marcelloDs Bibliothek

334 Bücher, 321 Rezensionen

Zu marcelloDs Profil
Filtern nach
334 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

49 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"worte die leuchten wie sterne":w=1,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"kampf":w=1,"verrat":w=1,"vertrauen":w=1,"jugendliche":w=1,"mobbing":w=1,"misshandlung":w=1,"gaming":w=1,"brigid kemmerer":w=1

Worte, die leuchten wie Sterne

Brigid Kemmerer , Henriette Zeltner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672160
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"humor":w=1,"deutschland":w=1,"young adult":w=1,"zweite chance":w=1,"showbusiness":w=1

I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich

Cleo Leuchtenberg , Andrea Pieper , Claudia Brendler , Andrea Pieper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.08.2018
ISBN 9783789108525
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich“ ist ein ziemlich sperriger Titel, aber für mich als Sprachwissenschaftlerin natürlich höchst faszinierend, weil es semantisch natürlich einwandfrei zutrifft. ‚I love you‘ meint bei uns wohl eher ‚Ich hab‘ dich lieb‘. Neben diesem Titel war ich natürlich auch interessiert, weil das Cover abseits vom Titel klinisch weiß ist und dann aber doch eher einen stereotypen Klappentext hat. Diese Widersprüche wollte ich mit diesem Buch wirklich gerne näher ergründen.

Was mich unheimlich an diesem Jugendbuch unterhalten hat, waren die Einblicke in die Synchronisationstätigkeiten. Hinten in den Dankesworten der Autorinnen kann man auch nachlesen, dass die beiden intensiv recherchiert haben und auch einen Experten zur Hand hatten, was mich auch darauf vertrauen lässt, dass die Arbeit authentisch dargestellt wurde. Vor allem fand ich es als Setting für das Entstehen einer Liebesgeschichte sehr ungewöhnlich und der Rahmen hat mir unheimlich gut gefallen. Zumal ich mir die Arbeit so auch immer irgendwie vorgestellt habe.

Bei den Hauptcharakteren fangen aber schon die ersten Probleme an. Normalerweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass die weiblichen Figuren tendenziell die Sturköpfe, die zusätzlich gepaart mit Launenhaftigkeit schnell anstrengend werden. In diesem Jugendbuch ist die Rollenverteilung genau andersherum. Ich habe Ben als unheimlich anstrengend empfunden, weil man durch seine Perspektive seine sensible Seite erahnen konnte, seine Taten ließen aber eher einen Elefanten im Porzellanladen vermuten. Zudem hat er ständig die Stimmung gewechselt, so dass ich bis zum Ende nicht recht wusste, woran mit ihm eigentlich ist. Lilly ist dagegen wesentlich solider angelegt und trotzdem kam sie mir zuoft wie ein Spielball vor, der keine eigene Meinung hatte. Immer wieder blitzt ihre Leidenschaft durch, aber das wird nicht konsequent bis zum Ende herausgearbeitet.

Durch die beiden war natürlich auch ihre Liebesgeschichte geprägt. Es gab richtig süße Momente, die mich auch sehr für die beiden erwärmt haben. Hauptsächlich war die Liebesgeschichte aber ein einziges Auf und Ab, da sie vor allem von Bens Launen abhängig war. Dann gab es aber auch wieder Momente, wo ich mir dachte: das ist so anstrengend mitzuverfolgen, aber so sind die Liebesgeschichten von heute doch, oder?! Gefühle ohne Ende sind vorhanden, aber man kann sich denen nicht stellen und steht sich letztlich selbst im Weg. Also im Grunde eine realistische Liebesgeschichte, die aber eben dennoch an den Nerven zerrte.

In einem letzten Punkt möchte ich noch auf den Schreibstil eingehen, der gerade im Jugendbereich, zumindest meiner Meinung nach, inzwischen zu einem typischen Stilmittel geworden ist. Es gibt unheimlich viele kurze Sätze, die fast schon staccato-artig an Gedankenfetzen erinnern. Dann wiederum gibt es Passagen, wo die Autorinnen sich in ihrer Wortgewandtheit austoben und so tief in der Gefühlskiste graben, das man sich schon fast an einen Prosatext erinnert fühlt. Als Beispiel nenne ich hier nur mal die erste Begegnung von Ben und Lilly, wo er direkt etwas merkt und mit diesem Ich nichts anzufangen weiß und ihn den ‚Fremden‘ nennt. Das ist ja schon fast philosophisch. Und diese beiden Stile wurden so verrückt miteinander gemischt, dass es sich zwar um eine flotte Lektüre handelte, aber nicht immer um eine Lektüre, die in den richtigen Momenten die Intensität der Gefühle bot. Da gab es leider ganz eindeutig zu viele Schwankungen.

Fazit: Eine klassische Liebesgeschichte wird im ungewöhnlichen Rahmen eines Synchronisationsstudios erzählt. Dieser Aspekt hat mich sehr unterhalten. Meine Schwierigkeiten hatte ich jedoch mit den beiden Hauptfiguren, allen voran Ben, der ein sehr anstrengende Diva darstellte. Zudem war der Schreibstil ein Mix aus Extremen. Das findet man in Jugendbüchern immer öfters, nur leider geht dafür doch auch eine ganze Menge an Gefühl verloren. Daher ist abschließend zu sagen, dass das Potenzial groß ist, die Umsetzung aber noch etwas hapert.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(190)

384 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 144 Rezensionen

"magie":w=11,"children of blood and bone":w=8,"tomi adeyemi":w=8,"fantasy":w=7,"afrika":w=6,"jugendbuch":w=5,"unterdrückung":w=4,"götter":w=3,"fischer verlag":w=3,"orisha":w=3,"maji":w=3,"goldener zorn":w=3,"liebe":w=2,"familie":w=2,"reihe":w=2

Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

46 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

"serienmörder":w=1,"fbi":w=1,"käfig":w=1,"senator":w=1,"studie":w=1,"nahtoderfahrung":w=1,"wissenschaftlerin":w=1,"washington dc":w=1

Todeskäfig

Ellison Cooper , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 436 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783548290768
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich jahrelang im Thriller-Genre eher Bücher von männlichen Autoren gelesen haben, da die oftmals wirklich bereit sind, die Grenze des Ertragbaren zu überschreiten und dadurch so geniale Psychothriller kreieren, habe ich zuletzt bereits Helen Fields entdeckt, deren Erstlingswerk ich großartig fand. Nun bin ich auf Ellison Cooper aufmerksam geworden, bei der mich alleine schon faszinierte, dass sie eine Wissenschaftlerin ist, die ihre Forschungsgebiete und die Ergebnisse, die sie in diesen erlangt, in einen Psychothriller verpackt. Zudem war auch noch der Klappentext wirklich vielversprechend, so dass ich gesagt habe, ja, das könnte was werden.

Der erste großartige Aspekt von „Todeskäfig“ ist ganz klar die großartige Protagonistin Sayer Altair. Sie ist ganz sicherlich nicht die erste toughe Ermittlerin, dafür will ich Cooper also keine Lorbeeren zuweisen, aber sie nebenher noch so viel mehr. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die viele Schicksalsschläge durchmachen musste. Sie ist sehr sensibel, sie ist empathisch, sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sie akzeptiert Autorität und kann diese selbst ausstrahlen. Sie macht Fehler und steht zu diesen und bei all dem ist so sympathisch, dass ich sie eigentlich wirklich gerne mal kennenlernen würde. Sie bekommt auch eine ganze Reihe an tollen Nebenfiguren an die Seite gesetzt. Nicht nur Kollegen, sondern auch Familie, Freunde und Nachbarn, die zwar weit weniger transparent wie sie gestaltet sind, aber doch so viel Herz und Nahbarkeit haben, dass man sich jetzt schon freut, dass es eine Reihe sein soll, da man sie alle so noch lange begleiten darf. Allen voran möchte ich gerne Sayers Nana nennen, die so goldig ist, dass sie sogar für einige komische Momente sorgte, die ansonsten in einem eher düsteren Thriller den wunderbaren Gegenpol bildeten.

Der Fall mit dem entführten Mädchen, das in einem Käfig verhungert und verdurstet, ist auf den ersten Blick nicht besonders speziell. Schließlich werden in Thrillern ständig Opfer entführt und auf irgendeine Art und Weise gefoltert. Jedoch zeigt sich erst im Laufe der Geschichte, dass dieser Fall nur ein kleiner Teil von etwas Großem ist und dieses Große ist so gewaltig und in seiner Komplexität berauschend, dass es mich furchtbar ärgert, dass ich nicht allzu viel dazu sagen kann, da ich sonst anderen LeserInnen einen entscheidenden Lesemoment vorwegnehmen würde. Daher verharre ich in Andeutungen, die besagen, dass man diesen Thriller wirklich gelesen haben muss. Es herrscht eine nervenzehrende Spannung, ab der Hälfte habe ich das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt. Es ist höchst wissenschaftlich, was ich als nette Abwechslung empfand, da die meisten Thriller ja doch eher auf den psychologischen Aspekt setzen und es ist wirklich so viel Input auf den 485 Seiten, dass man sich eigentlich überfordert fühlen müsste, es aber nicht tut, weil es eben so gut war. Natürlich stellt sich nun die Frage, was die Autorin in einem zweiten Band liefern kann, das hiermit mithalten soll. Aber das ist eine Frage, die ich mir aufbewahre, bis es wirklich soweit ist. Solange will ich den „Todeskäfig“ einfach nur genießen!

Fazit: Ich habe wirklich nichts zu meckern, was für mich wirklich höchst selten ist. Dieser Thriller von Ellison Cooper ist von den Charakteren, der Spannung und der wissenschaftlichen Fundierung her ein wahnsinniger Trip, den man immer wieder erleben möchte!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

188 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

"vermont":w=6,"liebe":w=5,"freundschaft":w=4,"guatemala":w=4,"true north":w=3,"familie":w=2,"usa":w=2,"freunde":w=2,"liebesroman":w=2,"beziehung":w=2,"trauma":w=2,"sekte":w=2,"apfel":w=2,"zach":w=2,"lark":w=2

True North - Du bist alles für immer

Sarina Bowen , Wanda Martin
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.09.2017
ISBN 9783736306011
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die „True North“-Reihe von Sarina Bowen hat es mir bisher wirklich angetan, weil diese heimelige Atmosphäre in Vermont wirklich sehr einnehmend ist und weil prickelnde Liebesgeschichten erzählt werden, die von einer sehr lebensnahen Dramatik begleitet sind. Der nun bereits dritte Band dreht sich um den bereits altbekannten Farmhelfer Zach und eine neue Figur namens Lark, die in der Familie Shipley aber keine Unbekannte ist.

Mir hat es sehr gefallen, dass wir nun auch endlich Zach richtig kennenlernen durften, da er immer so in sich ruhend wirkte, aber eben immer nur der loyale Anpacker war, der höchst mysteriös rüberkam, weil man so wenig über ihn wusste. Zach ist auch tatsächlich in sich ruhend und vermutlich der liebste Mann, der auf Erden wandelt. Seine empathischen Handlungen, seine Ruhe, mit der er die Späße seiner Kollegen erträgt und diese bedingungslose Loyalität sind unheimlich einnehmend. Seine Vergangenheit bei der Sekte wird immer mal wieder beleuchtet, aber nur aus seinen Erzählungen heraus, weswegen mir bei diesem Aspekt der Geschichte die letzte Dramatik gefehlt hat. Es hätte der Geschichte noch wesentlich mehr Tiefgang gegeben, wenn man Zachs Erlebnisse hautnah mit ihm erlebt hätte. Zudem war ich etwas enttäuscht, dass nicht mehr gegen die Sekte gearbeitet wurde, sondern dass das Konstrukt mit Ende der Geschichte kommentarlos bestehen bleibt. Schließlich geht in diesem Kult einiges nicht mit rechten Dingen zu, so dass man dadurch Handlungen zur Anzeige hätte bringen können.

Bei der weiblichen Protagonistin, Lark, war diese Dramatik eindeutig besser umgesetzt. Ihre Erlebnisse in Guatemala, wo sie als freiwillige Helferin beschäftigt wurde und wo sie schließlich für Lösegeld entführt wurde, haben bei ihr ein Posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst, die sie sich nicht eingestehen will. Lark ist dennoch eine lebensfrohe Frau, die keinem Streit aus dem Weg geht und unheimlich bockig sein kann, trotzdem merkt man durch ihre Perspektive, was bei ihr wirklich los ist und begleitet sie zum absoluten Tiefpunkt. Hier zeigt also erneut, dass Bowen dramatische Geschichten geschickt in erotische Liebesgeschichten einweben kann, denn die Darstellung von PTBS wirkte sehr realistisch.

