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1.743 Bibliotheken, 54 Leser, 2 Gruppen, 215 Rezensionen

tod, briefe, liebe, trauer, freundschaft

Love Letters to the Dead

Ava Dellaira , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.02.2015
ISBN 9783570163146
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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133 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

neuanfang, close to you, isabell may, liebe, bad boy

Close to you

Isabell May
Flexibler Einband
Erschienen bei ONE, 23.02.2018
ISBN 9783846600573
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dass „Close to You“ von Isabell May überhaupt auf meiner Leseliste landete, war reiner Zufall, da ich das Buch sonst vermutlich gar nicht gelesen hätte. Als ich es aber in den Händen hielt und das schöne Cover sah, habe ich mich auf diese Lektüre gerne eingelassen, zumal die deutschen Autorinnen derzeit im NA-Genre ja ohnehin auf dem Vormarsch sind.

Doch leider wollte es über den ganzen Leseprozess hinweg nie richtig zwischen mir und „Close to You“ funken. Viele Figuren, wie Chloe, Dorian und auch die Protagonistin Violet sind mir ans Herz gewachsen, aber sie haben leider nicht darüber hinweg getäuscht, dass vieles zu klischeehaft und zu offensichtlich aufgebaut wurde. Auch andere Bücher sind in diesem Genre sehr klischeehaft, aber andere Autorinnen schaffen es da leichter, Charaktertiefe und vor allem einen Gefühlstrudel zu entfachen, der einen mitreißt. Zwar ist Aiden ein sehr komplexer Charakter, der sicherlich nicht Everybody’s Darling auf den ersten Blick ist, aber es braucht zu lange um wirklich eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Daher ist auch lange unverständlich, warum ausgerechnet Violet, die doch angeblich jede Nähe scheucht, jedes Mal sich in einen Hurrikan begibt (so muss Aiden eigentlich auf sie wirken) und sich nach wenigen Wochen heillos in ihn verliebt hat und er ebenfalls in sie.

Diese Liebesgeschichte zwischen den beiden war sicherlich süß, aber sie konnte nie die Zugkraft entwickeln, die ich mir in so einem Buch wünsche. Daher haben auch die intimen Szenen zwischen den beiden nicht richtig auf mich gewirkt. Natürlich gibt es auch starke Szenen zwischen ihnen, gerade gegen Ende hin, wo die Leidenschaft zwischen beiden nicht mehr festgehalten wird, ergeben sich viele gefühlvolle Momente, aber das Gesamtpaket bekommt nur ein befriedigend von mir.

Die angesprochenen Klischees, gerade bei den Nebencharakteren, und die Vorhersehbarkeit (siehe Stalker) hatte ich schon erwähnt, aber hinzu kamen auch zahlreiche logischen Fehler und inhaltliche Löcher, die ich gerne gefüllt gehabt hätte. Irgendwann konnte man als Freundin von Violet ja gar nicht mehr wissen, ob sie gerade bei Dorian oder bei Aiden wohnt, und dennoch gab es nie Nachfragen. Das war für mich unlogisch, da Chloe eine sehr fürsorgliche Freundin ist. Ein Beispiel für eine inhaltliche Lücke ist in meinen Augen das Verhalten der Eltern. Es wird am Anfang und am Ende kurz beleuchtet, aber da hätte ich mehr von sehen wollen, weil sich mir eigentlich nichts erklärt hat. Solche Momente gab es häufiger und das fand ich etwas schade, weil die Geschichte so insgesamt oberflächlich und überhastet erzählt wirkt.

Fazit: „Close to You“ kann an die momentanen Erfolge der deutschen Autorinnen wie Mona Kasten oder Bianca Iosivoni leider nicht anknüpfen, da trotz sympathischer Charaktere die Liebesgeschichte eher blass bleibt und erst spät Sogwirkung entfaltet. Zudem gibt es viele Klischees und vorhersehbare Momente, die noch betont werden dadurch, dass die Geschichte insgesamt zu oberflächlich und lückenhaft erzählt ist. Die entscheidende Tiefe, die mich immer abholen kann, fehlt einfach.

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358 Bibliotheken, 9 Leser, 5 Gruppen, 60 Rezensionen

thriller, chris carter, mord, robert hunter, los angeles

Death Call - Er bringt den Tod

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548289526
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Manchmal kann ich es kaum glauben, wie lange Robert Hunter und Carlos Garcia und somit Chris Carter mich schon begleiten, denn „Death Call“ stellt immerhin schon den achten Band der Ermittlerreihe dar und ist damit ein heißer Kandidat sich nahtlos in das fast schon beängstigend gute Niveau einzureihen. Zwar habe ich nicht immer fünf Sterne vergeben, aber Charter muss man lassen, dass vor allem die Thrill-Elemente immer großartig ist, denn bei den meisten Thriller-Autoren ist es genau andersherum.

Auch in „Death Call“ springen mir vor allem wieder die Thrill-Elemente ins Auge. Carter zeigt abermals, dass er sich hochaktuellen Themen widmen kann und die schlechten Seiten dieser durch gnadenlose und brutale Mordserien unterstreicht. Diesmal geht es um die Folgen von zu großer Offenheit in den sozialen Medien, was ich als sehr spannend empfand, zumal auch die Quintessenz hinterher stimmte. Die Art der Morde und damit die kranke Psyche der Täter übertreffen sich immer und daher stellt sich mit zwangsweise immer wieder dieselbe Frage: kann man das immer wieder toppen? Ja, man kann. Alleine schon dadurch, dass es immer wieder neu ist und immer einen anderen Aspekt in den Fokus nimmt. Gerade von psychologischer Sicht her lerne ich immer wieder neu dazu und finde es spannend zu verfolgen, wie Hunter die jeweilige Psyche ergründet.

Der Fall hat aber auch von einer anderen Seite her eine sehr spannende Wendung erhalten, die sogar immer wieder eine falsche Fährte legt: die Einführung einer sehr komplexen Nebenfigur. Hierzu kann ich nicht viel mehr sagen, da das zu viel vom Leseerlebnis wegnehmen würde. Daher bleibt mir nur zu sagen, dass es ein neues Element war, was Carter bisher so noch nicht verwendet hat und was mit gut gefallen hat. Eine Einschränkung gibt es aber dennoch. Durch die gerade erwähnte Nebenfigur ist man recht lange auf der falschen Spur als Leser – was ich ja großartig finde – aber dann gibt es diesen einen Moment, der mich hat stutzig werden lassen. Ich habe ihn wieder verdrängt, nur um dann einzusehen, dass dieser Moment doch ein Ticken zu eindeutig und damit zu früh auf den letztlichen Täter hingewiesen hat. Aber das ist wirklich Klagen auf hohem Niveau.

Problematisch sehe ich bei Carter ja meist die Figurenentwicklung und vor allem wie eine Figur wie Garcia so sträflich immer wieder in die Ecke geschoben wird. Aber seitdem ich mich damit abgefunden habe und selbst Garcia diese Beobachtung kommentiert, kann ich auch viel besser die Stärken sehen, zumal Hunter sich ja seit „Die stille Bestie“ zu einem offenen Buch entwickelt hat und seitdem alle Sympathien dieser Welt verdient hat. In diesem Band gefällt mir besonders gut, dass Hunter offenbar eine neue Liebe an die Seite gestellt bekommt. Die neue Figur ist ungeheuer charmant und mit ihrer Ungewöhnlichkeit irgendwie genau die Richtige. Aber in solchen Reihen muss man ja leider immer den Hintergedanken haben, dass so eine Figur letztlich für etwas Schlechtes genutzt wird. Aber da heißt es abwarten.

Fazit: „Death Call“ ist ein hochspannender Thriller, der sich mehreren aktuellen Themen annimmt und diese sehr spannend, brutal und hochpsychologisch bedeutet. Der Unterhaltungswert ist von der ersten bis zur letzten Seite immens hoch, was wirklich zum Niederknien ist. Für mich ist der Hinweis auf den letztlichen Täter zu früh und zu eindeutig gesetzt, aber im Vergleich zu anderen Autoren ist das immer noch sehr spät. Daher gibt dieser Kritikpunkt nur einen halben Stern Abzug und da man ab 5 aufrundet, gibt es folglich hochzufrieden die volle Sternenanzahl!

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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

ausgezeichnet, axel mossmann, danehof, dänemark, affäre

Oxen. Der dunkle Mann

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783742404121
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich haben den ersten „Oxen“-Band sehr begeistert gelesen, da es den typischen komplexen Erzählstil von dänischen Krimi- oder Thrillerautoren aufweist und dennoch auch noch mit neuen Elementen zu überzeugen weiß. Besonders bestechend ist in meinen Augen, dass nicht jeder Band einen eigenen Fall abarbeitet, sondern dass es einen großen Fall gibt. Zudem sind die „Ermittler“, wenn man sie überhaupt so nennen kann, da sie ja nicht offiziell als solche angestellt sind, höchst ungewöhnlich. All das hat mich mitsamt einem stetig zunehmenden Spannungsbogen sehr gut unterhalten können.

Der zweite Band nun mit dem Untertitel „Der dunkle Mann“ beginnt genauso wie es auch schon der erste Band getan: sehr gemütlich, fast schon wirr, weil man die einzelnen Handlungsstränge nicht zusammenbringen kann. Mir ist auch ins Auge gefallen, dass eigentlich jeder Leser, der den ersten Band nicht gelesen hat oder die wesentlichen Inhalten wieder vergessen hat, vom Autor (wieder) aufmerksam ins Boot geholt wird, denn immer wieder häppchenweise werden die Basicinfos noch einmal genannt. Mir persönlich waren diese Infos zu weit verstreut, stellenweise sogar zu spät und dann auch schon wieder zu ausführlich. Wenn an einigen Stellen nochmal die Zeitungsartikel, die berichten, wie Oxen seine Orden verliehen bekommen hat, komplett vorgelesen werden, dann ist mir das zu viel, da es genauso ausführlich bereits im ersten Band dargelegt wurde.

Nachdem dieser sehr langsame und schwierige Einstieg überwunden ist, spielt der Autor verstärkt wieder die Stärken aus, die ich bereits oben im einleitenden Absatz nannte. Man wird von Oxens vorsichtiger und dennoch stets mutigen Handlungsweise mitgerissen, man hat Spaß an Franck, die kein Blatt vor den Mund nimmt und in einer Akribie arbeitet, die man nur beneiden kann. Daneben gibt es bereits eingeführte Nebenfiguren wie Mossmann, die zwielichtig sind und wo man nie weiß, woran man eigentlich bei ihnen ist. Es werden aber auch neue Figuren eingeführt, teilweise wird auch aus ihrer Perspektive erzählt, so dass die Geschichte insgesamt viel Neues zu bieten hat.

Zudem entstehen wieder viele spannende Momente, in denen es zu Jagdszenen kommt, wo man heftig mitfiebern kann und so auf hohem Niveau unterhalten wird. Aber nicht nur die klassischen Actionszenen tragen zur Spannung bei, auch der Fall rund um den Danehof spitzt sich immer mehr zu und weist noch mehr Abgründe auf. Weiterhin ist man auch Teil der Aktivitäten des Danehofes, so dass es spannend ist mitzufiebern, wer wohl die aktuelle Etappe gewinnen wird: Oxen und die Danehof-Gegner oder doch die Elitegemeinschaft? Das Ende ist auch herrlich offen, mit unheimlich viel Potenzial für den dritten Band, so dass man nur weiterlesen wollen kann.

