Leserpreis 2018

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231 Bibliotheken, 20 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

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All In - Tausend Augenblicke

Emma Scott , Inka Marter
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2018
ISBN 9783736308190
Genre: Liebesromane

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149 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Die Suche

Charlotte Link
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 01.10.2018
ISBN 9783764504427
Genre: Krimi und Thriller

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Royal Christmas

Daniela Felbermayr
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 11.10.2018
ISBN 9783752848427
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dieses Jahr hat nun wirklich dafür gesorgt, dass die Royals im positiven Sinne in aller Munde sind, denn Harry und Meghan erobern die Welt im Sturm, erst diese Woche mit ihren Baby-News und dazu ihre Reise nach Australien und Nachbarländer. In genau diese Stimmung kommt nun diese royale Weinachtsgeschichte, die sich perfekt thematisch anschließt und sogar mit einem kleinen Augenzwinkern auf die echt Königsfamilie schaut.

Warum ich jetzt die volle Punktzahl nicht gebe, kann ich eigentlich gleich zu Beginn schon erklären. Ich finde die Idee zu der Geschichte und den Schreibstil der Autorin so toll, dass ich mir für diesen Titel weniger eine Kurzgeschichte oder Novella, als viel mehr ein ganzes Buch gewünscht hätte. Denn an einigen Stellen muss man wirklich sagen, dass es sehr flott geht und wenn man sich dafür mehr Zeit genommen hätte, wäre ich womöglich vollends hin und weg gewesen.

Die Atmosphäre der Geschichte ist wirklich sehr angenehm, sehr weihnachtlich und damit automatisch heimelig. Jetzt habe ich sie natürlich im Vorwelt von Weihnachten gelesen, aber es war der Geschichte problemlos möglich, mich in eine entsprechende Stimmung zu versetzen, die ich gerne ausgekostet habe. Es wurden auch viele tolle Figuren geboten, die ich (siehe oberen Abschnitt) gerne noch tiefer ergründet hätte. Mir haben vor allem auch die ruhigen Zwischenmomente gefallen, wenn sie zusammen backen oder das Verlobungskleid von Helen sich ansehen.

Was dann echt noch ein nettes Gimmick war, war dann der Moment, wo der Weihnachtsmann involviert wurde. Ich konnte die Geschichte förmlich auf der Leinwand zur Adventszeit sehen und wenn dann der Mann mit Rauschebart kommt und dem Ganzen etwas Magisches verleiht. Dieser Moment hat einfach wie die Faust aufs Auge in dieser Geschichte gepasst.

Fazit: Eine echt tolle Novella zu Weihnachten, die einen in eine tolle Stimmung versetzt und genau die richtigen Elemente bringt, um das Herz zum Leuchten zu bringen. Das Potenzial war sogar so groß, dass ich die Geschichte insgesamt gerne ausgezählter gelesen hätte.

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37 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Flucht in die Schären

Viveca Sten , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.11.2018
ISBN 9783462051971
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei so einer langlebigen Krimireihe, wie Viveca Sten sie rund um Thomas und Nora erschaffen hat, ist die Gefahr immer groß, dass man sich in Eintönigkeit verliert und irgendwann einfach nichts mehr bieten kann, was den Leser begeistern kann. Ich hatte immer schon den Eindruck, dass Sten sich dieser Gefahr sehr bewusst war und deswegen gerne mit größeren Zeitsprüngen gearbeitet hat, weil sie so vor allem über das Privatleben der Hauptfiguren immer neue Impulse setzen konnte. „Flucht in die Schären“ ist nun bereits der neunte Band und ich ziehe das Fazit vorweg: es ist auch Stens bisher experimentellster Band.

Ich hatte mich vorab im Klappentext schon etwas gewundert, dass „Flucht in die Schären“ so offensiv als Thriller angepriesen wurde. Bei klassischen Krimireihen bin ich immer sehr skeptisch, wenn man plötzlich etwas von Thriller liest. Da ich dieses Genre nämlich lieber lese als klassische Krimis, erkenne ich schon auf Anhieb, ob es sich wirklich um einen Thriller handelt oder nicht. Bei „Flucht in die Schären“ hat sich dieses Etikett nun wahrlich ausgezahlt, da der neunte Band definitiv der bisher spannendste ist. Alle Bände haben natürlich am Ende immer mit Spannung angezogen, weil es dann immer ein Wettlauf gab, ob man den Täter schnappen kann. „Flucht in die Schären“ ist aber wirklich durchgängig spannend und die Kapitel sind gefühlt noch kürzer, noch strategischer gesetzt, dass man kaum noch Luft holen kann, weil man so schnell weiterlesen will. Zudem arbeitet die Autorin auch mit mehreren Höhepunkten, so dass es immer Einzelhandlungen gibt, wo man schon mitfiebert. Natürlich haben wir es hier nicht mit einem Thriller à la Chris Carter zu tun, aber das Tempo und die Spannung, die erzeugt wird, das ist schon klasse!

Experimentell geht es auch bei den Hauptfiguren zu. Lange, lange habe ich mich immer aufgeregt, wenn Nora eigentlich nur durch ihr Privatleben eine Daseinsberechtigung hatte, aber ansonsten wenig in die Handlung eingebunden war. Das hatte sich zuletzt erfreulicherweise geändert, so dass Nora als Juristin und Thomas als Polizist bei einem Fall dann immer näher aneinander kamen, bis sie letztlich zusammengearbeitet haben. Nun schlägt das Pendel eher auf die Gegenseite aus. „Flucht in die Schären“ ist ganz klar Nora-zentriert, während Thomas mit seinem Privatleben beschäftigt ist. Dadurch ergibt sich auch kein klassischer Kriminalfall mit Ermittlungen, sondern man erlebt vielmehr wie Nora Ermittlungen für ihre Anklage durchführt. Dieser Schritt war sicherlich gewagt, weil Thomas eben erst am Ende wieder eine größere Rolle spielt und immerhin wird die Reihe schon seit Jahren als „Ein Fall für Thomas Andreasson“ beworben, das wirkt nun erst recht lächerlich, aber mir hat dieser Weg gefallen.

Weniger gefallen haben mir dagegen die Rückblicke in die Kindheit des großen Bösen in diesem Buch. Erst habe ich noch gedacht, dass so erklärt werden soll, warum Andreis ist wie er ist. Aber im Endeffekt bilden diese Rückblicke nur einen kleinen Teil seiner Kindheit ab, der definitiv nicht alles rechtfertigen kann. Da hätte ich es viel spannender gefunden, wenn man auf seine erste Zeit in Schweden geblickt hätte, wo seine kriminelle Zeit ja überhaupt erst begann. So hatte ich eher den Eindruck, dass Sten das Thema der Balkankriege sehr spannend fand und das Grauen dieser Zeit auffangen wollte. Zudem fand ich es komisch, dass Andreis Bruder Emir, der ja wirklich der Brutale der Brüder sein soll, auch so kurz kam. Für mich gab es da leider zu viele Lücken. Nun haben wir am Ende ein Epilog, der andeuten könnte, dass man das Thema noch weiterhin verfolgen möchte, vielleicht gibt es dann Antworten, aber für mich war es strategisch nicht gut gemacht.

Fazit: Viveca Sten ist mit „Flucht in die Schären“ ein Risiko gegangen, da sie uns LeserInnen eher einen Thriller als ihren üblichen Krimi liefert. Thomas und seine Polizeistation sind kaum ein Thema, stattdessen ist auf alles auf Nora gerichtet, die eine Anklage wegen Steuerbetrugs vorbereiten will und dann in eine Geschichte von häuslicher Gewalt vordringt. Für mich hat sich dieses Risiko gelohnt, da die Thrillerelemente echt gut gemacht sind. Fehl am Platz wirken dagegen die Rückblicke in die Kindheit des Täters.

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108 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Das Leuchten unserer Träume

Dani Atkins , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426522059
Genre: Liebesromane

Rezension:

Manchmal frage ich mich, ob ich Dani Atkins vielleicht nie als Autorin auf den Schirm bekommen hätte, wenn ihr Erstlingswerk „Die Achse meiner Welt“ von Knaur nicht mit so einem aufwändigen Marketing beworben worden wäre. Vermutlich nicht, da es in dem großen Angebot doch sehr wahrscheinlich ist, dass auch großartige Erzählerinnen untergehen. Von Atkins habe ich in jedem Fall seitdem jedes Buch gelesen, so dass auch „Das Leuchten unserer Träume“ nun schnell gelesen werden musste, natürlich auch unter dem Spannungsmoment, welche Überraschung die Autorin vielleicht diesmal parat hat.

Atkins Geschichten beginnen immer sehr dramatisch und der Prolog gibt der ganzen Geschichte schon eine Melancholie, wo man sich fragt, wohin man wohl mit seinen ganzen Emotionen soll. Anschließend geht die eigentliche Geschichte los und prompt war die große Dramatik da, die mich sofort für sich einnehmen konnte. Sophies Kampf gegen den Brand war sehr, sehr authentisch beschrieben und ich konnte ihre Beklemmung und ihre Angst durch die Seiten fühlen. Mit der Rettung durch Ben wird der Geschichte vorerst die pure Dramatik genommen, stattdessen geht es erstmal um Gefühle und das Vorantreiben einer schönen Liebesgeschichte.

Mit Ben habe ich mich sofort identifizieren können, da er eine ungeheure Empathie ausstrahlt, die einen ganz tief innen drin berührt. Er hat ein Gespür für Situationen und Menschen, das man nicht lernen kann, sondern das man hat oder eben nicht. Dagegen wirkt Sophie natürlich eher kaltherziger, da sich eigentlich fast alles nur um sie dreht. Da sie aber bedingungslose Liebe für ihre Katze und die Familie ihrer besten Freundin empfindet, ahnt man, dass sie nur sehr viel in sich verschlossen hat. Dennoch ist mir Sophie bis zum Ende nicht komplett ans Herz wachsen können, weswegen Bens bedingungslose Liebe in manchen Momenten nicht restlos für mich nachzuvollziehen war. Dennoch finde ich ihre Liebesgeschichte insgesamt gelungen, da viel mit Schicksal gespielt wird und ich solchen Geschichten ohnehin immer verfallen bin.

Ein großes Geheimnis dieser Geschichte war relativ schnell zu erahnen, da die Hinweise (vielleicht auch bewusst?) nicht allzu sehr versteckt worden sind. Da wollte sich bei mir doch schon etwas Enttäuschung einstellen, aber am Ende kann die Autorin sogar noch aus dem Offensichtlichen eine Überraschung machen. Auch der zweite große Handlungsbogen, der die Geschichte maßgeblich beeinflusst und den ich hier nicht spoilern werde, kam für mich sehr überraschend, aber er hat der Handlung eben den Twist gegeben, womit man endgültig die großen Emotionen geboten bekommen hat. Ab da war ich wirklich tief in dieser Geschichte drin und habe die Momente sehr genossen, auch wenn es natürlich sehr, sehr traurig war.

Etwas schade fand ich auch, dass die Autorin in der Erzählstruktur immer mal Absätze reingenommen hat, die minimal in die Zukunft springen, um im nächsten Abschnitt schon wieder in die Gegenwart zurückzukehren. Bei diesem Stilelement hat sich mit leider nicht der Sinn erschlossen, weil es eher für Verwirrung als für einen Wiedererkennungswert gesorgt hat.

Fazit: Dani Atkins kann erneut eine berührende Liebesgeschichte abliefern, die wie immer einige Überraschungen bereithält. Es werden sehr, sehr viele Emotionen geboten, die gut transportiert wurden. Dennoch wird mir Sophie nicht als Lieblingsfigur in Erinnerung bleiben, da sie etwas Realitätsfernes hatte. Aber trotzdem war ich in ihrer und Bens Geschichte zu 100% drin.

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314 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 118 Rezensionen

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The Ivy Years – Was wir verbergen

Sarina Bowen , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.06.2018
ISBN 9783736307872
Genre: Liebesromane

Rezension:

Sarina Bowen hat sich mit ihrer „True North“-Reihe wirklich schnell in mein Herz gespielt, weil sie sich auch nicht scheut, sehr ernste Themen anzupacken und die auch noch authentisch rüberzubringen. Damit war für mich klar, dass ich die „Ivy Years“-Reihe ebenfalls lesen würde, war aber nach dem ersten Band doch sehr enttäuscht. Der Schreibstil war immer noch hervorragend und auch die Dramatik war immer noch gut dosiert, aber die Figuren haben sich leider stellenweise unmöglich verhalten. Trotzdem habe ich mir nun den zweiten Band vorgenommen, zumal ich schon einige Leserstimmen vernommen hatte, die Teil 2 gegenüber deutlich gnädiger waren.

