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(188)

200 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 184 Rezensionen

liebe, rocky mountains, wilderer, virginia fox, roman

Rocky Mountain Lion

Virginia Fox
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Dragonbooks, 02.12.2016
ISBN 9783906882048
Genre: Liebesromane

Rezension:

Quinn arbeitet in einem Wildtierreservat in der Kleinstadt Independence in den Rocky Mountains. Eigentlich der perfekte Job, wäre da nicht Quinns Verdacht, dass Wilderer in ihrem Schutzgebiet unterwegs sein könnten. Die vorweihnachtliche Ruhe ist dahin und Quinn begibt sich im Alleingang auf Spurensuche. Verdächtig erscheint ihr auch ihr Kollege Archer, der seit einer Weile im Reservat arbeitet und bei genauem Hinsehen nicht der zu sein scheint, der er vorgibt. Aus der Suche nach dem Wilderer erspannt sich schnell eine Jagd, in der es nicht nur für die Tiere um Leben und Tod geht. Und ganz nebenbei entwickelt sich die ein oder andere Liebelei…

„Rocky Mountain Lion“ ist der neunte Band einer Reihe der Autorin Virginia Fox. Alle Bände spielen in der fiktiven Kleinstadt Independece in den Rocky Mountains. In jedem Band werden die Geschichten von einzelnen Einwohnern der Stadt erzählt. Da die Geschichten jeweils in sich geschlossen sind, lassen sich die Bände auch einzeln lesen. Für mich war dieser Band der erste der Reihe (übrigens sicher nicht der letzte, um das schon mal vorwegzunehmen :-)  ) und ich bin, nachdem ich es zunächst schwierig fand, die vielen Personen auseinanderzuhalten, schnell in die Geschichte gekommen.

Ungewohnt fand ich, dass Quinn und Archer sich schon auf den ersten Seiten näherkommen, wohingegen man laut Klappentext eine sich anbahnende Liebesgeschichte erwartet. Auch habe ich zunächst nicht verstanden, dass sie sich schon seit einigen Monaten kennen, denn alles kommt so abrupt in Gange. Vorteil ist, dass gerade nicht das Klischee erfüllt wird, dass man schon nach den ersten Seiten weiß, wie sich die Geschichte entwickelt, sondern immer mal wider überrascht wird.

Der Schauplatz des Romans hat mir besonders gefallen. Diese amerikanischen Kleinstädte mit ihrem Klatsch und Tratsch und dem obgligatorischen Diner im Ort fand ich schon seit den Gilmore Girls damals toll und dieses Feeling konnte die Autorin hier in den Büchern sofort wecken. Man lernt die unterschiedlichsten Charaktere kennen – besonders gefallen haben mir die älteren Damen, die Besitzer des Diners sind, und es lieben, Wetten über alles und jeden abzuschließen und dabei manchmal schon mehr wissen, als die Beteiligten zu ahnen glauben.

Genau diese Kleinigkeiten sind, es, die den Roman ausmachen. Durch die Vielzahl an Personen gibt es nicht nur den Haupterzählstrang, sondern zahlreiche kleine Begebenheiten, die einen besonderen Charme hervorrufen. Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit richtig wohl gefühlt, auch wenn es mal spannend und sogar blutrünstig wurde.

Fazit: Der Roman bietet gelungene Unterhaltung für ein paar wohlige Stunden Lesezeit. Man sollte nicht erwarten, das reale Leben vorzufinden, in dem es leider nicht immer so positiv ausschaut wie in diesem Roman, aber genau das kann man ja auch oft genug gebrauchen. Ich freue mich schon darauf, die vorherigen Bände der Reihe zu verschlingen und noch häufiger nach Independence entführt zu werden.

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Tags: liebe, rocky mountains, spannung   (3)
 

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188 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

gewalt, hooligans, hannover, fußball, hannover 96

Hool

Philipp Winkler
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.09.2016
ISBN 9783351036454
Genre: Romane

Rezension:

Heiko ist ein ganz harter Kerl. Ein waschechter Hooligan. Zusammen mit seinen Kumpels macht er die Spiele seiner Mannschaft "Hannover 96" unsicher und sorgt dafür, dass alle Gleichgesinnten wissen, wer die besten Fans wissen. Neben seinen Freunden hat er aber auch noch seine Familie, die er sich freiwillig wohl nie ausgesucht hätte, um sich.

Ohne das Prädikat "Nominiert für den Deutschen Buchpreis" hätte ich zugegebenerweise nicht zu diesem Roman gegriffen - und so viel verpasst!

Fußball im Allgemeinen und die Hooliganszene im Besonderen interessieren mich nicht im Geringsten. Das führt aber auch dazu, dass ich mich mit dem Thema noch nie befasst habe, geschweige den darüber nachgedacht habe, wie denn ein Hooligan so tickt.

Genau das erfährt man in "Hool". Heiko erzählt von sich und seinem Leben. In sehr umgangssprachlicher Form. Und in ihm steckt mehr, als man auf den ersten Blick erwartet. Auch wenn ich eine so harte Gewalt, wie sie hier schonungslos beschrieben wird, verachte, so hat heiko aber auch seine sympathsichen Seiten. Für seine Freunde und Familie ist er da und verteidigt sie mit allen Mitteln.

Ein kleiner Wink dafür, dass man nicht so viele Vorurteile haben sollte und hinter die Fassade von Menschen blicken sollte.

Der Roman ist neben aller Gewalt aber auch einfach urkomisch und teilweise sehr übertrieben, aber im positiven Sinne. Es gibt die merkwürdigsten Gestalten und der Leser darf sie alle kennenlernen.

Ein bisschen hat mich der Roman an "Auerhaus" erinnert, welches ich genau wie "Hool" gerne weiterempfehle.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

Die Enthüllung

Mario Vargas Llosa , Thomas Brovot
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.10.2016
ISBN 9783518425602
Genre: Romane

Rezension:

Der wohlhabende Enrique führt eigentlich ein glückliches Leben mit seiner Frau - bis eines Tages ein schmieriger Reporter eines noch schmierigeren Blattes vor seiner Tür steht und ihn mit pikanten, schmutzigen Fotos erpresst. Enrique steht vor den Trümmern seiner Existenz, doch so leicht lässt er sich nicht unterkriegen und verwickelt sich in ein gefährliches Spiel.
Gleichzeitig entdeckt seine Frau prickelnde Gefühle für ihre beste Freundin...

Bei Romanen von Nobelpreisträgern habe ich bisher sehr gemischte Erfahrungen gemacht. Entweder war ich unendlich begeistert oder ziemlich enttäuscht. Bei diesem Roman leider letzteres. Was hätte der Autor Mario Vargas LLosa aus dem Stoff machen können!

Er zeichnet ein realistisches Bild des Perus der Neunzigerjahre. An der Spitze ein Diktator, der sich nicht scheut, die Medien zu seinen Gunsten zu nutzen und unliebsame politische Gegner ins Abseits zu katapultieren. Und wer hätte besser über diese Zeit schreiben können, als der Autor, der nicht nur selbst Politiker ist, sondern auch noch gegen genau den Diktator damals kandidiert hat.

Herausgekommen ist aber ein Thriller, der Mainstream ist. Für mich gab es keine Genialität, nichts Herausragendes, was einem im Gedächtnis bleibt.

Noch dazu driftet er in die erotische Schiene ab, was aber nicht schön zu lesen ist und sich nach Gedanken eines Lustmolchs anfühlt. Das brauche ich nicht und es trägt in meinem Augen nichts zum Roman bei.

Einige interessante Personen tauchen auf, die größere Nebenrollen einnehmen. Diese hätten für mich noch mehr Gewicht haben können, denn hier treten wenigstens ein paar interessantere Intrigen auf.

Alles in allem aber ist der Roman enttäuschend gewesen und hätte viel mehr Potenzial gehabt.

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(42)

91 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

unsterblichkeit, teufel, molekularbiologie, biologie, ewiges leben

Die Unglückseligen

Thea Dorn
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Knaus, 26.02.2016
ISBN 9783813505986
Genre: Romane

Rezension:

Johanna ist Molekularbiologin und forscht auf dem Gebiet der lebensverlängernden Genmanipulationen. Als sie Johann Ritter begegnet, der behauptet, unsterblich zu sein, denkt sie in ihrer logisch rationalen Art an einen üblen Scherz. Doch was sie mit eigenen Augen zu sehen bekommt, lässt sie nicht mehr los.
Nach und nach taucht Johanna tiefer ein in die Geheimnisse Ritters.

