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139 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

dystopie, roman, juli zeh, geschäft mit dem tod, leere herzen

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

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(55)

149 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

nell leyshon, roman, die farbe von milch, poetische werke, spielt im 19. jahrhundert

Die Farbe von Milch

Nell Leyshon , Wibke Kuhn
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 22.09.2017
ISBN 9783961610006
Genre: Romane

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(144)

230 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

harry hole, norwegen, oslo, thriller, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Harry Hole, in dessen Privatleben sich einiges geändert hat. Sein Leben ist ruhiger und ausgeglichener geworden, seit er aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist und als Dozent an der Polizeihochschule unterrichtet. Er hat sein Alkoholproblem im Griff und lebt glücklich mit seiner Frau Rakel und deren Sohn Oleg.

Aber so viel Friede, Freude, Eierkuchen geht natürlich nicht für einen Harry Hole.

Als in Oslo junge Frauen, die alle in einem Dating-Portal aktiv sind, umgebracht werden und der Täter sie regelrecht ausbluten lässt und ihr Blut trinkt, steht die Polizei vor einem Rätsel und holt Harry Hole wieder ins Boot.

Der ist darüber nicht begeistert, aber als eine Frau aus seiner Stammkneipe entführt und wahrscheinlich auch Opfer des Vampiristen geworden ist, steigen in Harry alte Erinnerungen hoch und schon ist er in den Fall involviert.

Parallel dazu gerät sein privates Glück ins Wanken, als Rakel  schwer erkrankt und Harry eigentlich das Gefühl hat, seine Zeit an ihrem Krankenbett verbringen zu müssen.

Eine spannende story um einen Harry Hole, der nicht mehr so düster und pessimistisch daherkommt, sondern endlich seine Ruhe gefunden zu haben scheint…und man fiebert mit, ob das alles mit dem Einstieg in den neuen Fall wieder aus den Fugen gerät.

Spannend bis zum Schluss und sogar darüber hinaus. Deshalb fünf Sterne.

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(3)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

london, frieda klein, nachahmer, mord, dean reeve

Blutroter Sonntag: Thriller Bd. 7 (Psychologin Frieda Klein als Ermittlerin)

Nicci French
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann Verlag, 30.10.2017
ISBN 9783641199203
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit dem 7. Krimi um die Psychotherapeutin Frieda Klein schließt sich der (Wochen-) Kreis.

Diesmal wird in dem beschaulichen Häuschen von Frieda eine Leiche gefunden, versteckt unter den Bodendielen ihres Wohnzimmers. Alles deutet darauf hin, dass Dean Reeve, schon bekannt aus den vorherigen Bänden der Frieda Klein-Reihe, einen weiteren Mord begangen hat.

Aber damit nicht genug. Freunde von Frieda werden zur Zielscheibe: ihr alter Freund und Mentor Reuben, ihre Nichte Chloe, der Sohn ihres Freundes Josef… sie alle geraten in höchste Gefahr und immer wird an den Tatorten der Name ‚Frieda Klein‘ gefunden. Während noch alle davon ausgehen, dass Dean Reeve auch für diese Verbrechen verantwortlich ist, merkt Frieda sehr schnell, dass er nicht der Täter ist. Es muss einen Nachahmer geben. Und so beginnt sie ihre Freunde um sich zu scharen, damit sie sich gegenseitig schützen können.

Sie hat schon bald einen Verdacht, der aber auf wenig Gegenliebe bei der Polizei stößt und sie kann nicht verhindern, dass ein weiterer Mensch aus ihrer unmittelbaren Umgebung in die Hände des Täters fällt.

Wieder ein sehr spannender Krimi um die eigenwillige, aber sehr sympathische Frieda Klein.

Ich habe alle Bände dieser Reihe gelesen und bin gespannt, wie es mit Frieda weitergeht – oder verschwindet sie etwa wirklich, so wie am Ende angedeutet?

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(89)

169 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Die beiden ersten Teile dieser neapolitanischen Saga um die beiden Freundinnen Lenu und Lila habe ich gerne gelesen und mit Spannung auf den dritten Teil gewartet.

Wie der Titel schon sagt, gehen die beiden Frauen sehr unterschiedliche Wege, ohne sich wirklich aus den Augen zu verlieren. Lenu veröffentlicht ihren ersten Roman, scheint erfolgreich, heiratet in eine reiche und angesehene italienische Familie ein, bekommt Kinder. Lila schuftet in einer Wurstfabrik, lebt weiterhin mit Enzo zusammen und es sieht zunächst so aus, als ob sie auf der Strecke geblieben ist und ihre Talente nicht nutzen konnte.

Aber es bleibt eben nichts wie es ist. Lenu beginnt sich in ihrer Ehe zu langweilen, einen zweiten Roman bringt sie nicht zustande und die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten wachsen. Ihr Leben plätschert dahin und die Langeweile, die sie spürt, überträgt sich irgendwie auch auf mich als Leserin. Über weite Strecken lese ich lustlos weiter und erst gegen Ende, als sich dramatische Veränderungen anbahnen, beginnt auch mich die Geschichte wieder zu packen.

Am Ende stehen so viele Fragezeichen, dass ich jetzt doch wieder mit Spannung auf den letzten Teil warte.

Was soll ich noch sagen…es hat mich nicht begeistert, aber knappe 4 Sterne vergebe ich vor allem deshalb, weil das Ende Lust auf mehr macht.

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Tags: freundschaft, siebziger jahre   (2)
 

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

mutter-sohn-beziehung, helfersyndro, not, holland, krankheit

Muttermale

Arnon Grünberg , Andrea Kluitmann , Rainer Kersten
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 30.09.2016
ISBN 9783462049251
Genre: Romane

Rezension:

Ein Roman um eine Mutter-Sohn-Beziehung mit vielen Merkwürdigkeiten.

Otto Kardoke ist Psychiater und arbeitet in einer Kriseneinrichtung für Suizidgefährdete. Er scheint in seinem Job kompetent, distanziert, strukturiert. Umso erstaunlicher ist die enge Verstrickung mit seiner Mutter und deren Geheimnis. Im Umgang mit ihr wird er der kleine Junge, abhängig von ihrem Wohlwollen, akzeptiert ihre Art zu leben und ihr Geheimnis, ordnet sich unter.

Das Buch ist manchmal fast skurril, der Schreibstil direkt, nüchtern und so distanziert wie die ganze Persönlichkeit des Psychiaters.

