magdalena_kapplers Bibliothek

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86 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Spinster Girls – Was ist schon normal?

Holly Bourne , Nina Frey
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423717977
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurz zum Inhalt: Die 16-jährige Evie hat lange Teile ihrer Jugend in Behandlung ihrer Zwangsstörung und Panikattacken verbracht. Nun ist sie auf einer neuen Schule, hat ihre Probleme soweit mit minimaler medikamentöser Unterstützung ganz gut im Griff und hat sich fest vorgenommen, ein normales Teenagerleben zu führen. Mit mehreren (desaströsen) ersten Dates und ihren neuen, feministisch angehauchten Freundinnen scheint ihr das auch zunächst ganz gut zu gelingen, doch die Grenze zwischen jugendlicher Verliebtheit und Rückfall verschwimmt immer mehr, und das in einem rasanten Tempo.
Ich habe schon eine Weile kein Jugendbuch mehr gelesen, doch die Leseprobe dieses Buches hat mich sehr gereizt. Und ich wurde nicht enttäuscht: Selten hatte ich ein so emotional mitreißendes Buch in den Händen. Meine Gefühlslage schwankte von Glück und Erleichterung bis hin zu tiefer Frustration, teilweise kamen mir beinahe die Tränen. Ich fieberte mit Evie mit, gönnte ihr jeden Glücksmoment und litt mit ihr in jeder beklemmenden Situation.
Die psychologischen Fakten scheinen auf den ersten Blick gut recherchiert und auch die Hintergründe zu Evies Therapiesitzungen sind mir positiv aufgefallen. Es wäre schön, wenn dieses Buch ein kleines Stück dazu beitragen könnte, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren und gleichzeitig auch Betroffenen Mut zu machen. Das andere beherrschende Thema, Feminismus, fand ich persönlich nicht ganz so interessant, es hat mich aber in dem Kontext nicht weiter gestört oder den Lesefluss beeinträchtigt. Ich habe mich schon immer gefragt, welche Jugendlichen denn tatsächlich „Clubs“ gründen, wie es in vielen Kinder- bzw. Jugendbüchern der Fall ist – vielleicht ist das aber auch ein Unterschied zwischen der amerikanischen und der hiesigen Jugendkultur? Ich weiß es nicht, das bleibt für mich deshalb irgendwie der fiktionale Teil des Buches, und diese künstlerische Freiheit sei durchaus auch erlaubt.
Als kurzes Fazit würde ich hier den aufrichtigen und gleichzeitig emotionalen Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen positiv hervorheben – um sich hingegen über das Thema Feminismus ein umfassenderes Bild zu machen, schadet es wahrscheinlich nicht, die anderen beiden Teile der „Spinster Girls“-Trilogie zu lesen.

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163 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 88 Rezensionen

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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499275166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leni Fontane, eine eher zurückgezogene junge Studentin, die mit Büchern mehr anfangen kann als mit ihrer komplizierten Umwelt, mietet sich über eine Zimmervermittlung für ein Praktikum in eine Villa in Hamburg ein. Gleich an ihrem ersten Abend macht sie dort die Bekanntschaft der extrovertierten Vivien, welche auf der Suche nach einem Millionär durch die Clubs der Stadt zieht. Am nächsten Morgen jedoch ist sie plötzlich spurlos verschwunden.
Leni kommt das alles etwas seltsam vor, und als sie sich auf die Suche nach Vivien macht, trifft sie zufällig auf einen Obdachlosen, der wenige Nächte zuvor einen Mord beobachtet hat und nun einerseits auf der Flucht ist, andererseits aber auch den Täter ermitteln möchte. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die beiden noch nicht, dass die beiden Fälle mehr gemeinsam haben, als sie sich vorstellen können…
Insgesamt ein sehr spannender Thriller, der durch den Wechsel zwischen verschiedenen Erzählerperspektiven lebt und an Spannung gewinnt. Was mich zunächst begeistert hat, war die ungewöhnliche Ermittlung zweier eigentlich unbeteiligten Personen. Hier stehen weder die Täter im Mittelpunkt noch irgendwelche schrägen Ermittler, sondern die Opfer und diejenigen, die nach ihnen suchen. Im Umkehrschluss führte das jedoch dazu, dass mir die Motive und Handlungen der Täter bis zum Ende eher ein Rätsel geblieben sind. Das fand ich ein bisschen schade, weil diese Beziehung durchaus mehr Stoff bieten könnte.
Das Buch lebt unter anderem auch von seiner authentischen Umgebung in Hamburg, von den Straßen und Nebenstraßen, und von den Kanälen und Nebenkanälen. Was am Anfang eher Nebensache war, wird zum Ende hin etwas unübersichtlich. Kein Muss für einen Thriller natürlich, aber doch recht hilfreich wäre hier eine kleine Karte mit den wichtigsten Schauplätzen gewesen.
Alles in allem jedoch liest sich das Buch wirklich gut. Die Ideen wurden gut umgesetzt und heben sich etwas vom Rest der Thriller-Landschaft ab, was mir durchaus gefallen hat. 