Bridger kennen wir ja schon aus dem ersten Band. Eigentlich ein totaler Player, der aber vor allem auch ein guter Freund und liebevoller großer Bruder ist. Mit ihm war ich also schon vertraut. Scarlet ist nun die Neue und ihre Geschichte ist mit den Missbrauchsvorwürfen ihrem Vater gegenüber wirklich sehr heftig. Auch bei Bridger geht es steil bergab, weil seine Mutter sich in ihrer Drogensucht verliert und nicht mehr für ihre Tochter sorgen kann. Unwissend voneinander, wie sehr sie doch Leidensgenossen sind, finden sich Bridger und Scarlet. Ich muss sagen, dass ihre Anziehungskraft am Anfang nicht sehr gut rüberkam. Die Autorin hat sich zwar Zeit gelassen und dennoch wollte der Funken erst nicht überspringen. Je mehr die Geschichte jedoch voranschritt, umso mehr konnte ich mich für die beiden erwärmen. Vor allem Bridger ist jedes Fangirl wert, weil er wirklich sehr sensibel und dennoch stark präsentiert wird. Scarlet ist da stellenweise anstrengender, aber als die beiden sich wirklich gegenseitig stützen, entsteht eine sehr schöne Geschichte, die herrlich authentisch wirkt.

Aber auch die Einzelgeschichten der beiden werden gut im Ton getroffen. Beide Geschichten haben ihre emotionalen Höhepunkte und obwohl beide wirklich schwere Schicksalsschläge erleben, wirkte es nicht zu viel. Denn das muss man Bowen wirklich lassen, sie kann Dramatik perfekt dosieren. Am Ende gibt es dann ein schönes Happy End. Es ist nicht abrupt erzählt, sondern wir bekommen als LeserInnen wirklich einen netten Einblick, wie es laufen kann, wenn alle Gefahren getilgt sind. Das zeigt, wie schön es ist, mit solchen Figuren zu wachsen.

Restlos begeistert bin ich aber nicht. Da der Zusammenhang zum ersten Band ja da war, fand ich es ehrlich gesagt etwas wenig, wie oft Hartley und Corey aufgetaucht sind. Natürlich hatte das aus Bridgers Perspektive seine Gründe, aber ich fand trotzdem, dass man da mehr hätte integrieren können. Ein zweiter Punkt ist, dass wir um das Thema Eishockey regelrecht herumschleichen. Ich finde diesen sportlichen Rahmen wirklich toll, aber in Band 1 waren Hartley und Corey körperlich nicht in der Lage, jetzt in Band 2 hat Bridger keine Zeit und Scarlet will diesen Teil ihres Lebens verdrängen. Das finde ich ungeheuer schade, da ich denke, dass man mit viel mehr Eishockey-Szenen noch mehr Emotionen transportieren könnte.

Fazit: Band 2 rund um Bridger und Scarlet ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum ersten Band, was mich echt sehr erleichtert, da ich von Bowen wirklich nichts Schlechtes denken will. Es dauert etwas, bis der Funke für mich bei dem Protagonistenpärchen überspringt, aber dann haben sie einfach viel stärkere Geschichten, die sich nicht nur über das Sexuelle definieren. Dennoch wurde gerade in Verbindung zu Band 1 und zum Thema Eishockey noch einiges verschenkt.

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149 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

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Renegades - Gefährlicher Freund

Marissa Meyer , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453271784
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Marissa Meyer konnten mit ihren „Luna-Chroniken“ schon viele Leser begeistern, mich nicht, schlichtweg weil ich die Bücher nie gelesen habe. Trotzdem war mir ihr Name natürlich ein Begriff, so dass ich, als ich den Klappentext zu „Renegades“ las, sofort Interesse hat. Natürlich konnte mich auch die Superheldenprämisse sehr überzeugen, da Serien wie „Arrow“, „The Flash“ oder auch die Marvel- und DC-Filme mich in den letzten Jahren sehr begeistern konnten. Ich war von Anfang an sehr gespannt, ob die Mischung aus Meyer und Superhelden für mich funktionieren würde.

„Renegades“ fängt schon unheimlich gut an, weil es erst eine Einführungsgeschichte wie aus einem Geschichtsbuch gibt, wodurch man zumindest schon einmal einen groben Blick über die Umstände der Erzählwelt erhält. Anschließend folgt ein Prolog, der mich vom Fleck weg mitgerissen hat, da mysteriös, spannend, brutal und somit einfach atemraubend war. Bei dem Prolog merkte man einfach, dass er sehr entscheidend für die Geschichte ist und womöglich Anfang und Ende von allem ist. Hiernach beginnt die Erzählung dann so richtig. Zunächst erleben wir erneut eine sehr spannende Episode, wo die ersten Superhelden ihre Kräfte demonstrieren können und viel später erst beginnt dann die Handlung, die der Klappentext versprochen hat. Bis dahin, aber auch danach zeugt die Geschichte weniger von diesen spannenden Szenen und der atemraubenden Action und trotzdem kann ich nicht bestätigen, dass ich mich in dieser Zeit weniger gut unterhalten gefühlt habe, denn die Autoren betreibt ein sehr ausführliches Worldbuilding, vor dem man den Hut ziehen muss.

Zunächst mag man vielleicht denken, wieso ist das ganze so kompliziert, wo wir doch nur ein paar Superhelden mit unterschiedlichen Kräften brauchen? Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Schon die Marvel-Filme haben eine Dimension geschaffen, deren Zusammenhänge man sich wirklich bemühen muss nachzuvollziehen, da man ansonsten vollkommen den Faden verliert und das merkt man auch bei „Renegades“. Die unterschiedlichen Gesellschaftssysteme, unter denen die Menschen gelebt haben, müssen schon einmal verstanden werden. Dann sind die einzelnen Fähigkeiten der Superhelden unheimlich gut durchdacht, da man nicht nur 08/15-Fähigkeiten findet. Als letzter Schritt folgt dann eben noch die Welt der Superhelden, wie sie leben und wie sie agieren. All das dem Leser verständlich zu machen erfordert Zeit und die hat sich Meyer zurecht genommen. Ich habe auch diese längeren Passagen, in denen Figuren ihre Geschichten erzählten oder wo viel beschrieben wurde, jedenfalls genauso genossen wie die Actionszenen.

Aber nicht nur von den äußeren Umständen bietet sich eine tolle Geschichte, sondern auch von der Handlung und den Figuren her. Die Handlung wird aus zweierlei Perspektiven erzählt. Zum einen aus Novas Sicht, die zu den „Anarchisten“ gehört und auf der anderen Seite Adrian, der ein „Renegade“ ist. Unterschiedliche Perspektiven haben immer unschätzbare Vorteile, für diese Geschichte sind sie aber regelrecht Goldwert. So bekommt man die Philosophien beider Seiten präsentiert und muss dann schnell feststellen, es ist ganz schön schwer, sich für eine Seite zu entscheiden. Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile und auch auf beiden Seiten gibt es die klassischen bösen Charaktere und die Charaktere, die man ruckzuck liebgewinnt. Bis zum Ende habe ich mich wirklich nicht entschieden, für wen ich mehr mitfiebere und ich habe auch keine Ahnung, welche Endlösung es nach dieser Reihe geben könnte. Das finde ich tatsächlich am Faszinierendsten an diesem Buch!

Die Handlung hat insgesamt einige Überraschungen aufzuweisen, was natürlich einen schönen Effekt auslöst. Gerade zum Ende hin spitzt sich natürlich einiges zu und wer da das Buch weglegen konnte, den kann ich leider nicht verstehen. Es kommt zu einem wahren Showdown, an dessen Ende ein Cliffhanger steht, den man wirklich bejubeln muss. Unerwartet schlechthin und mit soooo viel Potenzial für den nächsten Band. Aber nicht nur die Handlung zieht mich in den zweiten Band, auch die Figuren tun es. Es gibt wirklich unheimlich viele liebenswerte Figuren in diesem Buch, da merkt man doch sehr, dass sich die Autorin für alle von ihnen detaillierte Gedanken gemacht hat. Natürlich stechen Nova und Adrian heraus und bei den beiden möchte ich lobend erwähnen, dass eine Liebesgeschichte zwar angedeutet wird, aber so auf Sparflamme köchelt, dass ich für die beiden sogar eher mitfiebere. Denn diese Langsamkeit passt perfekt in den Kontext und verleiht dem Ganzen Authentizität.

Fazit: Ein wahnsinnig tolles Buch, die „Renegades“! So gut sogar, dass ich Meyers andere Bücher jetzt eigentlich lesen müsste. Die Autorin hat jedenfalls einen dicken Schinken geschaffen, der im Worldbuilding vor allem überzeugen kann. Aber auch Innovation bei den Superheldenfähigkeiten, zwei gegensätzliche Perspektiven und eine wendungsreiche Handlung runden das Ganze ab. Eine fette Leseempfehlung dafür!

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73 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick

Kelly Moran
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 01.09.2018
ISBN 9783644404953
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wer liebt sie nicht, diese Wohlfühlreihen in der Liebesliteratur, die in kleinen Orten spielen, wo jeder jeden kennt und wo so eine wunderbare heimelige Atmosphäre entsteht? Ja gut, ich kenne einige, die solche Bücher konsequent ablehnen würden, aber selbst hartgesottene Thriller-Fans packen manchmal auch fürs Herz zu. Jahrelang gab es für mich immer nur Nora Roberts, die für solche Buchreihen stand. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass wir in einer Renaissance leben, denn Marie Force konnte in den letzten zwei Jahren große Erfolge feiern, Jennifer Snow kommt im nächsten Monat mit ihrem ersten Buch auf den deutschen Buchmarkt und eben auch Kelly Moran mit ihrer „Redwood Love“-Reihe. Dese Reihe wurde viel promotet und für mich war schnell klar, dass ich in die Reihe mit Band 1 reinschnuppern würde.

Normalerweise finde ich mich in solchen Büchern unheimlich schnell zurecht, weil von Seite 1 an diese berühmte Wohlfühlatmosphäre kreiert wird, so dass man sich auch mit den Figuren schnell zurechtfindet und sogleich mitfiebert. Hier war das für mich überraschenderweise nicht der Fall. Die Geschichte überschlägt sich am Anfang regelrecht, als Avery mit ihrer Tochter in die Heimatstadt ihrer Mutter zieht, dann begegnen sie einem verletzten Hund, die erste Begegnung mit Cade, ihre Anstellung und erst dann nimmt sich die Geschichte tatsächlich mal eine Pause, um durchzuatmen. An der Stelle hat geholfen, dass der Schreibstil wunderbar flüssig ist, sonst hätte ich vermutlich aufgehört mit dem Lesen, da bis dato eben die Verbindung zu den Hauptcharakteren kaum möglich war.

Letztlich bin aber sehr froh, dass ich am Ball geblieben bin, denn als die Handlung sich endlich Zeit nimmt, treten genau die Faktoren ein, die ich bei so einer Geschichte erwarte. Emotionale Momente gepaart mit lustigen Sequenzen und pfiffiger Handlung zwischendurch. Dadurch kann man vor allem Avery viel besser nachvollziehen und kann so auch verstehen, warum das Tempo zwischen ihr und Cade so langsam ist. Ich fand diese Entwicklung sehr, sehr authentisch, da man aus beiden Perspektiven intensive Einblicke in die jeweiligen Gefühlsleben erhält. Auch Cades Perspektive fand ich unheimlich spannend, weil man mitverfolgen kann, wie der Playboy vom Dienst damit zu kämpfen hat, dass er das erste Mal tiefer für eine Frau empfindet. Im Zusammenhang mit ihm fand ich auch die Momente mit Hailey wahnsinnig berührend, da er sich von Anfang an auf das autistische Kind eingelassen hat und dabei sehr beeindruckende Empathie gezeigt hat. Auch die gewählte Dramatik am Ende ist auf den Punkt gewählt, da sie logisch in die Geschichte passt, immense Spannung erzeugt und auch das perfekte Ende einleitet.

Die immer stärker werdende Geschichte ist natürlich schon Grund genug, bei einem zweiten Band unbedingt weiter dabei zu sein, aber es hat auch geholfen, dass man die Paare für die anderen beiden Bände schon ausgiebig kennenlernt. Ich sehe schon jetzt richtig großes Potenzial, da noch sehr unterschiedliche Charaktere zu verkuppeln sind. Da freue ich mich sehr auf die weiteren Geschichten.

