lila-luna

lila-lunas Bibliothek

43 Bücher, 17 Rezensionen

Zu lila-lunas Profil
Filtern nach
43 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hesse/wirth, das scharze schaf, regionalkrimi, claudia peppenhorst

Das schwarze Schaf

Thomas Hesse , Renate Wirth
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783954519903
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 

"Die Blütezeit des Regionalkrimis ist vorbei", so formulierte es ein erfolgreicher Berliner Schriftsteller, der selbst viel Regionalkrimis verfasst hat. Lesenswert ist die Story, die in Wesel und am Niederrhein spielt dennoch.

Mit "Das schwarze Schaf" gibt das Autorenduo Hesse/Wirth einen herrlichen Einblick in die liebenswerten Menschen am Niederrhein und in ein Problem, von dem die meisten bisher kaum gehört haben, die Betuwe-Linie. Dabei handelt es sich um eine Bahnverbindung zwischen den niederländischen Nordseehäfen und dem westlichen Ruhrgebiet, auf der hauptsächlich Güter transportiert werden. Der Ausbau steht unter vehementer Kritik der Anwohner. Dass es da Gruppen gibt, die sich radikalisieren bleibt nicht aus.

Hängt das Verschwinden von Hauptkommissarin Karin Krafft damit zusammen? Jedenfalls ist die Chefin der Weseler Polizei spurlos verschwunden. Auf dem Rastplatz Hünxe-Ost an der A3 finden die Kollegen das Fahrzeug von Karin, daneben ihren Hund, der sich nicht von der Stelle rührt, eben ein ausgebildeter Polizeihund, der streng auf seinen Befehl gehorcht. Und da ist noch ein Blutfleck. Karins Blut? Einige Zeit später wird die geköpfte Leiche einer Frau gefunden, mit Karins Kleeblatt-Tätowierung auf dem Oberarm, der Kopf fehlt. Unter Hochdruck versuchen die Kollegen der Weseler Kommissarin den Fall aufzuklären, der immer verwirrenden wird.

Der spannend erzählter Krimi bietet kurzweilige Lektüre und ist nicht nur für die Leser ein Genuss, die in der Gegend leben. Regionalkrimi bedeutet ja nicht, dass es heimeln muss. Hier jedenfalls werden Probleme angesprochen, die überall in Deutschland auftreten können. Und "schwarze Schafe" gibt es auch überall. Finden sie heraus, wer das hier ist.

 

 

 

  (0)
Tags: claudia peppenhorst, das scharze schaf, hesse/wirth, regionalkrimi   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

uve teschner, margaret atwood

Oryx and Crake (MaddAddam 1)

Margaret Atwood
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Ronin-Hörverlag, 15.05.2017
ISBN 9783946349310
Genre: Romane

Rezension:

Oryx und Crake

von Margarte Atwood

als Hörbuch

Spieldauer: 11 Stunden 15 Minuten
Verlag: Ronin Hörverlag, 2017

"Sprechergott 2016" Uve Teschner bringt Sie mit dem gerade im Ronin Hörverlag eingelesenen Werk "Oryx und Crake" von Margaret Atwood in eine dystopische Endzeitstimmung.

"Oryx und Crake" ist der erste Teil der Maddaddam Trilogie der kanadischen Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin 2017.

Mit einem Fuß stehen wir heute bereits vom Denk- und Machbaren in der Realität der Geschichte von "Oryx und Crake". Dadurch ist sie leicht nachzuvollziehen und man kann sich voll der hervorragenden Erzähleise von Uve Teschner hingeben.

"Schneemensch" lebt ohne jede Zivilisation in der Wildnis des späten 21. Jahrhundert. Kleidung benötigt er nicht, ein altes Bettlaken schützt ihn vor Insekten und der veränderten Sonnenstrahlung. Ungewöhnliche Tiere fürchtet er, die "Organschweine" oder die "Hunölfe", scheinbar freundliche Hunde, die aber gefährlich wie Wölfe sind. Ein seltsames Volk lebt in seiner Nähe, die "Craker", genmanipulierte Menschen, um  die Schneemensch sich zu kümmern verpflichtet hat.

Viel Zeit hat er in seinen einsamen Stunden, darüber nachzudenken, wie er in diese Situation geraten ist. So erfährt der Zuhörer im Laufe des ersten Teils der Trilogie, wie sich Crake und Jimmy, wie Schneemensch richtig heißt, bereits als Kinder und Jugendliche die Zeit vertrieben haben. Ein Spiel, das sie am Computer gespielt haben, wird im Erwachsenenalter schließlich zur Realität, ein Spiel um Genmanipulation. Auch Oryx taucht bereits als Kind auf einer Pornowebsite auf, die Crake und Jimmy als Jugendliche besuchen. Später wird sie Jimmy wieder begegnen, als junge, schöne Frau.

Abenteuerlich und spannend wird Jimmys Proviantsuche, zu deren Zweck er die Wildnis und seine Craker verlassen muss. Die Gefahren, in die er sich begibt, könnten ihn das Leben kosten.

Margaret Atwoods Roman scheint uns an manchen Stellen vertraut. So denkt man unwillkürlich an "I am legend" von Richard Matheson, in der nur noch der Protagonist als einziger Mensch auf der Welt ist. Auch Szenen aus "12 Monkeys" oder "The time machine" kommen in den Sinn, verhalten sich die Craker doch ein bisschen wie die Elois bei H.G. Wells. Trotz dieser Reminiszenzen ist die Endzeitgeschichte Atwoods ein eigenständiges, kraftvolles Werk mit einer hervorragend sprachlichen und stilistischen Umsetzung. Glücklicherweise liegt die Maddaddam Trilogie jetzt als Hörbuch vor, großartig gelesen und umgesetzt von Uve Teschner, der so lebendig liest, dass alle Personen ihre eigene Stimme bekommen. Und herrlich witzig  setzt er selbst Comicsprechblasen in Klänge um.

Wenn Sie nach längerem Hören plötzlich Musik vernehmen, sind sie am offenen Ende des ersten Teils der Trilogie angelangt. Besser sie besorgen sich rechtzeitigt Teil zwei und drei, denn mit Sicherheit wollen sie wissen, wie es weitergeht.

 

  (0)
Tags: margaret atwood, uve teschner   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

ist fat bob schon tot?, kein katzenkrimi, killer, geld, bettler

Ist Fat Bob schon tot?

