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(100)

184 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

dystopie, juli zeh, leere herzen, roman, braunschweig

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Deutschland im Jahr 2025. Die Besorgte Bürger Bewegung (BBB) ist an der Regierung und schafft nach und nach sämtliche demokratischen Errungenschaften ab. Die gebildete Schicht, die noch vor wenigen Jahren voller Tatendrang war, ist desillusioniert und lebt ein pragmatisches Leben ohne wirklichen Sinn und Ziel.
Mitten in dieser Umwelt haben Britta und ihr Geschäftspartner Babak ein gut laufendes Geschäft, die „Brücke“, die unter dem Decknamen „Praxis für Psychotherapie“ läuft. Dahinter jedoch verbirgt sich etwas anderes, eine Marktlücke, ein ausgeklügeltes System in den Grauzonen der Legalität – im wahrsten Sinne des Wortes ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Doch plötzlich geschieht etwas, womit keiner gerechnet hat: Die Brücke bekommt Konkurrenz, und für Britta und Babak steht mehr als nur die berufliche Existenz auf dem Spiel. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, in welcher beide an ihre psychischen Grenzen kommen und ihre Vorstellungen von Moral, Werten und Sinn des Lebens auf die Probe gestellt werden.
Das Buch hat mich von Anfang an fasziniert durch die leider allzu realistische Beschreibung, wie unsere nahe Zukunft aussehen könnte. Und trotzdem ist es ganz anders, als der Eindruck, den ich in der Leseprobe gewonnen hatte. Es geht nicht um Krieg, oder um eine Verfolgungsjagd mit Waffen, es geht vielmehr um einen psychischen Kampf um Werte und Moralvorstellungen. Es geht um die schrittweise Abschaffung der Demokratie, um die Desillusionierung eines ganzen Volkes, um leere Herzen. Der Tod ist nur ein Mittel zum Zweck – aber heiligt der Zweck wirklich die Mittel?
Die Frage, ob mit die Hauptcharaktere sympathisch sind, stellt sich für mich nicht bei diesem Buch. Sie dürfen nicht sympathisch sein, weil sonst irgendwie der Denkanstoß verloren geht. Sie müssen ein Schreckensszenario zeichnen, das einen die Demokratie wertschätzen lässt, und das verhindert, dass es tatsächlich jemals so weit kommt, wie in dem Buch beschrieben. Und das haben sie (zumindest bei mir) geschafft. Deshalb meine volle Punktzahl für einen beeindruckenden Politthriller!

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(48)

54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

markt, kochbuch, rezepte, paris, berlin

It's Market Day

Fabio Haebel , Timon Koch , Ulf Pape
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 04.09.2017
ISBN 9783710601064
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein schönes und modern aufgemachtes Buch über Europas angesagteste Märkte.
Zunächst zu äußeren Erscheinung des Buches: Schon auf den ersten Blick macht dieses Buch einen sehr schönen und hochwertigen Eindruck. Innen lebt es in erster Linie von vielen sehr ansprechenden, großflächigen Bildern.
Fabio Haebel erzählt in diesem Buch von seinen Erlebnissen und Erfahrungen auf acht europäischen Märkten: Paris, Kopenhagen, Berlin, Amsterdam, Wien, London, Syrakus und Madrid. Jedem dieser Märkte ist ein eigenes Kapitel gewidmet mit einer kurzen Übersicht über die wichtigsten Informationen am Anfang, gefolgt von einem Artikel über den Markt und die Händler sowie vieler Rezepte und Verarbeitungstipps zu regionalen Produkten. Der Artikel über jeden Markt soll keine objektive Beschreibung liefern, sondern eher einen persönlichen Erfahrungsbericht mit vielen kleinen Geschichten über Land und Leute. Im Vordergrund stehen immer Gastfreundschaft, interessante Bekanntschaften, aber auch hochwertige und mit viel Herzblut hergestellte Produkte.
Insgesamt könnte man das Buch als kulinarischen Reiseführer beschreiben – jedoch nicht im klassischen Sinne, sondern eben speziell auf Märkte, beziehungsweise Markthallen abgestimmt. Mir gefällt die moderne Aufmachung sehr gut, gleichzeitig aber auch die vielen Rezepte. Einerseits sind teilweise traditionelle Gerichte neu aufbereitet, andererseits kann man aber auch einen Hauch von Internationalität und kulturellen Einschlägen spüren. Ein sehr stimmiges und interessantes Buch, ein wahrer Augenschmaus, der Lust auf Reisen und Nachkochen macht!

