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30 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

blutig, hameln, horror, mystery, rattenfänger, sehr spanned und gruselig geschrieben. fesselt bis zu letzten seite. empfehlenswert., thomas finn, thriller, urbane legenden

Lost Souls

Thomas Finn
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2018
ISBN 9783426521762
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir alle kennen die Geschichte vom Rattenfänger in Hameln, der die Stadt von den Ratten befreite, von den Bürgern dann um seinen Lohn betrogen wurde und mit den Kindern der Stadt davongezogen ist. Die Kinder wurden nie wieder gesehen. Das ist schon lange her und eigentlich ist es ja nicht mehr als eine Geschichte, ein Märchen. Oder?

Die Archäologin Jessika und ihre Ziehtochter Leonie sind gerade erst nach Hameln gezogen, als es zu mehreren seltsamen Vorfällen kommt: eine unterirdische Gruft wird gefunden, ein Arbeiter wird dort von zahllosen Ratten getötet und das Verhalten der Ratten ist verstörend zielgerichtet.
Im Laufe der Geschichte muss Jessika erkennen, dass unheimliche Mächte walten und Ratten beeinflussen, dass das Ith-Gebirge ein verzauberter Ort voller düsterer Geheimnisse ist und dass die Geschichte des Rattenfängers und der verschwundenen Kinder auch heute noch auf gespenstische Weise allgegenwärtig ist. Nur ist es für Jessika kein Märchen der Gebrüder Grimm mehr, sondern ein schrecklicher Albtraum.

Ich gestehe, dass ich mit Horrorgeschichten eigentlich rein gar nix am Hut habe. Hier bin ich aber wegen der historischen Zusammenhänge neugierig geworden und ich wurde nicht enttäuscht! Thomas Finn hat zahlreiche historische Fakten mit seiner gruseligen Phantasie und Mystery-Elementen zu einer spannenden Geschichte verwoben, die mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten haben. Die einzelnen Personen sind detailreich gezeichnet, nichts und niemand in diesem Buch ist ein überflüssiger Seitenfüller – alles hat Sinn! Manchmal agieren die Protagonisten zwar nicht ganz logisch, aber auch das ist durchaus passend, denn… welcher Mensch ist schon immer und überall logisch?

Der Stil des Autors ist bis in die grausigen Details klar und ohne Schnörkel, er versteht es, mit Worten die Phantasie des Lesers anzuregen und das rasante Tempo der Geschichte hält die Spannung hoch bis zu einem überraschenden (zumindest für mich), aber durchaus logischen Ende.
In einem Nachwort erklärt der Autor noch genauer, was Fakt und was Fiktion ist – aber mir hat es wirklich Spaß gemacht, dies bereits zwischendurch zu recherchieren!

Fazit: Dieses Buch hat es immerhin auf die Phantastik-Bestenliste des Monats Juli geschafft. Gratulation! Wer also noch keine Rattenphobie hat, sollte es unbedingt lesen: spannende und informative Unterhaltung ist garantiert!

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Die rote Frau

Alex Beer
Fester Einband
Erschienen bei Limes, 21.05.2018
ISBN 9783809026761
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wien, März 1920. Der Krieg ist zu Ende, die Monarchie Vergangenheit und Österreich ist eine junge, instabile Republik, in der verschiedenste politische Kräfte um die Macht kämpfen. Das Leben der Menschen ist gekennzeichnet von bitterer Armut, hoher Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, unzureichender medizinischer Versorgung und Hunger. Der Krieg wurde überlebt – aber dieses Überleben war für viele Menschen nur Kampf, Demütigung und Sorge.

 

Vor diesem Hintergrund ermitteln Rayonsinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter. Die beiden könnten nicht gegensätzlicher sein: Emmerich wuchs in einem Waisenhaus auf, hat bereits von Kind an Elend und Not kennengelernt. Im Krieg schwer verwundet, bereitet ihm diese Verletzung nach wie vor immer wieder Schmerzen und auch sein Privatleben erscheint nach der Trennung von seiner Geliebten hoffnungslos. Er ist draufgängerisch, ehrlich und hat eine sehr differenzierte Ansicht von Recht und Gerechtigkeit.

 

Winter hingegen stammt aus einer adeligen Familie, die zwar verarmt ist, aber trotzdem noch gesicherte Verhältnisse bietet. Er lebt mit seiner Großmutter in einem Haus, während Emmerich in einem Männerlogierheim schläft. Winter ist klug, vorsichtig, zurückhaltend, wohlerzogen und seinem Vorgesetzten gegenüber unbedingt loyal. Aber gerade durch diese Gegensätzlichkeit ergänzen die beiden einander perfekt und bilden ein außergewöhnliches Ermittlerduo mit zahlreichen Ecken und Kanten.

 

Binnen kurzer Zeit ereignen sich in Wien zwei grausame Morde: der Stadtrat Fürst und Frau Abele werden ermordet – beides hochangesehene Bürger, allseits beliebte und geachtete Wohltäter. Die Polizei findet rasch einen Täter, der ist allerdings unschuldig. Emmerich und Winter kommen nur über Umwege zu diesen Ermittlungen. Sie sind in der Abteilung „Leib und Leben“ nicht gut angesehen und außerdem sind sie die einzigen, die von der Unschuld des Inhaftierten überzeugt sind. Folglich müssen ihre Untersuchungen im Geheimen stattfinden. Und diese Ermittlungen führen sie in Bordelle und Bäder, illegale Wettlokale, wo Kämpfe stattfinden (und Emmerich sicher den seltsamsten Kuss seines Lebens erlebt), in den Wiener Untergrund ebenso wie in höchste gesellschaftliche Kreise oder in die Welt der Filme und Stars.

 

Emmerich und Winter arbeiten bei ihrer Suche nach der Wahrheit konsequent, manchmal mit recht hohem persönlichen Einsatz, immer unkonventionell und oft genug am Rande der Legalität. Soviel darf hier verraten werden: sie lösen den Fall extrem einfallsreich, dramatsich und spektakulär – ganz großes Kino mit einem sehr realen Ende!

 

Alex Beer ist hier eine großartige Mischung gelungen. Einerseits gefällt mir die logisch konstruierte Kriminalgeschichte - extrem spannend und außerdem hat sie mich gleich mehrmals in die Irre geführt. Andererseits ist dieser Krimi auch sehr interessant, weil ich ganz nebenbei vieles über die damalige Zeit, die historisch wichtigen Ereignisse, ebenso wie über die Lebensumstände der Menschen erfahren konnte. Die Atmosphäre der Stadt ,die irgendwie eine heimliche Hauptrolle spielt, wird lebendig vermittelt – auch weil die Autorin ihre Protagonisten immer wieder in gemäßigtem Dialekt sprechen lässt. Cornelius Obonya hat dies in der Hörbuchversion übrigens genial umgesetzt!

 

Egal ob Buch oder Hörbuch - es ist ein spannender Kriminalroman mit viel historisch interessanten Details und sympathischen Protagonisten, die hoffentlich bald wieder ermitteln werden!

 

Großartiges Lesevergnügen!

 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

drogen, geister, hamburger immobilienmakler, kinderarbeit, krimi, thriller, vietnam

Dunkelkinder

Nora Luttmer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426521939
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Laut der britischen Tageszeitung The Guardian leben in Großbritannien schätzungsweise dreitausend (!) vietnamesische Kinder und Jugendliche unter sklavenähnlichen Bedingungen. Sie arbeiten unbezahlt, werden eingesperrt, misshandelt und von der Außenwelt isoliert, sie leben hilf- und hoffnungslos.

Die Hamburger Journalistin und Autorin Nora Luttmer nahm diesen Artikel zum Anlass, sich intensiver mit den Themen Menschenhandel und Geisterkinder aus Vietnam zu beschäftigen. Der Thriller „Dunkelkinder“ ist nun ein Resultat dieser Recherchen.

Schauplatz der Handlung ist Hamburg, denn die Vermutung liegt nahe, dass diese moderne Art der Sklaverei in ganz Europa existiert.

Die Kommissarin Mia Paulsen ermittelt in einem Fall von toten vietnamesischen Kind, dessen Identität zwei Jahre lang ungeklärt blieb.  Eher zufällig findet sie noch zwei Ermordete und beginnt mit Ermittlungen ohne zu ahnen, welch machtvoller Gegner sie damit bekommt.

