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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

beide platzen, humor, ich habe eine axt, lustig, patrick salmen

Treffen sich zwei Träume. Beide platzen.

Patrick Salmen
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2018
ISBN 9783426521649
Genre: Romane

Rezension:

Vor knapp zwei Jahren bin ich durch Zufall auf Salmens damals aktuelles Buch "Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute" gestoßen und habe es absolut geliebt. Ich wusste: das wird nicht das letzte Buch des Autors sein, das ich lesen werde und nun war es endlich soweit. Patrick Salmen versteht es wie kein anderer, die Absurditäten des Alltags zu erfassen und sie zu lustigen, aber gut durchdachten Kurzgeschichten zu verarbeiten.

"Treffen sich zwei Träume. Beide platzen." ähnelt dem bereits genannten Vorgänger-Buch sehr und ich bin froh, dass sich Schreib- und Erzählstil kaum geändert haben. In Sachen Wortspiele hat sich der Autor meines Erachtens sogar gesteigert. Neben diesen finden sich im Buch aber natürlich auch kleine Gesprächsfetzen und Geschichten über den Wahnsinn des Alltags des jungen Vaters, der an der Menschheit kein gutes Haar lässt. Salmen schafft es etwas zu verschriftlichen, das man sich seit Jahren immer wieder gedacht hat und nie so richtig ausdrücken konnte. Dabei bleibt er herrlich zynisch und mindestens genauso selbstironisch. Eine sehr erfrischende Kombination, die aber bestimmt nicht bei allen Lesern auf Euphorie stößt. Ich würde sagen: entweder man liebt diesen Stil oder kann gar nichts damit anfangen. Ich persönlich zähle mich zur ersten Gruppe und freue mich jetzt schon auf weitere Bücher von Patrick Salmen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

biologie, moleküle, molkularbiologie, wissenschaft

Treffen sich zwei Moleküle ...

Martin Moder , Mandy Fischer
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442159482
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss zugeben, dass mir im Voraus nicht wirklich klar war, was denn nun das Kernthema dieses Buches ist und ob es sich auf einen speziellen Aspekt der Mikrobiologie fokussiert. Titel und Klappentext waren aber überzeugend genug, um den "Sprung in die Ungewissheit" zu wagen und das Buch zu bestellen. 
Um die (auch meine) anfängliche Frage gleich zu Beginn zu beantworten: der Autor legt sich nicht auf eine bestimmte Thematik fest, sondern bietet dem Leser einen Überblick über ganz verschiedene Bereiche der Mikrobiologie. Er schafft es auch komplexe Vorgänge anschaulich darzustellen ohne, dass man das Gefühl einer zu starken Vereinfachung der Inhalte hat. Im Verlauf der Kapitel ist nicht unbedingt ein deutlicher roter Faden zu erkennen - ich hatte das Gefühl, der bekannte Science-Slammer schreibt einfach darüber, was er persönlich spannend findet. Er opfert also ein bisschen Struktur, um durchweg spannende Inhalte zu bieten. Dieses Prinzip funktioniert wirklich nicht bei allen Büchern, hier wurde es aber gut umgesetzt und hat den Lesefluss nicht gestört. 
Was mich aber manchmal gestört hat, war ab und zu der "Witz zu viel" an Stellen, wo ich eigentlich vertieft in die Materie war und ein bisschen abgelenkt wurde. Mir kam es so vor, als hätte der Autor Angst gehabt, dass man von wissenschaftlichen Fakten gelangweilt ist und mal wieder eine spaßige Unterbrechung braucht. Hier kann ich aber beruhigen :-) Ich wurde beim Lesen immer sehr gut unterhalten und habe gleichzeitig vieles mitgenommen aus dem Reich der Mikrobiologie. Martin Moder steckt einen mit seiner Begeisterung einfach an und hat es häufig geschafft, mich zum Schmunzeln zu bringen. Insgesamt halte ich das Buch für definitiv empfehlenswert für Alle, die sich für Mikrobiologie interessieren und nicht so recht wissen, wo sie mit dem Lesen anfangen sollen. In diesem Buch findet sich genügend Inspiration für die weitere Recherche.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

soziologie, einkauf, sachbuch, science slam, sozialstrukturanalyse

Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist

Jörn Höpfner
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442177066
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss ehrlich sagen, dass die Erwartungen, die ich an dieses Buch hatte, nicht wirklich erfüllt wurden. Dabei gab es im Voraus zwei Möglichkeiten, wie es mich überzeugen hätte können:

Es vertieft soziologisches Grundwissen weiterführend und zeigt Aspekte auf, für die in der Soziologie-Einführungs-Vorlesung keine Zeit bleibt Es ist hauptsächlich auf den Unterhaltungsaspekt fokussiert und unglaublich witzig

Leider konnte das Buch mir weder den einen noch den anderen Wunsch erfüllen und ist mehr so eine Art Zwischenlösung. Inhaltlich gab das Buch nicht viel Neues her, da es nur um Sozialstrukturanalyse anhand der Milieus des Sinus-Instituts geht. Da ich mich aber schon ein paar Mal mit Soziologie beschäftigt habe, waren die verschiedenen Milieus mir bereits ein Begriff, auch wenn ich den Supermarkt-Bezug noch recht erfrischend fand. Vermutlich eignet sich das Buch also wohl eher für absolute Einsteiger in das Thema gesellschaftliche Struktur. Dafür spricht auch, dass der Autor versucht, komplexe Sachverhalte möglichst vereinfacht und verständlich darzustellen. Dabei fließt immer mal wieder eine lustige Anekdote oder ein cooler Spruch mit ein. So recht überzeugen konnte mich aber der Humor im Buch nicht: Ich hatte das Gefühl, die meisten der Witze schon mal gehört zu haben und die Pointen hatte ich oftmals bereits eine Seite im Voraus kommen sehen.

Mein Fazit: ich finde es ziemlich schade, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden konnten (was wahrscheinlich am leicht irreführenden Klappentext liegt). Ich glaube aber gleichzeitig, dass meine Einschätzung zum Buch unglaublich subjektiv ist und es sich hierbei um ein Werk handelt, das individuell einfach komplett anders wahrgenommen wird (je nach Vorwissen und Geschmack). Das Buch hat durchaus seine guten Seiten, aber für mich war es einfach nicht geeignet.