Abschließend möchte ich noch etwas zu dem Hörbuchformat sagen, durch das ich „Der dunkle Mann“ erleben durfte. Die Erzählstimme Dietrich Wunder hat mir sehr gut gefallen. Seine einzige Schwäche sind ein wenig die Frauenstimmen, die er – naturgegeben – nicht so gut variieren kann wie die Männerstimmen, aber die Bandbreite an Nuancen, die er liefert, sind sehr beeindruckend. Grundsätzlich muss ich aber als eher unerfahrene Hörbuchhörerin sagen, dass diese Reihe um Oxen sehr komplex ist und damit in meinen Augen zu komplex für ein reines Hörerlebnis. Ich habe bereits den ersten Band, den ich in Print gelesen haben, als sprachlich anspruchsvoll empfunden und dieser Stil wird natürlich beibehalten. Man muss sich beim Hören sehr stark konzentrieren und merkt, wenn das nicht der Fall ist, dass man schnell den Faden verliert und nicht mehr mitkommt. Daher habe ich auch viel Zeit für dieses Hörbuch gebraucht, da ich immer wieder Verarbeitungspausen brauchte.

Fazit: Der zweite Band von „Oxen“, „Der dunkle Mann“ steht dem ersten Band in nichts nach. Die Grundkomponenten sind genau gleich und auf eben demselben Niveau. Das bedeutet leider auch, dass der Einstieg in die Geschichte wieder etwas zu gemächlich und zu wirr ist, aber danach entwickelt sich eine sehr spannende Fortführung des Kampfes zwischen dem Danehof und seinen Gegnern. Es gibt tolle Actionszenen, aber auch Spannung durch die Zuspitzung des Konflikts. Der Abschlussband verspricht ein wahres Feuerwerk zu werden!

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154 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

thriller, agoraphobie, mord, new york, the woman in the window

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich muss zugeben, dass mich der Titel, der Klappentext und auch der Stil von „The Woman in the Window“ sehr stark an „Woman in Cabin 10“ erinnert hat. Dieses Buch hatte mich schon ganz gut unterhalten können, so dass ich mir gedacht habe, dass ich mit diesem Werk hier nun nichts falsch machen kann, denn ich finde es großartig, wenn Autoren es schaffen, mich an der Nase herumzuführen und überraschende Wendungen auffahren können.

Auch das Grundgerüst der Geschichte hat mich schon sehr an „Woman in Cabin 10“ erinnert, da wir es mit einer Protagonistin zu tun haben, die psychische Probleme hat und neben Medikamenten auch viel Alkohol zu sich nimmt. Diese Grundausrichtung ist auf Dauer sicherlich langweilig, aber ich verstehe, warum beide Autoren ihre Protagonistinnen so zeichnen. Denn wenn man jemanden hat, auf den kein vermeintlich kein Verlass ist, dann wird es auch für den Leser spannend: kann ich der Sicht auf die Dinge vertrauen, der ich ausgeliefert bin? Diese Grundfrage ist über das ganze Buch hin präsent und sorgt definitiv für einen durchgängigen Spannungsfaktor.

Der Einstieg in das Buch ist mir etwas schwer gefallen, da der Schreibstil zu Beginn noch sehr sprunghaft wirkt. Das hat auch zur Folge, dass man zunächst die einzelnen Handlungen nicht so recht zusammenbringen kann und sich fragt: was soll das Ganze? Zudem hat Anna Fox eine ausgiebige Leidenschaft für Schwarz-Weiß-Filme und da ich mich in diesem Genre gar nicht auskenne, hatte ich häufig das Gefühl, dass mir schon entscheidende Dinge entgehen. Jedoch sind das beides Aspekte, die sich mit der Zeit auflösen. An den Schreibstil gewöhnt man sich und auch die losen Zusammenhänge kristallisieren sich immer mehr heraus, so dass man begreift, hier wird es um das große Ganze gehen. Die Leidenschaft für die Filme wird immer schwäche behandelt und hat nur noch am Ende eine kleine Bedeutung, aber es war gut, dass ich insgesamt keine Leidenschaft für diese Filme mitbringen musste.

Der Hauptaspekt der Geschichte, der bereits auf dem Klappentext verraten wird, geschieht zeitlich etwas später und ab diesem Zeitpunkt ist ein durchgängiger Drang da, weiterzulesen. Nicht alles, was danach passiert, erscheint einleuchtend oder spannend, so dass kleine Lesephasen entstehen, wo man sich fragt, warum sich der Autor nun ausruht. Aber da man eben wissen will, wie war das Ganze eigentlich, kann man gar nicht aufhören zu lesen. Für diesen Sog möchte ich dem Autor ein dickes Kompliment aussprechen.

Dass man immer nur weiterlesen musste, hat sicherlich auch daran gelegen, dass die letztliche Lösung zu keinem Zeitpunkt auf der Hand lag. Man konnte als Leser zwar schon ausgiebig spekulieren, aber alles zerschlug sich wieder, es wurden neuen Überlegungen getätigt, aber die Endlösung habe ich gedanklich nicht einmal gestreift. Auch das schafft nun wahrlich nicht jeder Autor, so dass ich auch hier Begeisterung ausdrücken möchte. Mit dieser Erkenntnis ist für mich nun auch klar, dass mit „The Woman in the Window“ einen Ticken besser gefällt, als „Woman in Cabin 10“, da der Gesamtzusammenhang logischer erschien.

Beiden Büchern fehlt aber die tatsächliche Berechtigung Thriller genannt zu werden. A. J. Finn nimmt sich einige Auszeiten, an denen er den einen oder anderen Leser verlieren könnte, weil man bei einem klassischen Thriller einfach andere Elemente gewöhnt ist. Das ist einfach schade in der Genreeinteilung, weil dann schon ganz andere Leser zupacken.

Fazit: Ich habe „The Woman in the Window“ sehr gerne gelesen und bin dankbar dafür, dass ab Seite 100 eine unterschwellige Spannung vorhanden war, die mich mitgesogen hat, so dass ich immer nur weiterlesen wollte. Das Ende ist sehr überraschend und präsentiert einen logischen Endzusammenhang, eine Fähigkeit, die nicht jeder Autor zufriedenstellend aufweisen kann. Der zähe Beginn und die falsche Genreeinteilung kosten daher letztlich nur einen Stern!

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117 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

liebesroman, drama, entführung, liebe, liebesgeschichte

From Scratch - Alles neu mit dir

Stacey Kade , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 517 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736305922
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rund um die Veröffentlichung von „From Scratch“ in Deutschland gab es einige Aufregung, weil es zunächst als Printversion angekündigt war, durch zu geringe Vorbestellungen nun aber nur digital veröffentlicht wird. Dieser Aufschrei hat mich natürlich neugierig gemacht, denn was hat Stacey Kade mit diesem Roman zu bieten, dass die Sehnsucht nach einer Printversion so groß ist?

Den Einstieg in den Roman fand ich großartig und mitreißend. Wir werden Zeugen, wie Amanda, die weibliche Protagonistin, ihrem Kidnapper entkommt und wie sie noch geraume Zeit später unter diesem Trauma zu leiden hat. Diese Szenen und vor allem die Gefühle, die Amanda empfindet, waren für mich als Leserin sehr greifbar und so aufwühlend, dass ich mich gleich in Empathie mit der Hauptfigur verbunden sah. Im NA-Genre liest man bekanntlich doch viele ähnliche Geschichten, daher war ich begeistert, dass Kade sich hier eines sehr schweren Themas annimmt, den Leser auch Teil des Traumas werden lässt und dann eben auch eine Bewältigungsstrategie anbietet.

Genau diese Bewältigungsstrategie wurde für mich dann eben wenig realistisch rübergebracht. Amanda trifft auf Chase Henry, von dem sie ein Poster in ihrem Verlies hängen hatte, und beschließt, dass Zeit mit ihm bei seinem neuen Filmset sie heilen könnte. Diese Grundidee konnte ich noch nachvollziehen, aber alles, was danach kommt, ist schnell von immensen Fortschritten begleitet. Von der Amanda, die sich kaum aus dem Haus traut, wird innerhalb kürzester Zeit eine starke, junge Frau, die ich mir für jedes NA-Buch so wünschen würde. Nur ausgerechnet für „From Scratch“ habe ich es mir eben nicht gewünscht, da es logisch keinen Sinn ergibt. Natürlich war diese Version von Amanda das Endziel, das war mir natürlich schon im Vorfeld bewusst, aber dann hätte die Autorin besser auf einen längeren Handlungszeitraum gesetzt, als auf weniger als eine Woche.

Trotz dieses wenig realistischen Rahmens hatte die Geschichte natürlich auch ihre starken Momente. Chase, der mir anfangs zu fremdgesteuert wirkte, findet wieder den Weg zu sich selbst zurück und offenbart dabei einen sehr nachdenklich, empfindsamen jungen Mann, der eine sehr romantische Ader hat und mich ein ums andere Mal aufseufzen ließ. Auf der anderen Seite hat Amanda sich manchmal vollkommen unerwartet für eine NA-Protagonistin verhalten, was mich aber positiv überrascht hat, denn wie gesagt, meist geht eher alles nach Schema F. Zudem gab es einige Nebenfiguren, die man erst lieb gewinnen musste, die dann aber einen wertvollen Anteil an dieser Geschichte hatten.

Die Autorin wollte noch etwas Spannung mit in die Geschichte bringen und hat dabei auf zwei Antagonistinnen gesetzt. Nicht unbedingt verkehrt, aber diesen so gar kein Profil zu verleihen und sie dann fallen zu lassen oder herbeizuzaubern und unsinnig agieren zu lassen, das wirkt dann wieder wie nicht gekonnt. Natürlich war am Ende noch mal kräftig Spannung da, an der Amanda final wachsen konnte, aber insgesamt wirkte dieser Handlungsbogen nicht abgeschlossen genug.

Fazit: Stacey Kade macht mit ihrer Grundidee für „From Scratch“ eigentlich alles richtig, um eine emotionale Liebesgeschichte mit Selbstfindung und Selbstreflexion zu bieten. Doch sie stellt sich selbst ein Bein, da sie diese Aspekte unrealistisch beleuchtet und auch die Spannungselemente mitsamt Antagonisten nur unzureichend dem Leser präsentiert. Die Stärken, wie Charaktere und Überraschungsmomente, bleiben mir zwar auch im Gedächtnis, haben durch die genannten Schwächen aber einen Schatten auf sich. Daher kann ich abschließend kein Argument finden, warum dieses Buch nun tatsächlich noch unbedingt in einer Printversion erscheinen sollte.

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426 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 95 Rezensionen

liebe, freundschaft, bianca iosivoni, der letzte erste kuss, college

Der letzte erste Kuss

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 525 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736304147
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich so begeistert von Mona Kastens Wirken im deutschen New-Adult-Genre war, habe ich mich mit Bianca Iosivoni der zweiten Autorin gewidmet und „Der letzte erste Blick“ konnte mich bis auf das zu sehr gekünstelte Drama sehr überzeugen. Meine Vorfreude auf Luke und Elle und damit Band 2 der Reihe war seitdem unermesslich und nun war es endlich so weit!

