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martina_turbanischs Bibliothek

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270 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 12 Rezensionen

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Der faule Henker

Jeffery Deaver , Thomas Haufschild
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.08.2006
ISBN 9783442364848
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Grausam gefesselt stirbt ein junges Mädchen in einer New Yorker Musikschule. Der Täter verbarrikadiert sich, es fällt ein Schuss, die Polizei bricht den Raum auf - findet aber niemanden vor. Lincoln Rhyme und Amelia Sachs werden zur Hilfe geholt und ihnen ist schnell klar, dass die es hier mit einem Serienkiller zu tun haben. Aber nicht mit irgendeinem Serienkiller, sondern mit einem besonders gewieften. Er nutzt die Tricks von Houdini, Copperfield und Co nicht nur um seine Opfer zu töten, sondern auch, um sein Verschwinden jedes Mal zu inszenieren.

Die Manhattan School of Music and Performing Arts hätte durchaus auch Dutzenden Geistern Unterschlupf gewähren können. Ein solcher Geist schwebte im Augenblick womöglich über dem warmen Körper der jungen Frau, die bäuchlings in dem dunklen Vorraum eines kleinen Auditoriums lag. Der faule Henker, S. 10

Mein Eindruck:

Magier, Zauberer und Illusionisten verwirren durch Ablenkung...

Alles Illusion

Das selten etwas so ist, wie es zuerst erscheint, ist bei Jeffery Deaver ja nichts wirklich Neues. Aber in Der faule Henker bekommt er es mit einem Serienkiller zu tun, der gleichzeitig auch Illusionist ist und das macht alles ungleich schwerer. Aber so bieten sich natürlich noch eine Menge mehr Möglichkeiten unglaubliche Dinge in die Geschichte einzubauen und ich hatte den Eindruck, dass Deaver, genau wie ich, daran richtig viel Spaß hatte :-)

Locked Room

Als der Täter am Tatort überrascht wird - wobei überrascht auch relativ ist - flüchtet er in einen fensterlosen Raum und entkommt ungesehen daraus. Dieses Locked-Room-Mystery gibt es immer mal wieder in Krimis oder Thrillern. In diesem speziellen Fall löst Rhyme dieses knifflige Rätsel mit der Hilfe von Illusionistin Kara. Ich fand die Lösung jetzt weniger überraschend, da es die naheliegendste war.Allerdings ist eben nur dieses eine Rätsel gelöst - viele weitere warten bereits.

Verwirrung pur

Es gibt noch weitere Opfer, Morde und Rätsel und manchmal bin ich als Leser schon etwas verwirrt. Allerdings bin ich gleichermaßen fasziniert von all dem, was Deaver da so auffährt und jedes Mal scheint ihnen der Täter zu entgleiten. Irgendwann fällt es schwer alles auseinanderzuhalten - was ist Schein, was passiert tatsächlich, ist jeder Tote wirklich tot? Plötzlich sind Details aus alten Fällen wieder von Interesse und ich finde hin und wieder übertreibt der Autor mit seinem Verwirrspiel etwas.

Jammern de luxe

Auch wenn sich am Ende, also tatsächlich ganz am Ende, alles auflöst, logische Erklärungen und kurze Einblicke in gewisse Tricks der Magier weiterhelfen -  wird alles ein bisschen dick aufgetragen. Etwas weniger Geheimnisse hätten es auch getan und der Fall wäre immer noch spannend gewesen. Genauso habe ich die immer länger werdenden Einträge auf der berühmten Wandtafel irgendwann überblättert. Aber grundsätzlich ist das natürlich jammern auf ganz hohem Niveau - denn Deaver ist und bleibt der Meister der Spannung :-)

Mein Fazit:

Der faule Henker ist nicht nur ein beliebter Trick bei Illusionisten, sondern auch ein wahnsinnig spannender, gut durchdachter Thriller. Manchmal ein bisschen dick aufgetragen, manchmal mit kleinen Längen - aber alles im bekannten und geliebten Deaver-Style :-)

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Blind Sight

Carol O'Connell , Judith Schwaab
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 08.10.2018
ISBN 9783442716425
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am hellichten Tag verschwinden mitten im New Yorker alltäglichen Gewusel eine Nonne und ein blinder Junge. Der Junge heißt Jonah Quill, hat einen reichen Onkel und man vermutet, dass hier Lösegeld erpresst werden soll. Schwester Michael, benannt nach dem Hl. Michael, Bezwinger des Teufels in Gestalt eines Drachen, entpuppt sich als die Tante des Jungen. Ihr bürgerlicher Name war Angela Quill und bevor sie ins Kloster ging, war sie Prostituierte. Das Rätsel um die beiden Verschwundenen ruft Detective Kathy Mallory auf den Plan.

Das Ungewöhnliche war hier die Norm, und trotzdem verdrehten die Einheimischen die Köpfe, als sie die Straße entlangging. Andere, die Touristen, suchten nur nach Wahrzeichen dafür, wie das Leben hier früher einmal gewesen war. Was um sie herum geschah, interessierte sie kaum, und so schritt die in Schwarz gewandete Frau einfach an ihnen vorbei. Direkt vor ihren Augen. Ohne gesehen zu werden. Blind Sight, S. 7

Mein Eindruck:

Politik, Macht und Rache treiben alles an …

Zwei Erzählstränge

Blind Sight besteht aus zwei großen Erzählsträngen. Erst ganz allmählich erkennt man, wie und wo diese beiden Strängen zueinander passen und wie sie miteinander verwoben sind. Das liegt wohl vor allem daran, das die beiden Stränge nur ganz entfernt zusammenhängen und sie nur minimale Überschneidungen haben -  die dann auch noch ein bisschen erfunden klingen :-)

Jonah Quill

Der Hauptteil der Geschichte beschäftigt sich aber mit dem entführten Jungen. Jonah ist ein unglaublich aufgeweckter, intelligenter und vor allem sehr mutiger Junge. Er hat sehr schnell begriffen, das seine Tante tot ist, ermordet wurde und er nun vom Wohlwollen dieses Mörders abhängig ist. Aber das hält ihn nicht davon ab, mit seinem Entführer zu diskutieren und ihn dabei immer wieder  zu provozieren.

Bürgermeisters Polk

Der zweite, durchaus etwas blutigere Teil der Geschichte widmet sich dem Bürgermeister von New York. In seinem Garten werden Leichen gefunden, denen man die Herzen herausgeschnitten hat. Diese Herzen werden dann gesondert zugeschickt mit dem Vermerk “Todesbeweis”. Was hat Bürgermeisters Polk verbrochen, das den Täter so herausfordert?

Mallory

Detektive Mallory (die, deren Vornamen niemand nennen darf) nimmt sich des Falles an, auf ihre ganz eigene, oft merkwürdige, Weise. Sie verfolgt vieles in Eigenregie, lässt sich von ihren Eingebungen leiten und stößt dabei so ziemlich jeden vor den Kopf :-) Auch wenn der Zusammenhang zwischen den Fällen nur winzig klein ist, Mallory erspürt und findet ihn. Das sie so nebenbei nicht nur mit ihrem unerlaubt frisierten VW-Käfer durch NY rast, großzügig freche Spitzen verteilt und jedes Stückchen Papier an ihrer Pinnwand unermüdlich rechtwinklig aufhängt gehört zum eher witzigen Teil des Buches.

Mein Fazit:

Blind Sight ist eine wirklich spannendes Buch. Ein sehr komplexer Krimiplot und eine sehr eigenwillige, aber auch sehr intuitive Ermittlerin lassen einen Seite um Seite umblättern. Ach ja - ein bisschen was zum Schmunzeln gibt es auch immer wieder :-)

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die siebte Plage

James Rollins , Norbert Stöbe
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.11.2018
ISBN 9783734105661
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Harold McCabe ist ein renommierter Archäologe und  erforscht unter anderem die zehn biblischen Plagen. Doch plötzlich verschwinden er und sein Team in der Wüste des Sudan. Zwei Jahre später taucht McCabe urplötzlich wieder auf, mehr tot als lebendig. Die Ärzte können nichts mehr für ihn tun, machen aber eine mehr als erstaunliche Entdeckung, las sie seinen Leichnam untersuchen. Diese Entdeckung ruft eine Menge Typen auf den Plan, die nicht lange fackeln und für die ein Menschenleben keinen Wert hat.

Aus diesem Land war Sabahs Volk vor über hundert Jahren geflohen, hatte die Zeit der Plagen, des Hungers und des Todes hinter sich gelassen, gejagt von einem längst verstorbenen Pharao. Die siebte Plage, S. 16

Mein Eindruck:

Ein bisschen Indiana Jones geht einfach immer …

Vergangenheit

Die siebte Plage ist eine Mischung aus Thriller, Abenteuerroman und Science Fiction - eine Mischung, die ich wirklich mag. Zum Einstieg gibt es zwei Rückblicke in die Vergangenheit. Einmal ins Jahr 1324 v. Chr., dort treffen wir auf eine Frau, die offenbar für irgendetwas oder irgendwen geopfert wird, was sie tatsächlich wirklich gut findet. Danach reisen wir ins Jahr 1895 und werden Zeuge eines Gespräches zwischen Mark Twain und Nikola Tesla mit einem Dritten, in dem es um die Plagen geht, die aufgehalten werden müssen.

Hier und Jetzt

Nach diesen Ausflügen in vergangene Zeiten widmet sich das Buch den Widrigkeiten der heutigen Zeit und hier besonder dem rätselhaften Tod von Harold McCabe. Die SIGMA-Force wurde darauf angesetzt die Umstände zu klären und - wie es in solchen Reihen üblich ist - gegebenenfalls die Welt zu retten. Mit viel Elan, Waffenkraft und Wissen machen sich die Experten ans Werk und das ist keine leichte Aufgabe.

Wilder Mix

Zwischendurch mag ich diese Art von Büchern - das hatte ich bestimmt schon mal erwähnt, oder? Wenn wissenschaftlich belegbare Fakten auf Vermutungen und Verschwörungstheorien treffen und sich gemeinsam auf religiöse Themen stürzen und man als Leser dann darüber nachdenken kann, muss oder sollte, was davon denn nun wohl wahr, was Fiktion und was einfach erfunden wurde, dann macht mir so ein Buch Spaß :-) Dazu kommt reichlich Action und Tempo, so sollte eine guter Abenteuerroman sein.

Superflüssig

James Rollins Schreibstil ist superflüssig zu lesen, kein Wunder hat er doch das Buch zu Indiana Jones und das Königreich der Kristallschädel verfasst, neben einer wirklich sehenswerten Liste anderer Bücher.  Die siebte Plage wird immer wieder aufgehübscht durch diverse Zeichnungen von Tieren oder ägyptischen Hieroglyphen, wissenschaftlichen Fotos und Landkarten - viel Tempo kommt durch häufige Perspektivwechsel und kleinere Cliffhanger am Ende der Kapitel, sowie die Sorge um die überwiegend sympathischen Protagonisten.

Film in Buchform

Alle in allem war Die siebte Plage für mich so etwas wie ein Film in Buchform. Spannend, super erzählt, eine unglaubliche Hintergrundstory, sympathische Protagonisten, exotische Settings, schwer bewaffnete Jungs und Mädels, eine zu rettende Jungfrau und jede Menge böse Jungs :-) Das ist vielleicht nicht die hohe Kunst der Literatur, aber es ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam und sehr intelligent gemacht. Ich werde bestimmt noch weiter Teile dieser Serie genießen, die aber wohl eher als Audio-Books.

