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Ausgezählt

David Baldacci , Norbert Jakober
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.06.2019
ISBN 9783453272286
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ausgezählt“ ist der erste Roman aus der Feder David Baldaccis, den ich gelesen habe – und vermutlich wird es auch der letzte sein. Dabei klang die Story anfangs noch recht vielversprechend, im Verlauf des Buchs wird sie jedoch zunehmend chaotischer und etwas absurd.

Der im Klappentext angeteaserte Teil der Geschichte zur Entführung der Zwillingsschwester der Hauptperson Atlee Pine spielt in diesem Band übrigens nur eine marginale Rolle und dient vermutlich eher als Vorschau auf das nächste Buch der Reihe. Darüber war ich etwas enttäuscht, mein Hauptproblem mit dem Roman lag jedoch weniger im Plot, sondern eher in der Schreibweise per se. 


Die Charaktere wirken sehr eindimensional und es fiel mir schwer Sympathien zu einem von ihnen aufzubauen. Besonders die FBI-Agentin, um die sich die ganze Geschichte dreht, war mir grundsätzlich unsympathisch. Ihre „coolen“ Sprüche, die wohl eiskalt und abgebrüht wirken sollten, hätten genauso gut aus einem Action-Film mit C-Promi-Besetzung stammen können. In den Dialogen wurde ihr dafür zufälligerweise immer eine geeignete Steil-Vorlage geliefert, weshalb auch diese sehr unrealistisch und künstlich scheinen. Hinzu kommt, dass sie im Laufe der Handlung immer die richtigen Entscheidungen trifft und eine nicht unwesentliche Portion Glück hat bei allem, was sie anstellt. Alle Passwörter werden geschickt geknackt und die bösen Buben bekommen immer gehörig eins auf den Deckel – gut für die Ermittlung, aber auf Dauer langweilig für den Leser.

Nach einem soliden Start hat mir das Buch immer weniger gefallen, je weiter ich gelesen habe. Obwohl es nur selten Längen ohne Handlung gab, konnte es mich nicht packen. 

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Im Auge des Betrachters

Damion Searls , Harald Stadler
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei btb, 13.05.2019
ISBN 9783442754243
Genre: Biografien

Rezension:

Der weltweit berühmte Rorschach-Test ist längst nicht mehr nur ein Verfahren, das im Rahmen psychoanalytischer Untersuchungen angewandt wird. Mit dem Einzug der Tintenkleckse in die Pop-Kultur zeigte sich die Faszination der breiten Masse von dieser scheinbar simplen Methode zur Aufdeckung tief verborgener Persönlichkeitsmerkmale. Angesichts der zahlreichen Mythen rund um die Funktionsweise des Tests, war es mir ein Anliegen, mich genauer mit den Umständen seiner Entstehung und den Intentionen des Erfinders auseinanderzusetzen.


Das Buch folgt einem chronologischen Aufbau und begleitet Hermann Rorschach durch seine Kindheit, die Jahre der Orientierung im Jugendalter und schließlich seinen Werdegang als angesehener Psychoanalytiker. In der ersten Hälfte des Buchs erhält der Leser wirklich sehr detaillierte Einblicke in die Ansichten, Träume und Denkweise eines bemerkenswerten Menschen, der sich durch seine künstlerischen Fähigkeiten und sein aufrichtiges Interesse an seinen Patienten von seinen Fachkollegen abhebt. Gestützt von zahlreichen Fotografien und Abbildungen von Rorschachs Zeichnungen erzählt der Autor nicht nur das Leben des Schweizers nach, sondern vermittelt auch dessen Annahmen zur menschlichen Psychologie und zum Leben als Ganzes sehr ausführlich. 

Die zweite Hälfte des Buchs beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Test selbst. Was zeichnet genau diese zehn Tintenkleckse aus? Wie werden die Antworten der Probanden interpretiert? Sind die Ergebnisse reliabel und intersubjektiv nachvollziehbar? Auch die Verbreitung des Tests wird beschrieben – hierbei stößt dieser unvermeidbar auf Kritik anderer Psychoanalytiker. Der Streit innerhalb des Fachs und die Versuche, die Funktionalität des Tests nachzuweisen, werden ausführlich behandelt. Am Ende des Buchs bleiben keine Fragen des Lesers mehr offen. 

Durch die sehr ausgeprägte biographische Komponente ergeben sich im Verlauf des Buches einige Längen, die meiner Ansicht nach etwas gekürzt werden hätten können. „Im Auge des Betrachters“ richtet sich somit wirklich nur an ein Publikum, das auch Interesse an der Person hinter dem Test hat. Insgesamt würde ich das Buch jedoch jedem empfehlen, der sich gerne mit psychoanalytischen Verfahren auseinandersetzt.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Drawdown - der Plan

Paul Hawken , Thomas Görden , Andreas Kuhlmann , Ernst Ulrich von Weizsäcker
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 22.04.2019
ISBN 9783579014722
Genre: Sachbücher

Rezension:

Drawdown versteht sich als Sammlung von 100 Projekten, Konzepten und Ideen, die dabei helfen sollen, die Erderwärmung umzukehren. Entgegen dem klassischen Furcht-Appell anderer Bücher, soll diese Sammlung also nicht die verheerenden Schäden des Klimawandels aufzeigen, sondern vielmehr Lösungen und Ansätze bieten, um etwas gegen das größte Problem unserer modernen Gesellschaft zu unternehmen. Hierbei werden die Umsetzungskosten und das Einsparungspotential (finanziell als auch in Bezug auf den Ausstoß von Treibhausgasen) für eine grundsätzliche Bewertung und den anschließenden Vergleich der Projekte herangezogen.


Dabei sind natürlich nicht alle Projekte wirklich „neu“. Dass die Nutzung regenerativer Energien zum Einsparen von Emissionsgasen beiträgt, sollte für niemanden mehr eine Überraschung darstellen. Interessant waren für mich eher technische Innovationen, die zwar im Ranking des Buchs aufgrund geringerer Einspar-Potentiale eher eine Position auf den niedrigeren Rängen beziehen, aber dennoch einen Ausblick darauf geben, wie wir in Zukunft leben könnten. Die Kapitel „Gebäude und Städte“ und „Zukunftsvisionen“ haben mir demnach am besten gefallen.

Die Idee des Rankings finde ich dabei sehr interessant. Ich habe mich jedoch auch gefragt, ob diese Auflistung und Gegenüberstellung nicht eine gewisse Konkurrenz zwischen den Projekten vermittelt, die es ja natürlich in der Realität nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Die parallele Umsetzung möglichst vieler der genannten Wege zur CO2-Reduktion ist ja das Ziel. Projekte, die in diesem Ranking schlechter abschneiden, sind also nicht weniger bedeutsam. Mikro-Projekte haben bspw. oftmals eine sehr große Wirkung auf die Menschen einer Region, auch wenn sie weniger CO2 einsparen. Behält man das im Hinterkopf, vermittelt aber das Ranking natürlich einen übersichtlichen Eindruck davon, welche Vorgehensweisen den größten Beitrag zum Bremsen des Klimawandels leisten können.

Insgesamt ein sehr angenehm zu lesendes Buch, das mit seinen vielen Illustrationen und einer positiven Grundstimmung ein bisschen Hoffnung vermittelt, die wir in Anbetracht der aktuellen Umweltprobleme sehr gut gebrauchen können.

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Der unheilbare Romantiker

Frank Tallis , Liselotte Prugger
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 10.06.2019
ISBN 9783442718221
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich hatte schon immer großes Interesse an psychotherapeutischer Arbeit und kann einfach nicht widerstehen, wenn ein Buch mit entsprechendem Titel auf den Markt kommt. „Der unheilbare Romantiker“ von Frank Tallis erinnerte mich sehr an die Bücher des bekannten Therapeuten Irvin D. Yalom, die ich absolut phänomenal finde. 


Auch beim Lesen dieses Buchs fühlt man sich durch die Dialog-Passagen als Teilnehmer an einer sehr intimen Interaktion zwischen Therapeut und Patient.


