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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

historischer roman, okarina, rungholt

Die Flöte von Rungholt

Gerit Bertram
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 12.06.2018
ISBN 9782919801244
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung und Fazit: Mit dem Prolog bin ich als Leser gleich mit den Okarinas - Tonflöten vertraut gemacht worden. Es gibt diese seit zwölftausend Jahren und eine Legende berichtete davon das ein alter Mann ein Dutzend davon angefertigt hat und durch Weiterverschenken sollten sie dem neuen Besitzer Glück bringen. So ist auch der Einstieg ins Buch gewählt, kurz vor Ende des 2. Weltkriegs stürzt ein britischer Flieger ab und wird von der Halliggräfin von Südfall - Diana von Reventlow-Criminil gerettet. Eine Adlige, die wirklich gelebt hat. Dies dient der Überleitung zur Geschichte rund um Endres und Levke. Endres musste vor Jahre eine neue Identität annehmen, da in seiner Heimat durch Progrome die ganze jüdische Bevölkerung getötet wurde. Er reist als Tolmetsch durch die Lande und so erfährt man als Leser viel über die verschiedenen Lebensweisen und Ansichten der Bevölkerung. Das bisherige Schicksal hat es nicht gut mit Endres gemeint, schließlich hat er seine ganze Familie verloren, an Liebe hat er schon lange nicht mehr geglaubt, doch seine Wege kreuzten die von Levke. Gerit Bertram schafft eine schöne Atmosphäre, eine bildhafte Sprache und gelungene, nicht fehlerfreie Charaktere und schafft es so, den Leser mitzunehmen. Für die Geschichte zu begeistern. Das Schicksal meint es weitere nicht gut mit Endres, so dass man sich weiter mit ihm auf Reise begibt und für ihn hofft, dass sich das Schicksal auch zum Guten entwickelt. Deutlich wird, dass es Juden zur damaligen Zeit nicht einfach hatten, immer das Ziel von falschen Anschuldigungen waren und in vielen Städten einfach ausgelöschtes worden. Ein sehr gut und anschaulich recherchiertes Buch. Am Ende des Buches ist ein ausführliches Glossar zu finden, was viele verwendete Begriffe oder Ortschaft näher beleuchtet. Auch die verwendete Literatur enthält wichtige Tipps für mich. Interessant für mich war zusätzlich beim Lesen, dass einerseits Personen mit der ähnlichen Schreibweise meines Nachnamens auftauchten und das die kleinere versunkene Insel von Rungholt ebenso hieß ☺️. Für mich das erste Buch von Gerit Bertram, aber sicher nicht das letzte, denn ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt mit diesem sehr gut recherchierten Buch. Vielen Dank, ans das Autorenpaar und an netgalley für das Reziexemplar.

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(168)

250 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 152 Rezensionen

agnetas erbe, corina bomann, die frauen vom löwenhof, familie, familiensaga, frauen, frauenbewegung, frauenrecht, gelungene story, gutsherrin, hendrik, historischer roman, löwenhof, saga, schweden

Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe

Corina Bomann
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289960
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über Liebe, Frauenrechte, Wirren des 1. Weltkriegs und den Erwartungen der Familie, des Standes. Im Zentrum steht Agneta, die Tochter von Stella und Thure. Sie wird durch einen traumatischen Schicksalsschlag fast über Nacht zur Gräfin des schwedischen Landguts. Das Leben und Leiden von ihr wird in der
Ich-Erzählweise wiedergegeben. ich liebe diese Art der Erzählkunst, so bin ich der Protagonistin besonders nah. Dadurch kann ich als Leser ihre Gefühle gegenüber ihrer Mutter besonders gut nachvollziehen, ihre Zerissenheit, ja Suche nach Nähe und Mutterliebe.
Agneta wächst in einem alten Adelsgeschlecht auf. Grundsätzlich glücklich, doch hat sie nie Mutterliebe erfahren, Gefühle waren nicht erlaubt. Dies wird in folgendem Zitat Seite 101 deutlich:„Zerriss es sie vor Schmerz? Fühlte die sich betäubt? In Familie wie der unsrigen wurde nie über persönliche Befindlichkeiten und Gefühle gesprochen. Es wurde erwartet, dass man funktioniert. Das war ein Grund, warum ich vom Löwenhof wegwollte.“

Das Buch beginnt im Jahr 1913, der Kampf der Frauen um Rechte beginnt, die Suffragetten treten in Erscheinung und Agneta hatte mit ihrer Familie gebrochen, da sie unabhängig von Männern in Stockholm lebte und Kunst studierte, doch dann kam das Unglück und sie musste sich um ihr Erbe, den Löwenhof kümmern.
Eine tapfere junge Frau, die sich ihrem Schicksal beugt und sich aufopferungsvoll ums Erbe kümmert, in dem sie sich Wissen aneignet. Und mit Hilfe Anderer schafft sie es, den Hof am Leben zu erhalten und Pferdezucht erfolgreich weiter zu führen. Hierzu ein Zitat von Seite 243 „Ja, das habe ich. Ich möchte die Zügel so schnell wie möglich in der Hand haben. Jeder Tag, der verstreicht, kostet das Gut Geld.“

Sie entscheidet sich klug und trotz auch ihrer Mutter, das sie im Zeitalter der Frauenbewegung nicht an alten Handlung festhalten möchte.

Sie ist eine starke Frau, die sich nach Liebe sehnt und diese auch erhält, aber immer, wenn sie denkt, dass sie ihr Ziel erreicht, merkt sie, dass sie sich in ihren Gefühlen getäuscht hat oder getäuscht wurde. Was ist Liebe?

Die Autorin schafft es mich mit ihrer bildhaften Sprache mitzunehmen, so ging ich mit Agneta über den Hof, im Wald spazieren, an den Pferdekoppeln vorbei und erlebt den Wandel in der Gesellschaft, der mit der Frauenbewegung, dem Fortschritt des Automobils einherging. Und was mir auch noch besonders gut gefallen hat, dass Agneta und ihre Zife gelesen haben und die Liebe über oder zu Büchern deutlich wird. Siehe auch hier: „Wir sollten auch nicht lesen, um uns die Zeit zu vertreiben, sondern um unseren Geist zu erbauen... Sie sind der Schlüssel zu einem besseren Leben.“

Mit „Die Frauen vom Löwenhof“ hat mir Corina Bomann wunderschöne atemraubende Lesestunden beschert. Was für ein Buch, kann ich da nur sagen. Ich spreche eine deutliche Leseempfehlung aus.

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag für das Reziexemplar.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

bildlich, clara elisabeth von platen, erfolg, familie, gartenanlagen, georg ludwig von braunschweig-lüneburg, geschichte, hannover, herrenhausen, historischer roman, hofleben, intrige, intrigen, liebesroman, macht

Das Mätressenspiel

Martha Sophie Marcus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.06.2018
ISBN 9783404176984
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung und Fazit:

Durch Schicksalsschläge ist Helena daran gehalten, so schnell wie möglich zu heiraten und um dies gut zu verwirklichen, begibt sie sich somit an den Herzoglichen Hof von Hannover. Denn getroffene Vereinbarungen werden gebrochen. Geld entscheidet, wie so oft, über das weitere Leben von Helena. Hier passt das Zitat von Seite 128 Kapitel „Was für ein Jammer, dass ein großes Vermögen heutzutage immer häufiger über den Wert alten Adels siegt.“

Kaum ist Helena am Hof angekommen, so dreht sich das Schicksalsrad für Helena weiter und sie befindet sich mitten in den Ränkespielen der Mächtigen. Herzogin Sophie und die Mätresse von Ernst August versuchen mit Helena ihre Position am Hof zu festigen - was für ein treffender Buchtitel. Beim Lesen habe ich mit dem Schicksal von Helena gehadert. Sie ist so ehrlich und liebevoll, sie versucht einen Heiratswilligen zu finden, damit sie ihre Familie Geld zukommen lassen kann und dann ist Clara von Platen so kalt. Sie möchte Helena als Mätresse für Georg Ludwig und bringt dieses Arrangement mit einer Hochzeit in Verbindung. Und erpresst damit gleichzeitig Helena, wenn sie nicht mitmacht, dann geht ihr Wunsch nach Heirat nicht in Erfüllung, denn sie ist es, die das Sagen und Einfluss hat. Zu allem Überfluss hat Adrian auch geredet und sein Freund Viktor von Briesen weiß, dass Helena nicht mehr unberührt ist.

Clara von Platen ist extrem kalt, sie berechnet jeden Schritt und dieser ist immer zu ihrem Vorteil.
Die Intrigen von Clara von Platen sind einfach nur unbeschreiblich und falsch.

Es zeigt auch, wie viele am Hof falsch sind und es genießen andere in Dreck zu ziehen und Gerüchten Glauben schenken, es bringt ihnen ja nur Vorteile.
Freundschaft bedeutet nichts, obwohl Helena zu niemanden eine enge Freundschaft schließen konnte.

Doch einen Verbündeten hat sie, Floriano. Die Liebe zwischen ihr und Floriano ist so toll und so herzlich.
Meine Lieblingszitat auf Seite 277 Kapitel 28:“ Die Worte verstehe ich nicht, aber du solltest den ganzen Tag singen. Die Welt würde dadurch schöner. - Helena und seine Antwort „Ich muss singen, im das zu erreichen. Du hingegen musst einfach nur sein.“

Der Alltag und die verschiedenen Pflichten am Hof werden sehr gut und plausibel erläutert. Auf was man alles achten muss und was die Etikette vorschreibt/verbietet (das man mitunter nicht auf Toilette gehen darf - so dass einem gleich die Erzählungen von Schloss Versailles und dessen Gerüchen einfallen). Um den Durchblick bei all den Höflingen und Personen zu wahren, ist das Personenregister sehr gelungen.

In die wunderschöne Geschichte konnte ich unheimlich schnell eintauchen. Ich habe es genossen, mit Helena die Begebenheiten am Hof gemeinsam zu erleben. Einfach nur toll geschrieben und die Information im Nachwort sind ganz klasse, so lässt mich die Autorin an weiterem Wissen teilhaben. Ich bin sehr von diesem Buch beeindruckt, sehr sehr gelungen. Einziger Kritikpunkt, es ist schon zu Ende. Eine klare Leseempfehlung. Und ich habe eine neue Autorin für mich entdeckt.

Mein Dank gilt dem Verlag für das Reziexemplar und natürlich Martha Sophie Marcus für dieses Buch und die gelungene Begleitung der Leserunde.

