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121 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, berlin, martin krist, spannung, kannibalismus

Märchenwald

Martin Krist
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548287645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem mich ja schon vor einigen Tagen die geheimnisvolle Karte mit der spannenden Frage „Traust du dich in den Märchenwald?“ erreicht hatte, kam dann wenig später auch das passende Buch dazu :-) Natürlich hab ich mich getraut :-)

Märchenwald von Martin Krist

Max und seine kleine Schwester Ellie werden von ihrer Mutter in einen Wandschrank gesperrt. Dabei gibt sie Max den Auftrag auf seine kleine Schwester aufzupassen und, was auch immer geschieht, mit ihr zu ihrem Opa zu gehen.

Fast zur gleichen Zeit erwacht Zoe, schwer misshandelt und traumatisiert in einer dunklen Gasse irgendwo in Berlin. Sie kann sich an nichts erinnern – sie ist sich noch nicht mal sicher, wie sie tatsächlich heißt oder wie sie in dieser Gasse gelandet ist.

In einem anderen Teil Berlins wird Paul Kalkbrenner an einen eigentlich eher harmlosen Tatort gerufen – ein Rentner starb an einem Herzinfarkt. Was sich allerdings in seinem Abstellraum findet, ist alles andere als harmlos.

Mein Eindruck:

Und während Max seine Schwester an sich drückte, stellte er sich den stickigen, halbdunklen Verschlag tatsächlich als jene Höhle vor, von der seine Mutter ihm früher, als er noch ein kleiner Junge war, immer vor dem Einschlafen erzählt hatte. Märchenwald, S. 12

Die Handlungsebenen

Märchenwald wird in verschiedenen Handlungsebenen erzählt, die lange Zeit parallel zueinander laufen. Dabei gibt es drei Hauptebenen

-          Da gibt es Max und Ellie, die sich auf den Weg machen, um quer durch Berlin zu ihrem Opa zu gelangen. Ein schwieriger und gefahrvoller Weg,  auf dem sie die unterschiedlichsten Leute treffen. Max macht sich und Ellie immer wieder mit der Geschichte rund um den Märchenwald Mut, denn dort, wie es in Märchen so ist, wird am Ende alles wieder gut.

-          Der zweite Handlungsstrang betrifft Zoe – auch wenn das nicht ihr richtiger Name ist. Sie weiß nicht was geschehen ist, aber sie weiß, dass sie gejagt wird. Also flüchtet sie, im Prinzip ebenso wie die Kinder, quer durch Berlin, auf der Suche nach der Wahrheit. Gelegentlich blitzen Erinnerungen auf, die sie nicht einordnen kann, denen sie aber auf den Grund gehen will.

-          Die dritte Ebene dreht sich um den Rentner, der, an sich völlig harmlos, einem Herzinfarkt erlegen ist. Wären da nicht die Leichenteile in seiner Abstellkammer und die Essenreste auf seinem Tisch, wäre auch alles kein Problem.  Da aber sowohl die Leichenteile als auch seine Bratenreste dieselbe DNA aufweisen steht fest, dass sie es mit einem Kannibalen zu tun haben.

Alle drei Handlungsebenen sind natürlich irgendwie miteinander verwoben – die zentrale Frage für den Leser  ist natürlich wie :-) Kalkbrenner ermittelt, trotz diverser privater Probleme, mit Hochdruck im Fall des Kannibalen und kommt den, im wahrsten Sinne des Wortes, unappetitlichen Hintergründen immer näher. Spannend finde ich vor allem, dass sich alle Personen immer mal wieder zufällig über den Weg laufen, ohne zu ahnen, dass es eine Verbindung zwischen ihnen gibt. Erschreckend  finde ich dagegen die vielen Abgründe, die sich vor einem öffnen und wer alles bei den Ereignissen mitgemischt hat.

Zusammenhänge

Der Aufbau der Geschichte und die  Perspektivwechsel in den sich schnell abwechselnden Kapiteln geben der Geschichte viel Tempo und haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich  immer weiter lesen wollte.  Die Schilderungen, was die Kinder auf ihrer Irrfahrt quer durch Berlin erleben und wie es mit Zoe und ihrem Gedächtnisverlust weitergeht haben mich zunächst eigentlich mehr gefesselt, als die Ermittlungen rund um den Kannibalen. Vielleicht lese ich zu viele Thriller? Allerdings vermischen sich die Ereignisse gegen Ende immer mehr  und je mehr Zusammenhänge man erkennt, umso entsetzter wird man.

Natürlich gibt es auch kleine Ungereimtheiten, jedenfalls für mich – aber sie beeinträchtigen nicht wirklich den Gesamteindruck. Märchenwald glänzt durch eine spannende Grundstory, die mit viel Liebe zum Detail erzählt wird. Die Protagonisten wirken sehr lebendig, so dass man wirklich glaubt, sie tatsächlich zu kennen – und die einen mag man, die anderen nicht und wieder andere verabscheut man. Eben ganz, wie im richtigen Leben :-)

Mein Fazit:

Eine spannende, stimmige Geschichte mit einer nicht grade magenfreundlichen Grundstory. Jedenfalls betrachte ich Einladungen zum Essen jetzt irgendwie mit anderen Augen :-)

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Tags: märchenwal, martin krist   (2)
 

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

kinder der dunkelheit, vampire, venedig, gabriele ketterl, eifersucht

Venetian Vampires - Kinder der Dunkelheit

Gabriele Ketterl
Flexibler Einband
Erschienen bei Oldigor Verlag, 26.09.2013
ISBN 9783943697582
Genre: Fantasy

Rezension:

Venedig und Vampire passen wirklich gut zusammen :-)

Mohammed al Hassarin

Zu Beginn des Buches entführt Gabriele Ketterl ihre Leser ins Jahr 1496, in die Stadt Grenada. Hier erlebe ich den Tod von Mohammed al Hassarin und die Ereignisse die zu seinem Tod führten mit – und alles was danach geschah. Es scheint zuerst ein bisschen langamtig zu sein, erinnert ein bisschen an einen historischen Roman, aber so kann ich vieles, was in der Folgezeit passiert ganz gut einordnen. Eigentlich hatte ich bisher kaum die Gelgenheit in den vielen Vampirgeschichten die ich bisher gelesen habe, die Wandlung vom Menschen zum Vampir “hautnah mitzuerleben” – soweit das möglich ist :-)

Der Ehrenkodex

Überhaupt unterscheiden sich diese Vampire ganz erheblich von allen anderen Vampiren, die mir so “begegnet” sind. Sie sind nicht grundsätzlich mordlüstern oder blutgierig, sondern stets bemüht ihre Opfer weder leiden zu lassen, noch sie zu töten. Sie haben ihre Menschlichkeit bewahrt und handeln nach einem strengen Ehrenkodex, der besagt, niemals einen Unschuldigen zu töten. Was aber nicht heisst, das sie nicht können, wenn sie wollen :-) Und manchmal scheint es notwendig zu sein zu wollen.

Luca di Marco

Es ist nicht so schwer zu erraten, Luca di Marco ist ein Vampir, eben dieser Mohammed al Hassarin. Aber er ist nicht einfach nur irgendein Vampir, sondern ein ausgesprochen wichtiger Vampir und als solcher hat er natürlich auch mit den Bösewichten zu kämpfen. Diese Bösewichte sind nicht zimperlich und machen ihm das Leben schwer, aber mit Sabine an seiner Seite wird er den lauernden Gefahren schon trotzen :-)

Kopfkino

Gabriele Ketterls Schreibstil gefällt mir persönlich wirklich gut. Sie lässt Bilder in meinem Kopf entstehen,fesselt mich an die Geschichte und an die Protagonisten, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen kann. Zwar ist der Einstieg ein bisschen langatmig, aber durchaus notwendig um Luca zu verstehen. Also auf jeden Fall durchhalten – wirklich spannend wird es erst nach dem ersten Drittel :-) Dann überrascht das Buch aber immer wieder mit neuen Ideen, Drehungen und Wendungen.

Mein Fazit:

Eine tolle Idee, die meisterhaft umgesetzt ist. Wer so wie ich auch gerne mal etwas ausschweifende, detailverliebte Geschichten mag, ist mit Venetian Vampire – Kinder der Dunkelheit bestens bedient. Jetzt freue ich mich schon auf den zweiten Teil der Reihe – Die Raben Kastiliens.

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Tags: fantasy, gabriele ketterl, oldigor-verlag   (3)
 

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fantasy, youya lo

Essenz - Band 1

Youya Lo
E-Buch Text: 205 Seiten
Erschienen bei null, 22.05.2013
ISBN B00CYPPNFG
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nika ist die Tochter mächtiger Eltern. Diese haben Engelskräfte, aber leider hat Nika rein gar nichts von ihnen geerbt, sie ist einfach normalsterblich. Nach dem Tod ihrer Mutter hütet der Vater Nika wie seinen Augapfel, aber Nika fühlt sich eingesperrt und beschließt in Paris zu leben, unter dem Schutz eines Amulettes. Denn mächtige Eltern haben auch mächtige Feinde.

Aber nach dem Mord an ihrer Freundin und Mitbewohnerin Sophie muss sie wohl der übel zurück in den väterlichen Haushalt und eingestehen, dass sie das schützende Amulett verloren hat. Das ist aber nicht ihr größtes Problem, sondern die Tatsache, dass sie dort Daniel – einem Freund ihres Vaters – nicht mehr ohne weiteres ausweichen kann.

Wie soll sie ihre Gefühle ihm gegenüber verbergen? Schließlich ist er, genau wie ihr Vater, ein Engelsblüter und so überhaupt nicht an ihr interessiert.

Mein Eindruck:

Da ich ganz ohne Vorkenntnisse an das Buch herangetreten bin, war ich gespannt, wie mir Fantasy ganz ohne Werwölfe, Vampire und ähnlichem gefällt :-)

Schneller Einstieg

Die Geschichte ist locker, flockig geschrieben. Ganz ohne Pathos oder gestelzte Formulierungen steigt man ziemlich direkt ins Geschehen ein – in diesem Fall in die Vorbereitung zum Mord an Sophie. So lernt man auch gleich ein paar spezielle Fähigkeiten der Engelsblüter kennen, wie z.B. das teleportieren.  Mir hat es gefallen, gleich ohne allzu lange Vorreden, mitten ins Geschehen einzusteigen. Mit Schreibstil und Sprache kam ich super zurecht. Beides ist recht einfach gehalten, aber eben nicht so einfach, dass es störend wirkt.

Nachteil des schnellen Einstiegs :-)

Der Nachteil daran, wenn man so mitten ins Geschehen geworfen wird ist, dass ich mich manchmal gefragt habe : Warum tut er/sie das? Wieso kann er/sie das?  Viele Fragen klären sich zwar im Laufe der Geschichte, aber eben nicht alle und erinnerten mich manchmal an meine eigenen verzweifelten Erziehungsversuche, die hin und wieder mit einem “das ist so, weil ich es so sage” endeten :-) Das hinderte mich allerdings nicht daran, gespannt Seite um Seite weiter zu lesen.

