maaraavillosa

maaraavillosas Bibliothek

28 Bücher, 20 Rezensionen

Zu maaraavillosas Profil
Filtern nach
28 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

83 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

bipolare störung, gavin extence, libellen im kopf, roman, psychiatrie

Libellen im Kopf

Gavin Extence , Alexandra Ernst
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Limes, 14.11.2016
ISBN 9783809026341
Genre: Romane

Rezension:

Worum geht es?
Das Leben hat seine Höhen und Tiefen. Die Kunst ist es, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …
(via randomhouse)

Wie hat es mir gefallen?

    "Das ist kein Scherz. Er war schon tot, als ich reinkam. Er sitzt in seinem Sessel." "Tot?" "Tot." "Wie jetzt - richtig tot"? "Hergott noch mal! Was gibt's denn sonst noch? Fast tot? Ein bisschen tot? Er ist tot! Einfach nur tot! Kalt und steif." Warum vertraute bloß niemand meinem Urteil in dieser Angelegenheit? "Wow, das ist..." Er verstummte, senkte den Blick und runzelte die Stirn. "Ähm." "Was ist?" "Du hast dir trotzdem die Tomaten genommen?" (S. 14f)

Kurios, merkwürdig, aber doch witzig zugleich beginnt die Geschichte um Abby. Gavin Extence wirft den Leser hier in eine Situationskomik, die auf den ersten Blick, vor allem aber in Hinblick auf die Grundthematik des Buches, vielleicht gar nicht des Lachens würdig erscheint, und doch kam ich als Leserin nicht umhin, eben genau dies zutun.

Abbys Geschichte ist eigentlich alles andere als lustig. Sie leidet an der psychischen Krankheit Bipolare Störung. Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Mal himmelhochjauchzend gepaart mit Hyperaktivität, Euphorie und Gereiztheit und dann wieder stark depressiv, ganz im Einklang mit tiefer Traurig- und Antriebslosigkeit. Der Leser weiß schon zu Beginn, dass Abby psychisch nicht gänzlich auf der Höhe ist, Aktion und Reaktion ihrerseits wollen nie so wirklich zusammen passen. Mit dem Fund ihres toten Nachbarn kippt jedoch der Schalter und wir begleiten Abby, in manchen Situationen ohnehin schon merkwürdig verhaltend, durchgehend durch eben diese Höhen und Tiefen auf ihrem Weg in die Abwärtsspirale - zu Beginn noch mit ihr lachend, gen Ende hin doch immer ernster und mitfühlend.

    Als ich mit meiner Lobeshymne auf mich selbst geendet hatte, saß sie einen Moment lang mit steinerndem Gesicht da. Dann sagte sie:" Okay, das ist nun wirklich etwas, das wir unbedingt im Auge behalten sollten." Sex, Drogen und Schlaflosigkeit - dafür brauchten wir drei Augen. Viel mehr Probleme durften es nicht werden, schließlich hatten wir nur vier. (S. 66)

Gavin Extence war zu seiner Zeit selbst manisch depressiv, wer könnte so eine Geschichte also besser erzählen? Vielleicht macht auch gerade dieses Detail die Geschichte so besonders, denn auf einen Außenstehenden wirken Abbys Handlungsabsichten in erster Linie erstmal verrückt komisch, die Betroffenden selbst aber fühlen sich meist nur eines: unverstanden - und das wird in Libellen im Kopf wunderbar deutlich. Seine eigenen Erfahrungen konnte Gavin Extence hier geschickt in die Grundstory miteinflechten, ohne dabei unsympathisch belehrend daherzukommen. Die Figur Abby war für mich beim Lesen durchweg wie eine witzige, schlagfertige Freundin, die atemlos ihre nicht weniger spannende Geschichte in allen Details erzählt. Sie findet ihren toten Nachbarn, verstrickt sich in zwei waghalsige Journalismus-Jobs, versucht mit der neuen Frau ihres Vaters klarzukommen, ihre Beziehung mit Beck aufrecht zu erhalten und kann so gar nicht nachvollziehen, wieso sich ihre Therapeutin Dr. Barbara so stringent gegen Drogen ausspricht.

All diese Ereignisse könnten für ein ganzes Leben reichen, tatsächlich aber erstreckt sich die Handlung bis zum mental breakdown über nur wenige Tage. So atemlos und spannend Abby erzählt, so Atem anhaltend und gespannt folgt ihr der Leser. Durch den flotten, saloppen und dennoch bildhaften Schreibstil ist vor allem dies überhaupt gar kein Problem. Man könnte meinen, einen Thriller vorliegen zu haben, so ist es bei all den Fakten aber nicht. Es ist eher ein bisschen so, als würde man selbst Achterbahn fahren, alles geht wahnsinnig schnell, der Kopf wird ordentlich geschüttelt und dann bleibt die Zeit bis zum großen Sturz nach unten stehen.

    Das ist ein urmenschliches Problem, mit dem sich kein anderes Lebewesen herumschlagen muss: die Fähigkeit, in mehreren Zeiten gleichzeitig zu leiden - die Vergangenheit zu beklagen, an der Gegenwart zu verweifeln und die Zukunft zu fürchten. Wenn es die Ärzte gut mit mir meinten, würden sie mir eine Lobotomie verpassen. Aber das war mir nicht vergönnt; ich war zur falschen Zeit geboren. (S. 202f)

Das Erzähltempo wechselt, die Achterbahnfahrt ist vorbei. Abby wird eingewiesen und muss sich einen harten Weg erkämpfen, um wieder Gesundheit zu erlangen. Die Besteigung des Mount Everest beschreibt es nichtmal in Ansätzen.

    Ich zuckte mit den Schultern. "Sie suchen ständig nach Schubladen für uns." Wir rauchten den Rest unserer Zigaretten ohne viele Worte. Es gab ja auch nichts weiter zu sagen. (S. 221)

Gerade in der zweiten Hälfte des Buches wird deutlich, wie stark Abbys Symptome eigentlich schon ausgeprägt waren. Gleichzeitig greift Extence eine Vielzahl von Vorurteilen in Bezug auf manisch Depressive auf, macht aber auch deutlich, wie hilflos Abbys Umfeld eigentlich ist, denn dieses verknotete Wollknäuel ist weder von außen noch von innen leicht zu entknoten. Vor allem Beck, Abbys Freund, hadert sehr mit sich und stellt die Beziehung zu Abby mal weniger, mal mehr infrage - an Sympathie büßt aber auch er an keiner Stelle ein. Auch wenn die klinischen Kapitel mit weniger Antrieb daherkommen, verfolgt man weiterhin gespannt Abbys Rückkehr ins Leben und denkt nach Beenden des Buches und auch noch eine ganze Weile später über die Thematik nach.

Mir hatte ja bereits Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat sehr gut gefallen, weil es mit gesellschaftliche Konventionen bricht. So waren meine Erwartungen an das zweite Buch aus Gavin Extence' Feder nicht gerade tiefgesetzt. Aber auch mit Libellen im Kopf konnte der Autor mich von seinem Talent, fiktionale Geschichten realistisch, detailgetreu und spannend zu erzählen, überzeugen - sein Nachwort hat mich zudem sehr berührt. Libellen im Kopf ist für mich ein Jahreshighlight im Jahr 2017 und jedes Lesen wert!

  (0)
Tags: buchmeinung, gavin extence, libellen im kopf, limes verlag, rezensio, rezi   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

82 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

fantasy, bettina belitz, la lobas versprechen, die diamantkrieger-saga, jugendbuch

Die Diamantkrieger-Saga - La Lobas Versprechen

Bettina Belitz
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.10.2016
ISBN 9783570164259
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie immer vorab: Da es sich hierbei schon um den zweiten Band der Trilogie handelt, kann ich dir keine gänzlich spoilerfreie Besprechung garantieren. Und ich will dir ja keine Details vorwegnehmen, daher verweise ich dich freundlich auf meine Rezension zu Band 1 :-)
 
Bettina Belitz hat mich Mitte März 2016 ganz schön neugierig zurückgelassen, denn da erschien der erste Band zur Diamantkrieger Saga-Trilogie: Damirs Schwur. Ein paar Kritikpunkte hatte ich (hier geht es zur Rezension), überzeugt war ich aber restlos von Belitz' Schreibstil und die Aussicht auf die Folgebände war auch vielversprechend, sodass ich dem ersten Band wohlwollend noch eine mittlere Bewertung gegeben habe, eben mit der Erwartungshaltung, dass die kommenden Bände an Dynamik zunehmen würden.
 
Gut ein halbes Jahr später hielt ich dann auch schon den zweiten Band in den Händen. Auch hier wieder ein großes Lob an die Covergestaltung, so muss doch mal ein ansprechendes Jugendbuch aussehen! Doch die schönste Verpackung der Welt bringt nicht viel, wenn der Inhalt hinkt. So war es leider für mich beim Lesen von La Lobas Versprechen.
 
Die Geschichte beginnt gewohnt düster, Sara erfährt von Goldwasser mehr über ihre eigene Vergangenheit und auch über ihre Mutter. Nur so viel: eine rosige Kindheit sieht gewiss ganz anders aus. Daher hatte ich schon auf den ersten fünfzig Seiten erwartet, dass mich diese Erkenntnis emotional mehr mitnehmen würde, aber leider schwappten Saras Empfindungen so gar nicht auf mich über. Ich konnte ihre Bestürzung nicht wirklich ernst nehmen, da hätte ich mir persönlich einfach mehr Tiefe gewünscht. Eventuell hätte man hier auch einfach mehr Raum öffnen können, denn gleich im nächsten Moment kommt Goldwasser dann ja mit der einer weiteren Hiobsbotschaft um die Ecke: er will sein Amt bei Sara niederlegen und verweigert ihr einen Auftrag. Dass seitens Sara dann die Fronten vollkommen verhärten, konnte ich ja noch ein Stück weit nachvollziehen, aber auch im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt sich diese Hauptfigur, ja eigentlich Schlüsselfigur, kaum merklich.

Und das ist es, was man sich von einem Mittelband doch erwartet: eine Figur wächst mit ihren Aufgaben und davon hat La Loba ja so einige für Sara - deshalb auch der Untertitel. Vielleicht hatte ich aber auch einfach gänzlich andere Erwartungen, denn ich dachte, dass der zweite Band sehr viel aktionsreicher wäre, so im Sinne von einer kleineren Schlacht. Tatsächlich geht es aber bei der Diamantkrieger Saga ganz offensichtlich um Schlachten, die man tagtäglich selbst mit sich austrägt - oder habe ich dies falsch verstanden?
 
Sara begibt sich jedenfalls in die La Lobas Schule und wird ausgebildet, nur dass diese Ausbildung viel mehr im geistigen Sinne stattfindet. Sara soll ihre Wahrnehmung für sich selbst ändern und nicht nur eine, sondern viele Selbstoptimierungen vornehmen, um zu der Sara zu werden, die sie eigentlich tief in ihrem Inneren ist. Sara hingegen, auf dem höchsten Punkt der Pubertät angekommen (so schien es mir), fährt ihre eigenen Mauern, die dem Leser bereits aus dem ersten Band bekannt sind, so dermaßen hoch, dass hier kaum eine Weiterentwicklung stattfinden kann. So las sich auch gut die Hälfte des Buches für mich einfach langweilig. Handlungstechnisch erwartet den Leser hier nicht viel, stattdessen folgt Dialog um Dialog, oder auch Monolog um Monolog. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, in dem so viel geredet wird. Ob nun Sara mit La Loba, oder Sara mit sich selbst. Und all diese Fragezeichen, ... puh!
 
Das ganze wird durch die Autorin so weit ausgereizt, dass ich irgendwann gar keine Lust mehr hatte, der Geschichte zu folgen, denn Saras Gedanken kreisen vor allem immer nur um einen Menschen: Damir. Ich mag es in der derweiligen Jugendliteratur einfach nicht, wenn weibliche Protagonisten sich so von einer männlichen Figur abhängig machen. Jede Handlung die Sara vollzieht, macht sie nur, weil sie sich etwas von Damir erhofft. Sie kommt gar nicht aus diesem Denkmuster heraus und das war mir auf Dauer als Leserin einfach zu anstrengend, auch wenn diese Abhängigkeit durch die Autorin gewollt ist. Sie erklärt sich dann in der Auflösung. Für mich waren diesen Passagen aber mit purer Langatmigkeit verbunden.
 
Für den eigentlichen Twist (auf den kam ich als Leserin übrigens sehr schnell und auch die vielen Enthüllungen gaben mir nichts) entwickelt sich Sara dann doch noch innerhalb weniger Seiten weiter, aber eigentlich hätte diese Entwicklung schon viel länger angebahnt werden müssen, um wirklich authentisch zu wirken. Ich war jedenfalls nicht sehr überzeugt davon, dass Sara bereits eine vollwertige Kriegerin ist, die für den ein oder anderen (inneren) Kampf gewappnet ist und mit eingeübten Skills überrascht. Aber es musste nun so sein, sonst würde der Plot ja auch nicht aufgehen, schien mir. Das Buch erreicht trotzdessen an dieser Stelle auch nochmal so etwas wie einen Spannungsbogen, hier hatte ich dann auch wieder Freude am Lesen, selbst wenn das große "Finale" eben ruhig ist und nur in Gedanken vollzogen wird. Krasse Kämpfe mit klirrenden Schwertern kann man hier nicht erwarten, alles findet nur im Kopf statt. It's all in your head!
 
Der Mittelband dieser Saga endet dann mit einem brutalen Cliffhanger, der von seiner Gewaltsamkeit her wieder stark an den ersten Band Damirs Schwur erinnert und in mir schon das Gefühl auslöste, weiterlesen zu wollen. Dies hat nun zur Folge, dass ich nicht wirklich weiß, ob ich die Trilogie nun auch tatsächlich beenden will. Einerseits überwogen in La Lobas Versprechen vor allem die langatmigen Gespräche, viel BlaBla um Nichts, andererseits schaffte es Bettina Belitz dann zum Ende hin doch noch das Steuer rumzureißen und ich konnte viele Entscheidungen sehr viel besser nachvollziehen und fand auch die Idee des Inneren Kampfes gar nicht mal so schlecht. Ich könnte es für den dritten Band aber echt nicht über mich bringen, wenn da schon wieder so viel Vorgeplänkel stattfindet. Da müsste es nun Seite um Seite knallen und feuerwerken. Am Schreibstil habe ich weiterhin nichts auszusetzen, der war, mal abgesehen von den vielen Fragen, wieder makellos.
 
Die Diamantkrieger Saga hat ihr Für und Wider, die Erwartungen die ich an den zweiten Band La Lobas Versprechen hatte, wurde nur zum Teil erfüllt. Ob ich weiterlesen werden, muss ich mir wirklich stark überlegen, wobei ich halbfertige Dinge eigentlich nur ungern liegen lasse. Wahrscheinlich werde ich das Cover zum Buch sehen (wird es wohl grün sein?) und dann sowieso danach greifen, allerdings mit einem hohen Anteil von Skepsis. Ich habe 3 von 5 Sternen vergeben.

  (0)
Tags: bettina belitz, die diamantkrieger-saga, la lobas versprechen   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(84)

262 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

justin cronin, dystopie, endzeit, zero, die spiegelstadt

Die Spiegelstadt

Justin Cronin , Rainer Schmidt
Fester Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 31.10.2016
ISBN 9783442311804
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Worum geht es?

Die
Zwölf – Wesen der Dunkelheit, Todfeinde der Menschen – sind vernichtet,
ihre hundertjährige Schreckensherrschaft über die Welt ist vorüber.
Nach und nach wagen sich die Überlebenden aus ihrer eng ummauerten
Zuflucht, Hoffnung keimt auf. Auf den Ruinen der einstigen Zivilisation
wollen sie eine neue, eine bessere Gesellschaft aufbauen: der älteste
Traum der Menschheit.

Doch in einer fernen, verlassenen Stadt
lauert der Eine: Zero. Der Erste. Der Vater der Zwölf, der den Ursprung
des Virus in sich trägt. Einst ein hochbegabter Wissenschaftler, der,
seit er seine große Liebe verlor, nur noch von Rachedurst und Wut
erfüllt ist. Sein Ziel ist es, die Menschheit endgültig auszulöschen.
Seine Truppen sind bereit. Und der Zeitpunkt ist gekommen.

