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41 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

krimi, havel, toni sanftleben, berlin, potsdam

Kalte Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783740800017
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Ein junger Mann wird erschossen aufgefunden, doch sein Freund Alexander, der Sohn der Staatsanwältin Caren Winter ist seit dem spurlos verschwunden. Hauptkommissar Toni Sanftleben ermittelt wieder und die Täterjagd beginnt.

Fazit:

Mit diesem 2. Fall für den Kommissar Toni Sanftleben ist es Tim Pieper erneut gelungen, einen grandiosen Krimi zu schreiben. Meine Erwartungen waren hoch, denn mit "Dunkle Havel" hatte Tim ja bereits einen spannungsgeladenen Krimi vorgelegt und so war ich gespannt, ob oder wie er es schaffen wird.

Wenn man die Bücher von Tim Pieper liest, erfährt man neben dem Geschehen noch viel über seine Wahlheimat und man bekommt Lust die Wirkungsstätten zu besuchen. Durch seine Sprache fühlt man direkt die Stimmung, sei es an der Kirche, als sich Hendrik zum Termin mit seinem Henker begibt oder wenn in den verlassenen Orten wie den Beelitzer Heilstätten sich Gruppierungen treffen.

Seit dem Toni mit den Ermittlungen betraut wird, beginnt das Verwirrspiel um den Täter. So viele Täter hat Toni gar nicht zur Auswahl, aber es kann auch kein Unbeteiligter gewesen sein, so dass nicht nur Toni der Kopf qualmt. Tim Pieper schafft es gekonnt, dass man sich mitten im Fall wiederfindet und ich persönlich habe michgefreut, wieder "alte" Kollegen von Toni zu treffen. Phong mit seiner speziellen Art ist mir in "Dunkle Havel" schon in Erinnerung geblieben und so war das Buch auch für mich wie eine Art "Wiedersehn".

Neben dem Fall spielt auch Tonis Privatleben eine große Rolle. Jahrelang hat er seine vermisste Frau gesucht und nun nach dem sie wieder da ist, müssen sie zueinander finden. An sehr guten Krimis mag ich immer besonders gern die Ermittlungsarbeit und Herangehensweise an den Fall, aber auch die Eigenheiten der Ermittler. Und bei Toni spielt seine Verlustangst eine große Rolle und dies treibt ihn in seine Fällen an, diese zu lösen und nach Möglichkeit ohne viele Opfer.

Wie im täglichen Leben hat auch Toni mit Menschen zu leben/arbeiten, die man nicht unbedingt haben muss. Die in ihrer Art so sind, dass man sie am liebesten sonst wohin schießen möchte. Doch man muss in seinem Beruf damit zurecht kommen und Toni hat für sich einen guten Weg gefunden, mit seinen Gefühlen so klar zu kommen, dass er sich nicht angreifbar macht.

Besonders gut gelungen fand ich die Umsetzung im Buch, dass es Rückblicke zu dem erschossenen jungen Mann, Hendrik, gegeben hat, so dass man ein Stück weiter besser dessen "Entwicklung" verstehen kann.

Man Dank gilt Tim Pieper für diesen perfekten Krimi um die Fortsetzung und Weiterentwicklung der  Familie Sanftleben. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Danke auch nochmal für die tolle Widmung in meinem Rezensionsexemplar.

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135 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

entführung, pädophilie, witwe, thriller, psychothriller

Die Witwe

Fiona Barton , Sabine Längsfeld , Hafen Werbeagentur
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.05.2016
ISBN 9783805250979
Genre: Krimi und Thriller

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

goldene zwanziger, münchen, historischer roman, berlin, jetse

Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Ella ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter allein da steht. Im Nachlass findet sie einen Zettel mit dem Namen eines Münchener Professors. Wie es der Zufall so will, läuft sie dort ihrem zukommen Ehemann über den Weg, für beide Liebe auf dem ersten Blick. Ein scheinbar glückliches Leben in der besseren Gesellschaft steht vor ihr, doch auch ein Welt von Intrigen, Geheimnissen und Oberflächlichkeiten.

Fazit:

Heidi Rehn schafft es nach "Der Sommer der Freiheit" mich mit einem weiteren Roman zu begeistern. Ella ist mir sofort sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, sie lässt sich jedoch nicht hängen und geht ihren Weg. Mitunter scheint sie auch etwas zu gutgläubig zu sein, da sie nicht weiter nachfragt, was ihr Ehemann so geschäftlich allein zu klären hat bzw. sich mit lapidaren Aussagen zu frieden gibt. Aber dies ist ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit geschuldet und macht sie für mich noch sympathischer. Auch dass sie sich ihrer Schwägerin behaupten kann, beeindruckt mich, sie ist eine willensstarke junge Frau.

Ihr Ehemann Jobst, jüngster Sohn der Kirchenreuths, ist für mich zunächst sehr unnahbar, zu undurchsichtig, irgendwie mehr ein draufgängerischer Junggeselle, der nichts von der Vergangenheit wissen möchte und nur in der Gegenwart lebt. Im Verlauf der Geschichte erfährt man auch warum er so ist und so reagiert.

Seine Eltern sind erfolgreiche Besitzer einer Maschinenfabrik und passen ihre Meinung so an, dass sie weiterhin gut in der Gesellschaft dastehen und ja keine Aufträge durch mögliche neue politische Konstellationen verlieren. Mit der Zeit merkt man diese Oberflächlichkeit und wie das Ansehen der Familie im Vordergrund steht und nicht der einzelne.

An Falk, dem ältere Bruder von Jobst konnte ich nichts finden, was ihn positiv erscheinen lassen könnte. Er ist für mich eine solche Person, was für meinen Sohn als Schimpfwort verboten ist.

Schwägerin Viktoria hat in ihrer Art und Weise nicht meine Sympathie gewinnen können, doch ihr Leben ist nicht so golden wie zunächst gedacht und somit kann ich ihr Handeln zumindest im Rückblick besser verstehen, als Art Schutz.

Besonders gelungen finde ich, dass die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit deutlich wird, dass sich die meisten nicht mit der deutschen Kriegsschuld einverstanden gaben. Was für mich beim Lesen noch viel deutlicher geworden ist, wie schwierig das Regieren bei den vielen Parteien gewesen sein muss. Erschreckend und mir bisher völlig unbekannt, dass die bessere Münchener Gesellschaft Hitler und seine NSDAP finanziell unterstützt hat und das in Berlin und Brandenburg die Macht der Braunen so starkunterschätzt wurde. All das konnte mir kein Geschichtsunterricht lehren und somit ist "Spiel der Hoffnung" für mich nicht nur ein Gesellschaftsroman über die Goldenen Zwanziger sondern ein solide recherchierter historische Roman. Eindeutig eine Leseempfehlung und mein Lesehighlight im Herbst.

Hervorzuheben ist auch die gelungene Gestaltung des Taschenbuches, schon allein das Cover schickt mich in die Zeit der goldenen Zwanziger, Grammophon, extravagante Kleider und Tanzveranstaltungen. Schlägt man das Buch auf, wird man gleich von Heidi Rehn begrüßt, mit der Einladung mit ihr die Schauplätze des Romans in einem buchigen Spaziergang kennenzulernen, verlockend. Und natürlich das umfangreiche Glossar.

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goldene zwanziger, münchen, historischer roman, berlin, jetse

Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Ella ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter allein da steht. Im Nachlass findet sie einen Zettel mit dem Namen eines Münchener Professors. Wie es der Zufall so will, läuft sie dort ihrem zukommen Ehemann über den Weg, für beide Liebe auf dem ersten Blick. Ein scheinbar glückliches Leben in der besseren Gesellschaft steht vor ihr, doch auch ein Welt von Intrigen, Geheimnissen und Oberflächlichkeiten.

