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147 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

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Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus

Oliver Pötzsch
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783471351598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Bücher von Oliver Pötzsch gehören für mich zur Pflichtlektüre.

Mit seinem neusten Werk nimmt er sich die wohl bekannteste Figur der deutschen Literatur vor – Dr. Johann Georg Faustus. Das dieser wirklich existiert hat und auch Goethe zum Vorbild diente, war mir bis zum Lesen dieses Buches nicht bekannt.

Johann Georg, von seiner Mutter liebevoll Faustus – der Glückliche - genannt, ist anders als die Kinder seines Dorfes. Er ist klüger, liest und lernt gern und ist vielseitig interessiert. Andere Kinder hänseln oder meiden ihn deshalb, nur die Nachbarstochter Margarethe ist gern mit ihn zusammen. Als sich im Laufe der Jahre zwischen den beiden mehr entwickelt und es zu einen schrecklichen Unglück im Dorf kommt, wirft ihn sein Vater vom Hof. Faustus bleibt nichts weiter übrig, als sich den Magier Tonio anzuschließen, dessen Schüler er wird. Doch schon bald lernt er dessen dunkle Seiten kennen.

Mit diesen Roman ist es Oliver Pötzsch wieder einmal gelungen, diese Zeit unterhaltsam vor meinen Augen entstehen zu lassen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und spannend, auch wenn Faustus für mich nicht zum Sympathieträger wurde. Seine Entwicklung ist aber für mich glaubhaft und nachvollziehbar.

Auf den bereits angekündigten zweiten Teil, der im September 2019 erscheint, bin ich schon sehr gespannt.

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Das Mädchen, das von Freiheit träumte

Tilli Schulze , Lorna Collier , Simone Jakob
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 13.07.2018
ISBN 9783746634197
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als der 1939 der zweite Weltkrieg ausbricht, ist Tilli Horn gerade 5 Jahre alt. Mit ihren Eltern und Geschwistern lebt sich im brandenburgischen Dölitz auf einen Bauernhof. Zunächst sind die Schrecken des Krieges weit entfernt. Doch dann werden immer mehr Männer zum Wehrdienst einberufen, der Krieg lässt sich nicht mehr verdrängen und auch in Dölitz und damit Tilli´s Leben hält er Einzug. Die Appelle zu Hitlers Geburtstag, Luftschutzübungen, die Rationierung von Lebensmitteln, Kriegsgefangene – all das gehört jetzt dazu. Und nach Ende Hitlers Schreckensherrschaft kommen die Russen und verbreiten unter den Anwohnern Angst und Schrecken und wieder erlebt Tilli dies aus allererster Nähe mit. Sie und weitere Mädchen und junge Frauen müssen sich monatelang auf einen Dachboden verstecken, denn die Russen waren nicht die Heilsbringer und Befreier, für die alle sie gehalten haben. Viele wollten sich für die Verbrechen der Wehrmacht an der russischen Bevölkerung rächen und haben dabei alles menschliche vergessen lassen.

Doch Tilli lässt sich nicht unterkriegen. Sie ist ein starkes Mädchen, das von Freiheit und Amerika träumt.

Mir hat „Das Mädchen, das von Freiheit träumte“ gut gefallen. In einer leicht verständlichen Sprache schildert die Autorin darin ihre eigenen Erinnerungen an ihre Kindheit. Dies macht es für mich noch greifbarer und realistischer, gerade wenn ich bedenke, dass meine Oma ebenfalls 1933 geboren wurde. Welchen Schrecken diese Generation durchmachen musste, ist für uns heute unbegreifbar.

 


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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

„Das rote Adressbuch“ ist der Debütroman der Schwedin Sophia Lundberg und eines meiner Lesehighlights 2018.

Hauptprotagonistin ist die betagte, alleinlebende Dame Doris. Ihre Verbindung zur Außenwelt und ihrer in den USA lebenden Großnichte Jenny ist der Computer. Am Ende ihres langen Lebens wünscht sich Doris, dass Jenny ihre Lebensgeschichte liest.

Zu ihren zehnten Geburtstag hat Doris von ihren Vater ein rotes Adressbuch geschenkt bekommen, in dem sie all die Menschen eingetragen hat, denen sie in ihren Leben begegnet ist und die ihr etwas bedeutet haben. Hinter den meisten Namen steht allerdings mittlerweile der Eintrag TOT.

Auf sehr einfühlsame, berührende und feinfühlige Weise beschreibt die Autorin die Hauptprotagonistin Doris, die mir von Anfang an sympathisch war und deren Lebensweg ich sehr gern verfolgt habe. Dabei wechseln sich Passagen aus den hier und jetzt mit denen aus Doris Vergangenheit ab. Als Leser erlebt man mit, wie sich Doris nach den Tod ihres Vaters als Dienstmädchen verdingt, später in Paris als Mannequin gefeiert wird, sowie die überstürzte Abreise nach Amerika und letzten endlich die Suche nach Liebe. Aber man erlebt auch die einsame Doris in ihrer Wohnung, wo sich ein Pflegedienst um sie kümmert und später nach einen Sturz im Krankenhaus. Niemand hat wirklich Zeit, alle sind gestresst und hetzten durch den Tag. Mich hat gerade dieses Gefühl der Einsamkeit nach einem langen, ereignisreichen Leben sehr berührt und nachdenklich gemacht.

Vielleicht sollten wir alle auch mal innehalten, uns auch an kleinen Dingen freuen und vor allem den Kontakt mit der älteren Generation nicht abreißen lassen.