Sympathische Protagonisten

Ein Grund, warum ich nun unbedingt immer weiter lesen wollte war, dass ich die Protagonisten wahnsinnig sympathisch fand. Sie wirkten sehr lebensnah (sofern man Engelsblüter als lebensnah bezeichnen kann) und ihre kleinen, menschlichen Eigenheiten kamen mir hin und wieder sehr bekannt vor :-) Nicht, das ich manchmal zickig wäre, nein :-) Aber ich habe auf jeden Fall mit ihnen gelitten, geliebt und gelacht, was mir gut gefallen hat, auch wenn mir manchmal vom vielen teleportieren beinahe schwindelig geworden ist.

Die Ausgewogenheit zwischen spannenden Szenen, eher gewaltätigen Szenen oder aber auch Sexszenen ist gut getroffen. Bei den Schilderungen von Gewalt ist mir nicht übel geworden und die eine (?) Sexzene ist zwar durchaus direkt, aber nie geschmacklos. Das habe ich dann auch schon in anderen Büchern anders erlebt :-)

Mein Fazit:

Ein spannendes Buch mit einigen wenigen Schwächen. Wann kommt noch gleich der zweite Band heraus?

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Tags: fantasy, youya lo   (2)
 

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vampire, laya talis, vermittler, ebubli, dark fantasy

Der Pakt - Zwischen Göttern und Teufeln, Band eins

Laya Talis
E-Buch Text: 333 Seiten
Erschienen bei epubli GmbH, 25.06.2013
ISBN 9783844260281
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vampirreihen gibt es ja wie Sand am Meer und ich war gespannt, ob das vorliegende Buch von Laya Talis sich tatsächlich von den vielen anderen abhebt.

Eine neue Grundidee

Die Grundidee ist auf jeden Fall schon mal etwas anders. Die Organsiation, für die auch die Protagonistin arbeitet, hat einen Pakt mit den Vampiren geschlossen. Sie schützt die Vampire die sich an den Pakt halten und bestraft diejenigen, die dagegen verstoßen. Das tun sie nicht wirklich freiwillig, aber mir erschließt es sich nicht ganz, warum sie es dann trotzdem tun. Allerdings plant die Organisation offenbar auch, diese Zusammenarbeit zu beenden und zwar auf nicht ganz feine Art – was dann wohl den roten Faden durch die weiteren Bände bildet.

Heldin der Fettnäppfchen

Jessica Sommers, die Heldin der Geschichte, ist eine mehr oder weniger gehorsame Soldatin eben dieser Organisation und ist davon überzeugt, Vampire abgrundtief zu hassen. Jedenfalls bis ihr Jeremias begegnet, der schon seit Ewigkeiten als Sklave des ersten Vampirs Marcus unterwegs ist. Obwohl Jessica sich standhaft wehrt kann sie sich Jeremias Charme nicht entziehen.  Dieser Teil der Geschichte ist nicht wirklich neu, aber er ist sehr spannend und sehr bildhaft beschrieben :-) Mir macht Jessicas große Klappe genausoviel Spaß, wie ihre wachsenden Zweifel an ihren Bossen und daran, was sie ihr eingebläut haben.

Reichlich Mitspieler

Natürlich gibt es noch viel mehr Personen in diesem Buch, die die Handlung bestimmen. Gerade zu Beginn des Buches hatte ich so einige Schwierigkeiten, alle richtig zuzuordnen, was mir den Einstieg etwas erschwert hat. Aber im Verlauf der Geschichte gewinnen alle wichtigen Personen an Kontur – was nicht heißt, dass ich alle Personen sympathisch finde. Aber die Mischung aus sympathischen Figuren und denen, denen ich ohne zu zögern den Kopf abschlagen möchte ist sehr ausgewogen :-)

Mein Fazit:

Vielleicht hat Laya Talis das Rad nicht neu erfunden, vielleicht wollte sie das ja auch gar nicht. Einige Dinge erinnern natürlich an andere Bücher und Geschichten, die sich mit Vampiren und deren Beziehungen zu Menschen befassen. Aber es gibt auch eine ganze Reihe Dinge und Ideen die (mir jedenfalls) neu waren und mir viel Spaß gemacht haben. Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr spannend und trotzdem witzig geschrieben und hat mir Lust auf den zweiten Band gemacht.

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Tags: ebubli   (1)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, j. t. ellison, bösen, symbole, krimi

Symbole des Bösen

J. T. Ellison , Ivonne Senn
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.05.2013
ISBN 9783862787227
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch beginnt mit der Wiederernennung von Tyler Jackson zur Leiterin der Mordkommission.

Teil 5 einer Reihe

An dieser Stelle wurde mir schnell klar, dass Symbole des Bösen ein Teil einer Reihe ist. Ich kann mit den ganzen Andeutungen über alte Fälle, dem “Pretender” und ähnlichem rein gar nichts anfangen. Für die eigentliche Handlung ist das auch nicht weiter wichtig, aber es nervt mich zwischendurch schon immer wieder, dass ich nicht weiß worum es geht. Es ist ein bisschen wie auf einer Party, bei der die Hälfte der Leute über Insidergags lachen und die andere Hälfte eher dumm da steht.

spannend geschrieben

Der wesentliche Teil des Buches ist allerdings auch ohne dieses Insiderwissen spannend zu lesen :-) J.T. Ellison beherrscht ihren Job und schreibt sehr flüssig und sehr bildhaft, was für eine tolle Atmosphäre insgesamt sorgt. Das Buch besteht eigentlich aus zwei bzw. drei Handlungssträngen. Da wäre zuerst einmal die Aufklärung der Teenagermorde.

aktueller Fall

Hier lädt J.T. Ellison immer wieder zum Miträtseln ein, präsentiert gekonnt Verdächtige, Motive und lockt mich immer mal wieder auf eine falsche Fährte. Ich erfahre viel über das soziale Gefüge der Beteiligten, Drogenkonsum und okkulte Riten. Letzteres kann ich nicht wirklich beurteilen, aber es scheint erschreckend real wozu Teenager sich so hinreißen lassen um ihrem Alltag und dem allgemeinen Druck zu entfliehen.

Baldwins Fehler

Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit Jacksons Lebengefährten Baldwin, der zu einer Ausschusssitzung wegen eines Fehlverhaltens geladen wird. Baldwin ist Profiler und hat in einem schwierigen Fall nicht so reagiert, wie es richtig gewesen wäre. Hier vermischen sich Gegenwart und Vergangenheit immer wieder, was ich für mich ziemlich verwirrend fand.

Fitz’ Verschwinden

Der dritte Handlungsstrang befasst sich mit Fitz, Jacksons ehemaligen Kollegen. Dieser ist wir vom Erdboden verschluckt und Taylor mach sich Sorgen um ihn. Sie befürchtet, der “Pretender” stecke irgendwie hinter diesem Verschwinden. Dieser “Pretender” geistert offensichtlich durch alle vier vorhergehende Bände, die ich leider nicht kenne, ich finde das ein bisschen ärgerlich.

ein bisschen ärgerlich

Genauso ärgerlich finde ich, dass sich eigentlich nur der aktuelle Fall am Ende klärt, das allerdings durchweg spannend und mit einem ordentlichen Showdown. Die Handlungen um Fitz und Baldwin laufen einfach weiter nebenher, klären sich nicht (jedenfalls meiner Meinung nach) und ich fühle mich ein bisschen gedrängt, auch den nächten Band zu kaufen, wenn er denn rauskommt.

Mein Fazit:

Ein wirklich spannender Thriller mit Gänsehautfaktor. Allerdings sollte man vielleicht mindestens Teil 4 auch schon gelesen haben – aber am Besten vermutlich alle Vorgängerbände :-)

Vielleicht hole ich das ja noch nach :-)

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Tags: j.t. ellison, mira taschenbuch verlag, thriller   (3)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

goldmann verlag

Blutige Spuren

Jörg Liemann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.03.2013
ISBN 9783442474707
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Blutige Spuren zu bewerten ist gar nicht so einfach.

Spannender Einstieg

Der Einstieg in den Krimi ist spannend, die Portugiesin Maria Isabel Dacosta inspiziert gegen den Willen des BKA den Tatort einer offensichtlich reichlich blutigen Entführung. Allerdings rückt diese Entführung schnell in den Hintergrund, als die drei Leichen im Grunewald gefunden werden.

Danach werden ausgiebig die eher merkwürdigen Wohnungen der Leiche inspiziert und Theorien geschmiedet – aber alles eher zwischendurch. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Ein Großteil des Buches befasst sich mit ganz anderen Merkwürdigkeiten.

Jede Menge Nebenhandlungen

Da wäre der Nebenjob von Kommissar Sternenberg. Er arbeitet ehrenamtlich für die Telefonseelsorge in Berlin, was ausgiebig thematisiert wird. Dann gibt es noch die strukturellen und personellen Probleme im Kommissariat, die auch umfangreich besprochen werden. Dazu kommt ein etwas ausufernder Kochabend, eine deutlich jüngere Geliebte des Kommissars, eine spätpubertierende Tochter die plötzlich herausfindet, dass Sternenberg ein jüdischer Name ist – alles recht breit ausgearbeitet.

Merkwürdiges Ende

Da bleibt für die drei bedauernswerten Opfer und die fast vergessene Entführung nicht mehr wirklich viel Zeit und so löst sich die ganze Geschichte dann auch, für mich wenig nachvollziehbar, auf. Ich fand es schade, denn Jörg Liemans Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Grundidee war eigentlich recht gut. Hier wäre mir weniger Nebenhandlungen und mehr Fokus auf die eigentliche Krimihandlung wirklich lieber gewesen.

Mein Fazit:

Durchschnittliche Krimikost mit ein bisschen viel unwichtigen Nebenhandlungen.

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108 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

anne rice, werwolf, fantasy, biss, werwölfe

Das Geschenk der Wölfe

Anne Rice , Edith Beleites ,
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.07.2013
ISBN 9783499238604
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Geschenk der Wölfe ist in 40 Kapitel aufgeteilt, jedes Kapitel ist am Anfang mit einem hübschen Ornament verziert.

Details

Der Anfang erschien mir zuerst ein bisschen langatmig. Die Schilderung des Hauses, seiner Umgebung, seines Inventars und die Beschreibung Merchants nehmen ziemlich viel Raum ein, sorgen aber für genau die Atmosphäre, die man braucht um sich auf das Buch einzulassen. Außerdem erfährt man vieles, was später durchaus wichtig ist :-)

Verwandlung

Reubens Verwandlungen in den “Wolfsmann” werden ebenfalls sehr detailliert beschrieben, nicht nur wie er sich äußerlich verändert. Auch seine Gefühlslage – seine Verwirrung einerseits, aber auch seine Euphorie wenn er verwandelt ist – schildert Anne Rice sehr mitfühlend und vor allem sehr nachvollziehbar. So entsteht ein Protagonist, der trotz allem was er tut, sehr sympathisch ist.

