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34 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Sieben Tage voller Wunder

Dani Atkins , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426520888
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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662 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

liebe, brittainy c. cherry, trauer, wie die luft zum atmen, verlust

Wie die Luft zum Atmen

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 13.01.2017
ISBN 9783736303188
Genre: Liebesromane

Rezension:

Brittany C. Cherry hat mit ihrer Romance Elements-Reihe in Deutschland richtig eingeschlagen. Egal, wohin man schaute, überall tauchten euphorische und begeisterte Rezensionen zum ersten Teil „Wie die Luft zum Atmen auf“. Da dieses Buch genau in mein Beuteschema passt, konnte auch ich natürlich nicht an diesem Buch vorbeigehen, denn meine Lesefreunde im Geiste können ja nicht alle falsch liegen, oder?

Bereits mit der Ausgangslage war für mich klar: dieses Buch wird dich emotional mitnehmen, so oder so. Denn wenn man ein Paar hat, von dem beide ihre erste große Liebe bereits verloren haben und er auch noch seinen Sohn, wie soll es da nicht emotional werden? Neben den ganzen Gefühlen, die wirklich von Seite 1 bis zur letzten Seite erzeugt werden, weiß auch die Sprache zu überzeugen. Sie schwankt zwischen einfach und dennoch stets auf den Punkt und ungeheuer poetisch. Solche Liebesgeschichten mit Erotikanteil haben ja meist eher die Tendenz manchmal plump oder gar vulgär zu erscheinen, aber hier ist die Sprache wirklich einen Handkuss wert.

Abseits von Emotionen und Sprache wissen aber auch die Charaktere zu überzeugen. Tristan und Liz waren für den ersten Moment an perfekt füreinander. Sicherich ist Tristan zu Beginn schwer zu ertragen, aber dennoch ist grundsätzlich der gute Mensch in ihm zu erahnen und wie sie schließlich beide gegenseitig die Persönlichkeiten des anderen ausgraben, das ist schon sehr berührend und authentisch.

Dennoch hatte ich auch meine Momente, wo sich minimal Frust bei mir einstellte. Einmal passiert das relativ zu Anfang, aber es ist schwer ohne große Spoilergefahr genau zu erklären, was mir irgendwann zu viel wurde. Daher sagen wir es so, dass die erste Beziehung, die Liz und Tristan miteinander führten, mir irgendwann schon fast zuwider waren. Das Konzept dahinter gefiel mir nicht und auch dass es solange erzählt wurde. Aber da die Charaktere selbst erkennen, wo der Fehler lag, kann ich letztlich darüber hinwegsehen, denn es musste wohl zu ihrem Heilungsprozess dazugehören.

So einzigartig und individuell die Liebesgeschichte für dieses Genre ist, so stereotyp handeln manche Mal die ganzen Nebenfiguren rundherum. Großer Störfaktor war da für mich Faye, die beste Freundin der Protagonistin. Sie ist zwar eine wahre Freundin, aber ihr Sprechen, ihr Denken, nein, das war mir zu viel. Zudem gibt es die typischen Kleinstadtmuttis, jede Menge Vorurteile und Borniertheit, auch bei den wichtigeren Nebenfiguren und auch Tanner bietet sein ganz eigenes Repertoire an Klischee. Dieses Schema F, das sich hier teilweise über die Nebenfiguren legt, fand ich wirklich schade, denn das hatte die Geschichte zu keinem Zeitpunkt nötig.

Fazit: Brittany C. Cherry erweist sich tatsächlich als eine tolle Erzählerin, die tief berührende Liebesgeschichten zu erfinden weiß. Die Sprache passt sich diesem hohen Niveau an, so dass ein tolles Leseerlebnis entsteht, das von der ersten bis zur letzten Seiten den Leser gefühlsmäßig einzulullen weiß. Doch die perfekte Lektüre ist es leider nicht. Ein Handlungsbogen sagt mir überhaupt nicht zu und neben dem einzigartigen Protagonistenpärchen wird doch zu viel Schema F geboten, was die Geschichte nicht braucht. Aber die Kritikpunkte wiegen für mich nicht schwer, so dass ich begeisterte vier Sterne gebe!

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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123 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

england, geheimnisse, paula hawkins, into the water, thriller

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Paula Hawkins , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2017
ISBN 9783764505233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Girl on the Train“, das auch bereits erfolgreich verfilmt wurde, hat Paula Hawkins für einen richtigen Paukenschlag gesorgt. Ich selbst habe ihr Debüt aber nie gelesen. Als sich bei „Into the Water“ aber eine günstige Gelegenheit ergab, das Phänomen Hawkins mal zu ergründen, habe ich natürlich sofort zugeschlagen.

Was mir schnell ins Auge fiel, waren die sehr unterschiedlichen Erzählperspektiven. Entweder es gab die personale Erzählsituation oder aber die Ich-Perspektive. Warum wer mit welcher Perspektive versehen wurde, war mir als Leserin nicht wirklich schlüssig. Am Anfang war ich auch immer wieder stutzig, weil es schon ein Umdenken im Kopf erfordert, aber man gewöhnt sich schon schnell daran. Die wohl wichtigste Figur, Jules, durfte sogar immer ihre tote Schwester direkt ansprechen. Diese Ich-Perspektive, gepaart mit Du-Perspektive ist wirklich ungewöhnlich, aber ich fand es in die Geschichte eingebunden sehr raffiniert.

Was ich bei Spannungsromanen auch immer großartig finde, ist die Tatsache, wenn viele Figuren ihre Sicht der Dinge erzählen dürfen und dadurch vieles angedeutet wird, ohne aber die große Wahrheit zu verraten. So bleibt viel Platz für Spekulationen und die Spannung auf die Endlösung steigt unweigerlich mit. Das ist hier auch wunderbar gelöst, so dass ich schnell in der Geschichte drin war und regelrecht durch die Seiten flog, weil ich wissen wollte, wie alle Figuren miteinander verknüpft sind, wer wen deckt und wer am Ende der Schuldige ist.

Doch irgendwann kam es zum Bruch. Statt der Endlösung entgegenzustreben wurde sich in viele Nebenschaulätze verstrickt. Diese waren zwar hoch psychologisch angehaucht (was ich durchaus auch immer zu schätzen weiß), aber in diesem Roman wirkte es an manchen Stellen schon fast realitätsfern. Gegen Ende hin ging es plötzlich wieder um die Endgeschichte und dann wurden die entscheidenden Schritte recht schnell abgearbeitet und daher bliebt der Aha-Effekt irgendwie aus. Zwar finde ich die Endlösung richtig gut, aber wie es dem Leser offenbart wird, wirkt irgendwie plump und ein bisschen so, als ob der Autorin am Ende die Zeit vor der Deadline weggeblieben ist.

Fazit: „Girl on the Train“ hat bereits die Kritiker sehr zwiegespalten zurückgelassen, das wird bei „Into the Water“ nicht unähnlich sein. Ich konnte durchaus erkennen, dass Hawkins tolles Erzählpotenzial hat, da sie technisch viele Kniffe parat hat und Handlungsstränge gut miteinander verknüpfen kann und viel Raum für Spekulationen anbietet. Nur leider bringt sie die Ansätze nicht ganz übers Ziel, so dass ich mit drei Sternen nur eine mittelmäßige Bewertung geben möchte.

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Tags: roman, spannung   (2)
 

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320 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

geheimnisse, liebe, zukunft, katharine mcgee, freundschaft

Beautiful Liars - Verbotene Gefühle

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 23.08.2017
ISBN 9783473401536
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Leserin, die sich immer noch gerne in Jugendbücher flüchtet, wurde ich früh auf „Beautiful Liars“ aufmerksam. Als es dann auch noch hieß, dass sich „Pretty Litlle Liars“ und „Gossip Girl“ in diesem Buch vereinen, war ich besonders interessiert. Beide Serien sind zwar viel zu lange gelaufen und haben dadurch ihren Reiz verloren, aber ihr Grundkonzept was faszinierend und ihre ersten Staffeln daher ein unterhaltsamer Begleiter.

Ein faszinierendes Konzept bieten auch die „Beautiful Liars“ von Anfang an. Im Jahr 2118 spielend, also 100 Jahre voraus, wird uns ein New York präsentiert, das nicht mehr viel mit dem aktuellen gemein hat. Wo einst der Central Park Zuflucht für Naturliebhaber bot, steht nun ein fast 1000-stöckiger Turm und jede Etage stellt nochmal ein eigenes Viertel. Die Dimensionen dieses Wolkenkratzers sind fast nicht zu begreifen. Neben diesem veränderten Stadtbild wird auch die Technik gefeiert. Das ganze Buch ist von interessanten, faszinierenden, aber auch erschreckenden technischen Entwicklungen begleitet, die man gar nicht so schnell begreifen kann. Dennoch schwingt immer die Frage mit, würde ich dieses technische Wunder gerne erleben oder lieber doch nicht?

Neben diesem ungeheuer spannenden Setting wird dann eine Geschichte gesponnen, die aus der Sicht von 5 Jugendlichen oder Fast-Erwachsenen erzählt wird. Da hier Eifersucht, Träume, Liebe, Glück, Neid, Intrigen und Manipulationen einen Großteil der Erzählung ausmachen, ist auch nicht zu leugnen, dass die Autorin Katharine McGee einst an „Pretty Little Liars“ mitgeschrieben hat. Diese fünf Perspektiven mitsamt den Neuerungen der Welt der Zukunft waren für den Einstieg in die Geschichte eigentlich viel zu viel. Man braucht schon lange, um wirklich in der Handlung anzukommen und die Figuren auseinanderzuhalten und sie dann kennenzulernen. Hier ist zu Beginn sehr, sehr viel Komplexität, aber das legt sich doch recht schnell.

Ab da verfolgt man vielen einzelnen Handlungen, die sich durch Figuren immer mal wieder überschneiden, dann wieder auseinandergehen, um wieder neu zusammenzukommen. Dadurch entsteht ein toller Lesefluss, da ständig etwas passiert und auch eine schöne Spannung erzeugt wird. Da es einen Prolog gibt, den man für sich als Leser unbedingt auflösen will, steigt die Spannung irgendwann komplett an. Und die Erzählung liefert: am Ende spitzt sich alles zu, alles ist möglich und als die letzte Seite gelesen ist, ist man richtig bedrückt, dass das Lesevergnügen schon wieder vorbei ist. Dieses Lesevergnügen wird auch dadurch untermalt, dass man die Geschichte durch fünf höchst unterschiedliche Köpfe erlebt. Dadurch werden sehr, sehr viele Emotionen freigesetzt, weil man Figuren liebt, andere hasst, bei manchen tut man beides und dadurch war ich emotional so involviert, dass ich mich komplett abgeholt gefühlt habe.

Fazit: Der Einstieg ist sehr komplex, aber ich verspreche es wird besser! Und für das Durchhalten wird man mit einer Geschichte belohnt, die ungeheures Potenzial hat. Man wird mitgesogen, man fiebert mit, man rätselt mit und man wünscht sich, dass es doch nie enden würde. Für die einen mag es abschreckend sein, dass „Beautiful Liars“ tatsächlich Überschneidungen zu Serien wie „Pretty Little Liars“ oder „Gossip Girl“ aufweist, aber ich finde, es gibt nur Überschneidungen zu den besten Zeiten und alleine die detailliert entworfene Zukunftswelt ist es schon wert!

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Tags: gefühle, roman, zukunft   (3)
 

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100 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, unfall, monika maifeld, abschiedsbrief, annäherung

Morgen ist es Liebe

Monika Maifeld
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.09.2017
ISBN 9783426654323
Genre: Liebesromane

Rezension:

Durch den Klappentext und die intensive Leseprobe habe ich mich zu diesem Roman „Morgen ist es Liebe“ hinreißen lassen, da ich von einer Geschichte, die von zwei Menschen, die sich unbewusst gegenseitig das Leben retten, viele einnehmende und berührende Momente erwartet haben, die mich so schnell nicht mehr loslassen.

