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Lust auf Zukunft

Franz Alt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.06.2018
ISBN 9783579087078
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Buch hat mich sofort angesprochen - Grund dafür war eine Unterhaltung, die ich vor kurzem mit einer Kollegin führte. Wir unterhielten uns über globale Probleme, wie den Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel und mir fiel es zunehmend schwer gegen ihre pessimistische Sichtweise zu argumentieren. Obwohl ich überzeugt war (und immer noch bin!), dass die Energiewende, die Verkehrsrevolution und auch die Optimierung der gesellschaftlichen Strukturen möglich sind, fehlten mir Fakten für eine evidenzgestützte Argumentation. Umso interessierter widmete ich mich also diesem Buch.

An Zahlen und Statistiken fehlt es "Lust auf Zukunft" nicht. Man erhält viel Information zu der Stromversorgung Deutschlands und den Kosten, die uns der Klimawandel bescheren wird. An einigen Stellen sind die erhobenen Daten grafisch aufbereitet, was es erleichtert, sie zu interpretieren. Dennoch fühlt man sich teilweise etwas überfordert, alles auf- und mitzunehmen. Mir ist es jedoch lieber, eine empirisch belegte Argumentation zu lesen, als bloße Abschätzungen - deshalb möchte ich diese Tatsache nur bedingt kritisieren. Beim Lesen befindet man sich auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle: mal erlebt man ein Tief im Angesicht der scheinbar ausweglosen Lage des Klimawandels, mal empfindet man Hoffnung im Angesicht der technischen Fortschritte bei den erneuerbaren Energien. Insgesamt überwiegt die positive Seite mehr, was sich auch im Buchtitel widerspiegelt.

Auf was ich jedoch hätte verzichten können, ist der Einbezug religiöser Thematiken. Verständlicherweise ist es schwierig, Menschen zu altruistischen Handlungen zu verleiten, doch den Umweltschutz als christliche Pflicht zu benennen, scheint mir wenig überzeugend - gerade aufgrund der sinkenden Religiosität unserer Gesellschaft. Ich hätte mir einen deutlich humanistischeren Ansatz in Bezug auf Umweltethik gewünscht.

Es ist eine Gratwanderung, umweltthematische Probleme in ihrer Schwere zu schildern, ohne dabei jegliche Hoffnung für die Zukunft zu ersticken. Gerade als junger Mensch scheinen die Lasten, die uns vergangene Generationen auferlegt haben, schier untragbar. Ich bin froh darüber, dass es Bücher gibt, deren Zweck es ist, dennoch Lust auf Zukunft zu machen. In diesem Sinne möchte ich anmerken, dass ich das Buch trotz der oben genannten Kritikpunkte wirklich gut fand und es allen weiterempfehlen würde, die sich ebenfalls mit pessimistischen Einschätzungen konfrontiert sehen.

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Misbehaving

Richard Thaler , Thorsten Schmidt
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Siedler, 14.05.2018
ISBN 9783827501202
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe mich sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Thematisch hat es mich sehr an den damaligen Bestseller Freakonomics (von Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner) erinnert, welcher eines der ersten Sachbücher war, die ich jemals gelesen hatte. Bereits damals im Alter von ca. 12 Jahren fand ich die ökonomische Sicht auf psychologische Aspekte des menschlichen Denkens und Handelns faszinierend - und genau diese (fast schon nostalgische) Faszination wurde durch Misbehaving erneut entflammt.

Richard Thaler nimmt den Leser mit seinem lockeren und sympathischen Schreibstil mit auf einen Ausflug in die Verhaltensökonomie und ist dabei alles andere als langweilig. Die dargestellten Inhalte sind jedoch nicht nur unterhaltsam, sondern auch wirklich aufschlussreich - man erhält quasi Einblicke in psychologische Vorgänge, deren Ergebnisse man nur zu gut kennt, sich aber bisher keinen Reim darauf machen konnte, warum der Mensch eigentlich so irrational handelt. Thaler arbeitet seine wissenschaftlichen Inhalte immer anhand alltagsnaher Beispiele auf und sorgt für einige Aha-Effekte beim Leser. Die Kombination aus Fachkompetenz und literarischem Talent findet man leider nicht so häufig wie zu erwarten wäre - bei diesem Buch ist sie jedoch definitiv vorhanden! An mehreren Stellen musste ich an Thinking, fast and slow (von Daniel Kahnemann) denken, ein Buch, das mir vor allem durch die ebengenannten Qualitäten im Kopf geblieben ist und viele Parallelen zu Misbehaving aufweist.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich viel Freude mit dem Buch hatte und meine Erwartungen absolut erfüllt wurden. Ich würde es definitiv an alle weiterempfehlen, die sich für das Thema interessieren und dennoch eine unterhaltsame und lockere Lektüre suchen.

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Die ultimative Fuck-it-Liste

A.L. Lang , Elisabeth Schmalen
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453604223
Genre: Sachbücher

Rezension:

Um ehrlich zu sein, hatte mir der Titel des Buches so gut gefallen, dass ich kaum widerstehen konnte. Da auch die Beschreibung vielversprechend klang, habe ich sofort zugeschlagen und die "Ultimative Fuck-it-Liste" bestellt. Ich hatte mich schon eingestellt auf bitterbösen Humor und zynische Bemerkungen zu den "Lebenswünschen" des Otto-Normalverbrauchers.

Als ich die ersten 20-30 Seiten gelesen hatte, war ich noch frohen Mutes, dass das Ganze schon noch Fahrt aufnehmen wird - geduldig habe ich mich also weiter durch das Buch gekämpft. Als ich ungefähr die Hälfte gelesen hatte, traf es mich plötzlich wie aus heiterem Himmel: es wird gar nicht besser. Und diese Erkenntnis begleitete mich bis zur letzten Seite.

Ich habe komischerweise meine Probleme damit, genau zu definieren, was mich stört. Ganz banal gesagt, finde ich das Buch einfach unlustig. Die Witze sind entweder schon aus 5 Kilometern Entfernung vorauszusagen oder einfach nicht gut. Ich würde das ganze vielleicht wie Hausfrauen-Humor auf Facebook beschreiben (trifft es meiner Meinung nach ziemlich gut). Anhand des Titels und der Aufmachung des Buches vermute ich die Zielgruppe eher bei jüngerem Klientel.

Dabei gibt es - ich will es fairerweise erwähnt haben - immer mal wieder seltene Lichtblicke: einzelne Wortspiele, die recht raffiniert sind oder ein guter Spruch. Im Autor steckt durchaus Potential, man hat nur das Gefühl, dass es nicht sein Tag war, als er sich die ganzen restlichen Witze überlegt hat.

