauen kann, also bringt sie ihren Sohn in Sicherheit und begibt sich in den Untergrund. Sie wird von dem Willen, sich und ihren Sohn zu schützen und die Wahrheit hinter dem Tod ihres Mannes aufzuklären, angetrieben und macht ihre Jäger selbst zu Gejagten.

Persönliche Beurteilung

Es fiel mir recht leicht, in die Geschichte einzusteigen, da sich Koontz nicht erst mit langen Vorreden aufhält, sondern sofort ins Geschehen eintaucht. Ich hatte allerdings am Anfang ein paar Schwierigkeiten mit dem Schreibstil von Dean Koontz. Es war wie gesagt mein erstes Buch von ihm und an die teilweise sehr langen und verschachtelten Sätze musste ich mich erst einmal gewöhnen. Viele Sätze las ich auch doppelt. Das kann aber auch an meinem Mangel an Konzentration gelegen haben.

Die Protagonistin des Thrillers, Jane Hawk, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie ist mutig, selbstbewusst, kämpft für das Gute und hat ein großes Herz. Daher folgte ich ihr gern auf ihrer spannenden Reise durch den Untergrund. Gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel und im Verlauf der Handlung auch die Perspektivenwechsel. Dadurch blieb die Spannung kontinuierlich auf einem hohen Niveau und ich hatte oft das Gefühl, weiterlesen zu müssen. Die Spannung wurde hier vor allem durch viele actionreiche Szenen erzeugt, in denen Jane immer wieder um ihr Leben bangen musste. Obwohl recht früh in der Geschichte klar wurde, wie genau alles zusammenhängt, blieb die Spannung erhalten, denn es blieb fraglich, ob es Jane gelingen würde, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen.

Nichtsdestotrotz konnte mich „Suizid“ nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte. Der Thriller wurde als Pageturner in höchsten Tönen gelobt, aber diesen Effekt konnte ich nicht immer feststellen beziehungsweise nur in einzelnen Szenen und vor allem zum Schluss, als die Handlung nochmal richtig an Fahrt aufnahm. Einige Kapitel empfand ich als recht zäh, sodass ich das Buch sogar erst einmal beiseite legte. Für mich persönlich war auch der Science-Fiction-Anteil zu hoch, da ich lieber realitätsnahe Thriller lese, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass „Suizid“ sicher ein lesenswerter Thriller ist, vor allem für Leser, die gerne Geschichten mit Science-Fiction-Anteil lesen. Ich persönlich bevorzuge psychologische Thriller, sodass sich die erhoffte Rundum-Begeisterung leier nicht einstellte. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und vergebe daher eine Bewertung von 4 von 5 Sternen.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Und du bist?

Samsara Kaiser
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Samsara Verlag, 25.07.2017
ISBN 9783000566769
Genre: Romane

Rezension:

Der 570 Seiten umfassende Roman erzählt die Geschichte von Mira und Min-ho, die einander als Teenager das erste Mal begegnen, sich dann jedoch trennen müssen und dennoch ein Leben lang nicht voneinander loskommen. Ich habe mit diesem Buch von Samsara Kaiser durch eine Leserunde Bekanntschaft machen dürfen und tatsächlich habe ich beim Lesen eine richtige Berg- und Talbahnfahrt erlebt. Warum? Das verrate ich euch jetzt.

Inhalt – Worum geht es?

Mira und Min-ho begegnen sich das erste Mal in ihrem Leben, als sie beide noch Teenager sind. Sofort fühlen sich die beiden Menschen, die beide anders sind als die anderen, miteinander verbunden und werden erst Freunde und dann irgendwie noch ein bisschen mehr. Mira verliebt sich in Min-ho, doch er hat eine Vergangenheit in einem anderen Land und muss in seine Heimat zurückkehren. Als sich die beiden nach 15 Jahren plötzlich wieder sehen, bemerken sie, dass ihre Herzen noch immer füreinander schlagen. Doch im Laufe der Zeit hat sich viel geändert, denn sie sind keine 15 mehr und vor allem Mira ist sich nicht sicher, ob sie ihr Herz noch einmal für Min-ho öffnen kann, nachdem er ihr schon einmal das Herz gebrochen hat.  

Persönliche Beurteilung

Ich hatte sowohl am Anfang als auch in der Mitte und dann wieder ganz am Ende ziemliche Probleme beim Lesen der Geschichte. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, was weniger an der Handlung, sondern vielmehr am Schreibstil der Autorin und der Buchformatierung lag. Wer einen Blick hineinwirft, stellt schnell fest, dass die gesamte wörtliche Rede in diesem Buch kursiv gedruckt ist, was zumindest für meine Augen am Anfang recht anstrengend war. Zudem gibt es sehr viele Absätze, die mir nicht immer logisch erschienen. Darüber hinaus fiel mir gleich am Anfang aus, dass es dem Buch gut getan hätte, noch einige Male Korrektur gelesen zu werden, denn leider häuften sich hier allerhand Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler. Nach den ersten paar Kapiteln versuchte ich jedoch, das auszublenden, denn die Handlung an sich hatte dennoch ihren Reiz für mich. Unterdessen hatte ich mich auch an die Formatierung gewöhnt, sodass mein Lesefluss davon nicht mehr gestört wurde.

Die Handlung teilt sich nach den ersten Abschnitten in zwei Stränge auf, die sowohl Miras Erlebnisse als auch die Ereignisse aus Min-hos neuem Leben in seiner Heimat beleuchten. Beide Charaktere wirkten auf mich sehr sympathisch, sodass ich gut mit ihnen mitfühlen konnte. Durch die unterschiedlichen Perspektiven kam Abwechslung und Spannung in die Geschichte, wobei ich Miras Sicht der Dinge immer ein wenig spannender, nachvollziehbarer und emotionaler fand als Min-hos Perspektive. Bei ihm überschlugen sich die Ereignisse und es gab in seiner Vergangenheit so viele Verwirrungen und Verwickelungen, dass es mir manchmal schwerfiel, den Überblick zu bewahren.

Erwähnen möchte ich noch, dass es sich bei „Und DU bist...?“ nicht um einen reinen Liebesroman handelt. Das Buch hat allerhand Elemente eines Krimis, Thrillers und Dramas zu bieten. Die Autorin führt ihre Leser ordentlich an der Nase herum, lässt den Feind als Freund erscheinen und sorgt somit gegen Ende für eine ziemliche Überraschung. Gerade gegen Ende nahm die Geschichte richtig an Fahrt auf und ich habe mich großer Begeisterung weiter gelesen. Ohne zu viel verraten zu wollen, muss ich leider auch sagen, dass ich von dem Ende direkt nach der Lektüre des Buchs ein wenig enttäuscht war. Viele Fragen, die mich während der gesamten Reise durch Min-hos und Miras Geschichte begleitet hatten, blieben ungelöst und es kamen sogar noch neue hinzu. Allerdings wird Samsara Kaiser wohl noch in diesem Monat die Fortsetzung veröffentlichen, sodass diese Fragen im zweiten Teil – den ich trotz allen Höhen und Tiefen, die ich mit dem ersten Band hatte, unbedingt noch lesen möchte – dann sicher beantwortet werden. Auf jeden Fall verspricht die Fortsetzung spannend und interessant zu werden.

Fazit

Alles in allem hat mir „Und DU bist...?“ von Samsara Kaiser doch ganz gut gefallen, obwohl ich das am Anfang nicht so erwartet hätte. Durch die ersten Kapitel musste ich mich ziemlich quälen, doch das Weiterlesen hat sich gelohnt und ich fühlte mich dann doch noch gut unterhalten. Ich habe mich für ein Gesamturteil von vier Sternen entschieden und kann das Buch allen Lesern weiterempfehlen, die gerne Liebesgeschichten lesen, bei denen die Spannung aber auch nicht zu kurz kommt.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

killer, aliens, area51, wüste, amerika

Area 51

Marvin Roth
Flexibler Einband: 388 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783946732211
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Area 51 ist ein Thriller von Marvin Roth, für den ich mich im Rahmen einer Leserunde beworben habe, da der Inhalt sehr vielversprechend klang. Tatsächlich hatte ich das Glück, für die Leserunde ausgewählt zu werden und konnte mir das Buch als eBook zu Gemüte führen. Leider wurde ich trotz des packenden Inhalts mit dem Schreibstil des Autors einfach nicht richtig warm. 

Inhalt – Worum geht es? 

Im Central Park werden nachts Obdachlose von dunklen Gestalten verschleppt. Auch aus dem ADX Bundesgefängnis verschwinden plötzlich Insassen, die wegen Mordes zum Tode verurteilt wurden. Und auch Flüchtlinge und Schleuser auf der Route von Mexiko in die Vereinigten Staaten erleiden das gleiche Schicksal. Alle Entführten befinden sich in einem Schlafsaal, als sie wieder aufwachen. Daraufhin fangen sie damit an, die Umgebung zu erkunden und entdecken Unglaubliches... 

Persönliche Beurteilung 

Ich hatte große Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte reinzukommen. Das lag vor allem an zwei Dingen:

1. Die Kapitel sind sehr sehr kurz.

2. Mit jedem Kapitelwechsel werden auch die Perspektiven verändert. 

Dazu kommt noch, dass es einfach sehr viele Personen gibt, die gleich am Anfang eingeführt werden. Zwar befindet sich ganz am Anfang ein Glossar, in dem die wichtigsten Charaktere beschrieben sind, aber es stört den Lesefluss doch sehr, wenn man immer wieder zum Anfang zurückspringen muss - gerade im eBook. 

