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71 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

rosenheim, fußball, krimi, bayern, mord

Wildfutter

Alma Bayer
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442715312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die abgetrennte Hand eines Jugendtrainers des FC Rosenheim wird von Vitus Pangraz, einem pensionierten Kommisar, im Wildschweingehege gefunden. Zusammen mit seiner Tochter, der Lokalreporterin Jo Coleman, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder des scheinbar allseits beliebten "Tigers". Dabei treffen die beiden auf jede Menge Eltern, die fest vorhaben, ihre Kinder beim FC Bayern ganz groß rauskommen zu lassen, und zwar um jeden Preis. Sie belügen sich selbst und betrügen sich gegenseitig - in der kleinen Stadt hätte irgendwie beinahe jeder ein Motiv für den Mord. Noch dazu können weder Jo noch ihr Vater ganz objektiv ermitteln, da sie einigen ihrer Verdächtigen näher kommen als sie vielleicht sollten...
Insgesamt meiner Meinung nach eher ein mittelmäßiger Lokalkrimi. Die Spannung lässt zu wünschen übrig und das Ende ist recht früh absehbar. Noch dazu werde ich nicht wirklich warm mit den Hauptcharakteren, die etwas überzeichnet wirken. Während einige Passagen wirklich witzig sind, können andere mir trotz des bayrischen Dialekts kein Schmunzeln hervorlocken, doch das ist wohl Geschmacksache. Der Fußballplatz, der eigentlich eher Nebenschauplatz sein sollte, ist für mich viel zu präsent und am Ende bleiben für mich viel zu viele Fragen offen.
Mein Fazit: Sowohl inhaltlich als auch sprachlich nicht ganz mein Fall. In diesem Genre gibt es (auch unter den bayrischen Krimis) bessere, lustigere und spannendere Bücher.

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(65)

78 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

krimi, montana, mord, drogen, entführung

Finster ist die Nacht

Karin Salvalaggio , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein bekannter Radiomoderator wird entführt. Es gelingt ihm, einen Notruf abzusetzen – doch die Polizei findet nur ein leeres Gebäude. In derselben Nacht ist Detectiv Macy Greeley in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei welchem der entführte Moderator ihr vor das Auto springt. Sie selbst kommt knapp mit dem Leben davon, muss aber mit ansehen, wie das Entführungsopfer von einem Motorradfahrer mit ihrer eigenen Waffe erschossen wird.
Macy stürzt sich trotz ihrer Verletzungen in die Ermittlungen, bei welcher scheinbar ein drogenabhängiges Pärchen eine Rolle spielt sowie deren Familie. Auch die Angehörigen des Opfers, vor allem seine Tochter Emma, haben ihre Geheimnisse – und letztendlich hängt irgendwie alles miteinander zusammen durch eine skandalöse Story, an welcher der Radiomoderator gearbeitet hat.
Insgesamt handelt es sich hier um einen soliden Krimi, bei welchem der Spannungshöhepunkt jedoch bereits am Anfang liegt und weitere Höhepunkte leider fehlen. Die Ermittlungen kommen mir als Leser etwas schleppend vor, an keiner Stelle wird es für irgendjemanden auch nur ansatzweise gefährlich, obwohl der Mörder noch auf freiem Fuße ist. Die Nebenhandlung betrifft Macys Sohn Luke, der bei ihrer Mutter wohnt, ihre Beziehung zu Aiden, und die Zerrissenheit zwischen Familie, Liebe und Beruf, mit welcher sie zu kämpfen hat. Macys Privatleben ist ein roter Faden durch die Reihe, zu welcher auch dieses Buch gehört. Es bringt jedoch auch nicht unbedingt Spannung ins Spiel.
Mein persönliches Fazit: Wäre das Buch so weitergegangen wie der Anfang, wäre es wirklich gelungen gewesen. Es liest sich insgesamt gut, hat einen schönen Schreibstil – es fehlt jedoch nach dem Anfang an Höhepunkten und Spannung.