Insgesamt muss ich wohl keinen Hehl daraus machen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Diese Einschätzung halte ich aber (wie immer bei humoristischen Büchern) für sehr subjektiv. Ich würde definitiv dazu raten, vor dem Kauf einen Blick ins Buch zu wagen und sich bewusst zu machen, dass das bereits das maximale Ausmaß an "Lustigkeit" ist.

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Unser verrücktes Gehirn

Dean Burnett , Michael Müller
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 14.05.2018
ISBN 9783570102947
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bei der Bewertung dieses Buchs habe ich mich ehrlichgesagt etwas schwer getan, weil mir manche Kapitel wirklich gut gefallen haben und andere Abschnitte eher langweilig schienen. Hier spielt natürlich zum einen der individuelle Geschmack des Lesers eine große Rolle, andererseits ist die Schuld teilweise auch direkt bei mir zu suchen, da dies das dritte Buch zum Thema Gehirn in Folge ist und ich in der Vergangenheit schon viele Bücher zu den Themen Neurologie und Psychologie gelesen habe. In dieser Hinsicht ist es also eine Leistung, für die der Autor definitiv Anerkennung verdient, neue Felder anzusprechen, von denen ich noch nichts gelesen habe.

Wenn man dieses doch recht subjektive Thema "persönliches Vorwissen" mal außen vor lässt, kann man durchaus sagen, dass die Inhalte passend gewählt sind und in einer unterhaltsamen Weise präsentiert werden. Zwischendrin gibt es natürlich ab und zu Längen, die durchaus von einem Wechsel der Darstellungsform (z.B. Einbindung von Grafiken oder Modellen) profitiert hätten. Es ist ein schwieriges Unterfangen, mit Sprache allein komplexe Sachverhalte zu erklären und gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Lesers aufrechtzuerhalten. An dieser Stelle sollte aber erwähnt sein, dass der Autor durch seine lockere Ausdrucksweise, alltagsnahe Beispiele und kleine Witze durchgehend sympathisch ist. Dabei ist es ein großes Kunststück, die wissenschaftlichen Inhalte nicht ins Lächerliche zu ziehen - diesen Drahtseilakt schaffen nicht alle Autoren.

Insgesamt fand ich das Buch rückblickend recht gut geschrieben, auch wenn es durchaus Längen hat. Es lohnt sich aber durchzuhalten - belohnt wird man in jedem Fall.

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Kleinhirn an Großhirn

Michel Cymes , Elisabeth Liebl
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.05.2018
ISBN 9783442222360
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss sagen, dass dieses Buch relativ vielversprechend angefangen hat, dann jedoch mit der Zeit thematisch an Zusammenhang verlor und mich auch in Hinsicht der wissenschaftlichen Präzision an vielen Stellen enttäuscht hat.

Das einzige Kapitel, aus dem ich inhaltlich etwas Neues gewinnen konnte, war das erste, in dem es um "gehirnfreundliche" Ernährung ging. Hier werden in relativ kurzen Abschnitten verschiedene Lebensmittel präsentiert und ihre positive Wirkung auf Gehirn und Körper erläutert. Für alle, die sich ein bisschen besser in Sachen Ernährung auskennen als ich, wird hier jedoch auch nur wenig neues Wissen zu finden sein.

Nach diesem Kapitel rutscht das Buch immer weiter in die Sparte Selbsthilfe-Ratgeber ab und behandelt ein großes Themenspektrum. Leider handelt es sich aber eher um eine Ansammlung banaler Ratschläge, die keinen Menschen ernsthaft überraschen können (z.B. Wasser trinken und ausreichend lange schlafen ist gesund), und "Tipps für ein glückliches Leben", die genauso gut aus einem Psycho-Ratgeber für Hausfrauen stammen könnten (Bewussteres Leben und Hedonistische Tretmühle lassen grüßen).

Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist die Darstellung dieser Ansammlung als wissenschaftliches Sachbuch, das rein auf Erkenntnissen der Neurologie basiert. Natürlich werden viele Tatsachen genannt, die bereits durch die Wissenschaft gesichert sind (z.B. positive Effekte sportlicher Betätigung). Doch viele Sachbestände werden meiner Ansicht nach nicht korrekt dargestellt – dabei hat mich insbesondere die fehlende Unterscheidung zwischen Kausalität und Korrelation gestört, was für mich ein absolutes No-Go ist.

Insgesamt fand ich (bzw. finde ich noch immer) die grundsätzliche Idee gut und hatte mich auch darauf gefreut, das Buch zu lesen. Im Nachhinein hätte ich die Zeit wohl besser anderweitig genutzt – dementsprechend gibt es von meiner Seite her auch keine Empfehlung.

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Das größte Abenteuer der Menschheit

Lawrence M. Krauss , Helmut Reuter
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Knaus, 14.05.2018
ISBN 9783813506600
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zugegebenermaßen hatte ich das letzte Mal mit Physik zu tun, als ich mich zu Beginn der Oberstufe freudig vom Fach verabschiedete, um mich der Biologie und Chemie zu widmen. Rückblickend ist es fast ein bisschen schade, mich in meinem jugendlichen Leichtsinn von dieser Wissenschaft getrennt zu haben - konnte ich damals doch nicht erahnen, dass ein paar Jahre später durchaus Interesse an physikalischen Entdeckungen entflammen sollte.

Als ich also nun über dieses Buch und die meines Erachtens etwas vage Inhaltsbeschreibung stieß, gab ich mir einen Ruck und war bereit, mich in die Welt der Physik einführen zu lassen. Schon nach den ersten paar Kapiteln war mir klar: "Oha, das ist ja gar nicht so einfach, wie gedacht…". Ich hatte keine Chance, das Buch als "Gute-Nacht-Lektüre" zu lesen, weil ich die geschilderten physikalischen Abläufe und Modelle zu später Stunde schlicht und ergreifend nicht mehr verstand. Nachdem ich es so eingerichtet hatte, dass ich das Buch tagsüber studieren konnte, war eine deutliche Verbesserung ersichtlich. Dennoch muss man sehr konzentriert lesen und immer mal wieder einen Moment innehalten und über das aktuelle Kapitel nachdenken (meiner Erfahrung nach macht es durchaus auch Sinn, hin und wieder etwas online nachzuschlagen).

Auch wenn bei mir wahrlich nicht alle Modelle vollständig angekommen sind, kann ich dem Autor dafür wirklich keine Schuld geben. Krauss lockert die Schilderungen physikalischer Zusammenhänge immer wieder mit kleinen Anekdoten auf und hat einen wirklich angenehmen Erzähl-Stil, der nicht nur von seiner fachlichen Kompetenz, sondern auch von seiner offenen Persönlichkeit geprägt ist. Begleitend finden sich in den Kapiteln auch immer wieder kleine Grafiken und Bilder, die das Beschriebene visualisieren und beim Verständnis definitiv helfen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich ehrlich gesagt nicht alles im Buch verstanden habe. Das ist nicht wirklich schlimm - manche Sachverhalte erschließen sich einem halt erst nach längerer Betrachtung. Dennoch verbleibe ich mit einer positiven Einstellung zum Buch und würde es vor allem denen empfehlen, die entweder über ein solides Basis-Wissen verfügen oder zumindest bereit dazu sind, sich in die Materie einzuarbeiten, auch wenn es etwas Zeit und Mühe kostet.