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

abgründig, fortsetzung, krimi, kriminalroman, mord, norwegen, oslo, ritual, sekte, serie, skandinavien-krimi, spannung, tommy bergmann, verlag list, vilnius

Der einsame Bote

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783471351505
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung und Fazit: Gard Sveen legt mit „Der einsame Bote“ schon den 3. Band rund um den Ermittler Tommy Bergmann vor. Erneut schafft er es mich mit dem abwechslungs- und temporeichen Kriminalroman zu begeistert. Ich hatte tolle Lesestunden, jedoch konnte er mich diesmal nicht ganz so mitnehmen wie in den Vorgängerromanen, irgendwie war mir Tommy nicht so nah. Richtig beschreiben kann ich es gar nicht. Sicherlich war Tommy weiterhin sehr speziell in seiner Eigenheit, irgendwie stur und uneinsichtig gegenüber seinem Vorgesetzten. War er schon immer, aber diesmal hat es mich gestört, weil so meiner Meinung nach, die Aufklärung ins Stocken gerade ist. Und Diejenigen, die für die erneuten Morde und Entführung der jungen Amanda verantwortlich sind, haben eine Überzeugung oder Weltanschauung, die mir beim Gedanken daran, Gänsehaut beschert. Der Weg zur Aufklärung war langwierig, ja steinig, doch die letztendlich Klärung wirkte für mich etwas zu inszeniert. Was mir jedoch gefallen hat, dass erneut die Ermittlerin Susanne wieder mit an Bord gewesen ist. Ihre Art gefällt mir, sie hat auch den unbedingten Willen den Fall aufzuklären und macht sich auch abends noch zu Befragungen auf, obwohl sie zeitweise noch mit den traumatischen Erlebnissen des letzten Falls zu kämpfen hat. Das Buch endet erneut mit einem Cliffhanger, auf die wahrscheinliche Fortsetzung freue ich mich bereits. Danke an den Verlag für das Reziexemplar.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

catherine de valois, england, englische geschichte, frankreich, geschichte, heinrich v, heinrich v von england, historisch, historische begebenheiten, historischer liebesroman, historischer roman, lesejury, liebe, mari griffith, tudor

Das Geheimnis der Königin: Ein Tudor-Roman

Mari Griffith
E-Buch Text: 405 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 22.05.2018
ISBN 9783732551323
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung und Fazit:

Catherine wird schon in jungen Jahren von ihren Eltern ins Kloster „abgeschoben“. Ihre Mutter Isabeau ist sehr von sich eingenommen und liebt Macht und Intrigen, ihr Vater Karl VI. ist geisteskrank und Isabeau lässt keinen Moment aus, ihm dies merken zu lassen. Gefühle für ihre Tochter sind kaum vorhanden, sie ist nur daran interessiert, Catherine gut zu verheiraten. Sicherlich dient die Hochzeit dazu eine Allianz beider Reiche, zwischen Frankreich und England, zu bilden. Nach ihrer Meinung wird Catherine nicht gefragt, sie muss sich fügen. Dies ändert sich auch kaum im Laufe ihres Lebens.
Mitunter konnte ich mich gut in Catherine hineinversetzen, wie es ihr geht, wie die Gedanken Achterbahn fahren, z.B. beim der Aussicht den berüchtigten Heinrich V. zu heiraten. Sie ist sehr liebevoll und herzlich, vor allem im Umgang mit ihrer Zofe Guillemote. Standesunterschiede sind ihr egal.

Nach dessen Tod war sie abhängig von denen, die die Machtzügel in der Hand hatten und wurde wieder durch andere bestimmt, bzw. bestimmten andere über ihren Sohn. Ich stelle es mir unheimlich schwer vor, wenig Kontakt zum eigenen Kind zu haben. Sie hadert mitunter mit ihrem Schicksal, doch für meine Begriffe mit zu wenig Einsatz. In folgendem Zitat von Seite 256 wird ihr Schicksal meiner Meinung nach deutlich: „...einsame junge Frau in der Fremde, die von Menschen umgeben war, die sich nicht im Geringsten für sie interessierten.“ Es ist doch schließlich ihr Erstgeborener gewesen.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie sich mit dem Glück, was sie mit Owen genießen konnte, zufriedengeben hat.

Grundsätzlich war sie stark, aber bis zum letzten hat sie nicht gekämpft.
Grundsätzlich stand dann ihre Liebe zu Owen im Mittelpunkt, hier hätte ich mir noch mehr Einblick in das Leben von Wales gewünscht, das kam mir zu kurz, auch der geschichtliche Bezug. Bei der Übersicht der Stammbäume war ja die walisische Seite abgebildet und so bin ich davon ausgegangen, dass ich hier mehr erfahre.

Über ihren Sohn Heinrich VI. erfahren wir immer mal etwas darüber, wer gerade über ihn bestimmt und so versucht seine Macht am Königshof zu festigen. Auf die Gefühle des Kindes Heinrich VI hat kaum einer Rücksicht genommen, hier ist eindeutig eine Parallele zu seiner Mutter zu sehen. Grundsätzlich war klar, dass die Königin Catherine im Mittelpunkt steht, doch ein Stück weit habe ich gehofft, dass auch etwas mehr über sein Leben in der Geschichte an sich zu erfahren ist.

Besonders gelungen finde ich die Stammbäume am Anfang des Buches. Damit hat man als Leser einen guten Überblick über die handelnden Personen, wer mit wem usw. Hier hat der Verlag sehr viel Mühe investiert und die historischen Anmerkung am Ende des Buches haben mir sehr zugesagt. Ich habe auch noch was hinzugelernt, denn ich wusste zum Beispiel nicht, dass am englischen Hof nach wie vor Französisch gesprochen wurde.

Ich vergebe 4 von 5 Punkte für das Buch und bedanke mich beim Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar und die Erkenntnisse in der Leserunde.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

hitorischer roman, judenverfolgung, morde, spannung

Der Teufel von Straßburg

Heidrun Hurst
E-Buch Text: 372 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 28.02.2018
ISBN 9783961481446
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung und Fazit 


Lange Zeit habe ich schon Bücher von Heidrun Hurst auf meiner Lese-Wunschliste und immer ist ein anderes Buch dazwischen gekommen. Nun frage ich mich ernsthaft WARUM? Denn mit "Der Teufel von Straßburg" hat mich Heidrun Hurst überzeugt, sie schreibt wundervolle, gelungene, fesselnde und spannende historische Bücher. 

Besonders hervorheben möchte ich, dass man einfach beim Lesen soviel lernt oder Wissen verfestigt wird. Zum Beispiel erfährt man, dass es auch vor Weihnachten eine Fastenzeit gab (gibt) und das Jahr nicht schon immer zu Silvester zu Ende ging. Aber das ist nicht alles, man erfährt soviel über den Alltag der damaligen Zeit, den Weisheiten oder auch Vorurteilen. So dass ich öfters den Kopf schütteln musste, über soviel Starrsinn. Das Wissen, die Erläuterung werden nicht oberlehrerhaft hingeworfen, sondern sind in die Stränge der Geschichte eingewoben. 

In Straßburg geht eine Bestie um, kleine Jungs werden tot aufgefunden. Zunächst Gassen-oder Waisenjungs, dann Kinder von angesehenen Bürgern. Ein Schuldiger muss schnell gefunden werden und schön findet wir uns als Leser in der mittelalterlichen Wahrheitsfindung wieder. Sehr beeindruckend und auch bedrückend geschrieben. Deutlich wird hier die Stellung des Henkermeister/Scharfrichter. Sie galten als Unehrliche und mussten weit von dem Stadtgeschehen leben, niemand suchte mit ihnen Kontakt, sehr traurig. 

Heidrun Hurst schreibt sehr bildhaft, was in diesem Satz von Seite deutlich wird "Ein Schauer lief wie ein pelziges Tier über ihren Rücken.". Dadurch werden die Szenen sehr lebendig. Ich erinnere mich mit Graus an die Szene mit dem Judenprogrom. Einfach schlimm und übel, wie für das eigene (drohende) Schicksal Andere verantwortlich gemacht werden. Und wie viele von dem Tod der Juden profitiert haben und immer weitergeht der Hass, brandaktuell denn je. 

Die Hauptprotagonisten sind sehr menschlich dargestellt worden, mit ihren Fehlern und Eigenheiten und sie sind mir ans Herz gewachsen. Was mache ich jetzt ohne Adelheid, Martin, Gerdrudis und Levi? Hier noch zwei Zitate aus dem Buch, die mir sehr gefallen haben und viel ausdrücken. Gertrudis Seite 154 "vielleicht solltest auch du ein paar Dinge ändern, bevor es zu spät ist." Martin Seite 274: "Bist du noch nie auf die Idee gekommen, dass man sich das eigene Schicksal nicht immer aussuchen kann?" 

Mein Dank gilt Heidrun Hurst für dieses tolle Buch und dem Verlag dotbooks.de für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. 

Ich spreche hier eine deutliche Leseempfehlung aus. Lest dieses Buch! 

Und ich hole mir die bereits erschienen und hoffe auf viel Lesezeit.

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151 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

bastei lübbe, buch: das böse in deinen augen, jenny blackhurst, mobbing, mysteriöses, pflegekind, psychothriler, psychothriller, spannung, telekinese, thriller, unfälle, unheimlich, unheimliches, waisenkind

Das Böse in deinen Augen

Jenny Blackhurst , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.04.2018
ISBN 9783404176892
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung und Fazit:
"Das Böse in deinen Augen" ist für mich das erste Buch der Autorin Jenny Blackhurst. Die Hauptprotagonistin Imogen hatte keine gute Kindheit, sie war meist auf sich allein gestellt und hat keine Liebe erfahren. Nach einem Vorfall bei ihrem alten Arbeitgeber zieht sie wieder in ihre Heimat nach Gaunt, um dort mit Kindern zu arbeiten, die Probleme oder auffällig in der Schule sind.
Die erste Begegnung mit ihr und Ellie ist abstrakt, doch man merkt gleich, wie einfühlsam Imogen ist.
Was sehr auffällig ist, dass die Bewohner von Gaunt eine verschworene Gemeinschaft zu sein scheint und Gerüchte sprechen sich schnell rum, wer nicht reinpasst, wird schlecht geredet. Der Ort ist sehr von Vorurteilen geprägt ist und Dinge, die passieren, werden immer gleich Ellie zugeschrieben.

Ellie, die zweite Hauptprotagonistin lebt in einer Pflegefamilie, nach dem ihre Familie bei einem Brand ums Leben gekommen ist. Sie hat es in der Schule nicht leicht, sie wird beschimpft und herausgefordert. Es geschehen dann Dinge, dich kann dafür ein 11-jährigem Mädchen verantwortlich sein? Hier wird Imogen einfühlsame Art sichtbar, sie glaubt an nichts übernatürliches und versucht das normal zu klären.

Die relativen kurzen Kapitel machen das Buch spannend und abwechslungsreich, es finden viele Szenenwechsel statt. Es sind viele spannende Momente und erschreckenden Situationen, die abwechselnd stattfinden. Die Szene im verlassenen Wohnblock ist mir noch in Erinnerung, diese fand ich klasse beschrieben, packend, bei mir lief richtig ein Film ab und ich glaub, ich hab kaum geatmet.
Was das Buch grundsätzlich interessant macht, ist dass man nicht immer weiß, ob dies real passiert oder dem Leser nur so suggeriert werden soll.

Imogens Sicht wird aus der Ich-Perspektive erzählt, diese Wahl fand ich gut und hat die Eigenschaften dieser Person noch mehr hervorgehoben. Dies wird vor allem darin deutlich, dass Imogen alles richtig machen möchte, lässt Ellie aber sehr an sich ran, den rechten Abstand gelingt ihr nicht.

Es passiert viel und die Szenenwechsel folgen Schlag auf Schlag, da finde ich es sehr stören, dass hier zu den Kapiteln keine Tagesangaben/ Datumsangaben vorhanden sind, mir fällt es so schwer, einzuschätzen, wie viel Zeit z.B. seit Ereignis A und Ergebnis B liegen.