Der Einstieg in die Geschichte hält diesen Eindruck zunächst, da ich mich beiden Protagonisten (Alexandra und Martin) sehr schnell verbunden gefühlt habe und ihre Lebenssituationen eine gewisse Tragik ausdrückte, die die beiden direkt perfekt füreinander schienen ließ. Doch der Bruch kam nach der Rettung recht schnell. Bruch heißt in diesem Sinne nicht, dass es sich bei „Morgen ist es Liebe“ nicht um einen gutgeschriebenen Roman handelt, nein im Gegenteil, es entpuppte sich als eine Geschichte, die ich leider nicht so und in diesem Stil erwartet hätte, so dass sich doch schnell Enttäuschung bei mir bereit machte.

Diese intensive Beziehung zu Alexandra und Martin wurde recht schnell gekittet, da die Erzählperspektiven immer hin und her jagten und es eben schnell nicht mehr nur um die beiden, sondern um viele andere Figuren auch ging. Alleine in einem Abschnitt wechselte die Perspektive schon mal zwischen drei Personen hin und her und diese Hektik im Erzählen empfinde ich immer als etwas unangenehm. Was dann aber richtig den Vogel abschoss, war die Tatsache, dass auch vollkommen unwichtige Figuren immer ihre Momente bekamen, so dass man ihnen hinter den Kopf gucken konnte (Beispiel Alexandras Kollege) und dass auch Mister Spocks (ein Hund!!!) Perspektive nicht fehlen durfte. Das war mir dann nur noch zu willkürlich und hat zudem gefördert, dass die Intensität bei den wichtigen Figuren nicht mehr gehalten werden konnte.

Alexandra und Martin werden aber auch immer unbedeutender, weil Martha, Alexandras Mutter, sich still und heimlich zur eigentlichen Heldin der Geschichte entwickelte, die den Knotenpunkt der Handlung bildete und am Ende sogar ihre eigene Liebesgeschichte bekam. Ich mochte Martha sehr und dadurch, dass sie eben einen Großteil der Handlung ausmachte, habe ich sie wirklich sehr gut kennen und schätzen lernen können. Aber wegen ihr habe ich diesen Roman nicht gelesen, so dass auch dieser Aspekt mich enttäuscht zurückließ. Als besonders bezeichnend finde ich dann auch, dass ich Marthas zweiten Frühling als glaubwürdiger und süßer erzählt empfand, als dass was Alexandra und Martin miteinander leben.

Die beiden haben über den Handlungsverlauf hinweg recht wenig Szenen miteinander. Die wenigen erzählten fand ich gut, aber insgesamt war es mir zu wenig, als dass ich da wirklich so eine berührende Liebesgeschichte feststellen konnte, wie ich es mir eigentlich erhofft hatte. Zudem wurde die Geschichte schon fast auf lächerliche Weise in die Länge gezogen, weil sich wie in Telenovelas und Daily Soaps eine Kleinigkeit nach der anderen vor die Wahrheit schoben, so dass die großen Lügen immer lange bestanden blieben.

Fazit: Ich habe für mich resultiert, dass ich vielleicht nicht ganz der Zielgruppe von „Morgen ist es Liebe“ entspreche, weil ich die Geschichte zwar nicht schlecht fand, aber sie insgesamt als oberflächlich in Erinnerung behalten werde, weil die erhofften intensiven Momente weitestgehend auf der Strecke bleiben. Zudem entwickelt sich die Geschichte vollkommen überraschend, hat irgendwann nur noch wenig mit dem Klappentexte zu tun und die eigentliche Heldin ist eine ältere Witwe, so dass ich diesen Roman auch eher in der Zielgruppe 50 + einordnen möchte.

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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liebe, baseball, baseball love, kunst, freundschaft

Der große Fang: (Chick-Lit, Liebesroman): 5 (Die 'Baseball Love' Reihe)

Saskia Louis
E-Buch Text: 316 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 13.07.2017
ISBN 9783960870807
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die „Baseball-Love-Reihe“ ist in meinen Augen wirklich eine der Überraschungshits, da ich mich in diesem Genre selten von deutschen AutorInnen so unterhalten fühle. Natürlich hat auch diese Reihe ihre stärkeren und ihre schwächeren Bände, aber nicht einer hat mich bisher in Verlegenheit gebracht zu sagen, dass die Reihe nun für mich vorbei ist. „Der große Fang“ ist neben einer kleinen Novelle bereits der vierte Band und wurde von mir sehnsüchtig erwartet.

Saskia Louis zeigte sich sehr fannah und wollte daher von ihren Lesern wissen, welches Paar man sich als nächstes wünscht. Für mich war irgendwie klar, dass jetzt nur noch Jake kommen könnte, da wohl jeder Fan der Reihe Jake geläutert erleben will. Daher war ich etwas überrascht, dass „Der große Fang“ sich um Ryan und Grace dreht. Grace hat mich weniger überrascht, da sie die weibliche Protagonistin war, die sich nun als einzige noch aufgedrängt hat. Ryan dagegen war zwar Teil des Teams, aber in meinen Augen wirklich sehr unauffällig. Lustigerweise hat sich bei einem Test, welcher der männlichen Protagonisten am besten zu mir passt, Ryan ergeben und nach Beendigung dieses Bandes kann ich das auch durchaus nachvollziehen. Er wirkt sehr familiär, in sich ruhend und selbstbewusst. Er hat eine gewisse Überheblichkeit, ohne dabei aber arrogant zu wirken und seine Demut machen ihn wirklich sehr sexy. Er ist bisher sicherlich der „Normalo“ unter den Protagonisten, aber in dieser Rolle weiß er zu brillieren und mich wirklich durchweg zu überzeugen.

Meine Beziehung zu Grace war da schon etwas steiniger. In den Vorbänden gefiel sie mir eigentlich ganz gut, aber im ersten Drittel dieses Bandes wirkt sie schrecklich unsicher, hysterisch und echt wie ein Waschlappen. Ich habe mir schon wirklich Sorgen um diesen Band gemacht, da die Liebesgeschichte alleine schon an Graces Persönlichkeit zu scheitern drohte, aber dann kam zum Glück die Wende. Grace findet wieder zu sich selbst und wenn sie dann noch verletzlich wirkt, werden zumindest nachvollziehbare Gründe dafür geliefert. Insgesamt wirkt sie letztlich mutig und sehr selbstreflektierend und gerade am Ende trägt sie die Geschichte fast komplett.

Der Handlungsverlauf hat mir sehr gut gefallen, da er sich von den anderen drei Bänden deutlich absetzen konnte, ohne aber die Basics zu vernachlässigen. Ryan und Graces Beziehungsentwicklung war sehr ungewöhnlich, aber dennoch stets mit viel Chemie und feinen Dialogen gespickt. Auch das Drama zwischendurch war wohl gewählt und hat mich nicht einmal „unrealistisch“ denken lassen. An dieser Stelle bin ich wirklich hochzufrieden!

Fazit: „Der große Fang“ wartete mit einem – für mich unerwarteten – Pärchen auf, aber gerade das weiß letztlich sehr zu überzeugen. Ryan ist für mich tatsächlich DIE Überraschung, der sich fast sogar zu meinem Lieblingsprotagonisten entwickelt hat. Mit Grace hatte ich meine Startschwieirigkeiten, aber das legte sich zum Glück schnell, so dass ich die ungewöhnliche Storyentwicklung genießen konnte und bereits jetzt tippe, dass es im nächsten Band ein Wiedersehen mit Ty und Cara geben wird.

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Tags: gefühle, liebe, reihe   (3)
 

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324 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

liebe, nachtblumen, carina bartsch, sylt, trauma

Nachtblumen

Carina Bartsch
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499291081
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was habe ich „Kirschroter Sommer“ und „Türkisgrüner Winter“ geliebt! So großartig die Autorenneuentdeckung Carina Bartsch auch war, so sehr konnte ich nachvollziehen, dass sie danach lange in einem Loch war und dann sehr lange am Manuskript zum nun veröffentlichten „Nachtblumen“ gearbeitet hat. Wie sollte man die beiden so erfolgreichen Erstlingswerke auch toppen? Bartsch hat eine interessante Lösung gewählt: sie schreibt zwar immer noch für junge Erwachsene, aber Grundausrichtung ist eine ganze andere und hier kommt die Erklärung, wie mir dieser Schritt gefallen hat.

„Nachtblumen“ hatte es in vielerlei Hinsicht schon einfach, weil mit Jana eine Hauptfigur aufgeboten wurde, in der ich mich sehr häufig wiederentdeckt habe und wenn es doch noch andere Charaktereigenschaften gab, dann habe ich mich selbst das großartig hineinversetzen können, weil Jana wirklich sehr greifbar charakterisiert wurde. Jana nimmt definitiv den Hauptteil der Geschichte ein und es ist sehr berührend, wie man mit ihr nach und nach ihre Dämonen bekämpft und sie beim Wachsen zu ihrem wahren Ich begleiten darf. Diese Entwicklung enthält unheimlich viele kleine Schritte, aber jeder einzelne ist so wichtig, weil dadurch sehr authentisch klar wird, warum sie sich wandelt und warum sie am Ende des Romans eine junge, lebenslustige und mutige Frau ist. Hier muss ich wirklich kräftig loben, denn selten habe ich eine so glaubwürdige Entwicklung mitverfolgen können.

Neben Jana werden auch einige andere Figuren aufgeboten. Mit der Psychologin Flick, mit den Gasteltern Klaas und Anke und mit Janas Mitbewohnern werden eine ganze Reihe an unterschiedlichsten Charakteren aufgeboten. Thea Flick war z. B. der quirlige, lustige Ausgleich zu der eher melancholischen Jana und die Gasteltern die strengen, aber stets liebevollen Motivierer. Zwar habe ich mich mit einigen Figuren richtig wohl gefühlt, aber im Gegensatz zu Jana wurden sie alle in entscheidenden Aspekten vernachlässigt. Viele Aspekte ihrer Vergangenheit werden angedeutet, aber nie vollends aufgelöst. So habe ich mich aus diesem Buch mit sehr, sehr vielen Fragen verabschiedet und habe richtig bedauert, dass mit weitere 500 Seiten es nicht erlaubten, alles zu wissen.

Diese inhaltlichen Lücken entstehen aber auch, weil einer sehr große Erzählspanne bedient werden muss. Insgesamt etwa sechs Jahre. Mir ist bewusst, dass da nicht alles erzählt werden kann. Zumal die sechs Jahre auch so ein Zeitraum sind, wo ich sagen kann, ja, das ist realistisch, dass sich Jana da so sehr entwickelt hat. Denn oftmals kritisiere ich in Büchern, die ebenfalls junge Frauen auf der Reise zu ihrem Ich begleiten, dass die Zeitspanne viel zu kurz ist und es unglaubwürdig wirkt. Das kann ich hier nicht kritisieren, muss ich sogar loben, aber wenn dadurch logische Lücken entstehen, dann ist das auch nicht 1A-Weg.