Die Liebesgeschichten von Audrey und Griffin und Jude und Sophie waren wirklich sehr erotisch aufgeladen. Auch der dritte Band hat seine erotischen Momente, die aber keinesfalls überhand nehmen. Zudem ist Zach und Larks Liebesgeschichte viel süßer. Bei den beiden geht es von Anfang an um mehr als des Körperliche, das merkt man, weil dieser explosive Charakter fehlt. Manches Mal fehlten mir die Szenen etwas, andererseits passte es auch zur Entwicklung der Handlung, dass die beiden Figuren sich auf Anhieb innerlich erkannt haben und darüber ihre Verbindung hergestellt haben. Das Ende der Geschichte war dann perfekt, aber das galt auch schon für die beiden Bände dafür.

Fazit: Bowen liefert mit dem dritten Band den bisher bodenständigsten Teil ab, da die prickelnde Chemie am geringsten erzeugt wird. Dennoch haben Zach und Lark als einzelne Figuren viel zu bieten (vor allem Larks PTBS ist sehr realistisch dargestellt), aber auch zusammen haben sie etwas so Tiefes, dass man zufriedenstellend von ihrer Liebesgeschichte eingenommen wird.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(44)

85 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

"liebe":w=5,"freundschaft":w=4,"tod":w=2,"trauer":w=2,"roman":w=1,"liebesroman":w=1,"romantik":w=1,"verlust":w=1,"leidenschaft":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"teenager":w=1,"erste liebe":w=1,"bücher":w=1,"erwachsenwerden":w=1,"gefühl":w=1

Nichts als Liebe

Christina Lauren , Marie Rahn
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 13.07.2018
ISBN 9783746634784
Genre: Liebesromane

Rezension:

Christina Lauren ist auf dem Buchmarkt wahrlich keine Unbekannte, dennoch habe ich von ihr (beziehungsweise von ihnen, da hinter dem Pseudonym ja gleich zwei Autorinnen stecken) noch nichts gelesen. Bei einer Buchverlosung sah ich plötzlich ein wunderschönes Cover und stutzte, als ich den Autorennamen Christina Lauren entdeckte, denn in Deutschland wurde deren Werke bisher eher mit Covern vermarktet, die von Männern (gerne in Anzügen) bestückt sind. Als ich dann las, dass sich die beiden Autorinnen neu ausprobiert haben, dachte ich mir: das passt ja, so kann ich sie überhaupt mal kennenlernen.

Die Geschichte hat eine klare Aufteilung: einmal im Hier und Jetzt, wo sich Macy und Elliot nach elf Jahren wiederbegegnen und einmal Rückblenden in ihre Jugend, wo die beiden sich kennenlernten. Diesen Weg habe ich im Prinzip als sehr ansprechend empfunden, weil in der Gegenwart natürlich viele Andeutungen gemacht wurden, wo klar war, die Lösung liegt in der Vergangenheit und nur dort können wir sie entdecken. Das hat auch einen ungeheuren Spannungseffekt gehabt, was für einen Liebesroman doch eher ungewöhnlich ist. Denn die Autorinnen haben es geschafft, die Vergangenheitskapitel immer in spannenden Momenten zu verlassen, so dass man immer weiterlesen wollte, um zu erfahren: was war jetzt damals eigentlich mit Macy und Elliot, was ist da passiert? Gegen Ende hin kam leider aber etwas Frust dazu, da die Zeitsprünge zwischen den erzählten Episoden in der Vergangenheit sehr unrealistisch wurden, was aber auch viel mit den beiden Figuren zu tun hat, die ich im nächsten Abschnitt behandeln werde.

Macy und Elliot gefielen mir als Charaktere unheimlich gut. Vor allem Elliot ist natürlich der Traum eines jeden Mädchens, da er so viele Bücher liest. Wo gibt’s das heute noch so richtig? Er wirkt dadurch auch etwas nerdig, aber gleichzeitig ist er so empathisch und sensibel, dass man ihn einfach lieb haben muss. Macy ist nicht unbedingt eine Figur, die man sofort ins Herz schließt, da sie sowohl als Jugendliche, als auch als Erwachsene alles falsch zu machen scheint. Aber dennoch konnte ich ihr nicht böse sein, da ja klar war, warum sie so ist wie sie ist, denn an ihr wurde eindrucksvoll gezeigt, wie einnehmend Verluste im Leben eines Menschen sind, weil sie es so beeinflussen, dass man es gar nicht mitbekommt und sich auch nicht wehren kann. Unterschwellig sind die Themen bei mir auch sehr präsent, weswegen ich zu Macy auch einen besonderen Zugang gefunden habe.

Die Chemie der beiden ist am Anfang in erster Linie süß, in der Gegenwart ist sie bittersüß und verzehrend. Aber gerade im Jugendalter kommt es schnell zu einem Knackpunkt, der sehr eng mit meiner Kritik der unrealistischen Darstellung verknüpft ist. Die beiden entdecken ihre Gefühle füreinander, parallel erkennen sie, wie für das Alter üblich, ihre Sexualität und wenn sie sich dann einmal geküsst haben, sehen sie sich eben Monate nicht und das scheint sie nicht so sehr zu bewegen. Das empfinde ich aber als sehr unrealistisch, vor allem, als die beiden noch weiter miteinander gehen und trotzdem den Verstand über alles stehen, in dem Alter wirklich überhaupt nicht passend. Dadurch wurde mir bewusst, dass es den Autorinnen nur darum ging, die Spannung möglichst hochzuhalten und den Leser oder die Leserin auf die Folter zu spannen, dafür haben sie aber in Kauf genommen, dass die Vergangenheit doch irgendwie auch zäh wirkte.

Ansonsten gefällt mir die Geschichte aber wirklich gut. Es gibt viele ruhige, einnehmende Momente. Es gibt Oden an die Familie, das Thema Trauer wird intensiv beleuchtet, ebenso wie Beziehungen, die nicht der Liebe wegen geführt werden, sondern um der Einsamkeit zu entkommen. Diese Themenkomplexe hatten eine sehr berührende Note. Nur der Grund, warum sich Macy und Elliot elf Jahre nicht mehr gesehen haben, wurde am Ende dann wieder etwas überdramatisiert. Zwar schloss sich logisch ein Kreis, dennoch gab es kleinere Details an der Erklärung, die man dann eher mit einem Augenzwinkern sehen muss.

Fazit: „Nichts als Liebe“ ist wirklich eine schöne Liebesgeschichte, bei der es für Christina Lauren eher untypisch, weniger um die sexualisierte Komponente als um das Zwischenmenschliche geht. Dennoch ist die Geschichte nicht ganz rund erzählt, weil an einigen Stellen einfach zu viel gewollt wurde, was dann mit der Atmosphäre nicht ganz stimmig war. Aber ich habe auf jeden Fall gemerkt, dass sich hinter Christina Lauren zwei Autorinnen verbergen, die zu erzählen wissen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(58)

158 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

"sonnenfinsternis":w=6,"vergewaltigung":w=5,"lügen":w=3,"lüge":w=3,"thriller":w=2,"angst":w=2,"wahrheit":w=2,"cornwall":w=2,"liebe":w=1,"freundschaft":w=1,"spannung":w=1,"tod":w=1,"england":w=1,"vergangenheit":w=1,"flucht":w=1

Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In den letzten Jahren sind immer vermehrt Bücher auf den Markt geschwemmt worden, die zwischen Roman, Spannungsroman und Thriller/Psychothriller wirklich schwer einzuschätzen sind. Ich mag genau diese Bücher sehr gerne, auch wenn es natürlich gute und schlechte Beispiele gibt. „Vier.Zwei.Eins“ ist als Roman betitelt, aber der Klappentext hat mir schon deutlich gemacht, dass dieses Buch eins dieser Werke ist, die man nicht so recht einsortieren kann.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass die Geschichte mit den Sonnenfinsternissen einen wirklich schönen Rahmen hat. Dieses Thema wird auch graphisch durch Sonne aufgegriffen, die an jedem Kapitelanfang sich immer mehr der Totalität nähert. Zudem ist auch der Spannungsaufbau der Geschichte genau auf die Phasen des Naturspektakels abgestimmt, so dass ich wirklich den Hut ziehen muss, weil die Geschichte so gut durchdacht ist.

„Vier.Zwei.Eins“ fängt tatsächlich wie die meisten Bücher an, die ich bereits im ersten Abschnitt beschrieben habe. Es gibt einen kurzen, knackigen Prolog, der kaum etwas hergibt, aber durch seine mystische Atmosphäre natürlich direkt mit einem Spannungsaufbau beginnt. Der tatsächliche Einstieg in die Geschichte ist dann relativ ruhig, weil die dargestellten Beziehungen ausführlich präsentiert werden und weil auch das ganze Geschehens historisch intensiv beleuchtet wird, um die Bedeutung des Ganzen zu betonen. Dennoch habe ich diese Passagen nicht als langweilig empfunden, weil mir bewusst war, dass all das später noch von großer Bedeutung sein wird und habe mich bereits sehr intensiv mit Details auseinandergesetzt, um möglicherweise hinter den Twist der Geschichte zu kommen.

Nach dem entscheidenden Aspekt der Handlung zieht das Tempo dann merklich an. Es wird nicht unbedingt schneller erzählt, aber jedes Kapitel hat einen erzählerischen Höhepunkt, der einen vermeintlich der Lösung des Rätsels näherbringt. Diese Momente laden natürlich zum wilden Spekulieren an: wie ist es tatsächlich gewesen? Wer ist der oder die Böse in der Geschichte? Diese Fragen dann endgültig beantwortet zu haben tut natürlich auch der Spannung unheimlich gut, so dass man spätestens in der Mitte der Handlung dann gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören will.

Kurz vorm Ende kommt dann ein völlig unerwarteter Wendepunkt, der die Handlung komplett auf den Kopf stellt und mit dem ich wirklich null gerechnet habe. Hiernach wird das Geschehen noch einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet und es zeigt sich schnell: ja, das ist total logisch. Denn nach und nach fallen all die Puzzleteilchen wieder an ihren Platz und ergeben ein lückenloses Bild. Zudem ist das Ende auch noch nahezu perfekt. Es gibt noch die ein oder andere kleinere Überraschung, es werden die richtigen Konsequenzen gezogen, ohne dass das Geschehen überdramatisiert wird und es bleiben eben keine Fragen offen. Damit endet „Vier.Zwei.Eins“ so, wie ich es mir für solche Bücher immer sehr wünsche!

Fazit: In meinen Augen ist „Vier.Zwei.Eins“ mit das beste Buch was ich in dem Genre ansiedeln möchte, das noch keinen eigenen passenden Namen hat, aber irgendwo zwischen Thriller, Spannungsroman und Roman einzuordnen ist. Die Geschichte ist sehr bodenständig, ja sogar unspektakulär und dennoch wird um das Geschehen eine höchst spannende Geschichte gesponnen, die mich am Ende riesig überrascht, die aber total logisch ist und damit einen raffinierten Kniff darstellt. So einen erzählerischen Sog kann man sich dann auch einfach nicht mehr entziehen!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(106)

193 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

"wien":w=12,"thriller":w=8,"journalistin":w=5,"manipulation":w=3,"prater":w=3,"spannung":w=2,"vergangenheit":w=2,"berlin":w=2,"österreich":w=2,"der schatten":w=2,"norah":w=2,"melanie raabe":w=2,"roman":w=1,"freundschaft":w=1,"mord":w=1

Der Schatten

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 23.07.2018
ISBN 9783442757527
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf dem deutschen Thrillerbuchmarkt stelle ich immer wieder fest, dass sich selten ein heimatsprachlicher Autor oder eine heimatsprachliche Autorin dauerhaft und auf konstant hohem Niveau festsetzt. Den Einzigen, den man davon vielleicht ausnehmen kann, ist Sebastian Fitzek und selbst dessen Werke sind allgemein und vor allem auch bei mir nicht unumstritten. Jedoch fällt mir immer wieder ein Name ein: Melanie Raabe. „Die Falle“ und „Die Wahrheit“ waren in meinen Augen beide großartig, da sie wirklich ein Katz-und-Maus-Spiel mit mir veranstaltet haben. Aber nach zwei Büchern fällt es mir trotzdem noch schwer, von Konstanz zu sprechen. Nun ist mit „Der Schatten“ ihre dritte Veröffentlichung auf den Markt gekommen und ich habe mir gesagt, wenn das Buch jetzt gut ist, dann sind eben aller guter Dingen drei!

