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Wer geht wo hinterm Sarg?

Markus Orths
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei btb, 08.06.2010
ISBN 9783442740550
Genre: Romane

Rezension:

"Wer geht wo hinterm Sarg?" ist nun der zweite Band von Erzählungen Orths, den ich mir als Wochenendlektüre vorgenommen habe. Ich war von seinen Erzählungen "Irgendwann ist Schluss" so beeindruckt, dass ich nicht darauf verzichten konnte, ein weiteres seiner Bücher zu lesen.


In diesem Band sind insgesamt 17 Erzählungen enthalten, die thematisch sehr breit gefächert sind. Es gibt keine vorgegebene Reihenfolge, also kann man auch gezielt kürzere Geschichten lesen, wenn man wenig Zeit hat. Ich empfehle auf jeden Fall, jede Erzählung in einer einzelnen Sitzung zu lesen, weil so die nötige Stimmung erzeugt und der Rahmen für das Geschehen gegeben wird.


Die Erzählungen bestechen aber alle durch ihre Skurrilität und einen sehr kafkaesken Stil, der die Bücher von Orths zu etwas ganz Besonderem macht. Ich muss sagen, dass mir die Geschichten aus "Irgendwann ist Schluss" länger und sehr präsent im Kopf geblieben sind, während ich bei diesem Band eher das Gefühl hatte, im Nachhinein weniger intensiv über das Geschilderte nachzudenken. Nichtsdestoweniger bin ich immer noch ein "Fan" des Autors und kann beide Bände weiterempfehlen. Persönlich hat mir "Irgendwann ist Schluss" besser gefallen, aber das ist mehr Bauchgefühl als fundierte Entscheidung.

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A bissel was geht immer

Helmut Dietl
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049800
Genre: Biografien

Rezension:

Als großer Fan seiner Filme kommt man natürlich auch nicht an den Memoiren von Helmut Dietl vorbei, also habe ich die letzten paar Tage damit verbracht, allerhand Geschichten aus seinem Leben zu lesen.


Geschildert werden hauptsächlich Dietls Kindheit und seine Zeit als Jugendlicher. Anfangs kommt der Textfluss etwas langsam in die Gänge, nimmt dann aber immer weiter Fahrt auf, so dass keine Langeweile aufkommt. Die Erzählungen sind allesamt sehr charmant geschrieben und zeichnen sich durch wunderbare Selbstironie aus. Einige meiner Lieblingspassagen handeln beispielsweise von seiner Grundausbildung bei den Fallschirmjägern als Wehrpflichtiger und natürlich auch seinen Liebesabenteuern, bei denen er auch sich selbst nicht schont. Ebenfalls gefallen haben mir die Abschnitte über den Nachkriegsmief und die Doppelmoral der Gesellschaft Ende der 50er/ Anfang der 60er.


Im gesamten Buch spürt man seine große Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, was dieses Buch wohl so lesenswert macht. Gerade deshalb ist es so unendlich schade, dass er diese Autobiographie nicht mehr vollenden konnte. Wie gerne hätte man z.B. Hintergrundinfo zum "Monaco Franze" erfahren. Am Ende werden die Schilderungen eher bruchstückhaft, weswegen ich bei meiner Bewertung einen Stern abziehen möchte.


Nichtsdestotrotz bleibt das Buch absolut lesenswert und ich empfehle es uneingeschränkt an alle, die sich für den Menschen hinter den bekannten Filmen interessieren.

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Da kann ich ja gleich zu Fuß gehen!

Andreas Schorsch
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.09.2016
ISBN 9783442159048
Genre: Humor

Rezension:

Dass es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von "Wofür sitzen Sie eigentlich hier?" handelt, war mir zwar nicht bewusst, aber man merkt schnell, dass es bei diesem Genre nicht notwendig ist, das vorherige Buch zu lesen, weil kein Vorwissen vorausgesetzt wird. Alle auftretenden Personen werden kurz vorgestellt, also entstehen auch hier keine Informationslücken.


Der Protagonist selbst wird ebenfalls ausreichend charakterisiert und man hat schnell ein Bild von seinen Ansichten und Einstellungen. Ich muss sagen, dass er mir nicht zu 100% sympathisch ist. Natürlich sind die Kunden oftmals ebenfalls sehr "anstrengend" bzw. sogar extrem unhöflich, aber hier scheint vieles auch Übertreibung. Die Gespräche sind deutlich ausgeschmückter, als sie vermutlich realistisch abgelaufen sind. Die Kundengespräche dienen wohl eher zur humoristischen Selbstinszenierung des Protagonisten. Des Weiteren schweifen die Kapitel oftmals sehr ab und ziehen sich auf Kosten der Unterhaltung unnötig in die Länge, weil meist eine Art Pointe am Ende fehlt.


Inhaltlich werden verschiedene Themenbereiche abgedeckt. Natürlich die Arbeit am Serviceschalter, aber auch der Bahnhof als eine Art Gesellschaftsraum nehmen dabei große Teile ein. Besonders aber in Bezug auf Bahnstreiks wird mir die DB etwas zu positiv dargestellt. Dass die Kunden wegen ausfallenden Zügen früher am Ziel ankommen, scheint mir einfach utopisch. Diese Art der nahezu unverschleierten Lobgesänge sind wohl eine Begleiterscheinung bei einem Blick hinter die Kulissen.


Insgesamt war das Buch ganz nett zu lesen und es gibt einige Stellen, die zum Schmunzeln anregen, aber als Gesamtes sehe ich eindeutig Potential zur Verbesserung.

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korruption, brasilien, armut, krimi, entführung

Der stumme Zeuge

Edney Silvestre , Kirsten Brandt
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Limes, 18.07.2016
ISBN 9783809026587
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich lese normalerweise nur sehr selten Krimis und habe aufgrund des Klappentextes von "Der stumme Zeuge" sozusagen eine kleine Ausnahme gemacht. Man merkt sehr schnell, dass es sich um keinen klassischen Krimi handelt, indem vor allem die Ermittlung im Vordergrund steht.


Während die Polizei eine scheinbar irrelevante Rolle einnimmt, fokussiert die Erzählung zum einen das Leben des erfolgreichen Werbeagenten Olavo Bettencourt und seine Machenschaften - insbesondere seine Frau und ihre Zerrissenheit zwischen Reichtum und persönlicher Würde treten hier in den Vordergrund. Zum anderen erhält der Leser Einblicke in die Gedanken verschiedener Personen, die durch die Entführung des Kindes in irgendeiner Form beeinflusst werden.