Den letzten Abschnitt möchte ich nun noch der Liebesgeschichte widmen, die mich ebenfalls etwas zwiespältig zurückgelassen hat. Ich fand es sehr abwechslungsreich, dass es hier nicht um eine junge Liebe, begleitet von rosa Herzchen, rosaroter Brille und ähnlichen unrealistischen Traumbildern geht. Denn das hätte zu den traurigen Themen und der Melancholie der Geschichte nicht gepasst. Dennoch nimmt die Liebesgeschichte eher einen kleinen Raum ein und in meinen Augen fast zu wenig, um wirklich eine Beziehung zu Jana und Collin als Paar aufzunehmen. Die ersten Schritte der beiden zueinander hin sind süß, vorsichtig und damit perfekt für ihre jeweiligen Charaktere. Irgendwann nimmt das Tempo zu, damit verknüpft sind aber schnell erste Dämpfer, die das Glück trüben, die mich teilweise sogar frustriert haben. Ich war sogar soweit die beiden vielleicht als unpassend füreinander zu erklären. Aber vielleicht hat das auch die Autorin erkannt, da sie schließlich einen anderen Weg wählt, der tatsächlich viel besser zu den beiden passt und der mich dann auch zufrieden zurücklässt.

Fazit: Ich weiß, ich weiß, meine Argumente klingen eigentlich mehrheitlich negativ, trotzdem möchte ich „Nachtblumen“ wohlverdiente vier Sterne geben. Ich habe einen Heidenrespekt, dass sich Bartsch mit diesem Roman neu erfunden hat und auch abseits von Humor und Leichtigkeit ihren Weg gefunden hat. „Nachtblumen“ war nicht perfekt, da sich durch die große Erzählspanne einige Lücken ergeben haben, die man als Leser entweder selbst stopft oder als unbeantwortet akzeptieren muss. Dafür war ich tief beeindruckt von der unglaublichen realistischen Entwicklung von Jana, die begleitet war von Angst, Trauer, Mut, Freude, Empathie und gefüllt allen anderen Emotionen der Palette. Das habe ich selten so großartig irgendwo niedergeschrieben gesehen!

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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296 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

rassismus, angie thomas, the hate u give, jugendbuch, thug

The Hate U Give

Angie Thomas , Henriette Zeltner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.07.2017
ISBN 9783570164822
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bereits weit vor der deutschen Veröffentlichung von „The Hate U give“ hat bereits die englische Ausgabe in Deutschland für viel Furore gesorgt und einige – mir auch als sehr kritische Leser bekannt – haben immer wieder betont, wie sehr sie sich auf die deutsche Erstveröffentlichung freuen und wie wichtig dieses Buch sei. Wenn man so ein Buch angeworben bekommt, was erwartet man da? Zwangsweise ein literarisches Feuerwerk, wie auch immer das genau aussieht. Und genau da, wenn solche Erwartungen geschürt werden, dann wird es für das Buch meist sehr schwer. Nachfolgend nun meine Einschätzung, ob der Vorab-Ruhm dem Jugendbuch gerecht wird oder ihm – im Gegenteil – eher geschadet hat.

Was mir bei diesem Jugendbuch sofort ins Auge gesprungen ist, ist natürlich die Aktualität der Thematik. Während wir in Deutschland uns eher mit Hass gegen Muslime und Juden auseinandersetzen müssen, ist in den USA der Rassismus gegen die schwarze Bevölkerung an der Tagesordnung. Ähnliche Themen und doch so unterschiedlich, da verschiedene Kulturen und Völker involviert sind. Natürlich ist auch mir der Rassismus gegen Schwarze bewusst, aber trotzdem ist es eigentlich ein Thema, das einen in Deutschland nur sekundär tangiert, daher war es für mich wirklich wichtig, diese Welten, die in Amerika aufeinanderprallen, nun einmal hautnah durch die Protagonistin Starr miterleben zu können. Die Vorurteile und der tatsächlich unterschiedliche Lebensstil wurden in der Geschichte sehr deutlich gemacht und es wurden mir viele Aspekte vor Augen geführt, die ich zwar bereits erahnen konnte, aber noch mal im Schlimmsten vor Augen geführt bekam. Denn es ist nun mal ein Fakt: mit schwarzen Protagonisten habe ich es bisher wirklich nur sehr wenig zu tun gehabt, daher war die Geschichte durch Starrs Augen zu erleben, eine neue und wichtige Erfahrung.

Starr ist auf Grund ihrer Geschichte natürlich eine gelungene Protagonistin, da sie den Hass gegenüber ihrer Hautfarbe in vielfältigster Weise erleben musste. Aber auch ihre Persönlichkeit macht sie zu einer sehr angenehmen Begleiterin, da sie ein Familienmensch, mutig und selbstbewusst ist und weil sie Werte hat, für die sie eintritt. In ihrem Zusammenhang möchte ich auch positiv hervorheben, dass die Geschichte perfekt auf sie geschrieben wurde. Im Schreibstil der Autorin lässt sich eine klare Stimme für Starr erkennen. Sowohl ihrer Persönlichkeit gemäß, als auch an ihrer Sprache absehbar. Dieser amerikanische Slang, der für Schwarze so typisch ist, war für mich gewöhnungsbedürftig, aber passte perfekt auf Starr als Person. Und ich bewundere es grundsätzlich, wenn Jugendbücher auch wirklich sprachlich Jugendliche widerspiegeln.

Die Handlung ist aber sicher der Hauptaspekt des Buches, warum es einen solchen Hype erfahren hat. Auch hier möchte ich zunächst loben, da wirklich sehr viele thematische Brennpunkte sehr authentisch und mitreißend abgearbeitet wurden. Sogar eine gewisse Spannung war drin, da die Situation teilweise so brisant war, dass man sich bereits vor der nächsten Katastrophe fürchten konnte. Die Themenblöcke waren gut miteinander verknüpft und es wurde anschaulich dargestellt, wie das Leben einer schwarzen Jugendlichen in Amerika aussieht.

Dennoch bin ich mit der Handlung nicht komplett zufrieden. Starr kommt aus einem für ihre Wohngegend recht privilegierten Haushalt und dadurch erscheint mir die Situation nicht immer so gefährlich, wie sie mit einer anderen Protagonistin noch eindrucksvoller hätte dargestellt werden können. Zudem gibt es zwischendurch doch ein paar Heile-Welt-Szenen, die sicherlich zeigen sollen, wie das Leben trotz allem zu genießen ist, aber diese wirken in der Komplexität der Handlung dann so banal, dass sie mich eher störten. Andere Aspekte waren zwischendurch dann zu jugendhaft, zu klischeehaft dargestellt, dass sie dann einen Augenroller von mir erhielten.

Fazit: Ich kann absolut nachvollziehen, warum „The Hate U Give“ sowohl auf dem fremdsprachigen, als auch auf dem deutschen Buchmarkt einen solchen Hype erfahren hat. Aktuelle Themen werden durch die sehr authentische Sicht eine beteiligten schwarzen Jugendlichen dargestellt und dabei wird eine ungeheure Portion an Brisanz, Spannung, Entrüstung über das Gelesene und Verständnis beim Leser ausgelöst. Noch nie habe ich so einen Blick mitten ins Herz des Lebendes der Schwarzen in Amerika erhalten und es hat mich an sehr, sehr vielen Stellen tief berührt. Die Thematik ist definitiv der Trumpf, denn das Jugendbuch hat doch seine kleineren Schwächen, die aber an der Wichtigkeit des Themas nicht rütteln und auch das Lesevergnügen nicht einschränken können.

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Tags: aktualität, jugendbuch, zeitgeschehen   (3)
 

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160 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, jugendbuch, hanser, jennyhan, erste liebe

P.S. I still love you

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254800
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„To all the boys I’ve loved before“ war eines meiner Lesehighlights des letzten Jahres, da ich vom Schreibstil, der Grundidee und der liebevollen Schwesterbeziehung regelrecht hin und weg war. Dieses Buch hätte wunderbar für sich alleine stehen können, aber Jenny Han hat mit „P.S. I still love you“ nachgeliefert.

Vorneweg möchte ich gerne auf die positiven Aspekte dieses Buches eingehen. Man erkennt den Schreibstil, das heimelige Setting und die wohlbekannten Figuren direkt wieder und ist wieder mittendrin in der Geschichte, auch wenn man vielleicht einige Monate nichts aus dieser literarischen Welt mitbekommen hat. Mir gefällt weiterhin das viele aktuelle Themen wie Mobbing und früh erwachende Sexualität hier behutsam, aber doch bestimmt angesprochen werden. Mir gefällt ebenfalls wie charmant und mit all ihren Höhen und Tiefen die Beziehung von Lara Jean und Peter weiteraufgebaut wird. Es ist nicht alles rosarot und die Gedanken, die sich Lara Jean in dieser Entwicklung macht, sind sehr authentisch und nachvollziehbar gestaltet.

Neben diesen positiven Anmerkungen habe ich leider aber auch einige negative Aspekte zu nennen, die erklären, warum für mich der zweite Band eher eine Enttäuschung ist. Zum einen ist die von mir so hochgelobte Schwesternbeziehung auf dem ersten Band kaum vorhanden, da Margo komplett auf ihrem Auslandssemester verweilt und Kitty wirklich nur eine kleine Nebenrolle spielt. Der zweite Aspekt ist an die Briefe gebunden, die im ersten Teil eine wichtige Rolle spielten. grundsätzlich fand ich es gut, dass die Briefe wieder thematisch aufgegriffen wurden, weniger gut fand ich, dass sich dadurch die nächste Dreiecksgeschichte entwickeln musste. Im ersten Band noch stand Lara Jean zwischen Peter und Josh (dessen Rolle im zweiten Band auch lächerlich gering ist) und nun zwischen Peter und John. Die Beziehung zwischen Peter und Lara Jean hätte man auch anders auf die Probe stellen können.

Neben diesem klischeehaften Thema werden auch noch andere für Jugendbücher typische Themen geboten wie die bedrohliche Ex-Freundin, der alleinerziehende Vater muss verkuppelt werden und so weiter. „To all the Boys I’ve loved before“ wirkte einfach frischer.

Fazit: Der erste Band hat für sich wunderbar funktioniert, daher muss ich mich nach „P.S. I still love you“ wirklich fragen, ob sie die Autorin mit diesem Band nicht selbst ins Knie geschossen hat, da der zweite Band wirklich nur nochmal wie ein Aufwärmen der Inhalte aus dem ersten Band wirkt. Zudem ist dieser Charme, den die Geschichte versprühen konnte, nur noch geringfügig zu erkennen. Da es auch noch einen dritten Band gibt, hadere ich nun wirklich, was ich mit dem noch machen soll. Lesen oder lieber doch nicht?

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Tags: gefühle, jugendbuch, liebe   (3)
 

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509 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

götter, liebe, fantasy, kampf, titanen

Erwachen des Lichts

Jennifer L. Armentrout , Barbara Röhl
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670968
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jennifer L. Armentrout ist innerhalb des New Adult-Genres ein Must Read bei mir. Im Fantasy-Bereich habe ich dagegen noch verhältnismäßig wenig von ihr gelesen, denn bis jetzt habe ich nur den ersten Band der Obisidan-Reihe gelesen, die ich aber definitiv beenden werde. Mit der neuen Götterleuchten-Reihe sah ich eine passende Möglichkeit, wieder mal etwas von ihr im Fantasy-Genre zu lesen und das obwohl ich wusste, dass dieser neuen Trilogie die Dämonentochter-Reihe vorausgeht.

Im Prinzip ist es nicht schlimm, dass ich die Dämonentochter-Reihe noch nicht gelesen habe, da die wichtigsten Begrifflichkeiten und auch die erneut auftauchenden Figuren immer einen Kontext erhalten, so dass man sich auch ohne bereits angeeignetes Fachwissen gut in der von Armentrout geschaffenen Götterwelt zurechtfinden kann. Negativ ist mir aber aufgefallen, dass das letzte Drittel des Buches arg den Inhalt den Dämonentochter-Reihe spoilert, so dass mein Bedürfnis, diese Reihe nun noch nachzuholen, arg gedämpft ist. Auch von der Strategie der Autorin und des Verlags her sehr fragwürdig, weil die neue Reihe ja eigentlich ein tolles Werbemittel für die alte darstellen könnte.

