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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

naturführer, natur, bestimmungsbuc, kinder-natur-führer, kindernaturführer

Tier- und Pflanzenführer. Kindernaturführer

Anita van Saan , Holger Haag , Bärbel Oftring , ,
Flexibler Einband
Erschienen bei Kosmos, 02.02.2017
ISBN 9783440152447
Genre: Kinderbuch

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

ebook, ritchie, paris, bildhauerei, freundschaft

Die Geliebte des Bildhauers

Maggie Ritchie
E-Buch Text: 412 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 10.01.2017
ISBN 9781503995833
Genre: Historische Romane

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101 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

krieg, ardennen, belgien, jüdin, juden

Heute leben wir

Emmanuelle Pirotte , Grete Osterwald
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.03.2017
ISBN 9783103972115
Genre: Romane

Rezension:

Belgien, Dezember 1944: Hektisch von einer guten Hand zur anderen weitergereicht, passiert es, dass die etwa siebenjährige Jüdin Renée vermeintlich amerikanischen Soldaten ins Auto gesetzt wird, um sie vor den nahenden deutschen Truppen zu schützen, aber schon nach den ersten gesprochenen Worten weiß das kleine Mädchen, dass sie dem Feind in die Hände gefallen ist....

So spannend beginnt der Erstling von Emanuelle Pirotte. Man wird als Leser regelrecht in die Geschichte hineingesogen, bangt man doch von der ersten Leseminute an um die kleine Protagonistin und hofft darauf, dass ihr nichts Schlimmes zustößt. Warum der SS-Offizier Matthias das Mädchen verschont, darüber kann man bis zum Ende nur mutmaßen, aber er wird zu ihrem Beschützer in einer Zeit, wo Menschlichkeit rar gesät ist, und wo auch er selbst sich sonst alles andere als menschlich verhält.

Die Charaktere der beiden Hauptpersonen sind sehr gut gezeichnet. Renée mutet oft viel zu erwachsen an, aber das ist bei ihrer Vergangenheit auch nicht verwunderlich. Sie hat keine Ahnung, was aus ihrer Familie geworden ist und kämpft seit Jahren ums nackte Überleben. Das Mädchen hat gelernt, die Menschen „zu lesen“, weiß, wann sie sich in Luft auflösen muss oder forsch ihr Recht auf Versorgung einfordern kann. Nichtsdestotrotz genießt sie auch jene wenigen Momente, in denen sie ganz Kind sein darf.

„Es war wie ein großes Spiel, nur eben in echt. Renée spielte es mit der ganzen Intelligenz und Lebhaftigkeit, die ihr von Natur aus gegeben waren. Und bisher hatte sie gewonnen.“ S155

Matthias gleicht einer Tötungsmaschine, sobald es einen Auftrag auszuführen gilt, er ist Teil einer neuen „Kämpferrasse“, der Traum des Absoluten wenn es um die Vernichtung der Juden geht. Er ist aber auch ein Mann, dem mittlerweile völlig egal ist, ob er den Krieg überlebt, oder nicht, er hat schon lange keine Perspektiven mehr. Umso spannender ist seine Handlungsweise in Bezug auf Renée und die Geschichte, die sich daraus ergibt.

„Heute leben wir“ ist ein sehr eindrücklicher Roman über eine Freundschaft, die es eigentlich gar nicht geben dürfte: einem kleinen jüdischen Mädchen und einem Offizier der deutschen Wehrmacht im letzten Winter des zweiten Weltkriegs, erzählt in einer Sprache, die einen mitten hineinzieht in die Grausamkeiten, die Menschen imstande sind, einander anzutun.

Hoffentlich lernen wir daraus.



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197 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

graeme simsion, der rosie effekt, new york, liebesroman, liebe

Der Rosie-Effekt

Graeme Simsion , Annette Hahn
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596031856
Genre: Liebesromane

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

tiere, vegan, sachbuch, rechte, hilal sezgin

Wieso? Weshalb? Vegan!