Fazit: Kelly Moran hat mich mit ihrem Auftaktband zur „Redwood Love“-Reihe von Seite zur Seite mehr begeistern können. Am Anfang ging mir vieles noch zu schnell, so dass Gefühl und Verständnis für die Charaktere zunächst nicht aufkommt. Irgendwann pendelt sich alles ein und dadurch entsteht eine herzerwärmende Liebesgeschichte, die vor allem durch das Zusammenspiel der Protagonisten, aber auch durch die Innensichten überzeugen kann. Alles gipfelt im perfekten Ende, das viele Thematiken noch einmal aufgreift und ein sauberes Happy End abliefert.

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82 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

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Redemption Point

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O'Brien
Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.10.2018
ISBN 9783518468982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich lese Thriller wirklich unheimlich gerne, aber ich muss doch immer wieder feststellen, dass ich nur wirklich wenige AutorInnen in diesem Genre regelmäßig lese. Zu nennen ist da Chris Carter, James Carol (von dem es jetzt schon länger keinen Nachschub mehr gab) und ansonsten bin ich entweder schon im Krimigenre oder bei Eintagsfliegen. Daher heiße ich eine Autorin wie Candice Fox nur zu gerne willkommen, deren „Redemption Point“ nun schon mein fünftes Werk von ihr ist und das zweite ihrer Reihe rund um Ted Conkaffey. Schon die Hades-Trilogie war ein echt skurriles Abenteuer und auch die neue Reihe mit dem Auftakt „Crimson Lake“ hat mich zum Auftakt nicht enttäuscht.

Beim Lesen von „Redemption Point“ stellt man schnell fest, dass auch Leser, die den ersten Teil nicht gelesen haben, problemlos sich in das Geschehen einfinden könnten. Denn die Geschichte pausiert relativ lange, um die wichtigsten Handlungen noch einmal aufzugreifen. Normalerweise bin ich davon ein großer Fan, aber Fox hat es in meinen Augen schon fast übertrieben diesmal, da sie sich in diesen rückschauenden Episoden verlor, so dass das Geschehen doch lange sehr zäh war. Das hat mich sehr überrascht, da ich dieses Lesegefühl noch nie bei Fox empfunden habe.

Die Geschichte ist zweigeteilt. Auf der einen Seite haben wir den neusten Fall für Ted und Amanda, wobei man sagen muss, dass es eher eine Amanda-Ermittlung ist, denn Ted ist vielmehr mit dem zweiten Teil der Handlung beschäftigt, seinen Namen endlich reinzuwaschen. Ich fand es etwas schade, dass diese seltsame Partnerschaft von Amanda und Ted in diesem Buch so wenig Erzählzeit erhalten hat, da die beiden in ihrem Umgang wirklich etwas Besonderes haben. Gleichzeitig aber war es auch wichtig, dass wir als LeserInnen erfahren, was damals mit Claire wirklich geschah. Gerade Teds Vergangenheit war in meinen Augen die stärkere Handlung. Man lernt den wahren Täter durch seine Tagebucheinträge kennen und das war schon sehr faszinierend. Er ist nicht das wahre Böse, weil er sich dessen gar nicht so richtig bewusst ist und trotzdem kann man die Passagen kaum lesen, weil sie so abartig ist. Da wird psychologische Faszination geboten! Zudem taucht man intensiv in Teds Persönlichkeit an, wie er war, wie er jetzt ist und wie er in Zukunft sein wird. All das mündet in einem spannenden Showdown, der wirklich die ein oder andere Überraschung parat hielt.

Auch wenn ich Amandas Fall eher schwächer fand, hatte natürlich auch diese Story ein verdammt spannendes Ende. Die Auflösung hätte zwar eigentlich auf der Hand liegen müssen, aber durch die ganzen Nebenschauplätze hat sich der Fokus so verlagert, dass man letztlich doch überrascht wurde. Etwas schwierig fand ich aber auch die Rolle von Pip Sweeney. Sie hatte etwas, aber ich befürchte, dass sie vor allem dazu da war, dass man aus ihrer Sicht Amanda erlebt. Das finde ich etwas schade, da ich wirklich nichts dagegen hätte, dauerhaft hinter ihre Birne schauen zu dürfen.

Fazit: „Redemption Point“ ist ein durchaus spannender Thriller, der sogar in gleich zwei Handlungssträngen einen spannenden Showdown bietet. Trotzdem würde ich den zweiten Band etwas schwächer als „Crimson Lake“ einschätzen, da der Einstig in die Geschichte sehr zäh ausfällt und weil das dynamische Duo Ted/Amanda zu sehr gesprengt wird. Von ihnen hätte ich wirklich gerne mehr gesehen, dann also in Band drei, den es hoffentlich geben wird!

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Die perfekte Unschuld

Helen Fields , Frauke Meier
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2018
ISBN 9783404177950
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Helen Fields hat mit ihrem Auftaktband rund um die Ermittler Callanach und Turner, „Die perfekte Gefährtin“ richtig begeistern können, weil es sich um einen vielschichtigen Thriller handelte, der viel Spannung und überraschende Wendungen dabei hatte. Nach diesem Ausrufezeichen war ich wirklich sehr gespannt auf den zweiten Band, „Die perfekte Unschuld“ und die Frage, ob mich dieser ähnlich begeistern könnte.

Diese Frage wird leider schon relativ früh leider negativ beantwortet. Bereits der Einstieg in die Geschichte fällt nämlich nicht gut aus. Die Morde, die uns präsentiert werden, nehme ich davon aus, da diese gleich von Anfang an viel Potenzial hatten. Jedoch ist die Geschichte am Anfang zu wenig mit diesen Fällen beschäftigt. Vielmehr geht es um das Gefühlsleben von Callanach, das auf den Kopf gestellt wird, als mit Edgar ein neuer Detective für einen Cyberfall auftaucht, der offensichtlich mit Ava liiert ist. Fortan muss das Geschehen unter seinen eifersüchtigen Gedanken zurückstehen. Natürlich wurde so eine Verbindung schon im ersten Band angedeutet, aber dies wurde auch begleitet von einem glaubwürdigen Beziehungsaufbau. Hier jedoch wird auch der Fehler gemacht, dass man in Avas Kopf nur minimal reinschauen kann, so dass man ihre Beweggründe auch nicht so transparent dargelegt bekommt, wie das im ersten Band noch der Fall war.

Mit dieser Kritik an Ava sind wir insgesamt bei dem Punkt, dass die Charakterarbeit sowohl bei ihr als auch bei Callanach echt misslingt. Ava wirkt lange Zeit schrecklich unsympathisch, was ich sehr bedauert habe, da sie im ersten Teil noch meine absolute Heldin war. Callanach ist wie gesagt zu lange mit seinen privaten Problemen beschäftigt, erst gegen Ende hin kann es das Thema weitestgehend beiseiteschieben und seine Stärken wiederausleben. Nur gut, dass wenigstens die Nebenfiguren brillieren können wie eh und je. Tripp und Salter sind eh zwei Goldstücke. Tripp ist diesmal eher Beiwerk, dafür bekommt Salter eine eigenständige Geschichte. Und auch Lively ist natürlich nicht wegzudenken, der eben weniger durch Sympathie, als durch markige Sprüche und freche Ansichten immer einen Lacher wert ist.

Bereits im ersten Band hatte ich die Kritik anbringen müssen, dass es vom Umfang der Kriminalfälle mit zwei Fällen vielleicht schon etwas zu viel ist. „Die perfekte Unschuld“ setzt noch einen drauf und hat direkt drei Fälle, am Ende noch mehr vermeintliche Täter und noch ein paar unerwartete Nebenschauplätze. Dadurch muss man echt sagen, dass der Thriller doch etwas vollgestopft war. Dennoch hat es sich die Autorin nicht nehmen lassen, am Ende einen ähnlichen Showdown aufzubieten, wie es ihr bereits im Auftakt gelungen war. Die Handlungen verdichten sich, plötzlich geht es Schlag auf Schlag mit einigen Überraschungen und am Ende haben wir auch nicht Friede, Freude, Eierkuchen, sondern einen realistischen Ausgang, der mich sehr mit der Geschichte versöhnt. Für einen weiteren Band wird jedoch schon wieder eine private Verwicklung angedeutet, aber ich hoffe sehr, dass die Autorin für den nächsten Band das Fazit zieht, dass sie sich dringend auf ihren Thriller-Anteil konzentrieren muss, denn den kann sie!

Fazit: „Die perfekte Unschuld“ fällt gegenüber dem ersten Band, „Die perfekte Gefährtin“ schon deutlich ab. Fields verheddert sich zu Beginn viel zu sehr im Privatleben von Callanach, wodurch er eher pubertierend als wie ein gewiefter Ermittler wirkt. Ava gerät von der Charakterarbeit vollkommen unter die Räder und es gibt zu viele Handlungsbögen. Erst gegen Ende hin haben wir dann den Thriller, denn sich Fields-Fans schon früher verdient gehabt hätten…

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Das Juwel - Die Gabe

Amy Ewing , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.07.2018
ISBN 9783596196647
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Das Juwel“ war nun ewig schon auf meinem E-Reader, irgendwann mal zum günstigen Preis abgesahnt und Band 2 wurde veröffentlicht und Band 3 wurde veröffentlicht, aber dennoch war die Lust nie so riesengroß. Vielleicht auch weil die Cover sich nicht wirklich von vielen anderen Jugendbuchreihen unterscheiden. Keine Frage, sie sind wunderschön, aber eben auch nichts Besonderes mehr. Nun war es endlich soweit, dass ich mir gesagt habe, es wird endlich mal Zeit, zumal ich dann eine Reihe mehr endlich abgehakt habe. Und was war ich überrascht! Ich hatte die Reihe eigentlich nur im Hinterkopf, weil sie vielfach in der Bloggerszene besprochen wurde und weil die Cover eben solche Eyecatcher waren. Den Klappentext hatte ich aber nie wirklich auf dem Schirm, so dass ich anhand der Geschichte wirklich aus allen Wolken fiel und das definitiv im positiven Sinne!

Ein eigentlich superaktuelles Thema wird magisch verpackt und in eine Welt versetzt, die an das 18./19. Jahrhundert erinnert, nur dass es eben schon Autos gibt. Denn im Endeffekt geht es um Designerbabys, die nur nicht mithilfe von Gentechnik nach den Wünschen der Eltern gestaltet werden, sondern durch die magischen Fähigkeiten der Surrogates, der Leihmütter also. Diese Idee fand ich echt großartig und total innovativ!!! Da sieht man mal wieder, wie sehr ein Cover doch auch täuschen kann. Denn ich habe eine bestimmte Geschichte X erwartet, bekam aber Y. Natürlich ist nicht alles neu, denn am Ende bleibt das Konzept, dass es eine junge, mutige Frau braucht, die ein bestehendes System niederreißt und somit für eine Revolution sorgt. Aber damit kann ich vom Prinzip her sehr gut leben, denn dieser Grundgedanke, woraus diese Geschichte entsteht, die ist echt innovativ, gerade weil es einer DER Themen der Zukunft ist, das recht interessant beleuchtet wird.

Violet gefällt mir als Protagonistin ganz gut, sie hat aber auch noch viel Potenzial nach oben. Gerade am Anfang wirkt sie sehr schüchtern, naiv und scheint nur so vor sich her zu leben. Da hat mir einfach die Wissbegierde gefehlt. Zumindest hat sie die nötige Skepsis an den Tag gelegt, die sie letztlich dazu bringt, das bestehende System zu hinterfragen. Zwischendurch blitzt immer wieder Trotz, Mut und Leidenschaft auf, aber das kommt immer eher so in Wellen, erst gegen Ende hin hat man wirklich das Gefühl, es mit einer Protagonistin zu tun zu haben, die nun bereit ist, alle Risiken einzugehen. Insgesamt muss man natürlich auch sagen, dass diese Reihe vor allem von den weiblichen Figuren lebt. Im Juwel sind es die Herzoginnen und die Gräfinnen, die die Fäden in der Hand halten, weswegen die Ehemänner auch kaum mal auftauchen. Diese Idee fand ich ganz interessant, zumal es so eben auch durchweg weibliche Figuren sind, die die Bösen darstellen. Wo findet man das denn heutzutage? Die weibliche Heldin hat man immer, aber meist kämpft sie eben gegen ein System, das von einem Mann angeführt wird, weil so der Kampf der Frauen gegen die Unterdrückung durch die Männer symbolisiert werden soll. Aber nicht alle Frauen sind gut und daher finde ich es nur logisch, dass sich auch Frauen gegen Frauen auflehnen müssen.