Tallis selbst wirkt in seinen Erzählungen sehr authentisch und erklärt detailliert den Ablauf der Sitzungen mit seinen Patienten. Er nimmt nicht die Rolle des unnahbaren und allwissenden Arztes ein, sondern gesteht auch häufig eigene Fehler ein und reflektiert seine Vorgehensweise sehr bewusst, um dem Leser einen Einblick in seine Tätigkeit zu verschaffen. Im Umgang mit psychisch auffälligen Menschen wird der Therapeut regelmäßig in schwierige Situationen gebracht. Wie sollte man reagieren, wenn einem ein vermeintlich normaler Angestellter beichtet, er sei von einem Dämon besessen?


Ergänzend zu den konkreten Fällen, die Tallis beschreibt, gibt er immer wieder einen Überblick über die Standpunkte der verschiedenen Fachrichtungen und die Geschichte der Psychotherapie. Dabei ist vor allem seine erfrischende Offenheit gegenüber den diversen Ansätzen positiv hervorzuheben. Auch grundsätzliche Überlegungen zu Liebe, Sexualität und existenziellen Fragen sind Teil der einzelnen Kapitel. Manchmal „kreist“ der Autor hier ein bisschen zu lange über einem bestimmten Gebiet und sorgt so für etwas Redundanz. Da diese Ausflüge in die Philosophie aber nicht allzu lange sind, sollte dies nicht zu negativ bewertet werden.


Insgesamt ist das Buch wirklich spannend und kurzweilig. „Der hoffnungslose Romantiker“ ist eine faszinierende Sammlung menschlicher Schicksale, die nicht dazu einladen, sich über vergebliche Liebesmühe lustig zu machen, sondern mit den Betroffenen mitzufühlen und selbst über unsere Beziehungen zu anderen nachzudenken. Definitiv lesenswert!

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Vespasian. Das Blut des Bruders

Robert Fabbri , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 18.06.2019
ISBN 9783499276446
Genre: Historische Romane

Rezension:

In dem 5. Band der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri "Das Blut des Bruders" macht der Held da weiter, wo er im 4. Band aufgehört hat: Er nimmt an der Eroberung Britanniens teil. Als Legatus einer römischen Legion hat er dabei mit allerhand Unbill zu kämpfen. Insbesondere muss er seinen vom Feind entführten Bruder befreien, bevor dieser von äußerst unsympathisch dargestellten Druiden geopfert wird. Dabei läuft der Autor wieder zu gewohnter Form auf, wenn er sehr packend die Schlachten um zwei britannische Wallburgen schildert. Auch taktische und strategische Überlegungen sowie die Politik der römischen Invasoren werden gut herausgearbeitet. Und für Spannung sorgt allein schon die Unberechenbarkeit der Bewohner der britischen Inseln – eine Charaktereigenschaft, die sich anscheinend erhalten hat ;-)

Nachdem das Abenteuer Britannien glücklich überstanden ist, darf der Held wieder nach Rom zurückkehren, wo in der 2. Hälfte des Romans die Intrigen der römischen Politik rund um die Kaiserin Messalina in bunten Farben gemalt werden. Nach den klaren Strukturen des Militärdienstes muss sich Vespasian schnell wieder an das politische Minenfeld der Hauptstadt gewöhnen, wo die verschiedensten Parteien um Macht und Einfluss kämpfen und wo er im großen Spiel mitmischen und sich auch die Hände richtig schmutzig machen muss, um den Aufstieg seiner Familie zu bewirken. Hatte er in den ersten Bänden noch größere Skrupel, so legt er mittlerweile dabei einen beinahe schon routinierten Pragmatismus an den Tag.

Die Verhältnisse der Regierung unter Kaiser Claudius werden sehr plastisch geschildert. So fand ich z.B. die Winkelzüge der drei Freigelassenen, die die Politik bestimmen, sehr schlüssig und amüsant dargestellt. Die Intrigen wirken auch nicht so überkonstruiert wie in manchen Vorgängerbänden.

Angenehm fand ich insbesondere die Tatsache, dass der Protagonist nicht nur als strahlender Held beschrieben wird, sondern auch, wie er die nötige Skrupellosigkeit an den Tag legt, um im Haifischbecken Roms zu überleben. So schickt er z.B. seine Ehefrau – zwar mit Bedauern, aber letztlich doch eiskalt – ins Bett der Kaiserin, um diese auszuspionieren. Auch sein Umgang mit Sklaven ist nicht von übermäßiger Humanität, sondern von Kosten-Nutzen-Erwägungen geprägt, was der historischen Wahrheit sicherlich näherkommt, als so manche Weichzeichnung in anderen Romanen. Sehr amüsant fand ich auch, wie die Geschäftstüchtigkeit Vespasians dargestellt wird. Getreu seinem späteren Motto "Geld stinkt nicht" hat er eine große Freude daran, Bestechungsgelder abzuzweigen oder einen Sklavenhändler zu erpressen. Diese Ambivalenz des Charakters macht die Romanfigur Vespasian so interessant. Und obwohl man ja weiß, dass die Story insgesamt für ihn glücklich ausgehen muss, fiebert man doch mit ihm mit.

Ein Aspekt des Romans, der mir nicht so gefiel, der aber insgesamt nur einen kleineren Teil ausmacht, ist die Beschreibung der britannischen Druiden. Diese werden mit geradezu überragenden übernatürlichen Fähigkeiten geschildert. So können sie sich z.B. in den Augen der Römer in Schafe oder Wölfe verwandeln oder ihre Gegner mittels Zauberkraft bewegungsunfähig machen.  Ich habe mich schon etwas gewundert, dass in einer Romanreihe, die ansonsten die Sachlichkeit und den Pragmatismus der Römer so nett herausarbeitet, plötzlich eine solch magische Welt aufgemacht wird, die für die Handlung nicht mal nötig ist. Hier hätte es aus meiner Sicht gut getan, wenn der Autor etwas mehr auf dem Boden geblieben wäre.

Ansonsten aber ein spannender und interessanter Roman der Reihe. Der Autor hat sich gut "eingeschwungen". Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Wolfskrieg

Bernard Cornwell , Karolina Fell
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 16.04.2019
ISBN 9783499276521
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der elfte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell gehört für mich zu den schwächeren Bänden der Reihe. Natürlich gelingt es Cornwell mit seiner ganzen Routine immer noch eine ganz passable Story zu stricken und den Leser in das 10. Jahrhundert mitzunehmen, aber das Niveau anderer Bände der Reihe erreicht er dieses Mal nicht. Für mich liegt das daran, dass die Story ähnlich wie der Held der Reihe mehr oder weniger in der Gegend herumirrt.


Zum Geschehen: Mit einer List wird Uhtred von Bebbanburg fort- und nach Mercien gelockt. Dort angekommen kann er zwar seinem belagertem Freund Aethelstan zu Hilfe kommen, aber in der Zwischenzeit fallen in Northumbrien die Wolfskrieger des Norwegers Sköll Grimmarson ein, der höchstpersönlich ein Familienmitglied Uhtreds tötet. Damit ist der Uhtred-Gegenspieler des Bandes eingeführt und es werden noch etliche Ritte unternommen bis es am Ende des Bands zu dem erwarteten Showdown bei dem Angriff auf das Hauptquartier des Bösewichts kommt. Hier läuft Cornwell wieder zu gewohnter Stärke auf, wenn er den erzählerischen Kunstgriff anwendet, Uhtred den Angriff einem Priester schildern zu lassen, der ein Lob-Gedicht auf die Helden des Kampfes verfassen soll und dieses Gedicht aus Uhtreds Sicht nicht so richtig deckungsgleich mit der Wirklichkeit ist.


Insgesamt eine dahinmäandernde Story, die erst zum Schluss richtig Fahrt aufnimmt.


Man hat den Eindruck, dass es sich um einen „Füllband“ handelt, bevor in einem nachfolgenden Band Aethelstans Kampf um die Königsherrschaft geschildert wird. Da bin ich dann gerne wieder mit dabei, weil die Reihe insgesamt natürlich schon ein Leckerbissen für Freunde historischer Romane ist.


