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731 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 135 Rezensionen

veronica roth, rat der neun, science fiction, fantasy, jugendbuch

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt
In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …
Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in seinen Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

Meinung
Wie sehr habe ich mich auf das neue Buch von Veronica Roth gefreut, nachdem mich die Bestimmungs-Trilogie sowohl vom Konzept als auch vom spannungsreichen Plot her mitgerissen hat! "Rat der Neun" ist ganz anders, aber meine Reaktion bleibt ähnlich: Es ist fantastisch!

Am stärksten fasziniert bin ich von der unglaublichen Idee, auf der Veronica Roth ihre Welt aufgebaut hat. Sie ist sehr komplex, weswegen es seine Zeit dauert, bis man sich in die Geschichte eingefunden hat. Die vielen außergewöhnlichen Kulturen, Planeten und Namen gestalten sich anfangs verwirrend und können den Mut zum Weiterlesen nehmen - aber Dranbleiben lohnt sich so sehr! Politische Konflikte, Rebellion, ferne Universen und schicksalsgegebene Fähigkeiten werden so brillant miteinander verflochten, dass es allein dafür schon ein Highlight für mich ist. Diese Originalität, diese Plastizität - ich muss jetzt noch bewundern, was die Autorin zu diesem weit ausholenden Weltenaufbau inspiriert hat.
(P.S. Hinten im Buch gibt es übrigens noch eine Karte und ein Glossar, das hilfreich sein könnte!)

Ich habe von einigen anderen Lesern gehört, dass das Buch sie einfach nicht mitreißen konnte und es daher eher träge voran geht. Die ersten 100-150 Seiten war ich auch eher skeptisch, aber dann wurde ich von der Story gnadenlos gepackt. Nicht nur ist es wahnsinnig interessant, mehr von der Lebensweise der Völker zu erfahren, jetzt, wo man den Grundriss verinnerlicht hatte, sondern es erwartet uns auch eine spannungsgeladene Handlung voller Risiken, Gefahren und unvorhergesehenen Wendungen. Von daher vergingen die restlichen Seiten für mich wie im (Eisblumen-)Rausch; es war ein abwechslungsreicher Lesegenuss von ganz hohem Niveau.

Veronica Roth schafft es zudem hervorragend, die Balance zwischen Härte und Empathie herzustellen, sowohl vom Plot her als auch bei den Charakteren. Akos und Cyra sind zwei großartige Protagonisten, die ich immer wieder gerne begleiten würde. Beide sind von ständigem Schmerz geprägt, besitzen aber eine unfassbare Stärke. Generell ist kaum einer der Charaktere komplett böse oder gut, das Buch vermischt die Zonen von Schwarz und Weiß. So sind auch unsere Hauptfiguren authentisch mit Kanten und Gefühlen ausgestattet, was sie in ihrem Fall aber nur sympathischer macht. Die Liebesgeschichte bekommt für meinen Geschmack genau das richtige Maß an Beachtung, auch sie hat mich vollkommen überzeugt.

Das alles hätte mich wohl kaum so sehr begeistern können, wenn der mitreißende Schreibstil nicht gewesen wäre. Ein grandioser Spannungsverstärker, der eine fremdartige, aber genau dadurch faszinierende Atmosphäre schafft und die Charaktere so nah an den Leser bringt.

Fazit
Rat der Neun - Gezeichnet ist kein Buch für zwischendurch - man muss sich etwas Zeit nehmen, um die Komplexität zu erfassen und sich mit den anfänglichen Schwierigkeiten zurechtzufinden. Aber dann hat man eine gute Chance, von einem überwältigenden Weltenbau, fesselnder Handlung und starken Charakteren umgehauen zu werden.

4,5 Sterne

[Diese und weitere Rezensionen, Fotos etc. findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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410 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 114 Rezensionen

liebe, anne freytag, homosexualität, jugendbuch, freundschaft

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meinung
Seit "Mein bester letzter Sommer", welches eins meiner Jahreshighlights geworden ist, habe ich vorfreudig darauf gewartet, dass ein neues Werk von Anne Freytag erschien. Als ich dann von "Den Mund voll ungesagter Dinge" erfuhr und es dann auch noch als Überraschungspost erhalten habe, war ich begeistert. Ich habe bisher nur wenige LGBT-Storys (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) gelesen, was ich aber vermehrt tun möchte, und war mir sicher, dass Anne Freytag diesen Inhalt erneut authentisch und ergreifend verpackt.

Die Liebesgeschichte ist in der Tat überaus gelungen! Sie baut sich zart, aber spürbar auf und erreicht ein stürmisches Crescendo. Stets begleitet von all den Unsicherheiten, dem verzweifelten Verlangen, den Tränen der Enttäuschung; gleichzeitig aber auch vom hellen Ton des Glücks, Momenten der Freude und tiefer Verbundenheit. Anne Freytag erzeugt in mir ein plastisches Bild der Emotionen und setzt das Thema berührend um. Die Chemie zwischen Sophie und Alex stimmt, sowohl ihre Freundschaft als auch ihre Liebe haben mich beeindruckt.

Thematisiert wird auch das Thema Familie, ebenfalls mit Hoch und Tiefs, wie es eben der Fall ist. Sehr schön fand ich die Annäherung von Sophie an ihre neuen Familienmitglieder, obwohl es ihr anfangs schwer fällt. Ganz zu schweigen von ihrer Freundschaft mit ihrem besten Freund Lukas - die musste ich sehr bewundern.

Soweit dazu. Jetzt kommen die Dinge, die ich nicht hundertprozentig loben kann.
Das Buch mag mit LGBT eine neue Schublade öffnen, doch das hindert es nicht daran, selbst eine Handvoll Klischees zu erfüllen - was es stellenweise recht vorhersehbar macht.

Zunächst Sophie. Bei ihr bin ich etwas zwiegespalten. Ich fand es doch schon ziemlich ironisch, wie Sophie sich darüber auslässt, unter welchem Klischee weibliche Buchcharaktere stehen und dabei selbst so viele Punkte davon erfüllt. Sie ist ein Teenager, okay, geht durch recht schwierige Zeiten und sowieso ist es für den Leser manchmal gar nicht erforderlich, die Protagonisten zu mögen. Ich hatte nichtsdestotrotz das Gefühl, dass die Autorin es vorziehen würde, dass Sophie von den Lesern gemocht wird, gerade wegen ihrer problematischen Eigenschaften. Naja, bei mir hat es nicht geklappt. Sie hat ihre sympathischen Seiten und manchmal fühlte ich mich ihr regelrecht nah, trotzdem muss ich anmerken, dass sie auch unreif und furchtbar egozentrisch ist. Ja, womöglich machen diese Ecken und Kanten ihren Charakter echt, aber sie sind auch etwas, woran ich mich negativ gestoßen habe (um es wie auf Seite 294 auszudrücken).

Die Kapitel sind kurz gehalten, der Stil flüssig, sodass ich das Buch an einem Tag beenden konnte. In Ausnahmefällen sind die Kapitel jedoch für meinen Geschmack zu kurz und nicht aussagekräftig genug, sodass dort mehr Handlung gut getan hätte. Vereinzelte Längen sind durch Wiederholungen oder unnötige Beschreibungen entstanden; das hält sich aber wirklich im Rahmen.

Die Sprache ist oft obszön und deutlich jugendlicher als in Mein bester letzter Sommer, dabei hatte ich mich schon auf Poesie und wundervolle Zitate gefreut. Die finden sich hier zwar auch in Ansätzen, aber insgesamt hat mich der Schreibstil dieses Mal nicht sonderlich umgehauen.

Allerdings gibt es auch in diesem Buch wieder eine Playlist und die Kapitelaufmachung mit den kleinen Zeichnungen ist wirklich süß.

Fazit
"Den Mund voll ungesagter Dinge" war trotz meiner großen Kritikpunkte eine lohnenswerte Leseerfahrung, was vor allem der Entwicklung der hervorragend ausgestalteten Liebesgeschichte zu verdanken ist.

3,5 Sterne

[Diese Rezension + Fotos findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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546 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 100 Rezensionen

fantasy, magie, wald, naomi novik, zauberer

Das dunkle Herz des Waldes

Naomi Novik , Marianne Schmidt , Carolin Liepins
Fester Einband
Erschienen bei cbj, 21.11.2016
ISBN 9783570172681
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss. Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.

Meinung
Zu der Zeit, in der ich "Das dunkle Herz des Waldes" begonnen habe, wollte ich mich wieder einmal in eine aufregende Fantasygeschichte stürzen. Und diesen Wunsch hat mir das Buch erfüllt: Es ist märchenhaft, magisch und eine Abwechslung selbst zu anderen Fantasybüchern.

Anders, als es der Klappentext vermuten lässt, handelt es sich hier nicht nur um das "Entführen" eines Mädchens und eine aufkeimende Romanze. Und schon gar nicht wird die vorhersehbare Erwartung erfüllt, dass der unangenehme Zauberer plötzlich doch eine freundliche und tiefromantische Seite zeigt. Nein, ich kann euch sagen, dass der Drache tatsächlich furchtbar mürrisch, unverschämt und aufbrausend ist. Zum Glück! Denn seine raue Persönlichkeit ist auf amüsante Weise liebenswürdig und baut eine seltsame Art von Charme auf, sodass er immer mehr zu meinem Lieblingscharakter des Buches geworden ist.

Auch mit der Protagonistin, so tollpatschig und naiv sie manchmal sein kann, konnte ich mich letztendlich gut anfreunden. Ihren Mut und ihre hartnäckige Ausdauer muss man ihr lassen. So kam es auch, dass ich von der Liebesgeschichte (die es hier natürlich auch gibt, aber keine Sorge, sie ordnet in genau dem richtigen Maß ein) ebenfalls angetan war.

Mit den Schwierigkeiten von Agnieszkas völlig umgeworfenem Leben im Turm ist es bald vorbei und man kommt zu dem noch interessanteren Part: der Magie und dem Krieg gegen den Dunklen Wald. Und letzterer ist mit seiner Macht, Heimtücke und dem Grauen, das ihm innewohnt, wahrlich ein finsterer Gegner. Zu diesem Hintergrund kommt noch der Konflikt der beiden Königreiche Polnya und Rosya, der die Story vielschichtiger und riskanter macht. Die Autorin schreckt dabei weder vor weitreichenden Verlusten noch Grausamkeit zurück, sondern führt uns eisern durch die Handlung. Gleichzeitig versucht sie, dass stets etwas Bedeutendes passiert. Aber trotz der eigentlich flüssigen und spannend bepackten Handlung tauchen ab der Mitte immer wieder langatmige Stellen auf, die sich für längere Zeit halten und mich nicht mehr fesseln konnten.

Zudem bin ich schließlich an eine Wendung gelangt, die für mich einen schroffen Cut bedeutet hat. Einfach, weil ich die Grundsituation und daraus abgeleitet die Aktionen der Charaktere überhaupt
nicht nachvollziehen konnte. Kleinere Unstimmigkeiten, die entweder Logiklücken sind oder schlicht nicht geklärt wurden, tauchen zwar auch so auf, aber diese Stelle hat mich erheblich mehr in Verwirrung gelassen.

Das Ende hingegen fand ich sehr zufriedenstellend; es wurden alle wichtigen Fragen geklärt, aber dennoch die Möglichkeit für einen potenziellen Folgeband offen gelassen.

Naomi Noviks Schreibstil hat hervorragend zum Buch gepasst und mir sehr gut gefallen. Märchenhaft, leicht altmodisch und mit ausgefallenen Namen, in Anlehnung an die dort herrschende Atmosphäre, und einem Fantasy-Epos würdig.

Fazit
Das dunkle Herz des Waldes ist eine faszinierende und spannende Fantasy-Leseerfahrung mit erfrischenden Charakteren und sehr gelungenem Weltenbau. Ich tendiere zwischen 3,5 und 4 Sternen, da die Handlung mich nicht immer in sich verwurzeln konnte (dieses Titel-Wortspiel konnte ich nicht lassen) und entscheide mich letztlich für 4, da sich das Buch für mich in seiner Gänze nochmals von üblichen Geschichten abhebt.


[Diese Rezension, Fotos und Zitate findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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232 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

zwillinge, kunst, jugendbuch, roman, liebe

Ich gebe dir die Sonne

Jandy Nelson , Catrin Frischer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.11.2016
ISBN 9783570164594
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Am Anfang sind Jude und ihr Zwillingsbruder Noah unzertrennlich. Noah malt ununterbrochen und verliebt sich Hals über Kopf in den neuen, faszinierenden Jungen von nebenan, während Draufgängerin Jude knallroten Lippenstift entdeckt, in ihrer Freizeit Kopfsprünge von den Klippen macht und für zwei redet. Ein paar Jahre später sprechen die Zwillinge kaum ein Wort miteinander. Etwas ist passiert, das die beiden auf unterschiedliche Art verändert und ihre Welt zerstört hat. Doch dann trifft Jude einen wilden, unwiderstehlichen Jungen und einen geheimnisvollen, charismatischen Künstler ...

Meinung
Es fällt mir tatsächlich schwer, eine Bewertung für "Ich gebe dir die Sonne" zu finden, denn es ist anders. Es sticht so heraus, dass ich zunächst gar nicht sagen konnte, ob ich nun begeistert oder perplex bin. Aber mittlerweile kann ich sagen, dass die Andersartigkeit vollkommen positiv ist. Ich gebe dir die Sonne ist ein wundervolles Buch, das den Lesealltag für ein paar Stunden erstrahlen lässt.

Gleich zu Beginn merkt man die Besonderheiten des Schreibstils, welche mir auf den ersten Seiten auch noch etwas Schwierigkeiten bereitet haben. Jandy Nelson verwendet unglaublich viele Metaphern, Vergleiche und andere abstrakte, fast übertrieben ausgedrückte Ideen, selbst um einfache Aussagen auszudrücken. Wenn einem der Schreibstil nicht zusagt, wird man auch nicht viel Freude am Buch haben, so viel steht fest. Denn er trägt wesentlich dazu bei, das Buch in besonderem Maße zu gestalten; ohne diese spezielle Ausdrucksweise würde die Geschichte nicht funktionieren.