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Das trügerische Gedächtnis

Julia Shaw , Christa Broermann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2018
ISBN 9783453604483
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Thema Erinnerungen hat mich schon immer fasziniert, weshalb ich bei diesem Buchtitel nicht widerstehen konnte. Die Autorin und Rechtspsychologin Dr. Shaw stellt in zehn Kapiteln verständlich die grundlegenden Funktionsweisen und Makel unseres Gedächtnisses dar und veranschaulicht das Erklärte immer wieder an verschiedenen Studien oder mithilfe einfacher Gedankenexperimente.

Viele Schilderungen darüber, wie unser Gehirn Erinnerungen verarbeitet, abruft und letztendlich auch verfälscht, sind ebenso interessant wie erschreckend. Das Buch gibt dem Leser auf jeden Fall Anlass dazu, sich durchaus kritisch mit den eigenen Erinnerungen auseinanderzusetzen und hilft dabei, falsche Informationen über die Funktionsweise des Gedächtnisses aufzudecken.

Ihr Fachgebiet der Rechtspsychologie behandelt Shaw meines Erachtens nur oberflächlich. Jemandem, der speziell an diesem Thema Interesse hat, kann ich das Buch "Nichts als die Wahrheit?" von Max Steller wärmstens empfehlen. Ich habe es vor einigen Jahren gelesen und war absolut gefesselt von seinen Schilderungen. Zwischen den beiden Büchern gibt es große Überschneidungen. Wahrscheinlich konnte ich deshalb nur wenige komplett neue Aspekte aus "Das trügerische Gedächtnis" mitnehmen. Für alle, die sich mit dem Thema noch nicht wirklich auseinandergesetzt haben, ist das Buch von Dr. Julia Shaw jedoch definitiv ein gutes Übersichts- bzw. Einsteigerwerk.

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beide platzen, humor, ich habe eine axt, lustig, patrick salmen, poetry, treffen sich zwei träume

Treffen sich zwei Träume. Beide platzen.

Patrick Salmen
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2018
ISBN 9783426521649
Genre: Romane

Rezension:

Vor knapp zwei Jahren bin ich durch Zufall auf Salmens damals aktuelles Buch "Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute" gestoßen und habe es absolut geliebt. Ich wusste: das wird nicht das letzte Buch des Autors sein, das ich lesen werde und nun war es endlich soweit. Patrick Salmen versteht es wie kein anderer, die Absurditäten des Alltags zu erfassen und sie zu lustigen, aber gut durchdachten Kurzgeschichten zu verarbeiten.

"Treffen sich zwei Träume. Beide platzen." ähnelt dem bereits genannten Vorgänger-Buch sehr und ich bin froh, dass sich Schreib- und Erzählstil kaum geändert haben. In Sachen Wortspiele hat sich der Autor meines Erachtens sogar gesteigert. Neben diesen finden sich im Buch aber natürlich auch kleine Gesprächsfetzen und Geschichten über den Wahnsinn des Alltags des jungen Vaters, der an der Menschheit kein gutes Haar lässt. Salmen schafft es etwas zu verschriftlichen, das man sich seit Jahren immer wieder gedacht hat und nie so richtig ausdrücken konnte. Dabei bleibt er herrlich zynisch und mindestens genauso selbstironisch. Eine sehr erfrischende Kombination, die aber bestimmt nicht bei allen Lesern auf Euphorie stößt. Ich würde sagen: entweder man liebt diesen Stil oder kann gar nichts damit anfangen. Ich persönlich zähle mich zur ersten Gruppe und freue mich jetzt schon auf weitere Bücher von Patrick Salmen.

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"wissenschaft":w=1,"biologie":w=1,"moleküle":w=1,"molkularbiologie":w=1

Treffen sich zwei Moleküle ...

Martin Moder , Mandy Fischer
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442159482
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss zugeben, dass mir im Voraus nicht wirklich klar war, was denn nun das Kernthema dieses Buches ist und ob es sich auf einen speziellen Aspekt der Mikrobiologie fokussiert. Titel und Klappentext waren aber überzeugend genug, um den "Sprung in die Ungewissheit" zu wagen und das Buch zu bestellen. 
Um die (auch meine) anfängliche Frage gleich zu Beginn zu beantworten: der Autor legt sich nicht auf eine bestimmte Thematik fest, sondern bietet dem Leser einen Überblick über ganz verschiedene Bereiche der Mikrobiologie. Er schafft es auch komplexe Vorgänge anschaulich darzustellen ohne, dass man das Gefühl einer zu starken Vereinfachung der Inhalte hat. Im Verlauf der Kapitel ist nicht unbedingt ein deutlicher roter Faden zu erkennen - ich hatte das Gefühl, der bekannte Science-Slammer schreibt einfach darüber, was er persönlich spannend findet. Er opfert also ein bisschen Struktur, um durchweg spannende Inhalte zu bieten. Dieses Prinzip funktioniert wirklich nicht bei allen Büchern, hier wurde es aber gut umgesetzt und hat den Lesefluss nicht gestört. 
Was mich aber manchmal gestört hat, war ab und zu der "Witz zu viel" an Stellen, wo ich eigentlich vertieft in die Materie war und ein bisschen abgelenkt wurde. Mir kam es so vor, als hätte der Autor Angst gehabt, dass man von wissenschaftlichen Fakten gelangweilt ist und mal wieder eine spaßige Unterbrechung braucht. Hier kann ich aber beruhigen :-) Ich wurde beim Lesen immer sehr gut unterhalten und habe gleichzeitig vieles mitgenommen aus dem Reich der Mikrobiologie. Martin Moder steckt einen mit seiner Begeisterung einfach an und hat es häufig geschafft, mich zum Schmunzeln zu bringen. Insgesamt halte ich das Buch für definitiv empfehlenswert für Alle, die sich für Mikrobiologie interessieren und nicht so recht wissen, wo sie mit dem Lesen anfangen sollen. In diesem Buch findet sich genügend Inspiration für die weitere Recherche.