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(205)

307 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 157 Rezensionen

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Schlüssel 17

Marc Raabe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548289137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gibt es nicht schon genug Thriller mit exzentrischen Ermittlern, welche sich nicht an die Regeln halten um persönliche Fälle aufzuklären? Das könnte man sich durchaus fragen bei der Flut an Thrillern, welche jede Woche neu die Bücherläden erobern. Und doch ist dieses Buch für mich etwas Besonderes. Eine Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe. Ein spannender Psychothriller mit etwas historischem Hintergrund, ohne dabei übertrieben zu wirken.
Tom Babylon findet bei einer ermordeten Frau im Berliner Dom einen Schlüssel, den er schon einmal gesehen hat: Er hat etwas mit seiner Vergangenheit zu tun und mit seiner verschwundenen Schwester. Er ist tiefer in die Geschehnisse verwickelt, als er zunächst ahnt. Während er auf eigene Faust Nachforschungen betreibt, wird ihm eine unerbittliche Kollegin an die Seite gestellt. Auch sie hat ihre Geheimnisse, und trotz gegenseitigen Misstrauens werden die beiden gegen ihren Willen zu einem funktionierenden Team. Bald gibt es weitere Tote und ein Muster lässt sich erkennen, in welchem Tom nicht mehr nur Ermittler, sondern auch Gejagter ist.
Auch wenn sich zum Schluss vieles auflöst, ist klar, dass es unbedingt eine Fortsetzung geben muss! Das Buch ist super spannend, faszinierend geschrieben und hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Die Charaktere sind psychologisch interessant und gut durchdacht. Ein gelungener Serienauftakt!

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(241)

428 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

digitalisierung, dystopie, gesellschaft, gesellschaftskritik, humor, humor satire, ironie, kling, künstliche intelligenz, marc-uwe kling, qualityland, roboter, roman, satire, zukunft

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050237
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ein Land, in welchem ein Level alles aussagt, was man über einen Menschen wissen muss, in welchem Großkonzerne und Politik jedem Menschen seine Handlungen vorgeben und man sich nicht entziehen kann, und in welcher in Kürze ein Androide zum Präsident gewählt werden soll. Um dieses Land geht es in Marc-Uwe Klings humorvoll aufbereitetem Zukunftsroman. Dem System zu entkommen ist nicht vorgesehen. Trotzdem versucht Peter sein Glück, zusammen mit einer kleinen, zusammengewürfelten Truppe aus schrottreifen Maschinen.
Das Buch ist gut und humorvoll geschrieben und trifft viele Dinge auf den Punkt. Es ist die Beschreibung einer faszinierenden Welt, in welcher Menschen immer mehr zu Maschinen werden und Maschinen immer menschlicher, und das mit allen Konsequenzen. Die Beschreibung ist gelungen, nimmt einen mit, zeigt teilweise die faszinierenden, aber auch die fragwürdigen Seiten einer fortschreitenden Überwachung und Technisierung auf. Der Handlungsstrang hingegen ist eher mau, die Handlung ist Nebensache, nicht übermäßig spannend und ausgefeilt. Das hat mich jedoch nicht weiter gestört. Das Buch lebt von seinen schrägen, komischen, und manchmal nachdenklich stimmenden Ideen, von seinem Humor, von der Überzeichung einer zugespitzten Science-Fiction Welt.
Und nicht zuletzt fand ich die Vermarktung absolut clever, was könnte zu so einem Buch besser passen als individualisierte Ausgaben für unterschiedliche Lesercharaktere?

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

deutschland, eifel, hist. krimi, historischer krimi, hunger, hungerwinter, juden, kälte, köln, königsberg, krimi, krimi-reihe, mord, nachkriegsdeutschland, nachkriegszeit