So groß die Vorfreude war, so ernüchternd war dann leider der Einstieg in die Geschichte. So recht kann ich mir immer noch nicht erklären, was mich mit dem Beginn der Handlung so unzufrieden zurückgelassen hat. Ein Erklärungsansatz kann höchstens sein, dass ich so eine Lust auf die Liebesgeschichte von Luke und Elle hatte, dass es einfach nur schiefgehen konnte. Da mir aber die eindeutigen Beweise für dieses Gefühl fehlen, kann ich nur andeuten, dass die Geschichte vielleicht zu wenig in Gang kam. Vielleicht lag es auch daran, dass man diesen One-Night-Stand-Luke nie aus seiner Perspektive erlebt hat, weil er mit Seite 1 brav war. Vielleicht hat es auch daran gelegen, dass die Geschichte zunächst zu sehr auf Elles Hintergrund fokussiert war und ich mich auch nach Lukes Vergangenheit gesehnt habe.

Dann kam eine große Highlightszene beziehungsweise eine mit ganz vielen tollen Nachwirkungen in Elles Heimat, wo ich dachte, so jetzt geht es los, aber dann wurde wieder alles ausgebremst und das Feuer, das nun endlich zwischen Luke und Elle erwacht schien, kochte wieder nur auf Sparflamme. Zu diesem Zeitpunkt war meine Frustration groß, da ich die Geschichte der beiden nicht nicht mögen wollte, ich wollte sie lieben!

Aber zum Glück ist Bianca Iosivoni eine tolle Erzählerin, die zum Glück (danke!) noch die Kurve schafft. Auf einmal lief die Geschichte der beiden Hauptfiguren in genau den richtigen Bahnen, das Drama war hervorragend gewählt und hat sich auch immer wieder raffiniert zwischen den beiden Protagonisten abgewechselt, so dass ich auch den Eindruck einer gleichberechtigten Beziehung bekommen habe. Die Szenen zwischen den beiden waren stets prickelnd, aber auch so viel mehr. Immer von Verständnis und Empathie geprägt, so dass auch ich mich den beiden nicht entziehen konnte. Auch das große Drama am Schluss war perfekt gestaltet und das hat mich sehr gefreut, da ich mit diesem Aspekt im ersten Band ja noch unzufrieden war und ich liebe es, wenn Autoren sich weiterentwickeln! Insgesamt bleibt so zu sagen, dass das Ende schon ziemlich perfekt war!!!

Fazit: Ja, der Einstieg in „Der letzte erste Kuss“ ist mir sehr schwer gefallen, aber da mache ich keine Autorinnenfehler für verantwortlich, sondern lieber meine zu hohen Erwartungshaltungen, da ich Elle und Lukes Liebesgeschichte schon vorab zu sehr gefeiert habe. Daher bin ich so dankbar, dass die zweite Hälfte der Geschichte nahezu perfekt ist und gefühlvolle mit dramatischen Szenen sich vollkommen in der Waage halten. So hatte ich am Ende dann doch meine sehnlichst herbeigewünschte tolle Liebesbeziehung zwischen den beiden!

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26 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

bulgarie, frankreich, kriminalroma, menschenhandel, mord

Die Entscheidung

Charlotte Link , Friederike Kempter
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 05.09.2016
ISBN 9783837136289
Genre: Krimi und Thriller

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150 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

trauer, verlust, jugendroman, liebe, young adult

Der Himmel in deinen Worten

Brigid Kemmerer , Henriette Zeltner
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671644
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Der Himmel in deinen Worten“ war für mich ein sehr poetischer Titel. Das Cover fand ich etwas düster, aber der Klappentext, der eine anrührende Jugendgeschichte versprach, tat es mir an, so dass ich mich an diese YA-Lektüre gewagt habe.

Gleich zu Anfang fiel schon positiv auf, dass sich dieser Jugendroman mit vielen ernste Themen auseinandersetzt: Trauer, Missbrauch, Alkoholkonsum etc. Viele heftige Themen können gerne auch mal aufs Gemüt drücken, aber das ist bei „Der Himmel in deinen Worten“ nicht der Fall, da alles drum herum von nachvollziehbaren Charakteren, Hoffnung und Vertrauen begleitet ist. Zudem ist die Sprache hervorragend. Sehr wortreich, teilweise philosophisch, tief berührend und dennoch stets eingängig. Dadurch wird große Emotionalität erzeugt, aber nie so, dass man komplett die Fassung verliert, da auch immer etwas Tröstendes, bedingt durch die hohe Selbstreflexion der Figuren, mitschwingt.

Die Figuren sind das nächste gute Stichwort. Juliet und Declan (Rev als wichtigste Nebenfigur hinzugenommen) haben viele schlimme Dinge schon erlebt und finden daher zueinander. Zunächst in ergreifenden Briefen und E-Mail, parallel aber auch in echt. Da man beide Perspektiven miterlebt, kann man zu beiden eine sehr enge Verbindung aufbauen. Auch wenn man nicht immer jeder Denkweise und Reaktion akzeptieren kann, kann man sie zumindest nachvollziehen, da sie für den Leser transparent dargestellt werden. Natürlich steckt bei Juliet und Declan eine Liebesgeschichte dahinter und trotzdem würde ich verneinen, dass es sich um eine klassisch zu erwartende Liebesgeschichte handelt. Denn so gut sie auch füreinander sind, verliert die Autorin auch nie aus den Augen, dass jeder seine eigene Geschichte hat und sich in dieser entwickeln muss. Dies gelingt mit unheimlich viel Fingerspitzengefühl.

Was ich ebenfalls als großartig bezeichnen muss, ist das Freisein von Klischees, das für die Geschichte gilt. Aus der Tatsache, dass man zwei Protagonisten hat, die je einen großen Schicksalsschlag erlebt haben, kann man schnell eine klischeebeladene Geschichte spinnen, aber das wird hier nicht gemacht. Dadurch mag die Handlung für den ein oder anderen handlungsarm sein, für mich ist sie dafür aber vor allem von den Denkprozessen her höchst authentisch. Bei niemandem findet eine unerwartete Entwicklung statt, nirgendwo wird etwas übertrieben konstruiert, alles wirkt haargenau so, wie man es im tatsächlichen Leben immer wieder selbst erlebt oder erzählt bekommt.

Fazit: „Der Himmel in deinen Worten“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das frei von Klischees eine anrührende Geschichte erzählt, in der es viel um Selbsterkenntnis, Selbstreflexion, Verzeihen und Liebe geht. Also viele Themen, die das Jugendalter so mit sich zieht und so spannend macht. Ich war jedenfalls in die Charaktere, die Handlung und vor allem die Sprache sehr verliebt, so dass ich mit einer fetten Leseempfehlung fünf Sterne gebe!

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271 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

liebe, vermont, familie, tod, verlust

Kein Tag ohne dich

Marie Force , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.11.2016
ISBN 9783596296200
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach dem ersten Band der „Green Mountain“- Reihe habe ich eine längere Pause eingelegt. Nicht bewusst, aber ich war doch überrascht, wie viel Zeit seit dem Auftakt vergangen war, zumal ich mich abgesehen von kleineren Schwächen sehr begeistert von dem Roman gezeigt habe und endlich meine Nora Roberts-Nachfolgerin gefunden hatte. Der Einstieg in „Kein Tag ohne dich“ fällt trotzdem einfach aus, da diese familiäre Atmosphäre sogleich wiederzuerkennen ist und man auch schnell wieder sämtliche Figuren auf dem Schirm hat, da eben auch alle ständig ein Teil der Geschichten sind, auch wenn es sich eigentlich immer nur um ein Pärchen dreht.

In diesem Band dreht es sich nun um die Witwe Hannah und Nolan, die man schon im Vorband kennengelernt hat. Bei genau den beiden fangen aber schon die Probleme an, die ich mit dem zweiten Buch habe. Natürlich ist es nie einfach eine überzeugende Liebesgeschichte zu erzählen, wenn mindestens einer der beiden schon einmal die große Liebe erlebt hat. Und dennoch kann es gelingen. Manche Ansätze und Gedanken zur zweiten großen Liebe fand ich auch sehr anrührend, aber dennoch hatte ich zu lange das Gefühl, dass Hannah Nolan als Mann an ihrer Seite genommen hat, weil er eben sich zur Verfügung gestellt hat. Ich habe einfach nicht nachvollziehen können, was sie genau an Nolan reizt. Zudem geht es für allem drumherum um Caleb und ihre Gefühle für ihn waren einfach überpräsent. Zwar wurden irgendwann die Schwächen an Caleb noch stark betont, aber das wirkte zum einen ungeschickt und zum anderen war da der Schaden schon angerichtet, dass ich mich von Hannah und Nolan als Liebespaar nicht so recht überzeugen lassen wollte. Zudem haben sie sehr viele Bettszenen geschrieben bekommen, so dass ich auch eher das Gefühl hatte, dass es eher eine körperliche Liebe zwischen ihnen ist.

Zudem ist das Drama zwischen den beiden, was von verschiedenen Stellen her herbeigeführt wird, total vorprogrammiert und auch wird dann noch nicht mal konsequent zueende geführt, das ist mir vor allem in Bezug auf die Rennfahrerkarriere von Nolan aufgefallen. Natürlich hatten die beiden auch schöne Momente, das will ich gar nicht leugnen. Aber mein Herz konnte sich einfach nicht so sehr für sie freuen, weil ihre Liebe eben nicht so echt wirkte, wie ich es gerne erlebe!

Weiterhin ist mir kritisch aufgefallen, dass plötzlich so gut wie für alle Abbott-Geschwister noch die Liebesgeschichten hervorprophezeit werden mussten. Natürlich bekommt jeder noch seinen Band, aber ich finde, dass so wichtige Momente zu Beginn von Beziehungen dem Leser vorenthalten werden, weil sie eben eher aus einer dritten Perspektive oder eben aus Erzählungen entstehen. Das finde ich doch etwas schade und verschafft mir für die Reihe aktuell einen ziemlichen Dämpfer!

Fazit: So gut der Auftakt der „Lost in Love, Green Mountain“-Reihe auch war, so enttäuschend ist leider der zweite Band. Das Liebespaar kann sich einfach nicht gegen die erste große Liebe der Protagonistin durchsetzen und auch all ihre Dramen sind zu überkonstruiert. Somit wollte leider keinerlei Mitfiebern und Mitleiden mit den beiden entstehen. Schade, schade!

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

tempting love, bodyguard, bridget, bridget rodgers, alana gore

Tempting Love - Spiel nicht mit dem Bodyguard

J. Lynn , Friederike Ails
Flexibler Einband: 282 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.11.2017
ISBN 9783736305342
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Die „Tempting Love“-Reihe rund um die Gamble-Brüder zählt zu den ersten schriftstellerischen Erfahrungen von Jennifer Armentrout und die ersten beiden Bände haben mir bereits gezeigt, dass man das durchaus merkt, weil einfach dieses gewisses Extra fehlt. Zum Glück hat sich der zweite Band als Steigerung zum ersten entpuppt, sonst hätte ich diese Reihe womöglich nicht durchgezogen. Band 3 dreht sich nun um den ältesten Gamble-Bruder und Alana Gore, die man als knallharte PR-Beraterin schon im zweiten Band kennengelernt hat.