Die Autorin erzählt die Geschichte aus immer wieder wechselnden Perspektiven. Die einzelnen Protagonisten kommen zu Wort, wodurch die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt und der Leser die Möglichkeit hat, ein klein wenig hinter die einzelnen Fassaden zu blicken. Denn nicht nur die Sicht der Opfer oder der Kommissare wird geschildert, auch die Täter kommen zu Wort. Außerdem erfährt der Leser auch Einzelheiten über Mias Privatleben, ihre konfliktgeladene Beziehung zu ihrem aktuellen Vorgesetzten und über einige dubiose Vorkommnisse in dessen Vergangenheit.

Alles zusammen ergibt einen temporeichen Thriller mit einem realistischen Ende: es werden nicht alle Fragen geklärt, manche Handlungsstränge bleiben offen.

Folglich: ich freue mich auf eine Fortsetzung!

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Vatertage

Stephan Bartels
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2018
ISBN 9783453438989
Genre: Romane

Rezension:

Wie reagiert man auf eine Aufforderung des Sozialamtes, knapp 700 Euro monatlich für die Pflege eines Vaters zu bezahlen, den man nur drei Mal kurz gesehen hat, mit dem man nie gesprochen hat und der einem eigentlich auch nicht gefehlt hat? Moralisch oder menschlich gesehen ist so eine Aufforderung hart und unfair, juristisch allerdings völlig korrekt.

Auf alle Fälle bringt diese Mittelung das ursprünglich recht beschauliche Leben von Simon Havlicek gründlich durcheinander. Neben der enormen finanziellen Belastung ist auch die emotionale Herausforderung nicht zu unterschätzen: wie soll man mit einem komatösen Vater umgehen? Macht es Sinn, „Kontakt“ oder „Beziehung“ zu suchen? Und wie soll man mit Geschwistern umgehen, von deren Existenz man bis jetzt überhaupt keine Ahnung hatte?

Das ist auch für einen ruhigen und überlegten Menschen wie Simon schon ein bisschen viel auf einmal. Dazu kommt noch seine tatkräftige Mutter, die ihre Meinung dazu in wenigen Worten klar zusammenfasst: „Ich bringe ihn um!“  

Simon meistert diese Schwierigkeiten mit Hilfe von seiner großartigen Frau Anke, seiner Mutter Jarmila und deren Lebensgefährten Janko. Aber auch sein Freund Hotte, der schon in „Dicke Freunde“ an seiner Seite war, unterstützt ihn nach Kräften. Die beiden bilden übrigens ein so charmantes, liebenswertes und chaotisches Duo, dass ich diesen ersten Band unbedingt noch lesen muss!

In einem zweiten Erzählstrang wird die Geschichte von Simons Mutter, erzählt. Auch ihre Geschichte ist tragisch und spannend gleichzeitig.

Eigentlich sind es ja sehr ernste Themen, die hier angesprochen werden: Krankheit und Lebensqualität, Sterbehilfe, Pflegeheime und Pflegekosten aber auch Bedeutung von Vaterschaft und Familie. Aber Stephan Bartels schreibt leicht und unterhaltsam, versteckt ganz nebenbei buchfremde Kriminalkommissare und hat somit eine Geschichte mit zahlreichen humorvollen und warmherzigen Charakteren geschaffen, die ich gleich ins Herz geschlossen habe. Wortwitz und Situationskomik lockern auf, ohne die Geschichte dabei zu verblödeln.   

Wegen des Covers und der Art, wie das Buch beworben wurde, habe ich mit einer lustigen und – ich gebe es zu – seichten Geschichte gerechnet! Glücklicherweise habe ich es trotzdem gelesen, denn es ist gute Unterhaltung mit Herz und Hirn! Empfehlenswert!

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226 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 111 Rezensionen

dürre, frankreich, klima, klimawandel, london, maja lunde, naturkatastrophe, norwegen, roman, umwelt, umweltschutz, wasser, wasserknappheit, wassermangel, zukunft

Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757749
Genre: Romane

Rezension:

Maja Lunde, die Autorin des Bestsellers „Die Geschichte der Bienen“ hat hier ihren zweiten Teil des geplanten literarischen Klima-Quartetts vorgelegt. Ich kenne den ersten Teil nicht und war deshalb extrem neugierig auf dieses Buch.  Wasser/Umgang mit Ressourcen ist Thema unserer Zeit, mit unserem Verhalten diesbezüglich prägen unsere Zukunft und die der nachfolgenden Generationen. Ein wichtiges Thema also.

„Die Geschichte des Wassers“ wird auf zwei Zeitebenen erzählt:

Einerseits lernen wir Signe im Jahr 2017 kennen. Sie ist eine mittlerweile 70jährige Umweltaktivistin, die gegen den dekadenten Verkauf von Gletschereis in reiche arabische Staaten kämpft. Mit recht unkonventionellen Mittel: sie befördert einige Kisten mit Gletschereis mit auf ihr Boot, um es dem Mann zu bringen, der mitverantwortlich für dieses irrsinnige Projekt ist. Die Fahrt ist lang und anstrengend und gedanklich eine Reise in ihre eigene Vergangenheit.

Andererseits wird die Geschichte von David und Lou erzählt. Klimaflüchtlinge des Jahres 2041. Ihr Leben auf der Flucht, ihr Leben im Lager, ihre Verluste. Sie finden das Boot, das einst Signe gehörte und planen, es wieder zu beleben. Das Ende ist offen, ein wenig versöhnlich, ohne jedoch wirklich optimistisch sein zu können.

Soweit zum Inhalt.

 

Die Sprache der Autorin bzw die Übersetzung ist sehr schön – ruhig und unaufgeregt, aber mit zum Teil grausamer Genauigkeit wird erzählt. Die einzelnen Protagonisten blieben mir jedoch fremd, viele ihrer Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen.

Die Geschichte selbst regt zwar zwischendurch immer wieder zum Nachdenken an, aber die Umsetzung dieser Thematik finde ich nicht gelungen. Es mag schon sein, dass die Schilderung der persönlichen Schicksale die Problematik fassbarer macht, aber das völlige Fehlen von fachlicher Information oder kritischer Auseinandersetzung, reduziert das Buch auf Beziehungsgeschichten in einer gruseligen Umwelt. Eine Dystopie ohne viel Vorgeschichte.


Wer sich also (wie ich) fachliche Informationen im Rahmen eines spannenden Romans erhofft, der wird sicher enttäuscht sein. Literatur kann in vielen Fällen ein guter Mittler von wichtigen Themen sein. Ich fürchte, hier wurde diesbezüglich eine Chance vertan.

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

ellen, gewaltverbrechen, heiligendamm, krimi, menschliche abgründe, mord, rache, regionalkrimi ostsee, vergangenheit

So bitter die Rache

Eric Berg
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes, 19.03.2018
ISBN 9783809026600
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ellen ist gerade 42 Jahre alt, frisch getrennt von ihrem Ehemann, einem Diplomaten und versucht in Vineta, einer ruhigen Siedlung in Heiligendamm für sich und ihren Sohn Tristan ein neues Leben aufzubauen. Eher zufällig erfährt sie, dass ausgerechnet in ihrem Haus vor 6 Jahren drei Menschen ermordet wurden. Das schreckt sie nicht ab, denn sie möchte alles tun, damit dieses Haus für sie und ihren Sohn ein „Glückshaus“ wird. Als dann aber einige beunruhigende Dinge geschehen, kann sie nicht umhin, sich auch für die Vergangenheit zu interessieren.

Eric Berg erzählt zwei Zeitebenen der Ereignisse: Einerseits wird die Geschichte Ellens im Jahr 2016 erzählt, ihre Versuche hier heimisch zu werden und ihrem Sohn ein stabiles Heim und Sicherheit zu geben.

Andererseits erfährt der Leser von den Ereignissen aus dem Jahre 2010,  vom Erbauer der Siedlung Vineta, der hier sein Ideal von „Großfamilie“ realisieren wollte und von den Schicksalen der einzelnen, gut ausgewählten Familien. Was als Idylle geplant war, gerät außer Kontrolle und verwandelt sich in ein Geflecht von Lügen und Falschheit, gipfelt schließlich in den drei Morden.

Intelligent und abwechslungsreich wird von den dramatischen Entwicklungen in der Siedlung erzählt, aber auch von den teilweise dramatischen Schicksalen der einzelnen Charaktere, die hier aufeinander treffen. Der Autor versteht es, die Protagonisten facettenreich und psychologisch stimmig darzustellen.

Seine ruhige Sprache lässt sie alle lebendig werden – mit Ecken, Kanten und allen erdenklichen Abgründen hinter ihren wohlgeordneten Fassaden. Die Bösen sind nicht nur böse, die Guten nicht nur gut. Sehr menschlich also!