Was mich auch gestört hat, ist, dass zum Beispiel die Frage zu Imogens Vorgängerin Emily geklärt wurde, es aber den Anschein hatte, dass einfach was dazu geschrieben werden musste, es hat nicht so recht gepasst. Die Aufklärung des Falls, das Ende lässt mich trotzdem noch mit Fragen zurück.
3,5 von 5 Sternen.

Vielen Dank für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

alkohol, drogen, geiselnahme, götzer berg, havel, havelland, krimi, mord, pieper, potsdam, rache, serie, tim pieper, toni sanftleben, verlag: emons;

Tiefe Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802851
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt: Mörderisches Brandenburg - ein toter Kapitän auf dem Havelkanal - hingerichtet nach Profimanier. Warum musste der Kapitän sterben? Toni Sanftleben wird mit den Ermittlungen betraut. Meine Meinung und Fazit: Beim Lesen habe ich mich mehr als wohl gefühlt, denn es war für mich so, als wenn ich alte Bekannte wieder treffe. Die liebgewonnenen und die weniger sympathischen Menschen der bisherigen Bücher. Tim Pieper gelingt es erneut, mich mit Ermittlungsfällen und dem Leben von Toni Sanftleben zu begeistern, ja mich in den Bann von Toni zu ziehen. Da es schon der 3. Band um Ermittler Sanftleben ist, waren meine Erwartungen hoch gestellt, denn mit Fortsetzung ist es ja immer so eine Sache. Gelingt eine Fortführung auf bisherigen hohem Niveau oder wird der Ermittler nur "künstlich" am Leben erhalten? Doch meine Erwartungshaltung wurde rundherum erfüllt. Ich liebe diese Reihe. Die kurzen Kapitel lassen einem den Atem anhalten, mal ist man mit den Ermittlern unterwegs, dann mit denen, die schon oder wieder auf der anderen Seite des Gesetzes stehen. Dadurch wird die temporeiche und spannende Atmosphäre des Buches aufgebaut und gehalten. Toni hat weiterhin private Probleme. Sofie, seine große Liebe ist nach Jahren des Verschwindens wieder da und macht gesundheitliche Fortschritte. Doch Toni weiß weiterhin nicht, wie es mit ihrer gemeinsamen Zukunft weitergeht. Seine besiegte Alkoholsucht schwebt wie ein Damaklosschwert über ihn. Wie ist es um seinen Ehrgeiz und seine Selbstdisziplin gestellt? Auf sein Team kann er sich verlassen, Gesa und Phong tragen mit ihren Fähigkeiten zur Aufklärung bei. Und es zeigt sich, dass wenn was unstimmig ist, es gut ist, wenn man Auffälligkeiten anspricht und somit das Team stärkt. Denn so hat Kriminalrat Schmitz kein so leichtes Spiel. Sicher er ist weiter überheblich und ein typischer Mensch, der seine Macht ausspielen möchte, doch durch den Zusammenhalt erfährt er, dass er nicht immer der Sieger ist. Tim gelingt es, die unterschiedlichen Schichten abzubilden und aktuellen Themen einzubinden, ohne politisch oder wertend zu sein. Mein Dank gilt Tim dafür, dass ich Toni bei den erneuten Ermittlungen begleiten durfte, für die tolle Krimilektüre und spannende Lesestunden. Vielen Dank. Klare Leseempfehlung für die Sanftleben-Reihe.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

19. jh., 19.jh., biedermeier, biographisch, briefwechsel, duell, erntehelfer, fischexperte, forscher, forschungsreise, geldprobleme, historischer roman, hist. roman, karl schimper, kutschenfahrt

Die Rückkehr der Störche

Gabrielle C. J. Couillez
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Waldkirch Verlag, 14.11.2017
ISBN 9783864760969
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung und Fazit:

Die Autorin Gabrielle C. J. Couillez ist mir bereits durch das Buch "Die Frucht des Ölbaums - Der Ketzer" bekannt. Ihr aussagekräftiger und spannende Schreibstil ist mir von damals noch gut in Erinnerung. Besonders habe ich die gute Recherchearbeit der Autorin schätzen gelernt und so viel dazu gelernt. Auch in mit "Die Rückkehr der Störche" Zeigt sie erneut, wie intensiv sie sich mit dem Thema befasst und gut recherchiert hat. Die im Buch vorliegenden Briefwechsel beruhen auf Originalschreiben.

Die Autorin schafft mit ihrem wundervollen beschreibenden Schreibstil sofort mich mit Wilhelm verbunden zu fühlen. Wir begleiten Wilhelm von Jugendjahren an. Zunächst wächst er bei Verwandten in der Ferne auf, da nach der Scheidung kaum Geld da ist und somit ziemlich einsam ist und zeitig auf sich allein gestellt ist. Aber schon in jungen Jahren zeigt sich sein Interesse für die Natur und für Fische, er beobachtet gern. Doch im Verlauf der Zeit verpflichtet er sich dem Heer und wird Offizier und bleibt immer seiner Mutter und seinem Bruder finanziell verpflichtet. Sein verdientes Geld muss er für die Familie aufwenden und bekommt dafür kaum Dank, eher noch Zurechtweisungen.
Sicher hat Wilhelm auch seine schlechten Seiten, er spielt zu gern und trinkt auch mal etwas viel, doch er ist ein herzensguter Mensch und verdient eigentlich mehr Liebe und Glück.
Zu diesem Thema ist mir folgende Aussage/Zitat von Wilhelm in Erinnerung Seite 206 "Ja, das Glück muss man lange suchen - wie ein vierblättriges Kleeblatt auf einer Wiese. Aber es gibt viele Wiesen und jede Menge Klee." Für mich sehr treffend.

Was ihn noch auszeichnet ist, dass er sehr ehrgeizig ist. Für mich zeigt sich dies vor allem darin, als er die Chance bekommt, sein Wissen durch ein Studium zu erweitern und auch auf Wanderschaft in Form einer Forschungsreise zu gehen. Durch diese Reise erkennt man als Leser wie Unterschiede damaligen europäischen Länder waren und auch die Bevölkerung eingestellt war. Hier habe ich sehr viel gelernt. Ein anderer wesentlicher Bestandteil war für mich auch das Thema Freundschaft, in Form der Freundschaft zum Mitstudenten Louis. Aus meiner Sicht bringt dies Wilhelm viel mehr voran bzw. wird er auch wertgeschätzt, was sein Bruder Karl gar nicht konnte.

Karl, sein großer Bruder, studiert und forscht, ist sicher ein kluger Geist, doch menschlich meiner Meinung nach nicht viel wert. Er ist egoistisch und nutzt Wilhelm nur aus, auf seine Familie kann Wilhelm wenig bauen. Für mich sehr schade, dass er da so wenig Unterstützung bekommen hat.

Die Covergestaltung finde ich sehr gelungen, hier wurde viel Wert auf Details gelegt. Mannsieht due Störche und auch das Schloss von Mannheim, sehr passend.

Ich bin gespannt, wie es mit Wilhelm weitergeht und freue mich auf den 2. Teil. Ich bedanke mich für die tolle Leserunde und die Begleitung durch die Autorin. Außerdem vielen Dank an den Verlag für das Rezi-Exemplar.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

19. jh., 19.jh., biedermeier, biographisch, briefwechsel, duell, erntehelfer, fischexperte, forscher, forschungsreise, geldprobleme, historischer roman, hist. roman, karl schimper, kutschenfahrt

Die Rückkehr der Störche

Gabrielle C. J. Couillez
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Waldkirch Verlag, 14.11.2017
ISBN 9783864760969
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung und Fazit:

Die Autorin Gabrielle C. J. Couillez ist mir bereits durch das Buch "Die Frucht des Ölbaums - Der Ketzer" bekannt. Ihr aussagekräftiger und spannende Schreibstil ist mir von damals noch gut in Erinnerung. Besonders habe ich die gute Recherchearbeit der Autorin schätzen gelernt und so viel dazu gelernt. Auch in mit "Die Rückkehr der Störche" Zeigt sie erneut, wie intensiv sie sich mit dem Thema befasst und gut recherchiert hat. Die im Buch vorliegenden Briefwechsel beruhen auf Originalschreiben.

Die Autorin schafft mit ihrem wundervollen beschreibenden Schreibstil sofort mich mit Wilhelm verbunden zu fühlen. Wir begleiten Wilhelm von Jugendjahren an. Zunächst wächst er bei Verwandten in der Ferne auf, da nach der Scheidung kaum Geld da ist und somit ziemlich einsam ist und zeitig auf sich allein gestellt ist. Aber schon in jungen Jahren zeigt sich sein Interesse für die Natur und für Fische, er beobachtet gern. Doch im Verlauf der Zeit verpflichtet er sich dem Heer und wird Offizier und bleibt immer seiner Mutter und seinem Bruder finanziell verpflichtet. Sein verdientes Geld muss er für die Familie aufwenden und bekommt dafür kaum Dank, eher noch Zurechtweisungen.
Sicher hat Wilhelm auch seine schlechten Seiten, er spielt zu gern und trinkt auch mal etwas viel, doch er ist ein herzensguter Mensch und verdient eigentlich mehr Liebe und Glück.
Zu diesem Thema ist mir folgende Aussage/Zitat von Wilhelm in Erinnerung Seite 206 "Ja, das Glück muss man lange suchen - wie ein vierblättriges Kleeblatt auf einer Wiese. Aber es gibt viele Wiesen und jede Menge Klee." Für mich sehr treffend.

Was ihn noch auszeichnet ist, dass er sehr ehrgeizig ist. Für mich zeigt sich dies vor allem darin, als er die Chance bekommt, sein Wissen durch ein Studium zu erweitern und auch auf Wanderschaft in Form einer Forschungsreise zu gehen. Durch diese Reise erkennt man als Leser wie Unterschiede damaligen europäischen Länder waren und auch die Bevölkerung eingestellt war. Hier habe ich sehr viel gelernt. Ein anderer wesentlicher Bestandteil war für mich auch das Thema Freundschaft, in Form der Freundschaft zum Mitstudenten Louis. Aus meiner Sicht bringt dies Wilhelm viel mehr voran bzw. wird er auch wertgeschätzt, was sein Bruder Karl gar nicht konnte.

Karl, sein großer Bruder, studiert und forscht, ist sicher ein kluger Geist, doch menschlich meiner Meinung nach nicht viel wert. Er ist egoistisch und nutzt Wilhelm nur aus, auf seine Familie kann Wilhelm wenig bauen. Für mich sehr schade, dass er da so wenig Unterstützung bekommen hat.

Die Covergestaltung finde ich sehr gelungen, hier wurde viel Wert auf Details gelegt. Mannsieht due Störche und auch das Schloss von Mannheim, sehr passend.

Ich bin gespannt, wie es mit Wilhelm weitergeht und freue mich auf den 2. Teil. Ich bedanke mich für die tolle Leserunde und die Begleitung durch die Autorin. Außerdem vielen Dank an den Verlag für das Rezi-Exemplar.