Liebe

Während er noch dabei ist, sich selber besser kennenzulernen begegnen ihm natürlich auch die verscheidensten Leute, allen voran Laura, in die er sich unsterblich (kein Wortwitz) verliebt. Er begegnet ihr während einer Verwandlung, was diese allerdings so überhaupt nicht stört. Lauras Rolle war mir lange Zeit ein Rätsel, aber ich werde jetzt nicht verraten, ob ich Recht mit meinen Zweifeln hatte :-)

Blut

Aber er begegnet natürlich auch anderen “Wolfsmenschen” und nicht jede dieser Begegnungen geht friedlich und unblutig ab. Überhaupt sind manche Stellen im Buch wirklich sehr grausam und blutig, manche Schilderungen sind so detailreich, dass ich beschlossen habe, dass dieses Buch nichts für meine Tochter ist. Ich weiß, dass sie das zwar nicht unbedingt versteht, aber sie vertraut da (vorerst jedenfalls) meinem Urteil :-)

Gewalt

Als erwachsene Leserin sehe ich das für mich natürlich etwas anders. Die Schilderungen der einen oder anderen Gewaltorgie haben, trotz aller Brutalität, gewissermaßen etwas natürliches, nachvollziehbares. Das ist genau der Punkt, der mich an der Biss-Reihe immer gestört hat, allerdings war diese eben auch für ein jüngeres Publikum geschrieben.

Ich habe Das Geschenk der Wölfe von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen, wie schon lange kein Buch mehr. Auf der Homepage von Anne Rice habe ich dann erleichtert entdeckt, dass es auch einen Folgeband gibt, auf den ich mich jetzt schon freue!!

Mein Fazit:

Das Geschenk der Wölfe ist wirklich spannend bis zur letzten Seite. Ein wirklich würdiger Nachfolger für die Vampirchroniken. Allerdings finde ich es für Leser unter 16 Jahren nicht empfehlenswert.

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Tags: anne rice   (1)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

humor, europäische geschichte, sebastian schnoy, rowohlt verlag, sachbuch

Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt

Sebastian Schnoy ,
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2013
ISBN 9783499630170
Genre: Humor

Rezension:

In der Schule habe ich oft den Eindruck gehabt, Geschichte und Geschichtssunterricht bestünde ausschließlich aus Daten, Zahlen und Fakten. Entsprechend langweilig fand ich den Unterricht und habe mich erst viel später damit beschäftigt.

Vollkommen Gewaltfrei

Genau da setzt Sebastian Schnoy ein, der versucht Geschichte spannend und vor allem unglaublich lustig zu erzählen. Mal ganz ohne Kriege, Feldherren und Streitäxte. – aber mit viel Humor :-)

Es gibt auch hier viele Zahlen und Fakten, aber eben ganz andere als die, die man so gemeinhin kennt. Manches ließ mich beim Lesen laut auflachen, manches schmunzeln und manches stimmte mich recht nachdenklich.

Nicht immer schmeichelhaft

Nicht alles ist wirklich schmeichelhaft für uns Deutsche, aber nichts ist wirklich böse. Die Einschätzungen der Römer über die alten Germanen war nicht wirklich nett, aber nachvollziehbar. Hatten sie doch schon Badehäuser, Wassertoiletten und ähnliches während wir noch unter dem Rhabarber … naja, was auch immer taten.

Anhand vieler Beispiele beleuchtet Schnoy vorgefasste Meinungen auf allen Seiten und führt mir so vor Augen, dass man Vorurteile immer mal wieder hinterfragen und aus dem jeweiligen Blickwinkel sehen muss. In Europa liegt bestimmt manches im Argen, aber ausgerechnet ein japanische Automobilhersteller hat uns gelehrt, dass nichts unmöglich ist :-)

Geschichte macht Spaß

Geschichte kann also mehr als nur langweilige Zahlen aneinander reihen, sondern, mit dem richtigen Erzähler, wirklich Spaß machen. Sebastian Schnoy ist genau der richtige Erzähler und das Buch hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Meinen Mitbewohnern übrigens auch, wenn ich kichernd auf der Couch saß :-)

Mein Fazit:

Ein Buch, dass lustig und lehrreich zugleich ist. Wer Interesse an Geschichte hat und die Dinge mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten möchte, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen!!

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Tags: humor, rowohlt verlag, sebastian schnoy   (3)
 

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118 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

krimi, frankreich, perigord, périgord, bruno

Bruno Chef de police

Martin Walker , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 338 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.05.2010
ISBN 9783257240467
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Einstieg in das Buch fiel mir recht schwer. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich ausschließlich mit der Landschaft des Perigords, dem Essen, den Menschen und natürlich mit Bruno. Vor meinem geistigen Auge entsteht ein Bild von ihm, dass irgendwo zwischen dem jungen Tom Cruise und König Artus angesiedelt ist.

die Ruhe in Person

Nichts und niemand scheint ihn aus der Ruhe bringen zu können und der Grundsatz “hilfreich, edel und gut” scheint von ihm erfunden worden zu sein. Das er bei den Ermittlungen zu dem Mord an dem alten Araber mehr oder weniger außen vor ist, lässt ihn noch nicht einmal gedanklich fluchen.

ein braver Polizist

Was natürlich nicht heißt, das er nicht trotzdem ermittelt, aber er teilt seine Erkenntnisse bereitwillig mit Kollegen und Vorgesetzten – ganz wie es die Vorschriften verlangen. Dank seiner Recherchen stellt sich irgendwann dann auch das Mordmotiv heraus.

wenig Krimi

Leider nimmt der wirklich gut konstruierte Kriminalfall und seine verblüffende Auflösung nur den geringsten Teil des Buches ein. Der größte Teil wird von langatmigen Lanschaftsbeschreibungen, kulinarischen Spezialitäten und Brunos Privatleben beherrscht.

nicht mein Typ

Ich gestehe, ich konnte mit Bruno nicht warm werden. Menschen ohne Ecken und Kanten sind mir einfach suspekt. Das einzige, was mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, ist eine Szene ziemlich am Ende: Bruno wässert morgens nackt (!) seinen Garten, stand vor einem Gemüsebeet  und urinierte lustvoll in dasselbe, was seine Freundin unter Beifall mit “Magnifique” kommentierte.

Es gibt Beschreibungen, auf die ich gerne verzichte :-)

Mein Fazit:

Für Frankreichfans sicherlich eine nette Lektüre, aber eindeutig mehr Roman als Krimi. Aber man kann auf jeden Fall einiges über die jüngere, französische Geschichte lernen.

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Tags: diogenes verlag, krimi   (2)
 

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krimi, venedig, italien, commissario brunetti, diogenes verlag

Auf Treu und Glauben

Donna Leon ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.10.2012
ISBN 9783257242041
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Sommerhitze hat Venedig im Griff und auch Commissatio Brunetti ist hitzegeplagt. Aber nicht mehr lange, denn der Urlaub steht an und zusammen mit seiner Familie wird er die heiße Sommerzeit in den kühleren Bergen verbringen.

Selbst die Verbrecher scheinen eine Pause bei dem Wetter zu machen und so hat Brunetti Zeit sich ein bisschen um Viennellos Problem mit seiner Tante zu kümmern, die offenbar auf einen Trickbetrüger hereingefallen ist. Dazu bittet ihn ein alter Freund um einen Gefallen, dem merkwürdige Terminverschiebungen bei Gerichtsprozessen aufgefallen sind.

Aber Brunetti verschiebt das alles auf die Zeit nach seinem wohlverdienten Urlaub. Auf dem Weg dorthin bekommt er einen Anruf von seiner Vertretung, die mit einem Mordfall nicht so wirklich klar kommt. Also unterbricht Brunetti seine Reise und fährt zurück nach Venedig während seine Famile ohne ihn weiterreist.

Vor Ort stellt er fest, dass das Mordopfer etwas mit den merkwürdigen Terminverschiebungen zu tun hat und überhaupt – wie kann sich ein kleiner Gerichtsdiener so eine exlusive Wohnung leisten?

Mein Eindruck:

Brunetti-Romane vermitteln mir immer ein bisschen das Gefühl, das man hat, wenn man jedes Jahr an denselben Urlaubsort fährt. Man kennt die Leute, den Ort und erwartet keine allzu großen Überraschungen.

gewohnt melancholisch

So ist es auch in Auf Treu und Glauben. Brunetti ermittelt gewohnt wortkarg und immer ein bisschen melancholisch, angesichts der offensichtlichen Korruption, die ihn dennoch jedes Mal aufs Neue überrascht.

Der Einstieg ins Buch gestaltet sich dieses mal ein bisschen zäh und Donna Leon beschreibt ein bisschen oft, wie sich die Hitze in Venedig anfühlt – verschweigt aber, wie Venedig im August riecht. Es riecht dann nämlich gar nicht gut :-)

gewohnt politisch

Wie in jedem Buch zeigt auch dieser Band eine Reihe Misstände in Italien auf – allerdings gibt es diese nicht nur in Italien. Korruption ist wohl in beinahe jedem Land dieser Welt ein Thema  – ich denke da an überbezahlte Ehefrauen in Sekretärinnenjobs bei einer deutschen Landesregierung. Ein gewisses Maß an italienischen Verhältnissen gibt es also auch bei uns.

Auch der Umgang mit Homosexuellen ist bei uns längst nicht so liberal wie er sein sollte. In einem Land wie Italien, wo Präsidenten ungestört Bunga-Bunga Partys feiern dürfen, gerne auch mit minderjährigen Prostituierten und trotzdem wiedergewählt werden ist es umso unverständlicher, dass jemand sich nicht traut sich zu seiner Homosexualität zu bekennen.

gewohnt professionell

Donna Leons Schreibstil ist gewohnt professionell, sehr gut und flüssig lesbar und hilft einem auch ein bisschen über die Längen am Anfang hinweg. Hin und wieder wäre eine kleine Überraschung nett, darauf wartet man aber in Auf Treu und Glauben allerdings vergeblich. Es ist wie Eingangs beschrieben, wie jedes Jahr Urlaub machen am selben Ort – nett, aber bisweilen ein bisschen langweilig.

Mein Fazit:

Für Brunetti-Fans auf jeden Fall ein Muss, wer aber neu in die Serie einsteigt, sollte besser mit einem anderen Buch beginnen. Aber wie in jedem Band ist Auf Treu und Glauben solide Krimi-Kost ohne große Überraschungen, aber ich mag die Bücher trotzdem – oder vielleicht genau deswegen?

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99 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

bretagne, krimi, frankreich, kommissar dupin, georges dupin

Bretonische Brandung

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.04.2013
ISBN 9783462044966
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bretonische Brandung ist in drei Kapitel aufgeteilt – die jeweils einen Tag der Ermittlungen beschreiben. Wie schon in Bretonische Verhältnisse kommt Dupin bei seinen Befragungen vielen kleinen und großen Geheimnissen auf die Spur.

Notorischer Einzelkämpfer

Auch in diesem Fall erweist sich Dupin wieder als Einzelkämpfer, der seinen Mitarbeitern nicht allzuviel zutraut. Einzige Ausnahme dabei ist Nolwenn, seine Sekräterin, die ihm den Rücken freihält und jede benötigte Genehmigung besorgt. Wichtige Befragungen führt Dupin jedoch gerne selber und als Leser darf ich dabei auch an seinen, mitunter etwas verworrenen, Gedanken teilhaben.

Koffein als Droge

Ganz wichtig für Dupin und seine Ermittlungen sind zwei Dinge – Kaffee in ausreichender Menge und gutes Essen :-) Beides kann ich nachvollziehen, ohne Kaffee läuft bei mir auch nichts. Gutes Essen ist natürlich Geschmackssache und Bannalec widmet sich diesem Thema sehr ausgiebig, allerdings nie so ausgiebig, dass es mich stören würde. Ebensowenig stören mich die manchmal schon sehr langen, aber immer sehr liebevollen, Beschreibungen der bretonischen Landschaft.

Fremdworte

Die vielen Fremdworte hingegen störten mich schon.