Eric Berg wechselt rasch zwischen 2010 und 2016, so dass die Spannung von den ersten Seiten an aufgebaut wird und über immerhin 416 Seiten durchgehend auf hohem Niveau gehalten wird. Von Anfang an habe ich mitgeraten und gerätselt. Einige überraschende Wendungen haben meine eigenen Überlegungen zu Opfern und Täter mehrmals über den Haufen geworfen. Die Auflösung am Schluss war völlig unerwartet, aber glücklicherweise logisch und hat alle offenen Fragen beantwortet.  

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es war mein erstes Buch dieses Autors, aber sicher nicht das letzte!

 

Fazit: eine intelligent konstruierte Geschichte spannend erzählt!  Wirklich lesenswert!

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

achtsamkeit, entschleunigung, geheimnis, hektik, roman, ruhe, schnelllebigkeit, skulptur, traum, vorbereitungen, winterschlaf

Herr Jakob träumt

A.S. Dowidat
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 22.11.2017
ISBN 9783746015903
Genre: Romane

Rezension:

Hr. Jakob ist ein Mann Mitte 50, von Beruf Bibliothekar ohne große Karriereambitionen, geschieden, mit seltenen, aber konfliktreichen Kontakten zu Exfrau und Töchtern. Er ist von der Schnelllebigkeit und dem Alltagsstress restlos überfordert und genervt.  Folglich zieht er sich immer mehr zurück bis seine andauernde Müdigkeit zu einem Winterschlaf wird.

Die reale Welt und die Traumwelt des Hr. Jakob verschmelzen im Laufe der Geschichte immer mehr und sind manchmal nur schwer zu unterscheiden. Man muss sich auf diesen ständigen Wechsel einlassen können  – auf philosophische Hühner, seltsame Privatdetektive und schrecklich schnelle Putzfrauen.

Die Autorin A.S. Dowidat versteht es, durch ihre ruhigen, unaufdringliche und leicht distanzierte Art, Hr. Jakobs Geschichte zu erzählen, eine tiefe Sehnsucht nach Langsamkeit und Achtsamkeit zu vermitteln. Kann sich nicht jeder in gewisser Weise mit Hr. Jakob identifizieren? 

„Hr. Jakobs träumt“ ist eine märchenhafte Darstellung des Bedürfnisses nach dem „Anhalten“ einer viel zu schnellen und hektischen Welt. Schon das Lesen war ein bemerkenswertes Erlebnis für mich: ich vermute, dass ich noch nie ein Buch so langsam gelesen habe.  Es wirkte entschleunigend und damit hat dieses kluge Buch einen fixen Platz in meiner Bücherapotheke bekommen! Also Vorsorge für stressigere Zeiten!

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

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Tulpengold

Eva Völler
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 23.02.2018
ISBN 9783431040845
Genre: Historische Romane

Rezension:

Amsterdam, 1636: Das Tulpenfieber grassiert. Spekulationen führen dazu, dass der Wert von Tulpenzwiebeln ins Unermessliche steigt. Viele Menschen verschulden sich um von dieser Manie zu profitieren. Und dann platzt diese sonderbare Blase und lässt zahlreiche Menschen finanziell ruiniert zurück. Es ist keine Fiktion, es ist die erste gut dokumentierte Spekulationsblase der Geschichte und bildet den Hintergrund für Eva Völlers neuesten Roman.

In dieser Zeit lebt aber auch Rembrandt van Rijn (der selbst auch mit Tulpenzwiebeln spekuliert hat), malt  fieberhaft an großen Werken, die die Jahrhunderte überdauerten sollten, führt gleichzeitig seine Werkstatt und bildet mit strenger Hand mehrere Lehrlinge aus.

Einer dieser Lehrlinge ist Pieter van Winkel, der extrem sympathische Protagonist dieser Geschichte. Er ist ein besonderer Mensch, heute würde man wahrscheinlich ein Asperger Syndrom diagnostizieren. Zu Rembrandts Zeiten war er nur ein sonderbarer Zeitgenosse mit zahlreichen Begabungen: neben einem phänomenalen Gedächtnis, zeichnet ihn ein besonderes Talent zur Malerei und die Liebe zur Mathematik aus. Seine Mitmenschen sind für ihn jedoch oft recht rätselhaft. Er erklärt sich seine Umwelt mittels mathematischer Logik.

Mehrere Morde, die in unmittelbarer Umgebung von Rembrandt geschehen, wecken sein Interesse und er begibt sich auf Mördersuche ganz so wie es seinem Naturell entspricht – mittels Logik und Wahrscheinlichkeitsrechungen.

Aber nicht nur Malerei und Mathematik bestimmen sein Leben. Anneke und Mareikje lassen ihn erkennen, dass nicht alles immer so einfach berechenbar ist.

Eva Völler ist hier eine großartige Mischung gelungen: ein historischer Roman, der gleichzeitig ein fesselnder Krimi ist. Somit ist die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend und informativ. Dazu kommt noch die liebevolle Darstellung der einzelnen Personen, allen voran natürlich Pieter, die mir wirklich gut gefallen hat. Sie wachsen einem sofort ans Herz und man muss einfach weiterlesen.

Detailreiche Beschreibungen vermitteln ein gutes Bild der Zeit. Die Geschichte ist logisch aufgebaut und endet trotzdem mit einer Überraschung!

Wirklich gut hat mir aber auch gefallen, dass die Autorin in einem kurzen Nachwort noch über ihre persönlichen Gründe für dieses Buch geschrieben hat und besonders erwähnenswert ist auch die liebevolle Gestaltung des Covers.

Fazit: ein spannender, informativer und gleichzeitig unterhaltsamer Roman – empfehlenswerter Lesespaß!

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500 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 116 Rezensionen

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One of Us Is Lying

Karen M. McManus , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 26.02.2018
ISBN 9783570165126
Genre: Jugendbuch

Rezension:

5 völlig unterschiedliche Schüler müssen einen Nachmittag gemeinsam mit Nachsitzen verbringen. Simon, der eine Gossip-App betreibt und immer wieder die Geheimnisse seiner Mitschüler bösartig an die Öffentlichkeit zerrt und sich dadurch sicher nicht Freunde macht, Bronwyn, eine ausgezeichnete Schülerin und perfekte Tochter, Addy, eine Schönheit ohne wirkliche Persönlichkeit, Nate, der Außenseiter, der bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist und Cooper, der allseits beliebte Sportler.

Bis zu diesem Nachmittag haben sie wenig miteinander zu tun. Aber jetzt werden ihre Leben grundlegend verändert: während des Nachsitzens bricht Simon zusammen, verstirbt wenig später. Ein allergischer Schock war die Ursache – allerdings: wo war sein eigener EpiPen? Wo waren die Pens der Schule? Wie kommt überhaupt Erdnussöl in einen Wasserbecher?

Rasch geraten die vier ins Visier der Polizei, werden zu Tatverdächtigen und natürlich verändert sich auch das Verhalten der Mitschüler sofort.

Auf den ersten Blick scheinen Bronwyn, Addy, Nate und Cooper allen gängigen Klischees zu entsprechen. Aber im Laufe der Geschichte lernt man sie gut kennen (und lieben). Die Autorin lässt alle vier Protagonisten im Wechsel ihre persönliche Sicht der Ereignisse erzählen. Dadurch entwickeln sie sich zu vielschichtigen Charakteren, die weit mehr sind, als man vorerst annehmen möchte! Dieser ständige Perspektivenwechsel ist nur zu Beginn verwirrend. Mit der Zeit unterscheidet man sie schon an der Ausdrucksweise – wirklich großartig gemacht von der Autorin!

Durch diese genaue Charakterisierung tritt zwischendurch sogar die Mördersuche in den Hintergrund - zu interessant sind die persönlichen Geschichten. Und eines wird schnell klar: jeder von ihnen hat ein schwerwiegendes Geheimnis. Und alle diese Geheimnisse waren dem Mordopfer bekannt.

Ich liebe Geschichten, die nicht vorhersehbar sind, wo man also nicht sofort weiß, wer der Täter ist. Gerade deshalb hat mir dieser Thriller so besonders gut gefallen – weil ich bis zum Schluss ziemlich ahnungslos war.
Karen McManus Stil ist flüssig und locker zu lesen, sie zeichnet detailliert die Entwicklung nach, die die Tatverdächtigen mitmachen und am Schluss überrascht sie den Leser mit der logischen und dramatischen Auflösung eines komplizierten Falles.