Dieses Buch hat mich wirklich wahnsinnig gemacht. Ich habe mindestens vier Monate gebraucht, um es durchzulesen, denn es ist echt harte Kost. Nach der Schulzeit hätte ich nicht erwartet, noch einmal "freiwillig" ein Buch zu lesen, welches in so altertümlicher Sprechweise geschrieben ist. Denn genau das ist es, was dieses Buch so einzigartig macht. Autorin Thea Dorn lässt eine Sprache wie zu Goethes Zeiten aufleben (Und nicht nur die Sprache. Wer "Faust" gelesen hat, wird seine Freude haben...). Ritter und auch der Mephisto-ähnliche Erzähler, der das Geschehen immer wieder kommentiert, sprechen in einer Sprache wie vor zweihundert Jahren. Und das gemixt mit den Passagen, die aus Johannas Sicht erzählt werden - wiederum in unserer heutigen Sprache.

Ich finde es bemerkenswert und einfach toll, wie Thea Dorn es schafft, solch unterschiedliche Sprachstile konsequent zu verfolgen. EIne großartige Leistung in der heutigen Zeit, die mich sehr herausgefordert hat. Ich musste mich zwingen, das Lesen durchzuhalten, aber es lohnt sich.

Nicht nur die ungewöhnliche Sprechweise zeichnet diesen Roman aus. Des weiteren bindet die Autorin immer mal wieder Textpassagen aus anderen Stilen als der Prosa ein. So finden sich Gedichte, genau wie Comics im Fluss des Buches. Und das gliedert sich wunderbar in die Geschichte, es passt einfach.

Der Inhalt der Geschichte ist spannend geschrieben. Man möchte als Leser genau wie Johanna mehr über diesen einzigartigen Herrn Ritter erfahren und fiebert mit, wenn Johanna immer näher in den Kern des ganzen dringt und dabei vor eigenem Schaden nicht zurückschreckt. Natürlich alles im Dienste der Wissenschaft.

"Die Unglückseligen" Ist auch endlich mal wieder ein Buch, bei dem ich auch mit dem Ende voll zufrieden bin. Passend und es lässt nicht zu viele Fragen offen. Für mich eines der Highlights des letzten Jahres. 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

china, tuina, blind, blinde, roman

Sehende Hände

Bi Feiyu , Marc Hermann
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Blessing, 25.04.2016
ISBN 9783896675651
Genre: Romane

Rezension:

Bi Feiyu hat nach eigenen Angeben 25 Jahre recherchiert, um diesen Roman zu seiner Zufriedenheit zu verfassen. Er selbst ist nicht blind, hat aber umfassende Recherchen zum Thema durchgeführt.

Herausgekommen ist ein Roman, bei dem die Kunst des Massierens der Blinden, die Tuina-Massage im Vordergrund steht. Dies ist in China recht verbreitet.

Der Autor stellt die blinden Masseure in den Mittelpunkt des Geschehens. Wang Daifu wechselt mit seiner ebenso blinden Freundin in ein Massage-Zentrum nach Nanjing. Dort ist ein alter Freund von ihm Chef. gemeinsam mit Wang lernt der Leser nach und nach die weiteren Blinden und Sehenden kennen, die im Massage-Zentrum arbeiten.

Die Kapitel widmen sich immer ein oder zwei der Personen ausführlicher. Man lernt die Menschen als Leser wunderbar kennen, erfährt, wie sie blind wurden oder wie sie ihr Leben schon immer blind meisterten.

Zwar erzählt der Autor einfühlsam, doch für meinen Geschmack an vielen Stellen zu lehrmeisterhaft. Da er so lange recherchiert hat, stellt er sein Wissen als DAS Wissen hin und heraus kommen Behauptungen, die entweder alle Sehenden oder alle Blinden über einen Kamm scheren.

Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt an dem ansonsten höchst gelungenen Roman. Es macht Spaß, in diese Fremde Welt im fremden China einzutauchen und die Geschichten der Masseure zu verfolgen, in denen Liebe und Schmerz nicht fehlen.

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Tags: blinde, china, massag, tuina   (4)
 

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

geheimnis, schriftsteller, identität, portrait, london

Mr Gwyn

Alessandro Baricco , Annette Kopetzki
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 27.02.2016
ISBN 9783455405613
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch hatte ich schon länger auf meiner Wunschliste, weil mich nicht nur Titel und Cover total angesprochen haben, sondern auch der Klappentext nach einer interessanten Geschichte klang.

Mr. Gwyn ist Autor und das sogar ziemlich erfolgreich. Sein Verleger wartet sehnsüchtig auf den nächsten Roman, doch Jasper Gwyn hat anderes im Sinn: Er fertigt eine Liste an, auf der er Dinge notiert, die er fortan nicht mehr betreiben möchte. Eines der Dinge ist das Schreiben...

Als Künstler hat Mr. Gwyn natürlich schon eine neue Beschäftigung parat - er will "Kopist" werden. Ein Begriff, den er selbst prägt. DIe Bedeutung: Er will Porträts von Menschen schreiben, nicht malen.

Langwierig schildert der Autor über eine gefühlt endlose Zeit die Vorbereitungen von Mr. Gwyn. Dieser muss natürlich ein Atelier haben und das soll entsprechend eingerichtet sein. Ich mag ja Bücher, die ein bisschen seltsam bzw. skurril sind, aber in diesem Roman ist das alles so gekünstelt, dass es mir nicht gefallen hat. Beispielsweise wird über einige Seiten von speziellen Glühbirnen berichtet, die Gwyn unbedingt haben muss, und die nur eine bestimme Zeit glühen - das wird lang und breit ausgetreten. Wie gesagt, gekünstelt für meinen Geschmack.

Überdies hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor beim Schreiben seines Romans selbst nicht wusste, wie nun ein solch geschriebenes Porträt ausschaut. Bei mir stellte sich auch diesbezüglich kein Kopfkino ein, sodass eine große Leere geblieben wäre, gäbe es nicht das "Buch im Buch" - "Dreimal im Morgengrauen".

Im Original gibt es nämlich eine Art Fortsetzung zu Mr. Gwyn. DIese ist ein Porträt, das Mr. Gwyn angefertigt hat. "Dreimal im Morgengrauen" ist im Deutschen direkt mit im Buch. In meinen Augen scheint es, als hätte der Autor durch das Erscheinen eines Werkes, das sein fiktiver Autor Mr. Gwyn geschaffen hat, Licht ins Dunkel bringen wollen und die Arbeit des Kopisten auf diese Weise  verdeutlichen wollen. Dennoch überzeugt mich auch das Porträt nicht und alles endete irgendwie unbefriedigend.

Alles in allem ist die Grundidee ziemlich genial und darf wertgeschätzt werden, aber man hätte mehr daraus machen können. Schade drum!

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

skurril, hotel, nebel, schwarzer humor, tod

Frühstück mit den Borgias

DBC Pierre , Max Stadler
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 14.03.2016
ISBN 9783351050269
Genre: Romane

Rezension:

Das ist mal ein abgefahrener Roman :-)

Ariel Panek ist Wissenschaftler und unterwegs zu einem Kongress. Dort will er gleichzeitig mit seiner Studentin Zeva einen Liebesurlaub verbringen. Da Beziehungen mit Studentinnen nunmal verboten sind, reisen die beiden getrennt,

Ariels Reise jedoch endet im Nebel...kein Flugzeug kann weiterfliegen und er wird in ein Hotel gebracht, das berüchtigte "The Cliffs", das einsam an der Küste fernab von Merkmalen einer Zivilisation wie Wlan oder auch nur Telefonempfang ist. Wie soll man in der heutigen digitalen Welt da nur klarkommen?

Der Autor entführt den Leser mitten ins Geschehen. Unweigerlich fühlte ich mich beim Lesen wie im Theater. Ob das durch den Schreibstil oder die Charaktere hervorgerufen wird, da bin ich mir nicht sicher, aber es ist toll!

Im Hotel lernt Ariel die verrückte Familie, die "Borgias" genannt, kennen. Jeder Charakter ist absolut kontrovers, überzeichnet, skurril und wunderbar. Man muss die Borgias irgendwie mögen.

Lange war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte führen soll und welchem Genre sie iegntlich zuzuordnen ist. Und auch nach dem Lesen ist das schwer einzuordnen. DIe Geschichte spricht für sich und hat eine Klassifizierung auch nicht nötig. Nur soviel, es ist quasie von jedem Genre etwas dabei ohne dass es zu gewollt wirkt.

Besondes gefallen hat mir auch, wie der Autor die Irrungen und Wirrungen unserer digitalen Welt aufzeichnet. Was bleibt einem, wenn man mit dem Liebsten nur noch per Chat kommuniziert? Kann man sich der Identität des anderen sicher sein? WIe viel Liebe bleibt, wenn man vertrauen muss? Viele spannende Fragen, für die es sich lohnt, diesen satirischen Teil des Romans zu studieren.

