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170 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 23 Rezensionen

steampunk, london, viktorianisches zeitalter, agentin, fantasy

Books & Braun

Pip Ballantine , Tee Morris , Michaela Link
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.06.2012
ISBN 9783802586439
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Buch beginnt gleich mit einer gehörigen Portion Action, denn wir erleben Eliza D. Braun, ihres Zeichens Agentin des Ministeriums für eigenartige Vorfälle, bei einer Befreiungsaktion eines weiteren Agenten des Ministeriums. Doch die Aktion endet nicht so, wie sich das ihr Vorgesetzter erwünscht hat, was nicht zuletzt auch an der Vorliebe für explosive Stoffe liegt, welcher Agentin Braun gerne ein wenig zu ausgiebig frönt.
Doch der Archivar, Wellington Thornhill Books, kann befreit werden und somit kehren beide nach London zurück. Doch hier erwartet Agentin Braun eine faustdicke Überraschung, denn nicht jeder begrüßt die Art und Weise, wie sie ihren Kollegen befreit hat. Daher wird sie umgehend in das Archiv strafversetzt und muss nun in dem Kellergewölbe, in dem das Archiv untergebracht ist, ihr Dasein fristen.

Zufällig entdeckt sie dort einen alten und nicht abgeschlossenen Fall ihres Ex-Partners, der nach einem Zwischenfall in einer Nervenheilanstalt untergebracht ist. Obwohl ihr verboten wird, diesen Fall neu aufzurollen, entschließt sie sich dennoch daran zu arbeiten, was ihrem neuen Partner natürlich überhaupt nicht passt. Doch ehe er sich versieht, ist er auch schon mitten drin, obwohl er sein geliebtes Archiv nicht verlassen möchte und auch sonst keine Ambitionen hat, Abenteuer zu erleben. Doch gegen die Waffen einer Frau ist selbst ein Archivar machtlos.

Im Auftrag der Queen untersuchen die Agenten des Ministeriums für eigenartige Vorfälle seltsame Vorkommnisse, magische Gegenstände oder ungewöhnliche Phänomene. Dazu werden die Agenten mit vielen interessanten Erfindungen ausgestattet, die ihnen im Kampf gegen ihre Feinde, insbesondere das Haus Uscher als großem Gegenspieler, helfen sollen.

Die Geschichte spielt natürlich, wie es sich für Steampunk gehört, im viktorianischen England und den beiden Autoren ist es hervorragend gelungen, diese Atmosphäre mit ihren Worten einzufangen, so dass man permanent das Gefühl hat, mittendrin zu sein, wenn dampfbetriebene Geräte eingesetzt werden oder die Londoner Oberschicht durch Straßen flaniert. Die Autoren haben die Tür zu diesem Paralleluniversum geöffnet und man muss nur noch eintreten.

Das Buch bietet ein hohes Tempo, interessante Charaktere, humorvolle Dialoge und geniale Interaktionen zwischen den beiden Hauptfiguren, jede Menge tolle Erfindungen und etliche Anspielungen auf bekannte Bücher und Filme. Wer das Buch gelesen hat, wird mir vermutlich zustimmen, denn man hat regelmäßig das Gefühl, dass man so etwas schon irgendwo gelesen hat. Das ist allerdings nicht negativ zu verstehen, denn es fügt sich alles sehr harmonisch zusammen und bildet ein tolles Gesamtwerk ohne wirkliche Schwächen.

Dieses Buch ist der Auftakt einer Reihe rund um das Ministerium für eigenartige Vorfälle und seinen beiden genialen Helden Books & Braun. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Steampunk anfangen kann, der sollte diesem Werk unbedingt mal eine Chance geben.

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(505)

829 Bibliotheken, 14 Leser, 8 Gruppen, 117 Rezensionen

thriller, robert hunter, los angeles, mord, chris carter

Der Knochenbrecher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2012
ISBN 9783548284217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der dritte Fall für das Duo Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia hat mich wieder mal voll überzeugt, so viel möchte ich bereits vorwegnehmen.

Wir steigen direkt mit einer Frauenleiche ein, welche in das rechtsmedizinische Institut von Los Angeles gebracht wird. Die Todesursache ist unklar und die Obduktion soll Klarheit bringen, allerdings ist eine Sache sehr auffällig, denn Mund und Vagina des Opfers sind zugenäht. Und noch eine Sache überrascht den Pathologen, denn bevor die Vagina zugenäht wurde, scheint der Täter ein Objekt darin platziert zu haben. Doch in dem Moment, wo Dr. Winston klar wird, was das Objekt ist, ist es schon zu spät.

Detective Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia werden auf den Fall angesetzt, doch die Beweise sind rar, da sie weitestgehend zerstört wurden und somit haben sie erst mal keinen Ansatzpunkt. Bei seinen Ermittlungen lernt Hunter die Privatermittlerin Whitney Meyers kennen, die ihn auf eine Reihe vermisster junger Frauen aufmerksam macht. Schnell erkennen sie, dass die Mordopfer und die Vermissten in Zusammenhang stehen. Und eins haben die Opfer gemeinsam: Sie alle sind Künstlerinnen.

Die Zeit läuft, denn die Abstände zwischen den Morden werden immer geringer und der Täter scheint keine Fehler zu machen. Doch wer ist dieser Mensch, der seinen Opfern Mund und Vagina zunäht und vorher Objekte dort plaziert? Was hat es mit diesen Objekten auf sich und was bedeutet der Spruch, der an jedem Tatort zu finden ist?