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

entstehungsgeschichten, erde, erschaffung, mensch, welt

Vom Anfang bis heute

Loel Zwecker
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.12.2017
ISBN 9783328100065
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr positiv von diesem Buch überrascht wurde. Mein ursprüngliches Interesse lag darin, mein Geschichtswissen aus Schulzeiten wieder etwas aufzufrischen (im Endeffekt vergisst man ja doch mehr, als ursprünglich erwartet…). Im Nachhinein kann ich durchaus behaupten, dass viel passives "da war doch mal was"-Wissen wieder reaktiviert wurde. Zusätzlich hatte ich aber definitiv beim Lesen mehr Spaß, als im schulischen Frontalunterricht.

Es gibt mehrere Gründe, warum ich dieses Buch so positiv einschätzen möchte. Der erste Grund ist der Kommunikationsstil des Autors - sehr locker und dennoch nah an den Inhalten bringt er mich nicht nur immer wieder zum Schmunzeln, sondern lässt das Erklärte auch sehr nachvollziehbar und logisch erscheinen. Mir fiel es nie schwer, seinen Schilderungen zu folgen und ich hatte nicht das Gefühl, dass er etwas unerklärt lässt. Dennoch wird man nicht mit Unmengen an Definitionen überhäuft - das Buch beschränkt sich quasi auf das Wesentliche.

Ebenfalls als recht angenehm empfinde ich die chronologische Struktur des Buches. Natürlich macht diese Verlaufsform für eine geschichtliche Nacherzählung den meisten Sinn, doch im Gegensatz zu den wirren Lehrplänen wirkt dieser Aufbau herrlich linear. Auch wenn manche historische Begebenheiten per se komplex und (verständlicherweise) ineinander verwoben sind, schafft es der Autor, die Ereignisse klar und strukturiert darzustellen.

Und nun zum letzten Begründungspunkt meiner Bewertung: es bleibt wirklich vieles hängen. Die geschilderten Abläufe kann man sich gut einprägen und wieder abrufen - dazu tragen auch die lustigen Bemerkungen des Autors bei. Ich würde das Buch also definitiv allen weiterempfehlen, die ihr geschichtliches Grundwissen wieder etwas auffrischen möchten.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alan burdick, warum die zeit verfliegt

Warum die Zeit verfliegt

Alan Burdick , Yvonne Badal
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blessing, 23.10.2017
ISBN 9783896673473
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe mir schon des Öfteren Gedanken über die Subjektivität des Zeitempfindens Gedanken gemacht und mich dementsprechend sehr gefreut, als ich diesen Buchtitel beim Stöbern entdeckte. Das Konzept der Zeit birgt etwas sehr Surreales, da es nur durch das menschliche Empfinden existiert und nicht wirklich fassbar erscheint.

Bevor ich zu lesen begann, war mich also nicht ganz klar, was mich erwarten würde. Ein paar Gedankenexperimente und philosophische Betrachtungen reichen höchstwahrscheinlich nicht aus, um ein gesamtes Buch zu füllen. Positiv überrascht war ich dementsprechend von dem sehr naturwissenschaftlichen Weg, den der Autor ging, um das Phänomen "Zeit" fassen zu können. Dabei versucht der Autor mithilfe verschiedener Wissenschaftsbereiche Fragen zu beantworten, die nicht nur die subjektive Wahrnehmung betreffen. Er begibt sich beispielsweise auch auf die Suche nach der Uhr mit der genauesten Zeitangabe und verbringt Zeit in der Arktis um herauszufinden, wie der Körper auf eine Veränderung des Tagesverlaufes reagiert.

Das Buch ist reich an neuen Ideen und Denkanstößen, die mich noch für lange Zeit beschäftigen werden.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

4000 Meilen durch die USA

Andrew Forsthoefel , Monika Köpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.09.2017
ISBN 9783579086675
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich wusste eigentlich nicht wirklich, was mich beim lesen dieses Buchs zu erwarten hatte. Das Konzept hat mir aber auf Anhieb gefallen, also wollte ich dem Ganzen eine Chance geben. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder eine interessante Geschichte zu erzählen hat und war dementsprechend neugierig auf die Erzählungen aller Menschen, denen Andrew auf seinem Weg durch die USA begegnet ist.

Von Kapitel zu Kapitel erhält man hier jedoch nicht nur einen Einblick in das Leben der "Interviewten", sondern auf tiefgründige Einsichten in die Gedankenwelt eines jungen Mannes, der nicht recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Trotz seines jungen Alters, kann sich Andrew sehr gut ausdrücken und säumt seine Gedanken mit Anekdoten aus seiner Kindheit, sowie Gedichten bekannter Schriftsteller und humanistischen Grundfragen.

Nach etwas mehr als der Hälfte des Buches scheint so mancher Gedankengang etwas redundant, aber das ist wohl unausweichlich, wenn die gesamte Geschichte von ein und derselben Wanderung handelt. Als durchaus erfrischend haben sich dafür die kurzen Einschübe erwiesen, die aus Sicht einiger Menschen geschrieben sind, mit denen Andrew gesprochen hat. Scheinbar haben diese Konversationen nicht "zu einem eigenen Kapitel gereicht", ich bin aber froh, dass deren Geschichten so trotzdem einen Weg in dieses Buch gefunden haben. Schlussendlich war ich recht zufrieden mit dem Buch, da die vielen freundlichen Menschen, die Andrew Unterschlupf während seiner Reise gewährt hatten, meinen Glauben an die Menschheit wieder etwas gestärkt haben - eine sehr willkommene Abwechslung zu allem, was man sonst so liest.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

autor, kreativität, kreativ schreiben, schreiben

Mein Buch

Katja Scholtz , Pascal Cloëtta
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 25.09.2017
ISBN 9783453285453
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich Ambitionen, als Autor durchzustarten. Dennoch hat mich dieses Buch durchaus gereizt. Ich bin in der Vergangenheit online immer wieder auf „writing-prompts“ gestoßen und das ein oder andere Mal hat es mich zwar in den Fingern gejuckt, die nötige Überwindung zum Schreiben konnte ich bisher jedoch nicht aufbringen. Ich hatte gehofft, dass mich die physische Präsenz eines Buches, das speziell für Schreibübungen konzipiert wurde, dazu bewegen kann, den Stift in die Hand zu nehmen.