"Frühstück mit den Borgias" hat mich absolut überzeugt und wenn man gerne mal etwas Skurriles liest, ist man hier goldrichtig.

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(54)

87 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

flüchtling, asyl, deutschland, asylanten, irak

Ohrfeige

Abbas Khider
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250543
Genre: Romane

Rezension:

Bei diesem Cover muss man einfach genauer hinsehen. DIe knallige Farbe, der Handumriss und natürlich der plakative Titel haben mich zum Lesen bewogen.

Erzähler des Romans ist Karim, der als Flüchtling nach Ddeutschland kam. Das Thema ist noch immer brandaktuell und im Roman mal aus Sicht eines Flüchtlings das ganze verrückte System, den Lebensalltag und die Deutschen vor Augen geführt zu bekommen, ist interessant.

Der Autor bringt viel WItz und Satire in Karims Situation und stattet ihn mit einem körperlichen Defizit aus, das seine Lage teils noch komischer macht.

Leider ist die Sprache des Romans allemal auf Schulniveau. Ich habe noch kein anderes Buch des Autors gelesen, und werde es hiernach wohl auch nicht.

Des Weiteren ist man in Zeiten von Facebook und Co. mittlerweile gesättigt von kleinen Geschichten, die die Lebenswelt von Flüchtlingen verdeutlichen sollen. Dieser Roman mutet ingsgesamt nicht als wirklich mehr als eine solche Geschichte an.

Das Ende bringt nochmal eine Überraschung, die für mich ein typisches "Ich beende eine Deutschklausur, weil die Zeit vorbei ist" Gefühl hervorgerufen hat.

Alles in allem ist Karims Geschichte amüsant, schnell zu lesen, aber nicht mehr als Mittelmaß.

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

israel, trauma, problembewältigung, schicksalsgeschichte, stand-up-comedy;

Kommt ein Pferd in die Bar

David Grossman , Anne Birkenhauer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250505
Genre: Romane

Rezension:

Humor ist für Dovele alles. Sein ganzes Leben lang bedeutete Humor für ihn, mit dem Schicksal klarzukommen und sich irgendwie durchzuschlagen. Mit Mitte 50 steht er einsam auf der Bühne, sein Publikum vor sich, nutzt seinen Abend als Therapie, bereit, mit sich selbst abzurechnen. Für seinen letzten Auftritt hat Dovele einen alten Bekannten eingeladen, einen pensionierten Richter. Dieser hat die Aufgabe, gnadenlos über Dovele zu urteilen, welcher sich seiner selbst hingibt und auf der Bühne sein ganzes Leben Revue passieren lässt – in einer einzig(ab)artigen Art und Weise…

„Kommt ein Pferd in die Bar“ ist mein erster Roman des bewährten Autors David Grossman gewesen. Der außergewöhnliche Titel in Verbindung mit dem in meinen Augen gelungensten Coverbild seit langer Zeit, hat mich sofort neugierig gemacht. Um genau zu sein konnte ich mich anfangs kaum zum Lesen bewegen, da mich das Titelbild so in seinen Bann gezogen hat :-)

Die Geschichte aber nicht minder anziehend. Es ist wieder einer der Romane, wo ich sagen muss, dass ich etwas Vergleichbares noch nicht gelesen habe. Das Buch wird aus der Sicht des eingeladenen Richters erzählt, doch Dovele ist einziger Gegenstand der Erzählung. Der Richter sitzt im Publikum und erlebt Doveles Auftritt. Durch Grossmans intensiven Schreibstil ist man als Leser auch mitten im Geschehen. Die ganze Zeit über fühlte ich mich wie einer der Zuhörer, habe genau wie sie gebannt Doveles Geschichte gelauscht. Die hat es in sich, erlebte er als Kind in Israel, einem Land in dem Krieg zum normalen Leben gehört, zudem auch noch innerhalb seiner Familie schwere Zeiten. Dass der Roman durch die harte Kost ins Sentimentale oder Kitschige rutscht, verhindert der Autor durch die Gestaltung seiner Hauptfigur Dovele. Ich persönlich habe keinerlei Sympathien für ihn gehegt und habe ihn auch nicht bedauert. Vielmehr wechselten sich Fremdschämen, Abscheu, Mitleid und Faszination. Einen solchen Buchcharakter hatte ich bisher noch nicht kennengelernt.

Der Roman ist alles andere als ein Unterhaltungsroman. Eigentlich inhaltlich sogar nichts, was man gern liest und zwischenzeitlich kaum zu ertragen, wenn man sieht, wie Dovele einsam auf der Bühne steht und sich mehr oder minder geißelt. Ich musste mich teils überwinden weiterzulesen, einfach, weil ich wusste, dass mich nichts Schönes erwartet. Ich kann mir gut vorstellen, dass „Kommt ein Pferd in die Bar“ polarisert und es einigen Lesern so gehen wird, wie den Zuschauern im Publikum, die Doveles Show frühzeitig verlassen…Dennoch finde ich persönlich den Roman großartig und absolut lesenswert. Große Literatur!  Vor allem die Grundidee und Grossmans Schreibstil tragen dazu bei, dass er mir noch länger in Erinnerung bleiben wird.

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(198)

362 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 129 Rezensionen

sekte, 1969, mord, kalifornien, drogen

The Girls

Emma Cline , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446252684
Genre: Romane

Rezension:

1969 – Evie ist vierzehn und muss Zuhause Einiges durchmachen. Ihre Eltern haben sich gerade getrennt, der Vater ist ausgezogen, die Mutter auf ihrem Selbstfindungs-Egotrip und niemand kümmert sich um ihre Bedürfnisse. Gerade mitten in der Pubertät ist Evie auf der Suche nach Anerkennung. Im Park beobachtet sie eine Gruppe Mädchen, die komplett anders sind, als es die „Spießerwelt“ von jungen Frauen erwartet: Ungekämmte Haare, zusammengewürfelte Kleidung und ein Hauch Gleichgültigkeit umwehen sie. Evie fühlt sich besonders von Suzanne, einem der Mädchen, angezogen und will zu dieser interessanten Gruppe dazugehören. Sie leben auf einer Ranch, in einer Art Sekte, angeführt vom Möchtegern-Musiker Russell. Evie gerät immer tiefer in die Welt der freien Liebe, Drogen und Vernachlässigung…

Erwartet habe ich einen Roman, der die Hippie-Zeit aufleben lässt und eine leichte, unterhaltsame Lektüre bietet. Jedoch trifft das keineswegs auf den Roman zu, was ihn ungeanhnterweise sogar interessanter gemacht hat, als gedacht. Im Klappentext wird zwar angedeutet, dass Russell ein „Typ wie Charles Manson“ sei, aber weiter habe ich diesen Hinweis nicht beachtet. Nach einigen Seiten merkt man als Leser aber schon, wo die Reise hingeht, denn immer wieder macht Evie, die ihre Geschichte Jahre später aus der Gegenwart erzählt, Andeutungen über die Geschehnisse des Sommers 1969 – dem Jahr der Manson-Morde. In den USA ist dieses Ereignis sicherlich präsenter, doch auch als Leserin, die noch nicht viel über die Morde wusste, habe ich schnell bemerkt, dass es genau darum in diesem Roman geht. Der Roman ist dennoch kein Thriller, vielmehr zeigt er, wie es dazu kommen konnte, dass junge Frauen sich einem Guru hingeben und wie schnell das dank allerlei Drogen viele hätte treffen können, die sich in einer so verzweifelten und anfälligen Lage wie Evie befinden.

Vom Schreibstil her hat mir der Roman außerordentlich gut gefallen. Es ist eine schöne, gut zu lesende Sprache und die vielen Andeutungen halten den Spannungsbogen aufrecht. Außerdem gibt es immer mal wieder Passagen aus der Gegenwart und man lernt Evie dadurch nicht nur als Mädchen, sondern auch als Frau kennen.

Fazit: Ein Roman, bei dem man einen tiefen Einblick in das Amerika 1969, dem Jahr der Manson-Morde, bekommt. Toller Schreibstil, der den Leser mitfühlen lässt.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

weihnachten, bräuche, adventskalender, stollen, briefe

Wie lange noch bis Weihnachten?

Sandra Binder , Tanja Husmann
Fester Einband: 110 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 06.09.2016
ISBN 9783417287530
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Wie lange noch bis Weihnachten?" - eine Frage, die wohl jeder schon mal (nicht nur) von Kindern gestellt bekommen hat. Mit diesem Buch an der Hand kann man sie hervorragend beantworten.