Ganz zu schweigen davon, dass ich den Schreibstil sowieso nicht ändern wollen würde. Er verleiht Noah und Jude so viel Gefühl, Energie und Persönlichkeit. Klar, man muss sich auf ihn einlassen können und wenn jeder Autor so diffus schreiben würde wie Nelson, würde ich wahrscheinlich ausflippen. Aber so ist er einmalig für Ich gebe dir die Sonne bzw. die anderen Werke der Autorin und bietet eine bemerkenswerte Abwechslung.

Wo ich oben schon die Charaktere erwähnt habe: Noah und Jude sind Zwillinge, behaupten von sich selbst, dass sie sich eine Seele teilen - und doch ist es gelungen, bei beiden so unterschiedliche Persönlichkeiten zu entwickeln. Die Handlung wird abwechselnd erzählt, jeweils aus der Sicht des 13-jährigen und 16-jährigen Protagonisten. Weder Noah noch Jude kann man im Entferntesten als gewöhnlich bezeichnen: Noah, das Künstlertalent, hat zu jedem Ereignis die Idee im Kopf, wie es sich abstrakt zeichnen lässt, während Jude mit dem Geist ihrer Großmutter spricht und den Rat ihrer eigenen Bibel befolgt - was beispielsweise dazu führt, dass sie stets eine große Zwiebel mit sich herumträgt, um sich vor Übel zu schützen. Ja, das klingt schräg und es wird noch schräger, aber es ist auch herrlich erfrischend!

Einerseits bewundert man, wie leidenschaftlich Noah als Romantiker sein kann und wie bewegend er seine Gefühle ausdrücken kann; andererseits muss man mit Jude schmunzeln, lachen und abergläubischer werden, um die Realität nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Wie gesagt, man muss auf eine seltsame Weise bereit für das Buch sein und so in Kauf nehmen, dass sich die zwei oft unreif oder extrem verhalten. Das gehört dazu.

Ich gebe dir die Sonne ist also in vielerlei Hinsicht eine ganz neue Leseerfahrung. Es handelt von Themen wie Erwachsenwerden, Liebe und Homosexualität, Familienkrisen und Kunst; kurz gesagt, dem Sich-selbst-finden. Und dies bereitet die Autorin wundervoll auf, wobei ich gerade die kleinen, scheinbar bedeutungslosen Einzelheiten so liebevoll finde: "mit den Händen wünschen", "Wenn ein Junge einem Mädchen eine Orange schenkt, wird ihre Liebe zu ihm um ein Vielfaches stärker werden." usw.

Fazit
"Ich gebe dir die Sonne" ist ein ganz und gar anderes Buch: außergewöhnlich, liebevoll, wunderschön. Allerdings deshalb, weil mich der Schreibstil und die Charaktere immer mehr verzaubert haben und ich mich auf die Geschichte einlassen konnte; dies wird nicht bei allen Lesern der Fall sein.


[Weitere Rezensionen, Fotos und Zitate findet ihr hier auf meinem Blog.]

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magie, fae, throne of glass, fantasy, liebe

Throne of Glass - Königin der Finsternis

Sarah J. Maas , Tanja Ohlsen
Flexibler Einband: 784 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423717076
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung

Throne of Glass hat sich mit jedem Band mehr zu einer meiner absoluten Lieblingsreihen entwickelt. Dieser vierte Band zeigt wieder einmal, dass dies absolut gerechtfertigt war, dass Sarah J. Maas eine Schreibgöttin und die Reihe mehr als nur eine fiktive Geschichte ist. Ohja, sie ist so viel mehr als das und es zerreißt mir fast das Herz, weil kein Platz für die Gefühle ist, die das Buch mit all seinen Charakteren und Facetten in mir auslöst.

Fangen wir einfach mal mit den Charakteren an. Seit Band 2 kommen immer weitere Perspektivendazu, sodass ein umfassender Blick auf das Geschehen ermöglicht wird. Man versteht die Zusammenhänge gründlicher, kann die Handlung besser nachvollziehen und lernt diejenigen kennen, die eine große Rolle für den Verlauf und die Gestaltung Erileas spielen. Die Persönlichkeiten sind dabei ganz unterschiedlich und doch haben sie eins gemeinsam: Sie sind bemerkenswert außergewöhnlich und unfassbar sympathisch. Selbst wenn derjenige, versklavt durch böse Mächte, grausame Dinge tut oder von grundauf als eiskalte Hexe, die beim Töten nicht einmal mit der Wimper zuckt, gewinnt man sie so sehr ans Herz. Das klingt zunächst vielleicht töricht, aber lest es und euch wird es genauso gehen. Tatsächlich ist Manon mittlerweile neben Aelin und Rowan meine Lieblingsfigur!

Was Aelin anbelangt: Schon, als sie noch Celaena war, habe ich ihren Charakter geliebt. Aber jetzt, als Aelin, ist sie noch unglaublicher, was ich niemals für möglich gehalten hätte. Eine wahre Königin, der Sarah J. Maas so sorgfältig Leben eingehaucht hat, dass ich mich nicht gewundert hätte, wenn sie vor mir stände und ich niederknien würde. Was ich für sie jederzeit tun würde. Sie hat nicht nur die Kraft, ihre Freunde anzuspornen und fremden Menschen Hoffnung zu schenken, auch in mir hat sie etwas bewegt, als würde sie, dieses Feuerherz, einen Funken entzünden.

Zur Handlung selbst möchte ich nicht viel verraten, denn die ausgearbeiteten Plots sind immer wieder eine Achterbahn. Mal vorhersehbar, normalerweise aber immer mit einer prickelnden Wendung, während die Autorin einen schier unendlichen Vorrat an aufzudeckenden Geheimnissen besitzen zu scheint. Raffiniert führt sie uns durch Intrigen, tödliche Aufgaben und schockierende Entdeckungen und bietet damit eine Glanzleistung als Spannungsbogen. Die fast 800 Seiten sind viel zu schnell verschlungen und am Ende weiß man trotzdem, dass noch Größeres auf uns zukommen wird.

Ich muss Sarah J. Maas meine tiefste Bewunderung, Dankbarkeit und Respekt ausdrücken, denn was sie vollbringt, grenzt für mich an Perfektion. Ihr Schreibstil lässt Welten entstehen, wenn man beim Aufschlagen des Buches in den Sog dieses bildgewaltigen, atmosphärischen Epos gerät. Maas weiß nicht nur, wie man atemberaubende Spannung schafft, sondern auch, wann es Zeit für eine gefühlvolle Szene wird. Ohja, in Sachen Romantik hat sie ganz eindeutig keinen Übungsbedarf, ich bin dahingeschmolzen vor Gefühlen! Außerdem zeigen sich die Dialoge zunehmend von einer humorvollen Seite; stellenweise musste ich das Buch vor lauter Lächeln kurz weglegen. Dabei wirken diese Szenen keineswegs absurd oder erzwungen, sondern so locker und natürlich, dass sie eine wunderbare Auszeit von der sonst so ernsten Situation sind.

Ich könnte gar nicht sagen, welches Buch der Reihe mir bisher am besten gefallen hat. Denn sie sind in sich einzigartig. Selbst wenn sie auf anderen Ebenen handeln, begeistern sie jedes Mal nicht weniger als sonst. Und trotzdem gehören sie zweifellos zusammen, noch enger, als es gewöhnliche Reihen tun, denn man beginnt erst Buch für Buch zu verstehen, wie tief diese Geschichte doch eigentlich geht.

Fazit
Ich weiß ganz genau, warum die Throne of Glass-Reihe zu meinen Lieblingsreihen zählt. Königin der Finsternis lässt ebenfalls mit der unglaublich gelungenen Mischung aus außergewöhnlichen Charakteren, gnadenloser Action und herzbrechender Romantik nur ein mögliches Fazit zu:
Ich liebe, liebe, liebe es.

[Diese Rezension, Fotos, Zitate und mehr findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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fantasy, bettina belitz, jugendbuch, liebe, krieger

Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur

Bettina Belitz
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.02.2016
ISBN 9783570164174
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Die 17-jährige Sara hat ihre Seele an die Hydra verkauft – jene düstere Unterwelt, für die sie als Meisterdiebin arbeitet und wertvollen Diamantschmuck aus den Villen der Reichen stiehlt. Was mit den Diamanten geschieht, interessiert Sara nicht – bis der mysteriöse Damir in den Katakomben der Unterwelt auftaucht. Die beinah magische Anziehungskraft zwischen den beiden weckt in Sara übermenschliche Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Die Fähigkeiten einer Diamantkriegerin. Ein gefährlicher Wandlungsprozess setzt ein, an dessen Ende Sara sich entscheiden muss, auf welcher Seite sie steht: auf der des Lichts oder des Schattens.

Meinung
Das Cover ist ein Traum. Von den Farben über die Motive bis zu den Anordnungen passt einfach alles und ergibt ein anziehendes, stimmiges Bild.

Leider musste ich während des Lesens erfahren, dass mich der Inhalt bei Weitem nicht so überzeugen kann wie das Äußere. Warum ich den Auftakt zur Diamantkrieger-Saga nicht bedingungslos weiterempfehlen kann, möchte ich im Folgenden erklären.

Saras Situation ist alles andere als gewöhnlich. Sie verbringt ihre Zeit damit, Diamanten für die Unterwelt zu stehlen, um das Geld für die Pflege ihrer kranken Großmutter aufzubringen. Nebenbei muss sie auch noch die Anfeindungen ihrer Mutter ertragen, die das personifizierte Böse in Sara sieht.

Schon gleich zu Beginn kommen viele Fragen auf. Zum Beispiel was es genau mit unserer Protagonistin auf sich hat, denn es ist ganz sicher nicht normal, dass man die Präsenz und den Klang von Diamanten erspüren kann. Dass man sich solche Fragen stellt, ist keineswegs schlimm, sondern kann das Geheimnisvolle und Spannende an der Story verstärken. Enttäuscht und auch genervt bin ich dann erst, wenn ein Großteil der Fragen, die man schon hunderte Seiten mitgeschleppt hat, noch immer unbeantwortet bleibt, nachdem man das Buch beendet hat. Und so war es leider auch bei Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur.

Der eigentliche Leseantrieb besteht bald hauptsächlich aus dem Drang, endlich Erklärungen zu bekommen. Stattdessen kommen mit jedem Kapitel immer mehr Fragen dazu und alles wird noch undurchschaubarer. Anfangs ist es bestenfalls noch geheimnisvoll, schließlich aber nur noch verwirrend und frustrierend. Zudem habe ich das Gefühl, dass in den über 400 Seiten so gut wie nichts Essentielles passiert ist. Klar, Sara bemerkt Veränderungen an sich, muss rechtliche Streitereien lösen und trifft auf den äußerst wortkargen, aber trotzdem anziehenden Damir, aber etwas Handfestes und Richtiges passiert meinem Empfinden nach kaum.

Das lässt mich zu den Charakteren kommen. Sara hat zweifellos das Potenzial, um sympathisch zu werden, sie ist mutig, klug und hilfsbereit, bleibt stark und lässt sich nicht unterkriegen. Jedoch ist sie mir als Leser auch unnahbar geblieben, da ich ihre Gedankengänge und Gefühle oftmals nicht nachvollziehen und so keinen Bezug zu ihr herstellen konnte. Damir sollte auf den Leser wahrscheinlich geheimnisvoll und dadurch attraktiv wirken, jedoch hat mir seine Rolle nicht zugesagt. Es erscheint mir, als würde er nur auftauchen, um mysteriöse Andeutungen zu machen, Fragen aufzuwerfen und anschließend zu verschwinden, bevor ihm Antworten entlockt werden können. Obwohl die zwei eigentlich einander fremd sein müssten, ist trotzdem sofort eine Anziehung vorhanden. Es ist keine richtige Liebesgeschichte, eher das Wahrnehmen dieser Verbindung und das Gefühl, den anderen schon lange zu kennen. Die anderen Charaktere fand ich entweder zu oberflächlich, nervig oder schon übertrieben abscheulich.

Generell ist die Atmosphäre sehr düster gehalten und das ist wohl etwas, das an mich übertragen wurde, denn ich kann auch nicht positiv auf das Buch zurückblicken. Vieles erscheint mir aus dem Kontext gerissen oder unlogisch, das lässt sich aber auf die fehlenden Hintergrundinfos zurückführen, durch die ich mir kein Bild von der Idee machen konnte. Bevor das titelgebende Wort "Diamantkrieger" überhaupt erstmals fällt, müssen 400 Seiten vergehen. Und selbst nachdem man endlich die ersten Erläuterungen bekommt, bleibt noch viel mehr ungeklärt, sodass an der Handlung nichts Greifbares entsteht. Dies ist wohl sowieso das, was die Autorin gewollt beabsichtigt hat; dass man das Buch eher auf einer anderen, emotionaleren Ebene wahrnehmen und wirklich in diese verworrene Situation, in der sich auch die Protagonistin befindet, gelangen soll, damit man sich in ihnen wiederfindet. An dieser Einstellung habe ich nichts zu bemängeln; wenn es mit mir und dem ersten Band der Diamantkrieger-Saga geklappt hätte, wäre es eventuell ein einzigartiges Leseerlebnis geworden. So aber muss ich sagen, dass dieser Versuch bei mir einfach nicht funktioniert hat. Das Buch ist und bleibt kryptisch und das hat mir nicht gefallen. Punkt.

Bettina Belitz verfügt jedenfalls über einen besonderen Schreibstil, der mich beeindruckt hat. Auch lässt sich das Buch relativ flüssig lesen, selbst wenn man in der Handlung nicht ganz mitkommt. Was mich allerdings auf Dauer wirklich gestört hat, sind die häufigen Auslassungspunkte. Dauernd sieht man diese drei Pünktchen, die bewirkten, dass ich Dialoge als vage und platt wahrnahm.

Etwas neugierig, wie es weitergeht, bin ich jedoch schon, denn das, was zum Ende hin angedeutet wird, klingt vielversprechend und auf diesen diffusen Einstieg kann ja nur besser aufgebaut werden, oder? Jedoch habe ich bisher nicht vor, die Reihe weiter zu verfolgen, denn mit Damirs Schwur hat es eher weniger geklappt.

