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Der Outsider

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.08.2018
ISBN 9783453271845
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sehr schnell steht fest, dass es Terry Mailand war, der den 11-jährigen Frankie Peterson auf die brutalste Weise geschändet und ermordet hat. Terry Maitland, Vorzeigebürger der Kleinstadt Flint City, ist als Englischlehrer und Trainer der Jugendbaseballmannschaft sehr beliebt, glücklich verheiratet und Vater von 2 Mädchen. Und doch sprechen sämtliche Indizien und forensischen Beweise eindeutig dafür, dass Terry diesen bestialischen Mord begangen hat.

Auf Grund der wasserdichten und mehr als eindeutigen Beweise beschließen Detective Ralph Anderson und Staatsanwalt Bill Samuels die Festnahme in aller Öffentlichkeit vorzunehmen und Terry Maitland für seine Tat bloßzustellen. Terry Maitland hat ein Alibi und auch Zeugen, die bestätigen, dass er zum Tatzeitpunkt nicht in der Stadt war. Aber die Beweise, dass er dennoch augenscheinlich die Tat begangen hat, sind glasklar. Die Obduktion am Leichnam des Jungen bestätigt dies zudem. Zeugen, die Terry Maitland in Flint City sogar mit dem Opfer gesehen haben, untermauern den Tatverdacht auch noch.

Und dennoch. Im Laufe der Ermittlungen tauchen immer mehr sonderbare Ungereimtheiten auf und stellen die vorliegenden eindeutigen Beweise trotzdem in Frage. Wie kann es sein, dass Maitland ganz offenbar zeitgleich an zwei Orten war …?

***

Sicherheitshalber gebe ich eine Spoiler Wahrung ab. 

Ja, ich bin Stephen King Fan. Dennoch gibt es einige Romane von ihm, die ich nicht so berauschend fand. Und es gibt solche, die richtig gut waren, wo er jedoch meiner Meinung nach die Enden vergeigt hat. Die letzten Romane, die ich von ihm gelesen habe, waren jedoch durch die Bank alle richtig gut. Der „neue“ King, ich finde seine Geschichten klasse. Er hat es immer noch drauf, zu fesseln, das Grauen zu beschreiben und Unheimliches mit Unfassbarem zu kombinieren. Nach der Mr. Mercedes-Reihe hat mir auch „Sleeping Beauties“ sehr gut gefallen. Der war aber gegenüber diesem Roman hier ein Schmusebuch.

Mit „Der Outsider“ knüpft King eher an das Grauen der Trilogie um Brady Hartsfield (Mr. Mercedes) an. Und wenn ich Grauen schreibe, dann meine ich das wörtlich. In diesem Roman gibt es Stellen, die sind wirklich nichts für schwache Nerven. Es werden Dinge beschrieben, die kann und will man sich gar nicht vorstellen. Schockierend, Übelkeit erregend, schrecklich grausam und detailliert beschrieben.

Dieser Roman ist ein wirklicher Horror-Thriller, der sehr forensisch, aber auch übernatürlich ist. Er sprengt die Grenzen unserer Denkweise und stellt den Leser vor Phänomene, die nicht erklärbar sind. Stephen King verknüpft hier so geschickt alte Legenden und Sagen aus der mexikanischen und indianischen Kultur mit unserer Neuzeit, dass man nicht dran glauben will, es aber zwangsläufig muss. Es gibt eine typische amerikanische King-Stimmung, tolle Schauplätze wie staubige Farmen oder verlassene Orte, an denen es nur so knistert vor Spannung und Angst.

Was mir persönlich wahnsinnig gut gefallen hat ist auch, dass King hier einer ganz wichtigen Person aus der Mr. Mercedes-Reihe eine beachtliche Rolle zuschreibt. Diese Figur ist bestimmt allen Lesern der Trilogie sehr ans Herz gewachsen und sie gibt diesem Roman hier das gewisse Etwas. Mein Herz hat einen Freudensprung gemacht, als jemand den Telefonhörer in die Hand nahm, es am anderen Ende erst läutete und sich dann eine Stimme mit den Worten „Finders Keepers, Guten Tag“, meldete.

Mehr soll nicht verraten werden, lest diesen Roman unbedingt selbst. Ich gebe hier nicht nur allen Stephen King Fans eine absolute Leseempfehlung: Horror, Thriller, Mystik, Grauen, aber auch sehr viel Gefühl bietet dieser Roman in geballter Form, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ich war sehr traurig, als ich nach ca. 750 Seiten diese Menschen aus Flint City wieder verlassen musste.

© Buchwelten 2018

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Schmerzensgeld

Michael Opoczynski
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Benevento, 12.10.2018
ISBN 9783710900440
Genre: Romane

Rezension:

Die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen? Was ist das? Wer ist das? Es ist eine Gruppe von Männern und einer Frau, ganz normale Leute in ganz normalen Jobs. Die einen haben mehr Geld, die anderen weniger. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Einen besonderen Sinn für die Gerechtigkeit. Und den setzen sie auch ein. Unauffällig „residieren“ sie in einem unscheinbaren Büro mitten in Berlin.

Wenn jemand sie aufsucht, der ihre Hilfe benötigt und die Gesellschaft der Meinung ist, dort ist Ungerechtigkeit aufzudecken, dann treten sie auf den Plan. Unsichtbar, unscheinbar, im Hintergrund, nicht nachzuverfolgen, aber perfekt organisiert und vorbereitet.

Dies ist ihr erster Fall: Über viele Jahre wurden unzählige einfache Leute durch eine Privatbank betrogen und um ihr Geld gebracht. Sichere Geldanlagen wurden versprochen, mit hohen Zinsen gelockt. Nicht einmal die Mitarbeiter wussten, dass sie Lügen verkaufen. Der ehemalige Oberste dieser Privatbank ruht sich auf seinem „erarbeiteten“ Vermögen aus und lebt einen gediegenen Lebensstil. Als er mal wieder in Deutschland verweilt, klingelt es an der Tür seines Luxusappartements. Er öffnet die Türe, nicht ahnend, dass er seine Entführer hereinbittet, die ihn für seine Schandtaten zur Rechenschaft ziehen werden ….

***

Michael Opoczynski, ein Gesicht, dass selbst ich noch aus meinen Fernsehzeiten kenne. Lange Jahre hat er das Wirtschaftsmagazin WISO moderiert und geleitet. Ein sympathischer Fernsehmensch, der gutes und solides Programm gemacht hat, sich mit aktuellen und brisanten Themen beschäftigte. Er schreibt schon länger, hat einige Sachbücher und Ratgeber veröffentlicht und liefert nun mit „Schmerzensgeld“ seinen ersten Roman ab. Einen Krimi um genau zu sein. Als ich die Inhaltsangabe las, dachte ich zuerst an einen Politthriller. Die mag ich ja nun eigentlich nicht, oder mochte sie nicht, bis mich Horst Eckert eines besseren belehrte. Dennoch bin ich bei solchen Themen skeptisch und misstrauisch.

Ich wurde hier sehr positiv überrascht. Michael Opoczynski hat einen wunderbaren ersten Fall um seine „Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen“ geliefert. Ich hatte großen Spaß bei meiner Lektüre und nicht nur einmal ein Schmunzeln auf den Lippen. Opoczynski hat hier so reale und sympathische Protagonisten erschaffen, die wunderbar normal und sehr liebenswert sind. Die aus den verschiedensten Schichten kommen und die unterschiedlichsten Jobs ausüben. Aber eben eines gemein haben: Ihren Sinn für Gerechtigkeit. Und wie sie planen, überlegen, ausfeilen, vorbereiten, dann ausführen, sich selbst motivieren und einfach Spaß haben, an dem was sie tun, ist einfach ganz toll zu lesen.

Wenn man in das seriöse Gesicht des Autors schaut, dann erwartet man doch irgendwie einen trockenen, eher einfallslosen, sachlichen Schreibstil. Weit gefehlt. Sein Schreibstil ist absolut hochwertig und sorgt dennoch für einen sehr angenehmen, gar nicht trockenen Lesefluss. Mir sind die Charaktere sehr ans Herz gewachsen und ich habe mich mit ihnen gefreut und gefiebert.

Opoczynski beschreibt den Hauptstrang sowie eine kleine Nebengeschichte, die auch die Gesellschaft beansprucht. Aber auch Einblicke in das Privatleben seiner Protagonisten liefert der Autor ausreichend.

Man liest wohl aus meinen Zeilen heraus, dass ich sehr begeistert bin von diesem Buch und viel mehr bekommen habe, als ich erwartet hatte.

Den Benevento Verlag kannte ich selbst vorher gar nicht. Er präsentiert den Erstling von Michael Opoczynski als schöne gebundene Ausgabe sogar mit einem Lesebändchen. Das Cover ist düster in grau, schwarz und ein bisschen weiß gehalten, spricht mich aber sehr an. Vor allem die offensichtliche Handschrift des Autorennamens finde ich auch sehr gelungen.


Fazit: Ein sprachlich sehr guter, rasanter und liebenswerter (Polit)Krimi, der eine besondere Gesellschaft vorstellt, die aus ganz großartigen Protagonisten besteht. Eine tolle Idee, eine genial überlegte Handlung mit Sinn, Verstand und ganz viel Gerechtigkeit. Ich freue mich schon sehr auf einen weiteren Fall der Gesellschaft.

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© Marion Brunner__Buchwelten 2018

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Nie zu alt für Casablanca

Elisabeth Frank , Christian Homma
Flexibler Einband: 347 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 16.07.2018
ISBN 9783894255831
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

V.I.E.R., so nannte sich die Gruppe der Freunde, als sie Kinder waren. Sie waren sehr eng befreundet und haben Detektiv gespielt, so richtig gut vorbereitet, mit Equipment und körperlich durchtrainiert.

V (Gero Valerius), I (Ina-Marie), E (Eleonora) und R (Rüdiger), das waren die vier unterschiedlichsten Kinder, die dennoch immer zusammenhingen.

Zwei aus der Gruppe haben bis in ihr fortgeschrittenes Erwachsenenalter ihre Freundschaft aufrechterhalten und gepflegt. Ina und Rüdiger sind bis heute in regem Kontakt. Und als Rüdiger in ein tiefes Loch der Trauer fällt, weil seine Frau nach langer Krankheit verstirbt, da regt sich in Ina eine Idee.

Sie arbeitet als freie Journalistin und ist sich ziemlich sicher, einen Skandal aufdecken zu können: Nämlich, dass unter dem Deckmäntelchen einer Kreuzfahrt illegal Elfenbein geschmuggelt wird. Ina-Marie macht sich daran, ihre Bande aus Kindertagen wieder zusammenzubringen. Sie will die V.I.E.R. reaktivieren. Ina ist sicher, dass sie damit zum einen Rüdiger aus seinem Loch herausziehen und zweitens den Elfenbeinschmuggel aufdecken kann.

Doch funktioniert das? Wie wird das sein, wenn man die Menschen wieder trifft, die nun Mitte 40 sind und die man zuletzt beim Abitur gesehen hat? Haben sie sich verändert? Werden sie sich noch verstehen oder Fremde sein ….?

***

V.I.E.R. Auf Kreuzfahrt ist ein Urlaubskrimi, ein Krimi á la TKKG oder auch ??? für Erwachsene.

Hier hat das Autorenduo sich 4 Protagonisten ausgedacht, die bewusst entsprechende Charaktereigenschaften aufweisen sollen: die toughe Ina, die damals schon die Anführerin war. Gero Valerius, das Raubein/der Soldierboy, minimalistisch, streng, pedantisch und nervtötend. Die liebe Eleonora, die mittlerweile brave Ehefrau und treusorgende Mama ist und der sanfte Rüdiger, lieb, traurig, hochempfindlich und ein Emo.

Die 4 müssen sich natürlich erst einmal wieder zusammenraufen, was humorvoll und auch kurzweilig ist. Die Reise auf dem Kreuzfahrtschiff ist abwechslungsreich und voller kriminaltechnischer Aktionen. Die Gruppe strotzt voller Ideen und Einfallsreichtum und gibt nicht auf. Der ganze Plot ist sicher gut durchdacht und ich fand die Geschichte auch nicht schlecht.

Viele Leser werden diese Art der Urlaubslektüre toll finden und ihren Spaß daran haben. Ich fand die Grundidee auch gar nicht so schlecht, richtig umgehauen hat mich der Krimi aber leider trotzdem nicht.
Er war nett, aber nicht sonderlich herausragend. Mir waren die Charaktere, wie oben erwähnt, zu „vorgefertigt“, ein bisschen zu wenig „sie selbst“. Ich kann es schlecht erklären, aber oft machen sich Figuren im Laufe einer Handlung selbständig, verändern sich in Richtungen oder tun Dinge, die auch vom Autor nicht geplant waren. Das war hier nicht so und irgendwie hat das gewisse Etwas für mich gefehlt.