Carter versteht es sehr geschickt diverse Brotkrumen auszulegen und es dem Leser so zu ermöglichen, selber mitzurätseln, doch leicht macht er es einem nicht. Meine Vermutung war nicht die Richtige und so wurde ich doch von der Auflösung überrascht, welche uns Carter logisch und glaubwürdig präsentiert.

Ein Pluspunkt sind die recht kurzen Kapitel, denn so kann man zwischendurch mal das eine oder andere Kapitel lesen, bzw. wird sogar animiert immer weiter zu lesen. Denn ihr kennt das Phänomen, dass man noch ein Kapitel lesen könnte, wenn man eigentlich beschlossen hat, das Buch zur Seite zu legen. Aber weil die Kapitel so kurz sind, meint man, eben noch eins lesen zu müssen.

Das Buch ist wieder mal sehr fesselnd geschrieben und spannend bis zur letzten Seite, weil man selber kaum wissen kann, wer der Täter ist. Außerdem sind noch andere Charaktere involviert, die um ihr Leben fürchten müssen. Zu Beginn tappen Hunter und Garcia lange im Dunkeln, ohne dass es langweilig wird. Zum Schluss hin steigert Carter das Tempo immer weiter, bis das Ganze in dem furiosen Finale endet. Wem bereits die Vorgänger gefallen haben, der wird vom dritten Teil nicht enttäuscht werden. Thriller-Freunde, die Chris Carter bisher nicht kennen, sollten diesem Autor mal eine Chance geben, hat er doch ein tolles und sympathisches Ermittler-Duo geschaffen, kreiert spannende Storys und lässt sich regelmäßig grausame Morde einfallen, die mich auch im dritten Buch wieder überrascht und ein wenig geschockt haben.

Aber einen Kritikpunkt möchte ich hier deutlich ansprechen. Es geht mal wieder um deutsche Übersetzungen von Buchtiteln. Wer hat denn beschlossen, einen völlig an der Geschichte vorbeigehenden Titel zu wählen? Der Knochenbrecher ist ja nun völlig unpassend und man täte gut daran, näher am Original(The Night Stalker) zu bleiben, als die potenziellen Käufer mit diesem Titel zu verwirren. Denn Knochen werden in diesem Buch nicht gebrochen!

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1.307 Bibliotheken, 17 Leser, 7 Gruppen, 308 Rezensionen

dystopie, starters, enders, body bank, zukunft

Starters

Lissa Price , Birgit Reß-Bohusch , Birgit Ress-Bohusch
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2012
ISBN 9783492702638
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stell dir vor es ist Krieg und eine Partei benutzt tödliche Sporen, um den Gegner zu bekämpfen. Stell dir vor, dass nur sehr junge und recht alte Leute geimpft wurden und für den Rest der Menschen keine Hilfe existiert. Stell dir vor, dass ab diesem Zeitpunkt nur noch sehr alte Menschen, genannt Enders, sowie Kinder und Jugendliche, genannt Starters, existieren. Dazwischen klafft ein großes Loch und diese demographische Veränderung hat eine kolossale Auswirkung auf die Lebensumstände der beiden Gruppen. Denn während die Enders regelrecht in Geld schwimmen, wissen viele Starters nicht, wie sie den Tag überleben sollen. Denn sie leben auf der Straße, wohnen in leerstehenden Häusern, betteln um Essen und haben keinerlei medizinische Versorgung. Doch nicht genug, dass sie täglich ums Überleben kämpfen müssen, so müssen sie sich vor Straßengangs in Acht nehmen und vor einer weiteren Gefahr, den Marshals, flüchten. Sollten sie in die Hände der Marshals gelangen, würde man sie umgehend in Heime bringen, wo sie in unwürdigen Zuständen leben und harte Arbeit vollbringen müssen.

Und eine dieser Starters ist Callie, die mit ihrem Bruder, Tyler, sowie ihrem guten Freund, Michael, auf der Straße gelandet ist, nachdem ihre Eltern an den Sporen gestorben sind und sie keine weiteren Verwandten mehr haben. Zudem leidet Tyler an einer Lungenkrankeit und daher entschließt sich Callie zu einem folgenschweren Schritt. Sie wendet sich an die Firma Prime Destinations, welche es den Enders ermöglicht in die Körper der Jugendlichen zu schlüpfen, um dann die Aktivitäten zu betreiben, zu welchen sie sonst nicht mehr in der Lage wären. Da Callie das Geld benötigt, willigt sie schließlich ein und unterschreibt den Vertrag für drei Buchungen. Die erste Erfahrung dauert einen Tag und nachdem Callie aufwacht, weiß sie nicht, was mit ihrem Körper angestellt wurde. Und auch die zweite Buchung geht ohne Probleme über die Bühne und sie entschließt sich, auch den dritten Bewusstseinstausch über sich ergehen zu lassen. Doch Callie hat Zweifel, da ihr Körper diesmal für einen Monat gebucht wurde. Als sie zum dritten Mal aufwacht, merkt sie allerdings, dass etwas nicht stimmt. Sie befindet sich nicht, wie gewohnt, im Institut, sondern völlig aufgestylt in einem Club. Callie kann es sich nicht erklären, bis eine Stimme in ihrem Kopf ihr sagt, dass sie unter keinen Umständen zu Prime Destinations zurückkehren darf.