Noch eine kurze Bemerkung zur Einbandgestaltung, weil ich das loswerden muss:

Es ist für mich ein Rätsel, warum man sich beim rororo-Verlag dazu entschieden hat, nach dem 7. Band der Reihe den Einband grundsätzlich anders zu gestalten. Wurden die ersten 7 Bände jeweils von einem historischen Artefakt geziert, was sie für mich wohltuend von anderen historischen Romanen abhob und sogar der Grund war, warum ich den ersten Band in einem Buchgeschäft in die Hand nahm, zieren seit dem 8. Band Bilder das Cover, die wohl Szenen des jeweiligen Bandes illustrieren sollen. Damit unterscheiden sie sich aber nicht von den typischen 08/15-Einbänden anderer historischer Taschenbuchromane. Schade! Hier hat man nach meiner Meinung mitten in der Reihe eine interessante Gestaltung aufgegeben, die zudem zu einem unschönen „Bruch“ in meinem Bücherregal führt.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Speeches of Note

Shaun Usher
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.03.2019
ISBN 9783453271395
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nach seinen erfolgreichen Sammlungen von Listen und Briefen, widmet sich Shaun Usher mit seinem neuesten Herausgeberwerk einigen der bedeutendsten Reden der Geschichte und deren Hintergründen. Mit seinem dekorativen Einband und den zahlreichen Fotos ist „Speeches of Note“ ein klassisches Coffee Table Book.

 

Dass sich das Buch nicht nur aufgrund seiner dekorativen Optik lohnt, zeigt bereits ein Blick ins Inhaltsverzeichnis: von Sokrates über Walt Whitman bis hin zu Malala Yousafzai treten große Persönlichkeiten verschiedener Zeitepochen ans Rednerpult und geben sich quasi das Mikro in die Hand. Die Reden sind nicht chronologisch geordnet, wodurch man eine abwechslungsreiche Mischung erhält, wenn man sich dazu entscheidet, das Buch von Anfang bis Ende stringent durchzulesen. Ich finde es aber empfehlenswert, sich die passende Rede für die aktuelle Stimmungslage oder das persönliche Zeitfenster auszusuchen.

 

Da manchmal auch der Kontext der Rede interessanter ist, als der Inhalt per se, wird jedes Kapitel von einer kurzen Erklärung eingeleitet. Dieser könnte meines Ansicht nach gerne noch etwas länger sein. Zum besseren Verständnis tragen zudem kleine Bemerkungen des Autors am Rande der Rede bei.

Nachdem ich nun den Großteil der Reden gelesen habe, kann ich sagen, dass manche von ihnen wohl hauptsächlich durch die gegebenen Umstände in das Bewusstsein der Allgemeinheit gelangten und sich oftmals inhaltlich nicht als besonders bedeutend herausstellen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wahlkampfrede, die der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt im Jahre 1912 in Milwaukee hielt. Wer schon mal ein paar Wahlkampfreden live miterlebt oder auch medial verfolgt hat, weiß: sie sind sich alle ziemlich ähnlich. So ging es mir auch mit der oben genannten Rede – natürlich bis auf einen einzigen Unterschied. T. Roosevelt wurde kurz vor seinem Auftritt von einem Attentäter angeschossen und bestand darauf, seine Rede zu halten (wohlgemerkt während sich die Kugel noch in seinem Brustkorb befand!). Anschließend wurde er ins Krankenhaus gebracht.

 

Solche Geschichten sind natürlich sehr interessant, aber ohne den Kontext wäre die Rede wohl nicht im Gedächtnis geblieben. Da stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, sich durch die Längen der Rede zu schleppen.

 

Glücklicherweise bestechen aber die meisten der Reden durch ihre Inhalte, die definitiv als Denkanstöße dienen und mich auch über den Tag hinweg beschäftigten. Besonders interessant waren die Reden, die zwar für einen bestimmten Zeitpunkt vorgesehen waren, aber nie gehalten wurden (z.B. eine Ansprache Nixons im Falle eine Mondkatastrophe). Ich würde das Buch also guten Gewissens weiterempfehlen, auch wenn es mich nicht ganz so sehr begeistern konnte, wie die vorangegangenen Bände von Shaun Usher.

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Die schwarze Frau

Simone St. James , Anne Fröhlich
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.02.2019
ISBN 9783442488223
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich muss zugeben, dass ich bei diesem Buch zu Beginn meine Schwierigkeiten damit hatte, dem Plot einigermaßen folgen zu können. Der Wechsel zwischen drei verschiedenen Zeit-Settings und mehreren Personen war doch eine kleine Herausforderung, wenn man kurz vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten lesen möchte. Man gewöhnt sich jedoch allmählich daran und wird mit mehreren spannenden Stories belohnt.


Das Buch beinhaltet mehrere parallele "Fälle"/"Mysterien", die es aufzulösen gilt - der Fall der "schwarzen Frau" ist dabei nur einer und gehört sogar eher zu den nebensächlichen. Diese Grusel-Story sorgt immer wieder für einen ordentlichen Spannungsaufbau zwischendurch, auch wenn sie ab und zu auch ein bisschen klischeehaft wirkt. Insgesamt ist die Einbindung des Horror-Aspekts aber geschickt gelöst und ich finde es gut, dass der Plot eben nicht nur davon handelt, sondern viele spannende Geschehnisse umfasst, die von überraschenden Wendungen geprägt sind. Man will die ganze Zeit weiterlesen, um weitere Hinweise zu erhalten und vergisst alles um sich herum. Im ersten Drittel musste man sich zwar durch ein paar Längen kämpfen, aber nach der Auflösung ergeben die geschilderten Details plötzlich alle einen Sinn.


Insgesamt würde ich sagen, dass dieses Buch vermutlich kein sprachliches Meisterwerk ist (manche Beschreibungen könnten etwas detaillierter sein etc.), aber den Leser durchaus durch die Geschichte selbst fesselt. Ich konnte jedenfalls nicht mehr aufhören zu lesen und würde "Die schwarze Frau" definitiv weiterempfehlen.

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Vespasian. Der gefallene Adler

Robert Fabbri , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.02.2019
ISBN 9783499275449
Genre: Historische Romane

Rezension:

In dem 4. Band seiner Vespasian-Reihe liefert Robert Fabbri für mich die bisher beste Arbeit innerhalb dieser Reihe ab. Irgendwie steigert er sich von Band zu Band.


Das vorliegende Buch besteht aus drei Teilen:


Der erste Teil handelt in Rom, wo Vespasians Bruder Sabinus eine tragende Rolle bei der Ermordung des Kaisers Caligula spielt. Sehr anschaulich wird geschildert, wie es die drei bewährten Freigelassenen des Claudius (Narcissus, Pallas und Callistus) durch schlaue Politik schaffen, dass ihr Herr von den Prätorianern zum Kaiser gekürt wird. Dem Senat bleibt letztendlich nichts anderes übrig, als gute Miene zu diesem abgekarteten Spiel zu machen. Hier wird wieder einmal das politische Kräftespiel gut und nachvollziehbar herausgearbeitet.


Der zweite Teil spielt in Germanien. Vespasian ist mittlerweile zum Legaten einer Legion an der germanischen Grenze ernannt worden. Die erste Aufgabe, die er zusammen mit seinem Bruder zugewiesen bekommt, ist, den seit der Schlacht im Teutoburger Wald vermissten Adler der 17. Legion wiederzufinden und dem Kaiser zukommen zu lassen, damit dieser dies zu einem Prestigegewinn beim Militär ausnutzen kann. Das heißt nichts anderes, als dass sich Vespasian zusammen mit einer Reiterabteilung auf ein Himmelfahrtskommando begibt. Die Schilderung dieser Odyssee durch das wilde Germanien ist nicht nur äußerst spannend. Nebenbei wird man unter anderem auch noch mit dem einzelnen Germanenstämmen, dem Geschehen bei der Varus-Schlacht und der Familiengeschichte des Arminius vertraut gemacht.


Der dritte und längste Teil des Buches ist für mich bisher der absolute Höhepunkt der Reihe. Vespasian nimmt als Befehlshaber eine Legion an der römischen Invasion Britanniens teil. Wie hier die strategischen und taktischen Gesichtspunkte bei dieser Operation, das Zusammenwirken der einzelnen Waffengattungen und die Professionalität des römischen Militärs geschildert werden, habe ich noch in keinem anderen Roman in dieser Detailtreue und Lebendigkeit gefunden. Das Schlachtgeschehen wird mit einer Wucht geschildert, dass einem fast der Atem wegbleibt. Man befindet sich praktisch mitten in dieser Tötungsmaschine namens römische Legion und kann nachvollziehen, warum diese von allen Gegnern gefürchtet war.