Nur
Amy vermag ihn jetzt noch aufzuhalten, das Mädchen aus dem Nirgendwo,
die einzige Hoffnung der Menschheit. Und so treten sie und ihre Freunde
an zum letzten großen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit ...

(via Goldmann)


Wie hat es mir gefallen?

Vorab
wie immer ein Spoiler-Hinweis: da es sich hierbei schon um den finalen
Band der The Passage-Trilogie handelt, kann ich dir leider nicht
garantieren, dass ich dir ein paar Einzelheiten aus Band Eins und Zwei
vorwegnehme. Schau doch deshalb bei Interesse gerne bei meiner ersten
Rezension zur Reihe vorbei :-)


Mit Die Spiegelstadt endet die
The Passage-Trilogie nun unweigerlich. Insgesamt verbringt ein
Leser/eine Leserin gut 3000 Seiten mit dieser Geschichte, mich
begleitete das große Finale mit seinen 990 Seiten zum Ende dieses Jahres
insgesamt acht Wochen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich mich einfach
nicht von der Geschichte trennen konnte und wollte. Ich bin so mit den
Charakteren zusammen gewachsen, dass mir ein Abschied von dieser toll
konstruierten Welt zunehmend schwerer fiel, denn Die Spiegelstadt gibt
vor allem eins: Hoffnung, für all das Aussichtslose, was über
Jahrtausende letztlich nur durch Menschenhand zugrunde gerichtet wurde.



Aber
auf Anfang. Der zweite Band Die Zwölf der The Passage-Trilogie endete
mit einer epochalgleichenden Schlacht. Alicia, Greer, Peter, Amy und
alle anderen glauben, die Zwölf, und mit ihnen die Virals, seien
besiegt. Der Bann scheint gebrochen, nur ist der Erste, der Ursprung
alldessen, Zero, nicht unter den Besiegten zu finden. Das Finale
beginnt. Justin Cronin setzt für alle jene, die wirklich lange auf
diesen dritten Band gewartet haben, nochmal eine rund neunseitige
Zusammenfassung der Geschehnisse in den Prolog. In Protokollform, ein
kleiner Hint auf das, was den Leser am Ende erwarten wird. Ich will
nicht zu viel verraten, mich hat es aber aus den Socken gehauen!



Auch
für mich, die die Trilogie erst 2015 für sich entdeckt und auf Anhieb
geliebt hat, war dieses Zusammentragen der Geschehnisse eine super
Grundvorraussetzung, um einen Fuß in das Finale zu setzen. Nicht
zuletzt, weil Justin Cronins Schreibsstil gewohnt gleich blieb und all
die melodischen Ausuferungen und Metaphern einem Willkommen zurück-Gruß
glichen. Rainer Schmidt hat hier erneut eine zu lobende
Übersetzungsarbeit geleistet. Ich war sofort wieder im
postapokylptischen Kerrville, Texas. Mit mir weitaus erwachsenere
Charaktere, als noch in Die Zwölf. Die Menschen organisieren sich, viele
(vor allem politische) Strukturen sind den heutigen, jetzigen sehr
ähnlich. Peter ist nun Präsident, Sara geht ihrer Rolle als Ärztin nach,
neue Kinder und somit neue Hoffnung sind bereits unterwegs.



Mir
gefällt vor allem die Idee, mehrere Generationen hinweg zu beobachten.
Wie entwickeln sie sich, wohin entwickeln sie sich und unter welchen
Umständen? Werden aus ihnen gute oder schlechte Menschen? Was bleibt der
Menschheit überhaupt wenn Nichts mehr ist und was lohnt, zu bewahren
und wieder aufzubauen? Viele kritisieren bei Justin Cronins Büchern,
dass sie so anmutig religiös erscheinen, manche Kapitel wie
Bibeleinträge verfasst sind. Für mich macht es gerade den Unterschied zu
anderen postapokalyptischen (Jugend-)Büchern: der Mensch glaubt, ob er
will oder nicht. Wir schicken tagtäglich Stoßgebete gen Irgendwohin. In
uns allen steckt etwas, das hofft, bangt und einfach glaubt. Das ist gar
nicht von irgendeiner Religion abhängig, der Mensch kann einfach nicht
anders.

Kerrville platzte aus allen Nähten. (...) Dieses
Konzept war nicht mehr zu halten gewesen, als die Menschen aus Iowa
gekommen waren. Die Lebensmittel waren knapp geworden, es hatte einen
Run auf Benzin und Medikamente und Probleme mit dem Abwasser gegeben -
all die Probleme, die daher rührten dass zu viele Menschen auf zu
kleinem Raum zusammengepfercht waren, und Ressentiments gab es auf
beiden Seiten mehr als genug.(...) S. 40

Der Mensch glaubt und er
hält fest an Dingen, Erinnerungen, Ritualen. So auch in Die
Spiegelstadt. Ich finde es ganz großartig, dass sich Cronin am Motiv
Geschichte wiederholt sich bedient hat, vor allem Menschheitsgeschichte.
Es geht nunmal nicht ohne jemanden, der eine Gemeinschaft an die Hand
nimmt und mit ihnen und für sie Entscheidungen trifft, es geht nicht
ohne Gelehrte, die Kenntnisse aus der Vergangenheit an eine Gemeinschaft
weitergeben, es geht nicht ohne die Heiler und Bauern, es geht nicht
ohne die Konstrukeure, die daran pfeilen mehr Lebensraum zu schaffen.
Von daher war es für mich nur plausibel, dass Cronin eine Welt baut, die
schon über hundert Mal so begonnen hat und dass es immer wieder mit
derselben Systematik einhergeht - etwas was wir definitiv aus der
Vergangenheit gelernt haben und bis heute zu schätzen wissen (würden wir
dies nicht, würden wir es anders machen).



Und auch das
Motiv des Entdeckers war für mich auch wieder so ein Schlüsselerlebnis
beim Lesen selbst. Die Menschen wollen weiterziehen und erkunden, was
auf dem Rest der Welt noch ist. Und dafür braucht es Mittel, die neu
erfunden werden müssen.

Alles, was ich liebte, war mir genommen, und das, was ich nicht liebte, außerdem: mein menschliches Leben. (S. 161)

Ich
könnte ewig so weiter machen, diese 990 Seiten geben so viel zum
Schwärmen her. Aber lasst uns auf die Charaktere eingehen. Ganz
besonders einen: Zero. Der "Bösewicht" und "Feind", der er eigentlich
nie sein wollte. Cronin erzählt auf über 150 Seiten (das Großkapitel
"Der Liebende") wie Fanning aka Zero eigentlich zu Zero geworden ist,
aus Zeros Perspektive. Bereits auf der Lesung in Dortmund im vergangenen
November erzählte Cronin, dass nur Zero alleine seine Geschichte
erzählen kann und dass er sie so erzählen sollte, dass der Leser mit ihm
dahinschmilzt. Cronin wollte mit der Figur Zero einen Rhetoriker par
excellence erschaffen und das ist ihm sowas von gelungen - diese 150
Seiten erzählt aus Zeros Sicht waren mir mit Abstand die Liebsten! Meine
Sympathienskala für Fanning schoss durch die Decke, dieser Charakter
hat mich emotional wirklich mitgenommen, selbst wenn er Grauenhaftes
getan hat.



An dieser Stelle sei auch noch vermerkt, dass
ich die Länge und Ausdauer dieser Trilogie auch genau aus diesem Grund
zu schätzen weiß. Charaktere können bis zu ihrer Vollendung ausgeschöpft
werden und mit jedem Wort, Satz und mit jeder Seite reifen. Ich habe
mich jedenfalls auf allen 3000 Seiten nie über ausgiebige Beschreibungen
geärgert oder gar gelangweilt. Für mich war es viel mehr, wie einem
Maler dabei über die Schulter zu schauen, wie er ein Kunstwerk
erschafft. Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag und mit nur
einem Stein erbaut. Punkt.



Gleichsam bekommt der Leser
hier nun im dritten Band endlich einen Gesamtüberblick darüber, wie die
Zerstörung der Welt überhaupt zustande kam. In den vorangegangenen
Büchern wurde vieles ja immer nur angedeutet. Nun endlich kommt die
Auflösung, und ja, auch diese passt einfach! Sie ist auch gar nicht so
realitätsfremd, wie ich angenommen hatte, eigentlich sogar ziemlich
realistisch, mal abgesehen von den Vampiren (die übrigens nicht
glitzern!).

(...) eine weitere Ruinenstadt in einer Welt voller Ruinen (...) S. 711

Und
als Fanning oder dann eben nur noch Zero die letzten Worte sprach,
nimmt der Epos also seinen großen Lauf. Den Leser erwartet vor allem
nochmal ein großer Showdown, in dem es um Alles und Nichts geht, die
Geschichte rollt nochmal alles an Dynamik auf, was sie in sich trägt.
Atemlos, aber doch mit bedacht (ich wollte nicht loslassen) las ich
diese Zeilen. Cronin scheut auch hier nicht, liebgewonnene Charaktere
sterben zu lassen. Nur sie nicht:

Bevor sie das Mädchen Von
Nirgendwo wurde - das Mädchen, das plötzlich auftauchte, Die Erste Und
Letzte Und Einzige, die tausend Jahre lebte -, war sie nur ein kleines
Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Bellafonte. (Der Übergang - S. 11)

Justin
Cronin gab dem Leser bereits auf der ersten Seite des ersten Teils Der
Übergang dieser Trilogie ein Versprechen, welches er mit Bravur
eingehalten hat, deshalb ist das an dieser Stelle auch kein Spoiler per
se. Denn es kommt vor allen Dingen auf das Wie an und das hat mich
restlos davon überzeugt, dass Cronin ein grandioser Geschichtenerzähler
ist, der sein Handwerk versteht!

Für mich ist The Passage
insgesamt absolut perfekt geendet. Ich hätte mir kein besseres Ende für
diesen Epos wünschen können, und Justin Cronin verdient verdammt viel
Applaus dafür, dass er so einen krassen roten Faden durch 3000 Seiten
Buch laufen hat lassen, und alles nur weil seine Tochter sich mal eine
spannende Geschichte vor zehn Jahren von ihm gewünscht hat. Es ist sehr
schade, dass die Trilogie noch nicht so bekannt ist, wie es ihr
zustünde, andererseits freue ich mich über diesen kleinen Geheimtipp in
den Massen der 08/15-Literatur. Für mich gibt es jedenfalls nichts
Vergleichbares und ich werde in Zukunft sehr sehr kritisch mit all jenen
sein, die an Justin Cronin und seinen Übergang anknüpfen wollen. 5
gigantische Sterne und noch viel weiter!

  (0)
Tags: die spiegelstadt, justin cronin, the passage   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1.000)

2.014 Bibliotheken, 55 Leser, 1 Gruppe, 340 Rezensionen

mona kasten, liebe, begin again, new adult, vergangenheit

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:

Worum geht es?
Er stellt die Regeln auf – sie bricht jede einzelne davon.
Noch einmal ganz von vorne beginnen – das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium nach Woodshill zieht. Dass sie ausgerechnet in einer WG mit einem überheblichen
Bad Boy landet, passt ihr daher gar nicht in den Plan. Kaden White ist zwar unfassbar attraktiv – mit seinen Tattoos und seiner unverschämten Art aber so ziemlich der Letzte, mit dem Allie sich eine Wohnung teilen möchte. Zumal er als allererstes eine Liste von Regeln aufstellt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter Kadens Fassade viel mehr verbirgt als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, desto unmöglicher wird es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren …
(via Bastei Lübbe)
____________________
Wie hat es mir gefallen?
Ich habe es ja eigentlich nicht so mit New Adult-Geschichten. Mir war das, was ich bisher aus diesem Genre gelesen habe, meist zu flach, übertrieben dramatisch und wenig tiefgehend. So war ich auch nicht gerade wenig skeptisch, als bekannt wurde, dass Mona Kastens erstes Verlagsbuch genau in diesem Genre zuhause sein wird. Aber aus fast schon loyalen Gründen und auch aus Freude über ihren ersten Verlagsvertrag (immernoch ein großes YAY!) habe ich mir Begin Again trotzdem (oder gerade deshalb?) zugelegt.

Die Geschichte wird aus Allies Sicht erzählt und wir starten direkt mit der Wohnungsbesichtigung bei Kaden - ein witziger Schlagabtausch zwischen WG-Suchende und WG-Vermieter. Hier fällt vor allem auf, dass Allie eben nicht das typische Blondchen mimt und sich zu Beginn auch kaum von Kaden beeindrucken lässt. Sie mag Superhelden-Serien, Alternative Rock- und Punkbands und sie hat vor allem eines: das Ziel vor Augen, etwas Gutes in dieser Welt zu bewegen. Gerade mit Letzterem war sie mir sehr sympathisch, denn die Beweggründe sich für den Beruf der Lehrerin zu entscheiden sind meinen Idealen sehr ähnlich (und wahrscheinlich allen anderen auch, die sich diesen Beruf ausgesucht haben) und wirkten vor allem authentisch - kurzum: ich konnte mich echt gut mit Allie identifizieren. Es zeigt aber auch schon auf gut 100 Seiten, was Allie eigentlich für eine starke, ambitionierte junge Frau zu diesem Zeitpunkt ist. Als Hauptfigur hebt sie sich diesbezüglich sehr von anderen weiblichen Protagonisten dieses Genres ab, deren Verstand meiner Meinung nach meist nur von der Tapete bis zur Wand reicht.

    "Völlig naiv, ich weiß. Aber die Schulzeit ist für so viele die härteste Zeit im Leben. Abgesehen davon, dass ich den Schülern natürlich auch gerne Dinge beibringen möchte, will ich für sie jemand sein, zu dem sie kommen können, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt. Ich möchte ihnen beibringen, was wirklich wichtig ist. Ich will... (...). Ich will ihnen nicht nur Dinge beibringen, die im Lehrplan stehen. Es gibt so viele Werte, die darin nicht berücksichtig werden und auf dem Weg verloren gehen. Unmengen von Jugendlichen haben keine Bezugsperson, niemand interessiert sich für sie. (...) Ich wünsche mir einfach, etwas Positives im Leben dieser Kinder zu bewirken (...) und sie auf die richtige Bahn zurückzulenken, wenn sie mal falsch abgebogen sind." S. 121

Kaden hingegen machte es mir als Leserin echt nicht einfach ihn zu mögen, das war durch Mona Kasten natürlich so gewollt.  Zwar wurde dies im Verlauf der Geschichte etwas besser, aber hier lässt sich auch erkennen, dass sich eindeutig an vorherrschenden Stereotypen dieses Genres bedient wurde - nur eben in abgeschwächter Form. Sehr schade, wie ich für mich feststellen musste. Gern hätte ich es für beide Figuren gehabt, dass Kaden Allie eine ebenbürtige Figur ist. Für mich konnte Kaden Allie leider nicht das Wasser reichen.

Und das ist wahrscheinlich auch für mich der größte Knackpunkt in der Geschichte, denn die doch so ambitionierten jungen Studentin Allie, die diese Welt zu einer besseren machen möchte, die mit so viel Weitblick in die Geschichte einsteigt und durchaus für mich frischen Wind bringt, rückt ihren Kaden so stark ins Zentrum, dass alles andere vollkommen egal ist. Plötzlich ist sie diejenige, die meiner Meinung nach einen Weg einschlägt, der zu ihrer konstruierten Persönlichkeit nicht so ganz passend erscheint. Und sie lässt sich wirklich ganz schön viel gefallen, wie auch schon Nicole in ihrer Rezension schrieb.

Das alltägliche Unileben, welches in einigen Kapiteln beschrieben wird, wirkte auf mich leider auch eher nur wie ein Platzhalter, damit eben der Eindruck erweckt wird, hier würde so etwas wie Alltag stattfinden. Würden diese Textstellen nicht existieren, würde es der Geschichte vermutlich keinen Abriss tun. Auch blieben weitere Nebenfiguren, beispielsweise der nice guy Spencer oder die ausgeflippte beste Freundin Dawn, verhältnismäßig unscharf, doch gibt es eindeutig schlechtere Nebenfiguren dieses Genres (beispielsweise in Hope Forever von Colleen Hoover). Sie konnten mich immerhin amüsieren und in den Folgebänden dieser Reihe werden die Nebenfiguren auch nochmal genauer vorgestellt, das lässt schonmal auf Positives hoffen.