Fazit:

Heidi Rehn schafft es nach "Der Sommer der Freiheit" mich mit einem weiteren Roman zu begeistern. Ella ist mir sofort sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, sie lässt sich jedoch nicht hängen und geht ihren Weg. Mitunter scheint sie auch etwas zu gutgläubig zu sein, da sie nicht weiter nachfragt, was ihr Ehemann so geschäftlich allein zu klären hat bzw. sich mit lapidaren Aussagen zu frieden gibt. Aber dies ist ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit geschuldet und macht sie für mich noch sympathischer. Auch dass sie sich ihrer Schwägerin behaupten kann, beeindruckt mich, sie ist eine willensstarke junge Frau.

Ihr Ehemann Jobst, jüngster Sohn der Kirchenreuths, ist für mich zunächst sehr unnahbar, zu undurchsichtig, irgendwie mehr ein draufgängerischer Junggeselle, der nichts von der Vergangenheit wissen möchte und nur in der Gegenwart lebt. Im Verlauf der Geschichte erfährt man auch warum er so ist und so reagiert.

Seine Eltern sind erfolgreiche Besitzer einer Maschinenfabrik und passen ihre Meinung so an, dass sie weiterhin gut in der Gesellschaft dastehen und ja keine Aufträge durch mögliche neue politische Konstellationen verlieren. Mit der Zeit merkt man diese Oberflächlichkeit und wie das Ansehen der Familie im Vordergrund steht und nicht der einzelne.

An Falk, dem ältere Bruder von Jobst konnte ich nichts finden, was ihn positiv erscheinen lassen könnte. Er ist für mich eine solche Person, was für meinen Sohn als Schimpfwort verboten ist.

Schwägerin Viktoria hat in ihrer Art und Weise nicht meine Sympathie gewinnen können, doch ihr Leben ist nicht so golden wie zunächst gedacht und somit kann ich ihr Handeln zumindest im Rückblick besser verstehen, als Art Schutz.

Besonders gelungen finde ich, dass die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit deutlich wird, dass sich die meisten nicht mit der deutschen Kriegsschuld einverstanden gaben. Was für mich beim Lesen noch viel deutlicher geworden ist, wie schwierig das Regieren bei den vielen Parteien gewesen sein muss. Erschreckend und mir bisher völlig unbekannt, dass die bessere Münchener Gesellschaft Hitler und seine NSDAP finanziell unterstützt hat und das in Berlin und Brandenburg die Macht der Braunen so starkunterschätzt wurde. All das konnte mir kein Geschichtsunterricht lehren und somit ist "Spiel der Hoffnung" für mich nicht nur ein Gesellschaftsroman über die Goldenen Zwanziger sondern ein solide recherchierter historische Roman. Eindeutig eine Leseempfehlung und mein Lesehighlight im Herbst.

Hervorzuheben ist auch die gelungene Gestaltung des Taschenbuches, schon allein das Cover schickt mich in die Zeit der goldenen Zwanziger, Grammophon, extravagante Kleider und Tanzveranstaltungen. Schlägt man das Buch auf, wird man gleich von Heidi Rehn begrüßt, mit der Einladung mit ihr die Schauplätze des Romans in einem buchigen Spaziergang kennenzulernen, verlockend. Und natürlich das umfangreiche Glossar.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

piraten, nordeuropa, hanse, bremen, hansestadt

Von Piraten und Pfeffersäcken: Norddeutsche Zeitreisen

Heiko Kraft
Geheftet: 330 Seiten
Erschienen bei Verlag Hauke Kracht, 15.06.2016
ISBN 9783000529405
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Martin, der Hauptprotagonist, wächst unter Strandräubern auf und kommt mit der Skrupellosigkeit jedoch nicht zurecht. Als die Kogge vom Kaufmann Hermann Nienkerken kentert, kreuzen sich die Wege von beiden. Und eine packende Geschichte über den Handel zur Hansezeit und der Suche nach den eigenen Wurzeln beginnt.

Fazit:

Beim Lesen ist mir besonders Martin mit seiner freundlichen, natürlichen und vorurteilsfreien Art ans Herz gewachsen. Er macht nicht bei unrechten Sachen mit und hilft unerschrocken und rettet so Leben, wobei er auch sein eigenes riskiert. Irgendwie hat er gespürt, dass er nicht zu der Familie gehört, wo er aufgewachsen ist und für mich als Leser ist klar nachvollziehbar, dass er sich auf Suche nach seinen Ahnen begibt. Was der Autor gekonnt in die Geschichte stimmig einbindet. Auch die anderen handelten Personen werden immer wieder mit einbezogen, nehmen mitunter eine wesentliche Rolle im Leben von Martin oder seiner neuen Familie ein. Dieses Buch habe ich von Anfang bis Ende genossen und ich habe sehr viel über die Hanse, Kaufleute, Handel und das Leben zur damaligen Zeit gelernt. Sehr beeindruckend, wie Heiko Kraft es geschafft hat, Wissen so in die Geschichte einzubinden, dass es nicht wie ein Vortrag gewirkt hat, sondern es hat einfach gepasst.

Zum Beispiel habe ich immer gedacht, dass Hamburg immer mit eine der größten Städte in Norddeutschland gewesen ist, so aber habe ich erfahren, dass Lübeck zu dem damaligen Zeitpunkt größer und einflussreicher war.

Diesen historischen Roman kann ich bedingungslos empfehlen, da neben der Geschichte der Hanse und des Handels sehr viel geschichtliches Wissen vermittelt wird, was sehr einprägsam ist. Eine eindeutige Leseempfehlung. Mein Dank gilt Heiko Kraft für das bereitgestellte Leseexemplar.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

krimi, liebe, maria rhein, münster, geheimpolizei

Der Werwolf von Münster

Maria Rhein , Dieter Beckmann
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.03.2014
ISBN 9783839214923
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

1874, mitten in Münster geschehen unheimliche, bestialische Morde. Es ist schnell klar, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, es werden immer Bibelseiten auf den Opfern hinterlassen. Der Leser findet sich mitten im Kulturkampf zwischen preußischer Regierung und katholischer Kirche wieder.

Fazit:

Maria Rhein und Dieter Beckmann legen mit "Der Werwolf von Münster" einen historischen Kriminalroman vor und es ist meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Werk. Beim Lesen habe ich deutlich gemerkt, dass dahinter sehr viel Recherchearbeit liegt und hat mir auch die Zeit des Kulturkampfs nahegebracht, was mir so nicht bewußt war. Das Wissen wird gut in das Geschehen eingebunden, ohne dass es wie eine Geschichtsstunde wirkt. Dass man beim Lesen noch sein Geschichtswissen erweitert, so stelle ich mir historische Werke vor. Kommissar Heinrich Maler wird von der Geheimpolizei nach Münster geschickt, um einerseits die Mordserie zu beenden und andererseits der katholischen Kirche zu schaden. Maler ist ein junger ungestümer Mann, der seine Gefühle mitunter nicht unter Kontrolle hat und auch gerne trinkt. Doch er ist wortgewandt und setzt sich durch und erkennt, wer ihm bei der Aufklärung der Morde helfen kann und schließt so Freundschaft mit seinem Kutscher und akzeptiert diesen, obwohl dieser niedriger gestellt ist. Er kann gut kombinieren, doch durch Machenschaften in Berlin ist er zunächst nicht frei in seinen Entscheidungen. Eine weitere zentrale Rolle kommt Katharina zu, jung Witwe geworden und Schwester eines Opfers. So kommen beide in Kontakt und erkennen beide ihre Einsamkeit. Die Entwicklung der Liaison ging mir ein Stück zu schnell, aber trotzdem stimmig. Vielen Dank für das Leseexemplar und wieder ein gelungenes lesenswertes Buch aus dem Gmeiner Verlag.