Stephen Dobyns , Rainer Schmidt
Fester Einband
Erschienen bei C. Bertelsmann, 17.04.2017
ISBN 9783570102305
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Motorradfahrer prallt mit voller Wucht gegen eine Laster, der quer zur Straße aus einer Einfahrt kommt. Von dem Harleyfahrer bleibt nicht viel übrig und die Identifizierung gestaltet sich schwierig. Ist der Tote der Besitzer der Maschine Robert Rossi, genannt "Fat Bob"? Connor Raposo wollte doch nur seine Schuhe beim Schuhmacher abholen, den Unfall vor der Schuhmacherwerkstatt hat er nicht gesehen, jetzt kommt er aber mit seinem am Geschäft geparkten Wagen nicht weg, die Polizei hat alles abgeriegelt. Da bleibt nur ein Smalltalk mit einem anderen Wartenden. Kennt er den nicht von irgendwoher? Scheinbar völlig unzusammenhängende Personen und Ereignisse verknüpfen sich im Laufe der Geschichte immer mehr. Und Protagonist Connor Raposo stolper immer tiefer in die Geschehnisse, bis ihm klar wird, dass man auch hinter ihm her ist. Mit umwerfender Situationskomik und lakonischen Dialogen jagt Stephen Dobyns seine Helden durch eine höchst raffinierte Krimigeschichte, die in einem furiosen wie unerwarteten Showdown mündet. Ein Lesevergnügen für alle Freunde des schrägen Humors.

Ja, schräg ist der Humor in diesem ungewöhnlichen Krimi tatsächlich. Connor Raposo ist jung und naiv. Er arbeitet in einem "Familienunternehmen" "Bounty Inc.", das Geld von gutgläubigen Bürgern erschwindelt, unter anderem für Aktionen wie "Rettet Beagle vor der Nikotinsucht". (Da hätte ein Beagle besser aufs Buchcover gepasst als eine Katze.) Solche Machenschaften scheinen wohl nur in den USA möglich. Connors Aufgabe in diesem Unternehmen ist es, die Spendenschecks aus dem Postfach abzuholen, so bleibt ihm viel Zeit sich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen. Dadurch gerät er immer tiefer in eine Geschichte, die ihn nichts angeht, hat aber ohne es zu bemerken, mehr Einblick in die Geschehnisse als die beiden schrägen Polizeiermittler Manny und Vikstöm. Überall prallen die Interessen von Möchtegern-Gangsterbossen, Kleinganoven, Obdachlosen, Poizisten und  Ehefrauen aufeinander, das löst zweifellos viele Konflikte aus, die der Story immer neue Wendungen geben.

Wer sind denn in diesem Krimi die Guten, wer die Bösen? Eigentlich werden einem beinahe alle Personen nicht zuletzt aufgrund der äußerst detailreichen Skizzierung der Charaktere irgendwie sympathisch. Wo anderer Autoren ein grobes Bild ihrer Protagonisten zeichnen, erfahren Dobyns Lesen scheinbar alles über die Romanfiguren, vom Aussehen her über Gewohnheiten und Marotten bis hin zu ihren Gedankengängen. Einen wesentlichen Teil trägt der allwissende Erzähler bei, der sich direkt an den Leser wendet. Mal gibt er humorvolle Charaktereigenschaften preis, mal bestimmt er, wo die Geschichte weiter geht.

Lassen sie sich nicht verwirren, denn bis zum fulminanten Ende bleibt die Frage offen: "Ist Fat Bob schon tot?"

  (1)
Tags: ist fat bob schon tot?, kein katzenkrimi   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(95)

186 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

götter, fantasy, mythologie, american gods, neil gaiman

American Gods

Neil Gaiman , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.05.2015
ISBN 9783847905875
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. So lautet ein beliebtes angeblich von B. Brecht stammendes Zitat. Die Frage, ob das auch für Götter gilt beantwortet Neil Gaiman in seinem Roman "American Gods" (Amerikanische Götter).

Faszinierend in einer Mischung aus Krimi und Fantasy-Roman wirft der Autor philosophische und religiöse Fragen auf, mit denen sich auch sein Protagonist Shadow auseinandersetzen muss.

Als Shadow aus dem Gefängnis entlassen wird, ist nichts mehr wie zuvor. Seine Frau wurde getötet, und ein mysteriöser Fremder bietet ihm einen Job an. Dieser nennt sich Mr. Wednesday und weiß ungewöhnlich viel über Shadow. Er behauptet, ein Sturm ziehe auf, eine gewaltige Schlacht um die Seele Amerikas. Eine Schlacht, in der Shadow eine wichtige Rolle spielen wird. Wie der Titel schon verrät geht es um Götter, alte, uralte und ganz moderne, die man erst einmal gar nicht als "Götter" auf dem Schirm hat.

Eines der meistbeachteten Bücher des letzten Jahrzehnts: eine kaleidoskopische Reise durch die Mythologie und durch ein Amerika, das zugleich unheimlich vertraut und völlig fremd wirkt. Erstmals ungekürzt auf Deutsch und komplett neu übersetzt als "Director's Cut", etwas, das man aus der Filmbranche kennt und hier auf die Literatur übertragen wurde.

Zugegeben, das Buch ist nicht neu, der Roman stammt aus 2001 und erschien bisher in verschiedenen Versionen wie der Autor in einer Fernsehsendung verriet. Der "Director's Cut" enthält rund 100 Seiten mehr als die Erstveröffentlichung und bringt in das religiöse und mythologische Thema noch einmal ganz neue Aspekte mit hinein. Denn wo sich der Autor in US-Amerika gescheut hat, in der deutschen Ausgabe ist es mit drin, er lässt sogar Jesus zu Wort kommen.

  (0)
Tags: american gods, gaiman   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

leon sachs, verlag: emons, falsche haut, leon sach, thriller

Falsche Haut

Leon Sachs
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 17.03.2016
ISBN 9783954517732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Erstlingswerk von Leon Sachs ist ein spannender Thriller der mit einer interessanten Verschwörungstheorie aufwartet, die durchaus an Dan Brown heranreicht. Mit "Falsche Haut" liegt ein Roman auf dem Tisch, der nicht nur vor Spannung knistert, sondern auch viel über Frankreich, wo die Geschichte in der Jetztzeit spielt, erzählt. "Das Buch ist ein Thriller, kein Liebesroman", erklärt Sachs in einer Lesung. "Von Liebe verstehe ich nichts aber von Krimis. Nicht falsch verstehen, nicht dass sie denken, ich verstehe was vom Morden. Ich bin Jude, und wir Juden verstehen uns auf Verschwörung", sagt er Augenzwinkernd.

Alex Kauffmann, Professor für Geschichte an der Universität Fribourg, muss tief in die Vergangenheit Frankreichs zurückgehen, um herauszufinden, weshalb seine Freundin Natalie mit dem Tod bedroht wird. Dabei ist der Gegner keine Einzelperson sondern ein Geheimbund, der sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Frankreich gegründet hat. Bis heute existiert dieses äußerst mächtige Bündnis, das bereit ist über Leichen zu gehen. Was kann ein kleiner Geschichtsprofessor da machen? Während der Hetzjagd durch Frankreich geraten Alex und Natalie zudem in das Visier der Polizei. Und wem können sie vertrauen?

