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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Erhebung

Stephen King , David Nathan
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 12.11.2018
ISBN 9783837144611
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Originelle Idee, etwas zu zahm erzählt. So meine ersten Gedanken, nachdem ich "Erhebung" beendet hatte. Kings Kurzgeschichte erzählt von Scott, einem Mann mittleren Alters, der immer leichter wird, während er seine eigentliche "Form" beibehält.


In einem zweiten Handlungsstrang geht es um Scotts Nachbarinnen, ein lesbisches Pärchen, das in der Kleinstadt Castle Rock (!) ein schlecht besuchtes Restaurant führt, da es seitens der Ortsbewohner mit  zahlreichen Vorurteilen konfrontiert ist. Scott beginnt, sich über die Situation der beiden Frauen Gedanken zu machen und sucht den Kontakt zu der hübschen Deidre, die allerdings erstmal dicht macht.

Das politische Statement (gegen Homosexuellen-Feindlichkeit!) ist eindeutig und ich bin mit King vollkommen einer Meinung. Letztendlich fehlte mir nur der narrative Biss und die Subtilität. Die Botschaften drängen sich dem Leser/Hörer in einigen Szenen und Dialogen zu stark auf. Was bei den Charakteren schnell den Eindruck von Schablonenhaftigkeit erweckt.

Trotzdem ist es eine schöne Geschichte, ohne Horror, die mit einigen Urängsten zu verunsichern weiß. Scotts Gewichtsverlust zieht sich als roter Faden durch das Buch und wird zur Parabel auf das Leben. Eine Parabel, die wunderbar in die Weihnachtszeit passt. Liebe, Freundschaft, Demut vor der Endlichkeit, Mut, Loslassen, Wahrnehmung. Zahlreiche Motive sind an die Idee geknüpft und halten die Gedanken am Laufen.

Einen ganzen Punkt mehr gibt es für die Leistung von David Nathan. Sonor, kraftvoll, aber nicht überbetont führt er durch die Handlung und wird einmal mehr zu Kings deutscher Stimme.

Fazit: Eine nachdenklich machende Kurzgeschichte, die gut in die Weihnachtszeit passt, die Botschaften teilweise aber zu stark forciert.

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69 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Dance. Love. Learn. Repeat.

Tom Ellen Lucy Ivison, Tom Ellen , Fabienne Pfeiffer
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2018
ISBN 9783551521088
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch wird insgesamt nicht gerade überschwenglich gefeiert. Ich selbst bin positiv überrascht. Kritikpunkte anderer Rezensenten kann ich zwar nachvollziehen und würde einige auch fett mit rotem Edding unterstreichen, aber alles in allem fand ich die Geschichte herrlich.


Lucy Ivison und Tom Ellen beschreiben das Leben einer Gruppe Studenten im ersten Semester. Frisch von der Schule, in vielen Dingen völlig unerfahren, auf der Suche nach Abenteuer und neuen Freundschaften stürzen sich die jungen Leute erwartungsvoll und übereifrig in die Party- und Orientierungswochen. Die 18-jährige Phoebe ist da keine Ausnahme, wenngleich sie insgeheim etwas ganz anderes beschäftigt: Ihr langjähriger Schwarm Luke besucht nämlich dieselbe Uni und Phoebe hofft, ihm endlich näher zu kommen.

Wer jetzt eine herzergreifende Liebesgeschichte erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht sein. Es ist schon irgendwie eine Liebesgeschichte, aber eine sehr normale. Vor die Annäherung von Phoebe und Luke schieben sich immer wieder kleine Alltags-Episoden und spleenige Sidekicks. Genau das hat mir allerdings gefallen. Alles fühlte sich echt, spontan und unkonstruiert an. Im realen Leben ist es genauso: Da dreht sich nicht ständig alles um die große Liebe, sondern auch um viele andere Dinge.

Ob die Herangehensweise der Dramaturgie durchgehend gut tut, sei dahingestellt. Längen will ich nicht bestreiten und viele Nebencharaktere sind allenfalls Staffage. Aber dieses Dahintreiben der Charaktere, zwischen Partys, Alkohol, Flirts und Seminaren - das hat etwas sehr Zwangloses, Spritziges, vielleicht auch Belangloses dann und wann, aber das hat mich nicht gestört. Schreiend komisch fand ich die Handlung zwar nicht. Aber gegrinst habe ich oft.

Natürlich will man vor allem wissen, ob Phoebe und Luke zusammenkommen. Oder, ob sich Luke schließlich doch für seine Ex entscheidet. Und, ob diese ätzenden Fußballer, die Bilder ihrer schlafenden Sex-Eroberungen in einem Online-Chat veröffentlichen („Galerie der Schande“), am Ende so richtig eins auf die Mütze kriegen. Ich für meinen Teil habe dies alles wirklich gerne verfolgt und fand das Ende glaubwürdig und überzeugend.

Zu bemängeln hätte ich nur das nervtötende „Jaah“, das die Protagonisten ständig von sich geben. Nach dem 50sten Mal habe ich aufgehört zu zählen. Was die Autoren (Übersetzer!) da geritten hat, ist mir ein Rätsel. Nicht nur, weil man über die seltsame Schreibweise stolpert, sondern auch, weil man jedes einzelne „Jaah“ mit einem befriedigenden „Jaah!“ bedenkenlos aus dem Text hätte tilgen können. Ebenso wie Phoebies Freundin Frankie übrigens, die am laufenden Band Bemerkungen wie auf Droge von sich gibt. Während ich von dem schmarotzenden Arthur und seinem stinkenden Camembert gerne noch mehr gelesen hätte.

Fazit: Spleenige Unterhaltung ohne den üblichen Schmalz mit einigen Längen, die mich größtenteils nicht störten.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

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16 Uhr 50 ab Paddington

Agatha Christie , Beate Himmelstoß (Sprecher) ,
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 08.03.2006
ISBN 9783899407945
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Chiisakobee 4

Minetaro Mochizuki
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.10.2018
ISBN 9783551720986
Genre: Comics

Rezension:

Es heißt Abschied nehmen: Der vierte ist der letzte Band der Mangareihe „Chiisakobee – Die kleine Nachbarschaft“ und sie endet, wie sie begonnen hat – leise und elegant. Eine Reise geht zuende. Das spürt man schon mit den ersten Bildern. Shigeji und Ritsu zeigen sich ungewohnt nachdenklich. Sie wirken einander zugewandt, in Gesten und Gedanken. Keine geballten Fäuste, kein stures Ausweichen.

Nachdem im dritten Teil eine Art emotionaler Knoten geplatzt ist, widmet sich dieser Band ganz der Beziehung zwischen Shigeji und Ritsu. Wie diese endet, nimmt das Cover augenscheinlich vorweg. Dennoch ist es faszinierend, sich von den Bildern das letzte Stück des Weges tragen zu lassen. Es ist nach wie vor erstaunlich, wie kraftvoll und doch schlicht Zeichner Minetaro Mochizuki Gefühle transportiert. Er zoomt heran und wieder weg, inszeniert Details und Körperhaltungen, legt sein Augenmerk auf beiläufige Momente, die der Geschichte und den Personen Lebendigkeit einhauchen. Es fesselt, diese Bilder zu betrachten. Sie führen mit einem Minimum an Text und einfachen, klaren Strichen ausdrucksstark durch die Handlung.

Der Abschluss einer Reihe, das letzte Mosaikstück, bietet immer die Möglichkeit, ein Werk in seiner Gesamtheit zu beurteilen: Und da zeigt sich wenig Kritik. Persönlich finde ich, hätte man einen Band einsparen können. Die ruhige Erzählweise macht diese Reihe so einzigartig, doch kleine Kürzungen hätten der Qualität nichts anhaben können. Bisweilen hat man den Eindruck, dass sich die Handlungsfäden zu schwach entwickeln.

Kritisiert hatte ich in einer früheren Rezension das Frauenbild: Und ja, ich bin kein Fan von dem Klischee, dass wir Frauen vom männlichen Geschlecht gerettet werden müssen. Dieses Eindrucks kann man sich hier leider nicht ganz erwehren. Ob es nun an der Roman-Vorlage aus den 1950er Jahren liegt, oder an überholten Rollenbildern, die sowohl in unseren Köpfen, als auch in der Realität weiterhin – und nicht nur in Japan – zu finden sind.

Davon abgesehen ist Chiisakobee ein angenehm reifer, bodenständiger Manga mit starken und sensiblen Charakteren und einer authentischen Entwicklung, ohne künstliches Drama oder vor Kitsch triefender Romantik, vor allem aber ein großer visueller Genuss.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Jeder von uns ist ein Rätsel

A.J. Steiger , Annette von der Weppen
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2018
ISBN 9783551583796
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Alvie hat das Asperger-Syndrom. Das allgemein als leichte Form von Autismus bezeichnet wird. Ihren Alltag bewältigt die junge Frau aber sehr gut. Da sie keine Eltern mehr hat, lebt sie mit ihren 17 Jahren allein und bestreitet ihren Lebensunterhalt mit einem Job als Tierpflegerin. Lediglich soziale Kontakte hat sie kaum. Im Grunde beschränken diese sich auf die regelmäßigen Besuche eines Sozialarbeiters. Um per Gerichtsbeschluss als mündig anerkannt zu werden, befolgt Alvie den Rat des Pädagogen und wagt sich aus ihrem Schneckenhaus. Allerdings erstmal nur virtuell. Zaghaft schreibt sie den 19jährigen Stanley an, dessen Handy sie aus einem Teich gefischt hat.