Eine männliche Figur, die etwas mehr Raum erhält, ist Ash. Er gefällt mir unheimlich gut, weil dafür, dass er doch erst recht spät seinen ersten Auftritt hat, gewinnt er sehr schnell an Profil und seine Hintergrundgeschichte hat viel Potenzial. Die obligatorische Liebesgeschichte zwischen ihm und Violet dagegen kann mich nur halb überzeugen, da sie doch sehr überhastet erzählt wird. Vielleicht habe ich über die letzten Jahre hinweg zu viel NA gelesen und sehe eben lieber sich langsam entfaltende Liebesgeschichten, aber mir fällt immer mehr auf, dass die Liebesgeschichten in solchen Reihen zu übereilt wirken. Gerade bei drei Bänden hat man doch genug Zeit, etwas solide und überzeugend aufzubauen. Ash und Violet haben Potenzial, keine Frage, aber vielleicht wurde schon zu viel gleich im ersten Band vergeudet.

Der Handlungsverlauf hat im Rückblick gar nicht so viele erzählerische Höhepunkte, weil man eben feststellen muss, dass diese sonderliche Welt erstmal vorgestellt werden muss und auch die große Menge an Figuren muss eingeführt werden. Dennoch habe ich dieses Prozedere nicht als langweilig empfunden, da es vielleicht nicht die Handlung war, die Spannung erzeugte, dafür aber das Zwischenmenschliche und die Dialoge. Gegen Ende hin, wenn sich mehr und mehr abzeichnet, wie der Hase laufen wird, überschlägt sich dann auch die Handlung, so dass man durch die letzten Seiten wirklich nur noch fliegt. Das Buch endet auch mit einem richtigen Bäng, einem Moment, wo man sich denkt: „Was???“ Genauso muss man das machen, wenn man die LeserInnen bei der Stange halten will!

Fazit: Die Grundidee von „Das Juwel“ finde ich sehr innovativ, weil brisante Themen wie Designerbaby und Leihmutterschaft geschickt in eine Trilogie für Jugendliche verpackt wird. Diese Themen so verarbeitet zu sehen, empfinde ich als außergewöhnlich und hat mir ausgesprochen gut gefallen! Im ersten Band wird die Spannung erst gegen Ende hin durch Handlung erzeugt, davor sind es vor allem Charakterentwicklungen und Dialoge, die einen in den Bann ziehen. Die eingestreute Liebesgeschichte dagegen hat zu viel Tempo erhalten, so dass sie mich nicht vollends überzeugen konnte. Band 1 endet mit einem Paukenschlag, jetzt darf Band 2 gerne kommen!

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1.253 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 145 Rezensionen

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Das Juwel - Die weiße Rose

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422439
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Das Juwel“ konnte mich in seinem ersten Teil vor allem durch seine innovative Idee überzeugen, etwas schwieriger fand ich dagegen die Liebesgeschichte, die etwas überhastet erzählt wurde. Nun stand mit „Die weiße Rose“ der zweite Band für mich an und ich war doch sehr überrascht, wie anders sich das Lesen anfühlte. Durch das Ende des ersten Bandes war ja bereits klar, dass es einen Bruch geben wird, der vor allem mit einem Handlungsortwechsel verbunden sein würde. Zunächst bestand die Handlung also nur aus Flucht und schließlich einem neuen Setting, wo alles zusammenkommt. Die Flucht aus dem Juwel war an sich sehr, sehr spannend gestaltet, doch sie nimmt mir für die Länge des zweiten Bandes zu viel Raum ein. Es gab natürlich einige wichtige Szenen auf der Flucht, wie die Begegnung mit Lily oder Ashs kurze Heimkehr zu seiner Familie, aber um all das mehr genießen zu können, hätte das Buch definitiv länger sein müssen.

Denn der zweite große Teil der Handlung und das Buch hat nur zwei große Handlungen, ist die Erkundung von Violets Fähigkeiten. Bei diesem Handlungsbogen bin ich auch total hin- und hergerissen, wie ich ihn eigentlich bewerten soll. Auf der einen Seite fühlte sich alles so gemäßigt an, als ob es keine wirklichen Höhepunkte in der Erzählung gibt und auf der anderen Seite ging mir aber auch alles viel zu schnell. Denn Violet begreift plötzlich ultraschnell ihre Magie und scheint regelrecht übermächtig zu sein. Aber mir will sich diese Magie irgendwie nicht recht erklären. Auch die Erklärung mit den Vorfahren von der Insel erscheint mir zu banal, so dass ich insgesamt die Magieanteile als nervig empfand.

Aber es gibt natürlich nicht zu meckern. Violet ist trotz der schwachen Handlungen inzwischen ganz klar eine starke Persönlichkeit, weil sie immer vorangeht. Sie verliert dabei nie ihre Empathie und sie ist auch bereit steinige Wege zu gehen. Vor allem Ashs Entwicklung gefällt mir aber besonders. Endlich ist er von seinem Leben als Gefährten erlöst und man merkt, wie sehr er sich danach sehnt, seine Persönlichkeit neu zu entdecken. Damit ist es deutlich mehr als ein Sidekick und mir gefällt es auch, dass er und Violet sich da nicht immer einer Meinung sind. Insgesamt wird ihre Liebesgeschichte viel authentischer, da es nicht mehr ad hoc erscheint, sondern es gibt auch viele kleine Szenen, die ihre Beziehung schön stärken. Das hat mir wirklich wesentlich besser gefallen als im ersten Teil.

Bei den anderen Figuren gibt es noch viele Fragezeichen. So ist mir Lucien, den ich eigentlich im ersten Teil sehr mochte, inzwischen etwas zu viel, da er vor allem sehr, sehr eifersüchtig wirkt. Raven taucht endlich viel mehr auf, aber diese Rebellin, die am liebsten überall aneckt, ist leider doch etwas verlorengegangen. Ich hoffe, dass sie diesen Charakter für den letzten Band noch einmal wiederentdeckt. Sil als komplett neue Figur konnte mich nicht für sie gewinnen, weil sie sehr sonderbar und wenig empathisch wirkt. Dann gibt es noch neue Surrogate, die vorgestellt werden, wie Sienna z. B., im ersten Band noch als Löwin bekannt, sie ist unbequem und es muss sich zeigen, ob sie noch zum Problem wird. Das große Problem für den letzten Band wird am Ende angesprochen und bietet somit den zweiten Cliffhanger. Eins muss man Ewing lassen, Cliffhanger kann sie!

Fazit: „Die weiße Rose“ ist für mich ein klassischer Mittelband, da man schon unterhalten wird, aber wenn man die ganze Reihe gelesen hat, wird man sich an die Handlungen aus dem zweiten Band am wenigsten erinnern können, dessen bin ich mir jetzt sicher. Denn es gab nur zwei große Bögen, die auch noch wenig Zug hatten. Dafür kann mehr an Charakterarbeit geleistet werden. Ash gewinnt viel mehr an Profil und prompt weiß auch seine Liebesbeziehung zu Violet mehr zu überzeugen. Aber nach dieser eher lahmen Vorstellung, muss der dritte Band jetzt wieder einen raushauen!

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2.579 Bibliotheken, 32 Leser, 5 Gruppen, 340 Rezensionen

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Das Juwel - Die Gabe

Amy Ewing ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.08.2015
ISBN 9783841421043
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Das Juwel“ war nun ewig schon auf meinem E-Reader, irgendwann mal zum günstigen Preis abgesahnt und Band 2 wurde veröffentlicht und Band 3 wurde veröffentlicht, aber dennoch war die Lust nie so riesengroß. Vielleicht auch weil die Cover sich nicht wirklich von vielen anderen Jugendbuchreihen unterscheiden. Keine Frage, sie sind wunderschön, aber eben auch nichts Besonderes mehr. Nun war es endlich soweit, dass ich mir gesagt habe, es wird endlich mal Zeit, zumal ich dann eine Reihe mehr endlich abgehakt habe. Und was war ich überrascht! Ich hatte die Reihe eigentlich nur im Hinterkopf, weil sie vielfach in der Bloggerszene besprochen wurde und weil die Cover eben solche Eyecatcher waren. Den Klappentext hatte ich aber nie wirklich auf dem Schirm, so dass ich anhand der Geschichte wirklich aus allen Wolken fiel und das definitiv im positiven Sinne!

Ein eigentlich superaktuelles Thema wird magisch verpackt und in eine Welt versetzt, die an das 18./19. Jahrhundert erinnert, nur dass es eben schon Autos gibt. Denn im Endeffekt geht es um Designerbabys, die nur nicht mithilfe von Gentechnik nach den Wünschen der Eltern gestaltet werden, sondern durch die magischen Fähigkeiten der Surrogates, der Leihmütter also. Diese Idee fand ich echt großartig und total innovativ!!! Da sieht man mal wieder, wie sehr ein Cover doch auch täuschen kann. Denn ich habe eine bestimmte Geschichte X erwartet, bekam aber Y. Natürlich ist nicht alles neu, denn am Ende bleibt das Konzept, dass es eine junge, mutige Frau braucht, die ein bestehendes System niederreißt und somit für eine Revolution sorgt. Aber damit kann ich vom Prinzip her sehr gut leben, denn dieser Grundgedanke, woraus diese Geschichte entsteht, die ist echt innovativ, gerade weil es einer DER Themen der Zukunft ist, das recht interessant beleuchtet wird.

Violet gefällt mir als Protagonistin ganz gut, sie hat aber auch noch viel Potenzial nach oben. Gerade am Anfang wirkt sie sehr schüchtern, naiv und scheint nur so vor sich her zu leben. Da hat mir einfach die Wissbegierde gefehlt. Zumindest hat sie die nötige Skepsis an den Tag gelegt, die sie letztlich dazu bringt, das bestehende System zu hinterfragen. Zwischendurch blitzt immer wieder Trotz, Mut und Leidenschaft auf, aber das kommt immer eher so in Wellen, erst gegen Ende hin hat man wirklich das Gefühl, es mit einer Protagonistin zu tun zu haben, die nun bereit ist, alle Risiken einzugehen. Insgesamt muss man natürlich auch sagen, dass diese Reihe vor allem von den weiblichen Figuren lebt. Im Juwel sind es die Herzoginnen und die Gräfinnen, die die Fäden in der Hand halten, weswegen die Ehemänner auch kaum mal auftauchen. Diese Idee fand ich ganz interessant, zumal es so eben auch durchweg weibliche Figuren sind, die die Bösen darstellen. Wo findet man das denn heutzutage? Die weibliche Heldin hat man immer, aber meist kämpft sie eben gegen ein System, das von einem Mann angeführt wird, weil so der Kampf der Frauen gegen die Unterdrückung durch die Männer symbolisiert werden soll. Aber nicht alle Frauen sind gut und daher finde ich es nur logisch, dass sich auch Frauen gegen Frauen auflehnen müssen.

Eine männliche Figur, die etwas mehr Raum erhält, ist Ash. Er gefällt mir unheimlich gut, weil dafür, dass er doch erst recht spät seinen ersten Auftritt hat, gewinnt er sehr schnell an Profil und seine Hintergrundgeschichte hat viel Potenzial. Die obligatorische Liebesgeschichte zwischen ihm und Violet dagegen kann mich nur halb überzeugen, da sie doch sehr überhastet erzählt wird. Vielleicht habe ich über die letzten Jahre hinweg zu viel NA gelesen und sehe eben lieber sich langsam entfaltende Liebesgeschichten, aber mir fällt immer mehr auf, dass die Liebesgeschichten in solchen Reihen zu übereilt wirken. Gerade bei drei Bänden hat man doch genug Zeit, etwas solide und überzeugend aufzubauen. Ash und Violet haben Potenzial, keine Frage, aber vielleicht wurde schon zu viel gleich im ersten Band vergeudet.

Der Handlungsverlauf hat im Rückblick gar nicht so viele erzählerische Höhepunkte, weil man eben feststellen muss, dass diese sonderliche Welt erstmal vorgestellt werden muss und auch die große Menge an Figuren muss eingeführt werden. Dennoch habe ich dieses Prozedere nicht als langweilig empfunden, da es vielleicht nicht die Handlung war, die Spannung erzeugte, dafür aber das Zwischenmenschliche und die Dialoge. Gegen Ende hin, wenn sich mehr und mehr abzeichnet, wie der Hase laufen wird, überschlägt sich dann auch die Handlung, so dass man durch die letzten Seiten wirklich nur noch fliegt. Das Buch endet auch mit einem richtigen Bäng, einem Moment, wo man sich denkt: „Was???“ Genauso muss man das machen, wenn man die LeserInnen bei der Stange halten will!

