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20 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

six of crows, fantasy, freundschaft, crooked kingdom, befreiung

Crooked Kingdom: A Sequel to Six of Crows

Leigh Bardugo
Flexibler Einband
Erschienen bei Henry Holt, 27.09.2016
ISBN 9781250119315
Genre: Fantasy

Rezension:


Meinung:
Holy moly! Kennt ihr das auch, wenn ihr genau wisst, dass ihr ein Buch lieben werdet und es gar nicht erwarten könnt, endlich die Nase zwischen die Seiten zu stecken und dann erfüllen sich wirklich alle Erwartungen - mehr noch, die Erwartungen werden sogar übertroffen? Also nach Crooked Kingdom weiß ich definitiv, wie sich das anfühlt. EPISCH!


Brauche ich eigentlich noch zu erwähnen, wie sehr ich Bardugo's kreierte Welt liebe? Eigentlich nicht, aber ich war schon ab Band 1 der Grischa Trilogie mehr als angetan von der fantastisch aufgebauten Welt, die bis ins kleinste Detail frisch und originell wirkt. Frau Bardugo fährt hier knallhart ihr ganzes Können auf und beweist damit, dass es tatsächlich noch möglich ist, von A bis Z alles richtig zu machen. Direkt zu Beginn habe ich wieder an den Seiten geklebt und konnte die ganz besondere Atmosphäre in mich aufsaugen. 


Die Geschichte beginnt gleich mit einer Rettungsaktion und schon allein die wäre es wert gewesen, daraus den Mittelpunkt der kompletten Handlung zu machen, weil diese einfach alles beinhaltet. Action, Spannung & Humor - oh, ich hatte ganz vergessen, wie lustig manche Dialoge einfach sind! Das zeigt einmal mehr, wie göttlich der Stil der Autorin ist. Darüberhinaus entwickelt sich die Geschichte auch nach diesem ersten "Schwerpunkt" zu einem echten Pageturner.


Ebenso im Finale wird die Geschichte aus Sicht der 6 Hauptfiguren erzählt und wer sich vielleicht immer noch fragt, ob das mit 6 Charakteren funktioniert, den kann ich beruhigen. Es funktioniert und das sogar ausgezeichnet. Wirklich jeder Charakter hat genug Raum, sich zu entfalten und wirklich jeder Charakter nutzt diesen Raum auch aus. Das mag ich ebenfalls so an dieser Dilogie, dass die Personen alle einen toll ausgearbeiteten Hintergrund besitzen, ohne die Geschichte dadurch langsam oder gar langweilig zu machen. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass ich tatsächlich auch jede Hauptfigur mochte. Klar, besondere Lieblinge haben sich herauskristallisiert, aber ich habe ausnahmslos jedes Kapitel mit Sichtwechsel sehr sehr gerne gelesen.


Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich gewusst, dass mir der Abschluss auch ein wenig das Herz zerreißen wird. Ich will nichts verraten, aber ich hatte Gänsehaut, ich war traurig, ich war glücklich, ich war wütend – aber am Ende hat sich doch alles richtig angefühlt. Und jetzt vermisse ich die Welt, jetzt vermisse ich die Figuren, das Abenteuer, die Aufträge und das ganz besondere Feeling, das mir die Reihe gegeben hat. 


Fazit:
Meiner Meinung nach die beste Dilogie, die ich bisher gelesen habe und eine der besten Reihen überhaupt! Fantastische Figuren, ein tolles Setting, sehr viel Spannung und Abenteuer und eben dieses ganz besondere Gefühl, das nur wenige Bücher in einem auslösen, lassen nach Six of Crows auch Crooked Kingdom zu einem Highlight werden. Unbedingt lesen! 

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(100)

230 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

dystopie, magie, fantasy, jugendbuch, lark

Skylark - Der eiserne Wald

Meagan Spooner , Kirsten Borchardt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 23.06.2014
ISBN 9783453268227
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Lark ist in ihrem Dorf eine Ausnahmeerscheinung, denn bisher wurde sie noch nicht geerntet. Dabei werden alle Kinder frühzeitig ihrer Magie beraubt, um damit die Stadt am Laufen zu halten. Als sie letztendlich dann doch auserwählt wird, merkt das Mädchen schnell, dass die Ernte-Zeremonie ganz anders ist, als sie erwartet hätte und ihr gelingt die Flucht. Doch hinter den schützenden Mauern lauern unzählige Gefahren, aber Lark hat ein Ziel - den eisernen Wald.


Meinung:
Ehrlich gesagt habe ich ziemlich gezögert, "Skylark" zu beginnen. Die eher verhaltenen Meinungen im Vorfeld haben mich etwas abgeschreckt, aber auch immer meine Neugierde geschürt. Ich finde das Cover großartig, aber vor allem der Inhalt hat mich total angesprochen und so habe ich letztendlich doch zugegriffen und das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

Und das sagt schon einiges darüber aus, wie mir die Geschichte gefallen hat. Ich muss gestehen, dass ich die meiste Kritik auch nachvollziehen kann. Spooner schreibt und beschreibt vor allem sehr ausschweifend und ziemlich detailliert. Wer so etwas generell nicht mag, der könnte sich echt festlesen und nur schwer vorankommen. Ich mag diesen Aspekt, besonders, wenn es zur Atmosphäre des Buches passt und das hat es hier, sehr gut sogar. Ich empfand den kompletten Start in die Handlung, als sehr geheimnisvoll und total magisch und das spürt man auch in den Beschreibungen.

Das Gleiche kann ich auch von Lark sagen. Man merkt direkt, dass sie anders und besonders ist und diese Unklarheit, warum sie so einzigartig ist, hat mir sehr gefallen. Ich mochte Lark auf Anhieb, weil sie so glaubwürdig agiert. Sie hat Angst, gerät in Panik, ist verunsichert, aber fängt sich auch wieder und will handeln, etwas unternehmen. Zudem mochte ich auch, dass Lark einen Großteil des Buches nur für sich ist. Das ist auch so ein Punkt, den einige bemängelt haben. Das kann ich nachvollziehen, aber mir hat es hier nichts ausgemacht, wenn sich die Protagonistin einige Zeit nur mit sich selbst beschäftigen muss. Schließlich hat sich Larks Leben urplötzlich total verändert. Auch die Nebenfiguren fand ich gelungen - allen voran Oren, der durch sein Auftreten den Erzählfluss etwas auflockert, aber durch sein persönliches Schicksal auch Interesse aufkommen lässt.

Weniger am Buch haben mir die Entwicklungen am Ende zugesagt. Damit meine ich nicht gezielt den Hauptstrang, aber einige Situationen waren mir zu unglaubhaft, ja fast schon zu simple gestrickt, was ich sehr schade fand. Darüber hinaus hätte ein wenig mehr punktierte Spannung der Handlung ebenfalls gut getan. Die Stimmung ist düster und allgegenwärtig, aber ein bisschen Action in manchen Sequenzen wären schön gewesen und hätten das Gesamtbild besser abgerundet.



Fazit:3-4 Sterne
Alles in allen hat mir "Skylark - Der eiserne Wald" ziemlich gut gefallen. Die Kritik im Vorfeld kann ich zum Großteil sogar nachvollziehen, aber zugunsten meines persönlichen Geschmacks, konnte mich davon nur wenig stören und ich hatte Spooners Buch in einem Rutsch gelesen. Mir hat besonders die geheimnisvolle/magische Atmosphäre gefallen, in der ich mich gleich verloren habe. Zudem fand ich Lark als Protagonistin sehr authentisch. Unstimmigkeiten zum Ende des Buches haben meinen Lesespaß ein bisschen gemindert, aber ich freue mich dennoch auf die Fortsetzung.

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923 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

märchen, cinder, rapunzel, cress, cyborg

Die Luna-Chroniken - Wie Sterne so golden

Marissa Meyer , Astrid Becker
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.09.2014
ISBN 9783551582881
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Seit Jahren wird Cress von Königin Levana in einem Satelliten gefangen gehalten. Um sich die Langeweile im All zu vertreiben, hat sich das junge Mädchen zu einer beachtlichen Hackerin entwickelt, die ihre Talente dazu nutzt, das Treiben auf der Erde etwas genauer zu beobachten. Besonders ein Objekt hat es ihr angetan - Thorne, der in ihrer Fantasie ein ehrenwerter Held ist. Als es ihr gelingt Kontakt zu Cinder aufzunehmen, scheint die Freiheit in greifbarer Nähe zu sein.


Meinung:
Nachdem mir "Wie Blut so rot" so unglaublich gut gefallen hat, musste ich einfach "Wie Sterne so golden" direkt am Erscheinungstag kaufen. Als das Buch dann aber bei mir ankam, war ich von dem Umfang des Werkes ganz schön erschrocken. Daher ist es auch erst einmal ein Weilchen in meinem Regal liegen geblieben, bis ich Lust und Laune verspürt habe, mich der umfangreichen Geschichte zu widmen.  

Und ich muss einfach immer wieder erwähnen, wie grandios ich die Aufmachung des Buches finde. Auch der Titel passt erneut fantastisch. Die Reihe sieht so edel im Regal aus - ein echter Hingucker! Aber jetzt zum wichtigen Punkt. Der Inhalt des Schmuckstückes hat mir ebenfalls wieder ziemlich gut gefallen. Im Vordergrund der Geschehnisse steht dieses Mal die junge Cress, die seit ihrer Kindheit von der bösen Königin Levana in einem Satelliten gefangen gehalten wird. Warum, erfährt man zunächst nicht - jedenfalls hat Cress die Aufgabe bekommen, nach der entflohenen Cinder Ausschau zu halten. Als absoluter Profi am Computer dürfte ihr nicht die geringste Kleinigkeit entgehen und das tut es auch nicht. Aber sie verrät Cinder nicht, sondern kämpft insgeheim für sie, was vor allem an Thorne liegt, der mit in Cinders Truppe kämpft. Sie nimmt Kontakt mit den Flüchtigen auf und hofft auf Rettung, aber die Rettungsaktion verläuft ganz anders als geplant und mehr will ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten.

Marissa Meyer hat es wieder vorzüglich geschafft, einen neuen Charakter in die Handlung unterzubringen. Cress ist vom Wesen her ganz anders, als Cinder und Scarlett und ist mit ihrer Naivität fast schon ein wenig zu kindlich/kindisch, aber gleichzeitig auch so erfrischend und unbefangen, dass man sie einfach mögen muss. In Kombination mit Thorne entstehen unweigerlich amüsante Situationen. Auch wenn Scarlet und vor allem Cinder ihren Raum bekommen, merkt man deutlich, wer der Star in diesem Buch ist und das soll ja auch so sein. Die Anspielungen auf Rapunzel kommen hervorragend zum Vorschein und ich bin immer noch ganz fasziniert, wie die Autorin diese Märchen so toll adaptiert. 

So ganz kann Band 3 mit dem Vorgänger nicht mithalten, weil sich hier und da doch eine kleine Länge versteckt hält, was eben auch am Umfang liegen kann. Nichtsdestotrotz bietet aber auch "Wie Sterne so golden" einige ereignisreiche Lesestunden und ich hatte einfach meinen Spaß mit der Geschichte. Der Showdown war nervenaufreibend und das Ende macht einfach nur verdammt neugierig auf mehr! Ich bin gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht, wenn ein weiteres Paar die Geschichte ergänzt. Ihn und Sie konnte man mehr oder weniger schon etwas kennenlernen und das ist auch wieder so ein Punkt, der total faszinierend ist - mal hält automatisch schon nach den neuen Protagonisten Ausschau.



Fazit:
Die Luna-Chroniken sind bisher eine sehr lesenswerte Reihe und da macht auch "Wie Sterne so golden" keine Ausnahme. Auch wenn mich der Umfang des Buches anfänglich etwas abgeschreckt hat, so konnte mich die Autorin schnell mit ihrer Geschichte in den Bann ziehen. Rapunzel im neuen "Outfit" hat mir sehr gefallen und ich ziehe meinem Hut vor Frau Meyer, weil sie bisher alle Stränge so perfekt zusammenlaufen lässt. Ich bin sehr gespannt, wie das noch so weitergehen wird.

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773 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 101 Rezensionen

alice im wunderland, dark wonderland, wunderland, fantasy, liebe

Dark Wonderland - Herzkönigin

A. G. Howard , Michaela Link
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.11.2014
ISBN 9783570163191
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Seit geraumer Zeit kann Alyssa es auch hören - das Flüstern der Insekten und Blumen. So hat es auch bei ihrer Mutter angefangen und die sitzt jetzt in der Anstalt. Vielleicht ist ihre Mutter ja doch nicht so verrückt, wie Alyssa bisher immer geglaubt hat und der Fluch, an dem die berühmte Alice aus dem Wunderland schuld sein soll, gibt es wirklich. Als direkte Nachfahrin wäre auch Alyssa betroffen. Geleitet durch ein blaues Insekt findet sie zusammen mit ihrem heimlichen Schwarm Jeb, einen Weg ins Wunderland, wo schon jemand auf sie wartet ...


Meinung:
"Dark Wonderland" ist mal wieder ein Paradebeispiel dafür, dass ich mit Büchern nicht zurechtkomme, in denen die Protagonisten einfach nicht mein Fall sind. Das ist wirklich verdammt schade, gerade wenn mich rein inhaltlich eigentlich alles total anspricht. Hier war es eben die Verbindung zu Alice im Wunderland. Ich habe jetzt nicht das Werk von Lewis Caroll gelesen, aber ich glaube fast jeder kann etwas mit "Alice im Wunderland" anfangen - sei es auch nur, weil man (wie ich) die Kinderserie geschaut hat oder vor einigen Jahren (ebenfalls wie ich), den erfolgreichen Kinofilm geguckt hat.

So bin ich voller Vorfreude in die Geschichte abgetaucht und kurze Zeit später schon wieder ernüchtert aufgetaucht. Alyssa war mir von Anfang an total suspekt. Den Leser gleich damit zu konfrontieren, wie das Mädchen aus aufgespießten Insekten Kunstwerke erschafft, war mir zu strange - nicht, weil sie die Krabbeltiere einfach so ermordet, das hatte ja noch einen plausiblen Grund. Ich würde mir sprechende Insekten auch nicht gefallen lassen - aber ich fand es widerwärtig, mir diese verwesenden Kadaver auf einer Leinwand vorzustellen. Hinzu kommt, dass ich sonst einfach nichts Besonderes in Alyssa gesehen habe. Ich konnte leider überhaupt nicht mit ihr mitfühlen. Auch nicht, weil ihre Mutter in der Irrenanstalt sitzt und Alyssa langsam selber daran glaubt, dass sie genauso verrückt wird oder weil sie einfach nicht mit den Gefühlen klarkommt, die sie für ihren besten Freund Jeb hegt. Dabei besitzt Alyssa einen Charakter, der wenig nervige Seiten an sich hat. Dass sie zum Beispiel Jeb liebt war merkwürdig und das kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Der Typ hat nämlich einfach mal überhaupt keine Persönlichkeit und mir ist es so vorgekommen, als würde Alyssa nur auf sein Metall im Gesicht abfahren und weil er eben den "coolen" Typen raushängen lässt.

