Leserpreis 2018

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Hanna

Sandra Jungen
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Rhein-Mosel-Vlg, 06.02.2018
ISBN 9783898011006
Genre: Romane

Rezension:

Aufmerksam wurde ich auf den Roman, weil die die beiden Romane „Heidelbeerkind“ und „Heidelbeerfrau“ von Marion Bischoff oft mit dem Roman „Hanna. Kriegsjahre einer Krankenschwester“ in Verbindung gebracht werden. Alle drei Romane stammen aus dem Rhein-Mosel-Verlag und es gibt tatsächlich viele Parallelen. Natürlich die Zeit – alle drei Romane spielen in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, beide Protagonistinnen lebten in der Eifel, beide sind Mädchen aus dem Volk. Sie spielen zusammen wie Teilchen eines großen Puzzles, das irgendwann ein Gesamtbild über diese schreckliche Zeit gibt, wenn noch weitere Autor*innen, sich in dieser Qualität ihren Zeitzeugen widmen und deren Erlebnisse in Romanen verarbeiten.

Sandra Jungen hat in ihrem gründlich recherchierten Roman die Lebensgeschichte ihrer Großmutter erzählt, die tatsächlich den Zweiten Weltkrieg als Krankenschwester miterlebt hat. Es ist die Geschichte ihrer Großeltern, die nach dem Krieg geheiratet und sechs Kindern das Leben geschenkt haben und die Autorin hätte wunderbar eine Liebesgeschichte in Zeiten des Krieges draus machen können. Schnulzig, schmalzig und eine herbe Romantik durch die Kriegsszenerie. Das hat Sandra Jungen aber nicht getan. Im Gegenteil. Sie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die hin- und hergerissen ist zwischen Richtig und Falsch, die ihren gesunden Hausverstand nicht verliert, auch wenn die Propaganda versucht, ihr Gehirn aufzuweichen, die ihren Weg geht, auch wenn sie weiß, dass sie unter Beobachtung steht, die ihr Bestes gibt, über ihre Grenzen geht und für andere da ist. Und trotzdem bleibt sie ein Mensch, der Gefühle, Sehnsüchte und Träume hat.
Etwas konstruiert sind für mich all die Begegnungen mit den Helden dieser Zeit. Mit dem Grafen von Stauffenberg soll die Großmutter der Autorin tatsächlich zusammengetroffen sein, die Beschreibung dieser Begegnung, ebenso wie die mit Hans Scholl, welche nie stattgefunden hat, ist meiner Meinung nach für die Geschichte überflüssig – stört aber auch nicht. Stationen wie die Heil- und Pflegestation Eglfing-Haar, wo im Zuge des Euthanasieprogramms viele Leben vernichtet wurden oder die Brutstätte für eine arische Rasse im Lebensbornheim in München liegen auf ihrem Weg und ein bisschen wirkt es so, als wolle die Autorin drauf zeigen und sagen: Das gab es auch noch.

Fazit
„Hanna – Kriegsjahre einer Krankenschwester“ ist ein Buch, das ein Stück Zeitgeschichte aufarbeitet – wieder aus einer für mich neuen Perspektive. Dass die Autorin einen persönlichen Bezug zu dieser Geschichte hat, schwingt in jedem Satz mit. Es ist eine ehrliche Geschichte, eine authentische und eine Geschichte, die die Schrecken des Krieges wieder auferstehen lässt, die für den, der mittendrin ist, zur Normalität werden. Lasst uns daran arbeiten, dass diese Zeit nie wiederkommt. Sandra Jungens Geschichte hat das mit dieser Geschichte getan. Danke!

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Tags: krankenschwester, krieg, zweiter weltkrieg   (3)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Das Haus der gefallenen Töchter

Gabriele Breuer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 30.11.2018
ISBN 9783548290799
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wer ein Buch sucht, das in der Tradition der „Hurenromane“ von Iny Lorentz geschrieben ist, ist mit dem Roman „Das Haus der gefallenen Töchter“ gut beraten – wobei ich sagen muss, dass die erotischen Szenen weniger häufig und geschmackvoller beschrieben sind. Gabriele Breuer erzählt mitreißend und farbig, der Roman ist gut aufgebaut, wenn auch etwas vorhersehbar, die Beweggründe der handelnden Figuren logisch und nachvollziehbar. Dialoge und Handlungen sind aus dem Leben gegriffen. Wer historische Wahrheiten sucht, wird hier jedoch nicht auf seine Kosten kommen. Außer der Einrichtung des Hauses der gefallenen Töchter, das auf einer wahren Begebenheit beruht, wird man wenige historische Ereignisse finden, die Autorin bedient Mittelalterklischees und nimmt es mit historischen Wahrheiten nicht immer so genau.

Fazit:
Alles in allem eine unterhaltsame Lektüre, allerdings voller Mittelalterklischees und vom historischen Standpunkt her nicht wirklich tiefgründig recherchiert.

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87 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Die verlorene Schwester

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.11.2018
ISBN 9783746634524
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bei dem Buch „Die verlorene Schwester“ von Linda Winterberg handelt es sich um ein Stück meisterlich aufgearbeiteter Schweizer Geschichte. Die Verdingkinder sind ein Phänomen, das lange totgeschwiegen wurde und nun in Theaterstücken, Filmen und wie hier in Romanen endlich aufgearbeitet wurde. Kurz zur Erklärung für Nicht-Schweizer: Kinder wurden ihren leiblichen Eltern genommen, weil die aus diversen Gründen nicht für sie sorgen konnten und kamen in Pflegefamilien, wo sie gegen Kost und Logis hart arbeiten mussten, oftmals misshandelt, vergewaltigt und zu Tode geknechtet wurden. Die Geschichte „Die verlorene Schwester“ ist die Geschichte von Marie und Lena, zwei Schwestern, die in ihrer Kindheit voneinander getrennt wurden, als Verdingkinder aufwuchsen und Zeit ihres Lebens darunter litten, dass sie voneinander getrennt wurden und es ist die Geschichte von Anna alias Regula, die zu sich selbst findet, indem sie ihre Mutter findet. Linda Winterberg erzählt mitreißend und doch mit einer gewissen literarischen Distanz. Ihr Stil ist beinahe sachlich und trotzdem verschafft sie uns Einblicke in die Gedanken ihrer Protagonisten, die – so schrecklich ihr Schicksal auch ist – immer an ihren Hoffnungen festhalten.
Voraussetzung für einen uneingeschränkten Lesegenuss ist wie bei vielen solcher Familiengeschichten, dass man das Buch ohne Unterbrechung lesen kann, denn die Erzählperspektive wechselt von Anna auf Marie, dann wieder auf Lena und eine kleine Lesepause ist bei so einer Geschichte immer fatal.