Der Einstieg in die Geschichte verlief leider nicht ganz harmonisch. Die ersten Seiten war zwar sehr amüsant (insgesamt ist in der ganzen Geschichte eine schöne Portion Humor dabei), aber ich hatte dennoch so meine Probleme mit den Hauptfiguren. Da ich Seth ja noch nicht kannte, war er für mich ein sehr überhebliches und selbstverliebtes Wesen, das nicht gerade mein Interesse wecken konnte. Da hat es auch nicht geholfen, dass die andere Hauptfigur, Josie, nur die ganze Zeit damit beschäftigt war zu betonen, wie gut Seth aussieht und zu zeigen, dass sie keinen klaren Gedanken mehr fassen kann. Damit sind wir auch schon bei Josie, da sie wie ein pubertierendes Wesen durch die Gegend lief, immer in Schwierigkeiten gerät und trotzdem nur an Seth und das Eine denken kann.

Zum Glück legt sich diese Oberflächlichkeit mit der Zeit. Vor allem Seth gewinnt durch den Handlungsverlauf schnell an Tiefe. Er macht eine interessante Entwicklung durch und wird tatsächlich zu dem überzeugenden Helden, den so eine Geschichte braucht. Josies Entwicklung läuft leider deutlich langsamer, aber gerade am Ende habe ich Hoffnung für sie. Im Resümee muss ich jedoch sagen, dass Josie bis hierher noch eine enttäuschende Protagonistin ist.

Die Welt, die Armentrout geschaffen hat, ist für mich neu und durchaus interessant. An manchen Stellen ist ihre Vorstellung noch etwas komplex, so dass die ein oder andere Erklärung noch schön gewesen wäre, aber insgesamt gefällt mir die Götterwelt sehr gut. Denn sie bietet eben enormes Handlungspotenzial, das auch im ersten Band schon mehrfach angedeutet wird. Es gibt einige sehr spannende, actiongeladene Szenen, die der Handlung Glaubwürdigkeit und Wendungen verleiht. Über das ganze Buch hinweg sind mir diese Szenen in ihrer Anzahl jedoch zu wenig. Denn es gibt unheimlich viele Szenen, die eher einem reinen NA-Roman gut zu Gesicht gestanden hätten. Die Liebesgeschichte wird schon durch Josies Charakter bedingt unheimlich an Material und Szenen gefüttert. Diese Szenen sind auch gut geschrieben, denn Armentrout kann NA bestens, aber in so einer Trilogie, die eben einen großen Fantasy-Anteil hat, viel zu viel.

Fazit: „Erwachen des Lichts“ bildet durchaus einen guten Auftakt, der die Leser für die restlichen zwei Bänden bei der Stange halten sollte. Die Charaktere sind zwar zunächst oberflächlich, aber gerade Seth gewinnt mehr und mehr an Profil, was der Geschichte erheblich guttut. Die Handlungswelt ist gelungen, wird aber leider im Rückblick zu wenig genutzt, denn die spannenden, actiongeladenen Szenen sind zu wenig vorhanden. Stattdessen werden sehr, sehr viele Seiten für die Entwicklung der Liebesgeschichte genutzt. Dies ist zwar gut erzählt, kann in einer Fantasy-Trilogie aber lieber den kleineren Erzählanteil bieten.

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Tags: fantasy, liebe, roman   (3)
 

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104 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

thriller, dänemark, spannung, mord, elitesoldat

Oxen. Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei dänischen Krimis bzw. Thrillern fällt mir als erstes der Name Jussi Adler Olsen ein. Es gibt natürlich zahlreiche weitere dänische Namen, aber er steht vor allem in den letzten Jahren für das Prädikat spitzenklasse. Mir ist klar, dass das nicht automatisch bedeutet, dass jeder andere dänische Krimiautor automatisch abliefert, aber Olsen war tatsächlich der Hauptgrund, dass ich mich auf Jensen und „Oxen“ eingelassen habe.
Der Beginn des Buches ist recht flott erzählt. Es gibt viele kurze Kapitel, es passieren direkt einige spannende Handlungen, aber den Zusammenhang kann man leider nur schwerlich begreifen. Es wirkt tatsächlich so, als ob mehrere Geschichten erzählt werden. Da man zum Teil auch das Gefühl hat, dass kaum etwas passiert, wirkt das Erzählte unheimlich zäh. Die einzige Konstanz in diesem Wirrwarr sind die Abschnitte zu dem Obdachlosen, der mit seinem Hund unterwegs ist und von dem man zunehmend ahnt, dass er der titelgebende Held ist. Das hat mich sicherlich verblüfft, gleichzeitig aber direkt fasziniert. Denn ich liebe neue Reihen, denen ein ungewöhnliches Konzept zu Grunde liegen und nichts Anderes kann man von der „Oxen-Reihe“ behaupten.
Oxen ist eine Figur mit einigen Ecken und Kanten, die auf ungewöhnliche Weise zum Ermittler mit unheimlich gutem Gespür avanciert. Aber nicht nur Oxen weiß zu begeistert, auch seine Partnerin Margarethe Frank hat das Wort „anders“ förmlich auf die Stirn tätowiert. Sie hat ebenfalls eine bewegte Vergangenheit, ist eine hervorragende Spürnase und unglaublich zäh. Zusammen bilden sie ein Duo, das erst auf den zweiten Blick einen sympathischen Eindruck vermittelt. Denn sie sind so vielschichtig gestaltet, das man erst hinter die Fassade blicken muss, um echtes Gefallen an ihnen zu finden.
Neben diesen spannenden Figuren tut der Geschichte auch gut, dass irgendwann die inhaltlichen Zusammenhänge doch noch zu erkennen sind. Von da an entwickelt sich eine spannende und ungewöhnliche Ermittlungsarbeit. Schon Oxen, der Ex-Soldat als Ermittler, ist überraschend, aber auch dass der Bundesnachrichtendienst so intensiv in die Ermittlungen eingebunden wird. Jensen geht in seiner Geschichte einige ungewöhnliche Wege und das gefällt mir. Vor allem ab der Hälfte des Buches kommt Richtung Fahrt in die Geschichte. Es kommt ständig zu neuen Ermittlungsergebnissen, es gibt neue Verwirrungen und Vertrauensbrüche und die Spannung ist durchweg da. Zudem ist der Fall so dick aufgezogen, dass er die Reihe noch über zwei weitere Bände begleiten wird. Und das wirkt mir von der jetzigen Warte aus auch gar nicht langweilig, denn dieses Mysterium hinter der Geschichte hat wirklich unheimlich viel Potenzial.
Fazit: Ein wirklich toller dänischer Thriller, wenn nur nicht der zähe und auch höchst verwirrende Beginn gewesen wäre. So wird der Gesamteindruck etwas getrübt, aber auf der Habenseite bleibt stehen, dass „Oxen“ faszinierende und ungewöhnliche Charaktere aufbietet, ebenso ungewöhnliche Ermittlungsmethoden. Zudem ist die Spannung ab der Hälfte des Buches angezogen, so dass es wirklich bis zum Ende ein heißer Ritt bleibt. Ich werde bei dieser Reihe definitiv am Zug bleiben!

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Tags: reihe, spannung, thriler   (3)
 

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406 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 146 Rezensionen

liebe, europa, reisen, reise, liebe findet uns

Liebe findet uns

J. P. Monninger , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548289557
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Liebe findet uns“ hat alleine durch das Cover schon richtig Lust auf mehr gemacht. Dazu der Klappentext, der eine abenteuerliche Europareise von jungen Erwachsenen verspricht und dazu eine gehörige Portion Liebe. Wenn dann auch noch die Promotion zu einem Buch so intensiv ausfällt, dann greift man gerne zu, wenn sich die Möglichkeit zum Lesen ergibt. Letztlich bereue ich es aber, dass ich mich sowohl vom Cover als auch vom Klappentext und der aufwendigen Werbung habe täuschen lassen.

Der große Knackpunkt dieser Geschichte ist in meinen Augen der Schreibstil, da dieser überhaupt nicht einheitlich ist und ich mich daher nie richtig wohlgefühlt habe zwischen den Buchdeckeln. Die Geschichte beginnt mit der Du-Perspektive. Eine Perspektive, die mehr als ungewöhnlich ist und deswegen stolpert man regelrecht darüber. Doch ich habe zunächst drüber weggesehen, da ich es als ein pfiffiges Stilmittel sehen wollte. Doch dieses Stilmittel wird immer mal wieder aufgegriffen, ohne dass sich für mich erklärte, wann der Autor diese Perspektive aus welchem Grund wählt. Neben der Du-Perspektive fällt ins Auge, dass im ersten Drittel der Geschichte nur kurze Kapitel zu finden sind. Das erzeugt beim Lesen eine gewisse Hektik, zumal in den einzelnen Kapiteln auch kaum etwas passiert. Später werden die Kapitel dann auch länger und haben die perfekte Länge, warum also am Anfang so kurz? Zuletzt möchte ich in Bezug auf den Erzählstil erwähnen, dass ich irritiert war, wie problemlos sich seitenlange simple Dialoge mit weitschweifigen Passagen mit poetischer Sprache gegenseitig ablösten. In der poetischen Sprache entdeckte ich den Englisch-Professor, in den Dialogen war ich aber nur verwirrt, weil diese alles andere als poetisch oder tiefgründig waren. Damit bleibt für mich als Fazit, dass ich Monniger als Erzähler nicht identifizieren konnte, weil er zu widersprüchliche Signale gesendet hat.

Neben dem Erzählstil habe ich mich aber auch mit den Figuren und dem Verlauf der Geschichte schwer getan. Durch Heathers Augen erlebt man die Geschichte und auch wenn ich sie stellenweise als anstrengend empfand, konnte ich sie doch am besten greifen, weil mir ihre Motive und Denkweisen schlüssig wurden. Die anderen Figuren wirken aber häufig eher oberflächlich und dazu gehört leider auch Jack. Am Anfang war er noch der Charmeur, der keinem spritzigen Wortgefecht aus dem Weg ging, aber irgendwann wurde er blasser und blasser, weil man ihm eben nicht hinter den Kopf schauen konnte und er mir so nie als erinnerungswürdige Figur zurückbleiben wird.

Die Handlung wird insgesamt gemächlich vorangetrieben. Eigentlich perfekt, um – so dachte ich zumindest – sich intensiv der Liebe und dem Leben zu widmen. Aber das passiert leider viel zu selten. Häufig stagniert die Handlung regelrecht, manchmal ist sie absurd, manchmal fragwürdig und erst am Ende entwickelt sie sich dahin, was ich mir für die gesamte Erzählung erhofft hätte.

Fazit: „Liebe findet uns“ fällt bei mir leider durch und ich rätsle wirklich, was den Verlag zu diesem Aufwand für die Werbung bewogen hat. Denn das Buch überzeugt weder von den Figuren, weder von der Handlung, noch vom Schreib- und Erzählstil. Lange Zeit bleibt vieles oberflächlich, der Stil ist verwirrend und der Autor Monninger ist für mich nicht zu charakterisieren. Erst ganz am Ende kann man erahnen, wo die Geschichte hätte hingehen können, aber das ist leider viel zu wenig für eine Leseempfehlung.