Hilal Sezgin , Jaroslaw Kaschtalinski
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 25.05.2016
ISBN 9783733502287
Genre: Jugendbuch

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

sachbuch, liebe, sex, friedemann karig, beziehung

Wie wir lieben

Friedemann Karig
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 17.02.2017
ISBN 9783351050382
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Wie wir lieben“ ist ein sehr interessantes Buch über das zwangsläufige Scheitern der Monogamie. Mit vielen geschichtlich und wissenschaftlich belegten Hintergründen warum dies so ist, aus biologischer Sicht regelrecht so sein muss. Humorvoll liefert Friedemann Karig Beweise dafür, warum wir Menschen für diese Art der Beziehung nicht geschaffen sind. Unbestritten sind die wenigsten Paare auf Dauer mit ihrer gemeinsamen Sexualität zufrieden (geschweige denn glücklich), doch wie geht man im Fall des Falles mit so einer Situation um? Allzu oft bricht einer der Beteiligten irgendwann aus, und zwar heimlich. Lügt, betrügt und verletzt, sofern es rauskommt. Aber wie sieht die Alternative in Zeiten unbegrenzter Möglichkeiten aus? Gehen sogenannte offene Beziehungen auf Dauer gut? Sind diese Menschen soviel glücklicher als jene, die sich – zumindest offiziell – der Monogamie verschrieben haben und auf ewige Treue schwören? Karig hat für sein Buch einige solcher Paare interviewt und gewährt dem Leser auf diese Weise Einblick in gänzlich andere Lebensmodelle, und das völlig wertfrei. Interessanterweise läuft es aber auch in derartigen Partnerschaften nicht so rund, wie man nach all den vielen guten Gründen für die freie Liebe meinen möchte. Auch hier gibt es die großen und kleinen Probleme des Alltags, Eifersucht trotz aller guter Vorsätze, neue Lieben, die eigentlich so nicht geplant waren und letzten Endes schmerzhafte Trennungen, weil man sich auseinander gelebt hat. Führt sich dieser Lebensentwurf also direkt wieder ad absurdum, oder ist er vielleicht schlicht und einfach gar nicht so viel anders, als das allgemein akzeptierte Modell, nur eben ehrlicher?

Denn was ist Treue wirklich? Der Autor beantwortet diese Frage folgendermaßen:

„Treue bedeutet, einem Menschen gegenüber verlässlich zu sein. Ein Versprechen über einen langen Zeitraum zu halten. Sich so zu benehmen, wie man es angekündigt hat. Demjenigen, dem man treu ist, nicht mit abweichenden Verhalten zu hintergehen.“

Muss man dieses Wort ausschließlich mit sexuellen Handlungen in Verbindung bringen, oder kann man es auch umfassender betrachten und somit „entspannter“ mit diesem Thema umgehen? Lässt die Erziehung das überhaupt zu, oder wird diese Sicht in unseren Breiten niemals gesellschaftsfähig sein?

So viele Argumente aber auch gegen ein dauerhaftes Funktionieren der Monogamie gebracht werden, hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, man wollte mir die einzig wahre Form einer Beziehung, nämlich die Polyamorie, aufdrängen. Hier geht es vielmehr darum, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben sollte, frei zu entscheiden, wie er sein Liebesleben gestalten möchte und mit wem, ohne dass ihm die Gesellschaft deswegen einen Stempel aufdrückt. Es geht nicht um die vermeintliche Lösung aller partnerschaftlichen Probleme (das dem nicht so ist zeigen die Beispiele ohnehin), sondern um das Erweitern des Blickwinkels, das Lockern starrer Regeln und die Option, das Beziehungsgefüge anzupassen, wenn sich die Bedürfnisse der jeweiligen Partner verändern, gerade um einen weiteren gemeinsamen Weg zu finden.

Mich hat dieses Buch so manches Mal amüsiert, aber auch in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken angeregt, es ist kurzweilig zu lesen und keines dieser trockenen Sachbücher, durch die man sich nur allzu oft mühsamst quält, von daher vergebe ich gerne fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung – es ist eine Bereicherung, wie auch immer man seine Beziehung letztlich selbst gestalten möchte.

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

erziehung, ratgeber, kinder, orange, rhino

Erziehen ohne auszurasten

Sheila McCraith
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei TRIAS, 22.02.2017
ISBN 9783432101699
Genre: Sachbücher

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

wörter, worte, kinderbuch, sprache, wort

Die Händlerin der Worte

Thomas Lange , Claude Theil , Sanna Wandtke
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.01.2017
ISBN 9783473369508
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Auf dem Markt gibt es eine Frau, die mit einer ganz besonderen Art Ware handelt: sie verkauft Wörter. Präzise, solide, elegante Wörter, die man nicht einfach so auf der Straße oder im Schulhof finden kann. Kleine, weiche, süße Wörter, die trösten, wenn es einem nicht gut geht, Wörter der Höflichkeit und der Toleranz, die einem das Miteinander erleichtern. Verletzende Wörter oder Schimpfwörter verkauft sie hingegen nicht.