Wir dürfen keinesfalls den Fehler machen, uns übermäßig auf Lefort zu kaprizieren, das wäre fahrlässig. (Quelle: Bretonische Brandung, Seite 154)

Sprachlich ist das sicherlich richtig (siehe Duden,) aber wer bitte redet so mit seinen Mitarbeitern?

Mit einem prononcierten Schwung drehte Anjela Barranault das Steuerrad…. (Quelle: Bretonische Brandung, Seite 242)

An der Stelle habe ich dann während des Lesens erst mal einen Abstecher ins Internet gemacht :-) Auch hier ist das Wort sicherlich sprachlich richtig, hat aber auf jeden Fall meinen Lesefluß gestört und ist sowas von unüblich, dass ich es erst mal nachschlagen musste.

Die beiden angführten Fremdworte waren nicht die Einzigen und ich fand das schon etwas störend, da ich ständig daran hängenblieb.

Krimihandlung

Die Krimihandlung nimmt nicht unbedingt den größten Teil des Buches ein. Aber sie ist spannend und stimmig konstruiert und ich habe gerne mitgeraten, wer denn nun die Opfer ins Jenseits befördert hat. Die, zumindest angerissenen, Fälle von Korruption und Vetternwirtschaft haben mich jetzt nicht wirklich erschüttert, sind aber gerade mal wieder aktuell :-)

Stimmiges Gesamtpaket

Das Gesamtpaket des Buches hat mir aber wieder einmal gut gefallen und die Mischung aus nachdenklichem Ermittler, toller Landschaft und eigenwilligen Bewohnern hat mich gut unterhalten. Abgesehen von den etwas merkwürdigen Fremdworten ließ sich das Buch gut und flüssig lesen und hat mir zwei nette, spannende Urlaubstage beschert, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Mein Fazit:

Mir Bretonische Brandung hat Jean-Luc Bannalec einen weiteren lesenswerten Schmöker geschrieben. Wer eine ruhige, aber trotzden spannende, Erzählweise mag, der ist mit diesem Buch gut bedient.

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irland, foley, hund, krimi, dorf

Greed Castle

Carolin Römer
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei CONTE-VERLAG, 01.03.2013
ISBN 9783941657861
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während eines Strandspazierganges trifft der ehemalige Polizist Fin O’Malley auf einen herrenlosen Hund. Der Hund wirkt sehr gepflegt und auch sehr zutraulich, deshalb nimmt Fin an, er sei seinen Besitzern kurzzeitig entlaufen. Gemeinsam mit dem Hund macht er sich auf die Suche und findet den Besitzer in der Nähe von Greed Castle, einem imposanten, aber sehr heruntergekommenen Herrehauses, erschossen in seinem Wagen.

Statt die Polizei zu rufen, ruft er den örtlichen Pfarrer an und dieser beauftragt Billy MacGann die Leiche verschwinden zu lassen. Zwar bereut er dieseAktion fast sofort wieder, andererseits hat er keine Lust auf Stress und hofft darauf, dass alles gut verlaufen wird. Aber seine Hoffnung ist trügerisch, das wird ihm sehr schnell klar – spätestens als Detective Inspector Caitlin da Silva in Foley auftauch und unangenehme Fragen stellt.

Mein Eindruck

Wie bereits im ersten Buch Die irische Meerjungfrau beschreibt  Carolin Römer sehr ausgiebig Land und Leute, vor allem Fin O’Malleys etwas verzwicktes Privatleben, seine Selbstzweifel und sein etwas schwieriges Verhältnis zu seiner pubertierenden Tochter Lily.Wer selber Erfahrung im Umgang mit Teenagern hat, wird das eine oder andere Problem sicher wiederfinden :-)

Ohne Pathos

Aber all das wird niemals dramatisch oder übertrieben dargestellt, sondern immer mit einem gewissen Augenzwinkern und einer Portion Humor. Ganz unpathetisch und herrlich normal schildert Carolin Römer all diese Kleingikeiten. Das macht die Figur des Fin O’Malley für mich sehr authentisch und vor allem sehr sympathisch.

Mit Liebe

Auch die Dorfbewohner und ihr fester Glaube an Kobolde und Feen, aber auch ihre Schlitzohrigkeit, werden wieder einmal liebenswert und ausgiebig geschildert. Jeder steuert eine kleine Geschichte oder Begebenheit bei – immer mit dem einen oder anderen Drink in der Hand :-) Im Gegensatz zu Die irische Meerjungfrau ufert das alles aber dieses Mal nicht so weit aus, dass man den eigentlichen Kriminalfall, den Mord an dem Immobilienhai MacAllister, vergisst.

Erstaunliche Erkenntnisse

Die eigentlichen Ermittlungen und Erkenntnisse sind jetzt nicht superspannend, fördern aber doch erstaunliches zu Tage. O’Malley und da Silva erweisen sich als als gutes Ermittlerteam, das sicherlich ausbaufähig wäre. Zum Ende hin nimmt die Geschichte noch mal ein wenig an Fahrt auf, als es Fin O’Malley dämmert, wer der Täter ist, dieser Lily O’Malley als Geisel nimmt und Fin und der Täter sich dann in High Noon Manier gegenüberstehen.

Nett und liebenswert

Alles in allem ist Greed Castle ein netter, sehr liebenswerter Krimi. Er lebt von der skurrilen Dorfgemeinschaft und deren Eigenarten, die Carolin Römer durchweg liebenswert schildert und die mich mehr als einmal schmunzeln ließ. Auch die Schilderungen der Landschaft und der Gegebenheiten sind sehr plastisch und wie schon im ersten Band ist ihr Schreibstil sehr angenehm und flüssig zu lesen.

Keine Psycho-Spielchen

Mir gefällt es, das dieser Krimi mich ohne übertriebene Grausamkeiten, ohne allzu viel Blutvergießen (gut, das Loch im Kopf des Mordopfers vergesse ich jetzt mal) und ohne inszenierte Psycho-Spielchen wunderbar unterhalten hat. Denn letzteres habe ich mittlerweile einfach ein bisschen über :-)

Ich glaube, ich habe mich ein klitzekleines bisschen in Fin O’Malley und Foley verliebt :-)

Mein Fazit

Ein ganz wunderbarer, liebenswerter Irland-Krimi. Für Thriller-Fans vielleicht nicht aufregend genug, aber wer solide Krimis im Stil von Agatha Christie mag, dem kann ich Greed Castle auf jeden Fall empfehlen.

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273 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

berlin, krimi, mord, brandenburg, dorf

Das Dorf der Mörder

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 25.02.2013
ISBN 9783442313259
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Berliner Tierpark wird eine grausig verstümmelte Leiche gefunden und die Streifenpolizistin Sanela Beara ist mit ihrem Partner als erstes vor Ort. Eigentlich sollten sie nur dabei helfen, den Fundort zu sichern, aber Sanela ist jung und ehrgeizig und ermittelt auf eigene Faust. Die Quittung dafür ereilt sie aber recht schnell und sie landet im Krankenhaus, nachdem der Täter sie niedergeschlagen hat.

Trotzdem gibt sie nicht nach und glaubt nicht an die offizielle Lösung des Falles. Sie macht sich auf die Reise in das Dorf, wo sie die Lösung des Rätsels vermutet und gerät erneut in tödliche Gefahr.
Mein Eindruck:

Das Dorf der Mörder wird in verschiedenen Handlungsebenen erzählt. Als Leser erlebe ich wie Sanela etwas ungeschickt ermittelt, der Psychiater Jeremy ein bisschen unprofessionell mit der Verdächtigen und ihrer Schwester umgeht und die Justiz einfach nur froh ist, eine Täterin präsentieren zu können.

Sanela

Sehr schnell bin ich auf Sanelas Seite und ahne, genau wie sie, dass viel mehr hinter dieser Tat steckt, als nur der Ausraster einer Wahnsinnigen. Ob ich aber genauso mutig wäre wie Sanela? Das wage ich dann doch zu bezweifeln :-) Sie fährt in das Heimatdorf der Verdächtigen und versucht sich das Vertrauen einer der Dorfbwohnerinnen zu erschleichen und Informationen zu bekommen. Nach und nach erfährt sie so einiges und erhält so manches Puzzleteil, aber das letzte und entscheidende fehlt ihr immer noch. Ihre Nachforschungen stoßen bei den verbliebenen Dorfbewohnern nicht gerade auf Gegenliebe und so setzt sie ihr Leben ein weiteres Mal aufs Spiel.

Jeremy

Auch Jeremy ahnt, dass irgendetwas in der Vergangenheit diese grausige Tat ausgelöst hat und er hat den festen Willen, dieses Geheimnis zu lüften – und das nicht nur aus beruflichen Gründen. Unabhängig von Sanela reist er ebenfalls in das fast vollkommen vewaiste Dorf in Brandenburg und beginnt mit seinen Nachforschungen. Von ihm erhalte ich als Leser dann auch die letzten, entscheidenden Teile zu diesem makaberen Puzzle und auch er gerät in tödliche Gefahr.

Enthüllungen

Elisabeth Herrmann ist es gelungen, mich wirklich in ihren Bann bzw. in den Bann dieses Buches zu ziehen. Natürlich beginnt man irgendwann zu ahnen, was die Hintergründe dieser Tat sind – aber das was am Ende dabei herauskommt übertrifft dann meine Vorstellungskraft. Stück für Stück wird enthüllt, was vor vielen Jahren geschah und welche Folgen das für alle Beteiligten hatte, wohin Langeweile, Desinteresse, Vorurteile und Stillschweigen führen können.
Mein Fazit:

Insgesamt ist das Buch düster, beklemmend, geheimnisvoll und spannend und auf jeden Fall ein “Page-Turner” – auch wenn ich dieses Wort so gar nicht mag. Aber ich konnte mich wirklich nur schwer davon lösen, was sicherlich nicht nur an der Geschichte sondern auch an dem Schreibstil von Elisabeth Herrmann lag

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Tags: elisabeth herrmann, goldmann verlag, krimi   (3)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

roland stark, krimi, emons verlag

Frau Holle ist tot

Roland Stark.
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 04.10.2012
ISBN 9783954510153
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Geschichte von “Frau Holle” ist in zwei Handlungsstränge geteilt. Da gibt es einmal den Teil in dem Hauptkommissar Mayfeld mit seinem Team ermittelt und zum zweiten den Teil der sich mit Basti, dem Neffen und Patienten von Frau Dr. Holler, beschäftigt.

Wie im Märchen

Hauptkommissar und Hobbywinzer Robert Mayfeld macht am Anfang der Geschichte relativ wenig Fortschritte bei seinen Ermittlungen. Die laufenden Querelen auf seiner Dienststelle erleichtern seinen Arbeitstag nicht gerade und er tut mir schon ein bisschen leid. Die Ermittlungen gestalten sich allerdings auch für mich als Leser ein bisschen zäh und ich bin immer ganz froh, wenn Basti wieder auf der Bildfläche erscheint :-) Basti ist Autist und er sieht die Dinge und Menschen um sich herum ganz anders als seine Mitmenschen. Alles was um ihn herum passiert, versucht er mithilfe von Märchen einzuordnen – was ihm erstaunlicherweise auch ziemlich gut gelingt. Was niemand weiß ist, das er Zeuge des Mordes an Frau Holle, also Frau Dr. Holler, war und ich bin mir nie ganz sicher geworden, ob er es selber weiß und er beherbergt ein Mädchen, in seiner Vorstellung die Königstochter, das von zu Hause ausgerissen ist.