Fazit: Die Grundidee von „Das Juwel“ finde ich sehr innovativ, weil brisante Themen wie Designerbaby und Leihmutterschaft geschickt in eine Trilogie für Jugendliche verpackt wird. Diese Themen so verarbeitet zu sehen, empfinde ich als außergewöhnlich und hat mir ausgesprochen gut gefallen! Im ersten Band wird die Spannung erst gegen Ende hin durch Handlung erzeugt, davor sind es vor allem Charakterentwicklungen und Dialoge, die einen in den Bann ziehen. Die eingestreute Liebesgeschichte dagegen hat zu viel Tempo erhalten, so dass sie mich nicht vollends überzeugen konnte. Band 1 endet mit einem Paukenschlag, jetzt darf Band 2 gerne kommen!

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355 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

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Ash Princess

Laura Sebastian , Dagmar Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 24.09.2018
ISBN 9783570165225
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Ash Princess“ hatte alleine aufgrund des Covers ruckzuck meine Aufmerksamkeit erregt, da es einfach chic ist, aber auch weil es so eine gewisse Ernsthaftigkeit ausstrahlte, die mich überzeugte, dass es sich um ein anspruchsvolles Jugendbuch handelt. Die ersten Kapitel bestätigen diesen Eindruck auch absolut. Gleich zu Anfang gibt es Szene, die aufrüttelt. So eine Szene gleich an den Anfang zu setzen, ist unfragliche eine starke Botschaft, denn in meinen Augen vermittelte die Autorin damit auch die Botschaft: „Ich handle nicht nach Schema F, ich gehe auch über Leichen.“ Grundsätzlich muss ich keine Leichen haben, um jetzt keinen falschen Eindruck zu erwecken, aber bei einer so düstern Atmosphäre, bei einem Kampf um Leben und Tod, muss es auch einfach Opfer geben.

Nach diesem bombastischen Auftakt pendelt sich das Geschehen etwas ein und es wird sich mehr Zeit genommen, den Handlungsort, das Geschehen und die Figuren einzuführen, um so eine stärkere Verbindung zum Leser aufzubauen. Das gelingt zunächst auch ganz gut, doch alles, was sorgsam aufgebaut wurde, wird dann nach und nach eingerissen. Zum einen wäre da zu erwähnen, dass in dem Buch Magie eine Rolle spielt. Weiterhin wird nur grob erklärt, dass es wohl vier Richtungen nach den Elementen gibt, wohin sich die Magie entwickeln kann und auch ein paar Fähigkeiten werden genannt, ansonsten aber wird dieses Thema fast gänzlich ausgelassen. Natürlich mag es sein, dass die Magie in den Folgebüchern noch eine größere Rolle spielt, aber wenn es sie gibt, möchte ich sie doch wenigstens gänzlich verstehen können.

Der zweite Aspekt sind die Figuren. Thora bzw. Theo erobert am Anfang mein Herz im Sturm, doch mehr und mehr verstrickt sie sich in Nebensächlichkeiten. Wenn es dann eigentlich auch auf sie ankommt, zieht sie auch regelmäßig den Schwanz ein und überlässt die Verantwortung anderen. Von einer jungen Frau, die sich für ihr fast komplett zerstörtes Volk rächen will, ist das einfach viel zu wenig. Erst gegen Ende hin kommen wieder einzelne Szenen, wo sie ihren Mut und ihre Stärke vom Romanbeginn zeigt, aber insgesamt ist sie für mich nicht die starke Persönlichkeit, die ich mir erhofft hatte. Und woran liegt das normalerweise? An der Liebe, die dann die Protagonistin vollkommen blind macht.

Ich finde es vollkommen normal, dass man in solchen Büchern auch eine Liebesgeschichte findet, aber wenn denn dann, dann bitte auch eine gute Liebesgeschichte. Ruckzuck wird dem Leser ein Liebesdreieck präsentiert, wo sich weder mit S ren noch mit Blaise die Zeit genommen wird, dass sie mit Theo tolle Momente haben. Es springt weder bei dem einen noch bei dem anderen ein Funke über und dann muss man ihr aber abkaufen, dass sie für beide Gefühle hat. Zudem ist das Problem ganz einfach, dass der Mittelteil komplett von solchen pubertären Problemen, wo dann auch noch Theos beste Freundin Cress ihre Rolle spielt, eingenommen wird. Angesichts der Tatsache, dass es um Leben und Tod geht und auch um Zeit, wirkt der Fokus auf diesen Handlungsbogen wie ein Dritte-Welt-Problem. Am Ende entwickelt sich dann erst wieder der Zug, den die Handlung durchweg gebraucht hätte. Auch wenn es sicherlich einige sehr vielversprechende Handlungsbögen für den zweiten Band gibt, habe ich für mich noch nicht entscheiden können, ob ich an dieser Reihe wirklich dranbleiben will.

Fazit: Ich hatte ehrlich nicht gedacht, dass ich so enttäuscht aus der Lektüre von „Ash Princess“ herausgehen würde. Ein fulminanter Auftakt mit einem Ausrufezeichen hatte die Erwartungen zunächst erfüllt, doch danach verliert sich die Geschichte in einem Liebesdreieck, bei dem keiner ein Gewinner ist, weil man einfach nicht mitfiebern kann. Zudem ist die Protagonistin zu lange ein Feigling. (Zu) spät nimmt die Geschichte dann wieder Fahrt auf und bietet gute Charaktermomente, aber für einen Auftakt ist das doch schon fast zu wenig.

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203 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

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Now and Forever - Weil ich dich liebe

Geneva Lee , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.09.2018
ISBN 9783734106385
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Nachdem ich zuletzt aus unterschiedlichen Gründen eher enttäuschende NA-Bücher gelesen habe, bin ich doch mit einer großen Portion Skepsis an „Now and Forever“ von Geneva Lee herangehangen. Zum einen ist dieses Werk schon älter, was mich bei Sarina Bowen mit „Ivy Years“ gerade erst gelehrt hat, dass das schon einmal in die Hose gehen kann und zum anderen hat mich die Autorin bisher noch nicht wirklich angesprochen. Ihre „Royals Saga“ hat mich nicht im Geringsten angesprochen, „Game of Hearts“ habe ich gelesen, aber hinterher doch beschlossen, dass ich die Reihe nicht weiterverfolgen will. Der ausschlaggebende Punkt für die Lektüre von „Now and Forever“ war also tatsächlich mal wieder das Cover, das wirklich wunderschön ist!

Bereits im Laufe der Lektüre konnte ich aufatmen, da mir die Figuren und auch die Handlung echt gut gefallen haben. Nur ab und zu hatte ich die Befürchtung im Hinterkopf, dass noch ein Moment eintritt, der mich das Buch hassen lassen würde, aber das ist nicht passiert und ich kann gar nicht sagen, wie erleichtert ich darüber war. Der Klappentext klang noch etwas stereotyp, nur mit ausgetauschten Rollen, sie die „Schlampe“, er der Beziehungstyp. Aber die Geschichte begann alleine schon so ungewöhnlich, dass ich superschnell in der Geschichte drin war, vor allem natürlich wegen Liam, der so herzallerliebst, aber natürlich trotzdem sexy war. Bei ihm kann man davon ausgehen, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Das wird zwar nicht einmal hinterher so betont, aber diese Leidenschaft und Hartnäckigkeit, die er in Bezug auf Jillian an den Tag legt, war echt beeindruckend und einnehmend. Zudem hat er Witz, einen Familiensinn und viel, viel Empathie. Ja, fast zu schön, um wahr zu sein…

Jillian ist am Anfang echt unnahbar und da wir nur ihre Perspektive erleben, war am Anfang durchaus eine Barriere zu ihr da, weil sie zickig wirkte. Ihre eigentlichen Motive für diese Handlungsweise wird erst nach und nach aufgedeckt und es zeigt sich, dass Lee ihre Protagonistin mit einer unheilbaren Krankheit versehen hat, die wirklich ein Beziehungskiller ist. Durch Jillians Umgang mit der Krankheit baut man dann unweigerlich eine Verbindung zu ihr auf und kann sie viel besser nachvollziehen. In einigen Momenten war mir ihr Verhalten too much, weil es wirklich rasend schnell hin und hergeht, da hätten ein paar Seiten um der Authentizität willen nicht geschadet. Ansonsten verleiht ihre Krankheit der Geschichte natürlich eine besondere Tiefe, die bei mir absolut gefruchtet hat, da ich komplett mitgefühlt habe und den beiden die Daumen gedrückt habe. Das Ende war mir etwas zu offen, es gibt zwar noch eine Novella und auch Jillians Freundinnen bekommen noch ihre Geschichte, aber ich hätte mir da doch einen eindeutigeren Blick in die Zukunft gewünscht.

Fazit: „Now and Forever“ ist eine sehr warmherzige NA-Lektüre, die durch die unheilbare Krankheit der Protagonistin natürlich eine Tiefe gewinnt, der man sich nicht entziehen kann. Zudem ist mit Liam die männliche Hauptfigur einfach unschlagbar, seinem Bann wird jeder verfallen. Ab und zu geht es etwas zu schnell und das Ende ist etwas zu offen, aber das sind zum Glück nur Kleinigkeiten.

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66 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Lost in a Kiss

Kati Wilde , Karla Lowen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426523063
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Cover von „Lost in Kiss“ hat mich vor allem angezogen, sicherlich auch der Einführungspreis beim EBook, machen wir uns nicht vor, aber natürlich auch der Klappentext, der in meinen Augen viele verbale Auseinandersetzungen und spannende Abenteuer bot. Dazu noch prickelnde Romantik und fertig ist die nette Lektüre für zwischendurch. So dachte ich zumindest und das sogar auch die ersten 100 Seiten des Buchs über. Denn die Geschichte fängt echt gut an. Man bekommt schnell ein Gefühl für die Hauptfigur Aspen, die einen schweren Schicksalsschlag erfahren hat und damit auch eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt und dennoch das Leben spektakulär und mit scharfem Mundwerk genießt. Bram hat mir auf Anhieb etwas weniger gut gefallen, weil er wieder der typische reiche Schnösel war, der meint, sich alles kaufen zu können. Dennoch mochte ich von Anfang die Abneigung der beiden füreinander, weil klar war, dass da noch viel passieren muss, damit die Funken übersprühen.

Am Anfang war die Geschichte auch noch sehr handlungslastig, es passierte viel auf wenigen Seiten, immer wieder neue Wendungen, viele pfiffiger Dialoge, stellenweise aber auch schon tiefer gehende Unterhaltungen. Plötzlich kam jedoch ein Bruch, als die beiden tatsächlich eine sexuelle Beziehung eingehen, weil die Spannung zwischen ihnen zu groß war. Gerade das Cover und das darauf dargestellte Paar wirken eher süß und dementsprechend habe ich mir auch eher eine süßere Liebesgeschichte gewünscht, wo es natürlich Sexszenen gegeben hätte, aber nicht in diesem Ausmaß und der Derbheit, wie es plötzlich in „Lost in a Kiss“ der Fall war. Der ganze Auftakt hatte mir wirklich einen anderen Eindruck vermittelt, so dass ich schwer enttäuscht war, wie sehr die Erotik plötzlich überhandnahm. Ich habe sogar das Gefühl, dass man die beschriebenen Sexszenen gar nicht mehr an zehn Fingern darstellen kann. Das war mir wahrlich zu viel… Erst am Ende entwickelt sich wieder deutlich mehr Handlung, die mir auch wieder deutlich besser gefiel, weil das Drama passte und auch die Konsequenzen daraus logisch waren. So war ich am Ende wieder etwas versöhnt.

Fazit: Die durch das Cover erzeugte Erwartung, dass es sich um eine süße Liebesgeschichte handelt, hält leider gerade mal zur Hälfte, denn ansonsten handelt es sich um einen hocherotischen Roman, wo es plötzlich keine Handlung mehr zu geben scheint. Daher bin ich etwas enttäuscht, aber Erotik-Fans werden auf ihre Kosten kommen!

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(342)

631 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 176 Rezensionen

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The Ivy Years - Bevor wir fallen

Sarina Bowen , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736304505
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich finde Sarina Bowens „True North“-Reihe grandios, weswegen es für mich außer Frage stand, dass ich auch in „Ivy Years“ reinlesen würde. Erst nach und nach kam mir dann zu Bewusstsein, dass diese College-Reihe tatsächlich eher geschrieben wurde als „True North“ und dass diese auch selbstpubliziert wurde. Selbst wenn ich dies vorher gewusst hätte, hätte ich diese Reihe wohl gelesen, denn Ausschlusskriterien sind es definitiv nicht, aber es sind eben auch Aspekte, die einige Schwächen dieses Auftaktbandes wunderbar erklären.