Der Einstieg in die Geschichte ist wie immer verwirrend. Man wird bewusst mitten in die Geschichte reingeworfen und hat es daher schwer, sich richtig zu orientieren. Es werden viele Andeutungen gemacht, die dann wieder abgebrochen werden. Diese Taktiken haben wieder einmal unheimlich früh dafür gesorgt, dass sich für mich bereits ein großartiger Spannungsbogen aufbaute, den ich unbedingt weiterverfolgen wollte. Zudem entsteht in meinen Augen auch nicht der Eindruck, dass es sich um eine Alltagsgeschichte mit psychologischem Schwerpunkt handelt. Ganz im Gegenteil: man hat Psychospielchen, die tatsächlich durch Thrill-Elemente gefüttert werden. Diese Mischung wird immer weiter angeheizt und gipfelt am Ende in einem richtig spannenden Finale, das sich in gleich drei Etappen aufdröseln lässt. Dennoch entstand bei mir nicht der Eindruck, dass verzweifelt immer noch etwas draufgesetzt werden musste, es wirkte stattdessen alles sauber aufgelöst und damit einfach so, wie es sein sollte.

Natürlich ist ganz klar wieder ein deutliches Schema zu erkennen, das ich inzwischen ganz einwandfrei Raabe zuordnen könnte. Das ist zum einen die Protagonistin. Wir haben es meist mit einer eher labilen Persönlichkeit zu tun, die absichtlich so inszeniert wird, dass man sich nicht sicher sein kann, ob man ihr glauben und vertrauen kann. Damit einher geht, dass ich Norah auch nicht direkt ins Herz schließen kann, weil sie absichtlich auch mal distanziert und abweisend wirkt. Zum anderen sind das Zwischenkapitel, wo immer erst am Ende klar wird, aus wessen Sicht diese geschrieben sind. Und am Ende kommt es dann eben immer zum großen Showdown, wo Überraschendes offenbart wird und doch alles so logisch ist. Und obwohl diese drei Aspekte charakteristisch für Melanie Raabe sind und man argumentieren könnte, dass etwas Abwechslung fehlt, stört mich das gar nicht, denn die Grundgeschichten sind doch immer anders, denn erneut hätte ich diese Auflösung nie und nimmer so vorhersehen können. Also vorhersehbar ist die Autorin nach nun drei Werken gewiss nicht.

Fazit: Three in a Row würde ich sagen! Dreimal grandios abgeliefert und daher verdientermaßen fünf Sterne für „Der Schatten“, der mich wirklich erbärmlich wie ein Schatten verfolgt hat, bis ich endlich die letzte Seite gelesen hatte. Hut ab!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

"melanie moreland":w=2,"liebe":w=1,"liebesroman":w=1,"emotional":w=1,"lyx":w=1,"melanie":w=1,"moreland":w=1,"my image of you":w=1,"my image of you weil ich dich liebe":w=1

My Image of You - Weil ich dich liebe

Melanie Moreland
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 02.08.2018
ISBN 9783736309005
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Bei „My Image of You“ habe ich der vollen Überzeugung zugegriffen, dass es sich um mein Erstlingswerk der Autorin Melanie Moreland handelt, bis ich bei den weiteren Werken von ihr „Beneath the Scars“ entdeckt habe. Ups, da war mir der Autorenname wohl offensichtlich nicht hängengeblieben. Aber diese Erkenntnis war keine Katastrophe für mich, da mich „Beneath the Scars“ nicht bitter enttäuscht hatte, aber mich aber auch nicht restlos begeistern konnte. Daher war „My Image of You“ nun unfreiwillig meine zweite Chance für Moreland.

Der Autorin gelingt es, wie auch schon in „Beneath the Scars“ zwei sehr greifbare und transparente Charaktere zu schaffen, mit denen man gerne mitfiebert. Dies gelingt sogar, obwohl weit über die Hälfte des Romans hinweg den LeserInnen nur die männliche Perspektive von Adam geboten wird. Diesen Schritt fand ich sehr ungewöhnlich, weil man solche Bücher in diesem Genre nur zu lesen bekommt, wenn ein erster Band einer Reihe aus der Sicht der Frau ist und die Autorin oder der Autor den LeserInnen das Verlangen still, zu wissen, was auch der Mann empfunden und gedacht hat. Nun haben wir wie gesagt bewusst fast ausschließlich die männliche Perspektive und das klappt einwandfrei. Adam wird viel Gefühl und Fingerspitzengefühl gegeben und durch seine Empathie ist es wunderbar möglich, durch seine Augen auch Ally so wahrzunehmen, als ob man auch hinter ihren Kopf gucken kann. Das ist durchaus erstaunlich, da die Männer doch meistens eher härter und eindimensionaler wirken, aber ich empfand diese Eigenschaften bei Adam jetzt nicht als unrealistisch. Als gegen Ende hin dann auch ein paar kleinere Kapitel aus Allys Sicht folgen, habe ich sogar gedacht, dass ich die gar nicht gebraucht hätte, da Adam die Geschichte wirklich tragen konnte.

Zu Morelands erzählerischen Problemen habe ich die Charaktere und den Schreibstil ohnehin nicht gezählt. In „Beneath the Scars“ gefiel mir das Erzähltempo stellenweise nicht und auch die Dramatik war nicht richtig verteilt. Genau diese beiden Baustellen springen mir nun auch in „My Image of You“ wieder ins Auge. Der Anfang ist gemächlich geschrieben, man wird regelrecht in die erste Begegnung des Protagonistenpärchens hineingezogen und da diese so eine tolle Chemie haben, ist man gleich mittendrin. Doch relativ schnell wird das Tempo wieder angezogen und die Beziehung der beiden entwickelt sich in einem Tempo, das eigentlich zu der sonstigen Atmosphäre nicht so recht passen will. Relativ schnell erzählt Ally ihre gesamte Lebensgeschichte, ruckzuck stellt Adam sein Leben in den Kopf und besteht darauf, dass sie bei ihm einzieht. Und all in dieser Zeit werden die Probleme, die eine Beziehung ganz am Anfang durchaus bereithält, einfach ausgespart. So gesehen ist mir zu lange Friede, Freude, Eierkuchen.

Als das Drama dann kommt, ist dieses fast schon unerträglich gestaltet, weil die Mutterfigur von Ally so verbohrt und wahnsinnig ist, dass ich am liebsten in die Seiten gekrochen wäre, um sie mir selbst vorzuknüpfen. Zudem fehlt bei mir die entscheidende Reaktion von Allys Seite her, denn es ihre Familie, ihr Trauma, ihre Sorgen und Adam trägt diesen Kampf zu sehr für sie aus. Nach diesem Drama kehrt schnell wieder Ruhe ein und es war ein sehr langes harmonisches Ende eingeläutet. Ja, ich liebe es, das Paar am Ende glücklich zu erleben, aber da dies zu viel im beschreibenden und nicht im erzählenden Stil gestaltet war, war bei mir irgendwann die Luft raus.

Fazit: Melanie Moreland hat unstreitbar einen ganz eigenen Stil. Sie schafft nahbare Figuren, die eine tolle Chemie miteinander haben und sie kann auch wunderbar Gefühle transportieren. Aber zu ihren Stärken gehört definitiv nicht, das Erzähltempo gleichmäßig zu halten und das Drama richtig zu proportionieren. Da passt die Mischung für mich einfach nicht, um mich restlos zu überzeugen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(148)

242 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

"wasser":w=14,"norwegen":w=9,"roman":w=6,"frankreich":w=6,"umwelt":w=5,"klimawandel":w=4,"naturkatastrophe":w=3,"wasserknappheit":w=3,"wassermangel":w=3,"maja lunde":w=3,"london":w=2,"zukunft":w=2,"umweltschutz":w=2,"klima":w=2,"dürre":w=2

Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757749
Genre: Romane

Rezension:

Maja Lunde hat sich mit ihrem angekündigten „Klima-Quartett“ ein wirklich ambitioniertes Projekt vorgenommen, das eindrücklich auf die menschlichen Gefahren für Klima und Umwelt hinweisen soll. „Die Geschichte der Bienen“ bot den Auftakt, den ich wirklich großartig fand, weil zum einen der wissenschaftliche Faktor literarisch ansprechend verarbeitet wurde, weil die Geschichten auch generell etwas zu sagen hatten und weil die einzelnen Erzählebenen geschickt miteinander verwoben waren. Daher war ich sehr gespannt, ob der zweite Teil, „Die Geschichte des Wassers“ dabei mithalten könnte.

Direkt auf den ersten Seiten erkennt man sehr schnell den Stil von Lunde wieder, sowohl im Aufbau der Geschichte, als auch im Schreibstil, der sehr einfach ist und dennoch Eindringlichkeit verströmt. So gut mir dieser Stil auch gefällt, kann er doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Niveau diesmal nicht so stark ist. Das liegt in meinen Augen im ganz besonderen Maße an Signes Geschichte. In „Die Geschichte der Bienen“ gab es noch drei Zeitebenen und damit drei Perspektiven. „Die Geschichte des Wassers“ bietet nur zwei Perspektiven. Das ist eigentlich ja sogar ganz nett, da man sich so mehr Zeit für eine einzelne Figur nehmen könnte, aber bei Signe versagt das Ganze deutlich. Ich habe sie zu keinem Zeitpunkt als sympathische Figur empfunden. Ich habe keinen richtigen Zugang zu ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen gefunden. Zudem hatte sie wenig Handlung in der Gegenwart, sondern schwelgte immer in der Vergangenheit, die zwar auch bereits mit dem Wasser zu tun hat, aber dennoch viel zu sehr persönliches Drama war. Persönliches Drama aber, das mich nicht berühren könnte.

Davids Geschichte ist dagegen vom ersten Moment an viel einnehmender, auch weil die Dringlichkeit der Situation mit Dürre und gnadenloser Hitze eindrücklich dargestellt wird, so dass man sich schnell mit David und seiner Tochter verbunden fühlt. Auf ihre Erlebnisse habe ich so sehr hingefiebert, dass ich mich dabei erwischte, bei Signes Kapiteln die Zeilen eher zu überfliegen. Dadurch wurde für mich schnell die Diskrepanz der beiden Geschichten deutlich, die einfach zu schwerwiegend waren, um mich erneut auf sehr hohem Niveau zu unterhalten. Schön fand ich am Ende aber wieder, wie die beiden einzelnen Geschichten miteinander verknüpft waren.

Die Folgen für das Element Wasser wurde durchaus in beiden Geschichten angedeutet und behandelt, jedoch fehlte mir am Ende die letzte Botschaft. „Die Geschichte der Bienen“ war auch in diesem Aspekt viel runder und hat mich auch nachdenklicher gemacht. „Die Geschichte des Wassers“ bleibt dabei aber doch sehr blass.

Fazit: Der zweite Teil des „Klima Quartetts“, „Die Geschichte des Wassers“ fällt im Gegensatz zum ersten Band deutlich ab. Zum einen konnte mich einer der beiden Zeitebenen zu keinem Zeitpunkt packen, zum anderen wurde das Ausmaß des menschlichen Handelns auf die Konsequenzen für das Wasser ganz klar den persönlichen Dramen untergeordnet, so dass mir am Ende leider die klare Botschaft fehlt.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(113)

161 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 104 Rezensionen

"thriller":w=13,"alphabet":w=7,"westerwald":w=6,"fallanalytiker":w=5,"serienmörder":w=4,"abc":w=4,"mord":w=3,"vergangenheit":w=3,"rache":w=3,"debüt":w=3,"tätowierung":w=3,"spannung":w=2,"spannend":w=2,"mörder":w=2,"heimat":w=2

Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Alphabetmörder“ von Lars Schütz hat mich zugegebenermaßen angesprochen, weil mich die Gestaltung des Covers und die Formulierung des Klappentexts sehr an meinen favorisierten Thriller-Autor Chris Carter erinnert hat. Lustigerweise – natürlich demselben Verlag Ullstein geschuldet – ist auch das Layout, Schriftart etc. haargenau gleich, was den Effekt des Vergleichs natürlich noch erhöht. Trotzdem bin ich vollkommen unbedarft an dieses Buch gegangen und habe mir verboten, auch inhaltlich ständig Vergleiche zu ziehen. Zum einen ist das dem Autor gegenüber unfair, zum anderen bin ich auch von Chris Carter nicht immer restlos begeistert.

Die beiden Profiler, um die sich das Geschehen dreht und die jeweils eine Perspektive zugewiesen bekommen, sind mir direkt zu Anfang als sehr vielversprechend aufgefallen. Jan und Rabea sind beide sehr eigenwillige Persönlichkeiten, die beide eine interessante Vergangenheit zu bieten haben, die viel Potenzial birgt. Ihre professionelle Arbeit wird immer wieder anschaulich ins Geschehen eingebunden. Entweder durch konkrete Anschauung ihrer Arbeitsweise oder durch Erklärung von typischen Phänomenen, denen Profiler begegnen können. Insgesamt könnte man die Arbeitsmethoden noch etwas intensiver einbinden, da sie eben in einer Thriller-Reihe rund um Profiler in meinen Augen das Herzstück bilden. Bei Jan und Rabea hat mir aber auch vor allem gefallen, dass sie nicht für sich beanspruchen allwissen oder genial zu sein. Sie haben beide ihre Dämonen, beide ihre Fehler und das macht das Erleben mit ihnen sehr, sehr realistisch.