Gut und Böse

Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Roland Stark dieses recht unterschiedliche Gespann. Ohne allzu viel Klischees vermittelt er ein ziemlich sympathisches Bild von Basti, der ein ganz klares Bild von Gut und Böse hat. Natürlich ist es nicht immer in Ordnung was er tut, aber als Leser habe ich zumindest ein gewisses Verständnis für die eine oder andere Reaktion. Weniger sympathisch, oder besser ziemlich neutral, ist mein Eindruck von Hauptkommissar Mayfeld. Sicher, er hat den einen oder anderen Stress mit seinem Vorgesetzen (ein ziemlicher Idiot) aber besonders ergiebig sind seine Ermittlungen wirklich nicht. Eigentlich wissen alle um ihn herum mehr, als er und das ist ja nicht sehr schmeichelhaft für einen Polizisten. Ein bisschen mehr Kontur hätte ich ihm jedenfalls gegönnt :-)

Schnelles Ende

Die Auflösung des Kriminalfalles kommt am Ende ziemlich aprupt und ohne große Vorwarnungen – auch dafür hätte ich mir eigentlich ein bisschen mehr Zeit und etwas mehr Logik gewünscht. Trotzdem fand ich die Geschichte in ihrer Gesamtheit sehr gelungen und außerordentlich spannend geschrieben.

Am Ende des Buches gibt es, für Nicht-Wisser wie mich, noch einige kleine Geschichtchen aus dem Rheingau und ein paar sehr leckere Rezepte aus der Küche von Frau Mayfelds Restaurant. Vielleicht kann ich ja das eine oder andere mal nachkochen.
Mein Fazit:

Ein sehr spannendes Buch, mitreissend geschrieben mit einem leider für mich etwas schwachen Hauptkommissar. Trotzdem wird das für mich bestimmt nicht das letzte Buch von Roland Stark sein :-)

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Tags: emons verlag, krimi, roland stark   (3)
 

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

irland, geheimnis, liebe, herkunft, betrug

Emmas Geheimnis

Liz Balfour
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.01.2013
ISBN 9783453408623
Genre: Romane

Rezension:

Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, nicht unbedingt meine Lieblingsperspektive, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Die Handlung ist in drei Ebenen angesiedelt die abwechselnd geschildert werden - Kates Gegenwart, ihre Vergangenheit und Emmas Vergangenheit. Emmas Geschichte taucht in Form von Briefen unregelmäßig innerhalb der Geschichte auf, die zum besseren Verständnis in einer anderen Schrift geschrieben sind.
Kate und Emma
Nach und nach erfährt man in diesen Briefen sehr viel aus Emmas Leben, das sehr wechselvoll war und nicht immer schön. Die unbeschwerten Kindertage mit Kate enden, als diese mit ihrer Mutter den kleinen Ort verlässt und Emmas Eltern jeden weiteren Kontakt zwischen den Mädchen unterbinden indem sie Kates Briefe unterschlagen und auch Emmas Briefe verschwinden lassen. Emma ist von diesem Vertrauensbruch vollkommen aus der Bahn geworfen, verlässt ihr Elternhaus erlebt eine Menge Irrungen und Wirrungen bis sie wieder zurückkehrt.
Aber auch Kates Leben hatte Höhen und Tiefen, die man häppchennweise erfährt. Irgendwann muss sie sich eingestehen, das ihr scheinbar perfektes Leben mit Brian längst nicht so perfekt war und das ihr Mann ihr sehr viele Dinge verschwiegen hat. Je weiter sie sich zurück ins Leben kämpft, desto mehr ist gezwungen sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen.
Liebevolle Nebenfiguren
Liz Balfour schildert sehr einfühlsam die Gefühlslagen von Kate und Emma, ohne dabei allzusehr "auf die Tränendüse" zu drücken. Ich konnte mich ganz wunderbar in beide Protagonistinnen hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Auch alle anderen handelnden Personen im Buch sind gut und detailliert beschrieben, so dass bei mir nie der Eindruck entstand, es würde sich lediglich um Randfiguren handeln. Emmas Geheimnis war mir zwar sehr schnell klar, aber das trübte das Lesevergnügen kaum.
Kleine Ärgernisse
Was mich ein bisschen ärgerte, war die Schrift in der Emmas Briefe abgedruckt waren. Keine Ahnung, wie diese Schrift heißt, aber wer so wie ich ein Problem mit seinen Augen hat, der kann sie nur recht schlecht lesen. Eine ganz normale Kurisvschrift wäre hier besser gewesen. Der zweite Punkt, der mich nicht wirklich störte, der mir aber schon bei so vielen anderen Büchern aufgefallen ist, ist der Text auf der Rückseite des Buches. Dort steht
Mit der Unterstützung ihrer Eltern und ihrer Jugendliebe Sam kommt sie langsam zur Ruhe.
Hallo? Kates kannte ihren Vater überhaupt nicht und ihre Mutter starb, als sie 12 (?) Jahre alt war. Sam kann nach wie vor nicht verkraften das Kate ihn heute wie früher lediglich als Freund sieht. Manchmal hilft es das Buch zu lesen bevor man den Werbetext schreibt :-)
Mein Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Vergebung. Dank Liz Balfours wirklich sehr angenehmen Schreibstil lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und hat mir zwei gemütliche, verregnete Abende auf der Couch versüsst.

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Tags: heyne verlag, liz balfour   (2)
 

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198 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 47 Rezensionen

fantasy, druide, götter, hexen, kelten

Die Chronik des Eisernen Druiden - Die Hetzjagd

Kevin Hearne , Alexander Wagner
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 21.02.2013
ISBN 9783608939316
Genre: Fantasy

Rezension:

Da dies der erste Band aus der Reihe Die Chronik des eisernen Druiden ist, gibt es zu Anfang einen kleinen Überblick über die Welt des Atticus O`Sullivan. Da gibt es einmal die kleine, beschauliche Welt in Arizona, wo er mit seinem Wolfshund Oberon lebt. Hier hat er es sich recht behaglich eingerichtet, führt seinen Buchladen, hilft gelegentlich seiner irischen Nachbarin mit dem Garten oder zieht mit seinen Anwälten, einem Vampir und einem Werwolf, um die Häuser. Schnell wird klar, dass Vampir und Werwolf nicht die einzigen nicht-normalen Nachbarn in der Kleinstadtidyllle sind, aber Kevin Hearne beschreibt das so nett, dass man diese Tatsache schnell vergisst und es beinahe so normal wie Atticus findet :-)

Komplizierte Namen

Die zweite Welt ist die Welt der keltischen Götter und Atticus Vergangenheit. Hier wimmelt es nur so von Göttern, Elfen, Feen und anderen magsichen Wesen – alle mit ausgesprochen schwierigen Namen. Die Namen werden zwar im Anhang mit Tipps zur Aussprache erläutert, aber gerade am Anfang tauche zig Namen auf und ich hatte ehrlich keine Lust x-mal nach hinten zu blättern um nachzusehen wie man die Namen ausspricht. Ich find das persönlich jetzt auch nicht soooo wichtig, schließlich will ich ja nicht laut vorlesen, aber wer es genau wissen will hat schon ziemlich viel zu tun.

Internationale Göttergesellschaft

Etliche Namen und “Dienstränge” kannte ich durchaus, aber es hat mich schon etwas verwirrt das die Charaktereigenschaften des Göttervolks nicht so ganz zu dem passten, was ich aus anderen Geschichten kannte. Dazu mischt Kevin Hearne dann auch noch jede Menge andere Charaktere in seine Geschichte und so finden sich dann auch Götter aus dem Olymp oder aus Walhalla die ihre ganz eigenen Ziele verfolgen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und vor allem die witzigen Dialoge zwischen Atticus und Oberon, dem Atticus die Menschensprache beigebracht hat, helfen am Anfang sich zurecht zu finden.

Spannend und witzig

Die eher flappsige und witzige Art der beiden zieht sich durch das ganze Buch, ohne jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt in’s Alberne abzudriften und auch ohne die Spannung aus der Geschichte zu nehmen. Ich finde Kevin Hearne schafft es ganz wunderbar und scheinbar mühelos zwischen witzigen Dialogen, blutigen Kämpfen und gelegentlichen Bettgeschichten hin und her zu manövrieren. Ich habe mich schnell in seiner etwas komplizierten Welt zurechtgefunden und mich dort auch sehr wohl gefühlt.

Bitte nicht anschreien

Ein bisschen genervt hat mich beim Lesen, dass alle Namen der Götter immer in Großbuschstaben gedruckt waren. Das unterbrach ständig den Lesefluss, weil es schon optisch sehr ins Auge fiel bei den vielen Namen, die in der Geschichte vorkommen und ich fühle mich einfach immer “angeschrien” wenn Wörter in Großbuchstaben geschrieben sind. Vielleicht liegt das daran, dass ich das so aus dem Internet gewöhnt bin, aber ich mag nicht viermal pro Seite zusammenzucken :-)
Mein Fazit:

Eine spannende und trotzdem sehr amüsante Geschichte. Laut Autoren-Homepage gibt es bis jetzt 5 Bände der Chronik des eisernen Druiden und ich fänd es toll wenn sie auch alle auf Deutsch erscheinen würden. Wer auf der Suche nach einer etwas anderen Fantasy-Saga ist, der sollte sich dieses Buch genauer ansehen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

capscovil verlag, mord, zwangsprostitution, elektroauto, frankfurt

Blonder Kaviar

Stephan Schwarz
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei CapScovil Verlag, 08.11.2012
ISBN 9783942358262
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Gebüsch eines Autobahnrastplatzes wird die grausig zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden und zunächst einmal müssen Felix Büschelberger und sein Team herausfinden, wer die junge Frau war. Niemand scheint sie zu vermissen und der einzige Ansatzpunkt für die Ermittlungen sind ihre osteuropäischen Gesichtszüge. Der anfängliche Verdacht, dass das Opfer illegal in Deutschland war und als Prostituierte gearbeitet hat bestätigt sich, als eine Kollegin aus Ukraine eintrifft, die einem Ring von Menschenhändler auf der Spur ist und das tote Mädchen identifiziert. Was die Ermittlungen dann aber nach und nach offenbaren übertrifft selbst das Vorstellungsvermögen der routinierten Kommissare…
Mein Eindruck:

Blonder Kaviar ist eine rasant geschrieben, gut konstruierte Geschichte die tief in Abgründe des Rotlichtmilieus führt. Während des Lesens beschleicht mich immer mal wieder dieses “Oh Gott – so etwas kann es doch nicht wirklich geben” – Gefühl, aber viel Zeit zum Nachdenken bleibt dank dem rasanten Handlungsverlauf ( vorerst) nicht. Immer wieder überschlagen sich die Ereignisse und auch wenn ich ziemlich schnell einen Verdacht hatte (der sich dann auch bestätigte) tat das der Spannung und dem Lesevergnügen keinen Abbruch

Stephan Schwarz wirft mich als Leser gleich ohne lange Vorreden mitten in’s Geschehen, denn das Buch startet mit den letzten Minuten im Leben der jungen Prostituierten Mariola und die sind mehr als grausam. Erst dann lerne ich so nach und nach das etwas ungewöhnlich Ermittlerteam aus Frankfurt kennen und genau dieses Team unterscheidet sich erheblich von den vielen anderen Teams die mir in zahlreichen anderen Krimis begegnet sind.