Bereits in ihrer „True North“-Reihe wagt sich Bowen an viele sensible Themen, die viel Dramatik bieten, die aber auch mit der richtigen Portion Fingerspitzengefühl angegangen werden müssen, um authentisch zu wirken. Diesen Weg wählt sie nun auch im ersten Band von „Ivy Years“, da die Protagonistin Corey (ein Name, mit dem ich mich unheimlich schwer getan habe, da ich ihn eher männlich empfinde) seit einem Eishockeyunfall eine Lähmung in den Beinen hat. Diesen Ansatz fand ich für eine NA-Geschichte am College sehr vielversprechend, weil es sonst mehr um die Unbeschwertheit dort geht und die Probleme, die solch eine körperliche Behinderung mitsichtbringt, lagen ja auf der Hand. Grundsätzlich finde ich auch, dass dieses Thema gut umgesetzt wurde, vor allem auch, weil es am Ende keine Wunderheilung gibt. Viel mehr geht es eben um die psychischen Probleme, die Corey mit ihrem Schicksal hat und wie sie diese überwindet und das war wirklich realistisch dargestellt.

Was mir jedoch gehörig gegen den Strich ging, war vor allem die anfängliche Beziehung von Corey und Hartley. Er ist mit einer oberflächlichen Ziege zusammen, anders lässt sie sich wahrlich nicht beschreiben. Dafür hat man als LeserIn null Verständnis und als es letztlich eine Erklärung dafür gibt, kann man nur die Augen verdrehen. Aber lassen wir das mal beiseite: Fakt ist, dass Hartley vergeben ist und da ist vollkommen egal, ob er sich wirklich glücklich in dieser Beziehung fühlte und was sie selbst so treibt. Deswegen hat es mir absolut nicht gefallen, was sich zwischenzeitlich zwischen Corey und ihm abspielte. Vor allem eine Szene habe ich als extrem befremdlich empfunden, da ich mich auch richtig unbehaglich gefühlt habe und solch ein Gefühl habe ich wirklich selten bei so einer Art von Lektüre empfunden.

Diese Szene hat mich wirklich unheimlich geärgert, vor allem, weil so vieles drum herum wieder so typisch Bowen und damit so gut ist. Die Darstellung der verschiedenen Sportarten, die konkreten Spielsituationen, auch das Gefühl für diese Momente, das ich selbst als Sportfanatikerin wunderbar nachempfinden kann. Dazu auch die ganzen kleineren Beziehungsmomente, seien sie am Anfang ihrer Freundschaft oder eben erst am Ende, wo dann alles richtig von Statten ging. Das waren richtig tolle Momente, die ich gerne komplett ausgekostet hätte, aber diese unbehaglichen Momente haben mir dies ganz schön verhagelt. Daher echt schade um einen Großteil der Liebesgeschichte von Corey und Hartley.

Fazit: Auch wenn ich die positiven erzählerischen Fähigkeiten von Bowen im Auftaktband der „Ivy Years“-Reihe vielfach wiedererkennen konnte, gibt es mehrere kleine Momente und einen fatalen großen Moment, den ich am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde, da er mich so geärgert hat. Damit ist das Lesevergnügen doch etwas verhagelt worden, was eben besonders ärgert, wenn sonst alles stimmte…

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Lost in a Kiss

Kati Wilde
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 01.09.2018
ISBN 9783426452660
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Cover von „Lost in Kiss“ hat mich vor allem angezogen, sicherlich auch der Einführungspreis beim EBook, machen wir uns nicht vor, aber natürlich auch der Klappentext, der in meinen Augen viele verbale Auseinandersetzungen und spannende Abenteuer bot. Dazu noch prickelnde Romantik und fertig ist die nette Lektüre für zwischendurch. So dachte ich zumindest und das sogar auch die ersten 100 Seiten des Buchs über. Denn die Geschichte fängt echt gut an. Man bekommt schnell ein Gefühl für die Hauptfigur Aspen, die einen schweren Schicksalsschlag erfahren hat und damit auch eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legt und dennoch das Leben spektakulär und mit scharfem Mundwerk genießt. Bram hat mir auf Anhieb etwas weniger gut gefallen, weil er wieder der typische reiche Schnösel war, der meint, sich alles kaufen zu können. Dennoch mochte ich von Anfang die Abneigung der beiden füreinander, weil klar war, dass da noch viel passieren muss, damit die Funken übersprühen.

Am Anfang war die Geschichte auch noch sehr handlungslastig, es passierte viel auf wenigen Seiten, immer wieder neue Wendungen, viele pfiffiger Dialoge, stellenweise aber auch schon tiefer gehende Unterhaltungen. Plötzlich kam jedoch ein Bruch, als die beiden tatsächlich eine sexuelle Beziehung eingehen, weil die Spannung zwischen ihnen zu groß war. Gerade das Cover und das darauf dargestellte Paar wirken eher süß und dementsprechend habe ich mir auch eher eine süßere Liebesgeschichte gewünscht, wo es natürlich Sexszenen gegeben hätte, aber nicht in diesem Ausmaß und der Derbheit, wie es plötzlich in „Lost in a Kiss“ der Fall war. Der ganze Auftakt hatte mir wirklich einen anderen Eindruck vermittelt, so dass ich schwer enttäuscht war, wie sehr die Erotik plötzlich überhandnahm. Ich habe sogar das Gefühl, dass man die beschriebenen Sexszenen gar nicht mehr an zehn Fingern darstellen kann. Das war mir wahrlich zu viel… Erst am Ende entwickelt sich wieder deutlich mehr Handlung, die mir auch wieder deutlich besser gefiel, weil das Drama passte und auch die Konsequenzen daraus logisch waren. So war ich am Ende wieder etwas versöhnt.

Fazit: Die durch das Cover erzeugte Erwartung, dass es sich um eine süße Liebesgeschichte handelt, hält leider gerade mal zur Hälfte, denn ansonsten handelt es sich um einen hocherotischen Roman, wo es plötzlich keine Handlung mehr zu geben scheint. Daher bin ich etwas enttäuscht, aber Erotik-Fans werden auf ihre Kosten kommen!

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839 Bibliotheken, 52 Leser, 0 Gruppen, 163 Rezensionen

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Save Us

Mona Kasten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306714
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe es selten erlebt, dass ich ein Buch so unbedingt lesen wollte und gleichzeitig so ein mulmiges Gefühl dabei hatte. Dieser Zwiespalt hat mich fast wahnsinnig gemacht, aber mir war klar, dass ich „Save Us“ unbedingt lesen wollte, denn ich bin niemand, der die Dinge gerne offenlässt, sondern lieber zu einem Ende bringt. Die ersten Seiten von „Save Us“ waren dann tatsächlich immer noch von einer ungeheuren Anspannung begleitet, auch wenn mich sofort wieder Mona Kastens unvergleichlicher Schreibstil empfing, der einen einfach lesen lassen muss. Aber die erneute Versöhnung von James und Ruby war so schnell herbeigeführt worden und es gab erneut neue Perspektiven, dass ich mich beklommen fragte: was soll jetzt auf den weiteren 300 Seiten noch passieren? Ist doch alles gut so, wie es ist.

Spätestens ab Seite 150 hat sich diese Beklommenheit aber gelegt und ich war in einem Sog, dieses Buch unbedingt schnellstmöglich beenden zu wollen. Während dieses Leseprozesses war ich ebenso glücklich wie enttäuscht, es war tatsächlich eine ganz wilde Achterbahn, die ich aber insgesamt gerne mitgemacht habe und dieses Gefühl am Ende hat mir gegeben, als ich ahnen konnte. Trotzdem ziehe ich am Ende ein Fazit, das aus zwei zentralen Punkten besteht. Zum einen konnte ich den Eindruck auch nach Beendigung aller drei Teile nicht abschütteln, dass es besser keine Trilogie hätte sein sollen, vor allem keine, die sich vorrangig um Ruby und James handeln sollte. Wo ich niemals nein gesagt hätte, wenn Kasten wie bei ihrer „Feel“-Reihe pro Band auf verschiedene Pärchen gesetzt hätte, so dass man wirklich vielversprechenden Liebesgeschichten wie von Ember und Wren oder von Alistair und Kesh wesentlich mehr Raum hätte geben können. So war es aber leider so, dass man Ruby und James eben doch irgendwie immer hervorheben wollte und daher nicht zu früh auf „Ende gut, alles gut“ setzen konnte. Folglich wurde immer wieder neues Drama in ihre Beziehung gegeben, was in der Gesamtschau gesehen viel zu künstlich aufgeblasen war. Zudem gab es jetzt im letzten Band ein Happy End nach dem anderen, ein Pärchen nach dem anderen wurde (zur Zufriedenheit muss ich hier betonen!) zusammengebracht. Das hat mich zwar immer wieder lächeln lassen, gleichzeitig aber auch ernüchtert.

Der zweite große Aspekt ist nun noch der Ton dieser gesamten Geschichte. Ich hatte es schon beim ersten Band „Save Me“ festgestellt. Ruby, James und alle ihre Freunde wirken in ihrer Art und ihrer Denkweise genauso alt wie es das alle Protagonisten aus der „Feel“- Reihe getan haben. Sie wirken definitiv nicht wie High School Schüler, die gerade erst 18 geworden sind. Und das freut mich und ärgert mich gleichzeitig. Denn diese Altersgruppe, die bei den Figuren immer wieder durchscheint und damit auch schon diese Tiefe an Emotionen, zu denen sie fähig sind, die finde ich perfekt und großartig, aber wenn ich eben eine High School-Reihe (bzw. auf das englische Schulsystem ausgelegt) ankündige, dann muss ich auch genau das liefern. Daher ziehe ich das Fazit, dass Kasten hier bitte von Anfang an eine weitere College-Geschichte draus hätte machen sollen und vieles wäre einfacher gewesen!

Vor allem bleibe ich nach Abschluss aber ein riesiger Fan von James und Ruby. Auch wenn ihre Liebesgeschichte – wie erwähnt – von viel künstlichem Drama begleitet war, ich fand sie einzigartig und einnehmend und vor allem jetzt im letzten Band noch mal so gereift und tiefgehend, dass sie für mich in ihrer Chemie kaum zu schlagen sind. Schon im ersten Band haben die beiden so einen Sog für mich entwickelt, dass ich mich dem Ganzen nie entziehen konnte, selbst wenn ich mich ärgern musste. Gerade die ganzen Zukunftsmomente der beiden im dritten Teil waren grandios und haben mich sehr, sehr glücklich gemacht!

Endfazit: Es gab zig Momente, denen ich gerne fünf Sterne geben würde, es gab aber auch genug Aspekte (vor allem auf die Strategie der gesamten Reihe bezogen), die mir höchstens drei Sterne wert wären. Die Reihe ist einfach im Gesamten nicht 100% geglückt und mir ist es wirklich sehr, sehr schwer gefallen, hier jetzt die passende Bewertung zu geben, da ich förmlich minütlich eine andere Meinung habe. Daher bleibt nur die goldene Mitte zwischen drei und fünf Sternen und die Hoffnung, dass man aus den strategischen Mängeln für die Zukunft lernt!

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290 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

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Und wenn es kein Morgen gibt

Jennifer L. Armentrout , Anja Hansen-Schmidt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.05.2018
ISBN 9783570311660
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Königin der Vielseitigkeit hat wieder zugeschlagen: Jennifer L. Armentrout hat mit „Und wenn es kein Morgen gibt“ ihr zweites Jugendbuch nach „Morgen lieb ich dich für immer“ abgeliefert, das keinen fantastischen Hintergrund hat. Schon ihr erstes Buch hat mich sehr überzeugen können, weil es einen sehr tiefgehenden Charakter hat, den ich mir nun natürlich auch von „Und wenn es kein Morgen gibt“ erwartet haben, zumal im Titel schon diese erhoffte Tiefe mitschwingt.

Und welch einen Tiefgang dieses Jugendbuch hat! Zunächst fängt die Geschichte sehr typisch für eine Teenie-Geschichte an. Die unterschiedlichen Charaktere, allen voran die Protagonistin Lena, werden eingeführt und es geht um Zukunftssorgen und vor allem Beziehungsprobleme. Wer hat was mit wem? Das wird zuerst sehr ausführlich geklärt. Dieser Teil war mir ein kleines bisschen zu kitschig, obwohl im Nachhinein natürlich klar ist, warum die Autorin die Welt so eingeführt hat, denn so wirkt der Bruch nach einem Drittel einfach krasser und unterstreicht die Botschaft, die Armentrout vermitteln will, auch einfach besser.