Mein Fazit:

Die siebte Plage ist ein intelligent ausgedachter Abenteuerroman mit viel Tempo und Action, der mich gut unterhalten hat.  Wer Dan Brown oder z.B. Douglas Preston & Lincoln Child mag, wird James Rollins und seine Bücher sicher auch lieben.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Provenzalische Intrige

Sophie Bonnet
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2017
ISBN 9783734104541
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gerade ein bisschen heimisch geworden strebt Pierre Durand schon wieder nach höherem. In der Nachbargemeinde Cavaillon ist der Posten des Commissaire vakant und er hat sich darauf beworben. Allerdings wohl mit eher mäßigem Erfolg, das bedrückt ihn aber nicht so sehr. Als dann Paulette Simonet, Inhaberin der Kosmetikfirma Mer des Fleurs, tot im Kessel ihrer Seiferei aufgefunden wird, hat er sowieso anderes zu tun.. War es ein Unfall oder Mord? Feinde und Neider gibt es jedenfalls genug…

Im selben Augenblick, als sie in den Kessel sah, dachte sie an ihre Kindheit. Sie war gerade acht Jahre alt, trug das Haar zu Zöpfen geflochten und stand mit nackten Füßen vor der Küchentür, lugte durch einen Spalt zu Maman, die gerade calissons fertigte. Provenzalische Intrige, S. 5

Mein Eindruck:

Schmutzige Geschäfte, ausgerechnet mit Seife…

Mord zum Einstieg

Das Buch startet mit dem Mord an Paulette Simonet, Seifensiederin und glühende Verteidigerin ihre alten, ehrwürdigen Handwerks. Ihr gehört Mer des Fleurs, eine der wenigen übrig gebliebenen Firmen die noch nach altem Brauch Seife sieden. Ein Naturprodukt, dass unter seinem Namen Savon de Marseille weltberühmt ist, aber wegen fehlender Namensrechte überall zusammengerührt werden kann. Um etwas daran zu ändern hat Paulette sich mit einer Menge mächtiger und skrupelloser Menschen angelegt.

Konkurrenzkampf

Pierre Durand hat also eine Menge zu tun, um Licht in das Dunkel dieses Falles zu bringen. Aber nebenbei muss er sich auch noch mit diversen anderen Dingen herumärgern. Da wäre die neue Kollegin, Madame le commissaire Alienor Benoit von der police nationale - ehrgeizig, zielstrebig und so gar nicht sympathisch. Außerdem gibt es da noch seinen direkten Konkurrenten bei der Stelle in Cavaillon, Robert Lechat. Dazu sind da noch ein paar kauzige Dorfbewohne, die “ihren” policier nicht so einfach ziehen lassen wollen.

Intuition

Aber weder von Konkurrenzkämpfen noch von privaten Unannehmlichkeiten lässt Pierre sich beeindrucken. Er folgt wie immer seiner Intuition, dröselt verworrene Verhältnisse und Intrigen auf, legt mal wieder einen kleinen Teil des politischen Morasts trocken und entlarvt am Ende natürlich auch den Mörder. Sophie Bonnet blieb auch in diesem Buch ihrem Konzept treu und ich muss gestehen, ich mag dieses Konzept. Ein bisschen was Privates, einen Mord, der ein wenig am Rand der Politik kratzt und eine Spur Regionales ergeben eben mal wieder  ein spannendes Buch :-)

Wissenswertes

Besonders beeindruckt hat mich mal wieder, wie gründlich Sophie Bonnet recherchiert hat. Vieles in Provenzalische Intrige dreht sich um Natur- und Umweltschutz, ökologische Produkte, nachhaltige Produktion derselben, den Schutz typischer regionaler Produkte, Arbeitsbedingungen, Ausbeutung - um nur einiges zu nennen :-) Ich liebe es, so viele Informationen zu bekommen, es hat mich auch angeregt einiges selber nochmal im Netz zu recherchieren, aber diese Informationsfülle lässt den eigentlich Krimiplot immer mal wieder in den Hintergrund treten, was schade ist. Andererseits möchte ich aber auch nicht auf die vielen interessanten Informationen verzichten…

Mein Fazit:

Provenzalische Intrige ist eigentlich ein wirklich spannender Krimi, aber er ist auch noch so viel mehr. Manchmal ist das Verhältnis zwischen Krimiplot und Information nicht ganz ausgewogen, aber ich liebe die Reihe trotzdem - oder gerade deswegen :-)

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Todeszimmer

Jeffery Deaver , Thomas Haufschild
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.07.2015
ISBN 9783734100925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der amerikanische Staatsbürger und Systemkritiker Roberto Moreno wird auf den Bahamas erschossen. Es sieht ganz danach aus, als sei hier ein Profikiller am Werk gewesen. Leider fällt die Tat nicht in die Zuständigkeit der amerikanischen Justiz, aber die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Nance Laurel findet einen Kniff, die Sache dennoch zu bearbeiten und bittet Lincoln Rhyme und sein Team um Hilfe. Die Tatsache, dass sie vermutet Regierungsbehörden und damit letztlich auch der amerikanische Präsident seien in den Fall verwickelt, macht den Fall ausgesprochen heikel und brisant und könnte dem Team letztlich die Karriere ruinieren.

Mein Eindruck:

Hier saß er  nun, der Tatortexperte ohne Tatort. Todeszimmer, S.67

Bekannt und bewährt

Im Großen und Ganzen ist Todeszimmer ein typischer Lincoln-Rhyme-Thriller. Nichts ist so, wie es am Anfang scheint und mehr als einmal macht die Geschichte eine überraschende Wendung durch. Das kenne ich schon und liebe es an Jeffery Deavers Thrillern. Aber dieses Mal fiel mir schon der Einstieg in die Geschichte schwer, warum auch immer. Es war schon sehr langatmig und sehr speziell.

Nicht sympathisch

Neben dem mittlerweile gut bekanntem Team ist eigentlich nur Nance Laurel, die etwas übereifrige stellvertretende Staatsanwältin, wirklich erwähnenswert – und die hat mich wirklich genervt. Woher sie ihre Kenntnisse und Weisheiten bezieht? Egal, sie weiß es eben und verrät es nicht, eine Philosophie, die mich schon als Kind bei meiner Mom geärgert hat :-) Auch sonst mag ich ihre merkwürdige Art und ihre Marotten so gar nicht, auch wenn sich zum Ende hin so manche Dinge klären.

Behindert

Da den Ermittlern ein Tatort in New York fehlt, wird die Spurensuche, ein Punkt der normalerweise für Lincoln Rhyme essentiell ist, ziemlich schwierig. Irgendwann sieht er sich gezwungen zum ersten Mal in der Reihe seine geheiligten vier Wände in New York zu verlassen und auf die Bahamas zu fliegen. Hier wird er nicht nur mit einem eigentlich nicht mehr vorhandenen Tatort und korrupten Beamten konfrontiert, sondern auch mit dem, was Menschen mit Einschränkungen so ziemlich überall entgegenschlägt: Mitleid. Da er sonst hauptsächlich nur mit Menschen zusammenkommt, die ihn kennen und respektieren, kann er damit nicht wirklich gut umgehen – allerdings hat auch nicht wirklich viel Zeit darüber nachzugrübeln, jemand versucht ihn nämlich dort zu ermorden.

Mangelnde Kommunikation?

Ziemlich zeitgleich wird ebenfalls auch Amelia Sachs ein Anschlag verübt – nicht, dass das irgendeiner der beiden dem anderen erzählt, nein wozu auch. Sie sind zwar ein Paar und beide sind nur knapp mit dem Leben davongekommen, aber das wäre wohl zu viel Information für den anderen. Aber auf den Bahamas beginnt auch die Kette der Wendungen und setzt sich dann munter, auch nach Rhymes Rückkehr nach New York, fort. Aber irgendwie habe ich den Punkt verpasst, an dem sich die Spannung aufbauen sollte. Ich fand die Geschichte zwar recht interessant, aber nie wirklich spannend.

Ende gut, alles gut

Am Ende löst Lincoln Rhyme jeden noch so verworrenen Fall, so auch diesen. Die Staatsanwältin ist dann doch nicht mehr gar so unsympathisch und die Geheimdienste und ihre zahllosen Unterbehörden gar nicht mehr so übel. Schließlich wollen sie ja nur alle gemeinsam unser Bestes, da kann man sich nicht immer an die selbst erlassenen Gesetze halten, dafür wurden die Lücken in denselben schließlich eingebaut – und wo keine Lücke ist, da wird, natürlich für den guten Zweck, eine erfunden. Hier wird für meinen Geschmack ein bisschen viel relativiert und ein bisschen viel Hurra-Patriotismus verbreitet.

Mein Fazit:

Todeszimmer ist für mich zwar der schwächste Lincoln-Rhyme-Thriller den ich bisher hatte, aber trotzdem immer noch gut. Deavers Schreibstil rettet für mich die eher langatmige Story, aber ich finde politische Themen sollte er besser anderen überlassen.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Wurzel des Bösen

Anna Grue , Ulrich Sonnenberg
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.09.2018
ISBN 9783492312912
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im biederen, braven Christianssund bereitet man sich fast überall auf Weihnachten vor. Aber das gilt offenbar nicht für jeden, denn der international erfolgreiche Bauunternehmer Peter Münster-Smith wird ermordet in seiner Firma aufgefunden. Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass er offenbar gar nicht so brav war, wie jeder dachte. Der Unternehmer hatte viel Geld, von dem er sich Freunde, Geliebte, Geschäftspartner und noch mehr kaufte. Der Kreis der Verdächtigen ist also sehr, sehr groß.

Christina stellte sich ans Fenster. Sie blickte dem Malergesellen nach, der den Hof überquerte und in der dunklen Toröffnung verschwand. Als er die Tür zur Straße öffnete, leuchtete für einen Moment ein schräges Rechteck auf dem Asphalt auf. Die Wurzel des Bösen, S. 10

Mein Eindruck:

Weihnachten ist auch nicht mehr das, was es mal war…

Viele Verdächtige

Der schillernde Bauunternehmer Peter Münster-Smith, der erstochen in seiner Firma aufgefunden wurde, stellt sich recht schnell vor allem als Bad Boy heraus. Er legte reihenweise Frauen flach, gerne auch mal die Frauen von Geschäftspartnern und er führte seine Geschäfte so gar nicht nach den Gesetzen. Das bietet auf jeden Fall schon mal einen großen Kreis an Verdächtigen, denen man mal auf den Zahn fühlen sollte.

Zahnarzt gesucht

Hier kommt dann der verschwundenen Zahnarzt Peter Johnstrupp ins Spiel. Seine Ehefrau Benedicte hatte wohl ebenfalls ein Verhältnis mit Münster-Smith, was ihn ganz oben auf die Liste der Verdächtigen setzt. Als der Zahnarzt partout nicht wieder auftauchen will, beauftragt die Ehefrau einen Detektiv um ihn zu finden und hier kommt dann Dan Sommerdahl ins Spiel.

Etwas Wärme

Mit Dan Sommerdahl taucht auch endlich ein bisschen was menschliches, warmes in der Geschichte auf. Der Krimiplot ist bis hierhin und weiterhin wirklich spannend konstruiert, aber er kann mich einfach nicht packen. Ich finde ihn zu kühl, zu distanziert geschildert - alle Charaktere um die es innerhalb dieses Plots geht, sind mir herzlich egal.

Schicksal

Nicht das ich mit Dan Sommerdahl und seinen Problemen nun mitfiebere. Aber immerhin werden diese Probleme, die durchaus vielen bekannt sein werden, mit einer gewissen Wärme und eine guten Portion Mitgefühl geschildert und so habe ich zumindest eine Person in diesem Buch, dessen Schicksal mich tatsächlich interessiert.

Das letzte Drittel

Im letzten Drittel habe ich dann als Leser auch mal das Gefühl, dass die beteiligten Personen aus dem Beginn des Buches, tatsächlich eine Geschichte zu erzählen haben und aus Fleisch und Blut sind. Für mich war das allerdings dann doch zu spät, um noch so etwas wie Jagdfieber oder echtes Interesse zu entwickeln. Ich bin offensichtlich kein Mensch, der an skandinavischen Krimis Spaß hat - schade drum.

Meine Fazit:

Die Wurzel des Bösen hat einen durchaus spannenden und gut konstruierten Krimiplot - aber ich fand dazu einfach keinen Zugang dazu. Ich fand die Geschichte für meinen Geschmack zu kühl und zu distanziert.