Die in der Beschreibung aufgeführten Beispiele zählen dabei – für mich – zu den besten. Was eigentlich sehr schade ist, denn so wird man etwas vom Rest enttäuscht. Die meisten Vorgaben finde ich relativ langweilig. Zwar sollte ja der Sinn und Zweck der Sache sein, dass ich etwas Spannendes daraus mache, doch beim Gedanken daran „Den Wechsel der Jahreszeiten aus Sicht eines Laubbaums“ zu beschreiben, hält sich sowohl Begeisterung als auch Kreativität in Grenzen.

Das Konzept des Buches finde ich sehr spannend und sicherlich hilfreich für diejenigen, die gegen Schreibblockaden kämpfen oder sich einfach mal an erste Schreibübungen herantrauen möchten. Inhaltlich war es nicht ganz so meins, aber das halte ich für eine sehr individuelle Entscheidung. Andere blühen vielleicht gerade durch diese Art der Rahmenvorgabe auf. Einen Versuch ist es meiner Meinung nach wert.

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46 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

gesellschaft, sachbuch, axel hacke, diskussionskultur, assoziieren

Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Axel Hacke
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 30.08.2017
ISBN 9783956142000
Genre: Sachbücher

Rezension:

In seinem neuesten Buch holt der als Kolumnist der Süddeutschen Zeitung bekannt gewordene Axel Hacke einen Begriff aus der Mottenkiste, entstaubt ihn und bringt ihn in einen aktuellen Kontext: den Anstand.

In lockerem Stil und wohltuend verständlichem Deutsch versucht er sich selbst zu beantworten, was es in dieser Zeit bedeutet, ein anständiger Mensch zu sein. Er streift dabei viele Themen aus Politik und Gesellschaft z.B. den Populismus eines Trump, die Auswirkungen der Digitalisierung oder die Verrohung der Sprache in den neuen sozialen Medien wie Facebook.

In sehr nachvollziehbarer Weise erklärt er die Anstands-Defizite, die gerade vor allem im öffentlichen Diskurs festgestellt werden können, aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen. So muss z.B. die Fremdenfeindlichkeit bei einer Spezies, bei der über Tausende von Jahren die Begegnung mit einem Fremden sehr selten und eher gefährlich war, nicht besonders überraschen.

Nach Beleuchtung des Themas von verschiedenen Seiten steuert das Buch auf das Fazit zu, das man so zusammenfassen könnte:

·   Man sollte versuchen, dem Gegenüber ernsthaft zuzuhören und ihm nicht schon von Vorneherein böse Absichten unterstellen, sondern bemüht sein, sich in seine Lage zu versetzen.

·   Man sollte dem Gegenüber grundsätzlich - zumindest solange es geht - freundlich begegnen.

·    Man sollte seine Meinungen aber klar und deutlich artikulieren.

Die Stärke des Buches ist aus meiner Sicht auch ein Grund für gewisse Schwächen. Der leichte Stil und der Plauderton - Abschnitte des Buches sind sogar fiktive Dialoge mit einem Freund - bewirken, dass die Thesen nicht oberlehrerhaft vorgetragen werden und man Denkanstöße zu einer Vielzahl von Themen erhält.

Andererseits hätte man sich schon manchmal eine bessere Gliederung gewünscht, um zu wissen, an welcher Stelle der Argumentationsführung man sich befindet. Ich persönlich hätte mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht bei der Behandlung der Frage, welche Funktion der Anstand in unserer modernen Industriegesellschaft grundsätzlich hat. Warum ist es vorteilhaft, wenn wir uns alle anständig verhalten?

Aber trotz dieser vom Autor vermutlich bewusst genommenen Schwächen stellt das Buch aus meiner Sicht einen interessanten Beitrag zu den Themen Debattenkultur und gesellschaftliches Miteinander dar, schon allein dadurch, dass über einen so verstaubten Begriff wie Anstand neu diskutiert wird.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

zukunft, fachbuch, fragen, deutschlan, deutschland

Das Land, in dem wir leben wollen

Jutta Allmendinger
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 19.06.2017
ISBN 9783570553473
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein schlechtes Omen: für das Lesen dieses Buchs habe ich mehrere Wochen (ja nun fast schon Monate) gebraucht, weil ich mir nur gelegentlich dazu bewegen konnte ein oder zwei Kapitel zu lesen. Das sagt eigentlich schon fast alles über meine Einstellung dem Buch gegenüber aus, dennoch möchte ich natürlich genauer werden, um einen groben Einblick für die zu schaffen, die an der Thematik interessiert sind.

 

Der Anfang hat mich eigentlich erst mal positiv überrascht. Die Durchführung der Studie wird genauestens dokumentiert vorgestellt und jede noch so kleinste methodische Frage wird im Detail erklärt. Dementsprechend war ich von der Korrektheit und der Einhaltung aller wissenschaftlichen Standards sehr beeindruckt. Nach einigen Kapiteln legte sich meine ursprüngliche Begeisterung wieder, als mir klar wurde, dass dieser "Methodik"-Teil sich viel länger zog, als ich es erwartet hatte. Ich hatte den Eindruck, dass hauptsächlich die Ergebnisse der Studie vorgestellt wurden ohne viel - nennen wir es mal - journalistisches Drumherum. Verstehen Sie mich bitte jetzt nicht falsch: dass die Ergebnisse der Studie präsentiert werden, war ja der Beschreibung deutlich entnehmbar. Trotzdem hat mir hier ein Unterhaltungseffekt gefehlt. Ich hatte nicht das Gefühl, "Wow-Ergebnisse" zu lesen, die an und für sich so beeindruckend sind, dass man wenig Rahmenerzählung benötigt. Viel eher fand ich mich wieder in einem Meer an Einzelergebnissen und Prozentzahlen, über die man schnell den Überblick verliert.

 

Ich würde das Buch als gute Forschungsarbeit beschreiben, die für ihre gründliche Methodik in wissenschaftlicher Hinsicht viel Lob verdient. Leider ergibt nicht jede gute Forschungsarbeit zugleich auch ein unterhaltsames Buch.

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autolobby, prognosen, flüchtlinge, globale erwärmung, geldvermögen

Die Zahlentrickser

Gerd Bosbach , Jens Jürgen Korff
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Heyne, 22.05.2017
ISBN 9783453201323
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Die Zahlentrickser" handelt vor allem davon, wie statistische Tricks in verschiedenen Feldern der deutschen Politik verwendet werden, um eigene Interessen durchzusetzen. Ich hatte bereits Vorwissen im Bereich der Statistik und dementsprechend auch einige "Tricks" im Hinterkopf, wie Statistiken in der Wahrnehmung verfälscht werden.

