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Möwenschrei: John Benthiens zweiter Fall (Hauptkommissar John Benthien 2)

Nina Ohlandt
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio, 08.10.2015
ISBN B0156XT3DU
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auf der Ferieninsel Sylt verunglücken zwei Jungen. Einer stirbt noch am Unfallort, der zweite erliegt wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Hauptkommissar John Benthien beginnt mit den Ermittlungen, denn zunächst ist unklar, ob es hier um einen Unfall oder um einen Mord geht. Die Jungen wohnten mit ihrer Familie in der Pension Astarte, eine sehr alten Pension, in einem noch älteren Friesenhaus.Doch beiden Jungen werden nicht die einzigen Toten bleiben.

Und sie ließ ihre Gedanken wandern. Warum war alles so gekommen? Wie schwer wog die Schuld, die sie auf sich geladen hatte? Wie sollte sie damit weiterleben? Wann würde ihre Trauer ein Ende haben? Möwenschrei, S.6

Mein Eindruck:

Zu viele Tote können den Brei bzw. den Krimi verderben…

Exfrau

Gleich zu Beginn lernt man als Leser John Benthiens Ex-Frau kennen - naiv, nervig und irgendwie habe ich ihren Namen schon wieder vergessen. Sie ist für den Fall oder die Handlung mal so gar nicht wichtig, trotzdem wird ihr immer wieder viel Zeit gewidmet. Erlöst wird man als Leser - ebenso wie Benthien - durch einen neuen Fall zu dem er gerufen wird. Damit ist man die Ex-Frau auf jeden Fall schon mal für eine ganze Weile los, sehe ich so und sieht wohl auch Benthien so :-)

Pensionsgäste

Ist das Ermittlerteam zuerst noch unschlüssig, ob es hier um einen Unfall geht oder um einen Mord, gibt es einen neuen Todesfall in der Pension Astarte und dann noch einen und noch einen und noch einen - irgendwann habe ich leider etwas den Überblick verloren. Das gilt auch so für die zahlreíchen Charaktere, die sich in der Pension so tummeln. Wer da nun wer ist, wer mit wem etwas hat oder auch nicht, wer warum vom Leben enttäuscht ist - ich weiß es nicht mehr, ehrlich.

Exkollegin

Die Lage wird immer schwieriger, als auch noch eine Ex-Kollegin von Benthien auftaucht. undurchschaubar, offensichtlich psychisch gestört und eine echte Stalkerin - so wirbelt sie das Team und die Ermittlungen durcheinander. Ich fand gerade den Teil total unglaubwürdig. Jemand mit derartigen Problemen und der Vorgeschichte hat im aktiven Polizeidienst nichts zu suchen und wäre längst ausgemustert worden. Auch den Showdown halte ich für sehr unglaubwürdig. Ach ja - ganz am Ende taucht auch die Exfrau wieder auf weil sie wieder in Benthiens Nähe zieht… eine eher unwichtige Information.

Verworren

Was bleibt ist ein sehr verworrener Krimi, mit viel zu vielen Charakteren, deren Verhältnis untereinander sich kaum jemand merken kann. Nach wie vor liebe ich Nina Ohlandts Art zu schreiben und vor allem ihre Art, die Umgebung vor meinem inneren Auge erstehen zu lassen. Das war der einzige Grund, mir das doch recht lange Hörbuch bis zu Ende zu hören. Ich werde auch dem nächsten Band eine Chance geben und hoffe, das dieser etwas weniger verworren und unübersichtlich ist. Vielleicht kann ich den wieder in vollen Zügen genießen.

Mein Fazit:

Möwenschrei ist ein sehr verworrenes und verwirrendes Buch. Hätte ich diesen Band als erstes gelesen, hätte ich die Reihe vermutlich nicht weiter verfolgt - so aber hoffe ich auf einen besseren dritten Band.

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258 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 107 Rezensionen

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Blutrausch - Er muss töten

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Hunter und Carlos Garcia werden zu einem Tatort gerufen, der selbst diese beiden hartgesottenen Ermittler schockiert. Sie arbeiten im Morddezernat das intern als ultra violent (extrem gewalttätig), kurz „UV“ eingestuften Fälle bearbeitet. Hunter und Garcia, ausgebildete Kriminologen und Psychologen verkörpern dieses Morddezernat und der neue Fall sprengt selbst für sie alle Grenzen des Verbrechens.

Schließlich gelangten sie zu dem Zimmer, in dem Linda Parker ermordet worden war. Sie blieben im Türrahmen stehen und waren im ersten Moment sprachlos. Blutrausch - Er muss töten, S. 22

Mein Eindruck:

Die Frage, die sich stellt - wer kreiert solche Titel?

Idiotischer Titel

Das ist tatsächlich die erste Frage, die sich mir bei dem Buch stellt. Der Originaltitel lautet “The Gallery of The Dead” also “Die Galerie der Toten” - warum zum Henker entscheidet man sich stattdessen für einen Titel wie  “Blutrausch - Er muss töten” der weder was mit dem Originaltitel, noch mit dem Inhalt irgendwas zu tun hat? Das ist nicht der erste Titel, der so gar nichts mit dem Inhalt zu hat (kein Mensch bricht in “Der Knochenbrecher” Knochen) aber ich finde es ist der idiotischste Titel seit langem - ehrlich.

FBI

Leider ist das nicht alles, was ich an dem Buch zu bemängeln habe. Ja, die Morde sind schon brutal, aber so wirklich spannend in Szene gesetzt wurde das alles nicht. Ein Teil der Morde ist schon länger her, was ja dann im aktuellen Fall die Spezialeinheit des FBI auf den Plan ruft und ich dachte gut, vielleicht wird es ja dann jetzt spannender. Aber weit gefehlt, es kommen nur ein paar weitere relativ nervige Beamte dazu. Wobei es mich nicht wirklich gewundert hat, dass die den Täter noch nicht ermittelt hatten. Schnellmerker sind das wohl eher nicht.

Wiederholungen

Dafür wird viel geredet, sehr viel geredet und sehr viel wiederholt. Hin und wieder ist das okay, aber wenn man sich ernsthaft fragen muss, wie jemand mit so einer schwachen Auffassungsgabe wie Captain Blake eine so spezielle Einheit wie wie UV-Einheit leiten kann, dann stimmt etwas nicht. Auch die FBI-Agents kommen ziemlich schlecht weg,so wie alle anderen - außer natürlich Robert Hunter, der wie immer alles kann und alles weiß, weil er viel liest :-) Aber deswegen müssen ja nicht alle immer wieder alles nachplappern, was Hunter dem Leser schon längst erklärt hat.

Langatmig

Alles in allem konnte Blutrausch - Er muss töten mich nicht begeistern, ich habe recht lange gebraucht um das Buch zu lesen, etwas was ich sonst von keinem Buch von Carter kenne.Sonst habe ich meiner Familie eher eine TK-Pizza serviert, nur um weiterlesen zu können :-) Ich habe es dann schließlich doch zu Ende gelesen, weil ich immer dachte, es kommt noch irgendwas spannendes, aber leider war dem nicht so. Da der Cliffhanger sich ja dann doch recht spannend liest, hoffe ich mal, der nächste Band reiht sich wieder bei den mega spannenden ein.

Mein Fazit:

Blutrausch - Er muss töten ist für mich leider das schlechteste Buch der Hunter&Garcia-Reihe. Langatmig, langweilig und nicht das, was ich von Chris Carter eigentlich gewohnt bin, Schade drum - jetzt heißt es wieder ein Jahr warten.

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113 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Der Knochenjäger

Jeffery Deaver , Hans-Peter Kraft
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.12.2014
ISBN 9783734101311
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am letzten Tag ihres Daseins als Streifenpolizistin wird Amelia Sachs  zu einem Notruf geschickt. Dort erwartet sie ein makaberer Fund und sie sperrt entgegen aller Regeln den Fundort sehr großräumig ab. Das beschert ihr jede Menge Ärger mit ihrem Vorgesetzten, aber da sie keine Tatortspezialistin ist, wird ihr natürlich verziehen.

Als klar wird, dass es sich bei dem Toten um das Opfer eines Serientäters handelt, wendet sich die Polizei an Lincoln Rhyme, einem Spezialisten für Tatortuntersuchungen – allerdings mit einem gewaltigen Handicap.  Seit er bei einer Untersuchung verunglückt ist, ist er querschnittsgelähmt und eigentlich schon längst im Ruhestand. Aber die Polizei braucht seine Fähigkeiten und ohne große Lust sagt er seine Hilfe zu.

Sie erschauderte beim bloßen Anblick. Spürte, wie ihr schlecht wurde, wie ihre Haut zu prickeln begann. Sie musste sich mit aller Kraft zusammennehmen, denn am liebsten hätte sie kehrt gemacht und so getan, als hätte sie nichts gesehen. Der Knochenjäger. S. 18

Mein Eindruck:

Der Knochenjäger ist der erste Band der Lincoln-Rhyme-Reihe und so werden natürlich auch erst einmal die Protagonisten dieser Reihe vorgestellt. Jeffery Deaver gelingt das,  ohne,  dass Langeweile aufkommt und ich mich überfordert fühle angesichts der vielen Personen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei selbstverständlich auf Amelia Sachs und Lincoln Rhyme.

Lincoln Rhyme

Allerdings sind die beiden Hauptakteure auch alles andere als langweilig. Lincoln Rhyme hadert mit seinem Schicksal, das ihn dazu verdammt, seine Tage im Bett zu verbringen. Er findet sein Dasein nicht mehr lebenswert und hat just an dem Tag, als die Polizei ihn um Hilfe bittet, beschlossen seinem Leben ein Ende zu setzen. Ich finde seine Gefühlslage sehr gut und nachvollziehbar beschrieben. Was hält einen noch im Leben, wenn man sich selber nutzlos und nicht mehr gebraucht fühlt?

Amelia Sachs

Amelia Sachs hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Auch sie ist krank und versucht die Schmerzen, die die Krankheit verursacht mit Tabletten zu unterdrücken. Als ausgerechnet sie von Lincoln Rhyme zur Untersuchung der Tatorte beordert wird, beginnen Welten aufeinander zu prallen. Während Rhyme die Tatorte losgelöst von den Opfern begutachtet und nur die verwertbaren Spuren im Auge hat, sieht Sachs auch das Leid der Opfer und ist oft genervt, von Rhymes schroffen Anweisungen, die er ihr per Kopfhörer gibt. Es knallt mehr als einmal heftig zwischen den beiden.

Ein starkes Team

Aber die beiden raufen sich zusammen, denn beide wollen den wahnsinnigen Täter stoppen. Aus wechselnden Perspektiven  besucht man als Leser mit Amelia Sachs die gruseligen Tatorte, versucht Lincoln Rhymes Analysen der Beweismittel zu begreifen oder taucht in die Gedankenwelt des Täters ein. Letzteres fand ich eher verwirrend, denn der Täter pendelt gedanklich immer zwischen dem hier und jetzt und dem alten, längst verschwunden, New York, das auch er nur aus einem ganz bestimmten Buch kennt. Aber nach und nach setzt sich ein Bild des Täters zusammen, auch wenn einige geschickte Wendungen eingebaut sind und das Ende überrascht.