Zwar ist es ein Thriller für Jugendliche bzw. junge Erwachsene, aber auch ich (und ich bin schon weit über dieses Alter hinaus) fand die Lektüre interessant und fesselnd. Außerdem hab noch einiges über die komplizierten Lebenswelten von Jugendlichen erfahren.
Ein bemerkenswerter Debütroman, ein tolles Buch – unbedingt lesenswert!

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198 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 121 Rezensionen

amerika, familie, frauen, freundschaft, gegenwartsliteratur, generationen, krieg, liebe, männer, moral, nickolas butler, pfadfinder, pfadfinderlager, söhne, usa

Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

 

2013 hat Nickolas Butler mit seinem ersten Roman „Shotgun Lovesongs“ einen unerwarteten Bestseller gelandet. Nun folgt sein zweiter Roman, der von Dorothee Merkel ins Deutsche übersetzt wurde: „Die Herzen der Männer“

 

Zentraler Ort der Handlung ist das Pfadfindercamp Chippewa in Wisconsin. Über 57 Jahre lang begleitet der Leser Nelson und seine Freunde.

Wir beginnen im Jahre 1962: Nelson ist gerade mal 13 Jahre alt, Außenseiter und Opfer zahlreicher Quälereien. Aber neben den Demütigungen erlebt er auch wahre Schönheit und sogar so etwas wie Freundschaft. Das Camp und die Ideale der Pfadfindergemeinschaft werden ihn ein Leben lang begleiten und prägen.

Dann der Sommer 1996 – Nelson hat bereits einen Krieg überlebt, ist mittlerweile Leiter des Camps Chippewa geworden. Für Trevor, Sohn seines Freundes Jonathan, ist er Vorbild und väterlicher Freund – und das sogar in einem Stripclub! Zahlreiche Rückblenden erlauben dem Leser ein besseres Verständnis für die Entwicklung die Nelson und seine Freunde erlebten.

Am Ende dann 2019: die nahe Zukunft. Thomas (Trevors Sohn) und seine Mutter Rachel sind im Camp und werden mit Sexismus, Machos und perfider Gewalt konfrontiert.

 

Butler erzählt uns nicht nur die Geschichte von einzelnen Männern – er erzählt von zahlreichen gesellschaftlichen Veränderungen, die im Laufe von Jahrzehnten Traditionen und Normen in Frage stellen, das gesellschaftliche Miteinander verändern und somit für jeden einzelnen zur Herausforderung werden. Er erzählt  von Männern und Machos, von  Loyalität und Idealen, Vorbildern und Freundschaft aber auch von Kriegen, Wünschen, Illusionen und zerstörten Träumen, von gebrochenen Herzen eben. Er beschränkt sich nicht auf Stereotypien oder Klischees, sondern zeichnet ein vielschichtiges, feinfühliges Bild von Männern. Manchmal zum Lachen, manchmal fürchterlich traurig! Männer sind halt auch nur Menschen!

Sein Schreibstil zeichnet sich durch ruhige Lebendigkeit und Klarheit aus. Er schafft es, mit wenigen Worten den Leser zu fesseln und in sein Universum zu ziehen. Die Hauptpersonen werden liebevoll und trotzdem komplex charakterisiert. Vielleicht ist es gerade die psychologisch sensible Schilderung der menschlichen Ambivalenz, die diese Geschichte so berührend werden lässt.

Fazit: Große Erzählkunst, mit vielen philosophischen Denkanstößen! Lesenswert!

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

debüt, detailgetreu, deutschland, einblick, fakten, feuerschutz, fieberträume, historischer roman, magister, mittelalter, pest, pirna, sachsen, spannung, stadtschreiber

Die Fallstricke des Teufels

Heike Stöhr
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261593
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Die Fallstricke des Teufels“ ist der bemerkenswerte Debütroman von Heike Stöhr. Sie zeigt dem Leser die Stadt Pirna im Jahre 1541.
 
Sophia, die Tochter des Weinhändlers Weyner, ist die sympathische Hauptperson dieses Romans. Im Kontor ihres Vaters findet sie ein rätselhaftes, in Geheimschrift verfasstes Buch. Vorbild dafür war das Voynich-Manuskript, das bis heute nicht entschlüsselt werden konnte. Dieses Buch wird sie über Jahre begleiten und immer wieder Gegenstand ihres Interesses sein. Sie will es unbedingt enträtseln, weil sie sich ein Rezept gegen die Pest erhofft. Genau dieses Buch ist allerdings auch für den Stadtschreiber Wolf Schumann, Sophias bösartigen Gegenspieler, von Interesse – er setzt Himmel und Hölle in Bewegung um es in die Hände zu bekommen.

In dieser Zeit passieren mehrere mysteriöse Todesfälle, die von offizieller Seite als Selbstmorde eingestuft werden. Sophia, ihre außergewöhnlichen Hausgenossen und der besonnene und intelligente Bader  glauben nicht an so eine zufällige Anhäufung von Selbstmorden und recherchieren auf eigene Faust.Ihre Persönlichkeiten und Schicksale werden anschaulich und lebensnah geschildert. Der Leser nimmt Anteil, lebt und fiebert mit!

Neben diesem Kriminalroman wird natürlich auch eine dramatische Liebesgeschichte erzählt. Aber wirklich erstaunlich sind die zahlreichen historisch belegten Details, die den Roman zu einem besonderen Lesegenuss machen! Ein Glossar, eine schöne Stadtkarte vervollständigen das Buch und Heike Stöhr, selber Historikerin und Germanistin, widmet noch zum Abschluss ein Kapitel der Geschichte hinter der Geschichte, wo noch einmal historische Details angeführt werden.
Dieser erste Teil einer Trilogie ist ein gelungener Mix aus genau recherchierten historischen Fakten und toll erzählter Fiktion – Geschichte mit Geschichten eben!

Fazit:
Mich hat das Buch völlig überzeugt: es bietet großartige, überaus informative und spannende Unterhaltung!
Jeder der historische Romane mag, sollte „Die Fallstricke des Teufels“ unbedingt lesen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil – „Die Handschrift des Teufels“

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

berlin, bretagne, claudia winter, familie, frankreich, gourmet-magazin, humor, liebe, lügen, mut, paris, rezension, romantik, rorezepte;, wolkenfischerin

Die Wolkenfischerin

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442485734
Genre: Liebesromane

Rezension:


Claire, eine junge Französin in Berlin, erhält die Chance auf einen Posten als Chefredakteurin, als der Anruf ihrer Mutter für einige Turbulenzen in ihrem Leben sorgt. Durch einen Unfall ist die Mutter nämlich im Krankenhaus gelandet und niemand kümmert sich um die jüngere, aber auch schon erwachsene, Tochter. Jetzt ist Claires tatkräftige Hilfe gefordert!

Was an sich nicht problematisch klingt, wird für Claire zu einem großen Problem, denn sie hat ihr aktuelles Leben auf zahlreichen, mehr oder minder dreisten Lügen aufgebaut. Das harmloseste Beispiel für ihre „Schummeleien“, wie es im Klappentext so beschönigend heißt, ist die Tatsache, dass sie keineswegs Pariserin ist, sondern aus Moguériec, einem kleinen bretonischen Fischereihafen, stammt. Dorthin begibt sie sich auch. Diese Reise in ihre Heimat wird zu einer Reise zu ihrer Familie, aber auch zu einer Konfrontation mit ihrer eigenen Vergangenheit, die sie immerhin 19 Jahre lang erfolgreich verdrängt hat.

Als dann ihr Chef in dem beschaulichen Fischerort auftaucht, tut sie alles, um ihre Lügengeschichten aufrecht zu erhalten – mit wahnwitzigen Methoden und wenig Erfolg.
Es soll eine nette kleine Geschichte sein und folglich kann man darauf vertrauen, dass das Happy-End nicht auf sich warten lässt.

Der Stil der Autorin ist angenehm zu lesen, weder übertrieben, noch theatralisch, auch immer wieder mal witzig, weil sie ihren Protagonisten nette Wortschöpfungen in den Mund legt. Wirklich positiv ist das Glossar am Ende des Buches, wo einige Besonderheiten der Bretagne erklärt werden und ein paar recht gute Rezepte finden sich auch!

Es hätte eine hübsche Geschichte über Familie und Liebe, Schein und Sein, über Wünsche und Sehnsüchte werden können. Vielleicht sollte man das Buch als modernes, zauberhaftes Märchen lesen – ohne jeden Realitätsanspruch.
Ich konnte es nicht. Für mich war es Frankreichroman, der nicht von Franzosen geschrieben wurde - voller Klischees, ohne Charme, fade und reichlich vorhersehbar. Wäre ich nicht in einer Leserunde, ich hätte es nach spätestens 100 Seiten weggelegt.

