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586 Bibliotheken, 12 Leser, 6 Gruppen, 39 Rezensionen

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Adrenalin

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.06.2011
ISBN 9783442476718
Genre: Krimi und Thriller

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die Heimkehrer

Jan Guillou , ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453419209
Genre: Historische Romane

Rezension:

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe die beiden ersten Teile dieser Trilogie nicht gelesen und war zunächst skeptisch, ob ich überhaupt  in die Geschichte hineinfinden würde. Diese Befürchtung erwies sich als grundlos, denn obwohl es immer wieder Bezüge und Hinweise auf frühere Ereignisse gab, hatte ich nie das Gefühl, etwas nicht zu verstehen.

Es geht um die sehr unterschiedlichen Brüder einer Brückenbauer-Dynastie Lauritz, Oscar und Sverre. Der Älteste ist Lauritz, der in Stockholm eine Baufirma betreibt und damit viel Geld verdient. Ebenfalls sehr erfolgreich hat Oscar in Berlin ein Immobilienunternehmen aufgebaut und Sverre, der homosexuelle Bruder der beiden, investiert in die Werbebranche.

Die politischen Ereignisse interessieren die Brüder eher am Rande, aber während sie ihr weitestgehend sorgloses Leben in Berlin und Stockholm führen, braut sich um sie herum das Unheil zusammen, in das sie heftiger hineingezogen werden als ihnen lieb ist.

Vor allem durch Harald, den älteste Sohn von Lauritz, wird deutlich, wie die nationalsozialistische Ideologie Eingang in die Familie erhält.

Aber in der Familie passiert das, was in der Zeit wohl  für viele Familien typisch war: die Ideen der Nazis werden nicht ernst genommen, als vorübergehende Erscheinung abgetan und verharmlost - bis es zu spät ist. Man möchte ihnen wirklich zurufen: wehret den Anfängen.

Besonders erschreckend ist für mich die nüchterne und sachliche Darstellung der Entwickling Haralds, der zu einem Handlanger und Mörder der SS geradezu 'gezüchtet' wird und für moralisch-menschliche Appelle bald nicht mehr zugänglich ist. Furchtbar mit anzusehen bzw. zu lesen, wie ein junger Mensch derart in die Fänge dieser menschenverachtenden Ideologie geraten kann und jegliches Mitgefühl verliert.

Das Buch endet mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen und man fragt sich, wie die Schicksale der Menschen in dieser Familie weitergehen...aber das war ja wohl das definitive Ende dieser Saga. Schade eigentlich.




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142 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag , 17.09.2016
ISBN 9783851793680
Genre: Romane

Rezension:

Zugegeben: es klingt ziemlich nach Kitsch und Liebe, Freude, Eierkuchen. Nelly, Studentin in Paris, ist seit langem verliebt in ihren (deutlich älteren) Professor, bis der seine Liebe zu einer anderen Frau entdeckt und Nelly am Boden zerstört scheint. Sie rappelt sich auf und fährt für 4 Wochen nach Venedig, um dort in aller Ausführlichkeit dieser verlorenen Liebe nachzutrauern. Aber natürlich kommt alles ganz anders und Nelly begegnet einem charmanten Venezianer... alles vorhersehbar, aber nett erzählt, auch nicht unspannend und eben leicht und beschwingt, wie Sommerlektüre sein darf.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Alma

Dagmar Fohl
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 11.04.2018
ISBN 9783839222423
Genre: Romane

Rezension:

‚Alma‘ ist die Tochter des Musikalienhändlers Aaron Stern und seiner Frau Leah. Die Eltern müssen ihre 1939 gerade geborene Tochter in Deutschland bei einem befreundeten Ehepaar zurücklassen, um sich auf das Schiff zu retten, das sie nach Kuba bringen soll und damit weit weg von den Nazi-Schergen. Was zunächst wie die Rettung scheint, entpuppt sich als Irrfahrt über verschiedene Meere und an Ländern vorbei, die sich alle weigern, die Flüchtlinge aufzunehmen. Allein dieses Geschehen ist höchst beklemmend und kaum begreiflich, dass diese knapp tausend Menschen überall abgewiesen werden, so dass ihre Hoffnung auf Rettung immer weiter schwindet.

Für Aaron Stern und Leah endet die Flucht schließlich doch in einem Konzentrationslager und es ist die Musik und sein Cellospiel, das Aaron das Überleben sichert, wenn auch unter den schlimmsten vorstellbaren Verhältnissen. Nur der Gedanke, dass irgendwo seine Tochter Alma lebt und er sie unbedingt finden muss, hält ihn davon ab, sich selbst das Leben zu nehmen.

Die Jahre nach Kriegsende sind bestimmt von der Suche nach Alma.

Und als er die Suche schon aufgegeben hat und überzeugt ist, dass auch seine Tochter den Krieg nicht überlebt hat, geschieht etwas Unfassbares und es scheint, als dürfe Aaron Stern nach all dem Schrecklichen doch am Ende noch so etwas wie ‚Glück‘ erleben.

Eine sehr bewegende Geschichte, die die ganze Grausamkeit des Nazischreckens deutlich macht und doch nicht in Hoffnungslosigkeit versinkt.

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465 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 91 Rezensionen

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Anonym

Ursula Poznanski , Arno Strobel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.09.2016
ISBN 9783805250856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine schaurige Geschichte in Zeiten Sozialer Medien:

In einem Forum eröffnet ein Unbekannter namens ‚Trajan‘ eine Seite, auf der User einen Menschen ihrer Wahl für eine Hinrichtung nominieren können. Die Abstimmung läuft und die ganze Welt kann sich beteiligen bzw. dabei zuschauen, wie unter vier Nominierten das Voting voranschreitet. Und nicht nur die Abstimmung, auch die grausame Hinrichtung des gewählten Kandidaten ist öffentlich.

Drei Tote hat es bereits gegeben und obwohl die Kommissare Daniel Buchholz und Nina Salomon und diverse Spezialisten auf Hochtouren an der Auflösung der Fälle arbeiten, scheinen sie die nächste Todesliste und das nächste Opfer nicht verhindern zu können. Als die Kommissare selbst ins Visier des Täters geraten, nähert sich die Spannung dem Höhepunkt…

Ein wenig konstruiert fand ich die lebensgeschichtlichen Hintergründe der beiden Kommissare, die zwar die Skurrilität der beiden erklären sollten, mir aber doch ein bisschen zu stark ‚an den Haaren herbeigezogen‘ vorkam. Der Spannung hat es dennoch nicht geschadet. Auch die Lösung war für mich überraschend und so nicht vorhersehbar.