Fazit:
Ein mitreißender Roman, der es verdient, viele Leserinnen zu finden und ein Stück Schweizer Geschichte, das es verdient, literarisch aufgearbeitet zu werden.

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Tags: familienschicksal, verdingkinder   (2)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Klaus, wir retten dich, halt aus!

Andrea Schomburg , Igor Lange
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 19.09.2018
ISBN 9783845825229
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Büchlein mag sich gut in einem Adventskalender voller Geschichten machen. Ein winterliches Setting, dazu noch recht gekonnt gedichtete Reime. Nicht ganz einverstanden bin ich mit dem Weihnachtsbezug, denn außer einem Schmaus am Ende bleibt von dem Gedanken des Festes nichts übrig. Die Geschichte erzählt von Mut, davon dass Freunde füreinander einstehen und ihre Angst überwinden, um einem Freund zu helfen. Aber das hätte sie auch ohne den Weihnachtsschmaus und das „Frohe Weihnachten, lieber Klaus“ wunderbar hinübergebracht.
Die Illustrationen sind recht nett, für die Altersgruppe sicher ansprechend und bieten Anreize zum Entdecken und Sprechen, jedoch ohne großen künstlerischen Anspruch.

Fazit
Ein Buch, das in einem Lese-Adventskalender einen guten Platz findet, schnell durchgeblättert, gelesen und dann wieder vergessen ist. 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Die Eichhörnchenpiraten

Sibylle Rieckhoff , Derek Roczen
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 09.10.2018
ISBN 9783522184663
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es ist eine nicht sehr originelle Story, die von Sibylle Reickhof da erzählt wird, auch nicht besonders witzig, spannend oder mit besonders einprägsamen Charakteren. Ich kann sie weder als pädagogisch noch literarisch wertvoll einstufen, auch die Illustrationen sind nichts Besonderes. Sie hat alles, was eine Piratengeschichte braucht: ein Schiff, jede Menge Fachbegriffe aus der Seglersprache, Kanonen, wilde Kämpfe, einen Sturm und sogar Rum (wenn auch in Form von Rumrosinen). Gepackt hat sie mich nicht und ich bezweifle, dass sie es bei vielen Kindern zur Lieblingsgeschichte bringen wird.

Fazit
Eine Geschichte, der auf halber Strecke die Luft ausgegangen ist. Im Ansatz könnte sie interessant sein, aber in der Ausführung finde ich sie lieblos, wenig ausgearbeitet und wenig originell.

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Tags: piraten   (1)
 

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

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»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«

Martin Schörle
Flexibler Einband: 119 Seiten
Erschienen bei Engelsdorfer Verlag, 06.12.2016
ISBN 9783960084082
Genre: Romane

Rezension:

In dem rund 120 Seiten starken Büchlein sind zwei Theatertexte gesammelt, von denen eines – das „Klassentreffen“ beim Wettbewerb „Stücke Schießen – Neue Dramatik. Neue Autoren. Neue Theatertexte“ vom Publikum zum Gewinnertext gekürt wurde. Zu Recht, möchte ich sagen, denn ich habe – nur lesend – beide Stücke aus vollen Zügen genossen, musste sie irgendwann sogar vorlesen, weil mein Mann wissen wollte, was es denn da alles zum Lachen gäbe.

Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten
Der Prototyp eines Beamten, Hans Fredenbek, unterhält das Publikum in einem witzig-intelligenten Monolog, reißt Themen auf, lässt sie wieder fallen, um sie dann wieder aufzugreifen und ihrer Vollendung zuzuführen und verschafft uns Einblicke in das Innenleben eines Beamten – „der einzige Berufsstand, der von der übrigen Bevölkerung kollektiv gehasst wird“ – der mit einer Menge Herausforderungen zu kämpfen hat. Von der Wahl des richtigen Radiergummis, über die korrekte Anmache einer Mitarbeiterin, die Mammutaufgabe, alle Ordneretiketten neu zu schreiben und zu nummerieren bis hin zu der verzweifelten Frage, was das Kürzel SHz in seinem Kalender zu bedeuten habe. Dabei lässt er sich von Tagträumereien hinreißen, versteigt sich in anschaulich erklärten Diskursen über die weibliche Seele – mit einigen Stellen, bei denen amüsiert-entrüstete Proteste von weiblichen Zuschauern garantiert sind.
Man sieht ihn vor sich diesen Fredenbek, wie er einen Antrag aufgrund eines Rechtschreibfehlers oder einer Tautologie zurückweist, nach oben buckelnd, nach unten tretend und gefangen in all den Zwängen, denen er als Verursacher der zunehmenden Bürokratie unterlegen sein muss. Selbst im Privatleben kann er sich von dieser Welt aus Dienstverordnungen, Aktenzeichen und Stempeln nicht verabschieden und so wird das Stück zu einer amüsanten Abrechnung mit der zwanghaften Sturheit, die uns begegnet, wenn wir auf einem Amt etwas zu erledigen haben.
Der Text ist so facettenreich geschrieben, dass in einer Rezension gar nicht auf all die Details eingegangen werden kann. Ich bin überzeugt, dass man ihn mehrmals lesen kann und immer wieder auf neue Details stößt und genauso stelle ich mir die Inszenierung vor. Ein Feuerwerk an Witz und Skurrilität, die beim ersten Durchgang einfach den Kopf schütteln lässt über „diese Beamten“ und sich vielleicht erst bei mehrmaligem Besuch in all ihrer Fülle erschließt.

Fazit:
Selten habe ich mich beim Lesen eines Theatertextes so amüsiert wie bei diesem – wie unterhaltsam muss erst das gespielte Stück sein! Ich kann nur hoffen, dass sich viele Bühnen an die szenische Umsetzung des Textes machen und dem „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ zu der Anerkennung verhelfen, die er sich verdient hat.

„Klassentreffen“
Auch der zweite Text in dieser kleinen Sammlung hat mich vollends überzeugt.
Carsten ruft Marina an, um sie zu einem Klassentreffen einzuladen. Dass die beiden vor zwanzig Jahren eine Beziehung hatten, wird bereits nach mehreren Seiten klar, dass sie im Laufe des Stücks wieder zueinander finden, ist etwas absehbar. Für mich tut das der Qualität des Stücks aber keinen Abbruch, denn das eigentlich Interessante ist der Umstand dieser in aller Öffentlichkeit geführten und trotzdem intimen Unterhaltung.
Es ist „nur“ ein Telefongespräch, das hier auf die Bühne gestellt wird – unterbrochen durch mehrere kleine Rückblenden und gewürzt durch die Kommentare einer Zuhörerin – die vielleicht die Idee zu diesem Stück gewesen sein mag. Wie oft sind wir Zeuge peinlicher Telefonate, die in aller Öffentlichkeit geführt werden und bei denen wir – ohne das zu wollen – in Privatangelegenheiten wildfremder Menschen hineingezogen werden. Und genau diese Rolle nehmen wir als Zuschauer ebenfalls ein und erleben mit wie Marina und Carsten in ihrem Gespräch Höhen und Tiefen durchleben, hoffen und bangen mit ihnen und schmunzeln am Ende, als die unfreiwilligen Zuhörer fordern, über das Ende der Geschichte informiert zu werden.