Liebe, Verwicklungen, zarte sexuelle Gefühle, Familiendrama, Humor und viel Optimismus stecken in „Jeder von uns ist ein Rätsel“. Es ist eine klassische Comig-of-Age-Geschichte, eine die man nachdenklich, bewegt, aber glücklich zuklappt. Noch dazu mit dem gewissen Etwas, die aus einer guten Story einen Pageturner macht.

Autorin A.J. Steiger macht es dem Leser leicht, ihre Protagonisten zu mögen. Es sind Sympathieträger, durch und durch. Stanley ist ruhig, sensibel und mitfühlend. Und auch Alvie hat das Herz am rechten Fleck. Durch ihre Eigenheiten gerät sie leider oft in Schwierigkeiten. Die Annäherung zwischen Alvie und Stanley ist daher nicht einfach. Zumal beide aus Gründen, die der Leser erst nach und nach erfährt, viel Scham und Zweifel in sich tragen.

Ich habe Alvies und Stanleys Geschichte wirklich gerne gelesen. Meine einzige Kritik betrifft die Hintergründe des Todes von Alvies Mutter. Schicksalsschläge gehören zum Inventar vieler Jugendbücher. Aber es ist ein schmaler Grad zwischen „rührend“ und „rührselig“ – ohne groß spoilern zu wollen, hier wurde mir am Ende zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Manchmal ist weniger mehr. Und die Geschichte von Alvie und Stanley hätte diese Art der Dramatisierung einfach überhaupt nicht nötig gehabt.

Wird das Asperger-Syndrom realistisch dargestellt? Das habe ich mich natürlich gefragt. Als Nichtbetroffene kann ich es schwer beurteilen. Ich könnte mir vorstellen, dass Alvie in gewisser Hinsicht als stereotyp wahrgenommen werden könnte. Sie hat eine Menge „Marotten“ – faucht manchmal wie ein Kaninchen. Schaukelt bei Überforderung vor- und zurück. Zieht zwanghaft an ihren Zöpfen. Rastet bisweilen aus. Möchte nicht berührt werden. Erträgt bestimmte Stoffe auf der Haut nicht. Hat ein Faible für wissenschaftliche Fakten. Ist schnell reizüberflutet. Das sind viele Symptome auf einmal. Vielleicht zuviele? Asperger äußert sich – wie die meisten Phänomene – nicht einheitlich. Für mich als Außenstehende war es vor allem wichtig, Alvies Probleme nachvollziehen zu können. Und das konnte ich. Ich konnte ihre Frustration spüren, wenn sie bestimmten Situationen ausgeliefert war. Ihre Unsicherheit. Ihre Hilflosigkeit.

Gleichzeitig gelingt der Autorin etwas Entscheidendes: Nämlich Alvie als völlig normales Mädchen darzustellen. A.J. Steiger lässt keinen Zweifel daran, wem ihre Sympathien gehören: Alvie und Stanley, den scheinbar Unnormalen. Die sich als sehr viel normaler erweisen, als die sogenannten „Gesunden“, die oft borniert, abweisend und gehässig handeln. Auch das ist vielleicht stereotyp. Aber es steckt auch Wahrheit darin. Und natürlich macht es – wie so oft – verdammt viel Spaß, sich auf die Seite der vorgeblichen Loser zu schlagen.

Fazit: Süß, zart, lebensbejahend und optimistisch. Eine romantische Geschichte über zwei Außenseiter, die mit-einander zu sich selbst finden. Stellenweise wäre weniger mehr gewesen. Trotzdem: Ein Pageturner!

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50 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Die Känguru-Apokryphen

Marc-Uwe Kling , Marc-Uwe Kling
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 12.10.2018
ISBN 9783957131492
Genre: Humor

Rezension:

Nach dem teilweise überspannten dritten Band und Klings Randnotiz, kein weiteres Känguru-Buch mehr schreiben zu wollen (es sei denn, er brauche dringend Geld!), jetzt also die "Apokryphen": Unveröffentlichte, neu veröffentlichte und überarbeitete Episoden mit dem Kleinkünstler und seinem Beuteltier.

Fortsetzungen von Fortsetzungen von Fortsetzungen sind leider nicht immer nötig, in diesem Fall habe ich mich allerdings sehr gefreut, dass MUK "nur noch macht, wozu er Lust hat" und Lust hatte er auf dieses Buch.

Wenn man Kritik sucht: Ja, der rote Faden ist nicht so genial gespannt, wie in den Chroniken und dem Manifest. Es ist keine schnurgerade Geschichte, die von A nach B führt, sondern wirklich nur eine kleine Sammlung neuerer und älterer Episoden. Humoristisch sind nicht alle Kapitel auf dem Punkt. Hier und da geht die Pointe ein bisschen ins Leere. Aber wie Kling ja selbst immer sagt: Es ist viel Schönes dabei.

Erfreulicherweise findet das Känguru auch zu seiner schmeichelnden Hinterhältigkeit zurück. Der zuletzt recht aggressiv-herumblaffende Ton des kommunistischen WG-Bewohners pegelt sich wieder auf einem guten Level ein. Überhaupt: Die Szenen wirken weniger erzwungen und die Herangehensweise ist spürbar leichter, womöglich weil der Druck, ein perfektes Ende - für eine als Trilogie angekündigte Reihe - finden zu müssen, wegfällt.

Für mich der drittbeste Teil, der bei uns aktuell in Dauerschleife läuft und auf charmant-clevere Art wieder Gesellschaft, Politik und menschliche Marotten durch den Kakao zieht. Schwedische Forscher können das bestätigen! ;-) Mir würde etwas fehlen, wenn Marc Uwe Kling von jetzt an keine Lust mehr auf's Känguru haben würde.

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal

Robert R. McCammon , Nicole Lischewski
Fester Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783958351974
Genre: Historische Romane

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(3)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tod in der Villa Saturn

M.R.C. Kasasian , Johannes Sabinski
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 04.10.2018
ISBN 9783455004083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bereits der zweite Teil der Serie hatte mir einiges abverlangt. Inzwischen denke ich, dass mein gemeinsamer Weg mit dem kriminalistischen Sonderling Sidney Grice und seinem freundlichen Mündel March Middleton an dieser Stelle endet.


Kritikpunkte, die mich schon in den ersten Büchern störten, haben sich in „Tod in der Villa Saturn“ nicht nur erneut bestätigt, ich habe sie sogar als noch stärker empfunden. Dabei waren die ersten 200 von insgesamt mehr als 500 Seiten recht vielversprechend. Auch deshalb, weil der ständig pöbelnde Sidney Grice gleich anfangs zu einer Morduntersuchung in ein Kloster gerufen wird und die angenehme Erzählerin der Geschichten, March Middleton, auf sich alleine gestellt ist.

Die junge Frau erhält eine Einladung eines ihr bis dato unbekannten Onkels, sie in seiner Villa zu besuchen. Als sie der Bitte nachkommt, arten die Ereignisse allerdings etwas aus. Erst drängt besagter Onkel March dazu, ein Testament in seinem Namen und zu ihren Gunsten aufzusetzen. Wenige Stunden später wird der Onkel dann brutal ermordet. Wirklich seltsam aber ist: March glaubt, sie selbst könnte die Täterin sein. Noch seltsamer sind die Wendungen, die die Sache anschließend nimmt.

Und seltsam liest sich der Anfang tatsächlich, teilweise fast (alb-)traumartig, wie unter Drogen. Dies allerdings bewusst. Gleichzeitig baut Kasasian eine mysteriöse Spannung auf und führt in seiner gewohnt-gewählten Ausdrucksweise, an der Nostalgie-Fans ihre wahre Freude haben dürften, wunderbar in die Geschichte ein.

Nach den ersten Kapiteln geht es bergab mit dem Niveau. Der Humor ist alles andere als gelungen. Alle paar Absätze hagelt es derbe Sprüche. March Middleton steht wieder im Mittelpunkt des boshaften Spotts und wird von allen Seiten ausdauernd auf ihre Reizlosigkeit hingewiesen. Leider fällt es mir schwer zu lachen, wenn Menschen pietätlos runtergemacht werden. Das ist nicht meine Art
Humor und in dieser Häufigkeit inzwischen sowieso mehr als nervig.

Bisher haben die Seitenhiebe der Figur March Middleton wenig anhaben können – in diesem Teil ist das anders. March war für mich eine einzige große Enttäuschung. Zu naiv, zu duldsam, zu leicht manipulierbar schlittert sie von einem Unglück ins nächste. Nach den ersten Fehlern, begeht sie weitere, lässt allen Hohn wehrlos über sich ergehen und agiert allgemein wie ein x-beliebiges blondes Dummchen. Die starke, emanzipierte Frau der ersten zwei Bände lässt sich erst in den letzten Absätzen wieder erahnen.

Dazwischen viele, viele Szenen und Dialoge, die die Handlung aufgeblasen, schlichtweg zu lang erscheinen lassen und auch sonst keine Freude bereiten, weil sie immer wieder den abgeschmackten Humor ins Zentrum rücken und logisches Handeln bzw. Lösungswillen der Beteiligten vermissen lassen.