Durch die akribische Feinarbeit, mit der Sachs gut fünf Jahre die historischen Hintergründe seines Plots recherchiert hat, gelingt ihm eine durch und durch glaubwürdige Erzählung. Die düsteren Hintergründe steigern sich zur Beklemmung. Der Leser fragt sich, ob die Geschehnisse tatsächlich nur der Phantasie des Autors entsprungen sind oder ob eine derartige Unterwanderung eines modernen Staates tatsächlich möglich wären. Großartig erzählt, absolut lesenswert und sicher ein Stoff der verfilmt werden sollte.

 

 

 

  (0)
Tags: falsche hau, leon sachs   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

andreas gruber, luzifer verlag, utopische romane, kurzgeschichten, horror

Apocalypse Marseille

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 06.05.2016
ISBN 9783958351356
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Andreas Gruber - Apocalypse Marseille

Utopische Geschichten, Paperback, 344 Seiten

Luzifer-Verlag 2016

Andreas Gruber zeigt in dreizehn utopischen Geschichten, dass er nicht nur von den Großen der Science-Fiction-Literatur beeinflusst wurde sondern auch welch erzählerisches Talent in ihm selber steckt. Jede seiner Stories führt er mit teils witzigen, teils recht informativen Vorreden ein. Dabei erfährt der Leser/ die Leserin etwas über Grubers schriftstellerischen Werdegang, seine Vorlieben und Abneigungen. Verleugnen kann er nicht seine Affinität und Liebe zum Science-Fiction- und Fantasy-Genre.

Die erste Kurzgeschichte "Sieben Ampullen" kommt beinahe wie ein normaler Kurzkrimi beim Lesen an. "Ramada Inn" wartet dann schon mit "Alien" auf und in "Biohybriden" erinnert man sich an zahlreiche Filme, in denen Mensch und Maschine eins werden. Viele der Kurzgeschichten entwickeln sich phantastisch und enden teils abrupt mit einem auflösenden Satz. Da wünscht sich der Eine oder Andere eventuell ein herausgezogenes Ende oder eine Weiterentwicklung der Geschichten.

"Weiter oder Raus" ist in dieser Erzählsammlung ein längeres Werk. Eine perverse Fortführung der dem Leser bekannten Unterhaltungsshows und Reality-Live-Shows im abendlichen Fernsehen. Wer an "Wetten, dass..." denkt, liegt nicht ganz falsch. Allerdings sollten Menschen mit gutem Vorstellungsvermögen diese Geschichte meiden. Sie ist an Brutalität kaum zu überbieten; nichts für schwache Nerven.

Es gibt auch sanfteres, beinahe Schönes, wenn uns der Autor mit einer Zeitreise ins Wien um 1900 entführt oder auf eine vergangene Forschungsreise ins Innere eines Maya-Tempels. Und dem Untergang der Titanic gibt er in einer seiner Stories einen völlig neuen Aspekt.

Doch die Welt der Zukunft ist nicht rosig, zumindest nicht bei Gruber. Das ist keine heile Welt mehr, die er uns aufzeigt, eher düster und kaputt wie in "Apocalypse Marseille", die dem Erzählband ihren Namen gegeben hat. Wie geht das Leben nach dem "Fall out" weiter, wie sieht unsere Welt nach Atomkatastrophen aus? Eines erreicht Gruber mit seinen Geschichten, er regt dazu an sich die künftige Welt einmal anders vorzustellen, vielleicht erreicht er ja damit, dass sich einige Wenige im Jetzt anders verhalten. Ein Lesevergnügen für eingefleischte Science-Fiction-Fans ist sicher.

  (1)
Tags: andreas gruber, claudia peppenhorst   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Schützenbrüder

Stefan Holtkötter
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Topp + Möller, 18.11.2014
ISBN 9783936867558
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stefan Holtkötter - Schützenbrüder

Provinz-Krimi, Paperback, 223 Seiten

Verlag Topp + Möller,  November 2014

Mit seinem Wechsel zum Verlag Topp + Möller präsentiert Stefan Holtkötter zwei neue Provinzkrimis, die der Verlag mit einem Button "Münster kriminell" bewirbt. "Schützenbrüder" und "Dreikönigssingen" sind in der Heimat des gebürtigen Münsterländers angesiedelt, und sicher kann der Autor zahlreiche Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend mit einbringen, die die Geschichten recht authentisch wirken lassen.

Wer kennt nicht Miss Marple und Mister Stringer, die Protagonisten der Agatha Christie Krimis? Holtkötter nimmt sie sich als Vorbild, tauscht aber Miss Marple gegen den im Unruhestand befindlichen Landwirt Tönne Oldenkott und Mister Stringer gegen die junge türkischstämmige Dorf-Polizistin Gül Yilmaz. Lisbeth nennt er sie immer, weil ihn ihr Vorname doch zu sehr am Gülle erinnert.

Beim Schützenfest wird hinter dem Festzelt die Leiche des Kassenwarts aufgefunden. Der eigenbrötlerische Mann wurde mit Kirsch-Aufgesetztem vergiftet. Für die Kriminalpolizei in Münster steht die Mörderin schnell fest, die Tochter des Ermordeten, denn zum einen hat sie ihrem geizigen Vater Werner Osthues den Aufgesetzten selber mitgegeben, weil der nichts anderes trinkt, und zum Anderen hat niemand sonst aus dessen gut bewachter Flasche getrunken. Wer sollte ihn also umgebracht haben und aus welchem Grund?

Tönne kennt alle Buddenbecker, so ist er sich sicher, dass Mechthild Osthues ihren Vater nicht auf dem Gewissen hat. Der Mörder ist wo anders zu suchen. Um Mechthild aus der Untersuchungshaft zu holen, ihre Unschuld zu beweisen und den wahren Täter zu finden, sind Tönne auch nicht ganz legale Tricks recht. Dorfpolizistin Gül hilft widerstrebend mit.

Den Auftakt zu seinem neuen Krimi gestaltet Stefan Holtkötter sehr witzig, leider verliert sich dieser Humor in der weiteren Geschichte schnell und funkt nur gelegentlich hier und dort wieder auf. Die Story selber ist schlüssig und bedient sich der üblichen Umwege, bis der Täter überführt ist. Kleine Nebenhandlungen vermitteln Atmosphäre und verraten dem Leser mit Hilfe seiner Phantasie mehr über die Personen, als es der Autor mit Worten bewerkstelligt. Insgesamt eine leichte Wochenendlektüre, die auch gerne mit ins Bett genommen werden darf, da sie mit Sicherheit keine bösen Träume provoziert.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Dreikönigssingen

Stefan Holtkötter
E-Buch Text: 230 Seiten
Erschienen bei null, 25.08.2015
ISBN B014HMW4E6
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stefan Holtkötter - Dreikönigssingen

Provinz-Krimi, Paperback, 237 Seiten

Verlag Topp + Möller,  November 2015

Holtkötters neues selbsternanntes Ermittlerduo hat gerade seinen ersten Fall bravourös gemeistert, da geschieht schon wieder ein Mord im beschaulichen münsterländischen Dorf Buddenbeck. Miss Marple und Mister Stringer, ach nein, Tönne Oldenkott, landwirt im Ruhestand und Dorfpolizistin Lisbeth, die richtig Gül Yilmaz heißt kümmern sich auch um diesen neuen Fall. Sie kennen ihre Buddenbecker besser als die ganzen "Kriminalen" in Münster und die beiden ahnen, dass die Kripo gewaltig auf dem Holzweg ist.