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Beate Sauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289571
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eifel, im Januar 1947: Ein in weiten Kreisen bekannter Schwarzhändler wird tot aufgefunden. Für die Ermittlungen sind die britischen Besatzer zuständig. Da der Hauptzeuge ein kleiner Junge ist, wird Hilfe von der weiblichen Polizei angefordert.
Friederike Matthée lebt mit ihrer psychisch erkrankten Mutter in einem heruntergekommenen Zimmer, die Nahrungsmittel sind knapp, und ihre Existenz hängt an ihrem Job bei der Polizei. Ihre sensible Art hat ihr mächtig Ärger eingebracht und der Fall, zu dem sie von Leutnant Davies angefordert wird, ist ihre letzte Chance, sich zu beweisen. Es beginnen harte Ermittlungen in dem kalten, vom Hunger und Armut geprägten Nachkriegsdeutschland: Kriegsverbrechen, Schuld und Misstrauen sind scheinbar überall, keiner kann sich sicher sein, wer denn nun eigentlich Täter oder Opfer ist. Dies gilt auch für die Ermittler. Nicht nur Friederike, sondern auch Richard Davies haben tiefe Geheimnisse und kommen sich doch näher, als ihnen lieb ist…
In meinen Augen ein sehr gelungenes Portrait einer schwierigen Zeit in Deutschland. Es berührt einen, nimmt einen mit und vermittelt geschichtliches Wissen, ohne dabei belehrend zu wirken. Es sind nicht die einzelnen historischen Fakten, es ist vielmehr die vermittelte Atmosphäre, die dieses Buch so besonders macht. Umso unverständlicher ist es für mich, dass es auch heute noch Menschen gibt, die der kranken Ideologie nachtrauern, welche zu der damaligen Situation geführt hat.
Alles in allem warte ich gespannt auf eine Fortsetzung, auch wenn das Buch wohl keines ist, was mich auf den ersten Blick in einem Laden angesprungen hätte. 

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

buchreihe, domino, ermittlung, ermittlungen, fall, fortstzung, krimi, kriminalroman, mord, nathalie svensson, psychologie, rache, schweden, selbstjustiz-notwehr, serienmörder

Dominotod

Jonas Moström , Nora Pröfrock , Dagmar Mißfeldt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.12.2017
ISBN 9783548288925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nathalie Svensson, Psychiaterin, steckt mitten im Sorgerechtsstreit um ihre Kinder und hat vor wenigen Tagen erst vom Tod ihres Vaters erfahren, als sie zur Hilfe bei einem Fall gebeten wird. Ein Arzt wurde tot aufgefunden, ein anderer ist verschwunden. Der Täter hat Hinweise hinterlassen und es gibt einen Hauptverdächtigen, der schwere psychische Probleme hat. Trotz ihrer persönlichen Situation reist Nathalie nach Sundvall – nicht zuletzt deshalb, weil die Familie ihrer Schwester scheinbar irgendwie in den Fall verwickelt ist. Es beginnt eine Suche mit Höhen und Tiefen, bei welcher schnell die Zeit davonrennt…
Auch wenn dies nicht der erste Band der Reihe um Nathalie Svensson ist, lässt er sich gut lesen. Es fehlen ein paar Hinweise zum Verständnis von Nathalies persönlicher Situation und vor allem zum Tod von Nathalies Vater, der immer wieder angedeutet wird. Trotzdem stört das den Lesefluss und das Verständnis des aktuellen Buches nicht wesentlich.
Besonders beeindruckend fand ich, dass Jonas Moström es schafft, trotz einer nicht allzu üppigen Seitenzahl (364) einen Krimi zu schaffen, der vom ersten bis zum letzten Moment spannend bleibt und zu keinem Zeitpunkt wirklich vorhersehbar ist. Das macht das Buch für mich sehr lesenswert. Als Leser hat man immer mal wieder eine Ahnung, wer denn nun der Täter sein könnte, doch es spielen so viele Personen eine Rolle, dass man diese Ahnung gleich wieder verwirft. Und trotz der vielen Personen bleibt das Buch übersichtlich und die einzelnen Verstrickungen und Beziehungen der Personen einigermaßen verständlich.
Die Charaktere sind sympathisch und haben ihre Ecken und Kanten. Mich stört es auch grundsätzlich nicht, wenn die persönliche Situation der Ermittler mit hineinspielt – das ist eben das, was sich bei einer Reihe mit mehreren Bänden wie ein roter Faden durch die verschiedenen Fälle zieht.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist dass die Verwendung der Dominosteine als Symbol (für was auch immer) etwas unklar und weit hergeholt ist. Die Logik, welcher die Ermittler folgen, ist verständlich, aber der Grund, warum die Dominosteine überhaupt vorkommen, bleibt mir ein Rätsel.
Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, nicht so ein Wälzer wie andere Krimis, aber trotzdem spannend und gut geschrieben.

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272 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