Leser, die den Roman wirklich im Urlaub auf Reisen lesen, werden sicher auf Ihre Kosten kommen. Es gibt auch schöne touristische Stellen und Erklärungen zu den Orten, die besucht werden.

Ein netter Krimi um eine groß gewordene Kinderbande, sie sich nach langer Zeit in ihren Vierzigern wieder trifft und ein Abenteuer erlebt. Eine kurzweilige Urlaubslektüre um ein privates Ermittlerteam in schöner Umgebung, aber für mich eben kein Krimi, der mich wirklich mitgerissen hat.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

gabriella wollenhaupt, grappa und die acht todsünden

Grappa und die acht Todsünden

Gabriella Wollenhaupt
Flexibler Einband
Erschienen bei Tandem, 01.01.1999
ISBN B003Z3EE4C
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es werden 7 Leichen in einer Villa gefunden, drappiert und hergerichtet wie beim Abendmahl. Natürlich ist Grappa so ziemlich die erste, die davon Wind bekommt. Es stellt sich recht schnell heraus, dass jedem Toten eine der sieben Todsünden zugesprochen wird, denn der Mörder nimmt zu Grappa Kontakt auf.

Dieser wird unterdessen eine junge Blondine an die Seite gestellt, die im Verlag lernen möchte. Zunächst ist Grappa alles andere als begeistert von dem Blondchen, doch recht schnell mag Grappa das Mädel dann doch gut leiden. Sie ist zwar blond, aber alles andere als doof.

Und dann gibt es da noch einen adoptierten Kater, einen neuen Nachbarn und einen attraktiven Typen mittleren Alters, der Grappa umwirbt.

Also, eigentlich alles beim Alten. Richtig gut was los in Grappas Leben ….

*  *  *

Und wieder ein Grappa der älteren Generation, diesmal aus dem Jahr 2002. Dieser Titel ist im Grafit Verlag sogar noch neu als Printausgabe erhältlich.

Für einen Grappa-Krimi war dieser Roman sogar relativ lang und er war so richtig schön verzwickt. Im Zuge meiner eigenen Ermittlungen kam ich zwischendurch auf 3 oder 4 Tatverdächtige und die Auflösung des Falls war sehr gut gelungen. Gabriella Wollenhaupt hat in diesem Teil die Fäden schon weit gesponnen und ausgeworfen, es war spannend bis zum Schluss.

Zum Charakter der Protagonistin muss ich ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Ich habe mich ja in meinen bisherigen Rezensionen schon zur Genüge über sie ausgelassen. Im Verlag hat der Fotograf mal wieder gewechselt, gut drauf ist der aber auch.

Diesmal gibt es zum Thema die Religion, denn die 7 Todsünden sind ja ziemlich biblisch. Grappa zeigt in diesem Teil auch relativ viel Gefühl (also nette) sowohl für die kleine Blondine, als auch für den adoptierten Eberhard, mit dem sie sich sogar recht angeregt unterhält. Das hat ein bisschen was von Francis (Akif Pirincci), macht aber viel Freude.

Ich kann es nur wiederholen. Ich mag die Krimis um die Journalistin sehr gerne. Denn sie verbinden immer wieder brisante Themen, die real und greifbar sind mit einer tollen Protagonistin, die überhaupt nicht typisch ist, sondern eben einfach Grappa!

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das Haus der schönen Dinge - Prequel

Heidi Rehn
E-Buch Text: 102 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 01.03.2017
ISBN 9783426450505
Genre: Historische Romane

Rezension:

München im Jahre 1880. Jacob Hirschvogl, frisch ausgelernter Kaufmann von 28 Jahren, hat einen Traum. Er möchte ein Kaufhaus in München eröffnen. Zunächst in kleinem Stil, doch mit den Jahren schwebt ihm ein Einkaufspalast vor, der denen in Paris und London in nichts nachsteht.

Er hat bereits ein passenden Gebäude ins Auge gefasst. Das liegt seiner Meinung nach perfekt mitten im Herzen seines geliebten München. Am Rindermarkt, den Marienplatz und den Viktualienmarkt um die Ecke.

Doch wird er den ersehnten Mietvertrag bekommen? Und wird er den Segen des Vaters seiner geliebten Thea erhalten, sie zur Frau zu nehmen? Denn nur mit ihr kann er seinen großen Traum verwirklichen. Thea hat ein besonderes Händchen für alles Schöne, sie kann Dinge drappieren und ausrichten, wie es Jacob nicht vermag …

* * *

Ich war gerade dabei, meine Rezension zum „Haus der schönen Dinge“ von Heidi Rehn vorzubereiten, als ich durch Zufall auf der Verlagsseite sah, dass die Autorin ein Prequel (die Vorgeschichte) zu dem Roman geschrieben hat.

Der einzige Nachteil: es gibt ihn nur als Ebook. Das ist ja was für mich, als Verfechter der Printausgaben und Ebook-Hasser. Ich besitze keinen E-Reader und ich möchte auch keinen haben. Das ist aber ein anderes Thema.

Die Autorin Heidi Rehn kann sich wirklich was darauf einbilden, dass ich auf meinem Smartphone tatsächlich Kindle installiert habe, um mir das kostenlose Ebook herunterzuladen. Meine Neugier hat gesiegt und dafür konnte ich diesen neumodischen Schnickschnack mal ausprobieren.

In Ebook-Sprache hat das Werk lediglich 465 Position, was 85 Buchseiten entspricht. Dementsprechend schnell war ich natürlich auch durch. Was für die Lesequalität gut war, denn komfortabel möchte ich das Lesen auf dem Smartphone nicht nennen.


Dennoch, ich war sofort wieder gefangen in dem besonderen Zauber der Vergangenheit und hatte meine helle Freude daran, die liebgewonnenen Charaktere wiederzutreffen. Und das ja noch in einer früheren Zeit, als sich wichtige Figuren aus dem Hauptroman selbst gerade erst kennenlernten.

Es war schön, Jacob Hirschvogl zu begleiten, als er den Grundstein zu seinem berühmten Kaufhaus legte und seine zukünftige Thea umwarb. Auch diese kleine Vorgeschichte hat Heidi Rehn sehr anschaulich und mit viel Gefühl „zu Papier“ gebracht.

Davon abgesehen werde ich kein Ebook-Freund werden, ich bleibe dabei, dass ich meine Bücher umblättern und fühlen möchte. Und vor allem: Wenn ich durch bin, dann kann ich sie ins Regal stellen 

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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248 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

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Das Haus der schönen Dinge

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426519370
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mai 1987 in München. Am Rindermarkt eröffnet der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl die neuen Geschäftsräume seines Kaufhauses Hirschvogl am Rindermarkt. Mittlerweile zum königlich-bayerischen Hoflieferanten ernannt, geht hiermit für Jacob ein Lebenstraum in Erfüllung. Gemeinsam mit seiner geliebten Ehefrau Thea hat er den Schritt gewagt und das von ihm gegründete Kaufhaus nach ihrer beider Vorstellungen erweitert und im Stil seiner großen Vorbilder aus New York und Paris wiedereröffnet. Auch in München will Jacob Hirschvogl den Flair der großen weiten Welt aufleben lassen und mit seinem „Haus der schönen Dinge“ den Zauber dieser wundervollen Einkaufstempel, die leuchten, funkeln und glitzern, in seiner Heimatstadt eröffnen.

Angefangen als Tuchhändler ist ihm nun dieser Schritt gelungen und das Hirschvogl am Rindermarkt erfreut sich größter Beliebtheit. Ganz nach dem Motto „Der Kunde ist König“ werden hier auch die Besucher zuvorkommend umworben, die sich die angebotenen Waren (vor allem die teuren Damen- und Herrenkonfektionen) nicht leisten können, sondern nur kommen, um zu staunen und zu träumen.

In den 1920er Jahren zieht Lily, die Tochter der Hirschvogls nach und übernimmt die Leitung des beliebten Warenhauses. Sie bringt frischen Wind in die Führungsetagen und modernisiert das Kaufhaus. Anfang der 1930er Jahre werden auf einmal die Juden in ihrer Heimat nicht mehr gern gesehen, sie werden als geldgierige Mischpoke abgetan. Nun, fast alle Kaufhäuser in München sind in jüdischer Hand. Denn die Juden sind seit vielen Generationen an der Isar, viel länger als so manch Nicht-Jude.

„In erster Linie bin ich Münchner, dann Bayer und dann erst Jude“ waren einmal die Worte von Jacob Hirschvogl, doch ob das wirklich so ist, dass wird sich zeigen …


* * *

Dieser Roman war ein Trödelmarktfund. Das Cover sprach mich an und als ich dann den Klappentext las, nämlich, dass die Geschichte im „alten München“ spielt, da konnte ich es nicht liegenlassen.

Und das war gut so. Dieser Roman hat mich völlig in seinen Bann gezogen und ich habe es so genossen, das München am Ende des 19. Jahrhundert zu besuchen und durch das Hirschvogl am Rindermarkt zu schlendern. Die Autorin Heidi Rehn hat eine so reale Stimmung dieser Zeit erschaffen, dass ich wirklich dort war. Ich bin durch die Abteilungen gelaufen und habe den Zauber dieses Luxustempels in mich aufgesogen. Bin durch die Rayons spaziert und habe mich von diesem Flair einfach mitziehen lassen.

Ich liebe München und war schon oft dort. Mein Mann hat dort die ca. ersten 30 Jahre seines Lebens verbracht und wenn ich dann im Roman z.B. von Giesing las, wo meine Schwiegermama noch heute in seinem Elternhaus lebt, dann ist das erst Recht so richtig toll.

Ich habe auch sehr viel gelernt, während der Lektüre vieles nachgelesen und mir Bilder angesehen. Denn es gibt ja noch viele der Kaufhäuser oder Geschäfte, die im Roman eine Rolle spielen. Als ich vom „Kustermann“ am Rindermarkt las (in dem ich letzten Sommer noch war), musste ich doch glatt die Suchmaschine anwerfen, ob das Hirschvogl nicht doch als Fassade dort irgendwo steht. Das Ludwig Beck am Rathhauseck, auch das gibt es heute noch. Begonnen hat Beck auch schon 1861 als Knopfmacher und Posamentenmeister. Ich habe gelernt, warum der Hirmer seinen Namen hat und warum auf dem Oberpollinger 2 Koggen in den Himmel ragen. Man liest meine Begeisterung vielleicht heraus, denn es war wirklich eine wundervolle Zeitreise und das Glossar am Ende des Buches ist nicht nur hochinteressant, sondern sehr lehrreich. Auch einen alten Stadtplan gibt es hinten im Buch, auf dem man sehr gut die Lagen der Kaufhäuser sehen kann, die zum großen Teil ja eben nicht fiktiv sind.

Aber auch geschichtlich hat der Roman natürlich einiges in seiner Handlung zu bieten, was nicht schön ist, sondern dramatisch, brutal und schrecklich. Hitler übernimmt die Macht und die Judenverfolgung beginnt. Und sie trifft natürlich auch die jüdischen Kaufleute der Stadt. Sie werden beispielsweise boykottiert und ihre Geschäfte in Trümmer geschlagen, sie selbst verprügelt, abgeführt und in Lager gebracht.

Heidi Rehn hat diese lange Geschichte über drei Generationen sehr stimmungsvoll und voller Emotionen erzählt und meine Zusammenfassung reißt wirklich nur einen kleinen Teil der Handlung an, daher: lest selbst! Es ist kein historischer, kitschiger Liebesroman. Sondern eine Liebeserklärung: an die Kaufhäuser, an die „alte Zeit“, an München und die Menschen, die dort lebten und wunderschöne Dinge erschaffen haben.

Ich freue mich so auf meinen nächsten Besuch in München, da werde ich mir alle diese Orte wieder ansehen und wahrscheinlich mit anderen Augen betrachten. Komisch, noch letzten Sommer saß ich mit meiner Familie am Rindermarkt und habe die riesige Baustelle gesehen. In einer Baulücke erwuchs in Heidi Rehns Fantasie das Hirschvogl am Rindermarkt. Schade, dass es nur Fiktion ist. Aber viele der alten zauberhaften Luxuskaufhäuser gibt es heute noch zu bewundern. Z.B. Das Bon Marché in Paris, Macy’s in New York, das KaDeWe in Berlin.

Und wie es ausging für die Familie Hirschvogl, ob sie und ihr Kaufhaus das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte überstanden haben, dass sei nicht verraten. Fakt und Fazit: Ich bin hin und weg und hätte noch 1.000 Seiten lesen können 

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Killt Grappa!