Der Fall ist wunderbar konstruiert. Die Mordserie ist interessant gestaltet, dadurch dass der Täter seine Opfer mit Buchstaben versieht und um das ganze Alphabet durchzubekommen, eine klare Mission hat. Das bringt mich sich, dass es relativ schnell viele Opfer gibt und sich dadurch der Spannungsbogen wirklich von Anfang an wunderbar aufbaut und auch bis zum bitteren Ende durchzieht. Es gibt gleich mehrere Höhepunkte in der Handlung, die strategisch gut gesetzt sind, so dass das Gefühl einer Achterbahnfahrt erzeugt wird. Zudem gelingt dem Autor ein raffiniertes Verwirrspiel rund um den Täter, da immer wieder falsche Fährten gelegt werden, man so wild spekuliert und eigene Theorien ständig über den Haufen wirft. Am Ende ist die Lösung vielleicht nicht unerwartet gewesen, aber eben doch eine Überraschung, weil es zu viele Anzeichen in zu viele unterschiedliche Richtungen gab.

Neben der etwas zu kurz kommenden Profilerarbeit muss ich auch noch kritisch einige logische Lücken anmerken. Man muss nicht immer alles bis ins kleinste Detail beantwortet haben, aber gerade bei solchen Thrillern liebe ich es, wenn am Ende jede kleine Spur, die im Laufe gelegt wurde, sich am Ende sauber ins große Ganze einfügt. Auch hier werden einige Details angesprochen, die aber am Ende leider offenbleiben. Aber für ein Debüt in dem Genre finde ich das normal, weil es eben auf die Kleinigkeiten ankommt und wenn man so viele anbietet, bleiben am Ende eben ein paar lose Fäden übrig.

Fazit: Lars Schütz bietet mit seinem Thriller-Debüt „Der Alphabetmörder“ ein sehr gelungenes Debüt, das eine gut durchdachte Mordserie beinhaltet, unperfekte und dadurch nahbare Profiler bietet und einen tollen Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende hat. Negativ anzumerken sind wirklich nur Kleinigkeiten, so dass für mich klar ist, dass ich bei weiteren Bänden gerne wieder als Leserin dabei sein werde!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

"highschool":w=1,"newadult":w=1,"abbi glines":w=1,"abbiglines":w=1,"lovestorie":w=1,"ein moment für die ewigkeit":w=1

Ein Moment für die Ewigkeit

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.07.2018
ISBN 9783492060875
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe in den letzten Monaten doch sehr mit Abbi Glines auf Kriegsfuß gestanden. Sie war noch nie die Meistererzählerin schlechthin und trotzdem habe ich sie kennengelernt als eine Autorin, die dramatische Geschichten locker und wendungsreich darstellen kann. Ihre letzten Werke wirkten dagegen eher lieblos und gerade ihre letzten beiden Novellas kann man sogar als Frechheit bezeichnen… Warum also habe ich bei „Ein Moment für die Ewigkeit“ wieder zugegriffen? Zum einen ist mir das Cover ins Auge gestochen, das wirklich wunderschön aussieht und was auch so gar nicht zu dem üblichen Cover-Stil ihrer Bücher im Deutschen passen will. Dadurch dachte ich gleich „Neuanfang!“ Zudem war es auch der Klappentext, der doch eine intensive, gefühlvolle Geschichte versprach, eine Seite, die Glines zuletzt viel zu selten gezeigt hat und die ich unbedingt wieder erleben wollte.

Die Geschichte ging auch tatsächlich gut los. Denn mit der Ausgangslage für Vale war schon bereits ein dramatischer Aspekt gegeben, der natürlich recht früh auf die Tränendrüse gedrückt hat. Dennoch war ich schnell auch wieder enttäuscht, weil Vale und Slate die typischen Charaktere von Glines sind. Vale irgendwie süß und so unheimlich naiv, Slate derjenige, der wirklich alles flachlegt und dabei immer super gechillt durch die Gegend läuft. Dementsprechend war die Geschichte doch eher oberflächlich gehalten. Natürlich gab es eine zentrale Botschaft, wo ich auch richtig merkte, dass sie der Autorin wichtig war, vielleicht weil sie die Botschaft gerade selbst erst verinnerlicht hat, aber leider wurde das nicht so intensiv geboten, wie ich es mir versprochen hatte.

Dann gab es plötzlich einen Break (den ich auf jeden Fall sehr interessant und überraschend fand, den ich aber natürlich nicht spoilern werde) und die Welt sah wieder ganz anders aus. Anders besser. Nur leider hatte die Geschichte nach dieser Wandlung nicht mehr so viele Seiten, so dass diese richtig starke Phase zum Ende hin leider kürzer ausfiel als die eher langweilige und oberflächliche Phase in der ersten Hälfte. Plötzlich wirkten Vale und Slate reifer und durchdachter. Man merkte auch, dass Glines sich nun auch mehr Zeit nahm und auf die eher ruhigen Momente setzte. So gibt es ein wirklich süßes Ende, das wirklich genau richtig wirkt.

Fazit: „Ein Moment für die Ewigkeit“ ist ganz eindeutig wieder deutlich besser, als das, was von Glines im letzten und in diesem Jahr so veröffentlicht wurde. Dennoch ist es eben nicht DAS Werk, was ich mir aufgrund des Klappentextes erhofft hatte. Die erste Hälfte war von den Charakteren und der Handlung her leider zu stereotyp angelegt. Nach einem tollen und überraschenden Twist zeigt sich dann eine neue Sicht, die ich gerne über das gesamte Buch hinweg gehabt hätte. So ordne ich das Buch im guten Mittelmaß ein und hoffe wirklich, dass das der Beginn von Glines ist, die die Kurve bekommen hat!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(103)

200 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

"liebe":w=2,"freundschaft":w=1,"reihe":w=1,"hass":w=1,"buch":w=1,"kind":w=1,"tochter":w=1,"streit":w=1,"schwestern":w=1,"autor":w=1,"blumen":w=1,"lyx":w=1,"vierter band":w=1,"brittainy c. cherry":w=1,"bittersüßer schreibstil":w=1

Wie die Erde um die Sonne

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei LYX, 27.07.2018
ISBN 9783736305700
Genre: Liebesromane

Rezension:

Da man die „Romance Elements“-Reihe von Brittainy C. Cherry nicht in einer bestimmten Reihenfolge lesen muss, habe ich dankbar bei „Wie die Erde um die Sonne“ zugegriffen, da ich nach dem ersten Band, „Wie die Luft zum Atmen“, nicht mehr hinterhergekommen war. Schnell habe ich jedoch bei der Lektüre festgestellt, dass dieser Abschlussband sehr, sehr anders wirkt, als das was ich bisher von Cherry gelesen habe. Neben dem Auftaktband dieser Reihe ist das noch „Verliebt in Mr Daniels“. Die Autorin habe ich bisher für ihren unheimlich tiefsinnigen und gefühlvollen Schreibstil gefeiert, sie hat sich stets viel Zeit für die zwischenmenschlichen Beziehungen genommen und gleichzeitig habe ich immer etwas kritisiert, dass das Drama überportioniert wirkt. Zu diesem Endergebnis komme ich bei „Wie die Erde um die Sonne“ überraschenderweise teilweise nur bis hin zu gar nicht.

Mit Graham und Lucy haben wir ein sehr starkes Protagonistenpärchen. Lucy war von Anfang an eine lebenslustige, sehr offenherzige und warme Persönlichkeit, die die Welt vielleicht etwas zu positiv sieht. Mit Graham hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, weil er wirklich sehr gefühlskalt und abweisend eingeführt wird. Natürlich weiß man als alteingesessene Liebesromanleserin, dass das immer nur nach außen so wirkt und dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass die Figur noch die Kurve kriegt. Hier hat es gepasst, denn am Ende war mir Graham sogar lieber, da er ab einem bestimmten Punkt nur noch richtige Dinge getan hat und es gab wirklich so viele Szenen, wo ich ihm gerne laut applaudiert hätte.

Die Chemie zwischen den beiden Figuren wirkt trotz Grahams anfänglicher abweisender Art sehr gut, da die beiden klassisch nach dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ funktionieren. Dadurch gibt es einige spannungsgeladene Momente, die sich aber schnell in die richtige Energie entwickeln. Dennoch bin ich letztlich mit ihrer Liebesgeschichte nicht gänzlich zufrieden. Eigentlich passt wirklich alles, vom Aufbau und auch von der Entwicklung her, aber die Geschichte ist mir insgesamt zu schnell erzählt. Das gilt aber nicht nur für ihre Liebesgeschichte, sondern für das Buch insgesamt. Es gibt immer wieder die Momente, die in aller (nötiger) epischen Breite ausgeführt werden und dann gibt es viele Sprünge, wo ich mir denke, dass inhaltlich etwas fehlt oder zumindest knapp behandelt wurde. Wir überbrücken auf den Seiten immerhin über ein Jahr, das geht leider etwas auf Kosten der wunderschönen Langsamkeit, die die Autorin schonmal erschaffen kann.

An der Sprache kann ich aber wie immer überhaupt nicht meckern. Man merkt erneut, dass die Autorin sich einen tieferen Sinn ausgedacht hat und gerade über diese Hippie-Art (die leider nicht näher ergründet und definiert wird) sprachlich sehr geschickt und spannend gestaltet wird. Zudem gibt es ein sehr schönes sprachliches Themenfeld zu Grahams Autorendasein, auch das sorgt für zahlreiche wunderschöne Zitate. In einem letzten Punkt komme ich auf die normalerweise übertrieben inszenierte Dramatik von Cherry, wo jeder mindestens einen Toten in der Familie haben und es dann noch zig neue Dramen gibt. Die Grundvoraussetzung stimmt zwar auch für Graham und Lucy, aber die Geschichte an sich kommt erfreulicherweise auch mit kleineren Drehungen und Wendungen hervorragend aus. Das Ende ist absolut stimmig in seinem Höhepunkt und findet ein würdiges Ende. Das Ganze passt sogar so gut, dass ich sagen würde, dass es Cherrys bisher realistischstes Werk ist.

Fazit: Mit „Die Erde um die Sonne“ habe ich definitiv eine neue Seite an Brittainy C. Cherry kennenlernen dürfen. Für ihre Verhältnisse gibt es wirklich wenig überdramatisierte Entwicklungen, was die Geschichte erfreulich realistisch macht. Dafür wirken manchen Szenen ausgespart. Die Szenen, die zwischenmenschlich geboten werden, sind sehr intensiv und gefühlvoll, aber ich habe dafür das Gefühl, dass andere Szenen gänzlich fehlen, denn bei mir ist definitiv das Gefühl einer (zu) kurzweiligen Geschichte entstanden. Also zwei unerwartete Entwicklungen und trotzdem spreche in der Gesamtschau eine Leseempfehlung aus!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(730)

1.206 Bibliotheken, 31 Leser, 0 Gruppen, 251 Rezensionen

"liebe":w=22,"laura kneidl":w=22,"new-adult":w=16,"verliere mich nicht":w=14,"freundschaft":w=8,"angst":w=8,"missbrauch":w=8,"sage":w=8,"luca":w=7,"liebesroman":w=6,"lyx":w=6,"trennung":w=5,"love":w=5,"nevada":w=5,"vergangenheit":w=4

Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich „Berühre mich. Nicht“ endlich auch gelesen hatte, war ich doch etwas besorgt, dass damit der zweite Band „Verliere mich. Nicht“ anstand, der in den Rezensionen vieler LeserInnen doch deutlich schlechter weggekommen ist als der erste Band. Mit so einer möglichen Enttäuschung im Kopf ein Buch zu lesen ist immer schwer, vor allem wenn der erste Band eben so großartig war und man einfach nicht will, dass genau derselbe Eindruck wie bei vielen anderen entsteht.

