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29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

philosophie, enttäuschendes ende, harrar, kalifornien, drama

Im Dunkel deiner Seele

George Harrar
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176144
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Der Klappentext verrät eigentlich hinsichtlich der Handlung schon alles Wesentliche.
Nach einer kurzen Einführung in Evan Birchs Alltag und Familienleben, findet besagte Szene mit der Polizei statt und danach dreht sich alles um die Frage ob Evan nun schuldig ist oder nicht.
Dabei liegt der Fokus aber sehr stark auf der psychologischen Seite, was unter anderem auch damit zusammenhängt, dass Evan Philosophieprofessor ist und dementsprechend hinterfragend handelt. Daher würde ich diesen Thriller auf jeden Fall als Psychothriller definieren. Lässt man sich darauf ein, ist das Buch aber nicht weniger spannend, im Gegenteil. Die Spannung ist hier sehr subtil, aber dennoch durchgehend hoch. Immer wieder geschehen komische Sachen, werden nicht ganz eindeutige Gespräche geführt und tauchen neue Beweise und Tatsachen auf. Man weiß als Leser also nie woran man ist.
Zudem erleben wir die Geschehnisse nur aus der Sicht von Evan und können so auch nur das beurteilen, was er uns gibt. Zwar spielt auch seine Frau Ellen eine große Rolle, wir lernen aber auch sie nur durch die Augen von Evan kennen, wobei sie oft ein komisches Verhalten an den Tag legt.
Zum Schluss bleibt dann leider vieles offen, sodass das Buch eigentlich gar keinen richtigen Schluss hat. Viele Vorkommnisse und Zwischenfälle, die Fragen aufwarfen und wichtig erschienen, werden am Ende nicht mehr aufgegriffen und selbst die große Frage eines jeden Thrillers, „Wer war es?“, bleibt unbeantwortet.

Fazit:
Selten habe ich das Ende eines Buches so bedauert wie bei diesem. Für mich macht es leider meinen kompletten Eindruck vom Buch zunichte. Ich war von Anfang an begeistert. Die fehlende Spannung, die so viele Leser bemängeln, kann ich nicht bestätigen. Die Spannung wurde einfach nur auf einem sehr subtilen Weg vermittelt. Es gibt keine Action, dafür aber sehr viele Andeutungen und komische Vorfälle, die Zweifel säen. Man weiß bei Evan und auch bei seiner Familie einfach nicht woran man ist. Ist er unschuldig und einfach nur in eine Reihe von Zufällen verwickelt, oder steckt doch mehr dahinter? Und so ist dieser (Psycho)-Thriller einer der wenigen, der mich beim Lesen und auch noch danach viel beschäftigt hat und mich die ein oder andere Theorie hat spinnen lassen, nur um sie im nächsten Moment schon wieder zu verwerfen.
Alles deutete darauf hin, dass dieses geniale Verwirrungsspiel in einem spannenden Ende seinen Höhepunkt findet, wo alle Vorfälle zusammenfinden und durch die Präsentation des Täters aufgelöst werden.
Leider ist das genaue Gegenteil der Fall. Es wird keine, wirklich gar keine Frage beantwortet. Nach Beendigung des Buches fühle ich mich, als wäre mir nach der Hälfte das Buch weggenommen worden und ich müsste mir denken wie es ausgehen könnte, wobei noch jede Möglichkeit offen ist. Das Ende eines Buches muss für mich zwar nicht jede Kleinigkeit beantworten, aber als Leser sollte man doch zumindest nicht komplett ratlos zurückbleiben.
Beurteile ich die ersten drei Viertel des Buches, würde ich eine Leseempfehlung aussprechen. Durch den Schluss kann ich das nun aber nicht. Das Buch ist sprachlich und stilistisch absolut gelungen und es wird auf subtile Weise gekonnt Spannung aufgebaut. Man fiebert dem Ende entgegen und will endlich Antworten – die große Auflösung bleibt dann aber aus. Für mich ist das leider kein gelungenes Ende, das das zuvor Gelesene kaputt macht.
Aktuell wird das Buch verfilmt und ich bin sehr gespannt ob die bildliche Darstellung der Story mehr Antworten liefern wird. Vielleicht lässt mich das dann anders über das Buch denken. So konnte es mich (leider nur anhand der letzten paar Seiten) leider nicht überzeugen.

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160 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

thriller, agoraphobie, mord, new york, the woman in the window

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Wir begleiten Anna Fox in ihrem Alltag, dabei ist das Buch in Tage und innerhalb dieser Tage in Kapitel unterteilt. Anhand des Klappentextes ist aber bereits klar, dass Annas Alltag anders abläuft, denn sie kann nach einem traumatischen Erlebnis ihr Haus nicht mehr verlassen. Dass dieses Erlebnis mit ihrer Familie zusammenhängt und der Grund für deren Abwesenheit ist, wird von Anfang an deutlich. Allerdings fragt man sich zu Beginn wie es zu dieser Situation kam und was genau mit Annas Familie passiert ist. Stück für Stück bekommt man dann Hinweise, sodass man sich schnell einen Teil denken kann, wobei trotzdem noch einiges unbekannt bleibt.
Das ganze Geschehen begleiten wir dabei aus der Sicht von Anna in Ich-Perspektive.
Als sie dann den Überfall auf ihre Nachbarin beobachtet, nimmt die Geschichte schnell an Fahrt auf und Stück für Stück wird alles aufgelöst, wobei man, wie Anna, nie weiß wem man trauen kann.

Fazit:
Der Einstieg in das Buch erscheint zunächst sehr langatmig und es dauert eine ganze Weile bis es zu dem im Klappentext beschriebenen Ereignis kommt. Genauso gibt es auch im Buch immer wieder Passagen die unnötig wirken, wenn Anna zum Beispiel ihren Gedanken nachhängt. Ich empfinde diese Gestaltung in Zusammenhang mit Annas Situation jedoch sehr gelungen. Sie verbringt jeden Tag 24 Stunden in ihrem Haus. Irgendwann kann man sich dabei nur noch mit belanglosem beschäftigen und erscheint jede Abwechslung willkommen. Dementsprechend ist es fast schon nachvollziehbar, dass sie ihre Nachbarn beobachtet, denn in ihrem eigenen Haus passiert nichts mehr. Dieser beobachtende Charakter und das Gefangensein werden zusätzlich durch die Ich-Perspektive unterstützt.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass manch einem Leser dieser langsame Spannungsaufbau für einen Thriller ZU langsam ist und so ist dieses Buch wieder ein Thriller, der vom Verlag besser als Psychothriller bezeichnet worden wäre. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich das Buch aber absolut gelungen. Ich muss sagen, es hat mich nicht vom Hocker gehauen oder sprachlos zurückgelassen, was auch daran liegt das die Auflösung für mich persönlich sehr vorhersehbar und der Überraschungsmoment so eher nur eine Bestätigung war. Dies tat der Spannung und dem Lesevergnügen an sich aber keinen Abbruch und so kann ich auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen. Vor allem für diejenigen die spannende (Psycho)Thriller mögen, aber kein Fan von blutigen Schilderungen sind, ist dieses Buch ideal.

Zum Schluss möchte ich noch kurz erwähnen, dass der Einband bei diesem Buch wirklich sehr schlechte Qualität hat. Das verwendete Material ist sehr dünn und erinnert mehr an dickes Papier als an stabile Pappe und so kam das Buch schon mit einem Riss im Einband bei mir an, obwohl es absolut sicher verpackt war. Beim Lesen hat das normale Halten des Buches dann schon gereicht um die Kanten wie angestoßen aussehen zu lassen und sogar die Farbe hat sich an den Ecken (am Übergang zum Buchrücken) abgelöst.
Da dies keinen Bezug zum Inhalt hat, fließt es nicht in meine Bewertung mit ein, ich möchte es aber erwähnt haben.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kochen, looking good naked, mark maslow, powerküche

Looking Good Naked Powerküche

Mark Maslow
Flexibler Einband
Erschienen bei Südwest, 19.02.2018
ISBN 9783517096810
Genre: Sachbücher

Rezension:

Cover:
Simpel und effektiv – der leuchtend gelbe Rahmen zieht den Blick auf sich, gleichzeitig wirkt das Cover durch den hauptsächlich schwarzen Hintergrund trotzdem hochwertig. Der prominent platzierte Titel und die lecker aussehenden Speisen tun ihr Übriges.

Inhalt:
Wer hier ein Kochbuch im klassischen Sinne erwartet, ist fehl am Platz, denn die Rezepte sehe ich mehr als Denkanstöße und erste Tipps. Hier überwiegt ganz klar der Theorieteil und genau das ist der Aspekt der mich an diesem Buch überzeugt hat.
Man bekommt detaillierte Infos die einen zu einer gesünderen und für sein Ziel passenden Ernährung führen sollen. Weg vom Hungern und von Diäten, hin zu gesunder, ausgewogener und dem Lebensstil entsprechender Ernährung. Unterstütz wird die Theorie durch beispielhafte Ernährungspläne, abgestimmt auf verschiedene Ziele und Lebensumstände. Möchte man abnehmen, möchte man Muskeln aufbauen, hat man einen Job mit viel Bewegung oder sitzt den ganzen Tag im Büro? All diese Faktoren werden berücksichtigt und liest man sich in die Thematik mit Hilfe des Buches ein, kann man auch als Anfänger alles optimal auf die ganz eigenen Bedürfnisse abstimmen.
Was ich jedoch ein wenig schade fand, ist die vorwiegende Durchschnittlichkeit der Rezepte. Wo mir der Theorieteil auch als „Fortgeschrittener“ noch etwas mitgeben konnte, bieten die Rezepte wenig Neues. Das Grundprinzip ist Fleisch oder Fisch mit kohlenhydratarmer Beilage und wenn doch Kohlenhydrate dabei sind, dann entsprechend über Vollkornprodukte. Das betrifft jedoch vor allem die Hauptgerichte. Was mir wiederum sehr gefallen hat sind die Rezepte für Snacks und Shakes, wo durchaus auch Neues dabei war.

Fazit:
Nachdem ich mich nun eine Weile mit dem Buch beschäftigt und das ein oder andere Rezept ausprobiert habe, bin ich der Meinung, dass es vor allem für Neulinge im Bereich „gesunde und ausgewogene Ernährung“ interessant ist.
Der Theorieteil ist sehr ausführlich und gut verständlich, sodass man auch ohne Vorkenntnisse alles nachvollziehen kann. Wer gerade erst mit einer Ernährungsumstellung anfängt oder anfangen will, wird dadurch gut an die Hand genommen und die Rezepte bieten die ideale Grundlage für erste Erfahrungen.
Für diejenigen die sich schon länger mit dem Thema befassen, würde ich das Buch weniger empfehlen, da die Rezepte, zumindest mir, nichts wirklich Neues bieten und obwohl der Theorieteil teilweise interessante Aspekte hatte, war mir das insgesamt dann doch zu wenig um hinsichtlich des Preises sagen zu können es würde sich lohnen.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, usa, schein, spannung, besondere gabe

Körpersammler (Agent Steps Craig 1)

Spencer Kope
E-Buch Text: 326 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 13.03.2018
ISBN 9783732551170
Genre: Sonstiges

Rezension:

Cover:
Ein schlichter, gräulicher Hintergrund mit dunklem Rahmen. Darauf in blutroter Schrift der Buchtitel und darunter ein rötlicher Handabdruck. An sich schreit dieses Cover in Kombination mit dem Titel schon nach Thriller und lenkt den Blick auf sich. Kennt man dann den Inhalt, so liegt eine Vermutung, wessen Handabdruck das sein soll, nahe.
Ich mag besonders Cover wie dieses, die zunächst nur Genre-entsprechend gestaltet zu sein scheinen, um dann während dem Lesen langsam ihre tiefere Bedeutung zu enthüllen.

Inhalt:
Vorweg möchte ich anmerken, dass sich der Übersetzer hier einige Fehler erlaubt hat und Klappentext und Buch sich in einem entscheidenden Punkt widersprechen: dem Namen des Protagonisten. Laut Klappentext geht es um „Marcus Steps Craig“, der im Buch dann aber „Magnus Schritter Craig“ genannt wurde. Warum sein Spitzname in diese furchtbare deutsche Version umbenannt wurde, ist mir absolut nicht klar, vor allem weil andere englische Eigennamen beibehalten wurden. Ich werde im Folgenden trotzdem die Namen aus dem Buch verwenden, da ich mich an diese beim Lesen gezwungenermaßen gewöhnt habe.