Gabriella Wollenhaupt
Flexibler Einband: 189 Seiten
Erschienen bei Grafit
ISBN 9783894250669
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Maria Grappa, Journalistin und Polizeireporterin, berichtet – natürlich – wieder als eine der ersten, als der bekannte Bierstädter Schönheitschirurg Dr. Oktavio Grid Opfer eines brutalen Mordes wird. Er wird tot im heimischen Ehebett aufgefunden und wurde auf fieseste Weise abgeschlachtet.

Die Ehefrau des Toten gesteht den Mord relativ schnell. Ein Racheakt einer gedemütigten Ehefrau? Ganz so sieht die Sache aus. Doch Grappa sieht die Sache ganz und gar nicht so einfach und klar. Zu unkompliziert scheint sich der Fall aufgelöst zu haben.

Gemeinsam mit Kommissar Nikolaus Kodil, den Grappa auch ein kleines bisschen näher kennt, und dem Fotografen „Turkey“ bohrt sie tiefer und landet in einem Knoten aus Schönheitschirurgie, Satanismus, Rache und Körpertherapie …

* * *

Ich lese ja bekanntlich sehr gerne die „Grappa“-Romane, weil sie immer rasant, bissig und voll von (oft schwarzem) Humor sind. Grappa ist so eine „Marke“ für sich. Die Journalistin mit der lockeren Klappe, die immer schlagfertig, aber auch ein ganz kluges Mädchen ist, die Männer, gutes Essen und guten Wein mag und für eine gute Story so ziemlich jeden – auch gefährlichen Weg – einschlägt.

Ich habe mich sehr gefreut, als mein Mann mir 2 der älteren Roman geschenkt hat. Hier ist der 7. Band, der geschrieben und veröffentlicht wurde. Grappa war damals charakteristisch schon genauso drauf wie heute. Die Vorgesetzten und die Kollegen sind noch andere, die Fotografen scheinen im „Bierstädter Tageblatt“ auch mal öfter zu wechseln. Die Bäckersfrau heißt noch Scholz, statt Schulz, scheint mir aber irgendwie schon dieselbe zu sein … und der Grafit-Verlag hat noch auf rein weißem Papier gedruckt.

Die Handlung ist auch hier wieder sehr spannend, rasant und auch nicht immer leichte Kost. Denn es geht auch schon einmal heftig zur Sache. Aber Gabriella Wollenhaupt hat hier ja ein unheimliches Händchen, diese schrecklichen Themen in eben dieser herrlichen „Grappa-Manier“ zu schreiben. So ist es auch hier mit den Themen Satanismus, Opferung, Kindesmisshandlung und schwarzen Messen. Immer wieder bringt die Autorin den Leser runter mit ihren entweder klassischen Grappa-Sprüchen oder einfach einem guten Essen oder einem ruhigen, ernsten Gespräch. Denn auch das kann diese vielseitige Protagonistin sehr gut.

Und sorry, eventueller Spoiler: Aber als Grappa in der Schwarzen Messe spioniert und mit „Hadschi Alef Omar“ antwortet, da habe ich mich fast nass gemacht vor Lachen. Das war so eine geniale Situationskomik, einfach spitzenmässig.

Mir gefallen auch die älteren „Grappa“-Romane sehr gut, sodass ich sie mir nach und nach alle noch zulegen werde. Derzeit lese ich einen weiteren Roman aus der Reihe, diesmal aus dem Jahre 2002. Ich bin also etwas gesprungen. Ich werde natürlich berichten 

Der Grafit Verlag verlegt diesen Roman (leider) nur noch als Ebook. Ich selbst bin ja gar kein Freund eben solcher und ich habe auch keinen Reader. Aber für solch – Zitat #joachimkörber – „Komplettistenraubtiere“, gibt es sehr schöne Plattformen, auf denen man gelesene Bücher für kleines Geld in tollem Zustand ergattern kann (z.B. rebuy) und natürlich nicht zu vergessen die vielen Buchmärkte, die immer wieder stattfinden.

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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Marina

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596512768
Genre: Romane

Rezension:

Óscar Drai ist ein junger Mann, der ein Internat in Barcelona besucht. In jeder freien Minute streift er durch die verwunschenen Viertel der Stadt, in denen die alten, teils verlassen und zerfallenen herrschaftlichen Villen stehen. Hier fühlt er sich wohl, heimisch, kann seinen Gedanken freien Lauf lassen.

Eines Tages trifft er Marina, eine wunderschöne, junge Frau. Sie lebt in genau so einem alten Herrenhaus, gemeinsam mit ihrem Vater Germán, einem Künstler, der jedoch vor langer Zeit das Malen aufhörte.

Marina und Óscar streifen von nun an gemeinsam durch die Viertel und der junge Mann hat sich unsterblich in Marina verliebt. Gemeinsam stoßen sie auf das Geheimnis des ehemals reichsten Mannes der Stadt und genau dieses Geheimnis bringt sie beide in große Gefahr.

Doch Óscar und Marina geben nicht auf. Sie folgen der Spur der schwarzen Schmetterlinge, wollen das Geheimnis lüften, werden mitgerissen von dieser düsteren und finsteren Spannung …

***

Marina ist Zafóns erster Erwachsenenroman, der Roman den er nach den Jugendbüchern und vor „Schatten des Windes“ geschrieben hat. Carlos Ruiz Zafón sagt selbst, dass es sein persönlichstes Buch ist.

Es ist auch ein ganz besonderes Buch, voller Gefühl, Spannung, Gefahr und Spuk. Voller Liebe, Sehnsucht, Trauer und Hoffnung. Es ist ein musikalisches, künsterlisches, architektonisches Buch. Es erinnert stellenweise an das Phantom der Oper oder Mary Shellys Frankenstein. Eine tolle Mischung aus all dem, das ist Marina. Und dies alles in der wunderschönen Atmosphäre des alten Barcelonas, einer Stadt, die ich noch nie gesehen habe, jedoch vor meinem geistigen Auge habe, wenn ich Zafóns Romane lese. Der Autor liefert so stimmungsvolle, bildhafte Geschichten, das der Leser einfach mittendrin ist und sieht, ja auch riecht und fühlt.

Zafón hat eine wunderschöne Art mit Worten umzugehen, schreibt Sätze, die klingen und nachhallen. Als Einstieg des Romans: »Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.« Da beginnt man den Roman und denkt schon: Danke, einfach wunderbar. Weiter so.

Marina ist sicher eine Liebesgeschichte, aber auch ein Drama, ein Thriller und eine gruselige Spukgeschichte. Marina ist irgendwie wie ein toller, stimmungsvoller schwarz-weiß Film, der mich gefesselt hat und mir absolut gut gefiel. Es bietet wirklich ziemlich alles, was einen guten Roman ausmacht und hinterlässt Spuren im Gedächtnis.

Wie sagt Marina so schön? „Man erinnert sich immer an das, was nicht geschehen ist“. Alleine dieser Satz regt doch schon zum nachdenken an. Beendet habe ich den Roman jedenfalls mit einem dicken Kloß im Hals.

Mein Fazit: Der erste „Erwachsenenroman“ von Zafón ist gefühlvoll, spannend, dramatisch und gefährlich. Eine Geschichte voll von Musik, zauberhaften Bildern, gruseligen Orten und besonderen Menschen.

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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91 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Der Fürst des Nebels

Carlos Ruiz Zafón , Lisa Grüneisen
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.02.2017
ISBN 9783596521319
Genre: Romane

Rezension:

Um vor den Gefahren und Unruhen des Krieges zu fliehen, zieht die Familie des jungen Max hinaus ans Meer. In einem verschlafenen Schifferdörfchen beziehen sie ein altes Haus, in unmittelbarer Nähe zum Strand.

Aus dem Fenster seines Zimmers entdeckt Max weitab des Hausen einen umzäunten, verwucherten Garten, in dem seltsame Steinfiguren stehen. Sie zeigen die mysteriösen Darsteller eines Zirkus. Als Max dorthin geht, um sich umzusehen, spürt er dort seltsame Kräfte, die ihm unheimlich sind und Angst machen. Ähnliche Vorfälle spielen sich einige Tage darauf auch im Wohnhaus ab.

Max schließt Freundschaft zu Roland, einem Jungen aus dem Dorf, der Sohn des Leuchtturmwärters. Roland kennt jeden Winkel der Insel und zeigt ihm das Wrack eines vor vielen Jahren vor der Insel versunkenen Schiffes. Gemeinsam tauchen sie zum Wrack und Roland erzählt Max von dem kleinen Jungen, der vor einigen Jahren unter rätselhaften Umständen verschwand. Dessen Verschwinden begründet auch den Leerstand des Hauses, in das nun Max und seine Familie gezogen ist.

Die unheimlichen Kräfte dieser geheimnisvollen und bösen Macht nehmen immer mehr zu und versetzen nicht nur Max und Roland in Angst und Schrecken. Doch die Jungen wollen diese Macht aufspüren und stellen sich ihr mutig entgegen ….

+++

Bevor Carlos Ruiz Zafón durch seine Barcelona-Romane Berühmtheit erlangte, hat er Schauerromane für junge Leser geschrieben. Dieses hier ist der erste und ich habe die gebundene Ausgabe gelesen, die vom Autor selbst vor der Neuauflage noch einmal komplett überarbeitet wurde.

„Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ waren die ersten Bücher, die ich von ihm gelesen habe. Aus der Jugendbuch-Reihe habe ich bisher nur „Der dunkle Wächter“ gelesen. Und bereits den fand ich sehr gut. Zafón schafft es, eine schöne, düstere und gruselige Atmosphäre zu erschaffen, die unheimliche Lesemomente beschert.

Auch hier geht es um Spuk, Geister und dunkle Mächte und die Handlung ist sehr spannend und fesselnd. Und überhaupt nicht „kindlich“ oder seicht, weil sie eben für Jugendliche geschrieben ist. Diese Grenze verschwimmt ja bereits sein langem und das Genre nennt sich nun „All-Age“ oder „Young Adults“.

Ein bisschen fühlte ich mich an „The Fog – Neben des Grauens“ oder um beim Buch zu bleiben, an „Riptide“ von Douglas Preston erinnert. Und auch wenn der Autor nicht in dem Stil seiner Erwachsenenromane schreibt, so ist er doch sehr gut. Sicher einfacher gestrickt und ausformuliert, aber trotzdem in guter Zafón-Manier.

Wie oben schon erwähnt, erzeugt der Roman eine tolle Stimmung, ist sehr düster und spannend und liefert so einige Gänsehautsituationen.

Mein Fazit: Ein sehr atmosphärischer Schauerroman, der spannende und auch gruselige Lesemomente beschert. Garantiert nicht nur für Jugendliche zu empfehlen.

© Buchwelten 2018

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199 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 20 Rezensionen

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Das Haus zur besonderen Verwendung

John Boyne , Fritz Schneider
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2011
ISBN 9783492272650
Genre: Romane

Rezension:

Der 16-jährige Georgi lebt in ärmsten Verhältnissen mit seinen Schwestern in einem kleinen Bauerndorf in Russland. Als der Vetter des Zaren mit seiner Armee durch das Dorf kommt, verhindert Georgi ein Attentat auf den Oberbefehlshaber.

Das dies eher zufällig geschah ist offensichtlich irrelevant und scheint niemanden sonderlich zu interessieren. Denn als Dank lässt Zar Nikolaus II. Georgi nach St. Petersburg bringen, direkt in das Winterpalais. Er soll als Leibwächter für den Zarewitsch seine Dienste tun. Den jungen Zarensohn beschützen und ihm gleichzeitig ein Gesellschafter sein. Denn die beiden trennen nur 5 Jahre Altersunterschied.

Für Georgi ist dieser Umzug in den Palast des Zaren natürlich nicht nur aufregend, sondern auch ein Kulturschock. Hat er bislang im Dreck mit seinen Schwestern auf dem Boden geschlafen, trifft er nun auf Prunk, Protz und Reichtum.

Kurz nach der Ankunft im Winterpalais trifft Georgi auf die jüngste der vier Zarentöchter Anastasia und verliebt sich augenblicklich in sie. Diese erwidert seine Liebe, doch es ist gefährlich. Diese Verbindung ist verboten und darf nicht auffliegen. Eine „von Gott Auserwählte“ kann keine Beziehung zu einem Bediensteten führen. Doch Georgi ist bereit alles für seine liebste Anastasia zu tun …

***

Achtung, eventuelle Spoilergefahr!

Beginnt der Roman im Jahre 1915 in Russland, so endet er in den 80er Jahren in England. Eine große Zeitspanne liegt dazwischen und gemeinsam mit dem Erzähler Georgi springen wir durch die Jahre immer vor und zurück. Aber nicht immer zu den gleichen Jahren.

Wir erleben sein Leben und sein Älterwerden, begleiten ihn und seine Liebe Anastasia durch deren Leben und erleben viel schönes und noch viel mehr schreckliches.