Dabei ist Jeb vor allem eines. Überflüssig. Ich konnte nicht erkennen, was für eine sinnvolle Aufgabe er in der Geschichte hat, außer vielleicht, dass es eben jemanden geben muss, den Alyssa lieben kann. Für mehr war der Junge irgendwie nicht da. Sein ganzes Auftreten war einfach nervig und meiner Meinung nach verunsichert er Alyssa, indem er immer alles infrage stellen muss. Ich konnte immer nur die Augen verdrehen, um das zu ertragen. Morpheus war da schon ein weitaus interessanterer Charakter und die Autorin baut da auch so eine Art Liebesdreieck, das aber gleichzeitig nicht so aufdringlich wirkt. Das kann ich der Autorin gutschreiben. Auch vom Stil her mochte ich "Dark Wonderland". Schöne Schreibweise, die sich leicht und schnell lesen lässt. 

Nachdem mir die Personen eben nicht so gefallen haben, konnte ich der Geschichte auch nicht mehr viel abgewinnen. Dabei passiert eigentlich recht viel, ich habe mich aber regelmäßig dabei erwischt, wie ich mit meinen Gedanken abgedriftet bin. Wer sich aber direkt mit Alyssa und Co anfreundet, der wird wahrscheinlich viel Freude mit der abwechslungsreichen Handlung haben. Für mich ist die Reihe aber schon nach Band eins beendet, denn ich verspüre keinerlei Lust und Neugierde zu erfahren, wie das Abenteuer im dunklen Wunderland weitergeht.


Fazit:
"Dark Wonderland" war einfach nicht mein Buch und Alyssa und Jeb einfach nicht meine Charaktere. Wenn mir die Protagonisten schon ziemlich egal sind, dann kann mich die Handlung nur noch selten mitreißen. Leider war das auch hier der Fall. Dabei finde ich die Idee sehr interessant und auch stilistisch hat Howard nichts falsch gemacht. Hier ist der Kelch eben an mir vorübergegangen. Schade, aber so etwas kommt eben vor.

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

kreuzfahrt, passagier 23, sebastian fitzek, thriller, simon jäger

Passagier 23

Sebastian Fitzek , null , Simon Jäger
Audio CD
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.10.2014
ISBN 9783785750476
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Inhalt:
Vor 5 Jahren sind Frau und Sohn von Polizeipsychologen Martin Schwartz auf einer Kreuzfahrt spurlos verschwunden. Selbstmord? Martin kann es sich bis heute nicht erklären und er hat sich geschworen, nie wieder ein Schiff zu betreten! Bis sich eine ältere Frau bei ihm meldet, die behauptet, auf der „Sultan oft the Seas“ wäre ein junges Mädchen aufgetaucht, das vor einiger Zeit ebenfalls auf dem Schiff spurlos verschwunden ist. Gibt es vielleicht neue Hinweise darauf, was mit seiner Familie damals wirklich geschehen ist? Martin vergeudet keine Zeit und macht sich sofort auf den Weg …

Meinung:
In letzter Zeit finde ich wirklich Gefallen an Hörbüchern. Da ich schon des Öfteren gehört habe, dass Simon Jäger als Sprecher ausgezeichnet ist, wollte ich mich nun selbst überzeugen. Da hat sich der neue Fitzek direkt angeboten – auf meiner Liste stand das Buch eh ganz weit oben.

Das Hörbuch an sich hat mir auch gut gefallen. Dem Sprecher würde ich auch direkt die volle Punktzahl geben. Simon Jäger hat eine fantastische Stimme, an der ich mich wahrscheinlich gar nicht satthören könnte. Ich bin wahrlich kein Experte auf dem Gebiet, aber seine Sprechweise ist sehr angenehm und sauber und die Betonungen in einzelnen und unterschiedlichen Situationen sind immer passend getroffen. Sogar verschiedene Akzente/Dialekte hat der Mann wunderbar gesprochen! Ich habe ihm sehr gerne zugehört.

Weniger gefallen hat mir die Geschichte. "Passagier 23" ist mein erstes Buch des Autors und ich hatte mir einfach viel mehr erhofft und versprochen. Psychothriller steht auf dem Buch, aber gespürt habe ich davon wenig! Damit meine ich nicht, dass die Handlung uninteressant ist - das ist sie auf keinen Fall. Herr Fitzek webt ein tiefes Netz aus Verstrickungen, Geheimnissen und haut eine ordentliche Palette an Abscheulichkeiten auf den Tisch. Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, Erpressung, Mord etc. Wirklich alles ist vertreten! Nur konnte mir die Geschichte leider nur selten eine Gänsehaut verpassen.

Dabei habe ich mir schon allein von der grandiosen Kulisse so viel Atmosphäre erhofft. Ein Schiff ist doch wohl ein fantastischer Schauplatz. Mitten auf offener See, kein Entkommen - das schreit doch geradezu nach einer gruseligen, schaurigen Stimmung, aber davon merkt man so gut wie gar nichts. Allgemein habe ich nur wenig von dem Schiff mitbekommen, wenn es hochkommt, dann lernt man vielleicht 5 Leute darauf kennen - von anderen Passagieren bekommt man nur ganz wenig mit. Man hatte oft einfach überhaupt nicht das Gefühl, dass man sich gerade auf einem Urlaubsdampfer befindet. Irgendwie hatte ich mir auch alles geheimnisvoller vorgestellt, mit dunklen Korridoren, flackernden Lichtern usw. Angst hatte ich wirklich in keiner einzigen Sekunde und das empfand ich wirklich als sehr enttäuschend.

Daher bin ich froh, dass ich zum Hörbuch gegriffen habe. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass mich das Buch ohne dem genialen Sprecher noch weniger gefallen hätte. So war der Unterhaltungsfaktor gegeben, auch wenn der Gruselfaktor leider den Einlass aufs Schiff verpasst hat. Direkt abschreiben will ich den Autor nicht, das nächste Mal werde ich es mit einem seiner älteren Werke probieren und dann heißt es Daumen drücken!


Fazit:
Simon Jäger als Erzähler ist top! Ich könnte ihm stundenlang zuhören und ohne ihn wäre meine Reise auf der Sultan of the Seas wahrscheinlich noch unspektakulärer ausgefallen. Für einen Psychothriller war mir "Passagier 23" einfach zu unspannend und gerade das darf mir bei einem Thriller nicht passieren - schon gar nicht bei einem Fitzek, habe ich mir sagen lassen. Die Handlung war nicht gänzlich uninteressant, aber mir fehlte eben der besondere Kick. Schade!

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156 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

rachel joyce, sterben, harold fry, hospiz, tod

Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry

Rachel Joyce , Maria Andreas-Hoole
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 07.10.2014
ISBN 9783810521989
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:
Als Queenie den Brief an Harald Fry abschickt, konnte sie noch nicht ahnen, was für Wellen ihre geschriebenen Sätze schlagen würde. Doch bald darauf gerät ihr tristes Leben im gemächlichen Altersheim gewaltig aus den Fugen, als sie von einem alten Mann erfährt, der sich angeblich auf den Weg zu ihr gemacht hat - quer durch ganz England und das zu Fuß!


Meinung:
"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harald Fry" war damals ein Buch, das mir direkt durch Herz und Mark ging. Ich fand es großartig, humorvoll und ganz besonders emotional. Und wie glücklich war ich, als ich von dieser "Fortsetzung" erfahren habe. Von Fortsetzung will ich eigentlich gar nicht so laut reden, denn die Geschichte fühlt sich sehr eigenständig an, baut aber natürlich auf den Begebenheiten von Harolds Reise auf - Queenies Geschichte wird sozusagen parallel zur Pilgerreise erzählt - eben aus der Sicht der alten Dame.

Und das fand ich ganz großartig! Dieser Sichtwechsel hat mich wahnsinnig fasziniert, weil man eben auch gleichzeitig weiß, wie Harald sich gerade den Weg zu Queenie durchschlägt. Doch für die alte Dame wird das alles zu viel, denn sie weiß, dass sie sehr krank ist und nicht mehr lange durchhalten kann, also beginnt sie einen letzten Brief an Harold zu schreiben, der von ihrem Leben handelt, von dem Kennenlernen zwischen ihr und Harold und von dem großen Geheimnis, dass sie all die Jahre gehütet hat.

Dabei lässt die Autorin die Handlung immer wieder in die Vergangenheit gleiten und erzählt Episoden aus Queenies früherem Leben. Und ich kann echt nur schwärmen, wie wunderbar es der Autorin gelungen ist, das Leben der alten Dame wiederzugeben. Ich LIEBE den Stil von Rachel Joyce! Sie kann so wunderbar Gefühle und Emotionen hervorbringen und sie ganz fantastisch zur Geltung bringen. Der Titel lässt vielleicht Kitsch vermuten, aber den findet man hier wirklich nicht! "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry" hatte immer - und ganz besonders in den Erzählungen aus der Vergangenheit - einen ganz melancholischen Anstrich. Daher habe ich Queenie auch immer in einer etwas traurigen Aura gesehen und die alte Frau hatte immer mein Mitleid - ich wollte einfach, dass es ihr gut geht und natürlich hat es mich auch brennend interessiert, was es mit dem Geheimnis auf sich hat. Ab einem gewissen Punkt im Buch konnte ich es auch schon erahnen, sogar schon ziemlich früh. Wirklich gestört hat mich diese Vorhersehbarkeit aber nur ganz wenig, denn allein die wunderbar erzählte Geschichte, ist einfach der große Pluspunkt.

Queenie muss man einfach mögen. Sowohl das junge Mädchen aus den Erzählungen, wie auch die alte Dame, die ihren letzten Lebensabschnitt in einem Pflegeheim verbringt. Toll fand ich es auch, dass Harold aus den Berichten noch einmal von einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet wurde. Highlight waren aber besonders die anderen Bewohner in dem Pflegeheim - insbesondere die schrullige Finty. Ich hatte wirklich meinen Spaß an der Geschichte und das Ende hat mich noch mal besonders mitgerissen, weil dann doch einiges Unerwartetes passiert.


Fazit:
Wem "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" schon gefallen hat, der wird auch die Geschichte über Queenie lieben! "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry" klingt im ersten Augenblick nach ganz viel Kitsch, davon ist in dem Roman aber überhaupt nichts zu finden. Emotional und gefühlvoll schildert Rachel Joyce das Erlebte der alten Dame und auch wenn die Handlung gelegentlich etwas vorhersehbar ist, so ist man als Leser doch konstant von der Geschichte gefesselt. Ich fand es toll!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

besiedelung, intrige, planet, red rising, arbeit

Red Rising

Pierce Brown
E-Buch Text: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 27.10.2014
ISBN 9783641147419
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Inhalt:
In einer Zeit, in der das Leben auf der Erde nicht mehr lange möglich ist, haben die Menschen andere Planeten besiedelt - darunter auch den Mars. Der junge Darrow arbeitet dort in den Tiefen der Mienen, um den Planeten in ferner Zukunft richtig bewohnbar zu machen. Doch eines Tages muss Darrow schmerzlich feststellen, dass alles, woran er bisher geglaubt hatte, ein absoluter Schwindel ist ...


Meinung:
"Red Rising" klang im ersten Moment einfach fantastisch und die Grundidee total vielversprechend. Schon allein der Mars als Schauplatz war es mir Wert, einen Blick in das Buch zu werfen und meine Fantasie lief im Vorfeld auf Hochtouren. Das wird gut, ich war mir so sicher!

Mir hat der Start echt super gefallen. Gut, im ersten Moment war ich von dem sprachlichen Stil etwas überfordert, aber ich gewöhnte mich schnell an den rauen Ton, der tief in den Mienen unter der Erde gesprochen wurde. Allgemein hat mir Browns Stil unheimlich gut gefallen. Beschreibungen fallen ausreichend aus, sind aber überhaupt nicht überladen und lassen genug Raum für die eigene Fantasie. Zudem mochte ich die Geradlinigkeit der Sprache, bei der wirklich kein Blatt vor den Mund genommen wird.  Auch die Einführung in die neue Welt hat es mir angetan. Man lernt schnell, dass die Arbeiter unten in den Mienen daran glauben, dass Sie die treibende Kraft sind, den Planeten irgendwann einmal bewohnbar zu machen. Die Arbeit ist hart und nicht ungefährlich und nicht selten kommt es zu Todesfällen. Einer dieser Arbeiter in den Mienen ist Darrow, der Held unserer Geschichte.

Der anfängliche Weg verläuft für ihn ganz typisch. Darrow gehört zu den Roten, was bedeutet, dass er ganz unten in der Hierarchie steht. Sein Leben ist hart und es fällt ihm schwer, sich und seine Frau täglich über die Runden zu bringen. Dann passiert eine schreckliche Tragödie und Darrow werden durch einige plötzlich geschehende Dinge, die Augen geöffnet.  Es läuft nämlich alles gar nicht so ab, wie er es immer geglaubt hat und die Wut auf das ganze System packt ihn! Er schließt sich einer Bewegung im Untergrund an und wird kurz darauf unter die Goldenen - die Führer des Planeten - eingeschleust.  Bis dahin hat mir das Buch echt gut gefallen und Darrow war für mich ein ganz anständiger Protagonist, der mir zwar anfänglich noch ein wenig fern war, aber ich legte meinen Hoffnungen für ein besseres Kennenlernen in den weiteren Verlauf der Geschichte. Aber dazu kam es leider nicht mehr, denn etwas Schreckliches ist passiert.

Das Buch fing an, mich zu langweilen! Erst langsam und dann immer mehr. Hinterher war ich einfach nur noch wütend. Wütend, weil ich mich so gelangweilt habe. Wütend, weil ich mich damit so schwer getan hab, der Handlung folgen zu können und wütend, weil sich alles in eine Richtung entwickelt hat, die ich mir so überhaupt nicht vorgestellt habe. Ich war echt enttäuscht, denn die Handlung hatte sich für meinen Geschmack einfach zu sehr festgekeilt. Festgesessen an einem Schauplatz, der für mich das Besondere an einem fremden Planeten überhaupt nicht zum Ausdruck gebracht hat. In dieses Institut, in das Darrow eingeschleust wird, werden die besten aller Goldenen von den weniger brauchbaren ausgesiebt. Ehrlich, für mich war das keine tolle Kulisse. Es hätte jeder beliebige Ort auf der Erde sein können, mit Wäldchen und Graslandschaft und einigen Festungen. Von der feurigen Atmosphäre des Roten Planeten war nichts zu spüren.

Dann gab es einfach viel zu viele Personen, die noch dazu unterschiedlichen Häusern angehören, die von römischen Göttern abstammen oder so ähnlich. Mich hat das Ganze an Percy Jackson erinnert, als er sich in dem Camp wiederfindet und mit den unterschiedlichen Häusern konkurrieren muss. So läuft das hier auch ab, nur aus dem Spiel wird ganz oft blutiger Ernst. Aber ich habe den Sinn dahinter nicht so richtig verstanden. Warum bringen die sich gegenseitig um, wenn doch alle Goldene sind? Der Mars hat doch genug Platz für alle. Zudem gibt es, neben Darrow, vielleicht zwei weitere Personen, dessen Namen ich mir gemerkt habe. Ich muss aber auch zugeben, dass meine Konzentration ab der Hälfte des Buches stark nachgelassen hat. Mich hat das Geschehen einfach nicht mehr mitreißen können. So zieht sich die Geschichte leider bis zum Ende hin durch. Darrow bleibt mir zwar nicht unsympathisch in Erinnerung, aber ich finde seine Person immer noch sehr durchsichtig. 