Irgendwie hat mich die Geschichte fasziniert. Ich war manchmal fast geschockt, manchmal belustigt, manchmal echt gespannt, wie die das alles zu Ende geht. 

Ein etwas anderes Buch und deshalb auch lesenswert und von mir mit 4 Sternen versehen.

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(8)

28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

hamburg, anti-baby-pille, uhlenhorst, korn, mondlandung

Zeiten des Aufbruchs

Carmen Korn
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 23.06.2017
ISBN 9783463406831
Genre: Historische Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

korn

Töchter einer neuen Zeit (Jahrhundert-Trilogie 1)

Carmen Korn
E-Buch Text: 548 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 21.09.2016
ISBN 9783644565814
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieser erste Band einer Roman-Trilogie umfasst die Zeitspanne von 1919 bis 1948. Der erste Weltkrieg ist gerade vorbei und vier junge Frauen hoffen auf dauerhaften Frieden in einer neuen Zeit. Henny und Käthe, die in einer Frauenklinik in Hamburg  ihre Hebammenausbildung beginnen, Ida, die verwöhnte Tochter aus gutem Hause und Lina, die frisch gebackene Lehrerin. Sie alle sehnen sich nach einem besseren, freieren Leben und ahnen nicht, dass sie die Generation sein werden, die zwei Weltkriege erleben wird.

Im Mittelpunkt stehen die Schicksale der vier Freundinnen, ihre Familien und Freunde, ihre Beziehungen und ihr berufliches Engagement. Henny, die ihre Tätigkeit als Hebamme mit großer Leidenschaft ausübt und sehr schnell zu einer Ehe mit Lud, dem Bruder ihrer Freundin Lina bereit ist. Käthe, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und zusammen mit Rudi bei den Sozialisten politisch aktiv ist. Ida, die dem Drängen ihres Vaters nachgibt und in eine ‚Geldheirat‘ einwilligt, obwohl sie sich viel mehr zu dem jungen Chinesen Tian hingezogen fühlt. Und Lina, die engagierte Lehrerin, die ihre Beziehung zu Louise lebt.

Das Schicksal der vier Freundinnen ist eng mit dem politischen Geschehen Deutschlands zwischen den Weltkriegen verwoben. Und doch steht eindeutig der ganz individuelle Alltag der Frauen im Vordergrund und die politischen Ereignisse dienen eher als Kulisse, vor der sich die zum Teil tragischen und bewegenden Geschichten abspielen.

Ich würde das Buch nicht als ‚spannend‘ bezeichnen, aber es war hochinteressant und hat mich doch sehr in seinen Bann gezogen. Ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und wollte unbedingt wissen, wie es im 2. Band mit den vier Freundinnen und ihren jeweiligen Familien weitergeht.

Wer sich also für unterschiedliche Lebensentwürfe und Lebensgeschichten begeistern kann und auch noch Interesse an Politik hat, der sollte das Buch lesen.

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

psychothriller, trennung, suche, thriller, mary torjussen

Die Verlassene

Mary Torjussen , Thomas Bauer
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734104442
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hannah kommt in bester Laune von einer Fortbildung nach Hause. Sie hat an dem Wochenende erfahren, dass sie demnächst auf ihrer Karriereleiter einen gewaltigen Sprung nach oben machen wird und jetzt kann sie es kaum erwarten, ihrem Freund Matt davon zu berichten.

Als sie in ihrer gemeinsamen Wohnung ankommt, ist Matt verschwunden und mit ihm alles, was irgendwie an ihn erinnern könnte. Alle Fotos, alle persönlichen Sachen und sogar alle emails und Telefonnummern sind gelöscht. So gründlich sie auch sucht, nirgendwo scheint es noch eine Spur von Matt zu geben.

Es scheint zunächst verständlich und nachvollziehbar, dass Hannah Nachforschungen anstellt, bei Freunden, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft.

Sie läuft überall ins Leere und irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem ich als Leser mich genervt fühle von ihrem Gejammer, ihrer Besessenheit und ihrem zunehmenden Realitätsverlust. Hannah wird mir immer unsympathischer und von meinem anfänglichen Mitgefühl bleibt nicht mehr viel übrig.

Trotzdem ist die Geschichte spannend und ich hatte nie den Impuls, das Buch nicht zu Ende lesen zu wollen. Es blieb immer die Frage, was im Leben der beiden wirklich passiert ist. Aber -ganz ehrlich­­-  es ist mir alles ein wenig zu langatmig und erst, als Hannah ihren Freund schließlich doch noch aufspürt, kommt nochmal Spannung auf und die Geschichte nimmt eine Wendung, die ich so nicht erwartet habe.

Nach diesem letzten Drittel bin ich wieder etwas versöhnt und gebe dem Buch drei Sterne.

 

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Tags: beziehungsstress, häusliche gewal   (2)
 

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(94)

163 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

ukraine, prostitution, gewalt, kukolka, straßenkind

Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:

Die 7-jährige Samira lebt in einem Waisenhaus in der Ukraine, in dem Gewalt und Brutalität zum Erziehungsalltag gehören. Als ihre einzige Freundin Marina von einem deutschen Ehepaar adoptiert wird, hofft auch sie auf ein besseres Leben in Deutschland und reißt aus dem Heim aus.

Auf der Straße begegnet sie Rocky, der sie mit zu sich nach Hause nimmt und ihr ein ticket nach Deutschland verspricht. In dem herunter gekommenen Haus lebt Samira bzw. ‚Kukolka‘ – das ‚Püppchen‘, wie Rocky sie fortan nennt, zusammen mit anderen Kindern. Alle werden von Rocky zum Stehlen und Betteln auf die Straße geschickt. Ein brutal hartes Leben, aber es entwickelt sich unter den Kindern eine Art Zusammengehörigkeit  und die Alltagsroutine bietet fast so etwas wie Geborgenheit.

Aber Samira hält fest an dem Traum, irgendwann zu Marina nach Deutschland zu reisen.

Auf der Straße trifft sie eines Tages Dima, einen jungen Mann, gut aussehend, mit Geld, einem Auto und einer eigenen Wohnung. Er schenkt ihr Rosen, verspricht ihr ein besseres Leben in Deutschland und Samira verliebt sich sofort in ihn.

Sie verlässt Rocky, zieht zu Dima und gerät in eine immer größere Abhängigkeit.