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112 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

wales, liebe, cardigan bay, schuld, herrenhaus

Ein Sommer in Wales

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.07.2015
ISBN 9783442479627
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Vor 10 Jahren verbrachte Ally mit ihren Eltern und ihrem Bruder Simon die Ferien im malerischen Wales. Doch die Ferien nehmen ein trauriges Ende. Simon stirbt. 10 Jahre später ist Ally im Auftrag ihres Arbeitgebers in Wales als Journalist unterwegs und sie muss in die gleiche Region. Die Erinnerung und die Trauer nach Simon weden mehr als greifbar. Kann Ally sich den Erinnerungen stellen?

Fazit:

Erneut gelingt es Constanze Wilken mich mit ihrer Schreibkunst gefangen zu nehmen, den mit Beginn ist man Teil der Geschichte rund um Ally.

Die Hauptperson Ally ist gefangen in ihrem Schmerz um den Verlust ihres geliebten jüngeren Bruder. Als sie den Auftrag für die Reportage erhält, möchte sie absagen, zu tief sitzt der Verlust, auch nach 10 Jahren. Einerseits weil sie sich die Schuld gibt und anderseits ist ihre Familie an dem Unfalltod zerbrochen. Leider haben ihre Eltern in ihrer eigenen Trauer ihre Tochter nicht mehr wahrgenommen, sie haben vergessen, dass sie ein weiters Kind hatten. Allys Seele ist verletzt, sie kann erst zur Ruhe kommen, wenn sie weiß, wie es zum Tod von Simon kommen konnte, an einen Unfall kann sie nicht glauben. Ally wird sehr gut dargestellt, man kann sich gut in sie hineinversetzen, man spürt förmlich ihren Schmerz und kann ihre Gefühle nachvollziehen. Deutlich wird dies, als sie unverhofft ihrer Jugendliebe David gegenüber steht. Doch die anfängliche Abneigung wird schnell von den alten Gefühlen abgelöst. David war damals auch vom Tod des kleinen Simons schockiert. Er erkennt, dass Ally nicht zur Ruhe kommt und unterstützt sie. Ihn lässt Simons Tod auch keine Ruhe.

Das Buch spielt in 2 Zeitebenen, 2002 und 2012. So habe ich als Leser dir Chance, den kleinen schlauen Simon kennen- und lieben zu lernen. Die Harmonie und gegenseitige Achtung zwischen den Geschwistern ist deutlich fühlbar.

Neben den Hauptprotagonisten schafft es die Autorin kleine "Rand"figuren einzubauen, die sehr richtig für Ally sind, die dir aufbauen und die das Wesen von Freundschaft verdeutlichen.

Ich war noch nie in Wales, aber dicht die bildhafte Beschreibung der Landschaft, kann ich mir die malerischen Buchten und Klippen, geheimnisvolle Herrenhäuser direkt vorstellen, einfach perfekt.

Die Wahrheit zu Simons Tod ist mehr als erschreckend und man merkt, wie sehr man sich in vermeintlich guten Freunden täuschen kann.

"Ein Sommer in Wales" erhält von mir eine eindeutige Leseempfehlung! Absolut lesenswert!

Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezi-Exemplar und Constanze für das tolle Buch und die Begleitung der Leserunde.

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313 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

thriller, entführung, selbstmord, spannung, wiebke lorenz

Bald ruhest du auch

Wiebke Lorenz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 16.03.2015
ISBN 9783453291713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Daniel und Lena - ein perfektes Liebespaar, was in Liebe für einander aufgeht, nur das heißersehnte Kind fehlt. Doch dann ist Lena endlich schwanger und dann passiert am 2. Juli ein Autounfall und Daniel verliert sein Leben. Lena ist hochschwanger und allein. Emma kommt gesund zur Welt, doch dann ist Emma einfach weg, entführt und kann sich nur von Brief zu Brief mit den entsprechenden Anweisungen hangeln. Wer steckt dahinter und warum sinnt jemand nach Rache?

 

Fazit:

Wiebke Lorenz schafft mit "Bald ruhest du auch" einen Thriller, der von ersten bis zur letzten Seite, ja Zeile voller Überraschungen und Wendungen gestückt ist, so dass man das Buch nicht weglegen kann und somit seine Familie vernachlässigt - es müsste eigentliche eine Warnung aufs Buch- Macht süchtig - man kann nichts anderes mehr erledigen;-).

Mit der Hauptprotagonistin Lena fiebert man mit, man kann als Leser gar nicht anders, als in alle Richtungen zu ermitteln und jeden Verwandten oder entfernt Bekannten zu verdächtigen, der aus irgendeinem Grund auf Rache aus ist.

Doch wer kann dahinterstecken, wer kann was gegen das Vorzeigepaar gehabt haben? Sicherlich war Daniel bereits verheiratet und hat seine 1. Ehefrau und seine Tochter Josy wegen Lena verlassen, aber warum sollte man dann die neugeborene Tochter von Lena entführen? Ist sie nicht bereits durchs Schicksal mit dem Tod ihres Ehemannes hart bestraft?

Facetten- und temporeich begibt sich der Leser mit auf die Suche nach Emma und man spürt förmlich selbst, wie sehr die Angst ums eigene Kind das Handeln lenkt und man langsam verzweifelt und Dinge tut, die man nur "Verrückten" zu traut.

Ich weiß, dass man als Thriller-Fan die Bücher von Wiebke Lorenz lesen muss, ich hoffe es kommen noch viel mehr auf den Geschmack, ihre Bücher zu lesen. Es lohnt sich!

Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Diana Verlag für das Rezensionsexemplar.  

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

toskana, liebe, hamburg, partisanen, resistenza

Die Fasane der Signora

Constanze Wilken
E-Buch Text: 584 Seiten
Erschienen bei frankly, 06.03.2015
ISBN 9783945857069
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Oda macht sich nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters auf den Weg in Richtung Heimat, in die Toskana. Die Bilder ihrer Mutter lösen  in ihrem Elternhaus zahlreiche Erinnerungen an eine glückliche Kindheit aus. Doch Oda hat mit fünf Jahren bereits ihre Mutter verloren und war zum Schluss nur noch selten in der Toskana. In den Unterlagen ihres Vaters findet sie ein Foto von ihrem Großvater, der zu Kriegszeiten in der Toskana stationiert war. Ihre Suche beginnt.

Fazit:

Mit diesem Buch schafft Constanze Wilken eine unglaubliches Werk, was man gar nicht so recht in irgendein Genre stecken kann. Es ist ein gelungenes Werk mit historischen Aspekten  zu den Gegebenheiten des 2. Weltkriegs  in der Toskana und da die Geschichte um Oda auch in der Gegenwart spielt, kann man nachvollziehen, wie die Vergangenheit oft noch in weiteren "unbeteiligten" Generationen nachwirkt.

Constanze schafft mit Oda eine liebevolle und kämpferische Hauptprotagonisten. Sie ist mir sofort ans Herz gewachsen  und ich konnte ihre Sehnsucht und gleichzeitige Zerrissenheit zu ihren Wurzeln nachvollziehen. Die Zerrissenheit rührt daher, dass sie mit ihrem Vater nicht mehr  richtig reden konnte, da sie ihm nie verziehen hat, dass er sie damals nach dem Tod der Mutter nach Hamburg zur Großmutter gesteckt hatte. Zu dem Zeitpunkt, wo sie wenigstens die Liebe ihres Vaters gebraucht hätte, musste sie in eine herrschaftliche Villa bei einer herzlosen Frau, ihrer Großmutter Dorle, leben.
Im Rahmen ihrer Recherchen zu ihrem Großvater lernt sie Nella kennen, für mich die zweite wichtige tragende Person in diesem Werk.

Durch die Rückblicke in die Kriegszeit lernt man ebenso eine junge kämpferische Nella kennen und erkennt gemeinsame Charakterzüge zwischen Oda und Nella. Sicherlich verstehen sie sich auch aus diesem Grund so gut, obwohl Nella auf ihrem Bauerngut als mürrische ältere Frau bekannt ist.
Auch Nellas Leben ist von Krieg und Verlust geprägt, doch sie ist nicht so verbittert geworden wie Odas Großmutter Dorle.