Für mich war vor dem Lesen klar, dass meine Haltung zu der Serie mit diesem Band steht und fällt: Denn entweder, sie findet zurück zu anfänglicher Stärke oder sie kippt weiter Richtung Posse. Zweiteres ist geschehen. Was ich sehr bedauere, weil die Reihe mit mehr Fingerspitzengefühl die Chance zum Kult hätte und Kasasian sprachlich enorm viel Talent hat.

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152 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

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Die Sprache der Dornen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.10.2018
ISBN 9783426226797
Genre: Fantasy

Rezension:

Gleich vorab: Wer auf der Suche nach wattebauschigem (Liebes-) Glück ist, dem sei „Die Sprache der Dornen“ nicht empfohlen. Bardugos Märchen sind anders: Sie sind emanzipiert, düster und wendungsreich. Vor allem aber enden sie niemals, indem ein tapferer, junge Prinz seine schöne Prinzessin in den Sonnenuntergang entführt. Die Guten werden nicht zwangsläufig belohnt, nur weil sie gut sind. Mehr noch: Das ausschließlich Gute gibt es im Grunde gar nicht. Es handelt sich vielmehr um das Menschliche, mit all seinen Facetten, den hellen, wie den dunklen.

Die Geschichtensammlung ist eine Ergänzung zum von Leigh Bardugo erschaffenen Grischa-/Krähen-Universum. Inhaltlich hat sie damit aber nichts gemein und kann daher eigenständig gelesen werden. Gelegentliche, spezielle Bezeichnungen erklären sich aus dem Zusammenhang. Enthalten sind sechs Erzählungen. Zwei von ihnen kannte ich bereits. Sie wurden von Carlsen vor einigen Jahren schon einmal veröffentlicht, „Der allzu kluge Fuchs“ und „Die Hexe von Duwa“. Weitere Titel lauten:

– Ayama und der Dornenwald
– Kleines Messer
– Der Soldatenprinz
– Als das Wasser das Feuer ersang

Man kann sich schwer vorstellen, dass es sich um Arbeiten des 21. Jahrhunderts handelt. Die Sprache ist der alter Grimmscher Werke täuschend ähnlich. Auch die Handlungen beginnen mehrfach auf uns bekannte Weise. Ein armes Mädchen/ein armer Junge muss auf der Suche nach Glück verschiedene Prüfungen bestehen. Hier enden die Ähnlichkeiten dann auch schon:

Leigh Bardugo wendet sich bewusst von der Komposition traditioneller Märchen ab. In ihren Augen enden diese nämlich häufig „unwahr“. Unmögliche Aufgaben seien eine seltsame Art, einen Bräutigam zu suchen, schreibt sie im Nachwort. Und auch das Happy End von Hänsel und Gretel erzeugte bei ihr angesichts der Charakterschwäche des Vaters immer ein starkes Unwohlsein. Entsprechend stellt Bardugo die Regeln neu auf: Ein Happy-End um des Happy-Ends willen ist nicht mehr erklärtes Ziel, Reichtum und Hochzeit schon gar. Stattdessen geht es fast immer darum, die (oft geschickt verborgene) Wahrheit zu entdecken und auch das eigene, individuelle Ich.

Die Frage, ob das Buch für Kinder geeignet ist, ist nicht leicht zu beantworten. Ich glaube, einige Geschichten haben eine so verschwommene Moral, dass sie zumindest für jüngere Kinder schwer verständlich sind. Andererseits gibt es gerade für Mädchen fast immer eine tolle Botschaft (Selbstbestimmung!), wenn man nicht gerade an der Vorstellung vom Jungen auf dem weißen Pferd festhalten möchte. Ich hätte meiner Tochter in früheren Jahren (jetzt ist sie zu groß!) „Ayama und der Dornenwald“ und „Kleines Messer“ gerne vorgelesen. Einige andere Geschichten hätten mich – aufgrund der beklemmenden Atmosphäre – zögern lassen. Obwohl der Gewaltaspekt selbst nicht ausgeprägter ist, als in alten Märchenbüchern.

Wie so oft in Anthologien, haben mir nicht alle Geschichten gleichermaßen gut gefallen, eine sogar gar nicht, da sie mir zu langatmig aufgebaut war. Vier von sechs fand ich allerdings so klasse – spannend, überraschend und sprachlich auf den Punkt -, dass die Höchstwertung hochverdient ist.

Auch die liebevolle Gestaltung überzeugt. Optisch ist das Buch ansprechend altertümlich, schillernde Bronze auf düsteren Schwarz-Blau-Tönen. Die großartige Aufmachung setzt sich im Innenteil fort. Alle Seiten werden umrahmt von märchenhaften Details, die im Laufe der jeweiligen Erzählungen zunehmen, bis sie zu einem vollständigen Bild zusammengewachsen sind. So gibt es auf jeder Seite etwas zu entdecken.

Für Fans der Autorin eine wunderbare Zugabe. Und für Märchenliebhaber ein ungewöhnliches, sehr lohnendes Lese-Erlebnis!

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Im Visier des Mörders

Sharon Bolton , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442487271
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Inhaltsangabe klang spannend. "Frau allein in Wildnis, verfolgt von Mörder" - das Motiv wurde schon oft in Buch und Film inszeniert und ist eigentlich ein todsicherer Spannungsgarant. Zumal mit der Rahmen-Thematik ("Ware Mensch") ein brisanter, erschreckend wirklichkeitsnaher Aspekt hinzukommt, gerade in Zeiten von Flüchtlingsströmen. Leider hat es sich damit auch schon.


Bereits der Klappentext ist schlecht gewählt: Hier wird so dreist gespoilert, dass man sich die ersten 10 Prozent des ebooks schenken kann. (SPOILER!) Zwölf Menschen unternehmen einen Ausflug mit einem Heißluftballon, beobachten einen Mord und geraten daraufhin "ins Visier des Mörders". Sämtliche Passagiere sterben, bis auf eine junge Frau.

Seite um Seite ist man dabei, während eine Person nach der anderen das Zeitliche segnet. Hat sich Sharon Bolton ihrer Ballonfahrer dann entledigt, denkt man "Jetzt geht's los!" und ist ziemlich verwundert, als die Jagd durch die Wildnis gleich im nächsten schmucken Dörfchen endet. Keine Verfolgungsszenen. Keine Survival-Tricks. Es ist kalt und der Heldin tun die Knochen weh. Mit größeren Schwierigkeiten bekommt es die Gejagte nicht zu tun.

Der Mörder ist lächerlich! Ein bulliger Typ mit Mutterkomplex und dem Geruchssinn eines Jean-Baptiste Grenouille. Herumschnuppernd und mit seinem Gewehr bewaffnet taucht er immer wieder in der Nähe der Heldin auf, versagt aber aufgrund seiner b-movie-artigen 08/15-Bösewicht-Dummheit ständig.

Natürlich gehört zum geschätzten Jagdszenario auch der gewiefte Cop, der den Fall übernimmt und die losen Fäden zusammenführt. Und ein dunkler Fleck in der Vergangenheit der Protagonistin, der sich ebenfalls nach und nach erhellt. Aus all den Zutaten hätte - wie gesagt - etwas Solides werden können. Wenn die Geschichte nicht wie ein besseres Drehbuch oberflächlich heruntergeleiert würde.
Wenn Sharon Bolton sich Zeit für die Gedanken und Ängste ihrer Heldin genommen hätte, um annähernd so etwas wie Nähe zum Leser aufzubauen. Was aber nicht passiert. An keiner einzigen Stelle.

Stattdessen entwickelt sich das Ganze in der zweiten Hälfte zu allem Überfluss zu einem grotesken Sister-Act-Verschnitt, den auch Sharon Boltons Faible für Twists nicht mehr retten kann. Die Überraschungen gegen Ende wirken gänzlich unstimmig, erscheinen weder erforderlich noch glaubwürdig und münden in einer allerletzten, hollywoodesken Wendung, bei der ich nur noch den Kopf schütteln konnte.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Siebengeschichten

Nina Blazon , Isabel Kreitz
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783848921133
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kurzgeschichten zählen eigentlich nicht unbedingt zu meinen liebsten Literaturformen. Aber vielleicht muss ich meine Einstellung nochmal überdenken - diese Anthologie, die noch dazu für Kinder ab 10 Jahren gedacht ist, hat mich nachgerade verschluckt.

Inspiriert von Gespenstersagen unterschiedlicher Länder, vereint die deutsche Jugendbuchautorin Nina Blazon darin sieben Erzählungen zu einem wahrhaft schaurigen Lesevergnügen.

Wenn ihr mich fragt, würde ich allerdings noch ein, zwei Jährchen länger warten, bevor ich meinen Kindern das Buch in die Hand drücken würde. Erfahrene Gruselprofis wird es zwar keine schlaflosen Nächte bescheren. Bei Kindern könnte das allerdings ganz anders aussehen.

Nina Blazon schafft eine vertrauliche Nähe zu ihren Figuren, wodurch man wunderbar mitfiebern kann, was zartbesaiteten Lesern aber eventuell unter die Haut gehen könnte. Zumal in keiner der Geschichten mit einem Happy End nach dem Motto war-doch-alles-nur-ein-Späßchen zu rechnen ist.