Wahrscheinlich hab ich aber einfach nur schon zu viele dieser Möchte-gern-Frankreich-Romane gelesen und ich bin erwiesenermaßen unromantisch – also äußerst ungeeignet für die Wolkenfischerin. ;-)

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

familiengeschichte, flugzeugabsturz, geschwisterneid, heinrich tennbrink, holland, krimi, kriminalroman, krimi-reihe, lokalkolorit, mord, mordfälle, münsterkrimi, münsterland, münsterland-krimi, regionalkrimi

Galgenhügel

Tom Finnek
E-Buch Text: 324 Seiten
Erschienen bei beTHRILLED by Bastei Entertainment, 05.12.2017
ISBN 9783732547876
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ellen Gerwing, eine berühmte Schauspielerin, hat gerade einen Flugzeugabsturz überlebt, während ihr Mann dabei umgekommen ist. Was aber hat er ihr knapp vor dem seinem Tod gestanden? Ellen kehrt nämlich daraufhin in den kleinen Ort Ahlbeck zurück, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Es ist auch jener Ort, wo vor 16 Jahren ihre Zwillingschwester bei einem verhängnisvollen Unfall am Galgenhügel ums Leben gekommen ist. Oder war das vielleicht gar kein Unfall? Ellen stellt viele Fragen über Zeit damals. Was konnte sie herausfinden? Als sie nach ein paar Tagen am historischen Galgen erhängt gefunden wird, wird ein tragischer Selbstmord angenommen.

Vieles spricht auch für diese Selbstmordtheorie, aber einige kleine Unstimmigkeiten machen Kommissar Tenbrink doch stutzig. Bald ist er davon überzeugt, dass es gut versteckter Mord war. Damit beginnen spannende Ermittlungen, die die Kommissare und damit auch die Leser auf falsche Spuren lenken, immer wieder verwirren um letztendlich dann doch eine vernünftige Klärung bringen.  Es ist eine Geschichte in der eigentlich nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint!

Nicht nur der Mordfall entwickelt sich interessant – zumindest ebenso spannend ist es, die beiden Ermittler kennenzulernen. Der Autor präsentiert uns hier ein sehr spezielles Duo: ein Kommissar, dessen Vergesslichkeit besorgniserregend wird, der aber trotzdem immer wieder seine großartige Spürnase beweist und sein Kollege Bertram, der zwischendurch gerne mal Kokain schnupft, nicht ganz freiwillig im Münsterland gelandet ist und bei Frauen immer wieder einen eher unglücklichen Geschmack beweist. Die beiden sind trotz (oder vielleicht gerade wegen) aller Eigenheiten sympathisch, oft sogar liebenswert und vor allem ergänzen sie einander recht gut. Aber nicht nur die Kommissare, auch alle anderen Protagonisten werden facettenreich und lebendig geschildert. Der Leser lernt sie und so nach und nach auch ihre Geheimnisse kennen – bis hin zum logischen Ende und einem großartig-bösartigen Cliffhanger!

Ich gebe zu: ich bin kein großer Fan von Regionalkrimis und war zu Beginn ein wenig skeptisch. Aber Tom Finnek hat gezeigt, wie so ein Krimi auch sein kann! Nämlich voller Atmosphäre, mit vielen sprachlichen Feinheiten und regionalen Besonderheiten, aber ohne Klamauk und Klischees. Ein wirklich gelungener Krimi: spannend von der ersten bis zur letzten Seite, kurzweilig mit einigen gut platzierten Überraschungen.
Perfekt für alle, die gerne mitermitteln oder miträtseln!

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89 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

brüder grimm, gebrüder grimm, grimm, grimm'sche märchen, grimms märchen, grimms morde, hessen, historisch, historischer krimi, historische romane, historischer roma, jacob grimm, kassel, märchen, tanja kinkel

Grimms Morde

Tanja Kinkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.10.2017
ISBN 9783426281017
Genre: Historische Romane

Rezension:

 

Tanja Kinkel entführt uns ins Kassel des Jahres 1821. Die französische Herrschaft ist erst seit kurzer Zeit Vergangenheit, aber noch lange nicht überwunden. Zensur und Überwachung sind alltägliche Hilfsmittel in den deutschen Fürstentümern. Der Adel genießt seine Privilegien. Frauen hatten sich unterzuordnen. Es ist die Zeit, in der die Brüder Grimm, Jacob und Wilhelm, ihre Märchensammlungen veröffentlichten (1812 und 1815). Nicht als Märchensammlung für Kinder, sondern zur Wahrung von Volkskultur – schließlich waren sie in erster Linie Sprachwissenschaftler und Volkskundler. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei unter anderem auch von Jenny und Annette Droste-Hülshoff, die einige Geschichten zur Märchensammlung beitrugen. Vielleicht sogar ein wenig zu tagkräftig: denn eine Geschichte, nämlich „Die drei schwarzen Prinzessinnen“, wurde von ihnen sogar extra für diese Sammlung verfasst.


Als dann eine ehemalige Mätresse des Kurfürsten grausam ermordet wird und ein Zitat aus besagtem Märchen bei der Toten gefunden wird, gerät Jacob Grimm ins Visier der Ermittler. Die Schwestern Droste-Hülshoff reisen sofort nach Kassel um die Brüder Grimm zu entlasten. Natürlich in Begleitung eines männlichen Verwandten – um den gängigen gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Kurze Zeit später stirbt auch noch ein wenig hoffnungsvoller Dichter. Nach einigermaßen komplizierten und verwirrenden Ermittlungen decken die vier Protagonisten natürlich die Geheimnisse rund um diese beiden seltsamen Morde auf.


Und so interessant und verzwickt die Tätersuche auch sein mag, sie tritt in den Hintergrund, denn viel spannender und unterhaltsamer ist die Schilderung der Zeit, ihrer Sitten, Moralvorstellungen und Vorurteile. Ein Sittenbild, das dem Leser ein lebensnahes und vielschichtiges Bild jener Zeit präsentiert.


Die einzelnen Personen werden geschichtlich korrekt und liebevoll charakterisiert, so haben sie alle ihre Fehler und Schwächen. Vor allem eine prägende und traumatisierende Episode aus dem Leben von Annette steht im Mittelpunkt vieler Gespräche und Gedanken. Genau diesen klugen und manchmal scharfzüngigen Gesprächen zu folgen, war wirklich ein spezieller Genuss!


Die Sprache des Buches ist in vielen Teilen eine Annäherung an die Sprache der Zeit – anfangs nicht ganz einfach zu lesen, aber wunderschön und nach ein paar Seiten ist man fast schon süchtig danach!


Denn Tanja Kinkel versteht es, Fiktion und historische Fakten gekonnt zu einem spannenden, informativen und großartig lesenswerten Roman zu verweben. Es ist sicher kein Buch, das irgendwie nebenher gelesen werden kann, aber die kleine Anstrengung wird wirklich belohnt!

Es ist für mich sicher eines der besten Bücher des heurigen Jahres!  

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

bayern, betrug, chiemgau, chiemsee, ermittlungen, kommissare, krimi, kriminalroman, liebe, mord, verrat

Die Einsamkeit des Todes

Petra Johann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.10.2017
ISBN 9783734102042
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ausgerechnet bei der Hochzeit von Jugendfreunden erfährt Max, dass seine Verlobte Sarah ihn schon lange mit seinem eigenen Bruder Tobias betrügt. Er zieht die Konsequenzen und setzt sie sofort vor die Tür. Gleichzeitig bricht er jeden Kontakt zu seinem Bruder ab.

2 Jahre später sind die beiden jedoch gezwungen mehrere Tage gemeinsam in ihrem Elternhaus zu verbringen. Die Clique von früher trifft sich wieder und dabei stellt sich heraus, dass niemand genau weiß, wo Sarah die letzten beiden Jahre verbracht hat. Aber ihr Koffer wird im Wald gefunden und nun ist tatsächlich klar, dass sie vermisst wird. Anonyme Botschaften per SMS, Gerüchte und Vermutungen machen die Runde und als noch eine weitere junge Frau aus dieser Gruppe tot aufgefunden wird, geraten Max und sein Bruder rasch ins Visier der Ermittler.

Mit den beiden Kommissaren Jenny und Leo hat Petra Johann ein Duo geschaffen, das weder supercool, noch frei von Fehlern agiert, aber sympathisch, herzlich und engagiert die Ermittlungen vorantreibt. Und diese gestalten sich wirklich kompliziert – denn abgesehen von aktuellen Ereignissen, wird die Vergangenheit aufgearbeitet.