Fazit
Dieser Auftakt der Diamantkrieger-Saga wirkt so, als wäre er eigentlich nur die Einleitung für die Folgebände. Es gibt erst gegen Ende eine Handvoll Erklärungen, die allerdings keineswegs für alle Fragen ausreichen und davor musste man sich erst in das verworrene Geschehen einlassen.
Trotzdem bezweifle ich nicht, dass Fans, die Bettina Belitz bisherige Werke hervorragend fanden, auch von diesem begeistert werden könnten, gerade wegen ihres ausgefallenen Schreibstils, der auch mir zusagt. Am Gesamtbild habe ich jedoch viel zu kritisieren.

Knappe 2,5 Sterne.

[Diese Rezension und Fotos findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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1.749 Bibliotheken, 32 Leser, 0 Gruppen, 209 Rezensionen

liebe, colleen hoover, musik, maybe someday, ridge

Maybe Someday

Colleen Hoover , Kattrin Stier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423740180
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Das Letzte, was Sydney will, als sie bei dem attraktiven Gitarristen Ridge einzieht, ist, sich in ihn zu verlieben. Zu frisch ist die Wunde, die ihr Ex hinterlassen hat. Und auch Ridge hat gute Gründe, seine neue Mitbewohnerin nicht zu nah an sich ranzulassen, denn er hat seit Jahren eine feste Freundin: Maggie - hübsch, sympathisch, klug, witzig. Und dann passiert es doch. Als Sydney beginnt, Ridge beim Songschreiben zu helfen, kommen sie sich näher als erwartet. Auch wenn beide die Stopptaste drücken, bevor wirklich etwas passiert, können sie nichts gegen die immer intensivere Anziehung ausrichten, die sie zu unterdrücken versuchen - vergeblich.

Meinung

Maybe Someday fällt in die Kategorie: Der Hoover-Effekt schlägt wieder zu.
 
Ich werde nicht groß auf den Inhalt eingehen, damit ihr euch von ihm komplett überraschen lassen könnt, so wie es bei mir war, denn das Buch hält einige Wendungen und zu lüftende Fragen bereit. Die Handlung gestaltet sich stets abwechslungsreich und spannend, auch wenn die Story zunächst nicht allzu komplex erscheint. Aber ich war gefesselt, wollte diese wunderbare Geschichte immer weiterlesen, weil ich langsam süchtig wurde nach diesem Netz aus Emotionen, Musik und Worten, das Colleen Hoover so herrlich um mich gewoben hat. Ich war gefangen in den Seiten, mitgerissen von den Gefühlen, die Sydney und Ridge durchleben müssen und die zeitweilig so intensiv ausgeprägt sind, dass ich sie selbst ansatzweise spüren musste. Vor allem die Episoden von Schmerz und Verletztheit gingen tief.

Denn dass die Gefühle, die Ridge und Sydney füreinander hegen, echt sind und trotz allem Gegensteuern immer stärker werden, daran besteht kein Zweifel. Doch trotzdem liebt Ridge seine Freundin Maggie immer noch über alles und dies war eins der faszinierenden Aspekte. Ich begann allmählich zu verstehen, dass Ridges Herz gespalten ist und dass Maybe Someday eine besondere Art des Liebesdreiecks innehat. Eine Art, die nicht nervig oder klischeehaft ist, sondern sehr gefühlvoll. Ich wusste nicht, wie die Autorin dieses Dilemma glaubwürdig auflösen würde. Doch sie hat es geschafft und ist zu einer Lösung gekommen, an der ich zwar zuerst Zweifel hatte, die mich aber schließlich überzeugen konnte. Obwohl ich ein paar Dinge vorhersehen konnte, hat Colleen Hoover es geschafft, doch etwas anderes, Unerwarteteres zu entwickeln.

Natürlich hätte mir das Buch nicht so großartig gefallen, wenn die Charaktere reizlos wären. Aber das sind sie nicht, ganz und gar nicht. Sydney ist herzensgut und tapfer; ebenso wie Maggie, die man auch gern haben muss, so liebenswürdig wie sie ist. Und Ridge ist sowieso brillant! Außerdem hat die Autorin noch etwas höchst Interessantes in ihre Persönlichkeiten hinein gebracht...

Colleen Hoovers Schreibstil ist überragend; ich liebe es, wie tiefgehend sie schreiben kann. Es ist soviel Herz und Herzschmerz dabei, ohne kitschig zu wirken. Stattdessen versteht sie, abseits von ihren berührenden Worten auch mit Humor und Witz umzugehen! Ihre Bücher lassen sich sehr flüssig lesen, auch wenn man sich ruhig Zeit zum Entfalten nehmen kann.

Und ein riesengroßer Pluspunkt für Maybe Someday ist außerdem die Musik. Es geht hier soviel um Songs und Töne, nicht nur wie man sie hört, sondern auch, wie man sie spürt und die Umserzung ist unglaublich gelungen. Tatsächlich wurden die Songs aus Maybe Someday sogar vertont, ihr findet sie auf Youtube oder der Homepage.

Fazit
Maybe Someday ist eine wundervolle, herzzerreißende Achterbahn der Gefühle mit einer Intensität, die den Atem raubt. Eins von Colleen Hoovers besten Büchern, das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.

[Diese Lobeshymne samt Fotos und allen Infos zum Buch findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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Tags: 5 sterne   (1)
 

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(156)

274 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

krimi, sherlock holmes, jugendbuch, holmes, mord

Holmes und ich – Die Morde von Sherringford

Brittany Cavallaro , Anja Galic
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 19.02.2016
ISBN 9783423761369
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Drei Dinge will Jamie Watson partout vermeiden, als er gegen seinen Willen auf ein Internat an der Ostküste der USA geschickt wird:
1. Dort auf die charismatische Charlotte Holmes zu treffen, Nachfahrin des legendären Sherlock, die allerorten für ihren komplizierten Charakter und ihr detektivisches Genie bekannt ist.
2. Sich in besagte Charlotte zu verlieben - natürlich unglücklich.
3. Gemeinsam mit Charlotte in einen Mordfall verwickelt zu werden.

Doch dann wird Jamie von seinem Zimmergenossen zu einer Party mitgeschleift, auf der er Charlotte begegnet und sofort von ihr fasziniert ist. Kurz darauf geschieht ein Mord. Hauptverdächtige: Jamie Watson und Charlotte Holmes! Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen.

Meinung
Wer hat denn nicht von Sherlock Holmes' sagenumwobenen Fällen gehört? Wen faszinieren nicht die lässige Präzision und Detailgenauigkeit, mit der er seine Deduktionen anstellt?
Ich für meinen Teil bin daran auf jeden Fall interessiert, weshalb ich Holmes & Ich unbedingt lesen wollte, denn eine Jugendbuchadaption mit jüngeren Charakteren in der heutigen Zeit klang doch so gut wie perfekt. Leider konnte mich Holmes & Ich nicht ganz überzeugen.

Jamie Watson trifft durch seinen Schulwechsel auf Charlotte Holmes, wobei Jamie davon träumt, mit ihr gemeinsam Fälle zu lösen, so wie es früher auch ihre eng befreundeten Vorfahren getan haben. Zunächst hat Jamie Schwierigkeiten, sich mit ihr anzufreunden, erst ein schockierender Vorfall schweißt die beiden zusammen: Ein Mord, der so inszeniert wurde, dass die zwei als Hauptverdächtigen dastehen.

Die Protagonisten entsprechen ziemlich genau den Vorlagen und besitzen die meisten ihrer Eigenschaften. Das ist auf der einen Seite für eine Adaption natürlich logisch und passend, auf der anderen Seite finde ich es etwas fade, wenn keine neuen Entwicklungen und Merkmale herausstechen. So spielt Charlotte zum Beispiel ebenfalls auf ihrer Stradivari, ist eine Wandlungskünstlerin und dazu noch einer Drogensucht verfallen. Vor allem aber ist sie unheimlich clever, führt vollkommen rational ihre Analysen aus, was für den Leser immens beeindruckend ist. Dies wird noch gesteigert durch Jamies Bewunderung, der das Ganze wie Watson damals in Arthur Conan Doyles Geschichten als Ich-Erzähler mitverfolgt.

Jamie & Charlotte hat man letztendlich relativ gut kennengelernt, allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich wirklich mit ihnen mitgefiebert habe. Auch die Entwicklungen in Richtung Lovestory fand ich nicht allzu herausragend. Nachdem er einige Zeit mit ihr verbracht hatte, hat Jamie anscheinend beschlossen, verliebt in Charlotte zu sein, falls er es nicht schon von vornherein war - die wirkliche Erkenntnis habe ich nicht mitbekommen. Da Charlotte eher verschlossen ist und ihre Gefühle mäßigt, habe ich von der romantischen Chemie zwischen den beiden kaum etwas mitbekommen, höchstens gegen Ende. Interessanter fand ich sowieso, wie die beiden als Partner zusammen an der Aufklärung des Falls arbeiten, aber häufig ist es so, dass Charlotte Jamie nicht einweiht und er daher nicht viel dazu beitragen kann, was schade war, da ich den Prozess als Leser gern verfolgt hätte. Den Hauptteil bekommt man mit, keine Frage, und die Schlussfolgerungen sind auch ausführlich und verständlich erklärt, sodass ich von der Handlung gut unterhalten wurde. Sie bietet Spannung, Rätsel und Risiken ebenso wie Humor und Köpfchen.

Lediglich die Auflösung hat mich nicht ganz überzeugt. Einiges war vorherzusehen, wenn auch nicht das große Ganze, und den Täter empfand ich als unpassend, weil die Person auf mich schon fast lächerlich gewirkt und dies gar nicht zu ihren ausgeklügelten Taten gepasst hat. Generell verblassen die Nebencharaktere neben den Protagonisten und können mit ihren Persönlichkeiten bei Weitem nicht mithalten.

Der Schreibstil dagegen hat mir gefallen, ein flüssiger Stil, der in das Geschehen einführt, Atmosphäre schafft und die Gedankengänge verständlich ans Licht bringt.

Fazit
Holmes & Ich - Die Morde von Sherringford ist für die kurze Zeit ein unterhaltsames Leseabenteuer mit interessanten, aber auch schon bekannten Protagonisten, die durch ihre nüchternen Deduktionen beeindrucken können. Viel mehr konnte mich allerdings nicht überzeugen, daher hält sich das Buch eher im durchschnittlichen Bereich.

[Diese Rezension samt Fotos (freut mich, wenn sie euch gefallen :p) findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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387 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 132 Rezensionen

dystopie, zwillinge, francesca haig, das feuerzeichen, omega

Das Feuerzeichen

Francesca Haig ,
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.10.2015
ISBN 9783453270138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

MEINUNG
"Das Feuerzeichen" brilliert vor allem durch eines: seinem wahnsinnig faszinierenden Weltenaufbau. Die Grundidee ist meiner Ansicht nach unglaublich spannend und bietet so viel Potential und schon allein diesem Aspekt des Buches ist es zu verdanken, dass mich das Buch mitgerissen hat.
Es ist einfach sooo interessant, mitzuverfolgen, wie auffällig das Verhältnis zwischen den Geschwistern ist. Meist ist es eine Beziehung voller Hass, Grausamkeit und Ungerechtigkeit, wobei die Omegas die klaren Verlierer sind, nur aus dem Grund noch nicht ausgerottet, weil sie sonst auch ihre Alpha-Geschwister in den Tod reißen würden. Das musste ich mir immer wieder in den Kopf rufen, die Welt in Das Feuerzeichen unterscheidet sich so sehr von dem, was ich aus Büchern gewohnt war.

Zusätzlich gibt es in seltenen Fällen noch die Gabe (oder auch den Fluch) des zweiten Gesichts. Diese Omegas besitzen die Fähigkeiten eines Sehers, so auch Cassandra. Und es ist immer wieder bemerkenswert, wenn Cass durch Visionen einen Wissensvorteil erlangt. In ihrer Situation übrigens auch sehr hilfreich, wobei man nicht immer eindeutig bestimmen kann, ob es nun ihrer Gabe oder bloßem Glück zuzuschreiben ist.

Die Wendungen konnten mich überzeugen. Obwohl man Cass in der Ich-Perspektive erlebt, bekommt man manchmal absichtlich nichts von ihren Gedanken mit, sodass diese Wendungen umso plötzlicher kommen. Aber auch sonst ändert sich vor allem gegen Ende noch einiges.

Ebenso hat mir der Schreibstil gefallen. Er ist zwar nicht ganz einfach gestrickt, hat aber seine eigene, oft schon poetische Note.

Das einzig wirkliche Negative sind die gelegentlichen Längen. Gerade zu Anfang ging es doch recht langatmig voran, bis dann erst die spannungsreiche Handlung losgeht. Aber auch mittendrin gibt es Abschnitte, bei denen der Spannungsbogen abfällt. Oft hätte ich auch mehr Action erwartet, nicht selten kommen unsere Gefährten aus einer verzwickten Situation leicht und unbeschadet hinaus. Auch wenn das für die Protagonisten super ist - für den Leser hätte man aber auch etwas schiefgehen lassen können und so einen Schreck erzeugen können.
Zudem gibt es ein paar logische Schwachstellen, welche jedoch nicht übermäßig schlimm sind.

Die Charaktere gehen allesamt in Ordnung. Aber das war es auch schon. Cass hatte zwar clevere Ideen, für die man sie bewundern kann, aber so richtig kennengelernt habe ich sie nicht. Kip ist süß, aber für meinen Geschmack ist er zu sehr wie ein braves Schoßhündchen, das Cass hinterherläuft, egal wohin sie geht. Deshalb bin ich auch nicht begeistert von der Liebesgeschichte, die aber sowieso kaum eine große Rolle bekommt. Zumindest erschien es mir so, denn sie ist nur schwach bzw. ab und zu ausgeprägt.
Cass' Bruder Zach hat natürlich eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge, das ist schon aufschlussreich. Aber man weiß, welche Ziele und Prinzipien er hat, dabei gehen die Facetten verloren.
Wie auch immer, ich bin gespannt, welche Rolle die Charaktere letztendlich einnehmen werden und ob sie eine Entwicklung durchmachen.