Echter Schrecken entsteht meistens im Kopf und beruht selten auf vordergründigen Effekten. Das Unheimliche in "Siebengeschichten" bleibt unheimlich, ist nicht erklär- und noch weniger berechenbar. Oft kommt es doppelbödig daher. Ist alles nur Einbildung? Oder lauert in den Geschichten etwas Böses, Irreales? Diese Frage ist verdammt beunruhigend. Sogar für mich – obwohl ich der Zielgruppe lange entwachsen bin.

Es wird von japanischen Mangafans erzählt, die dunkle Geister wecken. Von drei irischen Mädchen, die ihre anhängliche Stalkerin in den Tod treiben. Von einem monstermäßigen See in Schweden. Und einem hungrigen Weihnachtsbaum. Dem äußerst lebendigen Bild eines toten Jungen. Einem unheimlichen Mörderhaus und rachsüchtigen isländischen Feen. Klassischer Spuk, in einem modernen, staubfreien Gewand. So bildhaft beschrieben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und es quasi in einem Rutsch gelesen habe.

Eine Lieblingsgeschichte kann ich euch übrigens nicht nennen. Denn – und das passiert mir bei Anthologien wirklich selten bis gar nicht: Jede einzelne Geschichte hat mir richtig gut gefallen. Da ich in meinem Leben schon Unmengen an Horrorfilmen und Gespensterbüchern konsumiert habe, konnte ich zwar etliche Twists vorausahnen, was zu dem Genre aber auch irgendwie dazugehört und mir nicht den Spaß an dieser wunderbaren Sammlung und – nicht zu vergessen – den atmosphärischen Illustrationen von Isabel Kreitz genommen hat.

Kurz und gut: Über die Altersempfehlung müssten wir vielleicht nochmal sprechen, lieber Aladin-Verlag, aber mal abgesehen davon war "Siebengeschichten" für mich die perfekte Halloween-Lektüre. Ein toller Schmöker, mit dem man sich die Zeit bis zum Fest schrecklich gut vertreiben kann!

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Verloren in Eis und Schnee

Davide Morosinotto , Cornelia Panzacchi
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522202510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Die Mississippi-Bande. Wie wir mit drei Dollar reich wurden“ hatte unserer ganzen Familie 2017 sehr gefallen. Als der Thienemann-Verlag angekündigte, ein weiteres Buch des italienischen Autors Davide Morosinotto herausbringen zu wollen, habe ich mich daher unheimlich gefreut.

Wieder ist es ein Kinderabenteuer, wieder ein historisches. Während die „Mississippi-Bande“ jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA angesiedelt ist, geht es in „Verloren in Eis und Schnee“ zeitlich etwa 40 Jahre weiter, in einen ganz anderen Teil der Welt: Nämlich nach Russland während der Leningrader Blockade. Die Stadt (heute St. Petersburg) wurde während des Zweiten Weltkrieges 871 Tage lang von der deutschen Armee belagert und von der Versorgung abgeschnitten. Mehr als eine Million Menschen starben, meist infolge Hungers. Morosinotto kombiniert nun Fakten mit Fiktion. Es ist, wie es selbst im Nachwort schreibt, ein „nahezu“ historischer Roman:

Kurz vor den ersten Angriffen der Deutschen werden die 13jährigen Zwillinge Viktor und Nadja mit dem Zug aus der Stadt evakuiert, jedoch aufgrund eines Irrtums am Bahnhof getrennt. Viktor landet mehr als 1000 km von Leningrad entfernt in einer Kolchose in Kasan, während Nadjas Zug schon kurz hinter Leningrad aufgehalten wird. Aus zunächst unklaren Gründen heißt es offiziell, Nadjas Zug sei von den Deutschen bombardiert und zerstört worden. Alle Passagiere seien ums Leben gekommen. Viktor ist davon überzeugt, dass seine Schwester lebt und macht sich mit einer Gruppe Kinder auf den langen und beschwerlichen Weg Richtung Heimat.

Der Titel „Verloren in Eis und Schnee“ veranschaulicht gut, mit welchen Schwierigkeiten Viktor und Nadja im Laufe der Geschichte zu kämpfen haben. Denn damit sind nicht nur die eisigen Witterungsbedingungen gemeint, sondern auch die menschliche Kälte und Gräueltaten während des Krieges.

In Form von Tagebucheinträgen folgt man den Erlebnissen der Kinder, die sich – umrahmt von Kartenausschnitten, Fotografien, Skizzen und (fiktiven) Dokumenten – erstaunlich authentisch lesen. Schon die Mississippi-Bande war gestalterisch besonders. Auch hier fällt die hochwertige Aufmachung sofort ins Auge, obgleich mir nicht bekannt ist, wie groß der Anteil des Autors daran ist. Ich habe mit diesem Buch sehr viel mehr Zeit verbracht als üblicherweise mit Büchern. Teilweise habe ich minutenlang Illustrationen betrachtet.

Die Erzählweise erfordert jedoch Aufmerksamkeit. Viktor und Nadja schwenken von der Nahaufnahme ihrer persönlichen Empfindungen immer wieder in den historischen Kontext. Das Lesen gestaltet sich informativ, interessant, aber auch distanziert, beschreibend. Das Romanhafte tritt des Öfteren in den Hintergrund. Zumal viele Etappen nur knapp zusammengefasst werden.

Auch die Perspektivwechsel zwischen Viktor und Nadja sowie die gelegentlichen Einsprengsel eines gewissen Oberst Smirnows, der die Tagebücher der Kinder rückwirkend liest und mit handschriftlichen Kommentaren versieht, verlangen Konzentration.

Ein gewisses geschichtliches Interesse hilft. Bei jüngeren Kindern schadet eine Lesebegleitung durch Erwachsene nicht, da im Alter von 12 Jahren die Thematik meines Wissens nach noch kein verbreitetes Schulthema ist. So hätten ein kurzer zeitlicher Abriss oder eine erklärende Zusammenfassung der realen Abläufe im Anhang nicht geschadet.

Hat man sich einmal an den Rhythmus des Buches gewöhnt, verleiten die Fragen, wie sich die Kinder am Ende wiederfinden, was es mit dem Gerücht um den zerstörten Zug auf sich hat und ob seitens Oberst Smirnows Gefahr droht, zum Weiterlesen. Man begleitet Viktor und seine Gefährten durch karge Landschaften, erlebt, wie es die ständig kleiner werdende Gemeinschaft in einen Gulag verschlägt und befindet sich an Nadjas Seite, während sie bei der Verteidigung der Festung Schlüsselburg mithilft, eine der letzten Bastionen gegen die deutschen Truppen.

Es ist kein Heile-Welt-Buch. Krieg ist Krieg. Und kein Abenteuer, auch wenn sich die Geschichte manchmal so liest. Dass beide Kinder überleben, ist früh klar. Andere haben weniger Glück: Gefährten gehen verloren, werden ermordert, sterben durch Hunger und Kälte. Weil Ereignisse und Figuren aber kaum vertieft werden, gehen sie dem Leser nicht zu nahe. Es ist ein schriftstellerischer Balance-Akt, historische Fakten und Roman miteinander zu verweben, der Morosinotto meinem Empfinden nach erzählerisch nicht durchgehend fesselnd gelungen ist. Zweifelsohne ist es aber ein besonderes Buch, mit Mehrwert und der klaren Intention, eine Lehre aus der Vergangenheit zu ziehen.

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(12)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Mord unterm Mistelzweig

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.09.2018
ISBN 9783957281258
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Kinderbuch-Reihe um die beiden Detektivinnen Daisy Wells und Hazel Wong geht in die fünfte Runde. Und auf den fünften Band, „Mord unterm Mistelzweig“, hatte ich mich ganz besonders gefreut. Denn ich bin seit jeher ein unverbesserlicher Weihnachtsfan.

Die Geschichte ist auch genauso winterlich gemütlich, wie ich gehofft hatte. Es gibt köstlichen Kuchen, geschmückte Weihnachtsbäume, kleine Teestuben und wildes Schneegestöber. Richtig schön kuschelig ist das. Aber natürlich nicht nur… denn erneut werden die Mädchen in einen eiskalten Mord verstrickt.

Angesiedelt ist die Handlung im Cambridge der 1930er Jahre. Damals größtenteils männliches Territorium. Frauen konnten zwar studieren, aber keinen Abschluss machen. Als Wells und Wong über Weihnachten Daisys Bruder Bertie besuchen, erleben sie die Benachteiligung am eigenen Leib. Unter den Studenten gibt es bald einen Toten, die Untersuchung erweist sich allerdings als echte Herausforderung. Zu vielen Orten haben Daisy und Hazel als Mädchen nämlich keinen Zutritt. Ein Deal mit Alexander und seinem Freund George, die unter dem Namen Junior Pinkertons ebenfalls Verbrechen aufklären, bietet ihnen die Chance, den Spuren unbehelligt nachzugehen. Der forschen Daisy passt die Einmischung der konkurrierenden Detektei allerdings herzlich wenig in den Kram.

Es folgt eine abenteuerliche Ermittlung, bei der nächtliche Kletteraktionen ebenso eine Rolle spielen wie seltsame Unfälle, Gift und eine von Geldgier und Konkurrenz bestimmte Brüderbeziehung.