Dennoch hat dieses Buch es geschafft, das akademisch angehäufte Wissen perfekt auf gesellschaftlich relevante Sachverhalte zu übertragen. Meiner Ansicht nach, trägt das Buch zu zwei Lerneffekten bei: einerseits werden "Mythen" zerstört, andererseits wird aber auch generell statistisches Wissen durch praktische Anwendung gefestigt

Die Themenfelder umfassen insbesondere die Steuer-, Umwelt- und Rüstungspolitik, sowie den Arbeitsmarkt und den Demographischen Wandel. Anhand konkreter Rechenbeispiele werden hier die Manipulationsversuche plastisch vor Augen geführt und so manche scheinbare Gewissheit als Mär enttarnt. Ein Schwerpunkt dabei sind z.B. die Fehlschlüsse (insbesondere in der Rentenpolitik), die aus dem demographischen Wandel gezogen werden oder der Nachweis, dass der angebliche Fachkräftemangel eine Erfindung im Interesse der Arbeitgeber ist.

Vieles, das einem an der politischen Argumentation gefühlsmäßig schon immer etwas komisch vorkam, wird mit Hilfe einfacher und nachvollziehbarer Überlegungen als hanebüchen entlarvt. Die politische Position der Autoren ist dabei eher eine "linke". D.h. Neoliberale und Aufrüstungsfreunde werden an dem Buch keine große Freude haben. Anhängern des kritischen Denkens und Hinterfragens aber, kann ich das Buch sehr empfehlen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

psychologie, umgebung, verhaltenspsychologie

Psychogeografie

Colin Ellard , Sigrid Ruschmeier
Fester Einband
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442756285
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Thema Psychogeografie war mir bis dato unbekannt, der Klappentext des Buches hat aber schnell meine Neugierde geweckt. Besonders interessiert war ich an den Erklärungen zu Entscheidungen bezüglich unserer räumlichen Umgebung, die wir tagtäglich treffen, sowie an den Einflüssen, die Architektur auf unsere Wahrnehmung und Emotionen haben kann.

Anfangs hat man das Gefühl, dass man selbst nur schwer in den Lesefluss findet. Mit interessanteren Themen, die gegen Mitte des Buches beginnen, macht die Sache etwas mehr Spaß, aber so richtig mag es einfach nicht klappen. Mir fehlt definitiv der allbekannte rote Faden. Die Kapitel scheinen etwas chaotisch und weichen oftmals stark vom Kernthema ab - inhaltlich wird an manchen Stellen wirklich sehr weit ausgeholt!

Das fand ich persönlich recht schade, weil dadurch interessante Aspekte des Forschungsbereichs etwas in den Hintergrund der Dinge gerückt wurden. Im Nachhinein hat man ein paar erinnerungswürdige Fakten und Studien im Kopf, einen strukturierten Überblick über das Feld der Psychogeografie erhält man aber nicht. Oder ist das eine Eigenschaft dieser außergewöhnlichen Wissenschaft? Diese Frage kann ich leider nicht beantworten.

Insgesamt ist das Buch gefüllt mit interessanten Ideen und faszinierenden Einblicken in die menschliche Psyche. Neben der etwas konfusen Struktur finde ich aber viele Kapitel etwas zu einseitig bzw. unkritisch an Stellen, wo definitiv Kritik angebracht ist. Dementsprechend konnte mich das Buch leider nicht so richtig überzeugen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Die Meinung der anderen

Tali Sharot , Susanne Kuhlmann-Krieg
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Siedler, 22.05.2017
ISBN 9783827500816
Genre: Sachbücher

Rezension:

Für Sozialpsychologie und Verhaltensforschung bin ich immer zu haben, also ist "Die Meinung der anderen" schnell auf meiner Bücherliste gelandet und in der vergangenen Woche habe ich mich ans lesen gemacht.

 

Die Rahmenthematik lautet hauptsächlich: wie wir in unserem Denken beeinflusst werden und wie wir wiederum andere beeinflussen. Durch das Cover bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass der inhaltliche Fokus auf unserem Online-Verhalten und der Macht von Bewertungsplattformen liegt. Dem war aber (leider?) nicht so.

 

Vielmehr werden verschiedenste Aspekte aufgegriffen - darunter die Fragen: Warum wollen wir immer alles zu früh wie möglich wissen? Welche Strategien funktionieren in einer Diskussion am besten? Gibt es so etwas wie eine "Intelligenz der Masse"? Warum handeln wir so, wie wir es eben tun?

 

Mir ist des öfteren in den Sinn gekommen, dass vermutlich die meisten von uns diese Fragen alle grob mit Halbwissen aus der Psychologie beantworten können. Die wissenschaftlichen bzw. neurologischen Vorgänge hinter unserer Psyche bleibt für uns aber oftmals im Verborgenen. Tali Sharot belegt all ihre Ausführungen mit zahlreichen empirischen Studien, die vielen von uns im Einzelnen bekannt sind (z.B. Marshmallow-Test oder das Experiment mit der Clownpuppe).

 

Obwohl das Buch mir nicht viele neue Erkenntnisse übermitteln konnte (weil ich mich mit dieser Thematik schon mehrfach auseinandergesetzt habe), hat "Die Meinung der anderen" es aber geschafft, alle Studien und deren Anwendungen im wahren Leben sinnvoll miteinander zu verknüpfen und somit einen gesammelten Überblick zu geben. Das verstreute Wissen ("davon habe ich schon mal gehört.." & "ich glaube, bereits etwas über diese Studie gelesen zu haben…") wird so verständlich geordnet und ist leichter abrufbar.

 

Ich glaube, dass dies wohl ein geeignetes Schlussfazit für dieses Buch ist:

Für komplette Neulinge auf diesem Gebiet gibt "Die Meinung der anderen" einen prima Überblick über verschiedene Aspekte der empirischen Verhaltensforschung. Für Leser, die sich mit dem Thema schon länger beschäftigen, ist es ein gutes "Sammelwerk", das eine Verbindung zwischen allen Studien und Forschungsbereichen schafft.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

linie 4, zeitgeschehen, magdeburg, schnellbus, öffentlice verkehrsmittel

Die Städtesammlerin

Annett Gröschner
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.03.2017
ISBN 9783328100720
Genre: Biografien

Rezension:

Was für ein kreatives Konzept! Mit der Linie 4 in verschiedenen Städten die Straßen zu erkunden, die dem normalen Tourist möglicherweise verborgen bleiben. Das hat fast schon etwas abenteuerliches - auch wenn es sich meist nur um Expeditionen im Großstadt-Dschungel handelt.