FAZIT
"Das Feuerzeichen" ist ein gelungener Auftakt eines atemberaubenden Weltenentwurfs, der neugierig auf die Folgebände und den weiteren Verlauf der Handlung macht. Trotz gelegentlicher Längen kann ich den Roman an Dystopie-Freunde und Interessierte weiterempfehlen.

Knappe vier Sterne

[Diese Rezension, Reiheninfos und Zitate findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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220 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

dystopie, liebe, wild, zukunft, lena klassen

Wild

Lena Klassen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 11.03.2013
ISBN 9783931989798
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Einmal wöchentlich bekommt jeder in „Neustadt“ seine Glücksinjektion. Trotzdem ist die siebzehnjährige Pi nicht so glücklich wie alle anderen. Stimmt etwas nicht mit ihr? Oder warum darf sie nicht mit Lucky zusammen sein, ihrem besten Freund? Anders zu sein ist gefährlich, denn hinter dem Zaun, der „Neustadt“ umgibt, liegt die Wildnis. Dort herrschen noch Krankheit und Gewalt – und dorthin werden alle verbannt, die aus der Reihe tanzen.
Dann geschieht etwas Unfassbares: Die Glücksdroge versagt. Und plötzlich steht Pi vor der Entscheidung ihres Lebens: Liebe oder Freiheit?

Meinung
Für Wild habe ich schon öfter Leseempfehlungen gesehen und da ich Dystopien liebe, war ich sehr gespannt. Tatsächlich stellte sich zunächst Enttäuschung ein; ich habe mich schon gefürchtet, dass mich das gesamte Buch nicht überzeugen konnte, aber dann begann mit Teil 2 ungefähr in der Mitte des Buches der Sog.

Dass mir die erste Hälfte nicht so recht gefallen wollte, lag vor allem daran, dass sich die Handlung sehr gezogen hat. Ich kam also nur schleppend voran, obwohl die Idee zweifelsfrei sehr interessant war. Den Einfluss der Glücksinjektion mitzubekommen, ist faszinierend. Pi verträgt diese anders als die anderen, damit ist es der Autorin gelungen, dass die Protagonistin keine dauerhaft vor Glück platzende, benebelte Person ist, was bestimmt nervenaufreibend gewesen wäre. Trotzdem konnte ich mich anfangs nicht mit ihr zurechtfinden und auch alle anderen Charaktere blieben blass und mir gleichgültig (was vielleicht sogar an der Wirkung der Glücksdroge liegt, die den Menschen ihre Ecken und Kanten nimmt, wie man schnell merkt).
Die Handlung in der ersten Hälfte konnte mich kaum mitreißen. Es passieren zwar Dinge, die aufregend hätten sein können, aber mir erschienen sie eher langatmig und teils unglaubwürdig, dazu platte Dialoge.

Mit der zweiten Hälfte des Buches habe ich allerdings verstanden, warum Wild so viele positive Kritiken hat. Und jetzt kann ich auch sagen, dass das Lob meiner Meinung nach berechtigt ist, denn diese zweite Hälfte begeistert und wiegt die erste wieder auf.
Es ist, als würde die Blase, die verhindert hat, dass man in die Geschichte eintaucht, plötzlich platzen und man würde nun nun die prickelnde Mischung aus Spannung, Action und Gefahr serviert bekommen. Von da an war ich an das Buch gefesselt. Die Situation spitzt sich zu, es passiert relativ viel und man bekommt noch ein paar Antworten auf Unklarheiten.

Pi macht eine immense positive Entwicklung durch, wobei ich einschränken muss, dass ich nicht alle ihre Gedankengänge und Handlungen nachvollziehbar fand. Ebenso konnte mich die Liebesgeschichte nicht überzeugen, erst gegen Ende sind echte Gefühle zu mir durchgedrungen. Da muss ich erwähnen, dass mir Orion um einiges besser gefallen hat.

Der Schreibstil ist schön, es finden sich so manche berührende Zitate. Jedoch kann man wie oben gesagt daran arbeiten, die Gedankengänge durchschaubarer zu beschreiben. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde sich in Pis Gedanken und Verhalten etwas Widersprüchliches zu dem finden, das sie erst kurz zuvor gesagt hat.

Fazit
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit Handlung und Charakteren gibt es für Wild eine Leseempfehlung von mir, denn die zweite Hälfte konnte mich absolut überzeugen und ich bin gespannt, was der zweite Band bereithält.

[Diese Rezension plus Zitate, Fotos und Reiheninfos findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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150 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

zukunft, dystopie, better life, spannung, lillith korn

Better Life

Lillith Korn
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 15.12.2015
ISBN 9783959910880
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt
Zoe entwickelt ein Programm, mit dessen Hilfe Erinnerungen gelöscht und ganze Persönlichkeiten neu programmiert werden können. Es soll dazu dienen, traumatisierten Menschen das Leben zu erleichtern. Doch Better Life nutzt Zoes neues Programm für eigene Zwecke. Erst als sie Paul begegnet, wird ihr das gesamte Ausmaß der Katastrophe klar. Doch da ist es schon zu spät ... Gibt es noch eine Möglichkeit diesen Alptraum zu stoppen?

Meinung

Negativ:
-Meine Rezension fällt so aus, wie auch das Buch ist: kurz.
Als Taschenbuch sind 225 Seiten angegeben, mein Tolino zeigt mir in der ebook-Version sogar nur 140 an. Ja, das Buch ist wirklich kurz, was aber nichts Schlechtes sein muss. Bei Better Life aber hat mich gerade dieser Aspekt ziemlich gestört. Dadurch wird die Handlung schnell vorangetrieben (was ebenfalls nicht zwangsweise negativ ist) und wenig ausgebaut. Die Story ging mir schon zu schnell voran.

-Auch die Charaktere bleiben dadurch sehr oberflächlich. Zoe ist zwar in Ordnung, aber gegen die anderen habe ich fast schon eine Abneigung entwickelt. Dass ihre Persönlichkeiten kaum ausgeprägt sind, hätte mich auf lange Sicht bestimmt noch mehr genervt.

-Dazu kommt noch, dass es meistens vorhersehbar bleibt. Die nächsten Schritte sind klar und werden schnell abgehakt. Ausnahme ist hier das Ende, dort gibt es eine Wendung, die mich komplett überrascht hat, die ich allerdings nicht völlig glaubwürdig finde.

Positiv:
-Die Idee ist wirklich interessant: Erinnerungen löschen und eine andere Persönlichkeit programmieren. Die Handlung konzentriert sich darauf und die Aspekte sind verständlich, wenn auch simpel, erklärt und der Verlauf gut durchdacht.

-Zugegebenermaßen wird es in der Story nie langweilig. Spannung ist vorhanden, auch richtige Aufregung und das Ende ist so gewählt, dass man am liebsten sofort erfahren möchte, was weiterhin passiert.

-Der konstante Lesefluss liegt auch an dem flüssig zu lesenden Schreibstil. Ich finde ihn zwar nicht besonders, aber das Buch lässt sich schnell durchlesen (was nicht nur an der Länge liegt).

-Die Protagonisten sind gut gewählt. Marvin und Paul, um das wahre Gesicht der Firma Better Life aufzudecken, und Zoe, die früher für Better Life gearbeitet hat, bevor sie die Wahrheit herausgefunden hat. Zoe mochte ich recht gern, denn man muss ihr zugestehen, dass sie mutig und klug handelt.

Fazit
Better Life ist etwas Kurzweiliges für Zwischendurch, das eine gute Idee aufweist, aber einfach zu schnell vorangetrieben wird. Kann man lesen, muss man nicht.

[Diese Rezension findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

atlantis, drachen, liebe, gestaltwandler, vampire

Atlantis - Der Drachenkrieger

Gena Showalter , Freya Gehrke
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.12.2015
ISBN 9783956492655
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt
Wenn ein Mensch den Drachenherrscher Darius en Kragin erblickt, sind seine Sekunden gezählt. Denn Darius richtet jeden, der das Portal zum versunkenen Atlantis durchschreiten will.
Deshalb müsste er auch die rothaarige Menschenfrau töten, die unvermittelt durch eine geheime Pforte in sein Reich tritt. Da entdeckt er das verloren geglaubte Drachenmedaillon an ihrem zarten Hals. Und weil sie das begehrenswerteste Geschöpf ist, das er seit Jahrhunderten erblickt hat, kann Darius nicht anders, als ihr das Leben zu lassen. Ein schrecklicher Fehler? Denn Grace kann nicht nur für ihm zum Verhängnis werden, sondern ganz Atlantis ...

Meinung
Das grundsätzliche Problem bei Atlantis - Der Drachenkrieger ist, dass so wenig eigentliche Handlung vorhanden ist, dass man diese auch problemlos in unter 100 Seiten hätte packen können.
Keine Frage, die Idee gefällt mir, denn Fantasywesen, darunter zu Kriegern ausgebildete Drachen in Menschengestalt, und dazu das verborgene Atlantis, das um jeden Preis geschützt werden muss, versprechen Aufregendes.

Auch Darius hat anfangs jede Menge Pluspunkte gesammelt, denn er war unerbittlich, knallhart und emotionslos, gerade das hat meine Neugierde geweckt. Im Verlauf des Buches bleibt er zwar auch ein sympathischer Kämpfer, aber diese gewisse Faszination war dann weg, da seine eiskalte Schale den Gefühlen Platz macht.
Grace ist nicht die übliche Protagonistin, sie ist entschlossen und nicht auf den Kopf gefallen. Ich konnte mich zwar nicht hundertprozentig mit ihr anfreunden, aber für die Story ist sie eine gelungene Wahl.

Wo wir schon bei den beiden Protagonisten sind, kann ich auch gleich meinen zweiten Hauptkritikpunkt anmerken. Ihre Liebesbeziehung basiert vor allem auf Begierde und Verlangen und sie ist mir deutlich zu detailliert und oft beschrieben. Gefühlt in jedem dritten Satz geht es nur darum, wie schön er/sie doch aussieht und wie sehr man sich nach dem anderen verzehrt. So geht es das ganze Buch durch, immer wieder. Zwar konnte ich diese Chemie nach einer Weile akzeptieren und deshalb auch, wie plötzlich es gegangen ist, aber die komplette Storyline scheint nur aus Testosteron zu bestehen. Es erscheint noch übertriebener, wenn man bedenkt, was die Handlung sonst bietet. Im Vergleich eher wenig. Gegen Ende spitzt sich die Gefahr zwar zu, aber der "Showdown" ist zu schnell zuende.

Das Buch ist aus Grace und Darius' Perspektive als personaler Erzähler geschrieben. Zwischendurch kommen noch weitere Erzähler und wichtige Charaktere dazu, aber wie sich plötzlich noch eine zweite Liebesgeschichte ergeben hat, kommt mir total unglaubwürdig vor. Die Gedanken und Gefühle sind jedoch gut vermittelt.

Positiv anmerken kann ich außerdem, dass das Buch immerhin sehr flüssig zu lesen ist. Der Schreibstil ist angenehm, verständlich und vermittelt eine gelungene Atmosphäre. Dass ich diese Reihe weiter verfolgen werde, bezweifle ich, aber ich werde mich auf jeden Fall der Alice im Zombieland-Reihe der Autorin widmen.

Fazit
Atlantis - Der Drachenkrieger von Gena Showalter hätte ruhig mehr Geschehen und weniger Machomäßiges enthalten können, jedoch haben mir die Charaktere und die Idee gefallen. Wer sich nicht an einer dominierenden, triebhaften Fantasyliebesgeschichte stört, für den könnte das Buch durchaus etwas sein.

[Diese Rezension, Zitate und weitere Infos findet ihr HIER auf meinem Blog.]

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297 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

liebe, seelenspiegel, savants, joss stirling, gefahr

Die Macht der Seelen - Misty Falls

Joss Stirling ,
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 24.07.2015
ISBN 9783423761239
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Misty Falls ist eine Savant und hat somit eine ganz besondere Gabe - allerdings eine höchst zweischneidige: Sie muss immer die Wahrheit sagen, was schon zu vielen peinlichen Situationen geführt hat. Und dann trifft sie ihr Gegenstück: Alex. Mistys und Alex' Begabungen scheinen sich abzustoßen. Und doch fühlen sie sich auf seltsame Weise zueinander hingezogen. Sind die beiden etwa Seelenspiegel?

MEINUNG
Dass Joss Stirling schreiben kann, hat sie schon in den drei Vorgängern bewiesen. Von der Savant/Seelenspiegel-Idee bin ich seit jeher fasziniert, obwohl ich sagen muss, dass sich in dem Handlungsmuster der Reihe kaum etwas ändert, sodass die Idee fast schon abgenutzt wirkt. Trotzdem haben die Bücher noch immer großen Reiz auf mich und das hat sich auch nach dem Lesen von Misty Falls bestätigt.

Während einer Reise nach Südafrika begegnet die tollpatschige Misty dem selbstbewussten, erfolgreichen Alex, der das Gegenstück von ihr zu sein scheint, weshalb Misty zunächst gar nicht darauf hofft, gut genug für ihn zu sein. Trotzdem ist eine gewisse Anziehung nicht zu leugnen...

In diesen Handlungsstrang mischt sich noch ein gefährlicherer. Denn ein Serienkiller, der es nur auf junge Savants abgesehen hat, treibt sein Unwesen.
Der Handlungsverlauf ist gelungen, man findet sich schnell in das Geschehen ein und bekommt viel Romantik, bevor die Spannung zuschlägt. Ich hatte zwar gedacht, dass dies noch vorher passiert, aber da ich immer mit etwas überraschend Gefährlichem gerechnet habe, hat sich auch so eine aufregende Atmosphäre aufgebaut.
Die Romantik ist bei dem Thema Seelenspiegel so gut vorprogrammiert und Joss Stirling hat die Beziehung der beiden liebevoll ausgeprägt, obwohl mir die Wendung zu plötzlich kommt. Zuerst mag man sich gar nicht so richtig, dann "ach, wir sind Seelenspiegel?" und schon kann man ohne den anderen gar nicht mehr leben. Das erscheint mir nicht authentisch, ich kann aber nachvollziehen, dass es für Seelenspiegel typisch ist.