Wie im Klappentext schon geschildert, hat Schritter eine besondere Gabe. Diese besteht darin, dass er den „Schein“ von Menschen sieht. Dabei ist der Schein so individuell wie ein Fingerabdruck und zeigt sich Schritter in Form von verschieden farbigem Leuchten, überall da wo ein Mensch stand, gegangen ist oder etwas angefasst und berührt hat.
Durch diese Gabe kommen Schritter und sein Kollege Jimmy einem scheinbar hochintelligenten Serienmörder auf die Spur, der außer seinem Schein keinerlei Spuren hinterlässt. So begibt sich das Team der STU auf die Jagd und wird dabei schon bald selbst zum Gejagten.

Fazit:
Der Inhalt klingt nach einem spannenden und innovativen Thriller, genau deshalb wollte ich dieses Buch auch lesen. In der Umsetzung sieht es leider etwas anders aus. Es gibt viele positive Aspekte, denen aber immer auch etwas Negatives gegenübersteht:
Wenn Kope eines kann, dann ist es perfekt ausgearbeitete Charaktere zu schaffen. Selbst die Nebencharaktere sind so liebevoll gezeichnet, dass man sofort Sympathien und Antipathien entwickelt. Da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, sind die Charaktere natürlich besonders detailliert beschrieben, immerhin soll der Leser eine Verbindung zu ihnen aufbauen und ihnen im besten Fall in weiteren Teilen folgen. Leider wird es hierbei manchmal zu detailliert und es gibt seitenweise Ausschweifungen auf die man bestens hätte verzichten können. Darunter leiden dann auch die Spannung und die eigentliche Ermittlung. So liebevoll wie die Charaktere gezeichnet sind, so „0815“ sind die Spannungselemente. Der Showdown mit dem Täter: vorhersehbar, ein in die Irre führender Schockmoment: durchschaubar, das Ende: lässt nur einen Schluss zu.
In der Ausarbeitung seines Falls hat Kope meiner Meinung nach zu sehr auf typische Stilmittel zurückgegriffen und so die ohnehin wenigen Spannungsmomente ungewollt entschärft. Besonders Schade finde ich das, weil ihm mit der Grundidee um die Gabe von Schritter etwas Neues eingefallen ist, was ich so noch nicht kannte und definitiv neugierig macht. Ob ich so eine Reihe über mehrere Bände hinweg verfolgen könnte, weiß ich nicht, da es doch wenig Spielraum lässt. Bei klassischen Ermittlern kann man als Autor besser variieren wie die verschiedenen Hinweise ans Licht kommen und man den Täter letztendlich überführt. Bei Schritter ist es doch immer so, dass er den Schein sieht und so den Täter identifizieren kann. Zumindest ist dies aktuell mein Eindruck, vielleicht werden wir hier im zweiten Teil auch überrascht.
Abschließend kann ich sagen, dass ich das Buch zwar nicht gelungen finde, aber auch nicht bedauere es gelesen zu haben. Kope verwendet sehr viel Zeit auf seine Charaktere, was den Fall und die Spannung vernachlässigt, gleichzeitig sind die Charaktere aber so tiefgründig dargestellt, dass sich das in gewisser Weise ausgleicht. Betrachtet man das Buch alleine, würde ich es definitiv nicht empfehlen. Hält man sich jedoch vor Augen, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt, sieht das schon wieder anders aus. Durch Schritters Gabe ist die Story auf jeden Fall mal etwas Anderes in dem Meer von Thrillern und hat sehr viel Potenzial.
Ich hoffe, dass im zweiten Teil der Fall mehr im Mittelpunkt steht und Kope seinen Ideenreichtum auch für den Ausbau der Spannung nutzt, dann wäre ich durchaus geneigt ihm noch eine Chance zu geben.
 „Körpersammler“ kann ich somit denjenigen die mal etwas Neues im Bereich Thriller lesen wollen empfehlen, vor allem hinsichtlich des moderaten Preises und der Kürze des Buches macht man damit nichts falsch. Nur allzu viel Spannung sollte man nicht erwarten und sich auf ausführliche Charakterbeschreibungen und –einführungen einstelllen.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Warum sie sterben musste

Mindy Mejia , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442484171
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht, passt aber zu der Story. Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt, wo außer Feldern und Landschaft nicht viel ist. Diese Umgebung ist auf dem Cover dargestellt und man sieht ein Mädchen von hinten, das vom Leser wegzugehen scheint, genauso wie Henrietta von ihrem Heimatort weg wollte.

Inhalt:
Das Buch ist aus der Sicht von drei verschiedenen Personen geschrieben: Henrietta, genannt Hattie, Del, der Sheriff und zu guter Letzt Peter, von dem man am Anfang nicht weiß wer er ist und dadurch aber sofort klar ist, dass er irgendwie in alles involviert ist. Die Geschichte beginnt im März 2008 und wir begleiten Hattie bei einem verzweifelten Versuch die Stadt zu verlassen. Sofort ist dem Leser klar, dass irgendetwas vorgefallen sein muss und man fragt sich inwiefern es mit dem Mord zusammen hängen wird. Danach kommt ein Kapitel aus Dels Sicht, das einen Monat später spielt. Wir begleiten ihn beim Fund der Leiche und dem Leser wie auch ihm ist sofort klar, dass es Hattie sein muss. Das nächste Kapitel macht einen Zeitsprung nach hinten zum August 2007 und ist aus der Sicht von Peter geschrieben. Als man dann erfährt wer er ist, ist eigentlich fast klar wie er in alles verstrickt ist. Ob er selbst aber schuldig ist, bleibt natürlich weiterhin offen. Danach kommt dann noch ein Kapitel aus Hatties Sicht, das nun ebenfalls im August 2007 spielt. Im Folgenden begleiten wir diese drei Personen dann immer abwechselnd, wobei wir vor allem durch Hattie und Peter in der Vergangenheit langsam aber sicher erfahren was eigentlich vorgefallen ist. Dabei machen die Kapitel meist Sprünge von circa einem Monat und so arbeitet man sich Stück für Stück auf den Tag des Mordes zu. Gleichzeitig versucht Del in der Gegenwart die Hintergründe der Tat zu entwirren und den Täter zu finden.

Fazit:
Dieses Buch war für mich mal etwas anderes als die klassischen Thriller die ich sonst so lese. Zwar gibt es auch hier einen Mord und die entsprechende Ermittlung, der Fokus liegt aber viel mehr auf den Hintergründen, die zur Tat geführt haben.
Obwohl recht früh klar ist wie manche Personen in alles verstrickt sind, tappt man doch immer wieder im Dunkeln. Die Informationen werden immer nur häppchenweise preisgegeben, sodass immer genug Fragen offen bleiben, um die Spannung hoch zu halten. Mich konnte die Geschichte um Hattie von der ersten bis zur letzten Seite packen und obwohl manches durchschaubar war, war ich doch auch immer wieder überrascht und bin auf die falschen Fährten reingefallen. Ich kann dementsprechend für dieses Buch eine Leseempfehlung aussprechen, sowohl für Thrillerfans als auch für diejenigen die blutarme Spannungsliteratur bevorzugen.

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224 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 133 Rezensionen

thriller, hangman, daniel cole, london, köder

Hangman - Das Spiel des Mörders

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783548289212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das komplett schwarze Cover mit dem simplen aber ausdrucksstarken roten Seil im Hintergrund, wirkt auf den ersten Blick sehr düster und passt perfekt zum Buchtitel. Insgesamt orientiert sich die Gestaltung am ersten Band, was mir gefällt, da die Bücher so auch optisch gut zusammen passen.
Die Schrift wirkt durch die Metallic-Optik wieder sehr hochwertig, dieses Mal jedoch in Silber, statt Roségold. Titel und Untertitel werden zudem durch eine erhabene Schrift noch zusätzlich betont, was mir sehr gefällt.
Insgesamt ein sehr einfaches und doch ausdrucksstarkes Cover, das ich sehr ansprechend finde, wobei Teil 1 der Reihe noch hochwertiger wirkte.

Inhalt:
Das Buch beginnt mit einem Prolog der im Januar 2016 und somit nach den Ereignissen im Buch spielt. Natürlich wirft das dort beschriebene viele Fragen auf und man kann einiges noch nicht so ganz nachvollziehen. Es wird jedoch sofort deutlich, dass vor allem Schlimmes passieren wird, was nicht jeder unbeschadet übersteht. Leider ist dies auch ein ziemlicher Spoiler für den Leser und meines Erachtens nicht ganz gelungen.
Nach dem Prolog machen wir dann einen Zeitsprung von fünf Wochen zurück, sodass wir uns im Buch dann langsam wieder darauf zuarbeiten und Stück für Stück Antworten bekommen.
Wir begleiten dabei Emily Baxter von New Scotland Yard, die wir bereits aus dem ersten Teil kennen und man merkt sehr schnell, dass die Ragdoll-Morde und die damit zusammenhängenden Vorkommnisse nicht spurlos an ihr vorbei gingen.
Neben ihr lernen wir primär noch Damien Rouche vom CIA und Elliot Curtis vom FBI kennen. Die beiden sind mit dem im Klappentext beschriebenen Mord in New York beschäftigt und besuchen Baxter in London, um ihre Unterstützung anzufordern.
Wer Ragdoll gelesen hat, weiß, dass Coles Thriller nicht gerade harmlos sind. Und so bekommt man auch hier noch bevor die ersten 100 Seiten sind schon mehr als nur einen brutalen Mord geliefert. Von Beginn an geht es hoch her, ein Ereignis jagt das nächste und die ganze Situation spitzt sich rasant zu.
Nach circa 300 Seiten gibt es dann auch immer wieder einzelne Sprünge zu verschiedenen Punkten in der Vergangenheit, die natürlich eine Rolle für die Geschehnisse spielen und dem Leser langsam Informationen und Antworten hinsichtlich der Taten geben.
Im ganzen Buch erwarten uns immer wieder einzelne Spannungs-Höhepunkte, die sich an Brutalität jedes Mal zu übertreffen scheinen und am Ende in einem actionreichen Finale ihren Schluss finden.

Am Ende gibt es dann noch ein Wort von Daniel Cole das an die Leser gerichtet ist. Hier fand ich etwas schade, dass dieses am Ende steht, denn aus dem Inhalt geht eindeutig hervor, dass Cole den Leser adressiert bevor er das Buch gelesen hat.

Fazit:
Bevor ich dieses Buch begann, hatte ich bereits einige Stimmen gehört die gesagt haben es könne mit dem Vorgänger nicht mithalten. Dem kann ich absolut nicht zustimmen, im Gegenteil ich fand es sogar besser.
Der Thriller ist sehr brutal und würde man die Leichen zählen, wäre man sicher im hohen zweistelligen Bereich. Viele mag das abschrecken, mich begeistert es. Ich mag solche extremen Geschichten, die nicht auf Happy-End und Friede-Freude-Eierkuchen ausgelegt sind, sondern wo es, wie im echten Leben, auch Rückschläge und Katastrophen gibt. Wenn das Ganze, wie hier, dann auch noch realistisch und nicht überspitzt dargestellt ist, ist es umso gelungener.
Hinzu kommt, dass mir die Protagonistin Baxter einfach sehr gut gefällt. Ihre persönlichen Probleme passen einfach, da sie schon so viel mitmachen musste, dass jeder dafür Verständnis haben muss und es zu keinem Zeitpunkt nervig wird. Dazu noch ihre aufmüpfige und vorlaute Art, die mich regelmäßig zum Schmunzeln bringt - einfach nur genial! Und auch die anderen Protagonisten sind, obwohl sie nur in diesem Teil eine Rolle spielen, so detailliert und liebevoll gezeichnet, dass man sofort eine Beziehung zu ihnen aufbaut.
Nach dem ersten Teil war ich nicht sicher ob ich die Reihe weiterlesen sollte, er hatte mir zwar sehr gut gefallen, aber irgendwie war ich trotzdem nicht vollends gepackt. Nachdem ich Teil zwei aber eine Chance gegeben habe, bin ich froh darum, denn ich bin durchweg begeistert und der Cliffhanger am Ende lässt mich schon jetzt nach Teil drei gieren!
Somit gilt: klare Leseempfehlung für Hangman, wobei man den Vorgänger nicht zwingend gelesen haben muss, ich es aber empfehle um Baxters Verhalten nachvollziehen zu können und nicht als störend empfinden zu müssen.