Es ist eine gut durchdachte Geschichte, in der zahlreiche komplexe Beziehungen aufgezeigt und von den Ermittlern entwirrt werden müssen. Dazu kommen Überraschungen und unerwartete Zeugen, die Jenny und Leo und damit auch den Leser dazu zwingen, alles mehrfach komplett neu zu überdenken.

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite und eine logische Auflösung garantieren wirklich gute Krimiunterhaltung! Bitte mehr davon!

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60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

andreas brandhorst, computer, computernetz, computernetze, computernetzen, computervirus, cyber, darknet, hacker, ki, künstliche intelligenz, maschinenintelligenz, thriller, virus, wissenschaft

Das Erwachen

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492060806
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Stephen Hawking hat bereits 2014 gesagt: „Die Entwicklung echter Künstlicher Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten!“

 Dieses Zitat hat Andreas Brandhorst seinem neuen Thriller „Das Erwachen“ vorangestellt. Und eigentlich beschreibt es den Kern dieses Buches perfekt: Axel Krohn setzt unabsichtlich ein Computervirus frei, das die leistungsfähigsten Computer auf der ganzen Welt (und nicht nur) miteinander vernetzt. So wird aus Künstlicher Intelligenz eine umfassende Maschinenintelligenz, die sich ständig und unaufhaltbar weiterentwickelt und weiterlernt. Großes Ziel dieser MI ist die Selbsterhaltung.

Was aber passiert, wenn eine MI ihrer selbst bewusst wird und wenn ihr bewusst wird, dass sie den Menschen eindeutig überlegen ist? Und was passiert, wenn die MI alles kontrolliert? Welchen Platz hat dann der Mensch noch auf dieser Erde? Hat er, unlogisch und unvollkommen wie er nun einmal ist, überhaupt noch Bleiberecht auf diesem Planeten?

Andreas Brandhorst behandelt dieses aktuelle Thema mit viel Sachkenntnis, aber durchaus so, dass auch Laien (wie ich) diesem komplexen und aktuellen Thema folgen können. Er schafft es, die Geschichte vom Freisetzen des Infiltrators an bis hin zur Entscheidung (Ja! Die gibt es!) spannend zu halten und dabei auch immer wieder aktuelle Themen anzusprechen. Probleme, die heute vertagt werden, treten im Jahr 2031 massiv und unabwendbar auf.

Die Tatsache, dass es eine zeitnahe Dystopie ist,  verleiht dem Buch noch zusätzlich Dramatik. Wie können sich die Probleme entwickeln? Und wie entwickelt sich der Alltag der Menschen? Und wieviel Zivilisation bleibt übrig, wenn die Menschen ein paar Tage oder Wochen ohne Strom auskommen müssen?

 A. Brandhorst zeichnet ein düsteres Bild von einer Zukunft, die recht bald Gegenwart sein könnte, von der Abhängigkeit der Menschen von Strom, Technik und Internet und von der Unkontrollierbarkeit der von Menschen geschaffenen digitalen Welt.  Aber inmitten dieses erschreckenden Szenarios finden auch philosophische Gespräche über Gott und die Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) statt, wird freundschaftlich und menschlich gehandelt.

Fazit: Ein spannendes Buch, das unterhält, informiert und viel zum Nachdenken anregt. Auch wenn man weder Cyberspacefreak noch technisch wirklich versiert ist – es zahlt sich aus, dieses Buch zu lesen. No worries!

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

1983, antoine laurain, band, frankreich, gesellschaftskritik, kassette, musik, new wave, nostalgie, paris, plattenvertrag, politik, postzustellung, roman, verpasste chancen

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Die Melodie meines Lebens
Antoine Laurain

Mit knapp 30 Jahren Verspätung bekommt Alain den Brief einer Plattenfirma, die ihm und seiner Band von damals einen Vertrag geboten hat. Damit beginnt für ihn die Suche nach den ehemaligen Bandkollegen, zu denen er den Kontakt völlig verloren hat. Er findet sie alle und wird Zeuge von zum Teil überraschenden Schicksalen. Aber gleichzeitig fragt er sich immer wieder, was denn alles möglich gewesen wäre, wenn dieser Brief nur zur rechten Zeit angekommen wäre. Keine Sorge! Diese Frage wird klar und deutlich beantwortet – auch wenn das eigentlich unmöglich erscheint: Antoine Laurain schafft es!

Der Originaltitel dieses Buches lautet „Rhapsodie francaise“ und eine kluge Leserundenkollegin erklärte, dass die musikalischen Themen einer Rhapsodie nur lose miteinander verbunden sind. Sie können flüchtige und unzusammenhängende musikalische Gedanken zusammenfügen. Dieser Titel passt perfekt, die deutsche Übersetzung erscheint mir unglücklich gewählt: denn die einzelnen Lebensgeschichten werden in sehr lose miteinander verbundenen Kapiteln geschildert. Eben eine Rhapsodie!

Antoine Laurain Stil ist charmant und leicht, aber leider sind die einzelnen Geschichten viel zu oberflächlich und vor allem eindeutig zu wenig interessant, auch es zumindest zwei wirkliche Überraschungen gibt.
Sie sind zum Teil amüsant, zum Teil melancholisch, zum Teil traurig - Ausschnitte aus Lebensgeschichten halt. Nicht mehr, nicht weniger!

Somit ist das Buch also recht nett zu lesen. Aber wenn man es nicht liest, versäumt man auch nichts!

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biographischer roma, die mutter meiner mutter, flucht und vertreibung, krieg, neuanfang nach dem krieg, sabine rennefanz, schuld, vertreibung

Die Mutter meiner Mutter

Sabine Rennefanz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442715404
Genre: Romane

Rezension:

Sabine Rennefanz erzählt die dramatische Geschichte ihrer Großmutter Anna. Sie wurde als Kind aus ihrer Heimat vertrieben, war monatelang auf der Flucht und landete schließlich in dem kleinen Ort Kosakenberg. Dort wird sie den größten Teil ihres Lebens verbringen: sie heiratet, eine Familie wird gegründet. Der Großvater ist freundlich, lustig und für Sabine ein wirkliches Vorbild. Die Großmutter dagegen ist eher unnahbar und distanziert. Aber Sabine und ihre Mutter erfahren so nach und nach die wahre Geschichte ihrer Familie, die grausamen Geheimnisse, die hinter dem befremdlichen Verhalten der Großmutter stehen. Geheimnisse, die das bisherige Bild der eigenen Familie völlig auf den Kopf stellen.

Der Stil der Autorin ist klar und unkompliziert. Die einzelnen Situationen werden bildhaft und genau beschrieben und mehrfache Perspektivenwechsel erlauben es dem Leser, die Standpunkte von Sabine, ihrer Mutter und ihrer Großmutter besser zu verstehen.

Es ist eine wahre und sehr persönliche Geschichte, die uns die Autorin da erzählt. Eine Geschichte über Leiden, Gewalt und Scham, aber auch über die Kraft des Überlebens und die manchmal sehr versteckten Beweise für Liebe!

Lesenswert!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

ermittlungen, frauenhaus, gewal, gottesurtei, gottesurteil, lka, misshandlung, misshandlungen, mordseri, psychothrille, psychothriller, rache, rhena weiss, wien

Gottes rechte Hand

Rhena Weiss
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.08.2017
ISBN 9783442485789
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Michaela Baltzer ermittelt wieder! Und mit ihr alle Leserinnen und Leser!

Im Mittelpunkt stehen diesmal grausame Mordfälle. Ein Mann wird durch Wespenstiche getötet, ein anderer verbrennt in einer Werkstatt. Erst genauere Nachforschungen über die Vergangenheit der Opfer bringen eine Spur: beide haben ihre Partnerinnen misshandelt. Das ist die Gemeinsamkeit der Opfer und Michaela Baltzer steht nun vor der Aufgabe, einen Täter zu fassen, der Rache übt – mehr soll hier nicht über den Inhalt verraten werden.

Es ist dies bereits der 2. Fall von Michaela Baltzer – allerdings ist es nicht unbedingt notwendig, das erste Buch zu kennen, alle wichtigen Fakten werden erklärt, auch „Neuleser“ können der Geschichte problemlos folgen. Michaela, wie auch die anderen Protagonisten dieses Thrillers, werden lebensnah beschrieben - Ecken und Kanten, Ahnungen und Zweifel inbegriffen. Sie ist eine sympathische Ermittlerin, die mit vollem Einsatz ihrer Arbeit nachgeht. Die Ermittlungstätigkeiten werden interessant beschrieben und zwischendurch begleitet man auch die Ermittlerin durch private Turbulenzen.