Mir hat der neue Fall genauso gut gefallen, wie alle anderen Fälle. Hazel und Daisy lassen den Leser wie gewohnt an allen Schritten und Überlegungen teilhaben. Dadurch kann man super miträtseln und das Lesen ist durchweg spannend und unterhaltsam.

Der Mörder scheint mir zwar etwas blauäugig an die Sache heranzugehen, da es doch eher unwahrscheinlich ist, dass er nicht irgendwann auffliegt. Aber ein bisschen „Konstruktion“ gehört zum klassischen Whodunit dazu.

Daisy und Hazel werden von Buch zu Buch etwas älter. Inzwischen sind sie fast 15 Jahre. Robin Stevens trägt diesem Umstand Rechnung, indem sie ihre Charaktere und die Themen, mit denen diese sich beschäftigen, liebevoll weiterentwickelt. Unterm Mistelzweig gibt es daher nicht nur einen Mord, sondern auch – es deutete sich schon an – Verliebtheitsgefühle. Und auch über ihre weitere Zukunft und ihre beruflichen Möglichkeiten machen sich Daisy und Hazel vereinzelt schon Gedanken. Es ist aufregend, das alles zu verfolgen.

Wie immer streut Robin Stevens Gedanken zu Gleichberechtigung und Vorurteilen ein. Als Asiatin im England der 30er Jahre nimmt Protagonistin Hazel solche besonders deutlich wahr und führt dem Leser vor Augen, wie unsinnig es ist, zu glauben, Menschen seien anders, nur weil sie anders aussehen. Diese Einsicht ist zeitlos, wie man aktuell wieder sieht und wirkt in den Geschichten zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt.

Fazit: Von dem nostalgischen Touch der Bücher sollte man sich nicht täuschen lassen. Sie stehen zwar ganz in der Tradition alter Ermittlungskrimis, werden aber trotzdem lebhaft, spannend und humorvoll erzählt und sind völlig unaffektiert gespickt mit wertvollen Botschaften. Nach nunmehr fünf Bänden bin ich sozusagen wellsifiziert bzw. wongifiziert – denn der neue Fall ist (nicht nur für Kinder) wieder total amüsant!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Mordfälle und Sahnetörtchen

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.09.2018
ISBN 9783957281586
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich die jungen Detektivinnen Daisy und Hazel jetzt fünf Bände lang begleitet habe, musste selbstverständlich auch „Mordfälle und Sahnetörtchen“ in mein Buchregal einziehen. Als Fan von Wells und Wong kommt man um diesen Zusatzband nicht herum.

Es ist eine Anthologie mit sechs unterhaltsamen Kurzgeschichten, die teilweise auch einzeln, als englisches E-Book, erschienen sind. Außerdem wird allerlei Wissenswertes aus der Welt der Kriminalistik präsentiert; ungelöste Fälle, Eckdaten der Goldenen Ära des Detektivromans, eine Übersicht bekannter Detektive und Spione sowie populäre Geheim-Codes und Daisys Ratschläge zur Gründung einer eigenen Detektei. Da sich Robin Stevens innerhalb der von ihr geschaffenen Wells-und-Wong-Welt bewegt, ist kein Faktum jüngeren Datums als 1935.

Besonders spannend war es für mich, zu erfahren, von welchen Erzählungen und literarischen Figuren Robin Stevens zu ihrer Serie inspiriert wurde, dass sie häufig Referenzen an ihre Lieblingsgeschichten einbaut und um welche es sich dabei handelt. „Mord erster Klasse“ ist natürlich – unschwer zu erraten – eine Hommage an Agatha Christies „Mord im Orientexpress“. Viele Anspielungen in anderen Büchern hätte ich allerdings gar nicht bemerkt, teilweise auch gar nicht gekannt. Meine Lesewunschliste hat sich inzwischen verdoppelt!

Wer befürchtet, dass der Sachbuchteil notgedrungen etwas trocken ist: Ist er nicht! Robin Stevens fasst die Informationen nicht nur knapp zusammen, sondern berichtet im ständigen Wechsel mit ihren Protagonisten. Daisy und Hazel kommen ebenso zu Wort wie George und Alexander, so dass sich die Texte tatsächlich wie deren reale Aufzeichnungen lesen. Teilweise gibt es Crossover, also Handlungsüberschneidungen mit den bisherigen Fällen, was sehr amüsant ist und für einige Aha-Momente sorgt! So erfährt man unter anderem, wie Kitty, Küken und einige andere Deep-Deanler Weihnachten verbracht haben, während sich Daisy und Hazel in Cambridge („Mord unterm Mistelzweig“) herumtreiben.

Der Humor kommt wie immer nicht zu kurz. Witzig fand ich vor allem die letzte Kurzgeschichte aus Sicht der schreckhaften Küken, die auf eine so herzig-verhuschte Art erzählt, dass man die ganze Zeit lächeln muss und Küken am liebsten fest an sich drücken möchte.

Weil in keinem Fall von Wells und Wong eine „süße Pause“ fehlen darf, gibt es obendrein noch einige Rezeptempfehlungen von Robin Stevens, von denen ich bisher nur die Marmeladentörtchen nachgebacken haben, weil sie so herrlich einfach sind. Und lecker, wie sich herausstellte! Zusammen mit meinen Kindern werde ich bestimmt auch die übrigen Rezepte probieren. Sie sind genauso liebevoll verfasst, wie der Rest des Buches. Mit humorvollen Tipps, Warnungen vor Verbrennungen und dem vereinzelten Ratschlag, einen Erwachsenen bei besonders komplizierten Zubereitungsschritten um Hilfe zu bitten.

Fazit: Ultimativ empfehlenswert!

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197 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

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Escape Room

Chris McGeorge , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.09.2018
ISBN 9783426226773
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Escape Room“ reichte Chris McGeorge unter dem Titel „Dead Room“ ursprünglich als Abschlussarbeit seines Studiums in Kreativem Schreiben ein. Vor diesem Hintergrund muss man anerkennen, dass ihm ein größtenteils flüssig zu lesender Erstling gelungen ist. Eingefleischte Thrillerfans wird er mit „Escape Room“ aber schwerlich überzeugen können. Geschichte und Charaktere sind simpel hoch drei gestrickt.

Der alkoholabhängige TV-Ermittler Morgan Sheppard und fünf weitere Personen (eine nette Kellnerin, ein Hotelangestellter, eine psychisch durchgeknallte Schauspielerin, ein cholerischer Anwalt und eine unter Klaustrophobie leidende Schülerin) erwachen in einem verriegelten Hotelzimmer. Im Bad finden sie eine Leiche. Per Liveschaltung teilt ihnen ihr Entführer mit, Sheppard müsse den Mord innerhalb von drei Stunden aufklären und den Mörder – der sich unter den Anwesenden befinde – entlarven, andernfalls werde er das Hotel in die Luft jagen.

Whodunits sind genau mein Ding… wenn sie gut gemacht sind. Hier kam die Ernüchterung sehr schnell. Chris McGeorge kann die Spannung mithilfe bewährter Methoden eine Weile halten – kurze Kapitel, Cliffhanger, Andeutungen, Rückblicke in Sheppards Vergangenheit. Leider schafft er es nicht, die Ereignisse ansatzweise glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Die Personen handeln nie so, wie man es eigentlich erwarten würde, sondern lediglich nach dem vom Autor verpassten schlichten Charakter-Schema. Die religiöse Schauspielerin orakelt den Zorn Gottes, der cholerische Anwalt pöbelt herum, die an Klaustrophie leidende Jugendliche kauert unter einem Tisch. Niemand kommt auf die Idee, logisch und in aller Ruhe nach einer Lösung zu suchen. Der jähzornige Anwalt ging mir schon nach wenigen Seiten so sehr auf den Keks, dass ich inständig hoffte, er möge das nächste Opfer des unbekannten Mörders werden. Desgleichen die bibelfeste Schauspielerin.

Auch bei Agatha Christie glänzen die Charaktere nicht eben durch Tiefe, doch besitzen ihre Bücher diesen klassischen Ermittlungscharme, der auf den methodischen Recherchen eines charismatischen Detektivs beruht. In „Escape Room“ handeln alle Akteure völlig kopflos.

(Spoiler) Als Beispiel sei die Szene genannt, in der Morgan Sheppard jeden einzelnen Namen der Anwesenden laut ausspricht, in der Erwartung, dass alle daraufhin frei gelassen werden, da sich unter den Namen schließlich auch der des zu erratenden Mörders befinden müsse und damit die Forderung des Entführers nach Enthüllung der Täteridentität erfüllt sei. Autsch! (Spoiler Ende)

Der Titel ist aus Marketingsicht ein Treffer. Auch mich hat die Aussicht auf ein „Escape-Room“-Mysterium gereizt. Aufgrund des Namens hoffte ich, dass ich als Leser ein bisschen gefordert werde und die Chance habe, selbst mitzurätseln. Leider umsonst! Ich habe schon Drei-Fragezeichen-Bücher gelesen, die cleverer aufgebaut waren. Einige Erklärungen, Twists und Finten sind so angestaubt, teilweise so naiv und bar jeder Logik, dass es weh tut. Den Mörder hatte ich schon nach den ersten Kapiteln erraten, weil der Autor den wirklich ältesten Trick der Welt anwendet. Der komplette Fall ist dann 100 Seiten vor Schluss im Grunde gelöst und zieht sich bis zum Ende nur noch dahin.

