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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Mord erster Klasse

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 21.09.2017
ISBN 9783957280534
Genre: Jugendbuch

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20 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

ars edition, klassengemeinschaft, damaris liest, zusammenhalt, kinder- und jugendbuch

Almost famous - Wie ich aus Versehen fast berühmt wurde

Silke Schellhammer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 17.08.2017
ISBN 9783845820064
Genre: Kinderbuch

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153 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 28 Rezensionen

fantasy, dystopie, todbringer, scythe - die hüter des todes, zukunft

Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wenn Bücher einen Blick in die Zukunft der Menschheit wagen, fällt dieser meist dystopisch-düster aus. Als Leser darf man dann miterleben, wie die Welt mit Pauken und Trompeten den Bach runtergeht. Nicht so in "Scythe - Die Hüter des Todes". In Neal Shustermans Vision leben die Menschen bequem vor sich hin. Sie können sich jederzeit auf ein biologisches Alter von 21 Jahren resetten lassen. Fast alle Verletzungen, selbst tödliche, lassen sich heilen. Und okay, es gibt doch einen Haken: Damit die Bevölkerungszahl nicht ins Unermessliche steigt, wurden die Scythe gegründet - menschliche "Todesengel", die nach eigenem Ermessen über Sterbezeitpunkt und -art von ihnen willkürlich ausgewählter Menschen entscheiden dürfen. Die Geschichte setzt an der Stelle an, als Citra und Rowan, zwei Jugendliche, von dem respektablen Alt-Scythe Faraday als Auszubildende angeworben werden, um die Kunst des Tötens zu Erlernen. Die beiden werden allerdings recht bald zum Spielball einer brutalen Scythegruppe, die sich auf Massenhinrichtungen spezialisiert hat.

Ich würde "Scythe - Die Hüter des Todes" als Mischung aus Utopie und Thriller einordnen. Mich haben die Gedankenspiele fasziniert, die hier in Gang gesetzt werden. Was, wenn niemand mehr altern und sterben müsste? Erschreckend? Oder eine coole Sache? Würden wir uns selbst verjüngen lassen? Vermutlich. Gäbe es Leute, die so gelangweilt vom ewigen Leben wären, dass sie ständig einen Adrenalinkick bräuchten? Mit Sicherheit. Würden sie testen wollen, wie sich der Tod anfühlt? Ja, denn die Auferstehung wäre inklusive. Und, wenn Menschen über Leben und Tod entscheiden dürften, würde früher oder später nicht irgendjemand diese Macht missbrauchen? Jaaaa! Und genau solche Überlegungen stellt Shusterman an. Die Geschichte hat eine geniale Logik!

Allerdings werde ich wohl nicht der größte Fan von Neal Shustermans Schreibstil werden. Der Autor schafft es, ein absolut aufregendes Thema größtmöglich kühl und sachlich wiederzugeben. Die etwas statische, beschreibende Art machte es mir wirklich schwer, eine Verbindung zu den Hauptcharakteren aufzubauen, deren Werdegang man abwechselnd begleitet. Rowan bekam ich noch besser zu fassen als Citra. Das lag vor allem an dem Schlamassel, in den er gerät. Ab einem bestimmten Punkt stellt sich die Frage, ob Rowan "auf die dunkle Seite der Macht" wechseln könnte, daher schaut man der Figur sehr viel interessierter über die Schulter. Leider gewährt uns der Autor zu wenig Einblick in die Köpfe von Citra und Rowan. Und sie haben zu wenige gemeinsame Szenen, um die Liebesgeschichte zwischen ihnen (oder ist es nur Freundschaft?) nachvollziehen zu können. Die distanzierte Charakterzeichnung ist für mich die eigentliche Schwäche des Buches.

Normalerweise wäre der Mangel an Emotionen und dadurch zeitweise eben auch an Spannung für mich ein Ausschluss-Kriterium. Doch die Geschichte selbst ist tatsächlich sehr gut und noch dazu überaus wendungsreich. Interessant war es vor allem, die verschiedenen Scythe und ihre jeweilige Philosophie kennenzulernen, inklusive des etwas größenwahnsinnigen Scythe Goddard, der das Buch mit brutalen Blutbädern immer wieder aus seiner leichten Lethargie reißt. Gut gefallen haben mir die tagebuchartigen Einträge älterer Scythe, in denen sie über Leben und Tod sowie die politischen Struktur der Scythe nachsinnen. Die Welt von Rowan und Citra wird dadurch sehr viel deutlicher. Allerdings noch nicht deutlich genug, da sich Shusterman stark auf die Politik der Scythe konzentriert, aber seinen Blick nur am Rande zur übrigen Welt schweifen lässt. Mehr Informationen hätte ich mir vor allem zu den Hintergründen der Cloud gewünscht, ein Datenpool, in dem alles Wissen gespeichert ist - die höchste Instanz, eine Quelle der Weisheit, von allen respektiert. Interessant ist, dass die Technik hier einmal nicht der diabolische Faktor ist, das Schlechte und Böse, sondern dem Menschen in Moral und Ethik weit voraus. Dieser Aspekt wäre es wert gewesen, intensiver beleuchtet zu werden. Es deutet sich aber an, dass die Cloud in den Folgebänden der Trilogie noch eine größere Rolle spielen wird.

Die Frage ist: Was will das Buch sein? Ein spannender Zukunfts-/Weltentwurf? Das gelingt teilweise gut, ist aber noch zu dürftig. Eine mitreißende Liebesgeschichte? Hier mangelt es an Gefühlen und Charakterzeichnung. So gibt "Scythe - Die Hüter des Todes" letztlich viele interessante Gedankenanstöße, erzählt aber größtenteils einen schlichten Thriller und könnte noch soviel mehr sein. Trotzdem hat mich die Story an der richtigen Stelle gepackt und ich möchte wissen, wie es weitergeht. Der erste Band endet zwar mit einem kleinen Cliffhanger, gleichzeitig wird der Haupthandlungsstrang abgeschlossen. Ich bin also gespannt, in welche Richtung es im nächsten Teil geht!
Einstweilen 3,5 Punkte

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26 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

autismus, pflegeeltern, familie, probleme & krankheiten, leibliche mutter

Ginny Moon hat einen Plan

Benjamin Ludwig , Edith Beleites
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670999
Genre: Romane

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1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Lockwood & Co: The Empty Grave (Lockwood & Co.)

Jonathan Stroud
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei RHCP Digital, 07.09.2017
ISBN 9781448198153
Genre: Sonstiges

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37 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

roman, gentechnik, nachdenklich, digitalisierung, datenschutz

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Nacht über Frost Hollow Hall

Emma Carroll , Verena Körting
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522184502
Genre: Kinderbuch

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19 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

2017

Familie Grace, der Tod und ich

Laure Eve , Christiane Steen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841422446
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

berlin, island, gesellschaft, troll, märchen

Saufen nur in Zimmerlautstärke

Hans Rath
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 18.08.2017
ISBN 9783463406961
Genre: Romane

Rezension:

Auf "Saufen nur in Zimmerlaustärke" hatte ich mich eigentlich sehr gefreut, weil ich meinte Hans Raths humorige Man(n)-Trilogie in guter Erinnerung zu haben. Bedauerlichweise kann ich mit seinem neuen Buch wenig anfangen. Ich bin ratlos, was mir der Autor damit sagen will. 

Sein Protagonist ist der 50jährige Anwalt Adam Schmitt, der anfangs einen Herzanfall erleidet und nun überlegt, ob ihm das Schicksal damit einen Wink geben will. Da er sich nicht sicher ist, nimmt er sich vorsichtshalber eine Auszeit und fährt (Zufallsentscheidung!) nach Island. In Island trifft er auf seine Ex-Affäre Astrid und anschließend auf Magnus, einen kleinen Menschen, der behauptet ein waschechter Troll zu sein. Gemeinsam mit Magnus reist er zurück nach Berlin, wo der Troll für ziemlich viel Aufregung sorgt während Adam überlegt, ob er seine Ehe retten will, die gerade den Bach runter geht.