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323 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Ritual

Douglas Preston , Lincoln Child , Klaus Fröba
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2006
ISBN 9783426631546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Medicine Creek, Cry County, ist ein unscheinbares, kleines Städtchen im US-Staat Kansas. Wer hier lebt tut das meist, weil er keine andere Wahl hat. Die Menschen hier leben von der Landwirtschaft und das eher schlecht, als recht. Deshalb sind die meisten ganz glücklich mit einem vermeintlich unschlagbar großzügigen Angebot einer Universität einige Felder für  Versuchszwecke zu nutzen. Doch plötzlich verschwinden Anwohner und ihre Leiche tauchen übel zugerichtet wieder auf. Sind es die Geister eines uralten Indianer-Massakers, die hier späte Rache üben? Oder doch, wie der Sheriff vermutet, alkohol - und drogenabhängige Landstreicher? Specialagent Aloysius Pendergast hat mal wieder seine ganz eigene Theorie…

Von Horizont zu Horizont erstreckt sich das wogende gelbe Meer der Maisfelder, der Himmel sieht aus, als zürne er. Sooft ein Windhauch durch die Stängel streicht, scheinen die Kolben flüsternd und raunend zum Leben zu erwachen, aber sobald dem Wind der Atem ausgeht, verstummt der Spuk. Ritual - Höhle des Schreckens, S. 7

Mein Eindruck:

Geister, Landstreicher oder raffgierige Firmenbosse sind immer schuld …

Tote Indianer

Wenn es irgendwo zu so etwas wie “übernatürlichen Straftaten” kommt, scheint Specialagent Pendergast schon parat zu stehen. Hier vermutet man ganz schnell die Geister einer Schlacht, die 1865 stattgefunden hat. Wütende Cheyenne-Indianer haben eine marodierende Bande Gesetzloser überfallen und abgeschlachtet - dabei haben sie selber auch viele Opfer zu beklagen gehabt. Kehren deren Geister jetzt zurück?

Lebende Neider

Eine weitere, auch nicht wirklich überzeugende, Theorie wären da Aliens, die Experimente an Menschen machen. Irgendwie ist mir das Sheriff Hazens Idee, das es Neider der Genexperimente sind lieber. Auch wenn der Sheriff hier als nicht besonders clever geschildert wird, hören sich seine Theorien plausibler an. Aber beide Theorien führen zu Kraus’ Kavernen, einem gewaltigen Höhlensystem, das sich unter der Erde wer weiß wohin erstreckt.

Kleine Beobachtungen

Das weder untote Indianer, noch Aliens oder Landstreicher hinter den Angriffen stecken ist eigentlich klar. Auch die sehr klischeehaften Dorfbewohner sind zwar teilweise sehr seltsam und gerne auch mal unheimlich, aber Mörder sind sie auch nicht. Wer denn nun warum dafür sorgt, dass einige Bewohner aus Medicine Creek sehr unschön aus dem Leben scheiden, klärt sich natürlich am Ende, ist aber für mich gar nicht mal so der Punkt :-) Hier ist für mich mehr der Weg das Ziel :-)

Wie erwartet

Ich liebe es, die vielen verschiedenen Beobachtungen und Beschreibungen zu lesen. Hinter vielen vermute ich gleich irgendeine Doppeldeutigkeit, einen versteckten Hinweis, finde falsche und auch richtige Fährten und lasse mich so durch die durchweg spannende Handlung treiben. Ob nun Pendergast stets als Übermensch dargestellt wird und alle anderen im Vergleich dazu wirklich blöd dastehen, ist mir hier tatsächlich egal. Ich finde, man bekommt, was man erwartet und das dann auch noch ziemlich gut - Popcorn-Kino in Buchform und ich mag Popcorn :-)

Mein Fazit:

Ritual - Höhle des Schreckens ist ein spannendes Buch, zwischen Fantasy, Krimi und SciFi. Erwartbar, jedenfalls wenn man die Vorgänger gelesen hat und trotzdem hat mir auch diese Geschichte wieder viel Spaß gemacht.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Der Eismann

Silja Ukena
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.09.2018
ISBN 9783734100710
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In seiner eher trägen Vorweihnachtsstimmung wird Hauptkommissar Bruno Kahn zu einem merkwürdigen Tatort gerufen. In einer Kleingartensiedlung wird ein Toter gefunden, der in der sibirischen Winterkälte nackt und an einen Stuhl gefesselt, erfroren ist. Es gibt keine Spuren, keine Hinweise auf den Täter oder das Motiv.

Während Kahn und seine Kollegen noch ermitteln gibt es eine zweite Leiche. Eine ehemalige Opernsängerin stürzt aus ihrem Fenster und landet tot auf dem Gehweg. Schnell ist klar, dass es sich auch hier um Mord handelt und auch hier fehlt jeder brauchbare Hinweis, genauso wie ein Motiv. Zu allem Überfluss schießt sich die Presse auch noch auf diese Fälle ein – vor allem darauf, dass die Polizei unfähig sei, die Todesfälle zu lösen.

Es sah nicht gut aus. Ganz und gar nicht. In der Mitte des großen Raumes saß auf einem roten Holzstuhl die Leiche eines abgemagerten alten Mannes. Er war völlig nackt und mit groben Stricken an den Stuhl gefesselt.Der Eismann, S.15

Mein Eindruck:

Was man alles über seine Nachbarn weiß - oder eben auch nicht...

Die Protagonisten

Erfreulicherweise ist Hauptkommissar Bruno Kahn weder alkoholabhängig noch drogensüchtig, noch kämpft er stetig mit seiner Vergangenheit. Letztere klingt zwar immer wieder mal an, aber sie beeinträchtigt seine Arbeit nicht, höchstens sein nicht vorhandenes Privatleben. Er würde zwar gerne allein ermitteln, trotzdem bindet er sein Team ein und verschließt sich auch nicht vor deren Ideen. Alles in allem ist er ein sympathischer Mann, dessen Marotte seine Gedanken bei einem kurzen Fußmarsch zu sortieren, ich gut nachvollziehen kann. Ich finde auch, dass man beim Laufen wunderbar nachdenken kann :-)  Kahns Kollegin Laura Conti ist ebenso sympathisch wie ihr Chef. Sie ist jung, frech, clever, manchmal ein bisschen vorlaut und flucht gerne auf Italienisch :-) Im Gegensatz zu Kahn hat sie eine große Familie und genießt das italienische Großfamilienprojekt.

Die Story

Der Plot von Der Eismann ist clever und verwirrend – aber nicht zu verwirrend, ungefähr nach der Hälfte des Buches hatte ich eine Ahnung worum es geht. Trotzdem hat mich das Ende dann doch ziemlich erschreckt. Das Teile der deutschen Vergangenheit noch immer präsent sind, war mir zwar irgendwie klar, aber ich habe nie darüber nachgedacht, welche Auswirkungen das bis heute haben könnte. Der Eismann hat mich nicht nur spannend unterhalten, sondern mich auch das eine oder andere Mal zum Nachdenken über die Vergangenheit angeregt.

Der Schreibstil

Auch hier hat mich Der Eismann positiv überrascht, jedenfalls im Vergleich zu einer ganzen Reihe Krimis die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Silja Ukena hat einen angenehmen Schreibstil und die Fähigkeit authentische Dialoge zu Papier zu bringen. Trotz vieler unangenehmer Dinge die sie aus der Vergangenheit anspricht, wirkt sie nie belehrend auf mich, sondern schafft es das Ganze leicht lesbar in ihrer Geschichte unterzubringen. Es ist sicher schwierig, eine kleine Geschichtsstunde so in einem Krimi unterzubringen, dass ich mich als Leser weder belehrt noch gelangweilt fühle - diese Aufgabe hat Silja Ukena mit Bravour gelöst.

Mein Fazit:

Ein spannender Krimi, verknüpft mit einem kleinen Ausflug in die deutsche Geschichte und versehen mit (endlich mal wieder) ganz normalen Ermittlern – ich hoffe sehr, dass das nicht der einzige Fall für Kahn und Conti war :-) Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die gerne spannende und intelligent konstruierte Krimis lesen.

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222 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Der Stalker

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.01.2013
ISBN 9783548285030
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Colchester verschwinden junge Frauen. Alle haben dunkle, lange Haare und braune Augen und während das Team um DI Brennan gerade einen Tatort untersucht, meldet eine weitere junge Frau einen unheimlichen nächtlichen Besucher. Bevor irgendjemand tatsächlich die Zusammenhänge erkennen kann, wird die junge Frau entführt und ihre Freundin grausam ermordet. Gerade jetzt hat DI Brennan private Probleme und auch sein Team läuft nicht wirklich rund…

Der Alptraum begann Anfang Juni. Suzanne lag in ihrem Bett und schlief. Die Türen waren verschlossen, die Fenster waren verriegelt. Sie fühlte sich sicher. Sie irrte sich. Der Stalker, S. 8

Mein Eindruck:

Wenn privates und dienstliches kollidiert…

Standard-Zutaten

Grundsätzlich besteht Der Stalker aus all den Standard-Zutaten für einen Thriller. Der irre Killer, die ahnungslosen Opfer, einen privat angeschlagenen Ermittler, einen unfähigen Vorgesetzten, ein nerviges Teammitglied und einen Verräter - gut umgerührt ergibt das eben einen Standard-Thriller. Das ist nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich überragend.

Hohes Tempo

Viele kurze Kapitel sorgen durch den ständigen Perspektivwechsel für viel Tempo und die Vorstellung, dass sich jemand einem so sehr auf die Pelle rücken kann, ohne das man es bemerkt sorgt für Gänsehaut. Viel Blut und ein paar andere sehr unappetitliche Details lassen gelegentlich ein bisschen den Magen rebellieren, aber es hält sich schon in Grenzen. Die Sichtweise des Täters wird auch immer wieder thematisiert, bleibt mir aber weitestgehend fremd.

Gute Unterhaltung

Meine Nicht-Begeisterung für allzuviel private Verwicklungen innerhalb eines Thrillers lasse ich hier mal unberücksichtigt, denn ansonsten hat mich Der Stalker trotz - oder gerade wegen? - seiner Standardzutaten gut unterhalten. Der Schreibstil des Autorenduos lässt sich wunderbar schnell und flüssig lesen, so dass ich das Buch recht schnell durch hatte und es wohlig seufzend zuklappen konnte :-)

Mein Eindruck:

Der Stalker von Tania Carver ist gute, solide Thriller-Kost. Ohne große Überraschungen, aber eben auch ohne unangenehme Überraschungen, unterhält er mit all den typischen Szenarien des Genres. Gut lesbar und spannend - aber nicht überragend.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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In der Finsternis

Sandrone Dazieri , Claudia Franz
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2016
ISBN 9783492309134
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An einer Landstraße, irgendwo in der Nähe Roms, greifen zwei Streifenpolizisten einen offenbar verwirrten Mann auf. Er berichtet, er habe mit Frau und Sohn ein Picknick veranstaltet, sei nach dem Essen eingeschlafen und als er wieder wach wurde, waren beide verschwunden. Mit einer aufwändigen Suche wird zwar die Frau gefunden, allerdings ist sie ermordet worden und der Sohn bleibt verschwunden. Natürlich wird der Ehemann verdächtigt und wandert in Untersuchungshaft. Aber der Fall erinnert den ermittelnden Beamten an eine ähnliche Sache, was ihn zu unüblichen Maßnahmen greifen lässt…

Das Grauen begann um fünf Uhr nachmittags an einem Samstag Anfang September, als ein Mann in Shorts mit den Armen herumfuchtelte, um ein Auto anzuhalten. In der Finsternis, S. 15

Mein Eindruck:

Es gibt Dinge, die stellt man sich lieber nicht vor…

Dante

Dante Torre ist ein sehr beeindruckender Mensch. Er verbrachte elf Jahre seines Lebens unter erschreckenden Bedingungen in einem Getreidesilo. Völlig abgeschieden, sein einziger Kontakt war der Mann, der ihn entführte und den er Vater nennen musste. Fehlverhalten wurde stets schwer bestraft und so lernte Dante relativ schnell, die Mimik und Gesten von “Vater” zu deuten. All das hat tiefe Narben in seiner Seele hinterlassen, die ihn auch nach seiner Befreiung beeinträchtigen. Aber seine Fähigkeit “Menschen zu lesen” lassen ihn zu einer sehr wertvollen Hilfe für die Polizei werden.

Colomba

Colomba Caselli wird quasi aus dem Krankenstand zurückbeordert um diesen merkwürdigen Fall zu untersuchen. Sie kann so ziemlich als Einzige mit Dante Torre und seinem seltsamen Verhalten umgehen. Aber sie ist eigentlich noch nicht wirklich fit, denn auch sie hat ein schweres Trauma erlitten. Was das war, wird in vielen kleinen Zwischenkapiteln erzählt. Im Grunde ist sie noch nicht wirklich wieder dienstfähig, ist aber dankbar für die Ablenkung. Gemeinsam mit Dante startet sie die überaus rasanten Ermittlungen.