Ich sehe aber ein Licht am Ende des Tunnels. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass das ganze Drama ein Ende hat, wenn die Zeit in diesem Institut endlich einen Abschluss findet - wie auch immer das aussehen mag. Dann kann ich mir nämlich auch vorstellen, dass die Geschichte für mich spannendere und interessantere Bahnen durchläuft.


Fazit:
"Red Rising" ist ein gut geschriebenes Buch, das viel Potenzial besitzt. Der Start in die Handlung konnte mich noch sehr mitreißen, ich musste dann aber leider feststellen, dass die Geschichte im weiteren Verlauf absolut nicht meins ist. Ein typischer Fall von "Das Buch besitzt viel, trifft aber nicht meinen Geschmack". So wird "Red Rising" sicherlich seine Fans finden, für mich war Band 1 aber leider kein Glücksgriff. Ich sehe aber noch Hoffnung für die Fortsetzung, die ich mir allerdings erst einmal ganz genau angucken werde, aber ich finde die Idee immer noch zu cool, um endgültig einen Schlussstrich zu ziehen.

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653 Bibliotheken, 8 Leser, 4 Gruppen, 137 Rezensionen

geister, fantasy, kai meyer, phantasmen, tod

Phantasmen

Kai Meyer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 14.03.2014
ISBN 9783551582928
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Rain und Emma sind auf dem Weg zu einem ganz besonderen Ort. Sie durchqueren die Einöde von Europas einziger Wüste, um an den Platz zu gelangen, an dem vor Jahren die Maschine abgestürzt ist, in der ihre Eltern gesessen haben. Sie warten darauf, dass die Geister ihrer Eltern auftauchen. Mittlerweile gibt es Millionen davon auf der Erde und es werden immer mehr. Niemand kann sich erklären, woher sie kommen - sie stehen einfach nur da, an der Stelle, an der ihr einstiges Leben erloschen ist. Als die Geister der verstorbenen Passagiere auftauchen, passiert jedoch etwas Merkwürdiges. Sie beginnen zu lächeln und kurz darauf schnürt Panik Rain und Emma die Luft ab. Gerade noch rechtzeitig können sie sich in einen sicheren Abstand retten. Was hat das alles zu bedeuten? Dann taucht plötzlich ein fremder Typ auf. Tyler drängt die beiden zur Flucht. 


Meinung:
"Phantasmen" ist vor allem eins - wahnsinnig rasant. Diese Schnelllebigkeit zeichnet den Roman aus und da spricht in erster Linie auch nichts dagegen. Wenn fast jedes Kapitel mit actionreichen Szenen gefüllt ist, mag Langeweile erst gar nicht aufkommen - ist sie bei mir auch nicht! Trotzdem ist das Buch leider im Gesamtbild einfach nicht ganz rund für mich, denn einige andere wichtige Dinge bleiben für meinen Geschmack etwas auf der Strecke.

Die erste Hälfte hatte ich in einem Rutsch durch. Das liegt zum einen daran, dass ich den Stil von Kai Meyer einfach unglaublich gerne mag. Besonders in diesem Buch hält er sich minimalistisch, was Beschreibungen angeht. Die Handlung nimmt sehr schnell an Fahrt auf und nach wenigen Seiten war ich mitten im Geschehen. Dabei gleicht der Einstieg wie einem Sprung ins kalte Wasser. Die komplette Idee mit den Geistern, die einfach irgendwann urplötzlich aufgetaucht sind, muss vom Leser erst einmal so hingenommen werden. Gründe warum, und wie es dazu gekommen ist, werden nicht genannt. Der Leser ist also so ahnungslos wie die Protagonistin Rain, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Anfangs hatte ich auch keine Bedenken - im Verlauf der Handlung werden die Fragen sicherlich gelöst. Doof nur, wenn nicht. Dazu aber später mehr.

Ich hatte die Hälfte des Buches also ziemlich schnell erreicht und musste auf dem Weg feststellen, dass ich mit den Protagonisten leider nicht viel anfangen konnte. Rain bekommt zwar Hintergrund verliehen, nichtsdestotrotz konnte ich wenig Sympathien für sie entwickeln. Im Endeffekt weiß ich auch gar nicht so genau, woran es lag - aber der Funke wollte einfach nicht springen. Rains Schwester ist vom Charakter her schon etwas spezieller und ich mochte sie oberflächlich betrachtet schon etwas mehr - aber auch bei ihr wollte der Funke nicht so recht auftauchen. Der männliche Part in "Phantasmen" wird von Tyler übernommen, der mir immer noch ein Mysterium ist. Viel verrät uns der Autor nicht über sein Leben und am Ende war er immer noch ein Fremder für mich. Alles in allem konnte keiner Eindruck hinterlassen und ich möchte schon fast das Wort farblos in den Mund nehmen.

Da ich, wie einige vielleicht wissen, sehr von den Personen im Buch "abhängig" bin, konnte ich daher hier nicht so wirklich mitfiebern. Ich brauche einfach jemanden, der mich mitreißt und den ich vor allem mag, damit ich die Geschichte nicht so distanziert betrachte. Ich mochte die Action sehr, aber das ist eben nicht alles, wenn man sie nicht vollkommen genießen kann.

Noch ein Punkt, den ich nicht mochte: Kaum Antworten! Die im Verlauf aufkommenden Fragen werden meiner Meinung nach einfach zu ungenau beantwortet. Mir fehlte es schlichtweg an Informationen und am Ende war ich ratlos. Vieles war merkwürdig und wird nur angeschnitten, zudem war das Finale "komisch" und passte irgendwie so gar nicht. Im Großen und Ganzen ist "Phantasmen" für mich leider nur Mittelmaß - sehr schade!

Inhalt:
Wer reine Action mag, der wird "Phantasmen" schon toll finden - für mich bleiben aber leider einige andere Dinge auf der Strecke. Mit den Protagonisten konnte ich nur wenig anfangen, somit habe ich die Handlung eher distanziert betrachtet - nichtsdestotrotz hatte ich mit dem rasanten Tempo aber meinen Spaß und konnte bis zu einem gewissen Punkt abschalten und oberflächlich die Geschichte genießen.  Zum Ende hin wird mir aber vieles zu undurchsichtig und ich habe sehr unter dem Informationsmangel gelitten. Zu viele Warums und Weshalbs bleiben am Ende übrig.

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Tags: 2-3 sterne   (1)
 

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208 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

dystopie, partials, liebe, krieg, zukunft

Partials - Fragmente

Dan Wells , Jürgen Langowski
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.03.2014
ISBN 9783492702836
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Die Lage auf Long Island spitzt sich weiterhin zu. Nachdem Kira ein Baby von RM heilen konnte, gelingt es danach nicht mehr. Stimmen werden laut, einen Partials zu fangen, um aus ihm das Serum gegen die Krankheit zu gewinnen.  

Kira befindet sich unterdessen in Manhattan, auf der Suche nach Antworten, die ihre Herkunft beweisen. In den Bürogebäuden von ParaGen findet sich jedoch nichts Brauchbares mehr, bis sie unverhofft auf eine Person trifft, die ihr helfen könnte. Von den Problemen auf Long Island bekommt sie nichts mit, dabei ist sie der Grund, warum die Partials die Insel stürmen wollen ...


Meinung:
Ich habe Band 1 geliebt. Direkt von Anfang habe ich gebannt an den Seiten geklebt. Die Idee mit dem Virus, den sterbenden Babys und den Partials war absolut spannend umgesetzt. Meine Erwartungen an die Fortsetzung waren dementsprechend hoch - vielleicht zu hoch, denn mich konnte "Fragmente" nicht ganz so überzeugen, wie erhofft. Es war gut, aber eben nicht so überragend wie Band 1!

Das habe ich gleich beim Einstieg in die Geschichte gemerkt. Mir persönlich wurde einfach viel zu viel geredet und dann auch noch über Dinge, die mich wenig interessiert haben. Man bekommt dabei gezwungenermaßen erneut Hintergrundinformationen eingeflößt, die einem die Zusammenhänge aus Band 1 verdeutlichen, jedoch war mir das eindeutig zu viel des Guten. Mir hat das Handeln gefehlt und es dauert eine Weile, bis sich das Tempo steigert.

Eigentlich genau dann, wenn Kiras Perspektive am Zuge ist. Dan Walls lässt die Geschichte dieses Mal nämlich hauptsächlich aus zwei Blickwinkeln erzählen - den von Kira und Marcus. Und Kiras Sicht konnte mich direkt packen. Ich mag das Mädchen einfach unglaublich gerne und die Sympathien aus Band 1 konnten sich in der Fortsetzung erneut entfalten. Kira ist aber auch eine Protagonistin, die etwas macht. Sie denkt nach, stellt Fragen und handelt. Auf ihrem Weg passiert so viel. Viel Spannendes und Aufregendes und hier hatte ich endlich das Gefühl, die Geschichte kommt vorwärts. Marcus Sicht musste ich die ersten Kapitel regelrecht ertragen und ich war jedes Mal froh, wenn wieder auf Kira geschwenkt wurde. Im Laufe der Handlung ändert sich das glücklicherweise etwas und auch der Part von Marcus wird interessanter und vor allem rasanter. Gut so, denn eigentlich mag ich den Kerl gut leiden.

Dan Wells Stil bleibt gewohnt gut. Er ist kein Mann der kurzen Worte und vieles wird detailreich erklärt und beschrieben. Dabei verliert er sich etwas im technischen/medizinischen Bereich, was mich im ersten Band gar nicht so gestört hat - aber hier in den "uninteressanten" Passagen etwas in Negative fällt. Diese Durststrecken tauchen gelegentlich auf, werden aber fast genauso schnell von einnehmenden Augenblicken übermannt. 

Samm darf natürlich nicht vergessen werden. Der Partial findet sich an Kiras Seite wieder und ich bin froh, dass der Autor daraus keine triefende Liebesgeschichte kreiert - das würde so gar nicht ins Gesamtbild passen. Spüren tut man trotzdem, was die beiden empfinden.

Die Handlung an sich kann mich immer noch begeistern. "Fragmente" ist schon sehr komplex und man muss sich konzentrieren, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Belohnt wird man dafür mit interessanten Erkenntnissen und tollen Wendungen.


Fazit:
An den ersten Band kann die Fortsetzung leider nicht ganz heranreichen, dafür beginnt "Fragmente" einfach viel zu langsam und wird gelegentlich von Durststrecken befallen. Mit der Zeit wird die Handlung aber spannender, rasanter und ich wurde mit tollen Wendungen belohnt. Kira bleibt sympathisch, genau wie Samm - die Chemie der beiden passt einfach! Auf den Fortlauf der Geschichte bin ich immer noch sehr gespannt und vielleicht kann mich Band 3 wieder restlos begeistern!

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Tags: 3-4 sterne   (1)
 

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157 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

zweiter teil, besucherin, strand, internetseite, verdacht

Soul Beach - Schwarzer Sand

Kate Harrison
E-Buch Text: 376 Seiten
Erschienen bei Loewe Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783732000814
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Der Mörder von Megan ist noch nicht gefasst und Alice tappt bei der Tätersuche immer noch im Dunkeln. Der virtuelle Strand von Soul Beach erweißt sich dabei als willkommene Fluchtmöglichkeit aus der grauen Realität. Eines Tages jedoch taucht Tim urplötzlich am Strand auf. Tim, der als Tatverdächtiger im Fall Megan gehandelt wurde. Alice konnte sich nie vorstellen, dass Megans große Liebe der Mörder ist und jetzt ist Tim tot. Alle gehen von Selbstmord aus, doch Alice glaubt daran keine Sekunde. Hat die gleiche Person, die ihre Schwester ermordet hat, auch Tim auf dem Gewissen. Alice begibt sich erneut auf die Suche nach Hinweisen und findet dabei unheimliche Dinge heraus.


Meinung:
Band 1 "Frostiges Paradies" war damals anders als erwartet, dennoch konnte mich Frau Harrison schnell mit ihrer faszinierenden Geschichte überzeugen. Umso gespannter war ich auf die Fortsetzung, hatte allerdings ein wenig meine Zweifel, ob die ganze Aufregung um Megans Tod mehr Aufmerksamkeit bekommt. In "Schwarzer Sand" ist die Aufklärung des Falles zwar ein wichtiger Punkt für Alice, dennoch schwenken erneut Nebenstränge in die Handlung - aber ehrlich, mich hat das weniger gestört, denn ich war absolut begeistert von der Entwicklung der Geschichte!

Direkt zu Beginn konnte mich die fantastische Atmosphäre des Buches gefangen nehmen. Wenige Bücher haben es dieses Jahr geschafft, dass ich von Anfang bis Ende wie gebannt an den Seiten geklebt habe - diese Fortsetzung gehört definitiv dazu!

Das Buch liegt jetzt schon ein paar Tage zurück, aber ich weiß immer noch ganz genau, was mir so gefallen hat - der Weg, den wir mit der Protagonistin gehen. Der virtuelle Strand von Soul Beach ist zwar immer noch ein Thema und Alice versucht jede freie Minute dort zu verbringen, jedoch lässt die Autorin durch die aufkommenden Ereignisse viel mehr Raum für die reale Welt. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Nebencharaktere werden näher beleuchtet und Alice wird regelrecht gezwungen auf die Straße zu gehen, um Nachforschungen anzustellen. Dabei bleibt mir Alice von Beginn an außerordentlich sympathisch und ich habe ihr die Rolle als "Ermittlerin" abgenommen, besonders, weil sie dabei ihre emotionale Seite kein bisschen verliert. Sie bedenkt sehr viel, zweifelt, aber auf der anderen Seite handelt sie auch nach bestem Gefühl.

Megan bekommen wir hingegen viel seltener zu Gesicht. Das ist ein klitze kleiner Punkt, der mich etwas gestört hat. Ich mochte die Beziehung der beiden Schwestern untereinander in Band eins sehr gerne und das hat mir hier ein wenig gefehlt - hier gibt es kurze Treffen, mehr aber auch nicht. Dafür weiß ich Megan, seit dem Tim ebenfalls am Strand festsitzt, aber in guten Händen. Das bedeutet ja nicht, dass Alice ihre Schwester vernachlässigt, schließlich begibt sie sich weiter auf die Suche nach dem Mörder - der sich übrigens hin und wieder in kurzen Kapiteln zu Wort meldet und andeutet, dass Alice selbst immer mehr zur Zielscheibe wird - SPANNEND!

Und in Sachen Vorhersehbarkeit kann ich der Autorin nur ein großes Lob ausschütten. Ich habe mit der Protagonistin mitgerätselt , habe Vermutungen aufgestellt, und immer wenn ich davon überzeugt war, ich wüsste wer der Mörder ist, haben sich doch wieder Zweifel gezeigt. Im Endeffekt bin ich in der Beziehung keinen Schritt weiter und das ist das Grandiose - ich kann im nächsten Band weiterhin den Ermittler spielen und alles und jeden verdächtigen!

Neben der Suche nach Megans Mörder hat sich ein schöner Nebenstrang aufgebaut, der zum Ende hin immer größer und bedeutsamer wird. Alice versucht auch den Tod von Javier zu hinterfragen, der ebenfalls noch am Strand festsitzt, und begibt sich dabei auf eine spannende Spurensuche, die sie bis nach Spanien führt. Auch hier hat die Autorin alles gegeben und macht die Handlung durch das Wechseln des Settings sehr abwechslungsreich. Nach Beenden dieser tollen Fortsetzung kann ich es gar nicht erwarten, endlich den Abschluss der Trilogie in meinen Händen zu haben!