Ich muss sagen, dass ich mich nicht wirklich mit der russischen Geschichte auskenne. Natürlich wusste ich, dass es dort früher Zaren als Regenten gab, viel mehr jedoch nicht. John Boyne hat sehr gut recherchiert. Denn ich habe natürlich dann einiges nachgelesen und die komplette Familie der Romanows ist korrekt dargestellt und benannt, alle Namen stimmen. Die der Zarin, der Kinder, sogar die Krankheit des Zarewitsch ist nicht erdacht.

Als ich dann über den Namen Rasputin stolperte, musste ich lächerlicherweise erstmal an Boney M. denken: Ra Ra Ra Rasputin, Lover of the Russian Queen … wurde da gesungen und schau an: meine Recherche daraufhin ergab, dass Rasputin sich wirklich im Palais herumtrieb und eine sehr zwielichtige Gestalt war, die immer um die Zarin herumschlich. Vater Gregori, sein eigentlicher Name, war eine düstere Figur, die im Laufe der Handlung nicht nur dem Protagonisten Georgi unheimlich war.

Die Geschichte ist natürlich sehr umfassend und hat mich absolut gefesselt. Boyne hat eine sehr schöne Atmosphäre erschaffen, stimmungsvoll hat er die Geschichte um das Leben und den Niedergang der prächtigen Zarenfamilie geschildert.

Zu viel möchte ich nicht verraten, denn der Roman ist nämlich sehr vielseitig, ausführlich, abwechslungsreich und absolut lesenswert.

John Boyne ist auch einer der Schriftsteller, der sich nicht nur auf ein festes Genre einlässt. Er schreibt, wozu er Lust hat. Erzählt einfach die Geschichte, der er gerade erzählen will. Ich habe fast alles von ihm gelesen und jeder Roman ist anders, eigenständig.

Mein Fazit: Eine sehr schöne gefühlvolle, stimmungsvolle und aufwühlende Geschichte um zweier Leben, beginnend in Russland und endend in England und mit ganz viel dazwischen.

© Buchwelten 2018

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Grappa in der Schlangengrube

Gabriella Wollenhaupt
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 14.05.2018
ISBN 9783894255794
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Rahmen eines Resozialisierungsprojekts wird der zweifache Mörder Mischa Ashley nach 17 Jahren Haft entlassen und soll im Verlagshaus des „Bierstädter Tageblatts“ eine Stelle erhalten. Titel des Projektes Wiedereingliederung: „Die zweite Chance“.

In der Haft hat Mischa Ashley nicht nur sein Abitur nachgeholt, er hat auch das Schreiben begonnen. Hat Texte und einen Roman geschrieben und alle finden das total toll. Der charismatische Typ sieht gut aus, hat offensichtlich Charme und ist mittlerweile sanft wie ein Lamm.

Nun, in der Redaktion kommt er nicht überall so gut an, die „Geister“ scheiden sich enorm. Die weiblichen Kolleginnen sind fast alle hin und weg und seiner Ausstrahlung erlegen. Nicht so die männlichen Kollegen, die sind eher bissig und mehr als skeptisch. Und dann ist da noch Grappa. Sie wird Ashley als Mentorin an die Seite gegeben, soll ihm helfen und eine schützende Hand über ihm haben.

Doch Grappa ist alles andere als begeistert. Ihr ist der Typ mit seinem extremen Narzissmus mehr als suspekt. Und das bekommt er auch zu spüren. Nicht nur von Grappa. Auch in der Öffentlichkeit reagieren sehr viele Bürgen negativ auf das Projekt. Ganz nach dem Motto: Einmal Mörder, immer Mörder. Punkt.

Dann geschieht ein Mord in der Stadt. Und das Opfer ist eine reiche Dame mittleren Alters, die Mischa Ashley finanziell enorm unterstützt hat …

+++

Das ist Grappa Nr. 28, ich kenne die spezielle Protagonistin erst seit Nr. 22 aber ich finde sie einfach klasse. Ich lese diese Krimis von Gabriella Wollenhaupt so gerne. Sie sind flott, rasant, mit viel (schwarzem Humor) und jeder Menge Biss.

Das schöne an diesen Krimis ist, dass wir hier keine klassischen Ermittler haben, sondern eine Journalistin, die ihre Kontakte hat, weil sie u.a. in einer privaten Beziehung zu „ihrem Polizisten“ Friedemann Kleist steht. Aber auch das ist keine klassische Beziehung, nicht mal eine typische Fern- oder Teilzeitbeziehung. Auch das macht den Charme dieser Krimireihe aus.

Für mich ist es immer ein bisschen wie „nach Hause kommen“, wenn ich einen neuen Grappa lese. Man trifft Bekannte wieder, liebgewonnene Charaktere wie die Bäckerin Frau Anneliese Schmitz, „Bärchen“ Biber, den Fotografen Wayne Pöppelbaum oder auch Kollegin Wurbel-Simonis.

Ich schlage das Buch auf und denke, okay, dann beginnt mal eine neue Woche im Tageblatt und schon ist man auch reingeplumpst in die Handlung.

Die Themen, die Wollenhaupt behandelt sind aber alles andere als humorvoll, sondern (leider) immer brandaktuell und auch sehr ernst und absolut real. Hier wird das Thema Resozialisierung behandelt, ein Thema, dass natürlich nicht leicht ist. Jeder Mensch hat ein Problem damit, einem Menschen eine zweite Chance zu geben, wenn man weiss, dass der einen Menschen brutal ermordet hat. Wie soll man dem in die Augen schauen oder gar vertrauen? Geht das? Kann ein ehemaliger Mörder wirklich komplett „geheilt“ werden und danach einer Arbeit nachgehen, mit Kollegen, die ihn einfach akzeptieren, ja, sogar mögen?

Wie man sieht, kein leichtes Thema und auch keine leichte Kost, die hier in diese flotte Handlung verpackt und behandelt wird. Ich habe auch einiges gelernt in Bezug auf den Verkauf von Werken aus gewissen Genres und das Phänomen, warum sich manche Frauen zu besonderen Männern hingezogen fühlen.

Durch die kurzen Kapitel liest sich das Buch wieder unheimlich schnell. Szene auf Szene fliegt der Leser durch die Handlung, ist mittendrin im Geschehen und fiebert mit.

Leider ist es so, wie Maria Grappa sagt: Wenn ich was schreibe, dann wird das aber kurz. Ich würde gerne viel längere Grappa-Krimis lesen. Denn ehe man sich versieht, ist der Spaß vorbei und man muss ein Jahr warten.

Mein Fazit: Wieder absolut gelungen. Ein aktuelles und wichtiges Thema wird hier in klassischer Grappa-Manier behandelt. Mit Biss, Grips, (bösem) Humor und jeder Menge Gegenwind geht Grappa auch hier wieder ihren Weg.

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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71 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 06.04.2017
ISBN 9783462050288
Genre: Romane

Rezension:

Baba Dunja, eine ehemalige Krankenschwester, nun jedoch eine alte, betagte Dame, kehrt zurück in ihr Heimatdorf Tschernowo. Da wo der Reaktor nach dem Unglück alles verstrahlt hat, zieht sie zurück in ihr Häuschen und lebt ihr zufriedenes Leben. Mit ihr leben einige andere Menschen in dem kleinen Dorf, insgesamt aber sind es nicht mehr als 10 Personen.

Sie bauen ihre Nahrung selbst an, die übrigens wächst und gedeiht im fruchtbaren Boden, ab und an fährt Baba Dunja auch mal in die nächstgelegene Stadt. Der Fußweg zur Bushaltestelle dauert inzwischen 2 Stunden, doch die Treckingsandalen, die ihre Tochter aus Deutschland geschickt hat, lassen wenigstens ihre Füße weniger schmerzen.

Auch auch wenn in dem kleinen Dorf eigentlich jeder sein Leben für sich lebt, so gibt es irgendwie dennoch eine besondere Gemeinschaft und Zugehörigkeit unter den Bewohnern. Dies ist in dem Moment zu spüren, in dem Fremde ins Dorf kommen, da dort ein – naja, sagen wir „Missgeschick“ geschehen ist …

***

Alina Bronskys „Scherbenpark“ ist bis heute die meistgelesene Rezension jede Woche (!) auf meinem Blog. Dieser Roman wurde inzwischen verfilmt und auch „Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche“ habe ich gelesen. Beide Romane fand ich absolut gut, haben mir sehr gut gefallen. Als ich dann dieses kleine Büchlein in der Grabbelecke unseres KaRo-Kaufhauses entdeckte, griff ich natürlich sofort zu.

Dünn wie es ist, war ich natürlich sehr schnell durch, was ich sehr schade fand. Denn ich mochte die Gesellschaft der verschrobenen Alten und weniger Alten in dem kleinen Dorf unweit des Reaktors sehr gerne. Die Charaktere waren bunt gemischt.

Als Hautprotagonistin ist natürlich Baba Dunja zu sehen, die in dem kleinen Ort als Oberhaupt gilt, obwohl sie alt und klein ist. Ich fand es erstaunlich zu lesen, wie Bronsky zeigte, welch wacher Geist in so einem alten, klapprigen Körper steckt. Welch „jungen“ Gedanken und Einfälle sich in so einer ausgezehrten Hülle befinden. Immer wieder erfuhren wir auch Geschichten aus der Vergangenheit, die aufzeigten, dass diese alte Frau einmal ein wunderschönes, junges Mädchen war. Und Baba Dunja nahm dies alles mit einem gelassenen und herrlich trockenen Humor hin.

Die Bindung zu ihrer Tochter in Deutschland und ihrer Enkelin (die sie noch nie gesehen hat) waren auch ein großer Bestandteil dieser kleinen Geschichte und sehr einfühlsam und gefühlvoll. Alina Bronsky hat hier eine zauberhafte Geschichte geschrieben, die eigentlich den Wunsch aufkommen lässt, genau dorthin zu reisen, wo es so gefährlich ist. In die Todeszone beim Reaktor von Tschernobyl. Ich würde mir wünschen, dass diese Geschichte auch verfilmt wird. Denn diese Menschen und das kleine Dorf möchte ich sehr gerne einmal sehen. 

Mein Fazit: Eine zauberhafte, humorvolle und ein bisschen verschrobene Geschichte über ein paar Menschen, die leben, wie sie es wollen und sich nicht drum scheren, was andere über sie denken. Sie leben in der Todeszone, die macht ihnen aber in der heutigen Welt und in ihren schon lang gelebten Leben keine Angst.

© Buchwelten 2018

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familie, flensburg, küsten krimi, mord

Blutmöwen

H. Dieter Neumann
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 19.03.2018
ISBN 9783894255770
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Bauer Enno Brodersen wird neben seinem Kornfeld mit einem Loch in der Brust tot aufgefunden. Sein Jagdgewehr liegt neben ihm. Nun, beliebt war der Alte im Dorf nicht. Ganz im Gegenteil. Keiner mochte ihn, er hat sich mit allen angelegt und auch seine Kinder scheinen einfach nur froh und erleichtert, dass der Alte endlich fort  ist.

Helene Christ übernimmt gemeinsam mit ihrem deutsch-türkischen Kollegen Nuri Önal die Ermittlungen und hat es nicht einfach. Bereits in ersten Gesprächen mit den Angehörigen stößt sie auf große Mauern, die sie nicht zu durchbrechen vermag.

Was geschah dort in dieser Familie, welche Geheimnisse birgt sie. Wer hatte Nutzen vom Tod des Alten?

Fragen über Fragen, die Christ versucht zu beantworten …

***

Dies ist der fünfte Fall um die Ermittlerin Helene Christ und ich habe keinen einzigen davor gelesen. Denn ich lese eigentlich keine Küsten-Krimis, wahrscheinlich weil ich am Niederrhein lebe . Und genau aus dem Grund hatte ich das Buch auch im Frühjahrsprogramm des Verlages gar nicht ausgewählt. Nun, da ich es dennoch erhalten habe, habe ich dann natürlich auch gelesen.

Für das Verständnis der Handlung war es kein Nachteil, dass ich die ersten Bände nicht kenne. Immer wieder wurden kleine Hinweise eingestreut und auf die Vorgänger hingewiesen. Außerdem gibt es im Anhang einer Übersicht der Bücher des Autors, wo mir die kurzen Inhaltsangaben dann einen kleinen Einblick gegeben haben.


Für mich ist „Blutmöwen“ von H. Dieter Neumann ein klassischer Krimi. Ein Toter, verschiedene Verdächtige, erst einmal kein Durchblick, immer mehr Fäden die ausgeworfen werden und gegen Ende löst sich alles nach und nach auf und immer mehr „aha-Effekte“ stellen sich ein.