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(115)

240 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

erster weltkrieg, familie, familiengeschichte, familiensaga, flucht, geschichte, heidi rehn, historischer roman, juden, judenverfolgung, kaufhaus, kaufhäuser, krieg, münchen, starke frauen

Das Haus der schönen Dinge

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426519370
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Das von ihm begründete Kaufhaus Hirschvogl am Rindermarkt bedeutet für ihn die Verwirklichung eines Lebenstraums. In den »Goldenen Zwanzigern« folgt ihm Tochter Lily mit ebenso großer Begeisterung in der Leitung des Hauses nach – zunächst mit Erfolg, doch dann muss sie erleben, wie sich ihre Heimat ­Anfang der 30er Jahre plötzlich gegen sie wendet …


Meine Meinung und Fazit zum Buch:

Als ich in den Buchvorschauen ein neues Buch von Heidi Rehn entdeckt habe, landete es gleich auf meiner Leseliste. Heidi Rehn hat es auch mit "Das Haus der schönen Dinge" wieder geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen.
Mit ihrer Sprachgewandtheit schafft sie es erneut, vergangene Zeiten aufleben zu lassen.

Mit dem "Hirschvogl" lässt Heidi Rehn das Flair größer Kaufhäuser aufblühen und man läuft als Leser mit durch die Etagen und betrachtet die erlesenen Waren. Was für eine Pracht muss dies gewesen sein?
Thea und Jacob haben ihren Traum war gemacht und ein Kaufhaus für höchste Ansprüche gegründet, das nicht nur auserlesene Waren aus aller Welt, sondern auch aus allen erdenklichen Bereichen anbietet.
Alles was zum Gelingen beiträgt, wird mit diesem Werk dem Leser ans Herz gelegt und ich habe beim Lesen mit den Protagonisten mitgefiebert.

Mit der Familie Hirschvogl sind wunderbare Charaktere entstanden und ich habe sie gern bei ihrem Lebensweg begleitet.  Liebe und Hass, Freude und Trauer spielen eine zentrale Rolle.

Was mir besonders gut gefallen hat, dass ich beim Lesen an Heidi Rehns Buch „Spiel der Hoffnung“ erinnert wurde, sei es durch Spielsucht oder durch die schleichende Machtergreifung der Braunen rund um Hitler.

Das Buch ist in 3 Teile unterteilt, die Zeit von der Jahrhundertwende bis zum ersten Weltkrieg, die stürmische Zeit nach dem 1. Weltkrieg und der letzte Teil ab Hitlers Machtergreifung bis 1938. die Unterteilung finde ich sehr gelungen, vor allem weil damit der Stimmungswandel innerhalb der Gesellschaft gekonnt dargestellt wird.

Unterschwellig hört man immer einen Unterton gegenüber den Juden heraus, der je nach Wohlstand oder fehlenden Wohlstand mal leise mal laut ist. Es wird deutlich, dass in schlechten Zeiten die Juden immer als Verursacher der Not angesehen bzw. direkt verantwortlich gemacht werfen.

Was mich schockiert hat, dass dabei auch langjährige Freundschaften zerstört worden. Die Schuld im eigenen Unvermögen mit Geld umzugehen zu suchen, wäre zu einfach, da ist es doch besser, es dem Juden in die Schuhe zu schieben. Für die Wirtschaft und das die Bevölkerung in Lohn und Brot stand dafür waren die Hirschvogls als langjährige Münchner gut, doch die Entwicklung in Nazi-Deutschland hat gezeigt, dass man auch schnell wertlos ist. Dazu passt das folgende Zitat von Großmutter Recha:"aber richtig dazugehören werden wir Juden nie, egal, wie sehr wir uns auch anstrengen. Das wollen sie uns einfach nicht zugestehen.

Der Verlag Droemer Knaur hat in der Cover und Buchgestaltung sich ordentlich ins Zeug gelegt, da Cover mit dem Blick in das Kaufhaus ist sehr gelungen und auch der innenseitige Stammbaum und die Landkarte. Den Anhang mit weiteren Erläuterungen finde ich sehr gut.

Mein Dank gilt dem Team von vorablesen und dem Verlag.

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115 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

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Teufelskälte

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783471351499
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhaltsangabe:

Oslo, 1988. Der eiskalte Winter hat die Stadt fest im Griff, als der junge Kommissar Tommy Bergmann einen grausigen Fund macht: Im Wald liegt, halb unter Schnee begraben, die brutal verstümmelte Leiche einer jungen Frau. Sie ist die erste in einer langen Reihe von Morden. Die Spur führt Tommy Bergmann in den einsamen Norden Norwegens. Jahrzehnte später, Tommy Bergmann ist inzwischen dafür bekannt, selbst die schwierigsten Fälle zu lösen. Doch sein erster Mordfall bereitet ihm bis heute Alpträume.

Meine Meinung und Fazit zum Buch:

Tommy Bergmann habe ich noch aus seinen Ermittlungen aus dem Buch "Der letzte Pilger" in guter Erinnerung.
In seinen Kreisen gilt er als als einer der besten Ermittler und dich ist als Einzelgänger verschrieen. Tommy hat seine Eigenheiten und lässt kaum jemanden an sich ran, dies lässt in kalt in unnahbar wirken. Kaum einer kann hinter seine Fassade schauen. Wer sein Vater ist, weiß er nicht und das treibt in um, macht in wahnsinnig, da er nicht weiß, ob er seine brutalen Aussetzer geerbt hat und warum seine Mutter damals die Heimat verlassen hat. Seine psychischen Probleme werden sehr real dargestellt, man hadert und zweifelt mit ihm. Hier wird für mich deutlich, wie gut sich Gard Sveen mit den verschiedenen menschlichen Charakteren auskennt.

Dies beweist er meiner Meinung nach auch mit der Ermittlerin Susanne Bech, die Tommy zur Seite gestellt wird.
Eine alleinerziehende junge Mutter, die alles für ihren Job gibt, die bemüht ist, doch auch an sich zweifelt, ob sie den Chefs und Tommy mit den Ermittlungen gerecht werden kann und gleichzeitig auch für ihre Tochter da ist. Der Spagat zwischen Beruf und Familie wird hier sehr gut dargestellt und erinnert mich an meine eigenen Zweifel. Kann ich allen gerecht werden? Was ich mir auch gut vorstellen kann, ist dass man es als weibliche Ermittlerin noch schwerer hat, man muss 120 % geben.

Die Mordgeschichte in der Gegenwart und die Verbindung zu Tommys ersten Mordfall Kristina sind spannend beschrieben. Das bestialische Vorgehen des Täters ist erschreckend. Beim Lesen bin ich echt froh gewesen, dass ich die Gerüche, die am Tatort vorherrschten, nicht riechen musste. Die Ermittlungen führen Tommy immer wieder zurück zu Kristinas Mutter Elisabeth. Kann sie noch entscheidende Hinweise geben?

Im Gefängnis sitzt Anders Rask, ein geständiger Mörder, ein. Doch wie konnte da der Mord verübt werden? Die Figur des wahnsinnigen Psychopathen ist sehr gut gewählt, er kann gut manipulieren und ich bin gespannt, wie es mit im weitergeht. Denn auch für mich war das Ende überraschend, dass es ein offenes Ende gab und es eine Fortsetzung gibt.

Spannende und mitreißende Krimilektüre mit eindeutiger Leseempfehlung. Vielen Dank an den Verlag und das Team von vorablesen für das Rezensionsexemplar.

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Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:


Inhalt:


Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Die Flucht glückt und in Pavia erwartet Otto Adelheid. Sie heiraten.


Fazit und Meinung:


Wieder einmal schafft es Rebecca Gablé mich völlig gefangen zu nehmen und mich in Zeit vor 1000 Jahren zu entführen.


Gaidemar, Soldat der Panzerreiter, befreit Adelheid aus ihrer Gefangenschaft bei Berengar. Ein junger tapfere Mann, der als Bastard in Saalfeld aufgewachsen ist und sich sein ganzes Leben gefragt, woher und besonders von wem er abstammt. Gaidemar ist einsam, er hat keine Eltern, weiß nicht von wem er abstammt, keine Ehefrau, kein Lehen. Er kann sich mit niemanden vertraut austauschen. Und als er selbst Liebe erfährt, scheint er alles mit seinem Ehrgefühl zu zerstören. Gaidemar ist mir sehr ans Herz gewachsen und beim Lesen habe ich Mohn gebangt und gelitten und ihm auf seinem Leidensweg begleitet.


Interessant ist grundsätzlich auch die abwertende Betrachtung bzw. Umgang mit den Bastarden. Da sie in Sünde entstanden sind, müssen sie nach damaligem Glauben immer dafür büßen. Ihnen wird nicht der gleiche Respekt entgegen gebracht, sie sind schlechter gestellt.


Die historische belegte Persönlichkeit Adelheid von Burgund ist mir sehr ans Herz gewachsen. Sie zeigt über die ganze Zeit, über welche Weitsicht und Stärke sie verfügt. Folgendes Zitat von Hulda zu Adelheid ist mir in Erinnerung geblieben 
"... unter widrigen Umständen zeigt Ihr immer die größte Stärke".
Sie überlegt besonnen und mit ihren Entscheidungen stößt sie grundsätzlich niemand vor den Kopf, zum Beispiel bei der Nachfolge des bayrischen Herzogs. Sie versucht dabei immer an das Wohl von Otto, ihrem Gemahl zu denken, denn sie sieht sich auch in der Rolle für den Ausbau der Macht zu sorgen. Bei/mit ihr zeigt sich auch, welchen Vorteil es mit sich brachte, wenn Männer/Herrscher auf ihre Frauen gehört haben. Durch ihre Besonnenheit hat sich "Die fremde Königin" Anerkennung erworben und ausgebaut. Ihre Weisheit zeigt sich mir in folgendem beeindruckendem Gespräch (Seite 571) zwischen ihr und dem erwachsenen Stiefsohn Liudolf. Luidolf: "Die Macht des Königs ist unantastbar" darauf Adelheid "Man muss sie hegen und pflegen, wie ein zartes Pflänzchen, Tag für Tag, Jahr um Jahr, sonst verkümmert sie und vergeht.


In "Die fremde Königin" schafft es Otto der Große mit politischem Kalkül seine Macht auszubauen. Er handelt zumeist taktisch 
klug und setzt Familienmitglieder in wichtige weltliche oder geistliche Ämter ein. Deren Loyalität ist ihm gewiss. Er ist sehr gläubig und gottesfürchtig. Dies wird mit folgendem Zitat von Seite 338 "ich vergebe dir und nehme dich in Gnaden wieder auf. Und wie glücklich bin ich, dass mein verirrter Sohn den Weg zurück ins Licht gefunden hat und Seite 399 deutlich: "Lasst im Heer verkünden. Es ist mein Wunsch, dass alle Männer einander Frieden und Treue und Vergebung vergangenen Unrechts schwören".
Auch wird phasenweise auf die Vergangenheit von Otto eingegangen. Dies wird im distanzierten Miteinander mit seiner Mutter Mathildis deutlich, es ist sehr eisig, nur auf das nötigste begrenzt. Bedingt auch durch die kühle Art von Mathildis und ihrer Bevorzugung von Henning.


