mary_stuarts Bibliothek

39 Bücher, 31 Rezensionen

Zu mary_stuarts Profil
Filtern nach
39 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

73 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

"maxim biller":w=3,"sechs koffer":w=3,"roman":w=1,"familie":w=1,"geheimnisse":w=1,"biografie":w=1,"prag":w=1,"deutscher autor":w=1,"tschechien":w=1,"zürich":w=1,"kgb":w=1,"generationenroman":w=1,"deutscher buchpreis":w=1,"eine familiengeschichte":w=1,"shortlist deutscher buchpreis;":w=1

Sechs Koffer

Maxim Biller
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.08.2018
ISBN 9783462050868
Genre: Romane

Rezension:

Geklotzt wird im Klappentext ja schon genug, also muss ich das nicht mehr machen. Von einer „berührenden Familiengeschichte“ ist die Rede, die „spannend wie ein Kriminalroman“ ist. Gleich zwei Dinge, die meinen beschränkten intellektuellen Fähigkeiten wahrscheinlich nicht zugänglich waren – so wie es mir leider auch bei ein paar anderen Büchern der Longlist zum Deutschen Buchpreis ergangen ist. Ich lese auch gern mal was Tiefergreifendes. Ich kann auch verstehen, dass das Thema, das sich Maxim Biller für seinen Roman gewählt hat, ein Thema ist, das (endlich) mal Aufmerksamkeit verdient. Aber es hat mich weder berührt, noch hat mich die Spannung gepackt. Im Gegenteil. Ich habe mich von Seite zu Seite immer wieder selbst versucht davon zu überzeugen, dass das gewisse Etwas, das diesen Roman sogar auf die Shortlist gebracht haben muss, doch irgendwann kommen muss. Doch mein Warten wurde nicht belohnt – nicht einmal die sechs verschiedenen Perspektiven konnte ich eindeutig ausmachen. Sorry. Zu blöd für das Buch.
Auch was das „herausragende stilistische Können“ angeht, den „eleganten Witz“ oder „die bemerkenswerte Liebe zu seinen Figuren“ – alles Zitate aus dem Klappentext – war ich enttäuscht. Sicher kein „schlechtes“ Buch, aber eines, das mich auf keiner Seite wirklich berührt hat.

Fazit:
Ich überlasse es den Lesern*innen sich selbst ein Urteil zu bilden. Ich bin wahrscheinlich zu doof, um das Buch so schätzen zu können, wie es die Fachleute offensichtlich tun, die Max Biller mit „Sechs Koffer“ auf die Shortlist gebracht haben. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"liebe":w=1,"geister":w=1,"schottland":w=1,"gewalt gegen frauen":w=1,"zöbeli":w=1

Die Rosen von Abbotswood Castle

Alexandra Zöbeli
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Forever , 07.09.2018
ISBN 9783958183254
Genre: Romane

Rezension:

Welche Zutaten braucht es, um eine überarbeitete Leserin ein paar Abende gut zu unterhalten? Eine Prise Schottland, einen Geist, Liebesgefühle und ein Quäntchen Spannung – das alles von Alexandra Zöbelis unterhaltsamem Schreibstil zusammengemischt, ergibt eine locker-leichte Lektüre. Für mich war es das zweite Buch der Schweizer Autorin, und auch wenn ich mich wieder sehr gut unterhalten habe, war es mir an einigen Stellen – es sind die Liebesszenen – etwas zu seicht. Während Alexandra Zöbeli bei „Ein Bett in Cornwall“ bei Andeutungen bleibt, wird es mir hier manchmal ein bisschen zu deutlich bzw. platt. Schon allein die Vorstellung, wie Hettie Jules Mund erkundet, löst bei mir das Bild einer Zungengymnastikübung beim Sprechtherapeuten aus. Aber der Roman besteht nicht nur aus Liebesszenen, sondern aus einer durchaus logischen Handlung, die von sympathischen Charakteren durchlebt wird. Zöbelis anschaulicher Erzählstil lässt Schottland und Abbottswood Castle vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. Witzig finde ich, dass der Geist Rosenduft hinterlässt – eine ähnliche Figur gibt es in Roberta Gregorios Roman „Sommerduft und Rosenknospen“. Möglicherweise hatten beide Autorinnen wirklich mit Geistern zu tun?

Fazit:
Ein Buch zum Ausgeistern am Abend, wenn’s tagsüber doch anstrengend war, flüssig erzählt und mit sympathischen Charakteren, die man gern ein Stück begleitet.

  (1)
Tags: geister, gewalt gegen frauen, liebe, schottland   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

"humor":w=1,"tiere":w=1,"diabetes":w=1,"amrum":w=1,"amrun":w=1,"insel amrum":w=1,"mina teichert":w=1,"an der nordseeküste":w=1,"krimi für kids":w=1

Pechsträhnen färbt man pink

Mina Teichert , Stephanie Reis
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522505987
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zuerst dachte ich, ich habe da eines der üblichen Alles-ist-cool-Teile in der Hand. Die Protagonistin schlägt sich mit Modeproblemen rum und damit, dass die Aufrufe auf ihrem Vlog zurückgegangen sind und ihr größtes Problem ist, ob sie wohl den Tanzwettbewerb gewinnen würde. Doch gleich schon zog mich die wirklich ausgesprochen witzige Erzählweise der Autorin in ihren Bann. Frei von der Leber weg, gewürzt mit forschem Sprachwitz und Amruner Herbheit erzählt sie einfach gut und bald wird klar: So oberflächlich ist die Geschichte ja gar nicht. Im Gegenteil. Ein dicklicher Junge, der auf den ersten Blick auch noch dazu recht anstrengend ist, kriegt eine Chance und kann zeigen, dass er nicht nur sympathisch, sondern sogar recht brauchbar ist. Und dann wird es auch noch spannend. Sehr spannend. „Pechsträhnen färbt man pink“ hat alles, was ein Roman für die Kids zwischen Kind und Jugendlichem brauchen: eine Portion Frechheit, eine Ecke Krimi, eine Prise Liebe, aber nicht so viel, dass die Schafe Locken kriegen und dann die Coolness, die so eine Geschichte einfach braucht, um bestehen zu können. Dazu kommt, dass die Geschichte Lust macht auf Amrun, ein Bewusstsein für das Thema Diabetes schafft, mit Vorurteilen spielt und zeigt, dass diese einfach in jeder Hinsicht Quatsch sind, ohne zu moralisieren und dabei so in der jugendlichen Realität bleibt, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um zu erkennen, dass da wirklich eine Erwachsene schreibt.

Fazit
Ein tolles Buch für coole Mädels, witzig, einfallsreich und einfach rund. Zu lesen mit einem Schmunzeln im Gesicht.

  (5)
Tags: amrun, diabetes, krimi für kids   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

110 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

"faust":w=6,"historischer roman":w=5,"mittelalter":w=3,"reihe":w=2,"gaukler":w=2,"oliver pötzsch":w=2,"der spielmann":w=2,"magie":w=1,"mystery":w=1,"hexen":w=1,"historie":w=1,"zauberei":w=1,"historisches":w=1,"fiktion":w=1,"goethe":w=1

Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus

Oliver Pötzsch
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783471351598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mir geht’s wie dem Autor: Faust hat mich immer fasziniert. Nicht wegen irgendwelcher Filme, die ich gesehen habe, sondern einzig und allein deshalb, weil dieser Kampf des Guten gegen das Böse einmal ausnahmsweise nicht in Form von Superhelden, die New York zerstören passiert, sondern in einem Menschen ausgetragen wird. Trotzdem war ich hin- und hergerissen, als ich das Buch in die Hand nahm. Faust – wirklich jetzt? Reclamheftchen blitzten vor mir auf, Textanalysen, Aufsätze über Goethe und – ganz egal wie man mir weiszumachen versuchte, dass es früher alte Zeiten waren – dieser alte Schweinehund, der sich an einem vierzehnjährigen Mädchen vergreift. Igitt! Nach wenigen Seiten war mir klar, dass ich weit daneben lag. Oliver Pötzsch hat das gemacht, was Goethe getan hat: Eine vorhandene Legende zu einem Meisterwerk verarbeitet. Die Geschichte eines wissbegierigen Jungen, dessen Neugierde einfach nicht zu stillen ist und der in die Fänge dunkler Mächte gerät, ist genial erzählt, bleibt rund 800 Seiten lang spannend und verursacht an manchen Stellen ein echtes Gruseln. Jedes Mal, wenn mir ein Zitat aus Goethes Faust unterkam, begrüßte ich es mit einem Schmunzeln und ich war gespannt, wie Oliver Pötzsch wohl die eklige Sache mit dem Gretchen lösen würde. Ich will es nicht verraten – auf jeden Fall hat mich Pötzschs Version wieder ausgesöhnt mit dem Faust und ich finde Pötzschs Wendung einfach nur schön. Was ich bei Oliver Pötzsch auch immer wieder nett finde, sind die Anhänge am Ende des Buchs. Wander- oder Radwege über die man die alten Orte erkunden kann, Museumstipps und die kleine Werbung für den Metzger, der die beste Verpflegung für Autoren auf Recherchereise bietet. Sogar die Gewerkschaft der Lokomotivführer wird liebevoll mit einem augenzwinkernden Kompliment bedacht. Jede*r, der in irgendeiner Weise zu der Entstehung des Buches beigetragen hat, bekommt sein Dankeschön und für den Leser wird klar, dass ein Buch bei weitem nicht die Arbeit eines Einzelnen ist. Vielen Dank Oliver Pötzsch und allen denen, die ihn in der Ausübung seiner Arbeit unterstützen für dieses wunderschöne Buch, das ich ganz gewiss nicht zum letzten Mal in der Hand gehabt haben werde!

Fazit:
Ein Meisterwerk, das man unbedingt gelesen haben sollte – egal ob man den Faust damals geliebt oder gehasst hat, denn Pötzsch stellt uns den ewig Suchenden neu vor, weckt unser Verständnis für ihn und gibt der Geschichte eine neue Wendung. Einfach nur meisterhaft.

  (3)
Tags: faust, gaukler, goethe, magie   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"cornwall":w=1,"aussteiger":w=1,"zöbeli":w=1

Ein Bett in Cornwall

Alexandra Zöbeli
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Forever , 07.09.2018
ISBN 9783958183261
Genre: Romane

Rezension:

Schon der Titel lässt die Leserin vom märchenhaften Cornwall träumen: blaues Meer, Klippen, bunte englische Gärten, schnuckelige Häuschen. Das Cover tut das seine dazu und natürlich freut man sich auf Lesestunden, in denen man sich in den Urlaub träumen kann – und wird nicht enttäuscht. Die Protagonistin Sophie tut das, woran wir alle mal denken: Sie bricht nach einem Schicksalsschlag alle Zelte hinter sich ab und reißt aus. Dass sie dann in Cornwall ein Nest findet, ist nicht geplant. Eigentlich läuft alles zu glatt. Netterweise hat ihr verstorbener Ehemann eine Lebensversicherung abgeschlossen, ihr Haus kann sie auch verkaufen, sie findet sofort Anschluss in Cornwall und dann auch noch gleich einen Mann. Die einzigen Stolpersteine liegen in ihr selbst und das sind wie wir alle wissen, die Hindernisse, die am schwierigsten zu überwinden sind. Sophie arbeitet dran, kriegt auch immer wieder mal den Kopf gewaschen und einen Spiegel vorgehalten und findet natürlich ihr Glück.
Alexandra Zöbeli schreibt unaufdringlich und unterhaltsam. Ihre Erzählung bezieht alle Sinne mit ein. Man kann die Gerüche in ihrer Seifensiederwerkstatt genauso riechen, wie die Düfte, die durch ihre Küche strömen. Vor dem Auge der Leserin lässt sie ein idyllisches Cornwall auferstehen, unser Herz klopft bei den sehr einfühlsam geschriebenen Liebesszenen mit.

Fazit:
„Ein Bett in Cornwall“ ist ein Buch zum Genießen. Es entschleunigt, lässt die Leserin eintauchen in ein Cornwall, in dem alles ein bisschen gemütlicher angegangen werden kann und macht Lust auf einen Urlaub in einem Bed&Breakfast – möglichst in dem von Sophie!

  (3)
Tags: aussteiger, cornwall   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"diät":w=1,"abnehmen":w=1,"innerer schweinehund":w=1

Seppl will nicht sterben!

Renate Londer
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 12.07.2018
ISBN 9783752824049
Genre: Biografien

Rezension:

Nach „Friss oder stirb, Seppl!“ ist „Seppl will nicht sterben“ die logische Fortsetzung – zumindest dem Titel nach. Denn der innere Schweinehund der Protagonistin hat Angst, dass er mit zunehmendem Verlust des Körpergewichts seiner Eignerin auch schön langsam verschwindet. Dass er sich zur Wehr setzt ist klar und jedem bekannt, der selbst schon einen Diätversuch hinter sich hat. Den Schweinehund auf dem Cover erkennt man allerdings erst auf den zweiten Blick. Auf den ersten Blick posiert hier ein treuherzig dreinschauendes Hündchen auf einer Waage der zu viel zugemutet wurde. Die Schweinsklauen sieht man wirklich erst, wenn man nach dem Schwein sucht.
Während ich von der Vorgängergeschichte „Friss oder stirb, Seppl“ recht angetan war, muss ich sagen, dass ich mit dieser Fortsetzung so meine Schwierigkeiten hatte. Die Geschichte wiederholt sich stark und im Grunde erfahre ich für meinen Diätversuch nicht wirklich Neues, sondern muss mir die Jammereien des Seppl anhören, die für mich irgendwie nicht stimmig sind. Einerseits findet er, dass sein Frauchen ansehnlicher ausschaut, lobt auch ihr Durchhaltevermögen, andererseits tut er das, was innere Schweinehunde eben tun: er redet ihr ein Fortkommen aus. Wer den ersten Band gelesen hat, weiß, dass es Renate Londer darum geht, dass wir unseren inneren Schweinehund zähmen müssen, lernen müssen, mit ihm ein Auskommen zu haben. Das geht in dem zweiten Band verloren. Seppl nervt und leider gibt es nicht einmal ein Happy End, sondern Seppl schwört, dass er es immer und immer wieder versuchen wird, Lores Ernährungsumstellung zu sabotieren. Das entspricht sicher der Wahrheit, liest sich jedoch nicht halb so motivierend wie der erste Band. Auch an Ernährungstipps und Erklärungen, warum welche Lebensmittel nicht oder nicht kombiniert gegessen werden sollen, bekomme ich im zweiten Band weniger herein und so bleibt ein Gefühl der Unzufriedenheit.
Auch der zweite Band über Seppl, den inneren Schweinehund, liest sich locker - mehr als zwei Abende habe ich nicht investiert. Renate Londer hat einen witzigen, humorvollen Stil, der dem Leser an vielen Stellen ein Schmunzeln entlockt – das ist in Band 2 gleich geblieben.

Fazit:
Für Liebhaber von „Friss oder stirb, Seppl“ bietet dieser zweite Band nicht wirklich viele Überraschungen, neue Leser ziehen kaum Erkenntnisse aus dem Buch. 

  (1)
Tags: abnehmen, diät, innerer schweinehund   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"zeitreise":w=1,"mozart":w=1

Fanny und wie sie die Welt sieht

Alexa Hennig von Lange , Regina Kehn
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522185073
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ausgewählt hatte ich das Buch des Titels wegen. Da spiele ich manchmal so ein Spiel mit mir selbst und zwar frage ich mich, was für eine Geschichte sich hinter dem Titel verbirgt. Für mich war es ganz klar eine Geschichte eines Mädchens, das die Welt mit ganz anderen Augen betrachtet als andere. Interessant. Meine Erwartungen wurden aber enttäuscht.

Das bedeutet aber nicht, dass sich die jungen Leser (meiner Meinung nach eher 9-10jährige als 12jährige, wie vom Verlag angegeben) mit dieser Geschichte nicht gut unterhalten können. Alexa Hennig von Lange schreibt gut, flüssig und schafft es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Ein wenig fehlt mir der Tiefgang, denn die Geschichte hätte es ansatzweise drauf, sehr wohl auf Problematiken einzugehen, die für Kinder in diesem Alter eine Rolle spielen: eine hochbegabte Schwester zu haben, während man selbst bloß mittelmäßige Leistungen erbringt etwa. In „Fanny und wie sie die Welt sieht“ werden diese Konflikte nur angedeutet und dann eher unbefriedigend aufgelöst.