Nach den ersten 2-3 Kapiteln macht sich aber bereits etwas Ernüchterung breit. Der Leser wird mit allen möglichen historischen Hintergrundgeschichten der jeweiligen Stadt überschüttet und bekommt dazwischen kaum eine kleine "Informationspause", um kurz durchschnaufen zu können. Die Städte sind interessant gewählt und bieten durchaus Potential für spannende Geschichten. In jedem Kapitel wartet man aber vergeblich darauf, dass etwas aufregendes passiert.


Weil es hauptsächlich um die geschichtlichen Aspekte der Stadt geht, macht es oftmals keinen Unterschied, dass es sich bei dem Transportmittel um eine Tram oder einen Bus mit der Nummer 4 handelt, weil die Autorin dafür mit jeder beliebigen Linie reisen könnte. Mir fehlten deshalb häufig die Alleinstellungsmerkmale genau dieser einen Linie - immerhin liegt darin doch die Besonderheit der Idee.


Ich hätte mir auch gewünscht, dass das Buch etwas "optimistischer" ist. Ab und an finden sich kleine Lichtblicke in den Erzählungen, aber der Großteil wirkt trist und viele Stadtteile werden eher als hoffnungslos und heruntergekommen beschrieben - das hat ja durchaus auch seine Berechtigung, deckt sich aber nicht mit meinen Erwartungen vom etwas ungewöhnlichen Reisebericht. So liegen manche Kapitel etwas schwer im Magen…


Natürlich möchte ich das Buch nicht nur kritisieren. Mit drei Sternen fällt es schließlich in die Kategorie "ganz okay". Die Autorin beschreibt mit viel Liebe zum Detail und gibt Einblicke in das Alltagsleben anderer Kulturen, wie man es selbst nur selten erleben kann. Das Buch kann ja letztendlich nichts dafür, dass es nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt und erhofft habe. Vielleicht gefällt es ja gerade deshalb einem anderen Leser umso mehr.

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

england, bernard cornwell, britannien, bebbanburg, band 10

Der Flammenträger

Bernard Cornwell , Karolina Fell
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291104
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der neue und somit zehnte Band der Uhtred-Reihe wird hartgesottene Cornwell-Fans sicherlich nicht enttäuschen. Der Leser kann sich wie gewohnt auf blutige Kämpfe und derbe Sprache freuen. Thematisch hat sich die Schlacht um die Bebbanburg bereits lange angekündigt und auch ein nahes Ende der Reihe vermuten lassen. Doch die Fans können aufatmen, denn so viel sei verraten: Uhtreds Reise ist noch nicht vorbei.

Wie bereits erwähnt, stellt dieses Buch das vermeintliche, große Finale dar. Unschwer aus dem vorhergegangenen Band zu entnehmen, macht sich Uhtred endlich auf, um die Bebbanburg zurückzuerobern. Ob ihm dies gelingt, behalte ich für mich, damit ich niemandem den Lesespaß verderbe.

Obwohl das Buch anfangs ein wenig Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen, reiht es sich hinsichtlich Spannung und Stil mühelos in die bestehende Saga ein. Ein bisschen schade fand ich jedoch, dass die humoristischen Elemente zwar immer wieder kurz aufblitzen, aber lange nicht mehr so ausgeprägt sind, wie in vielen der Vorgänger-Büchern. Beispielsweise das Spotten Uhtreds über die christliche Religion hat mir etwas gefehlt, da diese Passagen immer sehr erheiternd waren.

Mit der Vorstellung neuer Figuren kann dieser Band leider nicht glänzen - zumindest nicht mit interessanten. Dafür steht das Überlisten der Gegner im Mittelpunkt und dies gehört meiner Ansicht nach zu den besten Aspekten der Buchreihe. Sich in die Feinde hineinzuversetzen und sie letztendlich zu täuschen ist dabei eine Kernkompetenz Uhtreds.

Um zu einem Fazit zu kommen: das Buch würde ich - im Anbetracht der Gesamtsaga - als durchschnittlich bezeichnen. Besonders der Schluss ist aber sehr spannend und Cornwell-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Wann Sie eine Bank überfallen sollten

Stephen J. Dubner , Steven D. Levitt , Andreas Simon dos Santos
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100133
Genre: Sachbücher

Rezension:

Den Bestseller "Freakonomics" habe ich vor einigen Jahren gelesen und war durchaus angetan von der Denkweise und Argumentationsstruktur des Buches. Seither habe ich jedoch die Veröffentlichungen von Dubner & Levitt nicht weiter verfolgt und bin nur durch Zufall auf diese Sammlung von Blogposts gestoßen.

Thematisch bewegen sich die Autoren wie erwartet in ihrer Komfortzone - besonders Glücksspiel, Kriminalität, aber auch Alltagserlebnisse werden dabei durch die Brille der Ökonomie betrachtet und humorvoll kommentiert. Hierbei muss ich jedoch sagen, dass sie mich nicht mit allen Vorschlägen begeistern konnten - manche Ideen sind extrem unausgereift und haben deutliche Schwachpunkte, die nicht in Betracht gezogen werden.

Die 131 verblüffenden Erkenntnisse aus der Welt der Wirtschaft sind jeweils nur wenige Seiten lang, wodurch es unvermeidbar ist, dass es sich oft nur um bruchstückhafte Schilderungen von Ideen handelt. Teilweise vermisse ich hier die empirisch wissenschaftlichen Hintergründe. Auch die Untermauerung eigener Aussagen mit Hilfe von Studien und Statistiken kommt meines Erachtens zu kurz.

Sozusagen als Entschädigung für die fehlende Tiefe erhält man ein recht kurzweiliges und abwechslungsreiches Buch, das durch die kurzen Textabschnitte gut geeignet ist als Lektüre zwischendurch.

Mein Fazit: Diese Sammlung an Blogbeiträgen ist logischerweise nicht so durchdacht und qualitativ hochwertig, wie die Kapitel in "Freakonomics". Dennoch war das Buch angenehm zu lesen und durchaus unterhaltsam. Auch lesenswert, wenn man keines der Vorgänger-Bücher gelesen hat.