Prinz Liudolf, der Sohn aus erster Ehe ist ein Heißsporn und handelt oftmals unbedacht. Durch die neue Heirat fühlt er sich in der Rangfolge nach hinten versetzt und lässt dies auch andere spüren. Er erkennt Fehler seines Vaters, aber er hat nicht die Weitsicht oder Geduld, Sachen langsam anzugehen und Otto auf seine Seite zu ziehen um die gewünschte und verdiente Anerkennung zu bekommen. Durch seinen Heißsporn hat er sich selbst ins Abseits manövriert und so ist er mehr in den Hintergrund geraten, über ihn hätte ich gern noch mehr erfahren. 


Und wie im wahren Leben gibt es im engen Umfeld Mensche, die mit ihrer Art und den Handlungen einem das Leben schwer machen oder auf ihre Chance warten, die Krone zu entreißen. Henning, Ottis Bruder und Gaidemars Ziehbruder Immed sind solche Fieslinge. So richtig gemeine Charaktere, dass ich beim Lesen richtig Galle auf beide bekommen habe.


Die Schlacht auf dem Lechfeld wurde für mich so packend geschildert, dass ich die Luft beim Lesen angehalten habe. Ich habe förmlich die Pfeile durch die Luft schwirren und Pferde schnauben hören. Ich habe mit den Protagonisten hin- und hergeschaut und konnte förmlich die einsetzende Ohnmacht erkennen, als die Übermacht der Ungarn ersichtlich war. Das Reitervolk und sein grausames Vorgehen wurde sehr anschaulich dargestellt. Obwohl in Sachen Rache und Grausamkeiten keins der verschiedenen Völker glimpflich davonkommt.


Es gibt viele Charaktere im Buch, bei denen es sich lohnt etwas zu schreiben. Da sind Adelheids Vertraute Hulda, die Magd Anna, Erzbischof Wilhelm und Brun, Mirogod. Aber das bringt jedes umfangreiche Werk mit sich, es würde aber den Rahmen diese Rezension sprengen.


Ein umfassender historische Roman, der die Vergangenheit gekonnt weitergibt, belegbare historische Personen auftreten und wirken lässt und mit fiktiven Charakter meisterhaft abrundet. Auch hier sind es wieder die kleinen Details, die dieses Buch so wertvoll machen, die Beschreibungen der Geheimnisse, der Spitzeldienste, die Intrigen und auch zuletzt der Blick über Rom und die Bedeutung der Orte, sehr interessant beschrieben.


Und nun, ist das Buch leider zu Ende. Es geht mir jedes Mal so, dass mich freue, wenn ein neues Buch von Rebecca Gablé erscheint und dann lese ich es mit Begeisterung und dann ist es vorbei und ich muss liebgewonnene Charakter ziehen lassen. Auch mit diesem Buch konnte Frau Gablé ihr historisches Wissen, mir als Leser, anschaulich vermitteln und mich für diese Zeit gefangen nehmen. Ich werde mich auf Grund der Lektüre weiter mit Adelheid und Otto beschäftigen. 

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15. jahrhundert, biografie, cranach, eisleben, glaube, hans, hans luder, hebamme, lucas cranach, luther, mansfeld, martin luther, pest, porträt, reformation

Die Mutter des Satans

Claudia Beinert , Nadja Beinert
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.02.2017
ISBN 9783426653838
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

1480 wird die junge Margarethe mit dem gleichaltrigen Hans Luder vermählt. Trotz der zunächst trostlosen Aussicht eines Lebens an der Seite eines Bergmannes ist die Ratsherrentochter 1483 über die Geburt ihres ersten Sohnes Martin sehr glücklich. Die Zeiten sind von Ablass, Aberglaube und Pest geprägt.

Meine Meinung:

Im Reformationsjahr, 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag, habe ich mir vorgenommen, etwas mehr über Martin Luther zu erfahren und da kommen mir die zahlreichen Buchveröffentlichung sehr entgegen.

Das Buch von Claudia und Nadja hat mich besonders neugierig gemacht, ein Lebensbericht aus Sicht der Mutter.

Für mich ist es das erste Buch aus den Federn der beiden Schwestern und ich muss sagen, ich bin begeistert und ärgere mich gleichzeitig, dass ich die bereits erschienen Bücher im Uta von Naumburg noch immer nicht gelesen habe. Auch wundert es mich, dass wenn es um deutsche Autoren von historischen Romanen geht, nicht der Name Beinert genannt wird. Ich hoffe, dass ändert sich bald, denn wirklich gute fundierte historische Romane sind selten.

Doch nun zum Buch.
Die Mutter des Satans wird aus 2 verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Den größten Anteil nimmt hier die Erzählung von Margarethe Luder, die Mutter des Satans, ein. Dieser Teil ist in der ich-Form gestaltet und bereits hier muss ich sagen, dass dies sehr gut gewählt ist, da man so die Gefühle und die Persönlichkeit beider noch besser erfährt.

Margarethes Weg führt von Eisenach über Eisleben nach Mansfeld. In Mansfeld hat Martin seine Kindertage und Jugendzeit verbracht. Mansfeld ist durch den Bergbau geprägt und durch die detaillierte Beschreibung wird erschreckend deutlich, wie verschmutzt dieLuft damals durch die Aschepartikel gewesen sein muss. Eine traurige Umgebung. Bedingt durch die schwere Geburt ist Margarethe von Anfang an sehr herzlich im Umgang mit Martin, ihrem erstgeborenem Sohn. Das Leben zur damaligen Zeit ist sehr hart und mühsam. Margarethe ist oft auf sich allein gestellt und meistert dies ohne Murren. In ihrem Ehemann Hans hat sie keine große Hilfe zu erwarten und bekommt diese auch nicht.
Durch ihre Gedanken wird deutlich, wie sehr ihr Leben durch die Kirche geprägt ist und wie sehr die Kirche damals alles bestimmt hat. Zum Beispiel die Frage der Sünde und Ablassbriefe. Damals gab es wenig Geld und trotzdem hat man dann das wenige verwendet um sich vom Fegefeuer freizukaufen.
Das Martin sehr wissbegierig ist, dass konnte man schon zeitig erahnen und sein Hadern an hergebrachten Sichtweisen konnte man schon daran erkennen, wie er damit hadert, das er für etwas mit der Rute gezüchtigt wurde, obwohl er nichts gemacht hatte. Hierbei erhält er viel Zusprache durch seine Mutter, obwohl sie nicht alles gut heißt, wie zum Beispiel seine Entscheidung, dass Studium der Jurisprudenz abzubrechen und somit gegen das Gebot zu verstoßen, seinen Eltern gehorsam zu sein. Das ist für Margarethe besonders schwierig, da sie zwischen ihrem Ehemann und ihrem Sohn hin- und hergerissen ist. Denn was man das ganze Buch durch spürt, ist wie sehr Margarethe ihre Kinder liebt und wie stark sie ist, Mutterliebe ist für sie sehr wichtig.

Auch die Pest macht vor Mansfeld nicht galt und neben den zahlreichen Toten, schlägt auch das Schicksal unter Martins Geschwistern zu. Die Angst und Hoffnung wechseln sich ab und man spürt dies hautnah, so gut ist es beschrieben. Es wird auch deutlich, dass schon viel Wissen existierte, sich vor der Seuche zu schützen und das hier Kräuterwissen zum Tragen kam. Das Wissen um die Kräuter und ihre Wirkungsweise konnte jedoch den Hebammen und Kräuterkundigen zum Verhängnis werden, waren sie doch in den Augen der Kirche eine Gefahr. Nur weil sie den Geistlichen oder den Räten zu "mächtig" wurden, sind sie mit den Behauptungen des "Hexenhammers" denunziert worden.

Über die Zeit nach dem Thesenanschlag habe ich mir nie wirklich einen Kopf gemacht. Sicherlich ist mir Junker Jörg bekannt, doch ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, wie lang es gedauert hat, bis der neue Glaube nicht als Ketzerei abgetan wurde. Obwohl mir dies hätte klar sein müssen, wo grundsätzlich alles was neu bzw. anders ist, unheilvoll betrachtet wird. Sehr gut geschildert wird, wie die Familie damals beschimpft und für Unglücke verantwortlich gemacht wurde, so dass sie scheinbar allein in Mansfeld waren.

Der andere Blickwinkel wird aus Sicht von Lucas Cranach dem Älteren geschildert. Er möchte Porträts von Martins Eltern anfertigen und hat beim Porträtieren von Margarethe Schwierigkeiten, ihre Seele für das perfekte Porträt zu erreichen. Mit seinen Augen bekommt man nochmals einen anderen Blick auf die Familie der Luthers und erfährt nebenbei noch vieles zum Entstehen eines Bildes. Verrückt wie viele Schritte notwendig waren, um ein Bild von entsprechender Qualität, was Jahrhunderte überdauert, zu bekommen. Hierbei hat mir auch besonders gefallen, dass man dabei auch einen Einblick ins Leben einer Malerwerkstatt bekommen hat und so auch etwas Persönliches von Lucas Cranach erfährt.

Für mich ein sehr beeindrucktes Buch, was mich auch Tage nach Beendigung beschäftigt. Dieses sehr gut recherchierte Buch mit toller ausführlicher Nachbetrachtung erhält von mir die volle Anzahl an Sternen und meine klare Leseempfehlung im Jahr von 500. Jahre Reformation.

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auswärtiges amt, geheimdienst, liebe, nationalsozialismus, spionage, widerstand, zweiter weltkrieg

Kolbe

Andreas Kollender
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 03.07.2015
ISBN 9783865324894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Fritz Kolbe ist Beamter im Auswärtigen Amt. Unter Einsatz seines Lebens und das seiner Lieben leistet er Widerstand gegen das Nazi-Regime. Er schmuggelt für die Amerikaner über tausend Akten in die Schweiz und somit erfahren die Alliierten einiges von den Geheimplänen.

Fazit:

Kollender schreibt so packend, dass man als Leser mitten in der Geschichte verwickelt ist, ja mitten in den Kriegsgeschehnissen abtaucht. Man "nimmt" an Entscheidungen Teil, denn man ist nah bei den damaligen Entscheidungsträgern, denn Kolbe hatte durch seine Tätigkeit im Auswärtigen Amt direkten Kontakt. Beim Lesen habe ich mich mit Fritz Kolbe verbunden gefühlt und konnte seine Wut und eisernen Willen direkt spüren. Auch sein blankes Entsetzen beim Anblick des Verfalls der Reichshauptstadt und der unaussprechlichen Unmenschlichkeit von Bürgern gegenüber Menschen "niederer Rasse".

Das Buch wird in zwei verschiedenen Zeiten erzählt, einerseits die Geschehnisse im Krieg, wie Fritz Kolbe sie erlebt hat und dann anderseits in den Nachkriegsjahren, als er einem Journalisten ein Interview gibt. Die Erzählperspektiven finde ich sehr gut gewählt, vor allem in den Abschnitten des Interviews, lebt nochmals Kolbes Wille auf, mit seinem Verrat dem Krieg ein Ende zu machen und wie sehr er damit hadert, dass trotz seiner Hinweise zum Beispiel zur Wolfsschanze keine Vernichtung/Bombardierung erfolgte.