Fazit
Ein sehr unterhaltsames Stück, das mit einen kritischen Blick auf das Privatleben im Spannungsfeld zwischen Intimität und Öffentlichkeit wirft, uns tief eintauchen lässt in die Gefühlswelt der beiden Protagonisten und uns zu Zaungästen einer neu aufkeimenden Beziehung macht.

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Tags: beamtenkabarett, klassentreffen   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Heidelbeerfrau

Marion Bischoff
Buch: 234 Seiten
Erschienen bei Rhein-Mosel-Vlg, 23.08.2018
ISBN 9783898014045
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe bereits den Vorgängerroman der „Heidelbeerfrau“, das „Heidelbeerkind“, geliebt und sehnsüchtig drauf gewartet, dass die Heidelbeerfrau endlich ihren Weg zu mir findet – signiert natürlich. Und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt! Die Autorin Marion Bischoff, der man auf sozialen Netzwerken als äußerst rührige Dame begegnet, und die parallel zu ihrem zweiten historischen Roman noch eine Anthologie von Weihnachtsgeschichten herausgegeben hat, hat sich in diesem Roman weiterentwickelt und gesteigert.
Sie beschreibt die oberflächlichen Moralvorstellungen dieser Gesellschaft so treffend, in der eine ledige Mutter geächtet wurde, während „ehemalige“ Nazis problemlos wieder in die Gesellschaft aufgenommen wurden, in der Betrug und Schwindel blühten und die Kleinen und Schwachen ausgebeutet wurden. Es sind Detailaufnahmen des „richtigen“ Lebens, die Marion Bischoff geschickt in eine Geschichte verpackt, Detailaufnahmen, die vom Leben geschrieben worden sind. Dass die Autorin sorgfältig recherchiert hat, merkt man nicht nur, wenn man ihre Autorenseite auf Facebook hinunterscrollt, sondern an all den liebevollen Kleinigkeiten, durch die ihre Geschichte lebendig und wahrhaftig wird.
Ihre Protagonisten sind mit viel Liebe entwickelt, reagieren absolut nachvollziehbar und ihre Schicksale gehen jedem ans Herz, der selbst noch mit Oma und Opa über den Krieg und die Zeit danach gesprochen hat – über die Entbehrungen, die Ungerechtigkeit, die Angst vor den Besatzern, die nach dem Ende des Krieges allgegenwärtig war.

Fazit
Wie bereits beim Vorgängerroman habe die Geschichte gelesen und dabei meine Oma vor meinem geistigen Auge gesehen. Ein wunderbares Buch, das mehr ist, als ein bloßer historischer Roman. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, verpackt in eine Handlung, die ans Herz geht.

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Tags: nachkriegszeit   (1)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Winter im Wichtelwald

Outi Kaden , Outi Kaden
Pappbuch: 16 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 19.09.2018
ISBN 9783845826493
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein allerliebstes Bilderbuch, in dem reale und fantastische Welt verschmelzen. Der Autor und Illustrator Outi Kaden setzt herzige Wichtelbilder in eine winterliche Landschaft, in der Kohlmeise, Fuchs, Eichhörnchen, Bär, Rentier und Eule erwachen und von den Winterwichteln umsorgt werden. Auf den Bildern lassen sich, obwohl sie sehr schlicht sind, viele Details entdecken und sowohl Bilder als auch Verse regen zum Erzählen, Nachdenken und Miteinander-Sprechen an. Die gelungenen Verse finden sicher schnell gnädiges Gehör bei den jungen Lesern*innen und ich kann mir vorstellen, dass sich dieses Buch zum Lieblingsbuch bei vielen Kindern entwickelt.

Fazit
Ein wunderschönes Buch, sehr ästhetisch und stimmungsvoll mit gelungenen Versen – zum Lesen und immer wieder neu entdecken.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Immer Drama mit dem Lama

Anna Taube , Eefje Kuijl
Pappbuch: 18 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 10.12.2018
ISBN 9783845829869
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Und wieder ein Buch von arsEdition – ein Verlag, der erkennt, was in Familien manchmal Sache ist. Ich habe so geschmunzelt bei der Geschichte von dem übellaunigen Lama, weil Szenen mit meinen inzwischen großen Kindern wieder aufgeblitzt sind. Die Geschichte ist einfach reizend. Lama Dana hat üble Laune und in der Geschichte wird erzählt, wie ihre Angehörigen damit umgehen. Mir gefällt an dem Buch einmal, dass Dana für ihre schlechte Laune nicht verurteilt wird, sondern dass das einfach einmal sein darf. Noch mehr gefällt mir, dass sich die Eltern und Familie von der schlecht gelaunten Dana nicht unter Druck setzen lassen, sondern auch mal konsequent bleiben – in dem Sinn ist „Immer Drama mit dem Lama“ ein Bilderbuch für Kinder und Eltern!
Die Bilder sind ebenfalls sehr nett und geben sicher viel Anlass zum Entdecken und Sprechen.

Fazit
Ein Bilderbuch für Kinder, die auch mal schlecht gelaunt sein dürfen, und Eltern, die das aushalten können. Lustig und nett erzählt!

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Die Tote im Fechtsaal

Helga Glaesener
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783471351550
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anfangs war ich ein wenig skeptisch: ein historischer Krimi? Noch dazu aus einer Zeit, die mich persönlich sonst in der historischen Literatur wenig interessiert. Aber ich muss sagen, Helga Glaesener hat mich überrascht. Sie hat einen flüssigen Schreibstil ohne viele Schnörkel, ist eine gute Dialogschreiberin und schafft es, ihren wohldurchdachten Krimi packend zu erzählen. Zwischendrin gibt es ein paar Ungereimtheiten, die aber so minimal sind, dass sie vernachlässigbar sind.
Mir gefällt das zu der Zeit wahrscheinlich untypische Frauenbild der Annie Troll, die einen absolut untypischen Beruf hat – sie bietet Fechtkurse für Frauen an und ist damit sicher allein. Gleichzeitig verhilft sie den Frauen mit diesem Angebot zu mehr Selbstständigkeit und Sicherheit. Auch die Figur des ersten Privatdetektivs Dresdens, Daniel Raabe, ist sehr gut angelegt. Obwohl er sich als durchaus geschickt in der Lösung diverser Kriminalfälle zeigt, scheitert er doch bei dem Fall, der für ihn höchste Priorität hat: Wer hat seine Frau und seine Tochter auf dem Gewissen. Das Verhältnis zwischen den beiden ist spannend, etwas ist da im Entstehen, das vielleicht in einem der nächsten Fälle erblühen kann. Wenn es denn geplant ist, aus dem Band eine Serie zu machen ...