Natürlich haben sowohl Allie als auch Kaden Schicksalschläge in der Vergangenheit erfahren, die es aufzuarbeiten gilt. Hier musste ich für mich feststellen, dass ich beide Schicksale zwar schon recht unangenehm empfand, mir aber gerade Allies Hintergründe noch am authentischsten erschienen. Gottseidank, und daher auch großes Lob an die Autorin, wurde hier nicht der Eindruck des hollywoodartigen Dramas erweckt. Damit meine ich, dass Autorinnen dieses Genres häufig Themen wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Alkoholmissbrauch etc. pp. für sich ausnutzen (und ja, diese Wortwahl ist gewollt), um der Geschichte einen scheinbar großartigen Aufhänger zu verschaffen und den Eindruck zu vermitteln, hier würde vermeintliche Tiefe stattfinden. Für jemanden, der diese Themen so oder so ähnlich tatsächlich erlebt hat, ist sowas wie ein Faustschlag ins Gesicht. Denn es vermittelt in keinster Weise, was so ein Schicksal tatsächlich mit dem Charakter eines Menschen macht - das Klischee Bad Boy trifft es da nämlich nicht so ganz und ist auch sehr einseitig. Mona Kasten geht mit diesen Themen dann doch etwas feinfühliger um, und bedient sich auch nicht der allround-Lösung: Sex hilft dir über jeden Riss in deiner Psyche hinweg!

Wo wir dann auch schon beim pikanten Aspekt der Geschichte wären. Denn darauf wartet man dann beim Lesen ja doch ein wenig. Auch hier beweist Mona Kasten, dass es ja doch möglich ist, Verliebtsein und letztlich Liebe langsam und über mehrere hundert Seiten hinweg anzubahnen. Entwicklungsspanne muss für mich in solch Büchern einfach sein und man sollte auch Raum und Zeit für eben diese Entwicklungen geben!

Gut gefallen hat mir außerdem das Motiv der Freiheit. Allie und Kaden manifestieren nämlich für sich eine wirklich schöne Tradition und hier lässt sich dann auch Tiefe erkennen. Diese Szenen und die dazugehörigen Unterhaltungen, und natürlich der vorangegangene Soundtrack haben mir fast mit am Besten gefallen, denn sie zeigen einmal mehr auch, dass Mona Kasten schon versucht, aus ihrer Geschichte eine solche zu machen, die durch eben diesen kleinen Details besonders hervorsticht und nicht im Einheitsbrei untergeht.

Auch konnte ich für mich erkennen, dass Mona Kasten rein vom Autoren-Dasein her einen beeindruckenden Sprung nach vorne gemacht hat. Die Schattentraum-Bücher könnte man quasi als die first babysteps sehen. Mit Begin Again lässt sich nun aber schon erkennen, wohin es für Mona Kasten gehen wird, und wie weit sie sich vor allem sprachlich und stilistisch entwickelt hat. Wohingegen in Schattentraum noch vieles recht holprig erschien, schreibt Mona in Begin Again sehr viel selbstbewusster und erwachsener, die Sätze kommen knackig, frisch und jugendlich daher. Zwar weist der Plot ein paar Kritikpunkte auf, aber letztlich bleibt es doch überzeugend und Begin Again hat mich im Vergleich zu anderen Geschichten eben nicht genervt und enttäuscht zurückgelassen.

Meine Erwartungen wurden weitestgehend erfüllt, meine Skepsis war in vielen Aspekten unbegründet. Für Vielleser dieses Genres wird das Rad in Begin Again bestimmt nicht neu erfunden, nichtsdestotrotz hat es seine Stärken und sticht mit besonderen Details hervor. Aus diesen Gründen habe ich daher auch 4 von 5 Sternen vergeben. Für mich war nämlich vor allem die Entwicklung der Autorin ausschlaggebend, und die ist mehr als positiv :-)

  (0)
Tags: begin again, mona kasten, rezension, rezi   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(302)

562 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 153 Rezensionen

thriller, cody mcfadyen, smoky barrett, die stille vor dem tod, mord

Die Stille vor dem Tod

Cody McFadyen , Axel Merz
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.09.2016
ISBN 9783785725665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Worum geht es?
Smoky Barrett ist zurück
An einem kalten Oktobertag werden Smoky Barrett und ihr Team nach Denver, Colorado, gerufen. Im Haus der Familie Wilton ist Schreckliches geschehen: Die gesamte fünfköpfige Familie wurde ermordet, und der Täter hat durch eine mit Blut geschriebene Botschaft Smoky mit der Lösung des Falles beauftragt. Doch das Unheil ist weit größer, denn die Wiltons sind nicht die einzigen Opfer. Insgesamt drei Familien wurden in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nähe voneinander getötet. „Komm und lerne“, lautet die Botschaft an Smoky. Es wird ein grausamer Lernprozess, das Böse in seiner reinsten Form, in seiner tiefsten Abgründigkeit zu spüren. Smoky gelangt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Und weit darüber hinaus.
(via Bastei Lübbe)
______________________
Wie hat es mir gefallen?
Puh, ich habe mich nun eine ganze Weile vor dieser Buchbesprechung gedrückt, denn ich kann leider kaum etwas Positives zum Thriller-Comeback des Jahres sagen. Wenn Cody McFadyen mir mit seiner Smoky Barett-Reihe nicht schon seit jeher imponiert hätte, wäre diese Schwierigkeit vielleicht gar nicht erst vorhanden. Leider ist diesem aber nicht so und nicht zuletzt hatte ich mich auch noch wahnsinnig auf dieses Buch gefreut. Denn der Veröffentlichung standen vor allem gesundheitliche Einschränkungen seitens des Autors im Wege, bis zuletzt hieß es sogar noch, McFadyen könne das Buch nich fertig schreiben, so krank sei er. Dass Die Stille vor dem Tod noch veröffentlicht wird, damit hatte wohl keiner gerechnet und noch weniger rechnete man wohl damit, dass der Autor sich sogar auf der Frankfurter Buchmesse 2016 die Ehre geben würde. Bis dato hatte ich das Buch noch gar nicht beendet, irgendwie kam ich in der Geschichte so gar nicht vorwärts.

Diese beginnt zu Anfang sogar noch recht vielversprechend, ich dachte mir:"Ohja, endlich mal wieder ein Pageturner!" Das Gefühl hielt leider nicht lang an, der Pageturner-Gedanke musste zunehmender Verwirrung weichen. Da gab es einfach so viele Konstruktionen, die mir vollkommen unauthentisch erschienen. Nur um mal ein Beispiel von vielen zu nennen: Smoky Barrett, die harte Sau beim FBI, dem ist man sich nach Band eins bis vier bereits bewusst. Aber dass sie, als wirklich gefürchtete Agentin hochschwanger Verbrecher jagt, empfand ich eindeutig überzogen. Mir ist schon klar, dass man sich im 7. Monat einer Schwangerschaft durchaus beruflich austoben kann, aber in diesem Kontext, den McFadyen hier über Jahre hinweg schafft, hat es schlichtweg nicht gepasst. Smoky ist diejenige, die die richtig bösen Kerle jagt - zeitgleich aber auch so viel Hass auf sich zieht, dass sie selbst zur Gejgaten wird, und zwar ständig. Ein bisschen zu viel Risiko, wenn ihr mich fragt.

Das Authentizität und Fiktion nicht immer Hand in Hand gehen, ist mir natürlich auch bewusst, aber bei einem Thriller erwarte ich für mich immer eine nah an der Realität entworfene Geschichte. Es muss so sehr am Vorstellbaren dran sein, dass es mich schüttelt. Bei Smoky Baretts fünftem Fall waren die meisten Buchseiten leider unvorstellbar langweilig, an den meisten Stellen wenig Emotion schürend und vor allem nah an der Grenze zur Pietätslosigkeit - den historischen Aspekt, der da aufgezogen wird, habe ich vor lauter Frust gar nicht mehr überprüft. Das Motiv Der Mensch ist des Menschen Wolf ist wahrhaftig nicht neu, aber hauptsache man wirft eine Abartigkeit nach der anderen in den Mixer, um daraus den Cocktail mit dem besonders hohen Ekelfaktor zu machen - Sinnhaftigkeit? Nicht vorhanden.

Ich weiß nicht, was Cody McFadyen mit diesem Buch verarbeitet hat oder gar aussagen wollte. Aber die Message ist bei mir irgendwie nicht angekommen, genauso wenig wie der große Coup. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein paar Seiten lest, dann passiert plötzlich etwas und ihr könnt eins und eins nicht zusammenzählen? So erging es mir eigentlich ständig auf gut 400 Seiten. Zunehmend hatte ich das Gefühl, ich hätte die Zusammenhänge nicht sinnentnehmend genug gelesen, teilweise habe ich sogar zurückgeblättert, um meinen Verdacht zu überprüfen. Nix, nada, niente. Da werden Sprünge gemacht, die gefühlt von hier bis zum Mond reichen, aber in Lichtgeschwindigkeit, so schnell können die Synapsen gar nicht schalten. Bei mir tat sich am Ende kein Überraschungsmoment auf, noch war ich besonders schockiert. Gleichgültigkeit hinsichtlich der Auflösung beschreibt es wohl am ehesten. Und wo war da jetzt bitte der rote Faden?

Wenn ich dann so Standardklappentextsprüche wie "Packender Thriller" oder "Gruseliger Stoff für starke Nerven" lese, frage ich mich ernsthaft, ob wir dasselbe Buch gelesen haben. Die starken Nerven will ich aber nicht absprechen, denn die braucht man tatsächlich, um hier durchzuhalten.
Viele Rezensenten argumentieren ja damit, dass man die Figur der Smoky einfach nochmal besser kennenlernen würde, da sie nebenher noch einige Ereignisse aus der Vergangenheit aufarbeitet. Dem würde ich widersprechen, denn in allen bisherigen Smoky Barett-Büchern arbeitet selbige ihre Vergangenheit auf. Man erfährt hier keinen neuen tiefen Abgründe. In Die Stille vor dem Tod erscheint diese Aufarbeitung meiner Meinung nach nur als eine Aneinanderreihung von bereits bekannten Katastrophen, die sie erlebt hat. Letztlich gab dies dann einen prima Katalysator dafür ab, dass ich die Hauptfigur zunehmend hinterfragt habe und ihr sogar den gesunden Menschenverstand absprach. Ohne Mist, wenn man mal diese ganzen inneren Monologe, die Smoky da mit sich führt, liest, kann man nur zu dem Fazit kommen, dass sie irre ist.

Die letzten 150 Seiten habe ich dann gar nicht mehr eigenständig lesen können, so ermüdend fand ich die Geschichte. Also beschloss ich mir vorlesen zu lassen. Franziska Pigulla, unter anderem Synchronsprecherin von Agent Dana Scully aus Akte X, konnte es aber leider auch nicht reißen. Ich bin mehrmals bei Kapitel 20 eingenickt.

Ich kann hier wirklich keine Leseempfehlung aussprechen, da das Buch augenscheinlich mit viel Dichte daher kommt, letztlich aber doch nur eine leere Hülle ist. Diese 23€ wären wohl diesmal besser investiert gewesen.

  (0)
Tags: cody mcfadyen, die stille vor dem tod, die stille vor dem tod von cody mcfadyen, rezension, rezensionen   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

113 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

liebe, nicole obermeier, judy, ben & judy, familie

Ben & Judy - Riskier dein Herz

Nicole Obermeier
E-Buch Text: 333 Seiten
Erschienen bei Forever, 12.08.2016
ISBN 9783958181243
Genre: Liebesromane

Rezension:

Worum geht es?
Judy hängt in den Seilen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt und muss nach dem Abi herausfinden, was sie mit ihrem Leben überhaupt anfangen will. Kurzerhand nimmt sie einen Job in einem Café an, um erst mal an Geld zu kommen. Ihre neue Kollegin dort kann Judy jedoch so gar nicht leiden. Und deren Bruder Ben noch weniger, der offenbar jede Woche eine andere im Bett hat. Klar, er sieht unverschämt gut aus und löst irgendwie ein Kribbeln in ihrem Bauch aus. Aber Judy ist sich ziemlich sicher, dass es mit ihnen niemals klappen könnte …

Ben lässt keine Gefühle mehr zu. Zu sehr haben die ihm in der Vergangenheit Kummer bereitet, in der er viel zu früh erwachsen und für seine kleine Schwester da sein musste. Jetzt will er bloß kein Drama. Lieber hängt er mit seinen Jungs ab und schiebt eine schnelle Nummer mit einer Frau, die genauso ungebunden ist wie er. Doch immer wieder läuft ihm diese Judy über den Weg und er bekommt sie nicht mehr aus seinem Kopf. Und plötzlich glimmen Emotionen auf, die Ben längst begraben geglaubt hatte …
(via forever)

Wie hat es mir gefallen?
Ich bin ganz ehrlich: ich hatte ein komisches Lesegefühl im Bauch, als Nicole mich fragte, ob ich ihr Debüt Ben & Judy - Riskier dein Herz lesen und rezensieren wolle. Nicht etwa der Befürchtung wegen, Nicole könne nicht schreiben, sondern weil ich mich ja derzeit mit Liebesgeschichten á la Colleen Hoover echt schwer tue und auch nicht so recht warm werde. So habe ich dann gedanklich auch zu Beginn der Geschichte nicht gerade wenige Stoßgebete wie "Bitte bitte nicht so ein unrealistisches Liebesdrama!" gen Himmel geschickt.
 
Vielleicht wurde mein Bitten erhört, vielleicht war es auch vollkommen unberechtigt, aber alle Kritikpunkte die ich bei Büchern dieses Genres habe, wurden bei Ben & Judy nicht bedient - Jackpot! Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus Judys und dann wieder aus Bens Sicht. Judy hängt wortwörtlich in den Seilen, verkörpert aber zeitgleich auch ein Massenphänomen, welches junge Menschen heutzutage bewältigen müssen: Abi in der Tasche, mir stehen gefühlt eine Millionen Türen offen, ich kann mich nicht entscheiden, was soll ich nur mit meinem Leben anfangen? Dieses "sich selbst (zurecht) finden" wird meiner Meinung nach viel zu wenig in Jugendbüchern behandelt, und wenn es angerissen wird, bleibt es meist sehr oberflächlich und die Lösung steht meist in Ich habe jetzt einen geilen heißen Freund, der Rest wird sich schon finden-Form parat. Dieses Klischee bedient Nicole Obermeier gottseidank nicht, stattdessen vollzieht Judy eine Entwicklung, mit der ich beim Lesen tatsächlich nicht gerechnet hätte. Diese Art Wendung der Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen, weil sie einerseits so unerwartet für mich war und andererseits von Vernunft und Herzenswunsch gleichsam geprägt ist. Ideale, die man einem jungen Leser mit solch einer süßen Geschichte guten Gewissens mitgeben kann.

Positiv war für mich auch, dass Judy keine Dramaqueen per se ist. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, manchmal sind es ein zwei Päckchen mehr. Auch Judy kann sich davon nicht freimachen, doch werden hierbei Themen behandelt, die auf mich und dich und auch auf deine besten Freundin zutreffen könnten. Weniger unterhaltsames Hollywood-Gedöns, vielmehr Konflikte, die wir alle einmal lösen müssen und schon lösen mussten - Stichwort: die liebe Familie. Dabei bleibt Judy aber immer eine junge Frau, mit der ich mich gut identifizieren konnte, mit der sich Heranwachsende wahrscheinlich aber noch viel besser identifizieren können, weil sie vor denselben Lebensweichen stehen, wie Judy. Dabei ist sie auch nie unsympathisch oder dümmlich redend. Sie hat ihre Wurzeln vielleicht auf dem Land, ein Landei ist sie deshalb aber noch lange nicht.