Über die Wahl als Alana für die Frau von Chandler war ich sehr überrascht. Natürlich haben sich schon einige anderen Autoren daran versucht, zunächst unbeliebte Figuren zu Protagonisten zu machen, ihnen eine Geschichte zu geben und sie dann doch greifbar und akzeptabel zu machen. Das gelingt dem einen besser als dem anderen. Bei Alana war es so, dass sie wirklich nichts Nettes im zweiten Band ausgestrahlt hat und dazu auch noch vom Äußeren eher wie eine graue Krähe rüberkam, also eher die Antagonistin schlechthin. Dieses Bild verkörpert sie im dritten Teil überhaupt gar nicht und das kann nicht nur damit erklärt werden, dass wir ihr nun hinter die Birne schauen können. Meine Meinung nach ist sie einfach ein ganz anderer Mensch und auch ihre Hintergrundgeschichte gibt null Erklärung für ihr Verhalten im zweiten Band.

Da ich mit Alana schon nicht überein war, weil sie eben out of character ist, passte für mich die Chemie mit Chandler auch gar nicht. Chandler wirkte auch von den Gamble-Brüdern gesehen zu glatt und ohne wirkliche Ecken und Kanten. Man sieht also schon deutlich, dass ich weder von ihnen einzeln, geschweige denn von ihnen zusammen, wirklich überzeugt war. Zudem passen auch die Sexszenen, die ich als en masse und zu explizit empfunden haben, null zu Alana. Daher habe ich diese irgendwann sogar überlesen und das passiert mir wirklich selten.

In diesem dritten Band wurde auch etwas Spannung aufgebaut, weil Alana einen Stalker hat, mit dem tatsächlich nicht zu spaßen ist. Solche Thrill-Elemente weiß ich eigentlich immer zu schätzen, aber der Täter dahinter war auch zu schnell offensichtlich, so dass ich mich insgesamt an diesem Roman kaum etwas überzeugen konnte.

Fazit: Band 3 ist nicht unbedingt erzählerisch ein Flop, weil man so langsam Armentrouts Stärken erkennt, dafür aber von den Figuren und ihrer gemeinsamen Chemie hier. Auch die inszenierte Spannung durch den Stalker wurde in den Sand gesetzt, so dass ich insgesamt froh war, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Daher bleibt mir als Gesamtfazit der Reihe nur zu sagen, dass sie definitiv nicht zu Armentrouts Sternstunden zählt und man daher auf das Lesen dieser gut und gerne verzichten kann.

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102 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, baseball, j. lynn, chad gamble, tempting love

Tempting Love - Homerun ins Glück

J. Lynn , Friederike Ails
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.05.2017
ISBN 9783736304468
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit dem ersten Band der „Tempting Love“-Reihe habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich den ersten Werken einer Lieblingsautorin zu nähern, nicht immer die beste Entscheidung ist, da dieser Band sehr deutlich zeigte, dass Jennifer Armentrout an dieser Stelle noch experimentiert hat und in diesem Genre noch nicht so recht ihre Erzählstimme gefunden hat, die sie für mich inzwischen verkörpert. Da ich aber eine Reihe begonnen habe, wollte ich diese auch durchziehen und habe mich nun Band 2 gewidmet.

Band 2 kann Band 1 schon spielerisch leicht überflügeln, da die diesmalige Protagonistin Bridget wesentlich mehr Profil bekommt, als es das bei Madison der Fall war Bridgets Denken ist nicht nur auf Chad ausgelegt und ihr Gedankenspiel wird sehr ausführlich dargestellt, so dass ich mich mit ihr viel besser identifizieren konnte. Bei Chad gilt Ähnliches wie bei Chase im ersten Band. Auch er wird gut dargestellt und seine Gedanken halten auch mal die ein oder andere Überraschung parat.

Die Geschichte zwischen den beiden hat mich stark an Saskia Louis‘ „Liebe auf den ersten Schlag“ erinnert, war aber dennoch anders, aber in jedem Fall überzeugend. Das Drama, was zwischen den beiden stand, ist ebenfalls gut gewählt und goldrichtig platziert, so dass ich die Geschichte an sich als wesentlich perfekteres Gesamtpaket empfunden habe. Bridget und Chad haben eine wunderbare Chemie miteinander, die immer wieder in prickelnden Momenten endet. Als es zur großen Vereinigung kommt, waren mir die Sexszenen dann sogar zu viel des Guten. Was man aber nicht leugnen kann ist, dass es einige logische Löcher gibt. Mal werden einzelne Argumente nicht bis zum Ende durchgezogen. Dann passen einige Geschehnisse zeitlich nicht. Das fällt schon negativ ins Auge, da sowas mit einem Lektorat eigentlich nicht passieren dürfte.

Fazit: „Tempting Love – Homerun ins Glück“ ist eine wesentlich bessere Geschichte als „Tempting Love – Hände weg vom Trauzeugen“. Alles ist mehr auserzählt, vor allem die Protagonistin darf wesentlich mehr Persönlichkeit entfalten und auch die Chemie zwischen den beiden kann durch mehr Erzählzeit auf einen anderen Stern gehoben werden. Dennoch gibt es technische Fehler, die wieder einmal unterstreichen, dass Jennifer Armentrout sich in ihrem Schreiben seitdem stark verbessert hat.

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202 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

tempting love, hochzeit, liebe, j. lynn, hände weg vom trauzeugen

Tempting Love - Hände weg vom Trauzeugen

J. Lynn , Friederike Ails
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX, 09.12.2016
ISBN 9783736303645
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jennifer L. Armentrout oder auch wie in diesem Fall unter ihrem Pseudonym J Lynn tätig ist einer meiner liebsten Autorinnen und ich habe große Bewunderung für sie, da sie gleich in mehreren Genres sehr erfolgreich ist! Die „Tempting-Love“-Reihe gehört zu ihren ältesten Büchern und ist als ihr erster Ausflug ins Liebesromangenre ohne jegliche Fantasysanteile zu sehen. Auch wenn die Bücher schon wieder ein halbes Jahrzehnt alt sind, wollte ich sie mir nicht entgehen lassen und habe mich auf diese Reihe um die Gamble-Brüder eingelassen.

Was zunächst auffällt ist, dass der Roman sehr kurzweilig ist. Ich hatte ihn dementsprechend in weniger als 24 Stunden gelesen und fand das auch gar nicht so schlecht, weil dennoch eine gut durchdachte Geschichte mit einigen Auf und Abs geboten wurde. Ausklammern muss ich das Ende, da dort die Konflikte nicht mehr aufgelöst wurden und unvermittelt das Happy End parat fand. Das war mit trotz aller Liebe zur Kurzweiligkeit zu kurz.

Probleme hatte ich auch definitiv mit der Protagonistin Madison, da ihr auf den wenigen Seiten nur wenig Raum gegeben wurde, um ihre Persönlichkeit wirklich zu entfalten. Dass sie erfolgreich in ihrem Job ist, wird immer nur so nebenbei erwähnt, da es sonst eigentlich nur darum geht, wie sie ständig an Chase denkt, sich nach ihm verzehrt und keinen anderen klaren Gedanken mehr fassen kann. Das war mir viel zu eintönig, zumal es in Zeiten des Feminismus ihr gar nicht gut steht. Natürlich denkt auch eben dieser Chase nicht viel anders und dennoch hat er wesentlich mehr Tiefe bekommen und auch in interessanten Gesprächen geht er seinem Wesen auf den Grund. Da war bei den Protagonisten schon ein großes Maß an Ungleichgewicht zu erkennen.

Ihre Geschichte aber war süß und wie schon erwähnt in einem guten Rahmen erzählt. Dennoch, wenn man die „Wait for you“-Reihe kennt, bleibt dieses Buch in allem ein Stückchen zurück. Wie erwähnt können sich die Figuren nicht so recht entfalten und auch diese Tiefe, das tolle Drama, das Armentrout immer entfalten kann, die bleiben mindestens drei Stufen unter ihrem normalen Niveau. Daher ist „Tempting Love 01“ eine nette Unterhaltung mit einigen prickelnden Momenten, aber keine Erzählung, die einen noch lange beschäftigen wird.

Fazit: Armentrout-Fans werden es sicherlich ganz spannend finden, wie sich die Autorin so vor ihren großen Erfolgen geschlagen hat. Aber zurecht zählt der Auftaktband der „Tempting Love“-Reihe nicht zu ihren großen Erfolgen, da es über eine nette Unterhaltung nicht hinausgeht.

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488 Bibliotheken, 22 Leser, 2 Gruppen, 135 Rezensionen

liebe, fantasy, feuer, eis, frost

Fire & Frost - Vom Eis berührt

Elly Blake , Yvonne Hergane
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2018
ISBN 9783473401574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Fire & Blood“ hat mein Interesse ganz klar über das Cover geweckt (das auch von Angesicht zu Angesicht viel hermacht), denn Fantasyliteratur ist bei mir nicht an der Tagesordnung. In einem zweiten Schritt war es dann die Leseprobe, die mich direkt in die Erzählwelt kapitulierte und mich mit Ruby mitfühlen ließ. Da Elly Blake auf dem deutschen Buchmarkt auch noch ein unbescholtenes Blatt ist, habe ich mich gänzlich ohne Vormeinungen oder ähnliches in dieses fantastische Abenteuer gestürzt.

Der Einstieg in das Buch gefällt mir gut. Die Verbindung zur Protagonistin Ruby wird schnell geknüpft, da gleich zu Beginn einige emotionale Momente geboten werden, in denen ihre Gefühle wunderbar dargestellt sind. Doch spätestens im zweiten großen Handlungsabschnitt ändert sich die Atmosphäre etwas. Auf einmal zieht das Erzähltempo unheimlich an und zusätzlich sind wir einer höchst hitzköpfigen Ruby ausgesetzt, die alle paar Minuten ihre Meinung ändert. Natürlich passt diese Launenhaftigkeit gut zum temperamentvollen Feuer, das sie ja repräsentiert, aber dennoch erschien sie mir in diesem Leseabschnitt schwer zu ertragen.

Im selben Leseabschnitt lernen wir auch die zweite Hauptfigur, Arcus, näher kennen. Er ist ein toller männlicher Protagonist, der den guten Gegenpol zu Ruby bildet. Doch manches Mal fand ich es sehr schade, dass wir ihm nicht auch hinter die Birne gucken konnte, denn vielleicht wäre seine Perspektive in diesem Moment wesentlich interessanter und erträglicher gewesen, als es das bei Ruby der Fall war. Etwas schade fand ich auch, dass Ruby ihre Fähigkeiten in diesem Abschnitt so schnell kennengelernt und verbessert hat. Aber es passte eben zu dem schnellen Erzähltempo, daher schließt sich das an die Kritik vorher an.