Ich muss sagen, dass ich die ersten Seiten eigentlich recht gerne gelesen habe. Adam hat einen Herzanfall, aber seine Helfer sind mehr daran interessiert, miteinander zu flirten, statt wirklich Hilfe zu leisten - nicht realistisch, aber irgendwie las sich der Einstieg doch ganz witzig. Dann stellte sich aber schnell heraus, dass ich in einer Art Midlife-Crises gelandet war, um die herum sich offenbar nur männliche Charaktere tummeln, die entweder munter Steuern hinterziehen, das Blaue vom Himmel herunter lügen oder aber ihre Frauen betrügen/betrogen haben, womit ich absolut nichts anfangen konnte. 

Nutten und Affären - sorry, lustig fand ich das alles nicht, eher beschämend, trotz oder gerade wegen Adams unbeteiligter Art, die mich zunehmend in den Wahnsinn getrieben hat. Die Prämisse des Buches scheint auf dessen latenter Lebensleere und Unzufriedenheit aufzubauen. Das mag man im realen Leben kennen, als literarische Idee fand ich die Figur Adam leider sehr deprimierend, ausdrucksarm und uninteressant. Eine eigene Meinung hat er zu den meisten Dingen nicht - alles ist weder gut, noch schlecht und so dümpelt die Handlung dann auch vor sich hin. Obwohl das Buch nicht gerade dick ist, fing es schnell an inhaltlich durchzuhängen. Im Wesentlichen wird Adam mal in ein Missverständnis, mal in irgendeinen Irrsinn verstrickt. Hier hat Troll Magnus mit seiner dreisten Art (à la Klings Känguru, nur ohne politischen Hintersinn) ab und zu einen Lacher auf seiner Seite, das war leider auch schon alles.

Ich hatte gehofft, am Ende mit einem besonderen Clou überrascht zu werden, etwas, was mir die zwischen Belanglosigkeit und Klamauk schwankende Handlung rückwirkend erklärt oder näher bringt, vielleicht sogar mit einer überraschenden Wende in Sachen Troll, da ich lange nicht sicher war, ob es sich bei Magnus ernsthaft um einen Troll handelt, oder der Autor lediglich mit dieser Vorstellung spielt. Tja, Fehlanzeige! Es ist ein Ende, das sich für mich weder nach Ende noch nach Aussage anfühlt, sondern einfach nur absurd und sinnlos.

Wenn weder Handlung, noch Charaktere überzeugen können, bleibt nicht mehr viel, was man loben könnte - allenfalls den lockeren Schreibstil. Meins war es leider nicht. Vielleicht habe ich den tieferen Sinn auch einfach nicht verstanden, das mag sein. Deshalb: Wer ein paar positivere Meinungen lesen will, schaut gerne mal auf wasliestdu.de vorbei. Dort habe ich das Buch innerhalb einer Leserunde gewonnen. Einige andere Leser waren begeistert und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. 2,5 Punkte

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Wedernoch von Stefan Bachmann (24. September 2014) Gebundene Ausgabe


Fester Einband
Erschienen bei null, 01.01.1600
ISBN B010IN5H1U
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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158 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

rick riordan, götter, mythologie, apollo, percy jackson

Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556882
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Okay, dieses Buch hat Spaß gemacht! Und vermutlich würde dieser eine Satz als Bewertung völlig ausreichen. Aber dann würde hier eindeutig zuviel dezentes „Nichts“ bleiben und das wäre  schade. Also weiter: Kennt ihr Apollo? Er ist das Allround-Talent unter den Göttern! Er ist heiß, unfassbar gutaussehend, ein genialer Musiker, Gott der Weissagung und der Heilkunst, begnadeter Bogenschütze, auch genannt „der Strahlende“, der Sonnengott und und und…könnt ihr alles im „Who is who in der antiken Mythologie“ nachlesen.

Und damit kämen wir direkt zur Besonderheit dieses Buches. Normalerweise funktioniert es doch so: ein völlig durchschnittlicher Junge oder (noch öfter) ein ganz normales Mädchen entwickelt plötzlich übernatürliche Kräfte und kurze Zeit später muss er/sie die Welt retten. Hier läuft es umgekehrt: Der Held der Geschichte kann … NICHTS, absolut nichts. Er ist ein Gott, der von Zeus seiner ganzen Macht beraubt wurde und gleich zu Beginn vom Himmel in die Mülltonne fällt. Kann ein Abstieg entwürdigender sein? Vermutlich nicht. Aber es erklärt, warum Apollo ziemlich viel zu jammern hat. Er steckt im Körper eines gewöhnlichen Teenagers fest (wo ihm die Menschen doch sowieso ein Graus sind!), hat einen lächerlichen Namen, Rettungsringe um die Hüfte und Akne. Hauptgewinn!

Jetzt darf man sich darüber streiten, ob dieser Schnösel, dieser eingebildete aber nun sehr durchschnittliche Apollo wirklich einen so tollen Helden für ein Jugendbuch abgibt. Tatsächlich klappt das - wie ich finde - sogar ziemlich gut. Denn glücklicherweise ist Apollo recht witzig, nein, eigentlich ist er eher eine echte Witzfigur, die sich immerzu selbst entlarvt, aber im Laufe der Handlung dazu lernt und genau an dieser Stille funktioniert die Geschichte für mich dann einfach.

Wer Riordan kennt, weiß: Sein Schreibstil hat Tempo. Alles ist schnell, knapp und aktionsreich und ehrlicherweise sind mir seine Schnitte teilweise auch oft ZU krass. Ich persönlich brauche Zeit, um in einer Geschichte anzukommen und um meinen Platz zu finden. Ich brauche Spannungsaufbau über mehr als zwei Sätze…. oft wünsche ich mir bei ihm mehr Atmosphäre und szenische Details. Warum also Apollo? Siehe oben: Riordan macht Spaß! Er hat Ideen. Er verfügt über ein enormes Wissen und schafft es, dieses Wissen zeitgemäß zu vermitteln. Seine Witze kommen aus dem Nichts, erwischen den Leser kalt und seitenweise habe ich mich wirklich einfach nur durch das Buch gelacht. Die Art, wie er uralte Sagen in die Gegenwart katapultiert ist ohne Ende charmant. Orakel, deren Nützlichkeit man auf OrakelAdvisor.com bewerten kann, Geysirgötter, die Kundenbefragungen durchführen, das ist herrlich-abgefahren.

Kann man das Buch lesen, ohne die anderen Bücher Riordans gelesen zu haben? Jein. Man kann, aber es entgeht einem eine Menge. "Apollo" ist im Percy-Jackson-Universum angesiedelt und wimmelt nur so von gimmickartigen Querverweisen. Riordan wirft mit Namen um sich, die aus Vorgängern bekannt sind, so dass es bei Fans, die sich gut auskennen, ständig KLICK macht. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen Charakteren, Percy ist auch dabei. Weil ich nicht alle Bücher der PJ-Welt kenne, liefen etliche Passagen bei mir ins Leere. Und DAS habe ich auch gemerkt. Man nimmt wahr, wenn gerade auf etwas angespielt wird, wovon man keine Ahnung hat. Für Neulinge ist das Buch also stellenweise schon recht verwirrend. Liest man über diese Stellen tolerant hinweg, hat „Apollo“ jedoch eine eigenständige Handlung, die für sich genommen gut aufgestellt ist und einen gewitzten Hintergrund hat. Aus Spoilergründen kann ich nichts verraten, aber die Idee ist cool! Trotzdem: Kenner werden mit dem Buch einfach mehr Spaß haben, als PJ-Starter.
 
Hat mir das Buch denn jetzt gefallen? Ja, größtenteils. Der Einstieg ist mit Apollos Fall auf die Erde direkt spannend und dann geht es erstmal Schlag auf Schlag. Der Plot ist wendungsreich und voller Geheimnisse, für junge Leser gibt es einiges an Action. Und dann ist da natürlich noch der Gott Apollo, der mit seiner menschlichen Existenz klarkommen muss - das ist mal etwas anderes. Mit der jungen Meg gibt es allerdings eine Protagonistin, zu der ich noch keinen Draht gefunden habe, was teilweise in der Figur selbst begründet liegt, die sich - genau wie Apollo - erst noch selbst finden muss. Und was ich gerade bei meinem Sohn feststelle (er ist mittendrin): Viele Stellen sind explizit für Erwachsene geschrieben, da kommen Kinder nicht mit. Jimi Hendrix, Woodstock, Britney Spears… wenn Riordan mit solchen Namen daher kommt, sehe ich bei meinem Sohn nur Fragezeichen in den Augen. Das geht dann ein bisschen an der Zielgruppe vorbei.