Einen Aspekt den ich auch sehr interessant fand, war die Herausarbeitung der zweiten Hauptfigur Ben. Denn der trägt ein deftiges Paket mit sich herum, welches durch die Autorin mit sehr viel Feinfühligkeit bearbeitet wurde. Seine daraus resultierenden Selbstzweifel, der andauernden Scham vor der eigenen Vergangenheit und den ständigen Drang, verantwortungsvoll zu handeln, aber auch ihm wohlgesonnene Menschen auf Abstand zu halten, konnte ich ohne Zweifel nachvollziehen. Auch Ben entwickelt sich ausgesprochen positiv, und bleibt dabei sowas von sympathisch. Selbst diesen einen faux pas konnte ich ihm sofort verzeihen (ich hätte es sogar verstanden, wenn er es getan hätte, haha). An Authentizität fehlt es der Geschichte also wirklich nicht, Empathie wird durchgängig gefordert und gefördert und das rechne ich der Autorin für ein Erstlingswerk hoch an!

An die Nebencharaktere möchte ich auch noch schnell ein Wort verlieren: allen voran Bens Schwester Liz, die erstmal ziemlich kratzbürstig erscheint, dabei aber auch nur ein Spiegel dessen ist, was passiert, wenn Gesellschaft zulange nicht hinschaut. Die rebellischen Leser werden sie sicherlich lieben!
 
Keinesfalls vergessen möchte ich übrigens auch das Lob für den gewählten Handlungsort! Der wird zwar nicht offensichtlich benannt, aber es wird ganz gewiss irgendein Städtchen in den östlichen Bundesländern sein, denn da ist es ein Leichtes an die Original Thüringer Bratwurst heranzukommen. Das war der sympathischste Buchmoment, den ich seit langem einmal wieder hatte, weil ich mein Wahlheimatchen so schrecklich doll vermisse! Außerdem finde ich es sowieso viel besser, wenn Romane deutscher Autoren auch mal in Deutschland spielen, es muss nicht immer highfancy Großbritannien oder die Westküste der USA sein. Diese Länder haben etwas schönes an sich und es gibt dir beim Lesen das internationale Feeling, keine Frage, aber deutsche Schauplätze sind zur Abwechslung dann doch auch sehr erfrischend und nicht weniger ansehlich.
 
Nicole Obermeier hat mit ihrem Debüt Ben & Judy - Riskier dein Herz eine authentische Liebesgeschichte gesponnen, die thematisch vielerlei Konflikte der Quarterlife Crisis unserer Zeit aufgreift, transportiert durch identifikative Charaktere, die vor allem eines sind: sympathisch, echt und wie die Freunde von nebenan. Ich habe vier von fünf Sternen vergeben und spreche in jedem Fall eine Leseempfehlung aus!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

tinder, liebe, roman, dating, humorvoll

Viele Frösche musst du küssen, Tinderella!

Nina Ponath
Geheftet: 256 Seiten
Erschienen bei Eden Books, 14.03.2016
ISBN 9783959100472
Genre: Biografien

Rezension:

Worum geht es?
Tinder hat sich seit geraumer Zeit zu DEM Dating-Portal schlechthin gemausert. Man meldet sich an, bekommt Bilder von Singles vorgeschlagen und mit einem Wisch kann sich entscheiden, ob man heute noch ein Date hat oder nicht. Diese Einfachheit und Zwanglosigkeit hat in der Netzgemeinde jedoch schnell dazu geführt, dass man hier auch eher lockere Bekanntschaften macht, die in der Regel so gar nicht den eigenen Erwartungen entsprechen. Erst nach einer wahren Odyssee durch die Welt der verrückten Tinder-Treffen kommt das Beste dann doch noch zum Schluss. In diesem Buch schreibt Nina von ihren skurrilen und witzigen Erfahrungen und Katastrophendates. Eine märchenhafte aber wahre Liebesgeschichte, die allen Singles und Mingles in Deutschland Mut macht. (eigenständig gekürzt via edel)
___________________________
Wie hat es mir gefallen?
Als diese Buchanfrage bei mir reinschneite, musste ich sofort an Das Dating-Projekt von Melissa Pimentel denken. Bücher, die ich nicht wöchentlich lesen muss, die mich aber von Zeit zu Zeit wahnsinnig erheitern. So sagte ich zu und wurde nicht enttäuscht! Die Geschichte wird zunächst aus der Sicht von Nina erzählt, die ja eigentlich ganz gut alleine sein könnte aber feststellt, dass alleine sein auch nicht immer das Wahre ist. Auf Anraten ihrer Freunde legt sie sich die App Tinder zu - mit einem Wisch zum ersten Date! Doch Nina bleibt skeptisch, denn das was sich ihr auf Tinder präsentiert, sind meist die sogenannten Protein-Shaker; Jungfrau, männlich, sucht; oder aber die Sunnyboys die Tinder nur für ihr ohnehin schon übersteigertes Selbstwertgefühl nutzen... Und da soll was anständiges zu finden sein?

Das fragt sich auch Jannik, der zweite Erzähler in der Geschichte. Er hat sich eigentlich nur bei Tinder angemeldet, weil seine Kumpels schon Ewigkeiten diese App nutzen und ein Date nach dem anderen an Land ziehen. Auch er stellt fest, dass man insbesondere drei Arten von Frauen ganz besonders häufig auf Tinder "trifft", die man im echten Leben gar nicht kennen lernen will: die sogenannten Selfie-Mädchen (da habe ich ja herzlich lachen müssen!); die tiefgründigen Romantikerinnen; und die Tinder-MILF!

Aber Tinder verhält sich letztlich nur wie ein großer Teich voll Fische, da gibt es große und kleine, vor allem gibt es aber Fische, die sich ungemein gut tarnen können! Bis man da mal den Big Fish am Haken hat, braucht es vor allem eins: Geduld und ein starkes Nervenkostüm!

Klar ist jedenfalls, dass Tinderella von einigen Klischees lebt. Aber damit habe ich bei der Zusage zum Buch schon fest gerechnet und ich habe mich ehrlicherweise schon auf genau diese Klischees gefreut! Unnötig empfand ich hingegen, dass es in solchen Dating-Büchern irgendwie immer diese Schwuler bester Freund-Konstellationen geben muss, aber die gehören scheinbar genauso sehr zu diesen Büchern, wie die vielen Cocktailabende.

Richtig gut gefallen hat mir hingegen, dass die Geschichte sowohl aus der weiblichen als auch aus der männlichen Perspektive erzählt wird! Und mir haben die skurillen Begegnungen, die Jannik so machen musste, beinahe noch sehr viel besser gefallen, als die spleenigen Dates von Nina. Eine Frau, die dich bis nach Hause stalkt und dir zig Tausend Whatsapp-Nachrichten schickt? Gleisam witzig und schockierend ist ja, dass sich solche Menschen tatsächlich auf Tinder rumtreiben - Leute, die schon einen kleinen Sockenschuss haben! Alleine deshalb würde ich mich persönlich wohl niemals auf solch Plattformen anmelden. Eben weil die Siatuationen, die Nina und Jannik erlebt haben, nicht gänzlich unwirklich sind. Also haben auch diese Bücher, selbst wenn das nicht die erste Intention ist, trotzdem eine Moral von der Geschichte.

Insgesamt hat mit dieses Büchlein wirklich gut gefallen, einen Sternabzug erhält es dann aber trotzdem. Denn leider finde ich den Preis für ein 200-Seiten-Buch dann doch zu hoch bemessen, auch wenn es mit der Broschur und der Aufmachung insgesamt noch so schön aussieht. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass dies vor allem an den hohen Produktionskosten liegt.

Eine Empfehlung für dieses Buch spreche ich aber in jedem Fall aus, vor allem wenn ihr ein Faible für lustige Chicklit-Geschichten habt, ihr Klischeehaftes vertragen könnt und es euch auch nicht peinlich ist, in der Öffentlichkeit laut zu lachen, weil die beschriebenen Dates oftmals alles andere als "normal" verlaufen (#füreuchgetestet!). Vier von fünf Sternen dafür! Vielen lieben Dank auch nochmal an den Verlag Edel für die Bereitstellung dieses Leseexemplars!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(123)

292 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, bettina belitz, liebe, krieger

Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur

Bettina Belitz
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.02.2016
ISBN 9783570164174
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Worum geht es?
Erwache. Erkenne dich. Nutze deine Fähigkeiten. Kämpfe! Die 17-jährige Sara hat ihre Seele an die Hydra verkauft – jene düstere Unterwelt, für die sie als Meisterdiebin arbeitet und wertvollen Diamantschmuck aus den Villen der Reichen stiehlt. Was mit den Diamanten geschieht, interessiert Sara nicht – bis der mysteriöse Damir in den Katakomben der Unterwelt auftaucht. Die beinah magische Anziehungskraft zwischen den beiden weckt in Sara übermenschliche Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Die Fähigkeiten einer Diamantkriegerin. Ein gefährlicher Wandlungsprozess setzt ein, an dessen Ende Sara sich entscheiden muss, auf welcher Seite sie steht: auf der des Lichts oder des Schattens.

(via randomhouse)
________________________________
Wie hat es mir gefallen?
Dies ist mein erstes Buch von Bettina Belitz und trotz einiger Minuspunkte wird es nicht mein letztes gewesen sein, denn was mich ungemein überzeugt hat, ist ihr Schreibstil! Ganz tolles Wordbuilding, was die Autorin hier geliefert hat, wirklich. Gleich zu Beginn wird man in die Geschichte geworfen und ist mitten im Geschehen. Dabei kann ich aber immernoch nicht sagen, ob wir uns im Hier und Jetzt befinden oder doch eher in einer etwas anderen Zeit, an einem etwas anderen Ort. Immerhin existieren Handy's, und Sara geht, trotz ihrer Diebeskarriere, in die Schule, wenn sie denn Lust und Kraft dazu hat.

Die Geschichte beginnt traurig und düster zugleich. Sara steigt des Nachts in Häuser ein und klaut vornehmlich Diamanten. Denn Sara hat die besondere Fähigkeit des Diamanthörens. Sie kann die wertvollen Steine nach sich rufen hören. Wer nun aber denkt, dass ihn hier schillernde Diebesgeschichten erwarten, liegt eindeutig falsch.  Denn Sara hat sich in einen mafiaähnlichen Kreis begeeben, aus dem sie nicht mehr herauskommt, und alles nur um ihrer Großmutter finanziell eine Unterstützung zu sein.

    Doch spätestens morgen Mittag würde sich Kratos beruhigt haben und mir einen neuen Auftrag verschaffen. Dieses Mal würde ich sauber arbeiten und ein gutes Honorar bekommen. Dann konnte ich Großmutters Pflege bezahlen und... (S. 110)

Die Hydra sind alles andere als ein friedlich gesinntes Völkchen, es geht um Drogen, das Abhängig machen von Jugendlichen und um den schmutzigen Untergrund! So ist vornehmlich auch Gewalt ein Thema und die dargestellten Szenen sind mehr als gewalttätig. Gespickt mit dem von mir gelobten Wordbuilding ist das Buch Diamantkriegersaga keine leichte Kost und so manchem wird diese Gewalt nicht schmecken. Auch empfand ich die Umstände, unter denen Sara lebt, sehr bedrückend und es schwingt permanent eine gewisse Aussichtslosigkeit mit. Dass sie keinen Sinn für Schule hat ist mehr als verständlich, dass sie fast krankhaft misstrauisch ist auch.

Doch Sara birgt noch eine andere Fähigkeit in sich, die viele Jahre in ihr schlummerte und als sie auf den geheimnisvollen Damir trifft, nun endlich erwacht. Nur birgt das zunächst sehr wenige Vorteile, denn Sara driftet nach und nach in den Wahnsinn ab. Paranoia ist nur eines von vielen Symptomen und ich als Leser konnte irgendwann auch nicht mehr so recht unterscheiden, ob das Mädchen geistig noch ganz sauber ist, oder ob ihr tatsächlich etwas ins Wasser gemixt wurde, immerhin lauern Kratos Leute ja überall!

    "Kannst du mir trotzdem sagen, wie dein Körer sich anfühlt?" "Krank, ohne das ich krank bin. Mein Zustand verändert sich stäntig. Ich habe seit Tagen starke Kopfschmerzen und irgendwas sitzt unter meinen Schulterblättern. Als würde es sich befreien wollen...", sprudelte es aus mir heraus. "Meine Gelenke knacken, als würden sie trocken liegen, meine Muskeln krampfen, alles ist starr und unbeweglich geworden. Meine Augen sind permanent entzündet, ich möchte mich am liebsten häuten, ja, ich will raus aus mir! Ich habe keinen Hunger und ständig Durst und dann ist da..." (Seite 309)

Und das war für mich der Moment, wo sich die Geschichte insgesamt ganz schön gezogen hat. Die Idee ist insgesamt eine richtig gute, nur passieren die eigentlich spannenden Dinge vor allem auf den ersten 150 Seiten und dann womöglich in den Folgebänden. In diesem ersten Teil geht es vor allem um Sara's Verwandlung, zu ihrer eigenen Selbsterkenntnis und ihrem persönlichen Wahn dorthin. Das war für mich vor allem auf den letzten fünzig Seiten ganz schön mühselig, vieles hätte man vielleicht auch kürzer fassen können? Zumal für mich auch nicht alle Fragen beantwortet wurden und mir Damirs Schwur auch noch nicht so gänzlich klar ist. Der Typ hätte ruhig mal öfters anwesend sein können! Einen Höhepunkt und einen Knall gibt es gen Ende der Geschichte trotzdem und ich will auch unbedingt wissen, wie es weiter geht!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2.110)

2.439 Bibliotheken, 24 Leser, 2 Gruppen, 59 Rezensionen

satire, humor, hitler, adolf hitler, timur vermes

Er ist wieder da

Timur Vermes
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2014
ISBN 9783404171781
Genre: Humor

Rezension:

Worum geht es?
Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet er in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere – im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und „Gefällt mir“-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? (via Bastei Lübbe)

Wie hat es mir gefallen?
Er ist wieder da ist womöglich eines der kontroversesten fiktionalen Romane zu jener Zeit. Darf Deutschland über Hitler lachen?, fragt sich so manch einer. Ist das nicht eine Verharmlosung des Holocaust? Nein, so meine ich. Mit Er ist wieder da ist Timur Vermes ein äußerst gutes Werk im Bereich der politischen Satire gelungen, welches nicht nur die historische Person Adolf Hitler so dermaßen durch den Kakao zieht, sodass sich der Leser/Zuhörer den Bauch vor Lachen halten kann und ihm im schlimmsten Fall auch in manchen Ansichten zustimmt. Und das ist der Punkt. Gleichsam wird nämlich auch starke Kritik an unserer heutigen Gesellschaft ausgeübt, sodass dieses Lachen, was uns eben noch die Bäuche halten ließ, uns nun unwohl aufstößt und vielleicht sogar im Halse stecken bleibt. Und man denkt sich: Nun bin ich selbst auf das Gequatsche hereingefallen! An dieser Stelle sei gesagt: Christoph Maria Herbst hat seinen Sprecherjob sehr gut gemacht.

"Chancenlos gegenüber dem Demagogen", so steht es im Klappentext - bezogen auf unser Jetzt und Hier könnte dieser Satz nicht treffender sein, denn so frage ich mich beim Einschalten der Nachrichten in letzter Zeit eigentlich ständig, wie taub und blind mancher Mensch wohl sein mag, woher all dieser Hass kommt und ob wir denn aus der Vergangenheit nichts gelernt haben? Die Menschen in Er ist wieder da halten die Figur Adolf Hitler für nichts weiter als einen grandiosen Schauspieler. Und so schimpft er weiter seine Parolen, wie ein kleiner aufgeplusteter Rohrspatz und hat damit auch noch kommerziellen Erfolg, denn es sind die Menschen, die dem Ruf folgen. Die Aussage "Das was da vor über 70 Jahren geschehen ist, wird sich nicht wiederholen!" passt hierzu eigentlich ziemlich gut, denn diese Parolen sind aus heutiger Sicht, mit unserem guten Verstand (den unterstelle ich jetzt einfach mal meinen Lesern) ja eigentlich unglaublich lächerlich. Und gerade weil sie mit Leichtfertigkeit so hingenommen werden, weil so leichtfertig mit dem aktuellen politischen Diskurs in unserer Medienlandschaft umgegangen wird, ist diese Thematik nicht weniger gefährlich.