Frisch und unverkrampft

Nicht weil es aus so vielen extrem skurrilen Typen mit einer eben so extremen skurrilen Vergangeheit besteht, ganz im Gegenteil – es sind eher Menschen, die man sich genauso auch als Nachbar oder Freund durchaus vorstellen kann. Sicherlich mit der einen oder anderen liebenswerten Macke, aber trotzdem mit einer gewissen Bodenhaftung.

Die Art wie Stephan Schwarz eben diese kleinen Macken in die Geschichte einfließen lässt, vermittelt mir nie den Eindruck das da nun jemand krampfhaft auf der Suche nach einem neuen Ermittlertypus war. Ganz schnell fand ich eine teetrinkende Ermittlertruppe die mit einem Elektroauto unterwegs ist vollkommen normal :-) Gut – der Beruf von Büschelbergers Exfrau ist nun nicht so wirklich alltäglich, aber auch diese Geschichte fügt sich sympathisch und nachvollziehbar in die Geschichte in und erweist sich auch noch als durchaus hilfreich.

Selbst eine Liebesgeschichte findet innerhalb der Geschichte noch einen Platz, die erfeulich unpathetisch ist und wie alle anderen Elemente erfrischend ehrlich und trotz aller widrigen Umstände irgendwie normal und nachvollziehbar wirkt.
Mein Fazit:

Blonder Kaviar hat alles, was ein guter Krimi haben muss: Einen gut konstruierten Kriminalfall, ein sympathisches Ermittlerteam, die richtige Menge an kleinen Nebenhandlungen, Verfolgungsjagden und einen Showdown – dazu kommt ein sehr angenehmer, temporeicher Erzählstil und schon hat man mich glücklich gemacht :-) Jetzt werde ich mir allerdings noch Krötenmord von Stephan Schwarz kaufen müssen, auch wenn man Blonder Kaviar auch durchaus ohne den Voorgängerband lesen kann ohne das erste Buch zu kennen, aber ich habe es halt gerne komplett – jeder hat so seine Macke :-)

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Tags: capscovil verlag, krimi, stephan scharz   (3)
 

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

krimi, frankfurt, mord, familie, vergangenheit

Dolphin Dance

Helmut Barz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.10.2012
ISBN 9783954000388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein Eindruck:

Dolphin Dance ist ja bereits der dritte Band rund um Katharina Klein und baut auf die ersten beiden Bände auf. Man muss diese allerdings nicht zwangsweise gelesen um der Handlung zu folgen, denn wichtige Ereignisse aus Band 1 und 2 werden für “Neuankömmlinge” – so wie mich – noch mal kurz erläutert wenn es notwendig ist.

Frech, unangepasst und ehrlich

Die Hauptperson des Buches, Katharina Klein, ist erfrischend anders als viele ihrer Buchkollegen – unangepasst, ein bisschen schnodderig und aufmüpfig, frech und oft erschreckend ehrlich. Das passt nicht immer ins Bild einer Kriminaldirektorin zu der sie ziemlich überaschend befördert wurde, aber mit dieser Art passt sie ganz gut zu mir :-) Auch ihre Mitstreiter haben so ihre Ecke,Kanten und Marotten die mich immer wieder zum Schmunzeln ( eigentlich eher zum Grinsen) gebracht haben. Das gesamte Buch ist voller “echter Typen” und jeder Einzelne ist so plastisch beschrieben, dass man schnell ein Bild vor Augen hat.

Humor und Spannung

Diese Anhäufung von eigenwilligen, teils skurrilen Charakteren sorgt natürlich auch für eine Reihe von Geschehnissen die manchmal hart an der Grenze zum Slapstik liegen, aber Helmut Barz kriegt dann doch immer wieder die Kurve und so bleibt Dolphin Dance trotz aller humoristischen Einlagen immer spannend. Mit blieb während der gesamtem Handlung genügen Spielraum um zu spekulieren, zu raten und meine Sympathien zu verteilen, alles Punkte die mir persönlich immer wichtig sind.

Beste Unterhaltung

Das vieles in Dolphin Dance ziemlich überzogen ist und die Art und Weise wie Kaharina Klein ermittelt und handelt nicht unbedingt authentisch ist, hat mich nicht gestört. Zum einen ist authentische Polizeiarbeit selten unterhaltsam, zum anderen wird beim Lesen sehr schnell klar, das dieses Buch keine Vorlage für einen Dokumentarfilm liefern will. Es will unterhalten und das tut es mit Spannung und Humor! Mich hat es jedenfalls bestens unterhalten und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich die beiden ersten Bücher nicht gelesen habe, aber vielleicht hole ich das ja noch nach :-)
Mein Fazit:

Wer auf spannende Krimis mit einer gehörigen Portion Humor steht ist mit diesem Buch bestens beraten. Allerdings würde ich empfehlen die beiden ersten Teile gleich dazu zu kaufen, dann muss man nicht nochmal los gg

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Tags: helmut barz, krimi, sutton verlag   (3)
 

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

fantasy, reise, gabe, maerad, pellinor-saga

Die Gabe

Alison Croggon , Michael Krug
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.10.2010
ISBN 9783404206292
Genre: Fantasy

Rezension:

Gleich eingangs im Klappentet wird das Buch mit Tolkiens Werken verglichen, was ich persönlich immer

a: ziemlich gewagt finde, was aber eine persönliche Ansicht ist und
b: bei mir immer durch solche Vergleiche eine gewisse Erwartung geweckt wird und ich dann schnell enttäuscht bin.

Märchenhafte Welt

Der Erzählstil in Die Gabe ist der Geschichte entsprechend sehr märchenhaft, beinahe ein bisschen vornehm, lässt sich aber sehr flüssig lesen. Alison Croggon bescheibt Orte und Charaktere sehr ausführlich,sehr detailliert und liebevoll – was bei einigen Passagen dann schon mal ein bisschen langatmig wird. Aber da Die Gabe Teil einer Serie ist und in einer ganz eigenen, extra erdachten Welt handelt muss gerade im ersten Teil natürlich vieles vorgestellt und erklärt werden. Dazu eignet sich Maered und Cadvans Flucht ganz hervorragend, zumal Cadvan ja auch Maered vieles erklären muss :-)

Magische Barden

Die Gabe kommt ohne allzuviel Action aus, sondern die Spannung baut sich eher durch die Charaktere, ihre Schicksale,die Welt in der sie leben auf und den Enthüllungen die ich als Leser genau wie Maered nach und nach erfahre. Natürlich kommt es auch immer wieder zu Kämpfen, schließlich sich die beiden ja auf der Flucht vor ihren Widersachern, aber diese Kämpfe sind nicht die Hauptsache der Geschichte. Aber hier kommt natürlich die Magie zum Einsatz, die in einem Fantasy-Buch ja nicht fehlen darf :-) Allerdings ist Magie hier etwas anders, etwas sensibler oder ungewöhnlicher als in manch anderen Büchern, da hier die Magie auch sehr an den Kräften derer zehrt, die sie einsetzen. Überhaupt ist Magie in dieser Geschichte etwas höchst kompliziertes da hier die Grenzen zwischen Gut und Böse, Licht und Finsternis gerne mal etwas verwischen. Die Barden, die im Gegensatz zu den “herkömmlichen” mittelalterlichen Barden nicht nur singen, beherrschen diese Magie. Aber sie beherrschen nicht nur die Magie – auch im Schwertkampf sind sie nicht übel und genau wie ihre mittelalterlichen Nachfahren hüten sie auch unzählige Lieder, Geschichten dazu Prophezeiungen und noch viel mehr.

Neue Helden

Maered ist die Heldin und Haupfigur der Geschichte und als solche ist sie erfrischend anders :-) Sie neigt nicht zu allzugroßen Gefühlsduseleien, ist eher nüchtern und nimmt die Dinge erst einmal so, wie sie kommen. Ihr Vertrauen muss Cadvan sich erst einmal verdienen und das braucht seine Zeit. Das dieser ebenfalls ein Geheimnis hat, ist relativ schnell klar – aber seine Vergangenehit bleibt ziemlich lange im Verborgenen. Alle anderen Charaktere die im Buch vorkommen spielen eher eine Nebenrolle, trotzdem sind sie alle unterscheidlich gestaltet und liebevoll beschrieben.

Das Ende dieses ersten Teils ist ein ziemlich glungener Showdown, der alle offenen Fragen löst und etliche lose Enden miteinander verbindet. Die Geschichte endet ohne einen wirklichen Clliffhanger, trotzdem macht es neugierig auf den zweiten Band Das Rätsel
Mein Fazit:

Ein ausgesprochen gelungener Start der Pellinor-Saga. Wunderschön erzählt, spannend und mit sympathischen Helden. Für mich nicht wirklich vergelichbar mit Tolkiens Herr der Ringe, aber durchaus nah dran :-) Wer märchenhaft erzählte Geschichten ohne allzuviele Massaker und gut durchdachte Fantasywelten mag, dem kann ich Die Gabe auf jeden Fall empfehlen.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

thriller, krimi, lügen. mord, prag, lisa unger

Hüte dich vor deinem Nächsten

Lisa Unger ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.09.2010
ISBN 9783442472284
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Grundgeschichte die Lisa Unger in Hüte dich vor deinem Nächsten aufbaut hat auf jeden Fall etwas Alptraumartiges und ich kann mich gut in die Gefühlswelt von Isabel Raines hineinversetzen. Das Gefühlschaos in das sie stürzt wird sehr gut und einfühlsam beschrieben und auch das sie um jeden Preis versucht herauszufinden mit wem sie da verheiratet war und warum Marcus ihr das angetan hat ist recht nachvollziehbar beschrieben. Das sie Himmel und Hölle in Bewegung setzt um Marcus zu finden und ihn zur Rede zu stellen, dabei auf mafiöse Organisationen stösst und nicht nur sich selber in Gefahr bringt hätte der Stoff für eine wirklich spannende Story sein können.

Zuviel Nebenhandlung

Hätte ist dabei aber der springende Punkt, denn aufkeimende Spannung wird immer wieder durch ellenlange, meine Meinung nach oft vollkommen unnötige, Rückblicke im Keim erstickt. Sicher ist dass Vorleben der beiden wichtig für die Geschichte – aber ewig lange Schilderungen der Eheprobleme von Isabels Schwester haben so gar nichts mit der Handlung zu tun, bringen die Geschichte auch nicht wirklich voran und irgendwann habe ich einfach angefangen, sie zu überblättern.

Zuviel Nebencharaktere

Auch Nebencharaktere sollten gut beschrieben sein, aber man kann es auch übertreiben. Eheprobleme scheinen hier wie eine Seuche zu grassieren, denn auch der ermittlende Beamte hat damit zu kämpfen und auch darüber werde ich in beinahe epischer Länge informiert – schade, dass der Typ eigentlich gar keine Rolle spielt. Er ist auch leider nicht der Einzige, auch sonst benötigt scheinbar jeder in diesem Buch dringend einen Therapeuten. Auf Dauer ist das ein bisschen viel Drama für Nebendarsteller.