Fazit: An Riordans neuer Reihe werden vor allem Kenner ihre wahre Freude habe. Alle anderen: Ausprobieren! Riordans schnelle, kurzgefasste Art muss man mögen, passt aber perfekt zu seinem überfallartigen Humor. Die Geschichte selbst ist spannend, uraltes Wissen wird - wie immer - witzig, modern und wie nebenbei vermittelt. Auch der alters- und geschlechtsübergreifende Leser-Spagat gelingt gut. Kleine Ausnahme: Einige Gags sind für Kinder defintiv nicht verständlich, da oft Zusammenhänge auf die Schippe genommen werden, die eindeutig zur Erlebniswelt von Erwachsenen gehören. Mythologisches Vorwissen (beispielsweise Riordans Götter- und Heldensagen) schadet übrigens nichts. Man kommt dann einfach besser mit.

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202 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

fantasy, palast, horror, französische revolution, jugendbuch

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Romane

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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

new york, niederländische literatur, niederlande, rezension, carlsen

Hundert Stunden Nacht

Anna Woltz , Andrea Kluitmann
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551583482
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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191 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

kasie west, ps: ich mag dich, freundschaft, brieffreundschaft, brieffreunde

PS: Ich mag dich

Kasie West , Ann Lecker
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2017
ISBN 9783551583666
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da ich bereits „Blaubeertage“ von Kasie West kannte und mochte, ist "PS: ich mag dich" gleich bei Erscheinen des Herbstprogramms von Carlsen auf meinen Wunschzettel gewandert. Es ist eigentlich nur eine schlichte Lovestory, gehört aber zu jenen Büchern, die man aufschlägt, zu lesen beginnt und dann nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man sich darin einfach nur wohl fühlt.

Hauptfigur ist Lily: laute Familie, leise Außenseiterin, wilde Locken, ungewöhnliche Outfits. Liebste Beschäftigung: Gitarrespielen und an Songtexten herumfeilen. Verhasstestes Schulfach: Chemie. Zumindest bis zu dem Tag, als plötzlich jemand auf Lilys Tischkritzeleien antwortet. Aus ein paar anonymen Zeilen über Musik und Bands wird bald ein regelmäßiger Austausch versteckter Briefchen. Lily und der geheimnisvolle Verfasser schwingen auf derselben Frequenz, die Nachrichten werden immer intimer und vertrauter und gleichzeitig wächst Lilys Wunsch herauszufinden, wer ihr anonymer Brieffreund ist.

Das perfekte Teenagerbuch! Denn die Idee mit den Tischkritzeleien (später Briefe) hat einen direkten Bezug zum Schulalltag von Jugendlichen. Daran hat sich während der letzten Jahrzehnte trotz Whatsapp nichts geändert. Zur guten Idee gesellen sich ein lockerer Schreibstil, illustrative Persönlichkeiten, viel Humor und eine etwas ernstere, wenig oberflächliche Note. Da macht es auch nichts, dass man als Leser recht schnell ahnt, wer hinter den geheimnisvollen Briefchen steckt. Der Reiz herauszufinden, wie sich alles entwickelt und letztlich zusammenfügt ist trotzdem groß. Es ist schön, den Briefwechsel zu verfolgen, der immer offener und intensiver wird. Die beiden "Brieffreunde" tauschen sich über Probleme aus, die teilweise gar nicht so klein sind, so dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. 

Probleme lässt Kasie West nicht zu belastend in den Vordergrund treten. Man hat beim Lesen so ein wattebauschiges glückliches Gefühl, vor allem in den Szenen mit Lilys Familie, die zwar nicht perfekt sein mag, aber im Grunde dem typischen amerikanischen Familienidyll entspricht. Ich habe die Geschichte aber nie als zu zuckrig und kitschig empfunden, vor allem wegen des Humors und hier vor allem Lily als Hauptfigur: Sie ist selbstständig, schlagfertig und großartig sarkastisch.

Stellenweise hätte ich mir mehr fliegende Funken gewünscht, aber der Plot ist alles in allem dennoch sehr turbulent. Eigentlich kein Wunder: Denn zugrunde liegt "PS: Ich mag dich" das Erfolgsrezept vieler beliebter Liebesgeschichten, das Aufeinandertreffen von Vorurteilen und Gegensätzen. Lilys Familie ist groß und muss ihr Geld zusammenhalten, weshalb sich Lily ein Zimmer mit ihrer älteren Schwester Ashley teilen muss und ihre Kleidung im Second-Hand-Laden kauft oder gleich selbst näht. Sie ist eine Einzelgängerin und nicht der Typ für angesagte Cliquen. Ihr Gegenpart ist Cade. Sunnyboy aus reichem Hause, unverschämt und unverschämt gutaussehend. Lilys Zusammentreffen mit Cade sind immer unterhaltsam und kribbelig, eben weil beide so unterschiedlich sind, sich leidenschaftlich NICHT mögen und ihre Vorbehalte mit großer Sturheit pflegen. Aber ob Cade auch Lilys geheimer Brieffreund ist? Da kommen noch ein paar andere Kandidaten in Betracht...

Fazit: Humorvolle Romanze mit Pageturner-Effekt in der man sich vom ersten Moment an wohl fühlt. Protagonistin Lily hat einen tollen trockenen Humor, so dass die Geschichte nicht zu kitschig wird. Die Lovestory ist süß und unschuldig, hat einige ernste Momente, kommt aber ohne übermäßiges Drama oder Bettgeschichten aus und ist daher wirklich uneingeschränkt für Mädchen ab 12 Jahren geeignet. 4,5 Punkte

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301 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

jugendbuch, siena, ursula poznanski, thriller, jugendthriller

Aquila

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.08.2017
ISBN 9783785586136
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die deutsche Studentin Nika wacht eines Morgens in ihrer WG im italienischen Siena auf und erinnert sich …. an nichts. Mindestens zwei volle Tage ihrer Erinnerung sind gelöscht. Zwei Tage, in denen offenbar bizarre Dinge geschehen sind. Denn Nika starrt vor Dreck und hat kleinere Verletzungen. Im Bad liegt ein blutiges T-Shirt. Die Wohnungstür ist abgeschlossen, der Schlüssel nicht zu finden. Ihr Handy? Weg. Ihre Mitbewohnerin Jenny? Nicht da. Der Plan ist klar: 1. einen Weg aus der verschlossenen Wohnung heraus finden und 2. rekonstruieren, was geschehen ist. Erste Anhaltspunkte bietet eine kryptische Liste mit rätselhaften Sätzen, die Nika in ihrer Hosentasche findet.

Was Ursula Poznanski wirklich hervorragend beherrscht, sind Ausdruck und Technik. Ihr Schreibstil ist unverkennbar. Obwohl sie in meinen Augen keine Meisterin der Charakterzeichnung ist, baut sie immer eine intensive Nähe zum Leser auf, indem sie tief in die Köpfe ihrer Figuren eindringt und eine bemerkenswerte Klarheit in deren Gedankengänge legt. Auch ihr neuer All-Age-/Jugendthriller „Aquila“ trägt eindeutig die Handschrift der Autorin. So richtig überzeugen konnte mich das Buch aber nicht.

1. Mensch, Nika! Als Leser befindet man sich in einer Art Gedankenkarussell von Nika, die überlegt, was genau passiert ist, welche Möglichkeiten sich ihr bieten und welche Auswirkungen bestimmte Handlungen nach sich ziehen. Nikas Situation und ihre ersten Schritte sind äußerst spannend, umso mehr, da die Atmosphäre auf eine klaustrophobische Weise bedrohlich ist. Blackout, alleine in einem fremden Land, Probleme bei der Verständigung, keine Familie vor Ort. Noch dazu erfährt Nika mit der Zeit Dinge über die "gelöschten Tage", die sie zunehmend an sich selbst zweifeln lassen.
Das Problem ist: Nika rennt zu verbissen in ihrem einsamen Hamsterrad herum. Permanent spielt sie alle Eventualitäten durch, überlegt systematisch und logisch, verpasst aber in einem gigantischen Bogen den Punkt, an dem ihre Alleingänge für mich als Leser nicht mehr nachvollziehbar waren und der Gang zu einer deutschen Behörde oder ein Gespräch mit ihrer Mutter (Urlaubsreise hin oder her) am naheliegendsten gewesen wäre. Nikas Reaktionen waren mir zu starr auf Spannungseffekte ausgelegt und kamen mir mit der Zeit nicht mehr natürlich vor. Ähnlich erging es mir übrigens auch mit den Nebenfiguren.