In einer stürmischen Nacht in Buddenbeck zündet mancher alte Münsterländer noch eine geweihte Kerze an, um Unheil von Mensch,  Vieh und Haus abzuwenden. Ein christlicher Brauch, der immer mehr in Vergessenheit gerät, findet auch Tönne Oldenkott und beobachtet schlaflos, was bei seinem Nachbarn auf dem Hof passiert. Fahrzeuglichter kann er ausmachen, mehr nicht. Am nächsten Tag wird sein Nachbar Bauer Alfons Kerkering tot auf dem Hof gefunden. Brutal erschlagen. War es ein Einbrecher, wie die Kriminalbeamten aus Münster vermuten? Der selbsternannte Ermittler traut der Kripo nicht zu, den Fall zu lösen, so ermittelt er mit Hilfe von "Lisbeth" auf eigene Faust. Das Dreikönigssingen seiner beiden Enkeltöchter bietet Tönne die Möglichkeit sich auf den Höfen im Dorf umzuschauen ohne Argwohn zu erregen.

Holtkötters neue Romanfiguren sorgen für einen unbeschwerten Ausflug aus dem Alltag und sind eine nette Lektüre für zwischendurch mit einem Hauch von Lokalkolorit. Der Lesespaß wird einzig durch eine äußerst mangelhafte Lektorierung getrübt, es wimmelt nur so von Fehlern, und so hat sogar das Mordopfer zwei verschiedene Vornamen.

 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(117)

191 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

thriller, schönheit, mona lisa, goldener schnitt, kunst

Das Mona-Lisa-Virus

Tibor Rode
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.03.2016
ISBN 9783785725672
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Schöne Menschen haben größeren Erfolg im Leben, schöne Dinge werden bevorzugt. Warum das so ist, erklärt in der Kunst der sogenannte „Goldene Schnitt“ ein Zahlenverhältnis, das bereits seit der Antike bekannt ist. Die Wissenschaftlerin Helen Morgan – Protagonistin des Thrillers – untersucht dieses Phänomen, die Wirkkraft der Schönheit. Sie hat unter anderem eine Methode entwickelt, mit der sie Kunstwerke vermisst. Ihre Arbeit soll sie auch an dem berühmtesten Gemälde der Welt Leonardo da Vinci Mona Lisa durchführen. Dazu kommt Helen jedoch nicht, denn die Ereignisse überschlagen sich und sie wird in eine Geschichte hineingezogen, deren Ausmaße niemand zu durchschauen scheint.

In Amerika verschwindet eine Gruppe von Schönheitsköniginnen und taucht durch Operationen entstellt wieder auf. In Leipzig sprengen Unbekannte das Alte Rathaus, und in Mailand wird ein Da-Vinci-Wandgemälde zerstört.  Gleichzeitig verbreitet sich auf der ganzen Welt ein Computervirus, das Fotodateien systematisch verändert und außerdem gibt es ein mysteriöses Bienensterben.

Irgendjemand hat offensichtlich der Schönheit den Kampf angesagt. Aber was haben Bienen damit zu tun? Mit der Frage, wie diese Ereignisse zusammenhängen beschäftigte sich nicht nur Helen Morgen, die erfährt, dass ihre Tochter entführt wurde,  sondern auch FBI-Agent Millner. Der Anfang des Komplotts scheint in der Schaffung des berühmten Mona-Lisa-Gemäldes vor 500 Jahren zu liegen.

Tibor Rodes Roman bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen, ein echter Thriller. Er erinnert ein wenig an Dan Browns Verschwörungskrimis. Auch Rhodes Geschichte setzt in einigen Passagen auf den „deus ex macina“, das Geld und den Einfluss eines der reichsten Männer der Romanwelt. Dennoch ist die Geschichte logisch aufgebaut und lässt keine Frage offen. Schwierig ist der etwas holprige Einstieg. Verschiedene Orte und Handlungen werden zusammenhanglos hintereinander gesetzt. Wer aber die Geduld aufbringt, den einzelnen losen Fäden zu folgen, wird mit einem spannenden Stoff beschert.

  (2)
Tags: claudia peppenhorst, das mona lisa virus, krimi, kriminalfälle, lilaluna.de, tibor rode   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(36)

85 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

krimi, blogger, pharmaindustrie, schwarzwald, insiderinformationen

Der Blogger

Patrick Brosi
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 17.09.2015
ISBN 9783954516766
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aus vielen losen Fäden spinnt Patrick Brosi seinen Krimi, in dem es um die undurchsichtigen Machenschaften der Pharmaindustrie geht. "Die Umsätze der Pharmaindustrie liegen zurzeit bei über einer Billion Dollar im Jahr. Das sind tausend Milliarden. Eine Million Millionen." Da wird vielleicht der eine oder andere brutale Mord in Kauf genommen.

Nach dem Vorbild von Enthüllungsblogger Julian Assange versucht auch "Der Blogger" René Berger ungeheure Hintergründe aufzudecken. Lange ist es um ihn ruhig geworden, er scheint untergetaucht.

Der Chefredakteur der Berliner-Post einer online-Zeitung setzt Marie Sommer auf Berger an, sie soll ihn aufspüren und dem Blogger Informationen und Quellen entlocken. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Simon haben sie Wochen Zeit im Schwarzwald Berger zu kontaktieren und geraten in einen Strudel aus Manipulationen und Abhöraffäre.

Ein Mann wird vermisst. Er hat am Titisee ein Ruderboot gemietet, fährt auf die Mitte des Sees und verschwindet spurlos. Selbstmord? Der stark übergewichtige Kommissar Andreas Nagel soll den Fall klären.

Und so gibt es noch einige andere lose Fäden, die Autor Patrick Brosi geschickt zu einer spannenden Geschichte verwebt, einer Mischung aus Krimi, Spionagethriller und sozialen Dramen. Sprachlich hapert die Geschichte gelegentlich am süddeutschen Idiom, das den Lektoren wohl durchgegangen ist und einigen etwas übertrieben schwülstigen Satzpassagen. Davon abgesehen wird man allmählich in eine sich immer verdichtendere Story hineingezogen, bei der auch das ständige Hin und Her hüpfen im Zeitstrang nicht mehr allzu störend wirkt.

Nebenbei erfährt der Leser einiges über das "Wirken" der Pharmaindustrie und wie könnte es da anders sein, einiges über Medikamente, Tests, Zulassungen, Nebenwirkungen und Konkurrenzkampf.  Selbstverständlich schlucken auch die Protagonisten die eine oder andere Pille, mit Nebenwirkungen.