Eines Tages wird ein Teil ihrer Produkte gestohlen, es ist eine Truhe voll mit wichtigen Begriffen, die unerlässlich sind für ein gutes Zusammenleben. Sobald diese Worte aus dem Sprachschatz der Menschen verschwinden, werden sie beginnen, sich zu beleidigen und zu provozieren, was fürchterliche Folgen haben wird. Es gilt also, den Dieb so schnell als möglich zu überführen und die Kiste zu finden, um das Schlimmste zu verhindern. Der achtjährige Jonas und seine um zwei Jahre ältere Schwester Leonie unterstützen die Händlerin der Worte auf der Suche nach ihrem Schatz und verfolgen sämtliche Spuren, die zu dem Bösewicht führen könnten. Welches Motiv liegt dem Diebstahl zugrunde und welchen Vorteil zieht der Schurke aus seiner Tat?

Die Idee dieses Buches ist eine ganz wunderbare, man beginnt unweigerlich über Dinge nachzudenken, die man tagtäglich ausspricht und vor allem auch über die Folgen, die allzu unbedacht Gesagtes nach sich ziehen kann, wie schwer es ist, garstige Wörter wieder aufzuwiegen, im wahrsten Sinne des Wortes. All das wird in diesem Buch wunderbar kindgerecht erklärt, sodass sicherlich auch Achtjährige die Sinnhaftigkeit dahinter gut verstehen können.

So ist das Alter der Zielgruppe vom Verlag meines Erachtens zu hoch angesetzt worden. Auch ist die Erzählung mit ihren knapp 120 Seiten und etlichen Illustrationen ziemlich schnell gelesen. 10-12 jährige Bücherwürmer erwarten sich dann doch eher komplexere Geschichten mit einem höheren Spannungsbogen, die einen länger „bei der Stange halten“. Mein Sohn hätte aus diesem Grund nur drei Sterne vergeben. Der Zauber, dem ich jedoch der Händlerin der Worte in ihrer Werkstatt erlegen bin, hat hier schließlich noch ein wenig Ausgleich geschaffen, also sollen es auch ein paar ihrer Sätze sein, die den Abschluss dieser Rezension bilden:

„Schaffen Sie es immer, die Wörter wieder zu reparieren?“, fragte Jonas neugierig.

„Ach, leider nicht! Es gibt Wörter, die zu oft ausgesprochen wurden, oder Versprechen, die man nicht gehalten hat. Wenn es um so etwas geht, kann ich nichts mehr machen. Sicher, ich kann sie polieren, schön anmalen oder mit neuem Stoff überziehen, aber das hilft alles nichts. Sie wirken immer ein wenig künstlich und man glaubt ihnen nicht mehr. Meistens muss ich mich dann entschließen, sie aus dem Verkehr zu ziehen.“

...


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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

thailand, treue, alltag, romantik, pflicht

Frieda bügelt heute nicht

Rosanna Liebowitz
Flexibler Einband: 337 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 15.09.2015
ISBN 9781503950818
Genre: Romane

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163 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

magie, schweden, zauberer, lars vasa johansson, glück

Anton hat kein Glück

Lars Vasa Johansson , Ursel Allenstein , Antje Rieck-Blankenburg
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 21.10.2016
ISBN 9783805203876
Genre: Romane

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170 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

literatur, frankreich, fiktion, identität, schriftstellerin

Nach einer wahren Geschichte

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.08.2016
ISBN 9783832198305
Genre: Romane

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

leserunde, conny giammarres, paperback, in meinem wunderlan, mediu

In meinem Wunderland

Conny Giammarresi
Flexibler Einband: 452 Seiten
Erschienen bei Scriberry, 16.03.2016
ISBN 9783038540502
Genre: Biografien

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

tod, kanada, verlust, freundschaft, familie

Ein unbesiegbarer Sommer

Wendi Stewart , Matthias Fienbork
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 25.07.2016
ISBN 9783312009985
Genre: Romane

Rezension:

Rebecca verliert mit sechs Jahren ihre Mutter und den kleinen Bruder, als ihr Auto durch die zu dünne Eisdecke eines Sees bricht, nur der Vater und sie selbst überleben. Der Witwer verfällt in tiefe Depressionen und zieht sich vollkommen aus dem Alltag zurück. Er vernachlässigt sich selbst, seine Tochter und die Tiere auf der kleinen Farm, welche die Familie bewirtschaftet. Weitere Verwandte sind nicht in der Nähe, die Hilfestellung der Nachbarn wird immer weniger, und so ist das kleine Mädchen im Großen und Ganzen von einem Tag auf den anderen auf sich alleine gestellt. Dennoch ist Rebecca ein ungewöhnlich starkes Mädchen, welches sich nicht von ihrem schweren Schicksal unterkriegen lässt und sich mutig jeder Ungerechtigkeit stellt.

Chucks Vater ist ein Tyrann. Herrschsüchtig und gewalttätig drangsaliert er seinen Sohn Tag für Tag. Er zwingt dem zarten Jungen harte körperliche Arbeit auf und demontiert sein ohnehin schwaches Selbstbewusstsein auf grausamste Weise. Die Mutter - im Grunde nur körperlich anwesend - ist zu keiner Zeit eine Hilfe, einzig Chucks Großmutter versorgt ihren Enkel mit Verständnis und Liebe, kann allerdings gegen ihren alles beherrschenden übermächtigen Schwiegersohn auch nicht viel ausrichten.

Lissie wurde adoptiert und weiß nichts von ihrer Herkunft. Sie lebt allein mit ihrer Mutter in einem perfektionistisch geführten Haushalt, stets der Erwartung ausgesetzt, wie ein Schweizer Uhrwerk zu funktionieren, Fehler werden nicht akzeptiert. Als die Mutter schwer erkrankt ändert sich die Situation jedoch grundlegend. Da es sonst keine Familienmitglieder gibt, muss das Mädchen die Verantwortung für beider Leben übernehmen und wird damit gezwungen, die Erwachsenenrolle einzunehmen und sich um alles zu kümmern.

In der Schule finden diese drei Kinder zueinander und es entsteht eine Freundschaft, wie sie tiefer und kraftvoller nicht sein kann. Einander den dringend nötigen Halt gebend wachsen sie zu jungen Menschen heran, die trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge den Blick nach vorne nicht verlieren.

Obwohl er eigentlich viele gute Ideen in sich birgt, hat mich dieser Roman leider nicht erreicht. Der Erzählstil hat mich nicht gepackt und manche Begebenheiten erschienen mir nicht besonders glaubwürdig, dadurch konnte ich kaum einmal mit den wirklich arg gebeutelten jungen Protagonisten mitfühlen. Zudem gibt es etliche Zeitsprünge, total unerwartet von einem Kapitel auf das andere, und es dämmert einen erst einige Seiten später, dass schon wieder einige Jahre vergangen sind. Ich habe die Geschichte als unglaublich trostlos empfunden, wie sehr bringt es folgendes kurzes Gespräch auf Seite 305 auf den Punkt:

„Wie alt wir wohl werden“, sagt Chuck.

„Vielleicht sollten wir jung sterben, unverbraucht, bevor wir erschöpft und zu Realisten geworden sind“, sagt Lissie.

„Zu spät. Dann hätten wir bei der Geburt sterben müssen“, sagt Rebecca.

Erst auf den letzten paar Seiten keimt dann doch noch Hoffnung auf, dass die drei Freunde den Sprung in eine gute Zukunft schaffen, nachhaltiger zurückgeblieben ist bei mir aber leider trotzdem viel mehr das triste Gefühl, welches in Wendi Stewarts Erstlingswerk so erdrückend vorherrscht. Auch bleibt einige Aufklärung auf der Strecke, welche der Geschichte sicherlich noch gut getan hätte, für mich waren am Ende also zu viele Ecken und Kanten übrig, wo durchaus mehr herauszuholen möglich gewesen wäre. Trotzdem drei Sterne.