Wer steckt hinter dieser Stimme? Welches Geheimnis umgibt Prime Destinations? Und wie soll Callie dabei helfen, dass Geheimnis zu lüften? Wer ist der geheimnisvolle Old Man, den Callie einmal kurz im Institut gesehen hat? Und welchen Plan hat er für Tyler und all die anderen Straßenkinder?

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an fasziniert, denn Lissa Price hat ein interessantes und hochgradig spannendes Szenario entwickelt, mit frischen Ideen und einem flüssig zu lesenden Schreibstil. Sie schafft es auch, dass man sich ohne Probleme in diese veränderte Welt hineinversetzen kann, dass man die Armut der Kinder spüren kann, während sich die Reichen keine Gedanken darum machen und die Kinder wie Straßenköter behandeln.

Sehr gut ist ihr auch die Darstellung des Machtmissbrauchs gelungen, denn die Enders mieten die Körper der Jugendlichen und tun dann Dinge, welche das Leben der gemieteten Körper gefährdet, obwohl es ihnen vertraglich verboten ist. Beispielsweise springt ein Ender im Körper eines Jungen an einer Art Bungeeseil von einer hohen Brücke und man merkt dabei, dass es ihm egal ist, wenn es einen Unfall geben würde, denn er kann sich ja einen neuen Körper mieten. Geld regiert hier die Welt, denn, obwohl das Mieten von fremden Körpern verboten ist, machen es doch sehr viele Enders und man kann sich nie sicher sein, ob man nun vor dem Original steht oder sich ein fremder Mensch im Bewusstsein seines Gegenübers bequem gemacht hat. Das sorgt für zusätzliche Spannung und könnte zum Schluss für die ein oder andere Überraschung gut sein.

Auch für Gefühle ist in diesem Buch noch Platz, denn Callie vermisst ihren guten Freund Michael, für den sie etwas empfindet. Gleichzeitig lernt sie aber auch Blake kennen, den Enkel eines mächtigen Senators, der ein starkes Interesse an ihr hegt und sie fühlt sich ebenso zu ihm hingezogen.

Das Cover möchte ich als sehr gelungen bezeichnen, denn es ist zwar schlicht, aber dennoch mysteriös und passt sehr gut zu dieser düsteren Geschichte.

Das empfohlene Alter liegt zwar zwischen 14 und 17 Jahren, aber ich möchte allen dieses Buch ans Herz legen, die mit den oben genannten Themen etwas anfangen können und mal wieder eine frische Geschichte eines, zwar nicht neuen, aber sehr gut umgesetzten Themas lesen möchten.

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136 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

schottland, mord, vermisst, thriller, erbschaft

Das zerbrochene Fenster

Zoe Beck , Arne Kirschenberger
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.07.2012
ISBN 9783404160464
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem Landhaus in Schottland wird die Frau des verstorbenen Lord Darney, Lillian, ermordet aufgefunden. Unmittelbar vor ihrem Tod konnte sie noch ihren Stiefsohn Cedric anrufen und ihm ein einzelnes Wort übermitteln: Sean.
Kurze Zeit später taucht Philippa „Pippa“ Murray auf und behauptet, sie würde den Mörder kennen: Ihr Exfreund Sean. Doch die Angelegenheit ist problematisch, gilt Sean doch seit vielen Jahren als vermisst. Somit glaubt niemand die Geschichte und Pippa verschwindet kurz darauf ebenfalls. In diesem Part des Buches steht Cedric im Mittelpunkt, der ein schweres Leben führt und seinen Tag nur mit Hilfe von Medikamenten übersteht. Er versucht den Mörder seiner Stiefmutter zu finden und bekommt dabei Hilfe von seinem guten Freund Ben.

In einem zweiten Handlungsstrang, der im Dezember 2003 beginnt, geht es um Pippa und ihre Suche nach Sean. Denn Pippa will nicht glauben, dass er sie nur verlassen hat, daher hat sie immer noch die Hoffnung, dass er eines Tages wieder auftaucht. Das soll es auch schon zum Inahlt gewesen sein, da ich nicht mehr verraten möchte, um niemandem den Lesespaß zu rauben.

Zu Beginn kam ich nur sehr schwer rein in dieses Buch. Ich vermute, dass es an den vielen komplexen Charakteren lag, die eben nicht flache Abziehbilder sind, sondern viele Eigenschaften aufweisen und eine eigene Geschichte haben. Dazu spielt die Geschichte in zwei Zeitebenen, so dass man gleich am Anfang eine nicht geringe Zahl an Figuren präsentiert bekommt und diese Fülle muss man erst mal verarbeiten und in die beiden Ebenen einfügen. Wobei die eine Ebene eine fortlaufende Geschichte ist und der andere Teil in Form von Tagebucheinträgen aufgebaut ist.

Die Aufteilung der Geschichte in zwei Handlungsstränge ist insgesamt recht komplex, aber gelungen, weil Zoe Beck beide Stränge gekonnt zusammenführt. Nahezu wie ein Reißverschluss fügt sich alles zusammen und gipfelt in der finalen Auslösung der Geschichte.

Das Buch bietet keine Action, Brutalität oder ein enorm hohes Tempo, wie man es von anderen Thrillern gewohnt ist. Darauf wird hier kein Wert gelegt und würde auch nicht zu der Geschichte passen. Es ist ein ruhiges Buch, welches eher die Geschichte von einigen Menschen erzählt, die alle irgendwie miteinander zu tun haben. Aber es ist Zoe Beck gelungen, eine sehr spannende Story zu schreiben und man ist quasi gezwungen immer weiter zu lesen, weil man unbedingt wissen will, was aus Sean geworden ist. Hat er Pippa einfach nur verlassen und ist untergetaucht? Ist ihm etwas zugestoßen? Hatte er ein dunkles Geheimnis? Und was hat er mit dem Mord an Lillian Darney zu tun? Wer hat die Witwe ermordert und warum war ihr letztes Wort an ihren Stiefsohn ein Name?