Ich fand es manchmal ein wenig zu offensichtlich, wie der Autor sein Wissen über Segelschiffe einbringen wollte und die vielen Fachbegriffe, die mir dann unterkamen, war mir einerseits nicht nur zu hoch und völlig fremd, sondern auch egal. Ich wollte einen Krimi lesen und kein Sachbuch über alte Segelschiffe und deren Benutzung. Aber da habe ich mal einfach drüber weggelesen.

Was mich dann jedoch neugierig gemacht hat, der Hinweis auf die (dunkle) Geschichte der Flensburger Polizeidirektion. Da habe ich dann gleich eine Suchmaschine dazu befragt und der Text des Online Lexikons entsprach dann leider ziemlich exakt dem des Buches. Aber die Bilder waren sehr interessant.

Fazit: Ein solider Krimi, der sich flott liest und auch sicherlich gut geschrieben ist. Einiges hat mich persönlich gestört, ich komme aber – wie gesagt – auch nicht von der Küste 

© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, justiz, mord, strafverteidiger

Ein eindeutiger Fall

Andreas Hoppert
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 26.02.2018
ISBN 9783894255756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marc Hagen, zwar Rechtsanwalt, jedoch ohne Kanzlei, Anstellung oder gar Mandanten, überlegt nicht lange, als er gefragt wird, ob er eine Pflichtverteidigung übernehmen möchte, da der eigentliche Strafverteidiger kurzfristig verstarb. Natürlich sagt er zu. Er ist froh, mal wieder einen Fall zu übernehmen, denn seine Kanzlei hatte er ja nun nicht freiwillig geschlossen. Und die Tagesbetreuung seiner Ziehtochter im Teenageralter erfüllt ihn einerseits überhaupt nicht und ist anderseits auch überflüssig. Denn wie erwähnt ist Lizzy ja kein kleines Mädchen mehr.

Der Fall, den Marc Hagen übernehmen soll, scheint eindeutig und absolut klar. Der Angeklagte soll seine Tochter Monja ermordet haben. Die Indizien sprechen alle dafür. Dass die Mutter des verstorbenen Mädchens ausgerechnet Marcs Jugendliebe ist, ist natürlich ein Zufall der besonderen Art.

Marc bekommt die Ermittlungsakten und liest sich ein. Doch je weiter Marc Hagen gräbt und mit dem vermeintlichen Täter spricht, desto größer werden die Zweifel des Anwalts. Denn so klar und eindeutig scheint dieser Fall auf den zweiten Blick absolut nicht zu sein.

***

Dies ist mein dritter Roman von Andreas Hoppert und ich lese ihn sehr gerne. Dass er Jurist ist und als Richter arbeitet, liest man unbedingt heraus. Okay, er arbeitet als Richter am Sozialgericht und nicht als Richter in Strafprozessen, doch Spaß hat er an diesem Bereich alle mal.

Hoppert hat mit seinem Marc Hagen einen sehr netten, charakterstarken Protagonisten geschaffen, der nicht aufgibt und sehr echt rüberkommt. Sei es in seinem Umgang mit der Ziehtochter, seiner Lebensgefährtin, die „die Kohle nach Hause bringt“ (und ihn das auch spüren lässt) oder mit seinem Mandanten.

Ich hatte meinen größten Spaß jedoch vor Gericht, als Marc Hagen einen Zeugen komplett zerlegt hat. Ich saß während dieser ausgesprochen langen Szene mit einem staunenden Dauergrinsen hinter meinem Buch. Denn Hoppert beschert seine Überraschungen nicht nur den Figuren im Buch, sondern auch dem Leser in diesem Moment.

Er hält den Spannungsbogen stramm und wirft immer wieder neue Wendungen ein, was die Handlung auch sehr kurzweilig hält. Die Menschlichkeit des Rechtsanwalts macht viel aus, zum Beispiel sein Umgang mit Lizzy, der Mutter des Opfers, der so echt und natürlich rüberkommt. Dann anderseits der ausgebuffte, sehr starke Jurist, als der er, vor allem vor Gericht, auftritt. Diese sehr gute Mischung sorgt für ein absolutes Lesevergnügen.

Fazit: „Ein eindeutiger Fall“ ist ein besonderer Fall mit vielen Wendungen, tollen Überraschungen und macht einfach nur Spaß.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Starkstrom

Jan Zweyer
Flexibler Einband: 282 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 26.02.2018
ISBN 9783894255763
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um den Flüchtlingsstrom einzudämmen hat sich Zentraleuropa hinter einem Zaun verschanzt. Der soll es Flüchtenden unmöglich machen, in die „gelobten Länder“ einzureisen. Denn Europa will diese Flüchtlinge nicht. Die Menschen warten geballt in Transitzentren auf ihr Schicksal. Die, die offiziell einreisen und einen Asylantrag stellen dürfen, werden durch ein Lotterieverfahren ausgewählt.

Die Firma, die den Zaun unterhält und bewacht (von der Regierung beauftragt) soll es schaffen, den Zaun noch undurchdringlicher zu machen, denn immer noch versuchen Flüchtlinge auf illegalem Weg einzureisen. Die einfachste und günstigste Lösung scheint ein Bluff: Es wird behauptet, dass der Zaun nun unter Starkstrom stehe. Als es dann aber genau dadurch ein Todesopfer gibt, wird die Regierung natürlich erheblichem Druck und Erklärungsnöten ausgesetzt.

Unterdessen begeben sich 2 junge Männer aus dem Senegal auf ihre Reise/Flucht nach Europa. Sie haben den Schritt gewagt und sich für teures Geld in die Hände einer Schlepperbande begeben …

***

Ganz klar, ein Thema, das neugierig macht, kann es doch aktueller gar nicht sein. Genau aus diesem Grund habe ich das Buch ausgewählt. Der Flüchtlingsstrom hält nicht an, immer mehr Menschen fliehen nach Europa. Ob aus Kriegsgebieten oder wie oben erwähnt aus Afrika, wo die Dürre die Menschen nach und nach dahinsiechen lässt.

Alle haben wir in den Medien von Schlepperbanden gehört und Bilder von Flüchtlingen gesehen, die neben zerborstenen Booten im Mittelmeer treiben und mit Glück lebend geborgen werden.

Der Roman „Starkstrom“ spielt in der Zukunft, jedoch nur einige Jahre. Der Autor Jan Zweyer beschreibt hier schon „unsere Welt“, in der wir hier und jetzt leben.

Und auch wenn mir der Roman zu großen Teilen gefallen hat, so hat er mich nicht zu 100 % überzeugt. Die Passagen, die im Senegal spielen, in denen der Leser die beiden Flüchtlinge begleitet, die auf die Schlepper hoffen, die haben mir sehr gut gefallen. Auch die Hintergründe und Verwicklungen waren interessant, erschreckend und leider auch sehr überzeugend.

Dennoch, sobald die Handlung sich in der Politik und dem Großkonzern abspielte, haben mich die Charaktere nicht wirklich überzeugt und ich kam teilweise mit den Namen bis zuletzt oft durcheinander. Die Figuren erschienen alle so gleich und durchsichtig, ich kann es gar nicht genau erklären. Dann waren wiederum Personen miteinander verbunden, wo ich dann schon dachte: dieser Zufall ist etwas an den Haaren herbeigezogen.

Unterm Strich war der Roman auf der einen Seite sicher gut recherchiert und auch erschreckend real. Auf der anderen Seite war er etwas wirr und machte auf mich den Eindruck, als wollte der Autor einem bekannten deutschen Politthriller- Autor nacheifern. Das ist ihm aber leider nicht gelungen.

Fazit: Ich bin ein wenig zweigeteilt, aber lest selbst und macht euch euer eigenes Bild. Für mich hat der Roman leider nicht ganz meine Erwartungen erfüllt.

© Buchwelten 2018

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Tags: afrika, dürre, flüchtlingslager, flüchtlingspolitik, flucht, geld, grafit verlag, grenzen, hunger, jan zweyer, macht, schlepperbanden, tod   (1)
 

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62 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Der Preis des Todes

Horst Eckert
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 13.03.2018
ISBN 9783805200127
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sarah Wolf, Journalistin, Produzentin und Moderatorin ihrer eigenen Polit-Talkshow ist seit einigen Monaten mit dem attraktiven und äußerst liebenswerten Staatssekretär Christian Wagner liiert. Sie glaubt, dass sich die Beziehung zu etwas ernsterem entwickelt und sieht der Zukunft sehr positiv entgegen.

Eben dieser Staatssekretär steht zwar derzeit unter Beschuss, da ihm Lobbyismus vorgeworfen wird, weil er angeblich die Machenschaften des Krankenhauskonzerns Samax AG unterstützt. Dabei ist er lediglich ehrenamtlich für eine Stiftung des Konzerns tätig und hat sich ansonsten komplett heraus gezogen.

Währenddessen taucht am Unterbacher See in Düsseldorf die Leiche einer jungen Frau auf. Der Kommissar Paul Sellin, sterbenskrank vom Krebs zerfressen, setzt alles daran den Mörder der jungen Frau zu finden. Hat er es sich vor Jahrzehnten mit seiner eigenen Tochter verscherzt, will er zumindest dieser jungen Frau posthum gutes tun. Er weiß, dass dies sein letzter Fall ist und gibt alles, was er noch kann.

So kommt es, dass Sellin herausfindet, dass die Tote vom Unterbacher See vor ihrem Tod in Kontakt stand mit Christian Wagner, eben dem Staatssekretär, mit dem die Journalistin liiert war. Doch leider kann Sellin diesen nicht mehr zu dem Treffen befragen, denn der Staatssekretär wird tot in seiner Wohnung aufgefunden und es deutet alles auf Selbstmord hin.

Sarah Wolf glaubt jedoch nicht an Selbstmord, darum beginnt sie selbständig zu ermitteln und zu forschen. Und sie trifft auf Unterlagen, die auf ein Flüchtlingsslager in Kenia hinweisen. Kannte Sarah Wolf „ihren“ Staatssekretär wirklich? Oder war er doch ein ganz anderer, als er vorgab …..

* * *

Horst Eckert ist für mich immer wieder ein Faszinosum. Denn eigentlich können mich weder die Politik, noch Politthriller fesseln. Doch bei Horst Eckert ist alles schlicht, einfach und geradeaus geschrieben. Alles verständlich und klar. Und das eigentlich schlimmste ist, dass man liest und sich denkt: das ist so. Das ist real. Genau so kann es sich zutragen. Also der Hinweis: starker Realitätsbezug trifft hier voll ins Schwarze.


Horst Eckert hat hier offensichtlich wieder aufs genaueste recherchiert, ob er selbst in Kenia war, weiß ich nicht, ich kann mich nicht an derlei Fotos in den sozialen Netzwerken erinnern, dennoch liest es sich so. Das Flüchtlinsglager Dadaab gibt es wirklich und als ich die Suchmaschine dazu befragte, sah ich genau die Bilder, die mir mein Kopf vorab zeigte. Und genau diese Machenschaften traue ich der Menschheit ohne weiteres sofort zu.

Dieser Roman steht eigenständig und hat nichts mit seinem Ermittler Vincent Ceh Veih zu tun. Dennoch treffen wir auf alte Bekannte, denn die Amtshilfe in Düsseldorf übernimmt u.a. Anna Winkler. Auch ein kleiner Hinweis auf den Vorgänger-Roman hat Eckert geschickt mit einfließen lassen.

Die Protagonisten hat Horst Eckert sehr gut ausgearbeitet und mit ihnen interessante Charaktere erschaffen. Ich mochte sie gut leiden und habe mit ihnen gelitten und gefiebert.

Auf die Handlung gehe ich näher natürlich nicht ein, bezüglich Spoilergefahr. Ein erster kleiner Aha-Effekt stellte sich bei mir auf Seite 148 ein (sehr gut!) und einen kleinen Nebenstrang hatte ich flott erkannt. Die sonstigen roten Fäden waren wieder einmal sehr geschickt ausgeworfen und zu guter Letzt so verwoben, dass alles passte und ungemein gut überlegt war.

Ich bin wirklich gespannt, wann sein erster Politthriller verfilmt wird (okay, wenn sich jemand herantraut, oder es gezeigt werden darf  )

Mein Fazit: Sehr spannend, skrupellos, brutal und einfach nur erschreckend realitätsnah. Horst Eckert in Hochform.

© Buchwelten 2018

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Yasemins Kiosk

Christiane Antons
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 19.03.2018
ISBN 9783894255824
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nina Gruber, Polizistin, derzeit außer Dienst, bezieht eine Wohnung in einem schönen Mehrfamilienhaus in Bielefeld, nachdem sie bei ihrer Mutter geflüchtet ist. Sie war bei ihrer kranken Mutter wieder eingezogen, damit sie sich um diese kümmern kann, was jedoch in der Praxis einfach nicht funktioniert. Isso!