Aber natürlich war es keine Möglichkeit für mich, den zweiten Band nicht zu lesen, so dass ich mir gesagt habe „Augen zu und durch!“ Mir fiel doch recht schnell auf, dass das Buch deutlich mehr Leerlauf aufweist. Zu Beginn will die Geschichte nicht richtig in Fahrt kommen und dann ist Sage vor allem mit ihrer Wohnungssuche beschäftigt. Ja, das ist ein typisches Problem einer Studentin, aber ich fand es dennoch ermüdend, ausführliche Wohnungsbeschreibungen lesen zu müssen, wenn Sage in diesen Wohnungen letztlich aber nicht unterkam. Spätestens mit Silvester kommt aber wieder deutlich mehr Leben in die Bude, so dass es auch wieder zu zahlreichen Szenen kommt, die mich im ersten Band so schön berühren und unterhalten konnten. Gegen Ende hin wiederum entsteht wieder dieser Leerlauf, wo es doch zahlreiche Füllerszenen gibt, um dann am Ende wieder das große Drama aufzubauen. Daher ziehe ich in Bezug auf den Spannungsbogenaufbau das Fazit, dass dieser nicht so gut gelungen ist.

Sage und Luca gefallen mir als Protagonisten weiterhin sehr gut. Ich mag einfach ihr Zusammenspiel, das immer tiefer geht und immer intensiv wirkt. Bei Sage fand ich trotzdem schade, dass der Therapie-Aspekt doch deutlich abgenommen hat. Natürlich hat sie sich schon deutlich verbessert, aber trotzdem ist sie noch lange nicht gesund, wie später ja auch nochmal der Epilog zeigt, daher fand ich es doch sehr schade, dass die Gruppentherapien nicht näher durchleuchtet wurden. Denn im ersten Band schwärmte ich noch, wie realistisch dieser Genesungsprozess dargestellt wurde, um jetzt im zweiten Band festzustellen, dass dieser Weg nicht konsequent zu Ende gegangen wird. Auch die Auflösung am Ende mit der Mutter, Schwester und Alan ist mir viel zu knapp ausgefallen und irgendwie auch zu einfach. Wie Sage sich aber wiederum behauptet hat in die Begegnungen mit ihm, das war einwandfrei gelungen.

Da die Reihe mit diesem Band nun abgeschlossen ist und Laura Kneidl auch keine weiteren Bücher aus diesem Figurenuniversum angekündigt hat, fällt mir überdeutlich ins Auge, dass viele Nebenfiguren gute Ansätze bekommen haben, aber eigentlich vor allem im zweiten Band komplett untergehen. Ich muss es nicht haben, dass jede einzelne Figur ihr Happy End bekommt, aber wenn Möglichkeiten für Storylines angesetzt werden, dann will ich diese auch realisiert sehen. Gerade wenn ich dann feststelle, dass dieser Band viel Leerlauf hatte, wären ja also die Seiten zur Verfügung gewesen. So habe ich festgestellt, dass April zur absoluten Randfigur degradiert wurde, Gavin wurde nur noch erwähnt und auch die angedeuteten Gefühle von ihm ihr gegenüber werden unter den Teppich gekehrt. Ja, Sage und Luca haben ihr Happy End bekommen und das ist auch gelungen, aber die Nebenschauplätze sehe ich auch gerne im Reinen.

Fazit: Ja, auch ich bin enttäuscht von „Verliere mich. Nicht“, nachdem der erste Band so großartig war. Ich konnte aber zum Glück feststellen, dass mir der Abschluss nicht gefiel, weil er anderen nicht gefiel, sondern dass ich tatsächlich zahlreiche Argumente finden konnte, um meinen Eindruck zu untermauern. Die zentrale Liebesgeschichte wird zufriedenstellend zu Ende gebracht und es gibt erneut richtig tolle Szenen, aber insgesamt gab es viel zu viel Leerlauf, der mit den potenzialreichen Nebenfiguren gefüllt hätte werden können. So wirkt der zweite Band im Vergleich leider deutlich banaler.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(104)

128 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 88 Rezensionen

"feminismus":w=7,"freundschaft":w=5,"jugendbuch":w=4,"liebe":w=3,"erste liebe":w=3,"zwangsstörung":w=3,"krankheit":w=2,"familie":w=1,"humor":w=1,"abenteuer":w=1,"reihe":w=1,"angst":w=1,"jugend":w=1,"hoffnung":w=1,"alltag":w=1

Spinster Girls – Was ist schon normal?

Holly Bourne , Nina Frey
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423717977
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gerade nach der hochschwappenden „Me Too“-Debatte ist Feminismus en vogue. Immer mehr Frauen erzählen ihre Geschichten, immer mehr Frauen dürfen sich in der Filmbranche als Autorinnen, Regisseurinnen und Darstellerinnen verwirklichen und Projekte anpacken, die zuvor noch verpönt waren. Ich selbst würde mich seit gefühlten Ewigkeiten schon als Feministin bezeichnen und dennoch hat es in meiner Jugend, die jetzt etwas über 10 Jahren zurückliegt, keine Bücher wie „Spinster Girls“ gegeben. Natürlich hat es tolle Bücher gegeben, aber keine Bücher, die so ehrlich anpacken, was es bedeutet Frau zu sein in einem Alter, wo man seinen Platz in der Welt gerade erst finden muss. Als ich daher von den „Spinster Girls“ gehört habe, war ich Feuer und Flamme und habe dann festgestellt, dass dieses Jugendbuch nicht nur Feminismus in den Vordergrund rückt, sondern noch ein weiteres sensibles Thema anpackt.

Den Feminismus-Aspekt von „Spinster Girls“ finde ich richtig gut umgesetzt. Evie, Amber und Lottie sind ein Dreiergrüppchen von Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sie aber eint, ist die Erkenntnis, dass sie nicht zu den Frauen gehören wollen, die ihr Leben komplett auf einen Mann ausrichten, sondern sie wollen in erster Linie sie selbst sein und in einem zweiten Schritt den Mann finden, der sie so akzeptiert ist, wie sie sind. Diese Einstellung wird jedoch nicht rosarot verziert und als kinderleicht umzusetzen erzählt, sondern die Autorin hat schon ein sehr gutes Händchen dafür darzustellen, dass die Welt eben so stereotypisiert ist, dass es nicht selbstverständlich ist, diesen Weg gehen zu können.

Es werden unheimlich viele Themen angesprochen, die Frauen zu Frauen machen, die aber dennoch immer eher ausgeklammert werden, weil sie in der Gesellschaft angeblich unter den Teppich gekehrt werden müssen. Natürlich wirken die Erklärungen der einzelnen Phänomene manchmal wie Lexikonartikel, nur etwas spannender verpackt, aber ich fand es unheimlich interessant, diese einmal so schonungslos aufgezeigt zu bekommen. Zudem ist es erfrischend, wie selbstbewusst die drei jungen Frauen in der Öffentlichkeit zu diesen Überzeugungen stehen, denn sie wissen, dass sie immerhin sich haben. Auch wenn dieses Buch hochfeministisch ist, ist es trotzdem nicht ein „Hau drauf“ auf das männliche Geschlecht. Auch dieser Zwiespalt wird hochinteressant verarbeitet und zeigt schonungslos auf, wie schnell Feminismus auch in die falsche Richtung gehen kann. Denn am Ende ist nur eins wichtig: Jeder Mensch ist einzigartig, aber von der Bedeutung für die Welt sind wir alle gleich.

Der erste Band ist aus der Sicht von Evie erzählt und ich war sehr überrascht, als ich feststellte, dass sie an einer Zwangsstörung leidet und sich gerade auf dem Weg der Besserung befindet, nachdem sie eine Zeit lang sogar in der Psychiatrie aufgenommen werden musste. Natürlich gibt es in vielen Jugendbüchern Protagonisten und Protagonistinnen, die Krankheiten oder Ängste haben, die sie prägen. Doch meist geht es inhaltlich anschließend darum, diese Krankheiten oder Ängste zu überwinden und zu einem starken Ich zu werden. Das ist fraglos auch eine ungeheuer wichtige Botschaft, aber zur Abwechslung war es auch einfach mal großartig zu lesen, dass solche Krankheiten einen auch maßgeblich ausmachen und prägen. Evie war so unheimlich realistisch in ihren Zwängen dargestellt, dass ich mich selbst schon dabei erwischte, mich in ihrem Denken einzufinden. An ihr wird nichts beschönigt, sondern sie wird wirklich so dargestellt, wie es ist, mit allen Hoch und Tiefs. Damit hat Holly Bourne mich so richtig packen können und nun bin ich so richtig gespannt, was sie noch für Lottie und Amber bereithält!

Fazit: „Spinster Girls – Was ist schon normal?“ ist wirklich ein feministisches Jugendbuch zu genau der richtigen Zeit. Gerade wenn man in diesem Alter merkt, dass man anders ist und sich nicht dem inszenierten Mainstream auf Instagram oder anderen sozialen Medien unterordnen will, dann ist dieses Buch eigentlich die entsprechende Bibel, denn es zeigt schonungslos Wahrheiten auf, die nichts beschönigen. Aber am Ende bleibt die Botschaft, dass man nie alleine ist und dass jeder seinen eigenen Weg finden und gehen muss. Daher eine fette Lektüreempfehlung von mir!!!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(977)

1.956 Bibliotheken, 71 Leser, 0 Gruppen, 354 Rezensionen

"liebe":w=37,"laura kneidl":w=32,"berühre mich. nicht.":w=23,"missbrauch":w=19,"angst":w=14,"new-adult":w=13,"freundschaft":w=9,"vergangenheit":w=8,"liebesroman":w=8,"sage":w=8,"nevada":w=8,"luca":w=8,"ängste":w=7,"college":w=6,"usa":w=5

Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich von Laura Kneidl nun doch entgegen meiner Erwartungen zuerst ein Fantasy-Projekt (Herz aus Schatten) von ihr gelesen habe, habe ich nun endlich auch „Berühre Mich. Nicht“ von ihr gelesen, das sie ja tatsächlich erst so bekannt gemacht hat. Das Cover dieses Buches und auch des zweiten Bandes hat mich vom ersten Moment an tief fasziniert und ich hatte immer schon die Hoffnung, dass auch der Inhalt ähnliche Gefühle bei mir auslösen kann!

Ich habe unheimlich schnell in die Geschichte hineinfinden können und habe wie bereits in „Herz aus Schatten“ freudig feststellen können, dass es der Autorin erneut spielerisch leicht gelingt, den Leser an ihre Hauptfigur, diesmal mit Namen Sage, zu binden. Sage ist zwar von dunklen Dämonen geprägt, aber ich konnte mich mit ihren Ängsten und Sorgen direkt gut identifizieren und so realistisch wie ihre Verhaltensweise dargestellt war, war ich im Nu eins mit ihr. Ich habe schon öfters Bücher gelesen, in denen die Protagonistin Opfer von sexuellem Missbrauch wurde, aber ich habe leider eher die Erfahrung gemacht, dass die ersten Seiten großartig intensiv sind, aber schnell entledigt man sich der Altlasten lieber wieder und lässt die Protagonisten zu einem Übercharakter werden, was aber null realistisch ist. All das ist bei Sage zum Glück zu verneinen. Ihre Verbesserungen sind ruhig, gemächlich und eben so realistisch dargestellt, dass ich zu keinem Zeitpunkt die Augen verdreht habe. Da merkt man einfach, dass die Autorin sich diese Geschichte sehr zu Herzen genommen hat und diese mit viel Fingerspitzengefühl erzählen wollte. Das ist geglückt!

Als ich Luca das erste Mal begegnet bin, hatte ich wirklich die Befürchtung, dass er wieder so ein typischer Bad Boy ist, der mal schnell bekehrt werden muss. Daher war ich sehr erleichtert, dass Luca eben genau das Feingespür hat, was auch schon die Autorin beim ganzen Buch auszeichnet. Es hätte mich eigentlich auch wundern sollen, wenn Sage ein anderer Kerl entgegengesetzt worden wäre, der eben nicht so einfühlsam und weitsichtig ist, wie es Luca ist. Zwar hat auch Luca mit seinen Dämonen zu kämpfen und trotzdem macht er immer alles richtig und auch hier würde ich nie sagen, dass er dadurch übertrieben wirkt, sondern eben genau richtig. Dadurch ist ihre Liebesgeschichte auch einfach süß. Es ist nicht das große Chemiefeuerwerk, weil Sage und Luca so eine explosive Mischung bilden, sondern eben eher eine süße Entwicklung, die mich trotzdem unwiderruflich an die beiden gebunden hat. Daher war ich dann doch etwas überrascht, wie deutlich die sexuellen Szenen zum Ende hin waren. Die waren zwar einwandfrei geschrieben, aber das wirkte eben für die Stimmung doch zu gewollt und zu viel. Aber das ist zum Glück mein einziger Kritikpunkt.