Absolut erschreckend, dass die Geschichte auch irgendwie noch realistisch erscheint…

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194 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Carol Rifka Brunt , Frauke Brodd
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 23.02.2018
ISBN 9783961610075
Genre: Romane

Rezension:

June ist 14 Jahre alt, lebt mit ihrer 2 Jahre älteren Schwester Greta und ihren Eltern in New York, die beiden Schwestern sind wie ‚Hund und Katz‘… also alles irgendwie normale Familie. Aber so normal wie es scheint ist alles nicht. Der Mittelpunkt in Junes Leben ist ihr Onkel Finn, ein Künstler, der an AIDS stirbt und dessen Tod June in tiefe Verzweiflung stürzt. Erst nach seinem Tod lernt sie Toby kennen, mit dem ihr Onkel Finn seit Jahren zusammengelegt hatte, ohne dass sie davon wusste. Dass es überhaupt noch einen anderen Menschen gab, der so eng mit ‚ihrem‘ Onkel Finn verbunden war, will sie am liebsten gar nicht wissen und kann es nur schwer akzeptieren. Für die Familie und lange Zeit auch für June ist dieser Toby der Inbegriff des Bösen, hat er doch Finn mit AIDS infiziert und ist deshalb Schuld an dessen Tod. So die feste Überzeugung der Familie.

Als Toby den Kontakt zu ihr sucht, gerät sie in einen echten Konflikt, denn wenn sie sich mit ihm trifft, kann sie das nur heimlich tun, ohne dass irgendjemand in ihrer Familie davon Wind bekommt. Aber die Hoffnung, mit ihm über Finn reden zu können, gemeinsam zu trauern und auf diese Weise die Erinnerung an Onkel Finn lebendig zu halten, ist so groß, dass sie alle Bedenken über Bord wirft und Toby in ihr Leben lässt. Es ist der Beginn einer Freundschaft, die natürlich von der gemeinsamen Liebe zu Finn bestimmt wird, aber auch davon, dass Toby selbst auch HIV positiv ist und nicht mehr lange zu leben hat.

Eine tragische Geschichte, die mir phasenweise zu pathetisch war und für ein 14-jähriges Mädchen nicht ganz glaubwürdig. Ihre große Liebe zu ihrem Onkel, ihre heimlichen Treffen mit Toby, die über einen langen Zeitraum keinem in der Familie auffallen, die inszenierten ‚Abstürze‘ ihrer großen Schwester Greta – das alles fand ich ein klein wenig überzogen.

Pakete von Taschentüchern habe ich beim Lesen nicht verbraucht, auch wenn mich die Geschichte durchaus berührt hat. Vor allem die Atmosphäre von Verschweigen und Verdrängen im Umgang mit Aids und dem Thema Homosexualität fand ich sehr bedrückend.

Aber die Geschichte spielt Mitte der 80-er Jahre, als die Krankheit gerade erst entdeckt worden ist und Ängste und Vorurteile noch weitaus stärker verbreitet waren als sie es heute leider immer noch sind.

Ich empfehle trotz meiner kritischen Anmerkungen, das Buch zu lesen. Es ist gut geschrieben, flüssig zu lesen und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

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69 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Patria

Fernando Aramburu , Willi Zurbrüggen
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 16.01.2018
ISBN 9783498001025
Genre: Romane

Rezension:

In dem Roman des Basken Fernando Aramburu geht es um einen Konflikt, der längst aus den Schlagzeilen verschwunden ist, der aber den älteren Lesern noch aus ihrer Jugend in den 1970-er und 1980-er Jahren sehr präsent sein dürfte. Die ETA, nationalistische Untergrundorganisation, kämpfte für die Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und das mit großem Fanatismus und zahlreichen terroristischen Aktionen, denen zahlreiche Menschen zum Opfer fielen.

Im Mittelpunkt dieses Romans stehen zwei Familien, die in einem kleinen baskischen Dorf leben und durch eine tiefe Freundschaft miteinander verbunden sind. Die Väter, Txato und Joxian, fahren gemeinsam Radrennen und verbringen Abende beim Kartenspiel in der Kneipe des Dorfes. Die Mütter, Miren und Bittori, sind engste Freundinnen seit ihrer Kindheit. Selbstverständlich, dass auch die Kinder der beiden Familien fast wie Geschwister aufwachsen.

Die Freundschaft der Familien, die anfangs so unerschütterlich scheint, gerät ins Wanken, als der Einfluss der ETA immer größer wird und vor allem die Familie des Fuhrunternehmers Txato ins Visier der ‚Organisation‘ gerät. Eine Atmosphäre der Angst, des Misstrauens und des Wegschauens breitet sich aus und die ganze Dorfgemeinschaft fällt auseinander. Durch Hassparolen an den Wänden, Drohungen und Erpressungsversuche wird vor allem die Familie von Txato und Bittori immer mehr ausgegrenzt und trägt sich mit dem Gedanken, ihre Heimat zu verlassen und an einem entfernten Ort neu anzufangen.

Bevor diese Pläne aber in die Tat umgesetzt werden können, wird Txato auf offener Straße erschossen und die Vermutung wächst, dass Joxe Mari, Sohn von Joxian und Miren, der Täter sein könnte. Joxe Mari, der eigentlich eher unpolitisch ist, aber als Teil einer Clique, die Aktionen plant, Schrecken verbreitet und sich unbesiegbar fühlt, schließlich immer stärker in die militanten Aktivitäten der Organisation versinkt.

Seine Versuche, auch seinen Bruder Gorka in die Aktivitäten einzubinden, zeigen, wie schwer es ist, sich den patriotischen Einflüssen zu entziehen. Gorka verabscheut Gewalt und lebt seinen Patriotismus eher aus, indem er die baskische Sprache und Literatur hoch hält, aber auch er hat nicht den Mut, sich offen der gepredigten Gewalt entgegen zu stellen.

Die zentrale Frage des Romans ist, ob tatsächlich Joxe Mari die Tat begangen hat. Erzählt wird die Geschichte in verschiedenen zeitlichen Ebenen und aus der Perspektive verschiedener Akteure. Manchmal wechselt die Perspektive unvermittelt und man stutzt während des Lesens und muss auf diese Weise ständig ‚mitdenken‘.

Das klingt jetzt vielleicht so, als ob der Roman schwer zu lesen ist, aber dem ist nach meinem Empfinden nicht so. Es macht ihn eher interessant und hält die Aufmerksamkeit des Lesers wach.