Insgesamt ein interessantes Buch, welches auch eine Art schottisches Flair verströmt, denn ich hatte permanent das Gefühl, mitten in Schottland zu sein. Schön, wenn einem nicht nur gesagt wird, dass das Buch in einem gewissen Gebiet spielt, sondern man das Gefühl hat, sich mit dem Buch direkt am Ort des Geschehens zu befinden.

Wer auf blutige Szenen, Gerichtsmediziner, Profiler und brutale Serienmörder verzichten kann und gleichzeitig eine Affinität für Schottland hat, der sollte diesem Buch unbedingt mal eine Chance geben.

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(312)

503 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 134 Rezensionen

köln, thriller, serienmörder, metzger, fallanalytiker

Blutsommer

Rainer Löffler , ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2012
ISBN 9783499257278
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der operative Fallanalytiker Martin Abel wird zu einem Fall nach Köln beordert, wo eine grausame Mordserie die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Nicht nur die Anzahl der Morde, sondern auch der Zustand jeder Leiche erschreckt die Einwohner Kölns aufs Ärgste. Denn jede Leiche wurde grausam zugerichtet und bietet den Einsatzkräften ein schreckliches, schwer zu begreifendes Bild, welches sie nie wieder vergessen werden.

Der eigenbrötlerische Abel ist nicht sehr angetan von dem Fall und noch weniger, dass er eine Partnerin an die Seite gestellt bekommt, die sich dazu auch noch in der Ausbildung befindet und ihm als seine neue Schülerin präsentiert wird. Hannah hingegen will unbedingt mit Abel zusammenarbeiten, eilt ihm doch der Ruf des besten Fallanalytikers Deutschlands voraus.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ganz klar die Arbeit der Polizei und der beiden Fallanalytiker, die den Behörden als Berater zur Seite stehen. Allerdings stößt dies auf wenig Gegenliebe, da insbesondere der Leiter der KK 11 absolut nicht davon überzeugt ist, dass die beiden hilfreich sein könnten. Er glaubt, dass die Polizei alles unter Kontrolle hat und den Fall selber lösen wird, somit haben es Martin und Hannah von Beginn an schwer.
Wer jetzt aber glaubt, dass es hier nur um langweilige Polizeiarbeit geht, der irrt sich, auch wenn sie einen Großteil der Geschichte einnimmt. Das Ganze wird sehr interessant dargestellt und keinesfalls übertrieben. Wird in anderen Büchern jedes noch so kleine Detail bis zum Ermüden durchgekaut, so kann man erfreut festhalten, dass das hier nicht der Fall ist.
Aber auch den Charakteren wird viel Raum zur Entfalltung gegeben, so dass man deren Entwicklung mit steigender Seitenzahl genau verfolgen und gut nachvollziehen kann.

An Anfang erleben wir Martin als einen starrköpfigen Mann, der Gesellschaft weder bei der Arbeit noch im Privaten gebrauchen kann, doch er ist gezwungen, sein Wissen zu teilen und somit eine Menge Zeit mit Hannah zu verbringen. Je weiter die Geschichte fortschreitet, des mehr taut er auf und das nicht zuletzt wegen Hannah, die mit ihrer Art immer wieder zu ihm durchdringt. Und somit kommt, was kommen musste und die beiden nähern sich einander an und es entstehen Gefühle zwischen den ihnen. Erfrischend hätte ich es gefunden, wenn genau das hier nicht passiert wäre. Irgendwie hatte man von der ersten Begegnung an schon die Vorahnung, dass es zwischen den beiden Funken würde.

Die Story wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, wo wir über die Kindheit des so genannten Metzgers erfahren. Hier wird glaubhaft dargestellt, wie aus einem unschuldigen Jungen ein Monster gemacht wird. Man leidet schon mit dem Kleinen, müssen er und sein viel älterer Vater viele schlimme Erniedrigungen ertragen.

Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die vielen Charaktere sind toll ausgearbeitet, angefangen von Martin Abel und Hannah, bis zum grantigen Greiner, seines Zeichens Leiter der Ermittlungen. Gefallen hat mir auch, dass Abel nicht als Superhirn dargestellt wird, sondern als normaler Mensch, mit zwar fantastischen Fähigkeiten in seinem Beruf, aber auch mit jeder Menge Macken, sowie vielen Ecken und Kanten. Dazu ist dem Autor eine spannende Geschichte gelungen, die zwar das Thriller-Rad nicht neu erfindet, aber dennoch sehr erfrischend rüberkommt, was nicht zu letzt auch an der Interaktion von Martin und seiner Schülerin liegt. Das Highlight für mich ist die Szene, wo Martin Abel sich aus einem bestimmten Raum befreien muss und dazu ein recht ungewöhnliches Werkzeug benutzt. Großartige Idee! Das Buch hält das hohe Tempo spielend bis zur letzten Seite durch und lässt einen mit einer gehörigen Portion Vorfreude auf den zweiten Band zurück.