 Man möchte ihr beim Lesen zurufen, dass sie sich fernhält von ihm und seinen Freunden, dass sie die Lügen und Versprechungen doch nicht glauben soll, dass sie an seiner Seite auf dem direkten Weg auf den Abgrund zusteuert, aber Samira vertraut ihm, hilft ihm, als er angeblich Schulden bezahlen muss bei Freunden, die ihn ansonsten übel zurichten würden… sie „rettet“ ihn, indem sie sich für ihn prostituiert. Immer noch in dem Glauben, dass Dima sie liebt und irgendwann ihr Traum von einem Glück zu zweit und einem Leben in Deutschland sich erfüllt.

Tatsächlich bringt Dima ihr eines Tages einen falschen Pass und ein Busticket nach Deutschland, aber was sie in Deutschland erwartet ist so ganz anders als alles, wovon Samira geträumt hat und viel schlimmer als alles, was sie in der Ukraine erlebt hat.

Die Geschichte wird in einer Art erzählt, dass es einem manchmal kalt den Rücken herunterläuft. Nüchtern, emotionslos, in einer einfachen, direkten und sehr derben Sprache.

Einer Sprache eben, wie sie zu dem Leben passt, das Samira auf der Straße führt.

Ich habe mir beim Lesen oft gewünscht, dass sich doch einmal etwas zum Guten für sie wenden muss, habe aber gleichzeitig immer befürchtet, dass es schlimmer und schlimmer wird.

Am Ende gelingt es Samira zwar, den Kontakt zu Marina herzustellen, aber auch dieses Erlebnis verläuft ganz anders als von ihr gehofft und erträumt.

Für mich geht die Geschichte nicht wirklich hoffnungsvoll aus. Sie lässt mich eher ratlos und mit großen Befürchtungen zurück.

Aber was habe ich erwartet? Ein Happy End wäre völlig unpassend und unrealistisch gewesen. Und ein tragisches Ende wollte die Autorin ihren Lesern vermutlich ersparen.

Vielleicht gibt es ja auch eine Fortsetzung, in der dann nicht mehr „Kukolka“ die Hauptrolle spielt, sondern „Samira“ und in der wir erfahren, wie das Leben des Mädchens weiter verläuft.

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Tags: ausbeutung, prostitutio, zwangsprostitutio   (3)
 

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(3)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

norwegen, suche nach wurzeln, familiensaga

Die Birken wissen's noch

Lars Mytting , Hinrich Schmidt-Henkel
Flexibler Einband: 515 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.07.2017
ISBN 9783458362838
Genre: Romane

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(128)

245 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 99 Rezensionen

thriller, vergangenheit, familie, drama, perfect girl

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die künstlerisch hoch begabte  Zoe gibt gemeinsam mit ihrem Stiefbruder Lucas ein Konzert, als plötzlich im Zuschauerraum ein Mann aufsteht und sie wutentbrannt  und lautstark als  ‚Mörderin‘ bezeichnet.

Der Leser erfährt gleich zu Beginn, dass Zoe einen Autounfall unter Alkoholeinfluss verschuldet hat, bei dem drei junge Leute starben, eines der Opfer war die Tochter des Mannes, der das Konzert zum Platzen gebracht hat. Zoe wurde schuldig gesprochen und zu Jugendarrest verurteilt, obwohl sie angeblich nur eine Weinschorle getrunken hatte und ihr – so ihre Version der Geschichte -  jemand heimlich Alkohol in ihre Cola gemischt haben muss.

Den Arrest hat sie überstanden und ihr ‚Zweites Leben‘ begonnen. Mit neuem Namen, an einem neuen Wohnort und in einer ‚neuen‘ Familie, denn ihre Eltern haben sich nach der Tragödie getrennt und Maria, ihre Mutter, hat in der Zwischenzeit Chris und dessen Sohn Lucas kennengelernt und geheiratet. Die Mutter ist ängstlich bemüht, die Ereignisse der Vergangenheit vor Chris und ihren neuen Freunden zu verheimlichen und baut sich eine fast klinisch saubere Umgebung, in der sich alle irgendwie verstellen und in künstlich aufrechterhaltener Harmonie nebeneinander leben.

Bis Maria eines Morgens tot aufgefunden wird.

Aus der Perspektive verschiedener Protagonisten wird die Geschichte erzählt und vor allem Lucas scheint ein Geheimnis zu kennen, über das er ein Drehbuch verfasst hat und das letztlich zur Aufklärung beiträgt.

Zoe, die aus ihrem Prozess gelernt hat, dass es vor Gericht nicht unbedingt gerecht zugeht,  konstruiert ihre eigene Geschichte, um diesmal der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen.

Zurück bleibt bei mir ein ungutes Gefühl, weil am Ende doch wieder die Wahrheit verdreht wird.

Moralisch verständlich, aber Gerechtigkeit sieht anders aus.

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Tags: gerechtigkeit, harmonie   (2)
 

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(165)

269 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 128 Rezensionen

thriller, entführung, helen callaghan, psychothriller, dear amy

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die 15-jährige Katie Browne verschwindet plötzlich spurlos. Die Polizei geht davon aus, dass sie von zu Hause abgehauen ist und ermittelt eher zögerlich.

Einige Tage später erhält die Lehrerin Margot Lewis, die in ihrer Freizeit als ‚Kummerkastentante‘ arbeitet, einen ersten Brief, in dem eine Bethan Avery sie um Hilfe anfleht: „Ich bin von einem fremden Mann entführt worden, der mich in einem Keller gefangen hält…Ich habe Angst, dass er mich umbringt.“ Weitere Briefe folgen.

Margots Recherchen ergeben zum einen, dass Bethan Avery vor 17 Jahren verschwunden ist und zum anderen, dass die Handschrift tatsächlich ihre ist.

Gibt es eine Verbindung zum Verschwinden von Katie? Wie kann es überhaupt möglich sein, dass Bethan nach 17 Jahren noch lebt und diese Briefe geschrieben hat?

 Es gibt mehrere Erzählperspektiven in dem Buch, so auch die Perspektive von Katie und von Chris, ihrem Entführer. In verschiedenen Handlungssträngen spielen ebenso das Privatleben von Margot, ihre bevorstehende Scheidung von Eddy und ihre lange Zeit unerklärten Panikattacken eine Rolle.