Im Laufe der Handlung habe ich mich dann etwas besser in die Geschichte hinein gefunden, aber nichtsdestotrotz kam ich irgendwie nur schleppend voran. Der Inhalt des Thrillers war aber durchaus packend und spannend, nur mit dem Schreibstil kam ich nicht so gut zurecht. Deswegen habe ich es auch zu Ende gelesen, auch wenn ich zwischendurch sehr mit mir am kämpfen war. Durch die ständigen Perspektivenwechsel habe ich einfach immer wieder den roten Faden verloren.

Fazit

Ich habe mich bei diesem Buch sehr schwer getan, eine Sterneanzahl festzulegen, weil ich das Buch inhaltlich sehr gut fand, nur eben mit dem Schreibstil und dem Aufbau des Buches meine Schwierigkeiten hatte. Letztlich habe ich mich für drei Sterne entschieden. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Schreibstil mit den äußerst kurzen Kapiteln und den damit ständig verbundenen Perspektivenwechseln bei anderen Lesern sehr gut ankommt, weshalb ich ihn diesen Lesern auch weiterempfehlen kann. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte aber wohl lieber Abstand nehmen. 

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(1.308)

2.217 Bibliotheken, 57 Leser, 5 Gruppen, 329 Rezensionen

thriller, psychothriller, sebastian fitzek, fitzek, paket

Das Paket

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 26.10.2016
ISBN 9783426199206
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nervenkitzel auf hohem Niveau, kaum Zeit zum Luftholen und das Gefühl, das Buch einfach nicht aus der Hand legen zu können – All das kenne ich von den bisherigen Psychothrillern, die ich von Sebastian Fitzek gelesen habe. Gerade deswegen gehört er ganz eindeutig zu meinen Lieblingsautoren. Ich habe „Das Paket“ deutlich zeitverzögert gelesen, denn es erschien bereits 2016 bei DROEMER und mittlerweile hat er schon neue Bücher veröffentlicht. Generell lese ich die Fitzek-Thriller aber immer ein wenig später, damit ich stets noch ein Buch habe, was ich von ihm lesen kann. „Das Paket“ fällt schon durch die tolle Verpackung positiv auf, denn es sieht optisch wirklich aus wie ein Päckchen, das gerade der Postbote vorbei gebracht hat. Und genau ein solches Paket ist es schließlich auch, was die Protagonistin Emma in diesem Thriller in einen absoluten Albtraum stürzt, in dem ich sie beim Lesen auf rund 330 Seiten mit Schrecken und Entsetzen begleitete.

Inhalt – Worum geht es?

Als die Psychologin Emma nach einem Fachkongress in einem Hotel übernachtet, wird sie in ihrem Hotelzimmer überfallen und vergewaltigt. Außerdem werden ihr die Haare abrasiert und sie verliert ihr ungeborenes Baby. Nach dem Attentat leidet sie unter einer schweren Paranoia und ist überzeugt, dass sie ein weiteres Opfer „des Friseurs“ geworden ist – einem Serientäter, der sich jedoch eigentlich darauf spezialisiert hat, Prostituierte zu überfallen und anschließend zu ermorden. Die Polizei mag Emmas Worten keinen Glauben schenken und glaubt, dass sie ein sogenanntes Trittbrettopfer ist. Auch sie selbst beginnt, an ihrem Geisteszustand zu zweifeln. Und dann klingelt eines Tages der Postbote an ihrer Tür und bittet sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Einen Nachbarn, den sie nicht kennt, obwohl sie schon seit vielen Jahren in ihrer kleinen Nachbarschaft lebt. Und damit beginnt für Emma ein wahrer Albtraum.

Persönliche Beurteilung

Sebastian Fitzek ist einer der wenigen Autoren, dem es immer wieder gelingt, von der ersten Seite an ein Höchstmaß an Spannung zu erzeugen und ein Buch wirklich sofort zum Pageturner werden zu lassen. Hat man bei anderen Büchern das Gefühl, sich erstmal einlesen und mit den Charakteren anfreunden zu müssen, ist das bei seinen Thrillern in der Regel überhaupt nicht der Fall. Stattdessen beginnt die Handlung sofort und jagt einem schon nach den ersten zwei, spätestens drei Kapiteln einen eiskalten Schauer über den Rücken. Dementsprechend fiel mir der Einstieg auch bei „Das Paket“ wieder kinderleicht und ich habe mich sofort fest gelesen.

Sehr typisch für die Fitzek-Thriller sind die recht kurzen Kapitel. Beendet werden sie immer an äußerst spannenden Stellen, was ein Weiterlesen unumgänglich macht. Hier, bei „Das Paket“, wechselte die Handlung immer zwischen den aktuellen Geschehnissen – dem Gespräch zwischen Emma und ihrem Anwalt – und den Dingen, die vor drei Wochen mit Erhalt des Pakets passiert waren, hin und her. An besonders spannenden Stellen unterbrach Sebastian Fitzek die Handlung der Vergangenheit und wechselte in die Gegenwart, wodurch das Spannungsniveau kontinuierlich auf einem hohen Level blieb.

Es war nicht schwer, sich in Emma hineinzuversetzen, die Schlimmes durchmachen musste. Sie erweckte mein tiefes Mitgefühl. Sie war also ein sehr glaubwürdiger Charakter und ich begleitete sie gerne – wenn auch natürlich mit Grauen – auf ihrer erschreckenden Reise, die sie antrat, nachdem sie das Paket erhalten hatte. Weitere Personen spielen in dem Thriller eine eher untergeordnete Rolle: Dazu gehören ihr Mann Philipp ebenso wie ihr Anwalt und ihre beste Freundin Sylvia. Dadurch, dass ich sehr mit Emma mitfühlte, waren mir diese Personen eher unsympathisch, da sie allesamt ihren Geisteszustand in Frage stellen. Der Schreibstil in „Das Paket“ war – ganz so, wie ich es von Sebastian Fitzek kenne – sehr flüssig und wenig ausschweifend. Die Bedrohungen der einzelnen Situationen wirkten dadurch noch realer.   

Fazit             

Für mich ist „Das Paket“ nach „Das Joshua-Profil“ und „Die Blutschule“ wieder ein richtig gelungener Psychothriller in gewohnter Fitzek-Manier. Während mich die beiden letzten Thriller nicht zu 100 Prozent überzeugen konnten, ist es Sebastian Fitzek mit „Das Paket“ wieder gelungen, ganz meinen Geschmack zu treffen und mich restlos zu begeistern. Mit meinen bisherigen Lieblingsthrillern des Autors – „Die Therapie“ und „Der Seelenbrecher“ – kann dieses Buch problemlos mithalten. Empfehlen kann ich es nicht nur den klassischen Fitzek-Fans – die es wahrscheinlich ohnehin schon alle gelesen haben? –, sondern auch anderen Lesern, die es lieben, in die Abgründe der menschlichen Seele zu blicken. Ich vergebe ganz klar fünf von fünf Sterne!

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(50)

70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

thriller, ehe, hörbuch, verschwinden, ehepaar

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Gillian Flynn , Christine Strüh
Audio CD
Erschienen bei Argon, 22.08.2013
ISBN 9783839812518
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Du glaubst, du kennst die Person, die du geheiratet hast. Du glaubst, du weißt, wen du liebst. Aber bist du dir da sicher? Würdest du für deinen Partner die Hand ins Feuer legen? Wie gut kennst du die Menschen, die dir nahe stehen, eigentlich wirklich? Diese Fragen gingen mir unweigerlich immer wieder durch den Kopf, als ich mir das Hörbuch "Gone Girl - Das perfekte Opfer" von Gillian Flynn anhörte. Die Geschichte dürfte vielen Thriller-Fans bekannt sein. Schon im Jahr 2013 ist dieses Buch erschienen und wurde ein echter Bestseller. Wenig später wurde dann das Hörbuch im Argon Verlag veröffentlicht, das von Christiane Paul und Matthias Koeberlin gesprochen wird. Später wurde das Buch sogar verfilmt. Da ich von Büchern, die von einem starken Hype umgeben sind, oftmals die Finger lasse, ging es viele Jahre lang einfach an mir vorbei. Wegen meines gratis Probe-Abonnements bei BookBeat durchstöberte ich jedoch die verschiedenen Kategorien und wurde wieder darauf aufmerksam. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte ich mich und stürzte mich in über 17 Stunden Hörabenteuer. Bereut habe ich es nicht.

Inhalt – Worum geht es?

Am Morgen ihres fünften Hochzeitstages verschwindet Amy Dunne spurlos aus ihrem eigenen Haus und hinterlässt ihren ratlosen Ehemann Nick. Schnell schießt sich die Polizei auf ihn ein, denn Freunde berichten, dass es in der Ehe der beiden schon länger Probleme gab und dass Amy sogar Angst vor Nick gehabt haben soll. Aber etwas ist komisch: Nick behauptet, dass die Menschen, die sich als Amys Freunde ausgeben, nie wirklich viel mit ihr zutun gehabt haben. Und trotzdem tauchen immer mehr Indizien auf, die für Nick als Täter sprechen. Doch er beteuert seine Unschuld. Was geschah an jenem sonnigen Morgen wirklich mit Amy? Hat Nick seine Frau umgebracht? Oder wurde sie von einem ihrer ehemaligen Verehrer entführt?