Ninas Vermieterin Doro ist herzensgut, hat jedoch auch so ihre Probleme. Dann gibt es da noch Yasemin Nowak, astreine Deutsch-Türkin, die den Kiosk im Erdgeschoss betreibt, nebenbei ein bisschen Haare schneidet, Männer datet und ein absolut lebenslustiger Wirbelwind ist. Wäre da nicht der Stalker, der versucht Yasemin das Leben schwerzumachen.

Und als Nina und Yasemin beim Entsorgen des Altpapiers eine Leiche im Altpapiercontainer finden, kennt Yasemin den Toten auch noch. Die Polizei ist damit recht schnell fertig, unsere drei Frauen aber noch lange nicht ….

 ***

Dieser Roman ist das Debüt der Autorin Christiane Antons, und hat mir einfach nur von vorne bis hinten Spaß gemacht. Ich hatte darauf gehofft, dass mich hier eine locker-leichte Krimihandlung erwartet, die mich durch die Seiten fliegen lässt und einfach einige entspannte, recht unkomplizierte Lesestunden beschert.

Das hat der relativ kurze Krimi sehr gut geschafft. Die Autorin hat hier sehr sympathische Figuren erschaffen, die mit Herz und „Schnauze“ unterwegs sind, sich nichts gefallen lassen und wirklich mutig sind. Der Verlag wirbt damit, dass es keinen Ermittler gibt, jedoch eine Leiche am Anfang und eine Lösung des Falles am Schluss. Nun, ein bisschen geschummelt ist das ja schon, denn Nina Gruber ist ja eigentlich schon Polizistin. Zwar derzeit nicht im Einsatz, dennoch hat sie natürlich ihre Erfahrungen in petto und ihre Vitamin-B(eziehungen) nutzt sie auch schamlos aus.

Ein bisschen hatte ich das Gefühl, dass ich einen „Grappa“- Roman von Gabriella Wollenhaupt lese. Der Stil ist doch sehr ähnlich. Ein weibliches Rauhbein, dass ist die dortige Hauptprotagonistin ja auch. Vielleicht kennt und mag die Autorin selbst die „Grappa“ gerne und hat sich ein bisschen inspirieren lassen.

Der Stil ist auf jeden Fall locker und sehr flüssig. Ja, es geht auch mal umgangssprachlich zur Sache, was jedoch in Dialogen völlig in Ordnung und auch lebensecht ist. Der Plot ist gut überlegt und auch wenn es jetzt nicht die Überraschung gab am Ende, waren die Fäden schon gut gesponnen.

Mein Fazit: Ein flotter, spritziger Krimi, der mit tollen weiblichen Figuren als Protagonistinnen echt Freude macht. Empfehle ich gerne weiter.

© Buchwelten 2018

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farräder, holland, niederlande, utrecht

Fahrräder für Utrecht

Jochen Baier
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 10.07.2017
ISBN 9783784434223
Genre: Historische Romane

Rezension:

Am Sterbebett erfährt Hauke von seinem Opa Heinrich, dass dieser während des Krieges in Utrecht stationiert und dort für die Beschlagnahmung und Registrierung der Fahrräder von Juden verantwortlich war.

Außerdem offenbart Opa Heinrich ihm, dass er ein uneheliches Kind mit einer Niederländerin hat, mit Linda, die er im Krieg einfach hat sitzen lassen.

Hauke ist nach dem Tod seiner Eltern bei seinen Großeltern aufgewachsen und empfindet eine tiefe Bindung zu ihnen. Seinen Großvater liebte er über alles, darum kommt ihm der Gedanke der Wiedergutmachung. Ob es wohl möglich ist, eine Aktion zu starten, die den Holländern ihre Fahrräder zurückbringt? Gemeinsam mit seinen zwei engsten Freunden beginnt er zu planen und versucht eine Fahrradtour von Kettwig nach Utrecht in den Niederlanden zu organisieren.

Eine Reise die nicht nur auf Zuspruch trifft und die eine ganze Reihe an Höhen und Tiefen mit sich bringt. Ob am Ende alles gut wird … ?

***

Zunächst einmal mögen die Holländer ja gar nicht, wenn sie Holländer genannt werden. Wenn dann bitte Niederländer . Ich selbst habe sehr viel Verwandtschaft in den Niederlanden. Bei mir war es aber andersrum: Meine Oma aus Köln hat schon weit vor dem Krieg einen Niederländer geheiratet, was uns übrigen Nachkommen ausnahmslos die niederländische Staatsangehörigkeit beschert hat. Und natürlich war ich als Kind immer viel in den Niederlanden, um die Verwandtschaft besuchen. Von den angeblichen bösen Witzen den Deutschen gegenüber in Bezug auf die Fietsen habe ich allerdings noch nie etwas gehört.

Der Schreibstil ist sehr locker und eher umgangssprachlich gehalten. Der Autor Jochen Baier, mein Baujahr, liefert hier aber einen lockeren Road/Ruhr-Movie ab, der Spaß macht, aber natürlich auch zum Nachdenken anregt. Mit der deutschen Nazivergangenheit konfrontiert zu werden, löst bei uns immer noch Beklemmungen aus, das ist auch bei diesem Roman so.

Viele Meinungen kommen zu Tage, viele Ansichten von beiden Seiten. Aus Sicht der Niederländer und aus Sicht der Juden. Die Verlassenen kommen zu Wort und die, die verlassen. Auf der Reise nach Utrecht lernen wir eine Menge Menschen kennen und die machen echt Spaß. Egal, ob ihre Geschichten traurig sind oder nicht.

Manchmal war es mir allerdings einfach alles zu sehr Klischee, zuviel genau das, was noch mit rein musste in die Handlung. Eine türkische Kindergartenfreundin, die ja eigentlich deutsch ist (zum Thema Multi-Kulti), der langjährige Kumpel, die alte Dame, die Jüdin ist, die Schiffer aus der Ruhrorter Hafenspelunke, die soviel Herz haben (In Ruhrort gibt es übrigens kein Lokal namens Schimmi’s , das weiß ich, weil ich lange dort gewohnt habe).

Aber unterm Strich ist es egal, ich habe einfach drüber weg gelesen und versucht, aus dem Buch zu ziehen, was es liefern soll: nämlich Unterhaltung mit einem guten Schuss zum Nachdenken anregend.

Ich hatte Freude bei der Lektüre. Und den Fietsen Dans, den musste ich doch glatt bei Youtube suchen ….

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395 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 20 Rezensionen

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Der Talisman

Stephen King , Peter Straub
Flexibler Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.07.2004
ISBN 9783453877603
Genre: Fantasy

Rezension:

Jack Sawyer ist 12 Jahre alt und lebt allein mit seiner sterbenskranken Mutter Lily mehr oder weniger auf der Flucht. Jacks Vater ist von einigen Jahren verstorben und Jacks Mom, schwer an Krebs erkrankt, reist mit Jack von Ort zu Ort, um „Onkel Morgan“ zu entkommen. Morgen Sloat ist der ehemalige Partner von Jacks Vater und Freund der Familie. Er will Jacks Mom ständig dazu nötigen, irgendwelche Geschäftspapiere zu unterzeichnen, die ihm von Nutzen sind.

Nun sind sie angekommen im fast leeren Hotel Alhambra Inn and Gardens (die Saison ist vorbei, das Hotel gleicht einer Gruft) in New Hampshire. In diesem Hotel hat Lily, einst gefeierter Filmstar der B-Movies, wundervolle Zeiten verbracht. Und offensichtlich möchte sie hier nun sterben.

Jack lernt im nahegelegenen Freizeitpark am Arcadia Beach den alten Mann Speedy Parker kennen. Er ist ein schwarzer, ehemaliger Musiker, der Jack ein wahrer Freund wird. Und Speedy ist es, der Jack auf eine weite, abenteuerliche und gefährliche Reise schickt.

Er schickt ihn nach Westen, um den Talisman zu holen. Denn der würde seine Mom Lily vor dem Tod retten. Doch dazu muss sich Jack auch in die Welt begeben, von der er immer glaubte, es handele sich um Tagträume, die ihn seit seiner frühen Kindheit begleiten. Doch von Speedy erfährt er, dass es sich nicht um Tagträume handelt. Es gibt sie wirklich: die Welt der Territorien …

+++
Spoilergefahr ist eventuell vorhanden!


Stephen King und Peter Straub haben hier gemeinsam ein sehr umfangreiches Fantasy/Horror Abenteuer geliefert, das die Geschichte des Jungen Jack in bunten Farben und sogar Gerüchen schildert. Es ist dramatisch, gefährlich, sehr brutal und grob, teilweise aber auch sehr leise, absolut emotional und mitfühlend. Es werden sehr viele Themen in dieser Geschichte berührt: Liebe, Familie, Mut, Vertrauen, Freundschaft, Machthunger und Neid, Gier und Angst vor dem Versagen, nicht aufgeben und bedingungsloser Zusammenhalt unter Freunden. Ich könnte noch unzählige weitere Worte finden.

Anfangs zog sich alles etwas in die Länge und ich hatte leichte Anlaufschwierigkeiten, auch wenn die Geschichte mich von Anfang an gefesselt hat (das geht mir übrigens bei Teil 2 gerade genau so: die ersten 100 Seiten sind noch anstrengender). Doch ab dem Moment, in dem Wolf in die Handlung tritt, war ich völlig in den Bann gezogen.

Die Welten der Handlung wechseln und die Ideen sind einfach toll. Ich fühlte mich von der Stimmung und Umgebung oft an den Dunklen Turm erinnert, manches verursachte bei mir sogar ein gewisses „Potter-Feeling“.

Unterm Strich ein absolut gelungener Fantasy Roman, der durch seine krassen und teilweise sehr brutalen und heftigen Szenen durchaus Horror-Charakter hat. Teilweise meine ich zu erkennen, welche Passagen von King und welche von Straub geschrieben wurden, jedoch nicht immer.

Mein Fazit: ein ausführliches und umfangreiches Fantasy/Horror-Abenteuer mit Road-Movie-Charakter, das sicher nichts für schwache Nerven ist, aber immer wieder auch mit sehr ruhigen und intensiven Momenten belohnt.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die schwedischen Gummistiefel

Henning Mankell , Verena Reichel
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.12.2017
ISBN 9783423217057
Genre: Romane

Rezension:

Fredrik Welin lebt nach wie vor allein und recht einsam auf seiner Insel im Schärengarten. Dort lebt er im vererbten Haus seiner Großeltern mehr oder weniger wie ein Einsiedler, seit ihm als brillanter Chirurg ein Kunstfehler unterlieft.

Zwar hat er vor einigen Jahren unerwarteten Besuch auf seiner Insel erhalten, als seine verflossene Liebe urplötzlich mit ihrem Rollator auf dem Eis stand und in den nachfolgenden Monaten u.a. erfahren, dass er eine erwachsene Tochter hat. Doch letztendlich ist es wie es ist. Fredrik lebt allein in seinem Haus.

Eines Abends erwacht Fredrik durch einen hellen Schein und große Hitze. Als er begreift, dass sein Haus in Flammen steht, rennt er sofort nach draußen und es bleibt ihm nicht mehr, als ein Paar ungleiche Gummistiefel, dem Wohnwagen seiner Tochter, ein Boot und ein Zelt. Er ist geschockt, vor allem als in Erfahrung gebracht wird, dass es sich offensichtlich um Brandstiftung handelt und er sogar selbst in den Verdacht gerät, das Feuer gelegt zu haben.

Die Journalistin Lisa Modin entwickelt sich für Fredrik zu einer wichtigen, aber seltsamen Freundin. Er fühlt sich zu ihr hingezogen, sogar körperlich. Dann ist da nach wie vor der Postbote Jansson, mittlerweile pensioniert, und einige wenige Menschen, zu denen er auf dem Festland Kontakt hält.

Als Louise in Paris, wo sie lebt, in Schwierigkeiten gerät, da sie wegen Taschendiebstahls im Gefängnis sitzt, ruft sie ihren Vater zu Hilfe. Der macht sich auf den Weg, um seiner Tochter zur Freiheit zu verhelfen. Louise ist schwanger und letztendlich erhofft sich Fredrik auch, dass er seine Tochter ein bisschen besser kennenlernt und vielleicht auch ein wenig mehr Einblick in ihr Leben erhält.

Während seiner Reise nach Paris steht ein weiteres Haus in seiner Nachbarschaft in Flammen. Der Verdacht fällt zwar nun von ihm selbst ab, doch dennoch bleibt die unheimliche Frage offen: Wer tut sowas? Wer steckt Häuser in Brand und nimmt in Kauf, dass die Bewohner ums Leben kommen? Es kann doch nur jemand aus dem kleinen Kreis der Bewohner des Schärengarten sein ….