Die Handlung ist im Wesentlichen vorhersehbar, was ich schade finde, aber immerhin entsteht trotzdem ein verlockender Lesesog, sodass ich von der Story mitgerissen wurde und gespannt war, was passiert. Im Mittelteil zieht sie sich ein kleines bisschen, aber sonst ist der Lesefluss nicht beeinträchtigt. Vor allem gegen Ende wird es wirklich riskant und fesselnd und die Autorin rundet die süße Liebesgeschichte gefühlvoll ab.

Misty finde ich schon allein durch ihre Gabe unglaublich interessant. Immer die Wahrheit sagen zu müssen, muss zu erfrischenden Erlebnissen führen. Joss Stirling setzt Mistys Gabe jedenfalls gelungen um. Mit Mistys Persönlichkeit ist es schon etwas schwieriger klarzukommen. Teilweise benimmt sie sich zickig oder unreif und macht sich dauernd schlechter, als sie ist. Außerdem zweifelt sie an Alex und sich, sodass auch Selbstmitleid vorkommt. Obwohl das Eigenschaften sind, die mich normalerweise an Protagonisten wahnsinnig stören, ist es Misty doch irgendwie gelungen, dass ich sie sympathisch finde - trotz gelegentlicher dämlicher Handlungen ihrerseits.
Ihre Gedankengänge und das, was Misty mit ihrer Gabe auslöst, sind meistens auch witzig und dass Misty auch stark und mutig sein kann, beweist sie, als sich die Handlung zuspitzt.

Alex hat mich zunächst mit seinem widersprüchlichen Verhalten verwundert, doch er hat eine liebenswürdige Persönlichkeit und die Liebesgeschichte wird dadurch wirklich süß.
Interessant finde ich diesmal auch den "Bösewicht", der eine verquere und unheimliche Denkweise hat, die verhindert, dass man alles in Schwarz und Weiß einordnet.
Die Protagonisten aus den Vorgängerbänden sind auch in Misty Falls dabei, jedoch stark untergeordnet. Uriel lernt man jedoch besser kennen, genauso wie Mistys Freundinnen, die in den nachfolgenden Bücher die Protagonisten sein werden.

Joss Stirling besitzt einen wundervollen Schreibstil, flüssig und angenehm, der es ermöglicht, in die Geschichte einzutauchen und sowohl Gefühlvolles als auch Spannendes mitzuerleben.

FAZIT
Misty Falls hat kleinere Schwächen, ist im Wesentlichen aber ein vollkommen gelungener Nachfolger, der Fans der Reihe sicherlich auch wieder großes Lesevergnügen bringt - so wie mir.

[Diese Rezension, Zitate und Fotos findet ihr auch HIER auf meinem Blog.]

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245 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

lisa rosenbecker, fantasy, liebe, gabe, magie

Arya & Finn

Lisa Rosenbecker
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 23.11.2015
ISBN 9783959911344
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt
Arya hat ihre Zukunft als Leibwächterin klar vor Augen: Sie will ihrer Freundin Elena um jeden Preis zur Seite stehen. Schon seit vielen Jahren bereitet sie sich darauf vor und nimmt sogar ihre verhasste Gabe in Kauf, die ein gut behütetes Geheimnis ist. Ebenso wie Elenas wahre Herkunft.
Aus diesem Grund lässt sich Arya auf eine Reise ein, bei der sie nicht nur mit ihrer Vergangenheit, sondern auch mit der Zukunft konfrontiert wird. Denn ihr Reisegefährte Finn weckt unbekannte Gefühle in ihr.
Doch während Arya versucht auf ihr Herz zu hören, kristallisiert sich eine Bedrohung für das gesamte Königreich heraus, der sich die Gefährten am Ende gemeinsam stellen müssen.

Meinung
Das Cover ist wunderschön, die Farben, das Motiv - absolut gelungen. Schon beim bloßen Anschauen erweckte es in mir den Wunsch, sofort loszulesen. Die Ornamente in den Ecken finden sich auch auf den Buchseiten.

Arya & Finn gehörte zu den Büchern, die ich einfach sofort nach Erscheinen lesen musste, nicht nur des hinreißenden Covers und der spannenden Story wegen, sondern vor allem, da ich Lisas Buchblog schon länger verfolge und natürlich darauf gespannt war, ob sich schriftstellerisches Talent zeigt.
Tut es.

Der Einstieg fällt leicht, da auch die Charaktere schnell sympathisch werden. Arya muss mit dem Verlust ihres Onkels zurechtkommen und zeigt so schon, dass sie ein großes Herz hat. Im weiteren Verlauf muss man ihre Kampfkünste und ihren Mut anerkennen und es hat mir richtig gefallen, dass es dieses Mal dem Mädchen zusteht, die Starke zu sein. Interessant ist ebenfalls ihre Gabe, die für Arya allerdings eher ein Fluch zu sein scheint.
Hinsichtlich der Sympathie kann Finn aber locker mithalten. Mit seinen Witzen, seiner schelmischen Art und seiner süßen Zuneigung für Arya mag ich ihn wirklich gern.

Die beiden sind aber glücklicherweise nicht allein in ihrer ungewöhnlichen Reisetruppe. Aryas Freundin Elena kann ich für ihren Edelmut und ihre Treue nur aufrichtig bewundern. Obwohl sie nicht so wie Arya im Mittelpunkt des Buches steht, mochte ich sie sogar lieber. Ich denke, Ilias wird sich in das Herz von fast allen Lesern schleichen und ich freue mich sehr, wenn er im Nachfolger-Companion seine eigene Geschichte erhält. Nur mit Bero wurde ich nicht so richtig warm; mir war zwar von Anfang an klar, dass er in Ordnung ist, aber wirklich etwas anfangen konnte ich mit seinem Charakter nicht.

Die Liebesgeschichte kann bei mir auch punkten. Sie entwickelt sich langsam und zaghaft, aber deutlich, und es ist herrlich, die beiden dabei zu erleben, wie sie einander immer mehr bedeuten.

Die Story wird abwechselnd von Arya und Finn in der Ich-Perspektive erzählt, dazu mischt sich zwischendurch auch ein mysteriöser Er, dessen Identität aber im Laufe des Buches aufgedeckt wird. Leider ist mir dies schon sehr früh klar geworden, generell war vieles vorhersehbar. Ebenso könnte man der Gefahr, die die Gefährten vielfach erwartet, mehr Atmosphäre geben.
Trotzdem bleibt die Handlung stets flüssig und spannend zu lesen und obwohl die Wendungen für mich nicht überraschend kommen, gehen sie doch mit einem neuen Anreiz einher.
Lobenswert sind hingegen die Facetten und Ideen, mit denen die Autorin ihre Welt gestaltet hat. Man bekommt in das Land und die magischen Dinge einen guten Einblick und was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen, sodass ich die unterhaltsame Reise in die tolle Welt völlig genießen konnte.

Mit Lisa Rosenbeckers Schreibstil kann ich mich auch problemlos anfreunden. Natürlich ist noch Luft nach oben, aber das Buch liest sich angenehm und vor allem einfach schön. Ich konnte die Gefühle und Handlungen der Charaktere verstehen, die Weltengestaltung wurde ausführlich und nachvollziehbar erklärt (was mir bei Fantasy sehr wichtig ist) und erschien mir so (bis auf eine Sache) authentisch.

Fazit
Arya & Finn - Im Sonnenlicht ist ein absolut gelungenes Debüt mit bemerkenswerten Charakteren, einer schönen Lovestory und magischen Ideen.
Ich bin gespannt auf die kommenden Werke aus Lisas Feder!

4,5 Sterne

[Diese Rezension, Fotos und Zitate findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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1.306 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 226 Rezensionen

liebe, colleen hoover, love and confess, kunst, tod

Love and Confess

Colleen Hoover ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.11.2015
ISBN 9783423740128
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Vor fünf Jahren hat Auburn ihre erste große Liebe in Dallas zurücklassen müssen, verbunden mit einem Schmerz, den sie bis heute nicht ganz überwunden hat. Als sie eines Abends im Schaufenster einer Kunstgalerie Briefe mit anonymen Bekenntnissen entdeckt, ist sie zutiefst berührt, denn auch sie trägt ein Geheimnis mit sich. Niemand soll von ihrer Vergangenheit wissen - vor allem nicht Owen, der junge Künstler mit den grünen Augen, der sich von den Geschichtenanderer Menschen für seine Bilder inspirieren lässt. Vom ersten Augenblick an fühlt sie sich zu ihm hingezogen und Owen geht es nicht anders. Die beiden verlieben sich mit ungeahnter Wucht ineinander. Doch auch Owen hat ein Geheimnis, das alles zu zerstören droht, was ihnen wichtig ist . . .

Meinung
Ich war sehr gespannt, was Colleen Hoover dieses Mal geschaffen hat. Die Bilanz ihrer Bücher stand bisher bei einem überragenden und zwei enttäuschenden Werken, doch in Love and Confess zeigt sie, dass sie zu Recht eine Bestsellerautorin ist.

Der Verlauf der Handlung ist sehr flüssig, man verschlingt die Leseabschnitte und kann kaum aufhören zu lesen. Der Einstieg beginnt mit dem Prolog schon überaus gefühlvoll und traurig, bis dann im nächsten Kapitel fünf Jahre später die eigentliche Story zwischen Auburn und Owen beginnt.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht dieser beiden Protagonisten erzählt und sie sind für die Story genau richtig. Die Chemie zwischen ihnen ist deutlich spürbar und schon in den ersten Kapiteln wurde mir bewusst, dass das Buch hier das Potential zu einer großartigen Liebesgeschichte hat - was es auch wird. Sowohl Auburn als auch Owen sind mir im Handumdrehen sympathisch geworden und die Sympathie steigert sich immer mehr, was ich gar nicht erwartet hätte. Es ist für mich nicht zu leugnen, dass die beiden zueinander gehören, sich gegenseitig aufbauen und glücklich machen. Zudem wirken die beiden nicht kitschig, sondern authentisch, was auch dem Humor und geistreichen Dialogen zuzuschreiben ist.

Auf die Antagonisten, die den zweien das Leben unnötig schwer machen, wird man regelrecht zornig und sie werden gegen Schluss so widerlich, dass die schöne und gefühlvolle Atmosphäre gestört wurde. Außerdem hätte ich mir dort mehr Facetten gewünscht, aber das ist gerade kein großer Kritikpunkt.

Das Ende ist wiederum absolut gelungen und der Rückblick, auf den der Leser sehnlichst gewartet hat, ist ein wirklich berührender.
Colleen Hoover schafft es mit ihrem flüssig zu lesenden Schreibstil hervorragend, die Gefühle umzusetzen und an den Leser zu bringen. Das Buch bleibt permanent spannend und schön zu lesen.

Ich muss auf jeden Fall herausheben, dass die Idee mit den Geständnissen grandios ist. Sie haben mich teilweise sprachlos gemacht, vor allem, wenn man bedenkt, dass Hoover sie von ihren Lesern zugeschickt bekommen hat, dass sie real sind. Da Owen ein Künstler ist und sich von diesen Geständnissen zu seinen Bildern inspirieren lässt, wird ein besonderes Augenmerk auf die Kunst gelegt. Manche seiner Werke sind im Buch abgedruckt, wunderschön. Diese Facetten vereinen so viele Leben und Probleme anderer Menschen auf der Welt und machen das Buch einzigartig.

Fazit
Der Hoover-Effekt hat zugeschlagen!
"Love and Confess" konnte mich zweifellos mitreißen und ist eine wunderbare Liebesgeschichte nicht nur für Fans.


[Diese Rezension, Zitate und Fotos gibt es auch hier auf meinem Blog.]

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(234)

494 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

rennen, überleben, pandora, heilmittel, dystopie

Salz & Stein

Victoria Scott , Michaela Link
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.11.2015
ISBN 9783570163450
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Das Brimstone Bleed geht in die zweite und letzte Runde. Tella hat mehr als einen Freund verloren. Einzig ihr Pandora Madox ist tapfer an ihrer Seite. Kann sie das Rennen gewinnen und ihren Bruder retten? Kann sie die Veranstalter des Brimstone Bleed ein für alle Mal vernichten, damit niemand mehr so leiden muss wie sie? Und was geschieht mit Guy und ihr – kann die Liebe über alles siegen, oder bleibt sie auf der Strecke?

MEINUNG
Band 1, Feuer & Flut, hat mich außerordentlich stark mitgerissen und den zweiten Band konnte ich kaum erwarten. Und was soll ich sagen? Er erfüllt meine Erwartungen, er übertrifft sie sogar ein wenig (wenn man vom Ende absieht, aber dazu komme ich später).

Die Charaktere bekommen mehr Tiefe, man lernt sie um einiges besser kennen.
Guy, der mir im Vorgänger noch zu distanziert war, hat es nun geschafft, mich vollkommen von sich zu überzeugen. Er öffnet sich immer mehr, sodass ich ihn nun besser verstehen kann und sein Verhalten, seine Gefühle und sein Charakter sind mir sehr sympathisch geworden. Auch zu bewundern ist seine Vernunft, Stärke und das geduldige Vertrauen in Tella, denn diese ist manchmal wirklich nicht leicht zu ertragen.
Tatsächlich hat sie mich anfangs gestört, da sie permanent herumjammert, dass Guy ihr nichts zutraut und während sie versucht, sich zu beweisen, trifft sie eine Reihe von unweisen Entscheidungen, deren Logik ich nicht immer nachvollziehen kann. Dennoch muss ich zweifellos zugeben, dass sie mutig und entschlossen ist, auch Humor zeigt und trotz der Situation nicht ihre moralischen Überzeugungen vergisst.
Eine Handvoll neue Charaktere kommt dazu und sie spielen eine nicht unerhebliche Rolle, aber man bleibt ihnen gegenüber misstrauisch, da man nicht wissen kann, auf welcher Seite sie stehen.