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(20)

30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, izei, liebe, richterin, ermittlungenpo

Tödliche Sehnsucht

Sandra Brown , Christoph Göhler
Fester Einband
Erschienen bei Blanvalet, 09.01.2018
ISBN 9783764505639
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Rein optisch hat mich das Buch zunächst gar nicht angesprochen, da das Cover auf mich sehr altmodisch wirkt. Die Zusammenstellung der Farben ist einfach nicht modern und zeitgemäß und die dargestellten Baumwollblüten haben für mich absolut keinen Zusammenhang zum Inhalt. Auf den ersten Blick wirkt das Buch auf mich nicht wie ein Thriller und sowohl Buchtitel wie Genre gehen auf dem Cover und neben dem großflächig platzierten, erhabenen Autorennamen unter. Der Klappentext kann dieses, für meinen Geschmack, nicht gelungene Cover zum Glück ausgleichen.

Inhalt:
Bei diesem Buch ist durch den Klappentext inhaltlich schon alles gesagt, was gesagt werden kann, ohne zu spoilern. Die Handlung nimmt nach dem Attentat im Gericht schnell an Fahrt auf. Neben der Suche nach dem Täter spielt natürlich auch Crawfords Kampf um seine Tochter weiterhin eine wichtige Rolle und auch die angedeutete Anziehungskraft zwischen ihm und Richterin Spencer wird nicht minder thematisiert.
Ein besonderes inhaltliches Merkmal, welches ich an dieser Stelle gerne noch erwähnen möchte, ist der Prolog. Dieser schildert eine Szene die später im Buch spielt und wirft gleich zu Beginn sehr viele Fragen auf, wie es dazu kam und was das alles zu bedeuten hat. Man arbeitet sich dann beim Lesen langsam auf diese Stelle zu und all die Fragen die der Prolog am Anfang aufgeworfen hat, werden nach und nach beantwortet.
Außerdem finde ich auch Crawford als Protagonisten erwähnenswert. Es wirkt in dem Buch größtenteils so als hätte sich fast jeder gegen ihn gewandt. In dieser Umgebung kämpft er um das Sorgerecht für seine Tochter und ist ständig auf der Hut auch ja das Richtige zu machen. Für mich ein Charakter, der die volle Sympathie des Lesers gewinnt!

Fazit:
Tödliche Sehnsucht war für mich ein gelungener Thriller, von dem ich jedoch nicht behaupten kann, dass man ihn unbedingt gelesen haben muss. Er war gut, mehr aber nicht. Der Klappentext fasst die wesentlichen Inhalte zusammen, sodass man sehr genau weiß mit welcher Art von Geschichte man es zu tun hat. Dadurch wird der ganze Handlungsverlauf aber auch sehr vorhersehbar. Zwar gibt es hier und da eine Überraschung oder geschickte Wendung, alles in allem bleibt es aber doch durchschaubar. Auch der Täter ist relativ früh bekannt und obwohl versucht wird Zweifel zu säen, will dies nicht so recht gelingen, was auch daran liegen mag, dass die Ansätze hierfür teilweise sehr an den Haaren herbeigeführt werden und man als Leser noch andere Sichtweisen kennt.
Dennoch war dieses Buch durchaus spannend, wobei diese Spannung sich eher auf die Auflösung als solche bezieht und beim Leser ein ständiges mitfiebern und Gefühl von „hoffentlich schafft er es“ erzeugt. In diesem Rahmen sind die scheinbar zusammenhanglosen Erzählstränge von Falllösung, Sorgerechtsstreit und Liebschaft mit der Anwältin geschickt miteinander verwoben, sodass am Ende alles stimmig ist und einen gemeinsamen Schluss findet.
Positiv möchte ich auch hervorheben, dass die im Klappentext angedeutete Beziehung zwar durchaus Thema ist und die ein oder andere körperliche Begegnung auch detailliert beschrieben wird, dies jedoch nicht überhandnimmt oder übertrieben gewollt wirkt. Wer den Klappentext aufmerksam liest, wird mit solchen Passagen rechnen (wo wir wieder beim Thema vorhersehbar wären…), wenn aber Thriller draufsteht, soll auch hauptsächlich Thriller drin sein und das war hier der Fall!
Eine eindeutige Leseempfehlung würde ich hier nicht aussprechen, da ich das Buch nicht als Must-Read sehe. Wer jedoch Thriller mag und auf der Suche nach ein paar unterhaltsamen und spannenden Lesestunden ist, ist damit bestens bedient.

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71 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

neandertaler, thriller, dystopie, roman, zukunft

Neanderthal

Jens Lubbadeh
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453318250
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und doch auffällig gestaltet. Komplett schwarz gehalten und zudem noch matt, wirkt das Buch sehr hochwertig, was auch haptisch unterstützt wird. Der Buchtitel selbst ist in türkisener Schrift aufgedruckt, die an eine Neonleuchte erinnert. In derselben Gestaltung befindet sich auch der obere Teil eines Schädels auf dem Cover, der auf simple Weise den Zusammenhang zum Inhalt herstellt. Als zusätzlicher Kontrast sind die türkisenen Elemente in Hochglanz dargestellt.
Insgesamt wirkt das Cover auf mich sehr ansprechend, da ich ein Fan von simplen, unaufgeregten Gestaltungen bin, die trotzdem das Interesse und die Neugierde wecken.

Inhalt:
Wir befinden uns im Deutschland in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Behinderungen und genetisch bedingte Krankheiten gibt es kaum noch, der Verzehr von Fleisch, Alkoholkonsum und Rauchen sind verpönt, Aufzugfahren ist den Älteren und Kranken vorbehalten, wer es trotzdem tut, wird schräg angeguckt. Die Regierung und Gesellschaft strebt nach Perfektion und der absoluten Gesundheit. In diesem Rahmen werden sogar einfachste Dinge wie Tagträumerei therapiert und besonders „optimierungsfleißige“ Bürger durch ein Punktesystem der Krankenkasse belohnt. Schon die Gene von noch ungeborenen Kindern werden korrigiert und durch ein Bonus-Programm noch zusätzlicher Anreiz geschafft: ab 3 Korrekturen von sogenannten Risikogenen gibt es einen Bonus-Edit umsonst (z. B. Haarfarbe des Kindes aussuchen).
Dies alles erfahren wir bereits im ersten Kapitel, in dem wir Kommissar Nix begleiten, der zu der Leiche eines scheinbar Behinderten gerufen wird. Doch bald muss Nix herausfinden, dass dieser Schluss falsch ist und er auf etwas viel Größeres gestoßen ist. Denn bei der Leiche findet er einen Hinweis, der ihn überhaupt erst auf das Massengrab im Neandertal aufmerksam macht.
Im Folgenden lernen wir zunächst mit jedem neuen Kapitel alle handelnden Personen kennen und erfahren so auch schon teilweise mehr über die Hintergründe.
Da wären im zweiten Kapitel Max und Sarah, zwei Anthropologen deren Spezialgebiet die Neandertaler sind und die im Laufe der Geschichte zu den Hauptakteuren werden. Das dritte Kapitel spielt dann in der Vergangenheit und ist aus Sicht des Neandertalers Urudim geschrieben. Dieser zeitliche Sprung wird auch durch die kursive Schrift deutlich gemacht. Kapitel vier ist dann in Form eines Zeitungsberichts geschrieben, der sich mit der „Großen Depression“ befasst. Diese ist eine besonders schwere Form, die mit bekannten Mitteln nicht heilbar ist und von der auch immer mehr junge Menschen und Kinder betroffen sind. Nachdem Kapitel fünf von einer bereits bekannten Person handelt, lernen wir dann in Kapitel sechs noch Eva-Marie kennen, die eine wichtige Rolle im Ministerium für Gesundheit und Glück innehat und zur größten Gegenspielerin von Sarah und Max wird.
Schon innerhalb dieser ersten sechs „Vorstellungskapitel“ entwickelt sich langsam die Story und man erfährt worum es geht und wie die handelnden Personen darin verwickelt sind. Bei dem einen ist das zwar mehr offensichtlich als bei dem anderen, man bekommt aber in jedem Fall mindestens einen groben Überblick. Im Folgenden wechseln die Kapitel dann immer wieder zwischen den Protagonisten, wobei aber Sarah und Max im Fokus stehen.
Auf den genauen Inhalt der Story möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter eingehen. Obwohl der Klappentext sehr kurz ist, fasst er das Wesentliche zusammen und somit wäre jede weitere Ausführung von mir ein Spoiler oder eine Wiederholung.

Fazit:
Dieser Thriller ist einfach nur gelungen! Obwohl er hinsichtlich Action nur selten wirklich rasant wird, ist das Spannungslevel durchweg hoch. Hauptsächlich begleitet man Sarah und Max auf ihrer Suche nach Antworten – Antworten zu den gefundenen Knochen, Antworten zu der Leiche die alles ins Rollen brachte und Antworten auf die persönliche Verwicklung in all diese Vorfälle. Ständig kommen neue Details ans Licht, die beim Leser neue Schlussfolgerungen und Vermutungen auslösen und die mögliche Entwicklung wieder in ganz andere Bahnen lenken.
Durch die wechselnden Perspektiven hat man als Leser schon relativ früh sehr viele Informationen und weiß wie alles zusammen hängt. Dennoch fiebert man mit und es gibt mehr als nur einen Überraschungsmoment.
Abgesehen von der Story, sind auch die gesellschaftskritischen Aspekte sehr interessant. Immer wieder regt das Buch einen dazu an über die heutige, nach Perfektionismus strebende Gesellschaft nachzudenken. Hier fand ich viele Details, wie Autos und Smarts (die zukünftigen Smartphones) von Amazon, sehr interessant, da sie gar nicht so abwegig scheinen.
Besonders gelungen fand ich auch das Ende, beziehungsweise den letzten Teil des Buches. Hier begleiten wir die finale Auflösung aus der Sicht einer neuen Person und diese Wendung ist meines Erachtens sehr gelungen, da sie den Kreis perfekt zu schließen scheint. Leider ist dieses Ende gleichzeitig auch mein einziger Kritikpunkt. Die große Frage die hinter allem stand und die all die Geschehnisse überhaupt ausgelöst hat, wird zwar beantwortet und für den Leser hinreichend aufgelöst, die dafür Verantwortlichen müssen aber keinerlei Konsequenzen erwarten. Nun mag das zwar für den ein oder anderen der Realität entsprechen, für meinen Geschmack hat es aber das Ende weniger rund gemacht. Und obwohl mich die gesamte Geschichte so begeistern konnte und auch viel zum Nachdenken anregte, lässt mich dieses kleine Detail am Ende etwas unbefriedigt zurück.
Alles in allem ist dies aber nur ein einziger und sehr subjektiver Kritikpunkt an einem ansonsten für mich rundum gelungenen Thriller, für den ich somit eine klare Leseempfehlung aussprechen kann.

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(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das große Eat-Clean Kochbuch

Tosca Reno , Claudia Callies
Flexibler Einband
Erschienen bei Südwest, 20.03.2017
ISBN 9783517095714
Genre: Sachbücher

Rezension:

Cover:
Das komplett gelbe Buch mit dem stempelartig gestalteten Titel in Türkis zieht natürlich die Blicke auf sich. Ob diese Farbwahl schön ist, sei einmal dahingestellt – auffällig ist sie in jedem Fall. Bei Kochbüchern ist das Cover für mich tatsächlich zweitrangig, daher finde ich diese Aufmachung an sich nicht negativ, ansprechend aber auch nicht. Eine dezente Gestaltung hätte meiner Meinung nach auch besser zum Inhalt gepasst. Denn clean-eating heißt unter anderem auf künstliche Produkte zu verzichten und leider wirkt das grelle Cover sehr künstlich.

Inhalt:
Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut, was mir sofort positiv auffiel. Die Rezepte sind in verschiedene Bereiche gegliedert, wobei es nicht nur die klassische Sortierung nach Frühstück, Fleisch, Fisch und Ähnliches gibt, sondern auch Kapitel wie „Für Unterwegs“, „Proteine“ oder „Zutaten auf Vorrat“. So kann man sich also nicht nur nach der Mahlzeit oder den Gelüsten orientieren, sondern sich auch gezielt Rezepte für seine Ernährungsziele und die Gegebenheiten aussuchen. Und genau dabei geht es in diesem Kochbuch. Nicht um eine klassische Diät in der man hungert und am Ende frustriert zurückbleibt, wenn der Jo-Jo-Effekt einsetzt, sondern um eine bewusste Ernährung und dauerhafte Ernährungsumstellung.
Damit dies gelingt, ist natürlich auch ein gewisses Hintergrundwissen von Nöten. Dafür gibt es neben einem Theorieteil am Anfang auch immer wieder zwischen den Rezepten hilfreiche Infos zu bestimmten Produkten (z. B. Haferflocken) und Ernährungsweisen (z. B. auf was Vegetarier achten sollten).