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

england, krieg, erster weltkrieg, liebe, frauen

Der letzte Sommer

Helen Simonson , Michaela Grabinger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.07.2016
ISBN 9783832198268
Genre: Romane

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 1914. Kurz nach dem Tod ihres Vaters zieht es die erst 23-jährige Beatrice Nash in das Städtchen Rye, um hier im kommenden Schuljahr eine Stelle als Lateinlehrerin anzutreten. Obwohl sie mit Agatha Kent eine sehr einflussreiche einheimische Fürsprecherin an ihrer Seite hat, muss die unverheiratete und für diese Zeit ungewöhnlich selbstständige junge Dame einiges an Skepsis und Gegenwind ertragen, zu sehr hält man an den gebotenen Regeln der Gesellschaft fest, und die sehen nun mal nicht vor, dass Frauen unabhängig von einem Mann für sich selbst sorgen. Erst recht nicht, wenn sie so attraktiv sind wie Beatrice. Ein Umstand, der auch Agathas beiden Neffen nicht verborgen bleibt. Der angehende Chirurg Hugh und Daniel, welcher sein Leben der Literatur verschrieben hat, verbringen jeden Sommer bei ihrer Tante. Schon bald entsteht zwischen den jungen Menschen eine - stets von angemessener Distanz geprägte - Freundschaft, und man beginnt sich als (weiblicher) Leser unweigerlich zu fragen, ob sich Beatrice, aller emanzipierten Lebensvorstellungen zum Trotz, nicht vielleicht doch ein Leben an der Seite eines Mannes vorstellen könnte.

Scheint die alle Aufmerksamkeit auf sich ziehende Lehrerin zunächst das einzige „Problem“ der sittsamen Oberschicht von Rye zu sein, beherrscht schon bald ein anderes Thema die nachmittäglichen Teegesellschaften. Deutsche Truppen sind ins neutrale Belgien eingefallen und nun sieht sich England gezwungen, dem Verbündeten zur Seite zu stehen. Die ersten Flüchtlinge kommen an der Küste an und müssen versorgt und aufgenommen werden. Lebensmittel werden täglich knapper, Kreativität in der Küche und sorgsamer Umgang mit dem Vorhandenen ist gefragt. Immer mehr junge Männer werden rekrutiert, um unter dem Deckmantel des Stolzes und der Vaterlandsliebe in Frankreich an vorderster Front gegen die Hunnen zu kämpfen. Immer mehr Frauen verlieren ihre Männer, Väter und Söhne. Wird Agatha nun auch um Hugh und Daniel bangen müssen?

Der letzte Sommer ist ein Roman über Mut, Tapferkeit, Selbstbestimmung und Liebe, aber er handelt genauso von Niedertracht, Egoismus, Eigennutz und Geltungssucht, hier wird gleichermaßen geliebt wie gehasst, keine menschliche Regung bleibt verborgen. Die Sprache passt so perfekt in die Zeit vor hundert Jahren, dass man sich beim Lesen sofort zurückversetzt fühlt. Die Beschreibungen der Landschaft rund um das Städtchen Rye sind derart gelungen, man hört regelrecht das Klacken der Pferdehufe auf dem Kopfsteinpflaster und riecht die salzige Luft, welche vom Meer herüber weht. Diese Geschichte zieht einen von der ersten Seite an in den Bann und weist meiner Meinung nach niemals Schwächen auf. Ich habe es genossen, mit den Protagonisten zu lachen, zu leiden und zu weinen. So muss ein guter Roman sein!

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(198)

302 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 64 Rezensionen

liebe, hamburg, fußball, bochum, liebesroman

Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.06.2015
ISBN 9783404172726
Genre: Liebesromane

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(1.521)

2.473 Bibliotheken, 35 Leser, 5 Gruppen, 164 Rezensionen

liebe, familie, roadtrip, jojo moyes, england

Weit weg und ganz nah

Jojo Moyes , Karolina Fell , ,
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.05.2014
ISBN 9783499267369
Genre: Romane

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(160)

404 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

depression, leben, krankheit, ratgeber, sachbuch

Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

Matt Haig , Sophie Zeitz-Ventura
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423280716
Genre: Sachbücher

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Abschied von der Opferrolle

Verena Kast
Flexibler Einband: 189 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.06.2014
ISBN 9783451053740
Genre: Sachbücher

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(22)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

jugendliebe, ich wollte immer nur dich, frauen, folgenschwere entscheidung, #famili

Ich wollte immer nur dich

Anne Wiegner
E-Buch Text: 339 Seiten
Erschienen bei Forever, 06.03.2015
ISBN 9783958180352
Genre: Liebesromane

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(36)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

tod, abenteuer, familie, freundschaft, abschied

Das wilde Määäh und die Irgendwo-Insel

Vanessa Walder , Zapf
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 08.03.2016
ISBN 9783785582138
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In dem Wissen, dass dies Hams letztes Abenteuer ist, sind wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge mit ihm gemeinsam aufgebrochen zu einer ungewissen Reise, die uns im dritten Teil von Vanessa Walders Trilogie um das wilde Määäh viele philosophische Momente beschert, uns nachdenklich und zugleich sehr glücklich zurückgelassen hat.