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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(84)

182 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

thriller, schulklasse, schweden, versetzung, konstruierte handlung

Und morgen du

Stefan Ahnhem ,
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.06.2015
ISBN 9783548612904
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stefan Ahnhem ist nun bereits seit ein paar Jahren auf dem Krimimarkt bekannt und seine Fabian-Risk-Reihe hat bereits drei Bände. Bei mir hat es etwas länger gedauert, aber nun habe auch ich mich endlich „Und morgen du“, dem Auftaktband der schwedischen Krimireihe gewidmet. Ich habe große Hoffnungen in diese Reihe gesetzt, da die Kritiken durchaus positiv waren und ich schwedischen Krimis sowieso sehr positiv gegenüberstehe.

Mein großes Problem dieses Auftaktbandes ist ehrlich gesagt der Namensgeber dieser Krimireihe selbst: Fabian Risk. Zunächst nahm ich ihn als Familienvater war, der sich nur auf die Ermittlungen einlässt, weil persönlich betroffen ist. Diese Ausgangslage gefiel mir, weil viele Ermittler einsame, verbitterte Männer sind, die entweder nie eine Familie hatten oder diese bereits verloren oder zerstört haben. Der zweite Aspekt war, dass ein persönlicher Fall sehr viel Potenzial bot, den Ermittler gleich mit dem Auftaktband sehr gut kennenzulernen. Der erste Aspekt hat sich als Trug erwiesen und der zweite Aspekt hat gezeigt, dass Fabian Risk eher eine unbequeme Persönlichkeit ist, mit der man wohl nur mit langem Anlauf warm werden kann. Seine Alleingänge, sein grottiges Verhalten als Familienvater, dass ständige Betonen, wie gut er aussieht und dass er diese Tatsache einzusetzen weiß, da waren wirklich einige Aspekte, die mich Fabian Risk auch nach Beendigung des Bandes negativ gegenüber stehen lassen. Carl Mork, die zentrale Figur bei Jussi Adler Olsen ist ebenfalls eine unbequeme Figur und dennoch habe ich ihn über all die Zeit zu schätzen gelernt. Bei Risk ist das die große Frage: er bietet zwar gute, aber auch viele negativen Facetten und grundsätzlich identifiziere ich mich lieber mit „guten“ Menschen.

Der Fall dagegen war sogar unabhängig von Risks persönlicher Involvierung, klasse für einen ersten Band gewählt. Es wird kein harmloser Mord oder sonstiges geboten, stattdessen wird wirklich ein Killer der Extraklasse geboten, der einen Schüler einer Klasse nach dem anderen tötet. Durch die vielen Morde passiert unheimlich viel, es kommt nie Langeweile auf, so dass man regelrecht atemlos durch die Seiten hechelt. Dadurch dass sehr viel passierte und auch aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wurde, hätte es der Geschichte gut getan, wenn die Kapitel mit Datum- oder Wochenendangaben und sogar der Uhrzeit versehen worden wären. Denn manches Mal wurde etwas erzählt und das Kapitel danach war in der Zeit wieder davor. Das sind kleinere Dinge, bei denen man beim Lesen drüber stolpert und unnötig hängenbleibt. Das muss nicht sein.

Die vielen Perspektiven haben mit gut gefallen, ohnehin liebe ich bei Krimis ein großes Perspektivenrepertoire, weil es die Spekulationen gewinnbringend anheizt und weil so vielen Figuren hinter die Stirn geguckt werden kann. Seltsam war nur, dass der Beginn des Krimis fast nur aus Fabians Sicht erzählt wurde und urplötzlich kamen noch zig andere Perspektiven hinzu. Das war in der Erzählung selbst nicht ganz stringent. Die verschiedenen Perspektiven waren auch mit guten Figuren mit viel Potenzial für weitere Bände besetzt, sei es Fabians neues Team oder auch Dunja. Alle scheinen pfiffig zu sein und solche Nebenfiguren hat man doch gerne.

Beim Fall weiß ich nicht nur die Bösartigkeit und die Brutalität des Mörders zu schätzen, sondern auch dass der Fall unheimlich spannend konstruiert ist und einige Wendungen geboten hat, die ich so nicht habe kommen sehen. Manche Krimiautoren versuchen verzweifelt Überraschungsmomente einzubauen, die aber scheitern, weil sie zu offensichtlich sind, aber „Und morgen du“ bietet tatsächlich überraschende Momente, mit denen ich nicht gerechnet habe. Zu Ende hin spitzt sich die Lage in allen Perspektiven so zu, dass ich einige Sätze am liebsten übersprungen hätte, weil die Spannung zu brutal aufgebaut wurde und ich nur noch die Auflösung wissen wollte. Ich habe es meist auch gerne, wenn der Täter bis fast bis zum Schluss unbekannt bleibt. Das wird hier etwas früher aufgelöst, aber das ändert nichts ans der Spannung, da der große Kampf, ob Gut oder Böse am Ende siegt, genauso großartig war und das findet man echt selten.

Fazit: Ich habe es definitiv nicht bereut, nach einigen Jahren nun nach „Und morgen du“ gegriffen zu haben, denn Stefan Ahnhem scheint tatsächlich ein Krimiautor zu sein, der sein Handwerk zu verstehen scheint. Zwar bin ich mit dem Protagonisten noch nicht warm und es gibt auch kleinere stilistische Mängel, aber das Wichtigste (Fall und Spannungsaufbau) waren nahezu perfekt, so dass ich die Reihe nun definitiv weiterverfolgen werde!

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Tags: krimi, reihe, spannung   (3)
 

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liebe, blind, autismus, silly millie, gefühle

Mein Himmel in deinen Händen

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783863960995
Genre: Liebesromane

Rezension:

In der Regel habe ich immer auf dem Schirm, ob Bücher Teil einer Reihe sind, aber bei „Mein Himmel in deinen Händen“ habe ich es total verschlafen, dass „Unser Himmel in tausend Farben“ quasi ein Vorgänger dieses Buches ist. Nun habe „Mein Himmel in deinen Händen“ zuerst gelesen, mich an manchen Stellen gefragt, warum wird das nicht weiter ausgeführt und erhielt dann mit dem Vorgängerbuch natürlich die Antwort. Daher muss ich da meine Unkenntnisse über „Unser Himmel in tausend Farben“ aus meiner Buchbewertung rauslassen.

Die Erzählweise hat mir grundsätzlich ganz gut gefallen, auch wenn ich Amelies Perspektive der von Moses prinzipiell vorgezogen hätte. Natürlich bietet Moses Perspektive durch sein Anderssein seinen Zweck für die Geschichte, aber Amelie durch ihre Blindheit hätte definitiv auch noch etwas hergegeben.

Amelie ist auch meine persönliche Heldin der Geschichte, aber eigentlich gefallen mir alle Charaktere unheimlich gut. Selbst die ganzen Nebenfiguren, die für Tagg arbeiten, haben ihren Charme und sind auf den wenigen Seiten perfekt ausgearbeitet. Aber Amelie hat einfach etwas Unbeschwertes und gleichzeitig so Ernstes, wie es nur jemand haben kann, der seinen Platz im Leben gefunden hat. Sie hat mit ihren Dämonen gekämpft und ist nun eine gereifte Frau und in dieser Rolle absolut liebenswert. Tagg ist eigentlich dieser klassische Aufreißer, der in vielen NA-Geschichten zu finden ist, aber dadurch dass seine Perspektive die Geschichte dominiert, entsteht wirklich ein wesentlich tiefere Einblick in seine Psyche, die ihn sehr nahbar und nachvollziehbar macht. Henry nimmt ebenfalls einen großen Teil meines Leserherzens ein, da auch er sehr authentisch dargestellt wird und es mich tief berührt hat zu verfolgen, wie eng er und Tagg zusammengewachsen sind.

Neben diesen bereits tief berührenden Figuren hat mich aber auch der Handlungsverlauf überzeugt. Die Geschichte wird zügig vorangetrieben, um immer wieder innezuhalten und ruhige, intensive Charaktermomente einzuschieben. Zudem ist das gebotene Emotionenspektrum sehr breit, denn ich musste lachen, ich musste weinen, ich habe mich gefreut, ich habe mich geärgert und ich wurde oft sehr nachdenklich. Genau diese Mischung ist es die Bücher zu einem Top-Leseerlebnis machen!

Fazit: Nach dem schwächeren „Für immer Blue“ ist Amy Harmon wieder in der Spur und bietet mit „Mein Himmel in deinen Händen“ eine tief berührende Erzählung über das Leben und seine Tücken und weiß vor allem mit einem ausgereiften Figurenrepertoire zu überzeugen. Unbedingte Leseempfehlung von meiner Seite aus!

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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liebe, scorched, alkohol, jennifer l. armentrout, new adult

Scorched

Jennifer L. Armentrout , Vanessa Lamatsch , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492310277
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Als ich mit „Scorched“ begann, war ich zunächst etwas verwirrt, denn Andrea und Tanner wurden uns in „Frigid“ als gute Freunde präsentiert, die regelmäßig etwas miteinander haben, sich aber auf keine Beziehung einlassen. Diese Konstellation ist in „Scorched“ gar nicht wiederzufinden, da die beiden eher wie beste Freunde eines Pärchens wirken, die zwangsweise miteinander zu tun haben und sich dann gegenseitig mobben. Zwar versucht die Autorin noch drum herumzuschiffen, in dem unserem letzten Pärchen Sydney und Kyler klar wird, dass die beiden nie etwas miteinander hatten, aber für mich passt das trotzdem nicht. Ich denke, dass Jennifer L. Armentrout erkannt hat, das man mit Andrea und Tanner etwas Gutes anstellen kann, wollte aber eine andere Ausgangslage haben und hat das Ganze etwas ungeschickt gelöst.

Den gerade erwähnten Aspekt sehe ich schon als Kritikpunkt, aber er hat im Grunde keinen Einfluss auf die Entfaltung der Geschichte. In „Scorched“ bin ich wesentlich besser reingekommen, da mir sowohl Andrea als auch Tanner als Figuren gut gefallen haben. Vor allem Tanner hatte mich schnell überzeugt, vielleicht auch weil er ein sexy Feuerwehrmann ist ;-). Ich mag es generell sehr gerne, wenn zwischen den Protagonisten eine Anziehungskraft besteht, die sie aus welchen Gründen auch immer sich nicht eingestehen wollen und sich stattdessen leidenschaftlich foppen bis es zum Knall kommt. Das wird hier durch den Ferientrip (klar große Parallelen zu „Frigid“) in ein abgelegenes Haus inszeniert. Und dort entstehen wirklich sehr intensive und glaubwürdige Pärchenmomente, die mich noch mehr von den beiden überzeugt haben.

Doch im letzten Drittel nimmt die Geschichte eine wirklich dramatische Wende, die in diesem Maße nicht zu erkennen war. Für diese doch sehr lockere, leichte Unterhaltung war mir das recht abrupt und wirkte etwas unpassend. Gleichzeitig habe ich dieses letzte Drittel aber sehr genossen, weil es einen wirklich sehr authentischen Blick auf hochaktuelles Thema wirft. Diese Entwicklung hat mich ungemein berührt und man konnte gut merken, dass die Autorin entweder selbst betroffen ist und sehr, sehr gründlich recherchiert hat, denn ich habe nur so an den Seiten geklebt, weil es mich so berührt hat. Dennoch: für die süße Liebesgeschichte etwas too much.

Fazit: „Scorched“ ist in jedem Fall besser als „Frigid“, da der Zugang zu den Figuren schneller gelingt und diese mich als Pärchen ungemein überzeugen können. Dass die Geschichte im letzten Drittel eine dramatische Wendung nimmt, kommt sehr überraschend und empfinde ich insgesamt als unpassend. Für sich als eigenen Teil finde ich diesen dramatischen Teil aber genial berührend erzählt. Also die süße Liebesgeschichte und der dramatische Teil sind für sich sehr, sehr gut gemacht, zusammen wirken sie aber eher disharmonisch, daher ein Stern Abzug!