Persönliche Beurteilung

Ganz am Anfang hatte ich Probleme, mich richtig in die Geschichte einzufinden. Zunächst wird viel über die Vergangenheit geredet und es scheint nicht wirklich etwas zu passieren. Die aktuelle Handlung wird aus Nicks Perspektive erzählt, der von Matthias Koeberlin gesprochen wird. Mit dem Sprecher wurde eine gute Wahl getroffen, wie ich finde, denn die Stimme passt perfekt zu Nicks äußerlich gefasstem, beinahe emotionslosen Charakter. Zwischendurch liest Christiane Paul einige Tagebuch-Einträge von Amy vor. Auch sie hat mir als Sprecherin sehr gut gefallen, da sie all die zahlreichen Facetten Amys ganz hervorragend rüberbrachte. Stück für Stück gelang es Amy in ihren Tagebucheinträgen, mir das Gefühl zu vermitteln, dass Nick doch hinter ihrem Verschwinden stecken könnte. Doch sie war mir ebenso nicht ganz geheuer wie Nick und obwohl alles gegen ihn sprach, konnte ich nicht glauben, dass er seine Frau ermordet hat. Und so wurde ich Stück für Stück tiefer in den Strudel der beiden Protagonisten gezogen...

Nach dem ersten Teil ist klar, wer in dieser Geschichte der Bösewicht ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Thriller weiterhin seine Spannung behält. Das lag sicher auch an den häufigen Perspektivenwechseln – ein Mittel zum Spannungsaufbau, dass sehr viele Autoren gerne nutzen. Zunächst werden die Geschehnisse aus Nicks Perspektive geschildert, dann – an einer sehr spannenden Stelle natürlich – wird die Handlung unterbrochen und es geht mit Amys Perspektive weiter. Da ich aber natürlich wissen will, was nun mit Nick passiert ist, bin ich gezwungen, weiter zu hören. Und so hörte ich Stunde um Stunde und tauchte immer mehr in den Wahnsinn der beiden ein.

Ich war extrem gespannt, zu erfahren, wie alles zusammenhängt und vor allem, wie die ganze Handlung am Ende ausgeht. Dadurch, dass sowohl Amys als auch Nicks Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, lernte ich die Emotionen und Gedanken der beiden Protagonisten aus erster Hand kennen und konnte – bis zu einem gewissen Grad – auch ihre Handlungen nachvollziehen. Beide Charaktere haben sicherlich ihren psychischen Knacks weg und nehmen sich nicht viel. Lügen, Manipulationen und unfaire Spielchen sind in diesem Thriller, der viel über die Ehe von Amy und Nick erzählt, an der Tagesordnung und lassen den Leser ungläubig zurück. Das Finale war dann noch einmal extrem überraschend und für mich einfach perfekt, da in sich schlüssig und nachvollziehbar.

Fazit

Ja, ich kann den Hype, der vor einigen Jahren um „Gone Girl“ gemacht wurde, auf jeden Fall nachvollziehen. Mich hat das Buch für viele Stunden sehr in den Bann gezogen und ich bereue die Entscheidung nicht, es angehört zu haben. In seinem Stil ähnelt es Psychothrillern wie „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ von S.J. Watson oder auch „Still Missing“ von Chevy Stevens – was zwei meiner Lieblingsbücher sind. Ich werde jetzt auf jeden Fall noch weitere Bücher von Gillian Flynn hören oder lesen und bin gespannt, ob sie mich ebenso beeindrucken können. Es versteht sich von selbst, dass ich fünf von fünf Sternen vergebe!

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

obdachlose, lebendig verbrennen, jugendliche, verbrannt, hannover

Anders

Ina Kloppmann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 11.03.2016
ISBN 9783738648607
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Anders sein. Anders leben. Anders lieben. Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch ist etwas Besonderes.“ Mit diesen Worten steigt Ina Kloppmann in ihren Hannover-Krimi ein, in dem Menschen im Mittelpunkt stehen, die sich von der breiten Masse abheben. Und auch dieses Buch, das der zweite Teil der Reihe „Familie Schmidtke & Co“ ist, 2014 veröffentlicht wurde und durch eine Buchverlosung seinen Weg zu mir fand, hebt sich von der Masse ab – in meinen Augen aber leider nicht unbedingt im positiven Sinn.

 Inhalt – Worum geht es?

Zwei Obdachlose – Icke und sein Kumpel Horst – werden an den Kiesteichen Hannovers Opfer eines schrecklichen Verbrechens: Eine Gruppe Jugendlicher zündet Horst an, der daraufhin ums Leben kommt, und schlägt Icke so zusammen, dass er schwere Verletzungen davonträgt. Hauptkommissar Werner ermittelt in dem Fall und bittet den Sozialpädagogen Oliver, sich um Icke zu kümmern. Dieser sagt zu, ohne zu wissen, dass er dadurch selbst in den Fall verstrickt wird.

Persönliche Beurteilung

Der Prolog hat mir gut gefallen, er war realistisch beschrieben, die Angst der Opfer kam sehr gut rüber und es war sofort spannend. In den ersten Kapiteln war dann leider erstmal die Luft raus, weil das eigentliche Verbrechen, über das im Prolog geschrieben wurde, noch nicht geschehen war. Stattdessen wurden erstmal alle mehr oder weniger wichtigen Personen vorgestellt: Der schwule Sozialpädagoge Oliver, seine beste Freundin Lea, deren Tochter Saskia sowie ihre beste Freundin Judy und ihre jeweiligen Partner, der Obdachlose Icke und ein paar Jugendliche. Viele Charaktere kommen schon im Debütroman „Bereue“ vor, waren mir aber unbekannt, da ich das Erstlingswerk der Autorin nicht gelesen hatte. Als dann alle Personen eingeführt waren, war beinahe die Hälfte des Buches auch schon gelesen und erst dann kam es zu dem Überfall auf die beiden Obdachlosen.

Bis dahin konnte ich leider keine Spannung spüren, die Charaktere blieben für mich trotz ausführlicher Beschreibung irgendwie farblos und unstimmig: So wirkte Oliver teilweise zum Beispiel wie ein Schwuler, der ganz dem Klischee entspricht, war aufgedreht, permanent am Witzeln und Sprüche klopfen – und dann wiederum, wenn er mit Icke sprach oder über seine Gefühle und Gedanken berichtet wurde, war von alldem kaum noch etwas zu merken. Bei den anderen Charakteren könnte ich jetzt keine besonderen Eigenschaften nennen, die sie irgendwie auszeichnen würden. Sie wurden alle als herzlich und witzig dargestellt, aber prägende Merkmale, die ihnen das gewisse Etwas verleihen, haben mir einfach gefehlt.

Auch nach dem Überfall auf die beiden Obdachlosen Icke und Horst blieb die Spannung aus. Als Leser wird man in diesem Krimi sofort eingeweiht, wer – zumindest höchstwahrscheinlich – für die Tat verantwortlich war und das bestätigt sich dann auch am Ende. Selbst die Umstände, die zu der Tat geführt haben, sind eigentlich mehr oder weniger klar. Der Kommissar tappt zwar im Dunkeln, aber das trägt nicht dazu bei, die Spannung zu erhöhen. Stattdessen scheint die Autorin immer wieder in ellenlange Dialoge abzuschweifen, die gar nicht zur Handlung beitragen, sondern stattdessen zum Beispiel von der „schlimmen Jugend von heute“ erzählen, die nur noch am Smartphone oder Computer hängt und zum Spielen nicht mehr rausgeht. Mir war beim Lesen leider schleierhaft, was das mit der Handlung zu tun haben sollte. 

Die Autorin schreibt über sich und ihre Bücher: „Polizeiarbeit spielt in meinen Büchern eine wichtige, aber untergeordnete Rolle, stattdessen werden die Hintergründe analysiert und auf eine erschreckend realistische Art und Weise beschrieben, warum Täter, die meist aus einem bürgerlichen Umfeld kommen, plötzlich zu Kriminellen werden und wie schnell man selbst zum Opfer werden kann.“ Das klingt in meinen Ohren eigentlich gut, denn ich mag Bücher, in denen ich als Leserin einen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele erhalte. Allerdings konnte ich in diesem Buch auch keine Stelle finden, in der „auf eine erschreckend realistische Art und Weise beschrieben“ wurde, „warum Täter, die meist aus einem bürgerlichen Umfeld kommen, plötzlich zu Kriminellen werden“. Beschrieben wurde zwar, warum einer der Jugendlichen zum Täter wurde und das sogar zweimal. Die ganze Handlung wurde zum Schluss nämlich nochmal auf ein paar Seiten wiederholt, was ich ziemlich unnötig fand, da man alles schon vom Beginn des Buches wusste. Aber eben diese Beschreibung erfolgte meiner Meinung nach keineswegs auf erschreckende Weise, sondern eher nüchtern dahinplätschernd und nicht wirklich überzeugend.

In dem gesamten Buch, das sich auf 200 Seiten erstreckt, passiert eigentlich nicht viel. Vom Überfall auf die Obdachlosen wusste ich schon aus dem Klappentext und auch danach gab es kaum eine echte Handlung, sondern hauptsächlich ellenlange Dialoge. Diese Dialoge wurden fast vollständig im Dialekt geschrieben, was den Lesefluss für mich sehr beeinträchtigt hat. Ein bisschen Dialekt ist okay und lässt das Buch authentisch wirken, aber mir war es hier einfach zu viel des Guten, da ich auch oft über Wörter, die ich gar nicht kannte gestolpert bin oder Witze aufgrund des Dialekts nicht verstehen konnte.