Bittori, die nach dem Attentat auf ihren Mann den Ort verlassen hat, kehrt zu Beginn des Romans in ihr Haus zurück und bringt damit eine Lawine ins Rollen, von der alle Beteiligten der beiden Familien in irgendeiner Art erfasst werden. Sie nimmt beharrlich ihr altes Leben in ihrem alten Haus wieder auf, knüpft Kontakte und versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Dieser Roman von Fernando Aramburu ist bestimmt keine leichte Kost. Ich habe beim Lesen immer wieder versucht, das Geschehen auch politisch einzuordnen, mich selbst an Schlagzeilen im Zusammenhang mit der ETA zu erinnern. Aber auch wenn es in dem Buch um die Zeit der ETA geht, sind die Bezüge in die Gegenwart unverkennbar. In Katalonien oder anderen Orten unserer Welt wird mit ganz ähnlichen Argumenten und oft ähnlich fanatisch für regionale Unabhängigkeit gekämpft…

Ein beeindruckendes, großartiges Buch, das von mir uneingeschränkt 5 Sterne erhält.

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123 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Romane

Rezension:

Es ist die Geschichte der jüdischen Familie Rosenthal und es ist die Geschichte um die St. Louis, dem Schiff, mit dem 1939 mehr als 900 überwiegend jüdische Emigranten versuchen, vor der Nazi-Diktatur nach Kuba zu fliehen.

Die Rosenthals sind eine angesehene jüdische Familie in Berlin, die seit Generationen in Deutschland lebt und sich – wie so viele andere zu der Zeit – zunächst nicht vorstellen kann, das Land zu verlassen. Als es fast schon zu spät ist und der Nazi-Terror ihnen bereits an jeder Ecke begegnet, gelingt es ihnen, sich Papiere für die Überfahrt nach Havanna zu besorgen. Kuba soll nur als ‚Durchlaufstation‘ dienen, denn ihr eigentliches Ziel ist New York.

Die Geschichte wird aus der Sicht Hannahs erzählt, der 11-jährigen Tochter der Rosenthals, die sehr detailliert nicht nur ihr Leben in Berlin an der Seite ihres Freundes Leo beschreibt, sondern auch ein genaues Bild ihrer extravaganten Mutter und ihres fürsorglichen Vaters zeichnet. Sie lässt den Leser teilhaben an ihren letzten Monaten in einem Berlin, das geprägt ist von Hass auf die Juden, von Demütigungen, Angst und Zerstörung von Identitäten.

Die Flucht nach Kuba soll ein neuer Anfang sein, aber bei ihrer Ankunft in Havanna wird den  Passagieren das Verlassen des Schiffes verwehrt. Nur einige wenige dürfen an Land gehen, unter ihnen Hannah und ihre Mutter. Für den Vater und die meisten anderen beginnt eine Irrfahrt mit der St. Louis, die über die USA, Kanada bis schließlich zurück nach Europa führt. Kein Land ist bereit, die Flüchtlinge aufzunehmen.

Ein 2. Handlungsstrang setzt im Jahr 2014 ein. Anna ist ebenfalls elf Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter in New York und hat ihren Vater nie kennengelernt, denn er ist eines der Opfer von 9/11. Als sie eines Tages ein Paket mit Fotos und Dokumenten aus Kuba erhält, begibt sie sich unterstützt von ihrer Mutter auf die Suche nach den Ursprüngen der Familie ihres Vaters und begegnet ihrer Tante Hannah.

Die Geschichte wird parallel aus Sicht der beiden zu ihrer Zeit 11-jährigen Mädchen erzählt und beide Handlungsstränge führen schließlich in Kuba zusammen.

Am Ende, als auch Hannah ihrem Ende entgegengeht, wird es mir eine Spur zu ausschweifend und zu  dramatisch, aber darüber sehe ich gerne hinweg, denn insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Ich habe mich im Anschluss noch einmal über die Geschichte der St. Louis informiert wie sie sich 1939 tatsächlich zugetragen hat und auch die Dokumente am Schluss geben dem ganzen Buch noch eine ganz besondere Authentizität. Unbedingt lesenswert.

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(45)

114 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

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Unter der Drachenwand

Arno Geiger
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.01.2018
ISBN 9783446258129
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte spielt im Jahr 1944, also kurz vor Ende des 2. Weltkrieges. Veit Kolbe, 24 Jahre alt und aus Wien, ist verwundet worden und kehrt nach längerem Lazarettaufenthalt nun zum „Genesungsurlaub“ zu seiner Familie zurück. Aber zu Hause hält er es nicht lange aus, auch, weil ihm die Durchhalteparolen seines Vaters unerträglich sind. Und so macht er sich auf zu seinem Onkel in das beschauliche Örtchen Mondsee am Fuße der Drachenwand.

Hier lernt er Menschen kennen, die alle auf irgendeine Art ebenfalls Opfer des Krieges sind. Margot zum Beispiel, die mit ihrem Baby neben ihm wohnt und mit einem Frontsoldaten verheiratet ist. Oder der ‚Brasilianer‘, der in seinem Gewächshaus Tomaten anbaut, Orchideen züchtet und davon träumt, den Rest seines Lebens in Brasilien zu verbringen. Oder die Mädchen aus Wien, die im Rahmen der so genannten ‚Kinderlandverschickung‘ in einem nahe gelegenen Heim untergekommen sind.

Veits Leben, seine posttraumatische Belastungsstörung, seine Liebe zu Margot und dem Baby Lilo, seine Angst vor den anstehenden Überprüfungen seiner Verwendungsfähigkeit und eine damit verbundene Rückkehr an die Front machen den Haupterzählstrang des Buches aus. Daneben wird vor allem in Briefen auch das Leben der anderen Romanfiguren erzählt. Manchmal dauert es zu Beginn eines neuen Kapitels einen Moment, bevor man erkennt, um wen es sich gerade handelt, wer Verfasser und Adressat des Briefes ist, aber das klärt sich immer sehr schnell und stört den Fluss der Geschichte überhaupt nicht.

Der Roman ist in jeder Hinsicht unspektakulär, ohne große Spannungsbögen und ohne Effekthascherei. Gerade das macht ihn für mich so sensationell und so lesenswert. Die Geschichte fließt auf ruhige, unaufdringliche Art dahin, ist in sich stimmig und hat mich sehr berührt.