Am Ende des Lebens steht wohl die Frage. „Hast du genug geliebt?“

In meinen Augen ist „Das rote Adressbuch“ ist ein wunderbarer Roman über das Leben, die Liebe und die Einsamkeit im Alter den ich sehr gern gelesen habe und den ich unbedingt weiterempfehle. 

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Das Jahrhundertversprechen

Richard Dübell
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289663
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Das Jahrhundertversprechen“ ist der dritte und damit abschließende Teil der Jahrhundert-Trilogie aus der Feder von Richard Dübell.

Deutschland steht am Ende des großen Krieges kurz vor dem Ruin, Inflation und Wirtschaftskrise machen der Bevölkerung zu schaffen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Familie von Briest. Die Detektei von Otto und Hermine steht vor dem Bankrott und auch das Familiengut ist bedroht. Otto und Hermine versuchen zu retten, was zu retten ist. Währenddessen träumt die gemeinsame Tochter Luisa von einer Karriere beim Film. Der Ziehsohn Max, eine ehemaliger Berliner Gassenjunge, hingegen versucht sich im aufstrebenden Motorsport zu beweisen.

Ich fand es wieder sehr interessant und spannend, die Familie auf ihren Weg zu begleiten. Auf gewohnt gekonnte Art und Weise bindet Richard Dübell die politischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Ereignisse dieser Zeit in seine fiktive Geschichte ein, schafft so ein authentisches Bild und lässt Geschichte lebendig werden.

Mir hat „Das Jahrhundertversprechen“ wieder sehr gut gefallen und ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Aus meiner Sicht kann man diesen Roman unabhängig von seinen Vorgängern lesen, es macht aber Sinne die Reihenfolge einzuhalten und so ein komplexes Bild und Verständnis zu bekommen. Zudem hat man zwei wirklich tolle Bücher vor sich.

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127 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 82 Rezensionen

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Wenn wir wieder leben

Charlotte Roth
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426520307
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Wenn wir wieder leben“ ist das mittlerweile fünfte Buch der Autorin Charlotte Roth und wie ich finde eines der stärksten und persönlichsten, hat doch die Oma der Autorin in Gdansk/ Zoppot gelebt und Charlotte Roth hat die Stadt bei ihren Recherchen mehrfach besucht. Und genau diese Verbundenheit merkt man der Geschichte an, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird.

1963 lernen wir Wanda kennen, die Musik liebt, sich aber entschlossen hat Lehrerin zu werden. Wanda lernt an der Uni Andras kennen, dessen Familie während des zweiten Weltkrieges in den KZ´s umgekommen ist. Andras hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen aufzuspüren und die Täter von damals vor Gericht zu bringen. Wanda hingegen ist mit ihren Schwestern wohlbehütet und von allen schrecklichen abgeschirmt aufgewachsen und hat zu ihrer Mutter eine sehr enge Bindung. Doch als Wanda nach ihren Wurzeln fragt, bekommt sie keine Antwort. So macht sie sich in Polen auf die Suche nach jemanden, der sich erinnert.

Der zweite Handlungsstrang spielt Gdansk/ Zoppot. Gundi Sonnenschein, das glücklichste Kind der Ostsee, wächst bei ihren Großvater, liebevoll Pop genannt, auf. Alle Herzen fliegen ihr zu und zusammen mit ihren Freunden gründet sie eine Band. Nach anfänglichen Schwierigkeiten landen die vier einen Superhit, auf den auch die erstarkenden Nationalsozialisten aufmerksam werden und Gundi fortan überall den roten Teppich ausrollen. Die vier Freunde befahren zusammen auf den KdF-Schiff Wilhelm Gustloff die Meere und feiern Erfolge. Dass sich die Zeiten geändert haben, die Nationalsozialisten ihre Ideologie verbreiten, Juden und Polen unerwünscht sind und verfolgt werden, merkt Gundi zu spät. Und dann überfällt Hitler Polen.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt sehr flüssig und als Leser ist man sofort mitten im Geschehen. Man freut, hofft, bangt mit, will die Personen manchmal schütteln und ihnen die Augen öffnen oder sie ganz einfach in den Arm nehmen.

Aber es ist auch kein Buch zum runterlesen, auch wenn der Handlungsstrang um Gundi Sonnenschein zunächst einen Ferieneindruck vermittelt. Dies ändert sich und spätestens ganz am Ende sieht man Gundi mit anderen Augen. Für mich macht sie eine glaubhafte und nachvollziehbare Entwicklung durch und ist für mich ein absoluter Sympathieträger, auch wenn ich nicht alle ihre Entscheidungen gutheiße.

Ein zum Thema passendes Cover, ein ausführliches Nachwort sowie ein Glossar runden den Roman perfekt ab.

Von mir gibt es volle Punktzahl und eine absolute Kauf- und Leseempfehlung. 

 

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220 Bibliotheken, 7 Leser, 3 Gruppen, 136 Rezensionen

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Die Schönheit der Nacht

Nina George
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.05.2018
ISBN 9783426654064
Genre: Romane

Rezension:

Seit ihren Welterfolg „Das Lavendelzimmer“ und den mindestens genauso guten Buch „Die Mondspielerin“ gehört Nina George für mich zu den absoluten Top-Autorinnen. Aber mit ihren Roman „Die Schönheit der Nacht“ hatte ich zugebenermaßen zunächst arge Schwierigkeiten bevor ich damit warm wurde und der Funke übergesprungen ist.

Hauptprotagonistinnen sind zwei völlig unterschiedliche Frauen.