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Das Zeitalter des Nichts

Peter Watson , Amélie Brandeis
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 24.10.2016
ISBN 9783570102237
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bei "Das Zeitalter des Nichts" handelt es sich um ein Werk der Ideengeschichte und nicht unbedingt um die Geschichte des Atheismus - wie man durch die Nennung von Nietzsche und Dawkins im Untertitel meinen könnte. Der englische Original-Untertitel "How we have sought to Live since the death of God" trifft den Inhalt meines Erachtens besser, als die deutsche Übersetzung, weil hier bereits die Kernfrage des Buches ersichtlich ist: Welchen Grund gibt die sinnsuchende Menschheit in einer säkularisierten Welt für ihre Existenz an?

Inhaltlich bietet das Buch eine Vielzahl an Ideen und Denkanstößen, die sich auf unsere Vorstellung vom menschlichen Dasein beziehen. Auch wenn die Ausführungen zu verschiedenen Denkweisen mancher bekannter Philosophen anfangs etwas komplex wirken, schafft es Watson, dem Leser verständlich die wichtigsten Komponenten zu vermitteln

Bereits von der Seitenzahl kann man darauf schließen, dass es sich um ein sehr umfangreiches Werk der Ideengeschichte handelt, bei der auch vieles redundant scheint. Dabei ist es teilweise schwer, einen Überblick über den Verlauf des Buches zu behalten, weil eine deutliche Struktur nie so recht etabliert wird.

Ich muss zugeben, dass ich "Das Zeitalter des Nichts" über einen längeren Zeitraum (bestimmt ca. 2 Monate lang) parallel zu anderen Büchern gelesen habe. Das Lesen von ein bis zwei Kapiteln hat meist wieder genug Denkanstöße gegeben, um den Drang des sofortigen Weiterlesens zu unterbinden. Das soll nicht heißen, dass das Werk zu anstrengend oder gar zu langweilig sei. Ich plädiere hier eher für eine Lesweise, bei der man sich mit den einzelnen Kapiteln mehr auseinandersetzt und dafür folglich länger benötigt. Dies scheint mir als eine vernünftige Herangehensweise, um die Inhalte besser aufnehmen zu können.

Insgesamt fehlt es dem Buch eventuell ein wenig an Struktur, aber inhaltlich hat es so viel zu bieten, dass ich es trotzdem jedem empfehlen würde, der sich für Ideengeschichte interessiert.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

drogen, drogenfunde, management, gefängnisse, rogenhunde

Narconomics

Tom Wainwright , Henning Dedekind
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blessing, 19.09.2016
ISBN 9783896675538
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch überzeugt durch einen gut strukturierten Aufbau, der alle Stationen des Drogenhandels (inklusive etappenspezifischer Probleme) beinhaltet: vom Anbau der Koka Blätter über die Wahl der Transportwege (mitsamt den Kämpfen um die raren Grenzübergänge) bis hin zur Auswahl des richtigen Personals und dem Vertrieb. Die einzelnen Bilder sind passend ausgewählt und haben die Textpassagen gut ergänzt.

Durch die Offenlegung der Vorgehensweisen der Kartelle aus wirtschaftsanalytischer Sicht werden nicht nur die Abläufe des Drogenhandels geschildert, sondern auch die Versuche der Politik bewertet, genau diese zu unterbinden. Dabei stellen sich die überwiegende Mehrheit der Anti-Drogen-Aktionen als unwirksam oder sogar kontra-produktiv heraus. Auch die Frage der Legalisierung spielt eine Rolle und scheint die effektivste Methode zu sein, den Kartellen ihre Macht zu entziehen.

Der Autor ist durch seine Recherche in Ciudad Juárez direkt vor Ort und berichtet aus erster Hand über die Machtkämpfe der konkurrierenden Kartelle. Besonders interessant fand ich dabei seine Ausführungen zu den Gefängnisstrukturen Mexikos im Zusammenhang mit der Entstehung und Verbreitung von Gangs. Die Drogenkartelle aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel zu betrachten wirkt sehr angemessen und das Buch sollte meiner Meinung nach die wissenschaftliche Basis für den Kampf gegen den Drogenhandel darstellen.

Um zu einem Fazit zu kommen: insgesamt war das Buch durchgehend gut geschrieben und sowohl informativ als auch spannend - ein faszinierender Einblick in eine Geschäftsbranche, die der Großteil der Gesellschaft nur aus Film & Fernsehen kennt. Sehr zu empfehlen!

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99 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

sachbuch, wissenschaft, physik, fiktion, interessant

What if? Was wäre wenn?

Randall Munroe , Ralf Pannowitsch
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.11.2016
ISBN 9783328100317
Genre: Sachbücher

Rezension:

Diese Rezension bezieht sich auf die limitierte Fan-Ausgabe!

Da es das Buch ja schon länger als klassische Variante zu kaufen gibt, versuche ich mich bei der Bewertung dieser erweiterten Fan-Edition etwas kürzer halten. Ich habe bereits bevor ich mir das Buch zugelegt habe schon einige Empfehlungen gehört und kann es nach dem Lesen jetzt nur bestätigen: wirklich gelungen!


Die behandelten Themen sind meistens im Feld Physik und Astronomie anzusiedeln. Die Fragen sind ungewöhnlich, aber durchaus sehr interessant - um manche zu beantworten muss man ganz schön weit ausholen und eine solide Basis physikalisches Wissen mitbringen. In dieser Hinsicht hat mich der Autor absolut beeindruckt. Aber auch seine Fähigkeiten als Comic-Zeichner sind wahrlich nicht zu verachten. Die zahlreichen kleinen Skizzen zu den Fragen sind immer das Highlight jeder Seite. Sie sind nicht nur wahnsinnig unterhaltsam, sondern helfen auch überraschend gut, den vermittelten Inhalten zu folgen und sich einzuprägen.


Ein weiterer Pluspunkt sind die Fußnoten. Zur Hälfte handelt es sich hier um die klassischen Ergänzungen zum Thema, zur anderen Hälfte um lustige Einwürfe seitens des Autors - meistens musste ich hier laut lachen. Es kommt nur selten vor, dass ein Buch interessant und zugleich zum brüllen komisch ist - vielleicht liegt es an meinem Humor? - und auch beim Verleih an Freunde ist es überall auf Anklang gestoßen. Durch den optisch schön ausgearbeiteten Umschlag, bietet es sich auch perfekt als Geschenk an. Kann ich nur empfehlen!


