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belletristik, klassiker

Der Mensch ist gut [3.Auflage]

Leonhard Frank
Flexibler Einband: 149 Seiten
Erschienen bei Reclam Leipzig, 01.01.1985
ISBN B003FJ43C4
Genre: Sonstiges

Rezension:

Für mich ist diese Kurzgeschichte ein Manifest. Es ist anders als seine Romane und auch etwas anders als die übrigen Kurzgeschichten. Wie sollte man es lesen? Erst vorsichtig probieren, ob das, was da kommt etwas ist, worauf man sich einlassen möchte. Wenn ja, dann wähle man einen Zeitpunkt, wo man sich in Ruhe der Lektüre widmen kann. Ich konnte es unter Menschen nicht genießen und habe es zugeklappt und erst am Abend, allein, in aller Ruhe gelesen. Es gibt ein paar Voraussetzungen, dafür, dass die Botschaft dieses Manifests ankommt. Es bedarf Unvoreingenommenheit, Ehrlichkeit, Sensibilität und Fantasie, damit das Bildergerüst, das diese Geschichte bietet, beim Leser ein Feuerwerk an Gedanken und Gefühlen entfacht. Erstere sollte man weiterspinnen, Letztere aushalten und nicht verdrängen, sondern bewußt und in aller Tiefe erfahren und erleben. Um aus diesem Tief herauszukommen, sollte man die Kraft der Gefühle nutzen um intensiv nach der Ursache zu forschen und überlegen, was es dafür für Lösungen geben könnte.

"Der Mensch ist gut" hat mich so beeindruckt, dass ich anschliessend alles von Frank gelesen habe, in der Hoffnung wieder so etwas intensives zu erleben. Meiner Meinung nach kommt es nirgend mehr so geballt wie hier und da die Geschichte kurz ist, würde ich sie in Ruhe auskosten und nicht bei einer Zugfahrt verheizen.

Ein wiederkehrendes Thema in seinen Werken ist die Ansicht, dass das Zulassen, Aushalten und Durchleben der Gefühlsqualen zur Einsicht und Reife verhilft, wenn man nach lebensbejahenden und in Liebe begründenten Antworten auf die Ursachen der Qualen sucht und nicht in eine negative Abwärtsspirale gerät an deren Ende der Wahnsinn steht. Verdrängen dagegen macht uns zu verkappten Menschen, die mit jeder Verdrängung sich von der Wahrheit entfernen und immer weniger wissen, was richtig und falsch ist, und leichter sich von Alltagsfloskeln einlullen lassen, bis sie nicht mehr wissen wer sie sind und was sie wollen.

Meine Deutschlehrerin würde sagen, dass ich frei und daher falsch interpretiert habe. Es stimmt, dass ich keine Ahnung von literarischer Analyse habe, aber, was ich aus Franks Werk persönlich mitgenommen habe, würde ich gegen keine literarische Interpretation eintauschen wollen.

Ich habe eine gewaltsame Revolution erlebt und bin mir sicher, dass Frank hier nicht übertreibt, auch wenn es vielleicht den meisten so erscheinen mag.

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