Besonders gut haben mir die Rückblicke auf das Leben der Großmutter Dorle gefallen. Man hat so einen Einblick erhalten, wie das Leben kurz vorm Krieg in Hamburg gewesen ist. Als Jugendliche mochte ich sie noch gut leiden, doch auch hier waren ihr schlechten Charakterzüge erkennbar. Der Verlust hat Dorle hart und unantastbar gemacht.

Der Bezug zu Hamburg wird auch gehalten, in dem Oda wieder zurück in ihr altes Leben reist, um ihrer Arbeit beim Goldschmied Max Friedrich nachzukommen.  Ihrem Arbeitgeber fühlt sie sich tief verbunden, ja verantwortlich, da er ihr ein guter wertvoller Freund geworden ist. Das wird auch in folgendem Zitat deutlich: "Wer einen Freund wie Max Friedrich hatte, durfte sich glücklich schätzen." (Seite 353).

Neben den ganzen unschönen Kriegsereignissen gelingt es Constanze Wilken aber auch die Schönheit der Toskana durch bildhafte darstellende Sprache zu zeigen und in mir die Reiselust zu wecken.

Für mich ein sehr gelungenes Buch, was zeigt, dass man auch dann seinen Weg gehen kann, wenn das Leben von vielen Schicksalsschlägen gelenkt wurde. Man muss sich dem Schicksal nicht hingeben, sondern seinen eigenen Wege gehen und es gibt immer Hoffnung und Liebe.

Eine klare Leseempfehlung.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

piraten, karibik, sklaven, schmuggel, schmuggler

Gold des Südens

Ulf Schiewe
E-Buch Text: 349 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 01.04.2015
ISBN 9783426428382
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Eigentlich ist Jan van Hagen froh, nach einer langen Schifffahrt wieder nach Bremen zurückzukehren und den Vater von seinem Erfolg zu berichten, doch leider sind keine rosigen Zeiten im heimatlichen Kontor vorhanden, so dass Jan erneut aufbrechen muss.
Er begibt sich in Verhandlungen mit den van Doorns - Handelspartner aus Amsterdam. Und nach einigem Hin und Her begibt er sich auf die Reise nach Hispaniola. Eine tolle und abenteuerreiche Überfahrt beginnt.

Fazit:

Wie gewohnt legt Ulf Schiewe mit "Gold des Südens" einen sehr ausführlichen und gut recherchierten Roman vor und als Leser man merkt ganz deutlich, mit wie viel Herzblut der Autor beim Schreiben dabei war. Was mich fasziniert, ist die Vielfältigkeit an Themen, die in diesem Roman miteinander  verwoben sind, der Autor schafft es nicht nur mit seiner munteren bildhaften Sprache, den Leser mit zunehmen, sondern auch für die Themen, die im Vordergrund des Romans stehen, zu begeistern. Ich habe mich die ganze Zeit spannend unterhalten gefühlt und habe sehr viel Neues erfahren, einerseits zur spanischen Kolonialpolitik, zu Schiffspassagen, das Leben an Bord, Zuckerrohranbau, Sklavenhandel und dem gesellschaftlichem Leben in den neuen Kolonien.

Der Hauptprotagonist Jan van Hagen finde ich sehr gut herausgearbeitet. Man merkt zum Anfang noch seine Zweifel an, da er noch jung ist und durch die für ihn neue Partnerschaft, ob das Ziel Hispaniola erreicht. Doch er sehr loyal und nutzt das vorhandene Wissen seiner Crew, um erfolgreich über den Atlantik zu kommen und er hört sich alle Sorgen und Nöte an und wägt dann ab, was das Beste für seine Mannschaft ist. Da er aber weiß, dass er Leute an Bord hat, die sich in ihren entsprechenden Gebieten perfekt auskennen, so kann er sich auch auf diese verlassen.

Eine weitere Hauptperson ist Dona Maria, die junge Ehefrau des Zuckerbarons Don Miguel. Für mich eine erstaunliche junge Frau, die gar von oben herab denkt und so entsprechend sanft mit den Bediensteten umgeht und versucht, Gewalt gegen Sklaven zu unterbinden. Situationen kann ich direkt jetzt nicht beschreiben, da dies zu viel vom Geschehen verraten würde.

Beeindruckend fand ich den Bericht von der Schiffsüberfahrt und den Bedingungen an Bord, denen die Belegschaft ausgesetzt war. Auch deutlich wurden die einzelnen Schritte, die an Bord ablaufen, um das Schiff sicher über das Meer zu bekommen oder wie die Position anhand verschiedener Sachen bestimmt wurde, damit der Kapitän Jan wusste, ob sie sich noch auf der richtigen Route befinden. Die Abläufe an Bord werden deutlich erläutert und sind jedoch ganz normal ins Geschehen eingespielt, so dass die Geschichte flüssig zu lesen ist.

Zum Kennenlernen der Protagonisten ist für den Leser ein Personenregister am Anfang zu finden und so kann man sich als Leser schön einen guter Überblick über die handelnden Personen machen und erhält auch kleine wichtige Hinweise im Bezug zur Person.

Es war für mich ein Lesegenuss "Gold des Südens" zu lesen, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und habe viel hinzugelernt. Ein toller sehr lesenswerter Roman und vielen Dank, dass ich dieses Buch kennenlernen durfte.

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

krimi, havel, potsdam, werder, tim pieper

Dunkle Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 02.12.2015
ISBN 9783954515073
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Mai im Jahre 1998 – es ist ein fröhlicher Tag, Sofie und Toni Sanftleben genießen die Zeit auf dem Baumblütenfest in Werder, doch dann geschieht das Unfassbare, Sofie verschwindet und das bis heute.

16 Jahre später wird Hauptkommissar Toni Sanftleben zu einem Mordopfer gerufen und findet ein verblasstes Foto seiner geliebten Frau. Wie kommt das Foto dahin? Kannte das Opfer Sofie? Das sind nicht die einzigen Fragen, die sich mit dem Mord stellen, doch mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Fazit:

Schon mit „Mord im Tiergarten“ hat mich Tim Pieper mit seiner Schreibweise gefangen genommen, konnte ich damals noch durch das Berlin vergangener Tage schwelgen, so erlebt man mit „Dunkle Havel“ einen Gegenwarts-Krimi mit sehr spannenden und temporeichen Krimi.

Toni Sanftleben ist ein Hauptkommissar mit sehr guten Ermittlungsquoten, den ich durch seine Eigenheiten schnell lieb gewonnen habe. Sicherlich trinkt er zu viel und geht viele Wege allein, er ist eine Art Eigenbrötler. Doch seine Akribie und sein unbedingter Wille, den Weg von Sofie nach ihrem Verschwinden aufzudecken, macht aus ihm eben diesen hervorragten Ermittler. Das eigentlich „Nein“ prüft er lieber mehrfach, bevor er einen Beweis zu den Akten legt und bei Vermisstenfällen versucht er weiterhin eine Verbindung zu Sofie zu finden, denn so richtig kann er nicht glauben, dass sie tot ist.
Der Protagonist Toni ist mir so nah gewesen, da Tim es oft schafft, mit kurzen Sätzen, die Gedankenwelt von Toni widerzuspiegeln, so bin ich als Leser live dabei und kann mich in die Szenen hineinversetzen.

Im Verlauf der Geschichte wird klar, dass das erste Mordopfer gar nicht so ein braver Mitbürger gewesen ist und es werden eine Menge Ungeheuerlichkeiten aufgedeckt, die man so bei den spießigen Bewohner gar nicht vermutet hat.

Besonders gut gefallen hat mir, dass ich an den Gedanken des Mörders teilhaben konnte, dass ich mit ihm die nächsten Opfer verfolgt habe und so abwarten musste, bis er unentdeckt zu schlagen konnte. Für mich war der Mörder bis zum Ende ein Rätsel, denn es viele Hinweise habe ich nicht gelesen bzw. waren diese so gut versteckt, dass ich nicht eins und eins zusammengezählt habe.