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239 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 38 Rezensionen

computer, thriller, technik, chip, flucht

Black Out

Andreas Eschbach
Fester Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Arena, 09.06.2010
ISBN 9783401060620
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Es handelt sich hier zwar um einen Jugendthriller, aber nach meiner Meinung ist dies hier klar ein All Age Buch, welches nicht nur Jugendliche ansprechen dürfte.

Aber worum geht es hier überhaupt? Christopher ist ein Hacker, der es liebt in fremde Systeme einzudringen oder sich mit theoretischen Konzepten aus der Welt der Computer vertraut zu machen. Das Programmieren lernt er von klein auf, da sein Vater eine kleine Software Firma unterhält und ihm nach und nach beibringt, wie er Computern befehle erteilt. Doch Christopher lernt schnell und schon bald programmiert er Dinge, die selbst seinen Vater staunen lassen.

Bekannt wird Christopher Kidd allerdings nicht, weil er ein revolutionäres Programm entwickelt hätte, sondern weil er mit Hilfe eines Computervirus das gesamte Bankensystem der Bundesrepublik lahmgelegt hat. Wegen dieser Aktion gehört er nun zu den berühmtesten Hackern der Welt und ist von diesem Zeitpunkt an als Computer Kid weit über die Hacker Szene hinaus bekannt.

Ein paar Jahre später arbeitet Christopher zusammen mit seinem Vater und einem weiteren Wissenschaftler namens Linus für den Neurologen Dr. Connery. Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit sind Mikrochips, welche so in Gehirne eingebaut werden sollen, dass sie als Schnittstelle dienen können. Dies soll es Menschen ermöglichen, mit Hilfe von Gedanken bestimmte Dinge zu steuern. Linus ist von dieser Idee besäßen und bietet Dr. Connery an, sich in einem Selbstversuch so einen Chip zu implantieren. Doch der Doktor lehnt wegen moralischer Bedenken ab. Schließlich stimmt auch Linus zu, die ganze Idee wieder in der Schublade verschwinden zu lassen und reicht daraufhin Urlaub ein. Doch als Linus wenig später gut erholt aus dem Urlaub zurück kommt, offenbar er der Forschergruppe, dass er es doch getan hat und er nun einen funktionsfähigen Chip so mit seinen Neuronen verknüpft hat, dass er in er Lage ist per UMTS eine Verbindung zum Internet herzustellen. Und dies ist der Anfang von etwas, was später als Kohärenz bekannt wird, denn Linus ist nicht der Einzige, dem so ein Chip eingepflanzt wird. Wer oder was hinter der Kohärenz steckt und welche Ziele sie verfolgen, wie Christopher und sein Vater involviert sind und wer ihnen zur Hilfe schreitet solltet ihr lieber selber lesen.

Eschach hat hier einen tollen und sehr spannenden Thriller geschrieben, welcher ein hochinteressantes Thema aufgreift, nämlich wie es uns gelingt, Dinge per Gedankenkraft zu steuern oder mit anderen Menschen zu kommunizieren, sollten wir aufgrund eines Unfalls oder Krankheit dazu nicht in der Lage sein. Und auf dieser Grundlage hat Eschbach hier eine rasante Geschichte entwickelt, welche nicht nur spannend zu lesen ist, sondern einem auch die Möglichkeiten aufzeigt, welche eine funktionierende Schnittstelle zu unserem Gehirn, also zu unseren Gedanken, bietet.

Der Autor steigt sofort in die Geschichte ein und es dauert nur wenige Seiten, bis die ersten Hubschrauber auftauchen, Christopher sein Hackertalent aufblitzen lässt und die erste actionreiche Szene überstanden ist. Dieses hohe Tempo wird fast dauerhaft gehalten, so dass keine Langeweile aufkommt. Selbst dann nicht, wenn die eher technische Seite beleuchtet wird, denn es wird klar und nachvollziehbar erläutert, dass auch weniger technisch versierte Leser keine Schwierigkeiten bekommen sollten. Der Autor offenbart uns nicht sofort die gesamte Geschichte, sondern lässt Christopher die Einzelheiten nur nach und nach erzählen, also ist man gezwungen, immer weiter zu lesen, möchte man die Auflösung erfahren.

Mir hat dieser erste Teil der Black Out Trilogie sehr gut gefallen und ich kann gar nicht erwarten, endlich den nächsten Teil zu lesen, denn ich möchte unbedingt wissen, welchen Plan die Gruppe verfolgt, um gegen die übermächtig erscheinende Kohärenz vorzugehen. Außerdem scheint die Kohärenz weit vernetzt zu sein und man fragt sich während des Lesens ständig, ob nicht auch Leute aus der Gruppe um Chrisopher eventuell dazugehören?

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(558)

960 Bibliotheken, 17 Leser, 11 Gruppen, 127 Rezensionen

labyrinth, dystopie, freundschaft, experiment, lichtung

Maze Runner: Die Auserwählten - Im Labyrinth

James Dashner , Anke Caroline Burger
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2011
ISBN 9783551520197
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Thomas die Augen öffnet, weiß er nicht, wo er sich befindet oder wie er an diesen merkwürdigen Ort gelangt ist, der sich scheinbar bewegt. Ist es ein Aufzug, der immer weiter nach oben steigt? Kurze Zeit später hat der vermeintliche Aufzug sein Ziel erreicht und die Türen öffnen sich. Was Thomas nun sieht, versteht er nicht, denn von der anderen Seite der Türen starren ihn mehrere Jugendliche an. Sie helfen ihm aus dem Kasten und wirken nicht im Geringsten überrascht, ihn dort zu sehen. Schnell lernt er, dass alle Jugendlichen, ausnahmslos Jungen, auf dem gleichen Weg zu diesem Ort gelangt sind. Aber wo genau befinden sie sich überhaupt? Es sieht wie eine riesige Lichtung aus, umgeben von gewaltigen Mauern, in die allerdings große Tore eingelassen sind. Die Jungen wohnen und arbeiten dort in alten Gebäuden und es scheint auch eine Art Hierarchie zu geben, denn schnell lernt Thomas ihren Anführer kennen.