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Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Deutschland im Jahr 2025. Die Besorgte Bürger Bewegung (BBB) ist an der Regierung und schafft nach und nach sämtliche demokratischen Errungenschaften ab. Die gebildete Schicht, die noch vor wenigen Jahren voller Tatendrang war, ist desillusioniert und lebt ein pragmatisches Leben ohne wirklichen Sinn und Ziel.
Mitten in dieser Umwelt haben Britta und ihr Geschäftspartner Babak ein gut laufendes Geschäft, die „Brücke“, die unter dem Decknamen „Praxis für Psychotherapie“ läuft. Dahinter jedoch verbirgt sich etwas anderes, eine Marktlücke, ein ausgeklügeltes System in den Grauzonen der Legalität – im wahrsten Sinne des Wortes ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Doch plötzlich geschieht etwas, womit keiner gerechnet hat: Die Brücke bekommt Konkurrenz, und für Britta und Babak steht mehr als nur die berufliche Existenz auf dem Spiel. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, in welcher beide an ihre psychischen Grenzen kommen und ihre Vorstellungen von Moral, Werten und Sinn des Lebens auf die Probe gestellt werden.
Das Buch hat mich von Anfang an fasziniert durch die leider allzu realistische Beschreibung, wie unsere nahe Zukunft aussehen könnte. Und trotzdem ist es ganz anders, als der Eindruck, den ich in der Leseprobe gewonnen hatte. Es geht nicht um Krieg, oder um eine Verfolgungsjagd mit Waffen, es geht vielmehr um einen psychischen Kampf um Werte und Moralvorstellungen. Es geht um die schrittweise Abschaffung der Demokratie, um die Desillusionierung eines ganzen Volkes, um leere Herzen. Der Tod ist nur ein Mittel zum Zweck – aber heiligt der Zweck wirklich die Mittel?
Die Frage, ob mit die Hauptcharaktere sympathisch sind, stellt sich für mich nicht bei diesem Buch. Sie dürfen nicht sympathisch sein, weil sonst irgendwie der Denkanstoß verloren geht. Sie müssen ein Schreckensszenario zeichnen, das einen die Demokratie wertschätzen lässt, und das verhindert, dass es tatsächlich jemals so weit kommt, wie in dem Buch beschrieben. Und das haben sie (zumindest bei mir) geschafft. Deshalb meine volle Punktzahl für einen beeindruckenden Politthriller!

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

bayern, fotopirsch, frauenheld, fußball, jugendtrainer, krimi, mord, naturfotograf, regionalkrimi, reporterin, rosenheim, wald, wildfutter, wildschwein, wildschweine

Wildfutter

Alma Bayer
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442715312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die abgetrennte Hand eines Jugendtrainers des FC Rosenheim wird von Vitus Pangraz, einem pensionierten Kommisar, im Wildschweingehege gefunden. Zusammen mit seiner Tochter, der Lokalreporterin Jo Coleman, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder des scheinbar allseits beliebten "Tigers". Dabei treffen die beiden auf jede Menge Eltern, die fest vorhaben, ihre Kinder beim FC Bayern ganz groß rauskommen zu lassen, und zwar um jeden Preis. Sie belügen sich selbst und betrügen sich gegenseitig - in der kleinen Stadt hätte irgendwie beinahe jeder ein Motiv für den Mord. Noch dazu können weder Jo noch ihr Vater ganz objektiv ermitteln, da sie einigen ihrer Verdächtigen näher kommen als sie vielleicht sollten...
Insgesamt meiner Meinung nach eher ein mittelmäßiger Lokalkrimi. Die Spannung lässt zu wünschen übrig und das Ende ist recht früh absehbar. Noch dazu werde ich nicht wirklich warm mit den Hauptcharakteren, die etwas überzeichnet wirken. Während einige Passagen wirklich witzig sind, können andere mir trotz des bayrischen Dialekts kein Schmunzeln hervorlocken, doch das ist wohl Geschmacksache. Der Fußballplatz, der eigentlich eher Nebenschauplatz sein sollte, ist für mich viel zu präsent und am Ende bleiben für mich viel zu viele Fragen offen.
Mein Fazit: Sowohl inhaltlich als auch sprachlich nicht ganz mein Fall. In diesem Genre gibt es (auch unter den bayrischen Krimis) bessere, lustigere und spannendere Bücher.

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

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Finster ist die Nacht

Karin Salvalaggio , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein bekannter Radiomoderator wird entführt. Es gelingt ihm, einen Notruf abzusetzen – doch die Polizei findet nur ein leeres Gebäude. In derselben Nacht ist Detectiv Macy Greeley in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei welchem der entführte Moderator ihr vor das Auto springt. Sie selbst kommt knapp mit dem Leben davon, muss aber mit ansehen, wie das Entführungsopfer von einem Motorradfahrer mit ihrer eigenen Waffe erschossen wird.
Macy stürzt sich trotz ihrer Verletzungen in die Ermittlungen, bei welcher scheinbar ein drogenabhängiges Pärchen eine Rolle spielt sowie deren Familie. Auch die Angehörigen des Opfers, vor allem seine Tochter Emma, haben ihre Geheimnisse – und letztendlich hängt irgendwie alles miteinander zusammen durch eine skandalöse Story, an welcher der Radiomoderator gearbeitet hat.
Insgesamt handelt es sich hier um einen soliden Krimi, bei welchem der Spannungshöhepunkt jedoch bereits am Anfang liegt und weitere Höhepunkte leider fehlen. Die Ermittlungen kommen mir als Leser etwas schleppend vor, an keiner Stelle wird es für irgendjemanden auch nur ansatzweise gefährlich, obwohl der Mörder noch auf freiem Fuße ist. Die Nebenhandlung betrifft Macys Sohn Luke, der bei ihrer Mutter wohnt, ihre Beziehung zu Aiden, und die Zerrissenheit zwischen Familie, Liebe und Beruf, mit welcher sie zu kämpfen hat. Macys Privatleben ist ein roter Faden durch die Reihe, zu welcher auch dieses Buch gehört. Es bringt jedoch auch nicht unbedingt Spannung ins Spiel.
Mein persönliches Fazit: Wäre das Buch so weitergegangen wie der Anfang, wäre es wirklich gelungen gewesen. Es liest sich insgesamt gut, hat einen schönen Schreibstil – es fehlt jedoch nach dem Anfang an Höhepunkten und Spannung.