Fazit:
Alles in allem konnte mich "Schwarzer Sand" sehr begeistern. Eine starke, aber auch gleichzeitig einfühlsame Protagonistin hat mich von Anfang bis Ende auf eine aufregende Reise genommen und ich habe die knisternde Atmosphäre die gesamte Zeit sehr genossen. Es bleibt weiterhin spannend, denn die Autorin lässt einen zwar miträtseln, bleibt dabei aber trotzdem sehr verhalten und lässt Zweifel nur zu gerne aufkommen. So müssen Fortsetzungen sein - besser als der Vorgänger!

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Tags: 4-5 sterne   (1)
 

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geister, jugendbuch, michelle harrison, schlaf nicht ein, loewe

Schlaf nicht ein

Michelle Harrison , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.03.2014
ISBN 9783785577264
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Vor einer Sache hat Elliot richtig Angst - einzuschlafen! Seit er nach einem Unfall für einige Minuten klinisch tot war, hat sich sein Leben komplett geändert. Im Schlaf verlässt er seinen Körper und kann durchs Haus wandern, doch dabei ist er nicht allein. Die Geister der Verstorbenen, die kein Glück im Frieden gefunden haben, suchen ihn heim. Bisher hat er nicht den blassesten Schimmer, wie er sein Leben in normale Bahnen werfen kann. Er versucht es mit einem Job als Führer in einem Museum, in dem es spuken soll, um sich ein wenig mehr mit der Geistersache zu beschäftigen. Prompt verliebt er sich in seine Kollegin Ophelia und schon tauchen die nächsten Probleme auf - ein Geist hat es auf seinen Körper abgesehen!


Meinung:
"Schlaf nicht ein" hat mich vor allem durch das wunderschöne Cover gelockt. Das Motiv sieht mystisch und geheimnisvoll aus und versprüht einen leicht schaurigen Charme - da passt der Inhalt ja wie die Faust aufs Auge und ich habe mich auf ein schönes Lesevergnügen gefreut. Letztendlich hatte ich auch meine Freude mit der Geschichte, auch wenn mich nicht alles zu 100 Prozent überzeugt hat.

Vor allem der Einstieg hat mir wunderbar gefallen. Gleich wird der Leser mit Elliots "Begabung" konfrontiert und findet sich in einer schaurigen Umgebung wieder. Die Idee, dass der Geist beim Schlafen den Körper verlässt, ist vielleicht nicht ganz neu, aber die Autorin hat die Elemente gekonnt und gruselig gut in Szene gesetzt. Hinzu kommt, dass Frau Harrison ein Talent zum Schreiben hat und mit ihrem Stil die Wirkung des "Grauens" toll betonen kann.

Erzählt wie die komplette Handlung aus der Sicht von Elliot, der mir auf den ersten Blick schon sehr sympathisch war. Nach und nach können wir uns mit dem Alltag des Jungen vertraut machen, der nach seiner Nahtoterfahrung alles andere als normal ist. So lernen wir Elliot als einen eher missmutigen, verstörten jungen Mann kennen, der komplett in der Gewalt seiner eigenen Angst ist. Er hat früh seine Mutter verloren und lebt allein mit seinem Vater, der hilflos mit ansehen muss, wie sein Sohn leiden muss, in einer chaotischen Wohnung. Hier hätten wir auch gleich einen Punkt, der mir nicht so gefallen hat. Im Verlauf der Geschichte verliert sich ein wenig die Beziehung zwischen Elliot und seinem Vater und wird nur noch zum Randgeschehen. Das fand ich sehr schade, weil zu Beginn der "Einsatz" von seinem Dad ein interessanter Faktor war. In anderen Fällen werden Eltern von den Problemen der Kinder ausgeschlossen, aber hier war der Vater involviert, wusste von den Problemen seines Sohnes und hat ernsthaft versucht ihm zu helfen, auch wenn Elliots Geschichten in den Augen anderer schon sehr unglaubwürdig wirken. 

Im Fortlauf der Handlung beschließt Elliot, endlich sein Problem anzufassen und sich mehr mit paranormalen Phänomenen zu befassen. Dazu sucht er sich einen Job als Führer in einem Museum, in dem es spuken soll. Vom Besitzer werden regelmäßig Geisterführungen unternommen, an dem auch Elliot teilnimmt. Dieser Part hat mir wiederum gefallen. Ich mochte die Führung durchs Museum und die Autorin versteht sich gut darin, eine passende Atmosphäre aufzubauen. Eine kleine Liebesgeschichte bandelt sich natürlich auch an und Elliot kommt nicht umher, sich in die eigenwillige Ophelia zu vergucken. Das Anbandeln der beiden ist nett mit anzusehen, jedoch habe ich nicht die Funken sprühen sehen - dazu war mir Ophelia etwas zu blass gehalten und weiter Nebencharaktere sind da mit eingeschlossen. 

Hin und wieder verliert sich die Handlung in Nebensächlichkeiten und mir ist der rote Faden abhandengekommen. Nach diesen kleinen Durststrecken hat es die Autorin aber immer wieder geschafft, mich zurückzuholen und ich hatte meinen Spaß mit der Geschichte. Besonders zum Ende hin hat mir die Entwicklung sehr gefallen und ich konnte mich nur schwer losreißen. Für einen Einzelband hat "Schlaf nicht ein" ein gelungenes Ende, das mich zufrieden zurücklässt.



Fazit:
Michelle Harrison ist mit "Schlaf nicht ein" ein guter Einzelband gelungen, der es größtenteils versteht, den Leser zu unterhalten. Die Idee ist in Ansätzen vielleicht nicht ganz neu, aber gut verpackt und vermag des Öfteren zu fesseln. Hin und wieder ist mir der rote Faden verloren gegangen und neben Elliot verblassen die anderen Charaktere etwas. Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte und Leser, die sich leicht in schaurige Stimmung versetzen lassen, werden mit diesem Buch gut bedient sein.

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213 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

dystopie, endzeit, wüste, liebe, saba

Dustlands - Der Herzstein

Moira Young ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.02.2014
ISBN 9783841421463
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Zusammen mit Tommo, ihrem Bruder Lugh und ihrer Schwester Emmi, macht sich Saba auf den Weg nach Westen. Die Reise ist jedoch alles andere als leicht und vor allem Sabas "Erscheinungen" treiben sie allmählich in den Wahnsinn. Einzig und allein ihr Ziel - Jack - lässt sie hoffen und treibt sie voran. Mittlerweile hat der Machthaber ein Kopfgeld auf Saba ausgesetzt und die Tonton sind eine allgegenwärtige Gefahr, sodass die Gruppe sehr vorsichtig sein muss. Wäre das nicht schon schlimm genug, hat sich die Beziehung zwischen Lugh und Saba verändert. Lugh ist launisch, misstrauisch und hält Jack für einen Verräter ... wie weit hat er damit recht?


Meinung:
Mal wieder eine Fortsetzung, auf die ich viel zu lange warten musste. Vor zwei Jahren hat mich "Dustlands - Die Entführung" komplett begeistern können. Mit begeistern meine ich wirklich BEGEISTERN! Die Geschichte konnte mich absolut in ihren Bann ziehen und Band 1 gehört immer noch zu meinen Lieblingsbüchern im Bereich Dystopie. Die Fortsetzung konnte mich nicht ganz so sehr mitreißen, ist aber dennoch ein gelungener Zwischenband.

Um ehrlich zu sein, hatte ich nur Schwierigkeiten mit dem Start in die Handlung. Zwei Jahre sind eine verdammt lange Zeit und man vergisst doch einiges. So habe ich mich von Seite zu Seite gehangelt und hatte eigentlich nur eines - Fragezeichen im Kopf. Ich hatte grobe Anhaltspunkte, was passiert war, aber das hat letztendlich nicht gereicht, um gleich wieder flüssig starten zu können. Es dauerte ein paar Kapitel, bis sich die Aha-Momente zu einem "sicheren" Bild zusammengesetzt haben. Ab da war Sabas Geschichte erneut sehr mitreißend.

Den "merkwürdigen" Stil, der aus Band 1 bekannt sein sollte, bekommen wir auch hier vorgesetzt. Nach wenigen Seiten hatte ich mich aber daran gewöhnt und bin erneut begeistert von der Sprechweise der Protagonisten. Das lässt die Geschichte gleich viel authentischer wirken.

Die Charakterentwicklung war überraschend und interessant zugleich. Während Saba von außen immer noch die starke Kämpferin mimt, sieht es in ihrem Inneren schon ganz anders aus. Durch ihre "Erscheinungen", die sich gelegentlich schon wie Halluzinationen anfühlen, in denen sie Verstorbene sieht und natürlich ihr Erlebtes aus der vergangenen Zeit setzen ihr stark zu. Nichtsdestotrotz will sie für die Gruppe stark sein und behält ihre Zweifel und Ängste größtenteils für sich. Ihr Bruder Lugh hat sich zu einer der größten Nervensägen überhaupt gemausert. Ich weiß gar nicht mehr, ob er das auch schon im ersten Band war, aber hier hätte ich ihm gerne des Öfteren den Mund gestopft, so unsympathisch war er mir. Die Beziehung zwischen den beiden hat sich komplett geändert. Früher war Lugh ein Gott für Saba, jetzt spürt man nur noch eine kühle Distanz. Nichtsdestotrotz kann Saba Lughs Misstrauen gegenüber Jack nicht vollends ignorieren, auch wenn sie tief in ihrem Herzen spürt, dass Jack auf sie wartet. Während Emmi versucht sich mit beiden Parteien gut zu stellen, merkt man schnell, dass Tommo in Lugh ein neues Vorbild gefunden hat. Auch wenn Lugh kein Fan von Jack ist, ich bin es sehr wohl, auch wenn sein Part nicht der längste ist.

Nach dem schwierigen Einstieg hatte ich sehr viel Freude mit dem Werdegang der Geschichte. Es gibt zahlreiche spannende Momente und brenzliche Situationen, in denen Frau Young ihr Können erneut unter Beweis stellt, daneben ergeben sich einige überraschende Wendungen, die ich nie kommen sehen hätte. Dabei verliert sich die Reise nicht in Nebensächlichkeiten und man hat einen klaren Weg vor Augen. Zum Ende hin konnte ich mich nur sehr schwer von den Seiten reißen. Kleines Highlight ist Sabas Rabe Nero, der die Geschichte beiläufig wunderbar auflockert.

Die Fortsetzung endet in keinem miesen Cliffhänger, dennoch freue ich mich auf den dritten Band. Hoffentlich müssen wir nicht erneut zwei Jahre warten. Ich bin mir sicher, dass mich "Der Herzstein" noch mehr begeistert hätte, wäre nach so langer Zeit der Einstieg nicht so schwer gewesen.

Fazit:
"Dustlands - Der Herzstein" ist eine gelungene Fortsetzung, die ab einem gewissen Punkt an seinen Vorgänger heranreicht. Lediglich der Start in die Geschichte erweißt sich als außerordentlich schwierig. Zwei Jahre zwischen den Bänden sind einfach eine zu lange Zeit, somit brauchte ich einige Kapitel, um mir ein klareres Bild von der gesamten Handlung zu machen. Ist das erst einmal geschafft, kann mich Frau Young erneut absolut fesseln!

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569 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

jugendbuch, thriller, jennifer rush, liebe, familie

Hide

Jennifer Rush , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.03.2014
ISBN 9783785575178
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Anna, Sam, Cas und Nick befinden sich immer noch auf der Flucht vor der Sektion. Durch Flashbacks bekommen sie immer mehr Hinweise aus ihrer Vergangenheit, aber vieles bleibt noch unklar. Als Anna plötzlich davon erfährt, dass ihre Schwester noch am Leben sein könnte, keimt Hoffnung in ihr auf. Zusammen mit den Jungs begibt sie sich auf die gefährliche Suche nach Dani und ahnt noch nicht, dass die Organisation ihnen dicht auf den Fersen ist ...

Meinung:
Mit "Escape" konnte mich die Autorin damals sehr überraschen. Ich war dementsprechend gespannt auf die Fortsetzung und hatte gehofft, dass mir diese mindestens genau so gut gefällt, auch wenn "Escape" noch ein wenig Luft nach oben hatte. Was soll ich sagen - "Hide" konnte mich sogar noch ein Ticken mehr begeistern!

"Hide" ist wahrhaftig kein Wälzer, an dem man super lange zu lesen hat, aber das gefällt mir eben so gut an der Reihe von Jennifer Rush. Durch die geringe Seitenzahl wird die Geschichte immer schön auf Tempo getrimmt, ohne dabei jedoch zu gehetzt zu wirken. Die Autorin hat Talent, einen direkten Erzählstrang wunderbar mit Action, Humor und ein klein bisschen Gefühl zu verzieren. Ich war stets bestens unterhalten und Langeweile hatte nie eine Chance.

Dabei lässt sich die Geschichte rund um Anna und ihre Jungs locker, einfach und leicht lesen. Beschreibungen beschränken sich auf ein Minimum und trotzdem fühlt man sich stätig hautnah dabei. Erneut wird die Geschichte komplett aus Annas Sicht erzählt, die uns durch kleine Rückblicke noch einmal viele wichtige Details aus Band 1 ins Gedächtnis ruft. Somit hatte ich kaum Schwierigkeiten in die Handlung zu finden und hatte gleich wieder alles vor Augen.

Die kleine Gruppe befindet sich immer noch auf der Flucht vor der Sektion. Alle sind stets auf der Hut und bereit für ein schnelles Verschwinden. Neuerdings wird jeder von ihnen mit Flashbacks konfrontiert, die Bruchstücke aus der Vergangenheit zeigen. Besonders Anna ist sehr anfällig dafür und kann mit den Erinnerungen nur schwer ein klares Bild zeichnen. Ich mochte diese Unklarheiten sehr gerne - die kleinen Schnipsel, die dem Leser vorgehalten werden, machen total neugierig und ich habe ständig mitgerätselt. Einzig die Sache mit Annas Schwester Dani war ein wenig vorhersehbar, aber das hat im Gesamtbild nur wenig gestört. Viel interessanter war zum Beispiel die "Beziehung" zwischen Anna und Nick, die mit Voranschreiten der Geschichte immer klarer zu werden scheint - ganz klar der interessanteste Faktor in der Handlung. Aber auch Sam und Cas spielen ihre Rollen erneut sehr gut - vor allem Cas, der immer einen genialen Spruch parat hat, egal wie brenzlich die Situation auch ist.

Wie schon erwähnt, schafft es die Autorin einen klaren roten Faden durch das Buch zu führen. Dabei kommt vor allem die Spannung zum Zuge und durch die Flashbacks immer weitere Bruchstücke, die sich zum Ende hin zu einem großen Ganzen verknüpfen. Ich war durchgehend von der Geschichte gefesselt und bin erstaunt, dass die Autorin noch eine weitere Fortsetzung geplant hat. Für mich hat sich das Ende von "Hide" schon beinahe wie ein Abschluss der Geschichte angefühlt und bin jetzt natürlich sehr neugierig auf das, was noch kommt!