2. Too much! Während ich die Ursache für Nikas Amnesie nachvollziehbar fand (ich habe gegoogelt, zumindest ist an der Sache was dran), hielt ich den Einfall mit den Geheimbotschaften von Anfang an für unsinnig. Rätsel und deren Entschlüsselung sind so ein typisches Poznanski-Ding, eine ihrer Vorlieben. Oft fügen sich solche Elemente hervorragend in den Spannungsgehalt eines Buches ein, hier aber wirkte es aufgesetzt. Die ominöse Liste erschien mir unnötig und gezwungen, weil Nika sich die Sache damit selbst schwer macht. Ja, die Autorin liefert dafür eine Erklärung. Und nein, abnehmen konnte ich ihr diese Erklärung nicht.

3. Gib Gas! Die Spannungskurve ist da, keine Frage. Trotzdem setzen sich die Puzzleteile des Plots extrem langsam zusammen. Der Leser bleibt fast bis zum Ende im Ungewissen. Selbst als endlich die wichtigsten Ereignisse geklärt sind, dehnen sich die Antworten auf letzte offene Fragen noch über mehrere Kapitel hinweg aus. Im letzten Drittel hätte ich mir deutlich mehr Tempo gewünscht.

4. Last but not least: Die Auflösung! Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Meine ersten Gedanken waren: Krass, völlig irre, gleichzeitig banal. Aber glaubwürdig? Eher nicht. Einzelne Aspekte... okay, möglich. Alles zusammengenommen halte ich jedoch für gnadenlos überkonstruiert. Stichwort "See" und "Tunnel" - also, was sich da so alles abgespielt haben soll, das war mir zuviel, weshalb das Ende letztlich auch das größte Manko für mich darstellt.

Fazit: Eine schwere Bewertung, da ich durchaus die Stärken von „Aquila“ sehe, den Stil der Autorin sehr schätze, mit Teilen des Aufbaus aber nicht zufrieden bin. Das Spannungslevel ist hoch, dennoch schleicht sich mit der Zeit eine gewisse Eintönigkeit und Stagnation ein, was vor allem an den Charakteren liegt, die zu sehr dem abgesteckten Rahmen des Plots folgen. Die Auflösung halte ich für teilweise denkbar, teilweise für schwach. Für ein Jugendbuch sicherlich passend, jedoch zu unwahrscheinlich erschien mir auch die Sache mir der rätselhaften Liste. Alles in allem ein gut lesbarer Thriller für ältere Jugendliche, der bei mir persönlich anfangs einen starken, dann nachlassend guten Eindruck hinterlassen hat.

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133 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

new york, liebe, chatroman, anna pfeffer, chat

New York zu verschenken

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.08.2017
ISBN 9783570173978
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"New York zu Verschenken" von Anna Pfeffer ist ein Jugendbuch, das ausschließlich in Chatform verfasst ist. Wie gut diese minimalistische Erzählform umgesetzt werden kann, ist seit „Gut gegen Nordwind“ hinlänglich bekannt. Und auch hier funktioniert sie größtenteils richtig gut. Der Inhalt ist schnell umrissen: Anton wurde von seiner Freundin sitzen gelassen, hat aber dummerweise bereits eine Pärchen-Reise nach New York gebucht. Jetzt sucht er via Instagram eine neue Reisebegleitung, die (da Storno offenbar keine Option ist), exakt den Namen seiner Ex haben muss: Olivia Lindmann. Es meldet sich Liv (Lindmann) - Anton hat also Glück. Oder doch nicht? Denn Liv will 1.) nicht mit einem Foto von sich herausrücken und ist 2.) vielleicht ein bisschen zu schlagfertig für Partylöwe Anton!

Die krasse Gegensätzlichkeit der Figuren garantiert - wie so oft in der Literatur - ein unterhaltsames Lesevergnügen. Dass vor allem Anton hierbei auch einige Klischees bedient, hat mich nicht gestört, da ich die Absicht dahinter ausmachen konnte. Indem der Arztsohn erst einmal als oberflächlicher, partygeiler Typ hingestellt wird, bietet sich den Autorinnen die Möglichkeit zu derb-komischen Schlagabtauschen. Antons sexistische Sprüche sind so flach, dass es weh tut und werden von der sehr viel ernsteren Liv geschickt gekontert.

Zu Beginn hat die Geschichte eine geniale Dynamik. Der Chat liest sich unheimlich spritzig, frech und natürlich, zumal sich Anton und Liv gerne in Hashtags austauschen und sich gegenseitig mit ihren Instagrambildern aufziehen #einfachlustig. Allerdings geht das Gefühl, es könnte sich um einen realen Chatverlauf handeln, mit der Zeit verloren. Die Dialoge werden länger und ausführlicher, manche Einträge nehmen eine ganze Seite ein, wirken vielmehr wie e-mails oder Ausschnitte aus Gesprächen vis-a-vis, was ein bisschen schade ist, da der Schwung gedrosselt wird.

Es passt jedoch zur Entwicklung der Story, denn der Ton wird nach und nach etwas ernster. Und auch, wenn das Buch weit davon entfernt ist tiefgründig zu sein, vermittelt es doch wenigstens die Botschaft, dass die äußere Fassade manchmal trügerisch sein kann und in Menschen oft mehr steckt, als sie nach außen hin preis geben. Im Schutz der Anonymität können Anton und Liv so sein, wie sie wirklich sind und bezeichnen sich irgendwann sogar gegenseitig als „Tagebuch“. 
An dieser Stelle aber nun doch etwas Kritik: Denn aus den Figuren wurde leider zu wenig herausgeholt. Letzten Endes bleiben sie nette, freundliche Konturen, die dem Leser immer etwas fern bleiben. Zum Teil liegt es wohl an der Chatform, aber auch daran, dass die Story in der zweiten Hälfte beginnt, sich im Kreise zu drehen. Vor allem die wiederkehrenden Diskussionen um ein Treffen bzw. Antons Bitte nach einem Bild von Liv werden meiner Ansicht nach zu oft wiederholt. Da sie stets ergebnislos verlaufen, entwickeln sich außerdem kleine Längen, was bei mir stellenweise etwas Unmut verursacht hat. Auch Antons "Spinnereien" über Actionfilme und Rattenaffenfrauen waren für meinen Geschmack etwas zu umfänglich, aber gut.

Abgesehen von diesen zeitweiligen Längen und dem voraussehbaren Ende #unterschätzeniedenleser, bin ich an einigen Stellen fast hinten über gekippt vor Lachen. Manche Dialoge sind so unglaublich absurd-lustig, alleine dafür lohnt es sich "New York zu verschenken" zu lesen. Das Buch liest sich weg wie nichts und ist mit kleinen Abstrichen ein echtes Vergnügen für Mädchen ab 12 Jahren plus.

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355 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 100 Rezensionen

zeitreise, eva völler, liebe, zeitenzauber, jugendbuch

Auf ewig dein

Eva Völler
Fester Einband
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 21.07.2017
ISBN 9783846600481
Genre: Jugendbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

london, viktorianisches england, krimi

Der Fluch des Hauses Foskett

M.R.C. Kasasian , Alexander Weber
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.08.2017
ISBN 9783455000641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Diese Serie ist schon reichlich schräg: Kriminalfälle im Stile viktorianischer Detektivgeschichten treffen auf makabere Gesellschaftskritik und einen rabenschwarzen Humor. Ich kenne nichts Vergleichbares. Teil 1 der Reihe, "Mord in der Mangle Street" habe ich trotz kleiner Kritikpunkte geradezu verschlungen. Vor allem die Besetzung empfand ich als erfrischend anders und absolut ungewöhnlich. Auf der einen Seite Sidney Grice, ein grantiger Zyniker mit unverhohlener Abneigung gegenüber der menschlichen Natur. Auf der anderen Seite sein Mündel, die selbstbewusste March Middleton, die an das Gute im Menschen glaubt und die herabwürdigende Art ihres Vormundes mit viel Schlagfertigkeit kontert. Beide Charaktere geben dem Leser einige Rätsel auf - in Kombination mit den Ermittlungen hatte das Buch einen sehr eigenen Sog.