***

Dieser Roman ist eine Fortsetzung des Romans „Die italienischen Schuhe“, den ich erst kürzlich gelesen und hier rezensiert habe (dennoch kann die Geschichte auch problemlos allein gelesen und verstanden werden). Einige Jahre sind vergangen, doch eigentlich hat sich nichts verändert. Wir kennen inzwischen die agierenden Personen gut und ich habe mich gefreut, dorthin zurückzukehren. Der Titel ergibt genauso viel Sinn wie der der Vorgeschichte, denn die schwedischen Gummistiefel spielen für den Protagonisten eine nicht unerhebliche Rolle.

Wieder habe ich Parallelen zum wirklich Leben von Henning Mankell erkannt, da ich sein vorletztes Buch „Treibsand“ auch erst kürzlich gelesen habe. Da dieses Buch von seinem realen Leben handelt, habe ich natürlich bemerkt, wenn er Figuren etwas erleben ließ und /oder Orte aufsucht, die er selbst besucht hat. Das hat mir sehr gut gefallen.

Überhaupt habe ich bei seiner Hauptfigur Fredrik Welin immer Henning Mankell selbst vor Augen. Denn er selbst schaut auf dem Autorenfoto seiner letzten Einbände auch sehr nachdenklich, melancholisch, ja, beinahe traurig in die Kamera.

Fredrik wirkt auch sehr in sich gekehrt, verschlossen und einsam. Das war Mankell vielleicht nicht, wobei er soviel in diesen Protagonisten gelegt hat, dass eigentlich ein gutes Stück selbst mit eingeflossen sein kann.

Dieser letzte Roman beschäftigt sich viel mit dem Älterwerden, was eindeutig ätzend ist und viele Gedanken nach sich zieht. Wer ist mir wichtig, was möchte ich noch (einmal) erleben? Kann ich mich noch einmal verlieben oder hingeben?

Vertrauen, Misstrauen, Freundschaft und Enttäuschung spielen genauso eine Rolle wie Wutausbrüche und Anfälle von Eifersucht und Neid. Aber natürlich hat der Roman durch die Brände auch einen guten kriminalistischen Touch, der zum Mitermitteln anregt.

Kurzum: dieser Roman ist leise, still und sehr stimmungsvoll. Dennoch gewaltig und so umfassend wie das Leben selbst. Top! Ruhe in Frieden, Henning Mankell. Ihre Gedanken, Erinnerungen und Einstellung bleiben uns wenigstens erhalten, da Sie sie für uns aufgeschrieben haben.

© Marion Brunner

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320 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

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Sleeping Beauties

Stephen King , Owen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453271449
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In der Kleinstadt Dooling gibt es eigentlich nichts anderes, als in anderen Städten auch: Schulen, eine Polizeistation, Supermärkte, Kneipen und ein Frauengefängnis. Okay, letzteres ist nicht in jeder Stadt zu finden.

Eines schönen Tages bricht eine Epidemie aus, die einschlafende Frauen betrifft. Und zwar nur Frauen, egal welchen Alters und egal auf welchem Teil der Welt. Sobald die Frauen einschlafen, bildet sich ein faseriger, spinnenartiger Kokon um sie herum und hüllt sie ein. Doch sie atmen ruhig und scheinen tatsächlich einfach nur zu schlafen. Entfernen sollte man das Gewebe jedoch auf keinen Fall. Überhaupt sollte man nicht versuchen die Frauen zu wecken. Denn sobald sie erwachen werden sie zu mordenden, brutalen Killermaschinen.

Jedoch taucht eine Frau in Dooling auf, die gegen die Schlafkrankheit – inzwischen Aurora genannt – immun zu sein scheint. Sheriff Lila Norcross bringt die Frau ins Frauengefängnis des Ortes und hält sie dort fest (auch zu ihrem eigenen Schutz). Denn die Männer des Ortes hören von dem Gerücht der Immunität der seltsamen Frau und wollen ihre Frauen und Kinder zurück. Um jeden Preis …..

***

Ich warne zur Sicherheit einfach mal vorab vor eventuellen Spoilern !

„Eine Horrorfantasie mit Realitätsbezug“ lautet ein Zitat auf der Buchrückseite.

Für mich ist der neue Roman von Stephen und Owen King aber eigentlich viel mehr Fantasy oder Fantasy Fiction (wenn es dieses Genre gibt), vermischt mit dystopischen Elementen. Der Horror in diesem Roman ist viel eher auf die teilweise extrem brutalen und extrem blutigen Szenen zu beziehen.

Die beiden Autoren liefern hier eine Geschichte, die fantastisch ist und sehr zum Nachdenken anregt. Denn so traurig es ist, soviel Wahrheit steckt darin. Was braucht es zum Leben, was wird wertgeschätzt, wie schnell kann sich eine offensichtliche Idylle in das totale Chaos umwandeln. Die Natur spielt eine sehr große Rolle und auch die Zwischenmenschlichkeit, egal in welchen Kombinationen, ist sehr großer Bestandteil (Väter und Söhne, Mütter und Söhne, Väter und Töchter, Mütter und Töchter, (Ehe)männer und (Ehe)frauen etc.).

Zu Beginn der Geschichte ist ein Register, in denen alle Figuren aufgeführt sind. Das war für mich sehr hilfreich, denn ich habe oft noch einmal zurückgeblättert, weil es einfach sehr viele Personen gibt, die zur Handlung beitragen und eben auch wichtig sind.

Stephen und Owen King füllen ihren Roman mit einer großen Anzahl von Figuren und den unterschiedlichsten Charakteren. Erzählt er ja über knappe 1000 Seiten die Geschichte einer Stadt im Ausnahmezustand. Ich lernte in der ausführlichen Erzählung alle sehr gut kennen und natürlich baute ich eine Bindung zu den Personen auf.

Der Roman ist außerdem ein gesellschaftskritischer Roman, der mich an die Gemeinschaft von „The Stand“ erinnerte. Allerdings kam mir auch immer wieder „Der dunkle Turm“ in den Sinn, wenn die dystopischen Szenen beschädigte Gebäude beinhalteten oder auch wenn fabelartige Wesen durch die Handlung spazierten.

Die Grundidee der beiden war schlicht und einfach: Was mag wohl passieren, wenn urplötzlich alle Frauen einfach einschlafen und insoweit nicht mehr „vorhanden“ sind. Die Umsetzung dieser Idee ist den beiden gemeinsam sehr gut gelungen. Ich war gefesselt bis zur letzten Seite und hätte gut und gerne noch länger lesen können. Ich fühlte mich sehr wohl in Dooling. Aber das Wichtigste an der Geschichte ist die Botschaft, die sie rüber bringt und die ist erschreckend wahr und gut. Ich konnte beim besten Willen nicht erkennen, welche Passagen Stephen und welche Owen King geschrieben hat. Ich habe wirklich sehr sehr viel von King gelesen und ich meine seinen Stil zu erkennen. Für mich war der Roman einfach ein Stephen King.

Ich füge unten ein kleines Interview der beiden ein, auf das ich beim Stöbern auf der Website von Stephen King gestoßen bin. Da war ich nämlich unterwegs, um einen Blick auf das Originalcover zu werfen. Denn die sind in der Regel immer um einiges besser, als die der deutschen Ausgabe. So auch hier . Aber ich muss sagen, dass in diesem Fall das Cover der deutschen Ausgabe auch sehr schön und vor allem zur Handlung passend ist.

Mein Fazit: Ein großartiges Fantasy-Fiction Abenteuer, dass sehr gesellschaftskritisch ist und zum Nachdenken anregt. Bestückt mit teils wundervollen Bildern, teils extrem brutalen Szenen und sehr gut ausgearbeiteten/agierenden  (nicht nur netten) Charakteren. Knappe 900 Seiten, die wie im Fluge vergehen. King(s) in Bestform!

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Die italienischen Schuhe

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 22.08.2016
ISBN 9783552057944
Genre: Romane

Rezension:

Der ehemalige Chirurg Fredrik Welin lebt einsam und fast allein auf einer kleinen Insel in den Schären. Die Insel gehörte einst seinen Großeltern und dort fristet er genügsam und eigenbrötlerisch seinem Dasein. Er bewohnt ein gemütliches, geräumiges aber einfaches Haus, er besitzt ein Boot, das er eigentlich seit Jahren in Schuss bringen möchte, wozu er sich aber nie aufraffen kann.

Einzig ein alter Hund, eine ebenso alte Katze und ein Ameisenhaufen im Wohnzimmer sind seine Mitbewohner, wobei er die Ameisen eigentlich eher sich selbst überlässt, da er den Raum sowieso nicht nutzt.

66 Jahre ist Welin alt und vor vielen Jahren ist ihm „die große Katastrophe“ passiert und seitdem lebt er so zurückgezogen. Einer der wenigen menschlichen Kontakte, die er hat, sind die Besuche des Postboten Jansson. Der kommt ab und an vorbei, teilt ihm mit, dass er keine Post hat und schildert Welin regelmäßig ein anderes Wehwehchen, dass er dann untersuchen soll.

So gehen die Tage dahin und Welin ist weder glücklich oder unzufrieden. Es ist wie es ist. Doch eines Tages im Winter, da ändert sich alles. Denn da schaut Welin raus aufs Eis und sieht dort jemanden stehen. Mit einem Rollator. Die alte Dame ist Harriet, die Frau, die er vor langer Zeit einmal sehr liebte und die er verließ.

Nun steht sie nach 40 Jahren da und will von Fredrik, dass er ein altes Versprechen einlöst, da sie sterbenskrank ist. Natürlich erinnert er sich an dieses Versprechen und selbstverständlich hält er sich daran.

Also machen die beiden sich auf den Weg, auf eine winterliche Reise, sein Wort einzulösen und auf einen Streifzug in die Vergangenheit …

***

Henning Mankell hat hier einen sehr ruhigen, stimmungsvollen und gefühlvollen Roman geschrieben. Er erzählt von den Fehlern und Macken der Menschen, vom Älterwerden und Einsam sein, vom wieder zum Leben erwachen und vom Sterben.

Auf dieser Reise erfährt der Leser natürlich, was die „große Katastrophe“ im Leben des Chirurgen war, wir treffen aber auch auf die unterschiedlichsten Menschen, die irgendwie mit dem Leben des Protagonisten verbunden sind. Und diese Reise hat mir ein absolutes Lesevergnügen bereitet. Nicht nur, weil ich durch das verschneite Schweden gereist bin und auch laue Sommerabende erlebt habe, nein, Fredrik Welin ist in seiner rauen, einfachen und immer kurz angebunden Weise ein herzensguter und liebevoller Mensch. Wenn man ihn gemeinsam mit Harriet erlebt, dann ist es, als begleite man ein altes Ehepaar und das Miteinander der beiden ist einfach herrlich.

Interessant war es für mich auch deshalb, da ich erst vor kurzem den biografischen Roman „Treibsand“ von Henning Mankell gelesen habe und nun bemerkte, dass er doch einiges von sich selbst hat einfließen lassen in seine Handlung. Ja, er hat sogar eine eigene Aussage wörtlich einer Figur in den Mund gelegt.

Und auch wenn der Roman sehr ruhig erzählt ist, so vergeht er doch wie im Fluge, denn es gibt eine Menge Ereignisse, die alles andere als langweilig sind.

Ich war traurig, als die Geschichte zu Ende war und ich die Schären verlassen musste, habe ich die Menschen doch alle sehr ins Herz geschlossen. Nun, ich habe Glück. Denn posthum ist nun eine Fortsetzung erschienen: „Die schwedischen Gummistiefel“. Die Geschichte wird weitererzählt. Das freut mich sehr und ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Denn geendet hat der Roman mit einem sehr offenen Ende ….


Fazit: Es lohnt sich immer wieder, Bücher aus dem Regal zu nehmen, die nicht auf der (aktuellen) Bestsellerliste stehen oder einen „Spiegel“ Aufkleber haben. Der oben beschriebene Roman ist schon älter, der Autor inzwischen verstorben und eigentlich eher durch seine Wallander-Reihe bekannt geworden. Aber diesen stillen und stimmungsvollen und keinesfalls langweiligen Roman empfehle ich nur gerne.

© Marion Brunner_Buchwelten 2017

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319 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 65 Rezensionen

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Die Ernte des Bösen

Robert Galbraith , Wulf Bergner , Christoph Göhler , Kristof Kurz
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 26.02.2016
ISBN 9783764505745
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robin Ellacot bekommt auf ihrer Arbeitsstelle, der Detektei von Cormoran Strike, ein Paket zustellt, das schockierend und brutal ist. Es ist ein abgetrenntes Frauenbein. Natürlich ist auch Ihr Chef, Cormoran Strike, nicht begeistert. Ihm fallen jedoch auf Anhieb gleich drei Personen ein, denen er diese Art der Zustellung zutraut. Und alle drei sind sie gefährlich und zu derartigen Grausamkeiten fähig.