Fazit:
Wer sich bewusst und gesund ernähren und dabei auch gerne noch das ein oder andere Gramm und Kilo abnehmen möchte, ist mit diesem Buch bestens beraten. Die Rezepte sind vielfältig, für jede Tageszeit ist etwas dabei und Fleischesser wie Vegetarier werden fündig. Dabei sind die Rezepte verständlich und leicht nachzukochen. Besonders gefällt mir, dass die Gerichte hier nicht mit außergewöhnlichen Zutaten künstlich zu etwas Besonderem gemacht werden, sondern man so gut wie alles in gut sortierten Märkten bekommt.
Neben einer 1-zu-1-Kochvorlage, bieten viele Rezepte auch tolle Anreize, sind leicht anzupassen und abwandelbar. Somit ist das Buch auch für all diejenigen etwas, die sich mit einer cleanen Ernährungsweise schon etwas besser auskennen und nur nach Inspiration suchen.
Ergänzt werden die vielen tollen Rezepte durch den gut strukturierten und leicht verständlichen Theorieteil.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

alkoholiker, alkoholsucht, koma, thriller, überfall

Locked In

Holly Seddon , Astrid Finke
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.12.2017
ISBN 9783453422377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das Cover wirkt durch die helle Gestaltung und blauen Akzente sehr kalt und beklemmend. Vor allem das Mädchen am oberen Bildrand wirkt durch die künstlich-blauen Augen und die fast weiße Haut nahezu leblos. Es soll vermutlich Amy darstellen, die in einem Wachkoma liegt. Dadurch ist die Verbindung zum Inhalt geschickt hergestellt und auch insgesamt weckt das Cover sofort das Interesse.

Inhalt:
Alex hat den Auftrag einen Bericht über eine Krankenstation zu schreiben und trifft dabei auf Amy Stevenson, die seit einem schlimmen Überfall in ihrer Jugend im Koma liegt. Doch Amy ist kein gewöhnlicher Komapatient, denn sie liegt auf der Wachkomastation. Das heißt sie kann ihre Umgebung bewusst wahrnehmen und sich über Umwege sogar mitteilen, jedoch nicht sprechen oder sich bewegen. Aus einem Instinkt heraus interessiert sich Alex für die fast gleichaltrige Amy, deren Fall ihr noch von damals in Erinnerung ist. Sie macht sich daran mehr über ihre Geschichte zu erfahren, recherchiert, führt Gespräche und befindet sich so schon bald auf der Suche nach dem Täter, der immer noch ungestraft herumläuft.
Dabei ist das Buch zunächst in verschiedenen Kapiteln aus Sicht von Alex und Jacob geschrieben. Vor allem bei ihm fragt man sich am Anfang erst einmal was es mit ihm auf sich hat. Da es aber auch Kapitel aus Amys Sicht gibt, die am Tag des Überfalls spielen, bei denen immer wieder dir Rede von ihrem Freund Jake ist, ist einem gleich klar, dass dies Jacob sein muss. Offen bleibt jedoch die Frage, ob er irgendwas mit all dem zu tun hat. Während man die Geschehnisse in der Gegenwart durch Alex und Jacob erlebt, bekommt man den Überfall gleichzeitig durch Amy quasi hautnah mit und erfährt wie es überhaupt dazu kam.
Nach circa 100 Seiten erlebt man den Tag des Überfalls dann auch aus der Sicht von Sue, Jacobs Mutter. Nach circa 150 Seiten werden dann die Geschehnisse einen Monat nach dem Überfall geschildert und zwar aus Jakes Sicht. Durch diese Einschübe wird noch einmal deutlich wie die beteiligten Charaktere alles miterlebt haben.
Währenddessen recherchiert Alex in der Gegenwart fleißig weiter, besucht Amy regelmäßig und kommt langsam aber sicher auf die heiße Spur.
Als sich die Ereignisse dann auf den letzten 100 Seiten zuspitzen, werden die Kapitel sehr kurz und die Perspektiven wechseln ständig. Beinahe jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger, sodass die ganze Erzählweise sehr rasant wird, an Spannung zunimmt und sich schließlich im auflösenden Höhepunkt entlädt. Diese Auflösung spielt im Oktober 2010.
Wirklich alle Fragen werden dann auf den letzten acht Seiten beantwortet, die einige Monate später im März 2011 spielen. Nicht nur hinsichtlich des Falls findet das Buch einen vollständigen Abschluss, auch Alex‘ Privatleben und ihr Alkoholproblem werden so geschildert, dass der Leser ohne Fragen zurückbleiben muss.

Fazit:
Insgesamt war Locked In auf jeden Fall ein gelungenes Buch, was mir angenehme Lesestunden bereitet hat. Jedoch sehe ich es nicht als Thriller, da dafür zu viele Elemente fehlen. Auch einen Psychothriller sehe ich hier nicht, sondern vielmehr einen sehr spannenden Roman. Denn genau genommen, begleiten wir Alex nur bei ihren Recherchen. Dies mag im ersten Moment banal klingen, Holly Seddon hat es aber geschafft diese Recherchen gekonnt darzustellen, sodass das Spannungslevel durchweg hoch war. Man fühlt mit Alex mit, ist gespannt auf die nächste Enthüllung, rätselt was es mit diesem oder jenem auf sich haben könnte und fragt sich dabei die ganze Zeit wer Amy das angetan hat. Hier muss ich sagen, dass ich von Anfang an einen Verdacht hatte und damit auch goldrichtig lag. Die Hinweise darauf sind eigentlich sehr offensichtlich, man muss aber schon um ein paar Ecken denken, um darauf zu kommen. Als dann im Laufe der Geschichte mehr und mehr Details ans Licht kamen, war ich mir zunehmend sicherer. Dies hat der Spannung und dem Lesespaß aber überhaupt nicht geschadet.
Toll fand ich außerdem auch Alex als Protagonistin. Sie ist kein leichter Charakter und ihre Alkoholsucht wird eingehend thematisiert. Ich fand es aber unheimlich spannend sie bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und zu sehen wie sich der Fall auch auf ihr Privatleben auswirkt.
Alles in allem kann ich dieses Buch durchaus empfehlen. Die Story hat mich durchweg unterhalten und blieb bis zum Ende spannend. Als Thriller würde ich das Buch aber nicht bezeichnen, da es falsche Erwartungen wecken könnte.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

goldmann, jaye ford, psychothriller, thriller

Immer wenn du schläfst

Jaye Ford , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442486144
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das Buch ist komplett schwarz, lediglich am oberen Rand befindet sich eine weiß-graue Eule mit orangen Augen. Ich interpretiere diese als den unsichtbaren Beobachter in der Nacht und stelle so die Verbindung zum Buchinhalt her.

Ansonsten prangt nur noch in sehr großer, passend zur Eule grau-weißer Schrift der Buchtitel auf dem Cover.
Insgesamt eine sehr schlichte aber gelungene Gestaltung, die auf subtile Weise bedrohlich wirkt.

Inhalt:
Die Protagonistin Carly zieht in eine neue Stadt, in eine neu gekaufte Wohnung – ein Neuanfang eben. Zu Beginn ist natürlich noch unklar welcher Schicksalsschlag sie dazu getrieben hat, doch erste erschreckende Andeutungen lassen nicht lange auf sich warten. Stück für Stück bekommt man kleine Informationshappen, die die Fantasie ganz schön ankurbeln, bevor man dann erfährt was wirklich passiert ist. Und natürlich ist dem Leser von Anfang an klar, dass besagter Schicksalsschlag nicht spurlos an Carlys Psyche vorbeigegangen ist. So kommt es, dass die Polizei starke Zweifel an ihren Schilderungen hat und ihr nicht glaubt, dass ein Mann an ihrem Bett stand und sogar auf ihr lag. Unterstützt wird dies dadurch, dass nirgends Einbruchsspuren zu finden sind, weder am Balkon, noch an der Haustür. Selbst als Carly sich eine zusätzliche Sicherheitskette anbringen lässt, ist diese nach einem weiteren „Besuch“ des geheimnisvollen Mannes unversehrt. Diese Schilderungen rufen auch beim Leser Zweifel hervor, die sich aber, zumindest bei mir, nicht wirklich halten können. Das liegt aber nur daran, dass diese Lösung einfach zu simpel und offensichtlich wäre.
Während Carly also herauszufinden versucht was in ihrer Wohnung vor sich geht, schließt sie erste Bekanntschaften und Freundschaften. Sie fängt an ihr neues Leben zu mögen und sich wohlzufühlen. Dies ist für sie ein Grund mehr ihr Problem zu lösen und so spitzt sich die Handlung langsam aber sicher zu.
Wegen besagter, zu offensichtlicher Lösung, fragt man sich als Leser natürlich ständig wie sich alles auflösen wird. Einbruchsspuren gibt es keine, aber reine Fantasie wäre auch zu einfach – was hat es also mit dem Mann auf sich. Die Antwort auf diese Frage bekommt man erst sehr spät und als das WIE klar ist, wirft dies nur weitere Fragen auf. Einige dieser Fragen konnte ich mir sofort beantworten, sodass das letzte große Überraschungsmoment für mich ausblieb, dennoch war es bis zur letzten Seite spannend.
Seinen Abschluss findet das Buch mit einer Schilderung nach den mysteriösen Vorfällen und der Auflösung. Somit bekommt man als Leser ein rundum abgeschlossenes Buch, das keine Fragen mehr offen lässt.

Fazit:
Vorweg kann ich sagen: das Buch hat mich auf jeden Fall überzeugt. Es ist zwar nichts Außergewöhnliches, doch durchaus lesenswert.
Besonders gefallen hat mir, dass man als Leser so lange im Dunkeln tappt. Die Auflösung ist so abwegig, dass man von selbst nie darauf kommen würde. Gleichzeitig ergibt sie aber, nachdem man sie erst einmal kennt, durchaus Sinn und ist keineswegs unlogisch. Sowohl hinsichtlich dieser Auflösung als auch der privaten Verfassung und Entwicklung Carlys, bekommt man nur häppchenweise Informationen. Man will unbedingt wissen wie es weiter geht, noch ein bisschen mehr erfahren um vielleicht dahinter zu kommen und ruckzuck ist noch ein Kapitel gelesen und noch eins und noch eins… Obwohl der Grundgedanke an sich nichts Besonderes ist, ist das Buch ein wahrer Pageturner und aus so einer simplen Grundidee eine solche Geschichte zu schreiben, muss man erst einmal können!
Mein einziger Kritikpunkt, und das ist Kritik auf sehr hohem Niveau, ist, dass mir die restliche Auflösung, nachdem das WIE bekannt war, zu offensichtlich war. Zuvor war alles so gut versteckt, somit besitzt die Autorin definitiv das schreiberische Können um den Leser an der Nase herumzuführen. Dennoch hat dieses Ende der Geschichte nicht geschadet und die Spannung blieb insofern aufrecht, dass ich wissen wollte ob ich richtig liege.
Insgesamt kann ich hier also eine klare Leseempfehlung aussprechen. Wer gerne Thriller liest und bis zur letzten Seite mitfiebern und miträtseln will, kommt hier voll auf seine Kosten.
Dieses Buch war mein erstes von Jaye Ford, aber mit Sicherheit nicht das letzte!

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(57)

73 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

thriller, bernd rossbach, hirnforschung, jesus, wissenschaft

Das Jesus-Experiment

Bernd Roßbach
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FeuerWerke Verlag, 16.01.2018
ISBN 9783945362334
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das Cover ist simpel und passend gestaltet. Komplett grau gehalten, sieht man im Hintergrund den Petersdom. In auffallend großer, roter Schrift prangt der Buchtitel mitten auf dem Cover, der wiederum von einer Dornenkrone umgeben ist. Der Bezug zum Inhalt ist hier somit mehr als eindeutig und dementsprechend wirkt das Cover durchaus ansprechend.