Ermittlungen

Colomba und Dante beginnen also ihre Ermittlungen, welche im Laufe der Zeit Dantes vermehrten Verschwörungstheorien zumindest zum Teil bestätigen. Sie stoßen auf ein geheimes Programm von Staat und Militär, das einem zwar die Haare zu Berge stehen lässt - aber so ganz in Bausch und Bogen abstreiten würde ich so etwas auch nicht. Natürlich bleibt das Treiben der beiden nicht unentdeckt und so haben sie bald mehr Verfolger und Feinde als sie zählen können. Sie können sich noch nicht mal mehr auf die Kollegen der Polizei verlassen, denn auch die scheint irgendwie bei allem mitzumischen

Achterbahn

Das, was mich schon bei Schwarzer Engel begeistert hat, nimmt mich auch hier gleich wieder gefangen. Es gibt rasche Wendungen, immer wieder neue Fährten und neue Verdächtige, eine Täterorganisation im Hintergrund, der man wirklich alles zutraut, jede Menge Verfolgungsjagden und ganz viel Blut und Blei :-) Dazu ist der Plot intelligent ausgedacht, spielt ein bisschen mit diversen Verschwörungstheorien und präsentiert am Ende eine sehr verblüffende und trotzdem schlüssige Lösung.  Ich hoffe wirklich inständig dass es demnächst einen weiteren - und danach noch ganz viele - Thriller mit Dante und CC geben wird :-)

Mein Fazit:

In der Finsternis ist der erste Teil einer Reihe um zwei außergewöhnliche Ermittler. Ich habe zwar die Reihenfolge nicht berücksichtigt, trotzdem konnte ich beide Teile auch unabhängig voneinander verstehen und genießen :-) Ich liebe diese Reihe, weil nicht nur spannend und anders ist, sondern auch immer wieder aktuelle Themen aufgreift!

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Istanbul-Komplott

Charles Cumming , Eva Bonné
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.09.2015
ISBN 9783442482511
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Noch immer steht Tom Kell in der Warteschleife, was ihm nicht wirklich gut tut. Umso schneller ist er dabei, als die Chefin des britischen Geheimdienstes ihn bittet, die Umstände des Todes eines Kollegen aufzuklären.

Paul Wallinger war für Tom so etwas wie ein Freund und er glaubt nicht daran, dass sein Tod ein Unfall oder gar ein Selbstmord war. Also macht er sich auf den Weg nach Istanbul und beginnt seine Ermittlungen.

Mein Eindruck:

Irgendwann dämmerte Thomas Kell, dass die Zahl der Beerdigungen im laufenden Kalenderjahr die der Hochzeiten überstieg. Das Istanbul-Komplott, S. 36

Warteschleife

Noch immer steht Thomas Kell beruflich in der Warteschleife, wie auch schon in Die Tunis-Affäre. Dieser Zustand zerrt an seinen Nerven und letztlich auch an seiner Gesundheit. In Das Istanbul-Komplott erfahre ich als Leser ein bisschen mehr darüber, wie es dazu kam und was es mit Zeuge X auf sich hat. Trotzdem (und auch weil Wallinger sein Freund war) erklärt er sich bereit, die Umstände seine Todes zu klären. Einerseits finde ich das sehr löblich, aber auch ein bisschen unverständlich. Aber natürlich hofft er, dadurch wieder einen Fuß in den aktiven Dienst setzen zu können.

Informationsfluss

Viel unverständlicher finde ich sein beinahe blindes Vertrauen in Amelia Leven. Sie gibt ihm nur häppchenweise Informationen, immer nur so viel, wie unbedingt sein muss. Ein bisschen mehr Vertrauen sollte die Chefin des MI6 in ihre Agenten schon haben. Auch als sie bemerkt, dass Tom mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Rachel Wallinger, die Tochter von Paul Wallinger, entwickelt, klärt sie ihn nicht über deren Rolle auf. Amelia ist mir von Herzen unsympathisch :-)

Doppelmoral

Im Laufe seiner Ermittlungen deckt Tom eine Menge auf und kommt letztlich einem Doppelagenten, dem sogenannten Maulwurf, auf die Spur. Am Ende stellt sich heraus, dass dieser mit der Doppelmoral im Agentengewerbe nicht zurechtkam – was ich gut nachvollziehen kann. Diese Doppelmoral ist eines der zentralen Themen in Das Istanbul-Komplott und passt durchaus zur aktuellen, realen politischen Lage. Ich bin gespannt, ob dieses Thema Bestandteil der Roman-Reihe rund um Tom Kell bleibt.

Einblicke

Ich fand Tom Kell schon in Die Tunis-Affäre recht sympathisch und durch die vielen Kleinigkeiten, die ich über ihn und sein Leben in Das Istanbul-Komplott erfahren habe, ist er mir schon ein Stück weit ans Herz gewachsen :-) Ich weiß jetzt nicht so genau, wie der typische Agenten-Roman auszusehen hat, aber Charles Cummings Schreibstil und seine Charakterzeichnungen gefallen mir wirklich gut. Nicht sentimental, sondern eher ein bisschen wie auf dem Seziertisch, wird Stück für Stück immer etwas mehr über die Persönlichkeit der Protagonisten aufgedeckt. Es wird gar nicht so viel geballert (dafür gab es eher mysteriöse Todesfälle), es wird auch nicht in jedem Buch (bisher jedenfalls) die Welt gerettet und trotzdem war auch Das Istanbul-Komplott wieder spannend und gab vor allem spannende Einblicke in das Leben der Agenten.

Mein Fazit:

Das Istanbul-Komplott ist ein spannender, sehr komplexer Agenten-Roman, abseits von Klischee und James-Bond-Allüren. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf einen neuen Band der Reihe :-)

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Der Babylon-Kult

Tom Knox , Sepp Leeb
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 13.06.2015
ISBN 9783455650426
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Journalist Adam Blackwood recherchiert zum seltsamen Sebstmord des berühmten Templer-Forschers Archibald McLintock. Gemeinsam mit dessen Tochter Nina reist Blackwood auf den Spuren des Historikers zu sämtlichen Templerhochburgen und entdeckt dabei ein brutales Ritual: den Babylon-Kult. Ähnelt er nur zufällig dem Ritus einer prekolumbianischen Zivilisation in Lateinamerika?

Es war ein höchst seltsamer Ort für ein Museum: unter einer Texaco-Tankstelle. in einer Brache aus Betonlagerhäusern und schmuddeligen Cantinas, wo die trostlosen Vorstädte Trujillos auf die kalte und neblige Wüste Perus trafen. Der Babylon-Kult, S.8

Mein Eindruck:

Sex, Drugs and Rock'n'Roll - oder Sex, Drugs and artifacts, auch egal :-)

Selbstmord

Die ganze Geschichte startet mit einem verstörenden Selbstmord, der quasi der Auslöser für einige Nachforschungen ist. Es gibt noch weitere ähnlich bizarre Selbstmorde, die irgendwie zusammenhängen - aber noch weiß keiner wie genau. Die Tochter des ersten Selbstmordopfers und ein Journalist versuchen mehr zu erfahren und rutschen dabei immer weiter in eine sehr konfuse, aber auch sehr gefährliche Geschichte rein.

Wilder Mix

Tom Knox hat ganz offensichtlich Spaß daran, alles was ihm einfällt zusammenzuwürfeln :-) Die Tempelritter, Rosslyn Chapel, die Angehörigen einer Maya-Kultur namens Moche (die es tatsächlich gegeben hat), blutrünstige und teils abartige Rituale, Drogenkonsum, Sex und zwischendurch ein paar ahnungslose Wissenschaftler :-) Wenn man sich allerdings mal darauf einlässt und nur den Unterhaltungswert der Geschichte nimmt, dann macht sie wirklich Spaß.

Action

Der Babylon-Kult nimmt wenig Rücksicht auf Glaubwürdigkeit und ich denke, dass das auch so beabsichtigt ist. Dafür bedient er zu gerne die voyeuristische Seite in den meisten von uns, denn viele der ziemlich ausführlich geschilderten Maya-Rituale haben etwas von einem Verkehrsunfall - man will eigentlich nicht hinsehen, kann aber auch  nicht wegsehen. Dazu kommt jede Menge Action und regelmäßige Perspektivwechsel, so dass man eigentlich nicht viel Zeit zum Nachdenken hat.

Hohes Tempo

Das Tempo, die wirklich unglaubliche Geschichte, exotische Orte und die noch viel exotischere Handlung lässt beim Lesen, oder in meinem Falle beim Hören, keine Langeweile aufkommen. Man wird immer weiter durch eine recht fantastische Geschichte getrieben und hat kaum Zeit durchzuatmen, dann passiert auch schon gleich das nächste Unglück (oder was auch immer). Mir hat es in weiten Teilen Spaß gemacht und ich habe mich etwa 2/3 des Buches gut unterhalten gefühlt.

Unappetitliches Ende

Allerdings wird es zum Ende hin deutlich unappetitlich. Es entwickelt zu einer Art Mini-Porno mit einer ziemlichen Splatter-Neigung. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Blut, Gewalt und Sex in Büchern - aber wenn alles miteinander vermischt wird  und Protagonisten sich in irgendwelchen Blutlachen anderer Teilnehmer befriedigen finde ich es einfach nur zum würgen. Das Ende hätte ich mir also besser schenken sollen. Aber bis dahin fand ich das Buch wirklich gut!

Mein Fazit:

Der Babylon-Kult ist eine wirklich unglaubliche Geschichte mit viel Action, Sex und Drogen - aber ich fand sie wirklich meistens sehr unterhaltsam, wenn man mal vom Ende absieht.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Gnadenmord

Steven Dunne , Juliane Pahnke
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2018
ISBN 9783492312714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

DI Damen Brooke wird unversehens aus seiner Auszeit zurück zur Arbeit gerufen. Es gab einen Mord an einem älteren Ehepaar und dieser weist gewisse Parallelen zu zwei anderen, älteren Fällen auf. Einer der Mörder aus einem alten Fall sitzt aber bereits hinter Gitter. Ist er vielleicht doch unschuldig? Hatte er einen Komplizen, der nun alleine weitermacht? Ist der aktuelle Täter nur ein Trittbrettfahrer, der die Morde kopiert? Brooke versucht Klarheit in die Sache zu bringen, aber dabei stößt er auf schlampige Ermittlungen, die sich nun rächen. Dazu kommen die Sorgen um seine erwachsene Tochter - was hat sie mit den Fällen zu tun?

Du musst verschwinden. Sie sah sich um. Die Klamotten, die sie getragen hatte, als JJ in ihr Schlafzimmer geplatzt war, kamen nicht infrage – das T-Shirt und die knappe Shorts lagen auf dem Boden, von seinen kraftvollen Händen in Fetzen gerissen. Gnadenmord, S. 7

Mein Eindruck:

Wenn man Kollegen mal so gar nichts gönnt…

Grausiger Einstieg

Der Einstieg in Gnadenmord liest sich erstmal spannend, gruselig und reichlich brutal, denn man begleitet Reardon Thorogood, die gerade feststellt, dass man ihre Familie niedergemetzelt hat. Auf ihrer Flucht aus dem Haus begegnet sie dem Killer...damit hat es sich dann aber auch erst mal mit der Anfangsspannung…

Langatmige Passage

Im Anschluß an diese doch recht nervenzerfetzende Szene begleitet man als Leser DI Damen Brooke zu einem neuen Tatort. Dort lernt dann vor allem jede Menge Kollegen von Brooke,ihre Namen, Dienstränge, deren Abkürzungen und Zuständigkeiten innerhalb der englischen Polizei kennen. Gute Voraussetzungen für ein Vorstellungsgespräch, aber für einen Thriller eher sehr langatmig.

Spannende Erkenntnisse

Da sich dabei viele Dinge wiederholen, fehlt jegliches Tempo und damit auch viel Spannung und ich wollte schon beinahe genervt aufgeben. Doch dann begannen sich die Dinge beinahe zu überschlagen :-) Neue Informationen und Erkenntnisse führten zu reichlich Wendungen innerhalb der Geschichte, Damen Brooks Tochter scheint irgendwie in die Ereignisse verwickelt zu sein und kleine, fiese Cliffhanger am jedem Kapitelende verführen zum weiterlesen.