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(48)

58 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

südtirol, brenner, mord, commissario grauner, krimi

Nachts am Brenner

Lenz Koppelstätter
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 05.10.2017
ISBN 9783462050080
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Brenner, einst florierender Handelsort und Zwischenstopp vieler Reisender, wird ein alter Mann von einem Pferd grausam zu Tode geschleift. Commissario Grauner und sein Kollege Saltapepe ermitteln – und stoßen schnell auf eine Verbindung zu Grauners eigener Vergangenheit und zu dem nach vielen Jahren noch immer ungelösten Mord an seinen Eltern. Das Massaker auf seinem Heimathof verfolgt Grauner bis heute, und er setzt alles daran, zunächst auf eigene Faust die Verbindung zu dem aktuellen Fall herzustellen. Doch der Durchbruch in den Ermittlungen gelingt erst, als das ganze Team miteinbezogen wird. Bald wird klar, dass der Grund für die Verbrechen am Brenner weit in der Vergangenheit liegt, in einem schwierigen Kapitel der Südtiroler Geschichte, als Verfolgte und Verbrecher des NS-Regimes gleichermaßen Hilfe suchten auf dem Transit in den Süden.
Auch wenn ich ortsungebundene Krimis in der Regel bevorzuge, ist die Verbindung zwischen der südtiroler Bergwelt und einem (bzw. mehreren) Verbrechen hier sehr gut gelungen. Commissario Grauner liebt seine Heimat, Mahler-Sinfonien und sein Dasein als Landwirt, und allem, was ihn weiter als ein paar Kilometer von seinem Heimathof wegbringt, sieht er sehr skeptisch entgegen. Sein Kollege Saltapepe, der aus Neapel nach Südtirol versetzt wurde, wird dort nur schwer heimisch – trotzdem verbindet beide eine unausgesprochene Loyalität und ein Wille, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Mir gefällt das Ermittlerduo ganz gut, auch wenn in diesem Krimi eher beide getrennt ermitteln.
Außerdem bleibt die Spannung über das ganze Buch erhalten und zu keinem Zeitpunkt ist der Ausgang klar oder vorhersehbar, was ich hier für sehr gelungen halte. Der Epilog ist überraschend, stellt plötzlich am Ende noch einmal alles in Frage und lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Lenz Koppelstätter schafft es hier, die düstere und etwas trostlose Atmosphäre des herunterkommenen Örtchens am Brenner gleichermaßen lebendig zu beschreiben wie die unberührte Natur und die Gipfel der südtiroler Berge. Auch der Rückblick auf die Vergangenheit ist interessant und gut geschildert.
Alles in allem ein gelungener Heimatkrimi, der auch die düsteren Eigenheiten der Ecke an der österreichisch - italienischen Grenze aufnimmt und thematisiert.

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(46)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

markt, kochbuch, rezepte, paris, berlin

It's Market Day

Fabio Haebel , Timon Koch , Ulf Pape
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 04.09.2017
ISBN 9783710601064
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein schönes und modern aufgemachtes Buch über Europas angesagteste Märkte.
Zunächst zu äußeren Erscheinung des Buches: Schon auf den ersten Blick macht dieses Buch einen sehr schönen und hochwertigen Eindruck. Innen lebt es in erster Linie von vielen sehr ansprechenden, großflächigen Bildern.
Fabio Haebel erzählt in diesem Buch von seinen Erlebnissen und Erfahrungen auf acht europäischen Märkten: Paris, Kopenhagen, Berlin, Amsterdam, Wien, London, Syrakus und Madrid. Jedem dieser Märkte ist ein eigenes Kapitel gewidmet mit einer kurzen Übersicht über die wichtigsten Informationen am Anfang, gefolgt von einem Artikel über den Markt und die Händler sowie vieler Rezepte und Verarbeitungstipps zu regionalen Produkten. Der Artikel über jeden Markt soll keine objektive Beschreibung liefern, sondern eher einen persönlichen Erfahrungsbericht mit vielen kleinen Geschichten über Land und Leute. Im Vordergrund stehen immer Gastfreundschaft, interessante Bekanntschaften, aber auch hochwertige und mit viel Herzblut hergestellte Produkte.
Insgesamt könnte man das Buch als kulinarischen Reiseführer beschreiben – jedoch nicht im klassischen Sinne, sondern eben speziell auf Märkte, beziehungsweise Markthallen abgestimmt. Mir gefällt die moderne Aufmachung sehr gut, gleichzeitig aber auch die vielen Rezepte. Einerseits sind teilweise traditionelle Gerichte neu aufbereitet, andererseits kann man aber auch einen Hauch von Internationalität und kulturellen Einschlägen spüren. Ein sehr stimmiges und interessantes Buch, ein wahrer Augenschmaus, der Lust auf Reisen und Nachkochen macht!