Schreibstil

Jeffery Deavers Schreibstil kenne ich schon aus anderen Büchern von ihm und fand ihn auch in Der Knochenjäger einfach toll. Er schafft es die Mischung aus Privatleben der Ermittler und einer  sehr spannenden Kriminalstory so zu verbinden, dass man immer weiterlesen möchte – weil man immer wissen möchte, wie beides weitergeht. Es ist stellenweise schon recht brutal und auch sehr detailliert – aber ich empfand es nicht als Effekthascherei, sondern ich hatte immer den Eindruck, dass die Schilderung an der genau der Stelle jetzt einfach sein muss.

Mein Fazit:

Der Knochenjäger ist ein toller Auftaktroman zu einer Reihe, die man meiner Meinung einfach gelesen haben muss :-) Spannend, gruselig, stellenweise auch lehrreich und nie langweilig.

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

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Gefährlicher Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548289069
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Le Lavandou werfen große Dinge ihren Schatten voraus. Eine große Parade steht an und alle mögliche Leute müssen dabei helfen. Da kommen Tote eher ungelegen, noch dazu wenn sie übel zugerichtet wurden und es wird nicht bei dem einen Toten bleiben. Leon Ritter bekommt mehr Arbeit, als ihm lieb ist und auch die Polizei hat alle Hände voll zu tun. Die Toten sind keine Unbekannten in Le Lavandou, was die Fälle sehr brisant macht. Auch sonst gibt es reichlich Unstimmigkeiten…

Hinter den rotbraunen Dächern des kleinen Küstenortes glitzerte das Meer in der Morgensonne. Leon blieb einen Moment stehen, er atmete tief ein und hatte das Gefühl, dass er das Wasser riechen konnte. War er nicht genau deswegen hierhergekommen? Gefährlicher Lavendel, S.12

Mein Eindruck

Ärger im Paradies…

Gewohnte Aufteilung

Wie gewohnt ist auch Gefährlicher Lavendel in viele kleine Kapitel aufgeteilt. Ständig wechselnde Sichtweisen lassen keine Langeweile aufkommen, sondern beleuchten alles ganz genau von allen Seiten. Auch die Tätersicht kommt, wenn auch eher knapp, immer mal wieder zum Zug. Garniert wird das Ganze mit liebevollen Beschreibungen des Landes, der Leute und deren Eigenarten. Man möchte gar nicht glauben, dass hier so etwas wie ein Mord passieren kann - kann aber Gott sei Dank doch :-)

Brutale Morde

Die Morde haben es wieder einmal in sich und wieder einmal steht Dr. Ritter erst einmal auf etwas verlorenem Posten. Aber er findet dann doch erstaunliches heraus - viele seiner Informationen stammen übrigens vom örtlichen Boule-Platz dem Hauptumschlagplatz für Informatieonen aller Art:-) Die Polizei will gar nicht wirklich hören, was er so herausgefunden hat und das schreit natürlich nach Dr. Ritters Eigeninitiative. Auslöser für all die grausigen Verbrechen ist ein noch viel grausameres Geschehen in der Vergangenheit und weil das niemand hören möchte, stochert der penible Rechtsmediziner um so genauer nach. Das er dabei auch auf seine Eigensicherung verzichtet ist vielleicht nicht ganz so gut.

Parallelen

Das “Rahmenprogramm” für die Morde bildet zum Einen besagter Umzug, der alle immer wieder Beschäftigt. Zum Anderen kommen die üblichen Probleme allein erziehender Mütter hier zum Tragen - ein immer wieder dankbares Thema. Das dann gewisse parallelen zwischen Lilous, Ritters Quasi-Stieftochter, momentanen Freunden und den Geschehnissen vor über zwanzig Jahren konstruiert werden fand ich ziemlich unnötig. Natürlich kommt auch das Kompetenzgezicke im Revier nicht zu kurz, was mir wiederum viel mehr Spaß macht :-)

Mein Fazit:

Gefährlicher Lavendel ist gewohnt gute Krimikost. Unterhaltsam, spannend, mit  leicht perfiden Morden und einem erst einmal rätselhaften Motiv in der Vergangenheit. Dazu eine malerische Landschaft und ein bisschen Beziehungsglück für den Protagonisten - so machen Krimis auch Spaß!

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104 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld

B.A. Paris , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.08.2018
ISBN 9783734102646
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die junge Lehrerin Cass plagt sich mit schrecklichen Schuldgefühlen herum. Eines Nachts, nach einer Feier mit Kollegen, sieht sie eine junge Frau am Straßenrand stehen. Für einen Moment hält sie an, fährt dann aber weiter, weil sie denkt, dass das eine Finte sein könnte. Am nächsten Tag erfährt sie aus der Zeitung, das die junge Frau das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Seither leidet sie unter dem Gedanken, dass sie der jungen Frau hätte helfen können und sie Schuld an ihrem Tod hat. Zu allem Überfluss erhält sie dann auch noch nächtliche, unheimliche Telefonanrufe und so zieht sie sich immer mehr zurück.

Behalte ich die Nerven und tue nichts Unüberlegtes, bin ich bald zu Hause. Trotzdem gebe ich ein bisschen mehr Gas. Breakdown , S.10

Mein Eindruck:

Ein bisschen sehr vorhersehbar…

Druck

Der Gedanke, was hätte sein können oder ob man etwas hätte verhindern können, wenn man sich anders verhalten oder entscheiden hätte - ich denke, das ist jedem schonmal passiert. Das man dabei sicherlich auch psychisch unter Druck geraten kann, gerade wenn jemand anderes dabei sein Leben verloren hat - ja, das kann ich mir auch noch vorstellen. Das man als junger, intelligenter Mensch den ja nicht wirklich eine Schuld an den Ereignissen trifft, keine professionelle Hilfe holt finde ich sehr weit hergeholt.

Psychopharmaka

Cass ist Lehrerin, jedenfalls lese ich den Anfang so. Lässt man sich da so sehr von nächtlichen Terroranrufen und einer ziemlich vagen Schuldzuweisung ins Bockshorn jagen? Immerhin hat sie studiert und ist somit zumindest leidlich intelligent. Die ganzen Psychopharmaka die sie schluckt muss ihr doch auch jemand verschrieben haben? Also war sie wegen der ganzen Sache doch mal beim Arzt? Mit ist das Ganze viel zu oberflächlich und vor allem viel zu widersprüchlich, als das da bei mir Spannung aufkommen könnte.

Einfach und schlicht

Geschrieben ist die Geschichte in sehr einfachem, aber geradlinigem Stil. Durch die perspektive des Ich-Erzählers weiß man immer so viel, wie die Protagonistin - es sei denn, man denkt ein bisschen mehr nach als eben diese. Da vieles sich ohnehin nur in Cass Gedanken abspielt, weiß man leider nie so genau, was nun Realität ist und was Wahnvorstellung. Allerding machte das die Geschichte für mich auch nicht spannender und zum Ende hin wird es leider auch nicht besser.

Mein Fazit:

Breakdown ist das zweite Buch von B.A.Paris. Leider hat mich dieses Buch so gar nicht erreicht oder mitgerissen - deshalb kann ich es auch nicht weiterempfehlen.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Der Hypnotiseur

Lars Kepler , Paul Berf , Wolfram Koch , Andy Matern
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio , 17.12.2010
ISBN 9783785743737
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Hypnotiseur von Lars Kepler hat mich ursprünglich so gar nicht angesprochen. Ich bin kein Fan von Skandinavien-Krimis und so kam die Reihe um Kommissar Joona Linna bisher nie in die engere Auswahl. Allerdings hat mich der Klappentext dann doch irgendwann neugierig gemacht und so habe ich dann zu diesem, zugegebenermaßen ziemlich langen, Hörbuch gegriffen. 18 Stunden sind echt keine Kleinigkeit - aber man bekommt jede Menge Hausarbeit beim Hören erledigt :-)

Der Hypnotiseur

Lars Kepler

In der Nähe von Stockholm wird auf einem Sportplatz die übel zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. Im Zuge der Ermittlungen werden im Haus des Mannes die ebenso bestialisch ermordete Ehefrau und die Leiche der gemeinsamen Tochter entdeckt. Einzig der 15-jährige Sohn hat das Massaker schwer verletzt und stark traumatisiert überlebt. Linna ruft den Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark zur Hilfe, der sich widerwillig bereit erklärt, den Jungen unter Hypnose zu befragen.

Mein Eindruck:

Erfreulicherweise habe ich schnell festgestellt, dass Joona Linna nicht dem in letzter Zeit so gerne genommenen, kaputten Polizeibeamten entspricht. Er ist meist freundlich, kein Alkoholiker und schwimmt auch nicht in einem Pool voller Selbstmitleid, sondern ist eher eine gefestigte Persönlichkeit– vielleicht schafft er es ja, mich mit dem skandinavischen Krimi zu versöhnen :-) Allerdings geht es nicht ganz ohne psychische Macken – in diesem Buch ist dafür allerding jemand anderes zuständig, nämlich der Psychologe Erik Maria Bark.

Psychologe mit Macken

Nach einem ziemlichen  Desaster, über das man im Laufe des Buches sehr viel erfährt, hat er sich geschworen, nie wieder jemanden zu hypnotisieren. Aber da es um das Leben einer jungen F rau geht, lässt die Polizei nicht locker. Kommissar Linna muss sehr viel Druck auf ihn ausüben, bis er sich dann letztlich dazu bereit erklärt, den Jungen unter Hypnose zu befragen. Die Antworten zum Tathergang schockieren allerdings Polizei und Arzt gleichermaßen.

Verschachtelt – aber spannend

Der Hypnotiseur ist ein sehr verschachteltes Buch. Der eigentliche Kriminalfall ist relativ schnell gelöst – führt aber zurück in die Vergangenheit und deren Auswirkungen auf die Gegenwart. Manchmal fand ich es ein bisschen verwirrend, aber im Großen und Ganzen konnte ich der Handlung dann doch folgen. Die oft sehr ausschweifenden Rückblenden, gerade im Bezug auf Erik Maria Bark und seine Vergangenheit, waren mir aber oft zu viel, zumal ich irgendwann den eigentlichen Fall dabei völlig vergessen habe – spannend war es aber trotzdem :-) Ein bisschen schizophren, oder?

Nervende Ehefrau

Wirklich genervt hat mich Simone, Barks Ehefrau. Zehn Jahre zuvor ist ihr Ehemann fremdgegangen, was sie ihm noch immer vorwirft und sie zu diversen hysterischen Anfällen treibt. Ehrlich, ich kann verstehen, dass sie wütend war und vielleicht noch immer ist – aber dann muss man einen Schlussstrich ziehen und sich trennen.  Ebenso unverständlich finde ich, dass ihr Ehemann das alles zehn Jahre lang mitmacht und sich vollständig ihren Launen unterwirft. So viel Selbstbestrafung ist für mich vollkommen unverständlich.

Ein Knäuel aus Handlungsfäden

Wirklich beeindruckend finde ich aber, wie Lars Kepler die unzähligen Handlungsfäden aufnimmt, entwirrt und am Ende eine zufriedenstellende Lösung präsentiert. Trotz der wirklich vielen Protagonisten in Der Hypnotiseur verliert man den Überblick nicht – jedenfalls nicht auf Dauer :-) Ein bisschen dick aufgetragen ist vielleicht Erik Maria Barks ganz persönliches, ziemlich kitschiges,  Happy End am Heiligen Abend – aber vielleicht ist das ja auch nur eine Finte? Ich werde es herausfinden, denn Der Hypnotiseur war gewiss nicht mein letztes Buch aus dieser Reihe :-)

Der Sprecher

Gelesen wird dieses  Hörbuch von Simon Jäger, der seine Stimme unter anderen schon Matt Damon und Heath Ledger geliehen hat. Besonders gefallen hat mir, wie er Erik Maria Bark vor meinem geistigen Auge ein Gesicht verliehen hat. Dieser fühlt sich oft müde, ausgelaugt und überanstrengt, was Simon Jäger mit seiner Stimme wirklich perfekt darstellt.