Obwohl ich ein großer Fan von Perspektivenwechseln bin, fand ich es etwas unglücklich, dass diese nicht deutlich gekennzeichnet sind, sondern nur durch Absätze. Das führt zu einer etwas chaotischen Erzählweise, wozu auch die vielen Namen und Side-Stories beitragen (oftmals weiß man nicht, was nun für den Plot relevant ist).


Dennoch liest sich das Buch sehr schnell durch und bleibt spannend. Ich fand es etwas schade, dass der Hauptplot fast nur eine beiläufige Nebenstory war. Dementsprechend konnte mich das Ende nicht so wirklich zufriedenstellen, weil das erwartete "Finale" ausblieb. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch zwar nicht ganz meinen Erwartungen entsprach, aber trotzdem interessant und spannend war.

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kurzweilig, witzig, sina pousset, goldmann verlag

"Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind"

Sina Pousset
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.10.2016
ISBN 9783442159079
Genre: Humor

Rezension:

Ich, als Studentin, bin ohne Zweifel auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen und finde mich auch häufig auf längeren Zug- und Busreisen wieder. Das Thema dieses Buches qualifizierte es also ohne Frage als Reiselektüre. Mit seinen zahlreichen Kapiteln eignet es sich auch wunderbar als Unterhaltung bei kürzeren Fahrten.


In den Kapiteln selbst findet man hin und wieder eine Art "Infokästen" mit lexikon-ähnlichen Definitionen bestimmter Situationen, Personen oder Gegenständen, die die Busreise ausmachen. Diese Kästchen sind meiner Meinung nach relativ langweilig, weil die meisten Begriffe schon im Laufe des Kapitels aufkommen.

Das Buch als Gesamtes liest sich relativ schnell und flüssig, wobei ich sagen muss, dass mir kein besonders herausragendes Kapitel aufgefallen ist. Thematisch wird so ziemlich alles abgedeckt, was einem bei Busreisen erwartet: das Packen und Planen davor, die richtige Sitzplatzwahl, die verschiedenen Busfahrertypen und natürlich die Mitreisenden.


Das Thema an sich hat durchaus Potential, aber es hätte alles etwas kürzer und knackiger zusammengefasst werden können. Statt neuen Pointen zieht sich durch das gesamte Buch eine deutliche Wiederholung der selben Klischees und es gibt kaum geschilderte Situationen, deren Ende man nicht schon längst erahnen kann. Fazit: Vorhersehbare Reiselektüre, die aber immerhin für ein paar Schmunzler gut ist.

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nordmeer, philosophie, das buch vom meer, freundschaft, wissen

Das Buch vom Meer oder Wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen

Morten A. Strøksnes , Ina Kronenberger , Sylvia Kall
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 29.08.2016
ISBN 9783421047397
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob es sich bei diesem Buch um einen Roman handelt oder doch ein Sachbuch. Auch nachdem ich damit durch war, kann ich auf diese Frage nicht genau antworten und gerade das macht für mich den Reiz an dem "Buch vom Meer" aus.


In Bezug auf den erzählerischen Verlauf kann man sagen, dass der Plot sehr geradlinig und klar ersichtlich ist. Zwei Freunde wollen zusammen einen Eishai fangen. Natürlich gibt es überraschend spannende Stellen und kleine Abweichungen, die für den Plot nicht wichtig sind, aber die Erzählung insgesamt auflockern.


Das Besondere an dem mehrfach ausgezeichneten Werk von Morten A. Strøksnes waren für mich vor allem die Ausflüge in die Meeresbiologie. Dabei beschränken sich die Schilderungen nicht auf trockene Fakten zu den skandinavischen Gewässern - ganz im Gegenteil! Der Leser wird auf eine fantastische Reise in die eisige Unterwasserwelt mitgenommen. Strøksnes offenbart angesammeltes Wissen, das vom Walfang über Riesentintenfische bis zu furchteinflößenden Urzeitwesen reicht. Ich habe wohl selten so viel parallel nachgelesen, wie für dieses Buch. Ganz besonders kann ich es empfehlen, immer mal wieder nach den Orten zu suchen, an denen sich die geschilderten Ereignisse abspielen. Ich konnte jedenfalls nicht widerstehen, nach Aufnahmen der Lofotenwand zu suchen und schon ergriff mich das Fernweh.


Kurz gesagt: ich kann das Buch für alle empfehlen, die keinen Thriller erwarten und Interesse an der maritimen Lebenswelt haben. Strøksnes versteht es wie kein anderer, die Eindrücke atemberaubender Natur-Spektakel zu beschreiben - mit ihm steht man wahrlich direkt an der Küste Norwegens, den Blick auf das stürmische Meer gerichtet.

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Die Macht Ihres Unterbewusstseins

Joseph Murphy
Fester Einband
Erschienen bei Ariston, 20.06.2016
ISBN 9783424201666
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zugegebenermaßen habe ich da wohl nicht ganz durchblickt, um welche Art von Buch es sich bei "Die Macht Ihres Unterbewusstseins" handelt. Ich lese sehr gerne Bücher über Psychologie und Neurologie und nach raschem Überfliegen des Klappentextes habe ich mich entschlossen, diesem "Klassiker" eine Chance zu geben.

Schon der Start war etwas holprig, weil im Vorwort bereits erwähnt wird, dass sich der ehemalige Pfarrer Dr. Murphy immer wieder auf Bibelzitate bezieht. Das Alte Testament als Quelle für durchaus wissenschaftliche Behauptungen ist meiner Ansicht nach schon mal ein erstes Manko. Aber ich wollte fairerweise dafür offen sein und habe mich weiter durch das Buch gearbeitet.

Leider wurden meine Befürchtungen erfüllt und ich musste mir eingestehen, dass mir der Großteil von Murphys Perlen der Weisheit einfach nur absurd erscheinen.


Inhaltlich kann ich dem Grundgedanken durchaus zustimmen. Das menschliche Unterbewusstsein hat eine enorme Bedeutung für unsere Psyche und somit auch unser Wohlbefinden. Aber Murphy schießt mit seinen Behauptungen einfach über das Ziel hinaus. Besonders bei den Kapiteln über die Gesundheit und den finanziellen Erfolg konnte ich einfach nur den Kopf schütteln:


"Kein Priester, Naturheilkundler, Psychologe, Psychiater oder Mediziner hat je einen Patienten geheilt. [...] sie haben 'nur' das dem Menschen immanente Selbstheilungsvermögen in Gang gebracht oder unterstützt." - Kapitel 5, S. 89


"Schlafen Sie ein mit dem Wort 'Reichtum' auf den Lippen, und Sie werden erstaunt sein über die Wirkung. Der Wohlstand wird von allen Seiten überreichlich auf Sie einströmen." - Kapitel 9, S. 151


Es ist schade, dass die Kernaussage des Buches durch derartige Abschnitte ins Lächerliche gezogen wird. Kein normal denkender Mensch würde sämtlichen Medikamenten ihre

Wirkung absprechen oder darauf vertrauen, dass finanzielle Sicherheit nur davon abhängt, ob man vor dem Schlafen an Geld denkt.