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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

flucht, nordkorea, biographie, diktatur, biografie

Meine Flucht aus Nordkorea

Yeonmi Park , pociao , Sabine Herting , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.11.2016
ISBN 9783442159130
Genre: Biografien

Rezension:

Ich habe vor kurzem ein Buch über den (spärlichen) Tourismus in Nordkorea gelesen, in dem gezeigt wird, wie sich das Land den ausgewählten Einreisenden präsentiert. Auch wenn versucht wird, die Fassade eines funktionierenden Landes aufrecht zu erhalten, konnte man bereits hier einige Eindrücke hinter die Kulissen gewinnen. Das wahre Ausmaß des Leids, das die dort lebenden Menschen über Jahrzehnte ertragen müssen, wird aber erst ersichtlich, sobald man einen Blick in das Leben von Yeonmi Park erhält.


Es war nicht immer leicht, weiter zu lesen. Die Erfahrungen, die Yeonmi als junges Mädchen machen musste, sind erschütternd und das Gelesene kann man kaum jemals wieder vergessen. Auf ihrer Flucht über China und die Mongolei nach Südkorea hat sie die Abgründe der Menschheit am eigenen Leib erfahren müssen und durchlief die gesamten Stationen des grausamen Menschenhandels.


Ich beneide Yeonmi um ihren Mut - nicht nur, weil sie während der langwierigen und traumatischen Flucht versuchte, für ihre Familie durchzuhalten, sondern insbesondere für ihren Entschluss, die gesamte Welt an ihrem Schicksal teilhaben zu lassen. Trotz ihrer quasi nicht vorhandenen Grundschulbildung, hat Yeonmi es in Südkorea geschafft, einen High School Abschluss zu erlangen. Dabei geht es nicht nur um akademischen Erfolg, sondern um den Zugang zu eigenständigem und kritischen Denken. Ihr Buch ist nicht nur ein Plädoyer für die Menschenrechte, sondern auch eine wahre Quelle der Inspiration. Es liegt mir fern, diesem Buch etwas anderes als die beste Bewertung zu geben.

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wissen, ernst-dieter lantermann, bildung, rezension, fanatismus

Die radikalisierte Gesellschaft

Ernst-Dieter Lantermann
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Blessing, 03.10.2016
ISBN 9783896675774
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Die radikalisierte Gesellschaft" deckt nicht nur politische oder religiöse Themen ab, sondern auch das Alltagsverhalten der Menschen. Gerade das hat mich gereizt und war letztendlich der Grund, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Besonders die Themen Körperoptimierung und Veganismus fand ich im Nachhinein sehr interessant.


Obwohl Lantermann sowohl radikale Fremdenfeindlichkeit als auch Vegetarismus und Veganismus behandelt, bedeutet das natürlich noch lange noch nicht, dass hier eine Gleichstellung Rechtsradikaler mit Veganern stattfindet. Wer meint, dass diese beiden Gruppen hier auf eine Stufe gestellt werden, hat den Kerngedanken des Buches nicht komplett begriffen. Es geht nicht darum, allen Veganern vorzuwerfen, sie würden fanatisch versuchen, ihre Weltanschauung durchzusetzen, sondern darum, herauszufinden, warum sich immer mehr Menschen diesen Bewegungen anschließen und welche Ziele sie bewusst oder unbewusst damit verfolgen. Im Mittelpunkt steht dabei fast immer das Bedürfnis nach Sicherheit in unsicheren Zeiten. Dies wird auch im Kapitel zu den Gated Communities ausführlich behandelt.


Das Buch gibt einen groben Überblick über verschiedenste Themen rund um die Radikalisierung unserer Gesellschaft. Es ist eine gute Anfangslektüre, die viele Anregungen für weiterführende Literatur enthält und fast schon dazu auffordert, sich weiter in die Thematiken einzulesen.


Insgesamt ist das Buch wirklich nur als kleiner Einblick in verschiedene Bereiche zu verstehen, dafür ist es aber kurzweilig gehalten und alltagsnahe.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Europa ist tot, es lebe Europa!

Thomas Schmid
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 12.09.2016
ISBN 9783570103180
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Europa ist tot, es lebe Europa!" bietet einen guten Überblick über Probleme, die die EU noch meistern muss, vermeidet aber angenehmerweise ein EU-Bashing und legt auch auf die Vorteile der Union Augenmerk. Der Autor ist merklich an einem ausgewogenen Urteil interessiert - eine wahre Wohltat in so aufregenden Zeiten.


Er stellt sich dem Urteil vieler EU-Befürworter, dass eine tiefere Integration immer auch besser ist, mit guten Argumenten entgegen und plädiert dafür, dass die EU, was Mitgliedschaft und Euro-Mitgliedschaft betrifft, flexibler sein sollte. D.h. ein (zeitweiliger) Austritt sollte beispielsweise nicht als Unglück angesehen werden.


Leider wird der Autor etwas unkonkret an den Stellen, wo er eine gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik fordert. Was würde das z.B. auf dem Gebiet der Verteidigungspolitik konkret bedeuten? Eine Armee mit einem Oberkommando? Diese Fragen werden leider nicht beantwortet.


Insgesamt was das Buch aber definitiv lesenswert und durch die pointierte Sprache stellenweise auch amüsant.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

politik, gesellschaft, streitgespräche, spd, rechts

Links oder rechts?

Jakob Augstein , Nikolaus Blome
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.10.2016
ISBN 9783328100751
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss zugeben, dass ich die Diskussionen von Augstein und Blome im Fernsehen noch nicht gesehen habe, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich allgemein kein großer TV-Fan bin. Das Konzept des Buches hat mich aber neugierig gemacht und thematisch findet sich hier sicherlich für jeden etwas.


Behandelt werden primär politische und gesellschaftliche Fragen, die die Bundesrepublik bzw. ganz Europa momentan beschäftigen und wohl auch zukünftig eine große Rolle spielen werden. Die Kapitel sind thematisch zusammenfassend gegliedert und alle sehr ähnlich aufgebaut. Der Dialog-Stil ist aber etwas gewöhnungsbedürftig und weniger spannend, als ich es erwartet habe.