Durch die tollen Charaktere war die Handlung natürlich ein Selbstläufer. Es hat viele tolle Momente geben, viele Rückschläge zu den richtigen Zeitpunkten, so dass sich eine spannende Achterbahnfahrt ergeben hat, die mich so an die Seiten gefesselt hat, dass das Ende echt viel zu früh kam. Das Ende ist natürlich sehr brutal, aber ich fand es gut gewählt, da es mir in Sages Denken absolut logisch erscheint. Es ist auch gut, dass es einen zweiten Band gibt, denn so kann die Autorin sich weiterhin die Zeit nehmen, die vor allem Sage braucht und ich freue mich jetzt schon!

Fazit: Lustigerweise bietet Laura Kneidl in „Berühre Mich. Nicht“ genau das, was mir in „Herz aus Schatten“ eher gefehlt hat. Sie nimmt sich viel Zeit bei der Erzählung und kann dadurch eine sehr realistische und mitreißende Geschichte von einer jungen Frau erzählen, die nach einem sexuellen Missbrauch den Neuanfang wagt. Sage auf dieser Reise zu begleiten ist sehr intensiv und ich finde es großartig, dass sie mit Luca die richtige Figur an ihrer Seite hat. Daher kann ich wirklich nur festhalten, dass mich dieses Buch mitgerissen hat und jede Lesestunde doppelt und dreifach wert war!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(93)

251 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

"laura kneidl":w=6,"herz aus schatten":w=5,"fantasy":w=3,"monster":w=3,"kayla":w=3,"schattenwolf":w=3,"bändiger":w=3,"dunkelweber":w=3,"lilek":w=3,"knochenträger":w=3,"jugendroman":w=2,"akademie":w=2,"carlsen verlag":w=2,"irrlicht":w=2,"die wilde jagd":w=2

Herz aus Schatten

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551316929
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eigentlich ist es eine Schande, dass es bei mir so lange gedauert hat, bis ich nun endlich ein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Ich verfolge ihre Erfolge schon länger sehr aufmerksam und gönne ihr das als deutsche Autorin total. Ich habe immer gedacht, dass „Berühre mich. Nicht“ mein erster Roman von ihr werden würde, nun habe ich aber zu ihrem aktuellsten Buch, „Herz aus Schatten“, gegriffen, was für mich auch eher ungewöhnlich ist, da Fantasy in meinem Repertoire nicht unbedingt üblich ist. Aber der Klappentext klang wirklich vielversprechend!

Ich habe gut in das Buch hineingefunden, weil man als Leser direkt eine sehr intensive Beziehung zu Kayla aufbauen kann. Ihre Gefühle werden sehr transparent dargestellt, so dass ich schnell den Eindruck gewonnen habe, sie sehr gut zu kennen. Und ich kannte sie nicht nur, ich mochte sie auch. Kayla ist eine eigenwillige, junge Frau, die ihre eigenen Ideale hat und ihrer Vernunft vertraut. Das ist eine seltene Mischung und die hat mich wirklich sehr an ihr fasziniert. Natürlich gab es neben ihr noch zahlreiche andere Charaktere, allen voran natürlich Lilek, und auch die konnten mich schnell für sich gewinnen, aber man merkte schon deutlich, dass Kayla der Fixstern war, um den sich alles drehte und das war gut so. Manchmal ist mir aber schon aufgefallen, dass andere Figuren zwar tolle Ansätze haben, aber im Verhältnis sehr wenig Hintergrundgeschichte erhalten. Hier seien nur mal Jakub oder Marek genannt. Auch Kaylas Mutter taucht erst unheimlich spät auf und gewinnt dann wenig Profil. Aber dadurch dass die Kayla-Dominanz so eindrucksvoll umgesetzt wurde, hat mich das nicht allzu sehr gestört, weil es um die Figuren einfach weniger ging.

Die Fantasy-Welt finde ich sehr ansprechend und vom Prinzip her auch stringent aufgebaut, doch da ich eben nicht zu den fantasyerfahrenen Lesern gehöre, habe ich doch gemerkt, dass mir gerade die Erklärungen zum Bändigen und wie ich mir den Prozess genau vorzustellen habe, viel zu kurz kam. Auch die Ausbildung an der Akademie, die wirklich viel erzählerisches Potenzial gehabt hätte, wird eher kurz gehalten und an dieser Stelle habe ich mich gefragt, wie es eigentlich mit einer möglichen Fortsetzung aussieht. Ich habe dazu keine Information finden können und rätsle daher nun, ob man die Geschichte nicht viel mehr hätte aufbauschen können, um sie dann richtig gut über mindestens zwei Bücher erzählen zu können. Denn noch einmal: die Ansätze sind richtig gut, sowohl was die Welt, die Protagonistin und auch die Nebenfiguren angeht.

Das Buch endet nämlich eigentlich auch sauber. Die großen Handlungsbögen sind eigentlich alle gelöst und trotzdem schreit diese faszinierende Welt einfach nach mehr. Das liegt sicherlich zum Großteil auch am Schreibstil der Autorin, den ich mir aufgrund ihrer Erfolge zwar schon großartig vorgestellt habe, aber es jetzt noch mal selbst zu erleben, ist natürlich ein echter Gewinn. Man wird wirklich in einen unwiderstehlichen Sog gezogen und hinterher erst springen meine Gedanken an, wo ich überlege, was nicht so gut war. Bei anderen Büchern passiert mir das schon währenddessen und das ist definitiv die ärgerlichere Erfahrung.

Fazit: Fantasy von Laura Kneidl könnte immer etwas für mich sein, da mir die von ihr ausgedachte Welt sehr gefallen hat. Mir hat auch vor allem Kayla gefallen, die so eine Geschichte überzeugend anführen kann. Dennoch muss ich insgesamt sagen, dass man bei „Herz aus Schatten“ nicht so recht weiß, ob es ein Einzelband oder ein Auftakt zu etwas Großem sein soll. Denn ich denke, dass Vieles zu oberflächlich behandelt wurde und dass auch noch zu viel Potenzial in dem Ganzen steckt, um nun vorbei zu sein.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(150)

279 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 124 Rezensionen

"dystopie":w=11,"virus":w=9,"cat & cole":w=7,"technik":w=6,"seuche":w=6,"emily suvada":w=5,"cat":w=4,"impfstoff":w=4,"panel":w=4,"liebe":w=3,"spannung":w=3,"cole":w=3,"tod":w=2,"science fiction":w=2,"krankheit":w=2

Cat & Cole: Die letzte Generation

Emily Suvada , Vanessa Lamatsch , punchdesign Johannes Wiebel
Flexibler Einband
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.06.2018
ISBN 9783522505598
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich den Klappentext von „Cat & Cole – Die letzte Generation“ gelesen habe, musste ich sogleich an Teri Terry denken, die ebenfalls geniale Jugendbücher schreibt, die eine düstere Zukunftsvision ausmalen, da die hoch technologisierte Welt Anfälligkeiten aufweist, die die Menschheit bedrohen. Jetzt ist Emily Suvada natürlich neu auf dem Markt und somit noch ein unbeschriebenes Blatt. Ich habe mich aber trotzdem voller Überzeugung für „Cat & Cole entschieden“, da auch die Schönheit des Covers nicht zu leugnen war!

In meiner Überschrift deute ich schon an, dass es sich um eine sehr anspruchsvolle Lektüre handelt. Das liegt nicht an der Sprache, sondern an der technologisierten Welt und die biochemischen Prozesse, die damit verbunden sind und eben zusammen den Großteil der Handlung bestimmen. Ich bin in Naturwissenschaften ehrlich gesagt auch nicht so bewandert und auch mein Interesse ist nicht unbedingt übersprudelnd, aber trotzdem hat mich die Welt, wie sie hier in diesem Jugendbuch gezeichnet wird, sehr fasziniert. Aber man muss wirklich mit höchster Konzentration beim Lesen dabei sein, da die Begrifflichkeiten zwar immer wieder erläutert werden und trotzdem sind es so komplizierte Begebenheiten, dass man eben richtig mitdenken muss, um halbwegs mitzukommen. Gerade am Anfang erschlagen die Begrifflichkeiten einen etwas, aber das löst sich im Verlauf der Geschichte total auf, weil man so in einem Sog ist, dass man sogar in Kauf nimmt, nicht alles an tatsächlichen körperlichen Prozessen verstanden zu haben. Ich muss vor allem sagen: Hut ab, Emily Suvada! Ich habe keine Ahnung, ob alles, was sie schreibt, tatsächlich so sein kann, aber alleine die Überzeugung, mit der sie diese Welt aufbaut und konstruiert, zeugt von hoher Intelligenz!

Aber Suvada ist nicht nur eine sehr intelligente Naturwissenschaftlerin, sondern auch eine grandiose Erzählerin. Die Sprache ist wirklich sehr präzise und geschmeidig. Die Handlung ist durch die bereits erwähnten schweren Begrifflichkeiten sehr anspruchsvoll, aber sie entwickelt so schnell einen faszinierenden Sog, dass man das Buch alles, aber bestimmt nicht mehr weglegen will. Es gibt so viele überraschende Wendungen, so viele spannende, nägelkauende Szenen, es gibt auch ein paar ruhige Momente, die ebenso mitreißen und es gibt eben auch eine tolle Konstellation an Figuren, die höchst ambivalent sind und die selbst noch Seiten an sich aufzeigen, wenn man längst schon überzeugt ist, sie alle zu kennen.

Drei Viertel der Geschichte sind schon grandios und dann kommt auch noch dieses Ende, das genialerweise nochmal einen draufsetzen kann. Da es noch mindestens zwei Teile geben soll, endet die Geschichte natürlich ungelöst. Es gibt keinen fiesen Cliffhanger, aber dennoch so ein Ende, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Und die Geschichte noch weiterzuerzählen lohnt sich allemal, da diese Welt und die Figuren noch so viel Potenzial bieten, dass ich bereits jetzt den Folgebänden enthusiastisch entgegenfiebere!

Fazit: Meine Intuition hat mich nicht getrügt. Emil Suada ist eine Autorin ganz im Stil von Teri Terry und beide sind wirklich grandios in ihrem sehr speziellen Genre. Suada merkt man an, dass sie hochintelligent ist und daher eine sehr komplizierte Welt erschaffen kann, die dennoch keine logischen Fehler aufweist. Dennoch ist sie auch eine grandiose Erzählerin, die eine spannende Ausgangslage auch mit wendungsreichen Handlungen unterfüttern kann und so eine Sogwirkung erzeugt, die einen an die Seiten fesselt. Wirklich jeder Moment hat sich doppelt und dreifach gelohnt!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(128)

259 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

"liebe":w=10,"sarina bowen":w=6,"drogen":w=5,"vermont":w=5,"autounfall":w=4,"new adult":w=4,"lyx verlag":w=4,"leben":w=3,"unfall":w=3,"lyx":w=3,"entzug":w=3,"true north":w=3,"true north - schon immer nur wir":w=3,"erotik":w=2,"polizei":w=2

True North - Schon immer nur wir

Sarina Bowen , Wanda Martin
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 21.07.2017
ISBN 9783736306004
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe den ersten Band der „True North“-Reihe als sehr gelungen empfunden, weil ich mich sehr gut unterhalten habe und weil ich mich in die Darstellung von Vermont und insgesamt in die familiäre Atmosphäre verliebt habe. Der zweite Band dreht sich nun um Jude, den wir im ersten Band bereits als ehemaligen Häftling kennengelernt haben, der nach einem kalten Entzug sich eine Aufgabe als Apfelpflücker gesucht hat. Die Frau an seiner Seite ist für uns Leser neu, aber dadurch, dass bereits wie im ersten Teil beide Protagonisten ihre Erzählperspektive bekommen, lernt man Sophie schnell gut genug kennen.

Mir ist relativ schnell aufgefallen, dass der zweite Band eine doch etwas düstere oder zumindest ernstere Atmosphäre schafft. Dadurch dass Jude immer wieder auf die Farm der Shipleys zurückkehrt, ist die Heimeligkeit zum Glück immer noch präsent, aber Jude und Sophie kommen beide aus schwierigen familiären Situationen und gerade Jude hat natürlich eine Vergangenheit, die ohne Zweifel als dramatisch anzusehen ist. Aber dieses etwas andere Gefühl beim Lesen hat mich zum Glück überhaupt nicht gestört, da die Liebesgeschichte der beiden eben so eine authentische Dramatik hatte, dass ich sie als noch mitreißender und einnehmender empfunden habe.