Zuviel Selbstbeweihräucherung

Ein weiterer sehr überstrapazierter Punkt ist die Tatsache, dass die Heldin des Buches Autorin ist und deshalb natürlich ihre Umgebung und die Menschen darin viel besser beobachten und beurteilen kann als der Normalsterbliche Nach der zehnten ausführlichen Erwähnung dieser außergwöhnlichen Fähigkeiten ist das einfach nur noch nervig und ich habe mich ganz ernsthaft gefragt „Liebe Isabel, warum ist dir dann fünf Jahre lang nicht aufgefallen, dass dein Mann dir etwas vom Mond erzählt wenn du so toll bist?“ Mag sein, dass die Autorin sich selber auch so sieht – aber man muss es dem armen Leser nicht ständig auf die Nase binden das er blind durch diese Welt läuft? :-)

Entwarnung

Das hört sich jetzt alles ganz böse an, aber soooo schlecht ist das Buch dann auch wieder nicht. Die Grundidee ist auf jeden Fall sehr spannend, aber ich denke die Hälfte der Seitenzahl hätte vollkommen ausgereicht und und eine Kürzung hier und da hätte der Spannung gut getan. So war es mir einfach viel zu langatmig und durch die mehr als ausführlichen Nebenstorys zu unübersichtlich – daran konnte der ansonsten angenehme Schreibstil von Lisa Unger dann auch nichts mehr ändern.

Mein Fazit:

Eine tolle Idee, die leider nicht konsequent genug umgesetzt wurde. Hier bewahrheitet sich der Spruch “Weniger ist manchmal mehr”. Von mir gibt es dafür 3 von 5 Drachen.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller, verschwörung, horror, sieben verlag, oliver kern

Das Gewicht der Seele

Oliver Kern
Buch: 196 Seiten
Erschienen bei Sieben-Verlag, 01.03.2009
ISBN 9783940235329
Genre: Fantasy

Rezension:

Geregelte Arbeit ist nicht Paul Tucholskys Sache, aber auch seine zweifelhafte Karriere als Kleinkrimineller gerät plötzlich ins Stocken. Notgedrungen muss er nun zusehen, dass er sich sein Geld anderweitig verdient und bewirbt sich auf eine Chiffe-Stellenanzeige. Chauffeur für wohlhabende Dame klingt gut und vor allem scheint ihm das nicht mit allzuviel Arbeit verbunden zu sein. Beim Einstellungsgespräch stellt sich heraus, dass er vier alte Damen quer durch Europa chauffieren soll. Die Bezahlung ist mehr als gut und so nimmt er den Job an in der Hoffnung, eine Urlaubstour mit vier alten Damen würde nicht übermäßig aufregend werden. Schnell stellt er fest, dass das ein Irrtum war...

Mein Eindruck:

Eigentlich bin ich ohne allzu große Erwartungen an das Buch herangegangen, ich kannte den Autor nicht und hatte bis dato auch nichts von dem Buch gehört. Nach den ersten paar Seiten erwartete ich eine Geschichte im Stil von "Arsen und Spitzenhäubchen", denn das die Damenrunde etwas zu verbergen hat wird schnell klar. Gott sei Dank habe ich mich aber mit "Arsen und Spitzehäubchen" getäuscht :-)

Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben und so bin ich immer, in etwa jedenfalls, auf dem Kenntnisstand von Paul Tucholsky, den die Merkwürdigkeiten im Verlauf der Reise natürlich auch immer neugieriger machen. Als die ersten Leichen im Umfeld der gar nicht immer reizenden alten Damen auftauchen forciert Tucholsky seine Recherchen und stößt auf Geheimnisse die in der Nazi-Zeit ihre Wurzeln haben.
Held wider Willen

Im Verlauf des Buches gewinnen die Hauptcharaktere, Paul Tucholsky und das Damenquartett, von Seite zu Seite an Kontur und es zeigen sich immer mehr Facetten ihrer Persönlichkeit.Tucholsky wird dabei nicht wirklich sympathischer, er bleibt der etwas zwielichtige kleine Gauner - trotzdem kann ich mich gut in ihn hineinversetzen, eben weil er nicht der strahlende Held ist der immer weiß, was zu tun ist - er versucht lediglich so lebendig wie möglich aus der Geschichte heraus zu kommen, versucht das Richtige zu tun und trotzdem seine Finanzen und seine Freundin im Blick zu behalten :-)
Reizende alte Damen

Auch die vier Damen sind nicht so wirklich Sympathieträger, aber ich kann ihren Wunsch die Dinge zu ordnen nachvollziehen. Sie merken schnell, dass ihr Chauffeur ihnen nachspioniert und tricksen ihn dann gerne mal aus. Dabei nutzen sie natürlich geschickt ihr Alter mit der einhergehenden augenscheinlichen Gebrechlichkeit aus, aber auch Tucholsky Geldgier und seinen Hang mehr zu trinken als er verträgt.
Unglaubliche Erkenntnisse
Aber davon lässt sich ein Mann wie Tucholsky nicht aufhalten, er sucht weiter nach Antworten und mit jedem kleinen Puzzleteil das er findet setzt sich eine schreckliche, unvorstellbare Geschichte zusammen und genauso wie Tucholsky nicht aufhören kann der Geschichte auf den Grund zu gehen, konnte ich nicht aufhören zu lesen :-) Je mehr ich dem Ende des Buches näherte, desto fantastischer, spannender und atemberaubender wurde die Geschichte um größenwahnsinnige Forscher die im Auftrage des Nazi-Regimes herausfinden sollten, wieviel eine Seele wiegt und dabei etwas viel Unglaublicheres entdecken. Zwar taucht die Frage nach dem Gewicht der Seele immer mal wieder in anderen Büchern als Randgeschehen auf, allerdings ist sie mir als Grundthema eine Buches in der Form noch nirgendwo begegnet - also endlich mal wieder eine neue Idee, die dann auch noch toll umgesetzt wurde.
Temporeich, aber ohne Hektik

196 Seiten (in der Taschenbuchausgabe) sind sicher nicht viel, aber mir kam es eigentlich viel mehr vor. Nicht weil es langatmig gewesen wäre, sondern weil eben so viel Geschichte auf so wenig Seiten passte. Die gesamte Story wird schnell vorangetrieben, ohne dabei jedoch hektisch zu werden und die immer wieder eingestreuten kleinen Prisen schwarzen Humors lockern die Geschichte ein wenig auf und sorgen für so etwas wie kleine Atempausen im Geschehen. Man kann schließlich nicht permanent die Luft anhalten :-)

Mein Fazit:

Ein absolut spannender Roman mit einer ganz neuen Idee, die dann auch noch toll umgesetzt wurde. Ich kann Das Gewicht der Seele jedem empfehlen der spannende, gut konstruierte Geschichten liebt. Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Drachen und ein gedachtes zusätzliches Sternchen

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Tags: krimi, oliver kern, sieben verlag, thriller   (4)
 

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mord, krimi, thriller, zorn, missbrauch

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Stephan Ludwig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 09.10.2012
ISBN 9783596195077
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hauptkommissar Claudius Zorn ist gelangweilt, nichts als ein paar lausige Laubeneinbrüche beschäftigen ihn im Moment. Ein bisschen mehr Spannung im Arbeitsalltag fände er schon ganz gut - aber zumindest ist sein Kollege Schröder aus der Reha zurück und so muss er sich nicht alleine langweilen. Schnell haben sie wegen der Laubeneinbrüche eine Bande Jugendlicher im Visier, aber bevor sie sich genüsslich zurücklehnen können, wird einer dieser Jugendlichen ermordet. Während die Ermittler noch im Dunklen tappen wird ein weiteres Mitglied der Clique brutal ermordet und auch wenn klar ist, dass es da einen Zusammenhang geben muss, drehen sie die Ermittlungen im Kreis - denn jeder der Jugendlichen scheint zu lügen.
*********
Das erste was einem bei einem Buch natürlich auffällt ist das Cover - und das Cover zu Zorn - Vom Lieben und Sterben ist wirklich toll. Ein Hintergrund der an Marmor erinnert, das Einschussloch und die blaue Schrift sind erhaben gedruckt, also fühlbar. Alles in allem sehr stilvoll und edel, wenn da nicht diese Aufkleber wären - auf meinem Exemplar war es ein Glitzeraufkleber mit der phantasievollen Aufschrift "Unbedingt lesen" und ein grüner, eingedruckter Button mit "Der zweite Fall für Zorn und Schröder" - ganz ehrlich: Wenn ich der Coverdesigner wäre, würde ich in die Tischkante beißen! Aber die Optik eines Buches ist ja nicht das wesentliche :-)

Wie schon erwähnt, habe ich den ersten Fall von Zorn und Schröder nicht gelesen, was mich beim Lesen dieses Buches auch nicht gestört hat. Ich hatte an keiner Stelle den Eindruck, mir würden irgendwelche Informationen fehlen. Zorn - Von Lieben und Sterben lässt sich wunderbar als eigenständiges Buch lesen, nichts desto trotz werde ich mir den ersten Teil wohl auch noch kaufen :-)

Die Kriminalgeschichte an sich ist wunderbar konstruiert und entwickelt sich hübsch Schritt für Schritt. Über einen langen Zeitraum sehr gleichbleibend spannend, aber je mehr ich mich dem Ende und der Auflösung näherte umso spannender wurde es und mündete in einem rasanten, atemberaubenden Showdown. Zweimal musste ich leider meinen eigenen Verdächtigen "wieder laufen lassen" weil er sich als unschuldig erwies :-) Stephan Ludwig schafft es das sehr ernste Hintergrundthema und somit das Motiv für alles was geschieht sehr einfühlsam zu schildern, so dass ich auch jenseits der ziemlich hässlichen Morde immer mal wieder eine Gänsehaut bekam.

Neben der Krimigeschichte wird das Buch natürlich auch von dem sehr eigenwilligen Ermittlerduo geprägt. Zorn, der ziemlich phlegmatisch, eigensinnig und mit sich und der Welt ziemlich uneins ist und Schröder der offenbar ein bisschen cleverer und schneller ist , sich aber dafür ziemlich von Zorn herumschubsen lässt. Über weite Strecken fand ich das Geplänkel der beiden recht amüsant, aber hin und wieder ging es mir dann auch auf den Keks weil einige Aktionen (oder bei Zorn eher Nicht-Aktionen) meiner Meinung nach soweit jenseits der Realität waren, dass es mir dann einfach zuviel wurde. Allerdings bekommen die beiden, oder Stephan Ludwig, dann doch immer wieder die Kurve bevor es vollkommen ins Lächerliche abrutscht.

Einige Randfiguren des Buches, wie z.B. das Kleingärtner-Ehepaar fand ich dagegen einfach klasse :-) Die beiden konnte ich mir wirklich so vorstellen und ich hatte viel Spaß an den beiden weil sie mich an Leute erinnerten die ich kenne gg. Wer oder besser was meiner Meinung nach völlig überflüssig war, weil sie völlig uninteressant beschrieben war, war die Staatsanwältin ( deswegen habe ich auch schon wieder vergessen wie sie hieß) und deren ebenso uninteressante und für die Geschichte vollkommen überflüssige, sehr kurze Affäre.