Diesmal macht sich der kleine Lockenwolf auf die Suche nach der Insel der Sonne, einem wohl magisch schönen Ort, so schön, „dass die Sonne jeden Abend dorthin fliegt, weil es der beste Ort der Welt ist“. So schön, dass noch niemals ein Tier, erst einmal dahin aufgebrochen, von dieser Insel zurückgekehrt ist. Ein Ort, der einen sogar vergessen lässt, wo man hergekommen ist und wo niemand einsam oder traurig sein muss.

Auch Wolfspapa Kip soll auf dieser Insel sein, obwohl daheim seine Gefährtin Rhea und die Welpen auf ihn warten. Ham versteht so ein Verhalten überhaupt nicht, würde er seine Mama und all die anderen Tiere im Wald doch niemals einfach so zurücklassen oder gar vergessen, komme, was wolle! Grund genug also, dem wilden Wald erneut den Rücken zuzukehren und gemeinsam mit seinen Freunden Flöckchen, Tupfer und Grazia zu einer weiteren abenteuerlichen Reise aufzubrechen....

Wieder gibt es tolle neue Wesen zu entdecken, jedes für sich ein liebenswertes Unikat. Mein persönliches Highlight in diesem Buch ist aber ausgerechnet das kleinste Tier von allen, ein Floh namens Cyrano. Er trägt seinen Namen nicht ohne Grund, flüstert er Ham (und auch uns Lesern) doch unglaublich wichtige und weise Dinge ins Ohr:

„Genieß das Leben. Sei da, solang du da bist. Es ist alles bloß 'ne Reise.“

Sind die ersten beiden Teile der Reihe schon etwas ganz Besonderes, ist Vanessa Walder mit dieser Geschichte ein Meisterwerk gelungen. Ein Juwel unter den Kinderbüchern, in welchem die Endlichkeit des Lebens mit einer Leichtigkeit erzählt wird, dass einem das Herz aufgeht. Das wilde Määäh und die Irgendwo-Insel ist eine absolute Bereicherung für jedes Bücherregal!

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137 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

zirkus, frankreich, zigeuner, familie, roman

Der Zirkus der Stille

Peter Goldammer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.04.2016
ISBN 9783455600438
Genre: Romane

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(25)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

mord, wien, castingshow, hawelka & schierhuber, show

Hawelka & Schierhuber spielen das Lied vom Tod

Günther Pfeifer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 01.04.2016
ISBN 9783709978511
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich durfte das kauzige Ermittlerduo schon im letzten Jahr (Hawelka & Schierhuber laufen heiß) kennenlernen und hatte mich sofort in die beiden verliebt, ganz besonders aber in den gemütlichen und wortkargen Schierhuber Sepp. Ging es mir beim ersten Roman um die Wiener Kriminalpolizisten auf den ersten 100 Seiten fast noch zu gemütlich zu, überschlagen sich hier die Ereignisse von Anfang an. Ermittelt wird diesmal mitten in der österreichischen Bundeshauptstadt, denn es gibt eine Tote unter den Teilnehmern einer Castingshow, und da wimmelt es nur so von egozentrischen und korrupten Charakteren. Beinahe jedem ist so ein Mord zuzutrauen, wenn es nur der Karriere und dem Anhäufen von Mammon dienlich ist. Hawelka und Schierhuber müssen ihre Fühler also nach allen Seiten ausstrecken, aber das ist gar nicht so einfach, denn unter den gestrengen Augen ihres Vorgesetzten ist kein Schnitzer zulässig, und sei er noch so klein. Es gibt diesmal vom Punkermileu bis hin zum Theater viele Spuren zu verfolgen, eine Tatsache, die den beiden immer wieder einiges an Improvisationskunst abverlangt.