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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121 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 91 Rezensionen

new york, liebe, hotel, kim nina ocker, liebesroman

Nothing Like Us (Upper East Side-Reihe 1)

Kim Nina Ocker
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 06.07.2017
ISBN 9783736305656
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Von Kim Nina Ocker hatte ich bereits gehört, als sie zwei Werke im Forever-Verlag von Ullstein veröffentlicht hat. Die Klappentexte klangen ganz interessant, aber manchmal gehen einfach Bücher an einem vorbei, weil der Buchmarkt nun wirklich allmonatlich von Neuerscheinungen überschwemmt wird. „Nothing like us“ ist nun ein NA-Titel, der als Reihenauftakt konzipiert ist und in New York spielt. Bereits bei Mona Kasten fand ich es etwas befremdlich, dass deutsche Autoren ihre Geschichten in den USA spielen lassen müssen. Hier ist zumindest die Protagonistin eine Deutsche, aber trotzdem ist das Setting der Big Apple. Ob das sein muss, ich weiß es nicht, aber ich habe es inzwischen akzeptiert.

Der Anfang des Buches hat mir gut gefallen, da Lena eine freche, zielstrebige und wirklich nette Persönlichkeit hat. Neben dieser toughen Protagonistin hat mir auch gefallen, dass Sander nur kleine Charakterzüge eines reichen Schnösels hatte, ansonsten aber demütig, gutmütig und abenteuerlustig wirkt. Dadurch entwickelt sich zwischen dem zentralen Pärchen eine entspannte, lustige Wohlfühlatmosphäre mit vielen romantischen, aber auch unerwarteten und vielen frechen Momenten. Also wirklich eine Liebesgeschichte, die jeder mal erlebt hat, weil sie so realistisch und bodenständig erzählt ist.

Mir gefällt es auch gut, dass wir immer mal wieder kleinere Einblicke in Sanders Denken bekommen, da sich so sein Handeln und seine Mentalität wunderbar ergänzen. Ich bin zwar immer noch größerer Fan, wenn es 50:50 bei den Perspektiven aufgeteilt wird, aber Sanders Perspektive wird zumindest konsequent umgesetzt.

Es werden einige Nebenfiguren geboten: ein paar fiese, eine paar griesgrämige, die ihre harte Schale zum Ende hin fallen lassen und die obligatorischen Berater in Liebesangelegenheiten. Die Mischung der Figuren hat mir gut gefallen, da alles vorhanden war, was so eine Geschichte braucht. Die Liebesszenen waren intensiv und genau richtig im Rahmen erzählt.

Nach diesen positiven Aspekten von „Nothing like us“ muss ich aber auch Kritik üben. Die Figuren und der Schreibstil passen gut für mich, aber die Storyentwicklung leider gar nicht. Mich haben die realistischen Momente überzeugt, die nur so von Bodenständigkeit gestrotzt haben und die wurden am Ende immer weniger. Stattdessen wurde plötzlich ein Klischee nach dem anderen ausgepackt. Die Geschichte verlor ihre Spannung und da alles plötzlich furchtbar konstruiert wirkte, gab es keine überraschenden Momente mehr. Sander wurde etwas out of character und Lena wirkte irgendwann nur noch wie ein Roboter, die sich eine Meinung gesetzt hatte und nicht einen Millimeter davon abweichen wollte. Zudem ist mir negativ aufgestoßen, dass Lena sich alle 50 Seiten schwer betrinken musste.

Das Ende wiederum war ziemlich perfekt, auch hier wurde mit Klischees gearbeitet, aber die passten so wunderbar zu den Figuren und den Stärken ihrer Beziehung, die ich ausgemacht habe, so dass ich die letzten Seite sehr genossen habe und das Buch ruhig ein paar Seiten mehr hätte haben können.

Fazit: Meine erste Leseerfahrung mit Kim Nina Ocker fällt gemischt aus. Grundsätzlich kann ich wunderbar mit ihrem Schreibstil leben. Die ersten Kapitel sind gut erzählt, da man Bekanntschaft mit interessanten Figuren macht, die eine gute Chemie haben und es einige Momente gibt, die das Mitfiebern mit dem Pärchen stärken. Irgendwann gibt es einen Bruch, nachdem erstmal sämtliche Klischees bedient werden, die die Geschichte konstruiert und 08/15 wirken lassen. Das ist zu diesem Zeitpunkt eine herbe Enttäuschung, da der Anfang wirklich viel hat erhoffen lassen. Ich gehe dennoch versöhnlich aus der Geschichte, da das Ende dafür für das Liebespärchen perfekt erzählt wurde.

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619 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

frigid, liebe, new adult, jennifer l. armentrout, schnee

Frigid

J. Lynn , Jennifer L. Armentrout , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492309851
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

„Frigid“ gehört zu den schon etwas älteren Werken von Jennifer L. Armentrout. Nun, da mit „Scorched“ auch der zweite Band der Reihe und soweit ich verstanden habe, auch der letzte, ebenfalls auf Deutsch erschienen ist, habe ich mich mal an „Frigid“ gegeben. Vom Stil her kann ich gleich vorweg sagen, dass ich dieses Buch in Richtung „Wait for you“ einordnen würde, da die Protagonisten im College-Alter sind und auch die damit verbundenen Themen wie Partys, Affären oder liebe lange Beziehungen und Zukunftsplanung beinhaltet sind.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr schwer gefallen, da man durch die Handlung in der Bar direkt ins Geschehen geworfen wird ohne so recht packen zu können, wo man es mit wem eigentlich zu tun hat. Es wird sowohl die weibliche als auch die männliche Sicht präsentiert, aber die weibliche dominiert sehr deutlich, so dass ich zunächst nur Zugang zu Sydney finden konnte. Die wiederum war mir insgesamt etwas zu kindlich dargestellt. Sie war keinesfalls unsympathisch, weil sie mir vom Wesen her vermutlich auch nicht fern ist, aber manchmal war sie doch recht naiv und auch alle um sie herum scheinen sie ständig in Watte packen zu müssen. Bei Kyler wiederum habe ich doch länger rätseln müssen, ob er wirklich der männliche Protagonist sein soll, da er lange sehr oberflächlich, sexbesessen und überheblich rüberkam. Spätestens auf der Hütte aber wendet sich das Bild. Kylers Perspektive wird wesentlich intensiver beleuchtet und ehe ich mich versah mochte ich ihn auch lieber als Sydney. Ja, so kann sich das Bild wandeln. Ihre Liebesgeschichte fand ich süß, eben weil sie in erster Linie auf Freundschaft aufbaut und sie so viele tolle Erinnerungen teilen und bereits vor ihrem Pärchensein ihre gegenseitigen Schwächen kennen.

Die Handlung an sich ist sehr auf die paar Tage in der Hütte fokussiert. Das gefällt mir grundsätzlich gut, da ich erstens die Atmosphäre mag, die im Winter auf so einer einsamen Hütte aufkommt und zweitens so viele intensive Momente entstehen können, weil sich die Figuren eben nicht aus dem Weg gehen können. Negative Folge davon ist jedoch, dass alles drum herum wenig erkundet und erlebt werden kann. Man erfährt nur häppchenweise etwas über die Familien, Freunde und Studienfächer der Protagonisten und das beeinflusst durchaus, dass die Verbindung zu den Figuren erst sehr spät entsteht. Das kann Armentrout definitiv besser. Der große Handlungsrahmen ist aber soweit gut. Kritisch möchte ich noch erwähnen, dass mir diese Thrill-Elemente etwas too much waren, weil sie nur stellenweise sehr intensiv erzählt wurden, so dass diese wohlige Liebesgeschichten-Atmosphäre immer mal wieder durch so nervenzerrende Momente unterbrochen wurde. War an dieser Stelle nicht ganz nach meinem Geschmack.

Fazit: Ob zuerst „Frigid“ oder „Wait for you“ von der Autorin geschrieben wurde, weiß ich gerade nicht, aber „Frigid“ fühlt sich definitiv wie das Erstlingswerk im NA-Bereich an. Denn der Zugang zu den Figuren gelingt spät und die Thrill-Elemente wirken deplatziert. Man merkt aber deutlich, dass das Buch immer besser wird, vielleicht musste sich Armentrout also erst eingrooven. Für Armentrout-Fans gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung, für allgemeine NA-Leser denke ich aber, dass „Frigid“ kein Must Read ist.

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fantasy, jugendbuch, magie, hexenjäger, liebe

Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423761512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit“ setzt nahtlos am Geschehen des ersten Bandes an. So nahtlos sogar, dass ich als Leserin, die den ersten Band vor einigen Monaten gelesen hatte, arge Schwierigkeiten hatte, wieder in das Geschehen einzufinden. Es wird komplett auf zusammenfassende Passagen des Inhalts des ersten Teils verzichtet und ich denke, dass ich da nicht die einzige Leserin bin, die so etwas ins Schwimmen kommt.

Die großen Handlungsbögen und die wichtigen Figuren waren mir natürlich immer noch ein Begriff, so habe ich natürlich darüber in die Geschichte hineingefunden. Die Handlung wird in diesem zweiten Teil konsequent zu Ende geführt. Es ist klar, dass es um die Vernichtung von Blackwell geht und die Reise dorthin ist mit kleineren Überraschungen gepickt. Mir gefällt es, dass John durch das Stigma nun eine dunklere Seite entwickelt und der Beziehung von ihm und Elizabeth damit eine andere Tiefe gegeben wird. Elizabeth selbst ist nach wie vor eine Protagonistin, die so ein Geschehen gut trägt, da sie mutig (fast zu mutig) und selbstlos ist. Dennoch hat auch sie Fehler: z. B. entscheidet sie grundsätzlich aus dem Bauch heraus und richtig strategisches Denken fehlt ihr. Aber das in Ordnung, da dafür ihre Freunde wie John oder Fifer verantwortlich sind. Dennoch schreitet sie immer in vorderster Front voran, fürchtet keinen Schmerz und ist damit durchaus eine Heldin, wenn auch eine sehr menschliche, die viele Fehler macht.

So sehr mir auch die Charakterentwicklungen in diesem Abschlussband gefallen, so sind diese Entwicklungen nur zu erleben, weil die Handlung sich viele Pausen gönnt, in denen es eben um die Figuren geht. Für ein Finale ist das an manchen Stellen dürftig, da es nur zwei große Handlungsabschnitte gibt, in denen ich richtig am Geschehen klebte und richtig Spannung aufgebaut wurde. Das ist mir persönlich etwas zu wenig, aber ich habe tapfer durchgezogen, weil das Ende wirklich abliefert und sich alle Kreise schließen. Die ruhigen Momente sind auch wichtig, eben weil sie die Figuren noch einmal intensiv beleuchten, sie sind aber letztlich zu dominant.

Fazit: Mir fiel es schwer nach Monaten der Erscheinung des ersten Bandes wieder in das Geschehen einzufinden, weil auch komplett auf zusammenfassende Passagen verzichtet wird. Dennoch erweist sich „Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit“ als würdiger Abschluss einer Dilogie, die insgesamt viel Spannung, starke Charaktermomente und wendungsreiche Handlungsbögen bot. Insgesamt wird mir der Zweiteiler sicherlich nicht ewig in Erinnerung bleiben, weil es insgesamt doch zu viele ruhige Momente gab, die bei manchen Lesern ein Abbruch der Geschichte zur Folge haben könnte.

