Leserpreis 2018

magdalena_kapplers Bibliothek

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76 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

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Ida

Katharina Adler
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 24.07.2018
ISBN 9783498000936
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe das Buch gelesen wegen meines Interesses an der Psychologie, und ich wurde nicht enttäuscht. Ida, oder „der Fall Dora“, wie Freud es genannt hat, erzählt von der beeindruckenden Lebensgeschichte eines Mädchens, das zu einer jungen Frau heranwächst in Österreich im Übergang zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert. Das Buch beleuchtet die frühen Lebensumstände der Tochter eines erfolgreichen Textilunternehmers, ihre Somatisierungssymptome, die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter, die Liebesgeschichte ihres Vaters, aber auch den politischen Umbruch in Österreich, bei dem Idas Bruder als Sozialdemokrat eine entscheidende Rolle spielt.
Besonders beeindruckt hat mich der 5. Teil des Buches, in welchem es um den „Herrn Doktor“ Freud geht. Einerseits wird hier klar, wie abstrus und an den Haaren herbeigezogen Freuds Theorien teilweise sind. Freie Assoziation, Therapie mit Hilfe von Traumdeutung, die Erklärung von Idas Symptomen und Beschwerden mit Hilfe des Ödipus-Komplexes – was im Klartext heißt: die Symptome sollen Ausdruck sein von Idas unterdrückten sexuellen Wünschen ihrem Vater gegenüber – das ist wohl nicht der aktuelle Stand der Forschung und der Psychologie im allgemeinen. Und doch sind Freuds Ideen bis heute einflussreich, und teilweise wohl auch zurecht. Das Buch zeigt auch auf, wie revolutionär diese Idee wirklich war, Krankheiten mittels Psychotherapie heilen zu wollen, mit Gesprächen auf einem Sofa, das heute noch als das Bild für Psychotherapie gilt, das vielen Menschen dazu zuerst einfällt.
Dieser sehr gute 5. Teil wurde für mich leider etwas getrübt durch die teils sehr komplizierten (politischen) Verwicklungen im Rest des Buches. Dadurch, dass vieles nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt wurde, ist es schwierig, überall zu folgen. Ich bin mir sicher, dass alles, was Katharina Adler in „Ida“ schreibt, sehr fundiert und gut recherchiert ist, aber wirklich gefesselt hat mich vor allem der Teil mit Freud. Es hätte etwas weniger Politik sein können und etwas mehr Freud, so lautet also mein Fazit. Nichts desto trotz ein absolut lesenswertes Buch!

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

Rezension:

Christian Berkel erzählt die Geschichte seiner Eltern aus ihren bruchstückhaften Erinnerungen und Erzählungen. Ergänzt mit seinen eigenen Recherchen ergibt sich ein stimmiges, bewegendes und emotionales Gesamtbild. Seine Mutter Sala wächst bei ihrem alleinerziehenden Vater auf. Ihre Mutter hat sie im Stich gelassen, und doch hat sie ihr ein entscheidendes Stück ihrer Identität hinterlassen: Sala ist Halbjüdin. Mit 13 verliebt sie sich in Otto, ein Junge, der durch und durch Berliner ist und seine Wurzeln in der Arbeiterklasse hat. Eine schwierige Konstellation in den 30er Jahren. Als Sala fliehen muss, trennen sich ihre Lebenswege, und doch können sie sich ein Leben lang nicht richtig loslassen…


Mich hat der Roman sehr bewegt. Die Beschreibung der intellektuellen und sehr freizügigen Kreise anfangs des 20. Jahrhunderts war für mich neu und außergewöhnlich, und auch beispielsweise die Situation in französischen Lagern während des zweiten Weltkriegs ist nichts, worüber man täglich liest. Mit der Situation in Spanien unter Francos Regime und der Situation in Russland kurz nach dem Krieg fließen weitere Bruchstücke ein, die dazu führen, dass es sich bei diesem Buch um eine sehr vielseitige Betrachtung des damaligen Weltgeschehens handelt. Und trotzdem bleibt noch Raum für die Beschreibung persönlicher Beziehungen. 

Christian Berkel hat alles richtig gemacht damit, seine persönlichen Wurzeln niederzuschreiben, und es ist nicht nur die Geschichte seiner Eltern, sondern die Geschichte einer ganzen Generation. Mein einziger Kritikpunkt: Stellenweise fiel es mir schwer, den Zeitsprüngen zu folgen und zu verstehen, welche Personen nun gerade in einer Situation gemeint sind. Jahreszahlen und Orte, vielleicht sogar Namen in den Kapitelüberschriften wären daher sehr hilfreich gewesen.

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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westin , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalinspektor Johan Rokka hat einen Job angenommen in seiner Heimatstadt, wohin er nach vielen Jahren zurückgekehrt ist. Sein erster Fall lässt nicht lange auf sich warten: Eine junge Frau, die mit einem berühmten Fußballspieler verheiratet ist, wird am Weihnachtsabend vor den Augen ihrer Kinder in ihrer Wohnung ermordet von einem als Weihnachtsmann verkleideten Mann. Rokka tappt mit seinen Kollegen tagelang im Dunkeln, bis sich nach und nach immer mehr Einzelheiten erschließen. Bei den Ermittlungen trifft er auf viele alte Bekannte, und manche von ihnen sind enger mit den Geschehnissen verbunden, als er es zunächst ahnt…
Insgesamt handelt es sich bei dem Buch um einen guten, spannenden Kriminalroman, der es schafft, unvorhersehbar und mit vielen Wendungen den Leser zu fesseln. Die Atmosphäre passt zu einem düsteren schwedischen Winter, die Charaktere sind vielfältig und spannend und die Geschichte ist nachvollziehbar. Meiner Meinung nach sind sehr viele Personen beteiligt, was es etwas schwierig macht, dem Geschehen zu folgen, wenn man das Buch nicht an einem Stück liest. Als Leser tappt man zusammen mit den Ermittlern sehr lange im Dunkeln über die Zusammenhänge der verschiedenen Personen und Plots. Am Ende löst sich vieles auf, auch wenn manche Details (wie zum Beispiel der Schmetterling, dem das Buch den Titel verdankt) überflüssig scheinen und nicht so recht in die Geschichte hineinpassen. Das sind jedoch nur kleine Kritikpunkte, insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und kann mir gut vorstellen, auch mögliche Fortsetzungen, für die garantiert genügend Stoff vorhanden ist, zu lesen.