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88 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 57 Rezensionen

krimi, norwegen, frankreich, mord, munch

Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Bogart Bull, trockener Alkoholiker, wird nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag und Aufenthalt in einer Entzugsklinik auf einen hochkarätigen, internationalen Fall angesetzt: Ein reicher norwegischer Unternehmer wird in seiner Villa in einer noblen Gegend Frankreichs ermordet aufgefunden. Auf dem Rücken der Leiche befindet sich ein eingeritztes Kreuz. Mit Hilfe der örtlichen Polizei untersucht Bull Familie und Umfeld des Toten – lange erfolglos. Nur durch das Zusammensetzen vieler Puzzleteile, die teilweise bis weit in die Vergangenheit reichen, kommen sie dem Mörder schließlich auf die Spur.
Insgesamt ein beeindruckender und fesselnder Krimi, der zunächst etwas verwirrend wirkt durch Rückblenden in das frühe 20. Jahrhundert und in die Zeit des zweiten Weltkriegs. Doch auch für den Leser setzt sich relativ schnell ein stimmiges Bild zusammen, in welcher sowohl Kunstgeschichte, Geschichte des Nationalsozialismus und französischer Widerstandskämpfer als auch die aktuellen Geschehnisse in Bulls Fall eine Rolle spielen.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass sich etwa ab der Hälfte des Buches das Ende relativ gut zusammenreimen lässt – trotz ein paar kleinerer Wendungen und Überraschungen. Außerdem mag die Rahmengeschichte um die persönlichen Probleme des Kommissars etwas stereotyp und abgedroschen klingen, aber die sympathischen Charaktere trösten darüber hinweg. Ein gut gelungener, unterhaltsamer Krimi, dem es nicht an Tiefe und geschichtlichem Hintergrund mangelt.

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(51)

59 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 47 Rezensionen

münchen, krimi, trauer, ex-kommissar, jakob franck

Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ermordung des Glücks“ von Friedrich Ani ist ein außergewöhnlicher Krimi, bei welchem es ausnahmsweise einmal nicht in erster Linie um den Täter geht, sondern um die Angehörigen des Opfers.
Der 11-jährige Lennard wird ermordet aufgefunden, nachdem er bereits seit einem Monat vermisst wurde. Als einziges Kind hinterlässt er zutiefst getroffene Eltern, welchen der pensionierte Kommissar Jakob Franck die Todesnachricht überbringt. Monatelang drehen sich die Ermittlungen im Kreis, mit fatalen psychischen Folgen für Lennards Familie. Aber auch Jakob Franck lässt der Fall nicht los. Er steckt all seine Kraft in die Ermittlungen, um den Mörder zu fassen, einerseits angetrieben von der Trauer der Familie, andererseits durch die vier ungelösten Mordfälle seiner eigenen Karriere.
Mit einem beeindruckenden Schreibstil wird in diesem Buch sehr viel Wert gelegt auf die Beschreibung der seelischen Abgründe von Lennards Angehörigen. Lange Monologe, sprunghafte Zeitwechsel und eine häufig sehr eindimensionale Betrachtungsweise von Dialogen und Vernehmungen zeichnen viele Passagen aus – was einerseits dem ganzen Buch einen sehr düsteren Unterton gibt, andererseits aber manchmal auch etwas schwierig zu lesen ist. Ich werde nicht wirklich warm mit den Protagonisten, sie bleiben trotz des tiefen Einblicks in ihr Innenleben unnahbar. Auch das Ende ist irgendwie unbefriedigend.

Trotz allem ein vor allem sprachlich sehr lesenswertes Buch, das betroffen macht und einen Mord mal von einer anderen Herangehensweise betrachtet. 