Inhalt:
Viel mehr als den Angaben im Klappentext gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen. Ich möchte nur noch hinzufügen, dass Jennings sich am Höhepunkt seiner Karriere auch noch mit einer Patentklage herumärgern muss. Ob er diese nun gewinnt oder nicht, werde ich natürlich nicht verraten. Ansonsten fällt es, wie gesagt, schwer den Inhalt zusammenzufassen ohne den Klappentext zu wiederholen, da dieser das wichtigste bereits verrät.

Fazit:
Das Buch fing absolut viel versprechend an, die Enttäuschung ließ dann aber nicht lange auf sich warten. Das einzig Positive für mich war an diesem Buch die Story selbst, die Grundidee. Diese bietet genug Stoff für einen spannenden und rasanten Wissenschaftsthriller a la Dan Brown. Was der Autor aus dieser tollen Idee in der Umsetzung letztendlich gemacht hat, ließ mich allerdings mehr als nur einmal den Kopf schütteln. Wäre das Buch nicht ohnehin so kurz gewesen, ich hätte es abgebrochen.
Da wären zunächst einmal die sprachlichen und stilistischen Punkte. Ich habe lange kein Buch mehr gelesen das so viele Rechtschreibfehler beinhaltet. Über zwei drei Fehler in einem Buch sehe ich gerne hinweg. Hier waren es aber eher vier fünf Fehler, und das pro Kapitel. Dabei handelt es sich nicht nur um kleine Vertipper oder falsch konjugierte Verben, nein, da stand auch schon mal dasselbe Wort zweimal hintereinander. Hätte sich Roßbach in seiner Danksagung nicht bei seinem Lektorat bedankt, ich hätte stark bezweifelt, dass es überhaupt eines gab.
Auch inhaltlich gab es einige Fehler und nicht nachvollziehbare Handlungen. So wird in einem Moment eine Handlung „nach dem Essen“ beschrieben, zwei Sätze später heißt es aber „er stocherte lustlos in seinem Essen rum“. Zudem endeten mehrfach Kapitel mit einem Pseudo-Cliffhanger im Sinne von „zu diesem Zeitpunkt wusste XY noch nicht, wie schlimm das und das wirklich werden würde“. Einmal, okay. Aber mehrere Kapitel? Da wusste wohl jemand nicht, wie er die Spannung aufrechterhalten soll.
Auch der Protagonist Jennings selbst war in seinem Handeln alles andere als logisch. Man sollte ja meinen ein Wissenschaftler der gerade die Entdeckung des Jahrhunderts gemacht hat, wäre nicht gerade auf den Kopf gefallen. Leider war es aber so, dass er an Naivität kaum noch zu übertreffen war, was sehr schnell einfach nur noch nervte. Dazu war er dann auch noch immer genau dann an einem bestimmten Ort, wenn dort gerade etwas Schlimmes oder Wichtiges passiert ist – na was ein Zufall.
Und weil das alles ja noch nicht unlogisch genug war, war Jennings zusätzlich noch zur Fahndung ausgesetzt, wohlgemerkt durch Europol, konnte aber trotzdem bis zum Ende munter zwischen verschiedenen Ländern und Städten hin und her reisen und war „wie vom Erdboden verschluckt“. Die Kameras an den Bahnhöfen waren wohl gerade alle defekt, anders kann ich mir das nicht erklären.
Zu guter Letzt war in dem Buch einfach generell zu viel los. Es gab nicht zwei drei Personen aus deren Sicht man das Geschehen begleitet, sondern ständig war ein Kapitel aus wieder einer neuen Perspektive geschrieben. Da den Überblick zu behalten war für mich nicht möglich. Es fallen so viele Namen, ich wusste oft nicht um wen es da überhaupt gerade ging.
Auch die Sache mit dem Patentrecht war einfach nur unnötig. Für mich wirkte es so, als sollte damit noch zusätzlich Spannung aufgebaut werden. Das Gegenteil war der Fall, es hat alles nur noch wirrer und mühseliger gemacht.
Der Vollständigkeit halber möchte ich sagen, dass ich hier keine Leseempfehlung aussprechen kann, auch wenn das nach diesem Fazit bereits deutlich sein sollte.

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(75)

114 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

dystopie, roboter, zukunft, theresa hannig, 2052

Die Optimierer

Theresa Hannig
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404208876
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Cover:
Das Cover sticht natürlich durch die gelb-schwarze Gestaltung sofort ins Auge. Zu Beginn konnte ich keine wirkliche Verbindung zum Inhalt herstellen, wobei mich das Cover aber sofort an Pixel erinnert hat, die zu der digitalisierten Welt von 2052 passen.
Nachdem ich nun das Buch gelesen habe und somit die offizielle Grußformel der Bundesrepublik Europa (kurz BEU) „Jeder an seinem Platz“ kenne, liegt es nahe das Cover mit Tetris zu vergleichen, wo jedes Steinchen an den Platz gelegt wird, wo es am besten rein passt.

Inhalt:
Bei diesem Buch fällt es mir mal wieder sehr schwer den Inhalt widerzugeben, ohne dabei wichtige Details zu verraten.
Die Geschichte dreht sich um Samson Freitag, der in der BEU im Jahr 2052 als Lebensberater tätig und von dem System der Optimalwohlgesellschaft überzeugt ist. Als Lebensberater hat Samson die Aufgabe seinen Kunden den perfekten Platz in der Gesellschaft zuzuordnen. Dass dieser nicht immer im Interesse der Kunden sein muss, zeigt die Beratung, die ihn letztendlich in den sozialen Abgrund reist. Ein Ereignis folgt dem nächsten, sodass Samson einen rapiden Verlust seiner Sozialpunkte (je mehr Punkte, desto höher das Ansehen) verzeichnet und die Schattenseiten des Systems kennen lernt. Dementsprechend ist es nur logisch, dass sich bei Samson Zweifel bilden.
Insgesamt fand ich den Protagonisten nicht sympathisch, auch nicht nach seiner Wandlung. Mir hatte das zu sehr den Beigeschmack, dass er sich erst Gedanken gemacht hat, als es ihm selbst schlecht ging und solange es ihm gut ging, hat ihn nicht interessiert, dass dies bei anderen Menschen anders sein könnte. Mit diesem Hintergrund war mir die Wandlung dann auch zu plötzlich, es ging nahezu ohne Zwischenschritte von „alles ist super“ zum genauen Gegenteil.
Hinsichtlich des Aufbaus kann man die ersten 100 Seiten als sehr ausführliche Einleitung betrachten, die bei einem Buch mit knapp 300 Seiten auf den ersten Blick zu lang wirken kann. Sie ist aber erforderlich um das System der BEU mit all seinen Funktionen und Regeln zu verstehen. Zwar fehlt hier noch etwas die Spannung im klassischen Sinne, durch die kreierte Welt wird man aber so zum Nachdenken motiviert, dass dies nicht stört. Im Folgenden nimmt durch die Ereignisse in Samsons Leben dann auch die Spannung zu, bis hin zu dem auflösenden Ende. Einige Sachen waren vorherzusehen, andere waren eine echte Überraschung, die ich so niemals vermutet hätte.

Fazit:
Das Buch „Die Optimierer“ entspricht nicht meinem üblichen Beuteschema, dennoch konnte es mich überzeugen – oder gerade deswegen. Die Welt die Theresa Hannig geschaffen hat, liegt nicht nur zeitlich sehr nah an unserer jetzigen. Viele Dinge in der BEU gehen auf Ursachen aus der heutigen Zeit zurück, dementsprechend macht man sich während des Lesens viele Gedanken über unsere Umwelt und wohin sie sich entwickeln wird.
In diesem Zusammenhang stört mich aber das Ende. Während die ersten 2/3 sehr nah an unserer jetzigen Welt sind, schreit das Ende zu sehr nach Sci-Fi. In sich ist das Ende, wie auch die ganze Handlung, schlüssig und die Auflösung macht Sinn. Mich stört aber dieser Wechsel enorm, da er für mich einen Bruch in der Nachricht hinter dem Buch darstellt. Zwar gibt das Ende Antworten auf alle Fragen die während dem Lesen aufkamen, wirft gleichzeitig aber auch neue auf und der zweite Teil wurde bereits angekündigt. Meines Erachtens wäre dieser nicht notwendig und die Geschichte wirkt nach dem ersten Teil schon als wäre sie beendet. Durch die neu aufgeworfenen Fragen bin ich einerseits neugierig auf den Nachfolger, habe andererseits aber Angst, dass die Story dadurch nur unnötig in die Länge gezogen wird. Vermutlich werden dann Klappentext und Leseprobe entscheiden ob ich weiterlese.
Für den ersten Teil „Die Optimierer“ kann ich aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen. Allerdings sollte man hier keine allzu große Spannung erwarten, denn die Stärke des Buches ist definitiv, dass es zum Nachdenken anregt. Durch die Kürze ist es einfach und schnell zu lesen und lohnt sich somit, obwohl mich das Ende nicht überzeugen konnte. Wie bereits erwähnt, ist es trotz des Kritikpunktes aber stimmig, sodass man über diesen hinwegsehen kann.

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384 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 200 Rezensionen

thriller, kreuzfahrt, mord, ruth ware, journalistin

Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Ich denke über die Verbindung von Cover und Inhalt muss man hier nicht viel sagen. Zu sehen ist ein Bullauge durch das man auf das tosende Meer hinaus blickt. Genau auf dem Bullauge steht der Titel und scheint durch das Wasser, das von außen über die Scheibe läuft, zu verschwimmen. Um den optischen Effekt zu verstärken, ist das „Fenster“, im Gegensatz zum Rest des Covers, in Hochglanz. Insgesamt wirkt das Cover damit sehr hochwertig und stimmig zum Inhalt.

Inhalt:
Wie wir durch den Klappentext schon erfahren, nimmt Lo Blacklock, Journalistin eines Reisemagazins, an der Jungfernfahrt des Luxuskreuzfahrtschiffs „Aurora“ teil. Doch als sie am ersten Abend der Fahrt einen Mord mit anhört, nehmen die Ereignisse ihren Lauf.
Da Lo an dem Abend viel getrunken hat und kurz vor der Kreuzfahrt bei ihr eingebrochen wurde, glaubt niemand so recht an ihre Zurechnungsfähigkeit und zudem fehlen die Beweise. Natürlich lässt Lo nicht locker und versucht die Sache auf eigene Faust zu lösen. Schnell kann weder sie noch der Leser sich sicher sein wem man noch trauen kann.
Während ihren Nachforschungen wird Lo immer wieder gewarnt sich rauszuhalten und so ist es kein Wunder, dass sie am Ende selbst in größter Gefahr schwebt.
Zwischen den Kapiteln finden sich immer wieder eingeschobene Zeitungsberichte und Mailverläufe von Freunden und Bekannten, die wenige Tage in der Zukunft spielen, sodass der Leser erste Vorahnungen bekommt und das Spannungslevel hoch gehalten wird. Gleichzeitig bekommt man als Leser keine Hinweise und befindet sich, wie Lo, lange auf der komplett falschen Fährte.
Am Ende findet die Geschichte dann in einem sehr dramatischen und vollgepackten Höhepunkt zu einem Schluss, der fast schon etwas too much wirkte.

Fazit:
Warum man dieses Buch als Thriller bezeichnet, ist mir nicht ganz klar, denn es handelt sich eindeutig um einen Psychothriller. Die Spannung wird dadurch geboten, dass die Autorin geschickt mit der Psyche der Protagonistin spielt und so auch die Gedanken des Lesers immer wieder beeinflusst. Man kann sich nie wirklich sicher sein und Hinweise für die Wendung gibt es quasi keine. Wie die Protagonistin, tappt man absolut im Dunkeln und zweifelt alles und jeden an.
Wenn man sich dessen im Voraus bewusst ist und sich dadurch nicht enttäuschen lässt, ist das Buch durchaus gelungen. Es liest sich schnell und flüssig und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Einziger Kritikpunkt für mich ist das Ende. Hier passiert sehr viel auf einmal und die plötzliche Action will nicht so recht zum Rest des Buches passen, der den Leser so gekonnt an der Nase herumgeführt hat. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass einige von der Protagonistin genervt sein könnten, da sie doch einige psychische Probleme mitbringt, die man als Leser manchmal mehr als ausführlich vorgeführt bekommt. Mich persönlich hat es nicht gestört, da es meiner Meinung nach die Zweifel beim Leser nur verstärkt hat, ich möchte es an dieser Stelle aber trotzdem erwähnen.
Umgehauen hat mich das Buch letztendlich nicht, die vielen negativen Stimmen, die ich im Voraus zur Autorin gehört habe, kann ich aber nicht nachvollziehen. Es handelt sich um einen angenehmen, schnell lesbaren und unterhaltsamen Thriller, den ich durchaus weiterempfehlen kann.