Gerade Jude hat total mein Herz erobert, weil er so realistisch als Drogensüchtiger dargestellt wurde, dass ich so mit ihm gefiebert habe. Zudem merkt man einfach, dass er weder als Jugendlicher noch als erwachsener Mann Tendenzen zu dem typischen Bild eines Kriminellen hat und dass er eigentlich ein ganz feiner Kerl ist, der seiner großen Liebe immer die Welt zu Füßen legen würde. Sophie kommt im Gegensatz zu ihm etwas kurz, der Fokus liegt schon deutlicher auf Jude, aber auch damit kann ich leben. Man kann ja auch so gut genug erahnen, dass Sophie eine kämpferische junge Frau ist, die große Träume hatte, aber eben auf die harte Tour gelernt hat, was im Leben zählt. Zusammen haben die beiden eine wirklich tolle Chemie. Auch ihre Bettszenen sind sehr überzeugend gestaltet und sie erscheinen mir auch besser getimed als im ersten Teil.

Die Geschichte hat zwar bereits eine Grunddramatik, aber auch der große Endspurt hat noch mal eine spezielle Form von Dramatik parat und auch hier konnte ich erleichtert feststellen, dass alle in einem gesunden Rahmen erzählt wurde, der wunderbar auf die Geschichte passte, zu keinem Zeitpunkt too much wirkte, sondern perfekt, weil eben alles am Ende rund war.

Fazit: Ich finde es immer genial, wenn der Auftakt einer Reihe im zweiten Band bestätigt werden kann und im Falle von Sarina Bowen und der „True North“-Reihe sogar übertroffen werden kann. Der zweite Band ist weniger lustig und charmant als die Liebesgeschichte von Audrey und Griffin, aber der ernstere Unterton bei Jude und Sophie wirkt angesichts ihrer Vergangenheit nur logisch und passend. Zudem haben die beiden eine einnehmende Chemie und gerade Jude kann die Story locker alleine tragen. Diese Liebesgeschichte hätte man wirklich nicht besser erzählen können!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(219)

418 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

"familie":w=16,"tod":w=12,"liebe":w=10,"trauer":w=10,"verlust":w=7,"hoffnung":w=7,"roman":w=5,"neuanfang":w=5,"unglück":w=5,"lori nelson spielman":w=5,"drama":w=4,"mutter-tochter-beziehung":w=4,"und nebenan warten die sterne":w=4,"tochter":w=3,"schwester":w=3

Und nebenan warten die Sterne

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 29.09.2016
ISBN 9783810524713
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe Lori Nelson Spielmans ersten beide Bücher sehr gerne gelesen, weil es eben Romane fürs Herz waren, die nicht von einer epischen Liebesgeschichte leben mussten, sondern die aus allerlei Arten von Beziehungen ihre Entfaltungskraft entwickeln konnten. In erster Linie ist das meist eine Mutter-Tochter-Beziehung und dieses Thema findet sich nun auch in „Und nebenan warten die Sterne“ wieder.

Die Ausgangslage fand ich ziemlich perfekt, da sowohl Annie, als auch Erika sich Schuldgefühle für Kristens Tochter machen. Zudem ist ihr tragischer Tod natürlich eine schwere Bürde, an der man von der Story her immer viel entwickeln kann, um dann die Charaktere daran wachsen zu lassen. Diese Ausgangslage wird aber leider gerade in der ersten Hälfte des Buches kaum genutzt. Da ist zum einen die Tatsache, dass Annie und Erika eigentlich eine intakte Beziehung miteinander habe, die erst durch den Tod der Schwester respektive Tochter eine Belastung erfährt. Das liegt aber vornehmlich daran, dass sich sowohl Erika als auch Annie zu zwei sehr nervigen Charakteren entwickeln, die ich so auch nicht unbedingt in meinem Leben haben wollen würde.

Annie verhält sich wie ein 12-jähriges Kind, das in einer Phantasiewelt lebt und alles genauso haben möchte, wie sie es sich vorstellt. Als Au-Pair später wiederum wirkt sie sehr einfühlsam und durchdacht. Hier passen für mich die beiden Seiten von Annie nicht gut zusammen. Erika wiederum ist eigentlich eine grundsympathische Frau, die sich aber ständig gewisse Szenarien einredet und auch die Mischung zwischen Kopf- und Bauchgefühl nicht in den Griff bekommt. Dadurch agiert sie unheimlich unberechenbar, aber das nicht im positiven Sinn gemeint.

In der zweiten Hälfte des Romans pendeln sich diese Eindrücke zum Glück ein. So langsam erkennt man die rote Linie des Romans, also die Botschaft, die er aussenden soll. Dennoch finde ich insgesamt die Rahmenhandlung im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern deutlich schwächer. Am Ende ist es leider nicht die Geschichte, aus der ich viele Eindrücke und Impulse mitnehme. Aber gerade durch die ganzen Sprüche, die sich durch den gesamten Roman ziehen, hätte man da so eine wunderbare Vorlage gehabt, aber leider wurde das nicht stark ausgearbeitet.

Das Ende ist aber so wie ich es mir für so einen Roman wünsche. Es endet alles rund, ohne aber übertrieben kitschig zu wirken. So geht man versöhnt aus dem Roman, weil man eben weiß: Ende gut, alles gut.

Fazit: Spielman hat mit „Und nebenan warten die Sterne“ ihren bisher schwächsten Roman abgeliefert. Die eigentlich vielversprechende Ausgangslage wird durch lange Zeit nervige Protagonistinnen versemmelt, da man sich als Leser eher ärgert als mitfiebert. Die zweite Hälfte des Buchs ist deutlich stärker und dennoch kann vor allem die Kernbotschaft nicht so überzeugend herübergebracht werden, wie es bei den ersten beiden Werken der Fall war.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

"verbrennungen":w=1,"ubahn":w=1

Eigentlich nur dich

Kristina Moninger
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei FeuerWerke Verlag, 11.06.2018
ISBN 9783945362396
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe von Kristina Moninger vor einiger Zeit ihren Debütroman „Nur eine Ewigkeit mit dir“ gelesen und war sehr angetan von der mystischen Liebesgeschichte, die wunderbar poetisch versprachlicht worden war. Ihr zweites Buch „Wenn gestern unser morgen wäre“ habe ich nicht gelesen, so dass der Stil von „Eigentlich nur dich“ etwas überraschend für mich kam, denn die Liebesgeschichte ist im knallharten Alltag angesiedelt. Dieser Wechsel hat mich aber überhaupt gar nicht gestört, da ich trotzdem sofort mitgerissen wurde und man stellenweise ja auch diese nachdenklichen Sprachspiele wiedererkennt, die der Geschichte erneut etwas Tiefsinnigeres gibt, das über das normale Maß hinaus geht.

Ich habe mich direkt mit den beiden Protagonisten sehr gut anfreunden können. Mona und ich haben zwar nicht viel gemeinsam und das kann mich manchmal beim Lesen ganz schön nerven, weil ich die Handlungsweisen dann nie nachvollziehen kann, aber man bekommt immer wieder ein Blick in ihr wahres Innenleben, das sie ganz gut erklärt und für mich greifbar macht. Milan wiederum ist für mich der typische männliche Charakter, den ich am liebsten immer und überall hätte, weil er so charmant, humorvoll, ehrlich und ganz weit weg von Oberflächlichkeit ist. Ihre Liebesgeschichte beginnt ungewöhnlich und doch so banal, dass man denkt, ja genau so kann es gewesen sein! Zudem liebe ich es einfach, wie ihre Liebesgeschichte durchs Schicksal gelenkt wird. Ich selbst finde das Schicksals-Konzept sehr interessant und der Umgang in dieser Geschichte damit hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Der Schreibstil gefällt mir ausgesprochen gut. Die Sprache ist fließend zu lesen und ich weiß die Szenen, in denen die Sprache dann schon philosophische Ausmaße annimmt, sehr zu schätzen, weil dann eben so typische Sätze zustande kommen, die man sich unterstreicht und die man früher ins Poesiealbum der Freundin geschrieben hätte. Es sind eben Sätze für die Ewigkeit, die immer etwas Wahres haben.

Einige Abstriche muss ich aber bei dem Handlungsverlauf machen. Die erste große Wendung gefiel mir noch sehr gut, weil wir da wieder beim Thema Schicksal sind, das eben brutal zuzuschlagen weiß. Vor allem hat mir eben gefallen, wie mitreißend und authentisch Moninger die Folgen dieses Ereignisses darzustellen wusste. Weitere Entwicklungen haben mich aber eher an den Punkt gebracht, wo ich dann doch eher gezweifelt habe. Ja, sie haben mich sogar etwas frustriert, aber ich kam immer wieder an den Punkt, wo mir klar wurde, dass genau sowas eben im wahren Leben passiert. Insgesamt wurde ich aber auch so oder so verwöhnt, weil das Ende wirklich sehr schön gemacht ist. Da schließt sich ein Kreis und da am Ende doch alles so war, wie ich es mir gewünscht habe, bin ich richtig zufrieden aus der Lektüre gegangen.

Fazit: Kristina Moninger überzeugt mich erneut mit ihren Fähigkeiten als Autorin und beweist auch, dass sie in einer viel alltäglicheren Liebesgeschichte eine gute Chemie und einen guten Handlungsrahmen schaffen kann. Das Highlight bleibt für mich weiterhin ihre Sprache, da diese immer das Sahnetüpfelchen ist. Auch wenn ich nicht mit allen Entwicklungen zufrieden war, am Ende ist alles gut und „eigentlich“ bin ich ziemlich froh, bei „Eigentlich nur dich“ zugegriffen zu haben!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"theater":w=1,"verletzlich":w=1,"reumütig":w=1

Bad Heart - Zurück zu mir

Leisa Rayven , Tanja Hamer
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.11.2017
ISBN 9783596297436
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Vor einigen Jahren hat die „Bad Romeo“-Dilogie von Leisa Rayven große Aufmerksamkeit erfahren, doch bis dann der Band, der sich um Ethans Schwester Elissa dreht, endlich auf dem deutschen Buchmarkt erschienen ist, war der Hype schon wieder so abgeklungen, dass „Bad Heart“ in meiner Wahrnehmung unter dem Radar gelaufen ist. Dennoch habe ich mich zu einer Lektüre entschlossen, da ich die Reihe für mich sauber abschließen wollte.

Da die Lektüre von „Bad Romeo“ 1 und 2 schon etwas länger zurücklag, war mir der Stil der Autorin nicht mehr besonders präsent, aber direkt mit den ersten Seiten wird man wieder erinnert. Die Grundkomponenten sind ähnlich wie bei Ethan und Cassie und dieses Setting am Theater gefällt mir weiterhin ausgesprochen gut. Oft genug ist man als Publikum zu Gast am Theater und so hinter die Fassade zu blicken, ist immer wieder spannend. Besonders interessant habe ich gefunden, dass Elissa als Stage-Managerin agiert und ihr Aufgabenfeld hat sich wirklich als sehr vielseitig und interessant herausgestellt.

Neben diesem erneut vielversprechenden Setting bin ich auch grundsätzlich von den beiden Protagonisten sehr überzeugt. Elissa ist selbstbewusst, sehr organisiert, analytisch und empfindsam. Dem gegenüber steht Liam, der sehr gerecht, empathisch und romantisch agiert. Zusammen haben die beiden eine geniale Chemie, die die Autorin wirklich in jeder Begegnung sehr explosiv rüberbringen kann. Doch leider entlädt sich diese explosive Stimmung in stellenweise überhäufte erotische Szenen. Gerade am Anfang schwelgt Elissa nur über Liams Äußere und als die Kennenlerngeschichte der beiden präsentiert wird, geht es auch nur um das Eine. Das fand ich leider sehr ermüdend, da beiden Charakteren damit Unrecht getan wurde, da spätere Szenen sehr deutlich gezeigt haben, dass sie beide nicht eindimensional, sondern gegenteilig sehr vielschichtig sind und man mit ihnen mehr als nur Bettszenen und versaute Sprache machen kann.

Die eigentliche Geschichte entwickelt sich in meinen Augen nämlich sehr überraschend. Ich hatte mir eigentlich schon ziemlich genau überlegt, wie diese Geschichte verlaufen wird, aber eigentlich war es doch ganz anders. Dennoch war die Entwicklung natürlich nicht neu gedacht, es gab weiterhin genug Klischees, die bedient wurden, aber die Grundausrichtung war dennoch raffiniert und hat mich gut unterhalten. Es war eher auf den Nebenschauplätzen, dass diese sehr oberflächlich ausgearbeitet waren und für einige Augenroller gesorgt haben. Insgesamt ist es also schade, dass die Autorin häufig eher auf Bettszenen, denn auf nachdenkliche Szenen gesetzt hat.