Wo es für die Autorin ebenfalls Entwicklungspotential gibt, ist die Recherche. Fanny unternimmt eine Zeitreise und landet in der Zeit von Wolfgang Amadeus Mozart, der plötzlich gleichaltrig mit (Maria) Theresia ist, deren Mutter bloß eine Königin ist usw. Das sind grobe Recherchefehler, denen sogar die jungen Leser/innen auf die Spur kommen, denn zum Beispiel die Geschichte mit dem jungen Wolferl, der der Kaiserin auf den Schoß springt dürften viele Grundschüler/innen kennen. Fanny wird in der Zeit der Wiener Klassik zum ersten Mal in ihrem Leben gesiezt – auch das ist ein Fauxpas. Ein Kinderbuch muss kein Geschichtebuch sein, selbst wenn es um eine Zeitreise geht, aber es sollte auch keine Fehler vermitteln.

FAZIT:
„Fanny und wie sie die Welt sieht“ ist Lesefutter für Zehnjährige, die gern auf Zeitreise gehen. Historisch gesehen besteht jedoch Korrekturbedarf.

  (1)
Tags: mozart, zeitreise   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"freundschaft":w=1,"erste liebe":w=1,"verhaltensauffälligkeit":w=1,"zwanghaftes verhalten":w=1

Unendlich mal unendlich mal mehr

Ingrid Ovedie Volden , Felicitas Horstschäfer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522184618
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Petra heißt Stein oder Felsen und ein Felsen ist vor allem eins: stark. Das trifft auch auf Petra zu, die ganz schön kämpfen muss. Sie stellt sich ihren Ängsten, geht auf die Vorschläge des Psychologen ein und wächst an dem, was ihr die Zukunft bringt.
Mit ihrer sehr poetischen Sprache und viel Sensibilität bringt die Autorin Ingrid Ovedie Volden auf den Punkt, was in Petra passiert. Gleichzeitig lässt sie ihre Protagonistin eine wunderbare Beobachterin ihrer Mitmenschen sein, eine Beobachterin mit einer endlosen Toleranz für Andersartigkeit, für die kleinen Originalitäten ihrer Freunde, die von den anderen in die Schublade „der hat ´nen Knall“ abgelegt werden. Einer stottert, einer hat ein Aggressivitätsproblem, einer kommt mit den vielen Umzügen in seinem Leben nicht zurecht.
Das Schöne an dem Buch ist, dass all diese Verhaltensoriginalitäten absolut normal werden und dass sie weder bei Petra noch in der Geschichte ein besonderes Gewicht erhalten, denn es geht um ganz was anderes: um Freundschaft, Verletzungen, erste Liebe und darum, dass man auch manchmal etwas Verbotenes tun muss, um einem lieben Menschen zu helfen.

Fazit:
Ein wunderschönes Kinderbuch, das endlich mal den Focus wegnimmt von Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten und unsere Aufmerksamkeit auf all das lenkt, was einen Menschen sonst noch ausmacht.

  (1)
Tags: erste liebe, freundschaft, verhaltensauffälligkeit, zwanghaftes verhalten   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"krimi":w=1,"familie":w=1,"schicksal":w=1,"trauer":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"wunder":w=1,"tiefgründig":w=1,"münzer":w=1

Solange es Schmetterlinge gibt

Hanni Münzer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 12.10.2018
ISBN 9783961610136
Genre: Romane

Rezension:

Angesprochen hat mich bei dem Roman auf den ersten Blick das Cover mit seinem hoffnungsvollen Blau und den Blüten, die wie Schmetterlinge über das Bild flattern.
Mit Tränen der Rührung in den Augen habe ich gestern Abend das Buch „Solange es Schmetterlinge gibt“ abgeschlossen. Ein wunderschönes Buch, das alle Bedürfnisse befriedigt: Liebesgeschichte, Krimi, die Aufarbeitung zweier seelischen Traumatas. Hanni Münzer schreibt sehr bildhaft und ausdrucksstark, ohne aufdringlich zu werden, flicht ein großes Allgemeinwissen in ihr Werk (das allerdings auch manchmal als Info-Dump rüberkommt) und erzählt eine Geschichte, in der es von magischen Momenten nur so wimmelt. Eigentlich wäre das Stoff für mindestens drei Geschichten und vor allem nach dem Abschluss des Kriminalfalls kam bei mir die Frage auf, was Hanni Münzer in den restlichen Kapiteln noch erzählen will. Ein dramaturgischer Fauxpas, der ihr jedoch aufgeht. Sie schreibt so mitreißend, dass sich der Leser ganz schnell auf den Rest der Geschichte einstellt, in dem es um die Heilung von Penelope, die Lebensgeschichte von Trudi geht und wie die beiden Schicksale miteinander verwoben sind. Ein bisschen zu viele Zufälle sind es auf den letzten Seiten, die alle Schicksalsfäden irgendwie miteinander verweben. Das wäre meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen. Aber warum nicht?

Fazit
Der Roman „Solange es Schmetterlinge gibt“ reißt den Leser mit und wirbelt ihn durch verschiedene Genres, ohne dass ihm schwindelig wird. Unbedingt kaufen und lesen! 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

"kinderbuch":w=5,"sterne":w=3,"bilderbuch":w=2,"sternenmann":w=2,"marta balmaseda":w=1,"max von thun":w=1,"freundschaft":w=1,"nacht":w=1,"himmel":w=1,"ausgrenzung":w=1,"anders sein":w=1,"anderssein":w=1,"selbstwertgefühl":w=1,"gute-nacht-geschichte":w=1,"sandmann":w=1

Der Sternenmann

Max von Thun , Marta Balmaseda
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 16.07.2018
ISBN 9783845825243
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Herzerwärmend, liebevoll, tröstend – das sind die drei Adjektive, die mir als erstes einfallen, wenn ich an diese Geschichte denke. Das Kind, das diese Geschichte vorgelesen bekommt, wird über die Vorlesezeit hinaus Geborgenheit und Liebe spüren, nämlich immer dann, wenn es den Nachthimmel betrachtet, wo irgendwo der Stern funkelt, der genau für dieses Kind da oben am Himmelszelt platziert ist. Es sind viele schöne Gedanken in dem Buch enthalten: Dass wir in unserer Verschiedenheit geschätzt werden, dass jeder einmal einen Platz in der Mitte bekommt, dass ein bisschen Neid sogar unter den Sternen normal ist und dass man gar nicht groß auffallen muss, um gemocht zu werden. Schön finde ich auch, dass Max von Thun geschlechtssensibel schreibt – natürlich gibt es den Sand“Mann“ und den Mann im Mond, aber dafür kommt auch eine Astronautin vor und der Sternenmann ist mütterlich besorgt um seinen kleinen Stern, während er in seinem Sternenmobil, das natürlich von Schäfchen gezogen wird durch das Weltall reist.
Auch die Illustrationen von Marta Balmaseda sind sehr ansprechend, reizend und doch humorvoll und werden sicher von den jungen Lesern bzw. Bildbetrachtern geliebt werden. Und als Zuckerl gibt es auch noch ein Gute-Nacht-Lied, das auf der Website von arsEdition downgeloadet werden kann und den Kleinen ganz sicher beim Einschlafen hilft.