Ich habe erst am Ende erfahren, dass Arno Geiger offensichtlich auf einem Flohmarkt Dokumente gefunden hat, die die Grundlage für seine Geschichte bildeten. Er hat weiter recherchiert und kann dem Leser am Ende noch berichten, wie das Leben von Veit, Margot, dem Brasilianer und anderen Akteuren weiter verlaufen ist… oder wie es geendet hat. Das macht für mich die Geschichte zusätzlich noch rund und authentisch. Ein wunderbares Buch!

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201 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 67 Rezensionen

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Die Geschichte des verlorenen Kindes

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 614 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.02.2018
ISBN 9783518425763
Genre: Romane

Rezension:

Hier nun der vierte und wohl letzte Band der neapolitanischen Saga um die Freundinnen Elena und Lila.

Um es gleich vorweg zu sagen: die Begeisterung vieler anderer Leser und Leserinnen kann ich nicht ganz teilen. Was sich schon im letzten Band angekündigt hat, setzt sich hier fort. Sehr langatmige Geschichte, die für mich vor allem deshalb spannend war, weil ich aus den vorherigen Bänden die Personen und ihre Beziehungen untereinander schon kannte und einfach neugierig war, wie es weitergeht. Aber phasenweise habe ich mich richtig durch die Seiten gequält und auch die neuen Entwicklungen haben mich nicht mitreißen können.

Zum Inhalt: Elena hat also Mann und Kinder verlassen, um mit ihrer Jugendliebe Nino ein neues Leben zu beginnen. Die Geschichte spielt in den auch politisch bewegenden 80-er und 90-er Jahren, am Rande werden diese politischen Ereignisse auch immer wieder erwähnt, aber in der Hauptsache geht es um Elenas persönliche Entwicklung als Schriftstellerin, ihre Selbstzweifel, ihre gespaltene Beziehung zu Lila, die Entwicklung ihrer Kinder und um ihre Liebesbeziehung zu Nino. Ein ständiges Auf und Ab, das mich nicht besonders berührt hat und sogar die wirklich dramatischen Ereignisse um ‚das verlorene Kind‘ bleiben für mich irgendwie vage.

Fazit: eine Geschichte, die für mich sehr interessant und spannend mit dem ersten Band begann und dann leider meine Erwartungen nicht mehr erfüllt hat.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Altenstein

Julie von Kessel
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 15.12.2017
ISBN 9783499272516
Genre: Romane

Rezension:

Es geht in dem Buch um die Geschichte der Familie von Kolberg, die noch bis Ende des Krieges im Gut Altenstein in Brandenburg lebt. Erzählt wird das Leben der Adelsfamilie in den Jahren 1943 bis 2005. Man könnte jetzt erwarten, dass die Flucht und der Verlust des Gutes das Hauptthema des Buches sind – dem ist aber nicht so. Die eigentliche Geschichte beginnt erst nach der Wende. Die Kinder sind mittlerweile erwachsen, haben selbst wieder Kinder und versuchen alle auf ihre ganz eigene Art, mit ihrer adligen Vergangenheit und den Anforderungen des Lebens fertig zu werden. Über allem ‚thront‘ Agnes von Kolberg, die mit ihrem Standesdenken und ihren hohen Erwartungen das Leben ihrer Kinder dominiert. Besonders Konrad, Konni, ihrem jüngsten Sohn und Lieblingskind, will das Leben nicht recht gelingen. Als er versucht, nach der Wende das Gut Altenstein wieder in Familienbesitz zurück zu holen, ist das der Anfang eines großen Familienstreits, in den nicht nur die Kinder, sondern auch deren Kinder verwickelt werden.

Es ist nicht immer ganz einfach, die vielen Personen auseinander zu halten und zu erkennen, wer zu welchem Familienzweig gehört, da neben den ursprünglichen Vornamen fast alle noch Kosenamen haben. Hinzu kommt, dass die einzelnen Kapitel des Buches in verschiedenen Zeiten spielen und man manchmal nicht mehr genau weiß, was in der Zeit gerade passiert ist.

Das Buch zu lesen verlangt also eine gewisse Konzentration und die Bereitschaft, notfalls auch noch einmal in vorangegangenen Kapiteln nachzulesen. Mir hat es trotzdem gefallen und ich habe es fast ‚in einem Rutsch‘ durchgelesen.

Es ist in einer eher nüchternen Sprache verfasst und belässt es manchmal auch bei Andeutungen (z.B. wenn es um den ‚Kontakt‘ von Konrad zu seinem älteren Cousin Viktor geht).

Vielleicht liegt es auch an dieser sprachlichen Zurückhaltung, dass bei mir keine der handelnden Personen so wirklich Sympathiepunkte gesammelt hat.

In jedem Fall lesenswert!

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(270)

571 Bibliotheken, 27 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

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Mein Herz in zwei Welten

Jojo Moyes , Karolina Fell
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 23.01.2018
ISBN 9783805251068
Genre: Romane

Rezension:

Der dritte Band dieser Reihe spielt größtenteils in New York. Louisa Clark hat dort einen Job als Assistentin einer Millionärsgattin bekommen und soll dieser beinahe rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Agnes ist die zweite Ehefrau des superreichen Mr. Gropnik, die zwar alles hat, aber trotzdem darunter leidet, dass sie als 2. Frau nicht standesgemäß ist und in den Kreisen ihres Mannes auf eisige Ablehnung stößt. Louisa wird so etwas wie eine Freundin, aber in der ersten Krise zeigt sich, das die Beziehung nicht mehr ist als eine einfache Arbeitsbeziehung. Als es ernst wird, lässt Agnes sie fallen wie eine heiße Kartoffel.

Louisas Freund ‚Sanitäter Sam‘ ist in England geblieben und beide versuchen, ihre Beziehung über die Entfernung aufrecht zu erhalten.

Aber die Fernbeziehung und das Leben in zwei so unterschiedlichen Welten sind problematisch. Eifersucht, Missverständnisse, Schwierigkeiten mit ihren Arbeitgebern… in Louisas Leben gibt es jede Menge Aufregung und immer wieder Situationen, die von ihr weitreichende Entscheidungen verlangen.

Aber sie ist eben auch älter, erfahrener und manchmal auch besonnener geworden und meistert ihr Leben in N.Y. mit Bravour. Louisa ist immer noch eine sympathische Person, die auf der Suche ist, aber immer mehr bei sich selbst anzukommen scheint.