Im darauffolgenden Handlungsabschnitt wandelt sich das Bild wieder etwas. Das große Ziel dieses Bandes wird langsam immer klarer, die Spannung steigt immer mehr und das Tempo passt nun perfekt zur Handlung. Zuletzt habe ich zwei Fantasybücher gelesen, in denen typische epischen Szenen eher nebenbei abgehandelt wurden, dies kann man „Fire & Frost“ keinesfalls vorwerfen, denn gleich dreimal gibt es dramatische drei Höhepunkte, die wirklich in allen Einzelheiten beschrieben wurden. Im zweiten Kampf war ich einmal kurz an dem Punkt, ob ich es wohl weiter ertragen kann, aber diese Kämpfe waren für die Gesamthandlung wichtig und daher als Meisterwerk anzuerkennen.

Das große Finale bietet noch einige überraschende Momente auf, die Spannung ist kaum noch zu ertragen und vor allem Ruby ist spätestens da wieder genau die Protagonistin, die ein großartiges Fantasysbuch braucht. Sie ist selbstlos, sie ist mutig und gütig und damit am Ende ein wahrer Gewinn. Zudem gefällt mir gut, dass die Handlung des Buches abgeschlossen wirkt. Fürs erste scheinen alle Fragen beantwortet, so dass man merkt, dass die Autorin ein stringentes Konzept hatte, das voll aufgeht. Dennoch wird der zweite Band schon aufgebaut und mit dieser starken Leistung im ersten Band ist die Vorfreude auf den Nachfolger groß.

Fazit: „Fire & Frost“ ist sich in der ersten Hälfte selbst im Weg, da die Autorin offenbar zu viel will und dadurch vor allem der Eindruck der Protagonistin zunächst leidet. Der Hauptteil der Geschichte aber entfaltet dann eine gut durchdachte Fantasywelt, ganz viel Spannung, epische Szenen, Überraschungsmomente und eine starke Protagonistin. Auf diesen Leistungen kann man in einem zweiten Band sicherlich gut aufbauen!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Klang deines Lächelns

Dani Atkins , Sonja Rebernik-Heidegger , Anna Carlsson , Elena Wilms
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.11.2016
ISBN 9783839893098
Genre: Romane

Rezension:

Dani Atkins ist in meinen Augen eine solide Bank für herzergreifende Liebesromane, die einem noch lange nachhängen, weil sie schwierige Themen ansprechen oder unerwartete Wendungen bereithalten. Mit „Der Klang deines Lächelns“ habe ich mich nun mal an einen ihrer Romane in Hörbuchform gewagt. Abgesehen von Kinderhörbüchern ist meine Hörbuchkarriere wirklich sehr kurz, so dass es für mich immer wieder eine Herausforderung ist, mich auf ein Hörbuch einzulassen. Die drei Erzählerstimmen waren aber hervorragend gewählt und auch an die wechselnden Perspektiven, die nur durch Hören wirklich schwer auseinanderzuhalten waren, habe ich mich gut gewöhnen kann. Daher kann ich das Erlebnis Hörbuch mal wieder als gelungen abhaken.

Kommen wir nun zum Inhalt: die Grundidee dieses Romans fand ich sehr berührend, da ich den Gedanken mag, dass das Leben alle Konfrontationen irgendwann auflöst. In diesem Falle haben wir es mit Ally und Charlotte zu tun, die denselben Mann geliebt haben und während Ally sich irgendwann losgesagt hat, hat Charlotte David behalten. Acht Jahre später treffen sie nun im Krankenhaus aufeinander, weil sowohl David, als auch Joe, Allys Mann, medizinisch behandelt werden müssen. Dieses Drama, was sich durch dieses unerwartete Aufeinandertreffen entwickelt, ist wirklich gekonnt inszeniert, weil es eben für alle möglichen Emotionen viel Raum bietet: Wut, Eifersucht, Trauer, Freude, Humor oder auch Sehnsucht. Solche Bücher, die vollkommen authentisch so viele unterschiedliche Emotionen transportieren können, verdienen immer meinen größten Respekt!

Gerade in Bezug auf die Emotionen war es auch geschickt gelöst, dass die Emotionen durch die unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen sich immer gegenseitig ablösten. Mal war ein Erzählelement traurig, dann wieder wurde ein Moment geboten, der zum Lachen brachte. Somit war es eine Achterbahn der Gefühle, die ich aber durchweg genossen habe.

Ich habe mich von Anfang an mehr zu Ally hingezogen gefühlt, was sich auch über den gesamten Roman nicht geändert hat, weil sie einfach etwas „Reines“ ausgestrahlt hat. Charlotte hing dagegen immer etwas zurück und obwohl sie so gesehen die Nebenbuhlerin war, konnte ich sie nie nicht leiden. Sie hat einfach ein anderes Leben als Ally geführt und sich somit zu einer anderen Persönlichkeit entwickelt, aber dennoch kann man auch ihr Herzenswärme und Mitgefühl nicht absprechen. Es war auf jeden Fall hilfreich zwei so unterschiedliche Frauen zu erleben, aber dennoch ist es der Autorin eben geschickt gelungen, dass man nicht das Gefühl hatte, sich zwischen diesen beiden entscheiden zu müssen. Daran angeknüpft waren natürlich auch die beiden Männer in ihrem Leben. Diese beiden lernt man nur durch ihre Erzählungen kennen und obwohl auch diese beiden ein bisschen wie Tag und Nacht sind, fand ich beide großartig und daher hat es mir das Herz gebrochen, dass es ihnen körperlich so schlecht ging.

Ein größeres Manko dieses Liebesromans ist aber nicht zu leugnen: die Vorhersehbarkeit. Viele, kleine Momente kamen vollkommen überraschend, aber der große Erzählrahmen war mit David und Joes Einlieferung ins Krankenhaus total offensichtlich. Daher gab es für mich in diesem Rahmen keine Überraschungen mehr. Vielleicht mag es Leser geben, die nicht durchgeblickt haben, aber ich wusste ganz genau, wie es letztlich ausgehen wird. Gerade bei Atkins, die immer diesen einen Überraschungsmoment bereithält, wirkt es daher etwas schlecht gearbeitet. Aber da ich Atkins nicht für ihre Überraschungsmomente, sondern für ihre gefühlvollen Momente lese, wiegt diese Kritik nicht dramatisch, zu leugnen ist sie aber auch nicht.

Fazit: Dani Atkins ist unleugbar eine großartige Erzählerin, die sich hochemotionale Geschichten ausdenkt und diese mit so vielen Emotionen füllt, dass man an die Seiten gebunden wird und es sowohl Tränen des Lachens, als auch des Weinens gibt. Dafür gelingt diesmal der Überraschungseffekt nicht, weil der große Erzählrahmen zu offensichtlich war. Dafür ziehe ich aber nur einen Stern ab, so dass ich auf immer noch hochzufriedene vier Sterne komme!

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131 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

liebe, samantha young, dunkles, flucht, erotik

Play On - Dunkles Spiel

Samantha Young , Nina Bader
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548291222
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit Samantha Young hat für mich das Liebesgenre mit höherem Erotikanteil ja erst an Bedeutung gewonnen, daher ist für mich jedes Young-Buch ein Must-Have. Ich war etwas enttäuscht, dass sie aktuell nicht an ihrer Hartwell-Reihe weiterarbeitet. Aber „Play on“ führt ihre treuen Leser zurück nach Schottland, die Gegend also, wo Youngs Erfolg erst richtig begann.

Der Einstieg in „Play On“ ist mir überhaupt nicht gut gelungen. Normalerweise kenne ich es, dass ich ruckzuck im Sog bin und gar nicht mehr aufhören kann zu lesen. Hier passierte genau das Gegenteil. Zunächst wird ja die Liebesgeschichte erzählt, die gar nicht das Kernstück dieses Buches ausmacht und das hat man dem Schreibstil der Autorin deutlich angemerkt. Etwas lieblos erzählt, stellenweise überhastet und dadurch entstand eben nicht das Gefühl, da muss ich jetzt weiterlesen. Auch die erste Zeit in Schottland ist sehr langatmig erzählt, gepaart dann eben mit Frust, weil die Erkenntnis reift, dass Jim nicht der Mann ist, als den man ihn kennengelernt hat. Auch die erste Begegnung mit Aiden läuft eher unter dem Radar und auch die vielen kleinen Momente danach wirken häufig sehr angespannt.

Erst ab der Mitte des Romans wandelt sich das Bild. Nora und Aiden finden einen Rhythmus, der von Ehrlichkeit, Vertrauen, Neckereien und Prickeln geprägt ist und der mich richtig warm mit dem Pärchen hat werden lassen. Vor allem Aiden wurde mein Fels in der Brandung, der nie lockergelassen hat, mit sich eins war und dementsprechend authentisch gehandelt hat. Dennoch haben mir manches Mal die ruhigen Momente ihrer Beziehung gefehlt. Die Ruhe, die sich Young vor allem am Anfang des Romans genommen hat, fehlt bei dem Paar, wo es wirklich drauf ankommt, weitestgehend, da ein dramatisches Ereignis das nächste jagt.

Das zweite Problem ist dann noch, dass ich zwar die Grundgeschichte hinter Noras Entwicklung lobenswert fand (auch weil ich mich selbst wiedererkennen konnte), diese aber irgendwann nur noch vollkommen überzogen dargestellt wurde. Wie oft ich Nora gerne an die Wand geklatscht hätte, kann ich schon nicht mehr an zwei Händen abzählen. Meist ärgert man sich in diesem Genre über den Mann, der nicht zu seinen Gefühlen stehen kann, aber hier war es diesmal die weibliche Figur, die Frustpotenzial pur bot.

Damit ergibt sich für mich die fast vollkommen neue Erfahrung, dass ich aus einem Samantha-Young-Roman sehr enttäuscht gehe. Zwar kehrt sie wieder an den Spielort ihrer Anfänge zurück, aber dieses wunderbare, prickelnde Miteinander der einzelnen Paare bekommt sie überhaupt nicht transportiert. An Aiden liegt es ganz sicher nicht, da er ein Platz in meinem Herzen erobert hat. Aber Nora ist eine große Enttäuschung und über sie können die durchaus zahlreichen schönen Paarmomente nicht hinwegtäuschen.

Fazit: „Play On“ sollte zu den schottischen Wurzeln zurückkehren, hat aber vor allem bei den Basics, die Young normalerweise spielerisch parat hat, geschlampt. Der Anfang des Romans ist schon schwer zum Reinkommen und später liegt es vor allem an der weiblichen Protagonistin, das man nur frustriert ist und sich fragt, wie kann das sein? Das ist bitterschade, denn einzelne Momente wären ein großartiges Drumherum allemal wert gewesen!

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1.147 Bibliotheken, 70 Leser, 0 Gruppen, 238 Rezensionen

mona kasten, save me, liebe, new-adult, maxton hall

Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mona Kasten hat mit ihrer „Begin Again“-Reihe richtig einen rausgehauen auf dem deutschen Buchmarkt und auch ich hatte richtig Spaß an der Reihe, die meiner Meinung nach sogar mit jedem Band noch besser geworden ist. Mit „Save Me“ steht nun der Auftaktband für ihre Maxton Hall-Reihe in den Startlöchern und konfrontiert die Leser mit einer etwas jüngeren Protagonistengruppe, die noch vor dem Schulabschluss steht.