Überraschende Auflösung

Je näher man der Auflösung kommt, desto gespannter ist man zu erfahren, wohin das alles führt. Ein bisschen was, also jedenfalls einen kleinen Teilaspekt der Morde, kann man sich denken. Immerhin liefert der Originaltitel einen kleinen Hinweis drauf :-) Aber die Motivation des Täters bietet dann eine große Überraschung, genau so wie die Person des Täters. Hier wird dranbleiben also auf jeden Fall belohnt :-)

Mein Fazit:

Gnadenmord entwickelt sich nach einem etwas schwachen Anfang dann doch zu einem veritablen Thriller mit allem was dazu gehört. Hier ist ein bisschen anfängliche Geduld gefragt, die auf jeden Fall belohnt wird.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Der Giftzeichner

Jeffery Deaver , Thomas Haufschild
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.11.2016
ISBN 9783734103957
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

New York ist eine alte Stadt und in alten Städten gibt es jede Menge alte und neue Versorgungstunnel. In einem dieser Tunnel, der unter einer Modeboutique verläuft, findet man die Leiche von Chloe Moore. Ihr Mörder hat sie mit einer Tätowierung getötet, indem er statt Tinte Gift benutzt hat – und die tätowierte Botschaft lässt darauf schließen, das Chloe Moore nur der Anfang war. Lincoln Rhyme und sein Team erhalten den Auftrag den Fall zu lösen und den Täter zu stoppen.

Dann wieder ein Scharren. Diesmal kam es ihr wie ein Schuh vor, der über den sandigen Beton schlurfte. Scheiße. Jetzt reicht’s. Nichts wie weg hier. Doch praktisch im selben Moment, bevor sie auch nur ansatzweise kehrtmachen konnte, stürzte er sich von hinten auf sie und knallte ihren Kopf gegen die Wand. Der Giftzeichner, S. 12

Mein Eindruck:

Körperschmuck mal völlig anders...

Der Einstieg

Den Einstieg in Jeffery Deavers Thriller Der Giftzeichner fand ich ein bisschen schwierig. Verschiedene Handlungsstränge und Anspielungen auf ein älteres Buch der Reihe, dass ich nicht gelesen hatte, verwirrten mich ein bisschen. Aber mit jeder Seite wurde ich mehr ins Geschehen hineingezogen und fiel auf die eine oder andere falsche Fährte rein, die Deaver gewohnt lässig legte :-)

Routine und Überraschung

Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs ermitteln gewohnt routiniert, manchmal für meinen Geschmack ein bisschen zu routiniert, was es mit dem Gift, den Tätowierungen und den darin versteckten Botschaften auf sich haben könnte. Sie kommen dem Täter immer näher, was für Lincoln Rhyme und sein Team nicht ohne Konsequenzen bleibt. Als Leser dachte ich auch, ich komme dem Täter und dem Motiv immer näher – naja, dachte ich jedenfalls :-) Am Ende war ich ziemlich überrascht wer es war und warum er tat, was er tat.

Echtes Teamwork

Neben dem sehr komplexen Fall gefiel mir besonders gut, wie das Verhältnis des Ermittlerteams untereinander geschildert wurde, vor allem die Beziehung von Sachs und Rhyme. Gar nicht kitschig oder sentimental und trotzdem konnte man immer wieder merken, dass sie einander viel bedeuten. Auch sonst passte die Chemie des Teams gut und alle arbeiteten präzise wie ein Uhrwerk miteinander. Die Mitarbeiter ersetzten Rhymes krankheitsbedingt fehlende Beweglichkeit und er tat, was er am besten kann – schlussfolgern.

Spannendes, überraschendes Ende

Die Lösung des Falles hat mich dann zum Schluss doch überrascht :-) Diesen Täter hatte ich so gar nicht auf dem Schirm, genauso wenig wie seine Beweggründe. Schlussendlich relativieren sich diese dann aber ganz am Ende, also quasi am Ende nach dem Ende, wieder :-) Das zu erklären ist aber wirklich schwierig, das muss man einfach gelesen haben :-)

Schreibstil

Jeffery Deavers Schreibstil in Der Giftzeichner ist genau der Schreibstil, den ich liebe :-) Ruhig, gepflegt, meist sachlich und klug, aber wenn es darauf ankommt durchaus auch mal emotional. Hintergrundwissen, in diesem Fall hauptsächlich über Gifte und Tätowierungen, wird so vermittelt, dass man etwas lernt, beinahe ohne es zu merken.

Mein Fazit:

Ein absolut lesenswerter, hochspannender Thriller! Wer intelligente, komplexe Fälle und eine gepflegte Schreibweise liebt, sollte Der Giftzeichner unbedingt lesen. Wer Zeit genug hat, sollte sich vielleicht auch ältere Deaver-Bücher wie „Der Knochenjäger“ oder „Der gehetzte Uhrmacher“ zu Gemüte führen, ich werde es auf jeden Fall nachholen :-)

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Toten vom Djatlow-Pass

Alexej Rakitin , Kerstin Monschein
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei btb, 10.09.2018
ISBN 9783442716043
Genre: Biografien

Rezension:

Im Januar 1959 brechen neun junge Wanderer zu einer Wanderung durch die eisige Welt des Urals auf. Alle sind geübte Kletterer, gut vorbereitet  und sehen dieser Bergtour mit viel Freude entgegen - doch knapp einen Monat später werden ihre Leichen am Djatlow-Pass gefunden. Niemand kann - oder will - sagen, was passiert ist und so landet der Fall auf einem in der damaligen Sowjetunion wohl recht hohen Stapel der ungeklärten Fälle. Was hat der KGB, der kalte Krieg und die damit einhergehende Spionage mit dem Tod von neun jungen Menschen zu tun?

Diese Geschichte heizt die Fantasie seit Jahrzehnten an. Über sie wurden Bücher geschrieben, Filme gedreht, ihr sind Tausende Beiträge in Internetforen und Blogs gewidmet. Die Toten vom Djatlow-Pass, S. 9

Mein Eindruck:

Eine Spurensuche nach so vielen Jahren ist kompliziert

Neun junge Menschen

Die Toten vom Djatlow-Pass  ist in diverse Kapitel aufgeteilt, was die Übersicht auf jeden Fall erleichtert. Es beginnt mit einer sehr ausführlichen Vorstellung der Teilnehmer der Bergtour. Ihre Namen, ihre Stärken und Schwächen, ihr Verhältnis untereinander und ihre Zielsetzungen werden sehr akribisch untersucht und vorgestellt. Das kann manchmal ein bisschen schwierig sein, denn ich konnte mir z.B. die vielen russischen, und daher recht fremd klingenden, Namen nicht so gut merken. Den russischen Lesern dürfte das allerdings viel leichter gefallen sein :-)

Unklare Auffindesituation

Anschließend geht es weiter mit der Auffindesituation der Leichen, den gerichtsmedizinischen Unterlagen und den, nach heutigen, westlichen Standard, sehr lückenhaften Untersuchungen des gesamten Vorfalls. Man vergisst beim Lesen schnell, dass das alles schon mehr als fünfzig Jahre her ist und viel Untersuchungsmethoden einfach noch nicht entdeckt oder erforscht waren. Andererseits wollte man auch auf dieser Seite des eisernen Vorhangs manche Dinge gar nicht so genau wissen - diese Art der Ignoranz war leider nicht auf die russische Seite beschränkt.

Verschwörungstheorien en masse

Danach widmet sich Aleksey Rakitin sehr ausführlich den unzähligen Verschwörungstheorien die es um diesen Fall gibt. Dieser Teil war mir entschieden zu langatmig. Man muss nicht jede irre Theorie bis ins Kleinste darlegen und diskutieren, nicht jede Missetat des KGB aus der Mottenkiste hervorkramen und Spione gab und gibt es auf beiden Seiten. Damals genau wie heute. Aber ich schätze, er wollte sich dann auch nicht vorwerfen lassen, er habe auch irgendwas unterschlagen - aber trotz aller Längen, die dieser Teil hatte, war vieles auch hier wirklich spannend zu erfahren.

Bilder einer fremden Welt

Kapitelübergreifend mochte ich vor allem die vielen Bilder in diesem Buch. Es machte es mir einfacher, mir diese jungen Menschen noch lebend vorzustellen und Mitgefühl zu entwickeln. Auch die Bilder der Landschaft und Orte fand ich spannend. Ich war noch nie in Russland und konnte mir so viel besser vorstellen, so wie es damals dort ausgesehen hat. Sie vermitteln oft einen, wenn auch kleinen, Einblick in das Leben der Menschen dort zu dieser Zeit. Aleksey Rakitins Schlussfolgerungen zu den Geschehnissen klingen logisch und nachvollziehbar und ich neige dazu, ihm zu glauben. Aber natürlich kann ich das alles gar nicht überprüfen und muss mich da auf den Autor verlassen.

Mein Fazit:

Die Toten vom Djatlow-Pass ist eine spannende Spurensuche in der Vergangenheit. Trotz diverser, kleinerer Längen fand ich das Buch sehr spannend und aufschlussreich, man muss sich allerdings schon ein bisschen für Politik und jüngere Geschichte interessieren.

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96 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

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Tattoo

Ashley Dyer , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.10.2018
ISBN 9783734106514
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Liverpool versetzt  ein Serienmörder die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Er kidnappt seine Opfer, behält sie eine ganze Weile gefangen und in dieser Zeit tätowiert er sie. Allerdings tätowiert er sie auf eine ganz eigene Art und Weise, mit einem kleinen Ast mit einer Dorne daran - ähnlich wie es die Eingeborenen in Polynesien tun.Die Prozedur ist nicht nur unglaublich schmerzhaft, sie ist in diesen speziellen Fällen am Ende auch tödlich. Seine tätowierten Opfer präsentiert er dann ganz öffentlich.

Die Frau steht im Wohnzimmer von Detective Chief Inspector Greg Carver. In ihrer Hand ein Colt 1911. Nach außen hin wirkt sie ruhig, gefasst. Sie hat einen Job zu erledigen.Tattoo, S.7

Mein Eindruck:

Wer viel redet, sagt nicht immer unbedingt viel…

Nicht mein Buch

Um es gleich vorweg zu schicken - Tattoo war nicht mein Buch. Gleich zu Beginn verwirrt mich der Plot, denn ich weiß nicht so recht, was mit Detektive Carver denn nun tatsächlich passiert ist. Eigentlich fand ich das für den Anfang ganz gut, denn es versprach ja spannend zu werden. Allerdings blieb es über ganz lange Strecken nur bei dem anfänglichen Versprechen, ohne dann etwas zu spannendes zu liefern.

Bekanntes neu präsentiert

Über weite Teile, bis etwa Seite 250  von 550, passierte schlicht - nichts. Ich erfahre jede Menge Dinge über DCI Carver. Er trinkt, er lebt getrennt, er hat sich in den Tattoo-Fall verbissen, sieht (momentan zumindest) farbige Auren und er lügt. Diese Informationen bekomme ich dann in immer wiederkehrenden Sequenzen im ganzen ersten Drittel wieder und wieder neu präsentiert. Für einen Thriller war mir das wirklich zu wenig.

Tätowierte Leichen

Der Plot gar grundsätzlich ja okay, wenn auch nicht neu. Tätowierte Leichen bzw. Tattoos als Todesursache gab es u.a. schon in Der Giftzeichner von Jeffery Deaver, da wurde allerdings wesentlich mehr Spannung aufgebaut. Aber hier gab es jede Menge Papierkram, Einsatzbesprechungen und Zeugenbefragungen und letzere fand ich dann manchmal schon den spannenderen Teil des Buches.

Halbwegs spannendes Ende

Gegen Ende wurde es dann zaghaft spannender, aber für mich war das eindeutig zu spät. Auch wenn der Täter eine Überraschung war - auch hier wurde alles viel zu sehr in die Länge gezogen und verdarb mir den Spaß an der Auflösung. Wobei es mir eigentlich dann auch schon herzlich egal war, ob die Detectives den Täter nun bekamen oder nicht. Ich konnte zu keinem von ihnen eine Beziehung aufbauen und einige Zeugen waren mir deutlich näher, als die Ermittler oder die Opfer.

Mein Fazit:

Tattoo ist zwar den Seiten nach ein umfangreiches Werk, aber auch hier gilt: Wer viele Worte benutzt, hat meist am wenigsten zu sagen. Mich konnte das Buch so überhaupt nicht erreichen und ich fand es auch so gar nicht spannend.