Sehr störend für den Lesefluss war meines Erachtens nach auch, dass das Buch viele orthografische Fehler enthält. Ich bin bestimmt niemand, der sich über ein oder zwei Rechtschreibfehler aufregt. Wenn sich aber offensichtliche Fehler so aneinanderreihen, wie in diesem Buch, muss ich das einfach erwähnen. So war die Groß- und Kleinschreibung sehr oft fehlerhaft, zum Beispiel „Wir werden sie finden, das Versprechen wir dir“ und häufig fehlten bei Fragen am Ende die Fragezeichen, stattdessen wurden einfach Punkte gesetzt. Auch mit der Zusammen- und Getrenntschreibung von Wörtern scheint die Autorin Schwierigkeiten zu haben: „Sie waren Vorort“ statt „Sie waren vor Ort“ – Dieser Fehler ist mir sogar mehrfach aufgefallen.  Sogenannte Deppen-Leerzeichen waren ebenfalls häufig zu finden. Die Adverben raus, rüber und runter wurden immer mit `geschrieben, also:  `raus, `rüber und `runter, was auch nicht dudenkonform ist. Die Zeichensetzung war häufig nicht korrekt – teilweise waren Kommas an Stellen gesetzt, wo gar keine hingehörten, teilweise wurden Kommas aber auch weggelassen. Dazu kommen inhaltliche / logische Fehler. All das hätte einem Lektor oder Korrekturleser eigentlich auffallen müssen! Leider hat das meinen Lesefluss zusätzlich gestört.

 Fazit

Insgesamt konnte mich „Anders“ von Ina Kloppmann leider nicht überzeugen. Ich habe mich für eine Bewertung mit zwei von fünf Sternen entschieden. Die zwei Sterne gebe ich für den gelungenen Prolog und die grundsätzlich gute Idee, Menschen, die anders sind, in der Geschichte in den Vordergrund zu stellen. Leider besteht bei der Umsetzung in meinen Augen noch Nachbesserungsbedarf. Mir hat einfach von Anfang bis Ende die Spannung gefehlt. Sicher wäre das Leservergnügen für mich besser gewesen, wenn die Autorin nicht sofort verraten hätte, wer für die Tat verantwortlich war, sondern ich gemeinsam mit dem Kommissar und Oliver eine Weile im Dunkeln getappt wäre. Aber so war das Buch leider absolut vorhersehbar, weshalb ich keine Weiterempfehlung geben kann. 

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(74)

151 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

liebe, münchen, geschwister, lilli beck, roman

Wie der Wind und das Meer

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783764505776
Genre: Romane

Rezension:

„Höre den Amseln zu, wenn sie ihr Abendlied singen, sie erzählen von meiner Liebe zu Dir.“ Wünscht sich nicht jeder insgeheim eine Person, mit der er für immer verbunden ist, auch wenn die Distanz noch so groß sein mag? Der 2017 bei blanvalet erschienene Roman „Wie der Wind und das Meer“ von Lilli Beck erzählt eine emotionale Liebesgeschichte zweier Seelenverwandter, die sich in einer schicksalhaften Situation schon als Kinder kennen gelernt haben und einander trotz aller Widrigkeiten, die das Leben für sie bereit hält, niemals vergessen. Aber er erzählt auch von einer einzigen, in einer verzweifelten Lage erzählten Lüge, die das Leben vieler Menschen später komplett auf den Kopf stellen wird. Ich habe „Wie der Wind und das Meer“ für eine Leserunde erhalten und hatte schon nach den ersten Seiten große Mühen, es wieder aus der Hand zu legen, weil die Geschichte von der ersten Seite an so mitreißend war.

Inhalt – Worum geht es?

Die Handlung beginnt im München, im Jahr 1945: Durch einen schrecklichen Fliegerangriff verliert der elfjährige Paul seine Mutter, seine Schwester Rosalie und den Rest der Familie. Hungrig, verzweifelt und völlig auf sich allein gestellt irrt er durch die Trümmerlandschaft und stößt schließlich auf ein kleines Mädchen. Es heißt Sarah, hat ebenfalls seine Familie verloren, ist so alt wie Pauls Schwester und sieht ihr erstaunlich ähnlich. Keiner der beiden möchte in der zertrümmerten Stadt alleine sein, deshalb beschließen sie, sich von nun an als Geschwister auszugeben, damit sie von den Behörden nicht getrennt werden können. Von diesem Moment an ist Sarah offiziell Rosalie. Und tatsächlich, der Plan der beiden scheint aufzugehen: Die beiden Waisenkinder werden von einer Familie adoptiert und können als Bruder und Schwester aufwachsen. Alles wäre perfekt, wenn sie nicht Gefühle füreinander entwickeln würden, die weit über Geschwisterliebe hinausgehen und die in den spießigen Nachkriegsjahren einfach nicht sein dürfen, sodass ihnen ihre einstige Notlüge zum Verhängnis wird.

Persönliche Beurteilung

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Paul und seine offizielle Schwester Rosalie, die eigentlich als Sarah geboren wurde. Paul habe ich während der ganzen Geschichte als sehr tapfer kennen gelernt. Schon als elfjähriger Junge wirkte er mutig und zeigte ein echtes Kämpferherz – trotz allem, was er durchmachen musste. Bei Rosalie hatte ich schnell das Gefühl, dass sie sehr an Paul hängt und ohne ihn all die Hürden, die sie meistern musste, niemals durchgestanden hätte.

Das Buch ist vom ersten Moment an sehr spannend: Paul und Sarah, die schon nach den ersten Abschnitten zu Rosalie wird, haben im Zweiten Weltkrieg Schlimmes durchstehen müssen. Schon während der ersten Kapitel ist es daher empfehlenswert, die Taschentücher griffbereit zu halten. Die Erzählperspektive wechselt immer zwischen Paul und Rosalie hin und her, sodass der Leser einen tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten erhält. Mit jeder Zeile spürt man ihre Verzweiflung, den Kummer, die Ängste – und schließlich auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Im Laufe der Geschichte macht die Autorin größere Zeitsprünge als am Anfang, lässt viele Jahre in der Erzählung aus und fasst sie im folgenden Kapitel nur kurz zusammen. Große Zeitsprünge und Perspektivenwechsel gibt es meist an den spannendsten Stellen, wodurch das Spannungsniveau stets weit oben gehalten wird: Hat man gerade noch eine nervenaufreibende Situation mit Rosalie durchlebt, wechselt die Autorin daraufhin erst einmal zu Paul und schildert, wie es ihm die letzten Jahre ergangen ist. So hat man das Gefühl, stets weiter lesen zu müssen, um zu erfahren, wie es weitergeht – wodurch es sehr schwer ist, das Buch aus der Hand zu legen.

Sehr interessant waren für mich die zeitgenössischen Hintergründe. Die Situation Münchens im und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg beschreibt die Autorin in der Geschichte sehr anschaulich und bildhaft. Ich hatte das Gefühl, den Lärm bei dem Fliegerangriff selber zu hören und später den Hunger und den Durst der Kinder zu fühlen. Aber auch die Nachkriegsjahre, den Wiederaufbau der Großstädte, den unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwung, die Zeit des Kalten Krieges und schließlich den Mauerbau beschreibt Lilli Beck, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. So vermittelt der Roman ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen, was aber so eng in die Handlung verwoben wird, dass es keinesfalls langweilig oder trocken wirkt.

Die Liebe, die später zwischen Paul und Rosalie entsteht, ist in jedem Satz, den die beiden einander sagen und in jedem Gedanken, den sie über den anderen hegen, zu spüren. Das wirkt jedoch nicht kitschig, ganz im Gegenteil, mich hat die tiefe Liebe, die die beiden füreinander empfinden, sehr berührt. Trotzdem scheint das Leben den beiden viele Steine in den Weg zu legen und wegen ihrer Notlüge, sie seien Geschwister, können sie ihre Liebe nicht offiziell leben. Umso tragischer fand ich die Handlung an vielen Stellen, sodass es wie eingangs erwähnt ein großer Vorteil war, dass ich immer eine Packung Taschentücher in der Nähe hatte. Gerade das Ende war noch einmal so emotional und tief bewegend, dass ich am ganzen Körper Gänsehaut hatte und mehr als nur eine Träne verdrücken musste.

Fazit

Für mich gehört „Wie der Wind und das Meer“ zu den schönsten Romanen, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich habe das Leben, das Leid und die freudigen Momente von Rosalie und Paul mit Begeisterung verfolgt. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch allen Lesern gefallen wird, die gerne tragische, emotionale und berührende Schicksalsromane lesen. Ich vergebe daher gerne die vollen fünf von fünf Sternen für diesen Roman, der mir so viele tolle Lesestunden beschert hat.

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Tags: blanvalet, lilli beck, roman, schicksalsroman, wie der wind und das meer   (5)
 

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

In deinem Licht und meinem Leben

Michaela Harich
E-Buch Text
Erschienen bei null, 23.09.2017
ISBN B075WGVVDG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bei diesem Buch war es vor allem das wunderschöne Cover, das mich neugierig gemacht hat. Es wirkt so verträumt, dass ich mir die Inhaltsangabe durchgelesen habe und auch diese konnte mich überzeugen. Daher habe ich mich für die Leserunde zu diesem Buch beworben und hatte Glück, dabei sein zu dürfen. 
Inhalt - Worum geht es?
Die Geschichte handelt von Lena, die tieftraurig ist, als ihr Stiefvater verstirbt. Doch ihre Mutter ist noch unglücklicher. Deshalb schließt sie kurzerhand einen Pakt mit dem Tod: Wenn ihr Stiefvater weiter leben darf, nimmt sie selbst den Tod in Kauf. Doch der Deal geht noch weiter: Lena hat die Chance, ihr Leben zurückzugewinnen, wenn sie es schafft, dass sich ihre Lieben in einem Jahr an sie erinnern. Gelingt es ihr nicht, bleibt sie für immer tot. 