Gut gefallen haben mir aber die kurzen Zwischen-Texte, bei denen Augstein und Blome jeweils ihre Meinung zu einem bestimmten Thema auf knapp zwei Seiten schildern konnten. Hier war meist die Kontroverse beider Seiten klarer zu erkennen. Im Allgemeinen bin ich der Meinung, dass das Dialog-Format nicht so geeignet ist, Meinungen in schriftlicher Form darzustellen - ganz anders natürlich ist das bei Fernseh-Shows. Mir hat einfach eine aufbauende und durchdachte Argumentation gefehlt, welche bei einem Gespräch nahezu unmöglich scheint.


Insgesamt fand ich die Diskussionen eher ermüdend als unterhaltsam. Zwar wird eine große Bandbreite an durchaus interessanten Themen abgedeckt, aber mir hat es an Tiefe gefehlt.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Wer geht wo hinterm Sarg?

Markus Orths
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei btb, 08.06.2010
ISBN 9783442740550
Genre: Romane

Rezension:

"Wer geht wo hinterm Sarg?" ist nun der zweite Band von Erzählungen Orths, den ich mir als Wochenendlektüre vorgenommen habe. Ich war von seinen Erzählungen "Irgendwann ist Schluss" so beeindruckt, dass ich nicht darauf verzichten konnte, ein weiteres seiner Bücher zu lesen.


In diesem Band sind insgesamt 17 Erzählungen enthalten, die thematisch sehr breit gefächert sind. Es gibt keine vorgegebene Reihenfolge, also kann man auch gezielt kürzere Geschichten lesen, wenn man wenig Zeit hat. Ich empfehle auf jeden Fall, jede Erzählung in einer einzelnen Sitzung zu lesen, weil so die nötige Stimmung erzeugt und der Rahmen für das Geschehen gegeben wird.


Die Erzählungen bestechen aber alle durch ihre Skurrilität und einen sehr kafkaesken Stil, der die Bücher von Orths zu etwas ganz Besonderem macht. Ich muss sagen, dass mir die Geschichten aus "Irgendwann ist Schluss" länger und sehr präsent im Kopf geblieben sind, während ich bei diesem Band eher das Gefühl hatte, im Nachhinein weniger intensiv über das Geschilderte nachzudenken. Nichtsdestoweniger bin ich immer noch ein "Fan" des Autors und kann beide Bände weiterempfehlen. Persönlich hat mir "Irgendwann ist Schluss" besser gefallen, aber das ist mehr Bauchgefühl als fundierte Entscheidung.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

A bissel was geht immer

Helmut Dietl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049800
Genre: Biografien

Rezension:

Als großer Fan seiner Filme kommt man natürlich auch nicht an den Memoiren von Helmut Dietl vorbei, also habe ich die letzten paar Tage damit verbracht, allerhand Geschichten aus seinem Leben zu lesen.


Geschildert werden hauptsächlich Dietls Kindheit und seine Zeit als Jugendlicher. Anfangs kommt der Textfluss etwas langsam in die Gänge, nimmt dann aber immer weiter Fahrt auf, so dass keine Langeweile aufkommt. Die Erzählungen sind allesamt sehr charmant geschrieben und zeichnen sich durch wunderbare Selbstironie aus. Einige meiner Lieblingspassagen handeln beispielsweise von seiner Grundausbildung bei den Fallschirmjägern als Wehrpflichtiger und natürlich auch seinen Liebesabenteuern, bei denen er auch sich selbst nicht schont. Ebenfalls gefallen haben mir die Abschnitte über den Nachkriegsmief und die Doppelmoral der Gesellschaft Ende der 50er/ Anfang der 60er.


Im gesamten Buch spürt man seine große Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, was dieses Buch wohl so lesenswert macht. Gerade deshalb ist es so unendlich schade, dass er diese Autobiographie nicht mehr vollenden konnte. Wie gerne hätte man z.B. Hintergrundinfo zum "Monaco Franze" erfahren. Am Ende werden die Schilderungen eher bruchstückhaft, weswegen ich bei meiner Bewertung einen Stern abziehen möchte.


Nichtsdestotrotz bleibt das Buch absolut lesenswert und ich empfehle es uneingeschränkt an alle, die sich für den Menschen hinter den bekannten Filmen interessieren.

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Da kann ich ja gleich zu Fuß gehen!

Andreas Schorsch
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.09.2016
ISBN 9783442159048
Genre: Humor

Rezension:

Dass es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von "Wofür sitzen Sie eigentlich hier?" handelt, war mir zwar nicht bewusst, aber man merkt schnell, dass es bei diesem Genre nicht notwendig ist, das vorherige Buch zu lesen, weil kein Vorwissen vorausgesetzt wird. Alle auftretenden Personen werden kurz vorgestellt, also entstehen auch hier keine Informationslücken.


Der Protagonist selbst wird ebenfalls ausreichend charakterisiert und man hat schnell ein Bild von seinen Ansichten und Einstellungen. Ich muss sagen, dass er mir nicht zu 100% sympathisch ist. Natürlich sind die Kunden oftmals ebenfalls sehr "anstrengend" bzw. sogar extrem unhöflich, aber hier scheint vieles auch Übertreibung. Die Gespräche sind deutlich ausgeschmückter, als sie vermutlich realistisch abgelaufen sind. Die Kundengespräche dienen wohl eher zur humoristischen Selbstinszenierung des Protagonisten. Des Weiteren schweifen die Kapitel oftmals sehr ab und ziehen sich auf Kosten der Unterhaltung unnötig in die Länge, weil meist eine Art Pointe am Ende fehlt.


Inhaltlich werden verschiedene Themenbereiche abgedeckt. Natürlich die Arbeit am Serviceschalter, aber auch der Bahnhof als eine Art Gesellschaftsraum nehmen dabei große Teile ein. Besonders aber in Bezug auf Bahnstreiks wird mir die DB etwas zu positiv dargestellt. Dass die Kunden wegen ausfallenden Zügen früher am Ziel ankommen, scheint mir einfach utopisch. Diese Art der nahezu unverschleierten Lobgesänge sind wohl eine Begleiterscheinung bei einem Blick hinter die Kulissen.


Insgesamt war das Buch ganz nett zu lesen und es gibt einige Stellen, die zum Schmunzeln anregen, aber als Gesamtes sehe ich eindeutig Potential zur Verbesserung.

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