Eine überraschende Wende nimmt die Geschichte, als aufgrund graphologischer Gutachten bekannt wird, zu wem die Handschrift der Bethan-Briefe gehört…

Obwohl mir in dem Buch einige Nebenschauplätze zu viel aufgemacht werden (auf die Hintergründe der ganzen Scheidungsgeschichte hätte ich z.B. gern verzichtet) und mir auch die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen dem Kriminologen Martin und Margot Lewis nicht wirklich nachvollziehbar erscheint, fand ich das Buch sehr spannend und habe es fast in einem Rutsch durchgelesen.

Trotzdem mit viel Wohlwollen nur 4 Sterne.

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Tags: posttraumatische belastungsstörung. entführun   (1)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

oslo, utöya, unfall, kindheit, kindesmisshandlung

Schattenkind

Anne Holt , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 19.01.2015
ISBN 9783492306386
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am 22. Juli 2011 stürzt in Oslo ein 8-jähriger Junge von einer Leiter und stirbt. Die Eltern sind verzweifelt, fühlen sich schuldig an seinem Tod. Sie haben nicht aufgepasst.

Es sieht zunächst so aus, als ob die Ermittlungen schnell eingestellt würden, denn alle verfügbaren Kräfte bei der Polizei werden gebraucht, um eine Katastrophe aufzuklären, die sich am selben Tag in Oslo ereignet hat: das Massaker auf der Halbinsel Utøya und die Anschläge in Oslo.

Nur der junge, unerfahrene Polizist Henrik Holme entdeckt etliche nicht stimmige Details, verbeißt sich in den Fall und stellt weiter kritische Fragen.

Und auch die Kriminalpsychologin Inger Johanne Vik wird ungewollt in den Fall hineingezogen, als sie als Freundin der Familie um Hilfe gebeten wird.

 Es geht um den 8-jährigen Sander, der schon in der Vergangenheit immer wieder kleinere Unfälle mit diversen Verletzungen hatte, die aber alle mit seiner ADHS Diagnose in Zusammenhang gebracht wurden. Und jetzt ist Sander ist beim Sturz von einer Leiter zu Tode gekommen.

Schritt für Schritt nähern sich der Polizist und die Kriminalpsychologin auf getrennten Wegen den Ereignissen in der Familie an und sind bald überzeugt, dass Sanders Tod kein Unfall war.

Die Frage bleibt, wer ihn getötet hat. Der Vater? Der gute Freund der Familie? Die Mutter? Oder eine ganz andere Person aus seinem familiären Umfeld? Oder war es am Ende doch ein tragischer Unglücksfall?

Die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend und endet mit einer Überraschung.

Das Thema Kindesmisshandlung ist zwischen den Zeilen durchgängig präsent, ohne dass die Autorin konkret wird. Es gibt Andeutungen und Hinweise, die vage bleiben, aber ausreichen, um dem Leser das Leid des Jungen vor Augen zu führen.

Bedrückend für mich war die Erkenntnis, wie schnell doch der Tod des Jungen als Unfall zu den Akten gelegt werden wäre und wie schnell sich Ermittlungsbehörden zufrieden gegeben hätten.

Eine gut situierte Familie, sich sorgende Eltern, ein intaktes Umfeld… das reicht wahrscheinlich, um Kindesmisshandlung (vor)schnell auszuschließen.

Wer die Krimis von Anne Holt und deren eher nüchterne Sprache mag, dem gefällt auch dieses Buch. Für mich absolut lesenswert und bis zur letzten Zeile spannend.

Der Schluss hat mich allerdings überrascht, ratlos und ein bisschen unwillig zurück gelassen. Deshalb auch nur vier statt fünf Sterne.

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Tags: kindesmisshandlung, oslo   (2)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

rechte gewalt, islamismus, holt, terror

Ein kalter Fall

Anne Holt , Gabriele Haefs
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492054713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem sie bei einem Einsatz angeschossen wurde, sitzt die Kommissarin Hanne Wilhelmsen im Rollstuhl und hat den Polizeidienst quittiert. Sie führt ein zurückgezogenes Leben mit ihrer Lebensgefährtin Nefis und ihrer gemeinsamen Tochter Ida und hat fast jeglichen Kontakt zu ehemaligen Kollegen und ihrem früheren Leben abgebrochen.

Aber eben nur fast, denn sie war eine brillante Ermittlerin und der jungen Polizeichefin ist es gelungen, sie für eine spezielle Arbeitsgruppe zu reaktivieren. Gemeinsam mit Henrik Holme, einem ebenso seltsamen wie fähigen jungen Mitarbeiter, soll Hanne Wilhelmsen so genannte cold cases  neu aufrollen, Fälle also, die nicht aufgeklärt werden konnten.

Während sie beginnen, sich den Fall der seit mehreren Jahren vermissten Karina Knoph vorzunehmen, gerät die Welt in Oslo aus den Fugen. Eine Bombe detoniert in einem als liberal geltenden islamistischen Zentrum, mehr als 20 Menschen verlieren dabei ihr Leben, und aufgrund eines Bekennerschreibens  gehen Polizei und Staatsschutz schnell von einem radikal islamistischen Hintergrund aus. Die Öffentlichkeit ist verunsichert, die Polizei steht unter hohem Aufklärungsdruck und als die Attentäter weitere Anschläge ankündigen, werden rechte und islamfeindliche Stimmen in der Gesellschaft mit jedem Tag lauter.

Kurz vor Detonation der Bombe bekommt Hanne Wilhelmsen Besuch von ihrem ehemaligen Kollegen Billy T., der ebenfalls aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist und sie nun in einer privaten Angelegenheit um Hilfe bittet. Sein Sohn Linus scheint konvertiert zu sein und nun der islamistischen Vereinigung anzugehören, die mit dem Bombenattentat in Verbindung gebracht wird.

Während Billy T. versucht, sich Klarheit über die Aktivitäten seines Sohnes zu verschaffen und Hanne Wilhelmsen und Henrik Holme neue Spuren im Fall Karina Knoph finden,  versucht die Polizei, den Ball flach zu halten, um eine Panik in der Bevölkerung zu verhindern.

Ein junger Mann, der seit einem Überfall vor etlichen Jahren behindert ist und Tauben züchtet, ein Obdachloser namens  Schuh, der seine Umgebung sehr viel aufmerksamer wahrnimmt als vermutet, eine Bibliothekarin, die nicht so sozial engagiert ist wie sie vorgibt und ein Ex-Ermittler, der immer mehr Beweise findet, die seinen Sohn belasten und keinen Ausweg sieht.