Gut zu lesen, aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass jetzt mal Schluss ist mit dieser Geschichte und hoffe eigentlich, dass es keine weiteren Bände gibt, die dann immer mehr abflachen. Das wäre schade drum (aber wenn es einen weiteren Band gibt, lese ich ihn wahrscheinlich sofort :-))

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(62)

152 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

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Die Stille zwischen Himmel und Meer

Kati Seck
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2017
ISBN 9783404175901
Genre: Romane

Rezension:

Eine junge Frau und ein Mann treffen sich auf einer Insel in einem Ferienhaus, das unglücklicherweise doppelt vermietet wurde. Da ein Ausweichquartier auf die Schnelle nicht gefunden werden kann, sind beide gezwungen, in einer Art ‚Not-Wohngemeinschaft‘ ihre Ferien gemeinsam unter einem Dach zu verbringen.

Klingt irgendwie nach Klischee und einem Stoff, aus dem banale Liebesgeschichten gestrickt werden.

Dass es ganz so einfach nicht ist, liegt an der Vorgeschichte vor allem von Edda, der jungen Frau. Sie wurde als fünfjähriges Mädchen von einer psychopathischen Frau entführt und 12 Jahre lang von ihr in einem Keller gefangen gehalten, bevor ihr mit 17 Jahren die Flucht gelang. Das alles liegt jetzt 6 Jahre und viele Therapiestunden zurück.

In Rückblenden werden Details ihrer Gefangenschaft erzählt, und auch ihre ‚Befreiung‘ und die anschließende therapeutische Aufarbeitung werden nur bruchstückhaft beleuchtet.

Immerhin erfahren wir so den Grund für ihre Panikattacken, ihre Angst vor Menschen und vor Weite und für ihre Schreckhaftigkeit.

Sie ist auf die Insel gekommen, um sich ihren Ängsten zu stellen und sie so zu überwinden.

Auch Sebastian, der Mitbewohner wider Willen, trägt schwer an seiner Vergangenheit und so kommt es, wie es kommen muss: nach anfänglichem Kampf gegeneinander, nähern beide sich an, helfen sich gegenseitig und alles steuert auf ein happy end zu… ganz so einfach entwickelt sich die Geschichte aber nicht und ein wirkliches happy end sieht anders aus.

Trotzdem ist es doch irgendwie ‚nur eine Liebesgeschichte‘. Die durchaus interessante Vorgeschichte mit der Entführung, dem Leben in der Gefangenschaft, der Identifikation mit einer Frau, die Edda jahrelang als ihre Mutter betrachten musste... dann das neue Leben in Freiheit, die sich daraus ergebende Überforderung und Verlorenheit… das alles spielt nur am Rande eine Rolle und bildet den Hintergrund für die Liebesgeschichte.

Das hat mich enttäuscht und auch ein bisschen gelangweilt. Deshalb nur drei Sterne, obwohl ich den Stoff an sich höchst interessant fand.

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340 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 102 Rezensionen

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Das Mädchen aus Brooklyn

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.06.2017
ISBN 9783866124219
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Raphaël und Anna kennen sich seit einem halben Jahr und wollen heiraten. Einziger Wermutstropfen in dieser ansonsten glücklichen Beziehung ist das Gefühl von Raphaël, dass Anna ihm wichtige Ereignisse aus ihrer Vergangenheit verschweigt. Als er sie deswegen wieder einmal unter Druck setzt, zeigt sie ihm ein Foto mit drei verkohlten Leichen mit den Worten „das habe ich getan“.

Raphaël ist entsetzt, aber bevor sie sich weiter erklären kann, wird sie Opfer einer Entführung.

Zusammen mit Marc Caradec, seinem alten Freund und ehemaligen Polizisten, begibt sich Raphaël auf die Suche nach seiner Verlobten und kommt dabei einer unglaublichen Geschichte auf die Spur.

Die beiden Freunde ermitteln über weite Strecken getrennt, teils in Frankreich, teils an verschiedenen Orten der USA und bringen Schritt für Schritt die Vergangenheit von Anna und ihrer Familie ans Licht.

Auf mich wirkt das alles gut konstruiert, verständlich und auch leicht nachvollziehbar.

Die Kapitel sind kurz, immer wird vorher angegeben, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird, so dass man den Perspektivwechsel gut mitgehen kann. 

Zu Beginn eines Kapitels steht jeweils ein Zitat aus den Werken verschiedener Autoren, die am Ende als Quellenangaben aufgeführt sind. Es erschließt sich mir zwar nicht, ob oder wenn ja, welche Verbindung zwischen Zitat und nachfolgendem Kapitel besteht, aber interessant finde ich es trotzdem.

Ein leicht lesbares Buch, spannend aufgebaut, gespickt mit interessanten kurzen Einblicken in die politische Landschaft der USA und für New York-Liebhaber viele Szenen aus ihrer Stadt.

Einige Details haben mir nicht gefallen, z.B. die Tatsache, dass Raphaël seinen kleinen Sohn überall mitschleppt, beim Kindermädchen abgibt, wenn sich wieder eine neue Spur auftut…mir ist bis zum Schluss nicht klar geworden, warum dieser private ‚Schlenker‘ sein muss. Ansonsten durchaus lesenswert.




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(143)

169 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

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Böses Kind

Martin Krist
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei epubli, 26.10.2017
ISBN 9783745035292
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem Hotel wird die Leiche einer Frau gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um die Ehefrau eines bekannten TV-Pfarrers handelt, der bekannt ist für konservative Werte und sein traditionelles Familienbild.

 Bevor dieser Fall geklärt ist, verschwindet die 14-jährige Tochter von Suse, einer alleinerziehenden Mutter, die mit ihren drei Kindern und der Organisation ihres Alltags komplett überfordert ist. Geldsorgen, zu kleine Wohnung, quängelnde Kinder, Probleme bei der Arbeit, Altlasten aus ihrer Herkunftsfamilie, Wut auf den Ex…und dann auch noch eine pubertierende Tochter, die verschwunden ist und offensichtlich irgendwo gefangen gehalten wird.

Alles ein bisschen dick aufgetragen.

Dazu ein Kommissar, der zwanghaft pedantisch ist, und eine Kommissarin, die ständig Möhren knabbert und unter chronischem Schlafmangel leidet.

Der Krimi ist spannend, lässt sich flüssig lesen, hat keine Längen und am Ende hält er einige Überraschungen bereit.

Trotzdem reicht es bei mir nur zu drei Sternen.