Mein Fazit:

Der Hypnotiseur ist trotz seiner verschachtelten Struktur und gelegentlichen, minimalen Längen ein spannender Thriller der mir nicht nur die Freude an skandinavischen Thrillern wiedergebracht hat, sondern mir auch Lust auf die Fortsetzung gemacht hat.

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402 Bibliotheken, 4 Leser, 7 Gruppen, 82 Rezensionen

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Entrissen

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 489 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 11.03.2010
ISBN 9783471350348
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es sollte eine lustige Baby-Party werden, aber sie endet in Blut, Chaos und Leid. Bereits zum dritten Mal schlägt der Serienkiller zu. Seine Opfer sind alle hochschwanger und er verschwindet mitsamt den Babys nach der Tat. Die Polizei kommt nicht so recht weiter, aber die Öffentlichkeit erwartet Ergebnisse, deshalb wird die Profilerin Marina Esposito zu dem Fall dazu geholt. Sie ist ebenfalls schwanger, verheimlicht diesen Umstand aber erst mal.

Lisa King und Susie Evans. Die zwei anderen Mordopfer. Er hatte ihre Gesichter so oft gesehen – auf Fotos am Whiteboard im Einsatzraum –, dass sie sich seinem Gedächtnis tief eingeprägt hatten. Entrissen, S.40

Mein Eindruck:

Nichts wirklich Neues, oder?

Reichlich blutig

Über den dem Buch zugrunde liegenden Fall gibt es nicht so wirklich viel zu berichten. Jedenfalls nicht, wenn man nicht spoilern möchte :-) Jemand tötet schwangere Frauen und stiehlt dann deren Babys. Diese Taten alleine lassen einen schon schwer schlucken, aber hier wird das Ganze dann auch in allen Einzelheiten beschrieben. Es ist schon hart an der Grenze des Erträglichen, vor allem wenn man entweder sehr empfindlich oder gerade selber schwanger ist. Bin ich aber beides nicht, also alles im grünen Bereich :-)

Vorstellung

Da dieser Band ja der Auftakt zu einer Serie ist, werden die Protagonisten erst mal vorgestellt. Die Psychologin Marina Esposito und DI Phil Brennan haben offenbar eine gemeinsame Vergangenheit, die zwar immer mal wieder angedeutet wird, aber genaueres erfährt man nicht. Ich finde das ein bisschen nervig, weil ich die ganze Zeit denke, ich habe ein Buch ausgelassen. So lange kann diese Vergangenheit auch nicht her sein, denn immerhin ist Marina in diesem Buch schwanger von Phil

Privatsache

Diese privaten Verwicklungen der beiden beherrschen einen großen Teil der Handlung, dazu kommt noch die unrühmliche Verbindung zwischen einer Zeugin und Clayton Thompson, einem weiteren Ermittler in dem Fall. Das alles wird für meinen Geschmack ein bisschen sehr ausufernd erzählt und führt dadurch zu diversen Längen und Wiederholungen in der Geschichte. Auch das eine weitere Kollegin von dieser Verbindung weiß, aber nichts sagt, klingt ziemlich unglaubwürdig.

Perspektiven

Aber von all diesen privaten Petitessen mal abgesehen hat die Geschichte durchaus ihren Reiz. Die Perspektive wechselt immer mal wieder zwischen Ermittler, Opfer und Täter, das bringt nicht nur eine gewisse Geschwindigkeit in die Erzählung, sondern bietet mir als Leser auch gewisse Einblicke. Auch den Schreibstil habe ich als angenehm direkt und schnörkellos empfunden, so dass sich das Buch angenehm flüssig lesen lässt. Mir fehlte ein bisschen der psychologische Touch, wenn man denn schon eine Psychologin zur Protagonistin macht - aber vielleicht kommt da ja noch was im nächsten Band.

Mein Fazit:

Entrisssen von Tania Carver ist vielleicht nicht unbedingt ein Superknüller, aber er hat mich auf jeden Fall auf einen zweiten Band neugierig gemacht.

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Schattenmänner

Christian v. Ditfurth
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 13.08.2018
ISBN 9783570103524
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Berlin sorgt eine Mordserie eher für Verwirrung als für Aufmerksamkeit. Die einzige Gemeinsamkeit der Opfer sind Katzen - vielmehr eine Facebookgruppe die sich mit Katzen beschäftigt. Aber de Bodt findet eine weitere Gemeinsamkeit heraus - sie alle haben für einen Rüstungskonzern gearbeitet. Katzenfotos und Rüstungsprojekte? Wie passt das zusammen? Sind die Opfer Spione? Aber für wen haben sie spioniert? Um Antworten zu finden, geht de Bodt mal wieder ganz eigene Wege.

Sie lag nachts wach und dachte an ihn. Wie er zurückgekommen war. Und wieder gegangen. Nachdem er ihr das Versprechen abgenommen hatte, es diesmal geheim zu halten. Für immer. Schattenmänner, S. 7

Mein Eindruck:

Wenn alle auf dein Scheitern warten….

Nicht verändert

In diesem vierten Fall hat sich Eugen de Bodt mal wieder  überhaupt nicht verändert. Er nervt seine Kollegen und Mitmenschen. Er nervt sie mit Zitaten von Philosophen, mit Alleingängen, mit seiner Ignoranz der üblichen Routinen, mit seiner Geringschätzung und  Besserwisserei. Das ärgerlichste daran ist allerdings, das er es tatsächlich meist besser weiß und er gar nichts dagegen hätte, wenn man ihn rauswerfen würde. Aber für einen Rauswurf ist er zu erfolgreich - also bleibt er und nervt weiter :-)

International

Auch dieser Fall zieht wieder einmal internationale Kreise und man arbeitet mal wieder europäischer Ebene zusammen. Besonders de Bodts Kollegen in Frankreich spielen dieses Mal eine größere Rolle. Der Fall, der dem Ganzen den roten Faden liefert ist komplex und gut durchdacht, sorgt aber auch gelegentlich für Verwirrung. Man sollte als Leser schon ein gewisses Interesse an Politik und dem politischen Tagesgeschehen haben, um hier die Zusammenhänge zu erfassen.

Abschussliste

Schnell erkennen die Täter, dass de Bodt ihnen gefährlich nahe kommt und so landet er auch auf ihrer Abschussliste. Von seinen Vorgesetzten erfährt nur wenig unterstützung, sondern eher das Gegenteil, aber daran ist er ja schon auch ein bisschen selber schuld. Aber mit seiner Art eckt er nicht nur an, er deckt eben auch die Heucheleien und Spitzfindigkeiten der Politiker auf.

Erfolgskonzept

Christian v. Ditfurths Erfolgskonzept funktioniert auch hier. Ein komplexer, relativ aktueller, brisanter Fall, ein unangepasster Ermittler, kurze, knappe Kapitel die für Tempo sorgen und eine ziemlich große Portion Sarkasmus - schon hat man einen Erfolgsthriller :-) Nein, so einfach ist es natürlich vermutlich nicht :-) Aber ich finde schon, dass die Thriller rund um den Ermittler Eugen de Bodt für mich ein Garant für intelligente, aktuelle Unterhaltung sind, bei denen man tatsächlich noch das eine oder andere lernt.

Mein Fazit:

Schattenmänner ist mal wieder ein Thriller der sich mit Verbrechen und der hohen Politik befasst. Als Leser sollte man schon ein gewisses Interesse an aktueller Politik haben, dafür wird man aber auch mit einem schnellen, spannenden Thriller belohnt :-)

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

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Heldenfabrik

Christian v. Ditfurth
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 22.08.2016
ISBN 9783328100850
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Berlin-Brandenburger Chemie AG (BBC) ist ein international agierender Konzern. Eine nächtliche Sitzung ist da nichts Besonderes und so treffen sich sieben  von neun Vorstandvorsitzenden  mal wieder zu eine späten Sitzung und werden dabei von einem Killerkommando überrascht. Schnell und präzise erledigt  das Kommando seinen Job und entsorgt die Leichen auf eine eher ungewöhnliche Art und Weise. Sie werden zu einer Art Kranz zusammengebunden am nächsten Morgen in der Spree gefunden. In ihrer Mitte schippert eine Aktentasche, in der sich nichts weiter als ein Gedicht von Rainer Maria Rilke befindet. Der frisch von Hamburg nach Berlin gewechselte Kommissar Eugen de Bodt bekommt den Fall zugewiesen und ermittelt auf seine ganz spezielle Weise.

Sie waren an den Händen zu einem Kranz zusammengebunden. Sieben Leichen. Sechs Männer, eine Frau. Er wollte wegblicken, konnte die Augen aber nicht von dem Bild lösen. Heldenfabrik, S. 17

Mein Eindruck:

Der Plot zu Heldenfabrik besteht im Grunde aus zwei, miteinander verwobenen Geschichten.

Der Vorstand

Zum einen geht es natürlich um die Morde an den Vorstandmitgliedern der  Berlin-Brandenburger Chemie AG. Nach den sieben in der Spree gefundenen Leichen sind auch die zwei, die nicht an dieser Vorstandssitzung teilgenommen haben, in Gefahr. Einen davon erwischt es dann auch recht schnell durch eine Bombe, trotzdem will niemand so recht mit der Sprache herausrücken, worum es hier gehen könnte. Vorstandsmitglieder von Chemie-Konzernen sind ja jetzt nicht unbedingt Sympathieträger und speziell diese hier haben gemauschelt, was das Zeug hält.

Der Killer

Der andere Handlungsstrang befasst sich mit André, einem der Killer - übrigens einem Vegetarier :-) Schnell stellt er fest, dass der Auftraggeber der ganzen Geschichte, dafür sorgt, dass keine Zeugen bleiben. Er flieht und hinterlässt dabei eine Spur aus Leichen, denn auch er will keine Zeugen hinterlassen. Schnell erkennt die Kriminalpolizei den Zusammenhang zwischen der Leichenspur von  André und dem Killerkommando – aber es nutzt ihnen erst mal nicht viel. André ist clever, aber ob ihm das was nutzt? Er muss ja nicht nur vor der Polizei fliehen, sondern auch vor seinem Auftraggeber.

Der Kommissar

Mitten in diesem Gewusel erscheint der frisch nach Berlin gewechselte Kommissar Eugen de Bodt ein bisschen wie ein Fels in der Brandung. Er ist intelligent, gebildet, sehr eigenwillig und er hasst seinen Beruf. Ursprünglich hat er ihn ergriffen um seinem Vater eins auszuwischen, jetzt hängt er in einer Art Dauerschleife darin fest. Allerdings scheint er mir ohnehin nicht so genau zu wissen, was er will und bei diesem Fall  wird er es wohl auch nicht herausfinden. Denn hier mischen jede Menge unterschiedlicher Behörden, mit ganz verschiedenen Motiven, mit und jede verschleiert so gut es geht relevante  Informationen und erhöhen so das Durcheinander. Zu allem Überfluss wird  de Bodt dann auch noch zwangsweise in eine andere Mordkommission versetzt – aber da hindert ihn nicht daran, weiter in diesem Fall zu ermitteln :-)

Rasant, temporeich und spannend

Heldenfabrik ist ein rasanter Thriller, der sehr viele, aktuelle Hintergründe einbezieht. Der stetige Wechsel zwischen der Perspektive des Killers und der Ermittler sorgt für viel Tempo und der etwas exzentrische Kommissar de Bodt hält die Geschichte zusammen. Ich mag Typen wie de Bodt, jedenfalls in Büchern :-)  Er hat was von einem Terrier, der unbeirrt einer Spur folgt und sich dann festbeißt um nie wieder loszulassen. Seine philosophische Ader finde ich spannend und auch seine etwas schwierige Art kommt bei mir trotzdem positiv und sympathisch rüber. Der Rest des Teams ist mir jetzt gar nicht so sehr in Erinnerung geblieben, ihre Eigenarten fand ich eher etwas bemüht.