Das Figurenrepertoire ist groß und versammelt die unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Die Jungs dieser Reihe kommen alle aus reichem Haus und dementsprechend wirkt auch ihr Verhalten über weite Strecken. Zu diesen Jungs gehört auch unser Protagonist James, der gerade zu Beginn des Romans nicht gut wegkommt, da er als eingebildet, arrogant und rechthaberisch präsentiert wird. Dem gegenüber steht Ruby, die ein Familienmensch ist, gut organisiert und unheimlich zielstrebig. Gerade dieses Eingebettetsein in eine intakte Familie lässt auch ihr Empathievermögen immer wieder erstrahlen, so dass man Ruby wirklich nur schnell ins Herz schließen kann.

Die Liebesgeschichte zwischen James und Ruby entwickelt sich unheimlich gemächlich, was ich aber sehr zu schätzen wusste, da ich es nicht verstanden hätte, wenn sie dem eben beschriebenen James direkt verfallen wäre. Ganz im Gegenteil stellt sie sich ihm erstmal entgegen und bestraft sein Verhalten rigoros. Gerade dieses selbstbewusste Entgegentreten hat mir sehr imponiert. Die Annäherung der beiden hat mich dann in einen unwiderstehlichen Sog versetzt, da ich mich ihren gemeinsamen Momenten nicht entziehen konnte. Das liegt sicherlich auch daran, dass James ebenfalls eine Perspektive bekam und seine Erlebnisse und seine Denkwelt so aufschlussreich dargestellt wurden. Die negativen Charakteristika, die ich ihm zugesprochen habe, lösen sich auf, beziehungsweise werden erklärt.

Ihre gemeinsamen Momente sind durch viele süße, lustige, aber auch ehrliche Erlebnisse geprägt. Natürlich wird auch Drama geboten und das gleich in zweifacher Dosis. Die erste Portion Drama ist sinnvoll gesetzt und wird letztlich auch wieder glaubwürdig aufgelöst. Die zweite Portion Drama ist ganz am Ende gesetzt und entlässt uns Leser mit einem fiesen Cliffhanger. Dass einer gebracht wurde, finde ich sinnvoll, da so die Lust auf den zweiten Band ins Unermessliche gesteigert wird. Aber die Härte dieser Szene mag ich noch nicht so recht zu beurteilen, da warte ich lieber den zweiten Band ab.

Positiv ist sicherlich auch, dass es viele Nebenschauplätze gibt, die unheimlich viel Potenzial erhalten. Seien es eben die Freunde von James, wo jeder sein eigenes Drama parat zu haben scheint, oder Lin, die beste Freundin von Ruby, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht, oder Ember, Rubys Schwester, die mit ihrem Übergewicht offensiv umgeht. Dazu kommt auch noch Lydia, James‘ Schwester, die sicherlich die Überraschung des Bandes ist, weil ihre Entwicklung vollkommen unerwartet verläuft, aber ebenfalls viel Potenzial für den zweiten Band bietet.

Minimale Abstriche sehe ich dennoch. Zum einen möchte ich festhalten, dass der Altersunterschied von der „Begin Again“-Reihe zu dieser Reihe gar nicht auffällt. Dass Mona Kasten sich für eine jüngere Altersgruppe entschieden hat, fällt also nur durch die äußeren Umstände aus. Das finde ich etwas schade, da sie auch selbst angegeben hat, einen anderen Ton finden zu wollen. Den zweiten Aspekt, den ich zu kritisieren habe, ist der Umgang mit James‘ Perspektive. Diese fand ich großartig, fand sie aber häufig an den falschen Stellen gesetzt. Manche Szenen haben regelrecht nach seiner Sichtweise geschrien, dann worden sie aber geboten, wurde sie dann mal geboten, hätte ich eigentlich Ruby für passender erachtet. Aber es ist Monas erster Versuch mit mehreren Perspektiven, daher ist das zu entschuldigen.

Fazit: Das Warten auf die neue Reihe von Mona Kasten hat sich allemal gelohnt, da mit „Save Me“ ein wunderbarer Auftakt gelingt. Vor allem die Protagonistin Ruby weiß sehr zu überzeugen und kann in ihrem Zusammenspiel mit ihrem Gegenpart James ihm viel Profil verleihen, so dass sie als Paar direkt eine Zugkraft entwickeln, der ich mich nicht entziehen konnte. Zudem wirkt das Geschehen sehr komplex, da es viele Nebenfiguren gibt, die alle ihre Geschichten erzählt haben wollen, so dass sich zwei Bände sicherlich allemal auszahlen werden. Schwächen sehe ich noch in den technischen Erzählelementen wie Erzählstimme und Erzählperspektive, aber an denen kann Mona ja noch fleißig feilen.

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1.605 Bibliotheken, 68 Leser, 4 Gruppen, 221 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich kann mich bisher wirklich nur als Fitzek-Frischling bezeichnen, da ich mit „Das Paket“ erst einen Psychothriller von ihm gelesen habe. „AchtNacht“ fiel mir jetzt praktisch in die Hände und der sehr spannende Klappentext, der eine erschreckende Zukunftsvision malt, reizte mich sehr. Daher folgt nun meine Einschätzung zu meinem zweiten Fitzek-Thriller.

Für mich ist Chris Carter der Maßstab für alle spannenden Psychothriller. Natürlich spielt bei ihm vor allem die Brutalität eine große Rolle, aber er ist eben auch der Meister der kurzen und superspannenden Kapitel, die zahlreiche Wendungen bereithalten. Genau dieses Cartersche Highlight setzt Fitzek in „AchtNacht“ ebenfalls großartig um. Die Kapitel gehen rasend schnell voran, die Wendungen sind überraschend und zusätzlich gibt es mehrere Figurenperspektiven, die das Geschehen im genau richtigen Maß komplexer machen. Thriller, die durchgehend für eine atemraubende Unterhaltung sorgen, sind eher ein Produkt der Marke Seltenheit, daher habe ich diese Stärke sehr genossen.

Ein weiteres Highlight ist ganz klar die Grundidee. Auch ich gehe oft schwanger mit „Was wäre wenn…?“-Fragestellungen, daher hat mich hier diese Grundidee, wie die Gesellschaft reagiert, wenn Bürger für 24 Stunden für vogelfrei erklärt werden, sehr fasziniert. Denn diese Richtung gibt diesem Thriller eben das Psychologische, das auch nicht jeder Autor überzeugend liefern kann. Aber hier merkte man gleich, dass Fitzek über ein fundiertes Grundwissen verfügt, das diesen psychologischen Anteil sehr überzeugend und mitreißend wirken lässt.

Dennoch habe ich einen größeren Kritikpunkt, der in meiner Bewertung einen ganzen Stern ausmacht. Fitzek ist dafür berühmt, dass man am Ende des Romans den Mund vor Verblüffung offenstehen hat. Und diese Stärke scheint er so gerne auszuspielen, dass er vielleicht an manchen Stellen übers Ziel hinausschießt. In „AchtNacht“ gab es nämlich so viele Wendungen, dass ich eher schon die Tendenz hatte, die Augen zu verdrehen, wenn wieder ein überraschendes Moment geboten wurde. Es gibt immer ein gesundes Maß, in diesem Psychothriller wird dieses aber überschritten. Aber ich möchte dennoch betonen, dass das Kritik auf allerhöchstem Niveau ist.

Fazit: Auch meine zweite Begegnung mit Fitzek durch „AchtNacht“ beweist mir, dass der Autor das Handwerk des Psychothrillers im besonderen Maße beherrscht. Sowohl der psychologische Anteil, als auch der Thriller-Anteil sind durchgehend auf hohem Niveau gestaltet. Gerade gegen Ende hin scheint der Autor zu viel zu wollen, da es dann noch so viele Überraschungsmomente gibt, dass ich mich eher überfordert fühlte. Dieses „too much“ hatte „AchtNacht“ nun wahrlich nicht nötig.

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148 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

finsterirdische, fantasy, liebe, fantasy buch, fantasie

Königreich der Schatten - Rückkehr des Lichts

Sophie Jordan , Barbara Imgrund
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.02.2018
ISBN 9783959671729
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der erste Band der „Königreich der Schatten“-Dilogie von Sophie Jordan wusste schon durch ungewöhnliche Umstände und kurzweilige Unterhaltung zu überzeugen. Daher habe ich beim zweiten Band und damit auch schon dem Abschlussband „Rückkehr des Lichts“ (das ein tolles Cover aufweist!) sofort zugeschlagen.

Der zweite Band setzt nahtlos am ersten Band an. Entweder man hat das Geschehen noch so gut auf dem Schirm oder man verlässt sich darauf, dass die einzelnen Kernaspekte noch einmal grob aufgegriffen werden. Ich musste mich jedenfalls kurz orientieren, habe aber schnell wieder ins Geschehen hineingefunden, weil der erste Band schon etwas Besonderes hatte und damit eben auch einen gewissen Wiedererkennungseffekt.

Dem gelungenen Einstieg in das Buch kommt auch zugute, dass die Handlung direkt wieder actionreich und spannungsgeladen vorangetrieben wird. Eigentlich das gesamte Buch über wird dem Leser kaum mal eine Atempause gelassen Dabei wirkt die Handlung auch nie abstrus, sondern man kann sich immer zufrieden sagen: ja, das passt jetzt so. Neben dieser spannenden Handlung wissen auch weiterhin die beiden Hauptfiguren zu überzeugen. Fowler gerät zwar für längere Zeit – den Umständen geschuldet – etwas in den Hintergrund, aber Luna hat genug Ausstrahlungskraft und Mut um ihn alleine gut vertreten zu können. Mit den beiden wurden einfach zwei sehr spannende Figuren geschaffen, die sich durchzukämpfen wissen und für gewisse moralische Werte einstehen. Auch ihre Liebesgeschichte wird nicht im übertriebenen Maße ausgeschlachtet, sondern behutsam, stellenweise auch intensiv, aber nie zu viel Lesezeit einnehmend, erzählt.

Ich fand ebenfalls sehr interessant, dass der zweite Band schon ein kräftiges Settingwechsel erfordert. Während wir uns im ersten Band mit Fowler und Luna durch die Wildnis schlagen, geht es diesmal an einen königlichen Hof, der jede Menge neue Figuren mit sich bringt. Aber dieser Wechsel gelingt einwandfrei, auch weil er neue Herausforderungen mit sich bringt und natürlich den Fortgang der Geschichte entscheidend mitbeeinflusst.

Kritisch sehe ich dagegen, dass ich lange Zeit über kaum glauben konnte, dass es nun nach diesem Buch schon wieder mit dieser Fantasy-Welt vorbei sein soll. Denn das Erzählmuster wirkte viel weiter ausgeholt, so dass ich überzeugt war, dass noch mindestens ein dritter Band gebraucht wird. Dieser Eindruck wird aber mit den letzten 50 Seiten widerlegt, wo ausnahmslos alles aufgelöst und erklärt wurde, was einen die ganze Zeit über so begleitet hat. Zwar bleiben keine Fragen offen, aber dennoch wirkte das Ende stellenweise auch überhastet erzählt. Der vermeintliche Endgegner hat eigentlich nur einen kurzen Auftritt und auch noch weitere Überraschungen werden geboten. Aber ich bin froh, dass mich diese Eile nur minimal enttäuscht zurückgelassen hat.