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einkauf, sachbuch, science slam, sozialstrukturanalyse, soziologie

Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist

Jörn Höpfner
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442177066
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss ehrlich sagen, dass die Erwartungen, die ich an dieses Buch hatte, nicht wirklich erfüllt wurden. Dabei gab es im Voraus zwei Möglichkeiten, wie es mich überzeugen hätte können:

Es vertieft soziologisches Grundwissen weiterführend und zeigt Aspekte auf, für die in der Soziologie-Einführungs-Vorlesung keine Zeit bleibt Es ist hauptsächlich auf den Unterhaltungsaspekt fokussiert und unglaublich witzig

Leider konnte das Buch mir weder den einen noch den anderen Wunsch erfüllen und ist mehr so eine Art Zwischenlösung. Inhaltlich gab das Buch nicht viel Neues her, da es nur um Sozialstrukturanalyse anhand der Milieus des Sinus-Instituts geht. Da ich mich aber schon ein paar Mal mit Soziologie beschäftigt habe, waren die verschiedenen Milieus mir bereits ein Begriff, auch wenn ich den Supermarkt-Bezug noch recht erfrischend fand. Vermutlich eignet sich das Buch also wohl eher für absolute Einsteiger in das Thema gesellschaftliche Struktur. Dafür spricht auch, dass der Autor versucht, komplexe Sachverhalte möglichst vereinfacht und verständlich darzustellen. Dabei fließt immer mal wieder eine lustige Anekdote oder ein cooler Spruch mit ein. So recht überzeugen konnte mich aber der Humor im Buch nicht: Ich hatte das Gefühl, die meisten der Witze schon mal gehört zu haben und die Pointen hatte ich oftmals bereits eine Seite im Voraus kommen sehen.

Mein Fazit: ich finde es ziemlich schade, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden konnten (was wahrscheinlich am leicht irreführenden Klappentext liegt). Ich glaube aber gleichzeitig, dass meine Einschätzung zum Buch unglaublich subjektiv ist und es sich hierbei um ein Werk handelt, das individuell einfach komplett anders wahrgenommen wird (je nach Vorwissen und Geschmack). Das Buch hat durchaus seine guten Seiten, aber für mich war es einfach nicht geeignet.

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Vom Anfang bis heute

Loel Zwecker
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.12.2017
ISBN 9783328100065
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr positiv von diesem Buch überrascht wurde. Mein ursprüngliches Interesse lag darin, mein Geschichtswissen aus Schulzeiten wieder etwas aufzufrischen (im Endeffekt vergisst man ja doch mehr, als ursprünglich erwartet…). Im Nachhinein kann ich durchaus behaupten, dass viel passives "da war doch mal was"-Wissen wieder reaktiviert wurde. Zusätzlich hatte ich aber definitiv beim Lesen mehr Spaß, als im schulischen Frontalunterricht.

Es gibt mehrere Gründe, warum ich dieses Buch so positiv einschätzen möchte. Der erste Grund ist der Kommunikationsstil des Autors - sehr locker und dennoch nah an den Inhalten bringt er mich nicht nur immer wieder zum Schmunzeln, sondern lässt das Erklärte auch sehr nachvollziehbar und logisch erscheinen. Mir fiel es nie schwer, seinen Schilderungen zu folgen und ich hatte nicht das Gefühl, dass er etwas unerklärt lässt. Dennoch wird man nicht mit Unmengen an Definitionen überhäuft - das Buch beschränkt sich quasi auf das Wesentliche.

Ebenfalls als recht angenehm empfinde ich die chronologische Struktur des Buches. Natürlich macht diese Verlaufsform für eine geschichtliche Nacherzählung den meisten Sinn, doch im Gegensatz zu den wirren Lehrplänen wirkt dieser Aufbau herrlich linear. Auch wenn manche historische Begebenheiten per se komplex und (verständlicherweise) ineinander verwoben sind, schafft es der Autor, die Ereignisse klar und strukturiert darzustellen.

Und nun zum letzten Begründungspunkt meiner Bewertung: es bleibt wirklich vieles hängen. Die geschilderten Abläufe kann man sich gut einprägen und wieder abrufen - dazu tragen auch die lustigen Bemerkungen des Autors bei. Ich würde das Buch also definitiv allen weiterempfehlen, die ihr geschichtliches Grundwissen wieder etwas auffrischen möchten.

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Warum die Zeit verfliegt

Alan Burdick , Yvonne Badal
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blessing, 23.10.2017
ISBN 9783896673473
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe mir schon des Öfteren Gedanken über die Subjektivität des Zeitempfindens Gedanken gemacht und mich dementsprechend sehr gefreut, als ich diesen Buchtitel beim Stöbern entdeckte. Das Konzept der Zeit birgt etwas sehr Surreales, da es nur durch das menschliche Empfinden existiert und nicht wirklich fassbar erscheint.

Bevor ich zu lesen begann, war mich also nicht ganz klar, was mich erwarten würde. Ein paar Gedankenexperimente und philosophische Betrachtungen reichen höchstwahrscheinlich nicht aus, um ein gesamtes Buch zu füllen. Positiv überrascht war ich dementsprechend von dem sehr naturwissenschaftlichen Weg, den der Autor ging, um das Phänomen "Zeit" fassen zu können. Dabei versucht der Autor mithilfe verschiedener Wissenschaftsbereiche Fragen zu beantworten, die nicht nur die subjektive Wahrnehmung betreffen. Er begibt sich beispielsweise auch auf die Suche nach der Uhr mit der genauesten Zeitangabe und verbringt Zeit in der Arktis um herauszufinden, wie der Körper auf eine Veränderung des Tagesverlaufes reagiert.

Das Buch ist reich an neuen Ideen und Denkanstößen, die mich noch für lange Zeit beschäftigen werden.

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4000 Meilen durch die USA

Andrew Forsthoefel , Monika Köpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.09.2017
ISBN 9783579086675
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich wusste eigentlich nicht wirklich, was mich beim lesen dieses Buchs zu erwarten hatte. Das Konzept hat mir aber auf Anhieb gefallen, also wollte ich dem Ganzen eine Chance geben. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder eine interessante Geschichte zu erzählen hat und war dementsprechend neugierig auf die Erzählungen aller Menschen, denen Andrew auf seinem Weg durch die USA begegnet ist.

Von Kapitel zu Kapitel erhält man hier jedoch nicht nur einen Einblick in das Leben der "Interviewten", sondern auf tiefgründige Einsichten in die Gedankenwelt eines jungen Mannes, der nicht recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Trotz seines jungen Alters, kann sich Andrew sehr gut ausdrücken und säumt seine Gedanken mit Anekdoten aus seiner Kindheit, sowie Gedichten bekannter Schriftsteller und humanistischen Grundfragen.