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Rachewinter

Andreas Gruber
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442486557
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Evelyn Meyers, eine erfolgreiche Wiener Anwältin, erklärt sich bereit, die Verteidigung eines mutmaßlichen Mörders zu übernehmen. Der Fall weist Verstrickungen bis in die höchsten Kreise des Justizministeriums auf und scheint klar zu sein, doch Evelyn und ihr Kollege Flo wittern, dass an dem Fall etwas nicht stimmt.
Zeitgleich werden an mehreren Orten in Deutschland und Österreich Leichen gefunden von Personen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Vor ihrem Tod jedoch trafen sie sich alle mit einer mysteriösen Frau in einem roten Kleid. Walter Pulaski, Ermittler im Kriminaldauerdienst und Vater einer 17-jährigen Tochter, stößt bei einem der Toten auf Ungereimtheiten, auch durch die riskante Mithilfe seiner Tochter und deren Freundin. Dass dieser Fall jedoch viel weitreichendere Verstrickungen hat, als er zunächst ahnt, merkt er erst, als sich Evelyn Meyers aus Wien meldet und als es beinahe zu spät ist…
Andreas Gruber schafft es hier, den Leser hineinzuziehen in einen sehr spannenden und mitreißenden Thriller. Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte ist zwar verstrickt und kompliziert, aber die Infos kommen erst nach und nach so zu Tage, dass man auch als aufmerksamer Leser gut folgen kann. Kleiner Kritikpunkt: Ich persönlich halte nicht sehr viel davon, wenn unbeteiligte Personen wie die Familie des Ermittlers (in dem Fall die Tochter) selbst Ermittlungen aufnehmen und so tief in einen Kriminalfall hineingezogen werden, wie es hier der Fall ist. Das finde ich ein bisschen störend und auch unrealistisch. Nichts desto trotz ist die Geschichte hier sehr gut aufgebaut. Es ist ein einzigartiger Fall mit einer außergewöhnlichen Idee, die auch sehr gut und für den Leser spannend umgesetzt wurde.

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Befreit

Tara Westover , Eike Schönfeld
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462050127
Genre: Biografien

Rezension:

Bei „Befreit“ handelt es sich um die Memoiren einer jungen Frau, Tara Westover, welche als jüngstes von sieben Kindern im ländlichen Idaho aufwuchs. Ihr Vater, ein radikaler Mormone, hielt aus krankhafter Überzeugung die Familie von Schule und medizinischen Einrichtungen fern; ihre Mutter, eine selbsterlernte Hebamme, baute mit dem Wissen über Heilkräuter eine gut laufende Produktion homöopathischer Mittel auf. Trotz teilweise schwerster Verletzungen bei der Arbeit auf dem Schrottplatz verließen sich die Eltern voll und ganz auf Gott und auf die Heilkräuter, statt dringend notwendige medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen, und rüsteten sich mit Waffen- und Benzinlagern sowie mit Lebensmittelvorräten für den Weltuntergang.
Mit 17 Jahren trifft Tara eine folgenschwere Entscheidung: Sie bringt sich selbst alles bei, was sie für den Aufnahmetest an eine Universität können muss und entflieht einem Leben voll Gewalt und Verschwörungstheorien…
Selten hat ein Buch so viele verschiedene Gefühle in mir ausgelöst. Ich war an vielen Stellen sehr beeindruckt, aber auch wütend, verzweifelt oder traurig. Die unvorstellbaren Schilderungen von Verletzungen, aber auch von Gewalt und radikalen religiöse Ansichten machten mich sprachlos. Mit dem Wissen, dass diese Geschichten sich tatsächlich so (oder zumindest so ähnlich) zugetragen haben, übertreffen sie viele heftige Krimis oder Thriller. Gleichzeitig kann ich nur staunen über den Mut, diese Geschichte öffentlich zu erzählen und über die Entwicklung, die Tara Westover durchgemacht hat. Wie sie heute versucht, ihre Vergangenheit und die Charaktere ihrer Familie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, finde ich sehr bemerkenswert.
Mein Fazit: Definitiv eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, und ich kann nur jedem empfehlen, sich auf die Geschichte dieser bemerkenswerten jungen Frau einzulassen!

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231 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 132 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Doris ist 96 Jahre alt, gesundheitlich sehr angeschlagen und einsam, da die einzige Verwandte, ihre Großnichte Jenny, weit weg in den USA lebt. Abgesehen von den wöchentlichen Skype-Telefonaten mit Jenny und ihrer kleinen Familie bleibt Doris wenig Erfreuliches im Alltag. Daher flüchtet sie sich ins Schreiben, um Jenny ihre Geschichte zu vermachen, wenn sie nicht mehr lebt. Und sie hat viel zu erzählen: Geboren in sehr ärmlichen Verhältnissen in Schweden führte ihre Reise sie zunächst als Dienstmädchen zu einer wohlhabenden Dame, dann als Mannequin nach Frankreich und schließlich in die USA, wo sie ihre große Liebe suchte. Die wichtigsten Wegbegleiter hielt sie in einem kleinen roten Adressbuch fest, doch von ihnen lebt fast keiner mehr…
Eine berührende Geschichte, die mehrere Etappen der Weltgeschichte anschaulich erzählt, zunächst aus dem Blick eines jungen, naiven Mädchens, später aus Sicht einer starken Frau, die in ihrem Leben viel durchgemacht hat. Eine Lebensgeschichte anhand eines Adressbuches zu erzählen, ist eine nette Idee und passt auch sehr gut zu dem Charakter, den Sofia Lundberg der Protagonistin zugeschrieben hat. Der Schreibstil ist sehr gelungen und schafft es, den Leser zu fesseln. Darüber, dass einige Elemente der Geschichte doch ein bisschen zu viel des Guten sind, kann man mit einem Augenzwinkern hinwegsehen, das sollte in einem fiktionalen Werk erlaubt sein. Und auch wenn ich es normalerweise nicht extra erwähne: Besonders gelungen finde ich hier auch das Cover des Buches, das tatsächlich aussieht wie ein kleines rotes Notizbuch. So hat man irgendwie das ganze Buch über das Gefühl, das kleine Adressbuch in den Händen zu halten.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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In Schönheit sterben