Die Schreibweise der Situation, aber auch der Landschaft und der Stimmung gelingt Tim Pieper in diesem Werk perfekt, man muss diesen Krimi einfach verschlingen.

Das Cover finde ich durch die schwarz-weiße Gestaltung sehr gelungen. Wirkt für mich mystisch bzw. geheimnisvoll, so wie Flusslandschaften, wunderschön, aber doch geheimnisvoll/trügerisch. Aber dies passt gut zu einem geheimnisvollen Krimi rund um das Verschwinden von Sofie und den Machenschaften rund um Werder.

Mein Dank geht an Tim Pieper für diese tolle Werke und die schönen Lesestunden, die Bereitstellung des Lese-Exemplars und an die Mitlesenden für die schönen Diskussionen und Spekulationen.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

krimi, rache, susanne mischke, vertuschung, vergangenheit

Kalte Fährte

Susanne Mischke
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 09.03.2015
ISBN 9783827012487
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Steffen Plate, ein Geiselnehmer und Erpresser, wird am Boden eines stillgelegten Brunnens gefunden, doch nicht genug, dass er bestialischen sterben musste, seine Überreste lassen keine andere Deutung zu, als die, dass dieser brutale Tod so makaber es klingt, eine Erlösung war.
1998 hat er eine Familie überfallen, um Geld zu erpressen und im Verlauf der Tat kam es zum Tod einer der Töchter, doch es war nicht die einzige Tote. Nun ist es an den Ermittlern, herauszufinden, wer hier auf Rache sinnt.

Fazit:

Der Klappentext verspricht nicht zu viel, »Kalte Fährte« ist ein sehr gut gelungener Kriminalroman, der mir als Leser des Öfteren eine Gänsehaut besorgt hat. Schon allein die Szene, als man mit den Augen den Steffen Plate die Umgebung des Brunnens wahrnehmen kann und dann den Lichtschein sieht und irgendwie doch noch ein kleiner Lebensfunke in Steffen Platte erwacht. Dies gelingt Susanne Mischke sehr gut, sie hat den Leser, mich, gleich gefangen genommen, man ist direkt in der Geschichte drin.

Bei gelungenen Kriminalromanen sind für mich auch immer die Charaktere der Ermittler entscheidend. Hier muss das Zusammenspiel passen, sie müssen sich ergänzen und es muss nicht zwangsläufig alles nach Plan laufen. Ich liebe unterschiedliche Typen, irgendwo eine Verschwiegenheit, die dann doch wieder so ist, dass sich beide ergänzen. Auch hier finde ich, dass Susanne Mischke mit den für mich wesentlichen Ermittlern Jessen und Dante ein zwar ungleiches Paar - von der Erfahrung her gesehen - geschaffen hat, diese jedoch auf ihre Art und Weise gut zusammenpassen. Francesca Dante ist eine junge ehrgeizige Kommissarin, die ihre ganze italienische Lebensweise mit einbringt. Das typische Familiengefühl und auch irgendwo das italienische Familiengefühl, was aber für Francesca auch störend sein kann, aber dies sorgt auch für witzige Momente, in einer düsteren Geschichte.

Der Rachefeldzug ist präzise geplant und die Ermittlungen im Hinblick auf die Geschehnisse aus dem Jahre 1998 bringen Sachen ans Licht, die bei den damaligen Ermittlungen scheinbar nicht erfasst worden sind. Aber warum? Und wer hinter dem Rachefeldzug steckt, bleibt sehr lange verborgen. Auch dadurch bedingt, dass Dante und Jessen zu einem Erkenntnispunkt nicht miteinander reden und so die Verschwiegenheit deutlich wird, die zu fatalen Entwicklungen im Tathergang führt. Für mich ist dies auch eine Schlüsselszene, die die Qualität des Buches ausmacht.

Eins ist für mich klar, Susanne Mischke ist mir zu lange »verborgen« geblieben, aber zum Glück hat sie schon einige Krimis geschrieben, so dass ich ihre Werke nach und nach lesen werde.

Besonders hervorheben möchte ich noch die liebevolle Covergestaltung. Auf dem Cover ist ein Brunnen abgebildet, grobe, rissige Steine und wenn man mit der Finger über das Cover streicht, fühlt man die Steine und somit irgendwie wie das erste Opfer, was seine Umgebung im Brunnenschacht abgetastet hat. Eine sehr geniale Idee.

Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Bloomsbury Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezi-Exemplar.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

berlin, türken, martin krist, mord, familie

Kalte Haut: Thriller

Marcel Feige
E-Buch Text: 449 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 20.02.2012
ISBN 9783641083342
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:


Berlin wird von einer Mordserie heimgesucht. Es tauchen Videos im Internet auf, wo die Opfer zu sehen sind, wie sie gefoltert werden. Die Videos werden an Journalisten gesandt und diese veröffentlichen diese natürlich und ganz Berlin kann zu schauen.
Robert, ein anerkannter Psychologe/Profiler kehrt aus den Vereinigten Staaten zurück und wird gleich in die Ermittlungen eingeschaltet. In den USA hat er einen Mörder zur Strecke gebracht, der seine Opfer gehäutet hat - der Knochenmann. Die Serie in Berlin hat erschreckende Ähnlichkeiten.


Fazit:

Das Buch ist von Anfang bis Ende stimmig. Sprachlich sehr gelungen, an vielen Stellen so spannend, dass ich selbst bei Lesen Gänsehaut bekommen habe. Dies hat sich bei mir durch die kurzen prägnanten Sätze hervorgehoben. Auch die Gefühlswelt der Protagonisten wurde so dargestellt, dass man mitfühlen konnte und durch die Einblicke in die Gedankenwelt von Sera, wusste ich, wie sie sich als moderne türkischstämmige Deutsche fühlt.

Parallel dazu wird das Leben von Robert, dem zurückgekehrten Profiler, erzählt. Und von Anfang an schwebt über der Geschichte ein Geheimnis um seine Eltern, es wird immer eine Andeutung in den Raum gestellt, doch der Leser steht vor einem Rätsel, merkt aber, dass dieses Geheimnis großen Einfluss auf Roberts Gefühlswelt bzw. Handeln hat.
Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen den handelnden Personen, so war immer volle Konzentration verlangt, ohne verwirrend zu sein und dies hat für mich die Spannung weiter ausgebaut. Die Verbindungen zwischen den handelnden Personen sind immer schlüssig und logisch erläutert.


Ein spannend geschriebener Krimi mitten in Berlin, der sehr gut geschrieben ist und den Leser mit nimmt und gefangen hält. Ein Krimi, der blutige Details enthält, aber zum Glück nicht den derzeitigen Trend der sich überbietenden Gewaltszenen nacheifert. Es geht auch ohne zu viel an Gewalt.


Ich empfehle das Buch gern weiter und es erhält von mir 5 von 5 Sternen.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

allerkindleinsflut, historischer roman, tochter der elbe, historiescher roma, ricarda jordan

Tochter der Elbe

Ricarda Jordan
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.09.2014
ISBN 9783404169849
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Friedrichsdorf im 13. Jahrhundert.

Hilke, die Tochter des Dachdeckers hat eben noch mitbekommen, wie über die Deichbefestigung gesprochen wurde und dann kommt eine Flut und vernichtet das Dorf. Hilke kann sich retten, und auch der gelähmte Hein überlebt diese Flut. Für Hilke beginnt eine Odyssee durch den Norden.