Claire ist eine angesehene Pariser Verhaltensbiologin. Sie ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Sie fühlt sich in ihrer Ehe und Mutterrolle gefangen – irgendwas fehlt in ihren Leben. Sie fühlt sich versteinert, lebt nicht mehr und funktioniert nur noch.

Julie hingegen ist erst 19 Jahre. Sie ist die Freundin von Claires Sohn und sehnt sich nach den Leben, auf irgendwas was sie in Brand setzt.

Bei einen gemeinsamen Sommerurlaub in der Bretagne entdecken beide Frauen ihr Leben neu.

Der Schreibstil ist auch in diesen Roman von Nina George absolut traumhaft. Einige Sätze musste ich mehrfach lesen, einfach weil sie so schön geschrieben sind. Und genau das schätze ich an Nina George. Mit ihren sinnlichen, leidenschaftlichen und traumhaften Schreibstil versteht sie es auf unglaubliche Art und Weise Gefühle beim Leser zu wecken, Bilder im Kopf entstehen zu lassen und ihn auf ihre Reise mitzunehmen.

In diesen Roman geht es um-sich-selbst-verlieren und um-sich-selbst-finden. Ich habe das Buch sehr nachdenklich zugeklappt und musste mir erstmal über meine eigene Situation Gedanken machen. „Die Schönheit der Nacht“ ist in meinen Augen kein Buch zum einfach runterlesen. Man muss sich bewusst darauf einlassen und wer das tut, wird mit einen tollen Buch belohnt.

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323 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 174 Rezensionen

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Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe

Corina Bomann
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289960
Genre: Historische Romane

Rezension:

Corina Bomann gehört schon längst zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit der Trilogie „Die Frauen vom Löwenhof“ verlässt sie nun aber ihren bekannten Pfad.
Agneta führt in Stockholm ein selbstbestimmtes und freies Leben. Sie studiert Kunst und lebt mit Michael zusammen, ohne verheiratet zu sein. Das war 1913 für eine Frau natürlich nicht selbstverständlich. Dabei setzt sie sich zusammen mit anderen für Frauenrechte ein. Ihre Eltern missbilligen die Lebensweise ihrer Tochter.

Als ihr Vater und ihr älterer Bruder bei einen Brand ums Leben kommen, muss Agneta zurück nach Hause. Sie ist nun die Erbin des Löwenhofes. Auch wenn sie weder dafür vorgesehen war noch es selbst will, fügt sie sich der Pflicht und der Familientradition und stellt ihre eigenen Träume und Wünsche hintenan. Doch im Kleinen versucht sie ihre Ansichten durchzusetzen.

Wie ich es von Corina Bomann nicht anders kenne, ist der Schreibstil wunderbar flüssig und bildhaft. Als Leser kann man in die Geschichte eintauchen und es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen. Dabei bindet die Autorin auch die Ereignisse dieser Zeit ein. Die Vorboten und der Beginn des ersten Weltkriegs und Schwedens Umgang damit, die Suffragetten-Bewegung sowie technische Errungenschaften werden geschickt in den Roman eingebunden.

Mir hat der erste Teil dieser Trilogie sehr gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf die beiden nächsten Teile, die zeitnah im September 2018 und Januar 2019 erscheinen sollen.

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

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Revolution im Herzen

Claudia Beinert , Nadja Beinert
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426654330
Genre: Historische Romane

Rezension:


Nach ihren Romanen um die berühmte Uta von Naumburg und die Mutter von Martin Luther haben die Beinert-Schwestern in ihren neuen Roman nun eine Frau zur Protagonistin gemacht, von der ich ehrlich gesagt noch nie gehört hatte - Lenchen Demuth - die Geliebte von Karl Marx.

Lenchen wächst in Sankt Wendel in Armut auf. Die Not ist immer zu Gast im Hause Demuth und nach den frühen Tod ihres Vaters beschließt sie das elterliche Heim zu verlassen und sich als Dienstmagd zu verdingen und so Geld zu verdienen. Sie macht sich auf den Weg nach Trier und lernt dort Jenny von Westphalen kennen. Auf deren Zusprechen fängt Lenchen als Dienstmädchen im Hause des Barons von Westphalen an und begegnet dort den jungen Karl Marx. Zwischen den beiden so unterschiedlichen Mädchen entwickelt sich im Laufe der Jahre eine Freundschaft und so folgt Lenchen Jenny nach deren Heirat nach Brüssel, Paris und London, kümmert sich um die Kinder der Familie Marx und ist mitten im Geschehen um Karl Marx und Friedrich Engels und kann den Leser so private Einblicke in deren Leben geben.

Die Handlungen sind logisch und nachvollziehbar aufgebaut und erzeugen so ein authentisches Bild dieser Zeit. Die beginnende Industrialisierung und die Folgen für die Menschen, die Not der einfachen Bevölkerung und die Dekadenz der Oberen.

Als Leser will man die Geschichte weiter verfolgen und wissen, wie aus den Dienstmädchen Lenchen die Frau Helena, die Geliebte von Karl Marx, wurde.

Das Personenregister zu Beginn hat mir gut gefallen, wurde von mir aber nicht benötigt, da alle Personen gut in die Geschichte eingeführt und eingebunden wurden.

Ein sehr ausführliches und interessantes Nachwort sowie ein Glossar runden das Buch ab. Es gliedert sich in 6 Teile und 27 Kapitel und umfasst die Zeit von März 1829 bis April 1855.

Mir ist aufgefallen, dass der Roman ein fast identisches Cover wie der Roman „Die Charité“ von Ulrike Schweikert hat. Das finde ich mehr wie schade.