Der angesprochene Bruch beinhaltet eine Alkoholfahrt mit Todesopfern und Lena überlegt als einzige aus dem Wagen. Diese Storyline wurde im Klappentext ja nicht angedeutet (sehr gut!) und kam für mich daher natürlich überraschend und mit voller Wucht. Mir was es vielleicht etwas zu viel, dass alle anderen sterben und nur sie überlebt, weil die Dramatik auch mit weniger funktioniert hätte, aber vielleicht war es einfach für den Knalleffekt gedacht… Die Schuldfrage und die Trauerbewältigung, die von nun an die Geschichte prägt, gefällt mir auf jeden Fall richtig gut. Natürlich war die Atmosphäre dadurch düster und so manches Mal hätte man Lena auch gerne heftig geschüttelt, aber gleichzeitig waren ihre Gedanken so authentisch, dass man sich sagen musste, so ist es vermutlich. Solche Prozesse sind nun mal nicht mit Vernunft und Logik verbunden.

Durch diesen Bruch werden auch die dargestellten Beziehungen deutlich weniger stereotyp dargestellt. Nicht nur die Liebesbeziehung gewinnt an mehr Tiefe, sondern es geht auch um Freundschaft und Eltern-Kind-Beziehungen. All diese Themen werden ambivalent und sensibel angepackt, so dass eine geballte Ladung an Emotionalität erschaffen wurde, die wohl keine Augen trocken gelassen hat. Die Liebesgeschichte von Lena und Sebastian ging mir von der Art her etwas zu plötzlich, aber sie wird nachher so gut weitererzählt, dass ich auch damit versöhnt war.

Fazit: Armentrout wählt für „Und wenn es kein Morgen gibt“ erneut ein emotionales Thema, Trunkenheit am Steuer, das sie definitiv mit der richtigen Portion Fingerspitzengefühl anpackt, so dass ihre aufrüttelnde Botschaft laut und deutlich zu vernehmen ist. Dennoch ist ihre Dramatik etwas too much gewählt und auch kleinere Oberflächlichkeiten kann man nicht leugnen, aber am Ende bleibt ein emotionales Jugendbuch, das jeden einnehmen wird.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Moxie. Zeit, zurückzuschlagen

Jennifer Mathieu , Alice Jakubeit
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783038800163
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erst vor wenigen Wochen haben ich den ersten Band der „Spinster Girls“ gelesen, von dem ich wirklich schwer begeistert war. Bei „Moxie“ von Jennifer Mathieu wollte ich nun auch unbedingt reinlesen, da es sich ebenfalls um ein feministisches Jugendbuch handelt, diesmal in den USA spielend und ich wollte einfach einen Vergleich ziehen können bei einem Thema, das super aktuell ist und das jede literarische Umsetzung wert ist.

„Spinster Girls“ habe ich vor allem für die unbeschreibliche Authentizität gefeiert, die jetzt bei „Moxie“ durchaus ein kleines Problem darstellt. Die Geschichte von Vivian und ihren Freundinnen spielt an einer texanischen High School, wo das Football-Team der Schule das ganze Geschehen bestimmt, weswegen sich die männlichen Footballspieler alles herausnehmen können. Soweit so gut, immerhin sehen wir solch eine Situation auch in zahlreichen Filmen dargestellt. Das Ganze wird in Moxie aber mit einem Sexismus verknüpft, der so dermaßen überspitzt dargestellt ist, dass ich ihn leider als unrealistisch empfunden habe. Keine Frage, es gibt immer eine Gruppe Jungs, die Mädchen ausschließlich als sexuelle Objekte wahrnehmen, ja es gibt auch Erwachsene, die das so sehen und dementsprechend unterstützen, aber dass alle Lehrer und alle Eltern wegsehen, nein, das kaufe ich nicht ab. Diesen Aspekt fand ich leider etwas schade, da es ja gerade die kleinen Dinge sind, die man gut unter den Teppich kehren kann und die deswegen umso schlimmer für die Situation von Frauen sind. Es hätte also dieses große dramatische Szenario in keiner Weise gebraucht.

Die eigentliche Feminismus-Geschichte dagegen fand ich gut umgesetzt. Das lag an vielen unterschiedlichen Frauencharakteren, die alle sehr intensiv beleuchtet wurden. Sowohl die Außenseiterin, als auch die Cheerleaderin und beide waren Opfer. Das hat mir wirklich unheimlich gut gefallen, dass deutlich wurde, dass nicht nur die schwachen Frauen Opfer von Sexismus werden, sondern alle. Vivian ist aber dennoch die Hauptfigur und ihre Entwicklung hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Anfangs so verschüchtert, dass sie lieber die Schultern einzieht, bricht sie ihr Zorn angesichts der Begebenheiten an der Schule Bann und so initiiert sie eine Bewegung, die aus genau den richtigen Motiven zusammenkommt. Natürlich ist es keine Urgewalt, aber es ist eine Zusammenkunft, die alle mutig und für ihre Rechte eintreten lässt. Gerade am Ende hat mir auch gefallen, dass nicht alles direkt gut war. Sondern es gab die Erkenntnis, das war nur ein Etappenziel, nicht aber die ganze Tour.

Eine wichtige Botschaft war in diesem Jugendbuch ebenfalls drin, da dem Feminismus ja leider oft vorgeworfen wird, dass er gegen die Männer ist. Nein, Feminismus will nur die Gleichberechtigung, nicht aber die Weltherrschaft. Und obwohl diese Botschaft in „Moxie“ enthalten war, passte die Darstellung der männlichen Spezies nicht so recht dazu. Es gab natürlich Seth, der zeigen sollte, dass Jungs auch anders sein können, dennoch gab es leider dennoch einige Szenen, wo man wieder Zweifel bekam und er war schon der einzige männliche Charakter, der etwas mehr Zeit eingeräumt bekam. Alle anderen, Vivians Opa, der neue Freund ihrer Mutter, der Schulleiter, die anderen Lehrer und natürlich vor allem die Schüler, alle hatten mindestens einen großen Makel. Da passten Botschaft und Umsetzung leider nicht zusammen.

Fazit: Auch „Moxie“ würde ich definitiv als ein feministisches Jugendbuch einstufen, das man gut lesen kann und das auch vieles richtig macht. Im Vergleich zu den „Spinster Girls“ fällt aber auf, dass das Setting sehr überspitzt dargestellt ist, damit auch ja jeder den verbreiteten Sexismus sieht und auch die Männer kommen insgesamt nicht gut weg. Der Frauenzusammenhalt aber, der ist gekonnt und motivierend dargestellt.

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331 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 151 Rezensionen

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Blutrausch - Er muss töten

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Chris Carter, mein liebster Thriller-Autor, liefert wie ein Uhrwerk einmal jährlich einen neuen Band seiner Robert-Hunter-Reihe ab, oder wie ich es lieber formulieren würde, die Hunter-und-Garcia-Reihe, da ich Carlos als sein Partner sehr in mein Herz geschlossen habe. Und obwohl Carter so schnell arbeitet, ist jeder Band in sich ein Meisterwerk. Natürlich bekommen sie nicht alle fünf Sterne von mir, weil ich die einzelnen Teile natürlich gegeneinander abwäge, aber im gesamten Thriller-Universum nehmen sie definitiv eine eigene Liga ein. „Blutrausch“ ist nun der neunte Band, also der kurz vor dem ersten großen Jubiläum, was er wohl bereithielt?

Die Bücher von Chris Carter haben grundsätzlich ein bestimmtes Schema. Bisher komplett aus diesem Schema rausgefallen ist der sechste Band, „Die Stille Bestie“, wo Hunter sich seiner Vergangenheit stellen musste, ohne seinen Partner agiert hat und ein wildes Katz-und-Maus-Spiel mit einem als Freund geglaubten Mann getrieben hat. Dieser Band war schon sehr anders. „Blutrausch“ würde ich nun als den zweiten Teil sehen, der in einigen Aspekten vom typischen Carter-Schema abweicht. Das liegt zum einen daran, dass es sich um keine Mordserie handelt, die ausschließlich in L.A. begangen wird, dadurch kommt es zweitens zu einer Zusammenarbeit mit dem FBI, die die klassische Hunter-Garcia-Partnerschaft natürlich nach außen öffnet. Diese Öffnung zu einer neuen Behörde hin, hat mir sehr gut gefallen, weil es eben auch mit anderen Charakteren neuen Input gibt und das Buch so insgesamt nicht so Hunter-lastig war, wie es die meisten anderen Teile sind. Zudem hat Garcia in dieser Zusammenarbeit ein sehr tolles komödiantisches Potenzial entwickelt, das mir viel Freude bereitet hat.

Der Fall nun aber hat mich nicht komplett begeistern können. Da die entscheidende Auflösung zu den Motiven erst sehr spät kommt, kann ich leider nicht so viel dazu sagen, weil ich sonst was vom Lesevergnügen wegnehmen würde, aber ich hatte das Gefühl, die Idee hinter der Mordserie schon einmal woanders gelesen oder gesehen zu haben. Ich kann leider nicht mehr rekonstruieren, ob es in einem anderen Thriller war oder vielleicht auch in einer Serie oder einem TV-Film, jedenfalls wirkte es etwas öde und das ist tatsächlich das erste Mal, dass ich das über einen Chris-Carter-Fall sage. Da die Tat eben schon so langweilig war, war es der Täter dementsprechend weitestgehend für mich auch.

Richtig genial waren aber die letzten fünfzig Seiten, die ich sehr genossen habe. Und wieder sind diese Momente eher untypisch für Chris Carter. Normalerweise hat Hunter kurz vor Ende eine Eingebung, die dem Leser nicht verraten wird und dann geht er auf eine Egomission und kann mit Geschick, aber auch immer viel Glück den Täter stellen, ohne selbst dabei ums Leben zu kommen. Diesmal ist der Showdown mit ihm, Garcia und zwei FBI-Agents verbunden und da gibt es die ein oder andere sehr überraschende Wendung. Es gab sogar einen richtigen Schockmoment, der war wirklich besonders gemacht. Ganz zum Schluss wird dann sogar schon die Handlung für den Jubiläumsband angestoßen, woraus man schlussfolgern kann, dass der zehnte Band richtig groß werden kann.

Fazit: Carter zeigt sich mal wieder etwas experimentierfreudiger und weicht in den Ermittlungen und im Endshowdown von seinem üblichen Muster ab. Das hat mir sehr gut gefallen, weil so auch Langeweile vorgebeugt wird. Diese Experimentierfreude ging aber etwas zu Lasten des Falls, der mich nicht besonders packen konnte. Wie gut, dass alles drum herum nach wie vor zur Spitzenunterhaltung führt.

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

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Worte, die leuchten wie Sterne

Brigid Kemmerer , Henriette Zeltner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672160
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Brigid Kemmerer ging Ende 2017 wirklich als Neuentdeckung für mich durch die Decke, als ich ihr Jugendbuch „Der Himmel in deinen Händen“ las. Ein deutscher Titel, der unweigerlich an Autoren wie Nora Roberts oder Nicholas Sparks denken lässt. Aber an Kemmerer hat mir vor allem sehr gefallen, dass ihre schriftstellerische Entfaltungskraft weniger von gemütlichen Stereotypen herkommt, sondern dass sie ein tiefes Gefühl mit einfachen Mitteln erreichen kann. „Worte, die leuchten wie Sterne“ ist nun quasi der zweite Band, da wir uns in derselben Welt befinden, mit der Unterschied, dass die anfängliche Nebenfigur Rev nun die Hauptfigur ist. Auf ihn war ich sehr gespannt, da seine angedeutete Vergangenheit bereits auf diesem Minimum sehr reizvoll erschien.