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225 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

italien, florenz, liebe, jenna evans welch, toskana

Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eigentlich bin ich gar nicht so sehr ein Fan von Büchern, die in Italien spielen. Das liegt gar nicht an dem Land selbst, sondern meist eher an den italienischen Männern, mit denen ich in Liebesgeschichten eher wenig anfangen kann. Ich weiß, dass ich hier eine ganze Nation über den Kamm schere, aber es ist mir wirklich schon öfters aufgefallen, dass die Liebesgeschichten so für mich nicht gut funktionieren. „Love & Gelato“ habe ich dennoch eine Chance gegeben, weil es zum einen Jugendbuch ist und zum anderen alleine durch das Cover schon perfekt zum Sommerwetter passte, das tatsächlich auch mal Deutschland heimgesucht hat.

Die Ausgangsgeschichte hat mir gefallen, auch wenn sie durch den Tod von Linas Mutter natürlich sehr traurig ist. Aber in ein fremdes Land zu gehen, dort nach seinen Spuren zu suchen und dabei jede Menge Abenteuer erleben? Warum nicht?! Der Einstieg fiel mir trotz des Potenzials der Geschichte etwas schwer, da Lina sehr bockig und kindisch an die Ausgangslage herangeht. Mit dem Auftauchen von Ren wandelt sich das Bild, weil sie sich mehr und mehr in Italien wohlfühlt und dadurch auch viel mehr ihre eigentlichen Charakterstärken herauskommen. Ren ist ein ganz süßer Gegenpart, der mich gut unterhalten hat. Aber so richtig kam die Liebesgeschichte der beiden nie in Gang, so dass ein richtiges Shipperherz bei mir nie ausgelöst wurde.

Meine Sympathie für die Figuren leidet auch häufig darunter, dass die porträtierten Jugendlichen rund um Lina und Ren häufig wesentlich kindlicher wirkten, als man das in einem Alter von 16-18 Jahren erwarten konnte. Alleine die Szene, als Lina zum ersten Mal auf die Freunde von Ren traf, sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen, weil ich dachte, ich wäre im Kindergarten gelandet. Nur gut, dass die Freunde nicht immer so eine große Rolle spielen und das einen großen Teil der Geschichte ja auch die Liebe zu Italien ausmacht. Dieser Aspekt ist für mich wunderbar rübergekommen. Auch wenn ich selbst noch nicht in Italien war, kam das Flair und die Atmosphäre des Landes wunderbar rüber und man konnte gut merken, dass die Autorin Italien kennt und liebt.

Abschließend möchte ich noch ein Wort zu dem Tagebuch von Linas Mutter verlieren, das ja die Abenteuer von Lina in Italien geschickt steuert. So raffiniert diese Verknüpfung, wie Mutter und Tochter parallel in verschiedenen Jahrzehnten Italien entdecken, auch ist, es war schon sehr unglaubwürdig, dass Lina das Tagebuch immer wieder weglegen konnte bzw. musste. Ja, es ist nicht jeder so neugierig wie ich, aber so nicht neugierig, das kann keiner sein und daher muss ich das einfach als Erzählmittel akzeptieren.

Fazit: „Love & Gelato“ ist ein nettes Jugendbuch für den Sommer, da es leicht erzählt ist, durch das wunderbar dargestellte Italien ein Sommerflair erzeugt und das ein oder andere Abenteuer bereithält. Für mich persönlich war es ein bisschen zu viel Jugendbuch, da die Hauptfiguren zum Teil eher wie 12-14-Jährige wirken und es mir daher häufig scher fiel, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen, weil mir dieses Denken und Handeln doch zu sehr weg ist.

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Tags: abenteuer, jugendbuch, liebe   (3)
 

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112 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 84 Rezensionen

krimi, münchen, mord, gewalt, misshandlungen

Tiefe Schuld

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783548288635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Tiefe Schuld“ ist der zweite Band rund um Toni Stieglitz von der Münchener Mordkommission, die sich privat mit einem gewalttätigen Ex-Freund rumschlägt. Der erste Band hierzu hat mir bereits gut gefallen, weil ein spannender Kriminalfall geboten wurde und man merkte, dass die Autorin selbst jahrelang als Polizistin gearbeitet hat, weil die Details stimmten. Mein einziger Kritikpunkt war die Protagonistin selbst, weil sie auf einer Skala von „supernervig“ hin zu „super verletzlich“ wirklich alles abgedeckt hat.

Genau diesen Kritikpunkt muss ich auch für den zweiten Band festhalten. Klar, man kann lobenswert sicherlich festhalten, dass die Autorin ihrer Protagonistin keine 180° Kehrtwende angedeiht hat, aber auf Dauer ist dieses ewige Hin und Her wirklich schwer zu ertragen. In diesem Band ist mir das sogar noch mehr ins Auge gesprungen, da auch das Privatleben von Toni noch mehr in den Fokus kam. Verknüpft war das mit einer in meinen Augen vollkommen unnötigen Perspektive von Mulder, da diese nur sporadisch eingefüttert wurde und das Geschehen eher unnötig in die Länge gezogen hat. Mulder ist es auch der Toni auch noch zu einem eifersüchtigen Teenager macht und das dann neben ihrer frechen, selbstbewussten Art im Dienst, da tun sich für mich unerklärliche Welten auf.

Da das Privatleben so in den Fokus rückte, kam der Kriminalfall auch etwas kürzer. Der Fall an sich war spannend, auch weil er auf Toni vom Hintergrund her wirklich perfekt zugeschnitten war. Ihre Erfahrungen mit einem gewalttätigen Partner wurden interessant thematisiert und wie sich das auf ihre Arbeit als Polizistin auswirkt. Hier hat sich eigentlich perfekt gezeigt, wie man Krimi und Protagonist verknüpft. Die Auflösung des Falls wurde immer mal in den Hintergrund gedrängt, aber dennoch war bei mir als Leserin Spannung da, weil ich wissen wollte, wer jetzt der Mörder war. Der Weg hin zur Auflösung ist mit kleineren Überraschungen gespickt, aber die letztliche Auflösung war ein Ticken zu früh klar. Aber das soll nur Kritik auf hohem Niveau sein.

Fazit: Ich war sehr gespannt auf den zweiten Band rund um Toni Stieglitz, aber leider schätze ich „Tiefe Schuld“ schwächer ein als den Auftaktband. Tonis Privatleben rückt noch mehr in den Fokus und damit auch ihre – für mich – nervige Persönlichkeit. Der Kriminalfall muss dahinter etwas einstecken, beweist aber im Gesamtbild erneut, dass die Autorin vom Fach ist und glaubwürdige und spannende Kriminalfälle konstruieren kann.

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Tags: krimi, spannung   (2)
 

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liebe, vermont, cider, true north, sarina bowen

True North - Wo auch immer du bist

Sarina Bowen , Nina Restemeier , Wiebke Pilz
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736305601
Genre: Liebesromane

Rezension:

„True North – Wo auch immer du bist“ ist bereits die zweite romantische Reihe in Vermont spielend, die ich nun in den letzten paar Monaten gelesen habe. Die zweite Reihe ist von Marie Force, von der ich bisher nur den ersten Band gelesen habe, aber dennoch bereits sehr angetan war. Mir gefällt einfach die herbe Landschaft, die Vermont ausstrahlt und gleichzeitig diese Enge, die die Einwohner miteinander haben.

All das spiegelt „True North“ für mich auch direkt wieder, so dass ich alleine vom Setting und der Familie Shipley sofort angetan war. Mir hat auch unheimlich gut gefallen, wie detailliert und glaubwürdig die Farmarbeit dargestellt wurde. Ich konnte mir so einen Tagesablauf wirklich wunderbar vorstellen und fand es herrlich, wie dann alles immer in der Küche zu den Mahlzeiten zusammenkam. Das ist wirklich Lese-Wohlfühlatmosphäre für mich!

Mit einem Augenzwinkern habe ich betrachtet unter welchem Grund es Audrey nach Vermont verschlug. Das Ganze ist wirklich arg an den Haaren herbeigezogen und es wird auch nicht besser, als Audrey ohne weitere Erklärungen plötzlich ständig in Vermont abhängt und Mahlzeiten kochen kann. Das muss ich einfach ausblenden, überrascht mich letztlich aber doch, da die eigentliche Geschichte in Vermont wiederum sehr authentisch wirkt.

Mit dem Traumpaar dieses ersten Bandes fühle ich mich ebenfalls sehr wohl. Audrey ist quirlig, frech, selbstbewusst und sehr empathisch. Griffin ist bodenständig, verständnisvoll, aber auch rau. Die beiden wirken definitiv wie zwei Seiten einer Medaille: sehr verschieden, aber wunderbare Ergänzungen zueinander. Die Chemie zwischen den beiden stimmt und dementsprechend prickeln dann auch die erotischen Szenen wunderbar.

Als sehr positiv möchte ich noch hervorheben, dass „True North“ wunderbar hinhaut, auch ohne, dass übertriebenes Drama noch eingewoben werden muss. Es gibt kleinere Wendungen, die das Glück der beiden zu bedrohen scheint, aber alles passt perfekt in die Geschichte, so dass ich wirklich sehr zufrieden bin.

Fazit: Eine weitere Reihe in Vermont spielend, die ich mir unbedingt für weitere Bände vormerken muss. „True North“ überzeugt mit einer authentischen Darstellung des Farmerlebens, mit warmherzigen Figuren und einem tollen Pärchen. Dass die Zusammenführung der Protagonisten etwas absurd dargestellt ist, kann ich mit einem Augenzwinkern ausblenden. Daher empfehle ich den Auftaktband als absolute Wohlfühl-Reihe!

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Tags: gefühle, liebe, reihe   (3)
 

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new adult, liebe, j.lynn, j. lynn, piper

Fire in You

J. Lynn , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2017
ISBN 9783492309240
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Jillian und Brock wurden ja bereits im letzten Band „Forever with you“ als neues Pärchen angedeutet. Dass ihr eigener Band aber erst nach einem größeren Zeitsprung einsetzt, hat mich dann doch überrascht. Mir hat bei dieser Reihe besonders gut gefallen, dass die Protagonisten immer alle ungefähr im College-Alter waren und ich mich dadurch umso mehr mit diesen auch identifizieren konnte. In diesem Band ist Brock nun schon weit über 30 und auch Jillian ist aus dem College-Alter heraus. Das möchte ich nicht als krassen Kritikpunkt herausstellen, aber es unterstreicht sehr deutlich, dass sich die Reihe vom ersten Band zum letzten Band doch sehr gewandelt hat. Vielleicht wurde der Zeitsprung auch gemacht, damit wir die alten liebgewonnen Figuren sehen, wie sie in ihren Beziehungen gereift sind und bereits fleißig Familien gründen. Das ist natürlich ein tolles Gimmick und hat mir auch nochmal vor Augen geführt, was ich an der Reihe so zu schätzen wusste.

Zurück zum eigentlichen Pärchen. Jillian hat mir als Protagonistin gut gefallen, weil sie etwas schüchtern, ein Buchnerd und trotzdem überall mit Leidenschaft dabei ist. Ich habe mich durchaus stellenweise in ihr wiedererkannt. Des Weiteren ist schön zu sehen, wie sich Jillian über die Seiten hinweg entwickelt, denn sie stellt sich den Dämonen ihrer Vergangenheit, wächst daran und entwickelt ein tolles Selbstbewusstsein. Solche Reisen zu sich selbst begleite ich immer gerne. Brock dagegen hat mich nicht so überzeugt. Es lag definitiv nicht am Alter, da man ihm das nicht wirklich angemerkt hat, außer dass er eben schon eine Sportlerkarriere hinter sich hat und sich nun als selbstbewusster Boss einer Trainingsakademie etabliert. Aber irgendwie konnte ich ihn als Figur nicht wirklich fassen, hier hätte es definitiv geholfen, wenn man ihm mal hinter die Stirn hätte schauen können. Seine Vergangenheit wird mehrfach angesprochen, auch seine langfristige Beziehung und woran sie gescheitert ist, aber insgesamt wirkt er aalglatt und das fällt doppelt auf, wenn man Jillian eben umso besser greifen kann.