Mir hat „Revolution im Herzen“ sehr gut gefallen und ich empfehle es gern weiter.









 


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151 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 76 Rezensionen

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Der Reisende

Ulrich Alexander Boschwitz , Peter Graf
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 28.10.2018
ISBN 9783608981230
Genre: Historische Romane

Rezension:

In seinem Werk „Der Reisende“ beschreibt der Autor Ulrich Alexander Boschwitz die Tage nach dem Novemberpogrom am 09.11.1938 aus Sicht des Otto Silbermann.

Otto Silbermann ist ein in Berlin lebender Kaufmann. Er ist wohlhabend, deutsch gesinnt aber jüdischer Herkunft. Im ersten Weltkrieg hat er als Soldat gekämpft.

Er hat die richtige Zeit zur Ausreise verpasst, der Sohn in Paris kann ihn keine Papiere besorgen. Auch kann sich Silbermann nicht vorstellen, dass Juden plötzlich nicht mehr Teil der deutschen Bevölkerung sein sollen.

Nach den Überfall auf seine Wohnung irrt er mit der Reichsbahn durch Deutschland, immer auf der Hut vor Entdeckung, immer in Angst um seine Familie und immer fest an seinen Aktenkoffer mit den letzten Barmitteln geklammert. Dabei kommt Otto Silbermann keineswegs wirklich sympathisch rüber. Teilweise verachtet er seine Leidensgenossen, denen er auf der Flucht begegnet. Doch auch nicht alle Deutschen, die er trifft, sind schlechte Menschen.

Das man als Leser weiß, dass die Geschichte genau zu dieser Zeit geschrieben wurde, macht das Gelesen umso beklemmender und eindringlicher.

Ein sehr interessantes und ausführliches Nachwort, in dem auch der kurze Lebensweg des Autors aufzeigt wird, machen das Buch komplett.

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520024
Genre: Historische Romane

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Herrscher des Nordens - Odins Blutraben

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2017
ISBN 9783426520031
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Odins Blutraben“ ist nach „Thors Hammer“ bereits der zweite Band um den Norweger-König Harald Hardrada aus der Feder von Ulf Schiewe.
Nachdem „Thors Hammer“ mit einen fiesen Cliffhanger endete, war ich einigermaßen überrascht, dass dieses Buch ca. fünf Jahre später einsetzt.
Harald und seine Männer sind in den Diensten von Jarisleif in Nowgorod. Doch sie langweilen sich. Das Tribut eintreiben ist nicht ihre Sache. Im Auftrag Jarisleif´s geht Harald nach Kiew, um die Stadt gegen die Petschenegen zu verteidigen. Doch auch hier wird er nicht glücklich und so zieht er weiter nach Konstantinopel, wo er als Söldner und Offizier der Warägen auf Kriegszüge geht und es so zu einen beachtlichen Vermögen und Ansehen bringt.
Auch die Kaiserin Zoe wird auf ihn aufmerksam, doch die Affäre bleibt nicht ohne Folgen.
Da das Leben Haralds für diese Zeit wohl recht gut überliefert ist, hält sich Ulf Schiewe eng an die historischen Vorgaben. Seine umfangreichen Recherchen merkt man dem Buch an.
Der Schreibstil ist sehr spannend, flüssig und bildhaft, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Unruhige, aufwühlende Szenen wechseln sich mit etwas ruhigeren ab, so dass man als Leser auch immer wieder Luft holen kann.
Die Entwicklung Haralds zum Anführer seiner Männer ist für mich absolut glaubhaft und nachvollziehbar. Auch alle anderen Charaktere zeichnet der Autor überzeugend.
Meiner Meinung nach ist eine Kenntnis des Vorgängers „Thors Hammer“ für die Lektüre und das Verständnis unbedingt erforderlich.
Da auch dieser Roman mit einen Cliffhanger endet, kann ich den nächsten und abschließenden Band „Die letzte Schlacht“ kaum erwarten. Zum Glück werden die Bücher zeitnah zueinander veröffentlicht.
Von mir gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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78 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Wolfsschwestern

Philippa Gregory , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.09.2017
ISBN 9783499291159
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mich die Autorin Philippa Gregory mit ihren „Rosenkrieg“-Bücher überzeugen konnte, musste ich natürlich auch ihr neustes Werk lesen und wieder hat sie eine starke Frau zur Haupt-Protagonistin gemacht.
Als Tochter von Heinrich Tudor und Elisabeth von York war Margaret Tudor die ältere Schwester des späteren Heinrich VIII. Sie war Tudorprinzessin, durch Heirat Königin von Schottland und Mutter eines schottischen Königs. Durch ihre Abstammung wurde sie zum Spielball der Nationen, wechselnde Allianzen und Bündnisse zwischen England, Schottland, Frankreich und Spanien bestimmten ihr Leben.
Mit der ersten Frau ihres Bruders Heinrich VIII, Katharina von Aragon, stand sie im ständigen Wettstreit um die Macht und um die Geburt eines Thronfolgers.
Die Autorin lässt Margaret die Ereignisse aus ihrer Sicht betrachten, so ist man als Leser immer mitten im Geschehen ist.
Philippa Gregory zeichnet sie als ziemlich moderne Frau, die sich nicht von Männern dominieren lassen will, dabei aber eben in der Rolle der Frau der Zeit gefangen ist. Nach den Tod ihres ersten Manns, König James IV von Schottland, versucht sie mit allen Mitteln den Thron für ihren Sohn zu sichern und aber eben auch ihr persönliches Glück zu finden.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und lässt die 650 Seiten schnell vergehen, auch wenn sich an manchen Stellen Längen eingeschlichen haben.
Ein umfangreiches, interessantes Nachwort sowie Stammbäume der Familien Tudor und Stewart runden den Roman ab.
Wie ich in der Vorschau gesehen habe, erscheint im Herbst 2018 der nächste Band der Das-Erbe-der-Tudors-Reihe „Um Reich und Krone“, auf den ich mich schon jetzt sehr freue.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