Die Autorin nimmt Kinder und Erwachsene mit auf eine Reise in die Weihnachtszeit. In 24 Kapitel erfahren wir mit Niko alles über unsere traditionellen Weihnachtsbräuche und noch dazu Einiges über Weihnachtsbräuche aus anderen Ländern.

Das alles lernen wir zusammen mit Niko. Niko ist ein sympathischer Junge, von dem man gern liest. Er bekommt jeden Tag im Advent einen Brief und darf ganz viel erleben. Er selbst weiß nicht, wer ihm die Briefe schreibt, die ihm vom lieben Hund Sherlock gebracht werden. Erst am Ende wird alles aufgeklärt und die Kinder können miträtseln.

Das Buch ist kindgerecht geschrieben und mit sehr schönen, liebevoll gezeichneten Bildern illustriert. Schon die äußere Gestaltung ist ansprechend und zeigt die Wertigkeit.

Unter jedem Kapitel findet sich ein Bibelzitat, sodass der Bezug zur Bibel und zur eigentlichen Bedeutung von Weihnachten nicht verloren geht.

Fazit: Ein tolles Buch für alle, die sich die Wartezeit auf Weihnachten schön gestalten wollen. Nicht nur Kinder können hier noch viel lernen!

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Tags: bräuche, kinder, weihnachten   (3)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

musik, erklärungen, klassische musik, kinde, klassik

Entdecke die Klassische Musik

Jakob Leiner , Haakon Auster
Flexibler Einband: 55 Seiten
Erschienen bei Autumnus Verlag, 28.02.2016
ISBN 9783944382623
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Was ist eigentlich Klassische Musik?
Dieser Frage geht Autor Jakob Leiner auf den Grund und beantwortet sie in kindgerechter Weise. Dabei werden Themen wie die Genres der Musik, typische Instrumente, Gattungen, Orchester und die wichtigsten Komponisten behandelt.

Strukturiert ist das Buch in 21 Fragen, die die oben genannten Themen beinhalten. Jede Frage wird in verständlicher Sprache beantwortet, wobei der Umfang jeder Antwort in etwa 2 Seiten lang ist - eine passende Länge, um informativ und doch kindgerecht der Sache auf den Grund  zu gehen.

Bei Wissensbüchern für Kinder ist mir immer besonders wichtig, dass sie nicht zu trocken sind. Dem wirkt der Autor entgegen, indem er seine Leser direkt anspricht und sie ins Geschehen holt. Auch verwendet er viele Beispiele, damit die Kinder die Erklärungen einfacher verstehen können.

Dieses Buch ist der perfekte Begleiter für alle Kinder, die Interesse an Musik haben. Man kann sehr viel lernen und auch der Einsatz im Musikunterricht der Schule wäre lohnenswert. Auch als Erwachsener kann man hier noch das ein oder andere lernen!

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Tags: kinde, klassik, musik, wisse   (4)
 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

afrika, kinderkrimi, thabo, entführung, kirsten boie

Thabo: Detektiv und Gentleman - Die Krokodil-Spur

Kirsten Boie , Maja Bohn
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789103957
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Thabo ist ein Waisenjunge, der in Afrika lebt. Seine große Leidenschaft ist es, Detektiv zu spielen. Wie gut (aber nur für die Spannung, denn eigentlich ist es natürlich nicht gut), dass er das ein oder andere Mal auf echte Detektivfälle stößt.

In seinem zweiten Abenteuer macht sich Thabo mit seinen Freunden auf die Suche nach Delighty. Die ist nämlich seit ein paar Tagen spurlos verschwunden. Thabo kann nicht glauben, dass sie möglicherweise von einem Krokodil gefressen wurde, also muss er selbst ermitteln...

Afrika-Feeling stellt sich sofort beim Lesen ein. Allen die fremd klingenden Namen katapultieren den Leser in diese weit entfernte Gegend, doch auch sonst gelingt der Autorin ein tolles Kopfkino. Sie stellt (typische) Eigenschaften der Afrikaner dar und macht auch vor negativen Themen keinen Umweg. So ist Thabo Waisenjunge und als solcher stellt er schonungslos immer wieder fest, was einem Kind in seiner Lage fehlt. Gerade durch die kluge Art, wie er sein Schicksal nimmt, bringt das Lesen des Buches Kinder und Erwachsene zum Nachdenken.

Der Kriminalfall selbst ist spannend und nicht vorhersehbar. Es macht Spaß, Thabo und seinen Freunden bei den Ermittlungen zu folgen.

Thabo ist unheimlich sympathisch. Er möchte ein "echter" Gentleman sein und dies zieht sich als roter Faden durch die Geschichte und bringt einen als Leser immer wieder zum Schmunzeln.


Fazit: Eine gelungene Mischung aus interessanten Charakteren, einem nicht alltäglichen Schauplatz, einem spannenden Kriminalfall und klugen, zum Nachdenken bringenden Themen.

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Tags: afrik, spannung, waisen   (3)
 

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

freundschaft, schule, sabine ludwig, geister, kinderbuch

Hilfe, mein Lehrer geht in die Luft

Sabine Ludwig , Isabel Kreitz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Dressler, 22.08.2016
ISBN 9783791500140
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Felix Vorndran ist anders als sein Name sagt eher arm dran. In seiner Schule passieren lauter komische Dinge: Mathearbeiten verschwinden, Schmierereien auf dem Schulgelände, Haare, die wie von Geisterhand verklebt werden, Geschirr, das aus dem Regall fällt...und seine Mitschüler halten ihn dafür verantwortlich! Niemand glaubt ihm und selbst seine Freundin Ella steht nicht mehr hinter ihm. Und dann ist da auch noch dieser merkwürdige Bio-Vertretungslehrer Dr.Dr. Witzel, der vom Fliegen träumt...

"Hilfe, mein Lehrer geht in die Luft" ist die Fortsetzung des Erfolgs "Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft" von Sabine Ludwig. Ich selbst hane den ersten Teil nicht gelesen und auch nicht im Kino geschaut, daher bereitete es für mich zunächst Probleme, in die Geschichte einzutauchen. Die Charaktere werden größtenteils als bekannt vorausgesetzt, genau wie die Geschichte, dass Felix seine Lehrerin geschrumpft hat. Im weiteren Verlauf des Buches wird jedoch auch die Vorgeschichte immer weiter aufgeklärt, sodass sich die Verwirrung zum Glück auflöst.

Felix kann man sofort ins Herz schließen. Er hat es nicht leicht mit seinen Eltern, die getrennt leben. Und außerdem wird er so schnell für all die merkwürdigen Geschehnisse verantwortlich gemacht und steht allein da. Ganz konnte ich nicht verstehen, warum Felix so wenig Rückhalt von seinen Mitschülern bekommt. Er macht in diesem Band einen sympathischen Eindruck! Vielleicht beruht es auf Ursachen aus dem ersten Teil. Hier hätte ich mir noch mehr Inhalt gewünscht.

Ein Detail, das mich gestört hat, ist die Geisterbeschwörung/Gläserrücken auf Ellas Geburtstag. Auch wenn sich schlussendlich alles als Betrug herausgestellt hat, ist das Thema für mich nichts, was in ein Kinderbuch gehört, zumal nicht, wenn es als so harmlos dargestellt wird.

Das Buch ist wahnsinnig lustig geschrieben und sehr spannend. ich habe gerne weitergelesen und mich sehr amüsiert. Viele kleine Merkmale machen das Buch nicht nur für junge Leser interessant! Die Geschichte ist schon ziemlich verrückt und abgefahren, aber allemal lesenswert.

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(15)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

briefe, kinderbuch, 1. klasse, kinder, ole der hund

Pfeffer, Minze und das Schulgespenst

Irmgard Kramer , Petra Eimer
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 25.07.2016
ISBN 9783785582596
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pfeffer ist seit drei Wochen in der Schule und weil er seine Lehrerin, die Minze, so gern hat, möchte er ihr eine Überraschung machen. Früh morgens schmückt er ihr Lehrerpult und will gerade die Klasse verlassen, als sein Blick auf die Tafel fällt. Dort hängt doch tatsächlich ein Brief vom Schulgespenst! Dem möchte Pfeffer auf die Spur gehen. Dabei stößt er auf ein Geheimnis und muss all seine Ermittlerfähigkeiten unter Beweis stelllen, um dieses zu lösen...

Liebevoll erzählt Autorin Irmgard Kramer von Pfeffer und seinen beiden Freunden. Die Figuren des Buchs sind herrlich gestaltet und besonders Pfeffer schließt man in seiner netten Art sofort ins Herz.