Viele Fäden, die zu Beginn der Geschichte scheinbar zusammenhanglos nebeneinander laufen, verbinden sich gegen Ende zu einem gut konstruierten und durchdachten Gesamtbild.

Mein persönliches Fazit:

Ein kalter Fall war mein erstes Buch von Anne Holt und hat mich sehr begeistert. Die Protagonisten Hanne Wilhelmsen und Henrik Holme sind echte Typen, mit Ecken und Kanten, mit Tics und vor allem die Kommissarin oft eher schroff und abweisend, aber beide ergänzen sich in ihrer unkonventionellen Art wunderbar und werden im Laufe der Geschichte zu einem wirklichen Team.

Sie wurden mir immer sympathischer und ich würde gerne mehr von ihnen lesen.

Eigentlich wollte ich 5 Sterne vergeben, aber das Ende kam für mich ein wenig abrupt und ich hätte gern noch ein paar weitere Informationen im Rahmen der Fall-Aufklärung gehabt.

Deshalb 4 satte Sterne und eine dicke Leseempfehlung!

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Tags: islamismus, rechte gewalt, terror   (3)
 

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103 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

bretagne, krimi, kommissar dupin, mord, frankreich

Bretonisches Leuchten

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 27.06.2017
ISBN 9783462050561
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar George Dupin befindet sich gezwungenermaßen im Urlaub. Er hat dem Drängen seines Arztes, seiner Frau und seiner engsten Mitarbeiter nachgegeben und sich in einen Strandurlaub verabschiedet. Es kommt, wie es kommen muss: das außergewöhnlich gute Essen, das tollste Sommerwetter, die wunderbare Landschaft der Bretagne und nicht einmal das entspannte Zusammensein mit seiner Frau Claire können verhindern, dass sich Dupin ohne Ende langweilt.

Wie gerufen kommen ihm da einige Vorfälle am Urlaubsort, die seine Aufmerksamkeit erregen. Aus einer Kapelle wird eine historische Statue entwendet, auf eine Lokalpolitikerin wird ein Anschlag verübt und eine Touristin aus dem Hotel verschwindet spurlos. Einige Dorfbewohner, die mittlerweile wissen, dass ein bekannter Kommissar an ihrem Ort Urlaub macht, bitten ihn um Mithilfe und versorgen ihn mit brisanten Ermittlungsdetails.

Während sich Dupin anfangs nur ein klein wenig hier und da umhört, sehr darauf bedacht, dass seine Frau von seiner Recherche nichts mit bekommt, taucht bald eine erste Leiche auf und Dupin taucht immer tiefer in die Ermittlungen ein. Als er zufällig entdeckt, dass auch Claire ihre ‚kleinen Geheimnisse‘ hat und ihre Arbeit nicht so komplett ausblendet wie vorgegeben, beginnt ein amüsantes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden, in dem jeder seine Auszeiten nutzt, um doch heimlich ein bisschen dienstlich tätig zu werden. 

Eine weitere Leiche, ein krimineller Steinbruch-Besitzer, ein Abgeordneter, der Dokumente zum eigenen Vorteil gefälscht hat, eine Tote, die sieben Jahre zuvor im Steinbruch gefunden worden war und deren Tod nie aufgeklärt wurde… hängt all das irgendwie zusammen? Dupin zieht Fäden in alle Richtungen und kommt der Lösung doch kein Stück näher.

Bis er schließlich eine Eingebung hat, die ihn zum Mörder führt und blitzartig den Fall in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Manchmal braucht eben auch ein Kommissar Dupin eine ganze Weile, um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Bretonisches Leuchten ist nicht der erste Roman von Jean-Luc Bannalec, den ich gelesen habe.

Ich mag seine Art zu schreiben. Ein wenig ausschweifend, sehr verbunden mit der Landschaft und den Menschen der Bretagne, immer mit einer Vorliebe für gutes Essen und einen guten Wein. Eben ein echt französischer Krimi.

Und so gefällt mir auch dieses Buch wieder sehr gut. Einen Stern ziehe ich ab für manchmal doch zu viel Verwirrungen und für Fährten, die letztlich im Nichts enden.

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Tags: bretagne, dupin, krimi   (3)
 

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(168)

409 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

nachtblumen, liebe, carina bartsch, sylt, trauma

Nachtblumen

Carina Bartsch
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499291081
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es ist die Geschichte von Jana, 19 Jahre alt. Nach Heimaufenthalten und mehreren Therapieversuchen landet sie in der familienähnlichen Einrichtung von Anke und Klaas auf der Insel Sylt, in der außer ihr noch 4 weitere Jugendliche leben. Einer von ihnen ist Collin.

Alle Jugendlichen haben ein ‚Vorleben‘, das ihnen den Start in ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben extrem schwer macht, und deshalb ist für alle das Leben mit und bei Anke und Klaas so etwas wie eine 2. Chance. Sie haben die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu machen, in einer relativ behüteten Umgebung zu wachsen, soziale Verhaltensweisen zu erlernen und zu sich selbst zu finden.

So auch Jana. Sie ist bei ihrer Ankunft auf Sylt extrem verschlossen, traut sich nichts zu, wird von Ängsten und Schuldgefühlen geplagt und meidet den Kontakt zu anderen Menschen wann immer es möglich ist.

Nur in sehr kleinen Schritten nähert sie sich ihrer Umgebung an. Eine große Hilfe ist ihr dabei die Therapeutin Frau Dr. Flick, die es mit einer guten Mischung aus professionellem Geschick, Menschlichkeit, Humor und Zugewandtheit schafft, Janas Vertrauen zu gewinnen. Mit ihrer Hilfe gelingt es Jana, sich ihren traumatischen Erfahrungen zu stellen und sie therapeutisch zu bearbeiten.

Parallel dazu nimmt sie vorsichtig Beziehung auf zu ihren Mitbewohnern und ihren ‚Ersatzeltern‘ Anke und Klaas. Ganz besonders angezogen fühlt sie sich von Collin. Er ist ein begnadeter Zeichner, hilft ihr, die Anforderungen der Berufsschule zu meistern und macht ansonsten sein Ding. Freundlich, aufmerksam, zuverlässig, aber auch unnahbar und distanziert.

Ganz langsam kommen die beiden sich näher, werden ein Liebespaar – und dann legt Collin den Rückwärtsgang ein und entfernt sich immer mehr von Jana, ohne dass sie einen Grund dafür sieht.