Nach etwas mehr als der Hälfte des Buches scheint so mancher Gedankengang etwas redundant, aber das ist wohl unausweichlich, wenn die gesamte Geschichte von ein und derselben Wanderung handelt. Als durchaus erfrischend haben sich dafür die kurzen Einschübe erwiesen, die aus Sicht einiger Menschen geschrieben sind, mit denen Andrew gesprochen hat. Scheinbar haben diese Konversationen nicht "zu einem eigenen Kapitel gereicht", ich bin aber froh, dass deren Geschichten so trotzdem einen Weg in dieses Buch gefunden haben. Schlussendlich war ich recht zufrieden mit dem Buch, da die vielen freundlichen Menschen, die Andrew Unterschlupf während seiner Reise gewährt hatten, meinen Glauben an die Menschheit wieder etwas gestärkt haben - eine sehr willkommene Abwechslung zu allem, was man sonst so liest.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Mein Buch

Katja Scholtz , Pascal Cloëtta
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 25.09.2017
ISBN 9783453285453
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich Ambitionen, als Autor durchzustarten. Dennoch hat mich dieses Buch durchaus gereizt. Ich bin in der Vergangenheit online immer wieder auf „writing-prompts“ gestoßen und das ein oder andere Mal hat es mich zwar in den Fingern gejuckt, die nötige Überwindung zum Schreiben konnte ich bisher jedoch nicht aufbringen. Ich hatte gehofft, dass mich die physische Präsenz eines Buches, das speziell für Schreibübungen konzipiert wurde, dazu bewegen kann, den Stift in die Hand zu nehmen.

Die in der Beschreibung aufgeführten Beispiele zählen dabei – für mich – zu den besten. Was eigentlich sehr schade ist, denn so wird man etwas vom Rest enttäuscht. Die meisten Vorgaben finde ich relativ langweilig. Zwar sollte ja der Sinn und Zweck der Sache sein, dass ich etwas Spannendes daraus mache, doch beim Gedanken daran „Den Wechsel der Jahreszeiten aus Sicht eines Laubbaums“ zu beschreiben, hält sich sowohl Begeisterung als auch Kreativität in Grenzen.

Das Konzept des Buches finde ich sehr spannend und sicherlich hilfreich für diejenigen, die gegen Schreibblockaden kämpfen oder sich einfach mal an erste Schreibübungen herantrauen möchten. Inhaltlich war es nicht ganz so meins, aber das halte ich für eine sehr individuelle Entscheidung. Andere blühen vielleicht gerade durch diese Art der Rahmenvorgabe auf. Einen Versuch ist es meiner Meinung nach wert.

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55 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Axel Hacke
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 30.08.2017
ISBN 9783956142000
Genre: Sachbücher

Rezension:

In seinem neuesten Buch holt der als Kolumnist der Süddeutschen Zeitung bekannt gewordene Axel Hacke einen Begriff aus der Mottenkiste, entstaubt ihn und bringt ihn in einen aktuellen Kontext: den Anstand.

In lockerem Stil und wohltuend verständlichem Deutsch versucht er sich selbst zu beantworten, was es in dieser Zeit bedeutet, ein anständiger Mensch zu sein. Er streift dabei viele Themen aus Politik und Gesellschaft z.B. den Populismus eines Trump, die Auswirkungen der Digitalisierung oder die Verrohung der Sprache in den neuen sozialen Medien wie Facebook.

In sehr nachvollziehbarer Weise erklärt er die Anstands-Defizite, die gerade vor allem im öffentlichen Diskurs festgestellt werden können, aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen. So muss z.B. die Fremdenfeindlichkeit bei einer Spezies, bei der über Tausende von Jahren die Begegnung mit einem Fremden sehr selten und eher gefährlich war, nicht besonders überraschen.

Nach Beleuchtung des Themas von verschiedenen Seiten steuert das Buch auf das Fazit zu, das man so zusammenfassen könnte:

·   Man sollte versuchen, dem Gegenüber ernsthaft zuzuhören und ihm nicht schon von Vorneherein böse Absichten unterstellen, sondern bemüht sein, sich in seine Lage zu versetzen.

·   Man sollte dem Gegenüber grundsätzlich - zumindest solange es geht - freundlich begegnen.

·    Man sollte seine Meinungen aber klar und deutlich artikulieren.

Die Stärke des Buches ist aus meiner Sicht auch ein Grund für gewisse Schwächen. Der leichte Stil und der Plauderton - Abschnitte des Buches sind sogar fiktive Dialoge mit einem Freund - bewirken, dass die Thesen nicht oberlehrerhaft vorgetragen werden und man Denkanstöße zu einer Vielzahl von Themen erhält.

Andererseits hätte man sich schon manchmal eine bessere Gliederung gewünscht, um zu wissen, an welcher Stelle der Argumentationsführung man sich befindet. Ich persönlich hätte mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht bei der Behandlung der Frage, welche Funktion der Anstand in unserer modernen Industriegesellschaft grundsätzlich hat. Warum ist es vorteilhaft, wenn wir uns alle anständig verhalten?

Aber trotz dieser vom Autor vermutlich bewusst genommenen Schwächen stellt das Buch aus meiner Sicht einen interessanten Beitrag zu den Themen Debattenkultur und gesellschaftliches Miteinander dar, schon allein dadurch, dass über einen so verstaubten Begriff wie Anstand neu diskutiert wird.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

deutsche, deutschlan, deutschland, fachbuch, fragen, leben, soziologie, studie, zukunft

Das Land, in dem wir leben wollen

Jutta Allmendinger
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 19.06.2017
ISBN 9783570553473
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein schlechtes Omen: für das Lesen dieses Buchs habe ich mehrere Wochen (ja nun fast schon Monate) gebraucht, weil ich mir nur gelegentlich dazu bewegen konnte ein oder zwei Kapitel zu lesen. Das sagt eigentlich schon fast alles über meine Einstellung dem Buch gegenüber aus, dennoch möchte ich natürlich genauer werden, um einen groben Einblick für die zu schaffen, die an der Thematik interessiert sind.

 

Der Anfang hat mich eigentlich erst mal positiv überrascht. Die Durchführung der Studie wird genauestens dokumentiert vorgestellt und jede noch so kleinste methodische Frage wird im Detail erklärt. Dementsprechend war ich von der Korrektheit und der Einhaltung aller wissenschaftlichen Standards sehr beeindruckt. Nach einigen Kapiteln legte sich meine ursprüngliche Begeisterung wieder, als mir klar wurde, dass dieser "Methodik"-Teil sich viel länger zog, als ich es erwartet hatte. Ich hatte den Eindruck, dass hauptsächlich die Ergebnisse der Studie vorgestellt wurden ohne viel - nennen wir es mal - journalistisches Drumherum. Verstehen Sie mich bitte jetzt nicht falsch: dass die Ergebnisse der Studie präsentiert werden, war ja der Beschreibung deutlich entnehmbar. Trotzdem hat mir hier ein Unterhaltungseffekt gefehlt. Ich hatte nicht das Gefühl, "Wow-Ergebnisse" zu lesen, die an und für sich so beeindruckend sind, dass man wenig Rahmenerzählung benötigt. Viel eher fand ich mich wieder in einem Meer an Einzelergebnissen und Prozentzahlen, über die man schnell den Überblick verliert.