Fazit:
Ein gelungenes Bilderbuch ganz in der Tradition von arsEdition und ein gelungenes Debüt des Autors Max von Thun. Das Buch hält, was der Klappentext verspricht: Das Buch ist herzerwärmend, liebevoll und tröstend.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

12 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"dänemark":w=1,"jazz":w=1,"kattegat":w=1,"lied des lebens":w=1

Lied des Lebens

Ann-Kristin Vinterberg
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 21.08.2018
ISBN 9783752868562
Genre: Liebesromane

Rezension:

Einen Abend lang habe ich mich mit Ann-Kristin Vinterbergs Buch „Lied des Lebens“ unterhalten und ich habe mich gut unterhalten. Die Autorin hat einen flüssigen Erzählstil, kommt ohne allzu viele Schnörkel aus und erzählt eine wunderschöne Liebesgeschichte, die gleichzeitig eine Art Spurensuche ist. Vor allem sprachlich hat sie’s drauf. Ihre Dialoge sind aus dem Leben gegriffen, ihre Figuren sympathisch und greifbar. Trotzdem bleibt nach dem Umblättern der letzten Seite bei mir ein Gefühl der Unzufriedenheit. Warum?
Ich hatte das Gefühl, die Autorin vertraut ihrer Geschichte nicht. Sie horcht nicht wirklich in ihre Protagonistin hinein und lässt deren Gefühlen zu wenig Raum und Zeit, um sich zu entwickeln. Manche Reaktionen der Figuren muten daher vorschnell oder unmotiviert an. Gleichzeitig legt die Autorin mehrere Erzählstränge aus, die nicht zur Geschichte beitragen: die krebskranke Mutter, die Schwangerschaft von Siri, der Unfall ihres Mannes, die Audition, ... Die Spurensuche verläuft dafür im Sand und auch das hinterlässt ein Gefühl der Unzufriedenheit.
Insgesamt hätte es die Geschichte, die wirklich sehr interessant angelegt ist, verdient, ein bisschen ausreifen, wachsen zu dürfen. Dann wäre das Buch möglicherweise in einem Atemzug mit Lucinda Riley und ähnlichen Größen zu nennen. Sicher hätte das Buch dann auch einen Verlag gefunden und müsste sich jetzt nicht als Book on demand präsentieren, mit den gewohnten Fehlerchen, die jedem Autor unterlaufen (dürfen), beim Lesen aber halt dann doch auffallen. Verdienen würde es die Autorin auf jeden Fall.

Fazit:
Ein lesenswertes Buch, in dem viel Liebe für Dänemark steckt und das auf jeden Fall bei einem Dänemark-Urlaub mit in die Reisetasche gehört - dazu eine Jazz-CD und auch ein paar Papiertaschentücher. 

  (2)
Tags: dänemark, jazz, kattegat, lied des lebens   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"diät":w=1,"schweinehund":w=1,"ernährungsratgeber":w=1

Friss oder stirb, Seppl!

Renate Londer
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 10.07.2018
ISBN 9783746059761
Genre: Biografien

Rezension:

Schon wieder ein Diätbuch, denke ich, ein kleines bisschen genervt. Book on Demand auch noch. Da hat sich wohl jemand wieder einmal den Traum vom eigenen Buch erfüllt und alle, die das Buch kaufen, ohne einen genauen Blick drauf zu werfen, ärgern sich jetzt über mangelnde Rechtschreibung, fehlerhafte Grammatik, schlechte Recherche und einen Erzählstil, der zum Davonlaufen ist. Weit gefehlt! Erstens ist Renate Londer eine Expertin auf ihrem Gebiet und zweitens ist das Buch wirklich unterhaltsam geschrieben. Ein Diätratgeber, der nicht mit wissenschaftlichen Fakten um sich schmeißt – obwohl die Fakten schon da sind und der dem Leser einfach einen Spiegel vorhält und ihn zum Nachdenken anregt.
Renate Londer schreibt witzig, spritzig und durch die Ich-Perspektive hat man das Gefühl, dass sich da nicht jemand als Experte aufspielt und dem Leser von oben herab diktiert, was er alles tun und lassen muss. Sondern da hat jemand alle Höhen und Tiefen eines Diätprozesses durchlaufen, alle gängigen Diäten ausprobiert – erfolglos – und irgendwann den Hebel umgelegt und aus dem Abnehmtraum Wirklichkeit gemacht. Sehr sympathisch!
Was mir an dem Buch gefällt: Renate Lodner propagiert nicht die millionste Diät – Keto, LowCarb, HighFat, LowFat, Atkins, Trennkost, Pipapo, sondern sie klärt anschaulich und wirklich idiotensicher, warum welche Nahrungsmittel nicht so toll sind, wenn man abnehmen will, lässt zwischen den Zeilen auch fallen, dass die Extremdiäten recht eindrucksvolle Nebenwirkungen haben und plädiert für eine vernünftige, abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, die mit Bewegung kombiniert zum Abnehmen führen sollte. Die Tricks, mit denen sie ihren Seppl überlistet, finden sich am Ende des Buchs – in zwanzig Punkte zusammengefasst, die wirklich umsetzbar sind. Davor erzählt sie aber auf ungefähr 300 Seiten ihre persönliche Entwicklung vom „fetten Muttchen“ hin zur „fitten Frau in den besten Jahren“. Jede/r mit Gewichtsproblemen wird sich in dieser Geschichte wiederfinden. Jede/r seinen persönlichen Seppl erkennen.

Nun wird es sich herausstellen, ob es mir persönlich gelingt, meinen inneren Schweinehund zu zähmen. Ich stelle ihn mir als Faultier vor, das sich mit aller Macht irgendwo festklammert – am liebsten vor meinem PC – und mich daran hindert, meine Spaziergänge zu machen – oder die Übungen, die mir mein Physiotherapeut aufgegeben hat. Zum Verbündeten machen soll ich ihn ... Mal sehen, womit ich ihm die zusätzliche Anstrengung schmackhaft machen kann.

Fazit:
Danke Renate Lodner für das humorvolle Buch, das mir die Freiheit gibt, mein Abnehmen selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen – ohne schlechtes Gewissen, mit Respekt und Achtung für mich selbst. Das ist nach all den erfolglosen Diätversuchen genau das Richtige für mich.

  (2)
Tags: diät, ernährungsratgeber, schweinehund   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"blogger":w=1,"bootcamp":w=1,"hilfe natur":w=1

Die andere Verbindung

Jonas Ems
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Plötz & Betzholz, 07.09.2018
ISBN 9783960170112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die andere Verbindung
Jonas Ems

Jonas Ems ist mit „Die andere Verbindung“ ein fesselnder Roman gelungen, der es vielleicht tatsächlich schafft, lesefaule Menschen für kurze Zeit mal von YouTube weg und zum Buch hinzuführen – vielleicht geht es aber auch manchmal den umgekehrten Weg. Nichtsahnende, YouTube-resistente Menschen wie ich, könnten durch das Buch schon auch dazu verführt werden, sich mal anzuschauen, was das mit diesen YouTubern denn so auf sich hat.
Jonas Ems erzählt von etwas, was er kennt: der YouTuber-Szene. Dabei hält er sich nicht lange damit auf, Figuren zu entwickeln, sondern übernimmt einfach ihm bekannte YouTuber – Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind ausnahmsweise gewünscht und mit den Vorbildern abgesprochen. Diese verwickelt er in ein Intrigenspiel, einen Konkurrenzkampf, wie man ihn sich unter Superstars vorstellt, lässt sie gegeneinander antreten, sich ineinander verlieben und liefert seinen Fans und denjenigen der anderen YouTuber so die Geschichten, nach denen sie lechzen.

Die Geschichte ist spannend erzählt, es gibt keine Löcher, keine Momente, an denen es langweilig wird. Die Figuren sind sympathisch, authentisch, ihre Handlungen logisch und ihre Beweggründe nachvollziehbar. Jonas Ems erzählt in der Ich-Perspektive, sein Erzählstil ist locker, jugendlich, ohne sich bei den Jugendlichen anbiedern zu wollen.

Passend zum Buchthema spendet Jonas Ems sein komplettes Honorar an die Wildtierstiftung des Naturschutzbundes (NABU), 1 Euro pro Buch. Das finde ich sehr löblich, sollte aber einmal den Lesern die Augen dafür öffnen, wie wenig ein Autor an so einem Buch verdient, finde ich.

Im Schlusswort erzählt Jonas Ems etwas über die Entstehung des Buchs – sehr persönlich und sicher für viele Leser/innen interessant. Etwas befremdlich ist die Betonung darauf, dass er das Buch selbst geschrieben hat und nicht mit einem Ghostwriter. Dafür finde ich das Nachwort herzig, in dem er neben den üblichen Unterstützern auch seinem Hund Dali dankt, „der zwar nichts zu dem Projekt beigetragen hat, aber immer schon in einer Danksagung vorkommen wollte“.