So las ich und las, und ja, das Lesen fiel mir leicht, aber ehrlicherweise gab es innerhalb des kompletten Buches vielleicht drei, vier Textstellen, die mich wirklich fesseln konnten. Der Großteil der Geschichte hinterließ bei mir keinen bleibenden Eindruck.

Fazit: Super Idee, eindimensional und wenig clever umgesetzt. Mich hat das Buch die meiste Zeit schlichtweg gelangweilt. Stellenweise konnte ich über die absurden Reaktionen der Protagonisten nur den Kopf schütteln. 1,5 Pkt.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

MARCO POLO Reiseführer Dublin

John Sykes , Ralf Sotscheck
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei MAIRDUMONT, 26.03.2018
ISBN 9783829727433
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich hatte den Reiseführer für meinen ersten Besuch in Dublin gekauft und bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Rein vom Format her ist das Buch handlich und leicht in Rucksack oder Handtasche während einer Erkundungstour unterzubringen.

Die Informationen sind knapp gehalten, bieten aber einen guten Überblick über die Möglichkeiten in der Stadt samt Karte und DART-Verbindungen (lokale S-Bahn). Von den bekannten Sehenswürdigkeiten bis hin zu kleinen Insidertipps. Auf diese Weise haben meine Freunde und ich beispielsweise die Internationalbar entdeckt, ein zentral gelegener Pub, in dem von Poetry Slam bis zu Jazz täglich unkommerzielle Live-Events stattfinden.

Auch die Vorschläge für Ausflüge in die nähere Umgebung waren hilfreich, hier sei vor allem der Klippenwanderweg in Howth genannt, der - bei perfektem Wetter - zu unseren Highlights zählte.

Was mir fehlte, war eine kleine Übersichtskarte von ganz Irland, um die Entfernungen von Dublin hin zu anderen Orten einordnen zu können, da sich aufgrund der leicht überwindbaren Distanzen etliche Ausflugsziele anbieten. Ergänzend haben wir zudem Blogs und andere Internetseiten genutzt, da sich Dublin - wie viele Städte - ständig im Wandel befindet und Reiseführer den Trends und Veränderungen zwangsläufig in Teilen hinterherhinken. Das betrifft vor allem Restaurant-/Cafétipps. Zumal: Wenn man mit Veganern unterwegs ist!

Alles in allem hat das Büchlein seinen Zweck erfüllt!

P.S. an die Herausgeber: Bitte unbedingt das "Sweny" mitaufnehmen, ein kleiner James-Joyce-Literaturladen, der das Lebenswerk des Autors nicht nur lebendig hält, sondern lebt. Ganz bezaubernd!

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(72)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 72 Rezensionen

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Arlo Finch (1). Im Tal des Feuers

John August , Wieland Freund , Andrea Wandel , Helge Vogt
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 24.08.2018
ISBN 9783401604152
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Feenkäfer, Schnipslichter, ein Gespensterhund – irgendetwas Seltsames geht da vor in den Long Woods. Arlo Finch ist gerade erst mit seiner Mutter und Schwester Jaycee zu Onkel Wade in das abgelegene Kaff Pine Montain gezogen. Aber als er sich den Rangers, den lokalen Pfadfindern anschließt, wird immer deutlicher, dass die nahegelegenen Wälder ein magisches Geheimnis bergen. Plötzlich befindet sich Arlo mitten in einem Abenteuer und noch dazu in großer Gefahr.

„Arlo Finch – Im Tal des Feuers“ ist das Debüt von US-Drehbuchautor John August (der u.a. für seine Gemeinschaftsprojekte mit Tim Burton – darunter „Charlie und die Schokoladenfabrik“ – bekannt wurde). Und ja, man spürt beim Lesen förmlich die Kinotauglichkeit des Stoffes. Die flotte Erzählweise, die Art des Spannungsaufbaus, der Humor und das visuelle Potenzial einiger Szenen. „Arlo Finch“ kann im Grunde direkt vom Buch auf die Leinwand.

Die Geschichte hat einige „Harry-Potter“-Momente. So gibt es unübersehbare Parallelen, wie etwa der Umstand, dass Arlo zwei beste Freunde (Henry Wu und die schlaue Indra) findet, ein besonderes körperliches Merkmal besitzt (ein blaues und ein grünes Auge) und offenbar auch einen mächtigen Feind gegen sich hat (der sich im ersten Teil allerdings noch nicht offen zeigt). Es gibt neben der realen Welt eine magische Parallelwelt und die Kids in dem Buch können bis zu einem gewissen Grad Magie anwenden. Davon abgesehen wäre der Vorwurf des „lauen Abklatsches“ ungerecht.

Ich war überrascht, wieviel Spaß ich hatte. Bis auf wenige Szenen, in denen John August zu schnell voranprescht, überzeugt „Arlo Finch“ mit einem guten Tempo. Die Geschichte ist action-, aber dennoch detailreich. August gelingen atmosphärische Gruselmomente und ein konstanter Spannungsbogen. Zudem erzählt er mit einem feinen Humor, der nicht nur den Nerv von Kindern, sondern auch den von Erwachsenen trifft. Ein ums andere Mal musste ich lauthals lachen.

Bei den moralischen Botschaften wird nicht über’s Ziel hinausgeschossen. Der Autor zieht keine pädagogisch-verklärte Naturkulisse abseits der heutigen Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen hoch. Computer und Handys finden immer wieder Erwähnung, werden jedoch mit einem vertrauten Trick auf einen Nebenrang verwiesen – denn in Pine Mountain gibt es schlicht und ergreifend mieses W-Lan, dafür aber eine sehr aktive Pfadfindergemeinschaft, bei der Werte wie Mut, Teamgeist und Wahrhaftigkeit groß geschrieben werden.

Als kritische Leserin würde ich allenfalls die Zeichnung der Nebencharaktere bemängeln, die noch etwas blass um die Nase sind. Darunter Arlos neue Freunde Henry Wu und Indra, die Zwillinge Jonas und Julie, Gruppenführer Connor und die sonderliche Merilee (die stark an Luna Lovegood erinnert). Das ist etwas schade, denn das Ensemble ist bunt und unterschiedlich und könnte noch viel stärker sein. Immerhin bleibt viel Potenzial für die nächsten Bände, von denen ich hoffe, dass es weiter ausgeschöpft wird.

Der Plot jedenfalls scheint nicht allzu voraussehbar zu sein. Es dürfte noch einiges zu entdecken geben in den Long Woods von Pine Mountain.

Kurz und gut: Man darf dieses Buch bedenkenlos jedem oder jeder abenteuerlustigen 10-12jährigen oder gar 13-/14jährigen in die Hand drücken. „Arlo Finch. Im Tal des Feuers“ ist ein vielversprechender Reihenauftakt – humorvoll und spannend erzählt. Einige Wendungen vollziehen sich für ältere Leser möglicherweise zu rasch und bei den Nebencharakteren ist noch etwas Luft nach oben. Aber ich habe viel Hoffnung, dass die Serie sich auf einem konstant guten Niveau einpendelt. 4;5 Pkt.

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109 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

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White Maze

June Perry
Fester Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Arena, 13.07.2018
ISBN 9783401603728
Genre: Jugendbuch

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Tiergeister AG - Kaninchen-Alarm!

Barbara Iland-Olschewski , Stefanie Jeschke
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 16.08.2018
ISBN 9783845820439
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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95 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

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Tiergeister AG - Achtung, gruselig!

Barbara Iland-Olschewski , Stefanie Jeschke
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 16.08.2018
ISBN 9783845820422
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Eine Gruppe Haustiere spukt nach ihrem Tod auf einer Burg herum, die tagsüber eine Menschenschule ist und nachts eine Gruselschule. Das ist kurz gesagt die Rahmenhandlung der Reihe "Tiergeister AG". Zwei Abenteuer („Achtung gruselig!“ + „Kaninchen-Alarm!“) sind bisher erschienen, beide habe ich kürzlich gelesen und bin etwas unschlüssig, was ich von der Serie halten soll.

Angelegt sind die Bücher auf kindgerechte Botschaften. Freundschaft, Zusammenhalt und Verständnis. Im ersten Teil verirrt sich der kleine Dackel Arik – der zentrale Held der Geschichten – in einem seltsamen Wald. Er wird von der Wüstenspringmaus Chili, der Katze Tara, dem Chamäleon Plato und dem Kaninchen Honig  gefunden und darüber aufgeklärt, dass er nun tot sei. So gelangt er zur Sankt-Ethelburg-Schule, wo er Spukunterricht bekommt. In einem zweiten Handlungsstrang geht es um Lisa, die von ihrem Freund Matteo blöd behandelt wird. Denn der hängt mit den coolsten Jungs der Schule ab und die Freundschaft zu einem Mädchen ist ihm peinlich.