Mindestens regt Er ist wieder da zum Nachdenken an, doch dazu, und da stimme ich den Kritikern des Buches zu, braucht es auch das nötige historische Hintergrundwissen. Hat man dieses nicht, weiß man gewisse Ereignisse nicht einzuordnen, so wird man das Buch möglicherweise nicht als literarische Bereicherung empfinden. Auch grenzt Er ist wieder da sehr wohl an Geschmacklosigkeit, damit muss man umgehen können. Aber so ist das eben immer mit Satire. Wer denkt, er hätte hier ein leichtes komödiantisches Buch vor sich, dem sei gesagt, dass es nicht so ist. Man muss schon hinter die Passagen und Phrasen blicken können, um erstens den Witz zu verstehen und um zweitens die eigentliche Kritik zu erkennen.

Ich habe dem Buch insgesamt vier Sterne gegeben. Es ist grenzwertig und gleichzeitig veranschaulicht es einen langsamen Prozess, den wir auch aus Werken wie Die Welle von Morton Rhue oder Animal Farm von George Orwell kennen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(462)

871 Bibliotheken, 27 Leser, 2 Gruppen, 149 Rezensionen

jugendbuch, thriller, ursula poznanski, layers, obdachlos

Layers

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.08.2015
ISBN 9783785582305
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Worum geht es?
Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt.(via Loewe)

Wie hat es mir gefallen?
Layers war mein zweites Buch von Ursula Poznanski und leider hatte ich mir ein bisschen mehr von der Geschichte erwartet. Nachdem mich Erebos wirklich positiv überrascht hat - denn Computerspiele sind eigentlich gar nicht so mein Thema - hatte ich doch recht hohe Erwartungen an Layers. Denn alleine der Titel verspricht es ja schon: Viele Schichten, hinter die es zu blicken gilt.

Obdachlosigkeit, ein vermeindlicher Mord, ein attraktives Angebot, um sich vor der Polizei zu verstecken und ein fragwürdiges Geheimnis. Dies alles sind Elemente, die einen guten Thriller ausmachen und auch der flüssige Schreibstil sorgte dafür, dass ich mich sogleich in der Geschichte zurechtfinden konnte und mich die Grundthematik auch nicht ganz kalt ließ. Seid Bob, der Streuner tue ich mich wirklich sehr schwer, was Obdachlosigkeit angeht (lest die Bücher von James Bowen!). Und so ergriff mich auch die spezielle Lage von Dorian. Der emotionale Aspekt traf bei mir also voll ins Schwarze, mein Mitleidsgefühl war geweckt, weshalb ich das Buch auch erstmal eine Zeit lang auf dem Lesetisch liegen lassen musste.

Doch irgendwann will man ja wissen wie es weiter geht und es geht definitiv rasant weiter. Von der bloßen Idee bis zur Umsetzung hat da sehr vieles sehr gut gepasst, für mich hakte es dennoch und zwar im Ende! Keine Angst, es folgt kein Spoiler, aber auch nach dem Lesen von Saeculum (die Rezension folgt noch) frage ich mich wirklich, wie es Frau Poznanski schafft, so ein beinahe magisches, science-fiction geladenes Bild zu bauen und es dann mit Rumsen und Kabummsen in die Gegenwart zu katapultieren? Gespickt mit einer schrecklich einfachen, normalen, gegenwärtigen Erklärung ... die meiner Meinung nach so null zu dem gigantischen Feuerwerk vorher passt? Für mich fühlte sich das Ende beim Lesen sehr sehr falsch an und ließ mich tatsächlich mit einem "Das war es jetzt?"-Gefühl zurück, obwohl vorher alles so stimmig war. Das Setting, die Sprache, die Idee, die interessante Figurenkonstellation ...

Sicherlich sind gegenwärtige Bezüge immer superklasse, gerade im Jugendbuch-Genre (und in Erebos hat es ja auch wunderbar gepasst). Aber hier war das ganz ausnahmsweise nicht der Deckel zum Topf. Total schade, und nun kann ich auch die zwiegespaltenen Rezensionen nachvollziehen. Für mich ist Layers definitiv nicht das beste Buch von Ursula Poznanski und ich bin auch ein bisschen froh, dass ich die Elerias-Trilogie noch nicht gelesen habe, sonst wäre ich vermutlich dreimal so enttäuscht. Vielleicht habe ich es einfach nicht verstanden, die Schichten besser zu lesen.

Layers von Ursula Poznanski ist eine durchschnittlich gute Geschichte mit einer ausgeklügelten Idee und einem tollen Setting, nur das Ende hat mir die Story leider etwas madig gemacht und mich unzufrieden zurückgelassen. Ein Buch von Frau Poznanski was man lesen kann, was man aber nicht unbedingt sofort als erstes gelesen haben muss - vielleicht dann doch lieber erstmal Erebos oder die Elerias-Trilogie. Insgesamt habe ich drei Sterne vergeben.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(145)

241 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

jonah, liebe, jugendbuch, laura newman, krimi

Jonah

Laura Newman
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 21.12.2015
ISBN 9783739212548
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Worum geht es?
Wenn nichts ist, wie es scheint!
Emily freut sich auf den Sommer im alten Ferienhaus ihrer Großmutter. Jedes Jahr kommt sie nach Devlins Hope und genießt die Einsamkeit der kleinen Siedlung. Als jedoch plötzlich dieser Typ auftaucht, geraten Emilys Ferienpläne ins Wanken. Jonah ist nicht nur impulsiv und sieht gut aus, seine Vergangenheit birgt außerdem ein großes Geheimnis. Ein Geheimnis, von dem Emily beschließt, es zu lüften!
Eine außergewöhnliche Geschichte zwischen zwei Menschen, die sich über Genregrenzen hinwegsetzt.
(via Laura Newman)
____________________
Wie hat es mir gefallen?
Zunächst sei gesagt, dass Laura Newman sich mit Jonah wirklich selbst übertroffen hat. Und das ist nicht nur meine individuelle Einschätzung - im Amazon-Ranking schoss Jonah so dermaßen durch die Decke bis in die eBook-Galaxis, dass Frau Newman wohl am allerwenigsten damit gerechnet hat. Aber der Durchbruch ist mehr als gerechtfertigt! Probematisch ist nun nur, dass ich euch eigentlich kaum mehr über das Buch erzählen kann, was nicht spoilern würde. Ich kann nichtmal mit berühmten Filmtiteln um mich werfen, an die mich Jonah beim Lesen erinnert hat. Denn selbst das würde den gesamten Zauber des Buches kaputt machen!

Fakt ist jedoch, dass in Jonah auch sehr viel von Laura Newman selbst steckt. Wer ihre Wildnis-Videos auf YouTube angesehen und geliebt hat, wird mit Jonah seine Freude haben, der Schauplatz des Geschehens könnte nicht besser gewählt sein und man könnte sich nicht heimischer fühlen! Das färbt natürlich auch den Schreibstil, die Hauptfiguren und die gesamte Dynamik des Buches. Selbst wenn vieles im Buch sehr vorhersehbar ist, macht diese Vorhersehbarkeit die Geschichte doch erst zu einer wirklich guten, gespickt mit vielen kleinen, fast schon abgefahrenen Überraschungen! Und auch hier setzt Laura Newman wieder ihren ganz persönlichen Stempel unter die Geschichte - denn normal ist halt auch einfach langweilig.

Ich meine mich zu erinnern, dass Laura Newman mal in einem Video gesagt hat, dass sie sich schwer vorstellen könne, einen reinen Liebesroman zu schreiben. Und trotzdem ist ihr mit Jonah (natürlich unter Zuhilfenahme abgefahrener Elemente) eine tolle, außergewöhnliche Liebesgeschichte im Jugendbuch-Genre gelungen, die ich ihr so auch immer wieder abkaufen würde. Alleine die nackte Idee an sich ist grandios und die verschiedenen Wege, die sie zur Erklärung gewählt hat, für mich absolut vorstellbar. Ich würde so gerne so viel näher ins Detail gehen, aber ihr müsst es einfach selber lesen!

Mir hat Jonah jedenfalls so gut gefallen und ich habe mich in der Geschichte so wohlgefühlt, dass ich sogar (hört, hört!) am Ende geflennt habe! Die abschließende Szene war einfach wunderbar passend und, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Heulen schön :-) Fünf von fünf Sternen dafür!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(222)

465 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

rennen, überleben, pandora, liebe, heilmittel

Salz & Stein

Victoria Scott , Michaela Link
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.11.2015
ISBN 9783570163450
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Worum geht es?
Erst das Finale entscheidet über Leben und Tod.
»Vor sechs Wochen sind einhundertzweiundzwanzig Kandidaten in den Dschungel gegangen, um im Brimstone Bleed gegeneinander anzutreten. Vor drei Wochen sind sechsundsiebzig Kandidaten zu dem gleichen Zweck in die Wüste gegangen. Und heute sind vierundsechzig übrig, um die beiden letzten Etappen des Rennens in Angriff zu nehmen.«

Das Brimstone Bleed geht in die zweite und letzte Runde. Tella hat mehr als einen Freund verloren. Einzig ihr Pandora Madox ist tapfer an ihrer Seite. Kann sie das Rennen gewinnen und ihren Bruder retten? Kann sie die Veranstalter des Brimstone Bleed ein für alle Mal vernichten, damit niemand mehr so leiden muss wie sie? Und was geschieht mit Guy und ihr – kann die Liebe über alles siegen, oder bleibt sie auf der Strecke?
(via randomhouse)
__________________________________
Wie hat es mir gefallen?
Die Vorfreude auf die Geschichte dämpfte sich bereits, als ich auf Instagram las, dass die Feuer&Stein-Bücher als Dilogie angedacht waren und noch nicht sicher ist, ob es tatsächlich noch einen dritten Band geben würde. Und auch nach dem Lesen von Salz&Stein ist die Geschichte für mich eigentlich noch nicht zuende erzählt. Ganz im Gegenteil! Es bleiben so viele Fragen und Handlungsbögen ungeklärt, gen Ende tun sich sogar immer mehr Fragen auf. Ziemlich unbefriedigend, wenn ihr mich fragt.

Aber auch generell habe ich viele Vorzüge aus dem ersten Band in Salz&Stein schwerstens vermisst. So zum Beispiel wandelte sich die sympathische Tella für mich in ein typenlechzendes Girlygirl. Dass sie beim Brimstone Breed teilnimmt, um ihren todkranken Bruder zu retten, war meiner Meinung nach eher nebensächlich, auch wenn sie in vielerlei Hinsicht sehr aufopfernd handelte. Trotzdem nahm das Liebeshickhack sehr viel mehr Raum ein, als es wohl nötig gewesen wäre. Einzig die Pandora-Thematik stimmte mich wieder selig.

Überdies schwärmte ich bei Feuer&Flut über den leichten Schreibstil und die dahinfliegenden Seiten. In Salz&Stein nun brauchte es gut über 150 Seiten, bis ich endlich mal in der Geschichte ankam. Ich kann nicht unbedingt beschreiben, woran es nun genau lag, aber womöglich hat genau diese Leichtigkeit des vorherigen Bandes gefehlt. Und auch hatte ich nicht unbedingt das Gefühl, als wären Tella und Co. schon wochenlang unterwegs gewesen. Hier stimmte meine eigene Wahrnehmung jedenfalls nicht mit den Informationen aus dem Klappentext überein - ich hatte eher ein "mehrere Tage"-Gefühl im Bauch. Danach ging es dann aber zunehmend aufwärts und auch die nie endenwollenden Spannungsbögen kehrten zurück.

Richtig überrascht wurde ich übrigens vom Plottwist - der war super unerwartet und ich saß hier tatsächlich und dachte so:"Ach nein!". Das war dann auch der Abend, als ich das eBook unbedingt beenden musste. Erst da hatte ich so richtig Blut geleckt und war auf das Ende gespannt, denn immerhin sollte es ja nun zum Ende von Brimstone Bleed kommen. Aber wie schon zu Beginn erwähnt, war das Ende für mich persönlich nicht sehr befriedigend und aufdeckend. Ich war danach mindestens genauso schlau wie zu Beginn des Buches - und alleine deshalb plädiere ich ganz stark für einen dritten Band. Ich kann mich mit diesem Ende tatsächlich nicht zufrieden geben! Es kam zu abrupt und zu hastig, und mir fehlte diesmal ganz eindeutig der AHA!-Effekt.

Generell ist Feuer&Flut von Victoria Scott sehr zu empfehlen, die Lektüre hat mir im Sommer sehr viel Lesefreude bereitet. Bei Salz&Stein hingegen sollte man selbst abwägen, ob man ein so offenes Ende akzeptieren kann, solange noch nicht klar feststeht, dass noch ein dritter Band erscheinen wird. Ich habe daher 3 Sterne vergeben. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(503)

900 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, entführung, berlin, pädophilie

Das Joshua-Profil

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2015
ISBN 9783785725450
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Worum geht es?
Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.
(via Bastei Lübbe)
____________________
Wie hat es mir gefallen?
Ich bin ein bekennender Fitzek-Fan, das wisst ihr ja bereits. Und natürlich habe ich der Veröffentlichung von Das Joshua-Profil entgegen gefiebert - ist ja klar! Und meine Erwartungen waren, wie immer, hoch und ich muss gleich vorne weg sagen: wäre das Nachwort nicht gewesen, dann hätte ich Das Joshua-Profil womöglich sehr viel "schlechter" bewertet. Aber erstmal auf Anfang...

Das Buch beginnt mit einem Auszug aus Die Blutschule. Ein Horror-Thriller aus der Feder des Schriftstellers Max Rhode, der die Hauptfigur im Buch Das Joshua-Profil spielt. Fun Fact, der mittlerweile ja keiner mehr ist: Die Blutschule wurde einige Tage vor Veröffentlichung von Das Joshua-Profil ebenfalls in tatsächlicher Buchform herausgebracht. Natürlich ebenfalls von Fitzek geschrieben, diesmal allerdings unter dem Pseudonym Max Rhode. Wäre Das Joshua-Profil (weiterhin Abgekürzt mit DJP) ein Album einer Band, so wäre Die Blutschule wohl wie die erste Single-Auskopplung zu verstehen - und das Bewerben funktionierte! Aber keine Sorge: Die Blutschule ist ein eigenständiges Buch, es ist kein MUSS es vorher zu lesen, aber selbstverständlich machen die Auszüge in DJP neugierig.

In alter Fitzek-Manier wird die Leserschaft nach diesem Auszug also wieder mitten ins Geschehen geworfen, wechselnde Perspektiven inklusive, beginnend mit der von Max Rhode. Ein (scheinbar?) liebevoller Vater und Schriftsteller, dessen Leben sich mit jeder gelesenen Seite immer mehr verstrickt und sich letztlich gegen ihn selbst richtet. Schnell zu lesende Dialoge, kurze und knackige Kapitel, Gehirnwäsche der Superlative - so kennen wir Sebastian Fitzek's Schreibe.

"Jetzt wird es ernst, ihr Drecksäcke!" (S. 222)

Doch neben altbekannten Stilmitteln konnte ich für mich auch viel Neues entdecken: zum Einen der stets raue, teilweise auch vulgäre Umgangston und zum Anderen gewaltbereite Szenen, die einem Action-Film gleichen. Beides war für mich auf den ersten Seiten irgendwie befremdlich, aber es war beim weiteren Schmöckern dennoch passend zum Gesamtkonzept der Geschichte.

Der Mann, der sich Fisch nannte, schüttelte den Kopf und stellte eine Gegenfrage: "Was sagt Ihnen der Name Joshua?" (S. 230)

Was mich hingegen irritert hat, war die Reife der zehnjährigen Jola, die Tochter von Max Rhode. Zwar wird in DJP ausführlich erklärt, warum Jola so ist, wie sie ist, aber bei manchen geklopften Sprüchen haben ich mich schon nach dem eigentlichen Grad der Authentizität gefragt.  

Generell habe ich aber beim Lesen selbst gemerkt, dass sich meine Erwartungen eigentlich immernoch an Noah messen, denn das war für mich das beste Buch, was Fitzek bisher geschrieben hat (und ich habe alle Bücher gelesen!). Die Messlatte, die er da vorgelegt hat, konnte auch Passagier 23 nicht toppen, aber das Niveau wurde gehalten - so auch bei Das Joshua-Profil. Und Fitzek wäre nicht Fitzek, wenn nicht auch in DJP eine Moral von der Geschichte versteckt und ein aktuelles Thema aufgegriffen werden würde, in vielfältiger Weise.