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145 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 41 Rezensionen

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Der Jungfrauenmacher

Derek Meister
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.06.2015
ISBN 9783734100604
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während eines Sturms wird die Leiche einer jungen Frau an den Strand von Valandsiel gespült. Der neue, eher unerfahrene, Revierleiter Knut Jansen fragt sich noch was zu tun ist, als eine zweite, ganz ähnlich aussehende Leiche entdeckt wird.

Knut Jansen vermutet einen Serientäter, aber niemand will zuerst so recht seinen Hypothesen folgen. Die deutsch-amerikanische Profilerin Helen Henning hört ihm zumindest zu und unterstützt ihn bei seinen Ermittlungen.

Ihr habt eure Unschuld verloren. Ihr habt sie für immer verloren. Ihr seid nicht würdig. Der Jungfrauenmacher, S. 58

Mein Eindruck:

Neue Besen sollen ja bekanntlich gut kehren...

Kein leichter Job

Man hat es nicht leicht als Neuling auf einer kleinen Polizeiwache, schon gar nicht wenn man in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Da hat man Ärger mit dem Bürgermeister, der um den Ruf seines beschaulichen Urlaubsortes fürchtet, die Kollegen nehmen einen nicht für voll und übergehen schon mal Anweisungen und das eigene Selbstvertrauen ist auch nicht so wahnsinnig groß. Nicht die ideale Ausgangsposition für einen Revierleiter, der einen Mord aufklären muss – aber der ideale Start für einen spannenden Thriller :-)

Die Hauptcharaktere

Die beiden Hauptcharaktere in Der Jungfrauenmacher sind Knut Jansen, der neue Revierleiter in Valandsiel und Helen Henning, eine Profilerin vom FBI, die ein paar private Dinge dort zu regeln hat. Nach und nach erweisen sie sich als echtes Dreamteam, woran auch charmante LKA-Beamte Maas nichts ändern kann. Während Jansen noch mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hat, kämpft Henning mit Gespenstern ihrer Vergangenheit – trotzdem raufen sie sich zusammen um den Fall zu lösen.

Sympathisches Duo

Mir gefällt, wie beide Charaktere gezeichnet sind. Vielleicht manchmal ein bisschen klischeehaft, ein bisschen zu sehr „Criminal Minds“-mäßig, aber sehr sympathisch und trotz gewisser Ähnlichkeiten mit diversen Serien sehr eigen und eigenständig. Vor allem gefällt mir, das die beiden (zumindest in diesem Band) nicht miteinander im Bett landen :-) Genauso gefällt mir die Umgebungsbeschreibung und wer je an der Nord – oder Ostsee Urlaub gemacht hat, wird hier vieles wiedererkennen.

Angenehmer Schreibstil

Derek Meisters Schreibstil ist auf der einen Seite leicht und flüssig zu lesen, trotzdem ist er sehr bildhaft und eindringlich. Die Kapitel wechseln zwischen den Sichtweisen von Jansen, Hennig und der des Täters und so bleibt die Geschichte durchgehend spannend bis zum Schluss. Die Sichtweise des Täters ist manchmal schon ein bisschen speziell, aber ich finde sie wird nie wirklich „ekelig“ beschrieben.

Spannender Showdown

Der Showdown ist dann nochmal zweigeteilt. Auf der einen Seite laut und hektisch, mit Knalleffekt bei den Polizisten rund um Helen Henning – auf der anderen Seite zur gleichen Zeit still, leise und gruselig, weil Jansen ausgerechnet mit dem Täter auf einen Tauchgang geht. Ich fand diesen zweigeteilten Showdown wirklich toll und ausgesprochen spannend. Am Ende, nachdem der Täter gefasst ist, befreit sich Jansen noch mal sehr „bildwirksam“ von den Altlasten seines Vaters und auch Henning scheint sich von ihren Gespenstern lösen zu können.

Mein Fazit:

Der Jungfrauenmacher wird als Auftaktband zu einer Reihe angekündigt und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band. Ich kann dieses Buch mit gutem Gewissen jedem Thriller-Fan empfehlen – vielleicht auch als Urlaubslektüre in einem Strandkorb am Nordeestrand :-)

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Wähle den Tod

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426519981
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jana Langenfeld lebt ein wohlgeordnetes Leben vor den Toren Berlins. Sie hat zwei reizende Kinder mit den üblichen entwicklungsbedingten Allüren, einen braven Ehemann, der ein bisschen zu viel arbeitet, einen Hund, der alle um den Finger wickelt, ein Haus um das sie so manch einer beneidet und die üblichen Hobbies und Freunde die man in diesem Umfeld so hat. Doch nach und nach sickert das Böse in Janas Vorstadtidylle. Der Hund liegt eines Tages erstochen im Garten und scheint der Startschuss für eine Katastrophe zu sein…

Das feuchte Gras ist niedergedrückt, als hätte jemand etwas Schweres über den Boden geschleift. Was klebt da an den Halmen? Sie beugt sich hinunter, wischt mit der Fingerspitze über einen der Grashalme. Die Kuppe färbt sich rot. Blut? Wähle den Tod, S. 18

Mein Eindruck:

Lügen haben kurze Beine, sehr kurze Beine und sie tauchen immer wieder auf…

Kurze, schnelle Kapitel

Wähle den Tod ist in sehr viele, kurze Kapitel aufgeteilt. So wechselt man als Leser in rascher Folge Orte und Sichtweisen, was für reichlich Tempo und Spannung sorgt. Jana, die Protagonistin, verstrickt sich von Anfang an in kleinere Lügen, die sich aber im Laufe der Geschichte immer weiter aufblähen und sich irgendwann verselbstständigen. Irgendwann kann man sie kaum noch korrigieren - etwas, was sicher jeder schon mal am eigenen Leib erfahren hat.

Lügen über Lügen

In Janas Leben hat  es schon mal eine sehr große, sehr schmerzhafte Lüge gegeben, die sie jetzt unwiderruflich einholt. Dadurch gerät nicht nur sie in Gefahr, vor allem ihre Kinder müssen darunter leiden, aber auch andere Menschen aus Janas Umfeld werden sehr schmerzhaft in dieses ganze Geschichte verwickelt. Mit einem neuen Unrecht lässt sich ein altes Unrecht nicht wegwischen, aber ich kann die Wut und den Frust von Janas Gegnerin schon in gewisser Weise verstehen.

Schuld und Rache

In dieser Geschichte dreht sich alles um Lügen, Unrecht, Schuld und Rache. Anhand der anfänglichen kleinen Lügen, die ja gar nicht so schlimm sind und nur gut gemeint waren, wird bewusst gemacht, dass es eben auch diese kleinen vermeintlich harmlosen Lügen sind, die irgendwann außer Kontrolle geraten können. Gerade durch diese kleinen feinen  Anfänge wird man darauf gestoßen, dass man ja selber auch nicht wirklich besser ist. Jeder von uns lügt im Prinzip zig-mal am Tage, nur wirkt es sich natürlich nicht so brutal aus.

Lügenturm

In diesem speziellen Fall aber geht es um existentielle Sachen bei denen gelogen wird und da wirken sich Lügen eben auch noch Jahrzehnte später aus. Die Auflösung im letzten Drittel der Geschichte zeigt dann noch einmal auf, wie sich Lüge auf Lüge auftürmt und letztlich das Leben einiger Menschen zerstört hat. Hier nimmt dann auch das Erzähltempo ab und trotz der manchmal wirklich schockierenden Enthüllungen, geht mir der Spannungsbogen an dieser Stelle dann ein bisschen verloren.

Kein Mitleid

Aber das ist natürlich jammern auf ganz hohem Niveau - denn spannend ist natürlich auch die Auflösung und  die Art und Weise wie sich alles auflöst. Mittlerweile hat sich innerhalb der Geschichte ein so dichtes Lügennetz breitgemacht, dass man als Leser auch nicht mehr durchschaut, was denn nun wahr ist und was nicht. Eigentlich mochte ich Jana und wollte ihr gerne glauben, aber am Ende konnte ich sie wirklich nicht mehr verstehen und mein Mitleid hielt sich in Grenzen.

Mein Fazit:

Wähle den Tod ist ein spannender Thriller der sich um das Thema Schuld, Lügen, Unrecht und Rache dreht. Intelligent konstruiert und mitreißend geschrieben - so lasse ich mich gerne unterhalten.

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86 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

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Das Grab unter Zedern

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289076
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Le Lavandou entwickelt sich zu einem gespaltenen Dorf. Ein vermeintlicher Kindermörder wurde vom Berufungsgericht in Toulon freigesprochen und ist nun wieder in  Le Lavandou aufgetaucht. Die meisten Einwohner des hübschen, beschaulichen Dorfes sind empört und als dann auch noch ein Toter am Strand gefunden wird, steht für die meisten fest, wer der Mörder ist. Leon Ritter, der Gerichtsmediziner, sieht das etwas anders hat aber fast das ganze Dorf gegen sich. Aber davon lässt er sich bekanntermaßen ja nicht einschüchtern :-)

Leon atmete tief ein und genoss die Luft, die nach feuchtem Holz und nach Salz roch. Der Himmel, der gestern noch wolkenverhangen und stürmisch grau gewesen war, strahlte jetzt im wolkenlosen Hellblau der Provence. Das Grab unter Zedern, S.10

Mein Eindruck:

Dunkle Geheimnisse hinter blank geputzten Fassaden sind ein internationales Phänomen…

Unbeliebt

Leon Ritter hat auch dieses Mal an mehreren Fronten zu kämpfen. Er glaubt nicht, dass der kürzlich entlassene angebliche Kindermöder etwas mit der angeschwemmten Leiche zu tun hat. Aber mit dieser Meinung steht er ziemlich einsam da und macht sich zudem auch noch sehr unbeliebt damit. Wie unbeliebt er sich mit seinen unorthodoxen Methoden und Ansätzen macht, muss er feststellen, als der Klinikleiter ihm seinen möglichen Nachfolger zur Seite stellt.

Spurensuche

Allen Anfeindungen zum Trotz und seinen reichlich unfähigen Vielleicht-Nachfolger ignorierend begibt Leon sich mal wieder selbst auf Mörderjagd. Eine Spur der er folgt, ein mysteriöser Knochenfund, bringt ihn auf die Insel Porquerolles, die vor der KüsteLe Lavandous liegt. Er befindet sich durchaus auf der richtigen Fährte, aber nun trachtet man ihm nach dem Leben. Aber auch das ist für den unerschrockenen Gerichtsmediziner nicht neu und schreckt ihn auch nicht wirklich ab :-)

savoir-vivre

So unbeliebt Leon Ritter dienstlich ist, so gerne ist er privat gesehen. Nicht nur mit seiner neuen Lebensgefährtin Isabell und ihrer Tochter Lilou versteht er sich gut, sondern auch mit den manchmal etwas sonderbaren Dorfbewohnern ist er recht gut befreundet. Er hat sich an den angenehm unaufgeregten Lebensstil in der Provence gewöhnt und weiß das “savoir-vivre” wirklich zu schätzen. Dieses eher leichte Lebensgefühl vermittelt Remy Eyssen auch recht gut zwischen den Zeilen seine Krimis. Aber er sorgt auch mit etlichen Begebenheiten immer dafür, dass die Geschichte nicht “verkitscht” sondern ziemlich realistisch bleibt.

Überraschung

Als aufmerksamer oder geübter Krimileser hat man recht schnell eine Ahnung, wer hinter diesem und weiteren Morden steckt. Auch das warum erschließt sich mir recht schnell, trotzdem wird die Geschichte dadurch nicht langweilig. Gerade zu dem “warum” gehören sehr viele kleine Geschichten, die deutlich machen, dass wegschauen keine Lösung ist und die Ereignisse dadurch immer nur noch größer werden. Die Lösung hat dann am Ende übrigens doch noch eine Überraschung parat, auch für den geübten Leser :-)

Mein Fazit:

Das Grab unter Zedern ist zwar ein typischer Urlaubskrimi der unterhaltsam ist, der aber auch beweist, dass ein Krimi deswegen nicht seicht sein muss. Mir hat er wieder einmal super gefallen und ich freu mich auf den nächsten Besuch in der Provence :-)

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Die Stimmen der Toten

Stuart MacBride , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.09.2015
ISBN 9783442482894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie nicht anders zu erwarten war, landete Ash Henderson am Ende im Gefängnis. Ex-Polizisten sind in der Haft wohl ohnehin nicht besonders beliebt und seine Erzfeindin außerhalb des Gefängnisses sorgt dafür, dass es Ash noch ein bisschen schlechter geht. So steht er bei jeder Anhörung zur Haftentlassung als übler Schläger da und kann diese getrost vergessen.