Fazit: Elissa und Liams Geschichte gefällt mir vom Prinzip her ganz hervorragend, vielleicht sogar besser als Ethan und Cassies, aber ich war doch gerade im ersten Drittel genervt, wie sehr die Liebesgeschichte über Sex definiert wurde. Denn je mehr Seite gelesen sind, desto besser wird die Geschichte, weil sie eben vielschichtiger wird und dadurch ihre Überzeugungskraft entfalten kann. Da Rayven aber eine wirklich gute Erzählerin ist, bin ich schon etwas erstaunt, dass sie nach ihrem ersten Erfolg so verschwunden ist auf dem deutschen Buchmarkt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(151)

289 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 95 Rezensionen

"bianca iosivoni":w=10,"new-adult":w=6,"tnt":w=6,"die letzte erste nacht":w=6,"liebe":w=4,"lyx":w=4,"trevor":w=4,"tate":w=4,"tod":w=3,"liebesroman":w=3,"lyx verlag":w=3,"vergangenheit":w=2,"geheimnis":w=2,"liebesgeschichte":w=2,"wahrheit":w=2

Die letzte erste Nacht

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736307179
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wenn endlich auch mal auf dem Buchmarkt deutsche Autorinnen im NA-Genre Erfolge feiern, dann unterstütze ich das gerne und bin so über Mona Kasten an Bianca Iosivoni gekommen. Ihre „Firsts“-Reihe schlägt sich wirklich beachtlich und auch mich konnten die ersten beiden Bände überzeugen, so dass es für mich außer Frage stand, die Reihe weiterzuverfolgen. „Der letzte erste Blick“ und „Der letzte erste Kuss“ waren beide nicht perfekt, aber sie hatten unterschiedliche kleinere Schwächen, die mich hoffen ließen, dass Iosivoni sich beim Schreiben entwickeln kann und das beeindruckt mich immer sehr.

„Die letzte erste Nacht“ begann in meinen Augen unheimlich vielversprechend, weil ich vor allem so wahnsinnig gespannt auf Trevor war, der bisher ja doch immer eher der mysteriöse, ruhige Zeitgenosse war, bei dem ich eben sogleich dachte, bei dem gibt es sicherlich wahnsinnig viel zu entdecken. Tate auf der anderen Seite war in den ersten beiden Bänden schon sehr präsent, aber dennoch war natürlich auch bei ihr das Bedürfnis da, ihr mal hinter die Birne schauen zu dürfen. Auch die Chemie zwischen den beiden stimmt von Anfang, so dass ich für ihre Liebesgeschichte von Seite 1 an voll dabei war.

Obwohl die Grundvoraussetzungen stimmen, hadere ich dennoch wieder ein wenig. Mal fehlt es mir bei den Charakteren, mal fehlt es mir bei der Handlung, aber das ganze glich sich ständig durch starke Szenen wieder aus, so dass das Lesen wirklich eine Achterbahnfahrt war, die ich am Ende insgesamt doch gerne gemacht habe. Die Schwächen bei den Figuren rühren vor allem aus den Fehlern bei der Handlung her. Während die ersten beiden Bände thematisch sehr breit gefächert waren, wirkte der Fokus bei Tate und Trevor sehr verengt. Beide kommen prinzipiell aus stabilen Familien und stellen damit einen krassen Gegensatz zu Emery, Dylan, Elle und Luke dar und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ihre Familiengeschichten dadurch kaum ausgebaut wurden, weil dort vermeintlich kein Drama zu holen war. Dabei hätten Tate und Trevors Familien ganz sicher viele tolle Momente zu bieten gehabt. So dreht sich letztlich alles nur um den Tod von Jamie und dadurch wirkt das ganze Geschehen sogar recht düster.

Ich denke, dass man an diesem Beispiel ganz gut sehen kann, was ich meine, wenn Handlung die Figuren benachteiligt. Gerade dieser Familienaspekt hätte Tate und Trevor noch einmal ganz anders beleuchten können, so wirkten ihre Charaktere zu sehr um ein Ereignis aufgebaut. Aber wie gesagt die Stärken will ich nicht verschweigen. So ist das dargestellte Drama vom Aufbau her schon echt gut und macht das Geschehen unheimlich authentisch. Auch die Quintessenz stimmt und besonders bewegt hat mich das Ende, das nicht alles in rosa Farben darstellte, sondern das eine behutsame Annäherung darstellte, die in Sachen der Authentizität natürlich das Sahnehäubchen war.

Fazit: Ich hätte „Die letzte erste Nacht“ wirklich gerne zu meinem Liebling der Reihe erklärt, weil die Voraussetzungen so großartig waren, aber Schwächen in der Handlung, die in einer eingeschränkten Sicht auf die Hauptfiguren resultieren, kann ich leider nicht leugnen. Trotzdem gibt es wirklich wieder großartige Momente, die beeindruckend unterstreichen, dass Iosivonis Erfolg nicht von ungefähr kommt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(236)

455 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 99 Rezensionen

"fantasy":w=9,"krieg":w=5,"lia":w=5,"rafe":w=5,"kaden":w=5,"mary e. pearson":w=5,"der glanz der dunkelheit":w=5,"liebe":w=4,"morrighan":w=4,"dalbreck":w=4,"venda":w=4,"freundschaft":w=3,"jugendbuch":w=3,"verrat":w=3,"prinzessin":w=3

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Glanz der Dunkelheit

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ONE, 29.03.2018
ISBN 9783846600603
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon lange hat mich eine Reihe nicht mehr so faszinieren können wie „Die Chronik der Verbliebenen“. Noch nicht mal der von anderen verfluchte dritte Zwischenband konnte meine Euphorie eindämmen. Daher bin ich nun mit einem wehmütigen Gefühl an den letzten Band „Der Glanz der Dunkelheit“ gegangen, da es hiernach unwiderruflich vorbei ist. Es heißt Lebewohl zu einer faszinierenden Welt, zu tollen Charakteren und vor allem zu einer noch lange nachhallenden starken Protagonistin zu sagen.

Gerade bei einem Abschlussband habe ich meist die Erwartung, dass es gemächlich losgeht, damit das Ende mit Knalleffekt dasteht. „Der Glanz der Dunkelheit“ zeigt aber schnell, dass es keine Verschnaufpausen geben wird, sondern ganz im Gegenteil wird eine spannende Erzählwelle nach der anderen auf den Leser losgelassen. Und trotz einer ganzen Reihe von Handlungen, verliert die Autorin es auch nie aus den Augen, die ruhigeren, die intimeren Momente zu bieten und vor allem alle aufgeworfenen Handlungen sauber zu Ende zu bringen. Es wird alles beantwortet und auch die kleinen Details, auf die vor allem die aufmerksamen LeserInnen so fixiert sind, werden noch einmal liebevoll bedacht, sei es z. B. am Ende die Aufzeichnungen von Lia, die sich damit in ihre Tradition stellt.

Natürlich ist der Höhepunkt von Band 4 vor allem der große Endkampf. Doch bevor ich zu diesem komme, möchte ich noch einige epischen Szenen erwähnen, die schon so genial geschrieben waren, dass ich sie mir bereits für die große Leinwand vorstellen konnte. Wenn Lia sich nach und nach den Verrätern stellt, habe ich an jedem Wort des Buches geklebt, weil ich so gespannt war, was wohl passiert, welche Wendung wohl noch kommt. Und dieser Konflikt lebte weniger von überraschenden Handlungen, sondern vielmehr von sprachlichen Machtdemonstrationen, die mich sogar fast noch fesseln konnten.

Nun zum Endkampf: ich könnte mir vorstellen, dass dieser für einige Fans zu knapp ausgefallen ist, für mich wurde aber genau das richtige Maß gefunden. Da ich kein sonderlich ausgeprägtes Kopfkino habe, bringen mir seitenweise ausgeführten Schlachtszenen nichts, aber so wie die Autorin die Beschreibungen gestaltet, habe ich ein gutes Bild bekommen, ohne aber zu einem Zeitpunkt überfordert worden zu sein. Es gab genau die richtigen Auseinandersetzungen noch, so dass sich auch hier alle Kreise geschlossen haben und auch die Spannung kam zu keinem Zeitpunkt zu kurz. Das Herz blieb mir dann am Ende aus anderen Gründen kurzfristig stehen, weil ich dachte „sie kann doch nicht wohl…!“, aber am Ende wurde nochmal die Kurve gekratzt, so dass es in meinen Augen das absolut perfekte Ende für eine nahezu perfekte Reihe gab!

Fazit: Der Abschlussband „Der Glanz der Dunkelheit“ bringt die Reihe nahezu perfekt zu Ende, da der Aufbau mich stilistisch mit zahlreichen Höhepunkten und einem kurz und knackig gehaltenen Endkampf überzeugen konnte. Damit hat die Reihe nun offiziell bei mir einen Platz im Herzen, denn auf so einem großartigen Niveau die einzelnen Bände durchzubringen, ist echt kein Hexenwerk!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(315)

693 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 112 Rezensionen

"fantasy":w=11,"liebe":w=10,"die gabe der auserwählten":w=7,"jugendbuch":w=6,"prinzessin":w=5,"lia":w=5,"rafe":w=5,"one":w=5,"kaden":w=5,"mary e. pearson":w=5,"verrat":w=4,"gabe":w=4,"königreich":w=4,"morrighan":w=4,"venda":w=4

Die Chroniken der Verbliebenen - Die Gabe der Auserwählten

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ONE, 26.10.2017
ISBN 9783846600528
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich liebe die „Chronik der Verbliebenen“ bisher wirklich sehr, daher war ich etwas ängstlich, als ich einige Stimmen las, die sich enttäuscht gezeigt haben, dass der letzte englische Band noch einmal in zwei Bände für die deutsche Vermarktung aufgeplittet wurden. Natürlich habe ich auch auf den ersten Blick gesehen, dass der dritte Band deutlich dünner ist als die beiden Vorgänger und trotzdem wollte ich mir das Lesevergnügen nicht bereits im Vorfeld trüben lassen und habe mich daher freudig ins Getümmel gestürzt.

Band 2 hat mich zwar auch mitreißend unterhalten können, aber ich war nicht der größte Fan von Venda, seiner Geschichte und seinen Intrigen und auch weil die drei Hauptcharaktere doch meistens eher für sich als zusammen agiert haben. So sehr ich einzelne starke Charaktere zu schätzen weiß, so bin ich einfach immer begeistert, wenn all diese starken Charaktere zusammenkommen und Seite an Seite noch stärker sind. Genau dieser Teamgedanke wird in „Die Gabe der Auserwählten“ erfreulicherweise in den Fokus genommen. Das Figurenrepertoire wird wieder enger gehalten und dadurch entwickeln sich die einzelnen Beziehungen sehr eindrucksvoll weiter und man lernt die einzelnen Figuren eben noch besser kennen (hier meine ich in erster Linie Rafes treue Freunde). Während der letzte Band sehr viele Handlungen hatte, ist der dritte Band nun vor allem für die angesprochenen Charakterentwicklungen reserviert, wo man deutlich merkt, alles soll intensiviert werden, damit zum großen Höhepunkt alles bereit ist.

Auch wenn es also mehr um die Figuren geht, kann man dem dritten Band auf keinen Fall vorwerfen, dass es handlungsarm wäre. Dieser Band hat zwar nicht den einen Höhepunkt, aber dennoch immer wieder viele Wendepunkte und spannende Handlungen parat. Zudem ist nach Venda nun Dahlbreck dran, auch wenn es natürlich nicht das Reich selbst, sondern ein Außenposten ist und so war es eben sehr spannend, den Kreis nun geschlossen zu haben, weil man nun jedes Reich kennt.

Das Liebesdreieck hat uns nun zwei Bände über begleitet und ich war angetan davon, dass ich zu keinem Zeitpunkt das eine Lager einschlagen wollte, weil einfach beide Möglichkeiten stets ihre Vor- und Nachteile hatten. In diesem Band nun wird das Liebesdreieck meiner Meinung nach beendet, weil Lia sich schon deutlich positioniert und die Entscheidung kann ich zufrieden mittragen, weil es in sich sehr schlüssig wirkt. Lia liegt mir weiterhin sehr am Herzen und auch wenn mir in diesem Band öfters mal „trotziges Kind“ in den Kopf schoss, war ich dennoch auch stets fasziniert von ihr, so was habe ich bei einer weiblichen Protagonistin auch erst ganz selten erlebt.

Den gewählten Cut am Ende von Band 3 finde ich eigentlich gut, zumindest vom größeren Handlungsrahmen her, vom letzten Satz her weniger, weil eben an dieser konkreten sprachlichen Stelle doch wie abgehackt wird. Dennoch finde ich dies nur minimal störend und kann daher mit Erleichterung sagen: ja, „Die Gabe der Auserwählten“ ist sicherlich eher ein Zwischenband, der die Handlung in die richtige Bahn lenken soll und sich dabei vor allem auf die einzelnen Figuren konzentriert, aber wenn all solche Zwischenbände solch ein Genuss wären, dann wäre für den Buchmarkt viel gewonnen!

  (2)
Tags:  
 
334 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.