Fazit:
„Die andere Verbindung“ bietet Lesestoff für ein paar kurzweilige Stunden. Fans von Jonas Ems werden die Geschichte lieben, aber auch für Menschen, die den YouTuber nicht kennen, ist gute Unterhaltung garantiert.

  (2)
Tags: blogger, bootcamp, hilfe natur   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(62)

84 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

"wales":w=5,"familiengeheimnisse":w=2,"stundenglas":w=2,"liebe":w=1,"familie":w=1,"england":w=1,"vergangenheit":w=1,"london":w=1,"geheimnisse":w=1,"hoffnung":w=1,"meer":w=1,"familiengeschichte":w=1,"großbritannien":w=1,"schwester":w=1,"schwestern":w=1

Die Sonnenschwestern

Tracy Rees
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783471351697
Genre: Romane

Rezension:

„The Hourglass“ ist eine Liebesgeschichte für alle Generationen. Die Geschichte einer Beziehung einer Frau zu sich selbst, zu ihrer Mutter, einer Liebe zwischen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und auch reiferen Menschen. Es macht Mut darauf, dass die Liebe immer kommen kann, Hoffnung, tröstet Menschen, die in einer konfliktbeladenen Beziehung stecken – mit einem kleinen bisschen Magie oder, wenn man so will, Religion.

Anfangs kam ich nicht leicht in das Buch rein. Der Erzählstil von Tracy Rees ist zwar flüssig und rund und die Charaktere sind sehr sympathisch und bildhaft gezeichnet. Aber es liest sich zähflüssig, es passiert wenig und plätschert so dahin. Erst so um die Hälfte des Buches begann mich die Geschichte in ihren Bann zu ziehen und gegen Ende wird es dann spannend. Vielleicht war das deshalb so, weil der Roman nach altbekanntem Muster gestrickt ist: Zwei Fäden, die irgendwo in der Vergangenheit getrennt wurden, finden wieder zusammen. Trotzdem hat mich dieses Buch kalt erwischt. Vielleicht weil die Protagonistin in meinem Alter ist und – vielleicht weil das in diesem Alter so ist – Ähnliches durchmacht. Das Hamsterrad, in dem man sich befindet, kriegt eine Delle und es läuft nichts mehr, wie es sollte. Mutiger als ich macht sich die Protagonistin auf den Weg, um sich selbst zu finden – auf eine Eingebung hin. Und gleichzeitig passiert etwas mit der Mutter und für beide geht es gut aus. Göttliche Fügung – behauptet die Autorin – und ich bin geneigt, das zu glauben.
Das Setting ist natürlich verführerisch. Mit ihren ausführlichen Beschreibungen gibt sie einen stimmungsvollen Einblick in Land und Leute, der alle Sinne mit einbezieht und mit authentischen Details gespickt ist. Wales wird in einer Idylle beschrieben, die Lust darauf macht, die historischen Orte und vor allem dieses Tenby selbst zu besuchen und rutscht damit ganz hinauf auf der Liste für Orte, die ich unbedingt mal gesehen haben muss. Das Rezept für Welsh Cakes am Ende des Buches (genug um ein kleines Dorf satt zu machen) – muss natürlich ausprobiert werden.

Kritik geht weniger an die Autorin sondern an die Übersetzung: Für mich absolut unsinnig ist die Übersetzung des Titels. Der deutsche Titel ist aus der Luft gegriffen, hat überhaupt keinen Bezug zum Roman und ist unpassend in dem Moment, wo es doch eine deutsche Übersetzung für „The Hourglass“ gibt: Das Stundenglas. Dieses hat im Roman sehr wohl eine Bedeutung und zwar eine sehr zentrale. Es ist das Motto, das Symbol für die ganze Geschichte und wer den Titel Sonnenschwestern gewählt hat, hat wohl den tieferen Sinn des Romans nicht verstanden.

Fazit:
„The Hourglass“ ist eine Liebesgeschichte für alle Generationen. Die Geschichte einer Beziehung einer Frau zu sich selbst, zu ihrer Mutter, einer Liebe zwischen Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und auch reiferen Menschen. Es macht Mut darauf, dass die Liebe immer kommen kann, Hoffnung, tröstet Menschen, die in einer konfliktbeladenen Beziehung stecken – mit einem kleinen bisschen Magie oder, wenn man so will, Religion.

  (1)
Tags: beziehungsgeschichte, stundenglas, wales   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(46)

117 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

"mondsee":w=4,"liebe":w=3,"österreich":w=3,"2. weltkrieg":w=3,"roman":w=2,"zweiter weltkrieg":w=2,"soldat":w=2,"genesungsurlaub":w=2,"drachenwand":w=2,"familie":w=1,"deutschland":w=1,"krieg":w=1,"hoffnung":w=1,"sehnsucht":w=1,"alltag":w=1

Unter der Drachenwand

Arno Geiger
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.01.2018
ISBN 9783446258129
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(108)

187 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 98 Rezensionen

"preußen":w=16,"koblenz":w=16,"liebe":w=7,"verrat":w=7,"19. jahrhundert":w=7,"napoleon":w=7,"spionage":w=6,"festung ehrenbreitstein":w=6,"historischer roman":w=5,"rheinland":w=5,"coblenz":w=5,"rhein":w=4,"festung":w=4,"waterloo":w=4,"maria w. peter":w=4

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist immer eindrucksvoll zu sehen, wie Autoren/innen historischer Romane geschichtliche Fakten in eine spannende Handlung verpacken. Das ist Maria W. Peters mit diesem Roman jedenfalls gelungen. Ihre Schilderungen von Coblenz zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Spannungsfeld zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen, wenn man das so sagen darf, ersteht vor dem Auge des Lesers bildlich auf. Wir sind hautnah dabei, wie die Feste Ehrenbreitstein entsteht, die ja bis heute Symbol für Koblenz ist, durchleben schlimme Momente mit dem Leutnant Rudolph Harten, für den die Erbauung der Festung der Lebesinhalt ist und noch schlimmere Momente mit Franziska, deren Bruder als Verräter verurteilt werden soll. In den poetischen – hin und wieder auf zu dick aufgetragenen – Beschreibungen der Autorin erkennt man ihre Liebe zu der Stadt, dem Rhein und dem Rheinland, das immer wieder zum Spielball zwischen den Völkern wurde. Dass sie sich auskennt wird nicht nur beim Lesen der Hintergrundinformationen klar. Sie hat gründlich recherchiert, sich Hilfen bei namhaften Experten geholt und lässt den Leser an ihren Recherchen teilhaben – in ihrem Nachwort, in einem ausführlichen Glossar und auf einigen Seiten mit Reise- und Stöbertipps auf den Spuren von Franziska und Rudolph.
Die Figuren sind sehr lebendig und klar gezeichnet, ihre Beweggründe nachvollziehbar – bis auf diejenigen des Schotten Alasdair Mc Baird, dessen Antrieb mir doch ein wenig aus der Luft gegriffen scheint.
Der Roman liest sich mit seinen rund 600 Seiten sehr flüssig, reißt mit und macht Lust auf weitere Texte der Autorin.

Fazit:
Ein packender Roman aus der Zeit des frühen 19 Jahrhunderts, der den Leser mitnimmt in eine spannungsgeladene Zeit in einer wundervollen Gegend. Lesen ist Reisen im Kopf – in andere Gegenden und Zeiten. Das hat die Autorin Maria W. Peter mit ihrem neuen Roman eindeutig geschafft.