Schreibstil

Christian von Ditfurths Schreibstil fällt für mich jetzt nicht unbedingt in die Kategorie „flüssig und leicht lesbar“ – man braucht eine Weile, bis man sich darauf einlassen kann, aber dann entwickelt sich Heldenfabrik mehr und mehr zu einem Pageturner. Die Mischung aus Krimi und Polit-Thriller entwickelt, bei mir jedenfalls, eine Art Suchtfaktor.  Zwischendurch habe ich mich immer wieder gefragt, wie weit Fiktion und Realität hier wohl tatsächlich auseinander gehen oder ob all das auch in der Realität möglich wäre. Vorstellbar wäre es jedenfalls.

Mein Fazit:

Heldenfabrik hat alles, was ein guter Thriller benötigt -Tempo, Spannung und etliche Wendungen. Für alle die gerne auch mal etwas Politischeres in die Hand nehmen, kann ich es wirklich nur wärmstens empfehlen.

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79 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

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Opfer

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Tropen, 02.09.2018
ISBN 9783608503708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anne Forestier ist in einer Einkaufspassage unterwegs und tut, was man dort so tut. Bummeln, Leute begutachten und Kaffee trinken. Ein Malheur mit einem Kaffeebecher zwingt sie in den Waschraum und hier beginnt ihr ganz persönlicher Albtraum. Drei bewaffnete und zum Teil maskierte Räuber knüppeln sie nieder und überfallen anschließend ein Juweliergeschäft. Irgendwie schafft Anne es dann doch zu fliehen und wird von da an von den Räubern gejagt. Sie ist die einzige, die ihre Gesichter gesehen hat und sie identifizieren kann. Aber das Gangstertrio hat die Rechnung ohne den Annes Freund gemacht - denn Camille Verhoeven ist Chef der Pariser Mordkommission und jagt nun seinerseits die Gangster.

Ein Ereignis wird als entscheidend angesehen, wenn es Ihr Leben total aus der Bahn wirft. So hat Camille Verhoeven es ein paar Monate zuvor in einem Artikel über “Die Beschleunigung der Geschichte” gelesen. Opfer, S. 11

Mein Eindruck:

Zur falschen Zeit am falschen Ort…

Tempo

Opfer ist in viele kurze  Kapitel unterteilt. Die Handlung erstreckt sich über drei Tage und jedes Kapitel ist mit einer Uhrzeit und manchmal mit dem entsprechenden Datum betitelt. Abwechselnd kommt jeder, also der Kommissar, Anne Forestier und einer der Räuber, als Ich-Erzähler zu Wort. Das  sorgt von Anfang an für ein sehr hohes Tempo, allerdings auch ein bisschen für Verwirrung. Bei mir jedenfalls.

Gewalt

Der Autor Pierre Lemaitre lässt mich als Leser recht  tief in menschliche Abgründe blicken. Wer ein Problem mit der expliziten Darstellung von Gewalt hat, ist hier vielleicht nicht ganz richtig. Allerdings werden diverse Gewaltexzesse dann auch wieder mit einem recht hohen Maß an bösem Humor wett gemacht. Also insgesamt kein Buch für allzu empfindliche Menschen.

Band 3

Opfer ist offensichtlich der letzte Teil einer Trilogie um den kleinwüchsigen Kommissar Camille Verhoeven. Die beiden ersten Bände kenne ich nicht, konnte aber vollkommen problemlos der Handlung folgen, ohne den Eindruck zu haben, mir würden Informationen fehlen. So wirklich geht das auch aus keinem Teil des Buches hervor, was ich schon ein bisschen ärgerlich fand. Ich lese mehrbändige Reihen gerne in der richtigen Reihenfolge.

Logik

Insgesamt fand ich Opfer spannend, temporeich und vielleicht durch die häufigen Perspektivwechsel ein bisschen verwirrend. Das Buch erinnerte mich ein bisschen an 24 Hours ,allerdings in einer nicht-fernsehtauglichen, brutalen Version. Gelegentlich bleibt die Logik ein bisschen auf der Strecke oder wird zugunsten der Spannung reichlich gedehnt - man sollte es also nicht zu genau damit nehmen.

Mein Fazit:

Opfer ist ein gleichermaßen spannendes wie brutales Buch. Wer kein Problem mit expliziter Gewaltdarstellung hat, darf sich allerdings blendend unterhalten fühlen.

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Der Tod kommt nach Mitternacht

Matthew Sullivan , Christine Heinzius
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442484133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lydia arbeitet in einer kleinen Buchhandlung, die neben ihrem etwas nerdigen Freund David, ihre ganze Welt ist. Eines Nachts nimmt sich Lydias Lieblingskunde Joey ausgerechnet dort das Leben. Er erhängt sich in einer der oberen Etagen und Lydia findet ihn dort. Nach dem ersten Schock stellt sie ein paar Tage später  fest, dass sie eine Kiste mit alten Büchern von ihm geerbt hat. Etliche Bücher haben zerschnittene Seiten und darin sind Hinweise versteckt - Hinweise zu Lydias alptraumhaften Kindertagen.

Lydia hörte in der Ferne das Flattern von papiernen Flügeln, als das erste Buch vom Regal fiel. Sie schaute von der Kasse auf und legte den Kopf schief. Wahrscheinlich war mal wieder ein Spatz durch ein offenes Fenster geflogen und kreiste auf der Suche nach einem Weg hinaus durch die luftigen oberen Stockwerke des Ladens. Der Tod kommt nach Mitternacht, S.7

Mein Eindruck:

Verwirrung kann auch ein Ziel sein…

Verwirrend

Der Tod kommt nach Mitternacht ist zwar ein eher verwirrendes Buch - aber trotzdem oder gerade deswegen auch sehr spannend. Ich begleite Lydia, der in ihrer Kindheit schreckliches widerfahren ist, auf ihrer Suche nach Wahrheit. Die geerbte Kiste mit alten Büchern ist der Anfang dieser Suche.

Sperrig

Im Großen und Ganzen kommt Der Tod kommt nach Mitternacht  eher etwas sperrig daher. Der Schreibstil ist oft etwas abgehackt und nicht wirklich flüssig zu lesen.Trotzdem hat es so etwas wie Suchtpotential, schon alleine, weil die Protagonistin ein ganz besonderes Verhältnis zu Büchern hat :-)

Rätsel

Die immer wieder auftauchenden Rätsel in den zerschnittenen Seiten füllen auch in diesem Buch etliche Seiten. Es kommt schonmal vor, dass 20 Worte auf drei Seiten verteilt werden - um dann anschließend doch brav aneinandergereiht als Satz zu erscheinen. Ich fand das eher nervig als hilfreich, es hätte genügt, die Sätze einfach so aufzuschreiben.

Happy End

Nichtsdestotrotz kommt man am Ende dem Rätsel und den Ereignissen auf die Spur. Die Schreckgespenster aus Lydias Vergangenheit verlieren ihre Macht und am Ende gibt es sogar ein Happy End. Trotzdem weiß ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Es ist auf jeden Fall ganz anders als so viele Bücher, die ich gelesen habe und schon alleine das hat mir Spaß gemacht. Der Krimiplot ist allerdings zu vernachlässigen :-)

Mein Fazit:

Der Tod kommt nach Mitternacht  ist definitiv ein ungewöhnliches, leicht sperriges Buch. Ich finde, man kann es nicht nach herkömmlichen Maßstäben beurteilen. Mit hat es Spaß gemacht - aber ein einmaliges Leseerlebnis reicht mir dann auch. Wer auf der Such nach einem wirklich anderem Krimi ist, sollte einen Blick riskieren.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Winter der Toten

John Connell , Jochen Stremmel
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442484027
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

München im Winter 1945 – die meisten Menschen leben in ausgebombten Häusern, haben kaum etwas zu essen und wissen nicht wie es weitergeht. Zwischen Einheimischen und amerikanischen Besatzern herrscht gegenseitiges Misstrauen, trotzdem müssen sie irgendwie miteinander klar kommen.  Dann erschüttern grauenhafte Morde die angeschlagene Großstadt und verunsichern die Menschen noch zusätzlich. Officer Mason Collins war früher beim Morddezernat des Chicago Police Departments angestellt, war dort aber nicht unbedingt der Mitarbeiter des Jahres. Deshalb hat er sich nach Kriegsende zur Militärpolizei versetzen lassen und ist in München gelandet. Eigentlich soll er dort Fälle bearbeiten, in denen amerikanische Soldaten verwickelt sind bearbeiten. Aber angesichts der bizarren Mordfälle beginnt er zu ermitteln, was seinen Vorgesetzten nicht gefällt.

Das vom Krieg zerrissene Deutschland war tatsächlich ein Drecksloch. Das Land hatte vor sieben Monaten kapituliert, aber es würden weitere Millionen sterben. Krankheit, Hunger und die eisige Umarmung des Winters waren an die Stelle von Kugeln und Bomben getreten. Winter der Toten, S.9

Mein Eindruck:

Wer sind denn nun die Bösen?

Die Hauptperson

Officer Mason Collins ist so etwas wie eine One-Man-Show :-) Er setzt sich über alle möglichen Vorschriften und Anweisungen hinweg – aber da er über herausragende Fähigkeiten verfügt, wird ihm meist verziehen. Bei diesen Mordfällen ist er gezwungen mit Oberinspektor Hans Becker von der Münchener Polizei zusammen zu arbeiten, was beiden nicht gefällt. Sie misstrauen sich gegenseitig und ich finde dieses Misstrauen hat John Connell gut geschildert.

Nebencharaktere

Neben Mason Collins gibt es noch andere Beteiligte, wie z.B. Laura, die Reporterin oder Masons Kollege Wolski. Beide tragen ziemlich viel dazu bei, den Fall aufzuklären, bleiben aber in der Geschichte ziemlich flach und eindimensional. Ebenso ergeht es dem Täter, dem zwar eigene Kapitel gewidmet sind, der für mich aber trotzdem nicht wirklich greifbar wird. Viel greifbarer wird für mich aber das zerbombte München.

„Nazis“ vs. „Amis“

Hier hat sich John Connell viel mehr Mühe gegeben zu beschreiben, wie die Menschen hier gelebt haben und wie sich gefühlt haben, wenn man bei ihnen z.B. Soldaten einquartiert hat. Ich finde den Spagat zwischen Verständnis für die Misere der Einheimischen und das Selbstverständnis, das man als Sieger eben das Recht darauf, hat ganz gut gelungen. Auch das ständige gegenseitige Misstrauen zwischen „Nazis“ und „Amis“ wird gut beschrieben. Bewegend fand ich auch das Schicksal der vielen Kinder, die alleine in den Trümmern hausten und sich mehr schlecht als recht durchschlugen.