 

Ich würde das Buch als gute Forschungsarbeit beschreiben, die für ihre gründliche Methodik in wissenschaftlicher Hinsicht viel Lob verdient. Leider ergibt nicht jede gute Forschungsarbeit zugleich auch ein unterhaltsames Buch.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Zahlentrickser

Gerd Bosbach , Jens Jürgen Korff
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Heyne, 22.05.2017
ISBN 9783453201323
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Die Zahlentrickser" handelt vor allem davon, wie statistische Tricks in verschiedenen Feldern der deutschen Politik verwendet werden, um eigene Interessen durchzusetzen. Ich hatte bereits Vorwissen im Bereich der Statistik und dementsprechend auch einige "Tricks" im Hinterkopf, wie Statistiken in der Wahrnehmung verfälscht werden.

Dennoch hat dieses Buch es geschafft, das akademisch angehäufte Wissen perfekt auf gesellschaftlich relevante Sachverhalte zu übertragen. Meiner Ansicht nach, trägt das Buch zu zwei Lerneffekten bei: einerseits werden "Mythen" zerstört, andererseits wird aber auch generell statistisches Wissen durch praktische Anwendung gefestigt

Die Themenfelder umfassen insbesondere die Steuer-, Umwelt- und Rüstungspolitik, sowie den Arbeitsmarkt und den Demographischen Wandel. Anhand konkreter Rechenbeispiele werden hier die Manipulationsversuche plastisch vor Augen geführt und so manche scheinbare Gewissheit als Mär enttarnt. Ein Schwerpunkt dabei sind z.B. die Fehlschlüsse (insbesondere in der Rentenpolitik), die aus dem demographischen Wandel gezogen werden oder der Nachweis, dass der angebliche Fachkräftemangel eine Erfindung im Interesse der Arbeitgeber ist.

Vieles, das einem an der politischen Argumentation gefühlsmäßig schon immer etwas komisch vorkam, wird mit Hilfe einfacher und nachvollziehbarer Überlegungen als hanebüchen entlarvt. Die politische Position der Autoren ist dabei eher eine "linke". D.h. Neoliberale und Aufrüstungsfreunde werden an dem Buch keine große Freude haben. Anhängern des kritischen Denkens und Hinterfragens aber, kann ich das Buch sehr empfehlen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

psychologie, umgebung, verhaltenspsychologie

Psychogeografie

Colin Ellard , Sigrid Ruschmeier
Fester Einband
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442756285
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Thema Psychogeografie war mir bis dato unbekannt, der Klappentext des Buches hat aber schnell meine Neugierde geweckt. Besonders interessiert war ich an den Erklärungen zu Entscheidungen bezüglich unserer räumlichen Umgebung, die wir tagtäglich treffen, sowie an den Einflüssen, die Architektur auf unsere Wahrnehmung und Emotionen haben kann.

Anfangs hat man das Gefühl, dass man selbst nur schwer in den Lesefluss findet. Mit interessanteren Themen, die gegen Mitte des Buches beginnen, macht die Sache etwas mehr Spaß, aber so richtig mag es einfach nicht klappen. Mir fehlt definitiv der allbekannte rote Faden. Die Kapitel scheinen etwas chaotisch und weichen oftmals stark vom Kernthema ab - inhaltlich wird an manchen Stellen wirklich sehr weit ausgeholt!

Das fand ich persönlich recht schade, weil dadurch interessante Aspekte des Forschungsbereichs etwas in den Hintergrund der Dinge gerückt wurden. Im Nachhinein hat man ein paar erinnerungswürdige Fakten und Studien im Kopf, einen strukturierten Überblick über das Feld der Psychogeografie erhält man aber nicht. Oder ist das eine Eigenschaft dieser außergewöhnlichen Wissenschaft? Diese Frage kann ich leider nicht beantworten.

Insgesamt ist das Buch gefüllt mit interessanten Ideen und faszinierenden Einblicken in die menschliche Psyche. Neben der etwas konfusen Struktur finde ich aber viele Kapitel etwas zu einseitig bzw. unkritisch an Stellen, wo definitiv Kritik angebracht ist. Dementsprechend konnte mich das Buch leider nicht so richtig überzeugen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Die Meinung der anderen

Tali Sharot , Susanne Kuhlmann-Krieg
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Siedler, 22.05.2017
ISBN 9783827500816
Genre: Sachbücher

Rezension:

Für Sozialpsychologie und Verhaltensforschung bin ich immer zu haben, also ist "Die Meinung der anderen" schnell auf meiner Bücherliste gelandet und in der vergangenen Woche habe ich mich ans lesen gemacht.

 

Die Rahmenthematik lautet hauptsächlich: wie wir in unserem Denken beeinflusst werden und wie wir wiederum andere beeinflussen. Durch das Cover bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass der inhaltliche Fokus auf unserem Online-Verhalten und der Macht von Bewertungsplattformen liegt. Dem war aber (leider?) nicht so.

 

Vielmehr werden verschiedenste Aspekte aufgegriffen - darunter die Fragen: Warum wollen wir immer alles zu früh wie möglich wissen? Welche Strategien funktionieren in einer Diskussion am besten? Gibt es so etwas wie eine "Intelligenz der Masse"? Warum handeln wir so, wie wir es eben tun?

 

Mir ist des öfteren in den Sinn gekommen, dass vermutlich die meisten von uns diese Fragen alle grob mit Halbwissen aus der Psychologie beantworten können. Die wissenschaftlichen bzw. neurologischen Vorgänge hinter unserer Psyche bleibt für uns aber oftmals im Verborgenen. Tali Sharot belegt all ihre Ausführungen mit zahlreichen empirischen Studien, die vielen von uns im Einzelnen bekannt sind (z.B. Marshmallow-Test oder das Experiment mit der Clownpuppe).

 

Obwohl das Buch mir nicht viele neue Erkenntnisse übermitteln konnte (weil ich mich mit dieser Thematik schon mehrfach auseinandergesetzt habe), hat "Die Meinung der anderen" es aber geschafft, alle Studien und deren Anwendungen im wahren Leben sinnvoll miteinander zu verknüpfen und somit einen gesammelten Überblick zu geben. Das verstreute Wissen ("davon habe ich schon mal gehört.." & "ich glaube, bereits etwas über diese Studie gelesen zu haben…") wird so verständlich geordnet und ist leichter abrufbar.

