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39 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

zwerge, fantasy, halblinge, krimi, menschen

Die Zwerge von Amboss

Thomas Plischke
Flexibler Einband: 491 Seiten
Erschienen bei Piper, 17.10.2008
ISBN 9783492266635
Genre: Fantasy

Rezension:

Vorab: ich bin restlos begeistert. Ich habe selten eine solche Parabel gelesen. Ich saß gestern in der S-Bahn und mein Gegenüber sprach mich auf das Buch an: Ob das ein neuer Fantasieroman sei. 20 Minuten hatte ich um den Inhalt zu erzählen ( ohne alles zu verraten). Und ich habe einen Fan für den Roman gewonnen. Inhalt: In der Stadt Amboss geschieht ein Mord. An der Aufklärung beteiligt sind vor allem der Sucher Garep und sein Begleiter Bugeg. Garep ist ein wirklich weiser Mann. Bugeg dagegen ist voller Vorurteile und schneller Aburteilungen, vor allem gegenüber den Menschen. Während Garep auf einen Mord aus Leidenschaft tippt ( ein Komponist wird meuchlings mit einer Flöte erstochen *g*), sieht Bugeg nur politische Motive. Der "vermeintliche" Täter begeht "vermeintlichen" Selbstmord und der Fall scheint schnell abgeschlossen, zumindest für Bugeg. Aber Garep erkennt, als sich die Tat wiederholt, dass es um etwas ganz anderes geht. Man entzieht ihm den Fall, aber er lässt nicht locker und macht sich an die wirkliche Aufklärung. Und er erkennt, dass das Böse, das den Bund bedroht nur dann aufzuhalten ist, wenn alle zusammenhalten und zusammenarbeiten. Eingeflochten in diese Geschichte sind andere Schauplätze, bei denen man zunächst nicht überblickt wie alles zusammenhängt. Da ist die Heilanstalt, in der der Leiböffner ( ein widerlicher, aber passender Ausdruck) und sein Anstaltsleiter grausamste Dinge tun. Und da sind die Zwillinge Sira und Siris. Sira verschwindet plötzlich und Siris, dessen Aufgabe es ist Bestien zu jagen ( z.B. die Riesengreife), macht sich auf die Suche nach seiner Zwillingsschwester. Und irgendwann findet man als Leser die Spur, die alle Spuren zusammenführt. Kritik: ich möchte von vier Sternen auf fünf Sterne erhöhen. Ich bin einfach nur begeistert. Da ist Garep, der ganz viel "Menschliches" zeigt in der Trauer um seine verlorene Liebe.Da ist Bugeg, der mich mit seiner einschichtigen Art zu denken absolut nervt. Da ist die Zwergin, die einen Bart trägt und nicht wie in Mode gekommen, den Bart abrasiert( ich musste so lachen, denn umgekehrt stehen ja so viele Männermenschen täglich derzeit unter der Dusche um jedes Haar abzusäbeln). Da sind so viele herrlich beschriebenen Zwerge und Halblinge. Riesig spannend ist auch die Diskussion um "Vernunft" und "Glaube". Man liest von den Menschen, die letztlich noch vor der Aufklärung stehen. Und man liest von den Zwergen, die angeblich in "reiner Vernunft" wirken. Eine philosophisch spannende Sache. Herrlich umgesetzt. Dann die Asylsituation. Menschen suchen Asyl und werden in die Armenviertel gesteckt und sollen "abgeschoben" werden. Äußerst brisant und heftig es mal von der Opferseite zu sehen. Klasse. Dann ganz Furchtbares. Es werden Halblings Experimente in der Klinik durchgeführt. Ich muss an viele furchtbare Versuche an Menschen und Tieren denken. Oder an all die Versuche das beste Erbgut zu klonen um die "perfekten Arbeiter oder Krieger" hervorzubringen. Aldous Huxley lässt grüßen. Es ist ein gesellschaftspolitischer Roman und weder sind die Zwerge die besseren Menschen noch umgekehrt. Irgendwie ist der Normalozwerg genauso ein Opfer wie viele Arbeitslose bei uns. Sie werden wegrationalisiert. Längst haben die vielen Maschinen ihnen den Broterwerb versagt und die Zwergenoberen machen es sich auf Kosten des einfachen Zwerges gemütlich. Ich muss an die unehrenhaften Bankmanager denken, die das Geld des "kleinen Mannes = Zwerg " veruntreuen.
Und wie können Zwerg/ Halbling/Mensch sich zur Wehr setzen? Jedenfalls nicht dadurch, dass man man Genozide durchführt um die Gesellschaften "rein" zu halten. IMit diesem Roman konnte ich herzhaft lachen, sehr viel nachdenken, mich grauen vor dem Spiegel, der einem vor Augen gehalten wird. Ich freue mich, wenn Thomas Plischke weiter so tolle Bücher schreibt.