Auch die Fortsetzung "Der Fluch des Hauses Foskett" lässt zwischen den Seiten wieder die Einzigartigkeit der Reihe erahnen. Grice und Middleton beschäftigen sich dieses Mal mit einem ominösen Sterbefallverein, in den mehrere angesehene Mitglieder der Londoner Gesellschaft einen Batzen Geld einzahlen. Das Vereinsvermögen soll an denjenigen ausgezahlt werden, der alle anderen überlebt. Wenig überraschend: Bald gibt es den ersten Toten zu betrauern. Grice und Middleton gehen der Sache nach und wieder steht der gute Ruf des Ermittlerteams auf dem Spiel.

Das Konzept ist klasssich und vielversprechend - kleine Gruppe Tatverdächtiger versus munteres Drauflosmorden. Die Art und Weise, wie Kasasian den Fall aufrollt, war für mich aber nicht ganz überzeugend. Gerade die verknappte, dialoglastige Art hatte viel zum Unterhaltungswert des ersten Teils beigetragen. Der Nachfolger ist um einiges umfangreicher, jedoch auch langatmiger und verwirrender. Als Leser folgt man den Detektiven erneut durch das schmuddelige, historische London bei der Befragung möglicher Tatverdächtiger. Die Zusammenhänge bekommt man jedoch nur schwer zu fassen. Hier muss ich dem Autor vor allem ankreiden, dass er dem Leser oft Informationen bzw. Schlussfolgerungen vorenthält, diese jedoch zu anderen Gelegenheiten chaotisch in die Geschichte einfließen lässt. Wer hier nicht hochkonzentriert und am Stück liest, läuft Gefahr den Anschluss zu verpassen.

Grice und Middleton sehen sich trotz vieler, besorgniserregender Ereignisse offenbar auch nicht genötigt, zügig zu ermitteln. Ihr Zeitplan beinhaltet (gefühlt), nur alle paar Tage den nächsten Schritt zu unternehmen. Das drückt auf's Tempo und den Spannungsbogen. Dazwischen streut Kasasian (zum Ausgleich?) ungewöhnlich grausame Szenen, die mich regelrecht angewidert, aber auch verwundert haben, da sie mir nicht wirklich notwendig erschienen. Der Ekelfaktor liegt um ein Vielfaches höher als in Teil 1. Katzenfans sollten das Buch besser mit leerem Magen lesen!

Leider empfand ich auch den Wortwitz nicht durchgängig als gelungen. Der Autor übertreibt es an einigen Stellen dermaßen, dass ich seinem Humor nicht mehr folgen konnte und das Bedürfnis hatte, die Geschichte mit einem ungläubigen Kopfschütteln zu unterbrechen. Ja, das macht die Serie aus, sollte als Stilmittel aber nicht inflationär eingesetzt werden, da es der Weiterentwicklung der Figuren im Wege steht. Vielversprechende Ansätze hierzu werden immer wieder unter verbalen Grobheiten begraben. Das ist für den Leser verunsichernd, weil einem die Charaktere wiederholt entgleiten. Spätestens in Band 3 sollte der Autor sich entscheiden, ob er seinem Buchpersonal mehr Tiefe verleihen, oder aber bei der Persiflage bleiben möchte. Unter einen Hut bekommt er beides - meinem Empfinden nach - noch nicht.

Manchmal übt man Kritik dort, wo man sich über verschenktes Potenzial am meisten ärgert. Die Anlagen der Serie sind und bleiben großartig. Die Referenzen zu Sherlock Holmes machen wieder großen Spaß. Und die Charaktere - vor allem die wunderbar emanzipierte, rauchende, trinkende March Middleton samt ihres tragischen, sich langsam zusammenpuzzelnden Hintergrunds - haben einen ernormen Reiz und gewährleisten, dass ich der Serie als Fan erhalten bleibe. In diesem Sinne hoffe ich, dass der Autor im nächsten Teil wieder mehr Fingerspitzengefühl beweist, damit diese besondere Reihe nicht buchstäblich zur Posse gerät. 3,5 Punkte

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

liebe, magie, mystisch, cover, hexerei

Ambers magischer Augenblick

Crystal Cestari
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783733502379
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Amber hat es nicht leicht: Während ihre Mutter - ganz in der Tradition der Familie - eine waschechte Hexe ist, hat Amber lediglich ein einziges Talent: Sie kann die wahre Liebe sehen. Trifft sie einen Menschen, kennt sie den für ihn bestimmten Partner. Und so hat sie bereits viele Seelenverwandte zusammengeführt. Trotzdem ist Amber nicht glücklich: Zum einen kann sie ihre Gabe nicht auf sich selbst anwenden, zum anderen hat sie totale Minderwertigkeitskomplexe. Denn mal ehrlich: Was ist so eine kleine Liebesbegabung schon im Vergleich zu echten Hexenkräften? Besonders nützlich erscheint Amber ihre Veranlagung nicht, schon gar nicht, als es darum geht, ihrem Schulfreund Charly bei einem ganz speziellen Familienproblem zu helfen. Schlimmer noch: Was tun, wenn man weiß, dass der Junge, der einem gefällt, eigentlich für eine andere bestimmt ist?

Crystal Cestaris Debüt ist genau das, was das Cover verspricht: Eine zuckersüße Teenielovestory. Das Buch trifft das Lebensgefühl junger Mädchen, die noch nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, die befürchten, nicht genug Talente zu besitzen und außerdem eine Heidenangst vor der ersten großen Liebe haben. Die Antworten darauf lauten eigentlich immer gleich: Du bist okay, wie du bist. Also nur Mut, einen Schritt nach dem anderen.

Bis zu dieser Erkenntnis ist es für Amber noch ein gutes Stück Weg. Sie findet es schrecklich, keine echte Hexe zu sein und glaubt, ihre Mutter sei über ihre mangelnde Begabung ebenso enttäuscht, wie sie selbst. Kein Wunder also, wenn sich Amber in der magischen Welt nur wie ein ganz kleines Licht fühlt. Ihre Erzählstimme schwankt deshalb auch immer ein wenig zwischen Unzufriedenheit, Unsicherheit und nach außen hin präsentierter Coolness. Für ein Mädchenbuch dieser Altersgruppe ist das absolut passend. Ich selbst hätte mir zwar manches Mal einen konstant-positiveren Ton gewünscht, aber meine Tochter, die das Buch zurzeit ebenfalls liest, sieht das anders. Was in meinen Ohren recht deutlich wie Jammerei klingt, ist für sie schlichtweg völlig berechtigte Kritik am Leben im Allgemeinen und Ambers Situation im Speziellen. Sie findet Amber klasse. Offenbar ist die Protagonistin also nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch des Alters der jeweiligen Leserin. Um das Buch mögen zu können, sollte man auf jeden Fall Amber mögen, da ihre Persönlichkeit im Mittelpunkt steht.

Alle weiteren Elemente kreisen mal intensiver, mal etwas flüchtiger um die Protagonistin herum. Dadurch bleibt manches oberflächlich, gleichzeitig gestaltet sich das Lesen sehr abwechslungsreich. Der magische Anteil bringt Witz und Leichtigkeit in die Geschichte, Ambers Selbstzweifel und die problematische Mutter-Tochter-Beziehung eine gute Portion Realismus und die Lovestory einige  sehr gefühlvolle Momente. Schön auch, dass das Thema "Liebe" nicht durchweg rosarot eingefärbt, sondern durchaus humorvoll angegangen wird. Beispielsweise, wenn Ambers Freundin Amani zum ersten Mal auf den für sie vom Schicksal vorherbestimmten Partner trifft. Was habe ich gelacht!

Abgesehen von der obligatorischen Highschoolzicke, sind die Charaktere - vor allem Ambers Freundin Amani und Lovepart Charly - angenehm normal dargestellt. Kein Bad Boy weit und breit, was von mir einen dicken Pluspunkt gibt. Auch Amber selbst mochte ich (trotz ihrer etwas nörgeligen Art) im Grunde recht gerne, weil sie eine klare Meinung hat und diese offen vertritt. Schade also, dass die Ideen zeitweise etwas unausgegoren wirken. Vor allem in die paranormale Welt wäre ich gerne tiefer eingetaucht. Neben einigen gelungenen Magieszenen, bleibt es größtenteils bei der Erwähnung von Werwölfen, Vampiren, Trollen und Drachen. Näher auf diese Wesensarten eingegangen wird jedoch nicht.