Fazit
Alles in allem ein lesenswertes Buch, eine gute Mischung aus historischem Roman und Krimi mit einem Hauch Liebesgeschichte. 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Signor Rinaldi kratzt die Kurve: Roman

Lorenzo Licalzi
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei Eisele eBooks, 22.09.2017
ISBN 9783961615032
Genre: Humor

Rezension:

Ich sage es gleich vorweg: Bücher dieser Art lösen bei mir eigentlich normalerweise Bauchweh aus – in diesem Fall doppelt. Einmal, weil das Thema Selbstmord ein sehr heikles ist und dann, weil der Protagonist des Romans als Schriftsteller erzählt - über das Bücherschreiben, andere Autoren, das Autorendasein usw. spricht. Das kommt bei mir meistens als überheblich und besserwisserisch an. Doch Lorenzo Licalzi schafft die Gratwanderung in beiden Fällen. Er lässt seinen Protagonisten als hoffnungslosen Zyniker auftreten, als Menschenfeind, der den Selbstmord pragmatisch sieht. 80 Jahre hat er gelebt, jetzt warten nur noch Siechtum und Leiden auf ihn. Warum also nicht selbst dem Ganzen selbstbestimmt ein Ende setzen. Betont nicht melodramatisch plant und zelebriert er seinen Abgang, der dann aber durch ein unvorhergesehenes Ereignis zuerst aufgeschoben, schlussendlich aber aufgehoben wird. In einer Roadstory wird die Geschichte einer Annäherung zwischen Alt und Jung, zwischen Lebensmüde und Lebenshungrig, zwischen Pietro und Diego erzählt, in welcher der Alte wieder zu sich findet und erkennt, dass er eben noch nicht alle Stationen des Lebens kennt. Das worauf er ursprünglich keine Lust hat – nämlich sich mit seinem Enkel abzugeben – bewirkt eine buchstäbliche Wiedergeburt. Gleichzeitig findet der Schriftsteller sogar zu einem neuen Zugang zu seinen Lesern und erkennt, dass doch nicht alle so blöd sind, wie er sie sich ausgemalt hat. Indem der Protagonist Rinaldi bei der Beschreibung von Speisen, Landschaften, Menschen an den Grenzen der sprachlichen Möglichkeiten scheitert, schafft es der Autor Licalzi, den Hochmut seines Protagonisten zu relativieren.
Das Buch reißt mit, lässt schmunzeln, auch manchmal das Auge feucht werden. Einzig der Nachtrag von Pietros Enkel Diego, der sieben Jahre nach der gemeinsamen Reise im Nachlass seines Großvaters auf das Buch stößt, lässt die Geschichte am Ende des Buches leider etwas abfallen. Auch deshalb, weil der einfühlsame Leser Diegos Gedanken in Pietros Geschichte sehr gut nachvollziehen kann. Interessant ist auch, dass in ebendiesem Nachtrag Diego über den Titel für den Roman nachdenkt und sich gegen den italienischen Originaltitel „L’ultima settimana di settembre“ – „Die letzte Woche im September“ entscheidet. Da wäre ich doch neugierig zu erfahren, wie viel der Übersetzer Luis Ruby sonst gestaltend in den Text eingegriffen hat ...

Fazit:
Das Buch reißt mit, lässt schmunzeln, auch manchmal das Auge feucht werden. Ein gutes Buch über den Sinn des Lebens.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Ziemlich beste Schwestern - Mit Karacho in den Winter

Sarah Welk , Sharon Harmer
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 12.09.2018
ISBN 9783845826004
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es gibt ja bereits einige Bände der Reihe „Ziemlich beste Schwestern“ und das nicht ohne Grund. Die reizenden Geschichten der beiden Schwestern Flo und Mimi sind perfektes Lesefutter für fortgeschrittene Erstleser und bieten lustige Erlebnisse aus der Erfahrungswelt der Kinder ... na ja, meistens jedenfalls. In dem vorliegenden Band assistieren sie bei der Geburt eines Kälbchens – das macht vielleicht nicht jedes Kind mit. Lesen tut man das mit einem Schmunzeln auf den Lippen, denn die beiden Mädels haben gar zu lustige Lösungsvorschläge für ihre Probleme und ich kann aus meiner Schulbibliothek berichten, dass Kinder im Alter zwischen 7 und 9, wie vom Verlag vorgeschlagen, wirklich großen Spaß an den Büchern haben werden. Wer das liest, darf sich einfach auf pure Unterhaltung ohne moralischen Zaunpfahl freuen. Und zum Schluss sind immer alle ganz und gar froh – auch die Leser.
Ganz schnell noch was zur Aufmachung und zu den Illustrationen: Ich liebe an diesen Büchern die freundliche Schriftart, den lockeren Satz und Sharon Harmers Illustrationen ergänzen die Geschichten wirklich sehr gut. Sie sind einfach reizend.

Fazit:
Ein reizendes, liebevolles Buch, das sicher ganz schnell für unsere Schulbibliothek angekauft wird. 

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Tags: familiengeschichten, lustige geschichten für erstleser   (2)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig: Kriminalroman (Miss Daisy ermittelt 11)

Carola Dunn
E-Buch Text: 296 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 14.09.2018
ISBN 9783841216328
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das ist mein erster Miss-Daisy-Krimi und ich vermute, es wird auch mein letzter sein. Keine Angst, wenn ihr das Buch bereits gekauft habt und es jemandem unter den Weihnachtsbaum legen wollt. Man stirbt nicht an der Lektüre. Man kann es lesen. Hin und wieder muss man vielleicht ein paar Kapitel zurückblättern, um dann doch festzustellen, dass man nichts überlesen hat – die Schatzkarte, die die Kinder haben, taucht wirklich aus dem Nichts auf, der Beweis für die Schuld des Täters ist vielleicht etwas konstruiert, reicht aber trotzdem aus, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen und die Dialoge klingen eher als wären sie geschrieben als gesprochen, aber alles in allem ist das Buch recht unterhaltsam. Trotzdem fällt es bei mir durch. Abgesehen von den vielen Gedankensprüngen, der oberflächlichen Denkweise der Autorin und ihrer Protagonistin (nun gut man mag das als atmosphärisch abtun, es soll ja schließlich Downtown Abby Atmosphäre heraufbeschworen werden), ist einfach nicht Miss Daisy die Ermittlerin, sondern sie ist – wenn überhaupt – die rechte Hand ihres Angetrauten, praktischerweise ein Polizeibeamter, der alle Verhöre führt, die Ermittlungen durchführt und sie netterweise Protokoll führen lässt. Ihr Beitrag zur Aufdeckung des Verbrechens bleibt gering und so müsste das Buch auch „Mr. Fletcher und der Mord unterm Mistelzweig“ heißen. „Frau“ kümmert sich nämlich vornehmlich um die Kindererziehung und darum, dass die beiden Rangen, die ebenfalls mehr zur Aufdeckung beitragen als sie, saubere Hände haben, wenn sie zum Essen gehen.
Das Buch strotzt vor TELL, SHOW kommt dafür an vielen Stellen zu kurz, oftmals sind nicht nachvollziehbare Gedanken in den Text eingestreut. Nein, kein Buch, das es bei mir auf die Bestenliste schafft.