Der Kriminalfall

Der Kriminalfall um den es hier hauptsächlich geht, war gut durchdacht und logisch aufgebaut, allerdings steht er nicht so wirklich im Vordergrund – schade. Aber ist wohl auch eher schwierig alles in einem ersten Band unterzubringen. Ein spannender Fall, Vorstellung der Charaktere und Erklärungen zur Umgebung – da muss dann zwangsläufig etwas in den Hintergrund treten. Für den nächsten Band erhoffe ich mir etwas weniger „Superman-Image“ für Collins und etwas mehr Aufmerksamkeit für den Kriminalfall :-)

Gelungener erster Band

Denn trotz dieser kleineren Kritikpunkte fand ich Winter der Toten einen sehr gelungenen ersten Teil. Eine stimmige Atmosphäre, sympathische Protagonisten und ein  spannender Kriminalfall haben mich dank des flüssigen Schreibstils gut unterhalten und haben mir Lust auf mehr gemacht.

Mein Fazit:

Winter der Toten ist ein gelungener Auftaktband mit kleinen Schwächen, aber viel Potenzial für weitere spannende Geschichten rund um Officer Mason Collins.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Der Nachtjäger

Sabine Klewe
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442487318
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Nachtjäger ist in sieben größere Kapitel von Tag 1 bis Tag 7 unterteilt, die wiederum in diverse sehr kurze Kapitel aufgeteilt wurden. Diese tragen jeweils die Vornamen der für die Handlung wichtigen Personen. Die teilweise wirklich sehr kurzen Kapitel sorgen für viel Tempo und treiben die Geschichte mit Macht voran.

Handlungsfäden

Die Handlung an sich besteht aus zwei Handlungsfäden, die eine Weile parallel zueinander laufen. Da wäre zuerst einmal die Geschichte mit dem ermordeten Journalisten Bodo Stein und der falschen Auftraggeberin. Der zweite Teil dreht sich um einen ermordeten Jungen in Roths Heimatort, dessen sterbliche Überreste jetzt erst gefunden wurden. An diesen Überresten findet sich ausgerechnet die DNA von Linus Roth.

Teamarbeit

Natürlich versucht Roth auf eigene Faust herauszufinden, wer ihn da so versucht vorzuführen, seine einzige verlässliche Hilfe dabei ist ausgerechnet die Kunstdiebin Nadja, die er auf frischer Tat ertappt hat. Aus den beiden entwickelt sich ein richtig gutes Team, was wohl auch in den Folgebänden zusammenarbeiten wird. Sympathiepunkte hat Nadja bei mir jedenfalls mehr als Linus.

Unpersönlich

So wirklich sympathisch fand ich allerdings keinen der Protagonisten, ein Problem, dass ich auch schon bei Tränen der Engel hatte. Die Geschichte ist schnell und spannend geschrieben, hat ihre geheimnisvollen Momente - aber so wirklich mitgenommen hat sie mich nicht. Dafür ist mir Sabine Klewes Schreibstil zu unpersönlich, zu klinisch. Einen zweiten Teil, so es einen geben wird, werde ich nicht mehr lesen.

Mein Fazit:

Der Nachtjäger ist spannend, temporeich, mit etlichen Wendungen und Kniffen - aber ich komme mit dem Schreibstil nicht wirklich zurecht. Mein Lieblingsbuch ist es nicht.

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48 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

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Bonfire – Sie gehörte nie dazu

Krysten Ritter , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.08.2018
ISBN 9783453292130
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Abbys Jugend war keine schöne Zeit - auch deshalb ist sie gleich nach der Highschool weg und hat beinahe alle Brücken hinter sich abgebrochen. Mittlerweile ist sie eine erfolgreiche Anwältin und ihrer Arbeit führt sie dann auch wieder in ihre frühere Heimatstadt Barrens zurück. Aber nicht nur ihr aktueller Fall, ein handfester Umweltskandal, bringt jede Menge Dreck zum Vorschein. Auch ihre alte Clique hat sich kein bisschen geändert und auch hier werden die Sünden der Vergangenheit schonungslos aufgedeckt.

Ich schaffe es jetzt schon seit Jahren, auf Fahrten von Chicago nach New York ohne Angst daran vorbeizufahren. Ich halte dann den Atem an, zähle bis fünf, atme aus – lasse Barrens hinter mir, ohne dass der Schatten der Vergangenheit aus dem Gebüsch kriecht und über mich herfällt. Bonfire - Sie gehörte nie dazu, S. 9

Mein Eindruck:

Meist ist es besser, vergangenes nicht mehr aufzurühren …

Umweltskandal

Das grundsätzliche Hauptthema des Romans ist der Kampf gegen einen skrupellosen Chemiekonzern. Abby, die Hauptfigur ist hierbei die gleichermaßen streitbare, wie sensible Kontrahentin der dubiosen Bosse. Erinnert alles in allem ein bisschen sehr an den Film  “Erin Brokovich” der die Geschichte einer gleichnamigen Umweltaktivistin nacherzählt. Allerdings macht der Film das meiner Meinung nach um einiges besser.

Vergangenheitsbewältigung

Vielleicht liegt das daran, dass in Bonfire - Sie gehörte nie dazu gleichzeitig das Verschwinden ihrer ehemals besten Freundin Kaycee thematisiert wird. Kaycee war eine begnadete Mobberin und Anführerin einer Gruppe, die anderen das Leben schwer machte. Eines Nachts, kurz bevor Abby selber Barrens verließ, verschwand sie spurlos. Kurz angerissene Episoden aus Abbys Vergangenheit befassen sich mit dem Thema.

Inkonsequent

Letztlich wird keine der beiden Geschichten konsequent erzählt, sondern beide dümpeln ein bisschen lustlos vor sich hin. Bonfire - Sie gehörte nie dazu  ist kein schlechtes Buch, aber eben auch kein wirklich gutes - vor allem ist es meiner Meinung nach so gar kein Thriller. Vielleicht eher ein Roman oder eine Detektivgeschichte. Aber es ist immerhin flüssig geschrieben und gut lesbar. Dadurch lässt es sich gut “weglesen”, vielleicht im Gartenstuhl, im Strandkorb oder wo immer man ein bisschen leichte Unterhaltung brauchen kann.

Mein Fazit:

Bonfire - Sie gehörte nie dazu ist eine nette, kleine Geschichte - aber weit weg von einem Thriller. Angenehm zu lesende Unterhaltung für die Urlaubszeit oder wann immer man ein bisschen seichte Ablenkung braucht.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Dein finsteres Herz

Tony Parsons , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Lübbe Audio , 18.12.2014
ISBN 9783785749944
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor zwanzig Jahren besuchten 7 Jungen das sehr elitäre private Internat Potter’s Field und wurden Freunde. Aber sie teilen seit der Zeit nicht nur alte Schulerinnerungen sondern auch ein sehr grausames Geheimnis, das sie tief in ihrem Gedächtnis vergraben haben. Heute haben sie zum Teil sehr ehrenwerte Berufe, haben Karriere gemacht und plötzlich stirbt einer nach dem anderen – und nicht unbedingt auf natürliche Art und Weise. Das ruft die Mordkommission und somit Detective Constable Max Wolfe auf den Plan, der der blutigen Spur des Killers folgt. Er kommt dem Täter immer näher und bringt dabei nicht nur sich selbst in Gefahr.

Als sie mit ihr fertig waren, ließen sie sie auf der Matratze liegen, mit dem Gesicht nach unten, und es war, als wäre sie schon tot. Dein finsteres Herz, S.9

Mein Eindruck:

Auch die finstersten Machenschaften kommen irgendwann ans Licht...

Außergewöhnlicher Ermittler

Dein finsteres Herz ist der erste Teil einer Reihe um Detective Constable Max Wolfe und somit werden natürlich erst mal eine ganze Menge an Personen vorgestellt. Wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf Max Wolfe liegt. Er ist auf jeden Fall eine sehr außergewöhnliche Persönlichkeit und das nicht nur als Ermittler. Erzählt wird die ganze Geschichte aus seiner Sicht in der Ich-Perspektive, was dem Verständnis auf jeden Fall gut tut.

Mitraten ist angesagt

Ganz so einfach ist Wolfe nämlich nicht immer zu verstehen :-) Er greift auch gerne mal zu eher unorthodoxen Methoden und bewegt sie dabei dann auch schon mal am Rande der Legalität. Aber dank der auktorialen Erzählweise kann man seine Gedankengänge ganz gut nachvollziehen und versteht so manches Mal, was er warum tut. Außerdem weiß man als Leser halt immer genau so viel, wie der Detective und kann so wunderbar mit rätseln – ein Punkt, der mir immer gut gefällt.

Berufliches und Privates

Genauso schwierig wie die Ermittlungen im vorliegenden Fall gestaltet sich Wolfes Privatleben. Er ist alleinerziehender Vater, da seine Ex-Frau sich irgendwann abgesetzt hat, um eine neue Familie zu gründen. Seine Bemühungen seinen Vaterpflichten, seinen Arbeitspflichten und auch einem Rest Privatleben gleichermaßen nachzukommen lassen ihn gelegentlich ein bisschen wie Superman auf Speed erscheinen. Ein bisschen weniger privates hätte mir besser gefallen.

Beharrliche Polizeiarbeit

Gut beleuchtet wird meiner Meinung nach hier die gute, alte Polizeiarbeit – die gar nicht immer so aufsehenerregendes ans Licht befördert. Trotzdem kann man gut nachvollziehen, wie all die kleinen, manchmal auch unwichtig erscheinenden, Puzzleteile zu einem großen Bild werden. Auch das Team rund um Max Wolfe wird gut beschrieben und geben ein wirklich gutes Team ab. An Wendungen lässt  Tony Parsons es in diesem Buch nicht fehlen und so brauche ich als Leser ziemlich lange, bis es mir dämmert, wer der Täter ist. So mag ich meine Krimis :-)

Der Sprecher

Dietmar Wunder ist der Sprecher dieses Hörbuchs. Er ist unter anderen die deutsche Synchronstimme für Daniel Craig in den James-Bond-Filmen und so sieht Max Wolfe vor meinem  geistigen Auge halt immer ein bisschen aus wie Daniel Craig – aber ich denke es gibt schlimmeres :-) Aber er verleiht der Geschichte in diesem Hörbuch wirklich Leben und sorgt mit den richtigen Betonungen und Stimmvariationen an den richtigen Stellen dafür, dass ich zwischenzeitlich ganz die Zeit vergessen habe.

Mein Fazit:

Eine sehr spannende Geschichte, die mir auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht hat. Mehr von Max Wolfe und mehr von Tony Parsons.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Cherringham - Sammelband 01

Matthew Costello , Neil Richards , Sabina Godec
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio , 15.04.2016
ISBN 9783838781327
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sarah, geschiedene Mutter von zwei Kindern, Inhaberin einer Webdesign-Agentur  und seit neustem wieder wohnhaft im beschaulichen Cherringham wird mit dem Tod ihrer alten Schulfreundin konfrontiert. Sarah glaubt nicht an einen Unfall und erhält in dieser Sache unerwartete Hilfe von Jack, einem pensionierten US-Cop, der auf einem Hausboot wohnt und sich eigentlich von Verbrechen fern halten wollte. Gemeinsam ermitteln sie die tatsächliche Todesursache und siehe da, so unterschiedlich sie auch sind, gemeinsam sind sie ein tolles Team.