Fazit:
Mit "Hide" ist es Jennifer Rush gelungen, eine wunderbare Fortsetzung zu schreiben, die mir sogar noch ein Stück weit mehr gefallen hat, als der Vorgänger. Gekonnt gelingt es der Autorin, einen spannenden Erzählfluss mit interessanten Wendungen und Fakten zu verknüpfen und schafft dadurch ein stetiges Lesevergnügen. Ich hatte sehr viel Freude Anna und ihre Jungs zu begleiten und freue mich schon auf den Abschluss der Trilogie und bin gespannt, was Frau Rush noch alles in petto hat. 

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422 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

liebe, bettina belitz, nacht, vor uns die nacht, sex

Vor uns die Nacht

Bettina Belitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei script5, 10.03.2014
ISBN 9783839001592
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:
Seit Ronia dem mysteriösen Typen zum ersten Mal begegnet ist, kommt sie nicht mehr von ihm los. Irgendetwas hat er an sich, dass sie magisch anzieht. Doch Jan ist vor allem eines - schwer zu durchschauen. Er gibt sich unnahbar, eitel und alles andere als liebenswürdig. Aber Ronia kann einfach nicht anders und verliebt sich Hals über Kopf in den attraktiven Jungen, der keinen guten Ruf zu haben scheint. Aber ihr ist es egal, was andere sagen. Sie will Jan durchschauen, ihn kennenlernen, mit ihm zusammen sein. Und so beginnt ein heikles Spiel, das Ronias Leben völlig beansprucht ... bis sie daran zusammenzubrechen droht.




Meinung:
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Ist es das schöne Cover? Der Titel? Der Klappentext? Was hat mich so neugierig gemacht? Hier hat wirklich alles gepasst und ich war sehr gespannt, ob mich nach "Linna singt" auch der neue Roman von Bettina Belitz überzeugen kann.


Durch "Vor uns die Nacht" habe ich definitiv die Bestätigung bekommen, dass die Autorin wahnsinnig gut schreiben kann. Ich liebe ihren Stil - er trifft genau meinen Geschmack, ohne dabei zu überladen zu wirken. Ich mag ja total gerne eine etwas "poetisch" angehauchte Schreibweise, ich würde aber gar nicht mal behaupten, dass Frau Belitz in etwa so schreibt. Der Stil wirkt eher sehr "normal", aber ohne dabei nur durchschnitt zu sein. Ihre Worte passen immer so verdammt gut und das schafft die Autorin auch ohne großes Brimborium, zu zeigen.


Ich hatte ja gehofft, dass mich in ihrem neuen Werk auch die Personen wieder stark begeistern können. Nicht unbedingt durch Sympathien, aber durch ihr Auftreten. Wirken sie authentisch, glaube ich ihnen ihre Geschichte, besitzen sie genug Tiefe? Ich kann Frau Belitz auch in diesem Punkt nur Beifall klatschen. Sowohl Hauptfiguren als auch Nebenfiguren wirken wahnsinnig echt und lassen so die Geschichte authentisch wirken und können diese tragen.


Gleich zu Beginn begegnen wir einer traurigen Protagonistin. Ronia wurde an Weihnachten von ihrem Freund verlassen und muss nun die Feierlichkeiten in der Kirche über sich ergehen lassen, da ihr Vater Pastor ist und es sich für eine gute Pfarrerstochter nun mal schickt, das brave, gut erzogene Mädchen zu spielen. Am Abend geht sie missmutig in einen zwielichtigen Club, um ein wenig Dampf abzulassen. Dort trifft sieht sie zum ersten Mal Jan, der direkt Eindruck hinterlässt. Jan sieht wahnsinnig gut aus, gibt sich düster und geheimnisvoll und bei mir sind sofort die Alarmglocken losgegangen. Bei dieser Art von Auftreten bin ich direkt abgeschreckt - ich mag diese Art von Typ einfach überhaupt nicht und hatte schon die Befürchtung, ich müsste mich durch eine Geschichte arbeiten, in der sich ein Mädchen in einen kalten Stein verliebt, der sie schlecht behandelt. Irgendwie ist das schon passiert, aber das Buch hat sich dann doch von einer ganz anderen Seite.


Jan hat sich dann doch anders entwickelt, als ich auf den ersten Blick vermutet hatte und ich fand seinen Hintergrund sehr interessant und faszinierend. Probleme hatte ich im Mittelteil eher mit Ronia. Sie hat sich zu sehr in etwas verwandelt, was ich persönlich einfach nicht mag. Dabei verliert sie alles andere, was wichtig ist, aus den Augen. Familie, Freunde, Studium werden zu Nebensächlichkeiten und ihr Blick ist nur noch auf Jan gerichtet. Ich will nicht zu viel verraten, aber mir hat ganz einfach ihre Einstellung überhaupt nicht gefallen. Gott sei Dank ist diese Phase nicht von Dauer und nach diesem Tief im Mittelteil, macht Ronia eine schöne Entwicklung durch und zum Ende hin konnte sie mich wieder total einfangen!


Frau Belitz hat die Beziehung der beiden aber absolut stark in Szene gesetzt und durch die fabelhafte Charakterstärke von Ronia und Jan ist dieses "Spiel" zwischen beiden absolut authentisch. Ich mochte auch die Nebenstränge in der Geschichte. Besonders das etwas zerrüttete Verhältnis der Eltern zu ihrer Tochter hat mir gefallen, ebenso das Verhältnis zwischen Ronia und ihren Freunden. Alles in allem hat mir auch "Vor uns die Nacht" gut gefallen und ich mag einfach die Geschichten, die sich meiner Meinung nach schon mehr an die älteren Leser richten.




Fazit:
Mit "Vor uns die Nacht" ist es Bettina Belitz erneut gelungen, einen starken Roman zu schreiben, in dem besonders die Charaktere authentisch und glaubhaft agieren, auch wenn mir das Verhalten der Protagonistin im Mittelteil nicht gefallen hat. Zum Ende legt Ronia aber eine tolle Entwicklung hin und besonders Jan konnte mich nach anfänglichen Bedenken überzeugen. Ebenso Frau Belitz Stil kann ich erneut in den höchsten Tönen loben.

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

flucht, gedanken, lärm, prentisstown, geheimnisse

New World - Die Flucht

Patrick Ness , Petra Koob-Pawis
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.08.2012
ISBN 9783473584130
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
In Prentisstown leben nur noch wenige Männer, seit eine Krankheit alle Frauen und einen Großteil der Männer dahingerafft hat. Als "Nebenwirkung" sind die verbleibenden Bewohner nun in der Lage Gedanken zu lesen. Der "Lärm" ist daher ständiger Begleiter und sogar die Gedanken der Tiere sind hörbar. Todd ist fast 13 und daher beinahe ein richtiger Mann - er kann es kaum erwarten, endlich dazuzugehören, denn als jüngstes Mitglied der Stadt wird er wenig beachtet. Doch kurz vor dem großen Tag wird er von seinen Ziehvätern gedrängt, das Dorf schnellstmöglich zu verlassen. Todd ist verwirrt und kann aus den Gedanken von Ben und Cillian nichts deuten, merkt aber schnell, dass er in großer Gefahr schwebt.  In den gefährlichen Sümpfen trifft er auf ein Mädchen und kann seinen Augen kaum glauben - zudem ist sie still, er kann ihre Gedanken nicht hören. Zusammen mit Viola beginnt eine rasante Flucht in New World und das Ziel ist die sagenumwobene Stadt Haven. Eile ist geboten, denn die Bewohner von Prentisstown sind ihnen dicht auf den Fersen und Todd kann sich immer noch nicht erklären, warum alle hinter ihm her sind.


Meinung:
"New World" stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste und wurde dann spontan mal davon befreit. Ich bin selbst erstaunt, dass ich es auch nicht lange in meinem Regal verstauben lassen habe - bin aber sehr froh darüber, denn ich war begeistert! Ich habe das Gefühl, das Buch hat hier im Lande zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Das muss sich ändern!!

Der Einstieg in das Werk von Patrick Ness war gut, aber auch merkwürdig. Im Vorfeld hatte ich mich nicht all zu sehr mit dem Inhalt befasst - es soll gut sein, das hat mir als Kaufgrund gereicht. Nun war ich überrascht. Gedanken lesen (auch die von Tieren). Neue Welt. Alle Frauen tot (wahrscheinlich durch einen Erreger, der von den Spackel stammt, die vor den Menschen, die führende Spezies war). Zumal werden die Gedanken in anderer Schrift und Größe gezeigt. Jungen werden mit 13 zu Männern, nachdem sie an einer geheimen Zeremonie teilgenommen haben. 

Wir befinden uns also anscheinend nicht mehr auf der Erde, nichtsdestotrotz ist New World unserer Welt sehr ähnlich - lediglich die Spackel bildeten den größten Unterschied. Diese Wesen sehen in etwa aus wie Menschen, scheinen aber nicht ganz so weit entwickelt zu sein. Daneben ist die Fähigkeit des Gedankenlesens ein weiterer Unterschied. Angeblich eine Nebenwirkung eines Erregers - mehr Erklärungen gibt es dazu leider nicht. Trotzdem ist die Idee toll, weil dieser Aspekt ganz wunderbar mit in die Handlung eingewebt wird. Eine coole Begabung, müsste man meinen oder? Dem ist nicht so - viel mehr ist es eher Fluch als Segen. Durch Todd bekommen wir das sehr deutlich vor Augen geführt. Er sehnt sich einfach nur nach Ruhe in seinem Kopf, aber das ist so gut wie unmöglich, wenn er sogar die Gedanken seines Hundes lesen kann (was nebenbei bemerkt sehr lustig ist - faszinierend, was ein Hund so denkt). Er kann damit aber umgehen. Das Leben in den Kolonien ist sehr ländlich und einfach - technischen Schnickschnack scheint es nicht zu geben.

An diesem Buch haben mir besonders die beiden Protagonisten Todd und Viola gefallen. Todd muss man einfach mögen und er wächst einem schnell ans Herz. Ich fand es großartig, wie sich die Bindung zwischen ihm und Viola immer mehr gefestigt hat. Übertrumpft wird diese nur durch die zwischen ihm und Manchee (der Hund). Das ist wirklich wahre Freundschaft! Es gab so viele Szene, die mich jetzt immer noch nicht loslassen - besonders eine, an der ich immer noch zu nagen habe.

Die Handlung kommt sehr schnell in Fahrt und hier zeigt sich das Können von Patrick Ness. Er schreibt einfach unglaublich gut und absolut mitreißend! Als die Flucht beginnt, bin ich zusammen mit Todd von einer brenzlichen Situation in die nächste gestolpert. Zwischenzeitlich gibt es kurze, ruhigere Momente, in denen man sich erholen kann, bevor es spannend weitergeht! Der Kern der Handlung bleibt dabei sehr lange unter Verschluss und ich habe ständig gerätselt, warum Todd denn nun zur Zielscheibe der Bürger von Prentisstown geworden ist. Worin liegt das Geheimnis? Man bekommt Antworten, aber ich bin mir sicher, dass da noch viel mehr auf uns wartet! 

Die Grundstimmung ist sehr düster gehalten, wird aber immer mal wieder durch heitere Momente der Protagonisten aufgehellt. Die Schreibkünste des Autors sind beachtlich. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, denn Band 1 endet schon ziemlich fies - wie gut, dass die Fortsetzung schon unterwegs zu mir ist!


Fazit:
Mit "New World - Die Flucht" ist es Patrick Ness gelungen, mich kontinuierlich an die Seiten zu fesseln. Die Handlung ist mitreißend und vor allem spannend aufgebaut. Die Charaktere sind wahnsinnig sympathisch und der Autor schreibt fantastisch. Das zusammen macht den Einstieg in die Trilogie zu einem tollen Erlebnis. Ich habe definitiv Blut geleckt und will mehr! 

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Tags: 4-5 sterne   (1)
 

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(308)

553 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 177 Rezensionen

amoklauf, schule, trauer, mobbing, freundschaft

Es wird keine Helden geben

Anna Seidl , Cornelia Niere
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.01.2014
ISBN 9783789147463
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Ein ganz normaler Tag in der Schule - bis der erste Schuss fällt! Panik bricht aus, Menschen schreien, laufen um ihr Leben. Miriam und ihre Freundin Joanne verstecken sich auf einer Toilette und hoffen, dass der Täter sie nicht findet. Sie haben Glück und der Schütze, ein Schüler aus der Parallelklasse, wird von der Polizei gestoppt, bevor er Miriam richtig ins Visier nehmen kann. Doch ihr Freund Tobi hatte weniger Glück und stirbt kurz darauf an seinen Verletzungen. Von einem Tag auf den anderen hat sich Miriams Leben total verändert. Wie soll sie durchhalten, wenn ihre große Liebe nicht mehr da ist? Wie soll sie die Albträume überwinden, die sie immer wieder heimsuchen?


Meinung:
Amoklauf als Thema einer Geschichte klang für mich direkt interessant. Ich war gespannt darauf, was die Autorin aus dem Stoff geschaffen hat.

Zu Beginn haben wir die grausige Tat direkt vor Augen und ich hätte mir einen besseren Start nicht wünschen können. Es war spannend, intensiv und total erschreckend. Es war, als würde ich die ganze Situation hautnah miterleben und habe den Schrecken bis ins Innere meiner Knochen gespürt. Atemlos bin ich durch die Seiten gejagt, bis der erste Schock überwunden ist und ich endlich wieder durchatmen konnte. Anna Seidl schreibt dabei sehr schön ohne großes Brimborium, lässt die Charaktere entsprechend ihrem Alter reden und gibt der Geschichte eine authentische Wirkung.

Die Handlung konnte mich stellenweise echt mitnehmen und emotional berühren, auch wenn mich Miriam manchmal etwas genervt hat. Gelegentlich bewegt sie sich einfach nicht von der Stelle und hält zu sehr an Dingen fest. Natürlich ist die gesamte Situation total extrem und ich weiß beim besten Willen nicht, wie sich ein Mensch, der so eine schreckliche Tat miterlebt hat, im Endeffekt tatsächlich verhält. Erleben möchte ich das ganz bestimmt nicht, aber die Handlung sollte doch trotzdem Abwechslung bieten und mir war die Protagonistin manchmal zu festgefahren. Dafür erlebt man zum Ende hin eine sehr schöne Entwicklung von Miriam und das halte ich dem Buch sehr zugute. Zwischenzeitlich hatte ich echt die Befürchtung, Miriam bleibt in ihrem Loch stecken, in dem sie alle Stimmungen gezeigt hat. Mal war sie ablehnend, dann wütend, aggressiv, verschlossen, die ganze Palette von negativen Stimmungen eben. Ab einem einen Punkt in der Geschichte wendet sich aber langsam das Blatt und dieses Fortschreiten mochte ich sehr gerne. Die Hoffnungslosigkeit bestimmt nicht mehr ihren Alttag und die Zukunft sieht nicht mehr ganz so düster aus.