Fazit:
Ein Frauenbild aus dem vorvorigen Jahrhundert, die Ermittlungsarbeit wird von allen nur nicht von Miss Daisy geleistet (die übrigens keine Miss ist, sondern eine verheiratete Frau). Oberflächlichkeit, Gedankensprünge und lieblose Beweisführung machen dieses Buch aus. 

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Tags: weihnachtskrimi   (1)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Das Weihnachtswunder

Katherine Rundell , Nele Thiemann , Emily Sutton
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 19.09.2018
ISBN 9783845825595
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Tatsächlich magisch ist die Weihnachtsgeschichte von Katherine Rundell, einer englischen Autorin. Eigentlich gibt es keine Kinderbücher wie dieses mehr. Die Geschichte und die Bilder muten wie aus einer Zeit vor hundert Jahren an, nur ein paar wenige Wörter irritieren beim Lesen: der Scheibenwischer, der Babysitter, ... Ich selbst bin mit solchen Geschichten aufgewachsen, mit allerliebsten Heile-Welt-Bildern, bunt, die Figuren haben rote Bäckchen, sind unschuldig, es gibt keine Konflikte und am Ende werden alle Probleme, die anfangs im Raum standen, magisch gelöst. Mögen tu ich sie trotzdem nicht. Ein Kind, das am Heiligen Abend allein zu Hause ist und den Weihnachtsbaum allein schmücken muss? Sogar der Babysitter schläft ein? Sowas gehört angezeigt und nicht in einer Heile-Welt-Geschichte bagatellisiert. Und dass sich die Gutschein-Geschenke in einen Geschenke-Berg verwandeln kann ich auch nicht gutheißen. Wenn es wenigstens in den Illustrationen etwas zu entdecken gäbe! Aber auch sie sind realistisch, zeigen das Notwendige und verniedlichen ein ernstzunehmendes Problem.

Fazit:
Wer dazu beitragen möchte, dass die Kinder lernen, den Kopf in den Sand zu stecken und sich durch Konsum über die wahren Probleme hinwegzutrösten, ist gut beraten, ihnen Geschichten wie diese zum Lesen zu geben. Mein Fall ist das nicht!

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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Das letzte Schaf

Ulrich Hub , Ulrich Hub , Jörg Mühle
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551553843
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ulrich Hub erzählt eine Weihnachtsgeschichte, die eigentlich keine ist – dafür vielleicht eine Kritik an der Gesellschaft, die nicht mitbekommt, dass der Retter geboren ist, weil sie so verstrickt ist in die eigenen Probleme. Die Schafherde, die sich am Ende als Grüppchen von sieben Schafen herausstellt, macht sich auf die Suche nach dem Baby, das mit langen Wimpern und Locken ein Mädchen sein muss, geht Umwege und Sackgassen, verliert immer wieder mal ein Schaf und kommt am Ende zu spät. Der Heiland ist weg, nur die Kamele stehen noch herum und geben blöde Kommentare von sich. Trotzdem sind die Schafe geläutert, plötzlich kommt in der kopflosen Herde so etwas wie Gemeinschaftsgefühl auf, sie haben eine Herausforderung gemeistert und zu einer wirklichen Herde geworden.
Die Bilder von Jörg Mühle sind reizend, das Coverbild wird sicher viele Menschen zum Kauf verführen. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Geschichte wieder viele Puppenspieler*innen zu einer Bühnenversion inspirieren wird bzw. Schulklassen zu einer Weihnachtsaufführung, denn der Text ist wunderbar nicht-religiös und trotzdem weihnachtlich.

Fazit
Ulrich Hub erzählt nett – rasend komisch finde ich jetzt übertrieben, seine Schafe sind alles Originale, die Geschichte plätschert so dahin – überzeugen konnte sie mich, im Gegensatz zu „An der Arche um acht“ und vielen anderer seiner Werke nicht.

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94 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 46 Rezensionen

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Der Platz an der Sonne

Christian Torkler
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 02.09.2018
ISBN 9783608962901
Genre: Romane

Rezension:

Es hat jetzt ein Weilchen gedauert, bis ich das Buch zu Ende gelesen habe – und das, obwohl ich mich normalerweise wirklich zu den schnellen Leserinnen zähle. Aber hier wollte ich jede Zeile, jede Seite der beinahe 600 Seiten genießen – wobei genießen vielleicht das falsche Wort ist. Christian Tokler hat sich ein brennend aktuelles Thema gewählt, das weh tut. Weh deshalb, weil es so leicht ist, bei den Berichten über all die Menschenschicksale, die im Mittelmeer vergehen, Augen, Ohren und Herz zu verschließen. Die Menschen sind so fremd und wenn sie es dann doch zu uns heraufschaffen, bleiben sie es - irgendwie. Tokler dreht die Situation um, macht aus Europa die Dritte Welt, in der Korruption und Willkür herrschen, in der der Einzelne keine Chance gegen das System hat und einen Rückschlag nach dem anderen einstecken muss, bis er endlich die Entscheidung trifft, dass er dem Ganzen den Rücken dreht. Und plötzlich wird das Ganze greifbar, näher und unheimlich. Es macht Angst, wenn ich mir vorstelle, dass ich in meiner Heimat keine Chance zum Überleben habe, dass meine Kinder an grippalen Infekten sterben könnten, keine Chance haben, Bildung zu erlangen und auch ihre Zukunft in den Sternen steht. Der Protagonist Josua Brenner unternimmt im eigenen Land wirklich alles, bevor er den Entschluss fasst, in den Süden zu fliehen – dahin wo sagenhafter Reichtum herrscht. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er nur geht, weil der Reichtum Begehrlichkeiten in ihm weckt und was er alles für seinen Traum in Kauf nimmt, tut weh. So weckt der Text Mitgefühl für die Flüchtlinge – ja auch für die Armutsflüchtlinge – ohne, dass Tokler groß mit der moralischen Keule schwingen muss. Auch das Ende tut weh ... muss weh tun.
Tokler schreibt wirklich toll. Er spielt mit Dialekten, mit Redensarten. Das Buch liest sich stellenweise wirklich witzig – obwohl die Geschichte nicht wirklich spaßig ist. Das Erlebte wird über alle Sinne erzählt. Wir staunen, hoffen und leiden mit Brenner und dann schöpfen wir wieder von Neuem Hoffnung.