Persönliche Beurteilung

Die Grundidee des Buches finde ich nach wie vor sehr gut. Allerdings hatte ich mir von der Umsetzung etwas anderes versprochen. Der Einstieg ins Buch war holprig, weil Lena eine sehr düstere Person ist und gerade am Anfang ziemlich viele negative Gedanken hatte, die sich obendrein auch noch permanent wiederholten. Das war für mich als Leserin nervig. Später war Lena dann zwar besser gelaunt, aber so richtig warm wurde ich mit ihr als Protagonistin irgendwie nicht. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, wenn man von den häufigen Wiederholungen am Anfang absieht. Außerdem kam dort ziemlich viel aus der Gamersprache vor, was mir den Einstieg ebenfalls schwer machte. Das Ende empfand ich dann eher als enttäuschend, da viele Fragen offen geblieben sind. Klar, es soll noch eine Fortsetzung geben, nichtsdestotrotz würde ich mir als Leserin aber wünschen, das zentrale Fragestellungen geklärt werden und man nicht vollkommen in der Luft hängen bleibt. 

Fazit 
Ich fand das Buch okay - aber auch nicht mehr und nicht weniger. Die außergewöhnliche Idee dahinter hat mir gefallen, der schwierige Einstieg und das sehr offene Ende haben für mich aber einen faden Beigeschmack hinterlassen, sodass ich leider nur drei Sterne vergeben kann. 

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

liebe, schwestern, familie, gefühle, notlüge

Zwei fast perfekte Schwestern

Michaela Grünig
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2017
ISBN 9783426518366
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schon allein mit seinem wunderschönen Cover zieht das Taschenbuch „Zwei fast perfekte Schwestern“ sofort alle Blicke auf sich, findet ihr nicht? Es wirkt so fröhlich, dass es einen regelrecht dazu zwingt, es in die Hand zu nehmen und einen Blick auf den Klappentext zu werfen. Und auch dieser macht neugierig, denn – wie der Titel schon vermuten lässt – in diesem Frauenroman stehen zwei Schwestern im Mittelpunkt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch beide ein und dasselbe Ziel verfolgen: endlich das ganze große (Liebes-)Glück zu finden. Für mich war das Grund genug, mich für eine Leserunde zu bewerben und ich hatte tatsächlich Glück, als Teilnehmerin ausgewählt zu werden. Auch im Nachhinein empfinde ich das noch als Glück. Warum? Ganz einfach: Dieser im Jahr 2017 bei KNAUR erschienene Roman von Michaela Grünig, die schon mehrere Frauenromane verfasst hat, hat mich als Leserin sehr oft zum Schmunzeln, häufig zum Träumen, gelegentlich zum Kopfschütteln und hin und wieder auch zum Nachdenken gebracht.
Inhalt – Worum geht es?
In diesem Roman stehen zwei Frauen im Mittelpunkt. Zum einen ist das die Lektorin Stephanie, die seit jeher ihre ältere, wunderschöne Schwester Lily bewundert und beneidet, weil diese so hübsch und so beliebt ist und mit einem tollen Mann verheiratet ist. Dabei fühlt sich Stephanie so hässlich und vom Pech verfolgt, dass sie gar nicht merkt, dass auch ihre Schwester längst nicht das große Lebensglück gefunden hat, wie Stephanie annimmt. Und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Stephanies Chef macht ihr eine Liebeserklärung und die einzige Rettung, die ihr einfällt, um ihre Karriere zu retten und ihren Chef nicht vor den Kopf zu stoßen, ist zu behaupten, dass sie lesbisch sei. Ausgerechnet ihre Schwester Lily muss als Alibi-Partnerin herhalten. Danach hat Stephanie das Glück, die Lektorin des Bestseller-Autors Bernhard Otto zu werden. Wer hätte ahnen können, dass sie sich so stark zu ihm hingezogen fühlen würde? Und wie hätte Lily damit rechnen können, dass ihr reicher Mann sie mit einer jüngeren Frau betrügen könnte? Plötzlich steht die Welt der beiden Schwestern Kopf und beide müssen sehen, wie sie schnellstmöglich wieder auf die Beine kommen.
Persönliche Beurteilung
Mich hat das Buch im Prinzip von der ersten Seite an gefesselt. Die Perspektive wechselt kapitelweise zwischen Stephanies und Lilys Sicht der Dinge. Das empfand ich als sehr clever von der Autorin, denn so wurde schnell klar, dass Stephanie in ihrer Schwester etwas sieht, was sie gar nicht ist. Stephanie ist ehrgeizig, schüchtern und alles andere als selbstbewusst. Lily hingegen scheint nach außen sehr selbstsicher zu sein, hat aber trotz ihrer Schönheit mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Vor allem legt sie viel Wert darauf, was andere von ihr denken.
Michaela Grünig bringt die beiden unterschiedlichen Charaktere sehr gut zur Geltung. Sie beschreibt die Gefühlswelt der beiden sehr bildhaft und authentisch, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Das Buch war die ganze Zeit über sehr spannend, was vor allem auch daran lag, dass an den wirklich interessanten Stellen das Kapitel stets zu Ende war und es erst einmal mit den Erlebnissen der anderen Schwester weiterging. So hatte ich das Gefühl stets immer noch ein Kapitel weiterlesen zu müssen. Und dann noch eins... und noch eins...
In der Handlung gibt es immer wieder ein paar Zufälle. Wer sich an so etwas stört, ist mit diesem Buch vielleicht nicht perfekt beraten. Ich persönlich habe selber schon sehr viele Zufälle erlebt – glückliche und weniger glückliche –, weshalb sie für mich nicht unglaubwürdig wirkten. Sehr toll fand ich, dass gegen Ende der Geschichte immer stärker noch ein paar Thriller-Elemente eingewoben wurden. Das hat die Spannung für mich noch einmal stark in die Höhe getrieben, sodass die einzelnen Kapitel regelrecht dahinflogen, bis ich das Buch schließlich komplett gelesen hatte.
Fest steht, dass „Zwei fast perfekte Schwestern“ alles andere als ein oberflächlicher Frauenroman ist. Ganz im Gegenteil: Zeitweise besitzt der Roman eine Tiefe, die wirklich zum Nachdenken anregt. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne folgendes Zitat anbringen: „Wir leben in einer der reichsten Industrienationen der Welt, haben alles inklusive eines perfekten Sozial- und Gesundheitswesens, können uns – zumindest theoretisch – jeden materiellen Wunsch erfüllen und sind trotzdem zutiefst unglücklich. Warum?“ Genau dieses Zitat und die folgenden Abschnitte haben mich sehr nachdenklich gemacht. Danke dafür, liebe Michaela Grünig.  
Fazit
Dieser Frauenroman hatte eine für mich sehr überraschende Tiefe und auch eine spannende Handlung, die sich so nicht erwartet hatte. Ich kann ihn deshalb gerade jenen Leseratten da draußen weiterempfehlen, die zwar gerne Romane für Frauen zum Schmunzeln lesen, es aber auch nicht zu oberflächlich mögen. Denn „Zwei fast perfekte Schwestern“ lässt den Leser zwar häufig schmunzeln und ins Träumen geraten, kann aber eben auch zum Nachdenken anregen. Von mir gibt es, weil ich nichts zu meckern habe, volle fünf Sterne.

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liebe, roman, glück, liebesroman, wiedersehen

Versuchen wir das Glück

Barbara Leciejewski
E-Buch Text: 223 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 03.10.2017
ISBN 9781542098724
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Jeder Mensch, jede Begegnung hinterlässt Spuren im Leben eines anderen. Manche sind tief, und manche sind kaum wahrnehmbar. Wer, würden Sie sagen, hat in Ihrem Leben die tiefsten Spuren hinterlassen?“ Im Roman „Versuchen wir das Glück“ von Barbara Leciejewski wird in jedem Kapitel, auf jeder Seite und in jeder Zeile deutlich, wie tief die Spuren sind, die Helene und Ludwig im Leben des jeweils anderen hinterlassen haben. Es sind sehr tiefe, unauslöschliche Spuren, die sogar nach 25 Jahren noch sehr deutlich zu sehen sind. Obwohl Barbara Leciejewski schon insgesamt vier Bücher verfasst hat, war dieser Roman der erste, den ich von dieser Autorin gelesen habe. Ich bin durch eine Leserunde auf ihn aufmerksam geworden und fand die Buchbeschreibung sofort ansprechend. Der Roman ist 2017 beim Verlag „Tinte & Feder“ erschienen, umfasst circa 250 Seiten und sorgte zumindest bei mir für ein Wechselbad der Gefühle aus Lächeln, Tränen der Rührung, Gänsehaut und Melancholie.


Inhalt - Worum geht es?