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(84)

104 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

spanischer bürgerkrieg, spanien, spionage, bürgerkrieg, franco

Der Preis, den man zahlt

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.09.2017
ISBN 9783458177197
Genre: Historische Romane

Rezension:


Es ist das Jahr 1936, in Europa brodelt es. Spanien befindet sich im Bürgerkrieg zwischen den konservativen Falangisten und den Republikanern. Mitten in dieser Zeit erhält Lorenzo Falcó einen brisanten Auftrag: Er soll eine Gruppe von Falangisten dabei unterstützen, einen Gefangenen zu befreien. Der Auftrag kommt von ganz oben, scheinbar mischen sowohl General Franco persönlich als auch das faschistische Italien und die Nationalsozialisten mit. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern kämpft Falcó nicht für eine Gesinnung oder eine bestimmte Sache. Er ist ein Auftragsmörder, und er erfüllt Befehle. Doch die Pläne ändern sich, und Falcó wird vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Nicht ganz unschuldig daran: Eva, die sich der Falange angeschlossen hat, und die, anders als seine üblichen Geliebten, einen eigenartigen Reiz auf Falcó ausübt. 
Durch eine Leseprobe bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die sprachliche Gestaltung hat mich sofort überzeugt, die ganze Geschichte ist ausschließlich auf Falcós Sichtweise beschränkt, was grundsätzlich viel Interpretationsspielraum lässt. 
Nun ist es mir nach den ersten paar Seiten wirklich schwergefallen, mich in die Geschichte hineinzudenken. Viele Abkürzungen, Namen, Städte und andere Orte, Personen und Organisationen, die mir so auf den ersten Blick nicht viel sagten. Ich befürchtete, ohne Hintergrundwissen über den spanischen Bürgerkrieg nicht viel mit dem Buch anfangen zu können. Und doch wurde ich eines Besseren belehrt. Ab etwa der Hälfte des Buches hat es mich plötzlich so in seinen Bann gezogen, dass ich es nicht mehr weglegen konnte. Wer genau gegen wen kämpft, war plötzlich irrelevant – oder zumindest schon so klar, dass es keine Rolle mehr spielte. Ab hier begann der „persönlichere“ Teil – und der hat mich wirklich überzeugt. 
Leider nicht die volle Punktzahl wegen der anfänglichen Schwierigkeiten, hineinzukommen. Eine Karte und ein kurzer Abriss der Kriegsparteien am Anfang hätte mir sehr geholfen. Trotzdem ein sehr gelungenes Buch, sprachlich interessant und wertvoll, nicht nur was die historischen Informationen anbelangt. 


        

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(37)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

lesbisch, trauer, verlust, jüdin, ariel levy

Gegen alle Regeln

Ariel Levy , Maria Hochsieder-Belschner
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur, 21.08.2017
ISBN 9783426214305
Genre: Biografien

Rezension:

Dieses Buch berührt, geht einem nahe, und bleibt dabei doch schonungslos ehrlich. Die New Yorker Schriftstellerin Ariel Levy verarbeitet darin den Verlust ihres kleinen Jungen in der 19. Schwangerschaftswoche.
Ariel wächst auf in einer New Yorker Vorstadt, wo sie zunächst von der Affaire ihrer Mutter mitbekommt, und später dann die Trennung ihrer Eltern. Nach dem College arbeitet sie sich langsam nach oben in der Journalisten-Szene und macht sich mit Artikeln über Geschlechterrollen, Feminismus, Geschlechtsidentität, aber auch mit den Portraits vieler berühmter Persönlichkeiten einen Namen. Nebenbei hat sie selbst mehrere Beziehungen sowohl mit Männern als auch mit Frauen, bis sie schließlich auf der Party eines Freundes ihre große Liebe kennenlernt, welche sie später auch heiratet.
Das Buch handelt von Freundschaften, von der großen Liebe, aber auch von Ariels Affairen während ihrer Ehe und von den Alkoholproblemen ihrer Partnerin. Vor allem jedoch handelt es vom Dasein als Frau, von dem sehnlichen Wunsch einer unabhängigen Frau, Mutter zu werden und den Schwierigkeiten, die das als lesbische End-Dreißigerin mit sich bringt. Der traurige Höhepunkt des Buches, die Fehlgeburt in einem Hotelzimmer in der Mongolei, lässt einen sprachlos zurück und in der Hoffnung, dass Ariel es schaffen wird, darüber hinwegzukommen.