  (1)
Tags: die erbauung der festung ehrenbreitsteins, koblenz, preußen trifft rheinland   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"liebe":w=2,"potsdam":w=2,"jenseits der dreißig":w=1,"verliebt":w=1,"schwul":w=1,"single":w=1,"rose":w=1,"wellness":w=1

Männer sind Frauensache

Rena Hardt Hardtloff
E-Buch Text: 176 Seiten
Erschienen bei null, 31.10.2017
ISBN B0773HRMPF
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die ersten Sätze lassen mich erstarren. Habe ich da was überlesen? Ist das jetzt ein erotischer Roman? 176 Seiten schwülstige Liebesspielbeschreibungen überlebe ich jetzt nicht, denke ich mir. Spätestens nach „Ich bebe vor Erregung“ bin ich sicher: Da hab ich diesmal ordentlich daneben gegriffen.
Aber ... das war’s dann auch schon. Das Vorspiel wird durch den Wecker beendet, der die Protagonistin Benita und damit auch mich aus der Ekstase holt und in das richtige Leben zurückschmeißt, das – laut Benita – an zwei Punkten einfach nicht stimmt: Erstens steht ihr 30. Geburtstag bevor – und danach kommt bekanntlich nur noch Verderben und Tod – und zweitens langweilt sie ihre Arbeit. Zweites Problem löst sich schnell und erstes löst sich auch, wie alle wissen, die den 30. Geburtstag schon hinter sich haben.
Rena Hardt Hardthoff erzählt schwungvoll und witzig, schaut den Menschen – vor allem den Potsdamern auf die Schnauze und schafft es, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Allen voran Benita und Chris – je nach Abend Christoph oder Christin. Ich musste an vielen Stellen schmunzeln bzw. Formulierungen mit meinem teilen und habe das Buch innerhalb von zwei Stunden verschlungen.
Klar, ein bisschen vorhersehbar ist die Geschichte schon, aber das stört in dem Fall überhaupt kein bisschen, denn ich wollte wissen, wie die beiden, die ja eindeutig füreinander bestimmt sind, dann am Ende zusammenkommen. Und nicht nur sie, sondern es gibt ein Happy End für alle. Seufz ... Ist das Leben nicht schön, wenn man dreißig ist?

Fazit
Das Buch garantiert gute Unterhaltung, liest sich witzig und spritzig und kann von mir nur empfohlen werden mit einer kleinen Bemerkung: Auch wenn es so aussieht – man lebt auch jenseits der 30 noch. Kein Grund zur Panik ;-)

  (1)
Tags: jenseits der dreißig, liebe, potsdam   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

"wölfe":w=3,"illustriert":w=1,"rudel":w=1,"kindersachbuch":w=1,"sachbuch für kinder":w=1,"farbig illustriert":w=1,"reich illustriert":w=1,"sgernenbild":w=1,"wolfs quiz":w=1,"wolfwissen":w=1,"wanderwolf":w=1,"nachbar wolf":w=1

Entdecke die Wölfe

Moritz Klose , Roland Gramling
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Natur und Tier, 12.03.2018
ISBN 9783866593947
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Entdecke die Wölfe“ gehört zu der Reihe „Entdecke – Die Reihe mit der Eule“ des NIV – Natur und Tier-Verlags. Mit großem Interesse habe ich das Sachbuch durchgeblättert, das zusammen mit vielen anderen „Entdecke“-Büchern die Reihe bildet. Sehr schön finde ich, dass die Reihe auch Tiere behandelt, die in anderen Sachbuchreihen vernachlässigt werden. So findet sich auch ein Buch zum Eisvogel, dem Finken, Specht oder Kranich.

Das Buch selbst ist eher für ältere Kinder, vielleicht ab der 4. Jahrgangsstufe geeignet. Die Sachtexte sind doch eher komplex formuliert und beinhaltet viele Wörter, die jüngeren Kindern noch nicht verständlich sind. Was dem Buch leider fehlt, ist ein Glossar. Das gehört bei Sachbüchern für Kinder meiner Meinung nach zu einem Muss. Auch ein Schlagwortverzeichnis fehlt ganz. Allein mit dem Inhaltsverzeichnis mit seinen eher blumigen Überschriften werden es die Kinder kaum schaffen, die Informationen zu finden, die sie gerade suchen.

Die Seiten sind alle ähnlich aufgebaut. Es gibt ein oder mehrere wunderschöne Fotos, die die Kinder lieben werden und die ihnen vor allem die Schönheit der Tiere vermittelt und die passend zum Text ausgewählt wurden. Dazu ein Text, der – wie schon erwähnt – wahrscheinlich erst für etwas ältere Kinder erschließbar ist. Auf Abkürzungen (d.h., bzw.) wird verzichtet bzw. sie werden ausgeschrieben (Quadratkilometer).
Zusätzlich findet sich auf vielen Seiten ein kleines Textfeld, in dem Xabi, die Eule – das Maskottchen der Reihe – noch ein besonders wissenswertes Extra herausposaunt. Das Bonbon für Wissbegierige und Neunmalkluge.

Das Buch schließt mit einem Quiz ab, das ist recht nett finde – im Falle eines Sachbuchs, aber auch nicht unbedingt notwendig. Ich würde zugunsten eines Schlagwortverzeichnisses oder eines Glossars gern darauf verzichten.

Fazit
„Entdecke die Wölfe“ ist ein gelungenes Sachbuch für ältere Kinder. Besonders der beiliegende Katalog macht aber neugierig auf viele Themen, die in anderen Sachbüchern vernachlässigt werden.

  (4)
Tags: sachbuch für kinder, wölfe   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

"paris":w=1,"mode":w=1,"achtziger jahre":w=1

Der Mann, der Frauen anzieht. Romantic Comedy

Fran Henz
E-Buch Text
Erschienen bei Edition Parmot, 08.11.2017
ISBN B07799J2C4
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kurzinhalt
Die Krankenschwester Conny verliebt sich in den Designer Nick Bandier. Sie kann ihr Glück nicht fassen, als er sie nur kurz nachdem sie sich kennengelernt haben darum bittet, seine Frau zu werden. Erst nach der Hochzeit lernt sie ihn richtig kennen und die Beziehung gestaltet sich schwierig.

Rezension
Gleich der Titel ist so wunderbar doppeldeutig. Denn Nick Bandier, Stern am Designerhimmel, entwirft nicht nur Mode und zieht also Frauen etwas an, sondern er zählt zu den attraktivsten Männern seiner Zeit.
Die Autorin Fran Henz beschwört in ihrem Roman „Der Mann, der Frauen anzieht“ die Zeit der Achtziger Jahre herauf – laut Klappentext das modisch katastrophalste Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts – und lässt den Leser tief in die Szene der Modeschöpfer und Designer eintauchen, wobei sie offensichtlich sehr gut recherchiert hat.
In der Geschichte von Conny und Nick prallen zwei Welten aufeinander, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Die der pragmatisch veranlagten Krankenschwester, die Kleider kauft, damit sie was anhat und dabei dankbar annimmt, was der Wühltisch hergibt und die des gefeierten Stardesigners Nick, in dessen Welt sich alles um Ästhetik dreht. Dass es da zu Problemen kommen muss, ist klar.
Nicht immer konnte ich als Leserin Connys Entscheidungen nachvollziehen, trotz seines menschenverachtenden und lieblosen Verhaltens bei diesem Designer zu bleiben und vor allem anfangs war ich manchmal versucht, das Buch zuzuklappen mit dem Gedanken „So blöd wie die, kann frau doch nicht sein.“ Dass ihr die Beine weich werden, wenn sie ihn ansieht, kann doch nicht der einzige Grund sein, dass sie mit Bandier zusammenbleibt, trotz der Seitensprünge, die sie bei ihm vermutet (und die er nicht dementiert), obwohl er ständig vollgepumpt ist mit Drogen und Alkohol und sie so lieblos behandelt, dass jede Frau mit einem Quäntchen Selbstachtung die Beine unter die Arme nehmen und verschwinden würde.
Aber ich bin drangeblieben und ich bin froh darüber. Denn plötzlich zieht die Autorin das Erzähltempo an und es wird spannend. Die Fragen, die ich mir zu Beginn gestellt habe, werden am Ende des Romans beantwortet, Bandier erfährt eine Läuterung ebenso wie Conny und beide sehen in den Spiegel, den sie vorgehalten bekommen.

Fran Henz‘ Erzählstil ist locker und leicht. Sie schmückt ihre Geschichte mit detaillierten Beschreibungen aus, ohne sie dabei langweilig werden zu lassen. Die Figuren sind super charakterisiert und werden in ihren Dialogen und Handlungen so lebendig, dass man sie vor sich sehen kann – in ihrer unmöglichen Mode natürlich ;-)

Fazit
Das Buch „Der Mann, der Frauen anzieht“ ist ein Muss für alle, die Mode, Paris oder die Achtziger Jahre lieben – unterhaltsam, amüsant und gut geschrieben.