  (1)
Tags: claudia peppenhorst, der blogge, lilaluna.de, patrick brosi   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(114)

171 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

krimi, niederkaltenkirchen, franz eberhofer, eberhofer, bayern

Leberkäsjunkie

Rita Falk
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.01.2016
ISBN 9783423260855
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leberkäsjunkie: Ein Provinzkrimi von Rita Falk

dtv premium, 2016
Originalausgabe
320 Seiten

Ach ja, der Eberhofer Franz hat's schwer, er ist Papa geworden, aber so recht etwas von seinem Sprößling hat er nicht, denn die Susi macht ihm Stress, die Besuchszeiten organisiert die Mutter knallhart durch, da kennt sie kein Pardon. Schließlich sind Franz und Susi ja nicht verheiratet, eben nur Vater und Mutter. Und außerdem lässt die Susi den Franz irgendwie nicht mehr näher an sich rankommen.

Nach seiner Versetzung nach München sieht die Welt für den Dorfpolizisten ja etwas anders aus, ausgerechnet da passiert wieder etwas in Niederkaltenkirchen, die Pension von der Mooshammer Liesl brennt ab und mit der Pension ein Fremder, der mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Wer ist das Brandopfer, was wollte es im Dorf? Schnell gerät der angolanische Fußballspieler Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht. Franz nimmt die Ermittlungen auf natürlich mit der aufgedrängten Hilfe seines Ex-Kollegen und Freundes dem Birkenberger Rudi.

Aber dem Franz wird immer so schwummrig. Auch dem Doktor Brunnermeier gefällt der Eberhofer gar nicht und so führen die Schwindelanfälle dazu, dass der Franz von der Oma auf Cholesterindiät gesetzt wird, Schluss mit Fleischpflanzerln oder mit den "Warmen" vom Simmerl. Das erschwert die Ermittlungen ungemein und  der "Leberkäsjunkie" Franz leidet unter Entzugserscheinungen, seine Laune ist damit auch völlig im Keller.

Nicht aber die Laune der Leser. Mit dem siebten Eberhofer-Krimi geht die Provinzkrimireihe um Franz und seinen treuen Hund Ludwig, die schwerhörige Oma, den kiffenden Papa, den ungeliebten Bruder Leopold, Ex-Kollegen Rudi und den anderen wohlbekannten und geliebten Figuren weiter. Logisch und liebevoll gestaltet Rita Falk ihre Geschichte und die Figuren. Wieder kann der Leser in die nicht immer heile Dorfwelt eintauchen. Zu lachen gibt es selbstverständlich bei den Falk-Krimis sehr viel. Sie ist eine der wenigen, die es gekonnt versteht Witz und Krimigeschichte zu verbinden, so wird das Lesen zu einem Leckerbissen. Zum Schluss gibt es außerdem alle erwähnten Gerichte der Oma noch einmal zum Nachkochen vom Franz aufgeschrieben, und auch die Koch- und Backrezepte sind mit reichlich Humor gewürzt.

 

 

 

  (1)
Tags: eberhofer, rita falk   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

j.b.morrison, wie frank derrick mit 81 jahren das glück kennenlernte, älterwerden, pflegekraft, england

Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte

J.B. Morrison , Karin Meddekis
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.06.2015
ISBN 9783785725382
Genre: Romane

Rezension:

J.B.Morrison: Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte. Roman aus dem Englischen von Karin Meddekis. Lübbe, Köln. 286 Seiten, 14,99 Euro Paperback

Beim Namen J. B. Morrison klingelt es bei dem einen oder anderen vielleicht im Musikgedächtnis, denn der vielseitige britische Autor war Mitglied der berühmten Indie-Rock-Band Carter USM und hat außerdem schon mehrere Soloalben veröffentlich, Drehbücher geschrieben und trat sogar in einem Musical auf. Mit "Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte" fühlt er sich mit seinen 55 Jahren problemlos in die Welt alter Leute ein.

Im Grunde bestimmt die Langeweile das Leben des Protagonisten Frank Derrick, der alleine mit seinem Kater Bill in einem Haus wohnt. Frank macht sich so seine Gedanken, wie es weitergeht, wenn er durch einen Unfall ans Haus gefesselt ist. Schafft er es dann noch die Kredithaie, Dachdecker, Versicherungsvertreter abzuwimmeln und erst recht die Hersteller von Treppenlifts. Und dann kommt Franks 81. Geburtstag und das abstruse Unglück passiert, er wird von einem Milchwagen überfahren. Der Milchmann hatte bei acht Kilometern pro Stunde die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Für Frank nicht so witzig wie für den Leser.

Nach der Krankenhausentlassung mit eingegipstem Arm kommt jedoch das Glück in Franks Leben in Form von "Weihnachten". Kelly Christmas, die Haushaltshilfe betreut den Alten wöchentlich für einige Stunden. Das bringt den im Kopf eigentlich ganz jung gebliebenen Greis auf immer wieder neue Ideen. Frank Derrick entdeckt, dass es außerhalb seiner vier Wände noch eine Welt gibt mit vielen teils seltsamen Menschen. Er beginnt diese Welt zu erkunden, erlebt viele kleine Abenteuer und wird immer mutiger. In Franks humorvoll Ausdrucksweise mit Sioux-Namen, die er einigen Leuten gibt: "Die-die-das-Buch-lesen" werden ihren Spaß an dem feinsinnigem Humor haben.

Sehr empfehlenswert für jeden, der alt werden möchte,  sich einmal auf diese sehr witzige Weise mit den großen und kleinen Problemen des Altwerdens zu beschäftigen. Wie dieses Buch sehr schön verdeutlicht ist Altern nicht nur ein körperlicher Prozess, sondern auch ein geistiger und emotionaler, dem jeder nach seinen Möglichkeiten etwas entgegensetzen kann.

 

  (2)
Tags: j.b.morrison, wie frank derrick mit 81 jahren das glück kennenlernte   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

dshinn, hörbuch, gesellschaftskritik, parallelwelt, salman rushdie

Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte

Salman Rushdie , Sigrid Ruschmeier , Simon Jäger
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 21.09.2015
ISBN 9783844519051
Genre: Romane

Rezension:

Salman Rushdie: Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Bertelsmann, München. 380 Seiten, 19,99 Euro.

Der große Geschichtenerzähler Salman Rushdie liefert mit seinem neuen Roman "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte" - das sind 1001 Nächte - ein Märchen von Dschinns und Dschinnyas, den weiblichen Märchenwesen, und hier besonders von der hochrangigen Dschinnya-Prinzessin Dunja, die sich in den Philosophen Ibn Ruschd verliebt und mit ihm eine ungezählte Kinderschar zeugt. So geschieht es zum Ende des Kalifats in Spanien, also im Mittelalter. Doch das ist nur der Beginn einer sehr kriegerischen Geschichte, denn nachdem der Mensch Ibn Ruschd stirbt und sich im Grab mit seinem Widersacher über Religion und Gott streitet, lebt Dunja als Geistwesen natürlich weiter.