Mein Eindruck:

Kleinstadtleben und Verbrechen

Dreamteam

Im fiktiven Ort Cherringham in den Cotswolds, nördlich von Oxford, ermittelt ein zwar ungewöhnliches, aber dennoch harmonisches Team. Ein New Yorker Ex-Cop und eine geschiedene, alleinerziehende Webdesignerin bilden das Dreamteam dieser mittlerweile recht langen Krimiserie. Das Ganze erinnert schon ein bisschen an Miss Marple oder Incpector Barnaby - aber genau das gefällt mir :-)

Cosy Crime

Cosy Crime - also Wohlfühl-Krimis - werden gerne mal ein bisschen belächelt, dabei müssen sich die Autoren hier mindestens genauso um einen logischen, nachvollziehbaren und glaubhaften Plot bemühen. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, denn hier lenken keine wilden Verfolgungsjagden oder Mega-Explosionen von Fehlern oder Lücken in der Geschichte  ab.

Kleinstadtleben

Auch in den drei Geschichten, die in diesem Sammelband zusammengefügt wurden, Mord an der Themse - Das Geheimnis von Mogdon Manor - Mord im Mondschein, geht es natürlich um die Aufklärung der Verbrechen, die diesen Fällen zugrunde liegen. Aber es geht eben auch um die malerische Landschaft rund um Cherringham bzw. Oxford, genauso wie um das das ganze Drumherum im eher beschaulichen Cherringham - Beziehungen, Klatsch, Tratsch und wilde Vermutungen - Kleinstadtleben halt :-)

Serie

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass sich bestimmte Dinge auch in allen folgenden Teilen der Serie wiederholen, was bedeutet, dass man sich ganz ohne Vorkenntnisse in jedem Buch der Cherringham-Serie zurechtfindet. Alle notwendigen Informationen zu Dorfbewohnern wie Ermittlern findet man immer im jeweiligen Band. Die Hintergrundgeschichten zu den entsprechenden Verbrechen sind spannen ausgedacht, mit diversen falschen Fährten gespickt und mit einer gewissen Portion britischem Humor versehen.

Neugier

Insgesamt hat mir dieser Einstieg in die Cherringham-Serie wirklich gut gefallen. Die Geschichten sind spannend und kurzweilig, Sabina Godec als Sprecherin trifft den richtigen Ton und insgesamt macht das Ganze ein bisschen süchtig :-) Ich will zu gerne wissen, wie es in Cherringham weitergeht, denn mittlerweile kenne ich ja schon so einige Bewohner. Ich denke also, ich werde noch eine Weile dranbleiben und so wie es aussieht, wird die Serie ja auch immer noch weitergeführt.

Mein Fazit:

Cherringham: Landluft kann tödlich sein (Folgen 1 - 3) der Einstieg in eine nette, spannende und kurzweilige Krimi-Serie aus dem Bereich Cosy Crime. Wer Miss Marple, Inspector Barnaby oder Mord ist ihr Hobby mag, der sollte auf jeden Fall mal in diese Reihe reinhören oder reinlesen.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Dinge, die mir gehören

Walter Christian Kärger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.07.2018
ISBN 9783328100935
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einem abgelegenen Gehöft am Stadtrand von München taucht die Leiche eines Mannes auf, der als Kinderschänder verdächtigt wird. Aber bisher konnte die Polizei ihm, trotz aller Bemühungen, nichts nachweisen. Der Mann ist kein Unbekannter und auch die Auffindesituation ruft natürlich die Medien auf den Plan. Noch bevor die Polizei überhaupt irgendwas ermitteln kann, passiert ein weiterer, ähnliche Mord. An den Tatorten tauchen dann Gegenstände auf, die ganz klar aus der Wohnung von Kommissar Paul Simon stammen.

Zwar fühlte er sich den beiden Betrunkenen durchaus gewachsen, aber er konnte hier und jetzt seinem Impuls nicht nachgeben. Nicht in dieser Nacht, in der er endlich sein riskantes Spiel beginnen wollte, das er so lange und mühevoll geplant hatte. Dinge, die mir gehören, S. 11

Mein Eindruck:

Ermittler mit besonderem Spürsinn sind immer gefragt…

nächtlicher Einbruch

Der Einstieg in die Geschichte ist schon gleich ziemlich horrormäßig. Ich begleite den Täter quasi bei seinem Einbruch in die Wohnung von Kommissar Simon und kann an seinen Gedanken teilhaben. Damit wird auch gleich die Latte für die Spannung sehr hoch gelegt, denn es geht ja auch unheimlich weiter. Schließlich wird der Einbrecher ja beinahe erwischt.

Spannungskurve

Leider kann die Spannung nicht immer so konsequent gehalten werden. Es werden zwar immer wieder grausige Einzelheiten der weiteren Morde geschildert, aber das allein reicht nicht. Besonders spannend fand ich eigentlich immer wieder, wenn es in die Gedankenwelt des Täters ging. Simons eher unprofessionelles Verhalten fand ich dagegen eher nervig, weil ich diese Alleingänge vollkommen unnötig fand.

Besondere Gabe?

Paul Simons besondere Gabe ist mir bisher noch nicht so wirklich klar geworden. Er hat ein besonderes Gespür für das Böse? Ist das angeboren oder irgendwie erlernt? Keine Ahnung, vielleicht geben ja weitere Bände demnächst dazu etwas genauer Auskunft. Zumindest einem zweiten Band werde ich auf jeden Fall noch eine Chance geben um das zu erfahren.

unbekannter Täter

Auch wenn es zwischendurch immer mal wieder kleine Hinweise auf den Täter gibt, bleibt seine Identität lange im unklaren. Auch seine Motivation ist ein bisschen diffus. Seine Planung und Ausführung der Taten ist dagegen sehr präzise und völlig klar. Es macht Spaß, darüber zu rätseln, wer er wohl ist und warum er tut, was er tut.

kleine Längen

Dinge, die mir gehören war vielleicht nicht ganz so durchgehend spannend, wie ich es mir gewünscht hätte, aber trotzdem immer noch spannender als so manches andere Buch :-) Zwischendurch gab es immer mal wieder kleinere Längen durch ein  zuviel an Beschreibungen, aber an anderen Stellen fehlten dafür dann ein paar erklärende Worte.

Mein Fazit:

Dinge, die mir gehören ist, trotz kleinerer Längen zwischendurch, ein durchaus spannender Auftaktroman zu einer Serie. Einen  zweiten Band werde ich mir auf jeden Fall auch ansehen :-)

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten

Jean-François Parot , Michael Killisch-Horn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blessing, 19.03.2018
ISBN 9783896675729
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der ältere der beiden Söhne des Grafen de Ruissec ist in seinem Zimmer tot aufgefunden worden. Alles deutet auf Selbstmord, der aber für die gesamte Familie das gesellschaftliche aus bedeuten würde. Trotzdem will der Vater es als Selbsttötung sehen, die Mutter wittert indessen eine Intrige. Commissaire Le Floch sieht die Sache aber ähnlich wie die Mutter des Verstorbenen, er verabredet sich mit ihr in einem einsamen Kloster um Informationen von ihr zu erhalten - aber dann stirbt sie ausgerechnet in einem geheimnisvollen Brunnen.

Nicolas ekelte sich vor der Mischung der Ausdünstungen, die auf seine Nase einstürmten. Der beißende Gestank, der vom Boden aufstieg, vermengte sich mit den Gerüchen der Schminke, der minderwertigen Kerzen und den zuweilen durchdringenden Ausdünstungen von Gästen, die sich lange nicht mehr gewaschen hatten. Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten, S. 13

Mein Eindruck:

Die guten alten Zeiten rochen wohl eher unangenehm…

Paris - wenig romantisch

Wieder einmal darf ich Le Floch bei seinen Ermittlungen im Paris des 18. Jahrhunderts begleiten und wieder einmal bin ich beeindruckt und begeistert. Gleich vom ersten Moment an ist man wieder völlig in das Geschehen eingetaucht und dankbar dafür, dass man nicht riechen muss, was Parot wortreich beschreibt. Neugierig folge ich ihm durch die schmuddeligen Gassen auf der Suche nach der Wahrheit.

Korruption

Wie bereits beim ersten Buch führt diese Suche durch alle möglichen Seiten von Paris. Von der Oper zu den Elendsquartieren, genauso wie zu den Palästen der Reichen und Schönen. Immer wieder schwingt unterschwellig - oder aber auch ganz direkt - mit, dass der Polizeiapparat durch und durch korrupt ist.  Nicolas Le Floch, der nicht aus Paris stammt, soll diese Mauer der Korruption durchbrechen, wird aber natürlich immer wieder daran gehindert.

Spannende Personen

An der Seite Le Flochs lernt man, diese Korruption auf der einen Seite zu ignorieren, auf der anderen Seite geschickt für sich und sein Ziel zu nutzen. Auf dem Weg zur Wahrheit lernt man alle möglichen Menschen in Paris kennen, Schauspieler, Politiker, Adligen, Prostituierte, Kirchenvertreter, Henker und Mediziner. Viele dieser Personen sind reine Fiktion, andere hat es tatsächlich gegeben, wenn auch vielleicht nicht immer so, wie sie hier dargestellt werden.

Sprachmelodie

Jean-François Parot schildert die vorrevolutionäre Atmosphäre in Paris so anschaulich, so bildhaft, das ich beinahe fühlen kann, wie die damalige Gesellschaft unwiderruflich auf die Revolution zusteuert. Soviel Ungerechtigkeit, gepaart mit einem unglaublichen Maß an Korruption, das musste unweigerlich zu einem Flächenbrand führen.Dazu passt ganz wunderbar die etwas altmodische Sprachmelodie und alles gemeinsam  unterstützt den gut durchdachten Plot der Geschichte.

Mein Fazit:

Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten ist ein spannender historischer Krimi, der zugleich ein beeindruckendes, detailgenaues Bild der damaligen Zeit zeichnet. Ich liebe spannenden Geschichtsunterricht :-)

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Die stille Bestie

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.09.2015
ISBN 9783548287126
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Hunter hat sich endlich überzeugen lassen, mal Urlaub zu machen. Der Flug nach Hawaii ist gebucht, die Koffer gepackt - doch dann kommt alles ganz anders. Das FBI beordert ihn ins LAPD-Hauptquartier und eröffnet ihm, dass sie ihn dringend bei einem Fall brauchen. Erst sträubt er sich, aber als er dann den Namen des Verdächtigen hört, glaubt er seinen Ohren nicht zu trauen. Lucien Folter - sein alter Freund und Vertrauter aus Studientagen soll ein brutaler Serienkiller sein.

Seit zehn Minuten stand Special Agent Edwin Newman nun schon im Kontrollraum des Zellentrakts im Keller eines der Gebäude, die das Nervenzentrum der FBI-Akademie bildeten. An der Wand hingen zahlreiche Monitore, allerdings galt Newmans Aufmerksamkeit lediglich einem einzigen von ihnen. Die stille Bestie, S. 29

Mein Eindruck:

Wie gut kann man einen anderen Menschen kennen?

Ohne Garcia

Die stille Bestie unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von den bisherigen Büchern um Hunter und Garcia. Am auffälligsten sicher durch die Tatsache, das Garcia in diesem Buch gar nicht vorkommt. Alles dreht sich ziemlich einzig und allein um Robert Hunter, Special Agent Courtney Taylor und um Hunters alten Studienkollegen Lucien Folter. Keine großen Verfolgungsjagden, sondern fast ausschließlich Verhöre.

Kennt man jemanden tatsächlich?

Trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, fand ich Die stille Bestie ausgesprochen spannend. Ob das Buch nun, wie Chris Carter einführend schreibt, auf Tatsachen beruht oder nicht fand ich eigentlich weniger spannend. Ich glaube, ich bin ein schlechter Mensch :-) Aber die Tatsache, dass man jemanden zu kennen glaubt, jahrelang im selben Zimmer gewohnt hat und nie gemerkt hat, was dieser für Fantasien mit sich herumträgt, das finde ich wirklich gruselig.

Hunters Vorleben

Neugierige Leser erfahren hier relativ viel über das Vorleben von Robert Hunter. Der Tod seiner Mutter und die entsprechenden Umstände war schon mal Thema in einem der Bücher, oder? Aber dieses Mal gab es dann auch noch Informationen über seine Verlobte und was mit ihr passiert ist. Lucien Folter trägt seinen Nachnamen völlig zu recht, denn er foltert nicht nur seine Opfer, sondern auch Hunter mit den Erinnerungen an seine Verlobte. Trotzdem bringt er Hunter nicht dazu, nach seiner Pfeife zu tanzen und alles nach Luciens Vorstellungen zu beenden.

Kleine Längen

So spannend ich die Geschichte an sich fand, irgendwann schlichen sich dann doch einige Längen ein. Die stille Bestie ist auch ein wenig dicker, als seine anderen Bücher - vielleicht hätte er doch hier und da ein bisschen kürzen sollen. Aber im Grunde ist das jammern auf hohem Niveau, denn trotz dieser kleinen Längen habe ich das Buch in Rekordzeit gelesen und war vom Gesamtkonzept begeistert.

Mein Fazit:

Die stille Bestie reiht sich nahtlos in die Hunter&Garcia-Reihe ein. Spannend, mit etlichen Wendungen, vielen Toten und einem ordentlichen Showdown kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Jetzt freue ich mich auf den nächsten Band :-)

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Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Sergeant William-Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, hat seinen ersten Arbeitstag nach einem längeren Aufenthalt in der Psychiatrie - und der beginnt spektakulär. Eine aus Leichenteilen von 6 verschiedenen Mordopfern zusammengesetzte Marionette oder “Lumpenpuppe” baumelt in einer Wohnung, die direkt gegenüber von Wolfs Wohnung. Der Kopf der “Lumpenpuppe” gehörte ursprünglich zu dem Mann, der der Anlass für Wolfs Psychiatrieaufenthalt war und Wolfs Exfrau bekommt eine Liste zugeschickt, mit den Namen weiterer Opfer sowie deren Todesdatum und der letzte auf der Liste lautet William-Oliver Layton-Fawkes. natürlich versucht die Polizei alles, die Menschen auf der Liste zu schützen - aber ohne Erfolg und die Ihr tickt erbarmungslos weiter runter.

Samantha Boyd duckte sich unter dem flatternden Absperrband durch und blickte zur Statue der Justitia oben auf der Kuppel von Old Bailey hinauf, dem berühmten Londoner Gerichtsgebäude. Inzwischen betrachtete Samantha das vermeintliche Symbol für Stärke und Unbestechlichkeit als das, was es wirklich war: das Abbild einer enttäuschten und verzweifelten Frau, die im Begriff war, sich vom Dach zu stürzen. Ragdoll, Prolog

Mein Eindruck:

Wenn nichts ist, wie es scheint ...

Brutaler Einstieg

Der Fund der bizarren “Lumpenpuppe” gleich zu Beginn des Buches stellt von vornherein klar, dass Ragdoll nichts für allzu empfindliche Leser ist :-) Gleichzeitig wird schnell klar, dass Wolf keinen besonders guten Stand mehr bei der Polizei hat. Nach und nach wird deutlich, warum das so ist und man erfährt, was seinerzeit passiert ist und warum Wolf in der Klinik war.

Interessante Protagonisten

Überhaupt ist Wolf ein überaus interessanter Protagonist, wenn auch nicht so wirklich sympathisch. Ich konnte seine Beweggründe einerseits verstehen, finde aber schon auch, dass jemand, der seine Impulse nicht unter Kontrolle hat, nicht in den Polizeidienst gehört. Ebenso geht es mir mit seiner Kollegin Emily Baxter, die zwar mit Leib und Seele Polizistin ist, aber ein ziemliches Alkoholproblem hat. Wäre da nicht der clevere Neuzugang Detective Constable Edmunds, mit seinen manchmal etwas unorthodoxen Ermittlungsansätzen, könnte man an der britischen Polizei durchaus zweifeln :-)

Yellow Press

Nicht zweifeln kann man aber an der berüchtigten, britischen  Yellow Press, die dieses Mal in Gestalt eines Fernsehsenders und Wolfs Ex-Frau alle Klischees bedient. Sie ist karrieregeil und für einen reißerischen Fernsehbericht mit entsprechender Einschaltquote setzt sie sich über alle moralischen Zweifel hinweg - auch wenn die Zweifel ohnehin nur in Ansätzen vorhanden sind. Mit ihr ist auf jeden Fall der negativen Posten des Plots sowas von besetzt, da bleibt kaum noch Platz und alle anderen sehen nur noch halb so unsympathisch aus :-)

Nichts ist wie es scheint

Zur Handlung kann ich gar nicht so viel sagen, ohne zu spoilern. Am Ende ist einfach nichts so, wie es zu Beginn scheint und es gibt sehr viele Wendungen innerhalb der Geschichte. Die Motive des Täters, genau wie seine Person, bleiben wirklich lange im unklaren und so bietet Ragdoll jede Menge Möglichkeiten zu raten und zu spekulieren. Dadurch bleibt die Geschichte auf jeden Fall spannend und kleinere Längen, die sich durchaus auch einschleichen, fallen kaum auf. Ich konnte das Hörbuch jedenfalls irgendwann nicht mehr abschalten und lief dann mehr oder weniger ferngesteuert, mit Kopfhörern auf den Ohren, durch meinen Alltag :-)

Mein Eindruck:

Ragdoll ist für mich ein waschechter Thriller mit wachsendem Suchteffekt. Es gibt Wendungen, Täuschungen, Knalleffekte und grausige Details - alles was mich ein Buch nicht mehr weglegen lässt. Wer es gerne spannend, blutig und verwirrend mag, der sollte sich das Buch nicht entgehen lassen.

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Tödlicher Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.04.2015
ISBN 9783548286990
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach persönlichen Schicksalsschlägen hat der Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter beschlossen, seinen Arbeitsplatz aus dem kalten Frankfurt an die sonnige provenzalische Mittelmeerküste zu verlegen. Kaum in seiner neuen Heimat, dem Örtchen Lavandou, angekommen, startet er dort seine Arbeit mit einem toten Mädchen. Der Polizeichef möchte den Tod des Kindes als tragischen Unfall abheften, aber Dr. Leon Ritter ist anderer Meinung. Dann verschwindet ein weiteres Mädchen, das ein paar Tage später tot aufgefunden wird und bald darauf wird auf einmal auch die Tochter seiner Kollegin von der örtlichen Polizei vermisst.

Dr. Leon Ritter hatte nicht das geringste Interesse am postkartenschönen Ausblick auf die Côte d’Azur. Er krallte sich mit beiden Händen in die Sitzlehnen und sehnte den Moment herbei, wenn die Maschine endlich landen würde. Tödlicher Lavendel, S. 10

Mein Eindruck:

Postkartenmotive wohin das Auge blickt…

Böser Einstieg

Im Einstieg wird man gleich mit dem ersten Opfer konfrontiert, was mich dann schon ein bisschen geschockt hat. Als Mutter ist man da gleich in der richtigen “Lynch-Stimmung” wenn man das Leiden, die Angst und die Hoffnungslosigkeit eines Kindes so hautnah mitliest. Ein bisschen hat dieser Anfang ja dann doch von einem Thriller und zieht mich mitten ins Geschehen. Aber das ist sicherlich auch der Zweck dieses Einstiegs - denn danach geht es erst mal ein bisschen gemächlicher weiter :-)

Typisch

Dr. Leon Ritter wird sich mit seiner deutschen Gründlichkeit und Pünktlichkeit noch ein bisschen wundern. In Südfrankreich ticken die Uhren etwas anders, wobei die Sorgen des Bürgermeisters um das Image der Stadt nicht unbedingt typisch französisch sind. Das gibt es so in der Art in allen typischen Urlaubsregionen. Der Weinkonsum scheint mir da schon eher sehr französisch zu sein - gelegentlich fühlte ich mich schon leicht beschwipst, obwohl ich gar nichts getrunken hatte :-)

Ausgewogen

Ansonsten werden natürlich erst einmal eine Reihe Personen vorgestellt, die sicher auch in den nächsten Bänden ihren Platz haben. Das Verhaltnis  Personenvorstellung - Krimihandlung - Landschaftsbeschreibung fand ich gut gelungen und Remy Eyssen Schreibstil habe ich als sehr angenehm und gut lesbar empfunden. Das Ende fand ich ein bisschen sehr überzogen oder zu sehr konstruiert - das, was ich als Leser ein Kapitel vorher als Ende empfunden habe, wäre vollkommen ausreichend gewesen.

Mein Fazit:

Tödlicher Lavendel ist der Beginn einer neuen Krimireihe und damit ein sehr gelungener Startschuss. Spannender Plot, angenehmer Schreibstil und eine Postkartenidylle als Setting - was will man mehr :-)

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I Am Death - Der Totmacher

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.06.2016
ISBN 9783548287133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gerade aus dem Urlaub, der ja am Ende dann gar kein Urlaub war (vgl. Die stille Bestie) geht es für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia gleich nahtlos weiter. Die beinahe perfekte und absolut dreiste Entführung einer Babysitterin und ihre anschließende brutale Ermordung halten die beiden gehörig in Atem. Weitere Entführungen, weitere Ermordungen und reichlich kryptische Nachrichten zeigen, dass sie es nicht nur mit einem skrupellosen, sondern auch mit einem sehr intelligenten Täter zu tun haben.

Hunter saß an seinem Schreibtisch, jedoch ohne seinen Computer einzuschalten. Es kam ihm merkwürdig vor, dass alles noch genauso war wie immer und zugleich vollkommen anders. I am Death - Der Totmacher, S. 14

Mein Eindruck:

Fantasievolles Morden ist immer in Mode :-)

Gewohnt spannend

Nachdem das letzte Buch aus der Hunter&Garcia-Reihe ja ein bisschen aus dem Rahmen gefallen war, ist dieses wieder wie immer. Es ist gewohnt spannend, gewohnt brutal und endet auch wie gewohnt mit einem Sieg Hunters. Ich will mich auf keinen Fall beklagen, so ist das nicht. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Lesern fand ich den Band Die stille Bestie wirklich richtig gut, eben weil er so anders war und aus dem üblichen Rahmen fiel.

Verschwundener Verdächtiger?

Aber wie oben schon erwähnt, ist auch dieser Band wie immer spannend, mit etlichen Wendungen und sehr vielen Gewaltszenen. Es dauerte bei mir übrigens eine ganze Weile, bis ich die geschilderte Tätersicht tatsächlich einordnen konnte :-) Vergeblich gesucht habe ich allerdings den angeblich fälschlicherweise gefassten Verdächtigen, der im Klappentext erwähnt wird. Manchmal frage ich mich schon, ob die Verfasser von Klappentexten die Bücher kennen :-)

Merkwürdige Übersetzung

Neben der Geschichte mit dem Klappentext fand ich die Übersetzung des Titels recht merkwürdig. “I am death” bedeutet hier “Ich bin der (personifizierte) Tod” - darauf wird im Buch lang und breit eingegangen. Der Untertitel “Der Totmacher” ist dann im Vergleich dazu schon beinahe niedlich oder kindlich. Man kann Titel nicht immer 1:1 übersetzen, das ist mir schon klar - aber man muss Übersetzungen auch nicht an den Haaren herbeiziehen.