Eine Lesehighligt für mich und dieses Buch macht die furchtbare Zeit des 2. Weltkriegs lebendig und zeigt mir, dass viele gegen diesen Größenwahn waren, und trotz der Gefahren ihr Leben riskiert haben. Leider wurde dies in der Nachkriegszeit nicht immer gewürdigt, doch Andreas Kollender schafft es mit diesem Buch, die Würdigung nachzuholen bzw. Fritz Kolbe in Erinnerung zu rufen. Am Anfang steht das Zitat von Edward Snowden und es trifft auf Fritz Kolbe genauso zu: "... dann merkt man, dass man bereit ist, jedes Risiko zu tragen, ganz egal, was dabei herauskommt ..." 
 Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Pentragon-Verlag für das Rezi-Exemplar.

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259 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

erster weltkrieg, familiengeheimnis, familiengeschichte, familienvergangenheit, fanny, geheimnis, historischer roman, hitler, holunder, judenschicksal, kochen, münchen, rezepte, teresa simon, zwillinge

Die Holunderschwestern

Teresa Simon
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453419230
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt: Eines Tages steht in der Katharinas Werkstatt ein junger Mann und übergibt ihr die Tagebücher von ihrer Urgroßmutter Fanny. Die Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1918 zurück. Die Zwillinge Fanny und Fritzi wachsen in Weiden auf. Doch Fanny hält nichts mehr in Weiden, sie bricht in einer Nacht- und Nebelaktion nach München auf. Durch einen Zufall lernt sie die Familie Rosengart kennen. Die Tochter Alina ist genauso alt wie sie und es ist der Beginn einer tiefen Freundschaft.

Fazit und meine Meinung zum Buch:

Teresa Simon zeigt mit "Die Holunderschwestern" erneut, das sie mit Worten umgehen kann und den Leser auf eine Reise mit nimmt und darin gefangen hält. Ich habe mit Katharina mitgefiebert und auch jeden Moment in den Tagebüchern gelesen. Was für ein tolles und beeindruckendes Buch.

Fanny ist eine bezaubernde Frau. In jungen Jahren hat sie sich zunächst allein tapfer in München behauptet und hat ihr Kochtalent eingesetzt und so Arbeit gefunden. Sie musste sich durch harte Zeiten durchbeißen und überwand Hindernisse. Sie hat nie aufgegeben, so hart es das Schicksal auch mit ihr gemeint hat. Und sie hat an Werten festgehalten, die ihr wichtig waren und sich dafür eingesetzt auch, wenn sie dabei andere Personen verärgert hat.

Doch nicht nur Fanny ist für mich beeindruckend, sondern auch ihre Urenkelin Katharina ist es. Liegt sicher im Blut. Sie hat ihren Weg gemacht und behauptet sich mit eigener Werkstatt als Restauratorin, eigentlich einem typischen Männerberufe. Und durch ihren Beruf deckt sie mit zu restaurierenden Werkstücken noch mehr Familiengeheimnisse auf.

Besonders hervorheben möchte ich, wie gekonnt Teresa Simon die historischen Ereignisse zwischen den beiden Weltkriegen in das Geschehen einbaut. Auch die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit und Vorkriegszeit wird deutlich, auch wie diese mitunter Familien spaltet. Interessant zu erfahren, wie Hitler und seine Getreuen Leute um sich gescharrt und diese mit Aufgaben betraut haben, dass diese sich wichtig gefühlt haben und Druck und auch Gewalt ausgeübt haben. Ich habe mich immer gefragt, warum jüdische Bürger nicht aus Deutschland weggegangen sind, als die Erniedrigungen immer schlimmer geworden sind. Ich hatte es mir immer damit erklärt, dass es vor allem finanziell schwierig war. Doch es war ihre Heimat. Wer verlässt gern seine Heimat? Dies ist mir bei Alinas Aussage aufgefallen, als Ruben sie mit nach London nehmen wollte, sagte sie: "Das kann ich nicht. Deutschland ist meine Heimat, Deutsch meine Muttersprache. Und außerdem lebt hier in München meine allerbeste Freundin". Als ich diese Stelle gelesen habe, musste ich schon schlucken, einerseits weil mir bewusst wurde, warum viele Juden in Deutschland geblieben sind und anderseits die tiefe Freundschaft zwischen Alina und Fanny.

Die Liebe ist im Buch ein zentrales Thema. Fanny hat den Mann ihres Lebens gefunden, doch die bisherige Entwicklung lässt es nicht zu, dass sie dies nach außen zeigen kann. Doch dafür hat sie ihre Worte und Gedanken im Tagebuch, Zitat von Seite 384 - "Franz ist für mich der Stern, der mein Leben heller macht, ..."

Mein Dank geht an Teresa Simon, die mir tolle Lesemomente beschert hat. Aber eins ist beim Lesen wichtig, man sollte nicht hungrig sein, denn die Rezepte und Gerichte werden so schmackhaft beschrieben, dass man auf jeden Fall Appetit bekommt. Gelungen finde ich auch die Rezeptauswahl am Ende des Buches und dem passenden Lesezeichen. Eine klare Leseempfehlung. Man signiertes Exemplar bekommt einen Ehrenplatz.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

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Kalte Havel

Tim Pieper
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 19.10.2016
ISBN 9783740800017
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Ein junger Mann wird erschossen aufgefunden, doch sein Freund Alexander, der Sohn der Staatsanwältin Caren Winter ist seit dem spurlos verschwunden. Hauptkommissar Toni Sanftleben ermittelt wieder und die Täterjagd beginnt.

Fazit:

Mit diesem 2. Fall für den Kommissar Toni Sanftleben ist es Tim Pieper erneut gelungen, einen grandiosen Krimi zu schreiben. Meine Erwartungen waren hoch, denn mit "Dunkle Havel" hatte Tim ja bereits einen spannungsgeladenen Krimi vorgelegt und so war ich gespannt, ob oder wie er es schaffen wird.

Wenn man die Bücher von Tim Pieper liest, erfährt man neben dem Geschehen noch viel über seine Wahlheimat und man bekommt Lust die Wirkungsstätten zu besuchen. Durch seine Sprache fühlt man direkt die Stimmung, sei es an der Kirche, als sich Hendrik zum Termin mit seinem Henker begibt oder wenn in den verlassenen Orten wie den Beelitzer Heilstätten sich Gruppierungen treffen.

Seit dem Toni mit den Ermittlungen betraut wird, beginnt das Verwirrspiel um den Täter. So viele Täter hat Toni gar nicht zur Auswahl, aber es kann auch kein Unbeteiligter gewesen sein, so dass nicht nur Toni der Kopf qualmt. Tim Pieper schafft es gekonnt, dass man sich mitten im Fall wiederfindet und ich persönlich habe michgefreut, wieder "alte" Kollegen von Toni zu treffen. Phong mit seiner speziellen Art ist mir in "Dunkle Havel" schon in Erinnerung geblieben und so war das Buch auch für mich wie eine Art "Wiedersehn".

Neben dem Fall spielt auch Tonis Privatleben eine große Rolle. Jahrelang hat er seine vermisste Frau gesucht und nun nach dem sie wieder da ist, müssen sie zueinander finden. An sehr guten Krimis mag ich immer besonders gern die Ermittlungsarbeit und Herangehensweise an den Fall, aber auch die Eigenheiten der Ermittler. Und bei Toni spielt seine Verlustangst eine große Rolle und dies treibt ihn in seine Fällen an, diese zu lösen und nach Möglichkeit ohne viele Opfer.

Wie im täglichen Leben hat auch Toni mit Menschen zu leben/arbeiten, die man nicht unbedingt haben muss. Die in ihrer Art so sind, dass man sie am liebesten sonst wohin schießen möchte. Doch man muss in seinem Beruf damit zurecht kommen und Toni hat für sich einen guten Weg gefunden, mit seinen Gefühlen so klar zu kommen, dass er sich nicht angreifbar macht.

Besonders gut gelungen fand ich die Umsetzung im Buch, dass es Rückblicke zu dem erschossenen jungen Mann, Hendrik, gegeben hat, so dass man ein Stück weiter besser dessen "Entwicklung" verstehen kann.

Man Dank gilt Tim Pieper für diesen perfekten Krimi um die Fortsetzung und Weiterentwicklung der  Familie Sanftleben. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Danke auch nochmal für die tolle Widmung in meinem Rezensionsexemplar.

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172 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

england, entführung, ermittlung, ermittlungen, fiona barton, jean taylor, kinderpornographie, kindesentführung, kindesmissbrauch, pädophilie, polizei, pornografie, thriller, verzweiflung, witwe

Die Witwe

Fiona Barton , Sabine Längsfeld , Hafen Werbeagentur
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.05.2016
ISBN 9783805250979
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt: Southampton, 2. Oktober 2006, an einem Nachmittag verschwindet die zweijährige Bella Elliot spurlos. Zeugenhinweise gibt es, doch führen die zu keinem Erfolg. Fast 4 Jahre später stirbt Glen Taylor, der Hauptverdächtige.

Fazit: "Die Witwe" spielt in einem Zeitraum von fast 4 Jahren, beginnend mit dem Tag des Verschwindens von Bella, den Ermittlungen bis hin zum Prozess und dem Tod von Glen. Man wechselt als Leser zwischen den verschiedenen Zeiten hin-und her, und merkt selbst wir sehr die Suche nach Bella einem zermürbt .

Die Geschichte wird aus Sicht von verschiedenen Personen erzählt, der Witwe, der Journalistin, des Polizisten, der Mutter und des Ehemannes. So blickt man mit verschiedenen Augen/Blickwinkeln auf das (mögliche) Geschehen.

Jean Taylor, die Witwe, erzählt in der Ich-Form, so hat man immer einen Bezug zu ihren Gedankenwelt, wie abwegig sie auch scheinen mag. Jean ist ihrem Mann Glen treu ergeben, sie steht hinter ihrem Mann. Wenn ihr irgendwas unrecht erscheint, sucht sie immer bei sich selbst die Schuld und findet diese auch in ihrer kleinen Welt. Eigentlich haben sie nur noch sich, nach den Anschuldigungen gegenüber Glen, wenden sich die wenigen Freunde von ihr ab. Mit seiner Selbstsicherheit und seinem resoluten Auftreten beherrscht Glen seine Frau, er bestimmt über ihre Gefühle und Gedanken.

Bob Sparks, der Polizist und sein Team versuchen akribisch den Tagesablauf und das Verbrechen aufzuklären. Sparks gibt wirklich alles, um Licht ins Dunkle des Verschwindens zu bringen, aber er muss herbe Rückschläge hinnehmen und der Fall lässt ihn nicht in Ruhe. Ein wirklich beeindruckend bissiger Polizist, der nicht in Ruhestand treten kann, bevor er Bella findet. Seine Arbeit und die Arbeitsbedingungen sind sehr gut und nachvollziehbar beschrieben, und auch das man Rückschläge erfährt, dass nicht immer alles perfekt ist, finde ich sehr gelungen. So dass ich mich beim Lesen als Teil der Ermittler gefühlt habe.

Als einen weiteren gelungen Schachzug finde ich die Sichtweise von Kate Waters, der Journalistin. Sie ist Bob sehr ähnlich, sie arbeitet und sucht intensiv nach Hinweisen zum Verschwinden von Bella. Sie gibt ebenso wenig auf. Und man sieht, dass wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kommt man dem Ziel näher.