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Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Beate Sauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289571
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Deutschland im Hungerwinter 1947. Die Menschen leiden zwei Jahre nach den Krieg Not und Mangel. Der Hunger und die Wohnungsnot sind groß, der Handel auf dem Schwarzmarkt blüht. Da wird in der Eifel der Schwarzmarkthändler Jupp Küpppers ermordet. Der kleine Peter ist Zeuge der Tat, weigert sich aber zu sprechen. Da in Küppers Lager auch Waren aus britischen Beständen gefunden wurden, soll Lieutenant Richard Davies von der Royal Military Police in den Fall ermitteln. Zur Seite wird ihn die zur Weiblichen Schutzpolizei gehörende Friedericke Mattheé gestellt. Da sie, genau wie der Junge aus Ostpreußen stammt, findet sie Zugang zu ihn. Friedericke und ihre Mutter haben genau wie Peter auf der Flucht schreckliches erlebt. Auch bei ihnen ist die Not groß und manchmal findet Friedericke kaum die Kraft zum weiterleben. Doch auch Richard Davies kämpft mit den Schatten seiner Vergangenheit. Im Laufe der Ermittlungen erfährt der Leser auch hierzu mehr.

Beate Sauer kannte ich als Autorin historischer Romane. Mit ihren neuen Roman wagt sie sich nun an ein neues Genre heran.

Dabei beschreibt sie sehr bildhaft die Not und das Elend der Menschen in den Nachkriegsjahren und ihren Kampf ums tägliche Überleben. Auch Friedericke Mattheé, Richard Davies, Peter und all die anderen Protagonisten sind gut gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten, ihre Stärken und Schwächen und zeichnen so ein für mich realistisches Bild dieser schlimmen Zeit.

Mit hat „Echo der Toten“ gut gefallen. Der Schluss lässt vermuten, dass es ein Wiedersehen mit Friedericke Mattheé geben wird.

Ein ausführliches und interessantes Nachwort rundet den Roman ab.

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193 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 99 Rezensionen

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Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

Coblenz 1822: Sieben Jahre nach der Schlacht und der Niederlage Napoleons bei Waterloo sind die Preußen die neuen Herren im ehemaligen französischen Rheinland.

Vor diesen geschichtlichen Hintergrund legt die Autorin ihren Roman an.

In Koblenz errichten die Preußen die Festung Ehrenbreitstein neu.

Als geheime Pläne zu Aufbau und geplanter Verteidigung der Festung gestohlen werden, wird der Pionier Christian Berger verdächtigt, denn wer würde sich für die Rolle eines Spiones und Verräters besser eignen, als der Sohn eines französischen Offiziers. Doch seine Schwester Franziska ist von seiner Unschuld überzeugt und versucht auf eigene Faust den wahren Verräter zu überführen. Nach anfänglichen Zögern erhält sie dabei Unterstützung durch Christians Vorgesetzen, den Leutnant Rudolf Harten, der als Ingenieur den Bau der Festung überwacht. Dabei kommen sich die beiden näher, wie es ihre Abstammung und ihr Stand erlauben.

Mit ihrer bildhaften Sprache hat mich die Autorin gleich begeistert und in die Handlung hereingezogen. Detailreich und facettenhaft malt sie ihre Figuren, schildert die Landschaft und lässt erkennen, wie gewissenhaft ihre Recherche ist. Mir war dieses Stück deutsche Geschichte ebenso unbekannt wie die Festung Ehrenbreitsein an sich. Aber Maria W. Peter gelingt es hervorragend diese Wissenslücke auf sehr unterhaltsame Weise zu schließen. Dabei zeigt sie auch die Unterschiede zwischen Rheinländern und Preußen auf. Die einen steif, streng, pedantisch und evangelisch, die anderen lebensfroh, gesellig, gemütlich und zudem katholisch.

Das Buch gliedert sich in 5 Teile und 50 Kapitel sowie einen Epilog.

Ein sehr interessantes und umfangreiches Nachwort, ein Glossar sowie Kartenmaterial machen das Paket rund.

Einziges Manko ist meiner Meinung nach das Cover. Die Gestaltung mit einer gesichtslosen Frau im Vordergrund finde ich im Bereich historischer Romane überstrapaziert und so sticht „Die Festung am Rhein“ aus der Masse leider nicht heraus, und so wird dieses tolle Buch vielleicht weniger begeisterteLeserInnen finden, wie es verdient.