Mir ist alles ein wenig zu flach, es bleiben viele offene Fragen, die sich m.E. auch nicht damit rechtfertigen lassen, dass es Fortsetzungsbände gibt.

Auch die Kommissare oder die handelnden Personen bleiben trotz ihrer nachhaltig herausgestellten ‚Macken‘ irgendwie konturlos und wecken bei mir auch keine besonderen Sympathien.

Kann man flott lesen – muss man aber nicht!

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286 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 104 Rezensionen

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Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Der neue Roman von Juli Zeh spielt im Jahr 2025. Handlungsort: Braunschweig. Dort hat Britta zusammen mit Babak eine so genannte psychotherapeutische Praxis mit dem Namen ‚Die Brücke‘ aufgebaut. Es handelt sich dabei aber nicht um eine wirklich therapeutische arbeitende Praxis, sondern um ein Geschäftsmodell, in dem potentielle Suizid- Kandidaten an diverse Terror-Organisationen vermittelt werden, um Selbstmord-Attentate zu begehen. Zynisch ausgedrückt: für beide Seiten eine win-win-Situation.

Eingebettet ist die Geschichte in ein politisches System, das von der BBB (Bewegte-Bürger-Bewegung) beherrscht wird, die Schritt für Schritt demokratische Grundrechte abschafft, einen Überwachungsstaat aufbaut und auf das zunehmende Desinteresse der Menschen am politischen Geschehen setzt. Rückzug in eine private Idylle, in der Kinder auf sich allein gestellt sind und sich mit Ballerspielen vergnügen.

Allein die Vorstellung ist so gruselig, dass ich schon beim Schreiben Beklemmungen bekomme.

Juli Zeh gibt dem ganzen noch dadurch einen realistischen touch, indem sie tatsächlich existierende Politiker wie z.B. Trump und Merkel erwähnt, die ‚früher mal‘ eine Rolle in der Politik gespielt haben… die aktuelle Innenministerin der BBB heißt übrigens ‚Wagenknecht‘… eine kleine Randnotiz, die mich zum Schmunzeln gebracht hat.

Das war aber auch die einzige Sequenz, die mich schmunzeln lassen hat. Ansonsten ist mir ein um’s andere Mal eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen und ich hoffe inständig, dass dieses Szenario mit unserer wirklichen Zukunft nichts zu tun hat. 

Die Geschichte ist spannend, packend und beklemmend. Sie ist mir in manchen Passagen fast zu schlicht, kurz und präzise geschrieben, sehr wenig 'erzählend'. Das passt zum Thema des Buches, gefällt mir persönlich aber nicht so.

Deshalb nur vier Sterne, aber auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung!!


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(200)

377 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

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Die Farbe von Milch

Nell Leyshon , Wibke Kuhn
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 22.09.2017
ISBN 9783961610006
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman spielt in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts. Mary lebt mit ihren Eltern, ihren drei Schwestern und dem kranken Großvater auf einem Bauernhof. Ein Leben in Armut, entbehrungsreich, mit nichts als Arbeit und doch ist Mary in ihrer Art selbstbewusst, willensstark und sehr direkt. Sie ist gerade 15 geworden, als ihr Vater beschließt, sie gegen ihren Willen in den Haushalt des Dorfpfarrers zu schicken, damit sie sich dort um die kranke Frau des Pfarrers kümmert.

Mary weigert sich zunächst, will vor allem den Großvater nicht allein lassen, da der zum Arbeiten nicht mehr zu gebrauchen und deshalb für die Eltern nur noch eine Last ist. Sie läuft weg, aber der Vater ist unerbittlich und so fügt sie sich schließlich in ihr Schicksal, und die kranke Frau des Pfarrers macht es ihr leicht. Mary erhält vielleicht zum erstenmal in ihrem Leben so etwas wie Zuwendung, Wärme und Anerkennung ihrer Arbeit. Fortan kümmert sie sich um die Pflege, den Haushalt und verrichtet ihre Arbeit klaglos.

So weit so gut.

Als die Pfarrersfrau stirbt, scheint Marys Tätigkeit beendet und ihrer Rückkehr auf den Hof steht eigentlich nichts im Wege, aber es kommt ganz anders.

Der Pfarrer entlässt seine langjährige Haushälterin und Mary übernimmt deren Aufgaben. Sozusagen als ‚Gegenleistung‘ beschließt der Pfarrer, sie im Lesen und Schreiben zu unterrichten.

Klingt gut, aber der Pfarrer ist keineswegs so selbstlos, wie er es darzustellen versucht, und für die Chance, Lesen und Schreiben zu lernen, zahlt Mary einen sehr hohen Preis…

Mary ist mir in ihrer direkten und unverblümten Ausdrucksweise überaus sympathisch. Ihre Unbeugsamkeit ist bewundernswert und umso erschütternder ist das Schicksal, das sie erleidet.

Ein ‚kleines‘ Buch von nur gut 100 Seiten, das einen ganz, ganz großen Eindruck hinterlässt.

Unbedingt lesen und komplette fünf Sterne!

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(189)

293 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 126 Rezensionen

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Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Harry Hole, in dessen Privatleben sich einiges geändert hat. Sein Leben ist ruhiger und ausgeglichener geworden, seit er aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist und als Dozent an der Polizeihochschule unterrichtet. Er hat sein Alkoholproblem im Griff und lebt glücklich mit seiner Frau Rakel und deren Sohn Oleg.

Aber so viel Friede, Freude, Eierkuchen geht natürlich nicht für einen Harry Hole.

Als in Oslo junge Frauen, die alle in einem Dating-Portal aktiv sind, umgebracht werden und der Täter sie regelrecht ausbluten lässt und ihr Blut trinkt, steht die Polizei vor einem Rätsel und holt Harry Hole wieder ins Boot.

Der ist darüber nicht begeistert, aber als eine Frau aus seiner Stammkneipe entführt und wahrscheinlich auch Opfer des Vampiristen geworden ist, steigen in Harry alte Erinnerungen hoch und schon ist er in den Fall involviert.

Parallel dazu gerät sein privates Glück ins Wanken, als Rakel  schwer erkrankt und Harry eigentlich das Gefühl hat, seine Zeit an ihrem Krankenbett verbringen zu müssen.

Eine spannende story um einen Harry Hole, der nicht mehr so düster und pessimistisch daherkommt, sondern endlich seine Ruhe gefunden zu haben scheint…und man fiebert mit, ob das alles mit dem Einstieg in den neuen Fall wieder aus den Fugen gerät.

Spannend bis zum Schluss und sogar darüber hinaus. Deshalb fünf Sterne.