Dadurch bleibt man in einer angespannten, aufregenden Atmosphäre. Dass, was mir an Salz & Stein aber mit am meisten gefallen hat, ist die unglaubliche Spannung, die sich auf höchstem Niveau durch alle Kapitel und Sätze zieht. Sie übertriff sogar noch die im ersten Band, obwohl ich das kaum für möglich gehalten hatte. Respekt für diesen Suchtfaktor, der erzeugt und dauerhaft gehalten wurde.
Dazu beigetragen hat unter anderem die Gestaltung der beiden verbliebenen Ökosysteme, die höchst riskant und nicht selten tödlich enden. Teilweise ist es wirklich schockierend brutal und die Handlung hält noch einige unvorhersehbare Wendungen bereit. Ich wusste nicht, was mich erwartet, deshalb musste ich weiterlesen und das Buch innerhalb kurzer Zeit verschlingen.

Natürlich wurde ich auch diesmal von den Pandoras verzaubert, ganz besonders von Madox, den man einfach ins Herz schließen muss und den ich sogar mehr als alle Charaktere zusammen mag.
Der Schreibstil hat seinen eigenen, besonderen Charakter, der die Spannung hervorragend überträgt und ist dabei wunderbar flüssig zu lesen. Ich finde ihn fantastisch und ausdrucksstark in seiner Schlichtheit.

Und nun kommen wir zum Ende (keine Sorge, keine Spoiler).
Ohja, es gibt einen besonders atemberaubenden Showdown und dann - ist Schluss. Bisher ist noch nicht klar, ob ein dritter Band erscheinen wird oder nicht, aber ich hoffe es so so sehr, denn das kann nicht das Ende sein, so viele Fragen und so viel Mögliches bleibt offen. Für einen zweiten Band wäre es ein super Cliffhanger, aber für einen Abschluss würde er mich total frustriert zurücklassen und ich müsste auch eine etwas schlechtere Bewertung dafür vergeben. Aber bisher zwinge ich mich, daran zu glauben und sende diese Bitte von mir und so gut wie allen anderen Lesern an die Autorin, dass sie uns bitte erlösen und schnell einen weiteren Band schreiben möge.
Denn diese ausgezeichnete Reihe verdient ein würdiges Ende.

FAZIT
Salz & Stein ist noch spannender und aufwühlender als der Vorgänger und konnte mich auch dieses Mal begeistern. Allein an Tella habe ich etwas zu kritisieren und das Ende -das hoffentlich nicht der Abschluss ist!- lässt mich gespannt zurück.

4,5 Sterne.

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137 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

romantik-thriller, 5 sterne, 4.5 sterne

Lilienfeuer

Alexandra Monir , Michaela Link
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 08.09.2015
ISBN 9783570402740
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Sieben Jahre ist es her, doch nie gelang es der 17-jährige Imogen jene Nacht zu vergessen, als ihre Eltern bei einem Brand im Garten des englischen Familiensitzes starben. Aufgewachsen in New York, gerät Imogens Welt abermals völlig aus den Fugen, als sie erfährt, dass ihre Cousine Lucia verunglückt ist und sie nunmehr das Erbe als Herzogin von Rockford antreten muss. In England erwarten sie nicht nur die ungewohnten aristokratischen Pflichten, sondern auch Sebastian, Imogens heimliche Liebe seit Kindheitstagen. Doch ihr Wiedersehen auf Rockford Manor wird durch die mysteriösen Vorkommnisse hinter den uralten Mauern überschattet: Waren die Todesfälle in ihrer Familie wirklich ein Zufall?

MEINUNG
Im Prolog wird klar, dass zuvor etwas Wichtiges passiert sein muss, jedoch bleibt das Gespräch so rätselhaft, dass man nur erahnen kann, was Imogen so aus der Bahn geworfen hat. Mit vielen Fragen blickt man anschließend zurück und erlebt den alles verändernden Sommer auf Rockford Manor, als Imogen 10 Jahre alt war. Seitdem lebt Imogen in den USA und ist nie wieder nach Großbritannien zu dem Anwesen ihrer Familie zurückgekehrt.
Dies ändert sich nach sieben Jahren, als Imogen erfährt, dass ihre Cousine ums Leben gekommen und sie nun die nächste in der Erbfolge ist. Getrieben von dem Wunsch, die Pflicht gegenüber ihrer verstorbenen Familie zu erfüllen, macht Imogen sich auf nach England.

Auf Rockford Manor angekommen, muss sie sich mysteriösen Ereignissen stellen, die für mich regelrecht unheimlich waren und den Spannungsfaktor erheblich erhöht haben. Imogen stellt dabei ihren Mut und ihre Entschlossenheit unter Beweis und kommt der Lösung des Rätsels auf die Spur, auch wenn es manchmal etwas dauert bis sie die richtigen Schlüsse gezogen hat.
In den Grundzügen konnte ich den Plot oft vorhersehen, der Rest kam allerdings vollkommen unerwartet und sorgt für Überraschungen. Spannung und Neugierde sind ebenfalls permanent vorhanden, sodass es mir nicht schwer fiel, mich in die Story einzufinden.

Imogen ist mir schnell sympathisch geworden. Ihre Entwicklung ist gelungen umgesetzt, ihre Entscheidungen kann ich gut nachvollziehen. Auch dass sie erst lernen muss, eine Herzogin zu sein und vieles neu für sie ist, finde ich authentisch dargestellt.
Weitere vielschichtige Charaktere und ihre verborgenen Geheimnisse spielen eine wichtige Rolle. Zwar erfährt man zu einigen nicht ganz so viel, jedoch trägt dies dazu bei, dass sie schwerer einzuschätzen sind und dadurch die mysteriöse Atmosphäre verstärkt wird.

Ein weiterer Aspekt ist das Übernatürliche, hier die Fähigkeiten, die Imogen seit ihrer Geburt zu verbergen versucht. Dies hat den Plot nochmals in eine etwas andere Richtung gelenkt, die ich aber äußerst interessant finde. Allerdings hätte man diese Idee noch weiter herausarbeiten können, meinem Anschein nach ist sie im Rest der Story etwas untergegangen.

Die Liebesgeschichte hat mich nicht wirklich überzeugt, aber das stört nicht weiter. Ich finde die Charakterzeichnung von Sebastian nicht ganz gelungen, doch dafür, dass sie sowieso nicht die Haupthandlung ausmacht, ist der Hauch von Romantik völlig in Ordnung. Zumindest von Imogens Seite aus sind die Gefühle klar erkennbar, sodass ich mir gut vorstellen kann, dass die Liebesgeschichte in anderen Werken der Autorin überzeugender ausgebaut ist.

Positiv anzumerken ist der hervorragende Schreibstil von Alexandra Monir, der wunderbar flüssig und eindrücklich zu lesen ist. Er unterstreicht, wenn nötig, die unheimliche Atmosphäre und Spannung. Durch den Ich-Erzähler bekommt man alles von Imogen mit und die Gedankengänge sind für mich stets nachvollziehbar, da sie ausführlich erklärt werden. Dadurch findet man sich sofort viel besser im Geschehen zurecht.
Schön finde ich auch die Idee, ein Buch über den englischen Adel zu schreiben und dabei geschickt und interessant Übernatürliches sowie Mysteriöses einzubinden.

FAZIT
Lilienfeuer ist eine gelungene Mischung aus Mystery, Spannung und Romantik mit einer interessanten Handlung, die kleinere Schwächen aufweist. Dies schmälert aber nicht das Lesevergnügen und ich bin auf weitere Bücher der Autorin gespannt.

-4,5 Sterne-

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228 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

märchen, liebe, maya shepherd, märchenhaft erwählt, märchenhaft

Märchenhaft erwählt

Maya Shepherd
Fester Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 27.08.2015
ISBN 9783734760020
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt
Es war einmal ein Prinz namens Lean, der seit seiner Geburt mit dem schrecklichen Fluch lebte, dass sein erster Kuss eines Tages großes Unheil über das Königreich Chòraleio bringen würde. Nur seine wahre Liebe kann ihn retten. Die zwölf schönsten Mädchen des Landes werden bei einer großen Auswahl erwählt – eine von ihnen wird Prinz Lean heiraten. Doch bis dahin liegt noch ein langer Weg vor ihnen. Es gilt Prüfungen zu bestehen, die den Mädchen alles abverlangen werden. Wie weit sind sie bereit für ein besseres Leben und die Chance auf die große Liebe zu gehen?

Meinung
Beim ersten Lesen des Klappentextes musste ich sofort an Selection denken. Einerseits fände ich es natürlich toll, wieder ein Buch zu finden, in das ich mich so verlieben könnte, andererseits gebe ich auch einiges auf Originalität. Aber das spielt sowieso gar keine Rolle, denn Märchenhaft erwählt erinnert mich abgesehen von der Auswahl und dem Wettkampf der Mädchen wenig an die Selection-Reihe.

Der Anfang verläuft ganz gut, man erfährt, wie Lean nach dem Dornröschen-Märchen verflucht wurde und deshalb können sich ihm alle Mädchen des Königreichs vorstellen, in der Hoffnung, die wahre Liebe zu finden. Daraufhin lernt man Heera kennen, die alles andere als eine Prinzessin ist. Heera Furchtlos wird sie genannt und dass sie vor keiner Gefahr zurückschreckt, stellt sie oft genug unter Beweis. Eigentlich begleitet sie nur ihre Schwester Medea zu der Auswahl, muss daraufhin aber feststellen, dass der Prinz ganz anders ist als erwartet.

Die Charaktere sind meist leider nur sehr oberflächlich geblieben. Zwar hat man viel über deren Gedanken, Gefühle und Persönlichkeit mitbekommen, jedoch konnte ich mich nicht in sie hineinversetzen oder mit ihnen mitfiebern. Am sympathischsten ist mir Heera geworden, die von den übrigen Charakteren hervorsticht und die ich in der Story gerne begleitet habe. Mit dem Rest kann ich leider nicht so viel anfangen. Ihre Schwester Medea empfinde ich immer mehr als nervig. Anfangs dachte ich, sie ist ein schönes, liebevolles Mädchen, doch ihre Handlungen sind dermaßen naiv, egoistisch und dumm, dass ich sie nun nicht mehr leiden kann. Lean ist zwar auch einer der Hauptcharaktere und hat wesentlichen Anteil an der Geschichte, doch zu ihm kann ich noch keinen Bezug finden, außer, dass er freundlich und gutherzig ist. So habe ich von der romantischen Seite auch nichts mitbekommen.

Die Handlung weist bekannte Elemente auf, da sich an der Handlung vieler Märchen orientiert wird und diese miteinander kombiniert werden. Für mich hatte dies einen geringeren Einfluss, da ich einige Märchen nicht kenne und so immer noch Etliches neu im Plot war.  Allerdings ist Märchenhaft erwählt in seiner Märchenhaftigkeit auch ziemlich vorhersehbar. Wie es ausgehen wird und was es mit der Person, die nicht die ist, die sie zu sein vorgibt, auf sich hat, war mir schnell klar. Da es kaum überraschende Wendungen für mich gab, ging einiges am Reiz der Geschichte verloren.

Doch es gab viele Momente, die mich verwundert haben. Damit meine ich nicht, dass sie unvorsehbar kommen, sondern, dass ich an diesen Stellen innehalten musste, um über die Logik nachzudenken. Etliches, und damit sind auch besonders die Handlungen der Charaktere gemeint, erscheint mir nicht authentisch. Beispiel: (Fast) Jeder liebt die Königsfamilie und ihre Herrschaft, dabei ist es kein Geheimnis, dass die Reichen in Luxus leben und die Armen kaum genug zum Essen haben. Und trotzdem jubelt und freut sich das Volk. Oder die Sache, dass es auf einmal sprechende Tiere gibt bzw. das ganz normal erscheint und Heera sich ohne mit der Wimper zu zucken auf eine lebensgefährliche Reise begibt, ohne sich vielleicht vorher erst ein paar Informationen zu holen, wo sie eigentlich hinsoll.

Dies führte dazu, dass ich mich in der Geschichte immer mehr fremd fühlte, weil ich gar nicht wusste, was in dieser Welt eigentlich möglich war und wo die Grenzen der Idee gesetzt wurden.  Es gibt noch mehr, bei dem ich fehlende Glaubwürdigkeit kritisieren könnte, doch ich glaube, dass die Geschichte mehr auf Magie und Märchen ausgelegt ist und man Logikfehler einfach hinnehmen muss. Das mag ich nicht gern, weil ich wissen möchte, woran ich bin, doch in Maßen ist es in Ordnung - wobei ich sagen muss, dass das Maß bei Märchenhaft erwählt für mich schon überschritten ist.

Der Erzählstil wechselt zwischen "nomal" und geschwollener Sprache, die in Märchen üblich ist. Da ich Märchenhaft erwählt aber nicht als eigenständiges Märchen, sondern als Märchenadaption betrachte, finde ich die Wahl nicht ganz so gelungen, denn durch den gestelzten Wortlaut bleiben die Handlung, der Erzählstil und die Charaktere weitgehend unpersönlich. Trotzdem liest sich die Geschichte vom Schreibstil her flüssig. Besonders die kurzen Passagen zwischen den Kapiteln haben mir gefallen.

Ich weiß, ich habe viel zu kritisieren und den Großteil kann man verbessern, doch das Wichtigste am Buch ist stimmig: Es hat mir Spaß gemacht. Ich hatte Freude am Lesen und auch wenn ich weder mit Charakteren noch mit der Handlung zufrieden bin, hat es mir gefallen, diese Geschichte voller Magie erzählt zu bekommen. Es war nicht romantisch, es war nicht superspannend, aber es war interessant. In der Zeit, in der ich es gelesen habe, wurde ich unterhalten und zugegebenermaßen interessiert es mich schon, wie die Folgebände umgesetzt werden.

Fazit
Wer Märchen lieber mag als rationale Spannung, der wird an Märchenhaft erwählt sicherlich Gefallen finden. Für mich war es eine kurzweilige Leseunterhaltung, die insbesondere bei Charakteren und glaubwürdiger Handlung noch stark ausbaufähig ist.