Von mir gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Triumph des Himmels

Andrea Schacht
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.07.2015
ISBN 9783734101137
Genre: Historische Romane

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126 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Bretonisches Leuchten

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 27.06.2017
ISBN 9783462050561
Genre: Krimi und Thriller

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92 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

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Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf

Oliver Pötzsch
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548288376
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl wird erstmals zum Scharfrichtertreffen nach München eingeladen. Dies ist eine große Ehre für ihn und da es die Tradition verlangt, dass er seine Familie vorstellt, reist diese mit ihn.
Zudem will er für seine Tochter Barbara einen Ehemann finden. Was er dabei nicht weiß: Barbara ist ungewollt schwanger.
Gerade in München angekommen, wird die Familie Kuisl sogleich in eine Reihe von Mädchenmorde verwickelt und Jakob Kuisl wäre nicht er selbst, wenn er seine große Nase nicht in die Ermittlungen stecken würde. Da die Morde die Handschrift eines Scharfrichters tragen, geraten auch die Mitglieder des Rats der Zwölf in Verdacht.
Nachdem ich alle Vorgängerromane um die Henkerstochter Magdalena und ihren starrköpfigen Vater Jakob Kuisl gelesen habe, stand natürlich Oliver Pötzschs neustes Werk schon längst auf meiner Wunschliste. Und auch wenn es sich mittlerweile um den siebten Teil dieser Reihe handelt, steht er seinen Vorgängern in nichts nach. Oliver Pötzsch versteht es ausgezeichnet Spannung zu erzeugen. Geschickt legt er falsche Spuren oder wechselt den Handlungsstrang und hält den Leser so bei der Stange und lässt ihn mitten im Geschehen sein.
Aus meiner Sicht ist es für das Verständnis des Falles nicht erforderlich die Vorgängerbände zu kennen. Da sich die einzelnen Figuren aber stets weiterentwickeln und auch die anderen Bände lesenswert sind, empfehle ich die Einhaltung der Reihenfolge.
Sehr gut gefallen mir zudem die Karte Münchens und die Übersicht der handelnden Personen zu Beginn des Buches So kann man, wenn erforderlich, sofort nachschauen. Ein sehr ausführliches und interessantes Nachwort sowie ein kleiner Münchner Stadtführer „Auf den Spuren der Henkerstochter“ runden den Roman ab.

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Im Lautlosen

Melanie Metzenthin
E-Buch Text: 526 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 11.07.2017
ISBN 9781542095969
Genre: Historische Romane

Rezension:

Hamburg 1926: Paula und Richard studieren Medizin, verlieben sich ineinander, malen sich eine gemeinsame Zukunft aus und gründen eine Familie. Das Glück scheint perfekt zu sein. Als sich herausstellt, dass ihr Sohn Georg gehörlos ist, versuchen Paula und Richard alles, ihn eine normale Kindheit zu ermöglichen.
Doch in Deutschland haben die Nazis die Macht ergriffen und haben eine menschenverachtende Ideologie.
Richard, der mittlerweile als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn arbeitet, kann und will sich mit den Euthanasiegesetzen der Nazis nicht arrangieren. Er erstellt falsche Gutachten und versucht so viele Menschen wie möglich vor den sicheren Tod zu retten. Doch als er auffliegt, ändern sich sein Leben und das seiner Familie, denn plötzlich ist auch Georg in Gefahr.
Ohne Effekthascherei und ohne mit erhobenen Zeigefinger daherkommend, erzählt Melanie Metzenthin ihre fiktive Geschichte, die jedoch auf vielen historischen Ereignissen und Begebenheiten aufbaut. Dabei greift sie auch auf private Erzählungen und berufliche Erfahrungen zurück, da sie selbst als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet.
Trotz des schwierigen Themas hat mir „im Lautlosen“ sehr gut gefallen. Alle Figuren sind Menschen mit Ecken und Kanten. Sie müssen teilweise schwere Entscheidungen treffen und mit Verlusten kämpfen, bleiben dabei aber eben menschlich. Als Leser identifiziert man sich gern mit ihnen. Man freut, hofft und bangt mit ihnen und wünscht ihnen alles Gute. Dabei macht es das Schicksal der Protagonisten den Leser schwer, dass Buch aus der Hand zu legen, auch wenn manche Szenen dies erfordern und man erstmal tief durchatmen muss. Dabei ist „Im Lautlosen“ trotz des Themas durchaus kein schwermütiges Buch, denn, wie im wahren Leben, kommt auch in schwierigen Situationen der Humor nicht zu kurz.
Ich wünsche den Roman viele begeisterte LeserInnen und empfehle ihn sehr gern weiter.

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Bis wieder ein Tag erwacht

Charlotte Roth
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.07.2017
ISBN 9783426518403
Genre: Romane

Rezension:

In den 1930iger Jahren wachsen in der Provence fünf Kinder gegen alle gesellschaftlichen Schranken miteinander auf. Nathalie, die Bürgerstochter, die adligen Brüder Didier und Fabrice, das Mauerblümchen Delphine sowie Nathalies Diener Salah. So unterschiedlich sie sowohl vom Stand als auch vom Charakter her sie sind - wie die fünf Finger einen Hand gehören sie zusammen. Doch sie sind Kriegskinder, der erste Weltkrieg hat in den Familien und den Köpfen der Franzosen tiefe Wunden geschlagen. Auf den Weg zum erwachsen werden, begleiten wir die fünf über die Jahre hinweg.
Zur gleichen Zeit lebt Alwin in Berlin. Nach den Tod seines Vaters und den Verlust des Familiengutes versucht Alwin seine Schwester und seine Mutter durchzubringen. Er fühlt sich der Familientradition verpflichtet und geht zum Militär. Doch in Deutschland übernehmen die Nazis die Macht.
Als es Nathalie in ihrem Dorf zu eng wird, geht sie nach Paris. Dort trifft sie auf Alwin und die beiden erleben einen bittersüßen Sommer. Doch was keiner wahrhaben und glauben wollte trifft ein: Deutschland und Frankreich stehen im Krieg!
Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus der Sicht gleich mehrerer sehr unterschiedlich gestrickter Romanakteure und treibt sie so voran.
Zudem ist es der Autorin meiner Meinung nach sehr gut gelungen das Grauen des Krieges beinahe greifbar zu machen. Man fiebert mit den Personen, hofft und bangt um sie.
Sehr geschickt bindet sie zudem reale Personen und Begebenheiten in die Geschichte ein. Die Chansonsängerin Fréhel, Abbe Franz Stock (den ich bis dahin nicht kannte), den französischen Résistance - Anführer Jean Moulin, General Charles de Gaulle und andere kommen in Nebenrollen zu ihren Auftritten.
Wer „Als wir unsterblich waren“ kennt, wird auf einige bekannte Gesichter treffen, die ebenfalls Gastauftritte haben.
Mir hat „Bis wieder ein Tag erwacht“ wieder sehr, sehr gut gefallen. Es ist kein Buch zum runterlesen, unweigerlich bangt, leidet, freut oder trauert man mit den Akteuren. Manche Szenen erforderten eine Pause, aber für Lange konnte ich das Buch nie aus der Hand legen.
Ein Nachwort sowie ein Glossar runden das Buch perfekt ab.
Charlotte Roth: Bitte unbedingt mehr davon!!!