Fazit: „Rückkehr des Lichts“ setzt nahtlos am Auftaktband an und weiß erneut durch actionreiche und spannende Handlung und durch mutige, selbstbewusste Figuren zu überzeugen. Ein mutiger Settingwechsel zahlt sich aus, da die Geschichte noch einmal eine neue Dimension erhält. Einen Wehmutstropfen bildet aber, dass das Ende überhastet erzählt wird und man so um einen sicherlich ebenso spannenden dritten Teil gebracht wird.

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136 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

liebe, narben, künstler, vergangenheit, betrug

Beneath the Scars - Nie wieder ohne dich

Melanie Moreland
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 01.02.2018
ISBN 9783736307308
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Leseprobe von „Beneath the Scars“ hat mir zugesagt, weil man gleich merkte, dass es der Autorin nicht um eine belanglose Aneinanderreihung von Sex-Szenen geht, sondern um eine tiefergehende Liebesgeschichte, die durch eine breiten Wortschatz unterfüttert wird.

Genau dieser Eindruck bestätigt sich über den gesamten Roman hinweg. Die Sprache ist wirklich wundervoll, weil man sich wie auf Wolken getragen fühlt. Die Sprache ist sehr bildlich und eben so abwechslungsreich, dass man merkt, dass Melanie Moreland eine tolle Erzählerin ist. Zudem merkt man sehr deutlich, dass die Liebesgeschichte tiefergehend erzählt ist. Es geht nicht nur um oberflächliche Anziehungskraft, sondern vor allem um das Erkennen des Inneren, sei es auch noch so sehr versteckt. Dieser Eindruck wird durch sehr viele innere Monologe – mal aus der weiblichen, mal aus der männlichen Sicht – unterstützt, die einen so intensiv hinter die Stirn der Figuren sehen lässt, dass man wirklich ein Teil der Liebesgeschichte wird.

Diese Aspekte gehören definitiv zur starken Seite von „Beneath the Scars“. Aber schönes Erzählen ist nicht alles, wenn die Handlung dafür stellenweise nicht funktioniert. Positiv möchte ich hervorheben, dass das inszenierte Drama zwischen Megan und Zachary gut gewählt war, da es gut zu ihren Geschichten passte und dabei in keiner Weise inszeniert wirkte. Aber ein Problem ist definitiv, dass die Geschichte bis auf den Anfang und das gute Ende unglaublich handlungsarm ist. Die Geschichte spielt sich in einem engen Radius in kürzerer Zeit ab und eigentlich passiert nicht viel außer dass Zachary mal heiß, mal kalt zu Megan ist. Es gibt viel traute Zweisamkeit, es gibt viel Erzählen und eben diese tiefgehenden Monologe. Aber ich liebe solche Romane eben auch für ihr Geschehen und das fällt so dürftig aus, dass ich mich manches Mal dabei erwischte, dass ich seitenweise vorgetragenen Gefühle überschlagen wollte, da ich bereits sehr gut verstanden hatte, was sie jeweils fühlen. Wenn dann mal Platz für Handlung war, wurde weniger die Handlung an sich beschrieben, sondern mehr die rückblickenden Gedanken der einzelnen Protagonisten zu der bereits absolvierten Handlung. Das mag poetisch wirken, aber da ich actiongeladene Erzählungen der Poesie immer vorziehen würde, war die Lektüre für mich stellenweise schlicht zu langatmig.

Fazit: „Beneath the scars“ ist ohne Frage eine tiefgehende Liebesgeschichte, die durch eine ansprechende Sprache wundervoll erzählt wird. Das Drama am Ende mit dem großen Happy End gelingt wunderbar, doch gerade der Mittelteil verliert sich so in den Beschreibungen der jeweiligen Gefühle, dass mir die Handlung zu sehr fehlte und ich das Gelesene als langatmig empfand. Daher gibt es von mir 3 Sterne, da Moreland ihr unleugbares Potenzial zu einseitig gezeigt hat.

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762 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 162 Rezensionen

liebe, new adult, freundschaft, college, bianca iosivoni

Der letzte erste Blick

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.04.2017
ISBN 9783736304123
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach Mona Kastens toller „Again-Reihe“ war mir klar, dass ich Freundinnen-Autorinnen Laura Kneidl und Bianca Iosivoni auch eine Chance geben würde mich von ihren Qualitäten im New-Adult-Genre zu überzeugen. Mit „Der letzte erste Blick“ war es nun soweit und ich habe mich voller Vorfreude in dieses Buch gestürzt.

Was natürlich sofort als großartig raussticht, ist das Figurenrepertoire das für die weiteren Bände schon fleißig aufgebaut wird. Man entdeckt schon allerlei unterschiedliche Persönlichkeiten, die im ersten Band schon gut zur Geltung kommen, aber noch viel Potenzial für Folgebände bereithalten. Zudem finde ich es großartig, wie sehr dieser Zusammenhalt innerhalb der Gruppe zelebriert wird, ich habe mich jedenfalls in diesem Rahmen unheimlich wohl gefühlt.

Die wichtigsten Figuren sind aber natürlich Dylan und Emery. Und Hands down für Dylan: er ist großartig! Ich bin zwar eigentlich auch ein Fan von Bad Boys (und wir Mädchen stehen ja wirklich meist eher auf diese…), aber schon Isaac aus „Feel Again“ war der perfekte Good Guy und Dylan ist auch ein wunderbares Exemplar. Wobei Good Guy natürlich auch sehr stereotyp ist, weil auch er frech und bestimmend sein kann, aber egal, was er tut, er hat immer das Herz am rechten Fleck und konnte mich damit direkt von Anfang einnehmen. Mit Emery war das schon etwas schwieriger, weil sie zu Anfang sehr rebellisch und aggressiv inszeniert wird. Aber man kann ihr doch recht schnell hinter die Fassade blicken und erkennen, dass man es mit einer toughen jungen Frau zu tun hat, die schon die Hölle auf Erden erlebt hat und daher vom Leben abgehärtet ist. Dadurch wirkt sie manches Mal sicherlich etwas gefühllos, aber Dylan gleicht das wunderbar aus, weil er fast schon zu viele Gefühle hat. Das zeigt aber schon, dass die Chemie der beiden auf „Gegensätze ziehen sich an“ basieren und das konnte ich den beiden wunderbar abkaufen.

Zur Handlungsentwicklung selbst und vor allem um auch einen Vergleich zu anderen Büchern dieses Genres ziehen zu können, lässt sich sagen, dass es viele Klischees gab (Lagerfeuer etc.), aber eben auch Überraschungen (Grace, Rachel etc.). Somit hielt sich das Ganze in der Waage und ich war manches Mal doch erleichtert, dass Iosivoni sich eine eigene Autorenstimme auf diesem Markt zulegt und nicht nur im großen Teich mitschwimmt.

Was ich aber ganz klar kritisieren muss, ist das inszenierte Drama, um zwischendurch einen Keil zwischen Emery und Dylan zu treiben. Schon direkt als dieser Handlungsstrang eingeführt wurde, war mir klar, der wird ihnen das Genick brechen und direkt habe ich mich geärgert, weil ich diese Argumentationslinie überhaupt nicht verstanden habe. Es war mir einfach logisch zu unschlüssig. ABER auch die erfahrensten Autoren (siehe beispielsweise Samantha Young) haben immer mal wieder Probleme, Drama zu inszenieren. Deswegen lasse ich das natürlich als Kritikpunkt stehen, aber nicht als einen dramatischen, da das in den besten Büchern dieses Genres manchmal noch schiefläuft.

Fazit: „Der letzte erste Blick“ kann mich überzeugen, dass auch Bianca Iosivoni vollkommen zurecht sich im New-Adult-Genre breit gemacht hat. Natürlich liest man einiges, das man auch schon in anderen Büchern gelesen hat. Aber dennoch ist ihre Autorenstimme klar und deutlich zu vernehmen, so dass ich noch genug Raum für Individualitätsentfaltung sehe. Einen Stern Abzug gibt es aber eindeutig für das inszenierte Drama, das mir sehr unlogisch erscheint und daher in der Technik plump wirkt. Aber ansonsten fiebere ich schon jetzt auf die weiteren beiden Bände hin.

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215 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

2018, colleen hoover, gedächtnisverlust, jugendbücher, jugendbuch m

Never Never

Colleen Hoover , Tarryn Fisher , Kattrin Stier
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423740340
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Da ich Colleen Hoover, als einer meiner Lieblingsautorinnen der letzten Jahren, auch fleißig über soziale Medien folge, habe ich gemeinsames Projekt mit Tarryn Fisher hautnah mitbekommen und mich nun gefreut, dass die drei Teile gesammelt in einem Einzelband den deutschen Buchmarkt erobern können. Zwar war mir die Freundschaft der beiden Autorinnen bekannt, aber Tarryn Fisher kannte ich als Autorin noch gar nicht und somit ist ihre Zusammenarbeit mit Hoover nun meine erste Begegnung mit ihr als Erzählerin. Nach Beendigung des Romans habe ich noch einmal recherchiert, dass Fisher die Charlie-Passagen und Hoover die Silas-Passagen geschrieben hat. Dies war mir nochmal wichtig in Erfahrung zu bringen, da es meine Bewertung von „Never Never“ in großem Maße beeinflusst.

Die Grundidee des Romans fand ich großartig und finde sie auch nach Beendigung des Romans noch großartig. Durch den gemeinsamen Gedächtnisverlust erhält die Geschichte nicht etwa Sci-Fi-Elemente und das Mysterium des Gedächtnisverlusts wird auch nie 100% aufgedeckt, aber die Botschaft dahinter ist wunderschön und deswegen ist diese Grundidee einfach im Gesamten ziemlich perfekt.

Was dann gar nicht mehr so perfekt ist, sind die unterschiedlichen Erzählperspektiven. Wir erleben die Geschichte durch Silas‘ und durch Charlies Augen. Schon oben habe ich erwähnt, welche Autorin für welche Perspektive verantwortlich ist und der Unterschied zwischen diesen ist überdeutlich. In Silas habe ich einwandfrei Colleen Hoover entdecken können, da er dieses charmante, hilfsbereite, aber auch freche Naturell hat, was ihren männlichen Protagonisten meist zu eigen ist. Silas hat sich mir sogleich ins Herz geschlichen, da er eben die Handlung im besonderen Maße trägt und in seiner Denkweise Seiten in mir berührt, so dass ich ihn nur ganz doll lieb haben konnte. Für Charlie gilt eigentlich das umgekehrte. Durch die sozialen Medien habe ich bereits mitbekommen, dass Fisher einen sehr trockenen, teilweise auch makabren Humor hat und diese negative Aura, die beides immer umgibt, überträgt sich 1:1 auf die Protagonistin. Auch zu Hoovers weiblichen Figuren finde ich nicht immer einen hervorragenden Zugang, aber Charlie war doch schon sehr anstrengend und vor allem im Gegensatz zu Silas wirkte sie dann sehr blass und überflüssig, so dass ich mir immer die Frage stellte: was sieht er eigentlich in ihr?