Das Schulgespenst ist in Wirklichkeit die Lehrerin Minze, doch bleibt die Sache mit dem Gespenst so offen, dass je nach dem Entwicklungsstand oder der Phantasie der Kinder für sie auch das Gespenst existieren kann. Das hat mir sehr gefallen!

Die Bilder im Buch sind wunderschön gezeichnet und auf jeder Seite passen sie perfekt zum Inhalt. So ist das Buch auch zum Vorlesen bestens geeignet.

Manche Stellen habe ich beim Vorlesen jedoch ein wenig abgeändert, weil sie mir nicht so gut gefallen haben. So wird einmal erwähnt, dass der Freund der Lehrerin ihren Po tätschelt oder dass die Väter nur zum Elternabend in der Schule gehen wollen, weil die Lehrerin so jung und gut aussieht.

Dennoch ist an der Geschichte inhaltlich nichts auszusetzen, sie ist spannend, lustig und hat auch ein paar ernste und rührende Momente - eine gelungene Mischung!


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Tags: briefe, gespens, kinder, schul   (4)
 

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152 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

eis, italien, familie, dolomiten, familientradition

Die Eismacher

Ernest van der Kwast , Andreas Ecke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2016
ISBN 9783442756803
Genre: Romane

Rezension:

Giovanni wächst in einer Eismacher-Familie in einem kleinen Dorf in den Dolomiten auf. Jedes Jahr im Frühling macht sich die Familie Talamini auf nach Rotterdam, um ihr Eiscafé zu betreiben. Acht Monate und einen durchgearbeiteten Sommer später kehren sie Jahr für Jahr in ihre Heimat zurück. Von Giovanni und seinem Bruder wird erwartet, diese Tradition fortzuführen und auch ihr Leben dem Eismachen zu widmen. Doch Giovanni bricht mit der Familientradition und widmet sich der Poesie, statt sich der Familie zu verpflichten. Sein Bruder Luca übernimmt das Eiscafé, doch das Verhältnis der beiden leidet seit Giovannis Entscheidung. Jahr später kommt Luca mit einer weitreichenden Bitte zu Giovanni...

Eis und Poesie - eine Mischung, die ich so noch in keinem Roman gefunden habe. Autor Ernest van der Kwast entführt den Leser in unbekannte Welten. Als Eisliebhaberin war es sehr interessant für mich, hinter die Kulissen eines Eiscafés zu blicken. Es ist ungeheuerlich, was an Arbeit und Kreativität hinter einer einfachen Kugel Eis steckt und wie viel den Eismachern ihre Arbeit bedeuten muss, heißt es doch, dass jeder Sommer für die Arbeit geopfert wird. Der Autor hat gut recherchiert und man lernt sowohl etwas über die Eisherstellung als auch über die Geschichte des Speiseeis.

Obwohl viel Hintergrundwissen vermittelt wird, ist die Geschichte keineswegs langweilig oder zu trocken zu lesen, was durch den humorvollen Unterton verhindert wird. Auch wenn das Buch an einigen Stellen zudem sentimental und nachdenklich ist, lockert der Humor das Ganze auf.

Einen so großen Raum wie das Eismachen nimmt auch die Poesie ein. Giovanni ist Leiter eines Lyrik-Festivals und lebt für die Poesie. Immer wieder fließen Gedichte oder Gedanken von Dichtern ein, die im Anhang noch einmal genannt werden, sodass man die Möglichkeit hat, hier noch selbst zu recherchieren.

Was ich mitunter anstrengend fand, waren die vielen Zeitsprünge. Es wird eine lange Zeitspanne erzählt, wie es bei Familiengeschichten meist der Fall ist. Jedoch fand ich, dass der Autor oft abschweifte und für mich waren die Sprünge nicht immer ersichtlich. Häufig fiel es mir schwer einzuordnen, wie alt Giovanni zu bestimmten Ereignissen war.

Die Vielfalt ist es, die diesen Roman ausmacht und für den Sommer ein hervorragendes Leseerlebnis mit vielen Überraschungen bietet.

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Tags: eis, familie, italie, poesi   (4)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

mose, bibel, glaube, erstleser, erstlesebuch

Mose, Manna und das Meer

Elke Pfesdorf , Guido Apel
Fester Einband: 78 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 04.05.2016
ISBN 9783417287394
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In der Reihe "Lies mit mir" ist nun auch die Geschichte über Mose zu finden. Die Buchreihe besteht aus Büchern zum Vorlesen, die aber durch ihre Gestaltung die Kinder zum Mitlesen anregen.
Der Vorlesetext wird immer mal wieder durch kurze Textpassagen unterbrochen, die in einer größeren Schriftart geschrieben sind, und mit einfachen Worten schon für junge Leser lesbar sind. Die Passagen sind außerdem durch das Bild einer Eule gekennzeichnet, sodass alles sehr übersichtlich wirkt. Die Kinder werden direkt in das Vorlesen einbezogen und sind dadurch nicht nur passive Zuhörer. Diese Gestaltung motiviert die Kinder zum Mitlesen. Später können sie selbst auch die ganze Geschichte selbstständig lesen, sodass das Buch auch in ein paar Jahren noch gebraucht werden kann.
Die Bibelgeschichte über Mose ist in einer Sprache geschrieben, die Kinder schon verstehen können und hat genau die richtige Länge, um nicht zu oberflächlich zu sein. Ich hatte vorher nicht erwartet, dass so ausführlich erzählt wird, und war positiv überrascht.
Zu Beginn, noch vor der eigentlichen Geschichte, wird zu schwierigen Wörtern, die vorkommen werden (Ägypten, Pharao...), erwähnt, wie diese ausgesprochen werden, sodass die Kinder nicht darüber stolpern.
Besonders gefallen haben mir die Illustrationen. Die Bilder sehen schön aus und sind nicht zu überladen, nicht zu bunt und passen sehr gut zur Geschichte.
Fazit: Sehr zu empfehlen! Die Mose-Geschichte für Kinder verständlich und wunderschön illustriert. Eine Geschichte zum Vor- und Mitlesen.

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723 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 128 Rezensionen

liebe, einsamkeit, verlust, familie, tod

Vom Ende der Einsamkeit

Benedict Wells
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069587
Genre: Romane

Rezension:

Jules ist noch ein Kind, als sich in seinem Leben alles ändert. Bei einem Autounfall kommen seine Eltern ums Leben und zusammen mit seinen beiden älteren Geschwistern Marty und Liz muss er ins Internat. Dort wird aus dem einst lebenslustigen Jules ein in sich gekehrter Junge, was noch dadurch unterstützt wird, dass sich die drei Geschwister im Internatsleben immer weiter voneinander entfernen. Nur Alva, die genau wie Jules nicht immer fröhlich wirkt, freundet sich mit ihm an. So schwierig, wie die Freundschaft der beiden anmutet, ist auch die Frage, ob aus Alva und Jules ein Paar werden kann.

Als Erwachsene kommen sich die Geschwister wieder näher, auch wenn sich ihre Lebenswege grundverschieden entwickelt haben. Doch wie ein Damoklesschwert schwebt die Erinnerung an ihr schweres Schicksal über allem, was sie erleben.

„Vom Ende der Einsamkeit“ erzählt von Schicksal, Zusammenhalt in der Familie, Hinfallen, Aufstehen und vor allem großen Gefühlen. Selten habe ich einen so emotionalen Roman gelesen. Der Autor versteht sein Handwerk und weiß, wie man intensive Stimmungen beim Leser erzeugt. Der Schreibstil ist ausgereift und spiegelt die jeweilige Zeit gut wider, die sich gerade ereignet.

Zu Beginn des Romans liegt Jules nach einem Motoradunfall im Krankenhaus, danach wird sein Leben episodenhaft durch Einblicke in einzelne Lebensabschnitte geschildert. Als Kind der Achtziger durchläuft man mit ihm seine Schulzeit, Studium und das Erwachsenenalter. Manchmal waren die Zeitsprünge für meinen Geschmack zu groß – wenn ein halbes Leben in einem Roman erzählt wird, ist dies aber nicht zu vermeiden. Teils habe ich mich gefragt, wann es denn nun „richtig“ losgeht, da es sehr lange dauert, bis sich die Schleife von dem zu Beginn erzählten Motoradunfall schließt.

Des Öfteren habe ich darüber nachgedacht, was genau eigentlich der Schwerpunkt des Romans sein soll. Das liegt zum einen daran, dass ich in Jules‘ Leben keine Zeit entdecken konnte, die besonders großen Raum im Buch eingenommen hat und zum anderen an der melancholischen Stimmung, die sich durch seinen gesamten Lebensweg zog. Und so soll es wohl auch sein.