Fazit:

Ricarda Jordan schafft mit „Tochter der Elbe“ einen farbenprächtigen, spannungsreichen Roman. Dabei gelingt es ihr gekonnt, die damaligen Lebensumstände, ja auch Lebensansichten wiederzugeben. Was galt damals als schicklich, was war erlaubt und was hat den Zorn der Zunft auf sich gezogen? Dies kann man als Leser gut im Miteinander der Menschen erfahren und nimmt daran teil. Auch die damalige Einstellung gegenüber Behinderten wird sehr deutlich und ich musste an einigen Stellen mehrfach den Kopf schütteln, über Aussagen, die durch Geistliche getroffen wurden.

Mit Hilke stellt die Autorin eine junge Protagonistin in den Mittelpunkt, die sich nicht ihrem Schicksal fügen möchte und einen anderen Weg einschlägt. Sie begibt sich auf die Suche nach Jens, dem Dachdeckergesellen ihres Vaters. Sie haben sich Treue geschworen. Auf ihrem Weg kommt Hilke durch viele bekannte deutsche und dänische Städte und hierbei ist mir die Recherchearbeit aufgefallen, denn man hat einiges über Abläufe der Städte gelernt und für was man alles eine Erlaubnis brauchte.
Hilke fühlt sich Hein verpflichtet, schließlich ist dieser damals als Lehrling ihres Vaters vom Dach gefallen und seitdem gelähmt. Es entwickelt sich eine besondere Beziehung zwischen beiden.

Mit Hein schafft Ricarda Jordan auch einen sehr willensstarken jungen Mann, der sein Schicksal nicht in Vordergrund stellt, sicherlich in einsamen Momenten mit sich hadert, aber dann immer wieder nach vorn schaut und sein schlaues Köpfchen zu nutzen weiß und so auch das Überleben der Beiden sichern kann. Für mich ist Hein die Person, die mich von den vielen im Roman am meisten beeindruckt hat.

Für mich hat Ricarda Jordan ein geniales Werk geschafften, das man nicht mehr weglegen kann, da es viele Schicksalsschläge aufweist und Wendungen mit sich bringt. Man erfährt so einiges über die Gegebenheiten innerhalb einer Gemeinschaft, dem Funktionieren einer Stadt und dem dänischen Königshof. Einziger Kritikpunkt ist für mich das etwas „überstürzte“ Ende, es wurde zuviel ineinander gepackt.

Auch gelungen finde ich das Nachwort, was das Wissen nochmals erweitert

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

mord, landsberg, hass, eifersucht, gewalt

Der Blütenstaubmörder

Markus Ridder
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 12.04.2011
ISBN 9783865322555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Ammersee in Bayern. Unbeschreiblich grausame Morde erschüttern die Region. Junge Frauen fallen einem Serienmörder zum Opfer und werden dann wieder in ihr Haus verbraucht und dort in einer Art Aufbahrung von der Polizei aufgefunden. Eines ist sicher, die Opfer wurden noch vor ihrem Tod gequält.

Jenny Biber, Polizeianwärterin im Abschlusspraktikum, nimmt mit ihrem Kollegen Plossila und Dollerschell die Ermittlungen auf. Hierbei zeigt Jenny ein feine Gespür und den Anfängerelan eines jeden Berufsanfängers. Doch in ihrem Eifer übersieht sie, dass auch sie einer Gefahr ausgesetzt ist und auf einmal befindet sie sich auch in den Fängen des Mörders. 

Fazit:

 "Der Blütenstaubmörder" ist mein erster Roman aus der Feder von Markus Ridder.

Ich muss sagen, dass mich Markus Ridder mit diesem Buch schnell gefangen genommen hat. Ich konnte das Buch kaum weglegen, ich musste wissen, ob es noch weitere Opfer gibt und warum der Täter wieder an den Entführungsort zurückkommen konnte, ohne entdeckt zu werden.

Die Geschichte rund um den Serienmörder am Ammersee ist noch mit Konrad verbunden, einem Krimiautor, der gerade eine Schreibblockade hat und hofft, dass er in der Abgeschiedenheit in Ruhe neue Idee bekommt und so wieder einen packende Krimi schreiben kann. Er kommuniziert noch mit einem Freund in München, der eine Krimi-Buchhandlung betreibt. Doch dann nehmen die Ereignisse ihren Lauf, denn irgendwie hat er zu allen Opfern Verbindung und so rückt er schnell in den Fokus der Ermittler.

Der Blütenstaubmörder ist sehr temporeich geschrieben und weist viele Wendungen auf, so dass der Leser oft auf eine falsche Fährte geführt wird, so dass man sich als Leser eigentlich sicher ist, den Täter gleich überführen zu können bzw. das Opfer doch noch gerettet werden kann, aber der Autor geht andere Wege ;-). Für mich ist bei einem sehr guten Krimi immer wichtig, dass ich nicht zu Beginn weiß, wer der Mörder ist und dass ich bei den Ermittlungen ein klein wenig die Polizeiarbeit kennenlerne. Am meisten fasziniert mich dabei die Eigenheiten der Ermittler, jeder ist irgendwie ein Eigenbrödler. Speziell im Fall von Plossila ist es mir aufgefallen, er ist mürrisch, mit sich selbst nicht so recht zu frieden und erkennt sich jedoch in der jungen Jenny wieder. Genauso einen Ehrgeiz hat er auch damals verspürt und man spürt förmlich, wie er sich selbst in den Allerwertesten tritt, spätestens als … , aber ich will hier nichts von der Geschichte verraten.

In letzter Zeit hab ich immer mehr Lust verspürt, regionale Krimis zu lesen, einerseits weil man zu den Ortschaften/Tatorten mehr Bezug hat und sich anderseits auch, wie in diesem Buch, ins bayrische Gesellschaftsleben eintauchen kann und seine bayrischen Sprachkenntnisse aufbessert. Und auch wenn es ein Roman mit fiktiven Charakteren ist, so nimmt der Autor Bezug zu aktuellen Ereignissen.

Ein sehr guter bayrischer Krimi, den ich jeden ans Herzen legen kann, der gerne spannende Krimis liest, ermittelt und humorvolle Szenen mag.

Vielen Dank noch mal an Markus Ridder für das Buch und die schöne Widmung.

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139 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

wales, familiengeheimnis, liebe, snowdonia, nationalpark

Der Duft der Wildrose

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 13.05.2014
ISBN 9783442479610
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

 

Als Caitlins Tante Birdie Hilfe benötigt, macht sie sich sofort auf den Weg ins walisische Küstenstädtchen Portmeirion und wird sofort von allen Jugenderinnerungen eingeholt. Birdie muss sich einer Operation unterziehen und erzählt nur langsam von dem Familiengeheimnis, das Schatten auf die Vergangenheit wirft. Die von allen Cait genannt, muss sich nun zunächst allein um den Porzellanladen kümmern und ist sich nicht sicher, ob sie überhaupt die Wahrheit wissen will, dann tritt noch Jake in ihr Leben, es könnte alles so schön sein, im Snowdonia Nationalpark.

Fazit:

Mit diesem Werk hat mich Constanze Wilken in ihren Bann gezogen, sie verfügt über eine unheimlich bildhafte Schreibweise, so als wäre man als Leser direkt dabei. Einfach traumhaft von den Natureindrücken, der zauberhaften Landschaft des Snowdonia Nationalpark zu erfahren und dabei mit der Arbeit, dem Ehrgeiz und dem Mut der Ranger vertraut zu werden.

Und neben den tollen Landschaftseindrücken gelingt es Constanze Wilken eine packende Familiengeschichte zu erzählen. Cait und ihre Schwester Jessica haben im Teenageralter zunächst ihren Vater und kurz danach ihre Mutter verloren und sind bei ihrer Tante Birdie aufgewachsen. Die beiden Geschwister können nicht unterschiedlicher sein und haben sich mit in ihrem späteren Leben auseinander gelebt.
Birdie kämpft mit der Vergangenheit und man merkt ihr an, wie schwer es für sie ist, darüber zu reden. Sie hat noch nie gern über Gefühle geredet, doch sie weiß, dass Cait ein Anrecht auf die Wahrheit hat.