Nicht ganz vergessen haben ihn allerdings seine Kollegen, denn als der als „Inside Man“ bekannte Psychopath nach einer längeren Pause wieder zuschlägt holen sie ihn unter Auflagen wieder aus dem Knast. Einmal ist ihm der „Inside Man“ entwischt, ein weiteres Mal soll Ash das nicht passieren.

Drinnen roch es noch genauso wie vor zwei Jahren – eine widerliche Mischung aus Käsefüßen und schlechtem Atem über einer Lage Rost und Schweiß. Die Stimmen der Toten, S. 44

Mein Eindruck:

Unterschätze nie einen Bullen...

Der Ermittler

In irgendeiner Art und Weise geläutert hat der Knastaufenthalt Ash Henderson nicht. Er ist nach wie vor ein unsympathischer Kerl, der rücksichtslos seinen Weg geht, oder besser hinkt, denn die vielen Prügeleien haben ihre Spuren hinterlassen. Aber er hat zwei Ziele, die ihn nicht ruhen lassen. Das eine ist es, den „Inside Man“ dieses Mal zu fassen, der ihm schon einmal knapp entkommen ist, das andere ist seine Rache an seiner Erzfeindin Mrs. Kerrigan.

Die Psychologin

Ihm zur Seite steht, wie schon in Das 13. Opfer, die Psychologin Alice McDonald. Sie scheint mir in diesem Band nicht ganz so von Phobien geplagt wie im letzten und nicht ganz so durstig. Aber sie hat einen gewissen beruhigenden Einfluss auf Ash und weicht ihm nicht von der Seite. Das freut beide nicht unbedingt, denn es gehörte mit zu den Auflagen seiner Haftentlassung, aber die beiden sind ein wirklich tolles Team.

Der Täter

Aber bei diesem Täter müssen sie das auch, denn der „Inside Man“ ist ein ganz besonderer Täter. Er schneidet seine Opfer auf, platziert eine Spielzeugpuppe in deren Bauch, näht sie wieder zu und legt sie irgendwo ab. Meist wählt er dann den Notruf, spielt ein Band ab, dass seine Opfer selbst einsprechen mussten und manchmal haben sie Glück und werden früh genug gefunden um zu überleben, aber oft genug auch nicht. Wobei Glück natürlich hier auch relativ ist. Kein leichter Stoff also :-)

Der Schreibstil

Wie schon beim ersten Band halten mich Stuart MacBrides Schreibstil und seine vielen überraschenden Wendungen im Verlauf der Geschichte bei der Stange. Ich mag weder Ash Henderson noch die Psychologin und schon gar nicht das restliche Ermittlerteam – aber ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. MacBride beobachtet und beschreibt messerscharf und gerne so, dass es beinahe wehtut. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und vor allem wie weit Ash Henderson dieses Mal geht :-)

Dank an den Übersetzer…

Nachdem ich ja beim letzten Band ein bisschen über die Übersetzung gemotzt habe, will ich mich dieses Mal dann auch lobend äußern :-) Dieses Mal gab es nichts zu meckern und Andreas Jäger hat als Übersetzer so gute Arbeit geleistet, das mir nicht aufgefallen ist, dass es eine Übersetzung ist.

Mein Fazit:

Ein knallharter, stellenweise sehr brutaler Thriller mit einer raffiniert ausgedachten Story. Wer Thriller mit einer etwas härteren Gangart liebt, der sollte sich Die Stimmen der Toten nicht entgehen lassen. Allerdings würde ich empfehlen zuerst Das 13. Opfer zu lesen, sonst fehlen einem doch gewisse Zusammenhänge.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Blut in den Straßen von Mailand

Paolo Roversi , Esther Hansen
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.10.2018
ISBN 9783548289977
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Blut in den Straßen von Mailand von Paolo Roversi  ist ein klassischer Krimi, der mir durch den Klappentext aufgefallen ist. In Blut gezeichnete Symbole - da kann ich einfach nicht widerstehen :-) Außerdem mag ich Mailand, was soll also schon schiefgehen? Selber habe ich noch keine Buch von Paolo Roversi gelesen, aber schon das eine oder andere von ihm gehört, deswegen bin ich schon ganz gespannt auf das Buch.

Nur eines bleibt ihm jetzt noch übrig, vorausgesetzt, er kann sich lange genug an sein  schwindendes Leben krallen, um diese Aufgabe zu Ende zu bringen … Das Blut in den Straßen von Mailand, S. 6

Das Blut in den Straßen von Mailand

Paolo Roversi

Mein Eindruck:

Das Ende der Welt startet in Mailand...

Mord zum Auftakt

Gleich zum Einstieg erlebe ich den höchst dramatischen Todeskampf des Avvocato Giovanni Sommese, Teilhaber einer der angesehensten Rechtsanwaltskanzleien Mailands, mit. Mit letzter Kraft malt er mit seinem eigenen Blut ein Symbol auf den Boden. Als erfahrener Leser weiß man, dass das nichts Gutes zu bedeuten hat :-)

Bewerbungsgespräch

Gar nicht weit entfernt trifft sich der Journalist Enrico Radeschi mit einem potentiellen neuen Chef in einer etwas abgewrackten Bar. Hier ist alles etwas weniger dramatisch und durch die Ich-Perspektive in diesem Teil des Geschehens nehme ich auch an Radeschis Gedanken teil. Das ist eine durchaus unterhaltsame Sache :-) Radeschi durchschaut natürlich seinen Beinahe-Chef - muss aber immer so tun, als wüsste er so gar nicht wie der Hase läuft. Man hört ihn mehr als einmal lautlos seufzen :-)

Unbeliebt

Der Mord an Avvocato Sommese passiert ja quasi vor den Augen der beiden Journalisten und auch wenn Radeschi den Job nicht bekommt, ist er neugierig genug um in der Sache zu ermitteln. Nach und nach dreht er jeden Stein um, tritt auf unzählige Füße und macht sich reichlich unbeliebt - kommt aber einer schier unglaublichen, gruseligen und bedrohlichen Sache auf die Spur. Natürlich sind reichlich Männer aus den höchsten Kreisen involviert…

Pageturner

Das Blut in den Straßen von Mailand beginnt eigentlich gar nicht so spektakulär, wie es sich vielleicht anhört und doch hat mich die ganze Anfangsszene gleich gepackt. Aber auch das sehr seltsame “Einstellungsgespräch” direkt danach hat mir Lust aufs weiterlesen gemacht und ganz schnell konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Plot ist super spannend konstruiert, es gibt reichlich falsche Fährten, denen man folgen kann und doch ist das Ende dann immer noch logisch und trotzdem überraschend.

Einnehmender Schreibstil

Aber noch mehr wie all die Morde, Verschwörungen, Geheimtreffen, bösartigen Pläne und der liebenswerte Protagonist  hat mich der Paolo Roversis Schreibstil gefesselt. Die Geschichte liest sich, als ob der beste Freund einem etwas erzählt. Immer ein bisschen lakonisch, ein bisschen ironisch und bissig, manchmal schon auch ein bisschen böse erzählt Enrico Radeschi von seinen Ermittlungen und deren Ergebnissen und ich höre beinahe atemlos zu.

Nachwort

Das Blut in den Straßen von Mailand ist ja eigentlich der dritte Band um den neugierigen Journalisten, handelt aber tatsächlich eine ganze Weile vor dem eigentlichen ersten Band Die linke Hand des Teufels - erinnert ein bisschen an Star Wars, da war das ja irgendwann auch alles etwas durcheinander :-) Aber in seinem Nachwort erklärt Paolo Roversi warum das so ist  und wie viel in seinem Buch Realität und wie viel Fiktion ist. Ich finde selbst dieses Nachwort immer noch amüsant und lesenswert :-)

Mein Fazit:

Das Blut in den Straßen von Mailand ist ein spannend konstruierter und dennoch amüsant zu lesender Krimi, der mich nicht losgelassen hat, bis ich wusste was alles dahinter steckt. Ich fand ihn etwas ungewöhnlich - aber eben ungewöhnlich toll.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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In Schönheit sterben

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783548290485
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Giada Bianchi, streitbare und von schon Beruf aus neugierige Reporterin, langweilt sich ein bisschen bei den Aufträgen, die ihr Boss ihr so zuschiebt. Wer interessiert sich schon für einen manipulierten Brunnen, wenn an anderer Stelle ein bekanntes Mitglied der römischen Upper-Class brutal ermordet und ausgeraubt wird? Annibale Colosanti war ein Lebemann, ein Exzentriker und ein Kunstsammler. Ist ihm seine Leidenschaft für die Kunst letztlich zum Verhängnis geworden? Gemeinsam mit dem Münchner Rechtsanwalt im freiwilligen Ruhestand Robert Lichtenwald forscht sie nach und deckt so manches Geheimnis auf...

Wie würde es werden, dieses Leben? Lichtenwald wusste, dass es nur eine Sache gab, die noch gefährlicher war, als seine Träume zu beerdigen: sie zu verwirklichen. In Schönheit sterben, S. 24

Mein Eindruck:

Italien, Sonne, leckeres Essen und hervorragender Wein – klingt verlockend...

Alte Verbrechen

Zum Einstieg bekommt man ein Verbrechen serviert, dass bereits 15 Jahre zurückliegt, aber an dieser Stelle ahnt man natürlich, das es irgendetwas mit der Gegenwart zu tun hat. Allerding lässt sich zunächst nicht so recht ausmachen, wie weit und in welcher Form die Geschehnisse von damals sich auswirken. Auch über die heutigen Protagonisten, Giada Bianchi und Robert Lichtenwald, bekommt man quasi zur Auffrischung ein paar erläuternde Infos.

Ein gutes Team

Giada und Robert scheinen ein wirklich gutes Team zu sein. Jedenfalls gehen beide gerne Essen und genehmigen sich gerne und oft ein Gläschen Wein :-) Aber natürlich wird zwischen den Gängen fleißig ermittelt und beide begeben sich immer wieder in gefährliche Situationen. Sie haben es mit Grabräubern, einer sehr seltsamen „Partei der Schönheit“ und reichlich römischen Originalen zu tun. Am Zwischenmenschlichen sollten sie allerdings noch arbeiten – aber ich schätze, das tun sie :-)

Kurzweilige Urlaubslektüre

In Schönheit sterben ist ein typischer, kurzweiliger Urlaubs-Krimi. Der Plot ist solide, aber nicht sonderlich aufregend und verlässt allgemein gut funktionierende Pfade nicht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und wirklich gut lesbar, die Dialoge sind für meinen Geschmack recht lebensnah und gerade Giadas „typisch italienische“ Art zauber mir immer mal wieder ein Lächeln ins Gesicht. Mit dem guten Robert werde ich nicht so recht warm, aber das würde ich wohl auch nicht, wenn ich ihm tatsächlich leibhaftig begegnen würde :-)

Cosy Crime

Dieses Buch lässt sich ganz sicher wunderbar am Strand, im Freibad oder sonst wo in der Sonne genauso gut lesen, wie im heimischen Wohnzimmer auf der Couch. So sollte Cosy Crime sein und so ist auch In Schönheit sterben. Ganz sicher lassen sich darauf noch etliche Bände aufbauen, allerdings muss ich sie nicht unbedingt lesen. Es gibt auch Stories in diesem Genre, die ich regelmäßig Band für Band verschlinge – diese Geschichte gehört nicht dazu

Mein Fazit:

In Schönheit sterben hat einen soliden, aber nicht weiter aufregenden Plot – ist aber angenehm und flüssig geschrieben. Ein gutes Buch für Zwischendurch oder den Urlaub, aber für mich nicht mehr, allerdings eben auch nicht weniger.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Broken Dolls

James Carol , Wolfram Ströle , Dietmar Wunder
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.11.2014
ISBN 9783862314218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jefferson Winter ist Profiler – und der Sohn eines berüchtigten Serienkillers. Am Anfang seiner Karriere arbeitete er für das FBI, mittlerweile ist er aber selbstständiger Berater und in dieser Eigenschaft wird er vom sonnigen Kalifornien ins winterliche London gerufen. Hier treibt ein Serientäter sein perfides Spiel mit jungen Frauen. Er tötet sie nicht, sondern er foltert sie über einen langen Zeitraum und nimmt ihnen am Ende einen Teil ihres Gehirns, so dass nur noch eine leere Hülle zurückbleibt. Sein neuestes Opfer ist Rachel Morris und den Ermittlern bleibt nicht mehr viel Zeit um sie zu retten.