Teil zwei dreht sich nicht mehr um Lisa, sondern um Quinn, der es unbedingt auf’s Gymnasium schaffen will und sich damit fürchterlich unter Druck setzt. Die Konflikte werden dabei immer sehr leicht und unkompliziert, fast nebenbei gelöst. Für die Altersgruppe ist das jedoch passend, die Probleme der Kinder sind für die Altersgruppe gut nachvollziehbar und auch der Humor ist putzig.

Gefallen hat mir die Idee, das Geheimnis um den finsteren Wald als roten Faden durch die einzelnen Bände anzulegen. Warum können die Tiere den Wald nicht verlassen? Ist es ein Komplott der bösen Grusellehrer? Werden die Tiere in Wirklichkeit gefangen gehalten? Diese Fragen sind spannend, werden immer wieder aufgegriffen und verleiten zum Weiterlesen.

Der Einstieg in die Reihe hat in meinen Augen allerdings etwas leicht Verstörendes an sich. Da ist einmal die Sehnsucht des Dackels nach seinen früheren Besitzern, den Kindern Jette und Tim, die er nie wiedersehen kann, weil es aus dem Wald kein Entkommen gibt. Hätte man diesen Punkt nicht beruhigender und ermutigender lösen können?

Vielleicht hätte man Jette und Tim in die Handlung einbeziehen können. Gerade Kinder, die sich doch fast alle ein Haustier wünschen oder besitzen, können sich gut vorstellen, wie sehr die beiden ihren Arik vermissen müssen. Wissen sie überhaupt, dass er tot ist? Suchen sie ihn? Diese Fragen MUSS man für junge Leser aus meiner Sicht einfach klären, um das unterschwellige Unbehagen zu nehmen. Und: Warum nur wird so oft betont, dass Arik bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und nun ziemlich „kaputt“ aussieht? Ein Auge scheint jedenfalls nicht ganz da zu sitzen, wo es sitzen soll. Auch, wenn die farbenfrohen Zeichnungen diesen Umstand nicht widerspiegeln, da Arik immer nur von seiner „heilen“ Seite zu sehen ist (glücklicherweise!) hätte man man auf die Nennung dieses Details vielleicht einfach verzichten sollen.

Zuguterletzt muss ich noch den Aufbau kritisieren, der punktuell etwas chaotisch anmutet. Gerade im ersten Teil wird man nahezu mit den Figuren und ihren Namen überschüttet. Mir fiel es schwer, in der Geschichte anzukommen. Im Zusammenspiel mit der flotten, quirligen Handlung kann der Überblick über das tierische Buchpersonal schnell mal verloren gehen. Des weiteren hätte es mir geholfen, anfangs eine kurze, klare Übersicht über die Fähigkeiten der Geister zu erhalten. Durch Wände gehen, unsichtbar werden… Was ist möglich, was nicht? Diese Fragen werden zwar peu à peu aufgegriffen. Vieles liegt jedoch noch im Dunklen, so dass mir eine deutliche Vorstellung von Ariks Welt und ihren Gesetzen bisher fehlt.

Fazit: Der Humor der Reihe kommt bei Grundschulkindern sicher gut an und die spannende Frage, was es mit dem Gruselwald auf sich hat, macht neugierig auf Fortsetzungen. Mir persönlich sind die Bücher teilweise zu unstrukturiert und ein wenig zu unsensibel im Umgang mit der Todesthematik. Vielleicht werden diese Schwächen mit der Zeit noch ausgebügelt.

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202 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied

Victoria Schwab , Bea Reiter
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785588635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

August ist ein Teenager. Und ein Monster. Äußerlich menschlich, vom Wesen her ein Sunai. Eine von drei Monsterarten, die aus den Verbrechen der Menschen hervorgegangen sind. Er lebt in der zweigeteilten Stadt Verity, in der sich Untergrundkämpfer unter der Führung von Augusts „Vater“ Henry Flynn gegen die immer größer werdende Schar bösartiger Monster zur Wehr setzen, die Callum Harker, Flynns mächtiger politischer Gegner, sammelt, wie andere Leute Briefmarken. Klare Fronten also. Bis Kate auftaucht, Harkers Tochter, die auf August so gar nicht den Eindruck eines Feindes macht.


„Monsters of Verity – Dieses wilde, wilde Lied“ von Victoria Schwab ist eigentlich eine Romeo-und-Julia-Geschichte, mit etwas Bonnie und Clyde, Fantasy und dystopischen Anteilen. Es ist nicht die größte Innovation im Genre, wenn man ehrlich ist. Aber das Buch ist unterhaltsam, teilweise konnte ich es kaum aus der Hand legen. Obwohl ich einige Kritikpunkte habe.

Anfangs könnte man denken, es mit einer recht komplexen Geschichte zu tun zu haben. Die Autorin deutet vieles nur an und inszeniert damit eine mysteriöse Atmosphäre, die neugierig macht. Das Konzept scheint originell. Mal keine Vampire, keine Werwölfe, Hexen oder Feen. Schlicht und ergreifend: Monster. Die – wenn man weiter liest – leider doch nicht so besonders neuartig sind. Die einen (Malchai) sind nicht viel mehr als Vampire mit ihrem bleichen Aussehen, den roten Augen und ihrer Vorliebe für Blut. Die anderen (Corsai), die im Dunkeln unter der Erde leben, hungrig und mit weißen milchigen Augen, erinnern stark an Zombies.

Erwartet man ein feines dystopisch-urbanes Setting, kommt schnell Enttäuschung auf, da dieses auf wenige Stichpunkte zusammenschrumpft: verfeindete Stadtteile, Grenzkontrollen, Kameras, hinter den Grenzen viel Ödland und irgendwo andere Territorien. Der Rest bleibt verschwommen. Auch die Nebenfiguren (Augusts Sunai-Geschwister Leo und Ilsa, seine Eltern, Kates Vater, dessen Untertanen) wirken allenfalls angerissen und sind kaum näher ausgearbeitet.

Was ich mochte, war die Dynamik zwischen Kate und August. Kate ist eine starke, exzentrische Persönlichkeit und August hat eine introvertierte, emotionale Seite. Trotzdem begegnen sich beide auf Augenhöhe. Wofür ich die Autorin liebe, ist der Umstand, dass es kein, absolut kein Teenager-Drama gibt. Keine nervenaufreibenden Liebesdreiecke, kein Dominanzgehabe, keine weinerlichen Mauerblümchen. Auch, wenn die Liebesgeschichte greifbar ist, hoffe ich, dass der romantische Teil in der Fortsetzung so ungezwungen bleibt.

Ich mochte auch August, mochte seinen Konflikt, einerseits in seinem (Monster-)Wesen gefangen zu sein, auf der anderen Seite nach Menschlichkeit zu streben. August ist ein Sunai. Eine Art gutaussehender Dementor, der den Menschen ihre Lebenskraft aussaugen kann. Und zwar mit Hilfe von Musik, weshalb August auch meistens eine Geige mit sich herum trägt. Natürlich tötet August nur Mörder, denn eigentlich ist er ja der Gute. Neu ist das allerdings nicht, wenn man an den Vegetarier-Vampir Edward Cullen denkt. Ohnehin erinnert Augusts „Familie“ stark an die Cullens – der Arzt Henry Flynn, seine Partnerin, die sanfte Emily und deren „zusammengesammelten“ Kinder. Tell me something new, ging es mir mehr als einmal durch den Kopf.

Womit ich wieder bei meinen Kritikpunkten wäre.

Obwohl Kate und August gut harmonisieren, konnte ich mit Kate zeitweise wenig anfangen. Sie versucht ihrem mafiösen Vater nachzueifern und möglichst monströs zu wirken. Das könnte ein interessanter Konflikt sein, auch in einem Jugendbuch, wird hier aber zu stark vereinfacht und auf ein paar widersprüchliche Bilder reduziert. Wenn Kate eine Kapelle abfackelt oder kaltblütig ein Monster niedersticht, um im nächsten Moment in Schuluniform zum Unterricht zu spazieren und von der toten Mutti zu träumen, dann erscheint nicht nur der Gewaltaspekt unnötig brutal, sondern auch der Charakter zu künstlich angelegt. Kate schaltet ständig von „tough“ auf „empfindsam“ um, was mir einfach nicht echt vorkam.    

Bei aller Kritik … die Story ist gut geschrieben und spannend erzählt. Es wird gekämpft, intrigiert und heimlich recherchiert. Getötet und verraten. Erst ganz am Ende wird es ein bisschen zu voraussehbar, was mich aber nicht davon abhalten wird, die Fortsetzung zu lesen.

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84 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Das Haus, in dem es schräge Böden, sprechende Tiere und Wachstumspulver gibt

Tom Llewellyn , Petra Sparrer , Maximilian Meinzold
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.03.2014
ISBN 9783522183390
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Collins geheimer Channel - Wie ich endlich cool wurde

Sabine Zett , Falk Holzapfel , Zapf
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 24.07.2018
ISBN 9783785588499
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wie macht man das hübscheste Mädchen der Schule auf sich aufmerksam? Und lässt gleichzeitig den Superstar der Klasse dumm aussehen? Collin ist sich sicher: Die Lösung ist ein eigener YouTube-Kanal. Denn YouTube-Stars sind angesagt und cool. Nur leider gehört Collin nicht gerade zu den coolsten Kids der Klasse – am besten also, er bleibt im Internet erstmal anonym. Aber, wie geht das? In „Collins geheimer Channel. Wie ich endlich cool wurde“ von Sabine Zett kann man das nachlesen.