Aber diese wenigen Kritikpunkte sind wirklich jammern auf hohem Niveau, denn Zorn - Vom Lieben und Sterben ist ein wirklich spannendes und gleichermaßen unterhaltsames Gesamtpaket.
************
Stephan Ludwigs Thriller kann ich jedem empfehlen der auf eigenwillige Ermittler, intelligent konstruierte Geschichten und einen manchmal etwas schrägen Humor steht. Von mir gibt es 5 von 5 Drachen.

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Tags: fischerverlage, stephan ludwig, thriller   (3)
 

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ira, thriller, stuart neville, nordirland, nordirlandkonflikt

Die Schatten von Belfast

Stuart Neville , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 20.08.2012
ISBN 9783746628578
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ziemlich eindringlich schildert Stuart Neville die Nöte, Ängste und inneren Konflikte seine Hauptcharakters der sich plötzlich im augenscheinlich friedlichen Nordirland wieder zurechtfinden muss. Ehemalige Weggefährten die sich mit den neuen Verhältnissen arrangiert haben verschaffen ihm zwar über Beziehungen einen Pseudo-Job, so dass er seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, aber sein eigentliches Problem, das schlechte Gewissen, lässt sich damit nicht lösen. Das begleitet ihn in Form von 12 Schatten oder Geistern rund um die Uhr und fordert Genugtuung und in der Hoffnung endlich Ruhe zu finden gibt er diesen Forderungen nach.

Ungewollt spielt Gerry mit seinen ersten Racheopfern der alten Führung noch in die Hände und man lässt ihn gewähren, doch das Blatt wendet sich schnell und er wird selbst zum Gejagten. Während Gerry Fegan weiter Jagd auf seine ehemaligen Auftraggeber macht, ist ihm ein britischer Spion auf den Fersen der ihn unschädlich machen soll um den ohnehin sehr zerbrechlichen Frieden nicht weiter zu gefährden.

Als Leser begleitet man Gerry von Mord zu Mord, unterstützt durch die Benennung der Kapitel, die wie in dem alten Kinderlied "Zehn kleine Negerlein" von Opfer zu Opfer herunterzählt und man ahnt natürlich was im Verlauf des Buches passiert. Genau wie in dem Lied verschwinden so auch nach und nach Gerrys Schatten, nach jedem Mord einer, bis nachher zum Showdown nur noch ein Einziger über ist. Trotzdem hat es für mich die Spannung nicht gemindert zu wissen, wer als nächstes dran ist. Auch an die Fans von eher blurünstigen Schuilderungen ist gedacht worden den keiner der Charaktere im Buch ist wirklich zimperlich im Umgang mit seinen Gegnern. Da ich das in diesem Buch weniger als Effekthascherei empfand als in so manchem anderen Thriller sondern eher passend zur Grundstory sah, hat es mich persönlich dann auch nicht sonderlich abgestoßen.

Stuart Nevilles Beschreibungen der Charaktere sorgen dafür, dass ich mich als Leser recht schnell auf Gerrys Seite geschlagen habe, denn seine Gegenspieler sind alle durchweg sehr unsympathisch gezeichnet und sind das was man gemeinhin als "Kriegsgewinnler" bezeichnet. Sie haben sich schnell und effizient an die neuen Verhältnisse angepasst, profitieren vom neuen Aufschwung und von alten Verbindungen. Diese Mischung aus Politik, Korruption und Manipulation macht es einem natürlich leicht, seine Sympathien zu verteilen und irgendwie habe ich es Mr. Fegan schon gegönnt zur Ruhe zu kommen, trotz der eher fragwürdigen Methode.

Die Frage ob "Auge um Auge" die richtige Methode ist um eine Schuld zu sühnen stellt sich natürlich zwangsläufig im Verlauf des Buches, aber Stuart Neville beantwortet sie nicht, sondern überlässt es dem Leser darauf eine Anwort zu finden. Aber auch wenn ich es nicht für die richtige Methode halte, konnte ich durchaus ein gewisses Verständnis dafür aufbringen - politisch und moralisch vielleicht nicht unbedingt korrekt fand ich schon auch, dass der eine oder andere vedient hatte was ihm geschah.

Etwas schwierig fand ich es für mich in dem Buch immer auseinanderzuhalten, wer denn nun welcher Fraktion angehört und als Nicht-Ire hätte ich hier ein Glossar nett gefunden um ohne Wikipedia herauszufinden welche Gruppierung sich hinter welcher Bezeichnung verbirgt und was z.B. Loyalisten sind. Ich habe mir dann mit einem anderen Buch, in dem es ein solches Glossar gab beholfen oder das Internet befragt - aber das hätte man einfacher haben können. Dazu kam dann noch, dass Namen nicht konsequent gleich geschrieben wurden, so gab es mal Eddie Doyle und mal Eddy Coyle - es dauerte immer ein bisschen bis ich begriff, dass das ein und dieselbe Person war.

Aber diese eher kleinen Mängel haben das Lesevergnügen an sich nicht so wahnsinnig gestört und ich habe ich auf rund 440 Seiten ausgesprochen spannend unterhalten gefühlt. Im Anhang gibt es dann auch gleich einen kleinen Vorgeschmack auf den zweiten Band Blutige Fehde - da weiß ich doch schon mal was ich als nächstes Buch lesen möchte. Auf der Homepage des Autors habe ich gesehen, dass es auch einen dritten Band gibt, allerdings bisher nur auf Englisch, mit dem Titel Stolen Souls. Ich hoffe mal, das es auch diesen Band dann im Aufbau-Verlag geben wird - ich hab gern alle Bände einer Reihe hübsch einheitlich :-)

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helene tursten, krimi, schweden

Der Novembermörder

Helene Tursten
Fester Einband
Erschienen bei [Rheda-Wiedenbrück ; Gütersloh] : RM-Buch-und-Medien-Vertrieb [u.a.],, 01.01.2002
ISBN B00280INU4
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Helene Tursten lässt den Leser sehr detailreich am Leben ihrer Charaktere teilhaben. Man erfährt sehr viel über Irene Huss und ihre Familie, den Dienstalltag der ermittelnden Beamten und natürlich über das Leben des Opfers und seiner Familie.
Die Beamten stochern auf der Suche nach einem Motiv für den Mord recht gründlich in der Vergangenheit der von Knechts und deren Umfeld, wobei sich schnell herausstellt, dass in der sogenannten besseren Gesellschaftschicht vieles oft mehr Schein als Sein ist – aber das ist ja nicht unbedingt eine neue Erkenntnis 
Auf vielen Seiten des Buches wird der weniger spektakuläre Teil der Ermittlungsarbeit beschrieben und hier wird es mir manchmal etwas zu detailliert. Wer wie viele Tassen Kaffee trinkt und wie schwierig eine Pizza-Bestellung werden kann muss ich nicht unbedingt sooo genau wissen, auch wenn man so vielleicht ein bisschen mehr das Gefühl von „mittendrin statt nur dabei“ bekommt.
Auch das Privatleben von Irene Huss und ihrer Familie nimmt einen recht breiten Raum ein und mit zwei Teenie-Töchtern ist das natürlich auch recht turbulent. Zu allem Überfluss verliebt sich eine der beiden in Skinhead und lässt sich ebenfalls kahl rasieren, was verständlicherweise das Familienleben nicht gerade entspannter macht. Wie schon beim Büroalltag ist es hier manchmal etwas zu viel des Guten, andererseits dient dieser erste Band natürlich auch dazu die Figuren einzuführen und vorzustellen.
Trotz den manchmal etwas zu detailreichen Erzählungen und dem sehr überschaubaren Kreis der Verdächtigen ist Der Novembermörder sehr spannend, eignet sich hervorragend zum miträtseln und lässt sich gut und flüssig lesen. Einige Passage „fühlen“ sich etwas holprig an, was vielleicht an der nicht immer glücklichen Übersetzung liegen könnte. Den zweiten Band hat jedenfalls jemand anders übersetzt.
Mein Fazit:
Ein solider, spannender Kriminalroman mit viel Liebe zum Detail und ein guter Einstieg in eine neue Serie, der für die Folgebände aber noch Luft nach oben hat.

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Tags: helene tursten, krimi, schweden   (3)
 

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tempelritter, historischer roman, deutschland, matthias gerwald

Der letzte Ritter vom Tempelhof

Mattias Gerwald
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Sutton, 01.09.2012
ISBN 9783954000340
Genre: Historische Romane

Rezension:

Gerwalds Schreibstil und Ausdrucksweise sind der Zeit in der das Buch spielt angepasst. Durch die sehr blumige und plastische Sprache wird man direkt in's 14. Jahrhundert entführt und bekommt zuerst einmal eine kleine Einführung in die Ausgangssituation, die Welt der Tempelritter und deren problematische Situation im Jahre 1311.
Vor allem die Tatsache, dass Matthias Gerwald sich schon sehr lange mit dem Orden der Tempelritter befasst, lässt sich zwischen den Zeilen immer wieder erkennen, wenn er Ordnungen,Tagesabläufe und tatsächliche historische Hintergründe in seinen Roman einfließen lässt.
Mir macht beides sehr viel Spaß, sowohl die Sprache, als auch die geschichtlichen Informationen - allerdings fingen die vielen Namen, Orte und welcher Herrscher nun wie und wo regiert irgendwann an zu stören., da ich mir soviele Daten und Fakten nicht merken konnte und wollte. Ich begann irgendwann etliche dieser Stellen zu überblättern, weil ich keine historische Abhandlung lesen wollte, sondern mich viel mehr interessierte, wie es mit Stefan von Losa,Rena und der Flucht weitergehen würde :-)
Diese Flucht hätte eigentlich der spannendste Teil der Geschichte um den Tempelritter werden können - er wurde es aber leider nicht. Die drei Progonisten wandern von Ort zu Ort, verfolgt von einem "bösen" Ritter, in Richtung Tempelhof und als Leser erfahre ich durch die Berichte einiger Boten von etlichen politischen Querelen, die mich ehrlich gesagt so überhaupt nicht interessieren, weil sie für mich mit der eigentlichen Handlung gar nichts zu tun haben. Gegen Ende gibt es noch eine goße Schlacht, deren Sinn und Zweck ich auch nicht einordnen kann und ich bleibe mit ganz viel Erstaunen und Fragen zurück.
Der Anfang der Geschichte scheint völlig vergessen zu sein, der Tempelritter, sein Beichtvater und die schöne Fischertochter, der Ritter der die Flüchtenden verfolgt - es gibt weder eine Erklärung was denn nun mit ihnen passiert oder passiert ist, noch gibt es eine Art Cliffhanger zu einem nächsten Band. Ich erwarte nicht immer einen fulminanten Showdown, aber schon eine halbwegs befriedigende Auflösung :-)
Mein Fazit:
Der letzte Ritter vom Tempelhof: Das Mordkomplott ist sicherlich ein einigermaßen interessante Geschichtsstunde, aber die Spannung die der Titel verspricht, hält das Buch nicht. Eine Empfehlung fällt mir hier ziemlich schwer, aber vielleicht ist das Buch etwas für Menschen die sich für den Orden der Temeplritter interessieren und Geschichte gern in Geschichten verpackt mögen. Der Erzählstil und die Art wie Matthias Gerwald ein Bild der damaligen Zeit für mich zeichnete haben mich trotz gewisser Mankos in der Handlung das Buch zu Ende lesen lassen, deshalb gibt es von mir 3 von 5 Sternen.

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Tags: historischer roman, matthias gerwald, tempelritter   (3)
 
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