Die Frau in dem Krankenhausbett hätte tot sein können. Es wäre besser für sie gewesen. Dass sie lebte, war nur am beharrlichen Piepen des Herzmonitors und am sachten Heben und Senken der Bettdecke zu erkennen. Ihr Gesicht zeigte keinerlei Regung, aber es war nicht entspannt wie bei einer Schlafenden, sondern mehr wie bei einer Toten, so als wären alle Gesichtsmuskeln dauerhaft abgeschaltet worden. Broken Dolls - Er tötet ihre Seelen

Mein Eindruck:

Ein genialer, arroganter Ermittler...

Der Protagonist

Broken Dolls – Er tötet ihre Seelen ist der erste Teil einer Reihe und so wird natürlich erst einmal der Hauptcharakter ausführlich eingeführt und vorgestellt. Man erfährt recht viel über Jefferson Winter und seine Eigenarten. Er trinkt gern Single Malt, raucht recht viel, wohnt nie in Hotelzimmern sondern immer in Suiten,  ist manchmal fast beleidigend direkt, sein Vater war ein berüchtigter Serienkiller, der vor gut eineinhalb Jahren hingerichtet wurde und er hat wegen eines Gendefektes, trotz seines recht jungen Alters, weiße Haare. Genau wie sein Vorbild Sherlock Holmes verfügt Winter über ein wahnsinniges großes Allgemeinwissen oder er ist auf jeden Fall in der Lage sich auch komplizierte Dinge sehr schnell anzueignen.

Nebencharaktere

Im vorliegenden Fall stehen Winter Detective Inspector Mark Hatcher und seine attraktive Kollegin Detective Sergeant Sophie Templeton von Scotland Yard zur Seite. Auf ersteren wird eigentlich eher selten eingegangen und auch Sophie Templeton bleibt ein bisschen blass. Sie sieht wahnsinnig  toll aus, ist clever und ebenfalls sehr direkt. Vielmehr  ist mir von ihr eigentlich nicht in Erinnerung geblieben, aber, wenn Carol seinem Konzept folgt, es handelt sowieso jede Folge woanders, dem zu Folge wird es sowieso in jedem Band eine neue Besetzung geben. Wohltuend fand ich, dass Templeton und Winter nicht gemeinsam im Bett landeten – obwohl sie sich gegenseitig sehr attraktiv fanden.

Der Täter

Na, dazu verrate ich jetzt natürlich nichts :-) Aber über die Taten kann man reden. Er quält und foltert seine Opfer und obwohl das grundsätzlich schon ausführlich geschildert wird, wird es nie wirklich präzise. Für die Grausamkeiten die der Täter begeht, ist das Buch erstaunlich unblutig – vieles spielt sich eigentlich mehr in der Fantasie des Lesers ab, als das es ausführlich geschildert wird. Am Ende seiner Prozedur führt an seinen Opfern eine sogenannte „Lobotomie“ durch – eine Hirn-OP, die früher wohl durchaus mal bei schweren psychischen Erkrankungen  Standard war, aber eben zu anderen schweren Störungen führte. Diese „Methode nach Freeman“ wird schon sehr ausführlich geschildert und ist wirklich ziemlich eklig. Dazu braucht man übrigens das Ding, das auf dem Cover abgebildet ist und „Orbitoklast“ heißt :-)

Der Schreibstil

Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal ist da Winters Perspektive, die in der Ich-Form  erzählt wird und dann gibt es die Perspektive des Opfers, die in der dritten Person geschrieben ist. Beide Perspektiven wechseln sich ab und zusammen mit zahlreichen Cliffhangern im Text, sorgt das für ein angenehm temporeiches Buch. Manchmal gibt es ein bisschen viel fachchinesisch und auch gelegentlich etwas zu viel Allwissenheit – trotzdem fand ich Broken Dolls spannend und angenehm zu lesen bzw. zu hören.

Der Erzähler

Broken Dolls– Er tötet ihre Seelen wird mir von Dietmar Wunder erzählt, der mir schon bei Dein finsteres Herz außerordentlich gut gefallen hat. Seine ruhige, sonore Stimme verleiht der Geschichte ein ganz eigenes Leben und wieder einmal konnte ich dabei total die Zeit vergessen :-) Ich fürchte, das wird dazu führen, dass ich mir auch die anderen Teile der Reihe anhören muss :-)

Mein Fazit:

Broken Dolls ist eine wahnsinnig spannende Geschichte mit einem wirklich interessanten Protagonisten. Wer, so wie ich, auf Serienkiller steht, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen.

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301 Bibliotheken, 3 Leser, 11 Gruppen, 72 Rezensionen

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Der Todesflüsterer

Donato Carrisi , Christiane von Bechtolsheim , Claudia Schmitt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2010
ISBN 9783492257701
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spielende Kinder entdecken auf einer Waldlichtung einen abgetrennten Arm und benachrichtigen die Polizei. Diese findet dann noch weiter menschliche Überreste - genaugenommen sind es mehrere Arme, jeweils der linke Arm eines Kindes. Alle diese Kinder sind als vermisst gemeldet und auch wenn der DNA-Abgleich noch aussteht, sind die Ermittler sich sicher, dass es sich um eben diese vermissten Kinder handelt. Beinahe zur gleichen Zeit gerät der bislang völlig unauffällige Alexander Bermann mit seinem Wagen in eine Routinekontrolle…

Der Nebel glitt wie ein Leichentuch von den Bergen und entblößte ihre Konturen. Die Gerüche des Waldes ringsum verschmolzen mit der nächtlichen Feuchtigkeit, die an den Kleidern emporkroch und sich kalt an die Haut schmiegte. Der Todesflüsterer, S.8

Mein Eindruck:

Wer möchte schon wie eine Marionette an unsichtbaren Fäden tanzen...

Mila und Goran

Das ermittelnde Team um die verschwundenen Kinder zu finden ist relativ groß und ein bisschen unübersichtlich. Aber für mich sind die Hauptpersonen Mila Vasquez und Goran Gavila. Mila ist Hauptkommissarin und ist spezialisiert auf das Auffinden von verschwundenen oder entführten Kindern. Ihre Erfolge in diesem Bereich verschaffen ihr ihre Rolle in diesem Team. Goran Gavila ist Kriminologe und arbeitet schon länger mit dem Ermittlerteam zusammen und hat ein paar seltsame Marotten.

Kindergarten

Mila tut sich ein bisschen schwer, sich in das bestehende Team zu integrieren. Allerdings macht das Team es ihr auch nicht unbedingt leicht. Ein bisschen viel Kindergartentheater darum, wer das schönste Förmchen, die größte Schaufel hat und ob Kollege Boris nun bei Mila Chancen hat oder nicht. So wirklich professionell wirken hier nur Mila und Goran, alle anderen machen eher den Eindruck von albernem Beiwerk - aber es tragen auch alle immer wieder zu den wichtigen Erkenntnissen bei.

Wendungen und Twists

Mila und Goran dominieren allerdings die Handlung, ebenso wie die Ermittlungen.. Vor allem über Mila Vasquez erfährt man nach und nach sehr vieles und ich fühle mich ihr, trotz ihrer gerne mal unterkühlten Art, sehr verbunden. Gemeinsam mit Goran treibt sie die Handlung maßgeblich voran und oft scheint die Lösung zum Greifen nah. Aber dann kommt die nächste Wendung, der nächste Twist und ich muss, gemeinsam mit den Ermittlern, alle meine Verdächtigen wieder laufen lassen :-)

Spannend und überzeugend

Dieser Täter hier verfolgt einen ebenso grausamen wie genialen Plan, indem er alle Beteiligten, auch die Ermittler, nach seinem Belieben manipuliert und vorführt. Erst ganz am Ende erfährt man als Leser, wer hier wie ein Puppenspieler agiert. Hin und wieder schleichen sich, gerade um Ende hin, kleiner Logikfehler ein und die Sache mit dem Medium fand ich ziemlich unnötig - aber insgesamt fand ich sowohl den Plot als auch den Schreibstil wirklich spannend und überzeugend.

Mein Fazit:

Der Todesflüsterer von Donato Carrisi ist ein sehr spannender Thriller, mit gelegentlichen Splattereinlagen und kleineren Logikfehlern zum Ende hin. Da es hier maßgeblich um Verbrechen an Kindern geht, wird das Buch nicht jedermanns Sache sein.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Im Dunkel der Angst

Lori Rader-Day , Anne Fröhlich
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna Winger zieht mit ihrem Sohn rastlos von Stadt zu Stadt. Sie lebt eine Weile in jeder Stadt, aber dann erkennt sie jemand, oder jedenfalls glaubt sie das und dann zieht sie weiter in eine andere Stadt. Ihren Sohn hat sie dabei immer im Schlepptau und die Situation ist für ihn nicht ganz einfach. Dann verschwindet in der Stadt, in der sie jetzt gerade lebt ein zweijähriger Junge und Anna, die sich einen gewissen Ruf als Graphologin erarbeitet hat, wird um Hilfe gebeten. Widerwillig tut sie worum sie gebeten wird…

Als die freiwilligen Sucherinnen mit ein paar Flyern vor meiner Tür standen, hatten ihr Eifer und ihre Anteilnahme schon ein wenig nachgelassen. Ich hatte gerade die Nachrichten gesehen und war das Kind auch schon ein wenig leid. Im Dunkel der Angst, S. 11

Mein Eindruck:

Wenn längst vergessen geglaubtes wieder ans Licht kommt…

Perspektive

Im Dunkel der Angst ist in der Ich-Perspektive geschrieben - etwas was ich nicht immer unbedingt mag. Meist führt diese Perspektive ja dazu, sich intensiver mit den Gedanken und Gefühlen der oder des Protagonisten auseinanderzusetzen. Wenn man den dann aber total unsympathisch, nervig oder dumm findet ist das Ganze dann nicht unbedingt ein Lesevergnügen :-)

Flucht

Nun fand ich Anna Winger, die Hauptperson in diesem Buch, eigentlich ganz nett. Ich wollte wirklich wissen und verstehen, warum sie schon so lange auf der Flucht ist und vor allem vor wem. Ihr Sohn leidet sehr unter diesem ständigen Ortswechsel, aber vor allem leidet er darunter, dass er ebensowenig weiß, wie ich. Er weiß nicht wer sein Vater ist, geschweige denn, wer seine Großeltern sind - er kennt weder Verwandte väterlicherseits, noch von der Seite seiner Mutter, noch weiß er, warum sie ständig umziehen. Das macht einen ohnehin schon pubertätsbedingt schlecht gelaunten Teenager weiß Gott nicht umgänglicher.

Licht

Bedingt durch die Eingangs schon erwähnte Ich-Perspektive, befasse ich mich nun sehr ausgiebig mit Annas Seelenleben, ihren Ängsten und Befürchtungen. Trotzdem dauerte es wirklich ewig lange, bis ein bisschen Licht ins Dunkel der vergangenen Ereignisse kommt. Für mich dauerte es es ein bisschen zu lange - zwischendurch verlor ich dann schon mal das Interesse an Anna, ihrem Sohn und den Geschehnissen rund um sie herum.

Neugier

Diesen Längen zum Trotz, habe ich das Buch nicht weggelegt, einfach weil meine Neugier dann doch stärker war. Ich wollte irgendwann tatsächlich endlich wissen, wer ihr da was angetan hat. Am Ende erfahre ich es dann auch, vielleicht ein bisschen sehr spät - andererseits lieferte mir dieses warten auf die Auflösung ja auch einen Grund immer weiter zu lesen :-) Der trotz einer gewissen Schroffheit angenehm flüssig zu lesende Schreibstil tat dazu sein übriges.

Mein Fazit:

Im Dunkel der Angst ist ein, wie ich finde, eher ungewöhnlicher Roman. Es ist kein Krimi, trotzdem ist die Geschichte sehr spannend, wenn man ein bisschen Geduld aufbringt und über kleinere Längen hinweg liest.

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