Das Thema um das Verschwindens eines Kleinkindes ist nicht einfach, vor allem wenn man selbst Mutter ist. Aber Fiona Barton finde eine ausgewogene Balance dazu.

Diese Autorin ist für mich eine tolle Neuentdeckung und ich spreche sehr gern eine klare Leseempfehlung aus. Diese Autorin muss man sich merken. Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Wunderlich-Verlag.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

berlin, deutsch, deutscher, deutschland, familiensaga, geschichte, gesellschaft, goldene zwanziger, herkunft, historischer roman, history, industri, jetse, jüdin, lieb

Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Ella ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter allein da steht. Im Nachlass findet sie einen Zettel mit dem Namen eines Münchener Professors. Wie es der Zufall so will, läuft sie dort ihrem zukommen Ehemann über den Weg, für beide Liebe auf dem ersten Blick. Ein scheinbar glückliches Leben in der besseren Gesellschaft steht vor ihr, doch auch ein Welt von Intrigen, Geheimnissen und Oberflächlichkeiten.

Fazit:

Heidi Rehn schafft es nach "Der Sommer der Freiheit" mich mit einem weiteren Roman zu begeistern. Ella ist mir sofort sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, sie lässt sich jedoch nicht hängen und geht ihren Weg. Mitunter scheint sie auch etwas zu gutgläubig zu sein, da sie nicht weiter nachfragt, was ihr Ehemann so geschäftlich allein zu klären hat bzw. sich mit lapidaren Aussagen zu frieden gibt. Aber dies ist ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit geschuldet und macht sie für mich noch sympathischer. Auch dass sie sich ihrer Schwägerin behaupten kann, beeindruckt mich, sie ist eine willensstarke junge Frau.

Ihr Ehemann Jobst, jüngster Sohn der Kirchenreuths, ist für mich zunächst sehr unnahbar, zu undurchsichtig, irgendwie mehr ein draufgängerischer Junggeselle, der nichts von der Vergangenheit wissen möchte und nur in der Gegenwart lebt. Im Verlauf der Geschichte erfährt man auch warum er so ist und so reagiert.

Seine Eltern sind erfolgreiche Besitzer einer Maschinenfabrik und passen ihre Meinung so an, dass sie weiterhin gut in der Gesellschaft dastehen und ja keine Aufträge durch mögliche neue politische Konstellationen verlieren. Mit der Zeit merkt man diese Oberflächlichkeit und wie das Ansehen der Familie im Vordergrund steht und nicht der einzelne.

An Falk, dem ältere Bruder von Jobst konnte ich nichts finden, was ihn positiv erscheinen lassen könnte. Er ist für mich eine solche Person, was für meinen Sohn als Schimpfwort verboten ist.

Schwägerin Viktoria hat in ihrer Art und Weise nicht meine Sympathie gewinnen können, doch ihr Leben ist nicht so golden wie zunächst gedacht und somit kann ich ihr Handeln zumindest im Rückblick besser verstehen, als Art Schutz.

Besonders gelungen finde ich, dass die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit deutlich wird, dass sich die meisten nicht mit der deutschen Kriegsschuld einverstanden gaben. Was für mich beim Lesen noch viel deutlicher geworden ist, wie schwierig das Regieren bei den vielen Parteien gewesen sein muss. Erschreckend und mir bisher völlig unbekannt, dass die bessere Münchener Gesellschaft Hitler und seine NSDAP finanziell unterstützt hat und das in Berlin und Brandenburg die Macht der Braunen so starkunterschätzt wurde. All das konnte mir kein Geschichtsunterricht lehren und somit ist "Spiel der Hoffnung" für mich nicht nur ein Gesellschaftsroman über die Goldenen Zwanziger sondern ein solide recherchierter historische Roman. Eindeutig eine Leseempfehlung und mein Lesehighlight im Herbst.

Hervorzuheben ist auch die gelungene Gestaltung des Taschenbuches, schon allein das Cover schickt mich in die Zeit der goldenen Zwanziger, Grammophon, extravagante Kleider und Tanzveranstaltungen. Schlägt man das Buch auf, wird man gleich von Heidi Rehn begrüßt, mit der Einladung mit ihr die Schauplätze des Romans in einem buchigen Spaziergang kennenzulernen, verlockend. Und natürlich das umfangreiche Glossar.

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Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Ella ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter allein da steht. Im Nachlass findet sie einen Zettel mit dem Namen eines Münchener Professors. Wie es der Zufall so will, läuft sie dort ihrem zukommen Ehemann über den Weg, für beide Liebe auf dem ersten Blick. Ein scheinbar glückliches Leben in der besseren Gesellschaft steht vor ihr, doch auch ein Welt von Intrigen, Geheimnissen und Oberflächlichkeiten.

Fazit:

Heidi Rehn schafft es nach "Der Sommer der Freiheit" mich mit einem weiteren Roman zu begeistern. Ella ist mir sofort sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, sie lässt sich jedoch nicht hängen und geht ihren Weg. Mitunter scheint sie auch etwas zu gutgläubig zu sein, da sie nicht weiter nachfragt, was ihr Ehemann so geschäftlich allein zu klären hat bzw. sich mit lapidaren Aussagen zu frieden gibt. Aber dies ist ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit geschuldet und macht sie für mich noch sympathischer. Auch dass sie sich ihrer Schwägerin behaupten kann, beeindruckt mich, sie ist eine willensstarke junge Frau.

Ihr Ehemann Jobst, jüngster Sohn der Kirchenreuths, ist für mich zunächst sehr unnahbar, zu undurchsichtig, irgendwie mehr ein draufgängerischer Junggeselle, der nichts von der Vergangenheit wissen möchte und nur in der Gegenwart lebt. Im Verlauf der Geschichte erfährt man auch warum er so ist und so reagiert.

Seine Eltern sind erfolgreiche Besitzer einer Maschinenfabrik und passen ihre Meinung so an, dass sie weiterhin gut in der Gesellschaft dastehen und ja keine Aufträge durch mögliche neue politische Konstellationen verlieren. Mit der Zeit merkt man diese Oberflächlichkeit und wie das Ansehen der Familie im Vordergrund steht und nicht der einzelne.

An Falk, dem ältere Bruder von Jobst konnte ich nichts finden, was ihn positiv erscheinen lassen könnte. Er ist für mich eine solche Person, was für meinen Sohn als Schimpfwort verboten ist.

Schwägerin Viktoria hat in ihrer Art und Weise nicht meine Sympathie gewinnen können, doch ihr Leben ist nicht so golden wie zunächst gedacht und somit kann ich ihr Handeln zumindest im Rückblick besser verstehen, als Art Schutz.

Besonders gelungen finde ich, dass die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit deutlich wird, dass sich die meisten nicht mit der deutschen Kriegsschuld einverstanden gaben. Was für mich beim Lesen noch viel deutlicher geworden ist, wie schwierig das Regieren bei den vielen Parteien gewesen sein muss. Erschreckend und mir bisher völlig unbekannt, dass die bessere Münchener Gesellschaft Hitler und seine NSDAP finanziell unterstützt hat und das in Berlin und Brandenburg die Macht der Braunen so starkunterschätzt wurde. All das konnte mir kein Geschichtsunterricht lehren und somit ist "Spiel der Hoffnung" für mich nicht nur ein Gesellschaftsroman über die Goldenen Zwanziger sondern ein solide recherchierter historische Roman. Eindeutig eine Leseempfehlung und mein Lesehighlight im Herbst.

Hervorzuheben ist auch die gelungene Gestaltung des Taschenbuches, schon allein das Cover schickt mich in die Zeit der goldenen Zwanziger, Grammophon, extravagante Kleider und Tanzveranstaltungen. Schlägt man das Buch auf, wird man gleich von Heidi Rehn begrüßt, mit der Einladung mit ihr die Schauplätze des Romans in einem buchigen Spaziergang kennenzulernen, verlockend. Und natürlich das umfangreiche Glossar.

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Von Piraten und Pfeffersäcken: Norddeutsche Zeitreisen

Heiko Kraft
Geheftet: 330 Seiten
Erschienen bei Verlag Hauke Kracht, 15.06.2016
ISBN 9783000529405
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Martin, der Hauptprotagonist, wächst unter Strandräubern auf und kommt mit der Skrupellosigkeit jedoch nicht zurecht. Als die Kogge vom Kaufmann Hermann Nienkerken kentert, kreuzen sich die Wege von beiden. Und eine packende Geschichte über den Handel zur Hansezeit und der Suche nach den eigenen Wurzeln beginnt.

Fazit:

Beim Lesen ist mir besonders Martin mit seiner freundlichen, natürlichen und vorurteilsfreien Art ans Herz gewachsen. Er macht nicht bei unrechten Sachen mit und hilft unerschrocken und rettet so Leben, wobei er auch sein eigenes riskiert. Irgendwie hat er gespürt, dass er nicht zu der Familie gehört, wo er aufgewachsen ist und für mich als Leser ist klar nachvollziehbar, dass er sich auf Suche nach seinen Ahnen begibt. Was der Autor gekonnt in die Geschichte stimmig einbindet. Auch die anderen handelten Personen werden immer wieder mit einbezogen, nehmen mitunter eine wesentliche Rolle im Leben von Martin oder seiner neuen Familie ein. Dieses Buch habe ich von Anfang bis Ende genossen und ich habe sehr viel über die Hanse, Kaufleute, Handel und das Leben zur damaligen Zeit gelernt. Sehr beeindruckend, wie Heiko Kraft es geschafft hat, Wissen so in die Geschichte einzubinden, dass es nicht wie ein Vortrag gewirkt hat, sondern es hat einfach gepasst.

Zum Beispiel habe ich immer gedacht, dass Hamburg immer mit eine der größten Städte in Norddeutschland gewesen ist, so aber habe ich erfahren, dass Lübeck zu dem damaligen Zeitpunkt größer und einflussreicher war.

Diesen historischen Roman kann ich bedingungslos empfehlen, da neben der Geschichte der Hanse und des Handels sehr viel geschichtliches Wissen vermittelt wird, was sehr einprägsam ist. Eine eindeutige Leseempfehlung. Mein Dank gilt Heiko Kraft für das bereitgestellte Leseexemplar.

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historisch, historische krimis, historische lektüre, historischer krimi, hochspannung, intrigen, katholisc, katholische kirche, kommissar, krimi, liebe, maria rhein, mord, morde, münster

Der Werwolf von Münster

Maria Rhein , Dieter Beckmann
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.03.2014
ISBN 9783839214923
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

1874, mitten in Münster geschehen unheimliche, bestialische Morde. Es ist schnell klar, dass es sich um ein und denselben Täter handelt, es werden immer Bibelseiten auf den Opfern hinterlassen. Der Leser findet sich mitten im Kulturkampf zwischen preußischer Regierung und katholischer Kirche wieder.