Das Buch ist in zwei Erzählebenen aufgeteilt, den aktuellen heutigen Geschehnissen und den 70er Jahren, als Birdie und Anne, Caits Mutter die Schule beendet haben und jung waren.
Beide Zeiten sind sehr gefühlvoll geschrieben und ich finde, dass Birdie ein sehr wertvoller und liebevoller Mensch ist. Sie hat sich für ihre Schwester aufgeopfert und ihre Gefühle zurückgestellt und eigentlich nicht an sich gedacht und später hat sie dafür gesorgt, dass Caitlin und Jessica gut aufwachsen können.

Cait ist um ihre Tante sehr besorgt und macht sich auch Vorwürfe, dass sie sich nicht so oft um ihre Tante gekümmert hat, sie bekommt Druck von ihrer Arbeitgeberin, die Cait nicht so lange freigeben möchte und dann tritt auch noch Jake in ihr Leben, der ihre Gefühlswelt ins Schwanken bringt. Eigentlich möchte sie sich öffnen, doch sie ist unsicher und hadert mit Entscheidungen.
Gelungen finde ich die Einbindung von Jake, dem Ranger, der sich für die Natur und Tierwelt einsetzt und der den Touristen auch direkt seine Meinung sagt, wenn diese eigennützig sind, er riskiert dadurch auch öfters seinen Job, er lebt für seinen Tiere. Doch neben seiner rauen Art entdeckt Cait sehr schnell, wie gefühlvoll er doch auch sein kann. Die Umstände machen es den Beiden jedoch nicht leicht, denn ein Kollege von Jake scheint bei einem Unfall ums Leben gekommen zu sein.

Für mich eine eindeutige Leseempfehlung, sehr gefühlvoll, sinnnliches und in sich stimmiges Lesevergnügen.

Zum Glück habe ich bereits ein weiteres Buch von Constanze Wilken auf meinem SUB – Blut und Kupfer.

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(19)

38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

gefühle, schreiben, depressionen, burnout, leben

Der Tag, an dem mir das Leben schrieb

Nancy Salchow
E-Buch Text: 81 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 06.06.2014
ISBN 9783847690740
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Tag, an dem mir das Leben schrieb, ist ein Buch über das Leben mit all seinen Tücken. Was macht man, wenn man mit seinem Traum - dem Schreiben - was bisher immer super geklappt hat, aber einem nun die Worte nicht mehr zufliegen, wie gewohnt?

Nancy Salchow legt mit diesem Werk eine klare und ehrliche Selbstreflexion ihres Lebens dar, ja der Weg zum eigenen Ich. Ehrlich und einfach grade zu, so wie einem die Gedanken zufliegen, wenn es gerade nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Ich als Leserin kann die Gedanken sehr gut nachvollziehen, auch die liebevollen Tipps von Familie und Freunden, doch sind so manche Tipps auch zum davon laufen, weil man halt nicht der Typ für eine Auszeit ist.

Für mich ist dieses Buch, das erste Werk von Nancy Salchow, aber mit ihrer Sprache hat sie mich so sehr begeistert, dass ich die Leseprobe zu „Das Leben, Zimmer 18 und du“ verschlungen habe und bald meinen Reader schmücken wird.

Danke für das tolle Buch, es regt sehr zum Denken, Nachdenken an und zeigt, wie wichtig es ist, ehrlich mit sich zu sein, sonst riskiert man seine Gesundheit oder lebt ein Leben, was man vielleicht gar nicht so mag.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Frucht des Ölbaums

Gabrielle C. J. Couillez
Buch: 700 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 16.01.2014
ISBN 9783944343709
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Frucht des Ölbaums – Der Ketzer

Inhalt:

Frankreich im 13. Jahrhundert. Olivier ist gerade mal 10 Jahre alt, als er den Kampf und die Belagerung seiner Heimatfestung miterleben muss. Seine Familie hängt dem katharischen Glauben an und war somit schon immer ein Dorn im Auge der katholischen Kirche. Olivier muss lernen, sich im Leben eines Ritters zu behaupten.


Fazit:

Mit diesem Roman spiegelt Gabrielle C. J. Couillez sehr deutlich die Glaubenskämpfte der damaligen Zeit wider. Man merkt dem Roman an, dass hier viel Recherchearbeit dahintersteckt.

Gabrielle c. J. Couillez gelingt es auch sehr gut, das Leben und die Zweifel von Olivier dem Leser nahezubringen. Olivier hat damals mit 10 Jahren seinen Vater, sein Vorbild verloren, doch niemand hat mit ihm über seine Ängste und mitunter auch falschen Vorstellungen gesprochen.
Als er zum Ritter ausgebildet wird, lernt er auch erstmals kennen, was Freundschaft ist und was dies für ihn bedeutet. Er blüht auf und wird ein junger Mann. Besonders hat mir hierbei die Beschreibung der verschiedenen Schritte und Übungen im täglichen Leben eines Ritters gefallen, dies kam für mich sehr deutlich rüber.

Sehr gelungen finde ich, dass die Kapitel durch Fotoaufnahmen der Autorin „unterbrochen“ werden und man sich so ein Bild von der heutigen Festung machen kann und ebenso, dass Glossar über Persönlichkeiten und Ereignisse, so dass man nicht noch selbst Recherche betreiben muss.

Ich freue mich, dass es bereits einen Nachfolgeband gibt, so dass dieser gleich auf meine Wunschliste erweitert.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

lakota, indianer, unrecht, thriller, indiane

Sturmgeflüster - tödliche Spurensuche im Land der Sioux

Alexandra Walczyk ,
Buch: 316 Seiten
Erschienen bei TraumFänger Verlag GmbH & Co. Buchhandels KG, 28.02.2014
ISBN 9783941485273
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Der Lakota Lewis Left Hand wächst in New York auf, seine Mutter erzählt im kaum etwas über seine Vorfahren oder ihr ehemaliges Leben in den Reservaten. Molly wollte nicht, dass Lewis im Reservat aufwächst, sie wollte ein anderes Leben für ihn. Sein wahrer Vater, John Left Hand, kam angeblich bei einem Autounfall zu Tode. Die Zeitungsartikel über den mysteriösen Todesfall und andere Todesfälle indianischer Bürger sammelt Molly und hebt diese auf. Als Lewis 19 Jahre alt ist, entdeckt er diese und fängt an Fragen zu stellen. Die Reise zu seinem eigenen Volk beginnt.

Fazit:

Lewis begibt sich auf die Reise zu sich selbst und zu seinem Volk, er füllt sich zwischen den Welten, ein weißer ist er nicht und als er erfährt, dass der Mann, den er Vater nennt, nicht sein Vater ist, weiß er, dass er Vollblut-Lakota ist. Doch bisher hat er in keinster Weise als Indianer gelebt bzw. weiß er gar nicht, was sein Volk ausmacht, wie man als Lakota lebt. Lewis ist sehr schweigsam und ruhig. Er hat wenig Kontakt zu den Menschen im Reservat, in welchem auch seine Mutter damals gelebt hat. Die anderen begegnen ihn auch reserviert, da der Name Left Hand mit Ärger behaftet ist. Lewis forscht nach und erkennt bald, dass er in ein Wespennest gestochen hat. Denn der Tod von John war alles andere als ein Unfall und für einige Leute darf die Wahrheit nicht ans Licht kommen.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, da einerseits sehr viele Namen eine Rolle spielen und anderseits zunächst unklar ist, in welcher Beziehung sie zu einander stehen. Dies passt aber auch zu der Unsicherheit von Lewis. Er befindet sich bei seinem Volk, ohne dazuzugehören. Doch wohin gehört er?
Doch das Buch lebt auch von Bildern, die Beschreibung des Schneesturms ist mir da noch deutlich in Erinnerung.