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783548290485
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Giada Bianchi, eine ehrgeizige und talentierte Reporterin, ist dem Mörder eines römischen Kunstsammlers auf der Spur. Entgegen der klaren Anweisungen der Polizei und des Kulturgüterschutzes ermittelt sie mit Hilfe des deutschen Anwaltes Robert Lichtenwald immer tiefer in den Reihen der römischen Kunstszene, der Grabräuberszene und der Reichen und vor allem Schönen Roms. Schnell wird dabei klar, dass Schönheit nicht nur eine nebensächliche Rolle spielt für die Aufklärung des Mordes – es gibt Personen, die für Schönheit alles tun würden…
Ich habe den ersten Teil der Krimireihe um Giada Bianchi und Robert Lichtenwald nicht gelesen und Stefan Ulrich sagte mir bisher nichts. Doch das tat der Spannung beim Lesen keinen Abbruch. Ich wurde sofort hineingezogen in die Kulisse der Kulturhauptstadt Rom und in den mysteriösen Fall, bei dem nicht nur ein Mann ermordet wurde, sondern auch eine sagenumwobene Statue verschwunden ist. Stefan Ulrich schafft es hier, einen spannenden Plot zu schaffen mit interessanten Charakteren, der das Lesen sehr kurzweilig macht. Auch wenn man an der einen oder anderen Stelle als Leser vielleicht eine leise Vorahnung hat, wie sich der Fall entwickeln könnte, löst er sich erst am Ende des Buches komplett auf und bleibt somit spannend. Ich würde das Buch gerne als „soliden, nicht allzu düsteren Kriminalroman“ bezeichnen, aber das würde der guten Handlung und dem guten Schreibstil wahrscheinlich nicht ganz gerecht. Ich würde ihn deshalb als empfehlenswerten Krimi weiterempfehlen, der gleichzeitig Lust macht auf die Gegend um Rom herum und die italienische Kunstszene.

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58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte

Rachel Khong , Tobias Schnettler
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462049725
Genre: Romane

Rezension:

Augenblicke sammeln – das ist es, was Ruth, die Protagonistin dieses Buches, hier macht. Früher war es ihr Vater, der Augenblicke gesammelt und festgehalten hat, in einem kleinen, abgewetzten Notizbuch. Doch jetzt ist er an Alzheimer erkrankt. Ruth schmeißt ihren Job hin und zieht zurück zu den Eltern – für ein Jahr nur, nicht länger, darauf besteht ihr Vater. Gemeinsam mit Theo, einem Studenten ihres Vaters, erhalten sie ein kleines Seminar am Leben, um ihm eine Aufgabe zu geben. Doch im Laufe dieses einen Jahres zeigt sich immer mehr, wie heimtückisch diese Krankheit ist, und wie sie das Leben einer ganzen Familie schleichend, aber viel zu schnell voranschreitend, verändert.
Rachel Khong ist es hier gelungen, ein Jahr in „Augenblicken“ festzuhalten. Es ist kein wütender, verzweifelter oder emotionaler Blick auf die Krankheit, es ist sachlich, nüchtern, und trotzdem ein Stück weit persönlich und berührend. Es geht nicht um die Fakten, an manchen Stellen ist es humorvoll, und doch nicht unangemessen.
Besonders gut gefallen mir die Charaktere, die sehr eindrücklich und lebensnah beschrieben sind. Dennoch gibt es von mir auch Kritik: Durch den knappen, nicht unbedingt ausschweifenden Schreibstil konnte ich nicht richtig in das Buch finden. An manchen Stellen schien es mir sehr unpersönlich und distanziert – größere Konflikte, die durchaus vorhanden wären in der Geschichte, werden dezent vermieden und ausgespart. Die kurzen und knappen „Augenblicksbeschreibungen“ sind einerseits unterhaltsam, andererseits verhindern sie, dass man das Thema Alzheimer nah an sich heranlässt. Das ist schade, und ich hätte mir von dem Buch durchaus gewünscht, dass es mich emotional ein wenig mehr berührt.

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(104)

162 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

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Ein Teil von ihr

Karin Slaughter , Fred Kinzel
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672146
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andrea hat in ihrem Leben bisher noch nicht viel auf die Reihe gebracht. Das Studium hat sie abgebrochen, sie lebt wieder zu Hause bei ihrer Mutter Laura und hat einen nur mäßig spannenden und bezahlten Job. Doch an ihrem 31. Geburtstag ändert sich plötzlich alles: In einem Restaurant ist sie einem jungen Amokläufer ausgesetzt und Laura rettet ihr auf eine eigenartige Art und Weise das Leben. Diese Rettungsaktion wirft Fragen auf und kurze Zeit später befindet sich Andrea selbst auf einer abenteuerlichen Flucht, auf der sie nach und nach den Geheimnissen und der Vergangenheit ihrer Mutter auf die Schliche kommt – und ihre eigene Identität immer mehr in Frage stellen muss.
Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, die zunächst nicht wirklich in Verbindung zu stehen scheinen, doch nach und nach ergibt alles einen Sinn…
Karin Slaughter hat es geschafft, mich von der ersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen. Ein außergewöhnlicher Thriller mit ernstem Hintergrund, in dem nicht nur Andreas Weltanschauung auf die Probe gestellt wird. Immer wieder war ich gefesselt, vor allem von dem Teil der Geschichte, der in den 80er Jahren spielt. Erst am Ende habe ich verstanden, dass der Titel „Ein Teil von ihr“ mehrdeutig verstanden werden kann – nicht nur Andrea ist ein Teil ihrer Mutter, auch ihre Vergangenheit ist es.
Der Schreibstil hat mir sehr zugesagt und auch das Cover des Buches hat mir gut gefallen. Ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen und warte gespannt auf neue Werke der Autorin.

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85 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

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Opfer

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel
Flexibler Einband: 329 Seiten
Erschienen bei Tropen, 02.09.2018
ISBN 9783608503708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Camille Verhoeven, Chef der Pariser Mordkommission, nimmt sich aus persönlichen Gründen eines Falles an, der eigentlich gar nicht in sein Aufgabengebiet fällt. Doch seine Geliebte wurde Opfer eines brutalen Raubüberfalls, und er kann nicht anders, als sie zu schützen. Sie überlebt und wird nun von den Verbrechern gejagt, da sie sie identifizieren kann. Es beginnt eine rasante Verfolgungsjagd, bei der Camille alles riskiert bis hin zu seinem Job. Doch wer Jäger und Gejagte sind, ist schon bald nicht mehr so ganz klar…
Am Anfang fiel es mir sehr schwer, in die Geschichte hineinzukommen, was unter anderem sicherlich auch an dem sehr speziellen Sprachstil und der Ausdrucksweise lag. Doch als ich diese Hürde einmal überwunden hatte, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Eine sehr spannende Geschichte, voller unvorhersehbaren Wendungen – genau so mag ich einen Thriller. Zugegeben, stellenweise geht es sehr brutal zu; zu zart besaitet sollte man daher nicht sein. Trotzdem würde ich das Buch als absolut lesenswert bezeichnen, wenn man sich einmal über den Anfang hinausgewagt hat. Die Charaktere, die Idee, die ganze Geschichte ist es absolut wert! Die Inhaltsangabe mag sich nach einem klassischen Thriller anhören, letztendlich ist er aber außergewöhnlich und sehr gut durchdacht.