Die intensive Auseinandersetzung mit Rev zeigt schnell, dass die Reize sich bestätigen konnten. Er ist eine sehr komplexe Persönlichkeit, die im Kern sehr empathisch, sensibel und nachdenklich ist. Obwohl er auf solch solide Grundfesten bauen kann, wird er durch seine Dämonen der Vergangenheit in eine Glaubenskrise gestürzt. Dieser innere Konflikt war sehr spannend mitzuverfolgen, weil er eben so authentisch erzählt wurde. Ich habe jedes einzelne seiner Gefühle wunderbar nachvollziehen können und somit wurde er zu einer sehr transparenten Persönlichkeit. Ihm gegenüber steht Emma, die für mich als Leserin neu war. Ich hatte automatisch meinen Blick mehr auf Rev, weil ich ihn so unbedingt kennenlernen wollte, aber es hat sich auch schnell gezeigt, dass Emma im Vergleich auch einfach weniger interessant ist, weil sie viel eindimensionaler war. Sie war als typischer Teenager inszeniert, die gegen ihre Eltern rebelliert und die so störrisch ist, dass sie auch allen anderen Figuren vor den Kopf stößt. Da hilft auch nicht, dass sie als weibliche Gamerin eher ungewöhnlicher ist. Somit war das Gleichgewicht der Protagonisten leider nicht ganz im Gleichgewicht.

Nun ist dieses Jugendbuch ja nicht nur Charakterstudie, sondern beinhaltet auch eine Liebesgeschichte. Da muss ich festhalten, dass die Liebesgeschichte doch eher auf Sparflamme läuft. Rev und Emma erleben ihre Abenteuer viel mehr jeder für sich als zusammen. Die Szenen, die sie aber miteinander haben, sind einfühlsam, süß und echt on point erzählt. Gerade wenn die Szenen so gut sind, wünscht man sich natürlich mehr davon, daher ziehe ich das Fazit, dass „Worte, die leuchten wie Sternen“ ruhig mehr Liebe hätte bieten können.

Die Liebesgeschichte ist zwar zu wenig, verläuft aber von der Handlung her sehr sinnvoll. Daher werfe ich noch einen Blick auf die Einzelgeschichten. Emmas Geschichte war natürlich sehr von ihrer Persönlichkeit geprägt, dennoch habe ich mich in ihrer Perspektive nicht nur geärgert oder gelangweilt, da die Geschichte insgesamt einen guten Spanungsbogen hatte. Revs Geschichte war im Ganzen aber einfach besser, weil er mit den bereits bekannten Charakteren verbandelt ist und weil er einfach die Entwicklung mitmacht, die ich sehen wollte. In beiden Geschichten sind kleine Aspekte nicht ganz rund, aber das fällt nicht schwer ins Gewicht.

Fazit: „Worte, die leuchten wie Sterne“ ist erneut eine ganz tolle Jugendbuchunterhaltung, weil dieser einfühlsame Stil von Brigid Kemmerer erneut durchstrahlt und vor allem in der Figur Rev seine volle Entfaltungskraft findet. Dennoch, so sehr ich Rev auch mag, muss ich dieses Buch einfach einen Ticken schlechter einschätzen als „Der Himmel in deinen Händen“, da auch die Liebesgeschichte schlechter wegkommt. Diese Einschränkungen ändern aber nichts an einer uneingeschränkten Leseempfehlung!

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I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich

Cleo Leuchtenberg , Andrea Pieper , Claudia Brendler , Andrea Pieper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.08.2018
ISBN 9783789108525
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich“ ist ein ziemlich sperriger Titel, aber für mich als Sprachwissenschaftlerin natürlich höchst faszinierend, weil es semantisch natürlich einwandfrei zutrifft. ‚I love you‘ meint bei uns wohl eher ‚Ich hab‘ dich lieb‘. Neben diesem Titel war ich natürlich auch interessiert, weil das Cover abseits vom Titel klinisch weiß ist und dann aber doch eher einen stereotypen Klappentext hat. Diese Widersprüche wollte ich mit diesem Buch wirklich gerne näher ergründen.

Was mich unheimlich an diesem Jugendbuch unterhalten hat, waren die Einblicke in die Synchronisationstätigkeiten. Hinten in den Dankesworten der Autorinnen kann man auch nachlesen, dass die beiden intensiv recherchiert haben und auch einen Experten zur Hand hatten, was mich auch darauf vertrauen lässt, dass die Arbeit authentisch dargestellt wurde. Vor allem fand ich es als Setting für das Entstehen einer Liebesgeschichte sehr ungewöhnlich und der Rahmen hat mir unheimlich gut gefallen. Zumal ich mir die Arbeit so auch immer irgendwie vorgestellt habe.

Bei den Hauptcharakteren fangen aber schon die ersten Probleme an. Normalerweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass die weiblichen Figuren tendenziell die Sturköpfe, die zusätzlich gepaart mit Launenhaftigkeit schnell anstrengend werden. In diesem Jugendbuch ist die Rollenverteilung genau andersherum. Ich habe Ben als unheimlich anstrengend empfunden, weil man durch seine Perspektive seine sensible Seite erahnen konnte, seine Taten ließen aber eher einen Elefanten im Porzellanladen vermuten. Zudem hat er ständig die Stimmung gewechselt, so dass ich bis zum Ende nicht recht wusste, woran mit ihm eigentlich ist. Lilly ist dagegen wesentlich solider angelegt und trotzdem kam sie mir zuoft wie ein Spielball vor, der keine eigene Meinung hatte. Immer wieder blitzt ihre Leidenschaft durch, aber das wird nicht konsequent bis zum Ende herausgearbeitet.

Durch die beiden war natürlich auch ihre Liebesgeschichte geprägt. Es gab richtig süße Momente, die mich auch sehr für die beiden erwärmt haben. Hauptsächlich war die Liebesgeschichte aber ein einziges Auf und Ab, da sie vor allem von Bens Launen abhängig war. Dann gab es aber auch wieder Momente, wo ich mir dachte: das ist so anstrengend mitzuverfolgen, aber so sind die Liebesgeschichten von heute doch, oder?! Gefühle ohne Ende sind vorhanden, aber man kann sich denen nicht stellen und steht sich letztlich selbst im Weg. Also im Grunde eine realistische Liebesgeschichte, die aber eben dennoch an den Nerven zerrte.

In einem letzten Punkt möchte ich noch auf den Schreibstil eingehen, der gerade im Jugendbereich, zumindest meiner Meinung nach, inzwischen zu einem typischen Stilmittel geworden ist. Es gibt unheimlich viele kurze Sätze, die fast schon staccato-artig an Gedankenfetzen erinnern. Dann wiederum gibt es Passagen, wo die Autorinnen sich in ihrer Wortgewandtheit austoben und so tief in der Gefühlskiste graben, das man sich schon fast an einen Prosatext erinnert fühlt. Als Beispiel nenne ich hier nur mal die erste Begegnung von Ben und Lilly, wo er direkt etwas merkt und mit diesem Ich nichts anzufangen weiß und ihn den ‚Fremden‘ nennt. Das ist ja schon fast philosophisch. Und diese beiden Stile wurden so verrückt miteinander gemischt, dass es sich zwar um eine flotte Lektüre handelte, aber nicht immer um eine Lektüre, die in den richtigen Momenten die Intensität der Gefühle bot. Da gab es leider ganz eindeutig zu viele Schwankungen.

Fazit: Eine klassische Liebesgeschichte wird im ungewöhnlichen Rahmen eines Synchronisationsstudios erzählt. Dieser Aspekt hat mich sehr unterhalten. Meine Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit den beiden Hauptfiguren, allen voran Ben, der ein sehr anstrengende Diva darstellte. Zudem war der Schreibstil ein Mix aus Extremen. Das findet man in Jugendbüchern immer öfters, nur leider geht dafür doch auch eine ganze Menge an Gefühl verloren. Daher ist abschließend zu sagen, dass das Potenzial groß ist, die Umsetzung aber noch etwas hapert.

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im Jahr 2018, wo ein Film wie „Black Panther“ wie eine Urgewalt eingeschlagen hat, natürlich vor allem im US-amerikanischen Raum, ist eine Geschichte wie „Children of Blood and Bone“ ja regelrecht prädestiniert dafür, ebenfalls wie eine Bombe einzuschlagen, da die afrikanische Kultur wieder unter einem interessanten Aspekt beleuchtet wird und weil alles unter dem Rahmen des Rassismus steht, den vor allem die Autorin sehr bewegt. Nun ist dieses Jugendbuch bereits für einen Blockbuster verkauft und das geschah sogar noch vor der Erstveröffentlichung in den USA (!!!), das nenne ich mal Vorschusslorbeeren. Aber gerade diese stellen für Bücher letztlich eine große Hürde dar, denn was erwartet man wohl nach solchen Lobeshymnen?

Die Grundgeschichte von verschiedenen Clans, wo jeder seine eigene übernatürliche Fähigkeit hat, ist nun wahrlich nicht neu, ist z. B. so oder so ähnlich aktuell bei Bianca Iosivoni und ihrer „Sturmtochter“-Trilogie nachzulesen. Aber dennoch ist die Idee perfekt auf die afrikanische Kultur übertragen worden, so dass sich eine mystische Atmosphäre ergab und eine Welt, die sehr liebevoll, mit vielen Details ausgestattet, erzählt wird und die dennoch etwas sehr Düsteres hat, da es einen erbitterten Kampf um die Magie gibt. In dieser Welt ist eine sehr spannende Geschichte angelegt, die uns Leser immer wieder mit Action-Szenen in den Bann zieht und uns immer wieder neue Landschaften eröffnet, so dass sich von dieser Seite her auch immer wieder eine neuerliche Faszination ergibt. Mir persönlich hat nur ein wenig ein intensiverer Blick auf die magischen Fähigkeiten gefehlt und wie das Konzept der Magie generell aussieht, da hat die Autorin doch eher oberflächlich gearbeitet.

Neben dieser sehr spannenden Handlung, die auch zahlreiche Wendungen bereithält, sind es vor allem die sehr differenziert dargestellten Hauptfiguren, die zu überzeugen wissen. Im Buch gibt es drei Perspektiven: Zelie, Amari und Inan. Da auch Zelies Bruder Tzain eine große Rolle im Geschehen einnimmt, fand ich es doch etwas schade, dass nicht auch er einzelne Kapitel erhalten hat. Ja, vielleicht war er die unspektakulärste Figur dieses ersten Bandes, aber auch er hat eine Geschichte zu erzählen, die es wert wäre, dass man ihr lauscht. Zelie ist die starke Anführerin, die immer schon sehr mutig und rebellisch war, die sogar eher im Gegenteil aufpassen muss, dass sie sich eher zurückhält. Dennoch ist sie nicht nur instinktiv geleitet, da sie auch ein großes Herz und eine unerbittliche Loyalität ihrer Familie gegenüber empfindet. Amari, die vermeintlich verwöhnte Königstochter, ist zunächst das genaue Gegenteil zu Zelie, da sie zerbrechlich und ängstlich wirkt. Aber auch in ihr steckt eine unerbittliche Kriegerin, die viel vernunftgeleiteter ist, was sie vielleicht sogar zu cleveren Anführerin macht. Ihre Wandlung mitzuerleben, war wirklich eine wahre Freude!

Inan ist nun ein bisschen die Figur, an der sich vermutlich die Geister scheiden werden. Er ist höchst ambivalent angelegt und dazu noch sehr beeinflussbar, so dass er teilweise wie eine Fahne im Wind nach der aktuellen Stimmungslage agiert. Er ist Antagonist und Protagonist in einem, was ihn durchaus faszinierend macht, aber sein innerer Kampf um das Wissen, was richtig und was falsch ist, ist leider nicht immer so transparent dargestellt, wie ich mir erhofft hatte. Hinzu kommt, dass die dargestellte Liebesgeschichte zwischen ihm und Zelie (ja, das ist ein Spoiler, aber einer, mit dem man nach wenigen Kapiteln schon rechnen kann, daher erlaube ich es mir hier einmal) total überhastet und für die Handlung konstruiert wirkt. Ich jedenfalls habe mich nicht von den Gefühlen der beiden füreinander eingenommen gefühlt, im Gegenteil war ich sogar eher abgestoßen. In meinen Augen hätte man das viel ruhiger aufziehen müssen, zumal die Autorin ja von Anfang eine Trilogie im Hinterkopf hatte. Aber dieses doch größere Manko wird von einer insgesamt sonst starken Handlung ausgeglichen.

Fazit: Es ist kein Wunder, dass „Children of Blood and Bone“ so nahtlos an den Erfolg von „Black Panther“ anknüpfen kann, da eine faszinierende Welt geboten wird, in der es vor allem die starken Frauenfiguren sind, die zu überzeugen wissen. Die Handlung ist spannend und wendungsreich angelegt, zudem mit einigen Szenen, die einen den Atem anhalten lassen. Mein größter Kritikpunkt ist aber eindeutig die Liebesgeschichte, da diese nur für den Fortgang der Handlung so überhastet erzählt wurde, was den betroffenen Figuren nicht gerecht wird. Aber die Faszination ist da und die nächsten zwei Bände werden in jedem Fall von mir gelesen werden!

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