 

Ich glaube, dass dies wohl ein geeignetes Schlussfazit für dieses Buch ist:

Für komplette Neulinge auf diesem Gebiet gibt "Die Meinung der anderen" einen prima Überblick über verschiedene Aspekte der empirischen Verhaltensforschung. Für Leser, die sich mit dem Thema schon länger beschäftigen, ist es ein gutes "Sammelwerk", das eine Verbindung zwischen allen Studien und Forschungsbereichen schafft.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

alexandria, amüsant, bus, estland, geschichtliches, keine haltestellen, kulturelles, land und leute, lesung, linie 4, literatur, magdeburg, mit der straßenbahn, new york, öffentlice verkehrsmittel

Die Städtesammlerin

Annett Gröschner
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.03.2017
ISBN 9783328100720
Genre: Biografien

Rezension:

Was für ein kreatives Konzept! Mit der Linie 4 in verschiedenen Städten die Straßen zu erkunden, die dem normalen Tourist möglicherweise verborgen bleiben. Das hat fast schon etwas abenteuerliches - auch wenn es sich meist nur um Expeditionen im Großstadt-Dschungel handelt.


Nach den ersten 2-3 Kapiteln macht sich aber bereits etwas Ernüchterung breit. Der Leser wird mit allen möglichen historischen Hintergrundgeschichten der jeweiligen Stadt überschüttet und bekommt dazwischen kaum eine kleine "Informationspause", um kurz durchschnaufen zu können. Die Städte sind interessant gewählt und bieten durchaus Potential für spannende Geschichten. In jedem Kapitel wartet man aber vergeblich darauf, dass etwas aufregendes passiert.


Weil es hauptsächlich um die geschichtlichen Aspekte der Stadt geht, macht es oftmals keinen Unterschied, dass es sich bei dem Transportmittel um eine Tram oder einen Bus mit der Nummer 4 handelt, weil die Autorin dafür mit jeder beliebigen Linie reisen könnte. Mir fehlten deshalb häufig die Alleinstellungsmerkmale genau dieser einen Linie - immerhin liegt darin doch die Besonderheit der Idee.


Ich hätte mir auch gewünscht, dass das Buch etwas "optimistischer" ist. Ab und an finden sich kleine Lichtblicke in den Erzählungen, aber der Großteil wirkt trist und viele Stadtteile werden eher als hoffnungslos und heruntergekommen beschrieben - das hat ja durchaus auch seine Berechtigung, deckt sich aber nicht mit meinen Erwartungen vom etwas ungewöhnlichen Reisebericht. So liegen manche Kapitel etwas schwer im Magen…


Natürlich möchte ich das Buch nicht nur kritisieren. Mit drei Sternen fällt es schließlich in die Kategorie "ganz okay". Die Autorin beschreibt mit viel Liebe zum Detail und gibt Einblicke in das Alltagsleben anderer Kulturen, wie man es selbst nur selten erleben kann. Das Buch kann ja letztendlich nichts dafür, dass es nicht so ist, wie ich es mir vorgestellt und erhofft habe. Vielleicht gefällt es ja gerade deshalb einem anderen Leser umso mehr.

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Flammenträger

Bernard Cornwell , Karolina Fell
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291104
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der neue und somit zehnte Band der Uhtred-Reihe wird hartgesottene Cornwell-Fans sicherlich nicht enttäuschen. Der Leser kann sich wie gewohnt auf blutige Kämpfe und derbe Sprache freuen. Thematisch hat sich die Schlacht um die Bebbanburg bereits lange angekündigt und auch ein nahes Ende der Reihe vermuten lassen. Doch die Fans können aufatmen, denn so viel sei verraten: Uhtreds Reise ist noch nicht vorbei.

Wie bereits erwähnt, stellt dieses Buch das vermeintliche, große Finale dar. Unschwer aus dem vorhergegangenen Band zu entnehmen, macht sich Uhtred endlich auf, um die Bebbanburg zurückzuerobern. Ob ihm dies gelingt, behalte ich für mich, damit ich niemandem den Lesespaß verderbe.

Obwohl das Buch anfangs ein wenig Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen, reiht es sich hinsichtlich Spannung und Stil mühelos in die bestehende Saga ein. Ein bisschen schade fand ich jedoch, dass die humoristischen Elemente zwar immer wieder kurz aufblitzen, aber lange nicht mehr so ausgeprägt sind, wie in vielen der Vorgänger-Büchern. Beispielsweise das Spotten Uhtreds über die christliche Religion hat mir etwas gefehlt, da diese Passagen immer sehr erheiternd waren.

Mit der Vorstellung neuer Figuren kann dieser Band leider nicht glänzen - zumindest nicht mit interessanten. Dafür steht das Überlisten der Gegner im Mittelpunkt und dies gehört meiner Ansicht nach zu den besten Aspekten der Buchreihe. Sich in die Feinde hineinzuversetzen und sie letztendlich zu täuschen ist dabei eine Kernkompetenz Uhtreds.

Um zu einem Fazit zu kommen: das Buch würde ich - im Anbetracht der Gesamtsaga - als durchschnittlich bezeichnen. Besonders der Schluss ist aber sehr spannend und Cornwell-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Wann Sie eine Bank überfallen sollten

Stephen J. Dubner , Steven D. Levitt , Andreas Simon dos Santos
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100133
Genre: Sachbücher

Rezension:

Den Bestseller "Freakonomics" habe ich vor einigen Jahren gelesen und war durchaus angetan von der Denkweise und Argumentationsstruktur des Buches. Seither habe ich jedoch die Veröffentlichungen von Dubner & Levitt nicht weiter verfolgt und bin nur durch Zufall auf diese Sammlung von Blogposts gestoßen.

Thematisch bewegen sich die Autoren wie erwartet in ihrer Komfortzone - besonders Glücksspiel, Kriminalität, aber auch Alltagserlebnisse werden dabei durch die Brille der Ökonomie betrachtet und humorvoll kommentiert. Hierbei muss ich jedoch sagen, dass sie mich nicht mit allen Vorschlägen begeistern konnten - manche Ideen sind extrem unausgereift und haben deutliche Schwachpunkte, die nicht in Betracht gezogen werden.

Die 131 verblüffenden Erkenntnisse aus der Welt der Wirtschaft sind jeweils nur wenige Seiten lang, wodurch es unvermeidbar ist, dass es sich oft nur um bruchstückhafte Schilderungen von Ideen handelt. Teilweise vermisse ich hier die empirisch wissenschaftlichen Hintergründe. Auch die Untermauerung eigener Aussagen mit Hilfe von Studien und Statistiken kommt meines Erachtens zu kurz.

Sozusagen als Entschädigung für die fehlende Tiefe erhält man ein recht kurzweiliges und abwechslungsreiches Buch, das durch die kurzen Textabschnitte gut geeignet ist als Lektüre zwischendurch.