Hast du die Fäden für dein Leben noch in der Hand? (Klappentext)

... oder überlässt du es anderen, größeren Spinnen, daraus ein Netz zu bauen, sei es bewusst oder unbewusst? Selbst wenn Sebastian Fitzek schreibt, dass er den Leser nicht mit dem erhobenen Zeigefinger aus der Geschichte entlassen möchte, so ließ mich die Kernidee persönlich danach dennoch nicht los, denn im Großen und Ganzen geht es um Fußspuren, die wir tagtäglich, minutiös hinterlassen.

Das Finale überraschte übrigens und ich hätte mich auch mit dem Ende vierzig Seiten zuvor zufrieden gegeben. Aber im Nachwort wird das Warum? dann doch wieder klarer und erklärt so einiges. Man darf nun darüber streiten, ob Nachworte zur eigentlichen Bewertung hinzugezogen werden dürfen, aber wäre dieses Essay zum Schluss nicht gewesen, wäre meine Buchbewertung womöglich "nur" bei 3,5 Sternen gelandet.

Kann der neue Fitzek etwas? Ja, er kann! Neben Altgewohnten kommt in Das Joshua-Profil auch viel Neues hinzu. Auch nicht zu vergessen: die altbewährte Spannung eines Fitzeks-Thrillers. Alleine über 250 Seiten habe ich nur an einem Abend weggeschmökert. Das gewohnte Niveau wird gehalten, aber für volle fünf Sterne, ist das Fass noch nicht genug übergelaufen und die Plotidee ist zwar nachhaltig, aber sie hallt nicht so lange nach, wie damals bei Noah. Dennoch: Sebastian Fitzek ist mit Das Joshua-Profil wieder ein lesenswerter sowie auch geistreicher (Action-)Thriller gelungen und dafür gibt es 4,5 Sterne.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

southhampton, detective inspector, helen grace, opfer, bournemouth

Eene Meene

Matthew J. Arlidge , Uve Teschner ,
Audio CD
Erschienen bei Argon, 22.05.2014
ISBN 9783839813270
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Worum geht es?

Zwei Geiseln. Eine Kugel. Die Entscheidung: tödlich.


Ein perfider Killer kidnappt Paare. Die Opfer wachen orientierungslos auf, gefangen in einem Raum, in dem niemand ihre Schreie hört. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, nur eine Waffe und eine Botschaft des Entführers: Entweder sterben beide einen natürlichen, qualvollen Tod oder einer bringt den anderen um und ist frei. Detective Inspector Helen Grace und ihr Team ermitteln fieberhaft, denn die Abstände zwischen den Taten werden kürzer: ein Liebespaar verschwindet, zwei Arbeitskollegen sind unauffindbar, dann Mutter und Tochter. Helen sucht verzweifelt nach Zusammenhängen zwischen den Opfern und gelangt zu einer verstörenden Erkenntnis.

(via Argon)
_____________________
Wie hat es mir gefallen?

Der Klappentext ist zu Beginn schonmal ein wenig irrefürrend. Es werden zwar "Paare" entführt, doch handelt es sich hierbei nicht immer zwangsläufig um Verliebte. Es können auch Freunde sein oder Bürokollegen, auch sind sie nicht stets heterolog. Gemeinsam haben sie jedoch, dass es immer um den Hintergrund geht, eine Entscheidung zu treffen, gemeinsam zu sterben oder aber der Freiheit Willen den Mitentführten umzubringen. Der Sinn alldessen bleibt lange Zeit verborgen und ist mir zugegeben auch nach dem Hören immernoch nicht ganz schlüssig.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Da gibt es zum Einen die jeweiligen Opfer. Mit ihnen beginnt auch das erste Kapitel, als sie alleine in einem kellerähnlichen Raum aufwachen und sich ihrer Lage bewusst werden. Dann gibt es die Perspektive der Helen, die Hauptermittlerin im Fall. Sie übernimmt die Rolle einer gebrandmarkten Detektivin. Das Warum? klärt sich im Verlauf der Geschichte. Aber ihre Person schien mir beim Hören schon sehr befremdlich und auch die Begründung für ihr Verhalten konnte mich nun nicht unbedingt mitreißen oder gar überzeugen.  Überdies gibt es dann noch den Täter. In Rückblicken wird dessen Gegenwart und Vergangenheit aufgearbeitet und auch da liegt natürlich so einiges im Argen, sonst würde nicht so ein krankhaftes Verhalten an den Tag gelegt werden, ist ja klar.

 

Prinzipiell ist die Grundidee des Thrillers Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt ja wirklich gut, aber die Umsetzung ist eher so ein ganz nett. Die Handlung beginnt rasant und Uve Teschner ist ein sehr guter Sprecher - ungekünstelt und unverstellt spricht er die einzelnen Kapitel, ein gelungenes Zuhören für mich. So kam es dann auch, dass ich gleich ein Drittel des Hörbuchs an einem Stück hörte. Leider zog sich der Mittelteil für mich dann aber wie Kaugummi, dafür kann aber Uve Teschner nichts. Dahin war all die aufgebaute Spannung und ich verlor auch teilweise den roten Faden, sodass ich mehrere Kapitel öfters hören musste, weil ich immer dachte, mir wäre irgendetwas Wichtiges entgangen. Überdies konnte ich mich kaum mit irgendeiner der Figuren auch nur annähernd "anfreunden". Helen ist ja sowieso ein schwerwiegender Charakter, aber auch die Neben-Ermittler oder gar diese nervige Reporterin... Vielleicht wäre dies beim eigenen Lesen anders gewesen?

 

Ich hatte leider den Eindruck, dass der Zusammenhang zwischen Opfer-Paar und Täter-Motiv nicht eindeutig herausgearbeitet wurde. Mir ist nach wie vor nicht klar, was es mit dieser A/B-Entscheidung auf sich hat. Klar, Rache ist hier mal wieder das Leitbild, aber trotzdem ergibt das für mich auch nach der Auflösung - die dann übrigens wieder zügiger um die Ecke kam - kein logisches Gesamtbild. Der große Knall blieb aus, auch wenn sich der Autor bemüht hat, irreführend zu sein und das Ende für mich nicht vorauszusehen war. Aber es ließ mich eben nicht mit diesem bekannten Aha!-Effekt zurück, den ich bei all den anderen Thrillern habe. Total schade!

 

Insgesamt ist Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt von M. J. Arlidge ein ganz okayer Thriller, den man lesen/hören kann, aber nicht unbedingt muss. Anfang und Ende sind spannend erzählt und Uve Teschner ist ein hervorragender Sprecher, allerdings fehlt es in der Geschichte selbst an logischen Zusammenhängen und einem spannenden Katz- und Maus-Spiel im Mittelteil. Das Ende kam für mich leider auch nicht überraschend daher. Ich kann deshalb nur 2,5 Sterne vergeben.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ben, rachel

Wir in drei Worten

Mhairi McFarlane , Karin Dufner , Ulrike Laszlo , Britta Steffenhagen
Audio CD
Erschienen bei Argon, 23.10.2013
ISBN 9783839812662
Genre: Liebesromane

Rezension:

Worum geht es?
Ben und Rachel. Rachel und Ben. Zu Unizeiten waren sie unzertrennlich. Die Welt hätte ihnen nichts anhaben können. Beste Kumpels waren sie. Doch eine Nacht vorm Abschlussball ist etwas geschehen. Seitdem sind zehn Jahre vergangen, und die beiden haben sich nie mehr gesehen. Bis jetzt. Allerdings ist Ben heute verheiratet, und Rachel hat sich gerade von ihrem Verlobten getrennt. (via Argon)

Wie hat es mir gefallen?
Ich liebe die Stimme von Britta Steffenhagen, das muss gleich mal vorne weg gesagt werden! Charismatisch, authentisch, rauchig - eben eine Stimme mit Wiedererkennungswert, der man nur zu gerne zuhört. Facettenreich ist sie noch obendrein, das merkt man vor allem dann, wenn verschiedene Personen im Buch gesprochen werden. Die männlichen Parts gelingen Frau Steffenhagen meiner Meinung nach immer ganz besonders gut! Aber nun zum Inhalt...

Mir persönlich hat Wir in drei Worten, obwohl es McFarlanes Erstling ist, sogar besser gefallen, als Vielleicht mag ich dich morgen, ihren zweiten Roman. Rachel steckt in einer recht verkappten Beziehung mit Rhys, in der es kaum noch ein Vor oder Zurück gibt, bis sie beschließt es zu beenden. Viel zu lange hat sie schon in dieser Beziehung akzeptiert und zurückgesteckt. Zeitgleich trifft sie auf Ben, den sie zehn Jahre nicht gesehen hat, der aber ihr engster Vertrauter zu Schulzeiten war. Dass die Gefühle Achterbahn fahren, ist nur verständlich, vor allem weil Rachel und Ben ein besonderes Erlebnis miteinander teilen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus einer vergangenen und einer gegenwärtigen Perspektive erzählt. In Rückblenden erfährt der Leser/Zuhörer, wie Rachel und Ben sich eigentlich kennen gelernt, was sie miteinander erlebt haben und warum ihre enge Verbindung für zehn Jahre auf Eis gelegt wurde - ungünstigste Missverständnisse inklusive.  Aber auch in der erzählten Gegenwart geht es chaotisch zu, denn Ben ist zehn Jahre später auch einfach mal verheiratet. Weitere Fauxpas bleiben hier also nicht aus. Rachel arbeitet überdies als Gerichtsreporterin und ihr unterläuft ein folgenschwerer Fehler. Nullachtfünfzehn konstruierte Figuren findet man in Wir in drei Worten also nicht und gerade der zuletzt genannte Aspekt sorgt nochmal für ordentlich viel Spannung gen Ende der Geschichte. Aber auch interessante und obendrein nicht auf den Mund gefallene Nebencharaktere geben der GeschichteGeschichte mit ordentlich Wortwitz nochmal einmal das gewisse Etwas: Mindy, Caroline und Ivor - das Maggi für meine Lese-Suppe. Wer Scharfzüngigkeit etwas abgewinnen kann, der freut sich über diese drei Figuren. 

Auch wenn das Ende wie schon in Vielleicht mag ich dich morgen reichlich vorhersehbar war und ein Feuerwerk der Emotionen mal wieder ausblieb, hat mich die Geschichte dennoch gut unterhalten und lustigerweise auch an ein anderes Buch, welches ich gelesen habe, erinnert: Giovanna Fletcher's You're The One That I Want oder Zwei Richtige für Maddy - das kann ich übrigens sehr empfehlen. Wer also auf ein neuerfundenes Rad hofft, wird bei Wir in drei Worten sicherlich nicht fündig, aber Mhairi McFarlane versteht es trotzdessen authentische Liebesgeschichten zu schreiben, die unterhalten. Dafür vergebe ich wieder 3,5 Sterne. Und zu Britta Steffenhagen: Sie spricht auch das Hörbuch zu Die rote Königin von Victoria Aveyard! Das werde ich mir wohl als nächstes anhören :-)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(98)

206 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

coherent, technik, laura newman, frankreich, liebe

Coherent

Laura Newman
E-Buch Text: 417 Seiten
Erschienen bei null, 16.06.2015
ISBN B00ZUDS6F8
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Worum geht es?
Ob Smartphone, Tablet oder Computer – über das Internet leben, lieben und kommunizieren wir. Was aber, wenn wir keine Geräte mehr bräuchten, um online zu sein? Was würdest du tun? Genau diese Erfahrung macht die 17-jährige Sophie und gerät schnell in einen rasanten Strudel aus Angst und Faszination. Gejagt von einer geheimnisvollen Organisation begibt sie sich auf eine abenteuerliche Flucht quer über den Globus. Zusammen mit dem smarten Franzosen Jean setzt Sophie alles daran, dem Ursprung ihrer Fähigkeiten und dem Rätsel um ihre Vergangenheit auf die Spur zu kommen.

(via lauranewman.de/meinebuecher/#coherent)

Wie hat es mir gefallen?
Lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster, wenn ich hier schreibe, dass ich Coherent sogar noch besser finde, als die Nachtsonne? Womöglich ja, denn ich müsste diese Trilogie zunächst einmal beenden (mir fehlen noch Band 2 & 3 auf meiner Read-List), um solch gewagte Aussagen zu treffen - eigentlich. Die Idee um Nachtsonne war top, mir hat der erste Band Flucht ins Feuerland wirklich gut gefallen. Ein sehr lesenswerter Dystopie-Auftakt, aber Coherent toppt das um Längen, nicht nur, weil es sich hierbei weniger um eine Dystopie als vielmehr um ein Thriller/Science-Fiction/Young-Adult/Crime-Jugendbuch handelt!

Die Geschichte spielt in einem kleinen Örtchen in Amerika. Wir werden zunächst mit Sophie bekannt gemacht. Sophie ist eigentlich ein recht gewöhnliches Mädchen, wären ihre Eltern nicht vor vier Monaten bei einem Unfall verstorben ... und wären da nicht zeitgleich diese merkwürdigen Fähigkeiten aufgetreten, die Sophie gleichermaßen überfordern aber auch neugierig machen. Auf unerklärliche Weise scheint es zwischen Sophie und einer Vielzahl von technischen Geräte eine Verbindung zu geben, vor allem zu solchen Geräte, die Wlan-fähig sind. Aber Sophie hat nicht sehr viel Zeit, um sich eingehend mit diesem "Problem" zu beschäftigen. Der Schüleraustausch nach Frankreich ruft. Bei all dem Tumult dennoch eine gelungene Abwechslung, denn hier trifft Sophie auf Jean. Er soll der erste sein, der über Sophie's Fähigkeiten erfährt und auch über die Gefahren, die diese mit sich bringen. Denn was Sophie zunächst nicht weiß: Lamar Bishop, ein ehemaliger FBI-Agent, observiert Sophie schon seit geraumer Zeit für einen ominösen Pharmakonzern.

Das liest sich vielleicht erstmal ein wenig abgefahren, aber die Idee hinter all dem ist wirklich großartig! Tatsache ist: wir leben in einer Gesellschaft, die abhängig von Technik ist. Ein Tag ohne Internet oder das heißgeliebte Smartphone erscheinen uns schon schier unmöglich, fällt eins der genannten Geräte aus, verfällt so manch einer auch gerne in Panik. Wenn ich bedenke, was mein kleines Smartphone so kann ... wozu eigentlich noch ein Computer? Mittlerweile sind ja selbst Uhren an das Internet gekoppelt. Wieso dann nicht eigentlich auch ... Menschen? Was Laura Newman sich da erdacht hat, klingt nach der Lektüre schon gar nicht mehr so abwegig und macht mir persönlich ja auch ein wenig Angst. Denn Fakt ist auch: der Mensch will ja immer höher, weiter und schneller sein - dafür nimmt er auch so einiges in Kauf und geht womöglich auch über Leichen. Gerade was den Bereich der Technik angeht, haben wir das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Laura Newman skizziert hingegen eine Möglichkeit dieses Endes und zwar erfolgreich!

Die Geschichte ist in sich so gut durchdacht! Sie ist ein einziger Pageturner (vor allem wegen der nahtlosen,  unverblümten Schreibsel!) und beinhaltet überdies unvorhersehbare Wendungen und einen ständigen Perspektivwechsel. Langweilig wird es hier beim Lesen also ganz bestimmt nicht. Die Charaktere sind tiefgreifend, Sophie ist als Hauptakteurin sehr greifbar. Sie ist klug, kein naives Dummchen und vor allem ist sie mutig. Jean als zweiter Part sowie Lamar Bishop vervollständigen das Trio. Jean macht einem Franzosen alle Ehre, ist aber vor allem eins: nicht auf den Mund gefallen! Die Figur des Lamar Bishop hingegen glänzt durch eine nicht zu rühmende Vergangenheit. Auch wenn die drei unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie doch Teil dieses großen Puzzles, was sich nach und nach zusammen setzt - nicht zuletzt durch den stetigen Wechsel der Perspektiven, der übrigens auch für den ein oder anderen Cliffhanger sorgt!