Insgesamt ein wirklich beeindruckendes Portrait über eine starke Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Sprachlich ist es teilweise schwer zu folgen durch viele thematische Sprünge und Sprünge in der Zeit, aber genau das macht den Stil auch einzigartig und es passt zum Buch und zu dem Bild, das man von Ariel Levy bekommt.

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(85)

119 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

thriller, schweden, skandinavien, wolf, drogen

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Fährte des Wolfes“ von Kallentoft und Lutteman ist ein unglaublich gut geschriebener und mitreißender Thriller mit einer düsteren und grausamen Thematik.
Der Ermittler Zack Herry, „Hauptwachtmeister Doppelmoral“, ist als jüngstes Mitglied einer schwedischen Sonderermittlungseinheit umstritten, einerseits weil er seine Position dort einem tragischen Verbrechen an seiner Mutter zu verdanken hat, andererseits wegen seiner oft unkonventionellen und fragwürdigen Methoden. Nachts treibt er sich in illegalen Clubs herum und sein Drogenkonsum wird immer unkontrollierter. Auch seine Kollegin Deniz ist alles andere als unvorbelastet: Als Kind floh die Kurdin mit ihrem kleinen Bruder auf dem Rücken aus ihrem Heimatland, um sich ein Leben fernab von Unterdrückung und Ehrenmorden zu ermöglichen.
Diese beiden Ermittler machen sich auf die rasante Suche nach einem Serienmörder, der vier asiatische Masseurinnen auf eine brutale Art und Weise erschossen hat. Sie tauchen ein in eine Szene, in der es von illegalen Machenschaften nur so wimmelt: Prostitution, Menschenhandel, Bandenkriege, aber auch Rassismus und Hass, den die beiden teilweise am eigenen Leib zu spüren bekommen. Spätestens als plötzlich eine Zeugin auftaucht, deren Beine von wilden Tieren zerfleischt wurden, legt Zack alles daran, die kaum vorstellbare Brutalität auf seine eigene, fragwürdige Art zu stoppen.
Dieses Buch macht betroffen, da es selbst vor grausamen Verbrechen an Kindern keinen Halt macht. Es ist unglaublich spannend, weil man bis zum Schluss mit Zacks illegalen Machenschaften hadert, und doch schließlich verstehen muss, dass es manchmal keinen anderen Ausweg gibt, als unkonventionell und schnell zu handeln und Opfer in Kauf zu nehmen. Es beschreibt Situationen, die zu Polizeigewalt führen, und man selbst ist geneigt, diese Gewalt sogar zu verstehen. Und all das passiert in einem rasanten Tempo, das durch den Schreibstil noch beschleunigt wird. Mich hat das Buch absolut in seinen Bann gezogen. Zum Schluss ist zwar der Fall gelöst, aber es sind nicht alle Fragen geklärt, was auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt!

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(28)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

vong, wörterbuch, humor, deutsc, h1

VONG

H1
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548377735
Genre: Humor

Rezension:

Wer ein sprachlich hochwertiges Buch erwartet, liegt hier mit Sicherheit falsch. Wer ein Jugendsprache-Wörterbuch erwartet, sollte sich etwas anderes suchen, weil das wird er hier nicht finden. Wer dem Internet-Trend nichts abgewinnen kann, sollte besser auch die Finger von diesem Buch lassen. Der einzige Zweck, den ich erkennen kann, ist, dass es witzig sein soll und unterhaltend. Allein mit diesem Hintergedanken bin ich an das Buch herangegangen.
Zunächst einmal ist das Buch nett illustriert, und auch die Gestaltung des Covers wirkt ansprechend. Wenn man dann einen Blick hineinwirft, kann man vier Teile entdecken: Das Vong-Wörterbuch, H1 Tagebuch, Kurzgeschichten und Sprüche & Comics. Bei Büchern aus der Sparte Humor schätze ich es, wenn man die einzelnen Teile auch unabhängig voneinander lesen kann und nicht von vorne bis hinten eine durchgehende Geschichte hat. Das ist hier der Fall. Nun muss man sagen, dass die Sprache im Buch sehr gewöhnungsbedürftig und auch sehr anstrengend zu lesen ist. Deshalb haben mich das Wörterbuch am Anfang und der Comic am Ende am meisten überzeugt – einfach, weil es stellenweise witzig ist und trotzdem nicht zu viel Konzentration erfordert. Nicht jeder Witz ist gelungen, und nicht jeder trifft meinen Geschmack, aber, ohne zu viel von diesem Buch zu erwarten, das eine oder andere Mal musste ich schon grinsen.
Ich empfehle also, vorsichtig abzuwägen ob es wirklich das ist, was man möchte, und nicht zu viel zu erwarten.
P.S.: Spasd: 1 Memsch der Pech beim Demken hant. 