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167 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

thriller, the fourth monkey, chicago, serienkiller, serienmörder

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten

J.D. Barker , Leena Flegler
Flexibler Einband: 539 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.12.2017
ISBN 9783764506247
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Schlicht und trotzdem ausdrucksstark beschreibt dieses Cover wohl am besten. Auf dem matten, schwarz-weißen Hintergrund prangt groß der Buchtitel in auffallend roter Schrift. Um ihn noch mehr zu betonen, ist er zusätzlich erhaben und in Hochglanz gestaltet. Über dem Titel befindet sich passend dazu ein Affe, der, genauso wie der Untertitel, komplett schwarz und ebenfalls glänzend ist.
Mir gefällt die Gestaltung des Covers sehr gut. Der Affe stellt auf simple Weise den Bezug zum Inhalt her und die Farben kann man als klassisch für Thriller bezeichnen. Meiner Meinung nach weiß man auf den ersten Blick mit was für einer Art Buch man es hier zu tun hat.

Inhalt:
Detective Sam Porter wird zu einem Unfall gerufen, was ihm zunächst äußerst merkwürdig erscheint – was hat die Mordkommission bei einem Unfall zu suchen? Doch als er das weiße Päckchen mit der schwarzen Kordel erblickt, ist ihm alles klar. Diese sind das Markenzeichen des Four Monkey Killers, kurz 4MK, den Porter nun seit bereits 5 Jahren jagt. Alles hat den Anschein, dass der Überfahrene der gesuchte Serienmörder ist. Doch das Päckchen mit dem Ohr bedeutet, dass er ein neues Opfer entführt hat, das immer noch gefangen gehalten wird.
Neben Porter, der nach einem schweren Schicksalsschlag gerade erst langsam in den Dienst zurückkehrt, lernen wir auch sein Team kennen. Dieses besteht aus Clair, Nash und Kloz (Kurzform von Klozkowski). Außerdem treffen Nash und Porter an dem Unfallort den jungen CSI-Beamten Watson, der ihnen so positiv auffällt, dass sie in kurzerhand in ihre Sonderkommission aufnehmen.
Im Laufe des Buches begleiten wird das Team dann bei den Ermittlungen, dabei spielt sich alles innerhalb von nur zwei Tagen ab. Die Kapitel sind aus Sicht von Porter geschrieben und haben alle einen Zeitstempel, sodass man die Ermittlungen quasi in Echtzeit mitverfolgt. Zusätzlich gibt es auch Kapitel aus der Sicht des Opfers, die die Spannung nur weiter anheizen, da man hautnah miterlebt, was es erleiden muss. Und weil das noch nicht genug ist, gibt es auch noch Kapitel die ein Tagebuch widergeben. Dieses Tagebuch gehört keinem geringeren als 4MK und so erfahren wir Stück für Stück wie er zu dem wurde was er heute ist und was seine Beweggründe hinter all den Taten sind. Da am Ende des Buches, der Showdown an zwei verschiedenen Orten stattfindet, begleiten wir die Geschehnisse dann noch abwechselnd aus Porters und aus Clairs Sicht.
Nachdem diesem eigentlichen Ende und Höhepunkt, gibt es dann noch ein Kapitel, was zwei Tage nach den Geschehnissen spielt. Dieses stellt dann auch das Ende des Buches dar und die letzten Worte deuten etwas an, was einen geradezu nach dem Folgeteil gieren lässt.

Fazit:
Zu diesem Buch fällt mir nichts anderes ein als einfach nur gelungen und es gehört zu meinen absoluten Highlights des Jahres! Dieser Thriller besitzt genau die richtige Mischung aus Brutalität, Psychospielchen und Spannung.
Bei einem so gerissenen Serienkiller, der fünf Jahre unentdeckt bleiben konnte, war mir sein Unfalltod von Anfang an suspekt und ich dachte eher an eine Inszenierung. Hier ist auch der einzige Punkt der mich etwas gestört hat: dass die erfahrenen Ermittler dies nicht ein einziges Mal in Erwägung gezogen haben. Ob ich mit dieser Vermutung nun aber richtig lag, müsst Ihr selbst herausfinden.
Der Spannungslevel ist konsequent hoch und immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, die den Leser eiskalt erwischen und alle Vermutungen über den Haufen werfen. Wie die Ermittler, steht man vor einem Rätsel und immer wenn man denkt man würde langsam dahinter kommen, taucht ein Hinweis auf, der in die komplett andere Richtung deutet – einfach genial! Das alles wird dann noch von der großen Wendung der Story getoppt, die ich so nie hätte kommen sehen.
Besonders gelungen sind auch die Charaktere. Porter ist absoluter Sympathieträger, aber auch die anderen Personen haben alle ihren ganz eigenen Charakter, der von Anfang an deutlich wird und durch das ganze Buch erkennbar ist. Da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, finde ich dies besonders wichtig und ich freue mich schon jetzt auf mehr von diesem Team.
Was das Buch letztendlich zu einem Highlight für mich gemacht hat, sind die Tagebucheinträge. So lernt man den Täter noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen, kann hinter die Fassade blicken und zumindest versuchen nachzuvollziehen.
Für dieses Buch kann ich somit eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen. Mehr noch: ich lege jedem Thrillerfan nahe, dieses Buch zu lesen – Ihr verpasst sonst was!

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(37)

62 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

england, anwältin, autismus, asperger-syndrom, anfechtung eines urteils

Lass mich los

Jane Corry , Angelika Naujokat
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.11.2017
ISBN 9783453359383
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Autorin: Jane Corry
Verlag: Diana
Preis: 10,99 € - Taschenbuch
Seitenzahl: 571
ISBN: 978-3-453-35938-3
Weitere Formate: eBook

Klappentext:
Als die junge Anwältin Lily Ed heiratet, hofft sie auf einen Neuanfang. Sie möchte die Geheimnisse der Vergangenheit hinter sich lassen. Doch als sie ihren ersten wichtigen Fall annimmt, fühlt sie sich merkwürdig von ihrem Klienten angezogen. Einem Mann, der des Mordes angeklagt ist. Einem Mann, für den sie bald alles riskiert. Doch ist er wirklich unschuldig?

Cover:
Das Cover ist sehr simpel. Der Hintergrund ist einheitlich grünlich-schwarz gestaltet und erinnert an eine zerkratzte Oberfläche. Darauf findet sich großflächig der Buchtitel in auffallend gelber Schrift. Dementsprechend kann man hier auch keine tiefergehende Bedeutung oder gar eine Verbindung zum Inhalt finden.

Inhalt:
In diesem Thriller begleiten wir Lilly in ihrem ersten großen Fall bei dem sie einen unschuldigen Mann aus dem Gefängnis holen soll. Doch die ganze Zeit muss man sich immer wieder Fragen, ob er auch wirklich unschuldig ist.
Durch den Prolog erfahren wir gleich zu Beginn, dass ihrem frisch angetrauten Mann Ed etwas Schlimmes passieren wird. Zunächst beginnt die Handlung mit Teil eins des Buches aber fünfzehn Jahre vor diesem Ereignis. Dabei begleiten wir alles aus Sich von Lilly in Kapiteln, die ihren Namen als Titel tragen. Alles beginnt bei besagtem Fall. Von Beginn an gibt es aber auch Kapitel aus der Sicht von Carla, dem kleinen Nachbarsmädchen von Lilly und Ed, um welches sie sich später dann auch ab und zu kümmern. Dass dieses Mädchen noch eine Rolle spielen wird, ist somit von Anfang an klar. Natürlich nehmen die Ereignisse ihren Lauf und privat wie beruflich muss Lilly einiges mitmachen, wobei sie selbst nicht weniger unschuldig ist. Und dann ist da natürlich noch die Sache mit ihrem verstorbenen Bruder, die viele Fragen aufwirft.
Der zweite Teil des Buches spielt dann zwölf Jahre später und hier bekommen wir langsam aber sicher Antworten auf all die Fragen, wobei Carla die bereits erahnte, entscheidende Rolle spielt.

Fazit:
Wenn man die Seitenzahl von fast 600 Seiten und die, im Verhältnis dazu, sehr kurze Inhaltsangabe betrachtet, kommt schnell die Vermutung auf, dass die Story unnötig in die Länge gezogen wurde und langweilig sein könnte – dem ist absolut nicht so!
In diesem Buch passiert sehr viel. Viele kleine Details die am Ende alle Sinn ergeben und so den Schluss stimmig wirken lassen. Alles ist so verworren ineinander, dass nahezu jede Handlung mit den anderen zusammenhängt und nichts ohne Bedeutung bleibt. Und genau das macht diesen Psychothriller aus. Mit jeder neuen Handlung bekommt man ein kleines bisschen mehr Information, kann ein kleines bisschen mehr nachvollziehen wieso die Person so gehandelt hat und was dies zu dem Ende der Geschichte beigetragen hat. Dabei war für mich von Anfang an Lilly die Sympathieträgerin, obwohl sie selbst nicht immer richtig handelte. Dies bestärkt sich im zweiten Teil des Buches durch das was ihr angetan wird nur weiter und findet mit dem Ende seinen Höhepunkt. Für die Opfer dieses Buches hingegen kann ich kaum Mitleid oder Mitgefühl aufbringen. Viel mehr ist da ein Gefühl von „Jedem das was er verdient“. Dass das Buch solche Emotionen auslöst, zeigt wie gut die Handlung und die Charaktere umgesetzt sind und wie geschickt Jane Corry die Emotionen der Charaktere versinnbildlicht.
Ein sehr gelungener Psychothriller, der durch das beklemmende Gefühl zu wissen, dass irgendetwas Schlimmes passieren wird, zum absoluten Pageturner wird. Klare Leseempfehlung!

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(49)

92 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

thriller, spannung, entführung, helen fields, schottland

Die perfekte Gefährtin

Helen Fields , Frauke Meier
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783404176199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und schreit trotzdem förmlich nach Thriller. Das komplett schwarze Buch ziert nur ein Falter, der durch seine weiß-blaue Färbung fast schon durchscheinend bis leuchtend wirkt. Die Flügel des Falters sind beschädigt und rechts und links von dem Insekt sieht man Flecken, die ebenfalls zu leuchten scheinen. Dazu passt die blaue und weiße Schrift, die gewählt wurde um Autorenname und Buchtitel abzubilden, perfekt und unterstreicht das Gesamtbild.
Einen direkten Zusammenhang zwischen Cover und Inhalt kann ich nicht herstellen, interpretatorisch gibt es da aber doch einigen Spielraum, sodass es durchaus stimmig ist. Generell scheinen Schmetterlinge und Falter auf Thriller-Covern zurzeit aber angesagt zu sein, wie man bei entsprechender Suche recht schnell sehen kann.

Inhalt:
Luc Callanach beginnt als Detective Inspector seinen Dienst bei der Polizei in Schottland und schnell wird klar, dass er seine Tätigkeit bei Interpol in Frankreich nicht freiwillig aufgegeben hat. In dem Buch begleiten wir ihn bei seinem ersten Fall, den der verschwundenen Elaine Buxton, deren sterbliche Überreste in einer abgebrannten Waldhütte gefunden werden. Doch was weder er, noch sein Team ahnen können, ist, dass Elaine keineswegs tot ist und ihr Entführer ihren Tod nur vorgetäuscht hat.
Sie wurde entführt, um vom Täter zu seiner perfekten Gefährtin gemacht zu werden und dafür will er sie für sich allein. Während Callanach und sein Team also „nur“ nach einem Mörder suchen, wissen sie gar nichts von dem Wettlauf um die Zeit, in dem sie sich befinden. Und genau das ist es, was das Buch so spannend macht. Denn als Leser weiß man von Anfang an, dass Elaine keineswegs ermordet wurde. Außerdem ist auch der Täter dem Leser von Anfang an bekannt und einige Kapitel sogar aus seiner Sicht geschrieben. Diese sind teilweise sehr brutal, sodass auch sie das Spannungslevel hoch halten.
Neben Callanach und seinem Team, lernen wir auch noch seine Kollegin Ava kennen, die sich schnell zu seiner bis dahin einzigen Freundin entwickelt. Sie selbst arbeitet an einem Fall, bei dem es um ausgesetzte Neugeborene geht. Auch dahinter verbirgt sich mehr, als es zunächst scheint und auch wenn er im Klappentext keine Erwähnung findet, nimmt er im Buch doch einigen Platz ein.
Eine weitere Person die ich gerne erwähnen möchte, ist Detective Constable Tripp, der Callanach als einer der wenigen von Anfang an respektiert und angemessen behandelt hat. Immer wieder hat er im Buch in wichtigen Schlüsselmomenten eine Rolle gespielt und wurde schnell zum Sympathieträger.
Am Ende werden beide Fälle gelöst und der Leser bleibt auch hinsichtlich der privaten Aspekte mit keinen Fragen zurück. Dabei passieren immer wieder Dinge, die geschickte Wendungen und Überraschungsmomente beinhalten und so die Spannung stets oben halten.

Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, was aber keineswegs negativ zu verstehen ist. Fields nutzt eine Sprache die sehr verständlich ist und ein flüssiges Lesen erlaubt. Die Schauplätze und Geschehnisse werden ideal beschrieben, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann und mit den einzelnen Charakteren mitempfindet.

Fazit:
Bei „Die perfekte Gefährtin“ handelt sich um den Auftakt einer neuen Reihe um Luc Callanach. Dabei werden sicher auch Ava, Tripp und andere Charaktere des ersten Bandes weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Bei Thriller-Reihen ist es für mich immer wichtig, dass mir die Ermittler sympathisch sind, damit ich weitere Bücher lese. Denn ein Buch mit einem weniger sympathischen Charakter kann ich schon mal lesen, habe dann aber keine Lust mich mit dieser „Person“ weiter zu befassen. Wenn, wie hier, zusätzlich der Erzählstil und das Spannungslevel passen, verfolge ich eine solche Reihe gerne weiter.
Kleine Abzüge gibt es dafür, dass das Buch sehr vollgepackt war. Avas Fall nahm sehr viel Platz ein, obwohl er auf dem Klappentext nicht einmal Erwähnung findet. Zudem passieren auch im Privatleben der verschiedenen Charaktere sehr viele Sachen. Sieht man das als Grundlage für die folgenden Stories, wäre das nicht weiter schlimm, allerdings findet alles noch im ersten Teil eine Auflösung. Für meinen Geschmack war das etwas zu viel des Guten, hat der Spannung letztendlich aber nicht geschadet. Ich vermute, dass die Autorin damit einen besonders fulminanten Auftakt kreieren wollte und hoffe, dass die folgenden Bücher weniger vollgepackt sein werden. Da das aber der einzige Kritikpunkt ist, kann ich für das Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen und sehe die Reihe als eine an, bei der es sich lohnt sie weiterzuverfolgen. Zudem ist dieser Punkt sehr subjektiv zu bewerten. In der Leserunde, in deren Rahmen ich das Buch vorabgelesen habe, gab es viele Stimmen, die das überhaupt nicht störend fanden.

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288 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 154 Rezensionen

thriller, megan miranda, tick tack, lügen, nic

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Megan Miranda , Elvira Willems , Cathrin Claußen
Flexibler Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.11.2017
ISBN 9783328101628
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Autor: Megan Miranda
Verlag: Penguin
Preis: 15,00 € – Klappenbroschur
Seitenzahl: 430
ISBN: 978-3-328-10162-8
Weitere Formate: eBook, Hörbuch

Cover:
Die Gestaltung des Covers ist wirklich einzigartig, ich habe bis jetzt kein vergleichbares gesehen. Zum einen sticht der große, neonpinke Titel auf dem ansonsten schwarz-weißen Cover natürlich sehr deutlich hervor. Zum anderen ist das Cover auch haptisch sehr liebevoll gestaltet. Die verschwommen aussehenden Buchstaben des Untertitels sind mit einer Art Schicht überzogen, die dafür sorgt, dass sie sich rauer anfühlen. Auch auf den im Hintergrund abgebildeten Bäumen sind immer wieder Stellen rauer als andere, fast wie Kratzer. Dadurch wirken die Bäume sehr realistisch, da es sich anfühlt wie Baumrinde. Gleichzeitig stellen sie einen Bezug zum Inhalt des Buches her. Das Verschwinden beider Mädchen steht in Zusammenhang mit dem Wald, in dessen Nähe sich das kleine Städtchen Cooley Ridge befindet.

Inhalt:
Der Klappentext ist meiner Meinung nach recht lang und fasst den Inhalt des Buches dementsprechend schon ideal zusammen, sodass es schwer ist hier noch eigene Worte zu finden. Ich kann daher nur noch ergänzend sagen, dass das Buch nicht von Anfang an rückwärts erzählt wird, sondern mit Tag 1 beginnt, dem Tag, an dem Nic in Cooley Ridge ankommt. Man begleitet sie dann von Tag 15 ab rückwärts und erfährt dabei nicht nur was mit Corinne und dem anderen Mädchen passiert ist, sondern auch welche Beziehung sie zu Nic und all den anderen handelnden Personen hatten. Die Tage stellen sozusagen die Kapitel dar, wobei das Buch insgesamt noch einmal in drei Abschnitte unterteilt ist.

Fazit:
Was dieses Buch zu etwas Besonderem macht, ist ganz klar die Erzählweise, wobei diese vermutlich auch nicht für jeden etwas ist. Ab und zu habe ich beim Lesen dann doch kurz nachdenken müssen und die Sinnhaftigkeit hat sich mir erst erschlossen, als ich mich wieder bewusst daran erinnert habe, dass das neue Kapitel nun wieder einen Tag früher spielt. Ich kann mir vorstellen, dass sich manch einer davon in seinem Lesefluss zu sehr gestört fühlt. Mir persönlich hat das nichts ausgemacht und vor allem wenn man größere Abschnitte am Stück liest, gewöhnt man sich dann doch daran. Die Erzählweise war letztendlich auch der Schlüssel zur dauerhaft aufrecht gehaltenen Spannung und es war sehr interessant wie so manches am Ende Sinn gemacht hat, was einem während des Lesens mehr als komisch vorkam.
Was die Handlung angeht, muss ich allerdings sagen, dass sie eher durchschnittlich ist und für mich ein Teil des Endes auch leider sehr vorhersehbar war. Was vor zehn Jahren mit Corinne passiert ist, beziehungsweise wer für ihr Verschwinden verantwortlich war, war für mich nach den ersten zwei bis drei Kapiteln klar, ohne dass es dafür Hinweise gegeben hätte. Lediglich das „Wie?“ war noch offen. Dafür war das was mit dem anderen Mädchen passiert war tatsächlich eine Überraschung und hätte ich so auch nicht vermutet. Allerdings war es trotz des Überraschungsmoments eher unspektakulär und innerhalb weniger Seiten abgehandelt.
Abschließend kann ich sagen, dass ich das Buch weder als schlecht noch als gut bezeichnen kann – es ist okay. Ich war beim Lesen auf jeden Fall unterhalten und zu keiner Zeit gelangweilt, es ist aber, abgesehen von der Erzählweise, keine Besonderheit. Somit würde ich hier keine Leseempfehlung im klassischen Sinne aussprechen. Wer sich aber durch den Klappentext angesprochen fühlt, sollte mit diesem Buch ein paar angenehme Lesestunden haben.

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65 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

fehlurteil, irrtum, mord, psychologen, echte fälle

Der Serienkiller, der keiner war

Dan Josefsson , Stefan Pluschkat
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei btb, 13.11.2017
ISBN 9783442715664
Genre: Biografien

Rezension:

Cover:
Das Cover ist schlicht und trotzdem aussagekräftig. Der in weiß auf schwarzem Hintergrund abgebildete Wald stellt für mich einen Zusammenhang zum Einstieg des Buches her, in dem wir die Ermittler bei der Suche der angeblichen Leichen in einem Wald begleiten. Die rote Schrift wirkt auf dieser farblosen Darstellung gleich noch deutlicher, was dadurch unterstützt wird, dass sie erhaben ist. Insgesamt ein schön gestaltetes Cover, das ansprechend wirkt.

Inhalt:
Wie Cover und Klappentext schon verraten, handelt es sich um einen der größten Justizskandale der Geschichte Schwedens, von dem ich – bis zu diesem Buch – noch nie etwas gehört hatte.
Als Einstieg begleiten wir die Ermittler bei ihrer Suche nach den angeblichen Opfern von Sture Bergwall alias Thomas Quick. Dieser Einstieg war der Grund warum ich das Buch überhaupt lesen wollte, da er sehr interessant gestaltet ist und Lust auf mehr macht.
Danach folgt aber erst einmal ein langer Part der sich mit den Psychotherapeuten beschäftigt, die direkt oder indirekt mit Stures Fall zu tun hatten.
Insgesamt ist das Buch in verschiedene Kapitel unterteilt, die auch in einer Inhaltsangabe aufgelistet sind, was daran liegt, dass es sich hierbei um ein Sachbuch handelt und nicht etwa um einen Krimi nach wahrer Begebenheit.
Leider hat mir der Stil des Autors absolut nicht zugesagt, sodass ich das Buch nach circa der Hälfte abgebrochen habe und somit auch nicht mehr zum Inhalt sagen kann.

Fazit:
Mir war der Part über die Psychotherapeuten einfach zu ausführlich und zu fachsimplerisch. Man wurde mit Fachbegriffen und Personen geradezu überschüttet und alles wurde bis ins kleinste Detail ausgeführt. Klar, um die Intentionen und das Handeln der Psychotherapeuten nachvollziehen zu können, muss man ein gewisses Hintergrundwissen haben, das war aber eindeutig zu viel des Guten – auch für ein Sachbuch. Trotz dieser Genrezugehörigkeit handelt es sich bei dem Thema um einen Justizfall, der von sich aus schon spannend ist. Der Autor hat es meiner Meinung nach versäumt diese Spannung aufzugreifen und sich zu Nutzen zu machen.
Ich habe den Teil über die Psychotherapeuten nicht ganz zu Ende gelesen und bin dann zu dem Kapitel gesprungen, wo es wieder mehr um den Fall und Sture/Thomas ging. Dieser Sprung, bei dem ich knapp 100 Seiten ausgelassen hatte, gelang mir problemlos und bestätigt mir somit, dass diese detaillierten Ausführungen nicht nötig waren um den eigentlichen Fall zu verstehen. Zwar war der Teil über den Fall dann wieder etwas interessanter, mir war die Lust an dem Buch zu diesem Zeitpunkt aber schon vergangen, sodass ich mich entschied es nicht mehr weiter zu lesen.
Vielleicht gebe ich dem Buch irgendwann noch einmal eine Chance und lese nur den Teil über den eigentlichen Fall. Aktuell habe ich daran erst einmal kein Interesse, was ich schade finde, da die Story viel Potenzial hat – die Umsetzung hat nur nicht gestimmt.

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185 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 104 Rezensionen

island, thriller, mord, sog, missbrauch

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

https://blackndbeautiful.wordpress.com/2017/10/25/sog/

Cover:
Das Cover ist mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Auf mich wirken die einzelnen Schichten wie Beton, der aufgeschlagen wurde. Diese einzelnen Schichten sind jeweils erhaben, sodass ein toller 3D-Effekt entsteht. Auch der Buchtitel, der groß in der Mitte des Lochs in Rot auf schwarzem Hintergrund steht, ist erhaben. Im Gegensatz zu dem ansonsten matt gehaltenen Cover, ist der Titel in Hochglanz, sodass er noch einmal besonders hervorsticht, obwohl er stilistisch, durch die Platzierung im Loch, eigentlich im Hintergrund liegt. Außerdem finden sich auf dem Beton Blutspritzer, die ein eindeutiger Hinweis auf die Brutalität im Buch sind.
Worauf ich hier ebenfalls hinweisen möchte, sind die Seiten des Buches. Diese sind auf sehr starkem Papier gedruckt, dass ich beim Lesen im ersten Moment dachte, ich hätte zwei Seiten auf einmal umgeblättert. Ich finde das ein schönes und erwähnenswertes Detail, da es von Qualität zeugt. Die Seiten sind dementsprechend viel stabiler und die Schrift auf der Rückseite scheint nicht durch.