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(6)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

dean reeve, frieda klein, london, mord, nachahmer, trittbrettfahrer

Blutroter Sonntag

Nicci French
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann Verlag, 30.10.2017
ISBN 9783641199203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit dem 7. Krimi um die Psychotherapeutin Frieda Klein schließt sich der (Wochen-) Kreis.

Diesmal wird in dem beschaulichen Häuschen von Frieda eine Leiche gefunden, versteckt unter den Bodendielen ihres Wohnzimmers. Alles deutet darauf hin, dass Dean Reeve, schon bekannt aus den vorherigen Bänden der Frieda Klein-Reihe, einen weiteren Mord begangen hat.

Aber damit nicht genug. Freunde von Frieda werden zur Zielscheibe: ihr alter Freund und Mentor Reuben, ihre Nichte Chloe, der Sohn ihres Freundes Josef… sie alle geraten in höchste Gefahr und immer wird an den Tatorten der Name ‚Frieda Klein‘ gefunden. Während noch alle davon ausgehen, dass Dean Reeve auch für diese Verbrechen verantwortlich ist, merkt Frieda sehr schnell, dass er nicht der Täter ist. Es muss einen Nachahmer geben. Und so beginnt sie ihre Freunde um sich zu scharen, damit sie sich gegenseitig schützen können.

Sie hat schon bald einen Verdacht, der aber auf wenig Gegenliebe bei der Polizei stößt und sie kann nicht verhindern, dass ein weiterer Mensch aus ihrer unmittelbaren Umgebung in die Hände des Täters fällt.

Wieder ein sehr spannender Krimi um die eigenwillige, aber sehr sympathische Frieda Klein.

Ich habe alle Bände dieser Reihe gelesen und bin gespannt, wie es mit Frieda weitergeht – oder verschwindet sie etwa wirklich, so wie am Ende angedeutet?

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246 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 73 Rezensionen

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Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Die beiden ersten Teile dieser neapolitanischen Saga um die beiden Freundinnen Lenu und Lila habe ich gerne gelesen und mit Spannung auf den dritten Teil gewartet.

Wie der Titel schon sagt, gehen die beiden Frauen sehr unterschiedliche Wege, ohne sich wirklich aus den Augen zu verlieren. Lenu veröffentlicht ihren ersten Roman, scheint erfolgreich, heiratet in eine reiche und angesehene italienische Familie ein, bekommt Kinder. Lila schuftet in einer Wurstfabrik, lebt weiterhin mit Enzo zusammen und es sieht zunächst so aus, als ob sie auf der Strecke geblieben ist und ihre Talente nicht nutzen konnte.

Aber es bleibt eben nichts wie es ist. Lenu beginnt sich in ihrer Ehe zu langweilen, einen zweiten Roman bringt sie nicht zustande und die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten wachsen. Ihr Leben plätschert dahin und die Langeweile, die sie spürt, überträgt sich irgendwie auch auf mich als Leserin. Über weite Strecken lese ich lustlos weiter und erst gegen Ende, als sich dramatische Veränderungen anbahnen, beginnt auch mich die Geschichte wieder zu packen.

Am Ende stehen so viele Fragezeichen, dass ich jetzt doch wieder mit Spannung auf den letzten Teil warte.

Was soll ich noch sagen…es hat mich nicht begeistert, aber knappe 4 Sterne vergebe ich vor allem deshalb, weil das Ende Lust auf mehr macht.

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Tags: freundschaft, siebziger jahre   (2)
 

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

amsterdam, helfersyndro, holland, krankheit, mutter-sohn-beziehung, not, pflege, roman, zwang

Muttermale

Arnon Grünberg , Andrea Kluitmann , Rainer Kersten
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 30.09.2016
ISBN 9783462049251
Genre: Romane

Rezension:

Ein Roman um eine Mutter-Sohn-Beziehung mit vielen Merkwürdigkeiten.

Otto Kardoke ist Psychiater und arbeitet in einer Kriseneinrichtung für Suizidgefährdete. Er scheint in seinem Job kompetent, distanziert, strukturiert. Umso erstaunlicher ist die enge Verstrickung mit seiner Mutter und deren Geheimnis. Im Umgang mit ihr wird er der kleine Junge, abhängig von ihrem Wohlwollen, akzeptiert ihre Art zu leben und ihr Geheimnis, ordnet sich unter.

Das Buch ist manchmal fast skurril, der Schreibstil direkt, nüchtern und so distanziert wie die ganze Persönlichkeit des Psychiaters.

Irgendwie hat mich die Geschichte fasziniert. Ich war manchmal fast geschockt, manchmal belustigt, manchmal echt gespannt, wie die das alles zu Ende geht. 

Ein etwas anderes Buch und deshalb auch lesenswert und von mir mit 4 Sternen versehen.

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Zeiten des Aufbruchs

Carmen Korn
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 23.06.2017
ISBN 9783463406831
Genre: Historische Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

korn

Töchter einer neuen Zeit (Jahrhundert-Trilogie 1)

Carmen Korn
E-Buch Text: 548 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 21.09.2016
ISBN 9783644565814
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieser erste Band einer Roman-Trilogie umfasst die Zeitspanne von 1919 bis 1948. Der erste Weltkrieg ist gerade vorbei und vier junge Frauen hoffen auf dauerhaften Frieden in einer neuen Zeit. Henny und Käthe, die in einer Frauenklinik in Hamburg  ihre Hebammenausbildung beginnen, Ida, die verwöhnte Tochter aus gutem Hause und Lina, die frisch gebackene Lehrerin. Sie alle sehnen sich nach einem besseren, freieren Leben und ahnen nicht, dass sie die Generation sein werden, die zwei Weltkriege erleben wird.

Im Mittelpunkt stehen die Schicksale der vier Freundinnen, ihre Familien und Freunde, ihre Beziehungen und ihr berufliches Engagement. Henny, die ihre Tätigkeit als Hebamme mit großer Leidenschaft ausübt und sehr schnell zu einer Ehe mit Lud, dem Bruder ihrer Freundin Lina bereit ist. Käthe, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und zusammen mit Rudi bei den Sozialisten politisch aktiv ist. Ida, die dem Drängen ihres Vaters nachgibt und in eine ‚Geldheirat‘ einwilligt, obwohl sie sich viel mehr zu dem jungen Chinesen Tian hingezogen fühlt. Und Lina, die engagierte Lehrerin, die ihre Beziehung zu Louise lebt.