Aber was ist mit den Toren und wo führen diese überhaupt hin? Das fragt sich Thomas und als am Abend einige Jungen durch die Tore auf die Lichtung gerannt kommen, will er es genau wissen. Die Tore führen in ein massives Labyrinth und sie schließen sich jede Nacht, denn da draußen lauern grausame Wesen, die es auf die Bewohner der Lichtung abgesehen haben. Thomas beschließt, einer dieser Läufer zu werden, die das Labyrinth Tag für Tag erkunden, doch so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, ist es nicht.

Alles scheint hier einem festen Ablauf zu gehorchen, doch eines Tages kommt der Aufzug viel früher als erwartet und es herrscht enorme Aufregung. Was die Jungen dort in dem Aufzug sehen, lässt ihnen den Atem stocken und die Nachricht, die sie in Empfang nehmen, sorgt für größtmögliche Verwirrung und Angst breitet sich aus, wie ein Lauffeuer.

Ein neuer Plan muss her, doch wie soll dieser aussehen? Gibt es tatsächlich einen Weg aus dem Labyrinth? Kann man gegen die Monster, die die Wege bewachen, überhaupt bestehen? Und warum glaubt der Anführer der Lichter, wie die Jungen sich selber nennen, dass er Thomas schon mal gesehen hat? Wenn ihr das herausfinden wollt, dann solltet ihr das Buch unbedingt lesen.

Mir hat es sehr gut gefallen, denn das Setting ist originell und es entstehen auf den ersten Seiten bereits so viele Fragen, dass man unbedingt immer weiter lesen möchte, um diese beantwortet zu bekommen. Es kommt natürlich auch zu Konflikten, weil Thomas sich nicht damit begnügen möchte, einfach nur dort zu leben und sein Schicksal zu akzeptieren, während andere genau das wollen.

Die Szenen im Labyrinth sind äußerst gelungen, weil man permanent angst hat, dass gleich irgendwas passiert. Man kann die Anspannung der Läufer förmlich spüren und man drückt ihnen die ganze Zeit die Daumen, dass sie endlich einen Ausgang finden.

Die Geschichte ist wirklich sehr fesselnd geschrieben, bietet viel Action und Spannung von der ersten Seite an und hat mich sehr gut unterhalten.

Die Auserwählten: Im Labyrinth ist der Auftakt zu einer Trilogie und ich kann, nach dieser Auflösung, einfach nicht erwarten, wie es weitergeht.

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260 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

zombie, zombies, horror, the walking dead, untote

The Walking Dead

Robert Kirkman , Jay Bonansinga
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.07.2012
ISBN 9783641081904
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Welt hat sich verändert, denn die Toten wandeln auf der Erde und die wenigen Überlebenden versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden. So begleiten wir hier eine Gruppe von Männern, Philip und Brian Blake, Bobby Marsh, Nick Parsons und Philips Tochter Penny, die ebenfalls auf der Suche nach einem Ort der Sicherheit sind.

Ohne lange Vorrede steigt der Autor direkt in die Geschichte ein, lässt uns gleich den ersten Kampf gegen die Zombies erleben. Die Gruppe befindet sich in einem Haus und während Brian mit Penny in einem Abstellraum ein Versteck gefunden hat, versuchen Philip, Nick und Bobby das Haus von den Zombies zu befreien. Nachdem auch die letzte wandelnde Leiche endgültig ins Jenseits befördert wurde, richten sie sich in dem Haus ein.

Weil Gerüchte von einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Atlanta existieren geht ihre Reise weiter, denn sie glauben, dass sie dort die Sicherheit finden, um dort überleben zu können. Sie kommen nur Mühsam voran, denn überall blockieren verlassen Fahrzeuge die Straßen, anhalten können sie nicht, denn die Untoten sind überall. Doch schließlich erreichen sie ihr Ziel, nur um feststellen zu müssen, dass dieses Camp nicht mehr als ein Gerücht war. Doch es tun sich andere Möglichkeiten auf, auf die ich aber nicht mehr eingehen werde, da ich sonst zu viel verraten würde. Das Atlanta aber nicht das Ende ihrer Reise ist und sie nicht die einzigen Überlebenden sind, kann ich aber trotzdem sagen. Den Rest solltet ihr selber lesen.

Dieses Buch ist nicht sehr blutig oder enorm brutal, wie man es eventuell vermuten könnte. Natürlich gibt es genug Szenen, in denen die Leute in Kämpfe mit den Untoten verwickelt werden und diese werden auch detailliert beschrieben. Will heißen, dass genug Blut fließt, Innereien aus toten Körpern quellen und Hirnmasse in der Umgebung verteilt wird. Aber diese Szenen sind gut platziert und kommen nicht übermäßig vor, so dass man von diesen nicht schnell gesättigt oder gelangweilt ist.