Ich verstehe, was Murphy uns mit seinem Buch sagen will, aber auch die Macht des Unterbewusstseins hat leider ihre Grenzen.

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"Ihr seid nichts Besonderes!"

David McCullough , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.06.2016
ISBN 9783442176069
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auch wenn sich der Titel auf den ersten Blick nicht nach einer wahren Ermutigung anhört, verbirgt sich dahinter ein tröstlicher Grundgedanke. In der modernen Gesellschaft werden bereits früh hohe Erwartungen an die Jugend gestellt: der eigene Nachwuchs soll auf die besten Schulen gehen und herausragende Ergebnisse erzielen. Er soll ein wahrer Überflieger sein und Erfolg im Beruf haben. Dieser Druck sitzt besonders jungen Erwachsenen im Nacken, die gerade ihren Schulabschluss hinter sich haben. Als eine wahre Entlastung kann dabei wirken, zu realisieren, dass man eben nichts "Besonderes" ist - oder wie man so schön im englischen Sprachraum sagt "a special snowflake".


Da ich selbst auch noch am Anfang meines Studiums stehe, dachte ich, ein kleiner Motivationsschub in Buchform gibt wieder etwas Antrieb für die weiteren Semester. Leider hat mich das Buch sehr enttäuscht. Zum ersten ist es unglaublich langatmig und durchzogen von gähnend langweiligen Passagen beispielsweise über die persönlichen Hintergründe des Autors. Die meiste Zeit sind gerade diese Infos gnadenlos irrelevant und es scheint, als ob McCullough einfach erzählen möchte, wie toll sein Leben ist. Gerade für junge Menschen, die zusätzlich unter Leistungsdruck stehen, gibt es nichts deprimierenderes als noch eine weitere Erfolgsgeschichte unter die Nase gehalten zu bekommen.


Was mich aber wirklich wütend gemacht hat, ist die Heuchelei des Autors. Zum einen möchte er den Lesern vermitteln, dass sie ihr "eigenes Ding machen" und "ihren eigenen Weg gehen" sollen. Und dennoch lässt er sich in einem eigenen Kapitel groß und breit darüber aus, dass quasi der einzige Sinn des Lebens ist, Kinder zu bekommen. Was soll das? Wie kann man jungen Menschen (besonders den jungen Frauen) einreden, dass ihr Leben keinen Sinn macht, wenn sie sich nicht schwängern lassen und ihr Leben als aufopferungsbereites Elternteil dahinfristen? Natürlich kann es für manche ein Lebensziel sein, eine Familie zu gründen - das ist ja verständlich. Aber man sollte niemals (!) jemandem einreden, dass der einzige Sinn des Lebens die Aufzucht von Nachwuchs ist. Der Autor mag vielleicht durch seine Rede bekannt geworden sein, aber die Message, die er in diesem Buch vermittelt ist definitiv die falsche.

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Grant

Thomas Grasberger
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diederichs, 23.04.2012
ISBN 9783424350708
Genre: Sonstiges

Rezension:

Thomas Grasberger eröffnet Außenstehenden ein großes Stück der bairischen Lebensphilosophie. Mit seinem Buch gibt er Einblick in die Welt des Grants, der sicherlich nicht nur reine Schimpferei beinhaltet, sondern vielmehr - wie der Untertitel bereits verspricht - den "Blues des Südens". Eine sehr treffende Umschreibung, wie ich finde.


Die Einführung in diesen komplexen Gemütszustand wird getragen von der Etymologie des Grants sowie den typischen Sagen und Geschichten, die dem Baiern schon von Kindesalter an bekannt sind. Dazu kommen noch Kurzbiographien wahrer Grant-Künstler - darunter mein ganz persönlicher Favorit: Gerhard Polt. Auch wenn man die zitierten Passagen in und auswendig kennt, ist es trotzdem schön, sie eingebunden in die verschiedenen Kapitel dieses Buches zu sehen.


Überraschenderweise sind es nicht nur Kabarettisten und die Lieblings-Grantler der Nation, die einen Platz im Buch finden. Auch die Theorien bekannter Soziologen, wie Norbert Elias und Niklas Luhmann, werden geschickt als Referenzen eingebaut. Insgesamt ergibt sich das Bild einer kulturell wertvollen Wochenendlektüre, bei der die Zielgruppe eher außerhalb des bairischen Gebiets liegt.


Für jemanden, der selbstverständlich immer einen Kerschgeist für den Boandlkramer daheim hat, mögen manche Passage etwas langweilig scheinen. Dennoch kann ich das Buch als kleine Hommage an die eigene Kultur durchaus empfehlen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

aphorismen

Kühe grasen nicht, sie sprechen mit der Erde

Piet Klocke
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.11.2015
ISBN 9783453201064
Genre: Humor

Rezension:

Selten fällt es mir so schwer, ein gelesenes Buch zu bewerten und meine Gedanken dazu in einer kurzen Rezension niederzuschreiben."Kühe grasen nicht, sie sprechen mit der Erde" ist sicherlich nicht das Buch, das ich erwartet habe, aber soll ich das nun gut heißen oder mich darüber ärgern?


Um meine Erwartungen vor dem Lesen offenzulegen: ich dachte das Buch stellt eine klassische Comedy-Nummer in Buchform dar, wie so viele andere auch, die einen ähnlichen Klappentext vorweisen. Man wird zwar flüchtig darauf hingewiesen, dass Klockes Stil poetisch sei, dazu habe ich mir aber keine weiteren Gedanken gemacht.


Man merkt schnell, dass sich das Buch von der breiten Masse absetzt. Zum einen durch die interessante Unterteilung des Buches, zum anderen durch die sehr verkünstelte Sprache. Wir finden sowohl Gedichte, längere Monologe und viele "Notizen", die Klocke verewigen, aber nicht genauer ausführen wollte. Ganz besonders letztere stellen für mich das Highlight dar. Obwohl eine Notiz oftmals nur aus einem oder wenigen Sätzen bestand, brachten diese mich am häufigsten zum Nachdenken.


