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jugend

Ich war jung und hatte das Geld

Sebastian Lehmann
E-Buch Text: 160 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 15.05.2017
ISBN 9783641203696
Genre: Humor

Rezension:

"Zum piepen!" würde meine Mutter sagen. Meine Mutter ist Generation Hippie. Ho Chi Minh, Che Guevarra, Woodstock und all das - eine waschechte Alt-68erin und quasi Jugendkultur Teilnehmerin der ersten Stunde.

Sebastian Lehman ist Generation 90, wo die Jugendkulturen weniger politisch motiviert waren wie damals. Es wurden auch keine Generationenkonflikte in der Intensität ausgetragen wie in den 60ern. Es wurden einem stattdesen unendlich viele verschiedene Identitäten angeboten, in die man als Jugendliche schlüpfen und sich ausprobieren konnte. Jede Jugendkultur kam mit einem Gesamtpaket aus vorgegebener Kleidungsweise, Verhaltenskodex, Musik und Assecoires daher. Man musste nur zugreifen, sie sich überstreifen und schauen, ob man sich darin wohlfühlte.

In kurzen anekdotischen Kapiteln beschreibt Sebastian Lehmann, wie er zusammen mit seinen Freunden Dirk, Flo und Tina die Jugendkulturen wechselt, wie die frischgewaschenen T-Shirts. Und es ist zum wegschmeißen! Skater, Existenzialist, Hippie, Punk, BWLer, Ballermann-Mann - er ist sich für nichts zu schade und macht vor nichts halt. Dabei beschreibt er in frischer Sprache die Hürden, die er und seine Kumpels als mittellose Jugendliche überwinden müssen, um sich einer Jugendkultur zugehörig fühlen zu können. Und sie sind extrem erfinderisch und kreativ, nehmen tapfer viele Unannehmlichkeiten auf sich, um einfach dazugehören zu können, wie den fair gehandelten Karottensaft aus der Uckermark oder das Missverständniss im Biene Maja Kostüm bei einer Cosplay Con aufzutauchen. Immer geht irgendetwas schief und sie beschließen weiterzuziehen, etwas neues auszuprobieren um sich dann Kopfüber in das nächste Jugend-Abenteuer zu stürzen. Fats jedes Kurzkapitel st begleitet von der Illustration einer Papier-Anziehpuppe und den zu dieser Kultur gehörigen Kleidung.

Als Leserin, die diese Generation miterlebt hat, den Höhepunkt der Jugendkulturen, erkenne ich sehr vieles wieder und kriege vor Lachen kaum noch Luft.
Das Gefährliche an diesem Buch ist, dass ich mich in vielen dieser Beschreibungen wiederfinde bzw. vieles nachvollziehen kann. Die sympathischen Figuren, die in ihrem jugendlichen Leichtsinn fast jedes Fettnäpfchen mitnehmen sind dieperfekten Antihelden dieser Beschreibung dieser unbeschwerten Generation. Ich kann nicht anders und kullere mich wieder vor Lachen. Köstlich!

Dieses Buch ist kurzweilig, humorvoll, aber auch liebevoll. Für alle, die wissen wollen, wie es um die Jugendlichen in den 90ern stand, bzw. ihre Erinnerungen an dieser Zeit wieder auffrischen möchten, ein Muss!

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morde, rassismus, western, wilder westen, zwietracht

Bastard City

Sebastian Wotschke
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.09.2016
ISBN 9781537671437
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ein Western, wie er im Buche steht: Im Jahr 1800-schieß-mich-tot: Eine aufstrebende Stadt mitten im Nirgendwo, mit Saloon, Saufereien und Schlägereien. Ein Sheriff, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Nutten, Whiskey und keusche Bürgerstöchter. Jedes Klischee wird bedient, jeder Stilbruch ist erlaubt. Willkommen im Pulp Fiction des wilden Westens.

Rauchende Colts und Bonanza – was habe ich diese Serien früher geliebt!

In Bastard City ist alles im Aufbruch, alles ist möglich. Und doch sind die Menschen in ihrem Verhalten und Handeln an alte Strukturen gebunden.

Bastard City ist ein Western, der sich in Stil und Qualität an die alten Wildwest-Fernsehserien der 70er und 80er Jahre anlehnt. Wenn sprachlich und gedanklich Themen angerissen werden, die gar nicht in Zeit und Ort passen wollen – so what?! Wenn es der Handlung dient, ist doch jedes Stilmittel erlaubt! Die Handlung schillert, die Sprache ist rau und voller klischeehafter Dialoge. Ich gebe zu, ich brauchte eine Weile, um den Stilbruch zu akzeptieren. Er hat mich genauso irritiert, wie die langen Dialoge zu Anfang, die wie ein starres Kammerstück auf mich wirkten und nicht in das Bild eines Westerns passten. Das legte sich aber im Laufe der Handlung und wurde abgelöst durch Action und slapstickartige Situationen. Als ich soweit war, musste ich das Buch in einem Rutsch zuende lesen.

Der Roman greift außerdem sehr ernste Themen auf, die aktueller nicht sein können und Parallelen zum Umgang mit Rassismus, Homophobie und willkürlicher Gewalt im heutigen Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und anderswo) aufweisen. Das lässt mich schaudern.

Wenn du dich auf raue Sprache, Klischees und „Haudrauf“ einlassen, und salonfähige Pulp Fiction magst, gar ein Fan der Rauchenden Colts bist, wird es dir ein Vergnügen sein, dieses Buch zu lesen. Yeeehaw!

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