Der Roman lebt vom großartigen Schreibstil des Autors, der gern die ein oder andere philosophische Fragestellung mit einfließen lässt und auch zum Nachdenken über das eigene Leben anregt.Ich denke, der Schwerpunkt liegt letztendlich eben auf dieser Botschaft, sein eigenes Leben und seine Entscheidungen zu überdenken – für das zu kämpfen, was einem am Herzen liegt.

Auch Musik und Literatur finden ihren Platz im Verlauf der Geschichte. Am bemerkenswertesten sind aber die Emotionen, die der Autor beim Leser hervorruft. Die Geschichte ist sehr traurig und vor allem zum Ende hin bleibt kein Auge trocken, da man als Leser Jules unglaublich nahe kommt.

Fazit: Ausgezeichnet geschriebener, sehr emotionaler Roman!

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 41 Rezensionen

kenia, afrika, nairobi, familiengeschichte, korruption

Der Ort, an dem die Reise endet

Yvonne Adhiambo Owuor , Simone Jakob
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.03.2016
ISBN 9783832198206
Genre: Romane

Rezension:

Ajany ist in Kenia geboren, lebt jedoch seit einigen Jahren in Brasilien. Aus einem traurigen Anlass kehrt sie in ihr von der neu gewonnenen Unabhängigkeit gezeichnetes Geburtsland zurück: Ihr Bruder Odidi wurde erschossen. Sein Leichnam muss identifiziert und bestattet werden. Zusammen mit ihrem Vater und Odidis Sarg kehrt Ajany nach Wuoth Ogik zurück – ihrem Zuhause in der Wüste. Anstatt dort Ruhe zu finden, droht die Familie auseinander zu reißen, alte Geheimnisse treten zutage und Ajany begibt sich nach Nairobi, um mehr über die Hintergründe der letzten Lebensjahre ihres Bruders herauszufinden.

Sprachgewaltig entführt Autorin Yvonne Adhiambo Owuor ihren Leser nach Kenia. Wie ein Gemälde lässt sie das Land durch ihre bildreiche, mit vielen Adjektiven gespickte Sprache beim Lesen vor dem eigenen Auge entstehen. Dieser Stil passt zum Charakter Ajanys. Aus ihrer Sicht wird überwiegend erzählt und sie ist selbst Künstlerin, hat früher häufiger gemalt und daher ein Auge für ihre Umgebung.

Man erfährt jedoch nicht nur von Ajanys Suche nach Odidis Vergangenheit. Zahlreiche Rückblicke verschiedener Charaktere unterbrechen die aktuellen Ereignisse und teils finden diese Episoden so unvermittelt statt, dass man beim Lesen sehr aufpassen muss, den Überblick zu behalten. Der Roman ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich anspruchsvoll zu lesen, doch die Mühe wird belohnt.

Nebenbei erfährt man viel über das Land Kenia und die Menschen. Die Autorin übt fein ausgewogene Gesellschaftskritik, ohne den Zeigefinger zu erheben.

Die Geschichte nimmt den Leser in ihren Bann und ist zwischenzeitlich spannend wie ein Thriller, hebt sich aber durch die überaus gelungene Sprache von diesem Genre ab und hat so viel mehr zu bieten, AKS eine spannende Geschichte.

Fazit: Eine Leseempfehlung für alle, die gerne anspruchsvolle Romane lesen und etwas über Kenia erfahren wollen. Belohnt wird man mit einer sprachgewaltigen, mitreißenden Familiengeschichte.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

kunst, trauer, gemeinsamkeit, tod, uk

Beides sein

Ali Smith , Silvia Morawetz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.03.2016
ISBN 9783630874951
Genre: Romane

Rezension:

Die sechzehnjährige George hat vor einem Jahr ihre Mutter verloren und versucht nun, ihr Leben weiter zu meistern und für ihren kleinen Bruder und ihren Vater da zu sein. Zur Seite steht ihr Henriette, eine unverhofft neu gewonnene Freundin und bald sind die beiden unzertrennlich. Oft denkt George an ihre Mutter und ihre gemeinsamen Diskussionen und Unternehmungen zurück. Besonders ein Urlaub, der George, ihre Mutter und ihren Bruder nach Ferrara in Italien geführt hat, weckt ihre Erinnerungen. In diesem Urlaub haben sie den Palazzo Schifanoia besichtigt, in dessen Innern Fresken von Malern der Renaissance erhalten sind, unter anderem von Francesco del Cossa. Über den Maler ist nicht allzu viel bekannt, doch eine Anekdote trägt sich bis heute: Nach den Arbeiten im Palazzo war er so von der Qualität seiner Ergebnisse überzeugt, dass er mehr Geld verlangte, als die anderen Maler bekommen haben.

„Beides sein“ bzw. im Original „How to be both“ – dies ist nicht nur Titel dieses Romans, sondern ein druchgängiges Thema, das sich durch die gesamte Geschichte zieht. Dualismen sind an den verschiedensten Stellen zu finden und als Literaturwissenschaftler könnte man sich wohl vollends auslassen und sie analysieren. „Beides sein“ ist auch Programm was den Aufbau betrifft. Der Roman ist in zwei Teile gegliedert, die einmal aus Georges Sicht und anschließend aus Francesco del Cossas Sicht geschrieben sind. In einer englischen Rezension habe ich gelesen, dass die beiden Teile theoretisch auch in umgekehrter Reihenfolge gelesen werden könnten, was ich so auch unterschreiben kann.

Der Roman ist absolut unüblich, in jeder Hinsicht. Es geht nicht nur um Kunst, sondern die ganze Schreibweise und der Inhalt sind Kunst pur. Die Autorin hält sich nicht an übliche Gesetze und Vorschriften, was das Schreiben eines Romans anbelangt, sondern schafft ihr ganz eigenes Genre. Auf den ersten Seiten mutete der Roman an wie ein Jugendroman mit Anteilen eines historischen Romans an, doch schnell wurde mir klar, dass er sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Selbst in der Interpunktion setzt die Autorin eigene Regeln und maßt dem Doppelpunkt eine ganz neue Bedeutung zu.

Die Art zu schreiben hat einen großen Reiz auf mich ausgeübt, mich aber auch verwirrt zurückgelassen, denn ob ich die Geschichte – vor allem den Teil über George – nun richtig verstanden habe, da bin ich mir nicht ganz sicher. Die Freiheiten, die sich Ali Smith beim Schreiben herausnimmt, will sie womöglich ein Stück weit an die Leser weitergeben und ihnen die Freiheit überlassen, die Geschichte weiterzudenken.

Besonders hervorzuheben ist die Art, wie die Malerei im Roman behandelt wird. Wer wie ich Kunst, insbesondere Malerei liebt, wird sich sofort wohlfühlen. Obwohl ich sonst beim Lesen nie etwas recherchiere, habe ich immer wieder die Bildersuche betätigt und mir die beschriebenen Kunstwerke angesehen, die einfach wunderschön und Renaissace-Malerei pur sind. Tatsächlich sind die Bilder im Roman so gut beschrieben, dass man auch ohne eine Bildersuche ausgekommen wäre und davor kann ich nur meinen Hut ziehen. Ganz nebenbei lernt man noch einiges über die Entstehungsgeschichte der Fresken im Palazzo Schifanoia und den Auftraggeber aus der Familie Este. Diesen „Palast gegen die Langeweile“ möchte ich nach dem Lesen des Romans unbedingt mal besichtigen  und das Buch am besten dort noch einmal lesen.

Fazit: Ein mehr als ungewöhnlicher, skurriler, teils bizzarer Roman, der sicherlich polarisiert. Wer wie ich die Malerei mag oder Kunst auch im Schreibstil wertschätzt, wird voll auf seine Kosten kommen. Einen geradlinigen Roman, der alle Fragen beantwortet, sollte man jedoch nicht erwarten. Dafür bekommt man einen tollen Einblick in die Kunstgeschichte.