Wie schon beim ersten Fall habe ich mich auch in diesem Buch köstlich über die unorthodoxe Art zu ermitteln amüsiert. Man schließt sogar die weniger sympathischen Akteure irgendwie ins Herz (wenn auch möglicherweise nur aus Dankbarkeit, dass diese einem im echten Leben niemals begegnen werden ;-) ). Günther Pfeifers Feder ist spitz, sarkastisch und voller Ironie. Leider habe ich mich diesmal recht oft ins beschauliche Vestenötting aus dem ersten Roman zurückgesehnt. Zu abgedreht und überzeichnet waren mir die Figuren, zu unübersichtlich deren Anzahl. Auch fand ich das Ende zwar im Gesamten gesehen nicht unpassend, aber doch reichlich brutal, so dass ich diesmal leider nur drei Sterne vergebe.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen mit Hawelka & Schierhuber, denn die beiden sind wirklich ganz besondere Unikate des Ermittlungswesens, welche sich für eine rabenschwarzen Verfilmung ihrer Geschichten regelrecht anbieten.


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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Einladung ins Wunderland

Carmen Kindl-Beilfuß
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carl Auer Verlag, 01.09.2012
ISBN 9783896708564
Genre: Sachbücher

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

freundschaft, kinderbuch, tod, wildschwein, fuchs

Nur ein Tag

Martin Baltscheit , Wiebke Rauers
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 25.01.2016
ISBN 9783791527024
Genre: Kinderbuch

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(8)

11 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

harmonie, dissonan, alltag, dissonanz, ratgeber

Die Harmoniefalle

Louis Schützenhöfer
Fester Einband
Erschienen bei Orac, 01.02.2016
ISBN 9783701505869
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Die Natur hat dafür gesorgt, dass so verschiedenartige Menschen das Licht der Welt erblicken, dass sich mit großer Wahrscheinlichkeit solche Exemplare darunter befinden, die für zukünftige Aufgaben gerüstet sind. Wir sind also auf Individualität angelegt. Doch es scheint, als hätte die Natur Angst vor der eigenen Courage bekommen und in die Menschen Programme eingebaut, die vor zu viel Anderssein schützen und angepasste, geradlinige und berechenbare Wesen erzeugen.“  S.175

Die meisten Menschen werden von klein auf darauf getrimmt, möglichst keinen Anstoß zu erregen, gehorsam zu sein, nicht aus der Reihe zu tanzen. Wer „nein“ sagt und bockig ist, wird so lange zurechtgestutzt, bis er wieder funktioniert. Oder andernfalls aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Was liegt also näher, als sich anzupassen. Der Autor zeigt in seinem Buch viele Situationen des Alltags auf, in welchen wir uns unbewusst an die Gemeinschaft angleichen. Um nicht anzuecken, um im Berufsleben schneller voranzukommen, einen Partner zu finden, oder schlicht und einfach um nicht aufzufallen. Wir orientieren uns nicht nur an anderen Personen, sondern generell an Dingen, die uns Sicherheit versprechen. Wir wollen wissen, was uns erwartet, und das möglichst in jeder Lebenslage. Schützenhöfer macht uns sensibel für derlei Situationen, viele unserer Handlungen sind automatisiert und uns gar nicht bewusst. Das ist vielleicht bequem, aber bringt es uns weiter in unserer persönlichen Entwicklung? Eher nicht. Denn, so schreibt der Autor, in einem Zustand der Harmonie gibt es keine Änderungsimpulse, Harmonie lädt zum Verweilen ein, während es die Zustände der Dissonanz sind, die zum Handeln und zur Veränderung einer Situation motivieren. Das bringt es auf den Punkt und sollte uns zum (eigenständigen) Denken anregen.

Louis Schützenhöfer hat hier ein leicht zu lesendes und informatives Sachbuch geschrieben, das schnell verständlich macht, warum uns Harmonie auf Dauer nicht weiterbringt. Er gibt allgemeinen Einblick in viele verschiedene Bereiche des Lebens von der Politik über Zivilcourage bis hin zur Angst vor dem Fremden und beleuchtet diese im Hinblick auf den Gleichklang mit anderen Personen. Was mir aber letzten Endes dann doch gefehlt hat, waren Hinweise und Tipps die mich angesprochen und weiter gebracht hätten. Ich konnte für mich persönlich leider nicht wirklich etwas aus diesem Buch herausholen, sonst hätte ich hier gerne fünf Sterne vergeben.

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