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320 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 188 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Kreidemann“ ist ein Debütroman von C.J. Tudor. Im Wesentlichen geht es um eine Jugendband, bestehend aus vier Jungen und einem Mädchen, in welcher keiner sorgenfrei aufwächst – jeder hat in irgendeiner Form sein eigenes Päckchen zu tragen. Zusammen beginnen sie, auf den Vorschlag eines Lehrers hin, sich mit Kreidezeichen vor ihren Häusern zu verständigen. Doch eines Tages führen diese Kreidezeichen sie zu einer Leiche…
In der zweiten Zeitebene, im Jahr 2016, kommt plötzlich die ganze Geschichte wieder hoch, und scheinbar ist sie alles andere als geklärt. Wieder gibt es einen Toten, und wieder tauchen Kreidezeichen auf. Doch welche Rolle spielt jeder Einzelne in dieser Geschichte, und wer gehört zu den Guten, wer zu den Bösen?
Diese Frage beschäftigte mich bis zum Schluss des Buches. Es liest sich flüssig und spannend, und trotzdem hatte ich etwas zu kämpfen mit dem Buch. Im Laufe der Geschichte kristallisiert sich heraus, dass es sehr viele Personen gibt, viele Motive, viele Erklärungen für das, was passiert sein könnte. Und die Auflösung ist irgendwie letztendlich doch etwas absurd und unvorhersehbar. Zugegeben, ein Thriller ist nicht unbedingt schlecht, wenn er unvorhersehbar ist. Aber in diesem Fall war mir der Handlungsverlauf etwas zu komplex und zu weit hergeholt.
Grundsätzlich jedoch war die Idee nicht schlecht, und ich bin sehr angetan von dem Setting, in dem die Geschichte spielt: Die spießige, kleinbürgerliche Stadt mit dem Brennpunkt-Spielplatz, Abtreibungsgegnern und Heuchlerischen Zeitgenossen, mit Lehrern, die in ihre Schülerinnen verliebt sind, mit Jugendlichen, die schwanger werden, mit Demenzerkrankten, mit Vätern, die ihre Familien schlagen. Hier ist alles dabei, was man sich nur denken kann.
Deswegen: Vier Sterne für die Idee, auch wenn die Umsetzung noch etwas verbesserungswürdig ist.

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185 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

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Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jan Grall und Rabea Wyler vom LKA werden zu einem Mord hinzugerufen: Ein Mann mit zersplitterter Schädeldecke wird in einem Wildgehege aufgefunden. Besonders daran: Das stümperhaft eintätowierte „A“. Es geschehen weitere Morde, alle mit einem Buchstaben versehen, alle grauenvoll verstümmelt. Schnell muss in rasantem Tempo gehandelt werden, da die Vermutung naheliegt, dass noch weitere Opfer in der Gewalt des Mörders sind.
Im Laufe der Ermittlungen ergibt sich ein immer detaillierteres Bild der Motive und Beweggründe. Doch wie genau hängt das alles mit Gralls Vergangenheit zusammen und schaffen die Ermittler es, rechtzeitig hinter dieses Geheimnis zu kommen?
Ein rundum gelungener Thriller, spannend, gut durchdacht. Er liest sich auch sehr gut. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die durchaus spannenden Figuren ein wenig zu kurz kommen. Sowohl Jan Grall als auch Rabea Wyler scheinen interessante Persönlichkeiten zu sein und auf der psychologischen Ebene sehr viel herzugeben. Einerseits hält sich der Autor mit dem Zurückhalten gewisser, detaillierterer Beschreibungen Fortsetzungen offen, andererseits hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht, um mit den Hauptpersonen eher warm zu werden.
Nichts desto trotz sehr lesenswert. Ich hoffe einfach mal auf eine Fortsetzung…

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Spinster Girls – Was ist schon normal?

Holly Bourne , Nina Frey
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423717977
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurz zum Inhalt: Die 16-jährige Evie hat lange Teile ihrer Jugend in Behandlung ihrer Zwangsstörung und Panikattacken verbracht. Nun ist sie auf einer neuen Schule, hat ihre Probleme soweit mit minimaler medikamentöser Unterstützung ganz gut im Griff und hat sich fest vorgenommen, ein normales Teenagerleben zu führen. Mit mehreren (desaströsen) ersten Dates und ihren neuen, feministisch angehauchten Freundinnen scheint ihr das auch zunächst ganz gut zu gelingen, doch die Grenze zwischen jugendlicher Verliebtheit und Rückfall verschwimmt immer mehr, und das in einem rasanten Tempo.
Ich habe schon eine Weile kein Jugendbuch mehr gelesen, doch die Leseprobe dieses Buches hat mich sehr gereizt. Und ich wurde nicht enttäuscht: Selten hatte ich ein so emotional mitreißendes Buch in den Händen. Meine Gefühlslage schwankte von Glück und Erleichterung bis hin zu tiefer Frustration, teilweise kamen mir beinahe die Tränen. Ich fieberte mit Evie mit, gönnte ihr jeden Glücksmoment und litt mit ihr in jeder beklemmenden Situation.
Die psychologischen Fakten scheinen auf den ersten Blick gut recherchiert und auch die Hintergründe zu Evies Therapiesitzungen sind mir positiv aufgefallen. Es wäre schön, wenn dieses Buch ein kleines Stück dazu beitragen könnte, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren und gleichzeitig auch Betroffenen Mut zu machen. Das andere beherrschende Thema, Feminismus, fand ich persönlich nicht ganz so interessant, es hat mich aber in dem Kontext nicht weiter gestört oder den Lesefluss beeinträchtigt. Ich habe mich schon immer gefragt, welche Jugendlichen denn tatsächlich „Clubs“ gründen, wie es in vielen Kinder- bzw. Jugendbüchern der Fall ist – vielleicht ist das aber auch ein Unterschied zwischen der amerikanischen und der hiesigen Jugendkultur? Ich weiß es nicht, das bleibt für mich deshalb irgendwie der fiktionale Teil des Buches, und diese künstlerische Freiheit sei durchaus auch erlaubt.
Als kurzes Fazit würde ich hier den aufrichtigen und gleichzeitig emotionalen Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen positiv hervorheben – um sich hingegen über das Thema Feminismus ein umfassenderes Bild zu machen, schadet es wahrscheinlich nicht, die anderen beiden Teile der „Spinster Girls“-Trilogie zu lesen.