Mein Fazit: Diese Sammlung an Blogbeiträgen ist logischerweise nicht so durchdacht und qualitativ hochwertig, wie die Kapitel in "Freakonomics". Dennoch war das Buch angenehm zu lesen und durchaus unterhaltsam. Auch lesenswert, wenn man keines der Vorgänger-Bücher gelesen hat.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Zeitalter des Nichts

Peter Watson , Amélie Brandeis
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 24.10.2016
ISBN 9783570102237
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bei "Das Zeitalter des Nichts" handelt es sich um ein Werk der Ideengeschichte und nicht unbedingt um die Geschichte des Atheismus - wie man durch die Nennung von Nietzsche und Dawkins im Untertitel meinen könnte. Der englische Original-Untertitel "How we have sought to Live since the death of God" trifft den Inhalt meines Erachtens besser, als die deutsche Übersetzung, weil hier bereits die Kernfrage des Buches ersichtlich ist: Welchen Grund gibt die sinnsuchende Menschheit in einer säkularisierten Welt für ihre Existenz an?

Inhaltlich bietet das Buch eine Vielzahl an Ideen und Denkanstößen, die sich auf unsere Vorstellung vom menschlichen Dasein beziehen. Auch wenn die Ausführungen zu verschiedenen Denkweisen mancher bekannter Philosophen anfangs etwas komplex wirken, schafft es Watson, dem Leser verständlich die wichtigsten Komponenten zu vermitteln

Bereits von der Seitenzahl kann man darauf schließen, dass es sich um ein sehr umfangreiches Werk der Ideengeschichte handelt, bei der auch vieles redundant scheint. Dabei ist es teilweise schwer, einen Überblick über den Verlauf des Buches zu behalten, weil eine deutliche Struktur nie so recht etabliert wird.

Ich muss zugeben, dass ich "Das Zeitalter des Nichts" über einen längeren Zeitraum (bestimmt ca. 2 Monate lang) parallel zu anderen Büchern gelesen habe. Das Lesen von ein bis zwei Kapiteln hat meist wieder genug Denkanstöße gegeben, um den Drang des sofortigen Weiterlesens zu unterbinden. Das soll nicht heißen, dass das Werk zu anstrengend oder gar zu langweilig sei. Ich plädiere hier eher für eine Lesweise, bei der man sich mit den einzelnen Kapiteln mehr auseinandersetzt und dafür folglich länger benötigt. Dies scheint mir als eine vernünftige Herangehensweise, um die Inhalte besser aufnehmen zu können.

Insgesamt fehlt es dem Buch eventuell ein wenig an Struktur, aber inhaltlich hat es so viel zu bieten, dass ich es trotzdem jedem empfehlen würde, der sich für Ideengeschichte interessiert.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

drogen, drogenbanden, drogenfunde, drogenkartelle, franchising, freigabe, gefängnisse, heroin, infrastruktur, koks, legal highs, management, menschenhandel, mitarbeitersuche, narco

Narconomics

Tom Wainwright , Henning Dedekind
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blessing, 19.09.2016
ISBN 9783896675538
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch überzeugt durch einen gut strukturierten Aufbau, der alle Stationen des Drogenhandels (inklusive etappenspezifischer Probleme) beinhaltet: vom Anbau der Koka Blätter über die Wahl der Transportwege (mitsamt den Kämpfen um die raren Grenzübergänge) bis hin zur Auswahl des richtigen Personals und dem Vertrieb. Die einzelnen Bilder sind passend ausgewählt und haben die Textpassagen gut ergänzt.

Durch die Offenlegung der Vorgehensweisen der Kartelle aus wirtschaftsanalytischer Sicht werden nicht nur die Abläufe des Drogenhandels geschildert, sondern auch die Versuche der Politik bewertet, genau diese zu unterbinden. Dabei stellen sich die überwiegende Mehrheit der Anti-Drogen-Aktionen als unwirksam oder sogar kontra-produktiv heraus. Auch die Frage der Legalisierung spielt eine Rolle und scheint die effektivste Methode zu sein, den Kartellen ihre Macht zu entziehen.

Der Autor ist durch seine Recherche in Ciudad Juárez direkt vor Ort und berichtet aus erster Hand über die Machtkämpfe der konkurrierenden Kartelle. Besonders interessant fand ich dabei seine Ausführungen zu den Gefängnisstrukturen Mexikos im Zusammenhang mit der Entstehung und Verbreitung von Gangs. Die Drogenkartelle aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel zu betrachten wirkt sehr angemessen und das Buch sollte meiner Meinung nach die wissenschaftliche Basis für den Kampf gegen den Drogenhandel darstellen.

Um zu einem Fazit zu kommen: insgesamt war das Buch durchgehend gut geschrieben und sowohl informativ als auch spannend - ein faszinierender Einblick in eine Geschäftsbranche, die der Großteil der Gesellschaft nur aus Film & Fernsehen kennt. Sehr zu empfehlen!

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111 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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What if? Was wäre wenn?

Randall Munroe , Ralf Pannowitsch
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.11.2016
ISBN 9783328100317
Genre: Sachbücher

Rezension:

Diese Rezension bezieht sich auf die limitierte Fan-Ausgabe!

Da es das Buch ja schon länger als klassische Variante zu kaufen gibt, versuche ich mich bei der Bewertung dieser erweiterten Fan-Edition etwas kürzer halten. Ich habe bereits bevor ich mir das Buch zugelegt habe schon einige Empfehlungen gehört und kann es nach dem Lesen jetzt nur bestätigen: wirklich gelungen!


Die behandelten Themen sind meistens im Feld Physik und Astronomie anzusiedeln. Die Fragen sind ungewöhnlich, aber durchaus sehr interessant - um manche zu beantworten muss man ganz schön weit ausholen und eine solide Basis physikalisches Wissen mitbringen. In dieser Hinsicht hat mich der Autor absolut beeindruckt. Aber auch seine Fähigkeiten als Comic-Zeichner sind wahrlich nicht zu verachten. Die zahlreichen kleinen Skizzen zu den Fragen sind immer das Highlight jeder Seite. Sie sind nicht nur wahnsinnig unterhaltsam, sondern helfen auch überraschend gut, den vermittelten Inhalten zu folgen und sich einzuprägen.


Ein weiterer Pluspunkt sind die Fußnoten. Zur Hälfte handelt es sich hier um die klassischen Ergänzungen zum Thema, zur anderen Hälfte um lustige Einwürfe seitens des Autors - meistens musste ich hier laut lachen. Es kommt nur selten vor, dass ein Buch interessant und zugleich zum brüllen komisch ist - vielleicht liegt es an meinem Humor? - und auch beim Verleih an Freunde ist es überall auf Anklang gestoßen. Durch den optisch schön ausgearbeiteten Umschlag, bietet es sich auch perfekt als Geschenk an. Kann ich nur empfehlen!


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