Das Buch erzählt die Geschichte von Ludwig und Helene, zwei Seelenverwandten, die sich nach 25 Jahren ohne Kontakt zufällig am Münchner Hauptbahnhof begegnen. Sie blicken sich in die Augen und sind einen Moment lang fassungslos, bevor sie sich in die Arme fallen. Da Ludwigs Anschlusszug wegen eines Unfalls für einige Stunden ausfällt, haben die beiden Zeit. Diese Zeit nutzen sie und setzen sich in eine kleine Kneipe. Jeder erzählt ein wenig aus seinem Leben, aber vor allem die gemeinsame Vergangenheit steht immer wieder im Zentrum ihrer Gespräche. Vor 25 Jahren liebten sie sich abgöttisch, waren verrückt nacheinander und konnten sich ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen. Doch etwas stand zwischen ihnen, ein Abgrund, den sie nicht überbrücken konnten, sodass eine Trennung die einzige Lösung war... Doch nun stellen sich beide die Frage: Versuchen wir das Glück (noch einmal)?


Persönliche Beurteilung


Helene und Ludwig sind zwei Personen, die dem Leser schon nach den ersten Seiten ans Herz wachsen. Helene, die einst so gerade heraus war, ihre Meinung immer kundgetan hat, ja sogar eine rebellische Seite hatte – und sich im Laufe der Jahre immer mehr in sich gekehrt hat. Ein Teil von der früheren Helene schlummert immer noch in ihr und er kommt im Laufe der Geschichte auch immer stärker durch. Helene hat ein großes Herz und die Menschen, die sie in dieses Herz geschlossen hat, können sich wirklich glücklich schätzen. Dazu gehört neben ihrer Tochter ganz klar Ludwig, der wegen einer Behinderung zwar teilweise mit Depressionen zu kämpfen hat, aber dennoch immer ein lebensfroher, munterer und vor allem ehrgeiziger Mann war. Wenn er für etwas brennt, dann richtig und mit seinem ganzen Herz – und er brennt vor allem für Helene und seinen Beruf. Alle anderen Figuren spielen in dem Buch nur eine untergeordnete Rolle, aber das tut der Spannung auf keinen Fall einen Abbruch, ganz im Gegenteil. Ich konnte mich so optimal auf die beiden konzentrieren, mich in sie hineinversetzen und ihre Gefühle teilen.

Helene und Ludwig brachten mich immer wieder zum Lachen, zum Schmunzeln, zum Staunen und zum Mitfühlen. Und ja, ich habe auch ein paar Tränen beim Lesen verdrückt. Die Autorin bringt die ganze Geschichte mit so vielen Emotionen rüber, dass das einfach nicht ausbleibt. Die Spannung ist von der ersten Seite an da, weil man sich als Leser einfach immer wieder fragt, ob die beiden nicht doch wieder zueinander finden und vor allem, was diesem scheinbar so großen Glück damals wohl im Weg gestanden hat. Ich empfand den Schreibstil von Barbara Leciejewski als äußerst bildhaft, lebendig und teils sogar fast schon poetisch, was aber keinesfalls den Lesefluss störte. Im Gegenteil: Die Seiten flogen dahin, die verschiedenen Szenen erschienen vor meinem inneren Auge und ich hatte irgendwie das Gefühl, immer als dritte Person mit dabei zu sein. Manchmal wollte ich Helene oder Ludwig bei den Schultern packen und sagen „Hey, tu das nicht!“ oder „Schau genau hin“.

Wer meine Rezensionen schon ein bisschen verfolgt hat, der weiß, wie viel Wert ich auf ein gelungenes Ende lege. Und darauf musste ich hier keinesfalls verzichten, ganz im Gegenteil. Für mich völlig unerwartet ging die Spannungskurve im allerletzten Kapitel noch mal steil bergauf, sodass ich richtiges Herzklopfen hatte und am liebsten noch viel, viel schneller gelesen hätte, um endlich die Auflösung zu erfahren. Für mich war das ein grandioser Abschluss!


Fazit


Ich bereue es wirklich, dass ich bisher noch keins der anderen Bücher von Barbara Leciejewski gelesen habe. Das wird sich nun in Zukunft mit Sicherheit ändern, denn dieser Roman hat mich so berührt wie es schon lange keinem Buch mehr gelungen ist. Die Geschichte regt zum Träumen, aber auch zum Nachdenken an. Empfehlenswert ist es für alle Leseratten da draußen, die tiefgründige und emotionale Geschichten sowie facettenreiche, bis ins Detail gezeichnete Charaktere mögen. Für dieses tolle Buch vergebe ich gerne volle fünf Sterne! 

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Tags: versuchen wir das glück   (1)
 

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

andreas jungwirth, schwebezustand, jugendroman, liebe, in der schwebe

Schwebezustand

Andreas Jungwirth
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.09.2017
ISBN 9783570310816
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Glaubt ihr, man kann in zwei Menschen gleichzeitig verliebt sein?“ Diese Frage stellt sich Sophie, die Protagonistin des zweiten Jugendbuchs von Andreas Jungwirth, das im Oktober 2017 beim cbt Verlag erschienen ist und den Namen „Schwebzustand“ trägt. Das Taschenbuch umfasst circa 300 Seiten und ist in drei Teile gegliedert. Auch dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde gelesen und war doch überrascht, dass die Handlung mehr Tiefe besitzt, als ich ursprünglich erwartet hatte.


Inhalt – Worum geht es? 


In der Geschichte dreht sich alles darum, dass Sophies kleine Welt zerbricht, weil plötzlich nichts mehr ist, wie es einmal war: Eigentlich waren Vanessa, Susa und Sophie immer die drei Prinzessinnen, die Unzertrennlichen. Seit Vanessa mit Jonas zusammen ist, ändert sich alles. Plötzlich scheint Vanessa kaum noch Interesse an ihren Freundinnen zu haben. Und auch zwischen Sophies Eltern kriselt es. Wie gut, dass sie Moritz kennenlernt. Er ist schon 19, hat ein eigenes Auto und wirkt scheint von Sophie begeistert zu sein. Doch dann verhält er sich auf einmal merkwürdig und Sophie lernt Paul kennen. Paul, der ganz genau weiß, wie sich Sophie fühlt, weil auch seine Welt momentan in einer Art Schwebezustand ist. Und so kommt es, wie es kommen muss und Sophie steht plötzlich zwischen zwei Jungs... Wird sie die richtige Entscheidung treffen?


Persönliche Beurteilung


Das Buch liest sich mühelos und einfach, sodass man die gut 300 Seiten auch problemlos in einem Rutsch lesen kann, wenn man denn die Zeit dafür hat. Die einzelnen Kapitel sind zwar lang, aber es gibt des Öfteren kurze Abschnitte, sodass man bei Bedarf auch kleine Pausen einlegen kann, wenn man möchte. In dieser Geschichte war mir nicht jede Figur sympathisch. Gerade Moritz kam mir von Anfang an sehr seltsam und merkwürdig vor, was sich auch im Laufe der Geschichte nicht geändert hat. Mit Paul hatte ich hingegen sofort großes Mitgefühl und fand ihn sehr sympathisch und auch süß. Auch Sophie war für mich eine große Sympathieträgerin, da sie ihr Schicksal stets erhobenen Hauptes trägt. Ihre Freundin Susa ist für mich während der ganzen Handlung etwas blass geblieben, von diesem Charakter hätte ich mir etwas mehr Facettenreichtum gewünscht. Vanessas Handlungen und Aussagen entsprachen für mich denen eines typischen Teenies. Aber auch hier wären ein paar mehr Facetten und wirklich prägnante Charakterzüge vielleicht schön gewesen, um sich besser in sie hineinzuversetzen. 


Der Autor Andreas Jungwirth nutzt in seinem Buch hin und wieder ein paar österreichische Wörter oder Phrasen, die den Lesefluss meiner Meinung nach aber nicht gestört haben. Im Gegenteil, für mich hat das nur die Authentizität der Geschichte unterstrichen, die schließlich auch in Österreich handelt. Auch die Jugendsprache spielt in einem Jugendroman natürlich eine Rolle, allerdings empfand ich sie hier als sehr dezent und ebenfalls nicht als störend. Insbesondere im zweiten Teil hat der Autor mich überrascht, denn plötzlich zeigte das Buch eine Tiefe, die ich so nicht erwartet hatte. Die Seiten plätscherten nun nicht mehr so dahin, sondern es wurde richtig spannend. Der dritte Teil, insbesondere das Ende, war für mich dann aber leider etwas enttäuschend. Es blieben einige Fragen etwas ungeklärt und auch wenn ich durch die Leserunde weiß, dass der Autor genau das beabsichtigt hat, hätte mich mir etwas anderes gewünscht und finde, dass die Geschichte nicht richtig zu Ende erzählt wurde.


Fazit 


Alles in allem fand ich das Buch super, um es nebenher zu lesen, weil es eben nicht allzu viel Konzentration erforderte. Deshalb war es ideal zum Entspannen und Abschalten und ließ sich auch nach einem langen Arbeitstag noch gut lesen. Ich denke, viele Jugendliche, aber auch junge Erwachsene können sich in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen, weil sie selbst Ähnliches erleben oder erlebt haben, und werden daher Freude an der Lektüre des Buches haben. Teilweise war mir die Story dann doch ein bisschen zu abgedreht und gerade wegen des für mich nicht zufriedenstellenden Endes muss ich leider ein Sternchen abziehen. Weiterempfehlen kann ich es aber dennoch.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

krimi, paris, aux champs-élysées, paris-krimi, mara ferr

Aux Champs-Élysées

Mara Ferr
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 01.08.2013
ISBN 9783954511396
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stell dir vor, du bist ein Jahr lang damit beschäftigt, dir dein eigenes Gefängnis zu bauen, ohne davon zu wissen, dass du dich schon bald darin wiederfinden wirst, in völliger Dunkelheit und nackt bis auf die Haut – eingesperrt von deiner eigenen Frau. Genauso ergeht es Philippe im Roman „Aux Champs-Élysées“ von Mara Ferr, der aus meiner Sicht eine Mischung aus Thriller und Krimi darstellt. Ich habe dieses Buch, das 2013 bei emons erschienen ist, knapp 240 Seiten umfasst und nicht das erste Buch von Mara Ferr ist, dessen Handlung im wunderschönen Paris spielt, im Rahmen einer Leserunde regelrecht verschlungen,


Inhalt – Worum geht es?