Das Schicksal der vier Freundinnen ist eng mit dem politischen Geschehen Deutschlands zwischen den Weltkriegen verwoben. Und doch steht eindeutig der ganz individuelle Alltag der Frauen im Vordergrund und die politischen Ereignisse dienen eher als Kulisse, vor der sich die zum Teil tragischen und bewegenden Geschichten abspielen.

Ich würde das Buch nicht als ‚spannend‘ bezeichnen, aber es war hochinteressant und hat mich doch sehr in seinen Bann gezogen. Ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen und wollte unbedingt wissen, wie es im 2. Band mit den vier Freundinnen und ihren jeweiligen Familien weitergeht.

Wer sich also für unterschiedliche Lebensentwürfe und Lebensgeschichten begeistern kann und auch noch Interesse an Politik hat, der sollte das Buch lesen.

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68 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Die Verlassene

Mary Torjussen , Thomas Bauer
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734104442
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hannah kommt in bester Laune von einer Fortbildung nach Hause. Sie hat an dem Wochenende erfahren, dass sie demnächst auf ihrer Karriereleiter einen gewaltigen Sprung nach oben machen wird und jetzt kann sie es kaum erwarten, ihrem Freund Matt davon zu berichten.

Als sie in ihrer gemeinsamen Wohnung ankommt, ist Matt verschwunden und mit ihm alles, was irgendwie an ihn erinnern könnte. Alle Fotos, alle persönlichen Sachen und sogar alle emails und Telefonnummern sind gelöscht. So gründlich sie auch sucht, nirgendwo scheint es noch eine Spur von Matt zu geben.

Es scheint zunächst verständlich und nachvollziehbar, dass Hannah Nachforschungen anstellt, bei Freunden, am Arbeitsplatz oder in der Nachbarschaft.

Sie läuft überall ins Leere und irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem ich als Leser mich genervt fühle von ihrem Gejammer, ihrer Besessenheit und ihrem zunehmenden Realitätsverlust. Hannah wird mir immer unsympathischer und von meinem anfänglichen Mitgefühl bleibt nicht mehr viel übrig.

Trotzdem ist die Geschichte spannend und ich hatte nie den Impuls, das Buch nicht zu Ende lesen zu wollen. Es blieb immer die Frage, was im Leben der beiden wirklich passiert ist. Aber -ganz ehrlich­­-  es ist mir alles ein wenig zu langatmig und erst, als Hannah ihren Freund schließlich doch noch aufspürt, kommt nochmal Spannung auf und die Geschichte nimmt eine Wendung, die ich so nicht erwartet habe.

Nach diesem letzten Drittel bin ich wieder etwas versöhnt und gebe dem Buch drei Sterne.

 

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Tags: beziehungsstress, häusliche gewal   (2)
 

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200 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

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Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:

Die 7-jährige Samira lebt in einem Waisenhaus in der Ukraine, in dem Gewalt und Brutalität zum Erziehungsalltag gehören. Als ihre einzige Freundin Marina von einem deutschen Ehepaar adoptiert wird, hofft auch sie auf ein besseres Leben in Deutschland und reißt aus dem Heim aus.

Auf der Straße begegnet sie Rocky, der sie mit zu sich nach Hause nimmt und ihr ein ticket nach Deutschland verspricht. In dem herunter gekommenen Haus lebt Samira bzw. ‚Kukolka‘ – das ‚Püppchen‘, wie Rocky sie fortan nennt, zusammen mit anderen Kindern. Alle werden von Rocky zum Stehlen und Betteln auf die Straße geschickt. Ein brutal hartes Leben, aber es entwickelt sich unter den Kindern eine Art Zusammengehörigkeit  und die Alltagsroutine bietet fast so etwas wie Geborgenheit.

Aber Samira hält fest an dem Traum, irgendwann zu Marina nach Deutschland zu reisen.

Auf der Straße trifft sie eines Tages Dima, einen jungen Mann, gut aussehend, mit Geld, einem Auto und einer eigenen Wohnung. Er schenkt ihr Rosen, verspricht ihr ein besseres Leben in Deutschland und Samira verliebt sich sofort in ihn.

Sie verlässt Rocky, zieht zu Dima und gerät in eine immer größere Abhängigkeit.

 Man möchte ihr beim Lesen zurufen, dass sie sich fernhält von ihm und seinen Freunden, dass sie die Lügen und Versprechungen doch nicht glauben soll, dass sie an seiner Seite auf dem direkten Weg auf den Abgrund zusteuert, aber Samira vertraut ihm, hilft ihm, als er angeblich Schulden bezahlen muss bei Freunden, die ihn ansonsten übel zurichten würden… sie „rettet“ ihn, indem sie sich für ihn prostituiert. Immer noch in dem Glauben, dass Dima sie liebt und irgendwann ihr Traum von einem Glück zu zweit und einem Leben in Deutschland sich erfüllt.

Tatsächlich bringt Dima ihr eines Tages einen falschen Pass und ein Busticket nach Deutschland, aber was sie in Deutschland erwartet ist so ganz anders als alles, wovon Samira geträumt hat und viel schlimmer als alles, was sie in der Ukraine erlebt hat.

Die Geschichte wird in einer Art erzählt, dass es einem manchmal kalt den Rücken herunterläuft. Nüchtern, emotionslos, in einer einfachen, direkten und sehr derben Sprache.

Einer Sprache eben, wie sie zu dem Leben passt, das Samira auf der Straße führt.

Ich habe mir beim Lesen oft gewünscht, dass sich doch einmal etwas zum Guten für sie wenden muss, habe aber gleichzeitig immer befürchtet, dass es schlimmer und schlimmer wird.

Am Ende gelingt es Samira zwar, den Kontakt zu Marina herzustellen, aber auch dieses Erlebnis verläuft ganz anders als von ihr gehofft und erträumt.

Für mich geht die Geschichte nicht wirklich hoffnungsvoll aus. Sie lässt mich eher ratlos und mit großen Befürchtungen zurück.

Aber was habe ich erwartet? Ein Happy End wäre völlig unpassend und unrealistisch gewesen. Und ein tragisches Ende wollte die Autorin ihren Lesern vermutlich ersparen.

Vielleicht gibt es ja auch eine Fortsetzung, in der dann nicht mehr „Kukolka“ die Hauptrolle spielt, sondern „Samira“ und in der wir erfahren, wie das Leben des Mädchens weiter verläuft.

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Tags: ausbeutung, prostitutio, zwangsprostitutio   (3)
 
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