Fazit:
Ein Meisterwerk! Lesenswert – besonders in der heutigen Zeit, das Verständnis weckt für Menschen auf der Flucht, ohne groß die moralische Keule schwingen zu müssen.

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Tags: flucht   (1)
 

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98 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

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Sechs Koffer

Maxim Biller
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.08.2018
ISBN 9783462050868
Genre: Romane

Rezension:

Geklotzt wird im Klappentext ja schon genug, also muss ich das nicht mehr machen. Von einer „berührenden Familiengeschichte“ ist die Rede, die „spannend wie ein Kriminalroman“ ist. Gleich zwei Dinge, die meinen beschränkten intellektuellen Fähigkeiten wahrscheinlich nicht zugänglich waren – so wie es mir leider auch bei ein paar anderen Büchern der Longlist zum Deutschen Buchpreis ergangen ist. Ich lese auch gern mal was Tiefergreifendes. Ich kann auch verstehen, dass das Thema, das sich Maxim Biller für seinen Roman gewählt hat, ein Thema ist, das (endlich) mal Aufmerksamkeit verdient. Aber es hat mich weder berührt, noch hat mich die Spannung gepackt. Im Gegenteil. Ich habe mich von Seite zu Seite immer wieder selbst versucht davon zu überzeugen, dass das gewisse Etwas, das diesen Roman sogar auf die Shortlist gebracht haben muss, doch irgendwann kommen muss. Doch mein Warten wurde nicht belohnt – nicht einmal die sechs verschiedenen Perspektiven konnte ich eindeutig ausmachen. Sorry. Zu blöd für das Buch.
Auch was das „herausragende stilistische Können“ angeht, den „eleganten Witz“ oder „die bemerkenswerte Liebe zu seinen Figuren“ – alles Zitate aus dem Klappentext – war ich enttäuscht. Sicher kein „schlechtes“ Buch, aber eines, das mich auf keiner Seite wirklich berührt hat.

Fazit:
Ich überlasse es den Lesern*innen sich selbst ein Urteil zu bilden. Ich bin wahrscheinlich zu doof, um das Buch so schätzen zu können, wie es die Fachleute offensichtlich tun, die Max Biller mit „Sechs Koffer“ auf die Shortlist gebracht haben. 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Rosen von Abbotswood Castle

Alexandra Zöbeli
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Forever, 07.09.2018
ISBN 9783958183254
Genre: Romane

Rezension:

Welche Zutaten braucht es, um eine überarbeitete Leserin ein paar Abende gut zu unterhalten? Eine Prise Schottland, einen Geist, Liebesgefühle und ein Quäntchen Spannung – das alles von Alexandra Zöbelis unterhaltsamem Schreibstil zusammengemischt, ergibt eine locker-leichte Lektüre. Für mich war es das zweite Buch der Schweizer Autorin, und auch wenn ich mich wieder sehr gut unterhalten habe, war es mir an einigen Stellen – es sind die Liebesszenen – etwas zu seicht. Während Alexandra Zöbeli bei „Ein Bett in Cornwall“ bei Andeutungen bleibt, wird es mir hier manchmal ein bisschen zu deutlich bzw. platt. Schon allein die Vorstellung, wie Hettie Jules Mund erkundet, löst bei mir das Bild einer Zungengymnastikübung beim Sprechtherapeuten aus. Aber der Roman besteht nicht nur aus Liebesszenen, sondern aus einer durchaus logischen Handlung, die von sympathischen Charakteren durchlebt wird. Zöbelis anschaulicher Erzählstil lässt Schottland und Abbottswood Castle vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. Witzig finde ich, dass der Geist Rosenduft hinterlässt – eine ähnliche Figur gibt es in Roberta Gregorios Roman „Sommerduft und Rosenknospen“. Möglicherweise hatten beide Autorinnen wirklich mit Geistern zu tun?

Fazit:
Ein Buch zum Ausgeistern am Abend, wenn’s tagsüber doch anstrengend war, flüssig erzählt und mit sympathischen Charakteren, die man gern ein Stück begleitet.

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Tags: geister, gewalt gegen frauen, liebe, schottland   (4)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Pechsträhnen färbt man pink

Mina Teichert , Stephanie Reis
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522505987
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zuerst dachte ich, ich habe da eines der üblichen Alles-ist-cool-Teile in der Hand. Die Protagonistin schlägt sich mit Modeproblemen rum und damit, dass die Aufrufe auf ihrem Vlog zurückgegangen sind und ihr größtes Problem ist, ob sie wohl den Tanzwettbewerb gewinnen würde. Doch gleich schon zog mich die wirklich ausgesprochen witzige Erzählweise der Autorin in ihren Bann. Frei von der Leber weg, gewürzt mit forschem Sprachwitz und Amruner Herbheit erzählt sie einfach gut und bald wird klar: So oberflächlich ist die Geschichte ja gar nicht. Im Gegenteil. Ein dicklicher Junge, der auf den ersten Blick auch noch dazu recht anstrengend ist, kriegt eine Chance und kann zeigen, dass er nicht nur sympathisch, sondern sogar recht brauchbar ist. Und dann wird es auch noch spannend. Sehr spannend. „Pechsträhnen färbt man pink“ hat alles, was ein Roman für die Kids zwischen Kind und Jugendlichem brauchen: eine Portion Frechheit, eine Ecke Krimi, eine Prise Liebe, aber nicht so viel, dass die Schafe Locken kriegen und dann die Coolness, die so eine Geschichte einfach braucht, um bestehen zu können. Dazu kommt, dass die Geschichte Lust macht auf Amrun, ein Bewusstsein für das Thema Diabetes schafft, mit Vorurteilen spielt und zeigt, dass diese einfach in jeder Hinsicht Quatsch sind, ohne zu moralisieren und dabei so in der jugendlichen Realität bleibt, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um zu erkennen, dass da wirklich eine Erwachsene schreibt.

Fazit
Ein tolles Buch für coole Mädels, witzig, einfallsreich und einfach rund. Zu lesen mit einem Schmunzeln im Gesicht.