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(70)

87 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

drogen, thriller, london, drohnen, brexit

Die Lieferantin

Zoë Beck , Thomas Wörtche
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.07.2017
ISBN 9783518467756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Lieferantin“ von Zoe Beck ist ein außergewöhnlicher Thriller, der in naher Zukunft tatsächlich so oder so ähnlich auch real stattfinden könnte. Es geht um die junge Elliot Johnson, die ein mächtiges Start-Up in London gegründet hat. Mit den von ihrer Firma entwickelten High-Tech-Drohnen und einer dazugehörigen App liefert sie qualitativ hochwertige Drogen an ihre Kunden aus – und stellt damit die drei Unterwelt-Bosse in den Schatten. Es geht um die schwarze Mo, die für Elliot arbeitet, sich ab und zu mit Drogen ablenkt von dem Gefühl, nirgends akzeptiert zu sein, es geht um Keira, eine Zwischenhändlerin, um Declan, den intelligenten Sohn eines der mächtigsten Londoner Drogenbosse, und nicht zuletzt um einen kleinen Restaurantbesitzer, der durch einen Mord an einem Schutzgelderpresser einen Stein ins Rollen bringt. Er führt zu einer digitalen Verfolgungsjagd und zu einem Kopfgeld, das auf Ellie ausgesetzt wird. All dies spielt sich im London der Zukunft ab, in einer Stadt, in welcher es gerade erbitterte Kämpfe gibt zwischen Befürwortern und Gegnern einer nationalen Kampagne für den Drogenausstieg, dem „Drexit“.
Zoe Beck beherrscht es in diesem außergewöhnlichen Thriller, den Leser sofort mitzunehmen und ans Buch zu fesseln. Viele Details lassen einen spüren, dass die Zukunft, die hier beschrieben wird, gar nicht in so weiter Ferne ist. Technisch ist fast alles heute schon möglich, und von der Protagonistin, Ellie, geht eine seltsame Faszination aus, weil sie auf eine gewisse Art und Weise unnahbar ist und ihr ganzes Geschäft geschickt und intelligent aufgebaut hat. Auch andere Charaktere sind geschickt beschrieben, und lassen den Leser an manchen Stellen zweifeln, wer denn nun eigentlich die „Bösen“ in diesem Buch sind.
Der einzige Kritikpunkt ist, dass es sich nicht um einen Thriller im klassischen Sinne handelt. Die Morde werden fast nur am Rande erwähnt und sind Nebensache, während der eigentliche Fokus eher gesellschaftlicher und moralischer Natur ist.
Alles in allem halte ich das Buch für sehr gelungen, weil es an vielen Stellen erstaunlich realistisch ist, weil man sich in das (wenn auch komplexe) Szenario gut hineindenken kann und weil es dem Leser selbst überlassen wird, was er nun für moralisch richtig oder falsch hält. Eine außergewöhnliche Idee und toll umgesetzt!

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203 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