Wer heute einen Comicroman veröffentlicht, muss sich wohl automatisch einen Vergleich mit „Gregs Tagebuch“ gefallen lassen. Eine Reihe, die in der Sparte einfach Maßstäbe gesetzt hat. In dieser Hinsicht kann „Collins geheimer Channel“ nicht mithalten. Der trockene Humor, der „Gregs Tagebuch“ zu einem alterstechnischen Allrounder macht, fehlt der Geschichte.

Zielgruppe sind Jungs ab 10 Jahren. Und da gerade Jungs in einem bestimmten Alter häufig schwer „ans Buch“ zu kriegen sind, muss man lobend erwähnen, dass sowohl inhaltlich als auch optisch Lesehürden abgebaut werden. Die Geschichte lässt sich auch von Lesemuffeln leicht und schnell durchschmökern. So gibt es viele Zeichnungen, kurze, übersichtliche Absätze und fett gedruckte Comicsprache (rambazamba, kicherkicher, würg).

Wohl alle Kids sind heutzutage auf YouTube unterwegs. Viele möchten ihren Online-Stars nacheifern und einen eigenen Channel eröffnen. Und genau darum geht es auch. Rund um dieses Thema strickt Sabine Zett einige Missverständnisse um eine anstehende Party, dabei wird immer wieder die Frage aufgegriffen, was und wer eigentlich cool ist. Das war’s eigentlich schon inhaltlich. Reicht aber auch vollkommen aus.

Kritikpunkte:

– das Mädchenbild wird mit „hübsch“ und „an Schminke interessiert“ eher einseitig assoziiert. Und klar, in dem Alter geht es wirklich oft ums Äußere. Aber es ist eben auch ein Teufelskreis, wenn dieses Image immer wieder bedient wird. Es gibt viele Mädchen, die vollkommen andere Interessen haben.
– die Sprache war mir teilweise zu sehr auf jugendlich getrimmt: In ihrem Sprachschatz verwenden Kids heute viele Anglizismen wie nice, funny, happy etc. Aber so häufig, wie in diesem Buch höre ich das bei meinem eigenen Sohn eigentlich nicht.
– den Einstieg empfand ich als sperrig, da mich die vielen Steckbriefe ohne vorherige Kenntnis der Personen eher verwirrt haben. Die ersten Seiten erschienen mir ohnehin leicht chaotisch und überdreht. (Collin tischt seiner Sportlehrerin nach einem Ohnmachtsanfall im Sportunterricht die Lüge auf, er hätte nur die stabile Seitenlage für den Führerschein geübt. Mit 13 Jahren? Naja!)

Nach den ersten Kapiteln wird die Geschichte übersichtlicher und stringenter. Die Altersempfehlung ist mit 10 Jahren gut gewählt. Jüngere Kinder werden mit den Themen (Verliebtheit und Webchannel) noch nicht soviel anfangen können.

Fazit: Nein, nicht so originell und generationsübergreifend witzig wie „Gregs Tagebuch“. Aber ein vergnüglicher Comicroman, auch für kleine Lesemuffel.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Chiisakobee 3

Minetaro Mochizuki
Flexibler Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.07.2018
ISBN 9783551720979
Genre: Comics

Rezension:

Es ist schwer zu beschreiben, was mich an dieser Reihe reizt. Ich hatte es bereits in einer früheren Rezension geschrieben: die Geschichte besteht größtenteils aus Alltagseindrücken. Beeindruckend ist jedoch die Darstellung der Gefühlswelt der Figuren. Leider kommt in „Chiisakobee 3: Die kleine Nachbarschaft“ ein wenig der Eindruck auf, auf der Stelle zu treten.


Zwischen dem um die Existenz des elterlichen Betriebes kämpfenden Schreinermeister Shigeji und seiner Kindheitsfreundin Ritsu gibt es weiterhin eine trotzige, schweigsame Verbundenheit. Immer noch versteckt sich der junge Schreiner hinter seinem wuchtigen Vollbart und Ritsu hinter ihrer distanzierten Schroffheit.

Die inhaltlichen Veränderungen sind minimal. Ich hätte mir für diesen dritten Band vor allem mehr Entwicklung der unterschwelligen Dreiecksbeziehung zwischen Shigeji, der jungen Erzieherin Yuko und Haushälterin Ritsu gewünscht. Darauf wird aber kaum eingegangen. Am Ende des Teils bleibt der Eindruck, dass man Band 2 und 3 gut und gerne in einem einzigen Buch hätte zusammenpacken können.

Festmachen kann man das Fortschreiten der Geschichte allenfalls am Verhalten der zentralen Personen, das vermehrt verletztend und grenzüberschreitend ist. Das Aufbrechen der äußeren Fassade zieht sich als roter Faden durch die Bücher und erreicht einen einstweiligen Höhepunkt. Von Anfang an war zu spüren, wie es unter der Oberfläche brodelt. Aus jedem Bild spricht die Angespanntheit der Figuren, die sich bei Weitem nicht immer korrekt verhalten, aber schwer in Schubladen zu stecken sind. Aus meiner Sicht wurden sie nicht unbedingt dazu erschaffen, sie zu mögen, sondern, um zu sehen, wie sie mit ihren Gefühlen kämpfen und der Überforderung, wie sie Fehler begehen und sich nach Ausbrüchen wieder annähern.

Was aus europäischer Sicht stört, ist das Frauenbild – möglicherweise ist dieser Umstand der Romanvorlage von 1957 geschuldet, wahrscheinlicher ist, dass die Kluft zwischen Mann und Frau in Japan bei der Gleichberechtigung noch recht beachtlich ist. Die Geschichte bildet eine Gesellschaft ab, in der die klassische Rollenaufteilung weitestgehend eingehalten wird – er, der selbstständige Unternehmer, sie, im häuslichen Umfeld. Visuell und inhaltlich bekommt das Bild immer wieder Risse, stoßen moderne, westliche Welt und japanische Kultur aufeinander. Die weiblichen Figuren bleiben davon jedoch weitestgehend unberührt.

Trotz einiger Kritikpunkte freue ich mich auf den Abschluss dieser eigenwilligen Reihe, der Ende Oktober erscheint. Ich würde Shigeji nach drei haarigen Büchern dann gerne endlich ohne Vollbart sehen und rechne eigentlich fest damit. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn sich am Ende nicht nur Shigeji, sondern auch Ritsu und Yuko finden würden. So oder so… ich bin gespannt!

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101 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Emily Bones

Gesa Schwartz , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.07.2018
ISBN 9783522505659
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag: Emily kann es fassen, aber sie erwacht tatsächlich in einem Sarg. Was eigentlich nur irgendein dummer, ziemlich makabrer Scherz ihrer besten Freundin sein kann, wie sie annimmt. Leider ist es das nicht: Emily wurde ermordet und ist fortan ein Geist, teilt ihr der Irrwicht Cosimo mit. Nicht lebendig, nicht tot - dazu verdammt, auf einem riesigen Friedhof in Paris herumwandeln, unter Werwölfen, Vampiren, Skeletten. Aber Emily will ihr Leben zurück. Nur muss sie dafür ihren Mörder finden, den fiesen Draghar, und sich zur Kriegerin ausbilden lassen.

In bin hin- und hergerissen bei diesem Buch und musste nach dem Lesen erst noch einmal die Altersempfehlung prüfen. Ohne mir ein generelles Urteil anmaßen zu wollen, könnte ich mir vorstellen, dass 10jährige mit dem poetischen, bisweilen sinnlichen und nicht selten ausschweifenden Schreibstil der Autorin nicht gut zurecht kommen. Ich bin erwachsen und mein Fall war Gesa Schwartzs Erzählweise nicht durchgehend. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir gar nicht gefallen hat. Nein, zwischendurch gab es viele Passagen, in die ich mich regelrecht habe fallen lassen können. Die düstere, melancholische, morbide Atmosphäre auf dem alten Friedhof, die Schatten und die stille Leere der Nacht, all das fängt die Autorin wunderbar ein und versetzt den Leser in eine schaurig-schöne Halloween-Stimmung (ja, auch mitten im Sommer! :-)).

Leider geht auf diese Weise viel Tempo und Dichte verloren. Auch die Vielzahl an Wesen, die Unterscheidung von Toten und Untoten, die Sache mit dem weißem Krieger und dem finsteren Draghar sowie die Beziehungen und Vorgeschichten der Figuren erscheint mir für die Altersgruppe recht anspruchsvoll und teilweise beängstigend.

Emilys Art kam mir zudem nicht sonderlich kindlich vor. Zu lässig, zu locker ist sie viele Dinge angegangen. Wobei mir das fast schon wieder gefallen hat, weil das Buch andernfalls schon sehr schwermütig gewesen wäre. Im Zusammenspiel mit einigen Nebenfiguren kommt Emilys schlagfertige Art zum Tragen und stellenweise gibt es durchaus Humor. Am Mädchenbild habe ich ansonsten nichts zu kritisieren: Emily ist tough, mutig und hat das Herz am rechten Fleck.

Fazit: Poetisch, atmosphärisch, aber für die Altersgruppe meiner Einschätzung nach zu ausschweifend, beängstigend und erwachsen angelegt.

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