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

schafe, yorkshire, mord, england, geocaching

Das Schaf-Komplott

Carine Bernard
Flexibler Einband: 226 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426215593
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Molly Preston ist Ende 20, bildhübsch, intelligent und arbeitet für eine geheime Abteilung in der EU im Bereich der Wirtschaftskriminalität.Mit ihrem Freund Charles, den sie leider viel zu selten sieht, plant sie einen Urlaub im idyllischen Yorkshire. Dort angekommen, ereilt sie direkt ein herber Rückschlag: Charles schafft es nicht, sie in den Urlaub zu begleiten. Molly wäre nicht Molly, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde und entschließt sich, allein die Tage im Cottage zu verbringen. Die Bitte ihrer Gastwirtin kommt ihr da halbwegs gelegen, denn es geht um Mollys Hobby: das Geocachen. Die aufgelöste Wirtin vermisst ihren Mann, der am Vortag zum Lösen eines Geocaching-Rätsels aufgebrochen ist und nicht zurückkehrte. Molly macht sich auf die Suche und steht schnell vor zwei ganz anderen Rätseln: einem Toten und einer gestohlenen Schafsherde…

Krimis und Thriller sind nicht mein bevorzugtes Genre, das ich es eher unblutig mag. Da finde ich es umso schöner, dass sich in den letzten Jahren die sogenannten „Cosy-Krimis“ etabliert haben. Hier geht es nicht brutal zu und dennoch spannend. „Das Schaf-Komplott“ von Carine Bernard ist der zweite Teil in der Reihe um Molly Preston. Nachdem der Leser im ersten Teil „Der Lavendel-Coup“  in die schöne Provence entführt wurde, geht es im zweiten Teil auf die Insel nach Yorkshire, mitten in die ländliche Idylle und die Schafsherden.

Sehr bildlich werden die Umgebung, typische Schauplätze, kulinarische Spezialitäten  und die Eigenschaften der hiesigen Bevölkerung beschrieben. Beim Lesen fühlt man sich wirklich wie im Urlaub und einige Fotos vervollständigen die eigenen Vorstellungen. Eine perfekte Lektüre für Zwischendurch, wenn man sich vom Alltag befreien, ein paar Stunden abschalten möchte und mit Molly miträtseln mag. Durch das Geocachen wird der Leser direkt mit in die Geschichte einbezogen, kann interagieren und wenn man Interesse an Rätseln hat, kommt man voll auf seine Kosten.

Auch in diesem zweiten Teil war mir Molly wieder sehr sympathisch und mir hat besonders gefallen, dass sie nun mehr mit anderen Charakteren kommuniziert. Das macht die Geschichte lebendig und unterhaltsam. Molly besitzt ein gesundes Maß an Mut und zieht immer die richtigen Schlüsse. Hier hätte ich mir gewünscht, wenn nicht alles so geradlinig verlaufen würde. Ein paar Überraschungen wären schön gewesen und am Ende ging mir die Auflösung zu schnell, ein paar Seiten mehr hätten dem Roman für meinen Geschmack gut getan.

Fazit: „Das Schaf-Komplott“ ist eine gelungene Lektüre für Zwischendurch, die Unterhaltung verspricht und dem Leser Yorkshire richtig heimisch macht. Wer Cosy-Krimis mag, ist hier goldrichtig.

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132 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

kaffee, historischer roman, abenteuer, diebstahl, 17. jahrhundert

Der Kaffeedieb

Tom Hillenbrand
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.03.2016
ISBN 9783462048513
Genre: Historische Romane

Rezension:

Obediah Chalon ist absoluter Kaffejunkie. Zumindest würde man ihn wohl heute so bezeichnen. Ende des 17. Jahrhunderts, zu der Zeit, in der die Geschichte vom Kaffeedieb spielt, ist der Kaffee gerade schwer in Mode und Kaffeehäuser boomen. Hier trifft man(n) sich, um sich bei einer Tasse (vom Fass aufgewärmten) Kaffee über die neuesten politischen, gesellschaftlichen und naturwissenschaftlichen Ereignisse auszutauschen, oder einfach um sich ungestört unterhalten zu können. Für Obediah genau richtig, schlägt er sich doch eher mit kleineren und größeren Gaunereien durchs Leben, um seinen Lebensunterhalt und seine naturwissenschaftlichen Experimente zu bestreiten.

Nach einem missglückten Börsencoup sieht es für Obediah leider alles andere als gut aus und ihm bleibt nichts übrig, als sich in die Hände seiner glorreichen Retter, der Organisation VOC aus den Niederlanden, zu begeben. Für diese wird er angehalten, einen riesigen Coup zu planen und durchzuführen, der die VOC nach vorne bringen soll: Obediah soll Kaffeepflanzen aus dem fernen Osmanischen Reich stehlen, damit die Niederlande nicht länger von ihren Kaffeelieferanten abhängig sind. Ein Vorhaben, das ausführlich geplant werden muss...

Dank einer passenden Stimmung und überzeugender Sprache landet man beim Lesen sofort in Obediahs Welt gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Die Reise führt Obediah und mit ihm den Leser von Europa bis ins ferne Arabien und jeder Schauplatz ist so lebendig beschrieben, dass man sich wie in einem alten Film fühlt. Autor Tom Hillenbrand gibt in seinem ersten historischen Roman alles, um ein authentisches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen und dies gelingt ihm hervorragend. Sogar bedeutende geschichtliche Ereignisse werden elegant in den Fluss der Geschichte eingebettet und tragen dazu bei, neben dem Lesegenuss auch noch gefühlt einen kleinen Abstecher in den Geschichtsunterricht zu machen. An einigen Stellen war mein persönliches Interesse an den historischen Informationen nicht so groß, sodass ich diese auch mal überflogen habe.

Viel spannender ist Obediahs genialer Plan. Erwartet man vom Klappentext ein großes Abenteuer um einen Diebstahl, wird man spätestens nach dem ersten Drittel überrascht. Denn statt Action erfährt man vielmehr alles über die Vorbereitungen und die Hintergründe von Obediahs neuestem Coup. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Akribische Vorplanungen, ausgeklügelte Täuschungsmanöver und die Akquisition geeigneter Partner für das große Unterfangen nehmen den Hauptteil des Romans ein.

Besonders gefallen hat mir das Thema "Chiffrierungen", welches für den Roman recht bedeutsam ist und meinen Geschmack genau trifft. Obediah ist ein Meister im Verschlüsseln und der Leser erfährt einiges Wissenwerte über die Techniken, die seinerzeit angewendet wurden, um den Inhalt von Briefen für die neugierigen Spione des Königs unzugänglich zu machen.

Was natürlich in einem Roman wie "Der Kaffeedieb" nicht fehlen darf, ist ein geeigneter Gegener - hier Franzose Polignac. Perfekt ausgeklügelt ist sein Charakter und zwischenzeitlich war man als Leser fast soweit, Polignac zu wünschen, Obediah zu fassen. Doch ohne zuviel zu verraten, kann man sagen, dass Obediah ihm das ein oder andere Mal eine Nasenlänge voraus war.

Obwohl der Roman sehr unterhaltsam ist, benötigt man doch seine volle Aufmerksakeit und muss mitdenken, um Obediahs Plan nachvollziehen zu können. Die vielen Details strengen beim Lesen mitunter an. Der Spannungsbogen hätte für meinen Geschmack noch anders gestaltet sein können. So war die Spannung recht gleichbleibend den ganzen Roman über und steigerte sich am Ende noch einmal, aber nicht so stark, wie erwartet. Da hätte ich mir noch einen fulminanteren Abschluss gewünscht, wo doch die Vorbereitungen von Obediahs Planungen einen so großen Raum eingenommen haben. Entschädigt wurde ich aber durch eine unerwartete Pointe, von der ich hier aber nichts verraten möchte ;-)

Fazit: Ein gut recherchierter Abenteuerroman, der mit ausgeklügelten Ideen aufwartet und dem Leser die Ursprünge des Kaffeeruhms nahebringt.

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Tags: diebstahl, kaffee, planungen   (3)
 

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

new york, rumänien, donaudelta, amerika, glück

Der Mann, der das Glück bringt

Catalin Dorian Florescu
Fester Einband: 324 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 08.07.2016
ISBN 9783406691126
Genre: Romane

Rezension:

1899: Rays Großvater, ein namenloser Waise ohne ihm bekannte Herkunft, schlägt sich als Zeitungsjunge in New York irgendwie durchs Leben, stets auf der Suche nach Geld, Essen und Unterhaltung. Begleitet wird er von der Angst, das Schicksal unzähliger armer Leute – vornehmlich Migranten, die im gelobten Amerika Fuß fassen wollten – zu erleiden, deren leblose Körper am Ufer des Hudson Rivers angeschwemmt werden.

1919: Elenas Mutter wird in Rumänien, im abgelegenen Donaudelta, geboren und wächst ohne Vater, dafür mit einer Mutter, die sie nicht liebt, auf. Sie träumt von einem neuen Leben in Amerika und hofft auf eine bessere Zukunft. Die Menschen im Donaudelta leben weitestgehend unberührt von den Ereignissen, die das Weltgeschehen für immer verändern.