Bis sie ganz zufällig bei ihrer Therapeutin einen (verbotenen) Blick in Collins Akte wirft…

Ich finde das Buch aus mehreren Gründen sehr, sehr lesenswert.

Zum einen interessiert mich das Thema, wie Jugendliche mit unterschiedlich belasteten Familiengeschichten ihre 2. Chance nutzen (oder auch nicht), ohne dass diese Familiengeschichten im Mittelpunkt stehen und als Rechtfertigung für schräges Verhalten dienen.

Zum anderen gefällt mir die Sprache von Carina Bartsch, die Art, wie sie eine Liebesgeschichte sehr zart und sehr vorsichtig kreiert, ohne dass es kitschig oder zu blumig wird. 

Kurz: Es ist ein tolles Buch. Unbedingt lesenswert.

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Tags: beziehungsaufnahme, jugendliche, nähe und distanz, trauma   (4)
 

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404 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

frankreich, schwestern, zweiter weltkrieg, resistance, widerstand

Die Nachtigall

Kristin Hannah , Karolina Fell
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 19.09.2016
ISBN 9783352008856
Genre: Romane

Rezension:

Oregon/USA im Jahr 1995. Eine alte Dame sucht und findet auf dem Dachboden ihres Hauses einen zerschlissenen Koffer, in dem sich Erinnerungsstücke befinden, die sie in die Zeit des 2. Weltkrieges nach Frankreich zurückführen. Und damit beginnt die eigentliche Geschichte um die beiden sehr ungleichen Schwestern Vianne und Isabelle Rossignol.

Die Mutter stirbt früh, und der Vater ist mit der Erziehung der beiden Mädchen überfordert. Sie wachsen bei einer wildfremden Frau auf und alle Versuche, dem Vater näher zu kommen, scheitern an seiner Lieblosigkeit. Während Vianne, die Ältere, schon bald die Liebe ihres Lebens trifft, schwanger wird und eine eigene Familie gründet, findet Isabelle nirgendwo ein Zuhause. Sie rebelliert, ist aufbrausend, fliegt von mehreren Schulen, ist unfähig, Kompromisse einzugehen. Mehrfach erlebt sie, dass sie bei ihrem Vater nicht erwünscht ist und auch die Schwester begegnet ihr mit wenig Verständnis.

Dann bricht der 2. Weltkrieg aus. Das Leben aller verändert sich dramatisch, als Frankreich von den Deutschen besetzt wird. Antoine, der Mann von Vianne, wird als Soldat eingezogen, Isabelle gelingt unter großen Mühen die Flucht zu ihrer Schwester auf’s Land, und so lebt Vianne mit ihrer Tochter Sophie und ihrer rebellischen Schwester in ihrem großen Haus, das schon bald von den Deutschen beschlagnahmt wird und als Hauptquartier für einen deutschen Offizier dient. Während sich Vianne mit den neuen Verhältnissen zu arrangieren versucht, um ihre Tochter zu schützen und selbst zu überleben, kann Isabelle ihre Wut und ihren Hass auf die Besatzer kaum zügeln und wird damit immer mehr zur Gefahr für ihre Schwester und ihre Nichte.

Alle sind deshalb irgendwie erleichtert, als Isabelle nach Paris abreist, um sich angeblich dort um ihren kranken Vater zu kümmern. In Wirklichkeit schließt sie sich einer Widerstandsgruppe an, verteilt zunächst Flugblätter, erarbeitet sich mit ihrem Mut und ihrer Kaltblütigkeit das Vertrauen der Gruppe. Isabelle wird ‚die Nachtigall‘, die abgeschossene englische und amerikanische Piloten über die Pyrenäen außer Landes bringt und auf diese Weise zahlreichen Männern das Leben rettet.

Aber auch Vianne gelingt es bald nicht mehr, sich möglichst unauffällig zu verhalten, um nicht ins Visier der Deutschen zu geraten. Spätestens als ihre Nachbarin und Freundin Rachel deportiert wird und Vianne bittet, sich um ihren kleinen Sohn zu kümmern, muss sie sich entscheiden.

Es beginnt auch für sie ein Leben voller Gefahren, Leiden und Demütigungen.

Beide Frauen sind auf ihre Art Heldinnen, die am Ende zwar wieder für einige Zeit zueinander finden, aber beide schwer gezeichnet sind von den Erlebnissen des Krieges.

Nur eine der Schwestern überlebt und schafft es, sich im fernen Amerika ein neues Leben aufzubauen. Als alte Dame, bereits von einer Krebserkrankung gezeichnet, fährt sie noch ein letztes Mal zurück nach Europa.

Das Buch ist wunderbar klar und schnörkellos geschrieben. Es ist mitreißend, bewegend und das Schicksal der beiden Frauen und ihrer Familie und Freunde geht richtig unter die Haut.

Es gibt Passagen im Buch, die so grausam und spannungsgeladen waren, dass ich das Buch kurzzeitig zur Seite legen musste, um einige Male tief durchzuatmen.

Dennoch empfehle ich jedem, das Buch zu lesen. Es ist eines von den Büchern, die in Erinnerung bleiben werden.

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Tags: frankreich, schwestern, weltkrie, widerstand   (4)
 

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293 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

thriller, insomnia, jilliane hoffman, bobby dees, florida

Insomnia

Jilliane Hoffman , Sophie Zeitz , Stefanie Kremer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 27.12.2016
ISBN 9783805250719
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Florida verschwinden junge Mädchen und werden auf brutalste Art ermordet aufgefunden. Presse und Polizei haben schnell einen Namen für den Täter: der Hammermann.
Eines Tages verschwindet auch die siebzehnjährige Mallory Knight, taucht aber nach zwei Tagen blutend und übel verletzt wieder auf und behauptet, dem Hammermann mit knapper Not entkommen zu sein.
Nur FBI-Agent Bobby Dees erkennt, dass Mallory aus Scham, Angst und Enttäuschung die Geschichte erfunden hat und bringt sie dazu, ihre Lüge zuzugeben.
Eine wahre Lawine aus Empörung, Hass, Wut und Demütigung ergießt sich über Mallory und ihre Familie, so dass ihnen schließlich nichts anderes übrig bleibt, als ihren Wohnort mit unbekanntem Ziel zu verlassen.

Vier Jahre später. Mallory hat ihren Namen geändert und lebt sehr zurückgezogen, ohne Freunde und immer auf der Hut, dass nichts aus ihrer Vergangenheit bekannt wird.