Anna Seidl lässt ihre Protagonistin so ziemlich alleine kämpfen. Das bedeutet nicht, dass sie von jedem und allem in Ruhe gelassen wird - irgendwann geht sie zum Psychologen und hat auch die Möglichkeit auf eine Selbsthilfegruppe. Ich meine damit eher Miriams Familie und Freunde. Ich habe ein bisschen die Entschlossenheit in ihrer Familie vermisst, ihr unbedingt helfen zu wollen. Es gibt schöne Momente zwischen Miriam und ihrem Opa, die mir sehr gefallen haben - aber es gab auch Augenblicke, in denen ich mich doch gewundert habe, dass nicht mit mehr Elan und Kraft versucht wurde, zu Miriam vorzudringen. Auch von Seiten der Freunde her habe ich ein wenig den Zusammenhalt vermisst, bzw. eigentlich sogar erwartet. Alle haben in der gleichen Situation gesteckt und so etwas verbindet. Jeder weiß, wie der andere fühlt, weiß, was er durchgemacht hat. Besonders die Freundschaft zwischen Miriam und Joanne hat sich drastisch verändert und gibt der ganzen schrecklichen Tat noch einen grausigen Nachgeschmack, der sich erst viel später entfaltet. 

Am Ende angekommen, war ich ziemlich zufrieden. Anna Seidl hat im Gesamtbild einen guten Roman geschrieben, der mich von der emotionalen Ebene doch sehr packen konnte. Ich mochte ebenfalls sehr den Blick, den Miriam auf den Täter hat. Sie macht sich wirklich Gedanken und versucht ihn zu verstehen, was wie ich glaube, auch gelingt. Selbstschuld spielt dabei eine große Rolle. Natürlich rechtfertigt NICHTS so eine Tat, trotzdem mag ich Miriams Sichtweise.


Fazit:
Alles in allem konnte mich "Es wird keine Helden geben" gefühlsmäßig packen. Ich habe mit Miriam mitfühlen können, auch wenn sie gelegentlich ziemlich nervig war, habe dafür ihre Entwicklung zum Ende hin sehr genossen. Der Schrecken, den die Tat hervorgerufen hat, war immer gegenwärtig und hat mich zu Beginn absolut mitgerissen. Einige Punkte waren etwas unausgereift und haben sich nicht richtig angefühlt, wie beispielsweise den schwachen Drang in der Familie, ihrem Kind mit allen Mitteln helfen zu wollen.

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(182)

444 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

koma, liebe, unfall, jugendbuch, franziska moll

Was ich dich träumen lasse

Franziska Moll
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Loewe, 20.01.2014
ISBN 9783785578452
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Das Leben ist schön. Für Elena ist es das. Sie steht kurz vor dem Abitur und alles läuft wirklich perfekt - was vor allem an Rico liegt. Seit Elena ihre große Liebe gefunden hat, fühlt sich das Leben so lebendig an. Jeder Tag, jede Sekunde mit ihm ist so wertvoll, so kostbar, so absolut fantastisch ... bis ein schrecklicher Unfall Rico ins Koma reißt und Elena ohne Vorwarnung aus der Bahn wirft. Um Rico aus der Dunkelheit zu befreien, tut Elena alles. Sie spricht mit ihm, lässt Erinnerungen an vergangene, schöne Tage auferstehen und arbeitet eine Top-Ten Liste ab, die er vor einiger Zeit angefertigt hat. Das alles ... für die Liebe!


Meinung:
Bevor ich in "Was ich dich träumen lasse" versunken bin, hatte ich keine großen Erwartungen. Ich wusste nicht so recht, was kommt, hatte mich nur durch das wunderschöne Cover und den interessant klingenden Klappentext neugierig machen lassen. Vielleicht eine kleine, harmlose, eventuell auch traurige Geschichte, die mich für ein paar Lesestunden unterhalten kann? Nicht direkt. Franziska Moll hat etwas anderes geschafft - mich zu überraschen, und zwar dermaßen POSITIV!

Aber aller Anfang ist schwer und so waren die ersten Seiten ganz anders als erwartet. Hatte ich vor dem Start noch gehofft, mit einem lockeren Schreibstil durch die Geschichte zu flitzen, so wurde ich je ausgebremst. Frau Moll schreibt etwas ungewohnt. Die Sätze sind größtenteils ziemlich kurz gehalten und wirken auf den ersten Blick wie monoton, ganz ohne Klang und Hall. Auf den zweiten Blick jedoch kann sich die gesamte Wirkung der Worte entfalten. Nach einigen Seiten der Eingewöhnung konnte ich gar nicht genug von diesem fabelhaften Stil bekommen. Jedes Wort, jeder Satz scheint so intensiv zu sein, so eindringlich, als würde er mich direkt ansprechen. Ganz große Klasse!!

Darüber hinaus ist der Erzählstil ebenfalls sehr besonders. Die Geschichte wird aus der Sicht von Elena erzählt und nach dem Unfall von Rico erfährt der Leser viele Geschichten der beiden aus der Vergangenheit, wenn Elena direkt mit Rico spricht oder so für sich alleine an die schöne Zeit zurück denkt. Auch dann sind ihre Worte immer direkt an ihren Liebsten gerichtet und fangen ganz oft mit "Weißt du noch ..." an. Dabei ist das Gefühl von "in Erinnerungen schwelgen" ganz deutlich spürbar und man fühlt sich, als würde man etwas ganz persönliches mit anhören. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich Gänsehaut bekommen habe, so stark konnten mich die Worte erreichen!

Die Handlung kommt ziemlich schnell in Fahrt. Zu Beginn lernen wir Elena und Rico kennen und mir waren beide sofort sympathisch und die Liebe deutlich spürbar. Nach dem tragischen Unfall begegnet uns natürlich eine andere Protagonistin, verändert, unter Schock, oft unvernünftig, aber sehr real dargestellt. Durch Elenas Rückblicke an die gemeinsamen Momente mit Rico haben wir auch die Chance ihn besser kennenzulernen. Neben diesem Hauptstrang laufen auch noch vereinzelt kleine Nebenpunkte, wie zum Beispiel das Verhältnis von Mutter und Tochter und lassen die Geschichte dadurch komplexer wirken. Die Idee mit der Liste, die Elena dann für Rico abarbeitet, bietet tollen Stoff für die Zeit in der Gegenwart. Elenas Gedanken, Gefühle, ihre innere Zerrissenheit, ob sie überhaupt das Richtige macht, werden ehrlich und glaubhaft übertragen.

Auch wenn das Buch nur 250 Seiten besitzt, so hat es die Autorin wunderbar geschafft, eine starke und vor allem intensive Geschichte aufzubauen, die sich auf den letzten Seiten gefühlsmäßig einfach nicht mehr steigern lässt. Wer gerne bei traurigen Geschichten weint, der soll doch bitte dieses tolle Buch lesen!


Fazit:
Ich bin immer noch erstaunt, wie es die Autorin geschafft hat, mit so wenigen Seiten, so viel zu erreichen. "Was ich dich träumen lasse" ist stilistisch betrachtet genau mein Buch. Jeder Satz und jedes Wort scheint so intensiv, so stark, so unglaublich eindringlich! Die Geschichte um Elena und Rico wird wunderbar erzählt und lässt die Emotionen nur so brodeln. Die letzten Seiten sind einfach unglaublich berührend und herzzerreißend gut! Wer eine emotionale Geschichte voller Gefühl lesen will, der hat hier das perfekte Buch gefunden.

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

fantasy, dystopie, liebe, atlantis, wasser

Die Erben von Atlantis

Kevin Emerson , Oliver Plaschka
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 09.12.2013
ISBN 9783453315280
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Owen lebt in einer Zeit, in der die Außenwelt ein todbringendes Gebiet ist. Durch die Klimaerwärmung und die gefährlichen Strahlen der Sonne haben sich die Menschen unter die Erde oder unter riesigen Kuppeln zurückgezogen. Bei einem Schwimmwettbewerb im Feriencamp Eden-West passiert Owen etwas Unglaubliches - er geht unter und droht zu ertrinken! Doch als er 10 Minuten unter Wasser überlebt, ist ihm klar, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass er unter Wasser atmen kann und er mit dieser Fähigkeit der Schlüssel zu einer besonderen Macht ist, hinter der noch ganz andere Menschen her sind - skrupellose Menschen, die vor nichts zurückschrecken!


Meinung:
Als ich den Klappentext das erste Mal gelesen habe, dachte ich sofort an das Wort Dystopie. Die Welt hat sich verändert, die Natur spielt verrückt, die Menschen haben sich aus ihrem einstigen Lebensraum zurückgezogen und entwickelten Alternativen, die ein Überleben möglich machen. Doch "Die Erben von Atlantis" schlägt eine komplett andere Richtung ein. Die Geschichte von Owen ist ein Fantasy/Abenteuer - Roman, der in seinem eigenen kleinen Kosmos spielt und größtenteils die äußerlichen Einflüsse ignoriert. Vielleicht konnte mich das Buch deshalb nicht ganz überzeugen, weil ich mit etwas ganz anderem gerechnet hatte.

Mein Hauptproblem dieser Geschichte lag insbesondere an dem Start, der sich meiner Meinung nach einfach viel zu lang gezogen hat. Klar, man lernt den Protagonisten gut kennen, doch nach gut der Hälfte des Buches darf gerne schon mal etwas Spannendes passieren. Dabei bekommt der Leser Owens missliche Lage mit seiner besonderen Gabe direkt zu Beginn vor Augen geführt - es war auch bestimmt nicht uninteressant, den weiteren Werdegang und vor allem das Kennenlernen seiner Fähigkeit mitzuverfolgen. Jedoch fehlte mir die direkte Andeutung einer großen Gefahr. Was kommt auf Owen zu? Irgendetwas muss doch passieren? Nach der Hälfte des Buches war ich etwas verloren und hatte kaum Anreize, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Dabei ist mir Owen ziemlich sympathisch gewesen. Zu Beginn ein wenig der Außenseitertyp, der sich nicht all zu viel zutraut, total verknallt, in ein hübsches Mädchen, bei dem er sich keine Chancen erhofft. Das ändert sich im Verlauf der Handlung natürlich und man erlebt mit Owen die typische Verwandlung eines unsicheren Protagonisten mit. Nichts Neues, aber eben auch nichts Nerviges - ich mochte ihn gerne.

Die Nebencharaktere sind ziemlich flach gehalten, was bei dieser Art von Geschichte auch nicht wirklich stört. "Die Erben von Atlantis" soll vor allem eines - unterhalten und Spaß machen, und nachdem man die erste Hälfte des Buches soweit überstanden hat, kann man diese Aspekte auch in den Seiten finden. Die Geschichte wird rasanter, es passiert mehr Action und die Handlung definiert sich dann doch etwas komplexer, was ich dann auch nicht mehr erwartet hätte.

Nach einem turbulenten Ende klingt "Die Erben von Atlantis" ruhig und ohne fiesen Cliffhanger aus. 

Der Stil von Kevin Emerson passt sich den Gegebenheiten der Geschichte an. Kurzweilig, flüssig zu lesen - aber auch ohne das besondere Etwas. 

Ich hatte ja oben schon angedeutet, dass dieses Buch in seinem eigenen kleinen "Raum" spielt, aber ich finde die Inhaltsangabe verspricht etwas anderes, viel Größeres. Es mag gut sein, dass sich die Geschichte noch nach "draußen" entwickelt und es gibt auch das ein oder andere Anzeichen dafür. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Punkt in diesem Buch leider ziemlich mickrig.


Fazit:
Nach diesem etwas ernüchternden ersten Band bin ich mir noch nicht sicher, ob ich zu einer Fortsetzung greifen würde. Obwohl mir der Protagonist Owen direkt sympathisch war, hatte ich vor allem Probleme mit dem Start in dieses Buch. Mir war die Handlung in der ersten Hälfte zu langgezogen, zu unspannend und etwas unspektakulär. Darüber hinaus fehlten mir Hinweise/Andeutungen auf das große "Etwas", die mich zum Weiterlesen antreiben hätten sollen. Die zweite Hälfte des Buches erweißt sich da schon als rasanter und packender!

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142 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

tod, liebe, trauer, parallelwelt, verlust

Bis ich bei dir bin

Emily Hainsworth , Karin Diemerling
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.09.2013
ISBN 9783442479207
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Seit seine große Liebe Viv bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, besteht Camdens Welt nur noch aus Trauer. Fast täglich findet er sich an der Unfallstelle wieder und kann immer noch nicht ganz glauben, dass sie gehen musste und er den Unfall überlebt hat. Eines Tage glaubt er fast den Verstand verloren zu haben, als plötzlich ein fremdes Mädchen wie durch Zauberei an der Stelle auftaucht, an der Viv ihr leben gelassen hat. Camden findet einen Weg in eine Welt, die ihm vertraut erscheint und plötzlich das hergibt, was er so schmerzlich vermisst ...


Meinung:
Bei diesem Buch habe ich mich sofort auf eine schöne, vielleicht auch traurige Liebesgeschichte eingestellt. Der Weg, den die Autorin einschlägt, ist auch gut gewählt, jedoch fehlt es mir hauptsächlich an dem gewissen Etwas.

Gleich ab der ersten Seite steigen wir mit Camden in seinem mit Trauer gefüllten Alltag. Ich mag die Sorte von Büchern total gerne und so konnte mich auch "Bis ich bei dir bin" zu Beginn einfangen. Den Schreibstil von Frau Hainsworth mochte ich ebenfalls sehr gerne. Sie schreibt wunderbar flüssig und schafft es Emotionen - hier besonders die traurige Stimmung - stimmig einzufangen. Gerade Camdens Gefühle konnte ich deutlich auffangen und es ist der Autorin schön gelungen, diese glaubhaft darzustellen.

Generell mochte ich Camden sehr gerne. Mir hat er wahnsinnig leidgetan und ich habe das komplette Buch hindurch gehofft, dass er doch noch sein Glück finden mag. Problematischer wurde es dagegen mit Viv. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten, aber mir wurde sie sehr schnell sehr unsympathisch. Nina war mir da sympathischer und die Verknüpfung zu Camden und Viv hat mir gefallen. Darüber hinaus bleiben die Charaktere sehr in ihrem typischen Muster gefangen und Überraschungen gibt es keine.

Was in an der Handlung einfach nicht überzeugen konnte, ist die "Dramatik" in der Liebesgeschichte. Camden glaubt es wird wieder alles gut und man spürt auch deutlich, dass es fürs Erste danach aussieht. Die Suche nach der Hoffnung, nach dem Glück scheint beendet - jedoch bleibt dieser Zustand nicht von Dauer. Ungefähr ab diesem Punkt der Geschichte fehlt mir einfach der gewisse Funke, die Leidenschaft, ein Ausbrechen der Gefühle, einfach alles, was einem eine Gänsehaut verpassen könnte! Die Geschichte lässt sich immer noch schön lesen, auch wenn schnell klar wird, wie die Handlung ausgeht, aber das hat mich nicht so sonderlich gestört. 

Denn das Ende hat gepasst und konnte mich zufrieden den Buchdeckel schließen lassen. Natürlich gibt es einige Dinge in dem Roman, die völlig ungeklärt bleiben, wie zum Beispiel der Weg in die andere Welt, aber das sind nun mal so Sachen, die für mich bei solchen Büchern völlig nebensächlich sind, weil der Schwerpunkt eben auf anderen Aspekten liegt.



Fazit:
"Bis ich bei dir bin" ist wirklich kein schlechtes Buch. Ein Protagonist, dessen Stimmungen wunderbar vom Leser aufgenommen werden, ein passender Stil, der sich angenehm lesen lässt und eine Handlung, die schöne, aber auch traurige Stimmung verspricht. Das alles besitzt Emily Hainsworth Werk - jedoch fehlte es mir besonders in dem Liebesaspekt eindeutig an dem gewissen Etwas, an Momenten, die Gänsehaut erzeugen. Etwas schade, weil ich gerade darauf so gehofft hatte. So ist "Bis ich bei dir bin" ein schönes Buch für zwischendurch - mehr dann aber leider auch nicht mehr.