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305 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 137 Rezensionen

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Das Haus der Mädchen

Andreas Winkelmann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499275166
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Leni Fontane, eine eher zurückgezogene junge Studentin, die mit Büchern mehr anfangen kann als mit ihrer komplizierten Umwelt, mietet sich über eine Zimmervermittlung für ein Praktikum in eine Villa in Hamburg ein. Gleich an ihrem ersten Abend macht sie dort die Bekanntschaft der extrovertierten Vivien, welche auf der Suche nach einem Millionär durch die Clubs der Stadt zieht. Am nächsten Morgen jedoch ist sie plötzlich spurlos verschwunden.
Leni kommt das alles etwas seltsam vor, und als sie sich auf die Suche nach Vivien macht, trifft sie zufällig auf einen Obdachlosen, der wenige Nächte zuvor einen Mord beobachtet hat und nun einerseits auf der Flucht ist, andererseits aber auch den Täter ermitteln möchte. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die beiden noch nicht, dass die beiden Fälle mehr gemeinsam haben, als sie sich vorstellen können…
Insgesamt ein sehr spannender Thriller, der durch den Wechsel zwischen verschiedenen Erzählerperspektiven lebt und an Spannung gewinnt. Was mich zunächst begeistert hat, war die ungewöhnliche Ermittlung zweier eigentlich unbeteiligten Personen. Hier stehen weder die Täter im Mittelpunkt noch irgendwelche schrägen Ermittler, sondern die Opfer und diejenigen, die nach ihnen suchen. Im Umkehrschluss führte das jedoch dazu, dass mir die Motive und Handlungen der Täter bis zum Ende eher ein Rätsel geblieben sind. Das fand ich ein bisschen schade, weil diese Beziehung durchaus mehr Stoff bieten könnte.
Das Buch lebt unter anderem auch von seiner authentischen Umgebung in Hamburg, von den Straßen und Nebenstraßen, und von den Kanälen und Nebenkanälen. Was am Anfang eher Nebensache war, wird zum Ende hin etwas unübersichtlich. Kein Muss für einen Thriller natürlich, aber doch recht hilfreich wäre hier eine kleine Karte mit den wichtigsten Schauplätzen gewesen.
Alles in allem jedoch liest sich das Buch wirklich gut. Die Ideen wurden gut umgesetzt und heben sich etwas vom Rest der Thriller-Landschaft ab, was mir durchaus gefallen hat. 

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364 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 161 Rezensionen

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Schlüssel 17

Marc Raabe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548289137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gibt es nicht schon genug Thriller mit exzentrischen Ermittlern, welche sich nicht an die Regeln halten um persönliche Fälle aufzuklären? Das könnte man sich durchaus fragen bei der Flut an Thrillern, welche jede Woche neu die Bücherläden erobern. Und doch ist dieses Buch für mich etwas Besonderes. Eine Geschichte, die ich so noch nicht gelesen habe. Ein spannender Psychothriller mit etwas historischem Hintergrund, ohne dabei übertrieben zu wirken.
Tom Babylon findet bei einer ermordeten Frau im Berliner Dom einen Schlüssel, den er schon einmal gesehen hat: Er hat etwas mit seiner Vergangenheit zu tun und mit seiner verschwundenen Schwester. Er ist tiefer in die Geschehnisse verwickelt, als er zunächst ahnt. Während er auf eigene Faust Nachforschungen betreibt, wird ihm eine unerbittliche Kollegin an die Seite gestellt. Auch sie hat ihre Geheimnisse, und trotz gegenseitigen Misstrauens werden die beiden gegen ihren Willen zu einem funktionierenden Team. Bald gibt es weitere Tote und ein Muster lässt sich erkennen, in welchem Tom nicht mehr nur Ermittler, sondern auch Gejagter ist.
Auch wenn sich zum Schluss vieles auflöst, ist klar, dass es unbedingt eine Fortsetzung geben muss! Das Buch ist super spannend, faszinierend geschrieben und hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Die Charaktere sind psychologisch interessant und gut durchdacht. Ein gelungener Serienauftakt!

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484 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 83 Rezensionen

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QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050237
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ein Land, in welchem ein Level alles aussagt, was man über einen Menschen wissen muss, in welchem Großkonzerne und Politik jedem Menschen seine Handlungen vorgeben und man sich nicht entziehen kann, und in welcher in Kürze ein Androide zum Präsident gewählt werden soll. Um dieses Land geht es in Marc-Uwe Klings humorvoll aufbereitetem Zukunftsroman. Dem System zu entkommen ist nicht vorgesehen. Trotzdem versucht Peter sein Glück, zusammen mit einer kleinen, zusammengewürfelten Truppe aus schrottreifen Maschinen.
Das Buch ist gut und humorvoll geschrieben und trifft viele Dinge auf den Punkt. Es ist die Beschreibung einer faszinierenden Welt, in welcher Menschen immer mehr zu Maschinen werden und Maschinen immer menschlicher, und das mit allen Konsequenzen. Die Beschreibung ist gelungen, nimmt einen mit, zeigt teilweise die faszinierenden, aber auch die fragwürdigen Seiten einer fortschreitenden Überwachung und Technisierung auf. Der Handlungsstrang hingegen ist eher mau, die Handlung ist Nebensache, nicht übermäßig spannend und ausgefeilt. Das hat mich jedoch nicht weiter gestört. Das Buch lebt von seinen schrägen, komischen, und manchmal nachdenklich stimmenden Ideen, von seinem Humor, von der Überzeichung einer zugespitzten Science-Fiction Welt.
Und nicht zuletzt fand ich die Vermarktung absolut clever, was könnte zu so einem Buch besser passen als individualisierte Ausgaben für unterschiedliche Lesercharaktere?