"Niemand bemerkte es oder interessierte sich dafür, dass sie sich eines Tages zur Seite drehte, durch einen Schlitz in der Welt glitt und nach Peristan zurückkehrte, in die andere Realität, die Welt der Träume, die die Dschinn in regelmäßigen Abständen verlassen, um die Menschheit zu plagen oder zu beglücken."

Die Schlitze in die Anderswelt schlossen sich, doch vielleicht ist es der philosophische Streit zwischen Ibn Rushd und seinem konservativen Gegner Gahzali, für den die Ewigkeit das wahre Leben ist, der die Durchgänge wieder öffnet. So muss Dunja handeln, denn

"Ihr Geliebter bat sie von jenseits des Grabes, ihre verstreute Familie zu vereinen und ihr zu helfen, gegen die kommende Weltkatastrophe zu kämpfen."

Es gibt nicht nur gute Dschinns und Dschinnyas.

"Leider kehrten auch andere Bewohner der Dschinn-Welt in die Gebiete der Menschen zurück, und nicht alle hatten Gutes im Sinn."

Sie stürzen unsere moderne Welt ins Chaos. Das zeigt Salman Rushdie an einer großen Anzahl an Personen. Es beginnt ganz klein, erst schwebt Mr. Geronimo ein winziges Stückchen über dem Boden, soviel dass ein Blatt Papier unter seine Schuhsolen passt. Doch das steigert sich. Die bösen Dschinns stürzen die Welt ins Chaos. Der Krieg zwischen Bösen und Guten wird von Persistan in unsere Welt getragen, es herrscht Terror. Können Dunja und ihre Nachkommen die Welt retten? Gibt es eine Waffe gegen den Terror?

Man muss sich nicht mit Philosophie oder Religionswissenschaften auskennen, um sich seine Meinung zu bilden und Position zu beziehen, auch in dem offensichtlich nie endenden Krieg der Gesinnungen. Bei aller Ernsthaftigkeit des hochaktuellen Themas, das der Autor hier in der Übertragung in die Märchenwelt aus tausendundeiner Nacht anspricht, lässt das Buch eine große Portion Humor nicht vermissen und ist außerdem hollywoodreifes "Kopfkino". Eine absolute Leseempfehlung für alle, die phantastische Geschichten lieben aber auch für die, die Bezüge zum aktuellen Weltgeschehen in dieser abgedrehten Form überdenken möchten. Ein Buch, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

  (1)
Tags: zwei jahre - acht monate und achtundzwanzig nächte   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

regionalkrimi, franz marc, gemälde, tote im treppenhaus, raubkunst

Die Flucht der blauen Pferde

Sabine Schulze Gronover
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 17.09.2015
ISBN 9783954517244
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Roman "Die Flucht der blauen Pferde" ist bereits der vierte Regionalkrimi von  Sabine Schulze Gronover. Das 320 Seiten starke Buch ist gerade im Emons Verlag erschienen.

Protagonist ist Konstantin Neumann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen und mit Hilfe seiner Schwester in ein ruhiges Mietshaus in Münster eingezogen, im Hausflur eine Frauenleiche entdeckt. Den wegen Totschlags verurteilten Straftäter bringt das in eine missliche Situation. So wird er wider Willen zum Ermittler und konkurriert in gewisser Weise mit der für den Fall zuständigen Kommissarin Finke. Im Laufe der Handlung führt die Spur zu längst verschollenen Gemälden, die die Nazis während des Zweiten Weltkriegs geraubt haben. Ein Bild steht dabei im Vordergrund, Franz Marcs "Turm der blauen Pferde". Inwieweit die Mitbewohner in dem kleinbürgerlichen Mehrfamilienhaus in Mord und Kunstraub oder Kunstfälschung involviert sind, entdeckt der Ex-Knacki mit viel Beharrlichkeit, Phantasie und Hilfe seines krebskranken Knast-Kumpel Frank sowie seiner Schwester und Anwältin. Um Konstantins Leben feste Strukturen zu geben, schenkt ihm seine Schwester Hund Goofy, einen ausgemusterter Drogenspürhund der Polizei.

Der Protagonist führt abwegige und spannende Ermittlungen durch, die von der Autorin hervorragend konstruiert glaubhaft wirken. Außerdem haben alle Personen sehr sympathische Züge, das geht ein wenig in Richtung heile Welt, macht es andererseits für den Leser schwer, zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden. So bleibt die Spannung erhalten und das Ende überrascht.

Ein weiterer Kunstgriff ist es,  das Thema Raubkunst sinnvoll in einem Regionalkrimi  unterzubringen, das gelingt Schulze Gronover spannend, unterhaltsam, ungewöhnlich und informativ.

Sieht man von den für einen Mann, insbesondere Ex-Knacki, eher ungewöhnlichen Verhaltensweisen und Sprache ab, ist das Buch sehr unterhaltsam und die richtige Wahl für alle die humorvolle Krimis, nicht nur Regionalkrimis, lieben.

»Wieder an der eigenen Wohnungstür, sah er, dass Goofy sich hingelegt hatte, aber noch immer zur Tür starrte. Nun öffnete er sie doch leise und lauschte ins Dunkel. Nichts. Er stieg vorsichtig eine Treppe höher, aber auch dort herrschte Stille. Kein Laut drang aus der Wohnung von Susanne oder von Schuberts, was er um halb drei Uhr nachts völlig normal fand. Während er auf dem Balkon gestanden hatte, war der nächtliche Besucher wahrscheinlich längst in seiner Wohnung angekommen. Doch irgendetwas hatte er in den Hausflur geschoben.

"Komm, Goofy, wir schauen mal nach." Wenn ihm jemand begegnete, könnte er sagen, der Hund habe ein dringendes Bedürfnis. Noch ehe Konstantin sich die Leine schnappen konnte, lief Goofy bereits auf sanften Pfoten an ihm vorbei, die Treppe hinunter. Er eilte so leise wie möglich hinterher und erschrak ganz furchtbar, als Goofy erst einen lang gezogenen Jaulton von sich gab und dann dreimal kurz, aber leider sehr laut bellte.