An den Schreibstil konnte ich mich jedoch auch nach längerem Lesen nicht so recht gewöhnen. Mal eben so unterwegs im Zug ein bisschen lesen schien fast unmöglich, weil man sich besonders bei den längeren Texten sehr konzentrieren muss, um ihn verstehen zu können. Auch den Gedichten wird man wohl nicht gerecht, wenn man sie nur kurz einmal überfliegt und weiterblättert. Die Sprache fordert sehr viel vom Leser, was das gesamte Leseerlebnis etwas trübt.


Insgesamt muss man sich länger mit den Texten auseinandersetzen, als gewöhnlich. Es ist eben aber auch keine normale lustige Wochenendlektüre für Zwischendurch, sondern ein anspruchsvolles Buch mit interessanten Gedanken- und Wortspielen.

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

psychotherapie, belletristik, therapeut, psychologie, therapie

Der Panama-Hut

Irvin D. Yalom
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei btb, 01.01.2002
ISBN 9783442728480
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nachdem ich "Denn alles ist vergänglich" sprichwörtlich verschlungen hatte, wollte ich mir sofort ein weiteres Buch von Yalom bestellen. Nun bin ich in der Zeitachse ein bisschen in die Vergangenheit gedriftet und habe mich letztendlich für den "Panama-Hut" entschieden.


Obwohl ich kein angehender Therapeut bin, habe ich mich doch sehr dafür interessiert, was in diesem kleinen Ratgeber beim Umgang mit Patienten empfohlen wird. Auch wenn ich praktisch kaum Verwendung für das Gelesene finden werde, war es definitiv kein Fehler, das Buch gelesen zu haben. Die einzelnen Kapitel sind kurz und prägnant gehalten und thematisch sortiert, damit man leicht den Überblick behalten kann. Die angesprochenen Themen sind mal mehr, mal weniger interessant. Dabei fließen immer mal wieder kleine Anekdoten von der Arbeit mit bestimmten Patienten ein.


Die Beschreibung der Einzelfälle gehört für mich immer zu den interessantesten Abschnitten jedes Kapitels, weshalb ich wohl wieder auf das klassische Konzept von "Geschichten aus der Psychotherapie" umsteigen werde.


Das Fazit zu diesem Buch fällt für mich durchaus ambivalent aus. Einerseits hat mich das Buch nicht so begeistern können, wie das, das ich zuvor gelesen habe (vielleicht hat es die Latte zu hoch angesetzt?). Andererseits weiß ich die Schreibweise des Autors sehr zu schätzen und man könnte fast behaupten, dass ein Teil seiner Persönlichkeit in jedem Buch steckt und dem Leser offenbart wird.


Ich genieße es, Einsichten in seine Gedanken zu erhalten und bin immer wieder beeindruckt von Yaloms philosophischer Lebensansicht und seinen Einstellungen zu den verschiedensten Themen, die das Leben betreffen. Ein wirklich außergewöhnlicher Autor und Mensch.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

geschichtensammlung, humor

Eine Kugel Strappsiatella, bitte!

NEON
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.01.2016
ISBN 9783453603790
Genre: Humor

Rezension:

Man muss natürlich sagen, dass das Konzept dieses Buches nun wirklich kein neues mehr ist. Für mich gehört die bekannte Buchreihe, die mit "Entschuldigung, sind Sie die Wurst" beginnt, zu den lesenswertesten Büchern dieses Genres. Seitdem ich alle Bände der Reihe gelesen habe, lasse ich mich immer wieder auf diese Art der Sammlung an kurzen Alltagsgeschichten ein und nichts will mich so richtig begeistern. Aber nun erst mal zu diesem Buch:


Was dieses Buch auszeichnet, sind vor allem die sehr kurzen und prägnanten Dialoge. Selten ist eine der 555 Geschichten länger als ein paar Zeilen. Dadurch eignet sich das Buch natürlich als kleiner Lückenfüller, wenn man kurz Zeit für sich hat, um ein wenig zu lesen. Die Qualität der kurzen Alltagsstories ist aber auch dementsprechend mäßig. Manche Witze sind schon uralt mit Bart und andere wirken etwas konstruiert, dafür gibt es aber auch einige lustige Anekdoten, mit denen man sich gut die Zeit vertreiben kann.


Das Layout des Buches gefällt mit aber überhaupt nicht. Zum Seitenfalz hin gibt es einen Farbübergang, der manchmal beim Lesen stört - besonders, wenn die Lichtverhältnisse ein bisschen düster sind. Auch die enthaltenen Fotos sind größtenteils völlig sinnfrei. Diese sind keine Ergänzung für die Geschichten, sondern sind unabhängige Bilder, die ebenfalls zu den 555 Geschichten gezählt werden. Die Fotos sind nicht nur sinnfrei, sondern auch unlustig - sehr enttäuschend.


Insgesamt fällt mein Urteil in etwa so aus: kann man lesen, muss man aber definitiv nicht.

Wer noch nie ein derartiges Buch gelesen hat, sollte erst einmal mit der oben genannten bekannten Reihe beginnen.

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

bernard cornwell, uhtred, uthred, nordmänner, eroberung

Die dunklen Krieger

Bernard Cornwell , Karolina Fell , any.way
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.05.2016
ISBN 9783499272189
Genre: Historische Romane

Rezension:

Auch im neunten Band der Uhtred-Reihe kann sich der Leser wieder auf brutale Schlachten, grausame Kämpfe und derbe Sprache freuen - genau das, was viele von Cornwells Fans zu schätzen wissen. Auch wenn natürlich die Geschichte mit dem Coverwechsel mehr als ärgerlich ist, weil die Hälfte der Reihe nun anders aussieht (und dann sogar noch um einiges schlechter, als die Vorgänger-Cover).


Der grobe Inhalt der Buchreihe sollte dem Leser bereits bekannt sein, weil es sich ja bekannterweise um den neunten Band der Reihe handelt. Dieses Mal begleiten wir Uhtred auf seiner Reise nach Irland. Der kleine Abstecher sorgt für Abwechslung, wenn ich auch finde, dass Uhtreds Handlungen in diesem Roman fast schon zu "schlau" sind. Er trifft immer die richtigen Entscheidungen und es scheint, als ob alles einfach zu glatt läuft. Natürlich bleiben seine nahezu heldenhaften Taten durchaus spannend und kurzweilig, aber er hätte eben auch auf mehr Komplikationen treffen können. Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist, dass man in diesem Band mehr über die Vergangenheit seines Freundes Finan erfährt. Insgesamt tauchen immer mal wieder alte Bekannte aus den vergangenen Büchern auf und sorgen für eine gut durchdachte Verwebung der Reihe, die sich merklich auf ihr Enden zubewegt - der Schluss der Uhtred-Saga bahnt sich mit dessen Altern deutlich an.