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(63)

72 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

band 3, brenner, commissario grauner, fee empfiehlt, fememorde, fluch, flucht, fortstzung, grauner, italien, krimi, mord, österreich, regionalkrimi, südtirol

Nachts am Brenner

Lenz Koppelstätter
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 05.10.2017
ISBN 9783462050080
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Brenner, einst florierender Handelsort und Zwischenstopp vieler Reisender, wird ein alter Mann von einem Pferd grausam zu Tode geschleift. Commissario Grauner und sein Kollege Saltapepe ermitteln – und stoßen schnell auf eine Verbindung zu Grauners eigener Vergangenheit und zu dem nach vielen Jahren noch immer ungelösten Mord an seinen Eltern. Das Massaker auf seinem Heimathof verfolgt Grauner bis heute, und er setzt alles daran, zunächst auf eigene Faust die Verbindung zu dem aktuellen Fall herzustellen. Doch der Durchbruch in den Ermittlungen gelingt erst, als das ganze Team miteinbezogen wird. Bald wird klar, dass der Grund für die Verbrechen am Brenner weit in der Vergangenheit liegt, in einem schwierigen Kapitel der Südtiroler Geschichte, als Verfolgte und Verbrecher des NS-Regimes gleichermaßen Hilfe suchten auf dem Transit in den Süden.
Auch wenn ich ortsungebundene Krimis in der Regel bevorzuge, ist die Verbindung zwischen der südtiroler Bergwelt und einem (bzw. mehreren) Verbrechen hier sehr gut gelungen. Commissario Grauner liebt seine Heimat, Mahler-Sinfonien und sein Dasein als Landwirt, und allem, was ihn weiter als ein paar Kilometer von seinem Heimathof wegbringt, sieht er sehr skeptisch entgegen. Sein Kollege Saltapepe, der aus Neapel nach Südtirol versetzt wurde, wird dort nur schwer heimisch – trotzdem verbindet beide eine unausgesprochene Loyalität und ein Wille, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Mir gefällt das Ermittlerduo ganz gut, auch wenn in diesem Krimi eher beide getrennt ermitteln.
Außerdem bleibt die Spannung über das ganze Buch erhalten und zu keinem Zeitpunkt ist der Ausgang klar oder vorhersehbar, was ich hier für sehr gelungen halte. Der Epilog ist überraschend, stellt plötzlich am Ende noch einmal alles in Frage und lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Lenz Koppelstätter schafft es hier, die düstere und etwas trostlose Atmosphäre des herunterkommenen Örtchens am Brenner gleichermaßen lebendig zu beschreiben wie die unberührte Natur und die Gipfel der südtiroler Berge. Auch der Rückblick auf die Vergangenheit ist interessant und gut geschildert.
Alles in allem ein gelungener Heimatkrimi, der auch die düsteren Eigenheiten der Ecke an der österreichisch - italienischen Grenze aufnimmt und thematisiert.

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

berlin, europäische städte, fabie haebe, farbenfroh, frische kreative küche, kochbuch, kochen, kopenhagen, london, markt, märkte, paris, rezepte, wien, wochenmarkt

It's Market Day

Fabio Haebel , Timon Koch , Ulf Pape
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 04.09.2017
ISBN 9783710601064
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein schönes und modern aufgemachtes Buch über Europas angesagteste Märkte.
Zunächst zu äußeren Erscheinung des Buches: Schon auf den ersten Blick macht dieses Buch einen sehr schönen und hochwertigen Eindruck. Innen lebt es in erster Linie von vielen sehr ansprechenden, großflächigen Bildern.
Fabio Haebel erzählt in diesem Buch von seinen Erlebnissen und Erfahrungen auf acht europäischen Märkten: Paris, Kopenhagen, Berlin, Amsterdam, Wien, London, Syrakus und Madrid. Jedem dieser Märkte ist ein eigenes Kapitel gewidmet mit einer kurzen Übersicht über die wichtigsten Informationen am Anfang, gefolgt von einem Artikel über den Markt und die Händler sowie vieler Rezepte und Verarbeitungstipps zu regionalen Produkten. Der Artikel über jeden Markt soll keine objektive Beschreibung liefern, sondern eher einen persönlichen Erfahrungsbericht mit vielen kleinen Geschichten über Land und Leute. Im Vordergrund stehen immer Gastfreundschaft, interessante Bekanntschaften, aber auch hochwertige und mit viel Herzblut hergestellte Produkte.
Insgesamt könnte man das Buch als kulinarischen Reiseführer beschreiben – jedoch nicht im klassischen Sinne, sondern eben speziell auf Märkte, beziehungsweise Markthallen abgestimmt. Mir gefällt die moderne Aufmachung sehr gut, gleichzeitig aber auch die vielen Rezepte. Einerseits sind teilweise traditionelle Gerichte neu aufbereitet, andererseits kann man aber auch einen Hauch von Internationalität und kulturellen Einschlägen spüren. Ein sehr stimmiges und interessantes Buch, ein wahrer Augenschmaus, der Lust auf Reisen und Nachkochen macht!