Aber nicht nur die Figuren waren durch die unterschiedlichen Autorinnen geprägt, auch der Handlungsverlauf war zwangsweise durch die unterschiedlichen Stile betroffen. Gerade im mittleren Teil der Geschichte ist die Handlung um Charlie total abstrus, zu düster und nach Beendigung des Romans auch total unlogisch und überflüssig. Nur gut, dass es Silas gab, denn er konnte über diese Passagen hinweghelfen. Der letzte Teil wiederum ist in sich wunderschön gemacht. Da passt sich schließlich auch Charlies Perspektive an, ob Hoover da vielleicht Einfluss genommen hat, wird vermutlich für immer offen bleiben, aber da ist dieses Ungleichgewicht nicht mehr so zu spüren, so dass ich beseelt aus dem Buch gehen konnte.

Fazit: Vermutlich wird diese Kollaboration zwischen Hoover und Fisher meine letzte Begegnung mit Letzterer gewesen sein. Denn ihr Stil war sehr deutlich in „Never Never“ zu erkennen und hat mir nicht gefallen. Vor allem den Mittelteil hat sie zu einem zähen Vergnügen werden lassen. Hoover aber spielt wieder ganz klar ihre Stärken aus, denn die Grundidee stammt auch von ihr. Im letzten Teil pendelt sich die Geschichte wieder ein und findet einen tollen Abschluss. Daher ziehe ich das Fazit, dass die Lektüre durchaus empfehlenswert ist, sie aber Fisher als Co-Autorin nicht gebraucht hätte.

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321 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 110 Rezensionen

geneva lee, game of hearts, liebe, las vegas, mord

Game of Hearts

Geneva Lee , Charlotte Seydel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.12.2017
ISBN 9783734104831
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Geneva Lees erste erfolgreich Reihe auf dem deutschen Buchmarkt – die Royals-Saga – habe ich nicht gelesen. Als nun „Game of Hearts“, der erste Band der neuen Love-Vegas-Reihe, für ein Sonderangebot zu haben war, habe ich zugeschlagen und meine ersten Erfahrungen mit der Autorin Lee gemacht.

Zunächst einmal hat mich natürlich ganz klar das Cover angesprochen, das wirklich ein süßes, verspieltes Kunstwerk in sich ist. Zudem gefällt mir Las Vegas als Handlungsort, da mir dieser noch nicht oft begegnet ist und meine Schwester erst letztes Jahr da war, so dass ich auch über ihre Erzählungen vieles präsent habe. Für den Rest der Geschichte gilt aber, dass wir es als Leser mit einer ganzen Menge an Klischees zu tun haben. Ein bisschen Romeo und Julia, ein bisschen Aschenputtel und dann sogar tatsächlich ein bisschen Crime. Der Crime-Aspekt war es eigentlich, der mich bei dieser Reihe auch gereizt hat, da ich Crime und Romance gerne miteinander verschmolzen sehe. Aber dass was in diesem Band als Crime zu bezeichnen ist, ist eigentlich ein Witz.

Neben den ganzen Klischees kommt dem Buch auch nicht zugute, dass es so wenige Seiten hat. Und da auf den wenigen Seiten aber viel passieren muss, damit der Leser auch unterhalten wird, geht alles etwas lieblos vonstatten. Die Liebesgeschichte wird nicht sorgfältig aufgebaut und die Charakterzeichnung findet kaum statt. Dadurch bleiben eben die Protagonisten – Emma und Jameson – furchtbar blass. Mein Highlight war ja tatsächlich als sein Vater stirbt und er statt zu trauern lieber einem Mädchen hinterhersteigt. Dieser Aspekt ist eigentlich sehr schade, weil ich trotz aller Klischees, die Ansätze bei Emma und Jameson eigentlich vielversprechend fand.

Die Erzählentwicklung dieses ersten Bandes ist neben dem irren Tempo an Handlungen, aber auch als absurd zu bezeichnen. Gerade gegen Ende hin wird es immer abstruser, aber es ist klar, der Leser muss ja mit einem Cliffhanger zurückgelassen werden, nur damit er auch ja beim zweiten Band dabeibleibt. Ich jedenfalls werde nicht dabeibleiben, denn Geneva Lee scheint mir auf den ersten Blick eine ziemlich austauschbare Autorin zu sein, die keinen Wiedererkennungswert hat.

Fazit: „Game of Hearts“ war für mich eher „Fail of Hearts“, da sich erzählerisch weder für Charaktere noch für die Handlung Zeit genommen wurde. Zudem ist der erste Band voll von Klischees, so dass ich nicht wissen will, was die folgenden zwei Bände noch bereithalten.

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378 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 199 Rezensionen

thriller, kreuzfahrt, mord, ruth ware, journalistin

Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Im dunklen, dunklen Welt“ war vor einem Jahr bei mir eine Option dieses Buch zu kaufen. Das ist dem Umstand geschuldet, dass es zu viele gute Bücher gibt, nicht passiert, dafür habe ich jetzt bei „Woman in Cabin 10“ ja gesagt und einfach nur gehofft, dass das euphorische Marketing zu diesem Thriller meine Erwartungen nicht zu hoch schraubt, so dass ich schwer enttäuscht werde.

Der Einstieg in den Thriller gelingt gut, da ein knackiger, spannender Prolog geboten wird, der Lust auf mehr macht. Auch der eigentliche Einstieg in die Geschichte wird sehr spannend und atemraubend angelegt, so dass die Lust auf dieses Buch im Allgemeinen sehr stark war. Danach kommt so ein kleiner Bruch, weil die Autorin sich mit der Protagonistin Lo Blacklock zu sehr im Kreis drehte und sie durch Alkohol- und Schmerzmittelkonsum als unzuverlässig inszeniert wurde. Dazu entwickelt sie eine sehr schüchterne, für eine Journalistin also vollkommen untypische Charaktereigenschaft, nachdenkliche Art, so dass sie sich häufig selbst im Weg steht und dadurch sehr anstrengend wirkt.

Die Handlung auf dem Schiff selbst ist von unterschiedlichen Erzähltempora begleitet. Mal geht es Schlag auf Schlag, mal geht es ruhiger zu, wo dann ein Blick auf die potenziellen Verdächtigen geworfen wird. Diese Abwechslung im Tempo hat mir gut gefallen, da ich sehr rasch mit dem Lesen vorwärts kam und vor allem immer wild am Spekulieren war. Mir war es wichtig, dass die einzelnen Geschehnisse nicht zu stark auf einen Täter hinwiesen, sondern dass sich meine Überlegungen immer wieder wandeln konnten.

Die tatsächliche Auflösung passiert für mich einen Ticken zu früh, da auf den letzten 75 Seiten dann zu sehr auf Überlebenskampf gesetzt wird. Das habe ich so nicht erwartet. Dafür war die Auflösung aber unerwartet und nachvollziehbar. Auch der Überlebenskampf am Ende war noch sehr spannend gestaltet und hat das Lesetempo noch einmal erhöht. Nach Beendigung des Thrillers bleiben dennoch einige kleinere Aspekte offen, die das Gesamtbild minimal trüben. Ich bin einfach ein Fan davon, dass alles beantwortet wird, daher kann ich mich leider des Eindrucks nicht erwehren, dass es in „Woman in Cabin 10“ nicht konsequent der Fall war.

Fazit: „Woman in Cabin 10“ ist zum Glück keine Enttäuschung, sondern ein überzeugender Thriller, der sich vor allem in den Thrill-Elementen bewährt. Dass nicht alle offenen Fragen beantwortet werden und dass die Protagonistin etwas anstrengend ist, zähle ich zu den Randaspekten, die man nicht ignorieren kann, aber auch nicht zu stark in die Wertung miteinfließen lassen muss. Daher gebe ich zufriedene vier Sterne!

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205 Bibliotheken, 17 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

backwaters, thriller, mord, david hunter, forensischer anthropologe

Totenfang

Simon Beckett , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783499255052
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor dem Lesebeginn von „Totenfang“ war ich etwas besorgt, da „Verwesung“ schon fünf Jahre zurücklag und ich nicht unbedingt die Leserin bin, die sich über längere Zeit viele Details merken kann. Daher war ich schon skeptisch, ob ich in die David-Hunter-Welt schnell wieder gedanklich einsteigen könnte.

Die Bedenken erwiesen sich aber als unbegründet, da Simon Beckett auch ein Autor ist, der auf raffinierte Art und Weise Inhalte von vergangenen Büchern noch einmal einbindet, ohne dass es wie eine Zusammenfassung wirkt. Die Bedenken waren aber dahingehend unbegründet, dass David Hunter wirklich eine Figur zum Liebhaben ist. Er wirkt immer nett, sensibel, höflich und aufmerksam. Daher war ich schnell in seinem Bann und damit war auch das Gefühl eines schönen Wiedersehens gegeben.

Das Setting von „Totenfang“ hat mich stark an „Der Hof“ erinnert. Weit abgelegen, viele verschlossene Figuren, bei denen man eher auf Kälte denn auf Wärme trifft. Dazu auch die raue und gefährliche Landschaft und schon ist eine bedrückende, aber auch geheimnisvolle Atmosphäre geschaffen, in der Kriminalfälle natürlich das gewisse Etwas haben. Der Einstieg in das Buch war sicherlich sehr gemächlich, aber Simon Beckett war in meinen Augen noch nie ein Autor, der ein großes Feuerwerk abfackelt. Zuerst wurde dem Leser eben Zeit gegeben, dass er sich wieder an Hunter, aber auch an die neue Landschaft gewöhnt. Anschließend aber entwickelt sich ein recht interessanter Fall, der gerade zum Ende hin einen beeindruckenden Spannungsbogen entwickelt. Zum Augenrollen ist sicher, dass ausgerechnet Hunter immer wieder über entscheidende Hinweise stolpert, aber gut, da seine forensischen Fähigkeiten in diesem Band verhältnismäßig wenig zu Geltung kommen, brauchte er auch seine Daseinsberechtigung.

Mir aber war wichtig, dass wir es mit einem interessanten Fall zu tun hatte, der auch einige überraschende Wendungen parat hatte. Das zeigt, egal, in welchem Maße Hunter involviert ist, die Thrill-Elemente funktionieren immer. Schade fand ich aber gerade am Ende, dass in wenigen Seiten noch wichtige Ergebnisse präsentiert wurden, aber alle eher in Erzählweise, so dass man bei der Entwicklung diese Aspekte kein Teil war. Das wirkte auf jeden Fall seltsam. Vielversprechend sehe ich aber, dass das Ende des Buches einen bombastischen nächsten Band erwarten lässt. In vielerlei wurde da ein Cliffhanger geboten, der die Wartezeit auf den nächsten Band unerträglich machen wird.

Fazit: Simon Beckett ist ein großartiger Erzähler, der auf eine ruhige Art und Weise tolle Geschichten erzählen kann, die immer eine unterschwellige Spannung haben und gerade zum Ende hin das Lesetempo forcieren. Zudem hat er mit David Hunter einen Protagonisten an der Hand, der unheimlich zum Liebhaben ist und trotzdem spannende Ecke und Kanten bereithält. Aufgrund all dieser Aspekte lässt sich nur sagen, dass ein neuer David-Hunter-Thriller jede Wartezeit wert ist.

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