Dieser Abschnitt braucht den Vergleich mit Werken von Bernard Cornwell in keinster Weise zu scheuen.


Wohltuend war auch, dass die politischen Intrigen in diesem Band etwas überschaubarer waren als in den Vorgängerbänden, aber immer noch komplex genug, um die Mechanismen der Macht gut herauszuarbeiten.


Ich bin jedenfalls schon mal gespannt, wie Fabbri den Faden weiterspinnt. Für Spannung dürfte jedenfalls gesorgt sein, allein schon, wenn man Richtung Nero und dessen umkämpfte Nachfolge denkt.

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Klugscheißer Royale

Thorsten Steffens
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492501651
Genre: Humor

Rezension:

Normalerweise bin ich überhaupt kein großer Fan von Romanen, aber der Titel hat mich schon neugierig gemacht und nach dem überfliegen der Leseprobe wollte ich dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Zugegebenermaßen war mir der Protagonist zu Beginn nicht wirklich sympathisch und kam mir eher wie eine Art Anti-Held vor. Zwar gefielen mir seine zynischen Bemerkungen, doch seine überhebliche Art wirkte etwas zu überspielt, um sich wirklich mit ihm identifizieren zu können. 


Erst im Laufe des Buches, das seinen persönlichen Weiterentwicklungsprozess dokumentiert, gab es Anlass zur Sympathie. Auch die Identifikation fiel zunehmend leichter - wer würde denn nicht gerne manchmal die Grammatik von Jugendlichen in Bus und Bahn korrigieren?


Das Buch liest sich sehr kurzweilig und zeigt sich mit leichtem Witz, ohne auf platten Humor zurückgreifen zu müssen. Ein unerwarteter Plot-Twist am Ende schafft auch etwas Dramatik. 


Insgesamt halte ich "Klugscheißer Royale" für eine nette Lektüre, um mal ein bisschen abzuschalten. Wer noch Lesestoff für den nächsten Urlaub sucht, ist damit bestens bedient und wird am Pool wohl des Öfteren ein Schmunzeln im Gesicht tragen.

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ICH ist manchmal ein anderer

Cordt Winkler
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.02.2019
ISBN 9783442159666
Genre: Biografien

Rezension:

Ich habe vor kurzem eine Art Überblicks-Werk über verschiedene psychische Störungen gelesen und bin danach zufällig auf dieses Buch gestoßen. Da ich die Schilderungen der Fachliteratur immer etwas einseitig und schwer greifbar finde, dachte ich mir, dass ein Erfahrungsbericht aus erster Hand wohl die beste Möglichkeit sei, sich mit diesem Krankheitsbild genauer zu beschäftigen. Um ehrlich zu sein, habe ich mir beim Begriff Schizophrenie nie so wirklich etwas vorstellen können - außer natürlich die gängigen Symptome, wie das Hören von Stimmen. Doch hinter der Störung steckt noch so viel mehr, was bei der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Krankheit keine Beachtung findet.

 

Die biografische Erzählung von Cordt Winkler bildet die Komplexität des Krankheitsverlaufs und die Probleme der Betroffenen sehr anschaulich ab. Seine Erzählungen sind absolut ergreifend und lassen einen auch nicht mehr los, nachdem man das Buch beiseitegelegt hat. Seit langer Zeit hat mich ein Buch mal wieder richtig gepackt und ich wollte unbedingt weiterlesen, auch wenn es beispielsweise schon spät Nachts war. Die Schilderungen seiner psychotischen Episoden klingen dabei auf skurrile Art und Weise fast schon lustig. Gleichzeitig sind diese Abgründe der menschlichen Psyche jedoch sehr erschreckend und zwingen den Leser dazu, sich prinzipiell mit dem Konzept der Normalität auseinanderzusetzen.

 

Ich hoffe sehr, dass Erfahrungsberichte wie dieser dazu beitragen, die gesellschaftliche Stigmatisierung, die die Betroffenen tagtäglich erleben, zu reduzieren und kann das Buch nur weiterempfehlen.

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Vespasian. Der falsche Gott

Robert Fabbri , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.01.2019
ISBN 9783499275142
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zuallererst: Der dritte Band aus Robert Fabbris Vespasian-Reihe ist meiner Ansicht nach bisher der beste.

Das liegt vor allem daran, dass der Autor die „Karl-May-haften“ Abenteuerpassagen, die er in den ersten beiden Bänden sehr ausgewalzt hat, in diesem Band kürzer hält und dadurch mehr historisches Feeling aufkommt.


Das Buch lässt sich in die folgenden fünf Teile untergliedern:


1. Ausflug zur Oase Siwa


Das ist der schon angesprochene abenteuerhafte Teil des Buches. Wie passend, dass es dazu wie bei Karl-May "Durch die Wüste" geht, nämlich von der Mittelmeer-Küste zur Oase Siwa.

Hier will Vespasian einen als Sklaven verkauften römischen Kaufmann befreien, vor allem um dessen Konkubine für sich zu gewinnen. Letztendlich gelingt ihm das auch, was natürlich zu Reibereien mit seiner Geliebten Caenis führt.


2. Mordanschlag in Rom


Nach seinem Wüstenabenteuer kehrt Vespasian wieder nach Rom zurück und wird prompt in einen komplexen Mordanschlag verwickelt, was ihn dazu bringt, seine eigene Moralität in Frage zu stellen, umso mehr, als er das Mordopfer dafür bewundern muss, wie es als aufrechter Römer in den Tod geht. Interessant wie hier mit Fragen gespielt wird: Wieviel Verbrechen ist der Leser bereit, dem Protagonisten zuzugestehen? Ist Vespasian auf der "guten" Seite?


3. Machtübernahme Caligulas


Vespasians "alter Freund" Caligula übernimmt nach dem Ableben des Tiberius die Macht und sorgt gleich mal für allerhand Unterhaltung. Wer als Leser Problem damit hat, dass z.B. Inzest sehr saftig geschildert wird, sollte diesen Teil lieber überblättern.


4. Raubzug nach Alexandria


Vespasian raubt im Auftrag Caligulas den Brustpanzer Alexanders aus dessen Mausoleum in Alexandria. Dabei wird er in die Religionswirren (Griechen gegen Juden) der Stadt verwickelt.

Man bekommt hier einen Einblick in das entstehende Christentum. Sehr erfrischend ist dabei, dass der Apostel Paulus als krummbeiniger Unsympath und Fanatiker dargestellt wird. Ein interessanter Ansatz!


5. Brücke über die Bucht von Neapel


Vespasian kehrt mit dem erbeuteten Brustpanzer nach Rom zurück, wo er das neueste gigantomanische Projekt Caligulas begutachten darf: eine Schiffsbrücke über die Bucht von Neapolis. Natürlich geht das nicht ohne ein paar Wahnsinnstaten von Caligula ab.

 

Man sieht: Ein sehr abwechslungsreiches Buch. Viele Aspekte des römischen Lebens und der römischen Politik werden abgedeckt, obwohl man manchmal auch aufpassen muss, den Überblick über die Intrigen nicht zu verlieren.

Die überlieferten Verrücktheiten Caligulas werden in bunten Farben und sehr drastisch geschildert. Hier fragt man sich schon manchmal, ob die römischen Historiker aus politischen Gründen nicht übertrieben haben. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall, wenn die Angst der Senatoren und die Enthemmtheit der römischen Massen geschildert werden.

Der Prolog des Buches, in dem der Prozess gegen Jesus in Jerusalem behandelt wird (Vespasians Bruder nimmt als Verwaltungsbeamter daran teil), ist auch sehr interessant, weil hier die römische Perspektive eingenommen wird.

Die Entwicklung der Persönlichkeit Vespasians wird leider - wie in den Vorgängerbänden auch schon - etwas stiefmütterlich behandelt. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.

 

Insgesamt würde ich dem Band jedoch solide 4 von 5 Sternen geben. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Reihe!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Was ist der Mensch?