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90 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

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Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Beate Sauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289571
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eifel, im Januar 1947: Ein in weiten Kreisen bekannter Schwarzhändler wird tot aufgefunden. Für die Ermittlungen sind die britischen Besatzer zuständig. Da der Hauptzeuge ein kleiner Junge ist, wird Hilfe von der weiblichen Polizei angefordert.
Friederike Matthée lebt mit ihrer psychisch erkrankten Mutter in einem heruntergekommenen Zimmer, die Nahrungsmittel sind knapp, und ihre Existenz hängt an ihrem Job bei der Polizei. Ihre sensible Art hat ihr mächtig Ärger eingebracht und der Fall, zu dem sie von Leutnant Davies angefordert wird, ist ihre letzte Chance, sich zu beweisen. Es beginnen harte Ermittlungen in dem kalten, vom Hunger und Armut geprägten Nachkriegsdeutschland: Kriegsverbrechen, Schuld und Misstrauen sind scheinbar überall, keiner kann sich sicher sein, wer denn nun eigentlich Täter oder Opfer ist. Dies gilt auch für die Ermittler. Nicht nur Friederike, sondern auch Richard Davies haben tiefe Geheimnisse und kommen sich doch näher, als ihnen lieb ist…
In meinen Augen ein sehr gelungenes Portrait einer schwierigen Zeit in Deutschland. Es berührt einen, nimmt einen mit und vermittelt geschichtliches Wissen, ohne dabei belehrend zu wirken. Es sind nicht die einzelnen historischen Fakten, es ist vielmehr die vermittelte Atmosphäre, die dieses Buch so besonders macht. Umso unverständlicher ist es für mich, dass es auch heute noch Menschen gibt, die der kranken Ideologie nachtrauern, welche zu der damaligen Situation geführt hat.
Alles in allem warte ich gespannt auf eine Fortsetzung, auch wenn das Buch wohl keines ist, was mich auf den ersten Blick in einem Laden angesprungen hätte. 

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68 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

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Dominotod

Jonas Moström , Nora Pröfrock , Dagmar Mißfeldt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.12.2017
ISBN 9783548288925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nathalie Svensson, Psychiaterin, steckt mitten im Sorgerechtsstreit um ihre Kinder und hat vor wenigen Tagen erst vom Tod ihres Vaters erfahren, als sie zur Hilfe bei einem Fall gebeten wird. Ein Arzt wurde tot aufgefunden, ein anderer ist verschwunden. Der Täter hat Hinweise hinterlassen und es gibt einen Hauptverdächtigen, der schwere psychische Probleme hat. Trotz ihrer persönlichen Situation reist Nathalie nach Sundvall – nicht zuletzt deshalb, weil die Familie ihrer Schwester scheinbar irgendwie in den Fall verwickelt ist. Es beginnt eine Suche mit Höhen und Tiefen, bei welcher schnell die Zeit davonrennt…
Auch wenn dies nicht der erste Band der Reihe um Nathalie Svensson ist, lässt er sich gut lesen. Es fehlen ein paar Hinweise zum Verständnis von Nathalies persönlicher Situation und vor allem zum Tod von Nathalies Vater, der immer wieder angedeutet wird. Trotzdem stört das den Lesefluss und das Verständnis des aktuellen Buches nicht wesentlich.
Besonders beeindruckend fand ich, dass Jonas Moström es schafft, trotz einer nicht allzu üppigen Seitenzahl (364) einen Krimi zu schaffen, der vom ersten bis zum letzten Moment spannend bleibt und zu keinem Zeitpunkt wirklich vorhersehbar ist. Das macht das Buch für mich sehr lesenswert. Als Leser hat man immer mal wieder eine Ahnung, wer denn nun der Täter sein könnte, doch es spielen so viele Personen eine Rolle, dass man diese Ahnung gleich wieder verwirft. Und trotz der vielen Personen bleibt das Buch übersichtlich und die einzelnen Verstrickungen und Beziehungen der Personen einigermaßen verständlich.
Die Charaktere sind sympathisch und haben ihre Ecken und Kanten. Mich stört es auch grundsätzlich nicht, wenn die persönliche Situation der Ermittler mit hineinspielt – das ist eben das, was sich bei einer Reihe mit mehreren Bänden wie ein roter Faden durch die verschiedenen Fälle zieht.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist dass die Verwendung der Dominosteine als Symbol (für was auch immer) etwas unklar und weit hergeholt ist. Die Logik, welcher die Ermittler folgen, ist verständlich, aber der Grund, warum die Dominosteine überhaupt vorkommen, bleibt mir ein Rätsel.
Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, nicht so ein Wälzer wie andere Krimis, aber trotzdem spannend und gut geschrieben.

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291 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 105 Rezensionen

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Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Liebesromane

Rezension:

Deutschland im Jahr 2025. Die Besorgte Bürger Bewegung (BBB) ist an der Regierung und schafft nach und nach sämtliche demokratischen Errungenschaften ab. Die gebildete Schicht, die noch vor wenigen Jahren voller Tatendrang war, ist desillusioniert und lebt ein pragmatisches Leben ohne wirklichen Sinn und Ziel.
Mitten in dieser Umwelt haben Britta und ihr Geschäftspartner Babak ein gut laufendes Geschäft, die „Brücke“, die unter dem Decknamen „Praxis für Psychotherapie“ läuft. Dahinter jedoch verbirgt sich etwas anderes, eine Marktlücke, ein ausgeklügeltes System in den Grauzonen der Legalität – im wahrsten Sinne des Wortes ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Doch plötzlich geschieht etwas, womit keiner gerechnet hat: Die Brücke bekommt Konkurrenz, und für Britta und Babak steht mehr als nur die berufliche Existenz auf dem Spiel. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, in welcher beide an ihre psychischen Grenzen kommen und ihre Vorstellungen von Moral, Werten und Sinn des Lebens auf die Probe gestellt werden.
Das Buch hat mich von Anfang an fasziniert durch die leider allzu realistische Beschreibung, wie unsere nahe Zukunft aussehen könnte. Und trotzdem ist es ganz anders, als der Eindruck, den ich in der Leseprobe gewonnen hatte. Es geht nicht um Krieg, oder um eine Verfolgungsjagd mit Waffen, es geht vielmehr um einen psychischen Kampf um Werte und Moralvorstellungen. Es geht um die schrittweise Abschaffung der Demokratie, um die Desillusionierung eines ganzen Volkes, um leere Herzen. Der Tod ist nur ein Mittel zum Zweck – aber heiligt der Zweck wirklich die Mittel?
Die Frage, ob mit die Hauptcharaktere sympathisch sind, stellt sich für mich nicht bei diesem Buch. Sie dürfen nicht sympathisch sein, weil sonst irgendwie der Denkanstoß verloren geht. Sie müssen ein Schreckensszenario zeichnen, das einen die Demokratie wertschätzen lässt, und das verhindert, dass es tatsächlich jemals so weit kommt, wie in dem Buch beschrieben. Und das haben sie (zumindest bei mir) geschafft. Deshalb meine volle Punktzahl für einen beeindruckenden Politthriller!