  (2)
Tags: achtziger jahre, mode, paris   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

"kloster":w=3,"hildegard von bingen":w=3,"religion":w=2,"visionen":w=2,"nonne":w=2,"biografischer roman":w=2,"liebe":w=1,"abenteuer":w=1,"geschichte":w=1,"biografie":w=1,"hoffnung":w=1,"mittelalter":w=1,"glaube":w=1,"sehnsucht":w=1,"gott":w=1

Hildegard von Bingen

Maria Regina Kaiser
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451382390
Genre: Sonstiges

Rezension:

Als ich mich bei der Leserunde auf Lovelybooks bewarb, war ich – wohl aufgrund des Covers – zuerst der Meinung, dass es sich hier um ein Sachbuch über das Leben und Wirken von Hildegard von Bingen handelte. Von dieser Frau war mir hauptsächlich die Ernährungslehre bekannt, auf die viele Menschen in meiner Bekanntschaft schwören und ich war neugierig drauf, einmal mehr davon zu erfahren. Dieser Erwartung wurde das Buch überhaupt nicht gerecht, denn „Hildegard von Bingen – Die mächtigste Nonne des Mittelalters“ ist kein Sachbuch. Es handelt sich dabei um eine Romanbiographie der Nonne.
Mit einigen wenigen Ausnahmen, das bestätigt die Autorin, hat sie sich in ihrem Roman auch an die Fakten gehalten. Sie erzählt das Leben von Hildegard nach, startet nach einem Vorspiel aus ihren letzten Tagen in ihrer frühesten Kindheit und erzählt den langen Weg der Nonne nach.
Obwohl Hildegard von Bingen einen für die damalige Zeit großen Schatz an Dokumenten hinterlassen hat, bieten die Quellen wohl Gelegenheiten genug für eine Autorin, um der Fantasie freien Lauf zu lassen. Das hat Maria Regina Kaiser auch getan, allerdings ohne die historischen Fakten zu verbiegen. Zwischen den Zeilen finden sich leise Andeutungen, vage Interpretationen ihrer Beweggründe – so fein, dass man auch darüber lesen könnte.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Maria Regina Kaiser sehr gut recherchiert hat und spürte ihren großen Respekt der Frau gegenüber, die sie sich als Protagonistin für ihren Roman auserkoren hatte. Ich selbst habe sehr viel Neues erfahren und bin froh, mir ein rundes Bild dieser mächtigsten Frau des Mittelalters erlesen zu haben.

Maria Reginas Schreibstil wird der Geschichte gerecht, sie stellt die Sprache in den Dienst der Geschichte und bleibt einfach, ohne naiv zu wirken. Hildegard von Bingen warnte immer vor Hochmut, diese Warnung hat sich wohl auch die Autorin zu Herzen genommen und obwohl ich das Gefühl hatte, dass sie sehr wohl mit Worten umzugehen weiß, versucht sie, ihre Sprache einfach zu halten. Die Erzähltexte sind mit Originalzitaten aus dem Nachlass von Hildegard von Bingen gespickt, ohne dass es für den Leser zu anstrengend wird. Auch das gibt dem Buch eine eigene Note.

Interessant ist auch die Aufmachung des Buchs. Es ist in ein Vorspiel und drei Bücher unterteilt, denen ein Anhang mit den Grundlagen der Romanbiographie folgt. Alle Teile werden durch grüne Seiten voneinander getrennt – passend zur Grünkraft, die Hildegard überall sah und spürte. Die Romanseiten selbst werden durch Bilder der Pflanzen, die in Hildegards Leben eine Rolle spielte (mit medizinischen Ausführungen) und durch Stiche von Hildegard aufgelockert. Auch das macht das Buch zu etwas Besonderem.

Fazit
Der Leser darf sich auf eine Romanbiographie der mächtigsten Nonne des Mittelalters freuen, die ihn an vielen Stellen überraschen und immer fesseln wird. Ein sehr gelungenes Buch – vom Cover bis zum Inhalt. Empfehlenswert für alle, die sich mit der Figur dieser interessanten Persönlichkeit auseinandersetzen wollen.

  (4)
Tags: hildegard von bingen   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Selbstjustiz

Roland Blümel
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 18.05.2018
ISBN 9783752850543
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzinhalt:
Kommissar Zufall ermittelt wieder. Diesmal geht es einem Verbrecher an den Kragen, der nach einem bestimmten Muster zuschlägt: Junge Männer, die einen lustigen Abend verbracht haben, sind seine Opfer. Dass es bei dem lustigen Abend nicht nur um Saufgelage gegangen ist, stellt sich im Laufe der Ermittlungen von Kommissar Zufall heraus. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt – für den Kommissar und den Täter.

Zum Inhalt:
Es ist schwierig etwas über den Inhalt eines Krimis zu schreiben, ohne zu spoilern und spoilern will ich diese wunderbare Geschichte auf gar keinen Fall.
Der sympathische Kommissar Rainer Zufall - ja man darf schmunzeln, er heißt wirklich so - macht im Laufe seiner Ermittlungen auf jeden Fall jede Menge Höhenflüge und Abstürze durch. Sein Kollege fällt aus, seine große Liebe steht unter Mordverdacht und seine Ex, die immerhin so etwas wie seine große Stütze ist, verabschiedet sich nach Amerika. In diesem ganzen Schlamassel soll er jetzt auch noch einen Fall aufklären, der ihn und seine neue Kollegin Britta Papadopoulos lange im Dunkeln tappen lässt. Doch nicht nur ihre Ermittlungsfortschritte werden erzählt, sondern auch aus der Perspektive des Täters wird die Geschichte erzählt. Und so beginnt ein Wettlauf zwischen den beiden Parteien, zwischen dem Herrn im Anzug, der genau weiß, dass er nicht ewig unerkannt bleiben kann und aus ganzem Herzen hofft, dass er sein Werk zu Ende bringen kann und den beiden Kommissaren, die sogar ein bisschen Verständnis für den Täter aufbringen können. Egal wie schrecklich die Taten des Herrn im Anzug sind – und sie werden mit jedem Opfer schrecklicher – auch der Leser wird nicht umhinkönnen, etwas Verständnis für ihn aufbringen zu können. Doch Selbstjustiz ist eben keine Lösung – das betonen die beiden Kommissare mehr als einmal, sodass man das Gefühl hat, der Autor möchte ganz deutlich Stellung beziehen und damit verhindern, dass es etwa Nachahmungstäter gibt.
Roland Blümel schafft es, seinen Charakteren Farbe zu geben. Kommissar Zufall, der nicht gerade Glück mit Frauen hat und nur Apfelschorle trinkt, ist sehr sympathisch ebenso wie seine neue Kollegin Britta, die viele Gesichter hat: einmal die taffe Frau in Ledermontur, dann die südländische Schönheit, die Kommissar Zufall den Atem raubt und schließlich die Trostsuchende, die ihm zu seiner wahren Bestimmung verhilft, dem Frauentröster. Auch der Täter wird nicht eindimensional und schwarzweiß dargestellt, sondern erfährt durch die Abschnitte, die aus seiner Perspektive erzählt werden, Tiefe.

Erzählstil
Roland Blümels Erzählstil ist locker und leicht. Er erzählt schnörkellos und gradlinig, ohne Details zu vernachlässigen und so lesen sich die 168 Seiten in einem Rutsch.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"italien":w=2,"liebesroman":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"sommer":w=1,"heilig":w=1,"rosenduft":w=1,"itailen":w=1

Sommerduft und Rosenknospen

Roberta Gregorio
E-Buch Text: 369 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 16.07.2018
ISBN 9783961482481
Genre: Romane

Rezension:

Originell, einmal eine Geschichte aus der Sicht der Heiligen zu erzählen. Jeder Ort hat seinen Schutzheiligen und Roberta Gregorio hat diesen Umstand geschickt zu drei duftig-leichten Liebesgeschichten verarbeitet, die sich auch bei grässlichen Sommertemperaturen leicht und locker lesen.