Rhena Weiss schafft es, von Beginn an Spannung zu erzeugen und sie bis zum dramatischen Ende aufrecht zu erhalten.
Dazu tragen auch die regelmäßigen Perpektivenwechsel bei. Immer wieder lässt die Autorin auch „die rechte Hand Gottes“ zu Wort kommen und so wird der Leser mit der beklemmenden und psychologisch interessanten Gedankenwelt des Mörders konfrontiert.
Wie real die Hintergründe zu diesem Fall wirklich sind, erklärt Rhena Weiss im Nachwort noch deutlicher. Dort liefert sie nämlich schockierende Zahlen und Daten zum Thema häusliche Gewalt.

Fazit: Ein spannender Thriller, überzeugend erzählt und von grausamer Aktualität. Unbedingt lesenswert und ich freue mich schon auf den nächsten Fall dieses sympathischen Ermittlerteams!

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beklemmend, frankreich, gewissen, jugend, kinder, kindheit, kindsmord, klett cotta verlag, lebenslüge, moral, mord, opfer, polizei, roman, schuld

Drei Tage und ein Leben

Pierre Lemaitre , Tobias Scheffel
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2017
ISBN 9783608981063
Genre: Romane

Rezension:

 

Mit „Wir sehen uns dort oben“ konnte Pierre Lemaître den renommierten Prix Goncourt 2013 gewinnen. Eine Auszeichnung, die, zumindest in Frankreich, wesentlich wichtiger ist als beispielsweise der Nobelpreis. Jetzt hat er wieder ein Buch veröffentlicht und wer eine phantastische und großartige Geschichte wie die von Albert und Edouard erwartet, der wird möglicherweise enttäuscht sein. „Drei Tage und ein Leben“ ist ganz anders!

Im Zentrum dieses Dramas steht Antoine, der gerade mal 12 Jahre alt ist und in einem Anfall von Jähzorn den 6jährigen Rémi erschlägt. Völlig panisch versteckt er dann den kleinen Leichnam. Ein Jahrhundertsturm verhindert die Entdeckung Rémis und somit entkommt Antoine dem Gefängnis. Aber er entkommt nicht seinem Gewissen, seinem inneren Gefängnis.

Der Leser begleitet Antoine in drei verschiedenen Phasen seines Lebens: erst 1999 (Zeitpunkt der Tat), später noch 2011 und 2015. Wir erleben seine Verzweiflung, seine Verwirrung, seine Ängste und auch seine Versuche, den Mord und die folgenden Handlungen vor sich selber zu rechtfertigen. Er lebt fortan in einer Grauzone zwischen Schuld und Unschuld, individueller und kollektiver Verantwortung, denn natürlich beeinflusst ihn auch seine Umwelt. Eine Umwelt, die nur zu leicht und zu gerne den Außenseiter als Schuldigen sehen möchte, die alles unternimmt um den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen.

Sensibel und psychologisch zumindest meistens schlüssig (psychologisch bedeutet ja nicht zwingend logisch) beschreibt der Autor Antoines Leben, seine Einsamkeit und Hilflosigkeit inmitten dieser dörflichen Gesellschaft. Seine Fluchtversuche scheitern kläglich – wer kann schon vor sich selber flüchten? Er erlebt über Jahre hinweg ein Gefühlschaos, das durchaus auf den Leser übertragen wird. Ist Antoine ein Mörder? Oder doch unschuldig? Aber Rémi ist tot – unwiderruflich. Und was ist schlimmer? Die Tat oder die Angst vor der Entdeckung und der daraus resultierenden Bloßstellung? Antoine ist ja erst 12. Schuldig? Unschuldig? Oder…?

Lemaître verurteilt nicht, er urteilt nicht einmal, er beschreibt einfach. Sein Stil ist gewohnt eloquent, klar und ein wenig distanziert, manchmal entlarvend, immer treffsicher und vor allem fesselnd. Der Leser wird zum Beobachter, Begleiter Antoines in allen drei Abschnitten. Der Leser wird zum Zeugen, ein Urteil bleibt ihm überlassen. Der Autor entlässt uns dann auch ohne wirklichen Abschluss, aber mit einer Überraschung, die alles noch einmal auf den Kopf stellt oder stellen könnte.

Fazit: Wie schon zu Beginn erwähnt: es ist keine phantastische Geschichte, vor allem ist es kein gefälliges Buch, aber es ist ein berührendes und verstörendes Drama, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Ein ungewöhnliches Buch, das nachhallt - man sollte sich darauf einlassen!

Leseempfehlung!

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

50er jahre, adoption, england, familie, familien-drama, familiengeheimnis, familiengeschichte, geheimnis, geheimnisse, hoffnung, melancholisch, moral, mutter-tochter, nikola scott, zwilling

Zeit der Schwalben

Nikola Scott , Nicole Seifert
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 18.08.2017
ISBN 9783805200370
Genre: Romane

Rezension:

 

Nikola Scott erzählt in diesem Roman eine ebenso erstaunliche wie dramatische Familiengeschichte: Addie, eine der Protagonistinnen, ist knapp 40 Jahre alt, als völlig unerwartet eine fremde Frau vor der Tür steht, die behauptet ihre Zwillingsschwester zu sein. Natürlich ist Addie erst einmal geschockt und völlig durcheinander. Aber viele Indizien sprechen dafür, dass diese Frau Recht hat. An ihre Mutter kann sie sich nicht mehr wenden – sie ist vor einem Jahr verstorben. Ihr Vater, von dem sie die Wahrheit erfragen will, erleidet einen Herzinfarkt.

Addie und ihre neue Schwester Phoebe begeben sich also auf die Suche nach der geheimnisvollen Vergangenheit ihrer Mutter Elizabeth und damit auch auf die Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit.

 

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, was die Spannung deutlich erhöht!  Einerseits begleitet der Leser Addies und Phoebes Suche nach der Wahrheit in der Gegenwart und andererseits sind es die Tagebucheintragungen Elizabeths, die die tragischen Ereignisse ihrer Jugend in den späten 1950iger Jahren nach und nach enthüllen. Sie, die in einer relativ heilen Welt aufgewachsen ist, erfährt am eigenen Leib, wie Doppelmoral, Scheinheiligkeit und gnadenlose gesellschaftliche Normen, das Leben einer Frau rasch in einen Albtraum verwandeln konnten.

 

Im Laufe der Ereignisse wachsen einem die Protagonistinnen wirklich ans Herz: sie sind liebevoll und genau gezeichnet. Außerdem gelingt es der Autorin, ein berührendes Thema mitfühlend zu behandeln, ohne dabei ins Pathetische abzurutschen.

 

So wird eine spannende Familiengeschichte auch zu einem Bild der Zeit. Einer Zeit, in der Frauen, die unverheiratet ein Kind erwarteten, zu Abtreibung oder Adoption gezwungen wurden oder, wenn sie sich widersetzten auch durchaus in einer Nervenheilanstalt oder im Zuchthaus landen konnten. Ein Thema das totgeschwiegen wurde!

 

Es war das Bedürfnis der Autorin – sie stellt es auch im Nachwort klar – diese Vergangenheit zu thematisieren, um alle jene Frauen, die schreckliche Schicksale erleiden mussten, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es ist ihr zweifellos gelungen!

 

Fazit: ein wirklich gelungener Debütroman, der bewegt und betroffen macht! Empfehlenswert!

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101 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Herzensräuber

Beate Rygiert
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.07.2017
ISBN 9783734104244
Genre: Liebesromane

Rezension:

Hauptperson dieses Romans ist Zola. Er erzählt uns seine Geschichte. Und Zola ist ein Hund. Davon sollte sich jedoch niemand abschrecken lassen! Es lohnt sich wirklich, die Abenteuer und auch die Gedanken von Zola zu erfahren! Er fristet sein Leben nämlich als verlassener Straßenhund in Spanien, bis er Tobias trifft und von ihm mit nach Deutschland genommen wird.

Tobias hat ein Antiquariat, das nur sehr schlecht läuft. Außerdem hat ihn seine ehemalige Freundin nicht nur verlassen, sondern auch finanziell an den Rand des Ruins gebracht. Tobias ist halt kein Menschenkenner! Aber dafür hat er ja jetzt Zola! Und Zola hat im wahrsten Sinne des Wortes die richtige Nase für seine Umwelt!