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

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Wildfutter

Alma Bayer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442715312
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die abgetrennte Hand eines Jugendtrainers des FC Rosenheim wird von Vitus Pangraz, einem pensionierten Kommisar, im Wildschweingehege gefunden. Zusammen mit seiner Tochter, der Lokalreporterin Jo Coleman, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder des scheinbar allseits beliebten "Tigers". Dabei treffen die beiden auf jede Menge Eltern, die fest vorhaben, ihre Kinder beim FC Bayern ganz groß rauskommen zu lassen, und zwar um jeden Preis. Sie belügen sich selbst und betrügen sich gegenseitig - in der kleinen Stadt hätte irgendwie beinahe jeder ein Motiv für den Mord. Noch dazu können weder Jo noch ihr Vater ganz objektiv ermitteln, da sie einigen ihrer Verdächtigen näher kommen als sie vielleicht sollten...
Insgesamt meiner Meinung nach eher ein mittelmäßiger Lokalkrimi. Die Spannung lässt zu wünschen übrig und das Ende ist recht früh absehbar. Noch dazu werde ich nicht wirklich warm mit den Hauptcharakteren, die etwas überzeichnet wirken. Während einige Passagen wirklich witzig sind, können andere mir trotz des bayrischen Dialekts kein Schmunzeln hervorlocken, doch das ist wohl Geschmacksache. Der Fußballplatz, der eigentlich eher Nebenschauplatz sein sollte, ist für mich viel zu präsent und am Ende bleiben für mich viel zu viele Fragen offen.
Mein Fazit: Sowohl inhaltlich als auch sprachlich nicht ganz mein Fall. In diesem Genre gibt es (auch unter den bayrischen Krimis) bessere, lustigere und spannendere Bücher.

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

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Finster ist die Nacht

Karin Salvalaggio , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein bekannter Radiomoderator wird entführt. Es gelingt ihm, einen Notruf abzusetzen – doch die Polizei findet nur ein leeres Gebäude. In derselben Nacht ist Detectiv Macy Greeley in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei welchem der entführte Moderator ihr vor das Auto springt. Sie selbst kommt knapp mit dem Leben davon, muss aber mit ansehen, wie das Entführungsopfer von einem Motorradfahrer mit ihrer eigenen Waffe erschossen wird.
Macy stürzt sich trotz ihrer Verletzungen in die Ermittlungen, bei welcher scheinbar ein drogenabhängiges Pärchen eine Rolle spielt sowie deren Familie. Auch die Angehörigen des Opfers, vor allem seine Tochter Emma, haben ihre Geheimnisse – und letztendlich hängt irgendwie alles miteinander zusammen durch eine skandalöse Story, an welcher der Radiomoderator gearbeitet hat.
Insgesamt handelt es sich hier um einen soliden Krimi, bei welchem der Spannungshöhepunkt jedoch bereits am Anfang liegt und weitere Höhepunkte leider fehlen. Die Ermittlungen kommen mir als Leser etwas schleppend vor, an keiner Stelle wird es für irgendjemanden auch nur ansatzweise gefährlich, obwohl der Mörder noch auf freiem Fuße ist. Die Nebenhandlung betrifft Macys Sohn Luke, der bei ihrer Mutter wohnt, ihre Beziehung zu Aiden, und die Zerrissenheit zwischen Familie, Liebe und Beruf, mit welcher sie zu kämpfen hat. Macys Privatleben ist ein roter Faden durch die Reihe, zu welcher auch dieses Buch gehört. Es bringt jedoch auch nicht unbedingt Spannung ins Spiel.
Mein persönliches Fazit: Wäre das Buch so weitergegangen wie der Anfang, wäre es wirklich gelungen gewesen. Es liest sich insgesamt gut, hat einen schönen Schreibstil – es fehlt jedoch nach dem Anfang an Höhepunkten und Spannung.

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

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Nachts am Brenner

Lenz Koppelstätter
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 05.10.2017
ISBN 9783462050080
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Brenner, einst florierender Handelsort und Zwischenstopp vieler Reisender, wird ein alter Mann von einem Pferd grausam zu Tode geschleift. Commissario Grauner und sein Kollege Saltapepe ermitteln – und stoßen schnell auf eine Verbindung zu Grauners eigener Vergangenheit und zu dem nach vielen Jahren noch immer ungelösten Mord an seinen Eltern. Das Massaker auf seinem Heimathof verfolgt Grauner bis heute, und er setzt alles daran, zunächst auf eigene Faust die Verbindung zu dem aktuellen Fall herzustellen. Doch der Durchbruch in den Ermittlungen gelingt erst, als das ganze Team miteinbezogen wird. Bald wird klar, dass der Grund für die Verbrechen am Brenner weit in der Vergangenheit liegt, in einem schwierigen Kapitel der Südtiroler Geschichte, als Verfolgte und Verbrecher des NS-Regimes gleichermaßen Hilfe suchten auf dem Transit in den Süden.
Auch wenn ich ortsungebundene Krimis in der Regel bevorzuge, ist die Verbindung zwischen der südtiroler Bergwelt und einem (bzw. mehreren) Verbrechen hier sehr gut gelungen. Commissario Grauner liebt seine Heimat, Mahler-Sinfonien und sein Dasein als Landwirt, und allem, was ihn weiter als ein paar Kilometer von seinem Heimathof wegbringt, sieht er sehr skeptisch entgegen. Sein Kollege Saltapepe, der aus Neapel nach Südtirol versetzt wurde, wird dort nur schwer heimisch – trotzdem verbindet beide eine unausgesprochene Loyalität und ein Wille, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Mir gefällt das Ermittlerduo ganz gut, auch wenn in diesem Krimi eher beide getrennt ermitteln.
Außerdem bleibt die Spannung über das ganze Buch erhalten und zu keinem Zeitpunkt ist der Ausgang klar oder vorhersehbar, was ich hier für sehr gelungen halte. Der Epilog ist überraschend, stellt plötzlich am Ende noch einmal alles in Frage und lässt auf eine Fortsetzung hoffen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Lenz Koppelstätter schafft es hier, die düstere und etwas trostlose Atmosphäre des herunterkommenen Örtchens am Brenner gleichermaßen lebendig zu beschreiben wie die unberührte Natur und die Gipfel der südtiroler Berge. Auch der Rückblick auf die Vergangenheit ist interessant und gut geschildert.
Alles in allem ein gelungener Heimatkrimi, der auch die düsteren Eigenheiten der Ecke an der österreichisch - italienischen Grenze aufnimmt und thematisiert.