Auch in diesem Band sind die witzigen Dialoge und Streitgespräche wieder das Highlight schlechthin - wenn sie auch etwas zahlreicher sein könnten. Besonders die Reibereien mit diversen Priestern könnten etwas ausführlicher sein, wie man es aus vergangenen Bänden kennt. Dafür trifft Uhtred aber tatsächlich ein "Exemplar", das ihm sympathisch ist (wer hätte das gedacht).


Kritik beiseite: "Die dunklen Krieger" würde ich im Mittelfeld der Reihe ansiedeln - nicht das beste Buch aber durchaus solide und Cornwell-Fans kommen auf ihre Kosten. Klare Weiterempfehlung meinerseits.


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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, psychothriller, insel;, wales, heyne

Der Manipulator

Mark Billingham , Irene Eisenhut
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.07.2015
ISBN 9783453438323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu Beginn meiner Rezension: auch ich habe - wie viele andere Rezensenten - zuvor nicht gewusst, dass es sich um einen Titel aus einer zusammenhängenden Buchreihe handelt. Wem das schon mal passiert ist, weiß, wie ärgerlich das ist.

Überraschenderweise waren die Kenntnis der vorhergegangenen Fälle nicht unbedingt relevant, um dem Plot von "Der Manipulator" folgen zu können. Dennoch hatte ich das Gefühl in Bezug auf die Charaktereinführung einiges verpasst zu haben. So recht warm konnte ich mit den Figuren nicht werden, was vermutlich daran liegt, dass ich Ihre Vorstellung bzw. Entwicklung über die letzten Bände nicht "miterlebt" habe.

 

Abgesehen von der dürftigen Charakterentwicklung konnte mich der Schreibstil Billinghams' durchaus überzeugen. Besonders das Rahmenbild der abgelegenen Insel hat mir sehr gut gefallen und schafft eine schaurig-schöne Atmosphäre.

 

Obwohl ich mir den Plot ein wenig ereignisreicher vorgestellt hatte, hat mich das Buch doch immer dazu motiviert, weiterzulesen. Ich mag Bücher, wie dieses, mit einer düsteren Grundstimmung und einer psychologischen Komponente.

 

Mein Gesamturteil fällt etwas ambivalent aus, weil ich beim Lesen durchaus unterhalten wurde, mich aber für die Charaktere nicht wirklich begeistern konnte. Allem in allem war das Buch für mich eher mittelmäßig - ich hatte gehofft, dass sich der Plot etwas mehr von den klassischen Thrillern absetzt. Bei Romanen begeistert mich immer das ungewohnte, kleine Etwas, das Bücher zu etwas Einzigartigem macht. Das hat mir hier ein bisschen gefehlt.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Denn alles ist vergänglich

Irvin D. Yalom , Liselotte Prugger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei btb, 12.09.2016
ISBN 9783442714735
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe in kürzerer Vergangenheit bereits ein Buch mit ähnlicher Thematik des spanischen Therapeuten Gabriel Rolón gelesen und war nicht komplett zufrieden mit diesem Werk. Beim Durchstöbern anderer Rezensionen bin ich immer mal wieder auf einen Namen gestoßen, der mir - zugegebenermaßen - bis dahin unbekannt war. Ich vertraute den anderen Lesern und wollte mir nun selbst ein Bild vom bekanntesten Psychotherapeuten Irvin D. Yalom machen.


Ich wollte ein aktuelleres seiner Werke lesen, auch wenn ich mich als Neueinsteiger natürlich ebenso an die chronologische Reihenfolge seiner Veröffentlichungen hätte halten können. Zwar wurden immer wieder seine früheren Werke in diesem Buch genannt, es ist aber keinesfalls nötig, alle zuvor gelesen zu haben.


In "Denn alles ist vergänglich" konnte ich vieles von dem wiederfinden, was seine treue Leserschaft immer wieder bekundete. Das vertraute Verhältnis zwischen Yalom und seinen Patienten ist etwas ganz besonderes und ich sehe es als großes Privileg an, ihm bei seiner Arbeit über die Schulter blicken und an seinen Gedankengängen teilhaben zu dürfen. Die Beziehung, die er zu seinen Patienten pflegt überträgt sich gleichermaßen auf den Leser und schafft eine wirklich angenehme Leseatmosphäre. Die Behandlung der Fälle schildert Yalom sehr feinfühlig und selbstreflektiert. Seine gewählte und bedachte Ausdrucksweise macht das Buch zu einem kleinen Kunstwerk der Rhetorik.


Inhaltlich bietet das Buch ein Spektrum verschiedenster Fälle, die sich aber dem Titel entsprechend um die eigene Vergänglichkeit oder die eines Angehörigen drehen. Trotz der durchgehend präsenten Thematik, vergeht die Zeit beim Lesen wie im Flug. Ich habe das Buch in kürzester Zeit durchgelesen und freue mich schon auf weitere Werke dieses bemerkenswerten Autors.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die neuen zehn Gebote: Wie Erziehungsexperten, Gesundheitsfetischisten und militante Nichtraucher zu den Priestern unserer Zeit wurden

Andreas Lehmann
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Riemann, 19.10.2015
ISBN 9783570501832
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Entscheidung, dieses Buch zu bestellen, habe ich recht kurzfristig getroffen - auf der Suche nach Lesematerial für den langersehnten Urlaub. Wirklich begeistern konnte mich meine Wahl jedoch nicht.


Was mir als erstes aufgefallen ist, ist, dass das Buch relativ kurz ist und somit fast schon einen "Essay-ähnlichen" Charakter hat. Dadurch sieht die Kapitel logischerweise ebenso knapp und können die behandelten Themen nur grob anreißen. In Bezug auf die Kapitelthemen lässt sich ebenfalls nichts übermäßig erstaunliches sagen. Es herrschen die klassischen Themen, wie Veganismus, Medienabhängigkeit und moderne Kindererziehung vor, die man so auch von alltäglicher Stand-Up-Comedy kennt.


Für ein lustiges Buch scheint "Die neuen zehn Gebote" aber etwas zu sachlich, während es nicht seriös genug ist, um den Anspruch eines wissenschaftlichen Sachbuches zu erfüllen. Ich weiß immer noch nicht ganz, in welche Nische ich das Buch einordnen soll.


Mal Kritik beiseite; das Buch hat natürlich auch mal ganz gute Passagen, die die Realität treffend erfassen. Insgesamt blieben die meisten Kapitel aber sehr vorhersehbar.

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

forensik, interessan, www.die-rezensentin.de, realistisch, echte fälle

Anatomie des Verbrechens

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaus, 29.02.2016
ISBN 9783813507225
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Romane von McDermid sind mir bisweilen unbekannt, ich habe mich also nicht an der Schreibfähigkeit der Autorin orientiert, sondern alleinig an der gewählten Thematik.