Pageturner

Aber weder für den Klappentext, noch für den Untertitel kann ja Chris Carter etwas :-) Auch dieses Buch war, wie schon erwähnt, sehr spannend und ich konnte es bis zum Ende kaum aus der Hand legen. Auch das ist wie gewohnt - Carter versteht es einfach, seine Leser in die Geschichten hineinzuziehen, mitzureißen und bis zum Ende auch nicht mehr loszulassen. Vielleicht wünsche ich mir für die nächsten Bände trotzdem mal ein bisschen was anderes als “the same procedure as every year”.

Mein Fazit:

I am Death - Der Totmacher ist ein spannend zu lesender Thriller mit allem was das Genre so ausmacht. Es gibt viele Tote, noch mehr Blut und höchst eigenartige Foltermethoden mit noch viel mehr Blut. Für meinen Geschmack schleicht sich mittlerweile aber ein bisschen Routine ein, was auf Dauer der Reihe schaden könnte.

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Forderung

John Grisham , Kristiana Dorn-Ruhl , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 19.03.2018
ISBN 9783837131956
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als hoffnungsvolle Jurastudenten waren sie einst gestartet, aber jetzt, kurz vor ihrem Abschluss ist von ihren Hoffnungen nicht mehr übriggeblieben. Es gibt reichlich junge Juristen, die auf der Suche nach einem Job sind und um eine der begehrten Stellen zu ergattern, muss man sich soweit verbiegen, dass man sich selber nicht mehr kennt. Mark, Todd, Zola und Gordy sind reichlich verzweifelt über ihre Situation, als sie entdecken, dass hinter der Foggy Bottom Law School ein Riesenschwindel um Studienkredite abläuft. Was die Uni kann, können sie schon lange - gedacht, getan und schon beginnen sie, ohne Abschluss, als Anwälte zu arbeiten…

Die Zentralbank werfe den Studenten die Darlehen förmlich hinterher. Jeder könne sich bewerben. Okay, er werde mit einem Berg Schulden ins Arbeitsleben starten, aber den baue er binnen fünf Jahren wieder ab. Forderung, S.8

Mein Eindruck:

Recht und Gerechtigkeit sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge…

Traumberuf Anwalt

Anwalt in Amerika zu sein, scheint ein wirklich einträglicher Job zu sein. Nicht zuletzt deshalb träumen so viele davon und stürzen sich für die Erfüllung dieses Traums in jede Menge Schulden. Mir fällt es ein bisschen schwer, dem Ganzen zu folgen. Dieses Prinzip des teuer bezahlten Studiums gibt es bei uns ja nicht, jedenfalls nicht in der Form und dieser Höhe.

Rache am System

Allerdings scheint das Prinzip des “langen Bleistifts” ja in den USA durchaus immer und überall Anwendung zu finden. Das Studenten dann auch noch auf eine Uni reinfallen, die so bemerkenswert schlecht ausbildet, dass die meisten ihrer Studenten durch sämtliche Prüfungen rauscht, finde ich schon irgendwie bezeichnend. Pfiffigerweise versuchen die Studenten nun ihrerseits das System auszunutzen, indem sie einfach mal so tun, als seien sie bereits Anwälte.

Dramatisch bis witzig

Hierbei ergeben sich sowohl dramatische, aber eben auch recht witzige Situationen und man weiß nicht so recht, ob man nun zu den Studenten halten soll, oder nicht. Jedenfalls versuchen sie das eine, große Ding zu schaffen um all ihre Sorgen mit einem Schlag loszuwerden. Ob sie es nun schaffen? Wer weiß :-) Ich jedenfalls war nicht auf ihrer Seite. Um das an ihnen begangene Unrecht zu rächen oder wieder gut zu machen, betrügen sie nun ihrerseits Menschen, die in ihnen eine reelle Chance sehen, ihr Recht zu bekommen.

Routiniert wie immer

Alles in allem merkt man Forderung deutlich an, dass John Grisham ein begnadeter Erzähler ist der routiniert seine Geschichte erzählt. Für mich gab es gelegentlich Längen, das mag aber daran liegen, dass ich mit dem Grundton der Geschichte nicht wirklich warm wurde. Aber dank Charles Brauer als Erzähler gingen auch diese kleinen Längen beinahe unbemerkt an mir vorüber.

Mein Fazit:

Forderung ist ein weiterer Justizthriller aus der Feder von John Grisham. Mir fehlte ein bisschen die angepriesene große Abrechnung mit dem System, aber die Geschichte ist einigermaßen spannend und bietet etliche Überraschungen.

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Böse Schatten

Christian v. Ditfurth
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penguin, 12.03.2018
ISBN 9783328101772
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein merkwürdiger Leichenfund in Hamburg beschäftigt die dortige Polizei. Ein Mann wurde zu Tode gefoltert und dann vergraben. In seinem Mund können sie einen Papierrest sicherstellen, von dem sie sich Rückschlüsse auf die Tat erhoffen. Aber es wäre alles deutlich einfacher, wenn die Tat nicht vor 25 Jahren geschehen wäre. Oberkommissarin Rebekka Kranz bittet den Historiker Josef Maria Stachelmann ihr zur Seite zu stehen, was dieser bereitwillig tut. Er ist frisch als Professor an die Uni berufen worden, hat aber eine reichhaltige Vergangenheit as Privatschnüffler.

Ausgerechnet der saß nun auf dem Lehrstuhl. Professor Josef Maria Stachelmann. Es hörte sich so falsch an, als hätten sie ihn zum Kaiser der Salomonen ausgerufen. Böse Schatten, S. 10

Mein Eindruck:

Mord verjährt nicht - Folter auch nicht…

Die tote Katze

Den Einstieg in Böse Schatten bietet die feierliche Beerdigung einer überfahrenen Katze. Dabei wird nämlich besagter Leichnam gefunden, der vor 25 Jahren zu Tode gefoltert wurde.Nun sind 25 Jahre keine so lange Zeitspanne - der Mauerfall ist länger her. Ich bin mir also nicht ganz sicher, warum die Oberkommissarin ausgerechnet einen Historiker bemüht, wenn sie durchaus auch die Hilfe des zuständigen LKAs in Anspruch nehmen könnte. Beweismittel datieren und bewerten, auch wenn sie 25 Jahre alt sind, dürfte für die Experten dort kein Problem sein.

Die heiße Spur

Aber egal warum, dank des Papierschnipsels  findet Stachelmann, unterstützt von seinem treuen Helfer Georgie, tatsächlich eine heiße Spur. Sie führt sie in eines der finsteren Kapitel deutsch-deutscher Geschichte und bringt Stachelmann und Georgie ernsthaft in Gefahr. Als dann aber auch noch seine Freundin und ihr Sohn in eine bedrohliche Situation kommen, fordert das Stachelmanns “jetzt erst recht”-Mentalität heraus.

Die unendliche Befindlichkeit

Aber seine Bezeíehung wackelt wohl nicht erst seit diesem Fall und auch seine körperliche Befindlichkeit war schon vorher mau. Gemixt mit seinen ständig vorhandenen Selbstzweifeln besteht das Buch in weiten Teilen vor allem aus entsprechendem Gejammer.Es passt nicht wirklich zur Handlung, bringt sie auch nicht ein Stück voran und ist auch nicht sonderlich unterhaltsam, sondern lähmt das Ganze etwas.

Die Struktur?

Ein bisschen Tempo bringt dann ein zweiter Handlungsstrang, der immer wieder vorkommt. Um nicht zuviel von der Handlung zu verraten, kann ich aber hier nicht näher darauf eingehen :-) Teilweise geht mir beim Lesen aber der rote Faden verloren und die eigentlich spannende Grundgeschichte tritt hinter den privaten Problemen immer wieder in den Hintergrund. Vielleicht muss man die anderen Bücher rund um Stachelmann kennen um Gefallen an diesem Buch zu haben - mir war es zu unstrukturiert.

Mein Fazit:

Böse Schatten hat eine grundsätzlich spannende Krimihandlung, war mir aber zu strukturlos und zu langatmig. Zu viel persönliches, zu wenig Krimi und vielleicht mehr die eingefleischten Stachelmann-Fans Ich bleibe lieber bei Kommissar de Bodt :-)

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Trügerisches Neapel

Fabio Paretta
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Penguin, 12.02.2018
ISBN 9783328100874
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein schöner warmer Frühlingstag in Neapel, man flaniert durch die Straßen, genehmigt sich einen Kaffee in einem der zahlreichen Straßencafés und in einer kleinen Seitenstraße wird eine Boutique ausgeraubt. Eigentlich auch schon beinahe normal - aber dieses Mal hat es einen Toten gegeben, ein Schüler, der nur sein Taschengeld ein bisschen aufbessern wollte wurde erschossen. Franco De Santis wird an den Tatort gerufen und gerät gleich bei der Ankunft in eine unangenehme Situation - aber Gott sei Dank ist ja Elvira Barbarossa, ihres Zeichens Staatsanwältin, bei ihm.

Himmel! Es war schon eine Herkulesaufgabe gewesen, die Staatsanwältin überhaupt zu diesem Ausflug zu überreden. Bitte neutrales Terrain, hatte sie gesagt. Daraufhin hatte er die Besichtigung arrangiert, nur für sie beide. Aber diese Frau in romantische Stimmung zu versetzen, schien schlichtweg unmöglich. Trügerisches Neapel, S.11

 

Mein Eindruck:

Als alleinerziehender Commissario hat man es nicht leicht…

Klare Verhältnisse

Die Trennung von De Santis und seiner Frau ist nun ganz offiziell, keine Alibi-Besuche bei den Schwiegereltern mehr und endlich klare Verhältnisse. Mittlerweile versucht De Santis nun, Staatsanwältin Elvira Barbarossa zu becircen, aber eher mit mäßigem Erfolg. Auch die Beziehung zu seinen Kindern gestaltet sich schwierig und bereitet ihm einiges Kopfzerbrechen. Da kommt ein neuer Fall als Ablenkung gerade richtig.

Allgegenwärtige Korruption

Aber dieser Fall hat es in sich und wieder einmal dreht sich alles um Korruption, Bestechung, Schwarzhandel im großen Stil und letztlich eben auch um die Camorra. Aber da gibt es noch ein paar andere Facetten, die De Santis nicht ruhen lassen und so wühlt er tief im Leben des Opfers und seiner Klassenkameraden. Das er sich mit dieser Hartnäckigkeit nicht eben beliebt macht, stört ihn gar nicht - eher im Gegenteil :-)

Facetten Neapels

Wie schon im ersten Band Die Kraft des Bösen lernt man sehr viele Seiten Neapels kennen. Die weniger schönen, aber eben auch die schönen Seiten. Genauso wie man den Bösewichten und den ganz normalen Menschen begegnet. Beide Seiten werden von Paretta wunderbar einfühlsam beschrieben. Der Krimiplot ist dieses mal zwar auch sehr komplex, aber nicht so verwirrend wie beim letzten Mal und auch das Ende ist ganz gut nachvollziehbar.

Mein Fazit:

Ein sehr spannender und trotzdem beinahe liebevoller Krimi. Man merkt, dass der Autor sich in Neapel gut auskennt und die Stadt, trotz aller Fehler, liebt. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle Krimi-, Italien - und Brunetti-Fans :-)

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