Eric Kandel , Sebastian Vogel
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Siedler, 15.10.2018
ISBN 9783827501141
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe schon einiges über neurologische Vorgänge gelesen und viele Bücher, die sich mit den verschiedensten Aspekten der Psychologie beschäftigen. Bisher hat jedoch keines davon den Zusammenhang zwischen psychologischen Defekten und den biologischen Ursachen so detailliert veranschaulicht. Es spricht definitiv für die fachliche Kompetenz von Kandel, zwei so komplexe Fachgebiete scheinbar mühelos und für den Laien verständlich unter einen Hut zu bekommen. Das Buch ist gespickt mit zahlreichen Grafiken, die der Anschaulichkeit dienen und deutlich zur Verständlichkeit der geschilderten Vorgänge beitragen. Auch die sorgfältig ausgewählten Fotos unterstützen die Aussagen der einzelnen Kapitel. Besonders lobend möchte ich dabei das Kapitel über die psychisch erkrankten Künstler erwähnen: zu diesem Thema würde ich mir ein ganzes Buch wünschen.

 

Manch andere Kapitel waren meiner Ansicht nach dafür etwas schwach, da sie ein bisschen zu trocken geschrieben sind - eben sehr wissenschaftlich und ohne einen Witz oder eine Anekdote des Autors, um das ganze etwas aufzulockern und das Lese-Erlebnis etwas kurzweiliger zu gestalten.

 

Dies ist jedoch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen wollte. Abseits davon war das Buch wirklich sehr überzeugend in seinem Inhalt und seiner Darstellung. Ich würde es denjenigen empfehlen, die sich vielleicht schon ein bisschen mit der Thematik auseinandergesetzt haben, da man sonst wohl schnell den Durchblick verlieren kann. Der Autor startet aber grundsätzlich immer "bei Null" und erklärt wirklich jedes Detail der Krankheiten, wodurch das Buch auch für komplette Neulinge geeignet ist. Auch wenn es dann viel Zeit und Konzentration erfordert, halte ich es in jedem Falle für lesenswert.

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Vespasian. Das Tor zur Macht

Robert Fabbri , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.11.2018
ISBN 9783499275135
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch besteht aus 2 Hauptteilen:

Der erste Teil dreht sich um die Ergreifung des Priesters Rhotekes, der schon aus dem 1. Band der Reihe bekannt ist und seine Überführung nach Rom.

Der zweite Teil spielt in Rom und Umgebung und beschäftigt sich mit dem Sturz des Prätorianerprafekten Seianus und den dazugehörigen politischen Ränkespielen.

 

Der erste Teil hat sehr viele abenteuerliche, actionlastige Elemente: Gefährliche Reisen, Gefechte, Belagerungen, Seeschlachten. Hat mich lustigerweise fast ein bisschen an Karl May erinnert.

Was mich etwas störte: Vespasian macht halt einfach alles richtig. Er hat keine größeren Probleme innerhalb kürzester Zeit heimlich in eine von Römern belagerte Rebellenfestung einzudringen. Ganz schön dämlich und leichtsinnig diese Geten!

Der beste Abschnitt des ersten Teils:

Eine kleinere Seeschlacht wird sehr anschaulich geschildert. Da ist man wirklich mitten in der Handlung drin. Da rudern die Galeerensklaven um ihr Leben, da zischen die Pfeile und werden Schiffe geentert wie in bester Hollywood-Manier.

 

Der zweite Teil spielt in Rom und auf Capri, wo sich Kaiser Tiberius aufhält. Hier wird Vespasian wieder tief in die Intrigen am Kaiserhof hineingezogen. Dieses politische Spiel auf Leben und Tod wird inklusive aller Härten und Grausamkeiten geschildert. Die Mechanik der Macht wird einem sehr eindringlich vor Augen geführt. Die wichtige Rolle einer erfolgreichen Spionage und Gegenspionage, deren Anteil ja naturgemäß normalerweise im Dunkeln bleibt, wird auch schön herausgearbeitet.

Etwas problematisch am zweiten Teil ist einfach, dass die Spannung für den historisch bewanderten Leser naturgemäß darunter leidet, weil das Ergebnis - der Sturz und die Hinrichtung von Seianus - bekannt sind, aber das lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn die Protagonisten historische Persönlichkeiten sind.

Gut finde ich, dass am Ende Seianus nicht als der große Bösewicht dargestellt wird, sondern als jemand, der in einem Machtspiel unterliegt, wo auf der Gegenseite auch keine Skrupel herrschen.

Man fragt sich unwillkürlich: Wäre die römische Geschichte letztendlich vielleicht sogar weniger blutig verlaufen, wenn Seianus gesiegt hätte?

Die stärkste Szene des Buches ist für mich, als Seianus kurz vor der gemeinsamen Hinrichtung mit seinem Sohn darüber reflektiert, dass er seinen Sturz letztendlich seiner mangelnden Skrupellosigkeit zu verdanken hat.

 

Als Schwäche des Buches empfinde ich, dass die Psychologie der Figuren nicht so richtig herausgearbeitet wird. Warum ist Vespasian eigentlich so erpicht darauf "Karriere" zu machen? Was treibt ihn an? Die Hauptfigur bleibt komischerweise ziemlich blass.

Mir fehlen auch etwas der Humor und die Selbstironie, für die Vespasian doch sehr bekannt war. Die derben Dialoge, die teilweise stattfinden, finde ich dagegen sehr amüsant und lebensnah.

 

Fazit: Wer römische Action will, wird gut bedient. Das Blut spritzt schon recht häufig.

 

Nachwort:

Ich war mir aufgrund der genannten Schwächen noch nicht sicher, ob ich den 3. Band überhaupt lesen soll und habe deshalb schon mal hineingeschnuppert. Er handelt vom Jesus-Prozess (inklusive Pontius Pilatus), in den Vespasians Bruder verwickelt wird. Das hört sich wiederum interessant an. Der nächste Band erscheint am 22. Januar 2019 – noch habe ich also etwas Zeit, mich zu entscheiden…

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38 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Darüber spricht man nicht

Yael Adler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 03.09.2018
ISBN 9783426277515
Genre: Sachbücher

Rezension:

Normalerweise habe ich überhaupt kein Interesse an Büchern zu medizinischen Themen (abseits der Psychologie) - meiner Ansicht nach wirken diese nämlich immer gezwungen witzig oder nehmen sich viel zu ernst. Doch dieses Thema finde ich nicht nur interessant, sondern auch gesellschaftlich relevant.

Die Tabuisierung des menschlichen Körpers nimmt augenscheinlich immer weiter zu, obwohl man meinen könnte, sie sollte sich in unserer aufgeklärten Zeit langsam verflüchtigen. Die Message, die Dr. Adler mit diesem Buch und ihrem gesamten Auftreten übermitteln möchte, unterstütze ich definitiv ohne Einschränkungen.

Inhaltlich widmet die Autorin sich natürlich nicht nur diesem Problem, sondern gewährt dem Leser auch einen Einblick in Themenfelder, mit denen er noch nicht wirklich viel Kontakt hatte - für Männer kann das bspw. der weibliche Menstruationszyklus sein. Jedes Kapitel ist dabei mehr oder weniger spannend, je nach eigenem Wissensstand und persönlichem Interesse. Da die einzelnen Abschnitte nicht aufeinander aufbauen, kann man auch Kapitel weglassen, die man als unangenehm oder schlichtweg uninteressant empfindet. Ich würde aber natürlich empfehlen, alle zu lesen, da auch Themen, die unscheinbar oder für das eigene Leben irrelevant klingen mögen, manchmal sehr unterhaltsam sein können. Zudem ist es ja Sinn und Zweck der Sache, sich auch mal mit unschönen körperbezogenen Themen auseinanderzusetzen. Lehrreich ist das Ganze auf jeden Fall, weshalb ich das Buch definitiv weiterempfehle.

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39 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Wenn Kinder töten

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.11.2018
ISBN 9783426301869
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Wenn Kinder töten" ist bereits das zweite Buch, das ich vom Autor und Serienmordexperte Stephan Harbort gelesen habe. Damals hatte mich "Killerinstinkt" so fasziniert, dass ich auch dieses Mal nicht widerstehen konnte, seine Neuerscheinung zu lesen.

Allem vor ab: auch wenn die Täter der geschilderten Fälle Kinder sind, mangelt es dem Buch nicht an explizitem Inhalt. Die Taten werden recht detailliert beschrieben, weshalb man sich vor dem Lesen selbst fragen sollte, ob man damit umgehen kann - immerhin sind auch viele der Opfer Kinder.