 

Die Forensik gilt als ein Fachbereich der Kriminal-Wissenschaften, der besonders durch die modernen Medien verzerrt wird. Das Bild, das uns bekannte und überaus erfolgreiche Sendungen - wie CSI und Co. - vermitteln, spiegelt oft nicht die Realität der forensischen Möglichkeiten wider. Nichtsdestotrotz bleibt die Forensik ein hochinteressantes Fachgebiet, das McDermid mit ihrem Buch umfassend und verständlich erschließt.

 

Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert, die jeweils einem ganz bestimmten Forschungszweig zugeordnet werden können. Zu diesen Fachbereichen zählt beispielsweise die forensische Psychologie, die sich mit der Erstellung von Täterprofilen auseinandersetzt. Aber auch die Klärung von Brandursachen, das Verhalten und die korrekte Sicherung von Beweismitteln am Tatort werden ausführlich behandelt. Ebenfalls außerordentlich gut recherchiert sind die Kapitel über Pathologie und Entologie - auch wenn speziell diese Abschnitte nicht für sehr sensible Leser geeignet sind (die Verwesungsstadien von Leichen und ähnliche "unappetitliche" Prozesse werden mit einer sorgfältigen Genauigkeit geschildert).

 

In regelmäßigen Abschnitten sind passende Fotographien eingefügt, die der Anschaulichkeit dienen sollen und diese Anforderung zweifelsohne erfüllen. Nach der Hälfte der Gesamtseitenzahl finden sich mehrere Seiten Farbfotographien.

 

Insgesamt bin ich absolut begeistert von dem flächendeckenden Umfang des Buchinhalts sowie dem angenehmen Schreibstil. Besonders möchte ich nicht nur anmerken, wie gut die Sachinhalte dargestellt sind, sondern auch wie viel sorgfältige Recherche hinter diesem Buch steckt. Eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr bisher gelesen habe. Absolute Leseempfehlung!

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ch: thriller

In der Haut des Teufels

Marc Dugain , Michael Killisch-Horn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 08.02.2016
ISBN 9783442713233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei diesem Buch ist es mir besonders schwer gefallen, ein finales Urteil darüber zu fällen, wie ich es bewerten soll. Normalerweise liegen mir Romane nicht besonders und nichts will mir so richtig gefallen. „In der Haut des Teufels“ hat aber etwas Besonderes an sich und zog mich schnell in seinen Bann.


Die Storyline ist nicht geprägt von Spannungshöhepunkten, sondern besticht durch eine grundsätzliche Anspannung – ein Knistern, das in der Luft liegt, wenn man so will – begleitet von dem Gefühl, dass die Situation jeden Moment kippen kann. Das ist einer der Punkte, die das Buch zu etwas besonderem machen.


Der andere Punkt stellt die Thematik und deren Präsentation dar. Auch wenn es sich um ein Werk aus der Feder eines Schriftstellers handelt, verbirgt sich im Hintergrund immer der Kern der Realität. Allein die Vorstellung in die Gedankenwelt eines Serienmörders einzutauchen kann beim Lesen leichtes Unbehagen auslösen. Zugleich ist es aber unfassbar aufregend!


Dugain erschafft ein faszinierendes Leseerlebnis und jeder einzelne Satz trägt zu dem großen Gesamtbild der Figur des Al Kenner bei. Seine gut durchdachten und wohl formulierten Kapitel hinterlassen einen bleibenden Eindruck und auch die Geschichte selbst wird mich wohl noch eine Zeit lang begleiten. Ich kann das Buch trotz fehlender Spannungshöhepunkte empfehlen!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Trauer, Panik, Leidenschaft

Gabriel Rolón , Peter Kultzen
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 08.02.2016
ISBN 9783442713493
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Psychotherapie hat mich schon immer fasziniert und ich bewege mich literarisch sehr oft in ähnlichen Thematiken. Das große Interesse daran hat wohl dazu geführt, dass ich meine Erwartungen an dieses Buch recht hochgeschraubt hatte.


Die Beschreibung verspricht eine Schilderung der interessantesten „Fälle“ von Psychoanalytiker Gabriel Rolón. Den Leser erwartet demnach ein Einblick in seine Praxis und den Verlauf zahlreicher Sitzungen – diesen Anspruch erfüllt „Trauer Panik Leidenschaft“ durchaus. Aber nichtsdestotrotz konnte mich das Buch weder durch seine Fälle fesseln, noch in dem Rahmen über das psychoanalytische Vorgehen informieren, den ich mir gewünscht hatte. Natürlich streut der Autor immer wieder Tipps ein, wie seiner Meinung nach am besten mit Patienten umzugehen ist, aber bei den Themeninhalten und Informationen zum Fachbereich fehlte mir persönlich etwas Struktur.


Soviel zu meiner Kritik. Aber natürlich soll das Buch nicht zu schlecht wegkommen – insgesamt hat es mir ja recht gut gefallen und ich möchte auf keinen Fall, dass meine Kritik der Grund ist, es nicht zu lesen. Denn lesenswert ist es auf jeden Fall! Auch wenn es nicht das ist, was ich mir vorgestellt hatte, bin ich dennoch froh, mir das Buch zugelegt zu haben, weil es mich ständig zum Nachdenken anregte. Und das ist für mich fast schon die wichtigste Eigenschaft an einem Buch.


Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn meine Erwartungen vielleicht ein wenig zu hoch angesetzt waren. Ich empfehle es gerne weiter!

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verschiedene kulturen, reisen, sieben weltwunder

Ein Idiot unterwegs

Karl Pilkington , Ricky Gervais , Stephen Merchant , Leena Flegler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.02.2016
ISBN 9783734102271
Genre: Humor

Rezension:

„Mir fällt daheim die Decke auf den Kopf“, „Ich brauche einen Tapetenwechsel“ oder „Ich will meinen Horizont mithilfe ferner Kulturen erweitern“. Gründe für das Reisen sind bekanntermaßen vielfältig, doch nicht jeder kann einem Urlaub im Ausland etwas abgewinnen. Ein bekennender Reisemuffel ist auch der Londoner Karl Pilkington. Begleitet von einem Kamerateam und jeder Menge Unmut soll Pilkington nun eine Weltreise antreten, die ihn nach der Planung seiner beiden Freunde, Ricky Gervais und Stephen Merchant, zu den sieben Weltwundern der Moderne führt.