Mir hat vor allem gefallen, dass dieser Perspektivwechsel einerseits Fragen aufwarf und andererseits genau diese Fragen auch wieder beantwortete. Was für Sophie erstmal unklar blieb, wurde durch die Perspektive von Jean wieder in ein besseres Licht gerückt und so weiter. Ebenso hatte ich für einen kurzen Moment im letzten Viertel des Buches kurzzeitig das Gefühl, Laura Newman hätte meine Gedanken gelesen, denn als ich mich gefragt habe, wie ein Mensch denn nur so sein kann, fragte sich Lamar Bishop einen Satz weiter genau dasselbe! Was im Umkehrschluss eigentlich nur zeigt, dass Laura Newman sich durchaus in ihre Leserschaft hineinversetzen kann und diese in ihren Annahmen bestätigt.

Natürlich geht es aber in dieser Geschichte nicht nur um rasante Verfolgungsjagden, die Liebe wird auch abgedeckt. Zu Beginn der Geschichte dachte ich ja, die Romanze würde mehr Platz einnehmen, als angenommen. Und da bin ich ehrlich: das hätte mir definitiv gestunken. Aber auf Laura Newman ist Verlass, der Kitsch-Faktor wurde an keiner Stelle überreizt. Super! Dafür gab es für mich im Buch tatsächlich eine Stelle, die mich emotional schon ergriffen hat. Ich habe zwar nicht geflennt, wie ein Schlosshündchen, aber ich dachte so bei mir: Das Schicksal ist manchmal wirklich kacke!

Auch wenn der Klappentext eigentlich nicht sehr aussagekräftig ist, die Geschichte ist in jedem Fall sehr lesenswert, auch für all jene, die das Genre Science-Fiction bisher immer gemieden haben! So Leute wie mich beispielsweise, auch wenn Coherent wahrscheinlich eher gutdosierte Science-Fiction ist. Letztlich hat mich Coherent aber so begeistert, dass ich das Genre an sich für mich gar nicht mehr so abwegig finde.

Coherent von Laura Newman ist für mich ein Lese-Highlight. Eine Woche lang hat mich diese Geschichte begleitet und begeistert! Sophie, Jean und Lamar Bishop haben mich ausgesprochen gut unterhalten, bewegt und zum Nachdenken gebracht (war das eigentlich beabsichtigt, Frau Newman? #gesellschaftskritik). Fünf Sterne!

Mehr Rezensionen auf
http://maaraavillosa.blogspot.de

  (1)
Tags: coherent, laura newman   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(116)

222 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

liebe, familie, kalifornien, roman, hochzeit

Ein wunderbares Jahr

Laura Dave , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.04.2015
ISBN 9783734101564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hallöchen ihr Lieben!  Vor etwa zwei Wochen erreichte mich Überraschungspost aus dem Hause Lovelybooks in Zusammenarbeit mit dem Blanvalet-Verlag. Denn dort läuft gerade die Aktion #blanvaletsommer. Mehr zur Aktion erfahrt ihr hier - es gibt auch tolle Aufgaben und am Ende winken einige Gewinne. Viele Buch-Blogger haben also so ein tolles Päckchen bekommen, unter anderem auch die liebe Anka von Anka's Geblubber. Ihren Beitrag dazu verlinke ich euch hier - auch wenn bei ihr die Überraschung nicht ganz so geglückt ist. 
Im Päckchen fand ich alles vor, was man für einen schönen Sommertag im Freien braucht: Eine tolle Strandtasche, FlipFlops, einen organic IceTea, Sonnenmilch, Lesezeichen en masse und natürlich ein buchiges Highlight - Laura Dave's Ein wunderbares Jahr. Wie mir das gefallen hat, will ich euch heute schreiben :-)  

Worum geht's?
Georgia Ford steht plötzlich, noch in ihrem Brautkleid, in der Taverne ihres Bruders. Eigentlich hätte sie in dieser Woche heiraten sollen, doch bei der Brautkleidanprobe muss sie ein dunkles Geheimnis über ihren Zukünftigen erfahren. Sie entschließt sich kurzer Hand zur "Flucht", zurück zum Weingut in Kalifornien, zurück in ihr Elternhaus, in den sicheren Schoß der Familie. Doch auch dort geht es drunter und drüber, bei den Fords liegt so einiges im Argen. Und vor allem geht es um das Fortbestehen des Weinguts. Es ist, wie ihre Familie sagt, durchweg kompliziert...  

Wie hat es mir gefallen?
So viel erst einmal zum Inhalt. Die Protagonistin Georgia Ford, die gleichzeitig als Ich-Erzählerin in Erscheinung tritt, nimmt die Leserschaft mit nach Kalifornien, auf das Weingut ihrer Eltern. Ein tolles Setting übrigens! Wir werden also sofort ins Geschehen geworfen und stehen mit ihr zusammen in der Taverne ihres Bruders - im Brautkleid. Zunächst erfährt man gar nicht so schnell, was eigentlich zwischen ihr und ihrem fast Angetrauten Ben geschehen ist oder was sie dazu bewegt hat, eine Woche vor ihrer Hochzeit abzuhauen. Georgia's Brüder fragen zwar nach, allerdings mit sehr viel Distanz. Und auch die Mutter ist überrascht, dass die Tochter plötzlich in der Tür steht, aber nicht etwa, weil die Hochzeit vielleicht abgesagt wird. 
Es ist kompliziert - so wird es im Roman öfters betont. Und das ist es tatsächlich. Die Brüder von Georgia sind sich uneins, die Mutter dreht ein wenig frei und der Vater schafft die Arbeit auf dem Weingut nicht mehr. Georgia's Beziehungs-/Hochzeitsdilemma rückt nach und nach in den Hintergrund. Der Fokus rückt mehr und mehr auf das Weingut, was es zu retten gilt. Das kleine Stückchen heile Welt für Georgia. Und somit lernt Georgia tatsächlich, was es heißt glücklich zu sein und wen oder was man zum Glücklich sein braucht. 
Allerdings muss ich sagen, dass das Buch, beziehungsweise dessen Geschichte meine Erwartungen, die ich auch laut Klappentext gehegt hatte, nicht gänzlich erfüllen konnte. Dabei war der Start des Buches jetzt gar nicht mal so sehr das Problem. Auch wenn ich als Leserin in die Ausgangssituation reingeworfen wurde, hat es mir zu Beginn doch recht gut gefallen. Was mir jedoch gar nicht gefallen hat, beziehungsweise was mich stutzen ließ, war eben diese stetige Distanz zwischen den Familienmitgliedern, insbesondere der Mutter gegenüber Georgia. Letztlich wird Georgia eigentlich gar nicht richtig angehört, so hatte ich das Gefühl. Und zu der Sache mit Ben - der Typ hat es einfach mal dezent verkackt und ist überdies vor allem eins, nämlich dreist und selbstverliebt. Aber irgendwie habe ich das mehr so gesehen, als die Ford-Familie selbst. Denn die waren alle mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, die natürlich nicht gerade irrelevant sind. 
Aber es ist eben tatsächlich alles sehr kompliziert und wirr. Letztlich geht es dann vor allem um das Wein-Gut der Eltern. Georgia's Vater schafft den Erhalt einfach nicht mehr, die Konkurrenz ist entsprechend groß. Aber Georgia weiß, dass es womöglich der größte Fehler ihres Vaters wäre, wenn er das Wein-Gut verkaufen würde und so legt sie alles daran, dies zu verhindern. Diese Absätze im Buch empfand ich als besonders wertvoll und interessant. Und auch, wenn es teilweise sehr viel Wirtschaft beinhaltete, kam ich gut mit und konnte die jeweiligen Handlungsbereitschaften nachvollziehen. Gleichzeitig wurden hier auch immer Rückblicke geschaffen, wie das Weingut eigentlich entstanden ist, und wie sich die Eltern von Georgia kennen gelernt haben. Das war auch sehr schön zu lesen und sie waren fast meine Highlights im ganzen Buch.
Dann stieß ich aber auf eine Aussage im Buch, die ungefähr so lautete: Ich will hier jetzt kein Denver-Clan-Drama drauß machen. Und das war einer der Momente, wo ich einfach dachte:"Naja, warum machst du denn dann eines drauß?" Je mehr sich das Buch nämlich dem Ende zuneigte, desto dramatischer und intrigenvoller wurde es. Und das fand ich wirklich blöd. Denn das machte die Figuren im Buch auch so unnahbar und oberflächlich, die waren einfach nicht greifbar, selbst wenn sie nebeneinander saßen und ein Bierchen tranken. Die Distanz blieb. Und Probleme können ja so manche Geschichte sehr gut würzen, bei anderen Geschichten reicht es aber, wenn man sich auf 2-3 Konflikte beschränkt.
Und was ich mich dann die ganze Zeit über gefragt und auch schon auf twitter diskutiert habe: So schön das Cover auch ist, warum denn jetzt Weinbergpfirsiche? Sahen Weintrauben nicht gut genug aus? Denn im Buch werden mit keinem Wort Pfirsiche erwähnt und auch der englische Titel spricht von Trauben und das Buchcover schreit es schon fast - 800 Grapes. Ich vermute ja stark, dass es was mit dem Ende auf sich hat, aber das ist auch nur so eine Theorie von meiner Seite. Aber bei dem Cover bleibt es nicht, auch den Titel kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Warum benennt man denn ein Buch in Ein wunderbares Jahr, wenn die Handlung sich in etwa einer Woche vollzieht. Ich hätte es ja noch verstanden, wenn es Wunderbare zehn Jahre geheißen hätte, denn solange braucht es, bis ein Weingut einen Ertrag bringt. Aber Ein wunderbares Jahr? Das erschließt sich mir noch immer nicht. 
Letztlich habe ich dem Buch drei Sterne gegeben. Ein wunderbares Jahr von Laura Dave ist ein Buch, was man tatsächlich mal auf einer Wiese lesen kann, während man sich dabei sonnt. Es war nun nicht abgrundtief schlecht und eine nette Lektüre für Zwischendurch, aber es war nun eben auch nicht so gut, dass es mich emotional vollkommen mitgerissen hätte.  Dafür war es einfach zu kompliziert, zu wirr, es gab zu viele Figuren mit Denver-Clan-Problemchen und eben die anhaltene Verwirrung zwecks Buchtitel und -cover. 
Dennoch: Ich bedanke mich vielmals beim Team von Lovelybooks für diese tolle Überraschungspost! Ich habe mich sehr darüber gefreut, Teil dieser Bloggeraktion zu sein :-) 
Hier geht es zur Homepage der Autorin und hier verlinke ich euch das Buch auch nochmal auf der Verlagsseite von Blanvalet
Ich wünsche Euch ein tolles, sonniges Wochenende!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(83)

198 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

wahrheit, freundschaft, jugendbuch, familie, kunst

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen

Susan Juby , Eva Müller-Hierteis
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.04.2015
ISBN 9783570159989
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Worum geht es?
Die Freunde Normandy, Dusk und Neil wagen ein Experiment der besonderen Art und gründen die Wahrheitskommission. Die Idee dahinter? Eine Person das fragen, was sich niemand auszusprechen traute, obwohl sich doch jeder dafür interessierte. Wir kennen diesen modernen Gossip - jeder hat schonmal über jemanden geredet und gemutmaßt. So wechseln sich die drei Freunde in ihren Befragungen ab, jede Woche muss ein anderer von ihnen jemanden ihrer Kunst-Schule auf den Zahn fühlen. Dabei treten sie nicht nur Türen bei ihren Mitschülern ein oder bringen Mauern von Lügen zum einstürzen - sie erfahren dabei auch ihre ganz eigene Wahrheit. Und Normandy lässt uns in Essay-Form daran teilhaben.
___________________________________

Wie hat es mir gefallen?
Ich hatte dieses Buch auch bei der lieben Mona vom Booktuber-Kanal KleineMonii gesehen und fühlte mich sofort von der Beschreibung angesprochen. Jugendliche, die anderen Leuten mal ganz unverfroren auf den Zahn fühlen und die "Frechheit" besitzen, die Klassenkameradin nach ihren gemachten Brüsten auszufragen. Das schreit doch schon nach sehr viel Drama! Vor allem weil der Klappentext ja ebenso verspricht, dass die drei Freunde sich selbst in irgendeiner Weise der Wahrheit stellen müssen ... aber irgendwie haperte es sehr stark an der Umsetzung.
Dabei lief es zu Beginn recht gut. Man wird recht flott in die Geschichte eingeführt und bekommt auch schnell einen Draht zur Schreiberin Normandy. Das Besondere an der Geschichte ist gleichzeitig sehr ungewöhnlich für einen Roman: Normandy schreibt die Erlebnisse der Wahrheitskommission in Essay-Form auf - mit Fußnoten. Ich könnte mir vorstellen, dass viele diese Art der Stilistik sehr gewöhnungsbedürftig empfinden. Mir hingegen hat es zu Beginn recht wenig ausgemacht, zwischen Normaltext und Fußnote zu switchen - nach fünf Jahren Studium gewöhnt man sich ja schließlich an alles (naja fast alles).

Die Jugendlichen führen also ihre Wahrheitskommission durch, planen wer wann wie wen nach der Wahrheit fragt und was mich zwar zu Beginn noch recht wenig störte, aber im weiteren Verlauf immer mehr: es scheint gar nicht so schwierig zu sein, den Mitschülern oder auch Lehrern die Wahrheit über die eigene Person zu entlocken. Es hatte förmlich den Anschein, als wollten die Leute gerade über unangenehme Wahrheiten sprechen. Normandy, Neil und Dusk kamen meiner Meinung nach nie an einen Punkt, an dem es wirklich schwierig oder gar brenzlig wurde. Sie wurden meiner Meinung nach nie in ihrem Tun behindert. Das war vielleicht zu Beginn der Geschichte noch recht angenehm, aber im weiteren Verlauf wurde ich in meiner Erwartung, dass da auch mal was dramatisches passiert, schlichtweg enttäuscht.
Dramatisch wurde es lediglich in Bezug auf Normandy - die übrigens die einzige ist, die sich mit ihrer eigenen Wahrheit auseinander setzen muss. Denn Normandy wächst in einer recht eigenartigen Familie auf. Ihre Schwester Keira ist eine weltberühmte Graphic Novel-Autorin und quasi der goldene Stern in der Familie. Normandy würde ich jetzt nicht als schwarzes Schaf bezeichnen, aber sie steht definitiv im Schatten ihrer Schwester. Dass Keira aber auf ganz widerliche Art und Weise in dieser Familie ein- und ausgeht, ist für Normandy ein richtiges Problem und eine Wahrheit, die sich Normandy's Eltern nicht eingestehen wollen. Die Kapitel, in denen es um Normandy's Familie geht, sind übrigens die tiefgründigsten im gesamten Buch. Alles andere bleibt sehr oberflächlich, obwohl es doch eigentlich um Wahrheiten geht. Zumindest habe ich es so empfunden und dies fand ich auch in Bezug auf die Aktionen der Wahrheitskommission sehr schade. Denn die empfand ich dann mehr und mehr als störend. Ich wollte nicht mehr wissen, ob eine Mitschülerin etwas mit zwei Typen gleichzeitig hatte. Ich wollte wissen, was da bei Normandy zuhause los war, was mit Keira nicht stimmt!

Und von da an störten mich auch die Fußnoten, die gen Ende des Buches kaum noch etwas mit dem Inhalt der Geschichte gemein hatten und einfach ... ja, da standen, wenig sinnhaft waren und mich nervten - und ich musste sie dennoch lesen, man könnte ja was wichtiges zwischen den Zeilen verpassen. Auf den letzten hundert Seiten etwa hatte die Geschichte dann zudem keinen einzigen roten Faden mehr, an dem ich mich persönlich langhangeln konnte. Mir kam es so vor, als hätte die Autorin ein Seiten-Limit auferlegt bekommen und hat für sich nur noch eine Checkliste abgearbeitet, mit Dingen, die man ja noch verwursteln könnte, damit man sie mal erwähnt hat: Liebesgeschichte, Rechtsstreit und andere Lapalien. Richtig schade fand ich auch die Entwicklung zwischen Normandy und ihrer Familie. Das Ende war schlicht und ergreifend mehr als abstruß. Punkt.