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Tags: fantasie, krimi   (2)
 

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

liebe, familie, england, krieg, freundschaft

Das Haus in den Wolken

Judith Lennox , Mechtild Sandberg-Ciletti
Fester Einband: 588 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2008
ISBN 9783492050609
Genre: Romane

Rezension:

Es war einmal ein reicher Geschäftsmann mit Namen Richard Finborough, der traf eine arme schöne Frau mit einem großen Geheimnis. Die Frau hieß Isebel Zeale. Er verliebte sich in sie und beide heirateten trotz aller Standesunterschiede. Sie bekommen drei Kinder, ein Pflegekind und dann Enkelkinder. Ihr gesamtes Leben spielt sich vor dem Hintergrund des 1.Weltkrieges, der weltweiten Finanzkrise und des 2. Weltkrieges ab. Immer wieder werden die verschiedenen Familienmitglieder vor die Unwägbarkeiten des Lebens gestellt. Ja, so weit zum Inhalt. Vom Leseeindruck fasziniert, machte ich mich voller Freude an den Roman. Womit ich aber nicht rechnete: alles geht so furchtbar schnell. Da scheint zunächst keine Möglichkeit zu sein, dass Richard und Isebel überhaupt je zusammen kommen können und schon sind sie verheiratet. Auch die Kinder kommen flugs. Natürlich ein Kind, wo es bei der Geburt spitz auf Knopf steht. Und zwei Buben und ein Mädchen. Und so geht das weiter. Immer irgendwie so vorhersehbar und oberflächlich. da rauschen die Weltkriege vorbei und es werden auch die Probleme skizziert, aber eben hopplahopp. Mag sein, dass für Leser, die lieber mögen, dass eine Geschichte plätschert, dieser Roman passend ist. Ich habe leider keine Figur wirklich kennenlernen können. Und das wo der Anfang so vielversprechend war. Ich dachte, dass diese geheimnisvolle Frau lange Zeit miti hrem Geheimnis dargestellt wird, aber nein. Immer wieder kommen unmotiviert Umschwünge. Auch Liebe, große Gefühle, alles bleibt entweder triefig oder an der Oberfläche. Da sind unmotiviert große Eifersuchtsgefühle im Spiel, aber es wird nicht klar warum. Da wird Leidenschaft gesagt, aber man spürt nichts. Hinter den Worten spüre ich kaum Gefühl. ( Liegt es an der Übersetzung?) Richtig schön ist das Buch ohne Einband, wenn das irische Grün satt im Bücherregal wirkt. Warum kann Judith Lennox nicht ein Thema wählen undaran zeigen, dass sie es drauf hat zu erzählen, sich einzufühlen. Wahrscheinlich kann sie das. Aber hier ist es mehr Quantität als Qualität. Leider

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Tags: kitsch   (1)
 

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tobago, tauchen, karibik, reisebericht, surfen

Die Bucht am Ende der Welt

Sergio Bambaren , Gaby Wurster
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2008
ISBN 9783492262866
Genre: Romane

Rezension:

Zuerst einmal: ganz herzlichen Dank an die Glücksfee, die mir dieses Büchlein zugelost hat. Seit heute morgen bin ich abgetaucht und bin derzeit eigentlich in der Bucht" am Ende der Welt". Sergio Bambaren, den peruanischen Weltreisenden, kenne ich aus dem Buch "der kleine Seestern" und ich habe mich deshalb schon sehr gefreut ihn nun nach Tobago begleiten zu können. Kurze Zusammenfassung: Sergio Bambaren beschließt auf eine Reise zu gehen um surfen zu können. Dazu entdeckt er Tobago, eine kleine Karibikinsel. ( persönlicher Einschub von mir: während der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland 2006, da sind mir diese heiteren Fans aus Trinidad und Tobago immer so besonders aufgefallen. So eine ansteckende Fröhlichkeit kam von den Rängen und vom Platz) Nach 20 Stunden Anreise kam Bambaren genervt auf Tobago an. Und hatte gleich am Flughafen eine Begegnung mit dem Taxifahrer, der an diesem Tag Geburtstag hatte. Es entspinnt sich ein philosphisches Gespräch über die Zeit und die Gelassenheit. Sergio Bambaren beobachtet die nächsten Tage die große Herzlichkeit der Einwohner, die alles in absoluter Ruhe machen. Sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Das fasziniert ihn. Aber der Leser spürt: er ist nur Beobachter, Bambaren spürt in sich selbst aber noch lange nichts von dieser Gelassenheit. Im Gegenteil: es macht ihn absolut nervös, dass kein Wellengang da ist und sein Surfbrett Tag um Tag in der Ecke stehen muss. Es kommt dann zu einer Begegnung mit einer Kellnerin, der er sein Leid klagt und die ihm einen wunderschönen Satz sagt: "Warum gehen Sie nicht tauchen? Vielleicht finden Sie in den Tiefen des Meeres das, was Sie an der Oberfläche nicht finden konnten." Das war die Initialzündung für ihn tauchen zu gehen. Und es ist dann wunderbar ihn unter Wasser begleiten zu dürfen. Höhepunkt des Tauchens und in meinen Augen des ganzen Buches wird seine Begegnung mit dem "Engel des Meeres". Einem Mantarochen. wunderschön wie er unter Wasser im "Blumengarten" mit ihm über das Leben spricht. Mein Eindruck: beim Lesen habe ich mir überlegt: an welche Leserschaft richtet sich Sergio Bambaren. Sein Buch ist ja keine sachliche Reisebeschreibung, sondern gespickt mit Lebensweisheiten, die er entdeckt, erfühlt, erträumt und sie seinen Lesern vermittelt. Ich habe mich sehr gern mit auf die äußere und innere Reise mitnehmen lassen. Wer Entspannung sucht, der kann wunderbar mit Bambaren abtauchen und sich vielleicht in Stresszeiten vor Augen halten, dass Leben eigentlich etwas ganz anderes ist. Carpe diem hatte ich meinen Leseeindruck überschrieben und auch nach der letzten Zeile passt diese Überschrift. Wir sind zwar jetzt vielleicht nicht auf Tobago, aber auch in einen herbstlichen Sturm mit den bunten Blättern kann man abtauchen und sich erholen und langsamer werden. Sehr schön sind auch die bunten Photographien der Unterwasserwunderwelt. Mir hat das Büchlein viele positive Anstöße gegeben und ich empfehle es sehr.

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Tags: lebensweisheiten   (1)
 

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liebe, ideen, sinn des lebens, roman, geschichten

Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht

Jakob Hein
Fester Einband: 173 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.09.2008
ISBN 9783492052078
Genre: Romane

Rezension:

ersönliches: Ich muss zugeben, dass mich bereits der Buchtitel in Bann gezogen hat. "Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht". Und ich zitiere weiter: " Den Himmel über mir und unter mir die Wellen". ( Faust, Teil 1, Goethe) Dieses Zitat von Faust, das ja in vielen großen Werken interpretiert worden ist ( ich denke da an Max Webers Schriften zur theoretischen Soziologie), deutet bereits den roten Faden an, der durch das Buch führt. Der Mensch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, das uralte Thema, das uns immer wieder beschäftigt, gerade, wenn wir an Wendepunkten stehen. Und damit möchte ich überleiten zum Inhalt. Inhalt: Alles fängt damit an, dass Rebecca hereinschneit in die Agentur von Boris Moser, die Agentur, die sich "Agentur für verworfene Ideen nennt". Boris Moser fühlt sich von Rebecca so sehr angezogen, dass er weiß: sie oder keine. Und so offenbart er ihr das, was er eigentlich vermeiden wollte: er erzählt ihr von einem verworfenen Romananfang. Rebecca insistiert auf der gesamten Geschichte und so erfahren wir von Sophia, die im Auftrag eines "blinden Maulwurfs", eines Schriftstellers, der keinen Sinn darin sieht die Welt vor Ort zu erkunden, eine Geschichte schreiben soll. Es ist die Geschichte von Heiner, einem Wissenschaftler, der, wie es so schön heißt, kurz davor steht den Sinn des Lebens zu ergründen. Heiner wiederum hat eine Geschichte mit Wolf, der dann in meinen Augen zur Schlüsselfigur wird. Kritik: Ich kann nur sagen: Lesevergnügen pur. Jakob Hein schafft in diesem Roman etwas ganz Besonderes: wie bei einer russischen Puppe, aus der immer wieder neue Puppen hervorgehen, verpackt er eine Geschichte, in der Geschichte in der nächsten Geschichte. Mit tiefsinnigem Humor und in einer witzigen bilderreichen Sprache packt Jakob Hein die alte Menschheitsfrage nach dem Sinn des Lebens an. "Was soll ich anstellen mit meinen Jahren zwischen Wiege und Grab?" Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht, das zeigt auch wunderbar der Buchumschlag: das ist die Dämmerung. Wie nutze ich die Dämmerung? Blicke ich vorwärts ? Oder gehe ich mit Heiner rückwärts durch die Epochen um, wie er sagt: "das Ziel ist das Ziel" zu finden? Mache ich mich auf in die Welt oder sage ich wie der "blinde Maulwurf, " dass mich rückblickend am Reisen nur noch der eine Moment interessiert, indem man wieder nach Hause kommt und plötzlich den Schlüssel zu seiner Haustüre sucht". In einer Vorschau zu diesem Buch las ich, dass Jakob Hein die Absurdidtät unseres Lebens aufs Korn nimmt. Und das trifft es bestens. Ich habe so viel gelacht über seine Vergleiche und über seine verrückten Ideen. Die im wahrsten Sinn des Wortes "verrückt" sind, weil sie alles von einer Stelle aus betrachten, die ein Stück neben dem Alltäglichen liegen. Absurd ist das Leben und ich finde, wer dies so stehen lassen kann, der hat schon sehr viel von dem Sinn entdeckt. Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen zum Nachdenken, zum Lächeln, zum sich vielleicht selbst darin Finden.

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Tags: autobiographisch   (1)
 

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krimi, norwegen, harry hole, serienmörder, schneemann

Schneemann

Jo Nesbø , Günther Frauenlob (Übers.)
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 01.09.2008
ISBN 9783550087578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gestern habe ich mir den "Schneemann" endlich gekauft. Über Nacht habe ich keine Minute ein Auge zugemacht. Ich musste lesen und immer weiter lesen, denn die Hochspannung ließ an keiner Stelle nach. Mir sagte vor kurzem jemand: Wallander hat ausgedient, nun kommt Harry Hole. Ich konnte mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Aber nun weiß ich, was derjenige gemeint hat. Diese Buch wird mein Weihnachtsknüller für einige Freunde und meinen Schwiegersohn, der eigentlich nicht so gerne liest. Kurz zur Geschichte: Immer wieder verschwinden Frauen, zurück bleiben die Männer, die KInder und ein mysteriöser Schneemann. Harry Hole ermittelt zusammen mit seiner neuen Kollegin Katerine Brett diese Fälle. Aber sie sind nicht die ersten, die sich an der Ermittlung versuchen. Ich habe mich dermaßen gegruselt, wenn so langsam der Täter in den Vordergrund rückt. Das ist Gänsehaut pur. Harry Hole gegenüber war ich erst skeptisch, denn ich dachte, dass da vielleicht irgendein klischeehafter Typ aus dem Boden gesatnzt wurde, ohne Fleisch und Blut. Aber das war überhaupt nicht der Fall. Seine Person kommt glaubhaft rüber und man beginnt diesen kauzigen Frauenheld gern zu haben. Vor allem als er loslegt, wo es darum ging, dass seine Ex-Frau in Gefahr ist. Ich möchte nichts verraten, denn das wäre schade. Aber selbst, wenn jemand dem Täter frühzeitig auf die Spur kommt, tut dies dem Buch keinen Abbruch. Entscheidend ist wie der Täter sich so langsam offenbart und man als Leser mit Harry Hole mitzittert und mitkämpft um den "Schneemann" dingfest zu machen. Ich denke, dass dieses Buch ein Weihnachtsrenner wird. Wenn draußen die ersten Schneemänner mit rosa Schals stehen, dann ist die Atmosphäre perfekt.

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Tags: rosa schal   (1)
 
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