Das ungewöhnliche Spektakel wurde auch zu einer erfolgreichen TV-Serie verarbeitet und bereits mit einer Fortsetzung gekürt. Ich habe schon einige Folgen der ersten Serie „An idiot abroad“ gesehen und habe mich spontan für das Buch begeistern können.


Meine Erwartungen waren nicht übermäßig hoch – ich hatte Bedenken, mich zu langweilen, weil ich eben schon große Teile der Serie gesehen habe. Dem war aber überhaupt nicht so! Das Buch war für mich eher eine Art Ergänzung und Erinnerung an das bereits gesehene. Die Eindrücke von Karl Pilkington und seine schreiend komischen Gedanken kamen meiner Meinung nach im Buch besser zu Geltung, als in der Sendung. Und mit den enthaltenen Farbfotographien fehlt es auch nicht an visuellen Reizen. Es ist bloß ein bisschen Schade, dass es nur ein paar Fotos gibt und diese zu drei „Blöcken“ zusammengefasst werden – vermutlich des Buchdrucks wegen. Deshalb muss man immer mal wieder blättern, um die passenden Fotos zur Erzählung begutachten zu können. Überraschenderweise muss ich jedoch gestehen, dass die Serie ein bisschen besser war, als das Buch.


Insgesamt kann man sagen, dass dieses etwas andere Reisetagebuch eine spannende Lektüre für ein Wochenende auf dem Sofa oder doch den kommenden Strandurlaub ist. Mich begleitete das Buch auf letzterem und ich habe mich gut damit amüsiert. Kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen!


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konzentrationslager, holocaust, biographie, ghetto, auschwitz

Pici: Erinnerungen an die Ghettos Carei und Satu Mare und die Konzentrationslager Auschwitz, Walldorf und Ravensbrück

Robert Scheer
Flexibler Einband: 228 Seiten
Erschienen bei MARTA PRESS, 11.03.2016
ISBN 9783944442402
Genre: Sachbücher

Rezension:

Den Inhalten des Buches wurden schon mehrere Rezensionen gewidmet, also möchte ich meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke so gut es geht mit Ihnen teilen.


Das Buch ist emotional so geladen, wie man es sich eben vorstellt. Es ist keine Gute-Laune-Geschichte und auch keine leichte Lektüre für einen sonnigen Nachmittag am Strand. Aber sie ist inspirierend und von immenser Bedeutung.


Die Lebensgeschichte von Pici gibt den Holocaust-Opfern ein Gesicht und zeugt von den grausamen Erfahrungen, die alle Überlebenden verarbeiten mussten.


Besonders schön hingegen fand ich Pici's Erzählungen von der Zeit vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Durch den Stil des biographischen Interviews, geführt vom Autor und Enkel Robert Scheer, erhalten wir einen wertvollen Einblick in die Gedankenwelt und die Erinnerungen einer starken Frau, der ihre Bildung immer am Herzen lag. Der Schreibstil ist sehr persönlich und der Verlauf ähnelt weniger einem echten Interview, sondern mehr einer geführten Unterhaltung zwischen Enkel und Großmutter.


Der chronologische Verlauf wird stets begleitet von vielen interessanten Fotos und Portraits von Familienangehörigen (Farbdruck). Auch im anschließenden Epilog der Verlegerin wird nicht an Bildern gespart. Das dient einerseits der Anschaulichkeit, führt aber auch dazu, dass man sich persönlich mit den einzelnen Angehörigen und deren Schicksal auseinander setzt.


Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen. Jeder sollte sich einmal mit der Thematik in Form von Zeitzeugenberichten beschäftigen, um zu verhindern, dass dieser Teil unserer Landesgeschichte in Vergessenheit gerät.

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psychologie, sachbuch pädagogik & psychologie, psychische störung, diagnose, psychotherapie

Bin ich psycho ... oder geht das von alleine weg?

Josef B. Aldenhoff
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 29.04.2014
ISBN 9783570101933
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Psychotherapeut Prof. Dr. Josef Aldenhoff versteht es wie kein anderer dem Leser den Unterschied zwischen menschlicher Eigenart und einer psychischer Störung als Krankheitsbild zu offenbaren. Dabei bleibt er nicht nur bei der bloßen Schilderung der Krankheitsbilder und deren Ausprägungen, sondern weist darauf hin, welche Art von Therapie oder Medikament in der Regel eingesetzt werden, um die Störung einzudämmen oder gänzlich zu behandeln.


In relativ kurzen Kapiteln werden alle möglichen mehr oder weniger alltägliche Probleme vorgestellt, die mit unserer Psyche zusammenhängen. Ich sehe das Buch nicht als Selbsthilfebuch, sondern als knappe Einführung in die klassischen Krankheiten, mit denen sich ein Psychotherapeut befasst. Wer nur Interesse an einer einzelnen Thematik hat, findet womöglich anderweitig spezifischere Literatur und ist damit auch besser beholfen.


Im Anhang finden sich Erläuterungen zu häufig verwendeten Fachbegriffen, die einem häufig unterkommen, wenn man sich mit psychischen Erkrankungen beschäftigt. Auch für Betroffene oder Angehörige kann eine Zusammenfassung von gut verständlichen Definitionen hilfreich sein. Aldenhoff erklärt die Begriffe so, dass sie für jeden zugänglich sind - auch ohne jegliches Vorwissen - ohne dabei auf fachliche Korrektheit zu verzichten.


Am Schluss gibt es eine kleine Übersicht über die Medikamente, die in der Psychotherapie Anwendung finden. Diesen Abschnitt fand ich besonders Spannend im Hinblick auf die möglichen Nebenwirkungen, die Eigenarten des einzelnen Medikaments und seine genaue Auswirkung auf das psychische Befinden.


Insgesamt kann ich das Buch absolut empfehlen - egal ob als alltagstaugliches Nachschlagewerk oder interessante Wochenendlektüre.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

reue, mutterschaft, fachbuch, bereute mutterschaft, beziehung

Regretting Motherhood

Orna Donath , Karlheinz Dürr , Elsbeth Ranke
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Knaus, 04.02.2016
ISBN 9783813507195
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Es ist schon sehr anstrengend, aber wenn sie einen anlächeln, ist der ganze Stress vergessen." Einen so oder zumindest so ähnlich klingenden Satz hat jeder schon einmal beim Gespräch mit einer Mutter über das Thema Elternschaft gehört. Genauer hinterfragt werden solche Aussagen meist nicht, dabei ist es umso wichtiger, dass sich besonders junge Frauen die Frage stellen: Ist es das wirklich wert?


Mit ihrer Studie "Regretting Motherhood" schneidet Orna Donath ein bisher absolut tabuisiertes Thema an: Mutterschaft macht nicht immer glücklich und ist nicht für alle Frauen erfüllend.