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(92)

128 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

thriller, schweden, skandinavien, stockholm, wolf

Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Fährte des Wolfes“ von Kallentoft und Lutteman ist ein unglaublich gut geschriebener und mitreißender Thriller mit einer düsteren und grausamen Thematik.
Der Ermittler Zack Herry, „Hauptwachtmeister Doppelmoral“, ist als jüngstes Mitglied einer schwedischen Sonderermittlungseinheit umstritten, einerseits weil er seine Position dort einem tragischen Verbrechen an seiner Mutter zu verdanken hat, andererseits wegen seiner oft unkonventionellen und fragwürdigen Methoden. Nachts treibt er sich in illegalen Clubs herum und sein Drogenkonsum wird immer unkontrollierter. Auch seine Kollegin Deniz ist alles andere als unvorbelastet: Als Kind floh die Kurdin mit ihrem kleinen Bruder auf dem Rücken aus ihrem Heimatland, um sich ein Leben fernab von Unterdrückung und Ehrenmorden zu ermöglichen.
Diese beiden Ermittler machen sich auf die rasante Suche nach einem Serienmörder, der vier asiatische Masseurinnen auf eine brutale Art und Weise erschossen hat. Sie tauchen ein in eine Szene, in der es von illegalen Machenschaften nur so wimmelt: Prostitution, Menschenhandel, Bandenkriege, aber auch Rassismus und Hass, den die beiden teilweise am eigenen Leib zu spüren bekommen. Spätestens als plötzlich eine Zeugin auftaucht, deren Beine von wilden Tieren zerfleischt wurden, legt Zack alles daran, die kaum vorstellbare Brutalität auf seine eigene, fragwürdige Art zu stoppen.
Dieses Buch macht betroffen, da es selbst vor grausamen Verbrechen an Kindern keinen Halt macht. Es ist unglaublich spannend, weil man bis zum Schluss mit Zacks illegalen Machenschaften hadert, und doch schließlich verstehen muss, dass es manchmal keinen anderen Ausweg gibt, als unkonventionell und schnell zu handeln und Opfer in Kauf zu nehmen. Es beschreibt Situationen, die zu Polizeigewalt führen, und man selbst ist geneigt, diese Gewalt sogar zu verstehen. Und all das passiert in einem rasanten Tempo, das durch den Schreibstil noch beschleunigt wird. Mich hat das Buch absolut in seinen Bann gezogen. Zum Schluss ist zwar der Fall gelöst, aber es sind nicht alle Fragen geklärt, was auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt!

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(73)

92 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

drogen, thriller, london, drohnen, brexit

Die Lieferantin

Zoë Beck , Thomas Wörtche
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.07.2017
ISBN 9783518467756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Lieferantin“ von Zoe Beck ist ein außergewöhnlicher Thriller, der in naher Zukunft tatsächlich so oder so ähnlich auch real stattfinden könnte. Es geht um die junge Elliot Johnson, die ein mächtiges Start-Up in London gegründet hat. Mit den von ihrer Firma entwickelten High-Tech-Drohnen und einer dazugehörigen App liefert sie qualitativ hochwertige Drogen an ihre Kunden aus – und stellt damit die drei Unterwelt-Bosse in den Schatten. Es geht um die schwarze Mo, die für Elliot arbeitet, sich ab und zu mit Drogen ablenkt von dem Gefühl, nirgends akzeptiert zu sein, es geht um Keira, eine Zwischenhändlerin, um Declan, den intelligenten Sohn eines der mächtigsten Londoner Drogenbosse, und nicht zuletzt um einen kleinen Restaurantbesitzer, der durch einen Mord an einem Schutzgelderpresser einen Stein ins Rollen bringt. Er führt zu einer digitalen Verfolgungsjagd und zu einem Kopfgeld, das auf Ellie ausgesetzt wird. All dies spielt sich im London der Zukunft ab, in einer Stadt, in welcher es gerade erbitterte Kämpfe gibt zwischen Befürwortern und Gegnern einer nationalen Kampagne für den Drogenausstieg, dem „Drexit“.
Zoe Beck beherrscht es in diesem außergewöhnlichen Thriller, den Leser sofort mitzunehmen und ans Buch zu fesseln. Viele Details lassen einen spüren, dass die Zukunft, die hier beschrieben wird, gar nicht in so weiter Ferne ist. Technisch ist fast alles heute schon möglich, und von der Protagonistin, Ellie, geht eine seltsame Faszination aus, weil sie auf eine gewisse Art und Weise unnahbar ist und ihr ganzes Geschäft geschickt und intelligent aufgebaut hat. Auch andere Charaktere sind geschickt beschrieben, und lassen den Leser an manchen Stellen zweifeln, wer denn nun eigentlich die „Bösen“ in diesem Buch sind.
Der einzige Kritikpunkt ist, dass es sich nicht um einen Thriller im klassischen Sinne handelt. Die Morde werden fast nur am Rande erwähnt und sind Nebensache, während der eigentliche Fokus eher gesellschaftlicher und moralischer Natur ist.
Alles in allem halte ich das Buch für sehr gelungen, weil es an vielen Stellen erstaunlich realistisch ist, weil man sich in das (wenn auch komplexe) Szenario gut hineindenken kann und weil es dem Leser selbst überlassen wird, was er nun für moralisch richtig oder falsch hält. Eine außergewöhnliche Idee und toll umgesetzt!

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