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428 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

thriller, angst, phobia, london, entführung

Phobia

Wulf Dorn
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 09.09.2013
ISBN 9783453267336
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Inhalt:
Sarah Bridgewater ist mit ihrem Sohnemann allein zuhause. Mitten in der Nacht kommt dieser völlig aufgelöst in ihr Schlafzimmer. Schon wieder hat er sich eingebildet etwas zu sehen, was nicht da ist - draußen, vor seinem Fenster. Sarah erlaubt es Harvey in ihrem Bett zu schlafen, ihr Mann Stephen ist sowieso auf Geschäftsreise - oder doch nicht? Kurz darauf hört sie vertraute Geräusche aus der Küche, die nur von Stephen stammen können. Verwundert macht sich Sarah auf dem Weg ins Erdgeschoss. Doch der Mann in ihrer Küche ist nicht Stephen. Er bewegt sich wie er, trägt sogar seine Kleidung, doch der Mann ist ihr völlig fremd. Panik erfasst Sarah ...

So schnell der Fremde aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder fort. Für Sarah hat der Albtraum jedoch erst begonnen. Stephen ist plötzlich spurlos verschwunden. Völlig hilflos sucht sie Hilfe bei ihrem alten Jugendfreund Mark und gemeinsam kommen sie einem grausamen Psychospiel auf die Schliche.



Meinung:
"Phobia" sollte nach längerer Pause endlich mal wieder ein Thriller für mich sein, der etwas "härter" ist - da ich sonst, wenn überhaupt, meist nur Jugendthriller lese. Das Cover macht definitiv neugierig und weckt Hoffnungen auf eine spannende Lektüre, die einem das Fürchten lehrt. Im Endeffekt kommt es leider etwas anders, wie erhofft.

Das gesamte Grundgerüst ist ziemlich einfach aufgebaut und "Phobia" ist kein Musterbeispiel für einen ausgeklügelten Thriller, der gelegentlich durch Wirrungen und verstrickten Handlungssträngen trumpft. Vielmehr setzt dieses Buch auf seine Einfachheit und will wahrscheinlich hauptsächlich nur gruseln und Angst einjagen. Hinzu kommt, dass auch der sprachliche Stil sehr schlicht und schmucklos ist. Keine Frage, "Phobia" lässt sich rasant lesen, doch leider ist die Handlung teilweise weit weniger temporeich, wie erwünscht.

Dabei hat der Einstieg sehr vielversprechend begonnen. Die gewünschte gruselige Atmosphäre stellt sich schnell ein und ich habe gebannt an den Seiten geklebt. Ist der erste Schreck aber erst einmal verdaut, passiert stellenweise wenig Spannendes. Gelegentlich wechselt die Perspektive auf die Seite des "Bösen", was einem gut die Gelegenheit gibt, ein wenig die Hintergründe der Motive zu hinterfragen. Natürlich platzt Wulf Dorn nicht direkt mit der Pointe ins Zimmer und lässt einigen Raum für eigene Spekulationen. Nichtsdestotrotz musste ich mich nicht selten durch Durststrecken kämpfen.

Den Großteil der Handlung bekommen wir durch Sarah und Mark geschildert. Beide sehr einfach gestrickte Protagonisten, die für den Moment der Geschichte aber genügen. Bei einem Thriller kommt es mir nicht unbedingt darauf an, dass die Vita eines Charakters herausragend ist. So konnte ich mich mit beiden anfreunden, hatte bei Mark aber auch das Gefühl, dass seine "zusätzliche" Geschichte, die ihm vom Autor aufgebrummt wurde, einfach unnötiger Ballast für die Handlung ist. Für mich leider ein unnötiger Versuch, der Person etwas Tiefe zu verpassen.

Die oft vermisste Spannung taucht vereinzelt dann doch auf und besonders zum Ende hin kann mich "Phobia" immer wieder fesseln. In der Summe ist mir das aber zu wenig und auch die Auflösung kann mich nicht wirklich vom Hocker hauen. Alles in allem ein netter Thriller für zwischendurch, dem es aber gehörig an Spannung fehlt.


Fazit:
Das wichtigste Element eines Thrillers, die Spannung, fehlt mir bei "Phobia" zum Großteil. Der Einstieg in die Geschichte ist sehr vielversprechend, doch leider verliert sich die Handlung ein wenig durch unnötigen Ballast der Protagonisten. Der Stil und das komplette Grundgerüst sind sehr einfach aufgebaut und dadurch lässt sich dieses Buch sehr schnell lesen, bleibt wahrscheinlich aber auch nicht lange im Gedächtnis. Dafür fehlte mir einfach das gewisse Etwas. Dennoch durchaus geeignet für Genre-Einsteiger.

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(187)

457 Bibliotheken, 6 Leser, 5 Gruppen, 70 Rezensionen

dystopie, liebe, reb, kyria, andrea schacht

Kyria & Reb - Die Rückkehr

Andrea Schacht
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 10.01.2013
ISBN 9783863960384
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Kyria und Reb haben sich getrennt und Kyria befindet sich mittlerweile wieder bei ihrer Mutter in NuYu unter falsche Identität. Sie möchte unbedingt in Erfahrung bringen, wer hinter dem Tod ihres Vaters steckt. Dabei kommen Stück für Stück schlimme Geheimnisse ans Tageslicht und Kyria ist längst nicht in Sicherheit, wie sie glaubt. Auch Reb macht sich erneut auf den Weg nach NuYu und versucht sich bei waghalsigen Pferderennen zu beweisen, aber hauptsächlich ist es doch Kyria, die ihn in die Stadt lockt ...


Meinung:
Band eins konnte mich nicht überzeugen und ich habe zur Fortsetzung gegriffen, weil ich diese schon in meinem Regal stehen hatte und letztendlich möchte ich eine angefangene Reihe schon gerne beenden, auch wenn mir der Start nicht gefallen hat - Band zwei könnte ja überraschen und es sollen ja bekanntlich noch Zeichen und Wunder geschehen. Bei "Die Rückkehr" leider nicht! Für mich war der Abschluss der Dilogie ein katastrophales Durcheinander!

Der Schreibstil ist einfach nicht meiner. In Band eins konnte ich mich ab der Hälfte des Buches einigermaßen daran gewöhnen, aber hier wollte sich kein flüssiges Lesen einstellen. Besonders schlimm sind die Dialoge der Charaktere. Viel zu abgehackt, viel zu stumpf, viel zu emotionslos und kalt - wie das Ablesen einer Einkaufsliste. So macht das Lesen leider überhaupt keinen Spaß und ich musste mich größtenteils durch die Seiten quälen.

Auch die Protagonisten haben sich überhaupt nicht verändert bzw. entwickelt. Ich konnte weder Reb noch Kyria ernst nehmen. Ich empfand es schon sehr merkwürdig, dass beide auf einmal getrennte Wege gehen, obwohl doch glasklar zu sehen ist, dass sie verrückt nacheinander sind. Und dann macht Reb erneut absoluten Blödsinn, den man in keinster Weise nachvollziehen kann. Die Sache mit den Pferderennen verstehe ich immer noch nicht - warum tut er das? Wegen des Ruhms, wegen der Mädchen? Für mich hatte dieser Aspekt leider keine große Bedeutung und Wichtigkeit in der Handlung. Dann muss natürlich noch eine Dreiecksbeziehung mit in die Geschichte eingeflochten werden. Das Kyria überhaupt einen zweiten Kerl in Erwägung zieht, obwohl doch sowieso klar ist, wie die Sache enden wird. Vielleicht, weil Typ Nr. 2 einfach super aussieht? Gefühle und Emotionen kommen beim Leser jedenfalls nicht an und ich hatte nach der Hälfte der Geschichte Nackenschmerzen vom Kopfschütteln und die Nase gestrichen voll, von dem Hin und Her!

Die Handlung ist für mich das reinste Chaos. Ich hatte das Gefühl, die Autorin hat versucht, viel zu viel mit einzubauen. Auf den politischen Aspekt hätte sie getrost verzichten können, weil das super uninteressant ist. Zudem verläuft die Geschichte ziemlich im Sand. Durch das ganze Durcheinander mit dem Wahlkampf der Mutter, ihren ganzen Terminen, Rebs Wettkämpfen und der dazu kommenden Dreiecksgeschichte, weiß man eigentlich überhaupt nicht mehr, was eigentlich der springende Punkt, der rote Faden ist. Zum Ende hin überschlagen sich dann die Ereignisse, wobei selbst dann kein bisschen Spannung auskommt.


Fazit:
Ich kann "Kyria & Reb - Die Rückkehr" überhaupt nicht weiterempfehlen. Wie in Band eins konnten mich die Protagonisten in keinster Weise überzeugen und das gesamte Buch hindurch waren sie mir schlichtweg egal. Zudem herrscht in der Geschichte das reinste Chaos, wodurch sich der eigentliche rote Faden sehr oft verliert. Der Stil ist schrecklich zu lesen und über die Dialoge kann man eigentlich nur traurig lachen. Alles in allem wollte der Abschluss einfach zu viel und hat im Endeffekt kaum etwas gegeben, das Freude bereitet!

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(249)

576 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 120 Rezensionen

eisenheim, fantasy, liebe, schatten, flora

Stadt aus Trug und Schatten

Mechthild Gläser
Fester Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.01.2012
ISBN 9783785574027
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Es ist ganz normal, dass Menschen träumen - für Flora jedoch nicht. Bisher kann sie sich nicht daran erinnern, jemals geträumt zu haben. Als sie plötzlich damit beginnt, ist sie verwirrt und verängstig, denn sie landet jede Nacht in einer mysteriösen Stadt namens Eisenheim.

Als dann plötzlich ihr Vater den Austauschschüler Marian aufnimmt, ist Flora erst recht entsetzt. Noch nie durften Fremde ihr Haus betreten. In der nächsten Nacht landet sie erneut in Eisenheim und begegnet dort ausgerechnet Marian, der sie schon länger zu kennen scheint. Flora gehört zu den sogenannten "Wandernden", jene, die die zweite Existenz in Eisenheim bewusst miterleben können und die Erinnerungen nach dem Erwachen behalten. Wäre dies nicht schon außergewöhnlich genug, ist Floras Vergangenheit in dieser finsteren Stadt immer noch ein Rätsel. In ihr schlummern Erinnerungen von höchster Wichtigkeit, die nicht nur sie selbst interessieren ...


Meinung:
"Stadt aus Trug und Schatten" ist ein typischer Fall von super Cover + interessanter Klappentext = muss ich haben! Das Ende vom Lied kennen viele - es landet nach dem Kauf (ich hab es geschenkt bekommen) erst einmal im Regal und fängt Staub. Aber wie gut, dass man sich einen kleinen Vorrat an Büchern angesammelt hat, denn genau jetzt hatte ich Lust auf dieses Buch. Mechthild Gläser hatte auch wirklich eine tolle Idee, die mich im Gesamtbild aber nicht vollends zufrieden zurückgelassen hat.

Der Einstieg jedoch hat mir gefallen. Die ersten 50 Seiten bin ich wunderbar in die Geschichte gekommen und ich habe mich auf das Abenteuer mit Flora gefreut. Die Stadt Eisenheim kling wahnsinnig toll und auch die Beschreibungen der Autorin machen die "Traumstadt" zu einem Erlebnis. Schon alleine die Idee, dass jeder Mensch beim Schlafen, seinen Geist nach Eisenheim schickt und die Mehrheit davon nichts mitbekommt und eine zweite Existenz im "Traumleben" hat, finde ich vielversprechend und hat sofort mein Interesse geweckt.

Die Grundstimmung im Buch hat es mir ebenfalls angetan. Besonders in Eisenheim herrscht eine düstere, dunkle Atmosphäre. Alles ist in Grautönen gehalten und Farben gibt es so gut wie keine. Das Geheimnis um Flora ist ebenfalls gut in Szene gesetzt und macht neugierig auf den weiteren Verlauf und Entwicklung der Geschichte. Der rote Faden ist somit gegeben. Aber jetzt zum ABER!

Von der Charakterzeichnung bin ich im Endeffekt etwas enttäuscht. Ich mochte Flora ganz gerne, sie schafft es aber nicht, mich völlig mitzunehmen. Die Beziehung zu Marian ist für mich ein wenig belanglos und langweilig. Da sind keine Emotionen und Gefühle übergesprungen und den Nebencharakteren fehlt es meiner Meinung nach an Substanz und Tiefe. Ebenfalls bei Marian habe ich diese wichtigen Eigenschaften vermisst, die ein starker Gegenspieler braucht.

Zudem hat sich die Handlung stellenweise ein wenig gezogen. Es gibt Spannungsmomente, die aber nicht völlig umhauen und ich hätte mir ein kleines bisschen mehr Tempo gewünscht. Dabei sind die Grundelemente der Handlung sehr vielversprechend und das Ende macht sogar neugierig auf den abschließenden Band. Aus sicheren Quellen weiß ich, dass dieser meinen Erwartungen wahrscheinlich mehr entspricht. Daher freue ich mich auf den Abschluss und hoffe da auf etwas mehr.

Fazit:
"Stadt aus Trug und Schatten" besitzt sehr viel Potenzial, das meiner Meinung nach nicht völlig ausgeschöpft wurde. Die Grundidee ist fabelhaft und einige Ansätze sind gut umgesetzt. Hier und da fehlt es mir aber an Tempo und Spannung und auch bei den Charakteren habe ich einiges vermisst. Nichtsdestotrotz ein nettes Buch, das sich schön lesen lässt. Von dem Abschluss erwarte und erhoffe ich mir jedoch einiges mehr.

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(128)

306 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

dystopie, eve und caleb, liebe, anna carey, jugendbuch

Eve und Caleb - In der gelobten Stadt

Anna Carey , Claudia Max
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.08.2013
ISBN 9783785571040
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nachdem Eve den verletzten Caleb vor den Mauern Califia zurücklassen musste, hat sie sich einigermaßen in dem Reservat der Frauen eingelebt. Als eines Tages Anden plötzlich vor den Toren auftaucht, ist Eve überglücklich, dass ihre Freundin den Soldaten des Königs entkommen konnte. Doch die Frauen der Stadt wird das Risiko zu hoch, dass der König in die Stadt einfallen könnte, damit er an Eve in seine Fänge bekommt. So beschließen Eve und Anden aus der Stadt zu fliehen, um sich auf die Suche nach Caleb zu machen. Die beiden Freundinnen kommen jedoch nicht sehr weit und werden sogleich von den Soldaten des Königs gefangen genommen und in die Stadt aus Sand gebracht. Hier herrscht der König. Hier leben und gedeihen seine Untertanen ... und hier regt sich auch der Widerstand!


Meinung:
Band 1 "Wo Licht war" hat mir ganz gut gefallen. Es war für mich ein netter Start in eine dystopische Reihe, die noch einiges an Potenzial nach oben hat. Ich habe aber auch ein wenig mit mir gerungen, ob sich Band 2 noch für mich lohnen würde. Letztendlich hat mir ein Kaufrausch auf der Frankfurter Buchmesse die Entscheidung abgenommen und ich habe zugeschlagen.