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104 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

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Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Bogart Bull, trockener Alkoholiker, wird nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag und Aufenthalt in einer Entzugsklinik auf einen hochkarätigen, internationalen Fall angesetzt: Ein reicher norwegischer Unternehmer wird in seiner Villa in einer noblen Gegend Frankreichs ermordet aufgefunden. Auf dem Rücken der Leiche befindet sich ein eingeritztes Kreuz. Mit Hilfe der örtlichen Polizei untersucht Bull Familie und Umfeld des Toten – lange erfolglos. Nur durch das Zusammensetzen vieler Puzzleteile, die teilweise bis weit in die Vergangenheit reichen, kommen sie dem Mörder schließlich auf die Spur.
Insgesamt ein beeindruckender und fesselnder Krimi, der zunächst etwas verwirrend wirkt durch Rückblenden in das frühe 20. Jahrhundert und in die Zeit des zweiten Weltkriegs. Doch auch für den Leser setzt sich relativ schnell ein stimmiges Bild zusammen, in welcher sowohl Kunstgeschichte, Geschichte des Nationalsozialismus und französischer Widerstandskämpfer als auch die aktuellen Geschehnisse in Bulls Fall eine Rolle spielen.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass sich etwa ab der Hälfte des Buches das Ende relativ gut zusammenreimen lässt – trotz ein paar kleinerer Wendungen und Überraschungen. Außerdem mag die Rahmengeschichte um die persönlichen Probleme des Kommissars etwas stereotyp und abgedroschen klingen, aber die sympathischen Charaktere trösten darüber hinweg. Ein gut gelungener, unterhaltsamer Krimi, dem es nicht an Tiefe und geschichtlichem Hintergrund mangelt.

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73 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 51 Rezensionen

ex-kommissar, fortsetzung, freundschaft, friedrich ani, geschwister, höllriegelskreuth, jakob franck, junge, kindermord, kindesentführung, kindesmord, krimi, mord, münchen, trauer

Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ermordung des Glücks“ von Friedrich Ani ist ein außergewöhnlicher Krimi, bei welchem es ausnahmsweise einmal nicht in erster Linie um den Täter geht, sondern um die Angehörigen des Opfers.
Der 11-jährige Lennard wird ermordet aufgefunden, nachdem er bereits seit einem Monat vermisst wurde. Als einziges Kind hinterlässt er zutiefst getroffene Eltern, welchen der pensionierte Kommissar Jakob Franck die Todesnachricht überbringt. Monatelang drehen sich die Ermittlungen im Kreis, mit fatalen psychischen Folgen für Lennards Familie. Aber auch Jakob Franck lässt der Fall nicht los. Er steckt all seine Kraft in die Ermittlungen, um den Mörder zu fassen, einerseits angetrieben von der Trauer der Familie, andererseits durch die vier ungelösten Mordfälle seiner eigenen Karriere.
Mit einem beeindruckenden Schreibstil wird in diesem Buch sehr viel Wert gelegt auf die Beschreibung der seelischen Abgründe von Lennards Angehörigen. Lange Monologe, sprunghafte Zeitwechsel und eine häufig sehr eindimensionale Betrachtungsweise von Dialogen und Vernehmungen zeichnen viele Passagen aus – was einerseits dem ganzen Buch einen sehr düsteren Unterton gibt, andererseits aber manchmal auch etwas schwierig zu lesen ist. Ich werde nicht wirklich warm mit den Protagonisten, sie bleiben trotz des tiefen Einblicks in ihr Innenleben unnahbar. Auch das Ende ist irgendwie unbefriedigend.

Trotz allem ein vor allem sprachlich sehr lesenswertes Buch, das betroffen macht und einen Mord mal von einer anderen Herangehensweise betrachtet. 