-Knappe drei Sterne-

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101 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

fantasy, thalam, gabriele ennemann, jugendbuch, thalam: die hüter der erde

Thalam

Gabriele Ennemann
Fester Einband
Erschienen bei Riverfield Verlag, 25.09.2015
ISBN 9783952452325
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Nie im Leben hätte der 15-jährige Gidion gedacht, dass er einmal ein richtiger Held sein würde. Doch als er bei einem seiner heimlichen nächtlichen Ausflüge beobachtet, wie feindliche Jäger an der Küste Thalams landen, überstürzen sich die Ereignisse. Gidion erfährt, dass er zu den Avantgarde gehört: vier Auserwählte, die sich den dunklen Mächten stellen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise in die unbekannte Unten-Welt treffen sie geheimnisvolle Wesen, die ihnen nicht immer wohlgesonnen sind. Schließlich kommt es zum entscheidenden Kampf ...
 
MEINUNG
Das Buch ist liebevoll gestaltet, mir gefallen die Farben und Bildelemente sehr, auch wenn ich mich nicht ganz mit dem Motiv des Jungen anfreunden kann, welches aber zur Story passt.
"Fantasie ist das Tor zu einer anderen Welt, man kann nie genug davon haben."
Mit diesem Zitat beginnt das Buch und diese wahren Worte steigerten nur meine Vorfreude auf einen hoffentlich abenteuerlichen und tollen Fantasyroman, ein Genre, von dem ich nie genug bekommen kann. Ich wurde nicht enttäuscht.

Mit am wichtigsten im Fantasygenre ist für mich ein überzeugender Weltenentwurf: Faszinierende Ideen, bei der der Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt sind und glaubwürdige, ausführliche Erklärungen, damit man weiß, woran man ist.
Dies ist Gabriele Ennemann mit Thalam vollkommen gelungen. Während es zunächst etwas undurchsichtig mit den verschiedenen Völkern wie Sinister, Jaher, Angat und was es sonst noch gibt, erscheint, werden die essentiellen Fragen schnell innerhalb der ersten Kapitel beantwortet. Die Erläuterungen sind äußerst gründlich und nachvollziehbar, sodass ich mich in der authentischen Idee viel wohler fühlte.

Die Story wird zum einen von Gidion in der Ich-Perspektive erzählt. Ich kann mich nicht entscheiden, wo ich ihn zwischen Unerfahrener Junge und Mutiger Krieger einordnen würde, jedoch passt er als einer der Protagonisten hervorragend in das Gesamtbild hinein und ist mir auch sympathisch geworden. Ebenfalls gefallen haben mir die Auserwählten der Avantgarde. Die anderen drei, die ich allesamt auch mögen musste, könnte man noch weiter hervorheben oder facettenreicher gestalten, neben Gidion sind sie ein bisschen verblasst, doch der Eindruck reicht völlig aus, um sagen zu können, dass sie zusammen ein großartiges und abwechslungsreiches Team bilden. Es wird mehr Wert auf Freundschaft als auf Liebe gesetzt, was ich positiv finde, aber es deutet sich an, dass da noch mehr kommen wird...

Zum anderen werden viele Kapitel aus Sicht der Gegenspieler oder aus Sicht eines bestimmten Wichtels erzählt. An Letzterem habe ich keinen Gefallen gefunden, ich konnte an seinen Handlungen kaum Interessantes feststellen.
Die Gegenspieler sind zwar zweifellos gefährlich, jedoch gelangen sie in so ungünstige Situationen, dass ich den gewissen Respekt vor ihnen verloren habe und sie nicht als ernstzunehmende Gegner einschätzen konnte. Dies bestätigt auch das Ende, das zwar meinen Erwartungen entsprach, für mich aber zu simpel und ohne großartigen Höhepunkt kommt. Zudem haben sich mir dort ein paar wenige Logikfragen aufgedrängt, wie die Charaktere vernünftiger hätten handeln können, diese kann ich jedoch vernachlässigen.

Der Schreibstil von Gabriele Ennemann liest sich flüssig und angenehm. Die Erklärungen und Gedanken der Charaktere konnte ich gut nachvollziehen. Es fiel nicht schwer, sich in das Geschehen hinein zu versetzen, ich wurde zwar nicht mitgerissen (dafür haben der Handlung besonders riskante oder überraschende Momente gefehlt, die den Spannungspegel in die Höhe treiben), hatte aber meinen Spaß an dieser kurzweiligen Geschichte voller Fantasie und magischen Wesen und konnte mich auch im bemerkenswerten Weltenentwurf zurechtfinden.

FAZIT
Thalam - Die Hüter der Erde ist ein unterhaltsames Abenteuer, das durch interessante Fantasyelemente mit einer authentisch gelungenen Weltengestaltung brilliert. Trotzdem hat die Story bei Komplexität und Spannung noch viel ungenutztes Potenzial.

-Knappe vier Sterne-

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1.208 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 251 Rezensionen

liebe, krankheit, nicola yoon, jugendbuch, leben

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Dressler, 17.09.2015
ISBN 9783791525402
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren.

MEINUNG
Mir gefallen sowohl Original- als auch das deutsche Cover, es sieht einfach ganz besonders aus, so bunt, so voller Leben, als wäre alles dabei.

Als ich mit dem Lesen anfing, wollte ich zunächst nur das tun: Anfangen. Mit dem Anfangen begann aber auch gleichzeitig das Beenden und ich hätte nicht gedacht, dass ich das Buch innerhalb eines halben Tages völlig verschlungen haben könnte. Zum Glück hatte ich an dem Tag noch nichts vor, denn so war es dann auch.

Madeline wächst schnell ans Herz. Durch ihren Immundefekt ist sie praktisch gegen die halbe Welt allergisch, weswegen sie ihre achtzehn Jahre nur im Haus verbracht hat, in Gesellschaft ihrer Mutter, ihrer Krankenschwester Carla und gelegentlich Lehrern, die allerdings erst durch die Luftschleusen müssen. Trotzdem behält sie ihren klugen Verstand und liebevolles Herz. Mit Olly hatte ich auch keine Sympathieschwierigkeiten, ganz im Gegenteil. Hinreißend witzig, fürsorglich und emotionsstark wurde sein Charakter ausgeprägt, sodass es mir ein Leichtes war, mit den beiden mitzufiebern. Die Liebesgeschichte ist romantisch und herzerwärmend süß, das Glück aber getrübt von den Familienumständen und Madelines Krankheit.
Die Handlung selbst verliert keinen Moment lang ihren Reiz, angefangen von Madelines Umständen über das Kennenlernen mit Olly bis hin zu den aufregenden Dingen, die noch kommen und die ich ganz bestimmt nicht verraten werde. Man fliegt nur so durch die Zeilen, ist gleichzeitig überrumpelt von der wunderbaren Geschichte und gefangen von ihrer Entwicklung.

Zu dem schnellen Lesefluss haben vor allem die kurzen Kapitel und der wunderbare Schreibstil beigetragen. Poetisch, berührend, aber auch an allerlei Stellen witzig, würde ich jederzeit zu weiteren Büchern der Autorin greifen. Etwas Besonderes sind auch die abwechslungsreichen Aufzeichnungen, Skizzen und allerlei Wissensnotizen, die zu der Situation passen und das Ganze realer und greifbarer machen. Ich bin hin und weg von der Umsetzung, lest das Buch, na los!

FAZIT
Die Emotionen beim Lesen von Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt schwanken zwischen Lächeln, Lachen und Weinen. Meist jedoch Lächeln, denn das Buch mitsamt seiner beeindruckenden Charaktere und dem außerordentlichen Schreibstil ist einfach wundervoll.

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127 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

spiegel, fantasy, liebe, ava reed, finn

Spiegelsplitter

Ava Reed
E-Buch Text: 349 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.06.2015
ISBN 9783738610918
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT
Caitlin weiß nicht, was es bedeutet, sich in einem Spiegel zu sehen, denn sie erkennt nichts darin. Doch er zieht sie an, ruft sie zu sich, wo auch immer sie ist. Eines Tages steht sie dem geheimnisvollen Finn gegenüber, der eine Sehnsucht in ihr weckt, der sie nicht entkommen kann. Immer wieder begegnen sich die beiden, nichts ahnend, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Caitlins Erbe beginnt zu erwachen und sie erkennt, dass es mehr auf dieser Welt gibt, als sie ahnt...

MEINUNG
Das Cover bekommt von mir auf jeden Fall einen Daumen nach oben, die Farben und die umgedrehte Art gefallen mir.

Wer sich aus irgendeinem Grund nicht an Debütromane oder Indieautoren herantraut, der sollte zumindest einmal einen Blick in "Spiegelsplitter" hineinwerfen und sich davon überzeugen, dass die Qualität eines Debüts erfahreneren Autoren in nichts nachstehen muss. Zwar gibt es in Ava Reeds Erstlingswerk ein paar Ecken und Kanten, die man verfeinern kann, doch insgesamt hinterlässt das Buch bei mir einen sehr positiven Eindruck.

Die Geschichte wird abwechselnd von Caitlin und Finn erzählt. Cat, noch vollkommen unwissend, lebt nach dem Tod ihres Vaters ein halbwegs normales Leben bei ihrem Kindermädchen Erin. Nur halbwegs normal, da sie in Spiegeln nicht ihr Ebenbild sieht. Finn dagegen weiß, was den Menschen auf dieser Welt verborgen bleibt und doch kann er sich nicht die Anziehung zu Cat erklären. Auch wenn der Leser jedes zweite Kapitel in Finns Gedanken ist, erfährt man nicht sofort alles. Zwar wüsste ich gern, woran ich bin, aber so bleibt es geheimnisvoll und aufregend.

Es hat nicht lange gedauert, bis ich Cat und Finn mochte. Die unleugbare Anziehung zwischen ihnen schafft eine magische, zuckersüße Liebesgeschichte, in der mir die beiden noch sympathischer geworden sind, da sie dem anderen immer beistehen. Besonders Finns Mut und Selbstlosigkeit gegenüber Cat muss ich bewundern, an seinen Gefühlen habe ich keine Sekunde lang gezweifelt. Cats Verhalten könnte ich in ein paar Situationen kritisieren, aber das, was sie getan hat, war wohl nötig für die Story.
Die weiteren Charaktere geben der Handlung mehr Schliff und Lebendigkeit und sind gut genug ausgeprägt. Ein bisschen ist zwar zu durchschauen, aber man musste nie genug, um sich wirklich sicher zu sein.

Anfangs liegt die Spannung eher auf dem Einfinden in das Verborgene und Finn und Cats Kennenlernen, doch nach und nach wird es immer riskanter und aufregender. Ich will dazu nichts vorwegnehmen, das liest man am besten selbst.
Störend empfand ich die Wiederholungen, die dadurch entstanden sind, dass Finn und Cat die gleiche Situation aus beiden Perspektiven erzählen. Vor allem, wenn z.B. in Cats Kapitel einige Zeit vergangen ist, etwas Interessantes passiert und man sich erst durch Finns "Nacherzählung" kauen muss, bevor man erfährt, wie es weitergeht. Das hat den Spannungsbogen erheblich beeinträchtigt, doch der Gedanke, sowohl aus Finns als auch als Caitlins Perspektive zu erzählen, ist der richtige, denn so kommt man beiden nahe. Für den zweiten Band würde ich also empfehlen, die Wiederholungen wegzulassen, sodass die Story nahtlos weitergeht.

Der Schreibstil hat mir gefallen, er ist flüssig zu lesen, wenn meines Empfindens nach anfangs auch gelegentlich holprig, doch mit den Seiten pendelt sich das zu einem schnellen Lesefluss aus. Ich konnte mich in beide Protagonisten hineinversetzen und auch die Erklärungen verstehen.

FAZIT
Spiegelsplitter ist ein magisches Debüt mit der richtigen Mischung aus Romantik, Freundschaft, Spannung und gelungenen Charakteren. Noch ausbaufähig, aber trotzdem lesenswert.

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258 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

liebe, dystopie, wasser, entführung, flut

Zwischen uns die Flut

Eva Moraal , Rolf Erdorf
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.05.2015
ISBN 9783841503510
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Zwei Familien, zwei Schicksale. Dazwischen eine Liebe, die nicht sein darf.
Als Nina und Max sich ineinander verlieben, steht ein großes Geheimnis zwischen ihnen. Es wird ihre Wege auseinanderreißen und wieder zueinanderführen. Doch die Wahrheit kann zerstörerisch sein. Sie sät Zorn, wo Schuld gesucht wird. Und nur allzu schnell werden aus Opfern Täter. Eine atemlose Jagd nimmt mit einer Entführung ihren Lauf, und schon bald ist klar: Nichts ist, wie es scheint.

Meinung
Zwischen uns die Flut macht eine Wandlung durch. Der Anfang ist verwirrend und zieht sich sehr, doch am Ende dominiert die Spannung.

Die Verwirrung ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die etlichen Abkürzungen größtenteils nicht erklärt werden. HC = (nein, kein Hardcover :D) Handcomputer. So weit so gut. Doch was ist mit all den anderen Begriffen wie DNS oder GG? Es wäre ein Leichtes für die Autorin gewesen, eine kurze Aufklärung zu geben.
Ebenso erfährt man nicht allzu viel über die Umgebung, obwohl dies mit das Interessanteste an der Idee ist. Es gibt privilegierte Trockene wie Nina und Nasse wie Max, aber Hintergrundinformationen zu z.B. der Vergangenheit und dem Ausmaß wären wünschenswert.

Auch die Charaktere tragen zu der Langatmigkeit bei. Ich kann mich nicht mit ihnen anfreunden, finde keinen Bezug. Auch wenn ich sie gegen Ende endlich akzeptiert habe, bleiben sie mir zu farblos. Das betrifft sowohl die Protagonisten als auch die Nebencharaktere.
Ebenso habe ich keinen Gefallen an der Liebesgeschichte gefunden. Glaubwürdig erst viel später, doch zuvor noch lächerlich plump und voreilig. Aber immerhin bessert sie sich so, dass sie gegen Ende fast schon niedlich sein kann. Fast.