Jetzt ist nach der Fortsetzung aber Schluss für mich mit der Reihe um "Eve & Caleb". Der zweite Teil hat sich leider nicht so entwickelt, wie ich es mir gewünscht hätte und ich sehe leider einen Rückschritt - besonders bei den Charakteren. Aber fangen wir von vorne an.

Der Stil von Frau Carey lässt sich genauso wunderbar lesen, wie schon in dem Vorgänger. Die Autorin beschränkt sich bei Beschreibungen auf ein Minimum und auch sonst ist ihr Stil in den wenigsten Fällen ausufernd. So treibt sie die Geschichte auch flott voran und verliert keine Zeit mit Unwichtigkeiten, die vielleicht als störend empfunden werden können. Um es kurz zu fassen - man rast regelrecht durch das Buch und die 315 Seiten fühlen sich an wie nichts!

Kommen wir zu den Charakteren. Ich muss leider zugeben, dass sich Eve als Protagonisten in den seltensten Fällen vernünftig verhalten hat. Es fängt schon damit an, dass sie ihren ach so geliebten Caleb verletzt vor den Toren Califia zurücklässt. Warum? Sie verkrümelt sich ins sichere Nest, um sich zu erholen, mit dem Gedanken im Kopf, dass ihr Geliebter verwundet in der Wildnis ums Überleben kämpfen muss. Das er höchstwahrscheinlich kaum eine Chance hat durchzukommen und die Soldaten des Königs in der Nähe ihr Unwesen treiben und zusätzlich eine Gefahr darstellen. Schon ein wenig merkwürdig für mich, dass Eve so ruhigen Gewissen damit umgehen kann. Merkwürdiges Verhalten und Entscheidungen dieser Art macht die Gute leider mehr als oft im weiteren Verlauf der Geschichte und irgendwann konnte ich sie nicht mehr ernst nehmen und schon gar nicht als glaubhaft ansehen. Schade, weil ich sie in Band 1 eigentlich ziemlich gerne mochte. 

Caleb hingegen hatte es in Band 1 schwer bei mir - er war mir unsympathisch. In der Fortsetzung fast gar nicht mehr. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er so gut wie überhaupt nicht vorkommt, und kann somit auch nicht viel falsch machen. Somit kann ich eigentlich gar nicht anders, als von beiden Protagonisten enttäuscht zu sein. Dadurch verliert das Buch leider sehr viel an Überzeugungskraft.

Dabei ist die Handlung gar nicht mal so schlecht. Die Entwicklung der Geschichte hat sogar Potenzial, die nur leider durch die vielen komischen Entscheidungen von Eve zunichtegemacht werden. Spannende Momente gibt es, verlieren aber ihren Reiz, wenn man für die Personen kaum noch etwas übrig hat. Einzig Anden, Eves ehemalige Mitschülerin, hatte erneut meine Sympathien auf ihrer Seite, bekommt aber leider zu selten ihre Auftritte in der Handlung.

Auch das Ende hätte wahrscheinlich viel spektakulärer und emotionaler von mir aufgenommen werden können, wären da nicht diese Probleme mit den Protagonisten. So empfinde ich eigentlich kaum noch Interesse zu erfahren, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.


Fazit:
Hardcore-Fans von Band 1 können vielleicht auch der Fortsetzung etwas abgewinnen, aber für mich war "Eve & Caleb - In der gelobten Stadt" leider kein spaßiges Lesevergnügen. Die Handlungen der Protagonistin waren in den seltensten Fällen vernünftig und nachvollziehbar - dadurch verliert sich leider die Glaubwürdigkeit. Auf Caleb im Titel hätte man bei der Fortsetzung ruhig verzichten können, denn so oft taucht der junge Mann überhaupt nicht auf und erscheint dadurch noch weniger wichtig. Alles in allem bin ich nicht zufrieden und werde diese Reihe für mich ab hier beenden - man kann ja auch nicht alles mögen.

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419 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 78 Rezensionen

krebs, liebe, bipolare störung, krankheit, tod

Tanz auf Glas

Ka Hancock , Katharina Volk
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.09.2013
ISBN 9783426653227
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:
Lucy Houston und Mickey Chandler - wenn man einen kurzen Blick auf ihr Leben erhaschen würde, dann wäre >Traumpaar< wohl die erste Assoziation, die einem durch den Kopf schießt. Das perfekte Paar, die perfekte Ehe, das perfekte Leben! Doch der erste Gedanke trügt ...
Auch wenn das Schicksal es von Anfang an nicht immer gut mit ihnen meint, so ist eins doch immer klar - Lucy und Mickey lieben sich und sind füreinander bestimmt. So schaukelt sie das Leben durch Höhen und Tiefen ... bis das Schicksal erneut zuschlägt, härter als je zuvor!


Meinung:
"Tanz auf Glas" sollte eigentlich nur ein kurzer Abstecher in ein anderes Genre sein. Mein Zuhause sind die Jugendbücher, speziell Fantasy/Dystopie. Aber gelegentlich braucht man Pausen, ein wenig Abstand - frische Luft! Das Werk von Frau Hancock hatte es mir gleich angetan. Der Titel. Das Cover. Klingt toll und sieht gut aus aber sonst wusste ich so gut wie nichts über dieses Buch, über den Inhalt, über die Resonanz bei anderen Lesern. Auf der Frankfurter Buchmesse hatte ich es irgendwie schon immer im Hinterkopf und am letzten Tag musste ich einfach zuschlagen. Kein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Ihr wollt in ein gutes Buch investieren? Dann schlage ich euch "Tanz auf Glas" vor. Warum? Einfach weil es wahnsinnig fabelhaft ist!

Aber was macht dieses Buch so fabelhaft, so besonders? Ist es der Stil der Autorin, die Charaktere oder einfach die Geschichte an sich? Alles und noch mehr! "Tanz auf Glas" hat mich tatsächlich in jeder erdenklichen Art begeistern können.

Ich möchte an dieser Stelle auch die Protagonisten gar nicht genau vorstellen. Lernt sie bitte selber kennen. Verliebt euch in die fabelhaft gezeichneten Charaktere, lasst sie euch ihre Geschichte erzählen und ich verspreche, dass Lucy und Mickey, als auch die starken Antagonisten auf ganzer Linie überzeugen werden. Ich war direkt gefangen von der Chemie, die zwischen Lucy und Mickey herrschte. Dieses Buch ist vor allem eines - eine starke Liebesgeschichte! Wer aber gleich an Kitsch der feinsten Sorte denkt, der hat sich geschnitten. "Tanz auf Glas" ist so viel mehr, als nur schnulzig. Es war einfach schön und aufregend, den Weg der beiden zu folgen. Vom ersten Kennenlernen, bis hin zum weiteren Zusammenleben, mit all den Höhen und Tiefen, die das Leben zu bieten hat. Dabei hält das Leben leider besondere Schicksalsschläge bereit.

Der Stil der Autorin ist besonders. Besonders schön, besonders stark, mit einem hohen Wiedererkennungswert. Ich habe mich gleich in die ausdrucksstarken Sätze verliebt, in die wunderschönen Dialoge, in die himmlische Wortwahl - dabei wirkt der Stil jedoch nicht überhoben und der Schreibfluss lässt sich angenehm flüssig lesen. Wunderbar! Die Gefühle in diesem Buch sind natürlich ein ganz wesentlicher Aspekt der Geschichte und Frau Hancock schafft es grandios, diese auf den Leser zu projizieren. Dabei kommen ganz unterschiedliche Emotionen im Verlauf der Handlung zutage. Mal ist man von Glück nur so berauscht und freut sich seitenlang, dann schlägt die Stimmung ganz plötzlich um, und ein dicker Kloß begleitet die weitere Reise. Ist man nahe am Wasser gebaut, so sollten Taschentücher unbedingt parat liegen - glaubt mir!

Auch über die Geschichte möchte ich eigentlich gar nicht so viel verraten. Für mich war dieser Sprung ins kalte Wasser, in die Ahnungslosigkeit, einfach total perfekt. Während des Lesens spinnt man sich so seine eigenen Gedanken und irgendwie ist man sich schnell bewusst, in welche Richtung sich die Handlung bewegt und vor allem, wie sie endet. Natürlich nicht haargenau, aber mit welchem Gefühl man den Buchdeckel zuklappen könnte. Nichtsdestotrotz hat man ständig gehofft und gebangt ... und dann ist das Ende da und es ist einfach nur berührend, wie die Autorin alles ausklingen lässt.

Fazit:
"Tanz auf Glas" hat mich durch einen Wirbelsturm der Gefühle geschickt. Wer eine wunderbare Liebesgeschichte lesen will, der sollte zu diesem Buch greifen und sich, wie ich, in den Seiten verlieren. Dieses Buch ist so viel - charakterstark, fabelhaft geschrieben, emotional, nicht kitschig und einfach unglaublich berührend! Ein wunderbares Buch, das ich mit ganzer Seele weiterempfehle!!

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dystopie, liebe, tahereh mafi, rette mich vor dir, juliette

Rette mich vor dir

Tahereh H. Mafi ,
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.09.2013
ISBN 9783442313044
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Seit ein paar Tagen lebt Juliette im Versteck der Widerstandsbewegung, dem Omega Point. Doch ihren Frieden kann sie immer noch nicht finden, denn ihre besondere Gabe, ihr persönlicher Fluch, quält sie weiterhin. Kein Mensch kann sie berühren, ohne schreckliche Schmerzen davonzutragen - bis auf Adam. In seiner Gegenwart fühlt sie sich lebendig und vor allem eines, menschlich! Doch während der Zeit im Lager bekommt sie ihn nur selten zu Gesicht und verfällt immer mehr in Selbstmitleid. Das ändert sich, als das Reestablishment Geiseln aus ihren Reihen nimmt. Der Krieg zwischen gut und böse nimmt neue Ausmaße an, als Juliette plötzlich dem Mann gegenübersteht, vor dem sie sich je gefürchtet hat und den sie so sehr verabscheut. Warner kann gefangen genommen werden, doch nun steht die Widerstandsbewegung seinem Vater gegenüber, der ebenso skrupellos und machthungrig wie sein Sohn ist und auch er hat besonderes Interesse an Juliette.



Meinung:
"Ich fürchte mich nicht" liegt schon eine Weile zurück, hat aber so viel Eindruck bei mir hinterlassen, dass es mir immer noch positiv im Gedächtnis ist. Damals war dieses Buch wahrhaft eine Überraschung für mich gewesen, dass mich schon alleine durch den einmaligen Stil sehr begeistert hat. Auf "Rette mich vor dir" habe ich mich daher sehr gefreut, weil ich unbedingt mehr von diesem intensiven Feeling, das sich unweigerlich beim Lesen aufgebaut hat, haben wollte. In diesem Punkt hat mich die Fortsetzung definitiv nicht enttäuscht!

Da ich die Kurzgeschichte "Zerstöre mich", die von Warner handelt, erst vor Kurzem verschlungen habe, war es mir wirklich ein Leichtes in die Geschichte einzutauchen. Die wichtigen Punkte der Handlung sind schnell ins Blickfeld gehuscht und durch kleine Rückblicke bekommen auch die Leser ein klares Bild vor Augen, die sich den Genuss von "Zerstöre mich" entgehen lassen haben. Der Schreibstil ist erneut atemberaubend!

Frau Mafi besitzt ganz klar ein besonderes Talent. Die Geschichte um Juliette wird durch ihren einzigartigen Stil erst so besonders gemacht. Das ist ihr auch wunderbar in der Fortsetzung gelungen. Die Geschichte wird weiterhin aus der Sicht von Juliette erzählt und im Zusammenspiel mit dem genialen Schreibstil ist uns die Protagonistin erneut so vertraut. Ihre Gefühle werden so dermaßen stark auf den Leser projiziert - es war einfach fantastisch ihre Gedanken, Gefühle und Emotionen so greifbar mitzuerleben! In Juliettes Fall sind das zum Großteil keine schönen Gefühle. Dadurch, dass sie sich von allen anderen so dermaßen absondert, verfällt sie immer tiefer in Selbstmitleid und Depressionen. Dieses Ewige selber bemitleiden ist mir aber nie negativ auf den Magen geschlagen, weil ich mich einfach so mit ihr verbunden gefühlt habe und nachvollziehen kann, warum sie sich auch so fühlt.

Im ersten Band hat mir die sich langsam aufbauende Beziehung zwischen ihr und Adam sehr gut gefallen. Ich fand es toll, wie verändert sie in seiner Gegenwart war, weil er keine Angst vor ihr hatte. Sie war so erstaunt, überwältigt und einfach glücklich! Zudem war dieser Part sehr schlicht, schön, aber dennoch intensiv spürbar gewesen, weil Juliette es eben genau so erfahren hat und der Leser dieses natürlich mitbekommt. In der Fortsetzung verliert sich dieser Charme leider ein wenig. Irgendwie war bei den beiden der Wurm drin und ich hatte das Gefühl, es herrscht nur noch ein nerviges Hin und Her, was meiner Meinung nach überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Dabei gibt es später dann doch eine nicht ganz unwichtige Entwicklung zwischen Juliette und Adam, die die "Konflikte" sogar nachvollziehbar machen. Zudem hatte ich das Gefühl, dass Adam irgendwie unwichtiger geworden ist, zumindest in diesem Band - dadurch ist auch ein wenig Sympathie flöten gegangen - aber vielleicht ist mir das auch nur so vorgekommen.


Das ist aber auch wirklich der einzige Punkt, der mich ein wenig gestört hat. Ganz begeistert war ich abermals von Warner, der durch Überraschungen auf sich aufmerksam macht! Seinen gesamten Hintergrund finde ich wahnsinnig interessant und durch "Zerstöre mich" habe ich einen komplett anderen Menschen kennengelernt - das zeigt sich natürlich auch jetzt in der Fortsetzung, wobei durch den "Zwischensnack" auch viel Neues vorweggenommen wurde - aber das hat nicht wirklich gestört. Es gibt immer noch den einen oder anderen Moment, der mich unvorbereitet erwischt hat und "Zerstöre mich" deutet auch nur an und weist sozusagen die Richtung vor. Dafür, dass er so ein gewaltiges Arschloch ist, ist er auch ein total starker Charakter mit viel Wiedererkennungswert. Ich war begeistert von den Momenten mit ihm und Juliette und bin gespannt, was da noch auf mich zukommt!

Die Handlung beginnt eher ruhig und setzt wieder sehr auf Juliettes starke Empfindungen - dadurch kann sich dieses besondere Lesegefühl erneut ausbreiten. Gelegentlich gibt es spannungsgeladene Momente, die für schöne Abwechslung sorgen. Zum Ende hin wird es sehr dramatisch und die letzten Seiten zeigen eine so stark gewandelte Juliette, dass ich dermaßen gespannt auf den Abschluss der Trilogie bin.


Fazit:
Tahereh Mafi setzt mit "Rette mich vor dir" eine schöne Fortsetzung, die mich erneut durch den gigantischen Stil sehr fesseln konnte. Besonders die Entwicklung von Warner habe ich gespannt mitverfolgt, sowie seine "Beziehung" zu Juliette. Adam und Juliette waren dagegen leider nicht mehr so prickelnd, wie noch in Band 1 - und ich hoffe in der Fortsetzung auf Besserung. Alles in allem ist die Fortsetzung aber toll geglückt und vor allem die letzten Seiten machen dermaßen neugierig auf den Abschluss der Reihe, dass ich es wieder kaum erwarten kann!

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