Ihre Liebesgeschichte leidet darunter auch etwas, weil einfach ein paar Prozente fehlen, um mit ihnen vollständig mitzufiebern. Aber die Storyentwicklung ist gut, das Drama sehr realistisch dargestellt und insgesamt erlaubt der wirkliche tolle Schreibstil ein flüssiges Lesen. Hier merkt man einfach, dass Jennifer L Armentrout eine erfahrene Autorin ist, die alle Genres wunderbar bedienen kann.

Fazit: Die NA-Reihe von Jennifer L. Armentrout hat sich von „Wait for you“ bis hinzu „Fire in you“ sehr gewandelt, aber die Qualität hat sich zum Glück nicht dramatisch verschlechtert. Für mich persönlich ist „Fire in you“ nicht das Highlight der Reihe, weil ich es leider mit Brock nicht so hatte. Aber die Geschichte ist spannend gestaltet und bietet ein Wiedersehen mit allen alten Figuren und dadurch entsteht ein wunderbar runder Abschluss dieser Reihe. Schade ist es trotzdem, ich hätte noch endlos so weitermachen können.

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Tags: gefühle, liebe, roman   (3)
 

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bienen, roman, bienensterben, natur, hoffnung

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Ich muss gestehen, dass „Die Geschichte der Bienen“ mich nicht direkt angesprochen hat. Der Klappentext ist mager, erst der innere Teil des Umschlags verrät etwas mehr und auch das Cover ist sehr schlicht gehalten. Die Bestsellerlisten hat der Roman dennoch erobert und so ist er irgendwann unweigerlich auch bei mir gelandet. Und genau darüber bin ich froh, weil sich mir eine vielschichtige Geschichte geboten hat, die ich bereits vorab allen noch unentschlossenen Lesern ans Herz legen will.

„Die Geschichte der Bienen“ enthält im Endeffekt drei separate Geschichten. Erst ganz zum Ende hin wird eine Verknüpfung aufgezeigt, ansonsten ist den Geschichten nur gemein, dass sie es im Groben mit Bienen zu tun haben. Ansonsten haben wir vollkommen unterschiedliche Figuren, unterschiedliche Zeiten und unterschiedliche Länder. Eine Gemeinsamkeit ist noch, dass alle drei Hauptfiguren der jeweiligen Teilgeschichte aus der Ich-Perspektive berichten. Dennoch ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen die einzelnen Kapitel auseinanderzuhalten, da doch drei sehr unterschiedliche Charaktere geboten werden, die alle ihre Stärken und Schwächen haben.

Die einzelnen Geschichten sind sehr intensiv erzählt. Dieser Eindruck entsteht bei mir nicht, weil etwa eine kraftvolle Sprache gewählt wird, sondern weil den Figuren durch einfache Mittel (einfache Sprache, kurze Sätze) intensiv hinter den Kopf geschaut wird. Es gibt auch Dialoge, aber überwiegend wird das Geschehen aus der Innenperspektive beschrieben und das eben sehr ausführlich, so dass ich letztlich zu allen drei Figuren eine Beziehung aufgebaut habe, obwohl sie alle drei nicht zu den typischen Romanfiguren gehören, die mir sofort sympathisch wären. Gut gemacht fand ich auch, dass die Kapitel mit einem sehr weiten Sinne interpretierten Cliffhanger enden. Zum Ende hin wird immer Spannung erzeugt, so dass man regelrecht durch die Seiten fliegt, weil man bei allen drei Geschichten erfahren will, wie es nun weitergeht.

Neben diesem leichten Spannungseffekt hält mich auch bei der Geschichte, dass alle drei Teilgeschichten unheimlich viele Hoch und Tiefs erzählen. Man freut sich mit den Figuren, um im nächsten Kapitel mit ihnen zu leiden. Durch sehr unterschiedliche Emotionen wird eine intensive Beziehung zwischen Figuren und Lesern geknüpft und das ist ganz klar die Hauptstärke von diesem Roman.

Die Bienen an sich bieten den Nebenschauplatz. Sie sind nicht die Hauptfiguren, aber sie geben den einzelnen Geschichten einen Rahmen und verknüpfen sie letztlich auch miteinander. Dennoch erfährt man unheimlich viel über die Bienen, sowohl naturwissenschaftlich, als auch historisch. So habe ich wirklich noch eine ganze Menge gelernt. Die Bienen sind also die heimlichen Helden der Geschichte.

Fazit: Über Zeit und Raum hinweg werden drei Einzelgeschichten erzählt, die nur durch die Geschichte der Bienen miteinander verknüpft sind. Die Einzelgeschichten sind jeweils emotional ausladend bedient, so dass schnell eine Verbindung zu den drei Hauptfiguren erzeugt wird. Insgesamt entsteht eine intensive Erzählatmosphäre, der man sich spätestens nach einem Drittel nicht mehr entziehen kann. Dass man so ganz nebenbei noch eine Menge über Bienen lernt, ist ein nettes Gimmick, das meine klare Leseempfehlung unterstützend abrundet.

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Tags: gefühle, historie, roman   (3)
 

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thriller, australien, abschluss, band 3, trilogie

Fall

Candice Fox , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.04.2017
ISBN 9783518467657
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ich vor etwa zwei Jahren nach „Hades“ griff, habe ich wirklich nicht ahnen können, was für eine erfrischende Abwechslung sich zwischen den Buchseiten befinden würde. Es gab starke, faszinierende Charaktere, viele Überraschungen, viele Highlight-Momente und daher ist es wirklich schade, dass „Fall“ jetzt den Schlusspunkt markiert.

„Fall“ knüpft nahtlos an die Erzählweise der beiden Vorgänger an: es wird ein Fall präsentiert und Eden und Frank haben daneben mit allerlei Verwicklungen zu tun. Ausnahmsweise ist der Fall für mich totale Nebensache. In Band 2 war er sehr dominierend, in Band 1 auch eher weniger, einfach, weil da die ganzen neuen Charaktere eingeführt wurden und hier wird es wieder zurückgefahren und das fand ich für einen Abschlussband absolut nachvollziehbar. Es geht viel mehr um das Zwischenmenschliche und damit eben auch viel mehr um die privaten Menschen Eden und Frank. Der Kriminalfall war eben das Beiwerk, das ihren Job ausmacht, war aber recht vorhersehbar und damit sicherlich nicht das Highlight dieses Bandes.

Positiv fiel mir auf, dass mit Hookey noch eine richtig tolle Figur eingeführt wurde, die im Grunde den Kreis der Figurenentwicklung am Ende wunderbar schloss. Ihre Bedeutung für Frank, aber auch für Eden war ein wirklich nettes Gimmick am Ende und ihre Persönlichkeit, ihr Ehrgeiz und ihre Akribie waren ohnehin das Lesen wert. Hades ging da fast schon unter, aber auch er bekam am Ende die perfekte Geschichte erzählt, die man nichts besser hätte setzen können.

Etwas schwieriger ist da meine Einschätzung zu Frank und Eden. Ihre Beziehung ist so unglaublich vielschichtig und jeder für sich alleine brilliert ja ebenfalls, daher bieten sie einfach noch so viel mehr Erzählpotenzial, dass ich mich eher unzufrieden von ihnen verabschiedet habe. Ich hatte einfach das Gefühl, da fehlt noch was, da kann man noch mehr ergründen. Aber Candice Fox hat eben beschossen, die Reihe zu enden und mit dem Ende kann ich zumindest leben, weil auch hier wieder viele überraschende Momente, aber absolut schlüssige genutzt wurden.

Fazit: Diese Reihe wird mir vermutlich ewig als die etwas andere Thriller-Reihe in Erinnerung bleiben. Dazu trägt auch der Abschlussband wunderbar bei, der vieles rund zu Ende erzählt und einen gebührenden Abschied von den Figuren erlaubt. Dennoch hatten die Story und die Charaktere noch so viel Potenzial, waren lange noch nicht auserzählt, so dass das Ende der Reihe vergeudet scheint. Aber ich bin definitiv gespannt, wie weitere Buchprojekte von Candice Fox aussehen werden!

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abbi glines, under the lights, piper, liebe, familie

Under the Lights – Gunner und Willa

Abbi Glines , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2017
ISBN 9783492309684
Genre: Liebesromane

Rezension:

Viele meiner Lieblingsautoren verfolge ich auch auf ihren sozialen Kanälen und dabei ist mir durchaus aufgefallen, dass sich in Abbi Glines Leben einiges geändert hat. Trennung vom Ehemann, starke Gewichtsabnahme, neuer Partner, neues Baby. Offenbar ist da so viel passiert, dass das Schreiben in der Zeit etwas kurz gekommen ist und Paradebeispiel dafür ist nun „Under the lights“, das eigentlich eine Frechheit ist, dass es überhaupt veröffentlicht wurde.

Gerade bei einer Reihe, bei der man die Figuren, die später noch die Hauptrolle spielen werden, bereits im ersten Band kennenlernt, ist es wirklich eine Schande, wenn das Potenzial oder die Beleuchtung des wahren Ichs so in den Sand gesetzt wird. Mit Willa wird eine neue Figur eingeführt, die für mich auch eindeutig den stärkeren Part des Pärchens einnimmt, da bei ihr eine klare Linie zu sehen ist, die sie als gebeuteltes und dennoch toughes Mädchen darstellt. Gunner dagegen ist wirklich ein Griff in die Kloschlüssel. Er denkt nur mit der unteren Körperhälfte, ist schrecklich verwöhnt, rechthaberisch und so dramatisch dann auch letztlich seine Familiengeschichte ist, er wird mir einfach nicht sympathischer.

Dass ich mit den Figuren arge Schwierigkeiten hatte, lag auch daran, dass die Geschichte vollkommen überhastet erzählt ist. Auch hier merkt man wieder deutlich, dass die Autorin sich wegen einer Deadline anscheinend wild etwas zusammengeschrieben hat. Installiert wird das Ganze als Liebesdreieck. Diese Variante hat mich bereits im Abschlussband der „Rosemary-Beach-Reihe“ gestört und auch hier wirkt es vollkommen deplatziert, zumal Brady, der bereits durch den Titel Verstoßene tausendmal besser wegkommt, als es Gunner tut. Dann wird zunächst auch die Freundschaft betont und plötzlich ist die große Liebe da. Die Liebesgeschichte ist wirklich ungeheuer schwach erzählt, denn Gunner und Willa haben wirklich kaum ruhige Momente für sich, in denen er ihre romantische Beziehung aufgebaut wird. Es gibt ein paar kleine Küsse und das wars. Natürlich haben wir es mit einem Buch für Jugendliche zu tun, aber der erste Band mit Maggie und West hat so viel mehr geboten: sowohl was den langsamen Aufbau der Beziehung und die körperlichen Affektionen angeht.

Der letzte Kritikpunkt zählt schließlich noch darauf ab, dass „Under the lights“ so viel Drama auffährt, dass es einfach nur noch lächerlich ist. Bereits bei Willa ist der Bogen leicht überspannt, aber was sich bei Gunner noch alles summiert ist dann einfach nur noch lächerlich und in einem wie bereits erwähnten Jugendbuch auch vollkommen überzogen und deplatziert.

Fazit: „Under the lights“ hätte so eigentlich gar nicht veröffentlicht werden dürfen. Es reihen sich charakterliche und storytechnische Absurditäten nur so aneinander, so dass ich das Buch sehr frustriert beendet habe. Der nächste Teil ist zwar schon angekündigt, aber ich hoffe wirklich, dass sich Glines dafür wieder mehr Zeit nimmt, denn dieser Band ist eigentlich eine Frechheit für treue Fans.

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