Die Handlung steigert sich ab der Mitte und zwar rasant, denn das hat sie auch nötig. Konflikte, Kämpfe, Gefahr - da kommt Spannung auf, als Max aus Rachegründen zustimmt, Nina zu entführen. Von da an bleibt der Spannungsbogen fast durchgängig erhalten und am Ende wird es wirklich heikel. Man erlebt, wie groß die Kluft zwischen Nass und Trocken ist und welche Gewalt gegen den Feind angewendet wird.

Ich kann nicht behaupten, dass ich den Schreibstil wirklich mag. Er ist anders, manchmal schon zu simpel, aber schwer zu beschreiben. Trotzdem kann man ihn flüssig lesen und auch die kurzen Kapitel helfen.

Fazit
Zwischen uns die Flut besitzt viel Potenzial, das leider nicht vollständig genutzt wurde. Die Idee ist noch ausbaufähig, das gleiche gilt für die Charaktere und die Liebesgeschichte. Es gibt knappe drei Sterne für das Buch mit dem zähen Einstieg, der sich glücklicherweise dann doch in Spannung umwandelt.

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

hexen, fantasy, half wild, sally green, nathan

Half Wild

Sally Green
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Penguin UK, 24.03.2015
ISBN 9780141350882
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
After finally meeting his elusive father, Marcus, and receiving the three gifts that confirm him as a full adult witch, Nathan is still on the run. He needs to find his friend Gabriel and rescue Annalise, now a prisoner of the powerful Black witch Mercury. Most of all he needs to learn how to control his Gift - a strange, wild new power that threatens to overwhelm him.

Meanwhile, Soul O'Brien has seized control of the Council of White Witches and is expanding his war against Black witches into Europe. In response, an unprecedented alliance has formed between Black and White witches determined to resist him. Drawn into the rebellion by the enigmatic Black witch Van Dal, Nathan finds himself fighting alongside both old friends and old enemies. But can all the rebels be trusted, or is Nathan walking into a trap?

Meinung
Das Buch besitzt um die 400 Seiten und jede einzelne hat sich gelohnt, manche mehr, manche weniger, doch generell kann ich sagen, dass dieses Buch großartig ist.

Der Einstieg fällt spielend leicht und doch ist das Spannungslevel schon ganz weit oben. Auch wenn es nicht immer so atemberaubend bleibt, hat das Buch mich innerhalb kürzester Zeit gefesselt und nicht mehr losgelassen. Und die Szenen, die das Herz vor Spannung zum Rasen bringen, nehmen zu, bis man das Gefühl hat, das ganze Buch würde daraus bestehen. Wirklich, die Anspannung ist kaum auszuhalten, vor allem in den vielen Kampfszenen, bei denen man unbedingt wissen muss, was passiert und gleichzeitig jedes Wort vollständig in sich aufsaugen will.
Dabei zeigt der Verlauf keine Gnade, riskiert den ein oder anderen Schock mit heiklen Wendungen und bleibt vor allem höchst gefährlich.

Denn Nathan ist auf sich allein gestellt, zumindest teilweise. Weder weiß er, wem er trauen kann, noch, wie er seine Ziele erreichen kann. Dazu kommt seine außergewöhnliche Gabe, über die er keinerlei Kontrolle hat und die Unmengen an Feinden, die ihn tot sehen wollen.
Nathan ist mir im Laufe von Half Wild sehr ans Herz gewachsen und ich bewundere ihn noch mehr, als ich es bei Half Bad tat. Stark, vernünftig und es gefällt mir auch, wie erbarmungslos er sein kann. Niemand möchte ihn zum Feind haben. Er zeigt viele Facetten, genauso wie Gabriel, der die Herzen der Leser im Sturm erobern wird, das kann ich euch sagen. Dank ihm rührt das Buch auch zu Tränen.
Vielschichtige Charaktere sorgen für die unterschiedlichsten Gefühle - für Personen, die man vorher mochte, entwickelt man Hassgefühle, andere, die böse erscheinen, werden äußerst sympathisch und überhaupt stellt das Buch die Welt eine Zeit lang auf den Kopf, weil man so sehr darin gefangen ist.

Auch die Liebesgeschichte spielt nun eine etwas größere Rolle, auch wenn der Fokus auf Nathan liegt. Doch keine Sorge, die Lovestory bleibt nicht so süß und unschuldig, wie sie die Anschein hat.
Wie könnte sie auch, wenn Half Wild so viel brutaler und blutiger als sein Vorgänger ist? (Dürfte ich an dieser Stelle nochmal auf die Hochspannung hinweisen?)
Auf die Hexen und den Kampf, der sich zwischen ihnen entflammt, wird ständig eingegangen, somit ist auch mein Kritikpunkt von Half Bad erfüllt.

Der Schreibstil ist wie schon bei Half Bad gesagt wunderbar, auch er ändert sich je nach Situation und ich kann gar nicht genug von ihm bekommen.
Bitte lasst es nicht zu lange bis Band 3 dauern, der hoffentlich meinen hohen Erwartungen gerecht wird, denn sonst werde ich nicht nur halb wild.

Fazit
Half Wild ist eine gnadenlose Steigerung zum Vorgänger, an der ich nichts zu bemängeln habe und die als Highlight bestehen bleibt. Geniale Charaktere und ein atemberaubender Plot sorgen für Hochspannung.

Zum Englisch:
Vielleicht lag es daran, dass ich den Schreibstil noch von Half Bad gewöhnt war, aber mit dem Englisch hatte ich bis auf wenige einzelne Vokabel keine Probleme.



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865 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 187 Rezensionen

selbstmord, liebe, depression, depressionen, jugendbuch

Mein Herz und andere schwarze Löcher

Jasmine Warga
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.04.2015
ISBN 9783737351416
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen?
Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ...
Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.

Meinung
Eigentlich war alles vom ersten Satz an klar.
Ich las ihn und dann gab es kein Halten mehr, ich war verzaubert.
"Musik hat kinetische Energie."
Ich liebe Musik und von der Physik bin ich (teilweise) auch fasziniert und das alles wird in weise Worte verpackt. Und es geht noch weiter. Glückwunsch, Aysel, du hast es geschafft, mich innerhalb einer halben Seite komplett in den Bann zu ziehen.

Schnell wird klar, Aysel ist ein ganz besonderes Mädchen. Ausgefallen klug mit tiefgreifenden Gedanken, aber auch sehr unglücklich.

"Manchmal frage ich, ob mein Herz wie ein schwarzes Loch ist - eine Masse, so dicht, dass dort kein Raum für Licht bleibt."
(Seite 156)

Ihre schwarze Qualle der Depression frisst jeglichen Lichtblick seitdem die Sache mit ihrem Vater geschah. Was genau passiert ist, erfährt man erst im Laufe des Buches, die Neugierde wird ständig erhalten.
Jedenfalls hat Aysel den Entschluss gefasst, sich umzubringen. Und damit sie dies auch wirklich durchziehen kann, sucht sie sich einen Selbstmordpartner, den sie mit Roman auch bekommt.

Beide Charaktere sind mir so herausragend sympathisch geworden. Beide werden so verständlich dargestellt, dass man selbst die innere Dunkelheit spüren kann und trotzdem sind die Charaktere einzigartig und mir sehr ans Herz gewachsen. Nicht nur Aysel und Roman spielen eine Rolle, auch das Umfeld der beiden ist liebevoll ausgestaltet und wirkt authentisch.

Die Handlung entwickelt es sich weiter, der Countdown bis zum angesetzten Termin, an dem es zu Ende sein wird, rückt immer näher. Der Anfang des Buchs gefällt mir am besten, doch ist es bemerkenswert zu erfahren, wie auch Aysel sich verändert, wie sie dazulernt und Erkenntnisse gewinnt.
Ernste Szenen sind eindrücklich, emotional, doch die Lichtblicke zwischendurch geben Hoffnung und so muss man mit Aysel, Roman und der besonderen Liebesgeschichte mitbangen.

Der Schreibstil ist wundervoll! Ich konnte mich jederzeit in Aysel hineinversetzen, konnte ihre Qualen nachvollziehen und bewundere sie für ihre Stärke. Das Buch ist so tiefgründig, zeichnet herausragende Zitate und gibt einiges zum Nachdenken. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, als müsste ich gleichzeitig lachen und weinen, so herzergreifend schön ist es, mit durchaus auch humorvollen Stellen.

Ich bin zwar nicht hundertprozentig zufrieden, weil es sich kurzzeitig ein kleines bisschen zieht und ich von manchen Dialogen mehr erwartet hätte, doch alles in allem hat das Buch mich tief berührt, gefesselt und begeistert.

Fazit
Mein Herz und andere schwarze Löcher bringt eine wichtige Botschaft über ein ernstes Thema. Dabei ist es wunderschön zu lesen, Charaktere, Schreibstil und Handlung sind berührend und einzigartig.
Absolut lohnenswert!


[Diese Rezension, Fotos und Zitate findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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hexen, fantasy, half bad, englisch, sally green

Half Bad

Sally Green
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin UK, 27.03.2014
ISBN 9780141350868
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
In modern-day England, witches live alongside humans: White witches, who are good; Black witches, who are evil; and sixteen-year-old Nathan, who is both. Nathan’s father is the world’s most powerful and cruel Black witch, and his mother is dead. He is hunted from all sides. Trapped in a cage, beaten and handcuffed, Nathan must escape before his seventeenth birthday, at which point he will receive three gifts from his father and come into his own as a witch—or else he will die. But how can Nathan find his father when his every action is tracked, when there is no one safe to trust—not even family, not even the girl he loves?

Meinung
Ich finde das Cover super! Vor allem dass es auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz ist und dazu noch die seitliche Schrift in dem Silber. Schade nur, dass man dann keine Inhaltsangabe lesen kann.
Es wirkt durch das Gesicht aus Blut schon brutal, mal sehen, wie das zum Inhalt passt...

Der Einstieg gefällt mir sehr. Zuerst war ich etwas verwirrt, was aber auch am Englisch liegen kann.
Wenn man dann aber begreift, wie Nathan denkt und in was für einer Lage er steckt, kann man die Umsetzung und den Schreibstil nur bewundern.
Nach ein paar Kapiteln, die hier meist kurz gehalten sind, findet man sich auch in die Sprache ein, das Englisch hat mir dann keine Schwierigkeiten mehr bereitet. Auch dass Nathan den Leser direkt mit "You" anspricht, ändert sich im zweiten Teil, der mit "How I ended up in a cage" betitelt ist und erklärt, wie es dazu kam, dass Nathan gefangen ist. Dass er dort wieder in die "normale" Ich-Perspektive wechselt, ist trotzdem eine Erleichterung.

Nathan hat mich schon in dem ersten, zwanzigseitigen Part beeindruckt. Er ist stark, klug, lässt sich mit seinem starken Willen nicht unterkriegen, auch wenn er grausam behandelt wird.
Die Grausamkeiten halten sich zunächst zurück, aber im Laufe des Buches passieren noch heftige Dinge, bei denen man sich Nathans Qualen gar nicht vorzustellen wagt.

Der Mittelteil bzw. der zweite Part hat sich am meisten gezogen. Man erfährt, wie Nathan als sogenannter Half Code aufwächst. Sein Vater ist eine verhasste schwarze Hexe (Hexer?), seine Mutter wurde in den Tod getrieben und Nathan bekommt in seiner Kindheit einzig und allein Unterstützung von seiner Großmutter und Halbgeschwistern. Nicht von allen, denn seine älteste Halbschwester wird nicht müde, zu betonen, dass Nathan bei der Geburt hätte sterben sollen und schuld am Tod seiner Mutter ist.
Auch der Rat der Hexen scheint ihn zu verabscheuen, jedenfalls wird er immer mehr eingegrenzt, überwacht, bestraft.

Trotz allem hält Nathan stand, wächst auf und er ist mir sehr sympathisch geworden. Er hat ein Ziel, seinen eigenen Kopf und beweist mehr als nur einmal, dass er nicht vollkommen Black ist, auch wenn viele genau das in ihm sehen.

Part 2 ist wichtig für den weiteren Verlauf, damit der Leser die Zusammenhänge und das Vorgeschehen nachvollzieht, aber er weist auch ein paar Langatmigkeiten auf.
Diese sind von da an aber wieder verschwunden und durch atemlose Spannung ersetzt. Nathan muss um sein Überleben kämpfen, was nicht leicht ist. Ich wurde von Nathans Flucht mitgerissen und die unterschwellige Bedrohung dauert an.

Auch wenn Nathan hauptsächlich auf sich allein gestellt ist und der Fokus auf ihm liegt, kommen auch andere Charaktere nicht zu kurz. Einige werden wirklich sympathisch, für andere entwickelt man stattdessen Hassgefühle.
Annalise hätte meiner Meinung nach eine größere Rolle spielen können, ich habe sie noch zu wenig kennengelernt. Die Liebesgeschichte hält sich im Hintergrund, aber allzu viel habe ich davon auch nicht mitbekommen.

Was ich mir für die Folgebände noch wünschen würde, wären mehr Informationen zu den Hexen. Im Mittelteil erfährt man die grundlegenden Dinge, doch dann, wenn Nathan auf der Flucht ist, könnte er auch fast ein normaler Junge sein, der etwas falsch gemacht hat. Da könnte man noch mehr einbringen, was die grandiose Idee unterstützt und ausbaut.

Der Schreibstil ist klasse, je nach Abschnitt und Gefühlslage passt er sich an. Gerade zu Anfang sind die Sätze knapp, aber ausdrucksstark. Man kann Nathans Gedanken und seinen Zwiespalt verstehen, dabei kommen spannende Szenen nicht zu kurz und werden fesselnd umgesetzt.

Am Ende steigt die Aufregung noch mehr und es bleiben noch einige Fragen offen, also ruft alles nach dem zweiten Band!

Fazit
Half Bad hat kleinere Schwächen, vor allem im Mittelteil, ansonsten aber liegt dem spannenden Plot und dem sympathischen Protagonisten eine interessante Idee zugrunde.

[Diese Rezension, Fotos und Zitate findet ihr auch hier auf meinem Blog.]

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