Dabei geht es nicht um Mütter von Kriminellen oder ähnliches - bei der Studie wurden ganz normale Frauen befragt, die in der Elternschaft keine Erfüllung finden und sich nun endlich trauen öffentlich darüber zu sprechen.


Dabei ist der wichtigste Punkt, der auch im Buch immer wieder betont wird, dass diese Frauen ihre Kinder lieben und deren Charaktere nicht bereuen, sondern ihre Rolle als Mutter und die damit verbundenen gesellschaftlichen Anforderungen. Die genauen Begründungen sind unterschiedlich und werden in diesem Buch nach für nach beschrieben. Über die Ausschnitte der Interviewprotokolle hat man direkt Zugang zu den einzelnen Probantinnen und kann ihre Argumentationen gut verstehen. Insgesamt dreht sich die Thematik oftmals im Kreis und neigt zu Wiederholungen. Bei den knapp 260 Seiten muss man hier unbedingt Interesse an der Materie und etwas Durchhaltevermögen mitbringen.


Entgegen den Vorwürfen, es handle sich dabei nur um Gejammer über Stress und wenig Freizeit, schildern die Frauen ein großes gesellschaftliches Problem. Viele von ihnen beschreiben, ihre eigene Identität verloren zu haben und nur noch als Mutter angesehen zu werden. Sie sind nicht gestresst, weil ihr Kind gerade zahnt, sondern zutiefst unglücklich mit der Rolle, die ihnen aufgezwängt wird. Dabei muss man die unterschiedliche Rolle der Frau in Israel und Deutschland natürlich ebenfalls berücksichtigen!


Für mich persönlich war besonders die Stigmatisierung von jungen Frauen, die keine Kinder haben wollen, von enormer Bedeutung: "In 20 Jahren wirst du es bereuen, keine Kinder bekommen zu haben". Wir dürfen dieser Generation von selbstbewussten Frauen nicht einreden, dass sie ohne Kinder niemals glücklich sein werden. Das ist wohl der Kerngedanke des Buches, der mich noch lange beschäftigen wird. Sehr zu empfehlen!

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Unser empathisches Gehirn

Christian Keysers , Hainer Kober
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bertelsmann, C, 24.06.2013
ISBN 9783570009543
Genre: Sachbücher

Rezension:

Unsere Mitmenschen zu verstehen ist eine Gabe, die wir jeden Tag aufs Neue einsetzen müssen, um den Alltag zu bewältigen. Kaum vorstellbar, wie die zwischenmenschliche Kommunikation verlaufen würde, hätten wir nicht die Fähigkeit uns in unser Gegenüber hineinzuversetzen oder Gesichtsausdrücke zu deuten.


Mit der Thematik der Empathie beschäftigt sich auch Christian Keysers intensiv über viele Jahre seines Lebens als Forscher. Sein Buch beinhaltet aber keinesfalls theoretische Annahmen, sondern experimentell und wissenschaftlich fundiertes Wissen, das er zu seinem Werk zusammengefasst hat.


Begleitet von dünn gestreuten Grafiken und Bildern von Gehirnscans führt Keysers den Leser langsam durch das komplexe Feld der Neurologie. Dabei werden viele interessante Themen angeschnitten, die allesamt jeweils für sich schon genug Material für dutzende von Büchern liefern könnten. Für besonders erwähnenswert erachte ich hier das Kapitel zu Autismus sowie die Ausflüge in die Evolutionspsychologie.

Im Zentrum stehen ganz klar neurologische Prozesse. Wer sich nicht genauer mit Neurologie befassen möchte, sollte einen großen Bogen um dieses Buch machen, denn es besteht zu einem Großteil aus Informationen zu Neuronen und Synapsen.

Die Inhalte bauen Kapitel für Kapitel aufeinander auf. Das heißt, man sollte sich hier etwas mehr Zeit nehmen, um die frühen Inhalte genauestens zu verstehen. Ansonsten kann man schnell den Anschluss verlieren und dementsprechend auch das Interesse.


Ich habe sehr viel länger für das Durchlesen gebraucht, als ich ursprünglich angenommen hatte, aber dadurch hat man lange Zeit etwas von dem Buch. Im Nachhinein bin ich sehr zufrieden mit dem wissenschaftlichen Niveau, das Keysers seinen Lesern "zumutet" und kann das Buch allen empfehlen, die nicht vor der Neurologie zurückschrecken. Belohnt wird dieser Einsatz garantiert!

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Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute

Patrick Salmen
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2016
ISBN 9783426519561
Genre: Humor

Rezension:

Ich muss gestehen, dass ich vom Autor und Poetry-Slammer Patrick Salmen zuvor noch nie gehört habe. Durch einen Zufall bin ich nun auf sein aktuelles Buch gestoßen und habe mich einfach mal überraschen lassen. Und so viel sei schon mal vorweggenommen: es wird sicher nicht mein letztes Buch von ihm sein.


Patrick Salmen versteht es wie kein anderer, die Absurditäten des Alltags zu erfassen und sie zu lustigen kleinen, aber durchaus gut durchdachten, Kurzgeschichten zu verarbeiten. Der ganz normale Wahnsinn menschlichen Verhaltens zusammen mit der gewitzten und intelligenten Ausdrucksweise Salmens ergibt ein unglaublich unterhaltsames Buch.


Der Leser kann sich auf eine bunte Mischung aus lustigen Dialogfetzen, verrückten Listen und ein paar längeren Erzählungen der täglichen "Abenteuer" aus dem Leben eines Autors freuen. Viele Geschichten zeichnen sich dadurch aus, dass sie ganz normale Alltagssituationen widerspiegeln, zu denen sich Salmen belustigend äußert - immer etwas zynisch, aber mindestens genauso eloquent. Letztere Eigenschaft weiß ich auch bei humorvollen Bücher sehr zu schätzen.


Bei manchen Stories hat man zwar das Gefühl, dass hier viel zurechtgedichtet wurde und nur der Feder eines fantasievollen Autors entspringt. Insgesamt stelle ich aber nicht die Anforderung, dass alles, was ich an Dialogen zu lesen bekomme sich wirklich genau so ereignet hat. Soviel künstlerische Freiheit muss man Schriftstellern lassen.


Allem in allem hatte ich aber viel Spaß mit dem Buch und das ist ja die Hauptsache. Besonders die tägliche Zugfahrt zur Uni empfand ich als passende Situation, um darin zu lesen. Inmitten von zahlreichen anderen Menschen kann man schon mal den ein oder anderen Dialog mithören, der genau so gut aus dem Buch stammen könnte. Sehr zu empfehlen!

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