Fazit: Coming-of-Age trifft Lovestory und Magie. Eine leichte Geschichte für junge Mädchen, die sich mit den Themen „erste große Liebe“, „Zukunftsangst“ und „Selbstzweifel“ teilweise wunderbar normal lesen lässt und einige witzige paranormale Ideen auf Lager hat. Mit der manchmal etwas mauligen Erzählstimme konnte ich mich zwar nicht durchgängig identifizieren, meine Tochter dafür umso mehr. Für die Zielgruppe ein schöner Schmöker!

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72 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

2017, damaris liest, philosophische freundschaftsbetrachtungen, erste liebe, familienkonzepte

Das Glück hat vier Farben

Lisa Moore , Maren Illinger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737354806
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16jährige Flannery ist in ihren Sandkastenfreund Tyrone verliebt. Der aber steckt in einer schwierigen Lebensphase, schwänzt die Schule, treibt sich herum. Als Flannery bei einem Schulprojekt Tyrone als Partner zugeteilt bekommt, hofft sie ihrem Schwarm endlich näher zu kommen. Besser könnte die Gelegenheit gar nicht sein. Denn ihr Projekt sieht die Herstellung von Liebestränken vor. Aber Flannery weiß eigentlich schon lange, dass das Leben weder immer berechenbar noch fair ist. Alles verändert sich, wird komplizierter, nicht immer schöner und es stellt sich die Frage, worauf man sich letztlich verlassen kann.

Zu "Das Glück hat vier Farben" von Lisa Moore gab es einige enttäuschte Stimmen, deshalb eines kurz vorweg: Cover und Klappentext sind hinsichtlich dessen, was den Leser erwartet, nicht ganz eindeutig. Der Part mit den Liebestränken lässt eine leichte Liebesgeschichte vermuten, wird aber konkret erst gegen Ende aufgegriffen. Das Buch hat eine sozialtragische Komponente und behandelt sehr eindringlich die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Es ist aber defintiv keines dieser Bücher, die den Leser gefühlsmäßig durch den Fleischwolf drehen, um ihn hinterher als emotionales Wrack wieder auszuspucken. Es ist stellenweise ergreifend, gleichzeitig zart und poetisch. Mit dem leisen Witz einer Protagonistin, deren Stimme verletzlich, aber vertraueneinflössend ist und die den Leser mit ihrer Ausdrucksstärke durch viele herzzerreißende Passagen immer wieder zurück in die Leichtigkeit führt. Ich bin von diesem Buch absolut hingerissen!

Mittels kleinerer Episoden, teils in Form von Flannerys Erinnerungen, lernt man nach und nach die Charaktere kennen, die in Flannerys Leben eine Rolle spielen. Da ist Flannerys Mutter Miranda, die in finanziellen Dingen völlig weltfremd ist und ihre ganze Energie in Kunstprojekte und einen Erziehungsblog steckt. Amber, Flannerys beste Freundin, die an einen gewalttätigen, kontrollsüchtigen Freund gerät. Tyrone, der Graffitisprayer, der immer nur kurz auf- und sofort wieder untertaucht. Und Flannery selbst, die sich nach einem Vater sehnt, den sie nie kennengelernt hat und die darunter leidet, ihre Mutter immer wieder an einfachste Verpflichtungen erinnern zu müssen, etwa die Begleichung der Stromrechnung.  

Die Figuren wirken teilweise leicht verschroben, wie die Besetzung eines schrägen Independentfilms. Manche belächelt man, andere hasst man. Über viele ärgert man sich, für einige entwickelt man mit der Zeit Verständnis. Eine Figur aber muss man einfach lieben: Flannery, die felsenfest zu den Menschen steht, die sie ins Herz geschlossen hat, die aber im Laufe der Handlung einige Enttäuschungen einstecken muss. Man wünscht ihr wirklich von ganzem Herzen ihr persönliches Happy-End und fürchtet gleichzeitig, dass es ausbleiben könnte.

Denn seitenweise ist da dieser konstant-lockere, vertrauensvolle Ton. Dann schlägt die Handlung überraschend um, hält für den Leser ein ernüchterndes, trauriges Erlebnis parat, lässt ihn im nächsten Moment mit einer leichten, amüsanten Passage wieder zur Ruhe kommen. Manchmal habe ich erschrocken die Luft angehalten, kurz darauf erleichtert aufgeatmet. Die Handlung erfordert vom Leser die Bereitschaft, emotional umschalten und sich stellenweise neu in die Erzählung einfinden zu können. Mir ist das nicht immer leicht gefallen, gleichzeitig war ich vom Rhythmus des Buches sehr fasziniert.

Die Komplexität des Ganzen lässt sich anfangs nicht erahnen und es ist absolut genial, wie die Autorin in diesem federleichten klaren Stil nach und nach ein Netz um den Leser spinnt und eine vollständige Geschichte heranreifen lässt. Dabei wäre sie allerdings - und das ist meine einzige Kritik - stellenweise auch ohne drastische Zuspitzung ausgekommen, da sie mit ihren leisen Tönen vollkommen überzeugt.

Ich hätte das Buch fast nicht gelesen, weil ich mich auch nach drei Anläufen (jeweils zehn gelesene Seiten!) nicht mit dem Schreibstil anfreunden konnte. Er ist ungewöhnlich. Sehr reduziert, viele kurze Hauptsätze, die teilweise in langen Satzkonstrukten aneinandergereiht werden. Dann habe ich das Buch wieder zur Hand genommen, mit dem festen Vorsatz wenigstens drei Kapitel zu bewältigen und dann endgültig zu entscheiden, ob ich es lesen möchte oder nicht. Aus drei Kapiteln ist innerhalb von 24 Stunden das ganze Buch geworden. Irgendwann hat es mich gepackt, auch der originelle Stil, den man mit der Zeit völlig vergisst. Am Ende hätte ich noch ewig weiterlesen können.

Fazit: "Das Glück hat vier Farben" von Lisa Moore ist ein Buch, das einfach und geradlinig beginnt, sich aber mit jeder Seite weiter öffnet und entfaltet und mich - nachdem ich mich eingelesen hatte - völlig in seinen Bann geschlagen hat. Kleine Episoden laufen zu einem komplexen Gesamtbild zusammen, das im Leser unterschiedlichste Emotionen weckt. Die Geschichte von Protagonistin Flannery rührt zu Herzen, lässt vielleicht sogar ein paar Tränen fließen und leise lächeln. Für mich ein absolut überraschendes kleinesfeines Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der einfühlsam und originell erzählte Geschichten liebt. 4,5 Punkte

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59 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

jugendbuch, fantasy, riders, spannung

Riders - Schatten und Licht

Veronica Rossi , Franca Fritz , Heinrich Koop
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.08.2017
ISBN 9783841402233
Genre: Fantasy

Rezension:

Veronica Rossis „Riders - Schatten und Licht“ hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Einmal abgesehen vom Ton des Buches (auf den ich gleich noch zu sprechen komme), ist die Handlung wirklich mager, was Cover und Klappentext nicht unbedingt erwarten ließen, denn beides macht einen tollen Eindruck. Dummerweise entpuppte sich die Inhaltsangabe quasi bereits als vollständige Beschreibung des Plots: Der 18jährige Soldat Gideon Blake wird nach seinem Tod als Manifestation eines apokalyptischen Reiters wiedererweckt und hat als solcher übermenschliche Fähigkeiten. Seine Aufgabe - so teilt ihm die hübsche Seherin Daryn mit - sei es, die anderen drei Reiter zu finden und zusammen mit ihnen gegen einen Haufen Dämonen zu kämpfen, die sich die Sippschaft nennen.

Ja, viel mehr ist es dann auch nicht. 526 Seiten lang beschreibt die Autorin, wie Gideon zusammen mit Daryn durch die USA und später Italien reist, um nach und nach die anderen apokalyptischen Reiter zu finden, ohne dass mir bis zur Hälfte klar wurde, wie und warum das alles passiert und was genau es mit der Sippschaft auf sich hat, weil niemand es für notwendig hielt, darüber zu sprechen oder mal genauer nachzufragen - wenig glaubwürdig. Charaktere, Motivationen, Worldbuildung... das alles ist nur schwach ausgearbeitet. Es gibt ein paar wenige Spannungsspitzen, die aus vordergründiger, lauter Action bestehen; Zusammentreffen zwischen Reitern und Dämonen, ein paar Faustkämpfe, Pferde. Dem ein oder anderen mag das gefallen, mir war es einfach zu wenig, zu inhaltslos und langweilig. Auch die Liebesgeschichte hat mich nicht erreicht. Die Gefühle entwickeln sich aus dem Nichts zwischen den Protagonisten und beide bleiben auch zu blass, um wirklich mitfühlen zu können.