Konstantin wollte schon ärgerlich auffahren, doch tatsächlich verspürte er selbst kurz danach das Bedürfnis, laut zu schreien. ... Vor ihm neben den Briefkästen im Flur lag leblos eine Person, die Augen starr aufgerissen.«

 

  (3)
Tags: claudia peppenhorst, regionalkrimi, sabine schulze gronover, turm der blauen pferde   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

karin betz, das verhängnisvolle talent des herrn rong, dva, mai jia, claudia peppenhorst

Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong

Jia Mai ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei DVA, 31.08.2015
ISBN 9783421046710
Genre: Romane

Rezension:

Mai Jia - Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong - Roman

Aus dem Chinesischen von Karin Betz

352 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag, 19,99 €, erschienen 31. August 2015 bei DVA

Dieser Roman eignet sich nicht als Bettlektüre bei der man zur Ablenkung noch ein paar Zeilen lesen möchte, denn das Gebot heißt am Anfang: Aufmerksamkeit, um nicht mit den vielen exotischen Namen durcheinander zu kommen. Es geht um Herrn Rong, aber Rongs gibt es so einige, wie der Leser im Laufe des Romans erfährt. Dazu kommt noch die chinesische Namensgebung mit den "üblichen Namen" wie Mai Jia, einer der erfolgreichsten Autoren in China schreibt, " - Geburtsname, Beiname, Kosename, Ehrenname, die ganze Palette". Mit dieser Geschichte erhält man ebenfalls einen kleinen Einblick in die chinesische Kultur, die den Westeuropäern weitestgehend unbekannt ist. Da ist unter anderem die Bedeutung des Traums zu erwähnen, dieses Thema durchzieht die gesamte Geschichte.

Das Verhängnis beginnt als Ende des 19. Jahrhunderts Großmutter Rong ihren Enkel ins Ausland schickt, um die Traumdeutung zu erlernen. 1873 verlässt der jüngste Spross der Rong Familie die südchinesische Stadt Tongzhen und studiert in Großbritannien Mathematik. Nach seiner Rückkehr nennt sich Rong Zilai allerdings britisch John Lilley. Mit dem hinterlassenen Silberschatz der Großmutter gründet er die später berühmten "Lilleys Akademie für Mathematik" und lässt zum allgemeinen Erstaunen sogar Frauen zum Studium zu. So ändert sich auch der Geschäftszweig der Familie Rong. Aus Salzhändlern werden Mathematiker. In diese Familie hinein kommt das uneheliche Kind Rong Jinzehn, ein nicht nur äußerlich seltsamer Mensch sondern auch geistig eine Besonderheit, eine mathematische Ausnahmebegabung, ein Genie.

Interviews mit Meister Rong (wieder ein anderer Rong, beziehungsweise eine andere) und Direktor Zheng sollen die Glaubwürdigkeit der Geschichte untermauern, von der der Autor mehrfach behauptet: "Früher dachte ich einmal, es sei nicht das Wesentliche beim Schreiben, den Leser glauben zu machen, dass eine Geschichte wahr sei. Doch diese Geschichte - nun, mit dieser Geschichte verhält es sich anders, weil sie wirklich wahr ist und keinen Zweifel duldet." Und später " Ich muss also betonen: Diese Geschichte ist historisch belegt, sie ist nicht erfunden, ich habe alles aus aufgezeichneten Interviews zusammengetragen."

Das unterscheidet auch dieses Buch des Begründers der chinesischen Spionageliteratur von den westlichen Vorstellungen des Genres. Der 1964 geborene Mai Jia vermischt Historisches, Politverbrechen und Entschlüsselungskunst mit dem menschlichen Drama. Der historische Kontext der Geschichte ist die Zeit um die Gründung der Volksrepublik China, spielt aber bis in unsere Zeit hinein.

Gleichzeitig ist die Geschichtet ein Psychogramm des Mathematikgenies Rong Jinzehn, sein Aufstieg und vermeintliches Scheitern, mit Distanz nachvollziehbar auch für jeden Nichtmathematiker, denn schließlich geht es gar nicht um Mathematik, es geht um ein Leben, ein Schicksal. Das verhängnisvolle Talent des Herrn Rong ist keine Mainstreamgeschichte, das hat auch 20th Century Fox erkannt und sich bereits die Filmrechte gesichert, alleine von daher empfehlenswert, das Buch vor dem Film zu lesen. © Claudia Peppenhorst

 

  (1)
Tags: claudia peppenhorst, das verhängnisvolle talent des herrn rong, dva, karin betz, mai jia   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

italien, esther hansen, familie, sardinien, einsiedle

Das wilde Herz des Wacholders

Vanessa Roggeri , Esther Hansen
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 19.06.2015
ISBN 9783423260619
Genre: Romane

Rezension:

dtv bewirbt dieses Buch auf der Rückseite als "einen ungewöhnlichen Frauen- und Sadinienroman: atmosphärisch, mysteriös und emotionsgeladen bis zur letzten Seite". Damit hat der Verlag mit sechs Begriffen sowohl Zielgruppe, Inhalt und Schreibstil treffend zusammengefasst.

Wer sich jedoch bei dem Begriff "Frauenroman" bereits abwendet, verpasst eine tatsächlich hervorragend erzählte unbekannte Geschichte. Nicht nur Geschichte als Erzählform, sondern auch als historisch soziologischer Hintergrund. Oder wissen Sie was eine "Coga" ist und welchen Schrecken sie unter der sardischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert verursachte?

In einem kleinen Dorf auf Sardinien schenkt Assunta Zara ihrem Severino in einer Gewitternacht zu Allerseelen 1880 ein Kind, kein glückliches Ereignis, denn es ist bereits das siebte. Und was noch viel schlimmer ist, es ist das siebte Mädchen. Damit ist das Kind automatisch nach dem sardischen Volksglauben eine "coga", eine Art Hexe. Die schleichen sich in der Nacht ins Haus, um das Blut neugeborener Knaben auszusaugen. Sie können jede Menge Übel über die Menschen bringen, Tiere verhexen, Krankheiten bringen und jede beliebige Form annehmen.

Das Baby soll getötet werden, aber Vater Severino schafft es nicht die Kleine zu erschlagen, er lässt sie in der Novembernacht in Regen und Kälte liegen. Seine älteste Tochter Lucia jedoch rettet das Neugeborene, gibt ihm den Namen Ianetta. Von da an scheint ein Fluch über der Familien zu liegen. Jeder Schicksalsschlag wird auf die "coga" zurückgeführt. Ianetta wächst zwar auf dem Hof der Zaras auf, gehört jedoch nicht mit zur Familie, eher wird sie behandelt wie eine streunende Katze, der man Unterschlupf gewährt und irgendwo etwas zu essen hinstellt.

Auf eindrucksvolle Art zeigt der Roman, was ein tief verwurzelter Aberglaube alles bewirken kann und dass der rationale Verstand kaum in der Lage ist gegen Gefühle anzukommen. Was aus den Mitgliedern der Familie Zara im Laufe einer Generation wird und ob eine "coga" tatsächlich Unglück über die Menschen bringt oder eher über sich selbst, das erfährt man auf 270 Seiten, bei einem kurzweiligen Lesevergnügen. Allerdings darf bei einem "Frauenroman" eine gehörige Portion Kitsch nicht fehlen. Oder ist es wegen des Kitschs ein "Frauenroman"? Auf jeden Fall fehlt auch hier nicht die unvermeidliche Liebesgeschichte, sogar mit einem Arzt, Intrigen inbegriffen.