Claire ist eine gute Mutter und eine liebevolle Ehefrau. Sie geht ihren Pflichten als Hausfrau seit 25 Jahren gewissenhaft nach, um ihrem Mann Philippe den Rücken frei zu halten, damit dieser sich ganz seinem Job widmen kann. Sie weiß, dass er sie mit verschiedenen Frauen betrügt, hat aber gelernt, das zu dulden und damit umzugehen. Das ändert sich schlagartig, als Philippe sich in Isabelle verliebt und plant, seine Frau Claire zu verlassen. Sie möchte das auf jeden Fall vermeiden, also baut sie – gemeinsam mit ihrem Mann – ein Jahr lang den Keller ihres Hauses zu einem Fitnessstudio um. Philippe ahnt nicht, dass sie ihn schon bald in eben diesem Keller gefangen halten wird... 


Persönliche Beurteilung


Bei diesem Buch fliegen die Seiten wirklich nur so dahin. Ich war sofort in der Geschichte drin, denn Mara Ferr hält sich nicht mit langen Vorreden, Charakter- und Personenbeschreibungen oder anderen langatmigen Vorgeschichten auf. Sofort im ersten Kapitel nimmt das Grauen seinen Lauf. Die kurzen Kapitel tragen ebenfalls dazu bei, dass das Buch ein echter Pageturner ist. Stück für Stück tauchte ich als Leserin immer tiefer in Claires verrückte Gedankenwelt ein, litt gemeinsam mit Philippe und lernte auch die anderen Personen immer besser kennen.

Neben der offensichtlich psychisch kranken Claire und ihrem Opfer Philippe wären da noch Emilie, die 81-jährige und aufmerksame Nachbarin, die in der fraglichen Nacht merkwürdige Beobachtungen gemacht hat. Sie ist mir während des Lesens besonders ans Herz gewachsen. Dann gibt es noch die Ärztin Isabelle, die Geliebte, in die sich Philippe verliebt hat und die ihn nach 25 Ehejahren dazu gebracht hat, seine Ehefrau zu verlassen. Auch Pierre, der gutmütige Ermittler, der sein Möglichstes tut, um der scheinbar verzweifelten Claire ihren Ehemann zurückzubringen, spielt eine wichtige Rolle in der gesamten Handlung. Insgesamt ist der Kreis an Charakteren überschaubar, was ich aber nicht als Nachteil empfinde.

Zu Beginn wird die Geschichte immer wechselnd aus den Perspektiven der einzelnen Figuren erzählt. Nach jedem Kapitel eine andere Perspektive. Später wechselte die Erzählperspektive auch innerhalb der Kapitel, was mich anfangs etwas verwirrte. Ich merkte dann aber schnell, dass dies ganz bewusst zum Aufbau der Spannung beitrug. Insgesamt ist die Geschichte von Anfang bis Ende spannend, weil es ständig überraschende Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse gibt. Leider konnte mich das Ende nicht überzeugen, das es auf mich etwas „an den Haaren herbeigezogen“ wirkte. Hier hatte ich das Gefühl, dass sich alles noch irgendwie auflösen musste und dies dann auf Kosten der Logik ging.


Fazit


Insgesamt ist „Aux Champs-Élysées“ ein außergewöhnlicher, spannender Thriller mit interessanten Charakteren und einer düsteren Story. Wer Thriller mag, kann mit diesem Buch sicher nichts falsch machen, wer jedoch einen reinen Ermittlungskrimi erwartet, könnte vielleicht enttäuscht sein. Obwohl das Ende mich etwas unzufrieden zurückgelassen hat, kann ich das Buch von Mara Ferr mit einem guten Gewissen weiterempfehlen und vergebe eine Bewertung von 4 Sternen.  

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Tags: aux champs-élysées, krimi, mara ferr, paris-krimi, spannung, thriller;   (6)
 

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96 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 10 Rezensionen

thriller, mord, hilary norman, familie, liebe

Letzter Weg

Hilary Norman , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 411 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 10.06.2008
ISBN 9783404159024
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ein Strand bei Nacht ist ein cooler Ort zum Morden.“

Mit diesem Satz beginnt der 400 Seiten umfassende Thriller „Letzter Weg“ von Hilary Norman, den ich vor langer Zeit einmal ganz zufällig im Supermarkt auf einem der Ramschtische entdeckte und mitnahm. Schon 2007 ist die deutsche Übersetzung des englischen Originals „Last Run“ bei Bastei Lübbe erschienen und ungefähr genauso lange dürfte sich das Taschenbuch nun schon in meinem Besitz befinden. Ich habe beim Kauf damals gar nicht bemerkt, dass es sich hierbei um die Fortsetzung von „Grausames Spiel“ handelt, denn dieses Buch habe ich nicht gelesen, was mich im Nachhinein jetzt doch ein wenig geärgert hat, da dann vielleicht alles etwas schlüssiger gewesen wäre. Hilary Norman ist eine Autorin aus London, die zuvor als Schauspielerin in der Fernseh- und Modebranche tätig war. Mittlerweile hat sie aber schon mehrere Thriller geschrieben, die teilweise auch ins Deutsche und in viele andere Sprachen übersetzt wurden.

Inhalt - Worum geht es?

Der erste Satz des Thrillers deutet schon ganz gut an, was der Hauptbestandteil der Geschichte ist: Es geht um mehrere Morde am Strand, die Sam mit seinem Partner Martinez aufklären soll. In die Handlung verstrickt ist auch Cathy, seine Adoptivtochter, die schon vor sechs Jahren ein traumatisches Erlebnis hatte. Damals lag sie blutüberströmt zwischen ihren toten Eltern. Mittlerweile hat sie sich ganz gut davon erholt und sie läuft jetzt für ihr Leben gern. Das Mädchen Kez Flanagan, das Cathy heimlich bewundert, spricht sie eines Tages nach einem Lauf mit den Worten „Du rennst, als wolltest du vor etwas davonlaufen“ an. Die beiden freunden sich an und Cathy ist schnell im siebten Himmel. Doch die Morde am Strand beschäftigen nicht nur ihren Adoptivvater Sam und seine schwangere Frau Grace, sondern auch Cathy. Und schon bald muss Cathy wieder um ihr Leben fürchten...

Persönliche Beurteilung

Der Einstieg in die Geschichte ist mir  schwer gefallen. Das lag vor allem daran, dass am Anfang der Geschichte sehr viele verschiedene Personen vorgestellt wurden: Sam und sein Partner Martinez, seine Frau Grace und ihre Assistentin Lucia, Cathy und ihre Freundin Kez, Sams Bruder Saul und seine Freundin Terri und schließlich noch der „Opa“ der Familie David. Darüber hinaus wurden noch weitere Personen wie Geschwister, verstorbene Frauen, ehemalige Partner und frühere Assistenten erwähnt. Ich nehme an, dass damit immer wieder Bezug auf Charaktere aus dem ersten Teil genommen wurde – aber für mich waren viele Personen irrelevant, da ich den ersten Teil eben nicht gelesen hatte. Stattdessen war ich sehr verwirrt und musste einige Abschnitte mehrmals lesen. Erschwerend kam noch hinzu, dass auch immer wieder Geschehnisse aus dem ersten Band angedeutet, aber nicht wirklich erklärt wurden.

Nachdem ich mich in die Geschichte eingefunden hatte, wurden mir die einzelnen Charaktere jedoch immer sympathischer. Cathy, die Sensible, die schon so viel Schlimmes durchgemacht hat und sich so sehr nach Liebe sehnt. Saul und Grace, die fürsorglichen Adoptiveltern, die alles für ihre Adoptivtochter, für einander und für das ungeborene Kind tun würden. Saul, der seine Terri verehrt und die ehrgeizige Terri, die sich nichts mehr wünscht, als in Zukunft ebenfalls Morde aufklären zu dürfen. Zum Schluss noch David, der liebevolle Arzt, der seine Familie zusammenhält und unterstützt, wo er kann. 

Die Autorin hat das Buch durch sehr kurze Kapitel strukturiert, was mir als Leserin immer gut gefällt. Mit ellenlangen Kapiteln kann ich nicht so viel anfangen. Die Handlung wird aus den verschiedensten Perspektiven dargestellt, sodass der Leser einen Einblick in die unterschiedlichen Gefühle und Gedanken bekommt. Am Anfang hat mich auch das verwirrt, zumal ich das Gefühl hatte, dass sich die Erzählperspektive plötzlich mitten im Kapitel ändert.

Wirkliche Spannung hat sich erst gegen Ende des Buchs aufgebaut – als eigentlich schon klar war, wer für die Morde verantwortlich war. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass da noch etwas Überraschendes passieren würde, weil das Buch noch mehr als 100 Seiten hatte. Das tatsächliche Ende war dann doch recht überraschend, aber der große „Wow“-Effekt, den ich so oft bei Thrillern hatte, blieb irgendwie aus. Die letzten Seiten plätscherten dann so dahin und ich fürchte, dass mir dieses Buch auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.