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Tags: amrun, diabetes, krimi für kids   (3)
 

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155 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

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Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus

Oliver Pötzsch
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783471351598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mir geht’s wie dem Autor: Faust hat mich immer fasziniert. Nicht wegen irgendwelcher Filme, die ich gesehen habe, sondern einzig und allein deshalb, weil dieser Kampf des Guten gegen das Böse einmal ausnahmsweise nicht in Form von Superhelden, die New York zerstören passiert, sondern in einem Menschen ausgetragen wird. Trotzdem war ich hin- und hergerissen, als ich das Buch in die Hand nahm. Faust – wirklich jetzt? Reclamheftchen blitzten vor mir auf, Textanalysen, Aufsätze über Goethe und – ganz egal wie man mir weiszumachen versuchte, dass es früher alte Zeiten waren – dieser alte Schweinehund, der sich an einem vierzehnjährigen Mädchen vergreift. Igitt! Nach wenigen Seiten war mir klar, dass ich weit daneben lag. Oliver Pötzsch hat das gemacht, was Goethe getan hat: Eine vorhandene Legende zu einem Meisterwerk verarbeitet. Die Geschichte eines wissbegierigen Jungen, dessen Neugierde einfach nicht zu stillen ist und der in die Fänge dunkler Mächte gerät, ist genial erzählt, bleibt rund 800 Seiten lang spannend und verursacht an manchen Stellen ein echtes Gruseln. Jedes Mal, wenn mir ein Zitat aus Goethes Faust unterkam, begrüßte ich es mit einem Schmunzeln und ich war gespannt, wie Oliver Pötzsch wohl die eklige Sache mit dem Gretchen lösen würde. Ich will es nicht verraten – auf jeden Fall hat mich Pötzschs Version wieder ausgesöhnt mit dem Faust und ich finde Pötzschs Wendung einfach nur schön. Was ich bei Oliver Pötzsch auch immer wieder nett finde, sind die Anhänge am Ende des Buchs. Wander- oder Radwege über die man die alten Orte erkunden kann, Museumstipps und die kleine Werbung für den Metzger, der die beste Verpflegung für Autoren auf Recherchereise bietet. Sogar die Gewerkschaft der Lokomotivführer wird liebevoll mit einem augenzwinkernden Kompliment bedacht. Jede*r, der in irgendeiner Weise zu der Entstehung des Buches beigetragen hat, bekommt sein Dankeschön und für den Leser wird klar, dass ein Buch bei weitem nicht die Arbeit eines Einzelnen ist. Vielen Dank Oliver Pötzsch und allen denen, die ihn in der Ausübung seiner Arbeit unterstützen für dieses wunderschöne Buch, das ich ganz gewiss nicht zum letzten Mal in der Hand gehabt haben werde!

Fazit:
Ein Meisterwerk, das man unbedingt gelesen haben sollte – egal ob man den Faust damals geliebt oder gehasst hat, denn Pötzsch stellt uns den ewig Suchenden neu vor, weckt unser Verständnis für ihn und gibt der Geschichte eine neue Wendung. Einfach nur meisterhaft.

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Tags: faust, gaukler, goethe, magie   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Ein Bett in Cornwall

Alexandra Zöbeli
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Forever, 07.09.2018
ISBN 9783958183261
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schon der Titel lässt die Leserin vom märchenhaften Cornwall träumen: blaues Meer, Klippen, bunte englische Gärten, schnuckelige Häuschen. Das Cover tut das seine dazu und natürlich freut man sich auf Lesestunden, in denen man sich in den Urlaub träumen kann – und wird nicht enttäuscht. Die Protagonistin Sophie tut das, woran wir alle mal denken: Sie bricht nach einem Schicksalsschlag alle Zelte hinter sich ab und reißt aus. Dass sie dann in Cornwall ein Nest findet, ist nicht geplant. Eigentlich läuft alles zu glatt. Netterweise hat ihr verstorbener Ehemann eine Lebensversicherung abgeschlossen, ihr Haus kann sie auch verkaufen, sie findet sofort Anschluss in Cornwall und dann auch noch gleich einen Mann. Die einzigen Stolpersteine liegen in ihr selbst und das sind wie wir alle wissen, die Hindernisse, die am schwierigsten zu überwinden sind. Sophie arbeitet dran, kriegt auch immer wieder mal den Kopf gewaschen und einen Spiegel vorgehalten und findet natürlich ihr Glück.
Alexandra Zöbeli schreibt unaufdringlich und unterhaltsam. Ihre Erzählung bezieht alle Sinne mit ein. Man kann die Gerüche in ihrer Seifensiederwerkstatt genauso riechen, wie die Düfte, die durch ihre Küche strömen. Vor dem Auge der Leserin lässt sie ein idyllisches Cornwall auferstehen, unser Herz klopft bei den sehr einfühlsam geschriebenen Liebesszenen mit.

Fazit:
„Ein Bett in Cornwall“ ist ein Buch zum Genießen. Es entschleunigt, lässt die Leserin eintauchen in ein Cornwall, in dem alles ein bisschen gemütlicher angegangen werden kann und macht Lust auf einen Urlaub in einem Bed&Breakfast – möglichst in dem von Sophie!

  (3)
Tags: aussteiger, cornwall   (2)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Seppl will nicht sterben!

Renate Londer
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 12.07.2018
ISBN 9783752824049
Genre: Biografien

Rezension:

Nach „Friss oder stirb, Seppl!“ ist „Seppl will nicht sterben“ die logische Fortsetzung – zumindest dem Titel nach. Denn der innere Schweinehund der Protagonistin hat Angst, dass er mit zunehmendem Verlust des Körpergewichts seiner Eignerin auch schön langsam verschwindet. Dass er sich zur Wehr setzt ist klar und jedem bekannt, der selbst schon einen Diätversuch hinter sich hat. Den Schweinehund auf dem Cover erkennt man allerdings erst auf den zweiten Blick. Auf den ersten Blick posiert hier ein treuherzig dreinschauendes Hündchen auf einer Waage der zu viel zugemutet wurde. Die Schweinsklauen sieht man wirklich erst, wenn man nach dem Schwein sucht.
Während ich von der Vorgängergeschichte „Friss oder stirb, Seppl“ recht angetan war, muss ich sagen, dass ich mit dieser Fortsetzung so meine Schwierigkeiten hatte. Die Geschichte wiederholt sich stark und im Grunde erfahre ich für meinen Diätversuch nicht wirklich Neues, sondern muss mir die Jammereien des Seppl anhören, die für mich irgendwie nicht stimmig sind. Einerseits findet er, dass sein Frauchen ansehnlicher ausschaut, lobt auch ihr Durchhaltevermögen, andererseits tut er das, was innere Schweinehunde eben tun: er redet ihr ein Fortkommen aus. Wer den ersten Band gelesen hat, weiß, dass es Renate Londer darum geht, dass wir unseren inneren Schweinehund zähmen müssen, lernen müssen, mit ihm ein Auskommen zu haben. Das geht in dem zweiten Band verloren. Seppl nervt und leider gibt es nicht einmal ein Happy End, sondern Seppl schwört, dass er es immer und immer wieder versuchen wird, Lores Ernährungsumstellung zu sabotieren. Das entspricht sicher der Wahrheit, liest sich jedoch nicht halb so motivierend wie der erste Band. Auch an Ernährungstipps und Erklärungen, warum welche Lebensmittel nicht oder nicht kombiniert gegessen werden sollen, bekomme ich im zweiten Band weniger herein und so bleibt ein Gefühl der Unzufriedenheit.
Auch der zweite Band über Seppl, den inneren Schweinehund, liest sich locker - mehr als zwei Abende habe ich nicht investiert. Renate Londer hat einen witzigen, humorvollen Stil, der dem Leser an vielen Stellen ein Schmunzeln entlockt – das ist in Band 2 gleich geblieben.