Der Ton des Buches war außerdem mal so gar nicht meins. Ich hatte den Eindruck, die Autorin möchte unbedingt beweisen, dass sie in der Lage ist, sich in einen männlichen Protagonisten hineinzudenken. Herausgekommen ist ein extrem simples, machohaftes Verhalten der Hauptfiguren, die sich ständig darum streiten, wer denn nun der beste und tollste ist. Ab und zu ging es dabei - um mal etwas Positives zu erwähnen - auch mal humorvoll zu. Aber die meiste Zeit hatte in meinen Augen einfach niemand etwas Handlungsrelevantes zu sagen. Schlimmer: Viele Passagen (übrigens incl. der Danksagung der Autorin) könnte man problemlos in einer Werbebroschüre der US-Army veröffentlichen. Gideon wird nicht müde die große Bedeutung des Militärs im Allgemeinen und für ihn selbst im Speziellen zu loben, was natürlich ABSOLUT nachvollziehbar ist, zumal Gideon anfangs bei seinem ersten militärischen Einsatz (ein Fallschirmsprung) ums Leben kommt!

„Meinst du damit, dass ich in den Krieg ziehen werde? Ja, eines Tages bestimmt. Wenn man mich zu einem Einsatz schickt. Schließlich bin ich ein Soldat der US-Army.“ Ich hielt einen Moment inne, weil sich die Aussage noch immer neu und irgendwie gut anfühlte. Seite 98

In ihrem Nachwort schreibt die Autorin explizit, dank der Army bzw. seiner heldenhaften Repräsentanten sei die Welt ein besserer Ort. Was also ist die Botschaft? Krieg ist cool? Klar, erwartet man in einem Fantasybuch, in dem Gut und Böse aufeinandertreffen, keine diplomatischen Friedensverhandlungen. Aber hier wurde mir ehrlich zu konkret und undifferenziert das Militär in den Himmel gelobt.

Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen erzählt - ein Verhör (in der Gegenwart) und die Vorgeschichte, die sich aus Gideons Erinnerungen zusammensetzte, was auch überhaupt nicht mein Fall war, zumal sich dieses "verhörhafte" Erzählen des Gewesenen absolut unrealistisch las. Viel zu ausführlich und detailreich. Im Finale schließt sich der Kreis und Veronica Rossi führt die beiden Zeitebenen erstmals wirklich temporeich zusammen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich innerlich leider schon längst ausgestiegen. Die Fortsetzung ist in Amerika bereits unter dem Titel "Seekers" erschienen, wird von mir aber nicht mehr gelesen. 1,5 Punkte für ein paar nette Actionszenen

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

archäologie, griechische sage, 5 sterne, magie

Der magische Faden

Tom Llewellyn , Ilse Layer , Nina Dulleck
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.07.2017
ISBN 9783522184496
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich habe das Buch im Urlaub gelesen und fand es überraschend gut. Eine spannende, teilweise unheimliche, sehr gut erzählte Kindergeschichte mit lebensnahen Protagonisten, in der spielerisch Wissen über die griechische Mythologie und naturwissenschaftliche Zusammenhänge vermittelt wird. 


Was mir hier besonders gefällt, sind die Charaktere, die feinfühlig gezeichnet und mit menschlichen Macken ausgestattet sind. In Ich-Erzähler Markus wird sich der oder die eine oder andere bestimmt wiederfinden. Markus ist nah am Wasser gebaut und weint bei geringsten Anlässen, weshalb er es in der Schule nicht leicht hat, geärgert und gemobbt wird. Sein jüngerer Bruder Lukas ist hingegen ein echter Haudegen, der gerne austeilt und dann erst nachdenkt. Die kleine Schwester Jannie ist hochintelligent, spricht aber nicht. Aster, Markus’ Schulfreundin, hat üble Schlafprobleme. Dabei ist es wie im echten Leben - alles hat seine Ursachen. Und die Kinder hatten es nicht immer leicht, sie alle haben einen familiären Verlust erlitten und sind innerlich aus dem Gleichgewicht.

Ohne zu weit und belastend für die Altersgruppe in die Tiefe zu gehen, strickt der Autor um seine Protagonisten ein außergewöhnliches Abenteuer. Eines Tages nämlich trifft ein geheimnisvolles Päckchen vom totgeglaubten Vater der Geschwister Markus, Lukas und Jannie ein, in dem sich ein komisches Wollknäuel befindet. Diesem scheint eine starke Energie und vielleicht sogar ein echtes Bewusstsein innezuwohnen. Schon bald passieren die seltsamsten Dinge und mysteriöse Besucher treten auf den Plan. Verfolgt der Faden möglicherweise eine Absicht? Will er den Kindern etwas mitteilen?

Es ist ein stellenweiser recht abgefahrener Mix aus Detektivstory, Abenteuer und Fantasy, der ungewöhnlich erwachsen für ein Kinderbuch ist, ein bisschen philosophisch und auf eine kreative, sympathisch-unaufdringliche Weise informativ. Unter anderem erfährt man etwas über die neuere Deutung der Sage von Theseus und dem Labyrinth des Minotaurus und welche Lehre wir daraus ziehen könnten. Diese Botschaft fand ich nicht nur ziemlich lustig, sondern auch sehr passend für ein Kinderbuch. Letztendlich geht es darum, dass niemand perfekt ist und jeder seine Fehler hat. Ein netter Einfall hierbei: Nicht nur nimmt die Handlung Bezug zur klassischen Heldenreise, sondern gleicht dieser auch selbst ein wenig, da die Kinder eine beachtliche Entwicklung hinlegen und an den Ereignissen merklich reifen. Sie bestehen ein Abenteuer, lernen einiges über sich selbst und wachsen zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen, in der jeder den anderen - so wie er ist - akzeptiert.

Spannend erzählt und stellenweise humorvoll, fällt es  unwahrscheinlich leicht, in die Handlung zu finden, da sich der Autor nicht mit langen Erklärungen aufhält, sondern - ideal für die Altersgruppe - direkt einsteigt und Informationen dann nach und nach einfließen lässt. Den anschaulichen Schreibstil, der Ereignisse nicht runterleiert, sondern sie spürbar macht und den Leser gekonnt an die Hand nimmt, mochte ich sogar so gerne, dass ich schon nach weiteren Veröffentlichungen des Autors gegoogelt habe. Es wird also sicher nicht mein letztes Buch von Tom Llewellyn gewesen sein. Sollte "Der magische Faden" eine Fortsetzung nach sich ziehen, würde ich mich freuen. Das Ende wirkt zwar abgeschlossen, eine Serie wäre aber durchaus denkbar, da (buchstäblich) einige lose Fäden bleiben.

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(109)

311 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

magonia, jugendbuch, vögel, fantasy, mariadheadley

Magonia

M. D. Headley , Julia Walther
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.04.2017
ISBN 9783453270176
Genre: Jugendbuch

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(20)

34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

pubertät, kurzgeschichten, kein ratgeber, mit viel humor, lustig

Und ewig schläft das Pubertier

Jan Weiler , Till Hafenbrak
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.07.2017
ISBN 9783492057721
Genre: Humor

Rezension:

Muss man pubertierende Kinder haben, um über Jan Weilers Humor lachen zu können? Vermutlich. Mindestens ist es hilfreich. Denn die eigene Jugend hilft leider kein bisschen dabei, das alltägliche, zermürbende Zusammenleben mit Teenagern zu begreifen, da in unserer Erinnerung doch irgendwie vor allem die Eltern die seltsamen Wesenheiten innerhalb der Familie darstellen. Tatsächlich ist das bereits der Witz an der Sache. Es ist ein ewiger Kreislauf gegenseitigen Nichtverstehens und Genervtseins der Generationen, den man sehr viel besser erfassen kann, wenn man selbst ein (gebeutelter) Teil davon aus.