Dieses Buch regt auch sehr zum Nachdenken an, denn es wird eine menschenverachtende Indianerpolitik deutlich. Die Menschen im Reservat sind arm, leben vom nötigsten und kämpfen im Winter gehen die Kälte, viele Männer verfallen nach wie vor dem Alkohol, die Zukunft ist selten rosig.
Nachdem höhere Kreise (Behörden, FBI, ein Senator) erkannt haben, dass der mysteriöse Unfall von John Left Hand doch noch als Tod herauskommen kann, so werden Lewis verschiedene Fallen gestellt, so dass dieser sich im Gefängnis wiederfindet und man hofft, dass sein Wille im Gefängnis gebrochen wird. Sicherlich handelt es sich hier „nur“ um ein Buch, doch für mich wird hier vieles wiedergegeben. Wer Macht hat, der kennt entsprechende Leute, die dafür sorgen, dass er diese behält und gefährliches Potential ausgeschaltet wird.

Das Buch habe ich nicht so direkt als Thriller empfunden, wahrscheinlich verbinde ich mit einem Thriller mehr Wendungen und Irreführungen.  

Von Lewis eigener Welt, Sichtweise zu seinem Volk hätte ich mir noch einiges mehr gewünscht bzw. hätte hier noch mehr geschrieben werden können. Dies wird auch in der Beziehung zu seiner Oma deutlich, diese begann gut, endet dann aber für mich zu schnell, da sie kaum noch erwähnt worden ist.

Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Sterne.

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289 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

thriller, grusel, mord, mystery, vermont

Winter People - Wer die Toten weckt

Jennifer McMahon , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783548286099
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

West Hall im Bundesstaat Vermont, 1908,  Sara Harrison Shea und Martin leben mit Gertie am Rande der Armut, sind aber als Familie überglücklich. Doch dann stirbt Gertie und Sara scheint daran zu zerbrechen. Doch dann erinnert sie sich an ein uraltes Geheimnis, mit welchem es möglich ist, Tote zurückzuholen, für sieben  Tagen seinem Liebsten nochmal nah zu sein. Doch es hat nicht nur Gutes, denn es zieht das Grauen in die Wälder von Vermont.

Und Sara hat ein Tagebuch hinterlassen, so dass die damaligen Ereignisse noch aktuell gehalten werden.

Fazit:

Dieser Thriller spielt in verschiedenen Zeiten, überwiegende im Jahre 1908 und in der Gegenwart. Einerseits die Handlungsstränge von Sara, Martin und Gertie und anderseits in der Gegenwart mit Alice, Ruthie und Fawn. Jennifer McMahon gelingt es gekonnt, die Handlungsstränge miteinander zu verbinden, auch in dem sie die Abschnitte kurz wählt und immer wieder die Perspektiven wechselt und somit aus verschiedenen Ebenen erzählt. Sie lässt praktischen jeden zu „Wort kommen“, so dass man auch die Gedankenwelt von Martin kennenlernt.

Mit der Zeit wird dem Leser klar, dass auch das Elternhaus von Sara Harrison Shea Entscheidendes zum Verlauf beiträgt, denn auch Alice, Ruthie und Fawn leben in diesem Haus. Im Handlungsstrang der Gegenwart bekommt man immer mehr Bezugspunkte zum Leben/Tagebuch von Sara.

Die Gefühle von Sara werden durch die Tagebucheinträge spürbar und auch der unbedingte Wunsch, ihre Gertie nochmal zu sehen und von ihr Abschied zu nehmen. Ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen, denn daran hat Sara nicht gedacht, da sie in ihrer Trauer schon gebrochen war.

Jennifer McMahon ist mit Winterpeople ein genialer Thriller gelungen, der mich an einigen sTellen richtig erschrecken konnte und ich mich wirklich umgeschaut habe, ob da nicht jemand hinter mir ist. Beim Lesen vergisst man Raum und Zeit und man bekommt Gänsehaut und ist froh, dass man keine verwinkelten Zimmer mit geheimen Verstecken hat.

Mein Dank gilt dem Ullstein-Verlag und dem Team von kriminetz.de für das Rezi-Exemplar.

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(100)

180 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

champagner, champagne, berlin, frankreich, winzer

Die Champagnerkönigin

Petra Durst-Benning
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 13.09.2013
ISBN 9783471350584
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Isabelle hat es sich getraut, sie hat Leon Feininger gegen den Willen der Eltern geheiratet. Beide treten das Erbe von Leons Onkel an, ein Weingut in der Champagne. Doch leider meint es das Leben nicht gut mit Isabelle, nach einem harten Schicksalsschlag fällt Isabelle in ein tiefes Loch. Doch einmal mehr zeigt sich, was wahre Freundschaft bewirken kann.

Fazit:

Mit "Die Champagnerkönigin" legt Petra Durst-Benning ihren Lesern den 2. Roman um die Freundinnen Isabelle, Josefine und Clara. Mit "Solang die Welt noch schlief" begann die Trilogie rund um die Berliner Mädchen, die nun junge Frauen sind. Beim ersten Roman stand Josefine und ihre Radsportbegeisterung im Mittelpunkt, nun tritt Isabelle in den Mittelpunkt.

Isabelle ist eine sehr willensstarke Persönlichkeit. Eigentlich eine verwöhnte junge Dame, die Tochter eines Fabrikanten in Berlin. Sie war von Dienerschaft umgeben und musste sich um nichts kümmern. Angekommen auf ihrem Weingut in Hautville muss sie sich um alles selbst kümmern, den Geld für eine Magd oder Köchin ist nicht da. Eigentlich ist gar kein Geld da. Doch Isabelle lässt sich nicht unterkriegen und beschäftigt sich mit dem Weingut, in dem sie in den Büchern von Onkel Jaques nachliest, wann z.B. die Rebstöcke beschnitten werden müssen. Sie kämpft für den Fortbestand und dem Verbleib des Weinguts im Hause Feininger. Durch einen Schicksalsschlag verliert sie jedoch jeglicher Antrieb und das Weingut verfällt. Auch ihre Freunde in der neuen Heimat versuchen alles, damit es wieder aufwärts geht, doch nichts kann sie aus ihrer Lethargie befreien. Hier gelingt jedoch der Autorin ein gekonnter Schachzug und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Mit ihrem Schreibstil gelingt es ihr erneut, den Leser für die Umgebung zu begeistern, auch wenn man noch nie in der Champagne gewesen ist, so sieht man die Landschaft förmlich vor sich, nimmt die Farben war und den Geruch der Weinreben.

Gekonnt gelingt es der Autorin in das Geschehen die aufwendige Herstellung von Champagner einfließen zu lassen, so dass man als Leser eine Einführung in die Champagnerherstellung bekommt, ohne zu wissenschaftlich zu wirken. Untermalt wird alles mit herrlichen Abbildungen rund um die Entstehung von Champagner.

Für mich ist "Die Champagnerkönigin" eine gelungene Fortsetzung zu "Solang die Welt noch schlief" rund um die Berliner Freunde und ich freue mich schon auf den letzten Teil der Trilogie.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

hebamme, täuferbewegung, historischer roma, ostfriesland, krimi

Das Signum der Täufer

Regine Kölpin
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.03.2014
ISBN 9783954411573
Genre: Krimi und Thriller

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(13)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

timo bader, bader, henrike, historischer roman, welfen

Die Chronistin der Staufer

Timo Bader
Flexibler Einband: 456 Seiten
Erschienen bei Einhorn-Vlg, 28.10.2013
ISBN 9783936373806
Genre: Historische Romane

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(5.067)

6.458 Bibliotheken, 130 Leser, 13 Gruppen, 354 Rezensionen

schweden, humor, freundschaft, lebensgeschichte, elefant

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 412 Seiten
Erschienen bei carl's books, 29.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Romane

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 20 Rezensionen

würzburg, hexenverfolgung, kinder, hexen, historischer roman

Die Kinderhexe

Roman Rausch , , ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.12.2011
ISBN 9783499257100
Genre: Historische Romane

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