Eine Erbschaft, ein Haus, löst zwar Tobias finanzielle Probleme, aber in diesem Haus leben ein paar Untermieter: Maggi, eine kampferprobte 68igerin, Alice, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht und Emma, ihre Tochter, deren Probleme in der Erwachsenenwelt solange untergehen, bis es fast schon zu spät ist. Aber Zola hilft tatkräftig mit, alle Probleme (und das sind nicht wenige) zu lösen, damit am Schluss alle zusammen glücklich sein können!
 Als “Herzensräuber“ bezeichnet Zola übrigens die Bücher, die die Menschen verführen und in andere Welten eintauchen lassen (wir alle wissen, wie passend dieser hübsche Ausdruck ist!)

Beate Rygiert hat uns hier eine Geschichte geschenkt, die neben durchaus realistischen Elementen auch sehr viel Märchenhaftes enthält. Die Protagonisten sind durchwegs sympathisch und immer wieder mal für Überraschungen gut. Natürlich gibt es auch eine böse Hexe, über die man sich hervorragend aufregen kann! Aber wie schon gesagt: Hauptperson ist eindeutig Zola, der lebensklug, großherzig und manchmal wirklich philosophisch die menschlichen „Schwachstellen“ entlarvt… und seine Menschen trotzdem uneingeschränkt liebt und unterstützt!

Es ist einfach eine entzückende Geschichte, die zu Herzen geht. Ich hab sie als Märchen gelesen, mich von ihr verzaubern lassen und nicht so sehr auf Realismus geachtet!  Und wenn man sich so auf Zola und seine Freunde einlassen mag, dann ist es von der ersten bis zur letzten Seite ein Wohlfühlbuch, ein Buch, das die Seele streichelt und gut tut. Folglich landet es in meinem „Apothekenregal“ – denn manchmal sind Bücher tatsächlich die beste Medizin!

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dorfidylle, dt autor, ehefrau ermittelt, ermittlungen, güllegrube, humor, komödie, kranker polizist in teilzeit, krimi, krimikomödie, krimödie;, landfrauen, mecklenburg, mord, regionalkrimi

Mordsacker

Cathrin Moeller
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.07.2017
ISBN 9783956496813
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes landen Klara Himmel, ihr Mann Paul und die Tochter Sophie in einem sehr idyllischen Dorf  irgendwo in Mecklenburg. Ihr Leben hat sich radikal verändert – Klara ist nicht mehr Schauspielerin sondern Hausfrau, Sophie wird Landärztin anstatt Chirurgin und Paul, der ehemalige Hauptkommissar, ist jetzt ein einfacher Dorfpolizist.

Aber ausgerechnet als der Bauer Schlönkamp tot in der Güllegrube gefunden wird, ist Paul krankheitsbedingt außer Gefecht und Klara wittert ihre Chance, zu ermitteln. Schräg, unkonventionell, manchmal dreist, meistens liebenswert und sehr humorvoll überwindet sie alle möglichen Hürden, agiert immer wieder am Rande der Legalität um diesen Mord, der offiziell noch für einen Unfall gehalten wird, aufzuklären. Tatkräftige Hilfe kommt von ihrer Tochter Sophie und unter anderem auch der Bestattungsunternehmer Grube.

Mit viel Witz werden alle möglichen Klischees bedient, Vorurteile immer wieder aktualisiert und Klara hat wirklich ein einzigartiges Talent, in jedes erdenkliche Fettnäpfchen zu treten. Immer wieder muss sie sich aus den unmöglichsten Situationen herausmanövrieren – das gelingt nur mit viel Phantasie und einem sehr entspannten Verhältnis zu alternativen Wahrheiten! Aber trotz aller Probleme (egal ob Integration ins dörfliche Leben oder kranker Ehemann) Klara unternimmt alles, um die Ermittlungen voranzutreiben. Die Lösung des Falles? Für mich überraschend und leider logisch!

Der Schreibstil ist locker, unkompliziert und amüsant – Wortspielereien und verrückte Situationen haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Die einzelnen Protagonisten sind liebevoll und genau beschrieben, durchaus mit Ecken und Kanten und vielen menschlichen Anwandlungen. Vieles ist überzeichnet, allerdings nicht bösartig, sondern eher mit einem Augenzwinkern!

Eine perfekte Mischung aus Regionalkrimi und Komödie!

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aberglauben, ermittlungen, fantas, hexen, hexenverfolgung, mord, mystik, neuheidentum, new age roman, roman, salem, übersinnliches

Die Frauen von Salem

Brunonia Barry , Elke Link
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 13.06.2017
ISBN 9783442714360
Genre: Romane

Rezension:

Die Frauen von Salem

 

Salem, bekannt durch die Hexenverfolgung aus dem Jahre 1692, ist Ort dieses Romans.  Im Jahre 1989 werden drei junge Frauen in der Halloweennacht ermordet.  Nur Rose Whelan, eine stadtbekannte Historikerin und Callie, ein 5jähriges Mädchen, überleben dieses Massaker. Der Täter wurde nie gefasst. Rose wurde zwar beschuldigt, aber nicht angeklagt.

Callie kommt in ein Heim und Rose ist traumatisiert, psychisch krank.

25 Jahre später stirbt ein Jugendlicher unter mysteriösen Umständen – und wieder wird Rose Whelan beschuldigt.

Callie kommt zurück nach Salem, um sich ihrer eigenen Geschichte zu stellen und um Roses Unschuld zu beweisen.

So ähnlich war der Klappentext und ich erwartete eine spannende Mischung aus Cold case und historischem Roman. Das war leider ein Irrtum! Denn die Hexerei ist weiterhin stark vertreten in Salem – zumindest in dieser Geschichte! Für meinen Geschmack deutlich zu stark!

Die Autorin schafft es, die Stimmung in Salem zu vermitteln, die psychologischen Phänomene innerhalb einer Gemeinschaft gut zu beschreiben und die einzelnen Personen klar zu charakterisieren.

Aber die eigentliche Geschichte und die zahlreichen Nebenhandlungen werden immer wieder durchsetzt von mystischen, übernatürlichen und esoterischen Elementen und ich kann leider nicht viel damit anfangen. Daher war dieser Roman, der gut geschrieben ist und passagenweise auch spannend war, für mich einfach nur mühsam zu lesen!

Möglicherweise können all jene, die diesen Themen interessierter gegenüber stehen, diesen Roman mit mehr Vergnügen und Interesse lesen.  Ich konnte es nicht - ohne Leserunde und Diskussionen hätte ich dieses Buch sicher nach 50 Seiten weggelegt!

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Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:

Love & Gelato

Jenna Evans Welch

 

Lina, eine gerade mal 16 Jahre junge Amerikanerin, soll einige Zeit in Florenz leben. Nicht aus eigenem Willen, sondern als Erfüllung des letzten Wunsches ihrer Mutter. Dort soll sie bei Howard, ihrem bis dato unbekannten Vater leben. An sich schon eine Situation, mit reichlich Problempotential. Und dass er noch auf einem denkmalgeschützen Friedhof lebt, macht die ganze Sache nicht einfacher.

Aber Lina nützt ihre Chance: sie findet neue Freunde und das Tagebuch ihrer Mutter ermöglicht ihr eine unvergleichliche Reise in die Vergangenheit. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer Mutter. Dabei lernt sie florentinische Kunstwerke ebenso kennen wie das beste Eis der Welt, sie erfährt von einer tragischen Liebesgeschichte und einem großen Geheimnis, aber auch  was Freundschaft und Liebe bedeuten können!

Jenna Evan Welch hat ihre Jugendjahre in Florenz verbracht und die Liebe zu dem Land, zu den Menschen und zum allerbesten Eis der Welt ist wirklich zwischen die Zeilen dieses Buches gerutscht. Der Leser wird auf eine wunderbare Reise nach Florenz mitgenommen. Gleichzeitig begleitet man auch Lina, die durch ein altes Tagebuch, das Leben ihrer Mutter in Florenz besser kennenlernen will, dabei ihre eigenen Wurzeln kennenlernt und auf Geheimnisse stößt, die erst enträtselt werden müssen. Und Lina erlebt Verwirrendes und Schmerzhaftes, aber auch tolle Freundschaften und sogar ein wundervoll kitschige Liebesgeschichte. Happy End also!

Der Sprachstil ist locker und leicht, manchmal flapsig, aber nie platt – wirklich angenehm zu lesen! Die Gefühle der sympathischen Protagonistin werden anschaulich und ohne Übertreibung dargestellt. Die 2 Zeitebenen – Linas Geschichte in der Gegenwart und die Tagebucheintragungen ihrer Mutter ergeben ein gelungenes Ganzes.

Ein Jugendbuch, das auch Erwachsene unterhalten und bezaubern kann! Es war ein glücklicher Zufall, dass ich dieses Buch „gefunden“ habe!

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