Zum Jurastudium kehrt sie nach Florida zurück, bezieht eine eigene Wohnung und merkt schon bald, dass etwas nicht stimmt. Ihr Auto springt nicht an, Unterwäsche fehlt und der Riegel an ihrer Wohnungstür ist zurückgeschoben, obwohl sie sicher ist, abgesperrt zu haben. Ein Albtraum beginnt.

Der Hammermann schafft es tatsächlich, sie in seine Gewalt zu bringen. Ihr gelingt die Flucht und sie hofft, gemeinsam mit der Polizei sein Versteck, in dem er noch weitere junge Frauen gefangen hält, zu finden.
Der Polizei- und Presseapparat läuft auf Hochtouren - bis bekannt wird, wer sie ist. Ein Mädchen, dass schon vor vier Jahren eine Lügengeschichte erzählt und alle zum Narren gehalten hat.

Wieder geht eine Hetzjagd auf sie los und auch die Polizei winkt ab. Ihr ganzes neues Leben fliegt ihr um die Ohren und es gibt nur zwei Menschen, die ihr glauben: ein Polizist, der sich in sie verliebt hat und der FBI-Agent Bobby Dees. Gemeinsam mit den beiden macht sie sich auf die Suche nach dem Versteck des Hammermannes und den immer noch gefangenen Frauen.

Aber wem kann sie wirklich trauen?

Als die Geschichte schon fast am Ende ist, der Hammermann entlarvt, kommt noch einmal alles ganz anders als erwartet und Mallory ist keinesfalls in Sicherheit...

Hochspannung bis zum Schluss.

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96 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

flucht, familie, lissabon, hochstapler, kindheit

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 29.05.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

Rezension:

Anfangs sieht es so aus, als sei der Autoverkäufer Jürgen eine Art Lebenskünstler, der sich nie unterkriegen lässt, immer noch eine geniale Idee hat und sich mit Charme und Witz durch's Leben schlägt. Er ist nicht nur selbst davon überzeugt, sondern vermittelt es auch seiner Familie, dass das ganz große Geld nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Und dann scheint es tatsächlich geklappt zu haben. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion packt die Familie ihre Sachen und reist nach Südfrankreich. Dort beginnen sie ein echtes Luxusleben. Geld spielt keine Rolle - es ist einfach im Überfluss vorhanden.

Nach und nach wird klar, dass der Vater 300 000 € unterschlagen hat, dass der überstürzte Aufbruch eine Flucht vor der Polizei war und dass auch weiterhin nach ihm gefahndet wird.
Das Geld reicht nicht ewig und so kommt es, wie es kommen muss: wieder Hals über Kopf alles einpacken, flüchten, neues 'Zuhause' finden. Als kein Geld mehr da ist, beginnt der Abstieg in die absolute Armut, und auch "der Oma die Handtasche klauen" ist jetzt eine Option, die vom Vater noch unterstützt wird.

Im Klappentext zum Buch heißt es, dass das Buch tragisch und komisch ist. Für mich hatte es allenfalls auf den ersten 50 Seiten komische Anteile. Je weiter ich gelesen habe, umso bedrückender und tragischer fand ich es.

Kinder sollten ihren Eltern vertrauen können, Schutz und Geborgenheit bei ihnen finden, Freunde haben dürfen, ein sicheres Zuhause... das alles finden die drei Geschwister nicht. Und das ist genau der Punkt, der für mich die Geschichte so bedrückend macht, umso mehr, als es sich auch noch um einen autobiografischen Roman handelt. Echt harte Kost.

Aber unbedingt lesenswert. Großartig!!



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Tags: kindhei   (1)
 

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321 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 90 Rezensionen

barcelona, spanien, zafón, carlos ruiz zafón, friedhof der vergessenen bücher

Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 16.03.2017
ISBN 9783100022837
Genre: Romane

Rezension:  
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499 Bibliotheken, 19 Leser, 1 Gruppe, 140 Rezensionen

bienen, bienensterben, roman, natur, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Maja Lunde unterteilt ihr Buch in drei Handlungsstränge, die in den Jahren 1852, 2007 und 2098 an unterschiedlichen Gegenden der Welt spielen und zunächst ganz zusammenhanglos nebeneinander stehen.
Da ist zunächst WILLIAM, Biologe, Saatguthändler und Bienenforscher. Er lebt um 1852 in England, hat eine Frau, einen Sohn und sechs Töchter. Er forscht über die Lebensbedingungen von Bienen und arbeitet an der Entwicklung eines neuartigen Bdienenstocks, der Imkern die Arbeit erleichtern und ihm zu Ruhm und Ehre verhelfen soll. Sein größter Wunsch, seine Leidenschaft mit seinem einzigen Sohn Edmund zu teilen, erfüllt sich nicht, aber es gibt ja noch seine Tochter Charlotte, die unbeachtet aber zielstrebig in seine Fußstapfen tritt.

Im 2. Handlungsstrang geht es um GEORGE. Er lebt im Jahr 2007 in Ohio, ist Landwirt und leidenschaftlicher Imker. Er arbeitet hart, um seinen Hof zukunftsfähig zu machen und die Lebensbedingungen seiner Bienen beständig zu verbessern. Auch er setzt alle Hoffnungen in seinen Sohn Tom, der andere Pläne hat. Im Jahr 2007 gibt es schon Gerüchte, dass Bienen verschwinden, aber George ist überzeugt, dass es nur an der schlechten Pflege liegen kann und ihn deshalb nicht betrifft... seinen Bienen geht es prächtig, bis auch er erleben muss, dass seine Bienenstöcke plötzlich leer sind.

3. Handlungsstrang spielt im China des Jahres 2098. Bienen gibt es längst nicht mehr und TAO muss zusammen mit vielen anderen per Hand dafür sorgen, dass Blüten bestäubt werden.
Eines Tages erkrankt ihr kleiner Sohn Wei-Wen an einer rätselhaften Krankheit, wird von der Familie isoliert und fortgebracht.
Tao macht sich voller Angst und Sorge auf die Suche und entdeckt Schreckliches.

Erst hier schließt sich der Kreis von William, George und seinem Sohn Tom bis hin zu Tao, der ein Buch über Bienen in die Hände fällt, geschrieben von Tom. Erst beim Lesen dieses Buches wächst in ihr die Erkenntnis, dass die Menschheit nur eine Überlebenschance hat, wenn sich grundlegend etwas ändert. Tao beschließt, nicht einfach weiterzumachen, sondern Veränderungen anzustoßen und damit die Hoffnung zu behalten.