Fazit:
Für Liebhaber von „Friss oder stirb, Seppl“ bietet dieser zweite Band nicht wirklich viele Überraschungen, neue Leser ziehen kaum Erkenntnisse aus dem Buch. 

  (1)
Tags: abnehmen, diät, innerer schweinehund   (3)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Fanny und wie sie die Welt sieht

Alexa Hennig von Lange , Regina Kehn
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522185073
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ausgewählt hatte ich das Buch des Titels wegen. Da spiele ich manchmal so ein Spiel mit mir selbst und zwar frage ich mich, was für eine Geschichte sich hinter dem Titel verbirgt. Für mich war es ganz klar eine Geschichte eines Mädchens, das die Welt mit ganz anderen Augen betrachtet als andere. Interessant. Meine Erwartungen wurden aber enttäuscht.

Das bedeutet aber nicht, dass sich die jungen Leser (meiner Meinung nach eher 9-10jährige als 12jährige, wie vom Verlag angegeben) mit dieser Geschichte nicht gut unterhalten können. Alexa Hennig von Lange schreibt gut, flüssig und schafft es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Ein wenig fehlt mir der Tiefgang, denn die Geschichte hätte es ansatzweise drauf, sehr wohl auf Problematiken einzugehen, die für Kinder in diesem Alter eine Rolle spielen: eine hochbegabte Schwester zu haben, während man selbst bloß mittelmäßige Leistungen erbringt etwa. In „Fanny und wie sie die Welt sieht“ werden diese Konflikte nur angedeutet und dann eher unbefriedigend aufgelöst.

Wo es für die Autorin ebenfalls Entwicklungspotential gibt, ist die Recherche. Fanny unternimmt eine Zeitreise und landet in der Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart, der plötzlich gleichaltrig mit (Maria) Theresia ist, deren Mutter bloß eine Königin ist usw. Das sind grobe Recherchefehler, denen sogar die jungen Leser/innen auf die Spur kommen, denn zum Beispiel die Geschichte mit dem jungen Wolferl, der der Kaiserin auf den Schoß springt dürften viele Grundschüler/innen kennen. Fanny wird in der Zeit der Wiener Klassik zum ersten Mal in ihrem Leben gesiezt – auch das ist ein Fauxpas. Ein Kinderbuch muss kein Geschichtebuch sein, selbst wenn es um eine Zeitreise geht, aber es sollte auch keine Fehler vermitteln.

FAZIT:
„Fanny und wie sie die Welt sieht“ ist Lesefutter für Zehnjährige, die gern auf Zeitreise gehen. Historisch gesehen besteht jedoch Korrekturbedarf.

  (2)
Tags: mozart, zeitreise   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Unendlich mal unendlich mal mehr

Ingrid Ovedie Volden , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522184618
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Petra heißt Stein oder Felsen und ein Felsen ist vor allem eins: stark. Das trifft auch auf Petra zu, die ganz schön kämpfen muss. Sie stellt sich ihren Ängsten, geht auf die Vorschläge des Psychologen ein und wächst an dem, was ihr die Zukunft bringt.
Mit ihrer sehr poetischen Sprache und viel Sensibilität bringt die Autorin Ingrid Ovedie Volden auf den Punkt, was in Petra passiert. Gleichzeitig lässt sie ihre Protagonistin eine wunderbare Beobachterin ihrer Mitmenschen sein, eine Beobachterin mit einer endlosen Toleranz für Andersartigkeit, für die kleinen Originalitäten ihrer Freunde, die von den anderen in die Schublade „der hat ´nen Knall“ abgelegt werden. Einer stottert, einer hat ein Aggressivitätsproblem, einer kommt mit den vielen Umzügen in seinem Leben nicht zurecht.
Das Schöne an dem Buch ist, dass all diese Verhaltensoriginalitäten absolut normal werden und dass sie weder bei Petra noch in der Geschichte ein besonderes Gewicht erhalten, denn es geht um ganz was anderes: um Freundschaft, Verletzungen, erste Liebe und darum, dass man auch manchmal etwas Verbotenes tun muss, um einem lieben Menschen zu helfen.

Fazit:
Ein wunderschönes Kinderbuch, das endlich mal den Focus wegnimmt von Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten und unsere Aufmerksamkeit auf all das lenkt, was einen Menschen sonst noch ausmacht.

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Tags: erste liebe, freundschaft, verhaltensauffälligkeit, zwanghaftes verhalten   (4)
 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Solange es Schmetterlinge gibt

Hanni Münzer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 12.10.2018
ISBN 9783961610136
Genre: Romane

Rezension:

Angesprochen hat mich bei dem Roman auf den ersten Blick das Cover mit seinem hoffnungsvollen Blau und den Blüten, die wie Schmetterlinge über das Bild flattern.
Mit Tränen der Rührung in den Augen habe ich gestern Abend das Buch „Solange es Schmetterlinge gibt“ abgeschlossen. Ein wunderschönes Buch, das alle Bedürfnisse befriedigt: Liebesgeschichte, Krimi, die Aufarbeitung zweier seelischen Traumatas. Hanni Münzer schreibt sehr bildhaft und ausdrucksstark, ohne aufdringlich zu werden, flicht ein großes Allgemeinwissen in ihr Werk (das allerdings auch manchmal als Info-Dump rüberkommt) und erzählt eine Geschichte, in der es von magischen Momenten nur so wimmelt. Eigentlich wäre das Stoff für mindestens drei Geschichten und vor allem nach dem Abschluss des Kriminalfalls kam bei mir die Frage auf, was Hanni Münzer in den restlichen Kapiteln noch erzählen will. Ein dramaturgischer Fauxpas, der ihr jedoch aufgeht. Sie schreibt so mitreißend, dass sich der Leser ganz schnell auf den Rest der Geschichte einstellt, in dem es um die Heilung von Penelope, die Lebensgeschichte von Trudi geht und wie die beiden Schicksale miteinander verwoben sind. Ein bisschen zu viele Zufälle sind es auf den letzten Seiten, die alle Schicksalsfäden irgendwie miteinander verweben. Das wäre meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen. Aber warum nicht?

Fazit
Der Roman „Solange es Schmetterlinge gibt“ reißt den Leser mit und wirbelt ihn durch verschiedene Genres, ohne dass ihm schwindelig wird. Unbedingt kaufen und lesen! 

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