In den drei Geschichten, die voneinander unabhängig gelesen werden können, leben die Heiligen in den Kirchen, die ihnen geweiht sind weiter und dürfen diese nur nachts und zu besonderen Anlässen verlassen. Die drei Heiligen, um die es hier geht, Santa Rosalia, San Lorenzo und Santa Marina, halten sich nicht buchstabengetreu an diese Regel - schließlich sind wir ja in Italien ;-) Damit es ihren Schäflein gut geht, verlassen sie ihre heiligen Orte und regeln, was es zu regeln gibt. 
Das klingt jetzt vielleicht nach einer bigotten Geschichte, ist es aber nicht. In Sommerduft und Rosenknospen erfüllen sich Schicksale, finden Menschen zueinander, lösen sich verworrene Probleme und egal, wie schlecht es am Anfang ausschaut: Am Ende ist alles gut. Für das Dorf, die Heiligen und die Menschen, um die es geht. Die Autorin kennt Italien offensichtlich auch abseits des Teutonengrills, kennt die Dörfchen im Landesinneren, die vom Aussterben bedroht sind und in denen es sowas wie Privatsphäre nur im Ansatz gibt. Sie macht Lust auf Italien, ohne die üblichen Klischees zu bedienen. 

Absolut empfehlenswert.

  (3)
Tags: heilig, itailen, liebesgeschichte, rosenduft   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

0 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ein Vulkan, zwei Kinder und jede Menge Ärger

Birgit Loos
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Brighton Verlag GmbH, 01.08.2015
ISBN 9783958761162
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

"liebe":w=5,"aschenputtel":w=5,"märchen":w=2,"mode":w=2,"kleider":w=2,"weingut":w=2,"stiefschwestern":w=2,"familie":w=1,"reihe":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"sommer":w=1,"streit":w=1,"kurzgeschichte":w=1,"traum":w=1,"prinz":w=1

Verlieben verboten

Nadin Hardwiger
E-Buch Text: 90 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 26.07.2018
ISBN 9783960874584
Genre: Liebesromane

Rezension:

Lucinda Lynette, Besitzerin einer Boutique und selbst leidenschaftliche Näherin, kommt zum Geburtstag ihrer Großeltern auf deren Gut und wird dort zur Zielscheibe des geballten Hasses und der Verachtung ihrer Mutter und ihrer Stiefschwestern. Die Geschichte ist eine moderne Umsetzung des Märchens "Aschenputtel".


Ich war von dem Cover total bezaubert und habe mich auf eine leichte lockere Liebesgeschichte gefreut - das Richtige für die Hitzewelle, unter der wir gerade leiden. Das Buch hat mich auch den Hin- und Rückflug zu meinem Urlaubsort unterhalten, es liest sich leicht, überfordert niemanden bei der Lektüre und nimmt die Leserin mit in eine Märchenwelt.

Die Autorin schreibt sehr blumig, liebt Adjektive und eindeutig auch Klamotten und manchmal liest sich die Geschichte wie eine Beschreibung der Outfits bei einer Promigala. Jedes Kapitel beginnt mit der Abhandlung, warum gewisse Kleidungsstücke unbedingt wichtig sind.  Auf dem Handy waren diese schnörkelig geschriebenen Intros kaum zu entziffern und ich muss eingestehen, dass ich nach der dritten Beschreibung eines Kleidungsstücks einfach darüber hinweggelesen habe. Nicht mein Interessensgebiet und wie gesagt, zu schwer zu entziffern.

Vielleicht weil mir sofort nach den ersten Seiten klar war, dass sich in der Geschichte "Aschenputtel" versteckt, war ich weder von der Handlung noch vom Ende sonderlich überrascht. Die bösen Schwestern, die Lucinda triezen, die Mutter die fleißig mitmacht, das Versprechen, dass der Prinz auf Brautschau ist usw. sind 1:1 aus dem Märchen übernommen. Das Aschenputtel wehrt sich gegen die ganzen Übergriffe natürlich nicht. Dass sie ihre Großeltern nicht verletzen möchte, funktioniert für mich nicht als Grund. Die tauchen erst am Ende auf und zumindest verbal könnte sie sich ja gegen ihre Schwestern zur Wehr setzen, die schon ziemlich dick auftragen und ständig weit unter der Gürtellinie attackieren. Warum die Mutter, die doch Lucindas leibliche Mutter und nur die Stiefmutter der beiden Schwestern ist, sich gegen Lucinda stellt, habe ich bis zum Ende des Buches nicht verstanden.
Lucinda hätte ich manchmal ohrfeigen können. Sie nimmt nicht nur alle Gemeinheiten der Schwestern widerspruchslos hin, sondern hält auch noch ständig ihre andere Wange (und andere verletzliche Körperteile) hin. Als ihre Schwestern die passenden Fäden zu Kleidern verstecken, die Lucinda für sie nähen soll, fährt sie beispielsweise los, um diese Fäden zu besorgen - man kann doch unmöglich diesen Stoff mit dem falschen Faden vernähen, auch wenn die zukünftige Besitzerin sich das absolut verdient hätte. 
Auch ihrem Traumprinz gegenüber verhält sie sich so. Viel zu schnell ist sie bereit, ihm alles zu verzeihen, wirft sich ihm um den Hals und beweist damit, dass sie auch am Ende des Buches ihren eigenen Wert nicht verstanden hat und glaubt, sie müsse dankbar für ein bisschen Liebe sein. Das Frauenbild, das hier vermittelt wird, ist schon sehr fragwürdig.

Ihr seht, das Buch kommt nicht soooo gut bei mir weg. Am Strand, wenn das Denken lahmgelegt ist und die Hitze jede Kopfanstrengung unmöglich macht, ist es aber sicher genau das Richtige. Daher drei Sterne.


  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(86)

126 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

"polen":w=5,"danzig":w=4,"liebe":w=2,"gustloff":w=2,"sopot":w=2,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"deutschland":w=1,"vergangenheit":w=1,"berlin":w=1,"musik":w=1,"zweiter weltkrieg":w=1,"2. weltkrieg":w=1,"juden":w=1,"drittes reich":w=1

Wenn wir wieder leben

Charlotte Roth
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426520307
Genre: Historische Romane

Rezension:

... und Buchhalter und Musiker, und zusammen zur Mauer werden, an der Verbrecher abprallen.

Charlotte Roth ist es mit ihrem Roman gelungen, eine Geschichte abseits der Klischees zum Zweiten Weltkrieg zu schreiben. Eine Geschichte, die teilweise in Danzig vor und zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt, teilweise in der Zeit danach, während des großen Schweigens, in der über allen Köpfen ein großes unsichtbares Fragezeichen hing. War mein Nachbar ein Täter? Meine Mutter? Hat mein Vater seine Freunde an die Nazis ausgeliefert? 
Wanda hat sich mit dieser Frage nicht auseinandergesetzt bis Andras sie zwingt hinzusehen. Sie bohrt nach, provoziert damit großes Unglück und lässt sich dadurch trotzdem nicht beirren, bis sie ihrer Vergangenheit auf die Spur gekommen ist.
In wunderschönen sprachlichen Bildern beschwört Charlotte Roth die Vergangenheit herauf, nimmt den Leser mit auf eine Reise in eine gar nicht so ferne Zeit und an wunderschöne Orte, macht Lust auf Danzig und erzählt dabei die Geschichte von Wanda und Gundi, die dann ganz anders endet als erwartet.

"Ach Gundi, wir hätten etwas tun müssen, diese Leute nicht wählen dürfen, und jetzt ist es zu spät."

Nur leise schwingt Charlotte Roth den Zaunpfahl mit der Botschaft, um die es ihr eigentlich geht - wenn man auch das Nachwort liest. Lassen wir es nicht wieder so weit kommen, bitte! Sie macht das so unaufdringlich, dass man es ihr verzeiht. 

Mich hat "Wenn wir wieder leben" sehr berührt, tief getroffen und gleichzeitig oft zum Lächeln gebracht. Bleibt nur noch eine Frage offen: Wo kann man "Morgen am Meer" hören?
Danke für den wunderbaren Roman!

  (3)
Tags: machandel, morgen am meer, nie wieder krieg   (3)
 
39 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.