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

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Piniensommer

Stefanie Gerstenberger
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 22.05.2017
ISBN 9783453291614
Genre: Romane

Rezension:

Stella und Nicola werden am gleichen Tag im gleichen Ort geboren, doch ihre Lebensgeschichte könnte nicht unterschiedlicher sein.
Doch gegen die Widerstände ihre Familien lieben sie sich, haben die Schule zu Ende gebracht und wollen nun Architektur studieren und sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Doch Nicola hat ein gefährliches Hobby – er ist leidenschaftlicher Apnoetaucher, liebt das Meer, wird sogar sizilianischer Meister. Doch auch eine alte Radiostation weckt sein Interesse und auf einen heimlichen Sender prangert er die Machenschaften der Oberen an.
Auch wenn „Piniensommer“ nach „Das Sternenboot“ der zweite Roman der Autorin Stefanie Gerstenberger über Stella und Nicola ist, kann er auch unabhängig davon gelesen werden. Ich hatte zwar am Anfang einige Schwierigkeiten, konnte dann aber wunderbar in die Geschichte eintauchen.
Der Autorin gelingt es wunderbar, das sizilianische Flair einzufangen - das glitzern des Meeres, der Duft der Pinien, die Mentalität der Bewohner. All das lässt sie bildhaft im Kopf des Lesers entstehen und man merkt der Geschichte die Liebe der Autorin zu Sizilien an. Auch wenn Trauer und Trauerbewältigung einen großen Teil des Buches einnehmen, mir hat „Piniensommer“ sehr gut gefallen und dass dem Roman eine wahre Begebenheit zu Grunde liegt, macht ihn für mich noch berührender.
Auch wenn das Cover einen leichten Urlaubs- und Liebesroman suggeriert – es ist mehr als dies. Von mir eine klare Kauf- und Leseempfehlung – und Taschentücher bereithalten.

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324 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 112 Rezensionen

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Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mit „Die fremde Königin“ nimmt Rebecca Gable den Leser zum zweiten Mal mit in die Geschichte Deutschlands kurz vor der ersten Jahrtausendwende.
Die junge Adelheid von Burgund wird nach den Gifttod ihres Mannes Lothar zusammen mit ihrer Tochter Emma von Markgraf Berengar von Ivrea gefangen gehalten, der eine Hochzeit seines Sohnes Adalbert mit Adelheid erzwingen und so die Macht über Italien übernehmen will. Mit Hilfe des Panzerreiters Gaidemar kann Adelheid entkommen. Auf der Flucht verliebt sich Gaidemar in Adelheid, die jedoch eine Ehe mit König Otto I eingeht. Gaidemar steigt im Vertrauen der Königin auf und steht ihr und König Otto I loyal zur Seite.
Den fiktiven Charakter Gaidemar verwebt Rebecca Gable gekonnt mit den Begebenheiten dieser Zeit. Sie vermittelt den Leser die politischen und persönlichen Verhältnisse und Bündnisse, ist bei der Schlacht auf den Lechfeld und den Sieg über die Ungarn dabei und lässt den Leser die Kaiserkrönung in Rom miterleben.
Auch wenn ich manchmal den Überblick verloren habe, wer gerade mit wem verbündet ist bzw. rebelliert, ist „Die fremde Königin“ doch ein historischer Roman nach meinen Geschmack. Beim Lesen bekommt man ganz nebenbei einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit. Auch die Personen haben ihre Stärken und Schwächen.
Auch wenn dieser Roman der zweite Teil nach „Das Haupt der Welt“ ist, kann er vollkommen unabhängig gelesen werden. Wer den ersten Teil gelesen hat, wird allerdings einige bekannte Gesichter wiedertreffen.
Eine Übersichtskarte, ein Stammbaum sowie ein interessantes Nachwort runden dieses Buch für mich ab.
Auch wenn ich die Warningham-Reihe von Rebecca Gable sehr mag, hoffe ich doch auf eine Fortsetzung. Jede Menge Stoff dazu gibt es allemal.