In jedem Kapitel wird ein Mordfall thematisiert, der sich in den USA oder Deutschland zugetragen hat. Zeitlich sind sie recht unterschiedlich anzusiedeln: manche liegen erst wenige Jahre zurück, andere ereigneten sich bereits vor vielen Jahrzehnten. Harbort legt immer Wert darauf, nicht nur die Verbrechen, sondern auch den familiären Hintergrund und die oftmals sehr problematische Vergangenheit der Kinder zu schildern. Auch die Polizeiarbeit und die anschließenden Gerichtprozesse werden dargestellt. Als besonders interessant empfinde ich die Beschreibung der aktuellen Situation - also z.B. ob das Kind mittlerweile wieder auf freiem Fuße ist oder als Erwachsener in Gewahrsam lebt.

Im Nachwort werden noch einige zusammenfassende Worte gefunden und ein paar Statistiken präsentiert, die Harbort während seiner Karriere erhoben hat. Es ist fast ein bisschen schade, dass diese allgemeinen Überlegungen nur so kurz ausfallen. Mich hätte es wirklich interessiert, mehr darüber zu erfahren, warum sich manche Kinder zu Killern entwickeln, während andere vielleicht dieselben Erfahrungen machen mussten und nie aggressives Verhalten an den Tag legen. Das ist wohl auch mein einziger richtiger Kritikpunkt.

Insgesamt würde ich sagen, dass das Buch vielleicht weniger informativ ist, als ich erwartet habe. Viel mehr als die einzelnen Geschichten gibt es ja nicht. Nichtsdestotrotz erhält man einen spannenden Einblick in erschütternde Kriminalfälle und kann Schritt für Schritt verfolgen, wie das Unheil seinen Lauf nimmt.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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In aller Offenheit: Eine Frau gegen Trump

Stormy Daniels , Pieke Biermann , Elisabeth Liebl , Stephan Kleiner
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2018
ISBN 9783426226995
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Stormy-Trump-Debatte hatte ich nur am Rande mitbekommen, weshalb ich keine Details zum Ablauf des ganzen Skandals kannte. Ich war etwas irritiert, dass die erste Hälfte des Buches nur aus der Autobiographie von Daniels besteht. Dabei erfährt der Leser jedes Detail aus ihrer Kindheit, ihrem Einstieg in das Stripper-Geschäft und schließlich ihrer Karriere als Pornodarstellerin.

Als sie ihre schwierige Kindheit schilderte hatte ich Mitleid mit dem jungen Mädchen, das einiges durchmachte, bis es auf eigenen Beinen stand. Ich war auch bereit dazu, schier endlos lange Geschichten von ihren Pferden zu ertragen, weil das Reiten scheinbar ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Sobald sie jedoch im Pornogeschäft angekommen war, verflogen die Sympathien meinerseits. Das liegt jedoch nicht daran, dass ich irgendetwas gegen diese Branche hätte - nicht im Geringsten. Doch die ständige Selbstbeweihräucherung störte mich nach kurzer Zeit enorm. Kaum ein Kapitel vergeht, in dem man nicht liest, was für eine tolle Autorin sie sei. Später dient jedes geschilderte Ereignis dazu, zu verdeutlichen, welche tolle Regisseurin sie sei. Ohne ihre Fähigkeiten anzweifeln zu wollen: es ist schlicht und ergreifend langweilig zu lesen, wie super sich jemand findet und verschafft ihr vermutlich auch keine Sympathie-Punkte beim Publikum.

Als es endlich um die Zeit der Affäre ging, enttäuschte das Buch etwas. Eine richtig spannende Enthüllung war nicht dabei. Lediglich eine Schilderung von Donald Trumps bestem Stück könnte man als "skandalös" bezeichnen, obwohl ich darauf wirklich hätte verzichten können. Nach dem One-Night-Stand trafen die beiden noch ein paar Male, um darüber zu sprechen, wie Trump seine "Zuckerschnecke" in seine Reality-Show bekommt. Nach einem erfolglosen Versuch, dies zu bewerkstelligen, beendete Stormy Daniels den Kontakt zu Trump. Erst nachdem Trump verkündete, er würde für das Präsidentenamt kandidieren, spielte die Affäre wieder eine Rolle in Daniels leben. Ihre 15 Minuten weltweiter Ruhm schienen ihr gewiss.

Sie betont sehr häufig, dass es ihr bei allen Interviews, verkauften Stories und Enthüllungen nie um die finanzielle Bereicherung ging. Um das zu untermalen, legt sie offen, welche Verschwiegenheitsklauseln sie unterschrieben hat und welche Gage ihr die jeweiligen Auftritte eingebracht haben - dabei wird ersichtlich, dass sie unerwarteterweise wenig Gewinn erzielen konnte. Ihren Schilderungen ist aber ganz klar zu entnehmen, dass sie einfach Pech bei den Preisverhandlungen hatte und vermutlich im Nachhinein gedacht hat: "Hey, das ist eigentlich ein guter 'Beweis' dafür, dass ich nicht aufs Geld aus war".

Im Endeffekt machte Stormy Daniels mit ihrer Geschichte kein Vermögen. Ihr gestiegener Bekanntheitsgrad und ihre Beliebtheit bei Trump-Gegnern sorgen jetzt jedoch dafür, dass ihre Shows wesentlich höhere Gagen einbringen. Auf lange Sicht sollte es sich also finanziell auch auszahlen.

Mein finales Urteil fällt verständlicherweise schlecht aus: es gab unterhaltsame Passagen, in denen sie die Leser hinter die Fassaden des Pornogeschäfts blicken lässt. Wahrscheinlich wäre ein Buch nur darüber wesentlich spannender gewesen. Ihre Biographie hingegen war ziemlich langatmig und wäre ohne den Trump-Titel wohl auch kein Kassenschlager geworden. Meiner Meinung nach war das Buch die Zeit nicht wert, die ich mit Lesen verbracht habe. Verständlicherweise kann ich also keine Empfehlung aussprechen.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Vespasian: Das Schwert des Tribuns

Robert Fabbri , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.10.2018
ISBN 9783499275128
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mit "Vespasian. Das Schwert des Tribuns" habe ich mir den ersten Teil einer vielversprechenden Buchreihe nach Hause geholt. In diesem Band wird die Kindheit und Jugend des späteren Kaisers Vespasian geschildert.

Die wesentlichen Inhalte umfassen eine Räuberjagd auf dem elterlichen Landgut, seinen Aufenthalt in Rom (bei dem er in hochgefährliche Intrigen im Kaiserhaus gerät), seine Aufnahme in die Armee sowie die Teilnahme an einem Feldzug in Thrakien. Um die Spannung zu steigern, stellt der Autor den jungen Vespasian dabei ins Zentrum einer Spionage-Geschichte. Dieser muss einen Verräter in Thrakien enttarnen. Und auch fürs Herz ist was dabei: Vespasian verliebt sich in eine Sklavin im Kaiserhaus. Dabei muss man jedoch sagen, dass dieser Aspekt der Geschichte (angenehmerweise) recht knapp gehalten ist.

Woran es jedoch nicht mangelt, sind intensive Schlachtenschilderungen, wobei sich der Autor auch auf die taktischen Gesichtspunkte angemessen fokussiert. Empfindlich sollte man besser nicht sein, denn so viel sei gesagt: das Blut spritzt schon hier und da. Das Buch punktet aber nicht nur mit blutigen Szenen, sondern auch mit historischer Genauigkeit. Nach meinem Wissensstand ist alles sehr gut recherchiert, insbesondere was die Schilderung der Funktionsweise der römischen Armee betrifft (Aufbau, Kommunikation, Laufbahnen). Auch das Klientelsystem wird überzeugend aufgearbeitet.

Sehr amüsant fand ich die Darstellung des dekadenten, homoerotischen Lebensstils von Vespasians Onkel Gaius. Und auch das Wagenrennen im Circus Maximus war äußerst unterhaltsam. Der Romaufenthalt hingegen hat seine Längen. Hier fragt man sich ab und zu: Wann geht er jetzt endlich zur Armee, damit die Geschichte wieder Fahrt aufnimmt?

