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amt, liebe, glück, ordnung, roman

Das Glücksbüro

Andreas Izquierdo
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 21.10.2016
ISBN 9783832162252
Genre: Romane

Rezension:

"Noch bevor er seine Bürotür aufgeschlossen hatte, wusste er dass etwas
nicht stimmte."

Albert Glück, Sachbearbeiter im Amt für Verwaltungsangelegenheiten,
staunt nicht schlecht, als er eines Tages auf seinem akkuraten und
peinlichst sauber gehaltenen Schreibtisch den Antrag E45 vorfindet. Ein
neuer Antrag, jedenfalls hat er ihn vorher noch nie gesehen... und
dieser Antrag beantragt auch gar nichts...
Völlig aus der Bahn geworfen ob dieser Ungeheuerlichkeit gerät sein
geodnetes, beruhigtes Leben komplett aus den Fugen. Anna Sugus, die
Antragsstellerin weiss nämlich gar nichts von dem Antrag, und keiner
seiner Kollegen oder Vorgesetzten macht Anstalten ihm die Bürde des
untragbaren Antrags abzunehmen.

Andreas Izquierdo hat mit Albert Glück einen Helden geschaffen, mit dem
man sofort -auch wegen seiner Schrulligkeit und offensichtlichen
Lebensuntüchtigkeit- sympathisiert. Alberts Leben ist das geordnete
Nacheinander, die Regelmäßigkeit und die Sicherheit. Er lebt auch in
seinem Amt, so wohl fühlt er sich dort; das darf aber keiner wissen. In
dieses Leben tritt der Zufall, die Vorsehung, das Leben in Form des
vermaledeiten Antrages E45, der nichts beantragt und den niemand kennt.
Wie Süskinds "Taube" flattert der Antrag fortan in seinen Gedanken und
in seinem Büro umher, spottet der Gleichförmigkeit des Lebens, der
Vorhersehbarkeit und der Ordnung... und gibt dem lebensfernen Albert die
Chance sich und das Leben neu zu entdecken.
Warmherzig und unglaublich charmant entwickelt sich die ungewöhnliche
Geschichte. Amüsant, dabei aber sehr stilsicher und mit feinem Gespür
für die Figuren begleiten wir Albert und Anna, und erkennen uns in
beiden ein bisschen wieder. Ein großer Glücksfall! Izqiuerdo unterhält
bestens, mit literarischer Finesse und hervorragendem Timing entlockt er
uns Seufzer und Augenzwinkern, Lächeln und das eine oder andere
Tränchen, verfällt dabei aber nicht den naheliegenden Klischees und
Seichtheiten wie viele andere - niveauvoll und doch leichtfüssig,
frühlingsfrisch beginnt das Taschenbuchjahr mit dieser wunderbaren
Geschichte, die ich gerne noch einmal zum ersten Mal gelesen hätte. Ich
freue mich für jeden Leser, der in das "Glücksbüro" tritt und Platz nimmt...

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