Der Autor nimmt sich auch Zeit für die Charaktere, beschreibt deren Gefühle und beleuchtet die Entwicklung, die jeder einzelne in dieser veränderten Welt durchmacht, sehr gut und glaubwürdig. So bleibt dem ängstlichen Brian nichts anderes übrig, als irgendwann seinen ersten Zombie zu töten, obwohl er das vorher lieber seinem Bruder überlassen hat. Solche Ereignisse verändern die Menschen und man kann dies gut nachvollziehen, denn sie haben keine andere Wahl, als sich dem Kampf zu stellen, wollen sie überleben.

Wer also ein brutales Zombiegemetzel erwartet, liegt hier allerdings falsch, denn im Mittelpunkt steht die Reise an ein Ziel, welches niemand kennt. Denn die Überlebenden wissen nicht, wo es sicher ist, ob andere Menschen überlebt haben, ob es organisierte Camps gibt und ob überhaupt eine Lösung für das Problem gefunden werden kann. Oder anders ausgedrückt: Gibt es noch Hoffnung?

Fans der Comics werden sicherlich einige Dinge wiedererkennen, wie z.B. das Wiltshire Estates, wo wir sehen, wer das Schild „All Dead. Do not Enter“ aufgestellt hat, welches wir schon aus dem Issue 8(May 2004) kennen.

Das Buch endet etwas abrupt, aber das ist dem Umstand geschuldet, dass dies hier der erste Band einer Reihe ist und somit kann man das Ende als Cliffhanger bezeichnen, welcher Vorfreude auf den nächsten Teil macht.

Rise Governor, rise!

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99 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, science fiction, portal, pforte, zeitreise

Die Pforte

Patrick Lee , Ulrike Thiesmeyer , ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.12.2010
ISBN 9783499254789
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Inhaltsangabe klingt ja schon mal sehr spannend und um es schon mal vorweg zu nehmen, genau das ist es auch!

Nachdem Travis das Flugzeugwrack gefunden hat, entdeckt er die Leiche der First Lady, welche vor ihrem Tod noch eine Botschaft verfasst hat, die an die Person gerichtet ist, welche die First Lady zuerst findet. Inhalt: Töte die Feinde…und alle Überlebenden(also die eigenen Leute!) des Absturzes! Travis macht sich auf die Suche und findet nach kurzer Zeit das Lager der Feinde und erkennt, dass sie zwei Geiseln genommen haben und diese aufs Schlimmste foltern. Er widersetzt sich allerdings der Forderung von Lady Garner und versucht beide Geiseln zu befreien. Leider gelingt ihm das nur bei einer der beiden Überlebenden, Paige, und zusammen schaffen sie es, einen mehrere Kilometer entfernten Ort zu erreichen, um dort nach Hilfe zu rufen. Doch so einfach ist das nun auch wieder nicht. Aber lest selber!

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass beiden Protagonisten letztendlich die Flucht gelingt!

Einige Zeit später erfährt Travis von der Organisation TANGENT, von dem Portal und dessen Entstehung, von den Objekten und deren Funktionen, sowie von der großen Gefahr, die der Welt droht. Der große Gegenspieler hört auf den Namen Aron Pilgrim und ist im Besitz einer Entität namens Flüstern, welches eine allwissende Macht besitzt und mit dessen Hilfe Pilgrim einen Plan entwickelt hat, den es zu entschlüsseln gilt. Die Frage ist nur: Steuert das Flüstern den Menschen oder der Mensch das Objekt?

Mehr möchte ich hier zu der Geschichte nicht schreiben, sonst verrate ich zu viel.

Die gesamte Zeit über dachte ich, dass es sich hier wieder um das alte Motiv „Gut gegen Böse“ handelt, also die gute Organisation Tangent, die versucht, die Entitäten zu entschlüsseln und für das Wohl der Menschheit zu nutzen. Und dann die Bösen, angeführt von einem machtbesessenen Mann, der die Entitäten nur dazu nutzen möchte, um noch mehr Macht zu besitzen? Die Welt zu beherrschen? Oder wie lautet sein Plan? Wenn man allerdings dann die letzten Seiten liest und die Auflösung präsentiert bekommt, dann relativiert sich alles ein wenig. Mich hat es überrascht, da ich mit einem anderen Ende gerechnet habe.

Ein klein wenig Kritik möchte ich aber noch anfügen. Patrick Lee hat sich ja quasi unendliche Möglichkeiten geschaffen, indem er ein Portal kreiert, welches mehrfach am Tag Entitäten ausspuckt, welche, völlig unbeeindruckt von unseren physikalischen Gesetzen, scheinbar grenzenlose Eigenschaften und Funktionen besitzen. Leider kamen mir zu wenige dieser Objekte in dieser Geschichte vor und ich glaube, dass hier ein wenig Potenzial ungenutzt bleibt. Ich weiß, Jammern auf hohem Niveau! Wenn man sich selber schon solche Voraussetzungen schafft, dann kann man das ruhigen Gewissens auch nutzen.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil das Tempo relativ hoch ist, viel Aciton bietet, die Spannung recht früh sehr stark steigt und Patrick Lee mit der Pforte ein sehr interessantes Gebilde erschaffen hat, welches unglaublich viele Fragen aufwirft. Der Autor versucht allerdings nicht krampfhaft auf alle Fragen eine Antwort zu geben, was ich ihm hoch anrechne. So wissen wir am Ende nicht, wer sich auf der anderen Seite des Portals befindet und warum mehrmals pro Tag Objekte auf unsere Seite gelangen. Die Wissenschaftler stellen diverse Hypothesen auf, aber einen Beweis können sie nicht liefern. So bleibt dem Leser mehr Raum für die eigene Interpretation, denn auch die Funktion oder Sinn einiger Objekte ist nicht klar und somit kann man selber rätseln, wofür nun die Entität genutzt werden kann.