Ich hätte es besser gefunden, hätte sich Susan Juby auf einen Aspekt konzentriert, um diesen dann wirklich tiefgreifend auszubauen. Ich hatte einfach erwartet, dass es wirklich darum geht, die Wahrheit über sich selbst zu finden; dass es eine Moral wie "Fass dir erstmal an deine eigene Nase und kehre vor deiner eigenen Haustür"geben würde. Ich hatte aber auch erwartet, dass die Probleme in Normandy's Familie in irgendeiner Weise gelöst werden würden. Aber so? Die Geschichte wirkte am Ende einfach nur abgehakt, die Charaktere blass und nur wenig sympathisch. Ich habe letztlich zwei Sterne vergeben, denn der Grundplot war eine wirklich großartige Idee. Nur leider hat Susan Juby mit jeder Seite in Der Tag, als wir begannen die Wahrheit zu sagen mehr, immer weiter dran vorbei geschrieben. Ich würde das Buch womöglich nicht weiter empfehlen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(288)

844 Bibliotheken, 20 Leser, 3 Gruppen, 111 Rezensionen

dystopie, alexandra bracken, die überlebenden, flucht, lager

Die Überlebenden

Alexandra Bracken , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.08.2014
ISBN 9783442479085
Genre: Science-Fiction

Rezension:


In den USA bricht ein noch nie zuvor dagewesenes Kindersterben aus, das Idiopathische Adoleszente Akute Neurodegeneration, abgekürzt IAAN. Woher diese Krankheit so plötzlich kommt, ist nicht auszumachen, Fakt ist aber: Nicht alle Kinder erkranken an IAAN. Stattdessen entwickeln diese Ausnahmen mit etwa 10 Jahren paranormale Fähigkeiten.  So können sie zum Beispiel die Gedanken anderer steuern. Damit diese Kinder gar nicht erst in Versuchung kommen, ihre Fähigkeiten für bestimmte Zwecke zu nutzen, werden die Eltern von der Regierung dazu angehalten, ihre Kinder, sobald diese atypisches Verhalten zeigen, zu melden. Ruby ist eines dieser Kinder. Zusammen mit wenigen anderen, sogenannten Psi-Kindern, wird sie in ein Lager gebracht. Offiziell sollen diese Lager dazu da sein, die Kinder zu rehabilitieren, stattdessen erleben sie dort fernab der Zivilisation die schlimmste Zeit ihres Lebens. Sie werden je nach Ausbildungsgrad ihrer paranormalen Fähigkeiten in Farben eingestuft. Die Roten, Orangenen und Gelben sind für die Zivilisation die gefährlichsten. Ruby, eigentlich Orange, schafft es aber, sich als Grüne einstufen zu lassen. Ein besseres Leben im Lager hat sie deshalb trotzdem nicht. Jedes einzelne Psi-Kind wird der Tod irgendwann ereilen. 
Sechs Jahre später wird die dann 16.-jährige Ruby von der sogenannten Children’s League befreit. Doch Ruby bleibt gegenüber der Anführerin Cate misstrauisch, schließlich flüchtet sie. Auf den verlassenen Straßen trifft Ruby auf andere Überlebende, die auf der Flucht sind: Liam, Chubs und Zu. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach East River. Denn dort soll sich der Flüchtling aufhalten, der Ruby zeigen kann, wie sie ihre Fähigkeiten sinnvoll einsetzt und wozu sie tatsächlich imstande ist... Das klingt doch nach einer wirklich spannenden Geschichte, oder? Aber Vorsicht: Letztlich haben nur die geniale Idee, die ersten 100 Seiten und die letzten 150 Seiten das Buch noch auf die 3,5 Sterne retten können. Alles was dazwischen passierte, hat bei mir wirklich nur den Schnarch-Effekt ausgelöst. Denn da passierte nichts. Also so rein gar nichts. Es war so zäh, dass es mich in eine Leseflaute gezogen hat - ich hatte wirklich null Motivation, weiterzulesen. Letztlich habe ich mich zum Fortsetzen des Buches gezwungen, und das Durchhalten hat sich für die letzten 150 Seiten auch definitiv gelohnt. 
Aber auf Anfang: Zu Beginn werden die Leserinnen und Leser aus Sicht von Ruby in die Geschichte eingeführt. Ruby erzählt in einer Rückblende, wie nach und nach immer weniger Mitschüler ihrer 4. Klasse in die Schule kommen, und ein Virus, der erst nur sehr wenige betraf, immer mehr zum Leiden aller wird. Die Perspektive schwenkt in Ruby's Jetzt-Zeit. In dieser Jetzt-Zeit lebt Ruby bereits sechs Jahre im Thurmond-Lager. Zwischen harter Arbeit und psychischen und physischen Strafen (z.B. dem sogenannten Weißrauschen) gibt es nur wenig Hoffnung auf eine Zukunft außerhalb des Lagers, Ruby hat Familie und Freunde verloren. Bis Cate in Ruby's Leben tritt und sie aus dem Lager herausbugsiert. Dies erfolgt auf ziemlich drastische, fast schon markabere Weise, aber das war es, was die ersten 100 Seiten so spannend machte. 
Auch wenn der Einstieg in die Geschichte insgesamt doch eher schwerwiegend war, muss ich sagen, dass mich diese Idee um den Virus, um die Einteilung in Farben, diese paranomalen Fähigkeiten und letztlich die Flucht aus dem Lager, angespornt hat, dran zu bleiben. Aber dann driftete das Buch in eine wirklich kaum auszuhaltene Länge ab. Ruby flieht (das war ja noch nachvollziehbar), trifft auf Chubs, Liam und Zu (das auch!), sie tun sich zusammen ... und dann? Dann passiert auf 200 Seiten einfach nichts. Es ist nicht so, dass jetzt gar nichts passiert. Natürlich gibt es dann nochmal ein, zwei Kleinigkeiten, die versuchen Spannung reinzubringen. Aber es sind eben nur Kleinigkeiten die einen Versuch anstellen - der bei mir leider gar nicht gefruchtet hat. Für mich tuckerten die vier Kids 200 Seiten lang nach East River. Mehr erwähnenswertes passierte da für mich einfach nicht. Und das ist eben ungemein schade, denn DANN in East River angekommen, geht es ja erst richtig los, mit der ganzen Story! 
Wäre diese, meiner Meinung nach, unnötige Länge nicht existent, dann wäre Die Überlebenden ein super Auftakt in eine neue Dystopie gewesen. Die Geschichte hätte vielleicht keine fünf Sterne erhalten (es braucht immer Luft nach oben!), aber auf jeden Fall spitzenmäßige vier. Solltet ihr also gerade das Buch lesen, und Euch langweilen: Haltet durch, es wird noch super! Nur leider werden durch diese Zähe auch die Charakter ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Ruby blieb für mich lange Lesezeit sehr unnahbar, sie spricht kaum laut aus, was sie innerlich fast zerpflückt. Das ist jetzt nicht unbedingt anstrengend, aber es hätte der Geschichte definitiv mehr Fahrtwind gegeben, würde das Mädchen doch einfach mal handeln. Zum Ende wird es dann auch definitiv besser. Sehr gut einlassen konnte ich mich wiederum auf Liam. Er hat in der Geschichte die Rolle des großen Bruders inne, der alles versucht ins Lot zu bringen. Bei Chubs war es so, wie mit Ruby. Aber auch er hat seinen ganz eigenen Charme, der ihn gen Ende hin auch richtig sympathisch macht.
Schade war die Namensgebung (beziehungsweise die Übersetzung dessen) der Suzume, denn in der Geschichte wird sie meist bei ihrem Spitznamen "Zu" benannt. Auch wenn das nun Jammern auf hohem Niveau ist: Mich hat dieses "Zu" ständig verwirrt. Wenn ich nicht den Namen "Zu" gelesen habe, dann die Präposition "zu" und umgekehrt. Verbunden mit den unnötigen Längen hat es ewig gebraucht, bis ich mich vollends auf diese Unterscheidung eingestellt habe.
Wirklich gut fand ich die Geschichte aber dann, als die vier Kids ihren Fuß auf East River setzen und auf den ominösen Flüchtling treffen. Denn dann klärt sich so vieles um den Virus und auch um Ruby's Fähigkeiten auf, was für das Verständnis der Gesamtgeschichte nochmal diesen "Aha!"-Effekt bringt. Auch erfährt man ab hier durch Rückblenden, wie Ruby eigentlich ins Lager gelangt ist. Auch sehr positiv war für mich, dass die Geschichte zeitlich nicht so weit von der unsrigen verortet ist - zumindest empfand ich es nicht als Lichtjahre weit entfernt. Diese Virus-Sache könnte auch locker morgen oder übermorgen einbrechen. Das unterscheidet diese Dystopie meiner Meinung nach nochmal von vielen anderen dystopischen Geschichten. 
Dennoch bin ich unschlüssig, ob ich den kürzlich erschienenden zweiten Band Furchtlose Liebe lesen soll. Die Überlebenden endet mit einem Cliffhanger, eigentlich würde ich gerne wissen wie es weiter geht. Allerdings schreckt es mich enorm ab, zu wissen, dass es sogar schon erste Buchabbrecher zum zweiten Band gab. Das ist für mich schon eine kleine Zwickmühle. Was würdet ihr tun? 
 Ansonsten lässt sich sagen, dass Die Überlebenden allein wegen der Idee ein solider Auftakt für eine neue Dystopie ist. Wäre der erste Band 200 Seiten kürzer, hätte die Geschichte nicht nur auf den letzten 150 Seiten ordentlich Pfeffer im Pops, sondern würde wahrscheinlich für viele Leserinnen und Leser ein wahrer Pageturner sein. Dies hat sich für mich nun leider nicht eingestellt, deshalb habe ich noch gerade so 3,5 Sterne vergeben und ich werde nun auf weitere Stimmen zum zweiten Band warten, um dann zu entscheiden, ob ich Ruby's Geschichte weiterverfolge. 
Hier kommt ihr nochmal zu den Büchern auf der Goldmann-Verlagsseite und mit einem Klick hier kommt ihr zur offiziellen Homepage von Alexandra Bracken.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(402)

726 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

märchen, liebe, jugendbuch, prinz, delilah

Mein Herz zwischen den Zeilen

Jodi Picoult , Samantha van Leer , Katharina Förs , Christa Prummer-Lehmair
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Boje ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 19.07.2013
ISBN 9783414823656
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Die 15. jährige Delilah ist verrückt nach einem Märchenbuch - "Mein Herz zwischen den Zeilen". Auch wenn sie sich selbst schon beinahe für verrückt erklärt, sie kommt einfach nicht von der Geschichte los und kennt beinahe jeden Satz auswendig. Ganz zum Missfallen ihrer vielarbeitenden Mutter, denn die hätte es lieber, würde sich Delilah doch wie jedes andere Mädchen in diesem Alter auch benehmen. Doch Delilah kann einfach nicht anders, und schlägt das Märchen immer und immer wieder auf. Ganz besonders gut kann sie sich mit der Hauptfigur des Romans, dem atypischen Helden Prinz Oliver, identifizieren. Auch er musste ohne Vater aufwachsen und ist alles andere als mutig. 
Eines Tages traut Delilah ihren Augen nicht recht, irgendwas war anders am Märchenbuch. Hat sich Prinz Oliver da tatsächlich bewegt? Ritzt er just in diesem Moment die Worte "Hilf mir!" in die Klippen? Delilah muss feststellen, dass es weitaus mehr zwischen den Zeilen zu entdecken gibt, als angenommen und dass die Märchenwelt nicht immer nur Märchen ist!  So viel zunächst einmal zum Inhalt. Wie das Ganze ausgeht, müsst ihr natürlich selbst lesen :-) Mir hat das Buch wirklich sehr, sehr gut gefallen. Vorab sollte hier allerdings erwähnt sein, dass Mein Herz zwischen den Zeilen kein typisches Jodi Picoult-Buch ist. Die Autorin greift normalerweise ganz andere Themen auf, beschäftigt sich vor allem mit Schicksalsschlägen (19 Minuten handelt zum Beispiel von einem Amoklauf in einer amerikanischen Highschool). Die Idee zu Mein Herz zwischen den Zeilen war eigentlich die ihrer Tochter Samantha, mit der sie dann zusammen das Buch umgesetzt hat. So darf man als Leser dementsprechend kein literarisches Meisterwerk erwarten. Deshalb ist es aber nicht weniger schlecht - ganz im Gegenteil.  Ich empfand Delilah als eine sehr angenehme Protagonistin. Da ihre Mutter sehr viel arbeiten muss und der Vater sich nicht viel aus ihr macht, flüchtet sie sich in Geschichten. Es hätte ja niemand ahnen können, dass da plötzlich ein Märchenbuch zum Leben erwacht und ein Märchenprinz sie um Hilfe bittet - am allerwenigsten wohl Delilah. Und dennoch hält sie an das, was sie gesehen hat, fest, auch wenn es noch so unwahrscheinlich scheint. 
Ich fand die Idee der Geschichte wirklich sehr originell und muss auch sagen, dass mir die Umsetzung dessen außerordentlich gut gefallen hat. Vor allem der Hauptkern hat mich immer an den Spruch "Man ist nur so alt, wie man sich fühlt" erinnert. Ich finde Disney-Filme klasse und schäme mich keinesfalls deswegen und schaue die auch wenn ich schon 25 Jahre alt bin. Natürlich gibt es Arielle nicht wirklich (wobei ... wer weiß das schon?!), aber man wird ja noch ein bisschen träumen dürfen, oder nicht?! Und wie schon das obige Zitat sagt: Vielleicht läuft deshalb so viel falsch in der Welt, weil wir immer weniger an das Unmögliche glauben? Da kann sich ja jeder für sich mal die Frage stellen, wie viel er am Tag eigentlich schwarz malt ;-) 
 Die Geschichte wird sowohl aus Delilahs Sicht, als auch aus der von Prinz Oliver erzählt. Außerdem nimmt die Geschichte noch einen dritten Erzählstrang ein, nämlich dann, wenn es um das Märchen, welches Delilah liest, selbst geht. Alle drei Stränge sind vor allem optisch gut voneinander zu unterscheiden. Delilah's Sicht ist Magenta eingefärbt, Oliver's Blau und das Märchen selbst Schwarz. Als wäre dies nicht schon sehr hübsch anzusehen, ist das gesamte Buch mit wunderschönen Illustrationen gespickt, was es natürlich rein optisch nochmal aufwertet. 
Lediglich das "Happy End" hat mich ein bisschen unzufrieden zurückgelassen, das war dann doch ein bisschen sehr abstruß. In der Gesamtwertung fällt dies aber nicht sehr ins Gewicht, denn es gab von mir für Mein Herz zwischen den Zeilen vier von fünf Sternen. Ein außerordentlich, und in jeder Hinsicht, schönes Märchen! 
Wer das eShort Hinter den Buchstaben von Felicitas Brandt gelesen hat, dem wird auch diese Geschichte sehr gut gefallen. Geht Die Buchspringer von Mechthild Gläser eigentlich in dieselbe Richtung? Dann kommt das gleich auf meine Want To Read-Liste!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

single, hunde, speeddating, kontaktanzeige, suche nach dem traummann

Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy End

Juli Rautenberg
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.07.2013
ISBN 9783442380169
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5.330)

7.632 Bibliotheken, 85 Leser, 14 Gruppen, 586 Rezensionen

träume, kerstin gier, silber, liebe, fantasy

Silber - Das erste Buch der Träume

Kerstin Gier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.06.2013
ISBN 9783841421050
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

169 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

berlin, mord, nils trojan, thriller, pau

Die Totentänzerin

Max Bentow
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 02.09.2013
ISBN 9783442204052
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(287)

393 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

dystopie, kiera cass, selection, jugendbuch, liebe

Selection - The Elite

Kiera Cass
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Harper Collins USA, 23.04.2013
ISBN 9780062262851
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(218)

371 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

fantasy, bücher, zamonien, labyrinth, walter moers

Die Stadt der träumenden Bücher

Walter Moers
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2009
ISBN 9783492267113
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 
28 Ergebnisse