“Sie wussten, dass man in Amerika Häuser bis in die Wolken baute und Brücken aus Stahl; dass mittlerweile Flugzeuge dorthin flogen und riesige Passagierschiffe dahin fuhren. Manch einer träumte sich dorthin, doch er wurde ausgelacht. (…) Nach dem Lachen kam immer das große Schweigen, denn jeder hoffte. Jeder befand sich unterwegs zu irgendeinem Amerika.” S. 166

Ray und Elena begegnen sich in New York im Jahr 2001 und erzählen sich gegenseitig die Geschichten ihrer jeweiligen Vorfahren. Diese Art, zwei Erzählstränge von unterschiedlichen Personen erzählt zu bekommen, die sich gegenseitig zwischendurch auch mal direkt mit Namen oder “Du” ansprechen, ist mir bisher in noch keinem Roman begegnet. Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, überhaupt zu verstehen, wer erzählt und dass “Großvater” kein Spitzname ist, sondern eben Rays Großvater, von dem aber in jungen Jahren erzählt wird. Ich fand diese ganze Art, wie im Roman erzählt wird, unnötig kompliziert und für mich hat sie eher den Lesefluss gehemmt.

Ein ganzes Jahrhundert in einem Roman geschichtlich zusammenzufassen, ist ein kühnes Vorhaben. Der Autor hat dies geschickt umgesetzt, indem er die “großen” Ereignisse, wie die Weltkriege, durch Zeitungsschlagzeilen kurz anreißt, die elegant ins Geschehen eingefügt sind. Im Roman spielen eher die “kleinen” Leute eine große Rolle und die Ereignisse, die uns aus Geschichtsbüchern so wichtig erscheinen, verblassen für die Menschen, die im Elend ums Überleben kämpfen. Diesen Blickwinkel habe ich sehr gemocht und er stellte für mich eine Bereicherung zu dem dar, was ich schon über das Leben im frühen 20. Jahrhundert zu wissen glaubte.

Catalin Dorian Florescu schreckt jedoch auch nicht davor zurück, von Begebenheiten zu erzählen, die sehr grausam sind. In meinen Augen dienten diese Ebenen der Geschichte dazu, Emotionen beim Leser hervorzurufen, die durch die Charaktergestaltung leider ausgeblieben sind. Die beiden Erzähler Ray und Elena treten nur am Ende handelnd ins Geschehen ein und die Geschichte der beiden hat mich vollkommen kalt gelassen. Für mich hätte es die beiden überhaupt nicht gebraucht, vielmehr hätte ich es besser gefunden, wenn man sich auf ihre Vorfahren beschränkt hätte. Insgesamt blieben mir die Charaktere leider sehr fremd und ich konnte ihre Entscheidungen oft nicht nachvollziehen.

Sicherlich wird es die vielen schlimmen Schicksale und Gegebenheiten in irgendeiner Form so gegeben haben und ich finde es gut, dass der Autor auch mal diese Seiten des 20. Jahrhunderts thematisiert. In meinen Augen war es aber in dieser Form und Fülle zu viel des Guten und dadurch zog sich die Geschichte in die Länge, war das ein oder andere Mal einfach unlogisch, unglaubwürdig und zu konstruiert.

Fazit: “Der Mann, der das Glück bringt” hat bei mir einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen. Es gab sicherlich sehr gute Szenen, doch insgesamt bin ich von der Geschichte nicht überzeugt.

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Tags: amerika, rumänie, schicksa, tod, träume   (5)
 

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 57 Rezensionen

flucht, überleben, kindheit, einsamkeit, fremd

Das Mädchen mit dem Fingerhut

Michael Köhlmeier
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.02.2016
ISBN 9783446250550
Genre: Romane

Rezension:

Ein kleines Mädchen wird von seinem “Onkel” regelmäßig allein fortgeschickt, um in einem kleinen Laden um Essen zu betteln. Die Sechsjährige kennt die Stadt nicht, in der sie sich aufhält, und versteht niemanden, weil sie die fremde Sprache nicht spricht. Nur ein Wort, auf das sie achten muss, hat ihr der Onkel eingeschärft: Polizei. Sollte sie dieses Wort einmal hören, solle sie sofort anfangen zu schreien. Eine Weile geht das Mädchen in dem Laden ein und aus, doch eines Tages steht ihr Onkel nicht wie erwartet an der verabredeten Stelle, um die Kleine abzuholen. Nun muss sie sich allein durchs Leben schlagen.

Wenn man von so traurigen Augen auf dem Cover angeblickt wird, muss man näher hinschauen. Das kleine Mädchen, später Yiza genannt, weckt sofort einen Beschützerinstinkt und von der ersten Seite an wird man von seinem Schicksal nicht kaltgelassen. Beim Lesen stellt sich keine Wohlfühlstimmung ein und man möchte dennoch das schmale Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen.

In einer einfachen Sprache – da aus Yizas Sicht und der zweier weiterer Kinder erzählt – entsteht eine bedrückende Stimmung, die den ganzen Roman über anhält. Es tut einem so leid zu sehen, wie schlecht es der Kleinen geht und wie viel sie ertragen muss. Dabei weiß man so gut wie nichts von Yiza, nicht woher sie kommt, warum sie niemanden hat, der ihr hilft, was mit ihrem Onkel passiert ist, oder warum sie solche Bedenken hat, sich Erwachsenen anzuvertrauen. All dies bleibt den eigenen Gedanken überlassen.

Michael Kohlmeier hat einen Roman geschrieben, der in diese Zeit passt. Hat in leisen Tönen eine zu Herzen gehende Geschichte entwickelt, die leider so oder ähnlich passieren könnte. Die kurze Geschichte zeigt, wie viel Überlebensmut in Kindern steckt und wie diese über sich hinauswachsen können und einander helfen.

“Das Mädchen mit dem Fingerhut” ist kein einfacher, kein Wohlfühlroman. Aber er wirkt auch nach dem Lesen nach und gibt aus Sicht des Kindes einen anderen Blickwinkel auf ein aktuelles Thema.

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Tags: einsamkei, flucht, kinder   (3)
 

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(67)

109 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

humor, wg, chaos, frauenroman, liebe

Frühstück mit Sophie

Jennifer Bentz
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 30.11.2015
ISBN 9783548287522
Genre: Liebesromane

Rezension:

“Es heißt, wenn die FSK einen Film über dein Leben ohne Altersbescgränkung freigeben würde, machst du was falsch. Wenn das stimmt, habe ich die letzten achtundzwanzig Jahre alles falsch gemacht.” S. 5

Louisa ist 28 Jahre alt und hat ihr Leben voll im Griff – so denkt sie zumindest. In ihrem Job strebt sie eine Beförderung an, in ihrem Privatleben läuft alles schön geplant und sie führt eine solide Beziehung zu ihrem Freund Steffen. Überraschungen exklusive! Das ändert sich, als Steffen ihr am Valentinstag eine wichtige Mitteilung macht und sie vor die Tür setzt. Louisa bleibt nichts anderes übrig, als zu den Rentern Sophie und Paul in die WG zu ziehen. Dort geht es ganz schön turbulent zu und Louisa hat keine Chance mehr, sich an ihre eigenen Grundsätze zu halten…

Der Roman ist locker leicht geschrieben und herrlich amüsant! Louisa mit ihren fest eingefahrenen Prinzipien, die sie nur zu gerne weiter durchhalten würde, kann einem manchmal schon leid tun, denn mit Struktur und Plan ist sie bei Sophie und Paul an der falschen Stelle. Das sympathische Rentnerpaar muss man sofort ins Herz schließen und es ist sehr komisch zu lesen, dass ausgerechnet die beiden älteren Herrschaften Lockerheit in Louisas Leben bringen.

Von ihren Grundregeln muss sich Louisa nach und nach verabschieden und lernt ein ganz neues Lebensgefühl kennen, das ihr sogar gut gefällt – genau wie Nachbar Ben. Auch wenn Louisas Entwicklung teils einem Lebensratgeber ähnelt und manche Verläufe vorhersehbar sind, fühlt man sich mit ihr einfach wohl. Bei Sophie und Paul müsste ich auch mal eine Weile einziehen, denn an einigen Stellen habe ich mich in Louisa doch wiedererkannt ;-)

Natürlich geht in Louisas neuer Entwicklung nicht alles glatt und sie hat auch mit Rückschlägen zu kämpfen. Nachdenkliche Momente fügen sich einfühlsam ins Geschehen ein und machen die Geschichte rund.

“Man fragt nicht nach dem Sinn des Lebens, man gibt ihm einen. Und fertig.” S.164

Fazit: “Frühstück mit Sophie” ist ein Roman mit liebenswerten Charakteren, erfrischendem Humor und Gute – Laune – Garantie!

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Tags: beziehung, liebe, neuanfang, trennun   (4)
 
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