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

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It's Market Day

Fabio Haebel , Timon Koch , Ulf Pape
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 04.09.2017
ISBN 9783710601064
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein schönes und modern aufgemachtes Buch über Europas angesagteste Märkte.
Zunächst zu äußeren Erscheinung des Buches: Schon auf den ersten Blick macht dieses Buch einen sehr schönen und hochwertigen Eindruck. Innen lebt es in erster Linie von vielen sehr ansprechenden, großflächigen Bildern.
Fabio Haebel erzählt in diesem Buch von seinen Erlebnissen und Erfahrungen auf acht europäischen Märkten: Paris, Kopenhagen, Berlin, Amsterdam, Wien, London, Syrakus und Madrid. Jedem dieser Märkte ist ein eigenes Kapitel gewidmet mit einer kurzen Übersicht über die wichtigsten Informationen am Anfang, gefolgt von einem Artikel über den Markt und die Händler sowie vieler Rezepte und Verarbeitungstipps zu regionalen Produkten. Der Artikel über jeden Markt soll keine objektive Beschreibung liefern, sondern eher einen persönlichen Erfahrungsbericht mit vielen kleinen Geschichten über Land und Leute. Im Vordergrund stehen immer Gastfreundschaft, interessante Bekanntschaften, aber auch hochwertige und mit viel Herzblut hergestellte Produkte.
Insgesamt könnte man das Buch als kulinarischen Reiseführer beschreiben – jedoch nicht im klassischen Sinne, sondern eben speziell auf Märkte, beziehungsweise Markthallen abgestimmt. Mir gefällt die moderne Aufmachung sehr gut, gleichzeitig aber auch die vielen Rezepte. Einerseits sind teilweise traditionelle Gerichte neu aufbereitet, andererseits kann man aber auch einen Hauch von Internationalität und kulturellen Einschlägen spüren. Ein sehr stimmiges und interessantes Buch, ein wahrer Augenschmaus, der Lust auf Reisen und Nachkochen macht!

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 68 Rezensionen

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Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Bogart Bull, trockener Alkoholiker, wird nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag und Aufenthalt in einer Entzugsklinik auf einen hochkarätigen, internationalen Fall angesetzt: Ein reicher norwegischer Unternehmer wird in seiner Villa in einer noblen Gegend Frankreichs ermordet aufgefunden. Auf dem Rücken der Leiche befindet sich ein eingeritztes Kreuz. Mit Hilfe der örtlichen Polizei untersucht Bull Familie und Umfeld des Toten – lange erfolglos. Nur durch das Zusammensetzen vieler Puzzleteile, die teilweise bis weit in die Vergangenheit reichen, kommen sie dem Mörder schließlich auf die Spur.
Insgesamt ein beeindruckender und fesselnder Krimi, der zunächst etwas verwirrend wirkt durch Rückblenden in das frühe 20. Jahrhundert und in die Zeit des zweiten Weltkriegs. Doch auch für den Leser setzt sich relativ schnell ein stimmiges Bild zusammen, in welcher sowohl Kunstgeschichte, Geschichte des Nationalsozialismus und französischer Widerstandskämpfer als auch die aktuellen Geschehnisse in Bulls Fall eine Rolle spielen.
Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass sich etwa ab der Hälfte des Buches das Ende relativ gut zusammenreimen lässt – trotz ein paar kleinerer Wendungen und Überraschungen. Außerdem mag die Rahmengeschichte um die persönlichen Probleme des Kommissars etwas stereotyp und abgedroschen klingen, aber die sympathischen Charaktere trösten darüber hinweg. Ein gut gelungener, unterhaltsamer Krimi, dem es nicht an Tiefe und geschichtlichem Hintergrund mangelt.

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(62)

75 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

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Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ermordung des Glücks“ von Friedrich Ani ist ein außergewöhnlicher Krimi, bei welchem es ausnahmsweise einmal nicht in erster Linie um den Täter geht, sondern um die Angehörigen des Opfers.
Der 11-jährige Lennard wird ermordet aufgefunden, nachdem er bereits seit einem Monat vermisst wurde. Als einziges Kind hinterlässt er zutiefst getroffene Eltern, welchen der pensionierte Kommissar Jakob Franck die Todesnachricht überbringt. Monatelang drehen sich die Ermittlungen im Kreis, mit fatalen psychischen Folgen für Lennards Familie. Aber auch Jakob Franck lässt der Fall nicht los. Er steckt all seine Kraft in die Ermittlungen, um den Mörder zu fassen, einerseits angetrieben von der Trauer der Familie, andererseits durch die vier ungelösten Mordfälle seiner eigenen Karriere.
Mit einem beeindruckenden Schreibstil wird in diesem Buch sehr viel Wert gelegt auf die Beschreibung der seelischen Abgründe von Lennards Angehörigen. Lange Monologe, sprunghafte Zeitwechsel und eine häufig sehr eindimensionale Betrachtungsweise von Dialogen und Vernehmungen zeichnen viele Passagen aus – was einerseits dem ganzen Buch einen sehr düsteren Unterton gibt, andererseits aber manchmal auch etwas schwierig zu lesen ist. Ich werde nicht wirklich warm mit den Protagonisten, sie bleiben trotz des tiefen Einblicks in ihr Innenleben unnahbar. Auch das Ende ist irgendwie unbefriedigend.

Trotz allem ein vor allem sprachlich sehr lesenswertes Buch, das betroffen macht und einen Mord mal von einer anderen Herangehensweise betrachtet. 

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