Inhalt:
Vorweg möchte ich sagen, dass ich es bei diesem Buch extrem schwer finde den Inhalt wiederzugeben ohne zu spoilern. Dementsprechend fällt dieser Teil relativ kurz und allgemein gehalten aus. Ich erwähne bewusst keine Personen außer den vom Klappentext schon bekannten, da dies meiner Meinung nach zu viel über den Inhalt verrät und somit bereits Zusammenhänge klar werden würden, die der Leser erst im Laufe des Buches erfährt.

Der Prolog schildert, wie die kleine Vaka im Jahr 2004 verschwand. Dass dieser Fall mit der Handlung im Buch in Zusammenhang stehen wird, ist klar. Inwieweit, kann man aber kaum ahnen und es entsteht schnell eine Neugierde darauf, wie alles letztendlich zusammen passt.
Wie im Klappentext schon geschildert, wird eine Zeitkapsel gehoben, in der der Mord mehrerer Personen vorausgesagt wird. Mit diesem scheinbar harmlosen Fall darf sich der degradierte Kommissar Huldar befassen, der die Chance nutzt und sogleich die Kinderpsychologin Freyja zu Rate zieht, bei der er in Ungnade gefallen ist.
Kurz darauf werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub gefunden, die die Ermittler vor ein Rätsel stellen. Diesen Händen folgt die erste Leiche, die auf brutalste Weise ermordet wurde und ein weiterer grausamer Mord lässt nicht lange auf sich warten.
Zu Beginn folgt also sehr schnell ein Fall nach dem anderen und erst langsam verstricken sich diese zu einem großen Fall. Kommissar Huldar ist der Erste, der diese Zusammenhänge vermutet und in diese Richtung ermittelt. Als sie immer eindeutiger werden und erste Beweise auftauchen, ist auch seine Vorgesetzte endlich davon überzeugt und das Team ermittelt offiziell in diese Richtung. Am Ende geht alles sehr schnell und die Entdeckung des Täters bis hin zur Verhaftung braucht nur wenige Seiten. Wo viele Thriller nach der Fassung des Täters enden, begleitet man hier die Ermittler noch bei den Vernehmungen und lernt die Beweggründe kennen.

Neben dem Fall geht es immer wieder auch um Huldars Privatleben und insbesondere um seine angeschlagene Beziehung zu Freyja, die er zu retten hofft. Der Autorin ist es gelungen diese im Hintergrund zu halten und geschickt in das Geschehen einzubinden, sodass es nicht störend ist, oder gar den eigentlichen Fall unterbricht.

Fazit:
Dieses Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert allerdings nichts außergewöhnliches. Ich würde es als den typischen Thriller bezeichnen, was aber keineswegs negativ gemeint ist, im Gegenteil. Die Morde sind sehr brutal und auch die Beweggründe des Täters sind nicht gerade leichte Kost. Wer Thriller mag, kommt hier also ganz auf seine Kosten. Spannung war von Anfang an da, vor allem weil zunächst sehr viel passiert, bevor die eigentlichen Ermittlungen losgehen. Aber auch während diesen Ermittlungen, bleibt die Spannung bestehen, da es so viele Verstrickungen gibt, dass immer wieder Neues ans Licht kommt.
Es gibt auf jeden Fall genug Hinweise, dass man als Leser auch schon Früher auf den Täter kommt. Dies hat der Spannung aber keineswegs geschadet, da man dann natürlich wissen will, ob man Recht behält. Und am Ende gibt es noch eine kleine Wendung, die so niemand erahnen konnte und einen kurz sprachlos werden lässt.

Für mich war es mein erstes Buch von Yrsa Sigurdardóttir, obwohl es sich hier um den zweiten Band einer Reihe handelt. Mir persönlich hat das beim Verstehen der Handlung keine Nachteile gebracht. Ich werde nun aber definitiv den ersten Teil „DNA“ noch lesen.
Ihr Schreibstil gefällt mir sehr. Sie schafft es durch ihre Wortwahl die Spannung stets aufrecht zu erhalten und alles so zu schildern, dass man es sich bildhaft vorstellen kann. Außerdem erlaubt ihr Schreibstil mir ein unglaublich schnelles Lesen, wieso kann ich gar nicht genau sagen. Ich war manchmal selbst überrascht, wie weit ich schon war.

Für „SOG“ kann ich somit eine Leseempfehlung aussprechen – allerdings nur für Thrillerfans.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

amerika, anfang 20.jh., thüringer wald

Die Amerikanerin

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548613697
Genre: Historische Romane

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290 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 152 Rezensionen

fantasy, palast, horror, expedition, abenteuer

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch:

In "Palast der Finsternis" von Stefan Bachmann geht es um fünf Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die außerwählt wurden Teil einer geheimen Mission zu werden, für die sie nach Frankreich reisen. Im Mittelpunkt steht Anouk, aus deren Sicht wir die Handlung verfolgen. Zunächst scheint es so, als sollte die Gruppe einen geheimen, unterirdischen Palast aus zeiten der französischen Revolution erforschen, doch dann kommt alles anders...

Mein Eindruck:

Vorweg möchte ich sagen, dass es schwer ist einen Eindruck vom Buch zu vermitteln, ohne zu spoilern. Daher sind meine Formulierungen größtenteils sehr vage und oberflächlich.
Insgesamt ist das Buch sehr spannend und fesselnd, sodass man es ohne Probleme am Stück verschlingen kann. Zu Beginn kommen viele Fragen auf (Was hat es mit Anouks Familienverhältnissen auf sich? Was ist das für eine geheime Mission? Sind Anouks langsam aufkommende Zweifel begründet?) die im Laufe des Buches auch alle beantwortet werden, was ich sehr gut finde, da der Leser so nicht unbefriedigt zurück bleibt. Wie durch den Klappentext schon angekündigt, verbirgt sich in dem Palast etwas Böses und hinter jeder Tür lauern neue Gefahren. Welches Ausmaß diese haben, hätte ich mir vorher nicht ausmalen können. Bachmann gelingt es den Leser immer wieder zu überraschen und so die Spannung aufrecht zu erhalten. Dabei wirkt die Handlung in sich schlüssig und jederzeit nachvollziehbar. Allerdings sollte hier angemerkt werden, dass nicht alles was passiert auch wirklich realistisch ist, sondern in den Bereich Fantasy/Übernatürliches geht. Dennoch ergibt die Handlung im Rahmen des Buches Sinn.

Mein Fazit:

Das Buch kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Selbst bin ich eigentlich weniger der Fan von Fantasy und Übernatürlichem, hier hat es mich jedoch nicht gestört, weil es gekonnt umgesetzt war. Kleine Abzüge gibt es nur dafür, dass die Geschehnisse teilweise zu schnell waren, sodass man nicht ganz nachvollziehen konnte, was jetzt alles passiert ist. Ein paar erklärende Worte mehr hätten da schon geholfen. Außerdem war mir das Handeln der Figuren manchmal zu gegensätzlich. Einmal voller Angst und im nächsten Moment total rational, sodass ich fast vergas, dass es sich um Teenager handelt.

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120 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 86 Rezensionen

krimi, münchen, mord, gewalt, misshandlungen

Tiefe Schuld

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783548288635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch:

In "Tiefe Schuld" von Manuela Obermeier geht es um den zweiten Fall der Münchner Kommissarin Toni Stieglitz. Im Wald wird eine Frauenleiche gefunden, deren Körper Merkmale jahrelanger Misshandlungen aufweist. Für Toni scheint der Fall klar: der offensichtlich gewalttätige Ehemann muss der Täter sein - aber ist die Lösung wirklich so einfach?

Mein Eindruck:

Zu Beginn versprach das Buch sehr spannend zu werden, was sich leider im Laufe der Geschichte nicht bewahrheitete. Die Handlung und Spannungskurve nimmt leider sehr rapide ab, was vor allem daran liegt, dass mehr Toni's Privatleben im Fokus steht, als der eigentliche Fall.
Noch dazu ist mir Toni charakterlich alles andere als sympathisch und ich habe mich immer wieder gefragt "sowas soll Kommissarin sein?". Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung mit häuslicher Gewalt verbeißt sie sich total in den Ehemann als Täter, was irgendwann einfach nur noch nervig ist - Objektivität = Fehlanzeige. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Vorgesetzter sowas wirklich dulden würde, bei allem Verständnis für ihre Vergangenheit. Auch die ständigen Alleingänge und das Abwehren jeglicher Hilfe waren sehr anstrengend. Toni wirkte auf mich eher wie ein trotziger Teenager, als wie eine erwachsene und beruflich erfolgreiche Frau.
Dass ich den ersten Teil nicht kenne, war kein Nachteil. Zwar gibt es einige Andeutungen, diese schaden dem Verständnis aber nicht.
Ansonsten lässt sich das Buch schnell und flüssig lesen, was vor allem an dem einfachen Schreibstil der Autorin liegt.

Mein Fazit:

Der Mordfall war vielversprechend und hatte Potenzial für eine tolle Story. Die charakterliche Darstellung von Toni und der Fokus auf ihr Privatleben haben dieses jedoch zunichtegemacht.

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260 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

musik, italien, judenverfolgung, thriller, komposition

Totenlied

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Flexibler Einband
Erschienen bei Limes, 25.07.2016
ISBN 9783809026709
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Das Cover ist Schlicht gestaltet und wirkt durch den dunkel gehaltenen Hintergrund trotzdem bedrohlich. Am rechten Rand sieht man den Kopf einer Geige, der einen eindeutigen Bezug zum Inhalt herstellt. Titel und Autorenname sind in schlichter weißer Schrift aufgedruckt, wobei der Autorenname noch zusätzlich eingepresst wurde und somit leicht vertieft ist.
Insgesamt überzeugt mich dieses Cover vor allem durch seine Schlichtheit und seine düstere Optik.

Inhalt:
Die Geschichte spielt in zwei Zeitzonen. Zum einen begleiten wir Julia, die von ihrer Reise das alte Notenbuch mitbringt und darin die mysteriöse Walzerkomposition entdeckt, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Zum anderen begleiten wir den jungen Lorenzo in Venedig kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und den darauffolgenden Jahren. Durch die Augen des jüdischen Italieners erleben wir hautnah die damaligen Entwicklungen hinsichtlich der Judenverfolgung mit – von einem sorglosen Leben bis hin zur Internierung.
Die beiden Perspektiven wechseln sich nicht nach jedem Kapitel ab, sondern wir begleiten beide immer jeweils über mehrere Kapitel hinweg. Dadurch wird der Lesefluss durch die abwechselnden Handlungsstränge nicht gestört, man kommt immer wieder gut in die jeweiligen Geschehnisse rein und kann allem sofort folgen.
Natürlich stellt sich dem Leser dabei schnell die Frage was die beiden Geschichten miteinander zu tun haben und wie alles mit dem geheimnisvollen Musikstück zusammenhängt.

Fazit:
Tess Gerritsen heißt für mich automatisch auch Rizzoli-&-Isles. Wer allerdings von diesem Stand-Alone-Thriller etwas Ähnliches erwartet, wird enttäuscht werden. Mir war anhand des Klappentextes klar, dass mich hier nicht die klassische Mordermittlung oder ein Serienkiller erwartet.
Man begleitet Julia bei ihrer Suche nach Antworten und fragt sich die ganze Zeit wie der Walzer damit in Zusammenhang steht und wie am Ende alles sinnhaft aufgeklärt werden könnte. Dadurch ist die Spannung hier viel subtiler, aber keineswegs weniger präsent.
Gleichzeitig regt die Geschichte von Lorenzo zum Nachdenken an und macht uns einen dunklen Teil der Geschichte (wieder) bewusst. Diesbezüglich gibt es am Ende des Buches noch eine kurze Anmerkung zum geschichtlichen Hintergrund, sodass man alles sehr gut nachvollziehen kann.
Alles in allem konnte mich das Buch überzeugen und ich kann es durchaus empfehlen. Einen extremen Thriller darf man hier nicht erwarten, aber vor allem die geschichtlichen Aspekte haben mich überzeugt. Wären diese nicht gewesen, fände ich das Buch nur halb so gelungen, da diese Thematik die eigentliche Story teilweise fast schon in den Schatten stellt. Am Ende wird aber alles gut miteinander verknüpft, sodass der Schluss in sich stimmig ist und auch alle Fragen hinreichend geklärt werden.

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

will trent, undercover, blanvalet, bonus-story, bonus story

Kalte Narben

Karin Slaughter
E-Buch Text: 75 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 10.11.2014
ISBN 9783641147365
Genre: Krimi und Thriller

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