Die Polizei, mit der Strike in Kontakt steht, fixiert ihre Ermittlungen stur in eine Richtung. Cormoran ist aber der Meinung, dass man alle von ihm benannten Verdächtigen überprüfen sollte.


Darum geht Strike und Robin Ellacot, die ja seit langem mehr als seine einfache Sekretärin ist, neben ihren eigentlich Aufträgen selbständig ihren Ermittlungen nach. Immer tiefer dringen sie ein in die dunklen und gefährlichen Umfelder der drei Männer und dabei ziehen die zwei nicht nur den Unmut der Polizei auf sich, sondern bringen sich selbst auch mehr und mehr in missliche Umstände …

***

Das ist der dritte Teil der Cormoran Strike-Reihe, den die Autorin J.K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht. Auch wenn ihre Tarnung ja relativ schnell aufgeflogen ist, schreibt sie nach wie vor unter dem männlichen Deckmantel weiter, den sie, wie sie selbst sagt, als „ihre persönliche Spielwiese“ bezeichnet.

Und wieder einmal kann ich nur sagen: Glückwunsch, sehr gut gemacht. Die beiden Charaktere Cormoran Strike und Robin Ellacot machen so unglaublichen Spaß, dass die knapp 700 Seiten mit einem Fingerschnipser durchgelesen sind. Galbraith hat hier zwei so unterschiedliche, liebenswerte und sich wunderbar ergänzende Figuren geschaffen. In ihrem dritten Teil gehen die beiden natürlich ganz anders miteinander um als im ersten Band. Sie sind sich nähergekommen, so gut das eben bei dem Brummbär Strike so geht und die Stimmung unter diesem Duo der besonderen Art ist einfach toll. Nein, nicht immer friedlich und lieb. Bei weitem nicht. Aber auf das Zwischenmenschliche möchte ich auch nicht näher eingehen, denn dass macht die Romane zum Großteil mit aus, darum einfach selbst lesen . Und es gibt auch immer wieder neue und schräge Vögel als Nebenfiguren, die Galbraith sehr gut darzustellen vermag.

Die Handlung ist wunderbar verzwickt und gut erdacht und der Leser grübelt fleißig mit, kommt aber doch nicht drauf. Zu geschickt legt die Autorin hier ihre Spuren und Fäden aus. Und es ist wieder stellenweise heftig und unschön, also nicht immer was für zarte Nerven. Wobei die letzten Potters ja auch recht heftige Szenen zu bieten hatten. Dennoch, Leser, die es nicht gerne blutig und etwas heftiger mögen, sollen gewarnt sein.

Die Ermittlung des Mordes ist der eine Strang, der zweite sind natürlich die private Seiten der beiden Protagonisten, die außerhalb der Ermittlungsarbeit ihre eigenen Leben mit sämtlichen Problemen und Glücksmomenten zu bieten haben. Auch diese Teile der Geschichte machen Freude und sind sehr gut und auch emotional geschrieben.

Austoben konnte sich Robert Galbraith wieder im Hinblick auf „sein London“. Da kennt er sich aus und das merkt man an den deutlichen liebevollen und detaillierten Beschreibungen auch hier wieder.

Auch wenn die Romane hier in London spielen, habe ich immer irgendwie ein Stimmungsgefühl wie in den Mr. Mercedes Romanen von Stephen King. Ich kann nicht einmal genau erklären warum, doch es ist so. Leser die beides kennen, können mir ja mal sagen, ob es ihnen auch so ergeht.

Mein Fazit: Ein großartiger dritter Teil der Reihe um den Detektiv mit der BeinprotheseEin großartiger dritter Teil der Reihe um den Detektiv mit der BeinprotheseEin großartiger dritter Teil der Reihe um den Detektiv mit der Beinprothes und seiner rotblonden, schlagfertigen und liebenswerten Assistentin Robin Ellacot. Spannend, mitreißend und in einem tollen Stil wird der Leser auf knappen 700 Seiten in einem stimmungsvollen Krimi gefangen und erfährt zudem noch vieles über die Vergangenheiten der beiden Hauptpersonen. Daumen hoch!

© Buchwelten 2017

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94 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

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Der Todesmeister

Thomas Elbel
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.11.2017
ISBN 9783734104145
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An der Berliner Oberbaumbrücke wird die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mädchens aus dem Wasser geholt. Lange kann sie nicht im Wasser gewesen sein, dafür ist die Leiche noch zu „frisch“. Und das Mädchen ist nicht irgendein Mädchen. Sie ist die Nichte des Berliner Justizsenators. Die Ermittlungen führen ins Internet, wo grausame Foltervideos auftauchen, die zeigen, dass das Mädchen nicht das einzige Opfer sein kann.

Viktor (von) Puppe, auf eigenen Wunsch frisch versetzt vom LKA ins Kriminalkommissariat, wird sofort in die Ermittlungsarbeit mit einbezogen. Gemeinsam mit seinen Kollegen ermittelt er auf Hochtouren, doch von weiter oben werden die Kommissare ausgebremst. Da soll wohl das ein oder andere gar nicht aufgedeckt werden ….


***

Vor ziemlich exakt 6 Jahren habe ich meine erste Rezension zum Debütroman vonThomas Elbel geschrieben. ASYLON war als Erstling in der Science Fiction angesiedelt und bei Piper erschienen. Auch der Nachfolger ELYSION erschien noch dort. Danach wollte man ihn bei Piper wohl nicht mehr. Warum? SciFi verkauft sich nicht? Die Zielgruppe fehlt? Keine Ahnung, ist auch Quatsch aber egal. Denn Thomas Elbel hat deshalb nicht aufgehört zu schreiben. Seinen dritten Roman MEGAPOLIS hat er dann als Selfpublisher auf den Markt gebracht. Ich habe sie alle gelesen und rezensiert und ich mochte Elbels Schreibe immer gern. Auch wenn sie ab und an im Sprachgebrauch nicht so mein Fall war.

Nun hat er hier seinen ersten Thriller, wohl auf dringendes Anraten seines Agenten, geliefert und bei blanvalet ein neues Zuhause gefunden.

Ich habe eine zwar lektorierte, aber unkorrigierte, Fassung als Leseexemplar bekommen und ich hoffe nur, dass die unzähligen, teilweise sehr amüsanten Fehler noch alle vom Korrektorat gefunden und verbessert werden. 

Die Handlung ist sehr gut erdacht, der Spannungsfaden gut und straff gespannt und auch wenn es heftig und grausam ist, richtig gut! Leider ist unsere Welt so schrecklich und alles das gibt es im wahren Leben (leider) mittlerweile viel zu oft. Ich kam dem Täter nicht auf die Spur, obwohl ich natürlich kräftig mitgegrübelt und ermittelt habe. Der Schauplatz Berlin ist natürlich toll und die Beschreibungen sehr gut. Man merkt schon auch, dass der Autor dort lebt, und das gern.

Achtung – Eventuelle Spoilergefahr!:

Was mir nicht so gut gefallen hat, ist die teilweise wieder sehr überzogene, flapsige und extrem umgangssprachliche Sprache einiger Figuren. Es soll alles so unbedingt lustig, modern, cool und multikulti sein, dass es mir zuviel ist. (Ich meine nicht die Jugendsprache der entsprechenden Figuren, sondern die Sprache der erwachsenen Protagonisten).

Da ist auf der einen Seiten der gut erzogene Viktor (von) Puppe, der (natürlich) eine düstere Vergangenheit hat. Der trifft bei der Polizei auf zwei Kollegen, die beide unterschiedlicher, ausländischer Herkunft sind. Wenn der männliche Part den Mund aufmacht, kommen nur dumme und saucoole Sprüche heraus. Der weibliche Part ist eine alleinerziehende Türkin, die die Männer „gefressen“ hat und wenn sie dann auch noch deutsch und zu hilfsbereit sind, geht ihr ständig die Hutschnur hoch.

Dann gibt es natürlich noch den bösen Chef, der immer kurz angebunden und streng ist, obwohl er ja angeblich ganz anders ist. Auch die Rolle der schönen Nymphomanin ist vergeben. Hier wurden für meinen Geschmack zu viele Klischees zwingend zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Und das schmälert meine Begeisterung unterm Strich dann auch um einen Stern.

Insgesamt aber dennoch ein sehr gelungener Thriller, der spannend und rasant ist. Wie bereits erwähnt, stellenweise grausam und brutal, also nichts für zartbesaitete Leser. Lieber Thomas Elbel, der Genrewechsel ist gelungen ;-). Mehr davon.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

buch, sehr spannend geschrieben

Das Phantom von Manhattan

Frederick Forsyth , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Portobello, 14.08.2006
ISBN 9783442554706
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was wurde aus dem Phantom der Oper, welches in den Gewölben unter der l’Operà lebte und die junge Opernsängerin Christine Daaé entführte, da es sich unsterblich in die junge Frau verliebte?

Als Madame Antoinette Giry im Jahre 1906 im Sterben liegt und nach einem Notar verlangt, erzählt sie ihm, wie sie seinerzeit den Jungen Erik Mühlheim aus einem Kurisiositätenkabinett befreite und ihn zunächst in ihrem Heim aufpäppelte und dann an ihrer Arbeitsstätte, unter der Pariser Oper, versteckte. Nach dem skandalösen Vorfall um Christine Daaé verhalf sie ihm dann zur Flucht nach Amerika.

Und ihr letzter Wille ist es nun, dass der Notar Dufour einen Brief an Erik für sie zustellen soll. Und das persönlich und zwar in New York. Erik ist in New York zu großem Reichtum gekommen, ist einer der mächtigsten Männer Amerikas. Zu Gesicht bekommen hat das „Phantom von Manhattan“ jedoch bislang niemand ….

***

Als ich damals Anfang 2016 das Musical „Das Phantom der Oper“ gesehen hatte, war ich so begeistert, dass ich die Geschichte lesen wollte. Ich habe dann den Roman vonGaston Leroux gelesen, der sicherlich gu,t aber doch irgendwie auch ein bisschen komisch war. Stichworte: der Perser, Stromausfall …

Mein Onkel erzählte mir dann, dass er mit meiner Tante im Musical „Das Phantom von Manhattan“ war, das einfach fantastisch sei und ihn absolut begeisterte. Ich wusste seinerzeit gar nicht, dass es eine „Fortsetzung“ des Romans gibt. Mein Mann schenkte ihn mir und ich habe ihn innerhalb der letzten 2 Tage verschlungen.

Zu allererst gibt es ein sehr ausführliches Vorwort von Frederick Forsyth, das so gut, interessant und informativ ist, das es sich allein dafür lohnt, das Buch in die Hand zu nehmen. Er zerlegt den Roman von Leroux in einer liebevollen aber klaren Art und Weise und er erzählt sehr viel über die Hintergründe der damaligen Gerüchte (die den Stoff für den Roman lieferten) den Bau und die Architektur des Opernhauses in Paris, uvm. Sehr spannend!

Wie oben im „Klappentext“ bereits erwähnt, beginnt die eigentliche Geschichte dann mit der Erzählung von Antoinette Giry, der Frau, die wir alle aus dem ersten Roman (und auch natürlich aus dem Musical) kennen. Im Roman war sie eher eine unterbelichtete „Schließerin“ der Logen im Operngebäude. Im Musical war sie die Leiterin des Corps des Ballet (der Tanztruppe) und Mutter der Tänzerin Meg.

Wir begleiten dann den Notar auf seinem Weg nach New York, erfahren wie es Erik nach seiner Ausreise nach Amerika ergangen ist. Auch hier verbaut Forsyth sehr viel Interessantes und historisch Belegtes. Ich habe alles nachgelesen und mir alte Bilder angeschaut, da ich zum einen prüfen wollte, ob er wirklich die wahre Geschichte mit seiner Fiktion verknüpft und es zum anderen einfach so spannend war, dass ich mehr wissen wollte.

Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt, die in die Handlung involviert ist, und so sind wir immer sehr nah dabei und es geht bisweilen recht dramatisch zu. Mehr verrate ich von der Handlung nicht, denn ich kann jedem, der „Das Phantom der Oper“ gesehen / gelesen hat nur empfehlen, diesen Roman ebenfalls zu lesen.

Die Idee zum Buch kam (natürlich) durch ein Gespräch mit Andrew Lloyd Webber auf, der dann gemeinsam mit Frederick Forsyth an dieser Handlung herumgefeilt hat.

Und eines weiß ich ganz gewiss: Dieser Roman wird ein fantastisches Musical geworden sein! Ich möchte es unbedingt ansehen. Aber zuerst: lest dieses Buch 

© Marion Brunner für Buchwelten 2017

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