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entführung, thriller, psychothriller, mord, berlin

Schnitt

Marc Raabe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2012
ISBN 9783548284354
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Welt des elfjährigen Gabriel Naumann bricht zusammen, als seine Eltern ermordet werden und das Haus, in dem sie leben, bis auf die Grundmauern abbrennt. Einzig sein Bruder David überlebt diese Katastrophe, doch beide sind danach schwer traumatisiert. Gabriel kann sich nicht an die Vorfälle erinnern, die zum Tode der Eltern und zum Ausbruch des Feuers geführt haben und somit bleibt der Vorfall ungeklärt. Für Gabriel führt das ganze soweit, dass er in eine geschlossene Anstalt eingewiesen wird, weil er eine schwere Persönlichkeitsstörung entwickelt und immer wieder mit seiner inneren Stimme Dialoge führt. In der Anstalt wird er mit Elektroschocktherapie gequält, welche aber ohne Erfolg bleibt. Jahre später wird er aus der Anstalt entlassen, weil ein Mann, Yuri Sarkov, den Gabriel nicht kennt, sich für ihn einsetzt und auf rätselhafte Weise Gabriels Entlassung veranlasst.
Gabriel beginnt in der Sicherheitsfirma Sarkovs, Phyton, zu arbeiten und führt ein halbwegs normales Leben. Bis zu einem Abend, an dem er sich schon auf den Feierabend freut, weil er sich mit seiner Freundin, Liz Anders, treffen möchte. Doch in dem Moment wird ein Alarm in einem der von Phyton betreuten Objekte ausgelöst, allerdings können Gabriel und sein Kollege keinen Informationen über dieses Haus finden. Also rufen sie Sarkov an, der ein wenig verstört reagiert und nicht will, dass Gabriel zu diesem Haus fährt. Doch der Kollege ist krank und somit fährt Gabriel schließlich doch raus. Was er vorfindet ist ein altes Haus, scheinbar unbewohnt, doch mit einer aktiven Alarmanlage. Gabriel weiß, dass er in den Keller muss, denn dort kann er die Anlage deaktivieren. Was er dort findet, hätte er wohl nicht erwartet.
Doch dann klingelt sein Handy, seine Freundin Liz versucht ihn zu erreichen. Was sie ihm zu erzählen hat, lässt Gabriels Welt aus den Fugen geraten. Scheinbar wurde sie überfallen und bittet ihn um Hilfe. Gabriel verliert keine Zeit und alarmiert die Polizei. Als er dort ankommt, erblickt er einen Leichensack und befürchtet das Schlimmste. Doch die Leiche ist ein Mann und die Polizei glaubt ihm kein Wort.
Hier beginnt nun der Albtraum, denn er ist eingesperrt, während seine Freundin verschwunden ist, doch die Polizei glaubt, er hätte etwas mit dem Mord an dem jungen Mann zu tun.

Gabriel besitzt keine Erinnerung mehr an die Nacht, wo seine Eltern ermordet wurden, und somit stehen wir am Anfang, genau wie der Protagonist, vor einem großen Rätsel. Nach und nach kommt die Erinnerung wieder und das Puzzle wird immer weiter zusammengesetzt. Allerdings sind die Häppchen immer recht klein, so dass man fast gezwungen ist, immer weiter zu lesen um mit dem nächsten Erinnerungsbröckchen das Bild weiter zu vervollständigen.

Viele Fragen werden aufgeworfen, die aber mit Fortschreiten der Geschichte beantwortet werden. Wer ist der Entführer? Was hat er mit der Ermordung der Eltern zu tun? Ist Sarkvo involviert oder weiß er Dinge, die er Gabriel verschweigt? Was steckt hinter den Albträumen, die er immer wieder hat?

Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Dialoge mit seiner Stimme in seinem Kopf, welche die innere Zerrissenheit widerspiegelt und absolut glaubwürdig wirkt.

Immer wieder unterbrochen wird die Geschichte durch kurze Sequenzen, wo wir erfahren, wie es Liz ergeht und welche Dinge sie in Gefangenschaft zu ertragen hat. Hier erfahren wir auch ein wenig über den Entführer und über ein Datum, an dem alles enden und Liz die Hauptrolle spielen soll.

Marc Raabe ist hier eine sehr dichte Geschichte gelungen, die insbesondere auch durch die gelungen Charaktere einen großen Pluspunkt erhält. Das Tempo ist durchgehend hoch und bietet viel Action, große Spannung und der Leser wird immer wieder animiert weiter zu lesen, um zu erfahren, wann die nächste Erinnerungslücke geschlossen wird.

Die Geschichte erinnerte mich hin und wieder ganz leicht an Sebastian Fitzek, auch wenn ich nicht genau sagen kann, woran ich das festmache. Allerdings möchte ich die beiden Autoren hier nicht in einen Topf werfen oder Marc Raabe als Kopie hinstellen. Das trifft hier absolut nicht zu, denn Raabe hat seinen eigenen Stil, aber ich kann mir vorstellen, dass Fitzek Fans hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen könnten.

Marc Raabe ist hier ein beachtenswertes Debüt gelungen und man sollte den Autor unbedingt auf dem Radar behalten.

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