Insgesamt ist das Buch aber lesenswert und schafft spannende Eindrücke des Lebens des jungen Vespasians.

Auch wenn das Ende etwas unvermittelt ist und selbst für ein Buch aus einer Reihe etwas "lose" wirkt, bin ich gespannt auf den nächsten Band und freue mich schon aufs Weiterlesen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Jeder lügt so gut er kann

Harald Martenstein
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 01.10.2018
ISBN 9783570103371
Genre: Romane

Rezension:

Mit der Kolumne von Martenstein hatte ich bisher kaum Kontakt. Ich kannte seinen Namen á la "Hab schon mal von ihm gehört" und wusste, dass er ab und an Standpunkte vertrat, mit denen er bei vielen aneckte. Aber gerade das macht ihn aus meiner Sicht interessanter und vielleicht auch irgendwie sympathischer. Es gibt wohl kein langweiligeres Buch als das, bei dem der Autor die eigene Meinung hundertprozentig widerspiegelt.

Martenstein begibt sich in seinen Kolumnen in die unterschiedlichsten Themengebiete: von Politik & Gesellschaft bis zu Hunden und dem eigenen Elterndasein. Wie es bei Sammlungen von Kurztexten üblich ist, sind manche Kapitel wirklich absolut lesenswert, während andere recht schwach sind. Hier vertrete ich jedoch die Meinung "Jeder hat mal einen schlechten Tag" - auch Autoren werden nicht immer von der Muse geküsst…

Ich war überrascht davon, dass ich nach manchen Kapiteln etwas ratlos war. Zu einigen Themen hatte ich noch keine ausgeprägte Meinung, über andere hatte ich einfach noch nicht nachgedacht und wusste nicht so recht was ich von der Kolumne halten sollte. Das ist in diesem Falle aber definitiv nicht negativ zu werten! Das Buch hat mir einige Denkanstöße gegeben, mit denen ich mich in der nächsten Zeit auseinandersetzen werde - ist doch schön, wenn man länger etwas von einem Buch hat.

Ob das Buch ein echter "Schenkelklopfer" war? Wenn ich ehrlich bin: Nein. Es gab immer wieder Stellen, an denen ich Schmunzeln musste, aber mehr auch nicht. Trotzdem würde ich das Buch (eine Mischung aus scharfsinnigen Beobachtungen, kleinen Alltagsanekdoten und einer Portion Selbstironie) als durchaus unterhaltsam bezeichnen. Ich verstehe jedenfalls nun, warum Martenstein eine so treue Leserschaft um sich versammeln konnte.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Lust auf Zukunft

Franz Alt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Gütersloher Verlagshaus, 25.06.2018
ISBN 9783579087078
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Buch hat mich sofort angesprochen - Grund dafür war eine Unterhaltung, die ich vor kurzem mit einer Kollegin führte. Wir unterhielten uns über globale Probleme, wie den Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel und mir fiel es zunehmend schwer gegen ihre pessimistische Sichtweise zu argumentieren. Obwohl ich überzeugt war (und immer noch bin!), dass die Energiewende, die Verkehrsrevolution und auch die Optimierung der gesellschaftlichen Strukturen möglich sind, fehlten mir Fakten für eine evidenzgestützte Argumentation. Umso interessierter widmete ich mich also diesem Buch.

An Zahlen und Statistiken fehlt es "Lust auf Zukunft" nicht. Man erhält viel Information zu der Stromversorgung Deutschlands und den Kosten, die uns der Klimawandel bescheren wird. An einigen Stellen sind die erhobenen Daten grafisch aufbereitet, was es erleichtert, sie zu interpretieren. Dennoch fühlt man sich teilweise etwas überfordert, alles auf- und mitzunehmen. Mir ist es jedoch lieber, eine empirisch belegte Argumentation zu lesen, als bloße Abschätzungen - deshalb möchte ich diese Tatsache nur bedingt kritisieren. Beim Lesen befindet man sich auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle: mal erlebt man ein Tief im Angesicht der scheinbar ausweglosen Lage des Klimawandels, mal empfindet man Hoffnung im Angesicht der technischen Fortschritte bei den erneuerbaren Energien. Insgesamt überwiegt die positive Seite mehr, was sich auch im Buchtitel widerspiegelt.

Auf was ich jedoch hätte verzichten können, ist der Einbezug religiöser Thematiken. Verständlicherweise ist es schwierig, Menschen zu altruistischen Handlungen zu verleiten, doch den Umweltschutz als christliche Pflicht zu benennen, scheint mir wenig überzeugend - gerade aufgrund der sinkenden Religiosität unserer Gesellschaft. Ich hätte mir einen deutlich humanistischeren Ansatz in Bezug auf Umweltethik gewünscht.

Es ist eine Gratwanderung, umweltthematische Probleme in ihrer Schwere zu schildern, ohne dabei jegliche Hoffnung für die Zukunft zu ersticken. Gerade als junger Mensch scheinen die Lasten, die uns vergangene Generationen auferlegt haben, schier untragbar. Ich bin froh darüber, dass es Bücher gibt, deren Zweck es ist, dennoch Lust auf Zukunft zu machen. In diesem Sinne möchte ich anmerken, dass ich das Buch trotz der oben genannten Kritikpunkte wirklich gut fand und es allen weiterempfehlen würde, die sich ebenfalls mit pessimistischen Einschätzungen konfrontiert sehen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Misbehaving

Richard Thaler , Thorsten Schmidt
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Siedler, 14.05.2018
ISBN 9783827501202
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe mich sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Thematisch hat es mich sehr an den damaligen Bestseller Freakonomics (von Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner) erinnert, welcher eines der ersten Sachbücher war, die ich jemals gelesen hatte. Bereits damals im Alter von ca. 12 Jahren fand ich die ökonomische Sicht auf psychologische Aspekte des menschlichen Denkens und Handelns faszinierend - und genau diese (fast schon nostalgische) Faszination wurde durch Misbehaving erneut entflammt.

Richard Thaler nimmt den Leser mit seinem lockeren und sympathischen Schreibstil mit auf einen Ausflug in die Verhaltensökonomie und ist dabei alles andere als langweilig. Die dargestellten Inhalte sind jedoch nicht nur unterhaltsam, sondern auch wirklich aufschlussreich - man erhält quasi Einblicke in psychologische Vorgänge, deren Ergebnisse man nur zu gut kennt, sich aber bisher keinen Reim darauf machen konnte, warum der Mensch eigentlich so irrational handelt. Thaler arbeitet seine wissenschaftlichen Inhalte immer anhand alltagsnaher Beispiele auf und sorgt für einige Aha-Effekte beim Leser. Die Kombination aus Fachkompetenz und literarischem Talent findet man leider nicht so häufig wie zu erwarten wäre - bei diesem Buch ist sie jedoch definitiv vorhanden! An mehreren Stellen musste ich an Thinking, fast and slow (von Daniel Kahnemann) denken, ein Buch, das mir vor allem durch die ebengenannten Qualitäten im Kopf geblieben ist und viele Parallelen zu Misbehaving aufweist.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich viel Freude mit dem Buch hatte und meine Erwartungen absolut erfüllt wurden. Ich würde es definitiv an alle weiterempfehlen, die sich für das Thema interessieren und dennoch eine unterhaltsame und lockere Lektüre suchen.

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Die ultimative Fuck-it-Liste

A.L. Lang , Elisabeth Schmalen
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453604223
Genre: Sachbücher

Rezension:

Um ehrlich zu sein, hatte mir der Titel des Buches so gut gefallen, dass ich kaum widerstehen konnte. Da auch die Beschreibung vielversprechend klang, habe ich sofort zugeschlagen und die "Ultimative Fuck-it-Liste" bestellt. Ich hatte mich schon eingestellt auf bitterbösen Humor und zynische Bemerkungen zu den "Lebenswünschen" des Otto-Normalverbrauchers.

Als ich die ersten 20-30 Seiten gelesen hatte, war ich noch frohen Mutes, dass das Ganze schon noch Fahrt aufnehmen wird - geduldig habe ich mich also weiter durch das Buch gekämpft. Als ich ungefähr die Hälfte gelesen hatte, traf es mich plötzlich wie aus heiterem Himmel: es wird gar nicht besser. Und diese Erkenntnis begleitete mich bis zur letzten Seite.