Fazit

Ich finde, dass der Thriller im Großen und Ganzen okay war. Sobald ich mich festgelesen hatte, musste ich mich auch nicht mehr zum Weiterlesen quälen. Aber: Ich kann das Buch eigentlich nur bedingt weiterempfehlen und würde dazu raten, wenn, dann auch den ersten Band „Grausames Spiel“ zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Leser, die gerne Ermittlungskrimis mit Thriller-Elementen lesen, sind mit diesen beiden Büchern sicher gut beraten. Ich habe mich für eine Gesamtbewertung von 3 von 5 Sternen entschieden.  

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Tags: hilary norman, letzter weg, rezension   (3)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kinder, arzt, hörbuch, familie, verschwinden

Unglücksspiel

Ivonne Keller
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426518830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT

„Nerina hat Angst. Todesangst. Besonders seit jenem Tag vor elf Jahren, an dem sie etwas Unverzeihliches tat. Die Angst vor der Strafe Gottes und vor der Abschiebung zurück in den Kosovo, aus dem sie einst floh, verfolgt sie. Immer. Als eine junge Frau mit Kind in die Nachbarschaft zieht und sich mit ihr anfreundet, sieht Nerina einen Hoffnungsschimmer, vergisst für einen Moment ihre Angst. Doch dann macht die neue Nachbarin einen Fund, der Nerinas Geheimnis in Gefahr bringt. Für Nerina beginnt ein Alptraum, aus dem es nur einen Ausweg zu geben scheint...“



MEINUNG

Nachdem ich zuvor „Hirngespenster“ von Ivonne Keller gehört hatte, wollte ich unbedingt weitere Hörbücher von dieser Autorin hören, weil es mich so begeistert hat. Also entschied ich mich direkt für „Unglücksspiel“. 
Der Einstieg ins Hörbuch ist mir etwas schwer gefallen. Durch die häufigen Perspektivenwechsel bin ich am Anfang nicht so gut klar gekommen. Nach einiger Zeit war ich dann aber richtig gut in der Geschichte drin. Erzählt wird sie im Wechsel: Zum einen erfährt man die Ereignisse durch die Ich-Perspektive aus Sicht von Anja, deren Mann plötzlich ihr bisheriges Haus verkauft hat, ein heruntergekommenes Haus gemietet und sich dann aus dem Staub gemacht hat. Anja und ihre kleine Tochter sind in der neuen Nachbarschaft auf sich allein gestellt und natürlich verzweifelt, weil ihr Mann und Vater Stefan ohne ein Wort der Erklärung verschwunden ist. 
Dann wäre da noch Nerina, die mit ihrem Mann und Sohn aus dem Kosovo geflüchtet ist und nun seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Ihre größte Angst ist es, zurück in den Kosovo abgeschoben zu werden. Um das zu verhindern, hat sie etwas Schreckliches getan und fürchtet nun, dass ihr Geheimnis ans Tageslicht kommen könnte. Darüber hinaus gibt es noch weitere Charaktere, die in der Geschichte eine Rolle spielen: Da wäre zum Beispiel das Paar, das das Haus an Anja vermietet hat. Ihre Tochter Laura ist seit mehr als zehn Jahren vermisst und bis heute konnten sie das schreckliche Ereignis nicht verarbeiten. Die einzelnen Handlungsstränge werden im Laufe der Geschichte immer stärker miteinander verwoben und finden am Ende ganz zueinander. Die Spannung bleibt eigentlich bis fast zum Schluss erhalten und das Ende ist wieder sehr überraschen. 
Die Charakterzeichnung ist außerordentlich gut gelungen. Jede Person der Geschichte erhält einen ganz eigenen Charakter, der nicht nur oberflächlich gezeichnet ist, sondern bis ins Detail. Anja ist sehr gut als selbstbewusste, junge Frau dargestellt, die trotz ihrer schwierigen Situation nie den Mut verliert. Nerina ist im Gegensatz dazu sehr ängstlich. Ihre Panikattacken wirken authentisch und als Hörer fiebert man hier wirklich mit. 
Unglücksspiel ist kein gewöhnlicher Thriller. Es überschlagen sich hier keinesfalls die Handlungen. Vielmehr handelt es sich um eine spannende Erzählung von Geschichten, die so durchaus im Rahmen des Möglichen liegen. Aber gerade das ist das Tolle an dem Buch, dass es eben gar keine schaurigen Orte und keine actionreichen Geschehnisse gibt. Stattdessen erhält man einen tiefen Einblick in die einzelnen Charaktere und das, was sie erlebt haben und gerade erleben. 

ZUR SPRECHERIN VERA TELTZ 

Dass das Hören dieses Hörbuchs so viel Freude bereitet hat, lag ganz sicher auch an der großartigen Sprecherin Vera Teltz. Bei anderen Hörbüchern habe ich manchmal Probleme, bei Dialogen zu erkennen, wer eigentlich gerade spricht. Bei Vera Teltz besteht das Problem nicht. Sie gibt jeder Person ihre eigene Sprechstunde, sodass man sofort weiß, wer gerade etwas sagt. Sie bringt die Sprachschwierigkeiten und den Akzent von Nerina ebenso authentisch rüber wie die kindliche Stimme von Anjas kleiner Tochter. Und auch die anderen Charaktere der Geschichte sind anhand ihrer Sprechstimme eindeutig zu identifizieren. Für mich gehört Vera Teltz zu meinen absoluten Lieblingssprecherinnen und ich hoffe, noch viele Bücher von ihr hören zu können. 

FAZIT

Alles in allem ist „Unglücksspiel“ von Ivonne Keller ein Hörbuch, das mich wirklich gefesselt hat. Nichtsdestotrotz eignet es sich auch zum „Nebenbei-Hören“, was mir sehr wichtig ist, denn genau das ist es ja, was mich an Hörbüchern so reizt: Man kann sie einfach während der Haus- oder Gartenarbeit nebenbei hören. Es ist nicht so schlimm, wenn man bei „Unglücksspiel“ für einen Moment abschweift, da man jederzeit wieder problemlos zurück ins Geschehen findet. Die Geschichte war bis zum Schluss spannend und am Ende sehr überraschend. Ich kann das Hörbuch eindeutig weiterempfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen. 

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Tags: hörbuch, ivonne keller, spannend, thriller, vera teltz   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

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kansas, jagd, thriller, psychopath

Die Scheune

Marion Schreiner
Flexibler Einband: 435 Seiten
Erschienen bei Pro Business, 05.12.2013
ISBN 9783863866099
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

** Inhalt **

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Dane, der in der Scheune seiner elterlichen Farm mit vier Jahren schwer missbraucht wurde. Er versucht später, ein normales Leben zu führen, was ihm nicht gelingt. Seine Vergangenheit holt ihn wieder ein, so dass er Jahre nachdem er fortging, zu der Scheune zurückkehrt. Und dort nehmen schlimme Dinge ihren Lauf...

** Meine Meinung **

Das erste, was mir (leider negativ) aufgefallen ist, ist die absolut unpassend gewählte Erzähl-Perspektive. Ein Ich-Erzähler wurde gewählt - aber die Geschichte wird nicht aus der Sicht von Dane erzählt, wie es nahe liegend wäre, sondern aus Sicht von seinem besten Freund. Das widersprüchliche an der Sache: Obwohl der Ich-Erzähler, also Jim, der beste Freund von Dane, niemals so genau in seinen Freund und dessen Gedanken hineinschauen konnte und obwohl er, als Dane wieder auf seine Farm zurückkehrte, Jahre lang Kilometerweit entfernt von ihm war, konnte Jim, der Ich-Erzähler, bis ins kleinste Detail die Gefühle und Gedanken und Erlebnisse von Dane beschreiben. Selbst die absolut irren Gespräche von Dane mit seinem Loch, wurden Wort genau wiedergegeben. Unlogischer geht es gar nicht. Ein Ich-Erzähler kann stets nur seine eigenen Gefühle wiedergeben und das, was er selbst erlebt hat, über andere Personen um ihn herum kann er nur spekulieren.
Die ersten 33% des Buches fand ich ganz gelungen. Die habe ich auch regelrecht verschlungen. Dann jedoch fiel meine Begeisterung rapide ab. Das lag vor allem daran, dass Dinge und Gefühle häufig wiederholt wurden und die Geschichte von da an irgendwie nur noch nacherzählt wurde. Spannung war quasi nicht mehr vorhanden. Der ganze Mittelteil ist derart in die Länge gezogen, dass ich mich wirklich durchquälen musste.
Das Ende war dann wieder etwas besser, aber dennoch: Unglaubwürdig. Das offene Ende fand ich gut, dann jedoch habe ich den Fehler gemacht, und die nächste Seite "aufgeblättert", wo es eine Vorschau auf die beiden Fortsetzungsromane gab. Was ich dort für an den Haaren herbeigezogenes Zeug lesen musste... Nein, ich möchte es dabei belassen und über Dane Galloway / Gelton lieber nichts mehr lesen. Für mich bleibt er tot.
Sehr störend war auch die mangelnde Orthografie und Grammatik: Das Verb "brauchen" wurde generell falsch konjugiert, nämlich "er/sie/es brauch" anstatt "braucht". Außerdem gab es häufig Fehler bei der Komma-Setzung.

** Bewertung **

Alles in allem fand ich die Idee gut, und ich mag auch Bücher, die sich mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigen. Hier jedoch wurde die Idee nicht so gut umgesetzt, wie erhofft. Für die ganz guten ersten 33% gebe ich 2 Sterne, mehr ist leider nicht drin.

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