Fazit:

Maria Rhein und Dieter Beckmann legen mit "Der Werwolf von Münster" einen historischen Kriminalroman vor und es ist meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Werk. Beim Lesen habe ich deutlich gemerkt, dass dahinter sehr viel Recherchearbeit liegt und hat mir auch die Zeit des Kulturkampfs nahegebracht, was mir so nicht bewußt war. Das Wissen wird gut in das Geschehen eingebunden, ohne dass es wie eine Geschichtsstunde wirkt. Dass man beim Lesen noch sein Geschichtswissen erweitert, so stelle ich mir historische Werke vor. Kommissar Heinrich Maler wird von der Geheimpolizei nach Münster geschickt, um einerseits die Mordserie zu beenden und andererseits der katholischen Kirche zu schaden. Maler ist ein junger ungestümer Mann, der seine Gefühle mitunter nicht unter Kontrolle hat und auch gerne trinkt. Doch er ist wortgewandt und setzt sich durch und erkennt, wer ihm bei der Aufklärung der Morde helfen kann und schließt so Freundschaft mit seinem Kutscher und akzeptiert diesen, obwohl dieser niedriger gestellt ist. Er kann gut kombinieren, doch durch Machenschaften in Berlin ist er zunächst nicht frei in seinen Entscheidungen. Eine weitere zentrale Rolle kommt Katharina zu, jung Witwe geworden und Schwester eines Opfers. So kommen beide in Kontakt und erkennen beide ihre Einsamkeit. Die Entwicklung der Liaison ging mir ein Stück zu schnell, aber trotzdem stimmig. Vielen Dank für das Leseexemplar und wieder ein gelungenes lesenswertes Buch aus dem Gmeiner Verlag.

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Ein Sommer in Wales

Constanze Wilken
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.07.2015
ISBN 9783442479627
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Vor 10 Jahren verbrachte Ally mit ihren Eltern und ihrem Bruder Simon die Ferien im malerischen Wales. Doch die Ferien nehmen ein trauriges Ende. Simon stirbt. 10 Jahre später ist Ally im Auftrag ihres Arbeitgebers in Wales als Journalist unterwegs und sie muss in die gleiche Region. Die Erinnerung und die Trauer nach Simon weden mehr als greifbar. Kann Ally sich den Erinnerungen stellen?

Fazit:

Erneut gelingt es Constanze Wilken mich mit ihrer Schreibkunst gefangen zu nehmen, den mit Beginn ist man Teil der Geschichte rund um Ally.

Die Hauptperson Ally ist gefangen in ihrem Schmerz um den Verlust ihres geliebten jüngeren Bruder. Als sie den Auftrag für die Reportage erhält, möchte sie absagen, zu tief sitzt der Verlust, auch nach 10 Jahren. Einerseits weil sie sich die Schuld gibt und anderseits ist ihre Familie an dem Unfalltod zerbrochen. Leider haben ihre Eltern in ihrer eigenen Trauer ihre Tochter nicht mehr wahrgenommen, sie haben vergessen, dass sie ein weiters Kind hatten. Allys Seele ist verletzt, sie kann erst zur Ruhe kommen, wenn sie weiß, wie es zum Tod von Simon kommen konnte, an einen Unfall kann sie nicht glauben. Ally wird sehr gut dargestellt, man kann sich gut in sie hineinversetzen, man spürt förmlich ihren Schmerz und kann ihre Gefühle nachvollziehen. Deutlich wird dies, als sie unverhofft ihrer Jugendliebe David gegenüber steht. Doch die anfängliche Abneigung wird schnell von den alten Gefühlen abgelöst. David war damals auch vom Tod des kleinen Simons schockiert. Er erkennt, dass Ally nicht zur Ruhe kommt und unterstützt sie. Ihn lässt Simons Tod auch keine Ruhe.

Das Buch spielt in 2 Zeitebenen, 2002 und 2012. So habe ich als Leser dir Chance, den kleinen schlauen Simon kennen- und lieben zu lernen. Die Harmonie und gegenseitige Achtung zwischen den Geschwistern ist deutlich fühlbar.

Neben den Hauptprotagonisten schafft es die Autorin kleine "Rand"figuren einzubauen, die sehr richtig für Ally sind, die dir aufbauen und die das Wesen von Freundschaft verdeutlichen.

Ich war noch nie in Wales, aber dicht die bildhafte Beschreibung der Landschaft, kann ich mir die malerischen Buchten und Klippen, geheimnisvolle Herrenhäuser direkt vorstellen, einfach perfekt.

Die Wahrheit zu Simons Tod ist mehr als erschreckend und man merkt, wie sehr man sich in vermeintlich guten Freunden täuschen kann.

"Ein Sommer in Wales" erhält von mir eine eindeutige Leseempfehlung! Absolut lesenswert!

Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezi-Exemplar und Constanze für das tolle Buch und die Begleitung der Leserunde.

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autounfall, baby, bald ruhest du auch, diana verlag, emma, entführung, hamburg, lena, mord, rache, selbstmord, spannung, thriller, unfalltod, wiebke lorenz

Bald ruhest du auch

Wiebke Lorenz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 16.03.2015
ISBN 9783453291713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Daniel und Lena - ein perfektes Liebespaar, was in Liebe für einander aufgeht, nur das heißersehnte Kind fehlt. Doch dann ist Lena endlich schwanger und dann passiert am 2. Juli ein Autounfall und Daniel verliert sein Leben. Lena ist hochschwanger und allein. Emma kommt gesund zur Welt, doch dann ist Emma einfach weg, entführt und kann sich nur von Brief zu Brief mit den entsprechenden Anweisungen hangeln. Wer steckt dahinter und warum sinnt jemand nach Rache?

 

Fazit:

Wiebke Lorenz schafft mit "Bald ruhest du auch" einen Thriller, der von ersten bis zur letzten Seite, ja Zeile voller Überraschungen und Wendungen gestückt ist, so dass man das Buch nicht weglegen kann und somit seine Familie vernachlässigt - es müsste eigentliche eine Warnung aufs Buch- Macht süchtig - man kann nichts anderes mehr erledigen;-).

Mit der Hauptprotagonistin Lena fiebert man mit, man kann als Leser gar nicht anders, als in alle Richtungen zu ermitteln und jeden Verwandten oder entfernt Bekannten zu verdächtigen, der aus irgendeinem Grund auf Rache aus ist.

Doch wer kann dahinterstecken, wer kann was gegen das Vorzeigepaar gehabt haben? Sicherlich war Daniel bereits verheiratet und hat seine 1. Ehefrau und seine Tochter Josy wegen Lena verlassen, aber warum sollte man dann die neugeborene Tochter von Lena entführen? Ist sie nicht bereits durchs Schicksal mit dem Tod ihres Ehemannes hart bestraft?

Facetten- und temporeich begibt sich der Leser mit auf die Suche nach Emma und man spürt förmlich selbst, wie sehr die Angst ums eigene Kind das Handeln lenkt und man langsam verzweifelt und Dinge tut, die man nur "Verrückten" zu traut.

Ich weiß, dass man als Thriller-Fan die Bücher von Wiebke Lorenz lesen muss, ich hoffe es kommen noch viel mehr auf den Geschmack, ihre Bücher zu lesen. Es lohnt sich!

Mein Dank gilt dem Team von kriminetz.de und dem Diana Verlag für das Rezensionsexemplar.  

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2.weltkrieg, 2. weltkrieg, faschismus, hamburg, italien, liebe, nationalsozialismus, olivenhain, partisanen, resistenza, romantik, spannung, toscana, toskana, zweiter weltkrieg

Die Fasane der Signora

Constanze Wilken
E-Buch Text: 584 Seiten
Erschienen bei frankly, 06.03.2015
ISBN 9783945857069
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Oda macht sich nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters auf den Weg in Richtung Heimat, in die Toskana. Die Bilder ihrer Mutter lösen  in ihrem Elternhaus zahlreiche Erinnerungen an eine glückliche Kindheit aus. Doch Oda hat mit fünf Jahren bereits ihre Mutter verloren und war zum Schluss nur noch selten in der Toskana. In den Unterlagen ihres Vaters findet sie ein Foto von ihrem Großvater, der zu Kriegszeiten in der Toskana stationiert war. Ihre Suche beginnt.

Fazit:

Mit diesem Buch schafft Constanze Wilken eine unglaubliches Werk, was man gar nicht so recht in irgendein Genre stecken kann. Es ist ein gelungenes Werk mit historischen Aspekten  zu den Gegebenheiten des 2. Weltkriegs  in der Toskana und da die Geschichte um Oda auch in der Gegenwart spielt, kann man nachvollziehen, wie die Vergangenheit oft noch in weiteren "unbeteiligten" Generationen nachwirkt.

Constanze schafft mit Oda eine liebevolle und kämpferische Hauptprotagonisten. Sie ist mir sofort ans Herz gewachsen  und ich konnte ihre Sehnsucht und gleichzeitige Zerrissenheit zu ihren Wurzeln nachvollziehen. Die Zerrissenheit rührt daher, dass sie mit ihrem Vater nicht mehr  richtig reden konnte, da sie ihm nie verziehen hat, dass er sie damals nach dem Tod der Mutter nach Hamburg zur Großmutter gesteckt hatte. Zu dem Zeitpunkt, wo sie wenigstens die Liebe ihres Vaters gebraucht hätte, musste sie in eine herrschaftliche Villa bei einer herzlosen Frau, ihrer Großmutter Dorle, leben.
Im Rahmen ihrer Recherchen zu ihrem Großvater lernt sie Nella kennen, für mich die zweite wichtige tragende Person in diesem Werk.

Durch die Rückblicke in die Kriegszeit lernt man ebenso eine junge kämpferische Nella kennen und erkennt gemeinsame Charakterzüge zwischen Oda und Nella. Sicherlich verstehen sie sich auch aus diesem Grund so gut, obwohl Nella auf ihrem Bauerngut als mürrische ältere Frau bekannt ist.
Auch Nellas Leben ist von Krieg und Verlust geprägt, doch sie ist nicht so verbittert geworden wie Odas Großmutter Dorle.

Besonders gut haben mir die Rückblicke auf das Leben der Großmutter Dorle gefallen. Man hat so einen Einblick erhalten, wie das Leben kurz vorm Krieg in Hamburg gewesen ist. Als Jugendliche mochte ich sie noch gut leiden, doch auch hier waren ihr schlechten Charakterzüge erkennbar. Der Verlust hat Dorle hart und unantastbar gemacht.

Der Bezug zu Hamburg wird auch gehalten, in dem Oda wieder zurück in ihr altes Leben reist, um ihrer Arbeit beim Goldschmied Max Friedrich nachzukommen.  Ihrem Arbeitgeber fühlt sie sich tief verbunden, ja verantwortlich, da er ihr ein guter wertvoller Freund geworden ist. Das wird auch in folgendem Zitat deutlich: "Wer einen Freund wie Max Friedrich hatte, durfte sich glücklich schätzen." (Seite 353).

Neben den ganzen unschönen Kriegsereignissen gelingt es Constanze Wilken aber auch die Schönheit der Toskana durch bildhafte darstellende Sprache zu zeigen und in mir die Reiselust zu wecken.

Für mich ein sehr gelungenes Buch, was zeigt, dass man auch dann seinen Weg gehen kann, wenn das Leben von vielen Schicksalsschlägen gelenkt wurde. Man muss sich dem Schicksal nicht hingeben, sondern seinen eigenen Wege gehen und es gibt immer Hoffnung und Liebe.

Eine klare Leseempfehlung.

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