thriller, serienkiller, spannung, berlin, psychopath

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In dem Thriller „Targa – Der Moment, bevor du stirbst“ von dem Autorenduo Barbara und Christian Schiller geht es um eine Art Duell zwischen einem unerschrockenen Serienkiller und einer ebenso gefühlskalten und speziellen Ermittlerin. Mehrere junge Frauen werden tot aufgefunden, erstickt in einer Dekompressionskammer. In einem Spezialauftrag soll Targa Hendricks dem Verdächtigen, Falk Sandman, möglichst nahekommen, um ihn schließlich des mehrfachen Mordes zu überführen. Dieser Auftrag bringt Targa an ihre Grenzen. Sie nähert sich Falk als potentielle Assistentin und gewinnt mit ihrer eigenwilligen Art schnell sein Vertrauen. Doch bevor sie ihn tatsächlich eines Mordes überführen kann, fliegt ihre Tarnung auf. Falk lockt sie in eine Falle und nur durch eine Häufung von Zufällen schafft sie es schließlich, mit dem Leben davonzukommen. Hilfe in letzter Sekunde verschafft ihr dabei eine Person, die mit Targas Vergangenheit und mit der Suche nach ihrem leiblichen Vater zu tun hat.
Targa und Falk sind beides sehr eigenwillige Charaktere, mit welchen ich beim Lesen nicht unbedingt warm wurde. Sie scheinen eine gemeinsame Leidenschaft für die letzten Worte sterbender Personen zu haben, was an manchen Stellen schon sehr überzogen und unrealistisch wirkt. Auch die seltsame Ansammlung von Zufällen wirkte an vielen Stellen, vor allem aber gegen Ende, doch ziemlich abstrus und ließ mich teilweise kopfschüttelnd zurück.
Sprachlich gibt es nichts auszusetzen, die Autoren haben einen guten, mitreißenden Schreibstil. Die ersten Seiten waren spannend genug, um weiterzulesen – in der Mitte des Buches fehlt jedoch ein angemessener Spannungsbogen, es passiert lange Zeit gefühlt nicht viel. Erst am Ende überschlagen sich dann die Ereignisse.

Insgesamt ein befriedigender Thriller, von dem ich mehr erwartet habe. Er hat durchaus ein paar nette Stellen zu bieten, insgesamt ist er aber doch etwas zu unrealistisch und speziell. Die angekündigte Fortsetzung ist wahrscheinlich eher nichts für mich. 

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(35)

35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, gran canaria, freundschaft, zeit, spanien

Zeit für Liebe

Noel Aiden
E-Buch Text
Erschienen bei null, 09.06.2017
ISBN B071ZC8D9K
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Noel Aidens „Zeit für Liebe“ geht es um den jungen Juancho, dessen Bestimmung es ist, die Leben anderer Menschen zu verändern. Als der obdachlose Alkoholiker Rafa den Jungen als Findelkind vor seinem Unterschlupf entdeckt, ahnt er noch nicht, dass sein Leben und die Leben vieler anderer Menschen in wenigen Tagen völlig auf den Kopf gestellt werden. Juancho ist anders als andere Menschen – er altert jeden Tag um ein Jahr. Aufhalten kann er dies nur, wenn er das Leben eines anderen Menschen verändert. So trifft er auf Selina, die Liebe seines Lebens, auf den lebensmüden und vom Schicksal gebeutelten Therapeuten Miguel, auf die hochsensible Carlota und schließlich, nach einer verworrenen Geschichte mit vielen Überraschungen, auf den verwirrten Jack, der auf einem Kreuzfahrtschiff viele Menschen in den Tod reißen will. Mit viel Empathie und scheinbar unendlicher Weisheit und Liebe zu diesen Menschen schafft Juancho es schließlich, seinen Alterungsprozess aufzuhalten.
Die außergewöhnliche, surrealistisch anmutende Geschichte überrascht an vielen Stellen. Sie ist gleichzeitig modern, hat aber auch etwas von einem Märchen. Unerwartete Wendungen führen den Leser bis zum Schluss durch die Geschichte – mit einem Ende, das so nicht vorhersehbar war. Es ist eine Liebesgeschichte, und doch geht es nicht in erster Linie um die Liebe zwischen Mann und Frau oder einem anderen Liebespaar. Eher ist es die Liebe zu den Menschen, die der Autor durch den Protagonisten zum Ausdruck bringt.
Der Schreibstil ist so außergewöhnlich wie das Buch, was jedoch an manchen Stellen gewöhnungsbedürftig ist. Das Buch beinhaltet zwar sprachlich sehr schöne Sequenzen und tolle Zitate und Lebensweisheiten, aber an manchen Stellen wirkt es etwas holprig und man kommt nicht richtig in einen Lesefluss.

Insgesamt ein schönes Buch für jemanden, der mit (modernen) Märchen oder surrealistischen Geschichten etwas anfangen kann. Wer einen klassischen Liebesroman erwartet, wird ihn hier jedoch nicht finden. 

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