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119 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

1930er jahre, agent, agentenkrimi, arturo pérez-reverte, bürgerkrieg, falangisten, franco, gefängnis, krieg, roman, spanien, spanischer bürgerkrieg, spionage, spionageroman, verrat

Der Preis, den man zahlt

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.09.2017
ISBN 9783458177197
Genre: Historische Romane

Rezension:


Es ist das Jahr 1936, in Europa brodelt es. Spanien befindet sich im Bürgerkrieg zwischen den konservativen Falangisten und den Republikanern. Mitten in dieser Zeit erhält Lorenzo Falcó einen brisanten Auftrag: Er soll eine Gruppe von Falangisten dabei unterstützen, einen Gefangenen zu befreien. Der Auftrag kommt von ganz oben, scheinbar mischen sowohl General Franco persönlich als auch das faschistische Italien und die Nationalsozialisten mit. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern kämpft Falcó nicht für eine Gesinnung oder eine bestimmte Sache. Er ist ein Auftragsmörder, und er erfüllt Befehle. Doch die Pläne ändern sich, und Falcó wird vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Nicht ganz unschuldig daran: Eva, die sich der Falange angeschlossen hat, und die, anders als seine üblichen Geliebten, einen eigenartigen Reiz auf Falcó ausübt. 
Durch eine Leseprobe bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die sprachliche Gestaltung hat mich sofort überzeugt, die ganze Geschichte ist ausschließlich auf Falcós Sichtweise beschränkt, was grundsätzlich viel Interpretationsspielraum lässt. 
Nun ist es mir nach den ersten paar Seiten wirklich schwergefallen, mich in die Geschichte hineinzudenken. Viele Abkürzungen, Namen, Städte und andere Orte, Personen und Organisationen, die mir so auf den ersten Blick nicht viel sagten. Ich befürchtete, ohne Hintergrundwissen über den spanischen Bürgerkrieg nicht viel mit dem Buch anfangen zu können. Und doch wurde ich eines Besseren belehrt. Ab etwa der Hälfte des Buches hat es mich plötzlich so in seinen Bann gezogen, dass ich es nicht mehr weglegen konnte. Wer genau gegen wen kämpft, war plötzlich irrelevant – oder zumindest schon so klar, dass es keine Rolle mehr spielte. Ab hier begann der „persönlichere“ Teil – und der hat mich wirklich überzeugt. 
Leider nicht die volle Punktzahl wegen der anfänglichen Schwierigkeiten, hineinzukommen. Eine Karte und ein kurzer Abriss der Kriegsparteien am Anfang hätte mir sehr geholfen. Trotzdem ein sehr gelungenes Buch, sprachlich interessant und wertvoll, nicht nur was die historischen Informationen anbelangt. 


        

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

autobiografie, biografischer roman, biographie, journalistin, jüdin, knaur verlag, lesbisch, liebe, roman, schwanger, spannend, tod, traue, trauer, verlust

Gegen alle Regeln

Ariel Levy , Maria Hochsieder-Belschner
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur, 21.08.2017
ISBN 9783426214305
Genre: Biografien

Rezension:

Dieses Buch berührt, geht einem nahe, und bleibt dabei doch schonungslos ehrlich. Die New Yorker Schriftstellerin Ariel Levy verarbeitet darin den Verlust ihres kleinen Jungen in der 19. Schwangerschaftswoche.
Ariel wächst auf in einer New Yorker Vorstadt, wo sie zunächst von der Affaire ihrer Mutter mitbekommt, und später dann die Trennung ihrer Eltern. Nach dem College arbeitet sie sich langsam nach oben in der Journalisten-Szene und macht sich mit Artikeln über Geschlechterrollen, Feminismus, Geschlechtsidentität, aber auch mit den Portraits vieler berühmter Persönlichkeiten einen Namen. Nebenbei hat sie selbst mehrere Beziehungen sowohl mit Männern als auch mit Frauen, bis sie schließlich auf der Party eines Freundes ihre große Liebe kennenlernt, welche sie später auch heiratet.
Das Buch handelt von Freundschaften, von der großen Liebe, aber auch von Ariels Affairen während ihrer Ehe und von den Alkoholproblemen ihrer Partnerin. Vor allem jedoch handelt es vom Dasein als Frau, von dem sehnlichen Wunsch einer unabhängigen Frau, Mutter zu werden und den Schwierigkeiten, die das als lesbische End-Dreißigerin mit sich bringt. Der traurige Höhepunkt des Buches, die Fehlgeburt in einem Hotelzimmer in der Mongolei, lässt einen sprachlos zurück und in der Hoffnung, dass Ariel es schaffen wird, darüber hinwegzukommen.

Insgesamt ein wirklich beeindruckendes Portrait über eine starke Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Sprachlich ist es teilweise schwer zu folgen durch viele thematische Sprünge und Sprünge in der Zeit, aber genau das macht den Stil auch einzigartig und es passt zum Buch und zu dem Bild, das man von Ariel Levy bekommt.