Ich habe komischerweise meine Probleme damit, genau zu definieren, was mich stört. Ganz banal gesagt, finde ich das Buch einfach unlustig. Die Witze sind entweder schon aus 5 Kilometern Entfernung vorauszusagen oder einfach nicht gut. Ich würde das ganze vielleicht wie Hausfrauen-Humor auf Facebook beschreiben (trifft es meiner Meinung nach ziemlich gut). Anhand des Titels und der Aufmachung des Buches vermute ich die Zielgruppe eher bei jüngerem Klientel.

Dabei gibt es - ich will es fairerweise erwähnt haben - immer mal wieder seltene Lichtblicke: einzelne Wortspiele, die recht raffiniert sind oder ein guter Spruch. Im Autor steckt durchaus Potential, man hat nur das Gefühl, dass es nicht sein Tag war, als er sich die ganzen restlichen Witze überlegt hat.

Insgesamt muss ich wohl keinen Hehl daraus machen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Diese Einschätzung halte ich aber (wie immer bei humoristischen Büchern) für sehr subjektiv. Ich würde definitiv dazu raten, vor dem Kauf einen Blick ins Buch zu wagen und sich bewusst zu machen, dass das bereits das maximale Ausmaß an "Lustigkeit" ist.

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Unser verrücktes Gehirn

Dean Burnett , Michael Müller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 14.05.2018
ISBN 9783570102947
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bei der Bewertung dieses Buchs habe ich mich ehrlichgesagt etwas schwer getan, weil mir manche Kapitel wirklich gut gefallen haben und andere Abschnitte eher langweilig schienen. Hier spielt natürlich zum einen der individuelle Geschmack des Lesers eine große Rolle, andererseits ist die Schuld teilweise auch direkt bei mir zu suchen, da dies das dritte Buch zum Thema Gehirn in Folge ist und ich in der Vergangenheit schon viele Bücher zu den Themen Neurologie und Psychologie gelesen habe. In dieser Hinsicht ist es also eine Leistung, für die der Autor definitiv Anerkennung verdient, neue Felder anzusprechen, von denen ich noch nichts gelesen habe.

Wenn man dieses doch recht subjektive Thema "persönliches Vorwissen" mal außen vor lässt, kann man durchaus sagen, dass die Inhalte passend gewählt sind und in einer unterhaltsamen Weise präsentiert werden. Zwischendrin gibt es natürlich ab und zu Längen, die durchaus von einem Wechsel der Darstellungsform (z.B. Einbindung von Grafiken oder Modellen) profitiert hätten. Es ist ein schwieriges Unterfangen, mit Sprache allein komplexe Sachverhalte zu erklären und gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Lesers aufrechtzuerhalten. An dieser Stelle sollte aber erwähnt sein, dass der Autor durch seine lockere Ausdrucksweise, alltagsnahe Beispiele und kleine Witze durchgehend sympathisch ist. Dabei ist es ein großes Kunststück, die wissenschaftlichen Inhalte nicht ins Lächerliche zu ziehen - diesen Drahtseilakt schaffen nicht alle Autoren.

Insgesamt fand ich das Buch rückblickend recht gut geschrieben, auch wenn es durchaus Längen hat. Es lohnt sich aber durchzuhalten - belohnt wird man in jedem Fall.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kleinhirn an Großhirn

Michel Cymes , Elisabeth Liebl
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.05.2018
ISBN 9783442222360
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich muss sagen, dass dieses Buch relativ vielversprechend angefangen hat, dann jedoch mit der Zeit thematisch an Zusammenhang verlor und mich auch in Hinsicht der wissenschaftlichen Präzision an vielen Stellen enttäuscht hat.

Das einzige Kapitel, aus dem ich inhaltlich etwas Neues gewinnen konnte, war das erste, in dem es um "gehirnfreundliche" Ernährung ging. Hier werden in relativ kurzen Abschnitten verschiedene Lebensmittel präsentiert und ihre positive Wirkung auf Gehirn und Körper erläutert. Für alle, die sich ein bisschen besser in Sachen Ernährung auskennen als ich, wird hier jedoch auch nur wenig neues Wissen zu finden sein.

Nach diesem Kapitel rutscht das Buch immer weiter in die Sparte Selbsthilfe-Ratgeber ab und behandelt ein großes Themenspektrum. Leider handelt es sich aber eher um eine Ansammlung banaler Ratschläge, die keinen Menschen ernsthaft überraschen können (z.B. Wasser trinken und ausreichend lange schlafen ist gesund), und "Tipps für ein glückliches Leben", die genauso gut aus einem Psycho-Ratgeber für Hausfrauen stammen könnten (Bewussteres Leben und Hedonistische Tretmühle lassen grüßen).

Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist die Darstellung dieser Ansammlung als wissenschaftliches Sachbuch, das rein auf Erkenntnissen der Neurologie basiert. Natürlich werden viele Tatsachen genannt, die bereits durch die Wissenschaft gesichert sind (z.B. positive Effekte sportlicher Betätigung). Doch viele Sachbestände werden meiner Ansicht nach nicht korrekt dargestellt – dabei hat mich insbesondere die fehlende Unterscheidung zwischen Kausalität und Korrelation gestört, was für mich ein absolutes No-Go ist.

Insgesamt fand ich (bzw. finde ich noch immer) die grundsätzliche Idee gut und hatte mich auch darauf gefreut, das Buch zu lesen. Im Nachhinein hätte ich die Zeit wohl besser anderweitig genutzt – dementsprechend gibt es von meiner Seite her auch keine Empfehlung.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

Das größte Abenteuer der Menschheit

Lawrence M. Krauss , Helmut Reuter
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaus, 14.05.2018
ISBN 9783813506600
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zugegebenermaßen hatte ich das letzte Mal mit Physik zu tun, als ich mich zu Beginn der Oberstufe freudig vom Fach verabschiedete, um mich der Biologie und Chemie zu widmen. Rückblickend ist es fast ein bisschen schade, mich in meinem jugendlichen Leichtsinn von dieser Wissenschaft getrennt zu haben - konnte ich damals doch nicht erahnen, dass ein paar Jahre später durchaus Interesse an physikalischen Entdeckungen entflammen sollte.

Als ich also nun über dieses Buch und die meines Erachtens etwas vage Inhaltsbeschreibung stieß, gab ich mir einen Ruck und war bereit, mich in die Welt der Physik einführen zu lassen. Schon nach den ersten paar Kapiteln war mir klar: "Oha, das ist ja gar nicht so einfach, wie gedacht…". Ich hatte keine Chance, das Buch als "Gute-Nacht-Lektüre" zu lesen, weil ich die geschilderten physikalischen Abläufe und Modelle zu später Stunde schlicht und ergreifend nicht mehr verstand. Nachdem ich es so eingerichtet hatte, dass ich das Buch tagsüber studieren konnte, war eine deutliche Verbesserung ersichtlich. Dennoch muss man sehr konzentriert lesen und immer mal wieder einen Moment innehalten und über das aktuelle Kapitel nachdenken (meiner Erfahrung nach macht es durchaus auch Sinn, hin und wieder etwas online nachzuschlagen).

Auch wenn bei mir wahrlich nicht alle Modelle vollständig angekommen sind, kann ich dem Autor dafür wirklich keine Schuld geben. Krauss lockert die Schilderungen physikalischer Zusammenhänge immer wieder mit kleinen Anekdoten auf und hat einen wirklich angenehmen Erzähl-Stil, der nicht nur von seiner fachlichen Kompetenz, sondern auch von seiner offenen Persönlichkeit geprägt ist. Begleitend finden sich in den Kapiteln auch immer wieder kleine Grafiken und Bilder, die das Beschriebene visualisieren und beim Verständnis definitiv helfen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich ehrlich gesagt nicht alles im Buch verstanden habe. Das ist nicht wirklich schlimm - manche Sachverhalte erschließen sich einem halt erst nach längerer Betrachtung. Dennoch verbleibe ich mit einer positiven Einstellung zum Buch und würde es vor allem denen empfehlen, die entweder über ein solides Basis-Wissen verfügen oder zumindest bereit dazu sind, sich in die Materie einzuarbeiten, auch wenn es etwas Zeit und Mühe kostet.

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