Ich fand das Buch sehr lesenswert, wenn auch manchmal beklemmend. Die Erkenntnis, dass "alles mit allem zusammenhängt" ist ja nicht neu, aber aufgezeigt am Schicksal von Bienen und Menschen, hat es mich doch sehr nachdenklich gemacht.

Beim Biss in mein honigbestrichenes Frühstücksbrötchen denke ich jetzt einen Moment länger nach und bin dankbar, dass es beides noch gibt: die Bienen und den Honig!

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Tags: bienen, honi   (2)
 

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108 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

tegernsee, mord, krimi, miesbach, regionalkrimi

Schwarzwasser

Andreas Föhr
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.06.2017
ISBN 9783426654217
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine weitere Geschichte um Kommissar Wallner und Polizeiobermeister Leo Kreuthner, auch genannt 'Leichen-Leo'. Eben dieser Leichen-Leo sieht auf einer Tanzveranstaltung die einmalige Chance auf eine heiße Nacht mit der attraktiven Michaela Hundsgeiger. Er lädt sie zu sich nach Hause ein, aber da dummerweise sein eigenes Domizil gerade nicht vorzeigbar ist, "leiht" er sich sozusagen das Haus eines Bekannten, der zurzeit verreist sein soll. Aus der heißen Nacht wird leider nichts, denn als sie das Haus betreten, finden sie den Hausherren, Klaus Wartberg, erschossen vor, daneben mit der Pistole in der Hand Lara Evers, eine Bekannte nicht nur des Opfers, sondern auch von Leo Kreuthner.

Eigentlich scheint alles klar, aber es stellt sich heraus, dass Klaus Warberg ein Mann völlig ohne Vergangenheit ist und seine Papiere eine gut gemachte Fälschung. Wer also ist der Mann, der erschossen wurde und in welcher Beziehung steht er zur Täterin Lara Evers?

Die Geschichte, die sich nun entwickelt, hat bereits vor 20 Jahren ihren Anfang genommen und wird auch parallel auf zwei Zeitebenen erzält.

Viele Puzzlesteine, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen.

Gut konstruiert. Spannend erzählt, immer mit der bekannten Prise bayrischen Humors.

Lesenswert, vor allem, wenn man die 'Schrulligkeiten' der Kommissare Wallner und Kreuthner mag.



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99 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

krimi, mord, kommissar jennerwein, humor, alpenkrimi

Im Grab schaust du nach oben

Jörg Maurer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 27.04.2017
ISBN 9783651025189
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein G7-Gipfel in einem kleinen Alpenkurort und es trifft sich alles, was zu einem solchen Event dazu gehört: Demonstranten, Geheimdienste, Mafia, Auftragskiller... und mittendrin ein toter Polizist, der gar nicht tot ist, ein Mörder, der gar kein Mörder ist, eine Bloggerin, die keine Bloggerin ist und eine Familie, die nicht so harmonisch ist wie es ausschaut. Und natürlich ein Team um Kommissar Hubertus Jennerwein, das lange Zeit auf dem Holzweg ist, aber dank der Spürnase des Kommissars schließlich doch alle Steinchen des Puzzles zusammenfügt.
Es ist mir anfangs nicht ganz leicht gefallen, alle losen Enden der Geschichte irgendwie miteinander zu verknüpfen, aber ich habe die Geschichte fast in eins durchgelesen und finde, das ist auch die Stärke des Krimis: witzig, kurzweilig und locker zu lesen.
Es gibt sicherlich spannendere Krimis, aber wer es ein bisschen skurril und humorvoll mag und trotzdem eine gut konstruierte Geschichte zu schätzen weiß, ist mit dem Buch gut bedient.

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Tags: alpenkrimi, amüsant   (2)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

starke frauen, gulag, sibirie

Suleika öffnet die Augen

Gusel Jachina
E-Buch Text: 541 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 17.02.2017
ISBN 9783841212870
Genre: Sonstiges

Rezension:

Suleika lebt gemeinsam mit ihrem deutlich älteren Mann und ihrer Schwiegermutter in einfachsten Verhältnissen auf einem tatarischen Bauernhof.

Sie ist rechtlos und fügsam, arbeitet bis zum Umfallen und niemals würde es ihr in den Sinn kommen, sich gegen ihren Mann oder ihre bösartige und ungerechte Schwiegermutter aufzulehnen. Im Gegenteil: sie hat es gut getroffen, hat genug zu essen und ein Dach über dem Kopf.

 Bis der stalinistische Terror auch bis zu ihrem Dorf vordringt. Vor ihren Augen wird ihr Mann erschossen und sie selbst zusammen mit vielen Leidensgenossen in Richtung Sibirien deportiert. Immer weiter nach Osten geht die Reise, die Verhältnisse sind kaum noch erträglich und niemand weiß, was sie am Ende erwartet.

In dieser Situation entdeckt Suleika, dass sie erneut schwanger ist. Sie ist überzeugt, dass auch dieses Kind – wie schon ihre Mädchen vorher - nicht überleben wird.

Angeführt wird die Gruppe der Verbannten von dem Kommandanten Ignatov, ein überzeugter Kommunist, der Befehle ausführt und doch selbst Opfer des stalinistischen Systems ist. Wie alle anderen Personen des Romans macht auch Ignatov eine Entwicklung durch und wird mehr und mehr Teil der bunt zusammen gewürfelten Schar der Deportierten.

Für sie alle gilt es, die überaus harten Winter zu überleben, zusammen zu halten, sich gegenseitig zu helfen, und so entsteht mitten in der sibirischen Wildnis eine Art ‚Dorf‘, in dem Suleika tatsächlich einen Sohn zur Welt bringt, der ihr Leben noch einmal verändert.

Gusel Jachina gelingt es, die ganze Härte und Brutalität der Überlebenskampfes in der Verbannung  zu schildern und gleichzeitig die leisen Beziehungen, die untereinander entstehen und die Stärke, die auch Suleika bei sich entdeckt, für den Leser deutlich werden zu lassen.

 Entstanden ist ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Es hat mich berührt, aufgewühlt, gefesselt bis zum Schluss.

Absolut lesenswert!!

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Tags: gulag, sibirie, starke frauen   (3)
 
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