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131 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

asiatinnen, brutal, drogen, ermittler, krimi, massagesalon, menschenhandel, mord, polizei, schweden, skandinavien, stockholm, thriller, wolf, wölfe

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Fährte des Wolfes“ von Kallentoft und Lutteman ist ein unglaublich gut geschriebener und mitreißender Thriller mit einer düsteren und grausamen Thematik.
Der Ermittler Zack Herry, „Hauptwachtmeister Doppelmoral“, ist als jüngstes Mitglied einer schwedischen Sonderermittlungseinheit umstritten, einerseits weil er seine Position dort einem tragischen Verbrechen an seiner Mutter zu verdanken hat, andererseits wegen seiner oft unkonventionellen und fragwürdigen Methoden. Nachts treibt er sich in illegalen Clubs herum und sein Drogenkonsum wird immer unkontrollierter. Auch seine Kollegin Deniz ist alles andere als unvorbelastet: Als Kind floh die Kurdin mit ihrem kleinen Bruder auf dem Rücken aus ihrem Heimatland, um sich ein Leben fernab von Unterdrückung und Ehrenmorden zu ermöglichen.
Diese beiden Ermittler machen sich auf die rasante Suche nach einem Serienmörder, der vier asiatische Masseurinnen auf eine brutale Art und Weise erschossen hat. Sie tauchen ein in eine Szene, in der es von illegalen Machenschaften nur so wimmelt: Prostitution, Menschenhandel, Bandenkriege, aber auch Rassismus und Hass, den die beiden teilweise am eigenen Leib zu spüren bekommen. Spätestens als plötzlich eine Zeugin auftaucht, deren Beine von wilden Tieren zerfleischt wurden, legt Zack alles daran, die kaum vorstellbare Brutalität auf seine eigene, fragwürdige Art zu stoppen.
Dieses Buch macht betroffen, da es selbst vor grausamen Verbrechen an Kindern keinen Halt macht. Es ist unglaublich spannend, weil man bis zum Schluss mit Zacks illegalen Machenschaften hadert, und doch schließlich verstehen muss, dass es manchmal keinen anderen Ausweg gibt, als unkonventionell und schnell zu handeln und Opfer in Kauf zu nehmen. Es beschreibt Situationen, die zu Polizeigewalt führen, und man selbst ist geneigt, diese Gewalt sogar zu verstehen. Und all das passiert in einem rasanten Tempo, das durch den Schreibstil noch beschleunigt wird. Mich hat das Buch absolut in seinen Bann gezogen. Zum Schluss ist zwar der Fall gelöst, aber es sind nicht alle Fragen geklärt, was auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt!

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236 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 135 Rezensionen

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Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In dem Thriller „Targa – Der Moment, bevor du stirbst“ von dem Autorenduo Barbara und Christian Schiller geht es um eine Art Duell zwischen einem unerschrockenen Serienkiller und einer ebenso gefühlskalten und speziellen Ermittlerin. Mehrere junge Frauen werden tot aufgefunden, erstickt in einer Dekompressionskammer. In einem Spezialauftrag soll Targa Hendricks dem Verdächtigen, Falk Sandman, möglichst nahekommen, um ihn schließlich des mehrfachen Mordes zu überführen. Dieser Auftrag bringt Targa an ihre Grenzen. Sie nähert sich Falk als potentielle Assistentin und gewinnt mit ihrer eigenwilligen Art schnell sein Vertrauen. Doch bevor sie ihn tatsächlich eines Mordes überführen kann, fliegt ihre Tarnung auf. Falk lockt sie in eine Falle und nur durch eine Häufung von Zufällen schafft sie es schließlich, mit dem Leben davonzukommen. Hilfe in letzter Sekunde verschafft ihr dabei eine Person, die mit Targas Vergangenheit und mit der Suche nach ihrem leiblichen Vater zu tun hat.
Targa und Falk sind beides sehr eigenwillige Charaktere, mit welchen ich beim Lesen nicht unbedingt warm wurde. Sie scheinen eine gemeinsame Leidenschaft für die letzten Worte sterbender Personen zu haben, was an manchen Stellen schon sehr überzogen und unrealistisch wirkt. Auch die seltsame Ansammlung von Zufällen wirkte an vielen Stellen, vor allem aber gegen Ende, doch ziemlich abstrus und ließ mich teilweise kopfschüttelnd zurück.
Sprachlich gibt es nichts auszusetzen, die Autoren haben einen guten, mitreißenden Schreibstil. Die ersten Seiten waren spannend genug, um weiterzulesen – in der Mitte des Buches fehlt jedoch ein angemessener Spannungsbogen, es passiert lange Zeit gefühlt nicht viel. Erst am Ende überschlagen sich dann die Ereignisse.

Insgesamt ein befriedigender Thriller, von dem ich mehr erwartet habe. Er hat durchaus ein paar nette Stellen zu bieten, insgesamt ist er aber doch etwas zu unrealistisch und speziell. Die angekündigte Fortsetzung ist wahrscheinlich eher nichts für mich. 

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