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125 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

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Wenn das Eis bricht

Camilla Grebe , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2017
ISBN 9783442757176
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Haus des Geschäftsmanns Jesper Orre wird eine enthauptete Frauenleiche gefunden, den Kopf auf bizarre Weise platziert. Von Jesper selbst fehlt jede Spur. Peter Lindgren und sein Kollege werden mit den Ermittlungen beauftragt. Unterstützung bekommen sie dabei von der Kriminalpsychologin Hanne Lagerlind, die an beginnender Alzheimer leidet.
Das Brisante - vor 10 Jahren gab es einen ähnlich Fall, an dem Peter und Hanne gearbeitet haben. Der Täter wurde nie gefasst.
Eine weitere Figur ist Emma. Sie ist Verkäuferin und die heimliche Freundin von Jesper. Doch warum will er die Beziehung geheim halten?
Aus ihrer und der Sicht von Peter und Hanne wird der Roman abwechselnd in drei Handlungssträngen erzählt, wobei Emma´s Geschichte zwei Monate vorher einsetzt.
Ich kenne von Camilla Grebe bereits die Reihe um Siri Bergmann und hatte an „Wenn das Eis bricht“ große Erwartungen. Leider wurden diese nicht ganz erfüllt.
Die Handlung selbst kommt nicht so richtig in Fahrt, die privaten Probleme von Peter und Hanne nehmen für mich einen zu großen Raum ein und doch bleiben die Figuren selbst farblos. Einzig Emma konnte mich überzeugen.
Für einen Psychothriller fehlt es mir an etwas an Spannung und dieses Ich-will-unbedingt-wissen-wie-es-weitergeht Gefühl kam leider selten auf. Nichts desto trotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt, hoffe nun aber auf eine Fortsetzung der Siri-Bergmann-Reihe.

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Die verbotene Zeit

Claire Winter
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453359215
Genre: Romane

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Der Tag X

Titus Müller
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blessing, 27.02.2017
ISBN 9783896675040
Genre: Romane

Rezension:

„Der Tag X“ ist der erste Roman von Titus Müller, den ich gelesen habe.
Wie viele andere Wissenschaftler und Ingenieure aus der DDR wird auch der Vater von Nelly als Wissenschaftler 1946 in die Sowjetunion verschleppt, Mutter und Tochter bleiben zurück.
1953 steht Nelly kurz vor dem Abitur, doch sie geht zur Jungen Gemeinde, einer christlichen Organisation, die Staat und Partei ein Dorn im Auge ist. Nelly wird von der Schule und vom Abitur ausgeschlossen. Sie lernt den jungen Uhrmacher Wolf kennen, der sich in Nelly verliebt. Als er bei einen Einbruch in das Parteiarchiv erwischt wird, zwingt ihn die Stasi, Nelly und andere Mitglieder der Jungen Gemeinde zu bespitzeln.
Zeitgleich lebt Lotte als alleinerziehende Mutter mit ihren drei kleinen Kindern in Halle/S. Trotzdem sie frühmorgens zur Arbeit geht, gehen die Kinder oft hungrig zu Bett, denn die Versorgungslage in der DDR ist schlecht und in den Läden bleiben die Regale leer. Das und die Normerhöhung durch den Staat schüren den Unmut unter den Arbeitern, die ihrer Wut am 17. Juni 1953 freien Lauf lassen. Doch der Volksaufstand wird von den Russen blutig niedergeschlagen.
Und dann ist da noch der Russe Ilja. Er arbeitet als Spion für den russischen Geheimdienst und versorgt Nelly mit Briefen und Informationen über ihren Vater.
Titus Müller versteht es gekonnt, die verschiedenen Handlungsstränge aufzubauen und den Leser einen Blick in das Leben der Menschen der ehemaligen DDR und in die Machtzentrale der Russen werfen zu lassen und so ein Stück deutscher Geschichte lebendig werden zu lassen. Mit seiner klaren und präzisen Sprache nimmt der Autor den Leser mit in das Jahr 1953, als die Menschen der DDR ein Stück Freiheit gewittert haben. Meine Frage beim Lesen war immer wieder: Wie hätte alles sein können, wenn andere Menschen an der Macht gewesen wären und andere Entscheidungen getroffen worden wären?
Ein umfangreiches und sehr interessantes Nachwort inkl. eines kurzen Dankes runden den Roman ab.

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253 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 133 Rezensionen

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Sturmherz

Corina Bomann
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288390
Genre: Liebesromane

Rezension:

Alexa Petri und ihre Mutter Cornelia haben kein gutes Verhältnis zueinander. Doch als Cornelia nach einen Schlaganfall im Koma liegt, wird Alexa von einen Arzt gebeten, nach einer Patientenverfügung zu suchen bzw. sich um eine Vormundschaft zu kümmern. Dabei findet sie in den Unterlagen ihrer Mutter einen Brief, den diese vor vielen Jahren geschrieben hat.
Zur gleichen Zeit unternimmt der bekannte Autor Richard Henderson mit seinen Sohn Ethan eine Lesereise in Hamburg. Es stellt sich heraus, dass Richard und Cornelia eine große Liebe verbindet und beiden durch die damaligen Umstände getrennt wurden. Mit Hilfe von Richards Erzählungen und den Aufzeichnungen ihrer Mutter erscheint Cornelias Leben für Alexa nun in einem völlig anderen Licht.
Bei vielen Büchern, die wie hier in zwei Handlungsstränge gegliedert sind, lese ich einen Strang lieber wie den anderen. Dies ist bei diesen Roman nicht der Fall. Beide Geschichten konnten mich fesseln und überzeugen.
Leider kommt mir das Thema der großen Sturmflut zu kurz. Alles wird innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Auch wenn natürlich hier das Schicksal von Cornelia und Richard im Vordergrund steht, hätte ich gern mehr darüber gelesen.
Dass die Autorin mit der Sprache umzugehen weiß, merkt man auf jeder Seite und der Aufkleber „Kopfkino Edition“ hat seine absolute Berechtigung.
Corina Bomann hat mit „Sturmherz“ wieder einmal einen Roman geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat und den ich sehr gern empfehle.

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