Übrigens hätte die Autorin aus dem Sujet einen spannungsgeladenen historischen Thriller machen können, aber sie hat sich entschieden uns einen "Frauenroman" zu servieren. Nach dem Erstlingswerk der 1976 in Cagliari geborenen Vanessa Roggeri folgte im Mai 2015 ihr neuer Roman `Fiore di fulmine´ in Italien. Ganz ausgezeichnet hat Esther Hansen Roggeris Debütroman aus dem Italienischen in ein blumiges Deutsch übersetzt.

 

  (1)
Tags: das wilde herz des wacholders, esther hansen, vanessa roggeri   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, mord, emotionen, psychothriller, voyeurismus

Emotion Caching

Heike Vullriede
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 31.07.2015
ISBN 9783958350625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verzeihen Sie, wenn ich etwas aushole. Ich hatte gerade Stephen Kings Doctor Sleep aus der Hand gelegt, ein Buch, das mich von vorne bis hinten in seinen Bann gezogen hatte. Der große King-Fan bin ich nicht, es war erst meine zweite Begegnung mit dem Autor, aber Respekt, die Story lief beim Lesen genau so toll ab wie ein guter Hollywoodfilm. Von King muss ich bei Gelegenheit noch einmal etwas lesen, dachte ich für mich. Und nach solch einem tollen Buch stellt sich die schwierige Frage, an was ich mich als nächstes wage, denn in der Regel ist bei mir die Enttäuschung vorprogrammiert, nur eins von zehn Büchern gefällt mir so gut.

Sie werden sich fragen, was das mit einer Rezension von Heike Vullriedes "Emotion Caching" zu tun hat. Nun, ganz einfach, Emotion Caching fiel mir als nächstes Buch in die Hand. Meine Vorbehalte waren entsprechend groß, Heike Vullriede nach dem weltberühmten King, das kann nicht gut gehen. Eine "Provinzautorin" nach dem "Meister des Grauens", damit kann ich Vullriede nur Unrecht tun. Ich sollte noch einige Bücher dazwischen schieben, Abstand zu King gewinnen. Vielleicht einfach nur etwas Kurzes, denn Emotion Caching ist über 300 Seiten stark. So machte ich mir meine Gedanken, um der ja immer noch recht "jungen" Schriftstellerin gerecht zu werden. Emotion Caching ist erst ihr dritter Roman. Ich wagte einen kurzen Blick auf die ersten Seiten, wollte schauen, ob sich Vullriedes Erzähl- und Schreibstil weiter entwickelt hat. Doch dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich wurde von der ersten Seite an in eine Story hineingerissen, die mich nicht mehr los ließ. Jede Wendung der Geschichte entwickelt sich absolut logisch und leicht nachvollziehbar, die gut 300 Seiten scheinen an einem Abend dahin erzählt worden zu sein. Da war wieder dieses Gefühl in einem spannenden Film zu sitzen, diese Mal nicht Hollywood sondern ein hervorragender Krimi im deutschen Abendprogramm, allerdings gibt es hier keine Ermittler, keine Polizei, die etwas aufklärt, Auf einen Mord wartet man scheinbar vergeblich. Was da passiert ist ein Spiel, ein Kinderspiel und dann auch wieder perfide kriminell. Protagonistin ist Kim, irgendwo zwischen Pubertät und Erwachsen werden ist sie auf der Suche nach Gefühlen, die sie nicht mehr empfinden kann. Der Verlust der geliebten Vaters in ihrer Kindheit hat die junge Frau stark verstört,  sie glaubt, selber nicht mehr zu normalen Gefühlen fähig zu sein, daher kommt sie auf eine absurde Idee. Kim will starke Gefühle anderer Menschen im Videofilm festhalten. Schnell findet sie Zustimmung in ihrer Clique, die aus ihr, Benny, Nico und Lena besteht. Sich auf die Lauer legen, um andere Menschen zu filmen, ist eine Sache, die Gefühle der Gefilmten jedoch ins extreme zu steigern eine andere. Dazu müssen die Kandidaten durch fiese Tricks gereizt werden. Die Sache verselbständigt sich irgendwie, ein Toter scheint ein Unfall zu sein, ein weiterer ein Mord. Wer ist der Mörder? Ein Mitglied der Clique, ein Außenstehender. Die Sache wird auch für die vier Gruppenmitglieder undurchsichtig.

Die zahlreichen Verwicklungen ergeben sich für den Leser absolut schlüssig, die Handelnden in der Story führen sie immer wieder in die Irre. Zwar ergibt sich zum Ende eine Lösung, die der aufmerksame Leser erahnen kann, jedoch beschreibt Vullriede dieses Ende sehr intensiv ohne allerdings in Sentimentalitäten oder Kitsch zu versinken. Ein packender und ungewöhnlicher Thriller, der absolut nicht mit dem Mainstream zu vergleichen ist. Heike Vullriede ist immer für eine Überraschung gut. Dieses Buch hat das Potential ganz oben in den Bestsellerlisten zu landen.

  (1)
Tags: emotion caching, heike vullriede, psychothriller, thriller   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1.062)

1.163 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

sprache, grammatik, sachbuch, deutsche sprache, rechtschreibung

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Bastian Sick
Fester Einband: 233 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 28.09.2006
ISBN 9783462037265
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5.915)

7.899 Bibliotheken, 37 Leser, 15 Gruppen, 164 Rezensionen

thriller, verschwörung, kirche, paris, louvre

Sakrileg - The Da Vinci Code

Dan Brown ,
Flexibler Einband: 618 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.04.2006
ISBN 9783404154852
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.727)

3.468 Bibliotheken, 44 Leser, 6 Gruppen, 76 Rezensionen

barcelona, bücher, spanien, liebe, roman

Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596196159
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.304)

3.106 Bibliotheken, 20 Leser, 11 Gruppen, 106 Rezensionen

liebe, frankreich, paris, freundschaft, wohngemeinschaft

Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.10.2006
ISBN 9783596173037
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.394)

2.554 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

jakobsweg, hape kerkeling, humor, pilgern, spanien

Ich bin dann mal weg

Hape Kerkeling
Fester Einband: 405 Seiten
Erschienen bei Piper, 15.09.2010
ISBN 9783492259736
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.648)

3.188 Bibliotheken, 46 Leser, 4 Gruppen, 36 Rezensionen

philosophie, jugendbuch, jostein gaarder, briefe, geschichte

Sofies Welt

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 622 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.10.2009
ISBN 9783423624213
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1.611)

1.934 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

humor, science fiction, science-fiction, universum, per anhalter durch die galaxis

Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 12.10.2009
ISBN 9783453407848
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3.859)

4.827 Bibliotheken, 28 Leser, 13 Gruppen, 141 Rezensionen

mittelalter, historischer roman, kathedrale, england, kirche

Die Säulen der Erde

Ken Follett , Gabriele Conrad , Till Lohmeyer ,
Flexibler Einband: 1.152 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.10.1992
ISBN 9783404118960
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 
43 Ergebnisse