Jan Weiler ist eine Art humoristisches Sprachrohr all jener gebildeten, aufgeklärten und toleranten Eltern geworden, die von sich behaupten würden, einen guten Draht zu ihren Kindern zu haben, aber trotzdem mit ansehen müssen, wie plötzlich (bildlich gesprochen) „haushohe“ zwischenmenschliche Barrikaden hochgezogen werden – sei es in Form von beharrlicher Schweigsam-/Zickigkeit, mit Hilfe ständig verschlossener Zimmertüren und unüberwindbar scheinenden Stapeln aus Dreckwäsche oder in Form von Whatsapp-Gruppen, aus denen die Eltern vehement ausgeschlossen werden. Der Autor führt sehr amüsant vor, welche Marotten Teenager entwickeln, an welche Grenzen Eltern in der Pubertät stoßen (dabei lässt er sich häufiger über die der pubertierenden Mitbewohner aus, als über die eigenen, zugegeben) und wie selbst liberale Eltern ab einem bestimmten Zeitpunkt in den Augen ihrer Kinder zum Steinzeitrelikt mutieren.

Es ist befreiend in den Worten eines anderen eigene Erlebnisse wiederzufinden und über den Humor Ärgernisse auf Stecknadelkopfgröße zusammenschrumpfen zu sehen. Etwa wenn die Tochter (weil: erste Fahrstunden) plötzlich penetrant die Fahrkünste der Eltern kritisiert, oder der Sohnemann die ersten "Ladies klarmachen" will, dann aber alles etwas anders kommt. ;-)
Wir hatten das Buch mit im Urlaub, haben es auf einer langen Autofahrt vorgelesen und uns schlapp gelacht. Nicht alle Episoden sind qualitativ gleichwertig, nicht alle gleichermaßen humorvoll. Insgesamt aber haben wir uns (und noch öfter unsere Kids) häufig in den kleinen, glossenartigen Geschichten wiedergefunden – und ganz leise haben auch die Kinder (12 und 17) auf der Rückbank gekichert. Zugeben würden sie das selbstverständlich nicht.
Für diese unterhaltsame Autofahrt vergebe ich gerne vier Sterne!

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(148)

246 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

thriller, haus, psychothriller, london, the girl before

The Girl Before

JP Delaney , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 25.04.2017
ISBN 9783328100997
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"The Girl before" vom britischen Autor JP Delaney (Pseudonym) ist eines jener Bücher, die die Meinungen der Leserschaft spalten. Vom Spiegel wenig schmeichelhaft als „glattpolierter Thriller mit eingebauter Bestseller-Garantie“ eingestuft, kann die Geschichte erwartungsgemäß zwar viele Leser fesseln, ruft aber auch jene kritischen Stimmen auf den Plan, die sich an den stereotypen Figuren und ihren abwegigen Entscheidungen stören, ohne die diese Geschichte recht schnell zu Ende erzählt wäre.

Denn glücklicherweise ziehen die beiden Protagonistinnen Emma und Jane im Abstand weniger Jahre nacheinander - und entgegen aller im Leserkopf aufflackernden Warnlämpchen - in Folgate Street Nummer 1 ein, ein obskures Londoner Hightechhaus, dessen Mietvertrag ein Pamphlet von Regeln und Verboten beinhaltet, so dass schon das Herumliegenlassen von Kleidung einem Verstoß in der Größenordnung eines eigenmächtigen Umbaus gleichkommt.

Ja, ich weiß... ich verfalle in Sarkasmus. Aber im Ernst, das Verhalten ist doch wirklich seltsam. Weder Emma noch Jane erscheinen die massiv in die Privatsphäre eingreifenden Vorschriften sonderlich unangebracht. Ein ellenlanger Psychotest für Mieter? Regelmäßige Führungen durch das Haus? Kameras? Sensoren? Inspektionen? Keine eigenen Möbel? Da klingelt nichts. Auch nicht, als der humorlose Vermietertyp mit seinem ausgeprägten Kontrollzwang auf der Bildfläche erscheint. Ganz im Gegenteil genügt beiden Frauen ein Blick auf den adretten Stararchitekten Edward Monkford, um auch sofort ein Verhältnis mit ihm zu beginnen. Nun ist die eine (Emma) tot, die andere (Jane) wird langsam misstrauisch… denn irgendetwas scheint da doch nicht zu stimmen. Sind Edwards Frau und Sohn vor Jahren wirklich bei einem Unfall gestorben, oder steckt mehr dahinter? Und ist Emma wirklich selbstverschuldet in den Tod gestürzt? Jane beginnt zu recherchieren!

Klar, auch mich hat die Inhaltsangabe sofort neugierig gemacht! Und was hätte man aus dieser Geschichte nicht alles machen können. Mir schwebte da ein Haus vom Format eines Horrorautos Christine vor, eine Gruselbude mit fiesem Eigenleben, die die Nackenhaare in die Höhe schnellen lässt. Man hätte auch eine deutliche Abrechnung mit einer sich selbst entfremdenden digitalen Welt hinlegen können oder unserer fortschreitenden gläsernen Existenz… alles wäre möglich gewesen. Nur sehr wenig von diesem Potenzial hat sich JP Delaney wirklich zunutze gemacht.  Unterm Strich bin ich von diesem "Thriller" mehr als enttäuscht.

Zum einen stand das "Haus" selbst sehr viel weniger im Zentrum der Ereignisse, als ich vermutet hatte. Lässt man das einmal außen vor, fehlte mir jedoch auch vollständig der Bezug zu den beiden Protagonistinnen. Beide wissen vor allem die Vorteile des Smarthauses zu schätzen, seine minimalistische Eleganz. Mag sein, dass dies vom Autor so beabsichtigt ist. Aber durch die Abstinenz kritischer Gedankengänge, war für mich bereits der Einzug in Folgate Street Nr. 1, der am Anfang einer ganzen Kette von Ereignissen steht, so leider nicht nachvollziehbar. Es fehlte mir hier an der Art Cleverness, die ich an Protagonisten schätze.

Tatsächlich habe ich mich durchgehend über sie gewundert und versucht sie zu verstehen, was mir einfach nicht gelungen ist, da ich im zweiten Schritt auch die "Lovestories" nicht überzeugend dargestellt fand. Emma ist gerade erst in ihrer Wohnung überfallen worden und möchte mit ihrem Freund Simon einen Neuanfang starten. Jane hat eine Totgeburt erlitten. Beide stürzen sich unmittelbar in eine Affäre mit BDSM-Fan und Karrierist Monkford, Mister "Bloß-keine-Verpflichtungen-denn-dann-fühlt-es-sich-nicht-perfekt-an". Dieser Monkford ist alles andere als ein Sympathieträger, sondern schlichtweg ein empathieloser Eisklotz. Im Laufe der Handlung gibt es kleinere Wendungen und der Leser lernt die Frauen etwas besser kennen. Trotzdem mangelte es ihnen in meinen Augen an Persönlichkeit. Von dem hier bedienten Beziehungsbild fange ich gar nicht erst an. Es verkauft sich offenbar immer noch gut.

Der Mittelteil war mir auch schlichtweg zu langweilig. In einen Thriller gehören für mich Bedrohungsmomente oder aber in anderer Form fesselnde Elemente, die ich hier einfach nicht ausfindig machen konnte, da es im Wesentlichen um das langsame Kennenlernen der beiden Frauen geht, das - wie gesagt - für mich trotz einer mitschwingenden tragischen Komponente, zu oberflächlich ausfällt und auch zu oft in billige Erotikszenen abgleitet.

Nicht zuletzt habe ich den Wechsel der Perspektiven und Zeitebenen hier als störend empfunden, weil sich Emma und Jane nicht nur optisch, sondern auch in ihrem Verhalten lange Zeit so ähnlich sind, dass ich immer wieder überlegen musste, wer denn hier eigentlich wer ist. Einziger Unterschied: In der Vergangenheit gab es keine Anführungszeichen. Das war allerdings weniger eine Hilfe, als eine weitere Hürde in dem ansonsten - zugegeben - sehr eingängigen Lesefluss.

Kurz und gut: Trotz Top-Ten-Status in der Bestsellerliste für mich leider ein Flop! Zuwenig Haus, viel (seltsame) Beziehung. Wenig Spannung, viel Langeweile und Charaktere, die mir der Autor nicht nahebringen konnte. Die Geschichte ist sachkundig verfasst, war für mich aber nur mäßig unterhaltsam. Aufgrund der Tragik, die teilweise mitschwingt, in meinen Augen mehr Mysterydrama als Thriller.

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