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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

roman, auserirdische, dystopie, talkshow, die außerirdischen

Die Außerirdischen

Doron Rabinovici
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.08.2017
ISBN 9783518427613
Genre: Romane

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

literatur, verbrechen, freundschaft, mord, nachbarschaft

Babylon

Yasmina Reza , Frank Heibert , Hinrich Schmidt-Henkel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446256514
Genre: Romane

Rezension:


Laut Wikipedia ist Babylon anknüpfend an die jüdische und christliche Symbolik sowohl Ort des Exils (Gottesferne) als auch Sinnbild sündigen, verblendeten Lebenswandels sowie zugleich Stätte einer mysteriösen Erfahrung.

Letzteres trifft wohl auf Elisabeth zu, die uns hier an ihren Gedanken teilhaben lässt. Sie gibt ein Frühlingsfest und ist sehr nervös. Sie ist keine geübte Gastgeberin. Aber zu ihrem großen Erstaunen wird das Fest ein Erfolg. Die Gäste unterhalten sich blenden und genießen Speis und Trank. Bis im alkoholischen Übermut, das Ehepaar aus der Etage über ihnen in Streit gerät. Allerdings scheint dem niemand allzu viel Bedeutung beizumessen.  

Doch spät nachts läutet es an der Tür von Elisabeth und ihrem Mann. Jean-Lino, der Nachbar steht vor der Tür und behauptet, seine Frau erwürgt zu haben. Elisabeth ist mir Jean-Lino befreundet. Sie hört sich an, wie es dazu kam und ist schließlich bereit, ihm zu helfen, die Leiche zu transportieren. Doch das klappt nicht ungesehen... 

Yasmina Reza erzählt uns hier die Geschichte von Elisabeth. Ihre Vergangenheit wird uns in kleinen Erinnerungen rückblickend erzählt. Auch ihre Gedanken und Geistesblitze dürfen wir mitverfolgen. Manchmal sind ihre Gedankensprünge nicht ganz nachvollziehbar und manches hätte ich lieber nicht gewusst. Aber so funktionieren wohl unsere Gehirne. Manchmal fragen wir uns ja selbst, warum uns etwas genau in einem bestimmten Moment einfällt.

Hier unterbricht das den roten Faden der Geschichte fast zu oft und Vieles wird erzählt, das kaum einen Zusammenhang mit den Ereignissen erkennen lässt. Zu oft springt die Autorin von einer Idee oder Erinnerung zur nächsten. Insgesamt passiert ja nicht viel in diesem Buch. Es gibt ein Fest, alle trinken, dann wird jemand ermordet und es stellt sich die Frage, wie man damit umgehen soll.

Ich konnte Elisabeths Handeln nicht ganz nachvollziehen. Im Klappentext steht, sie hätten eine besondere Freundschaft. Dassehe ich auch so, besonders ist sie irgendwie, aber sehr weit reicht diese Freundschaft auch nicht. Immerhin sind die Nachbarn zum ersten Mal eingeladen und das auch nur, weil sie deren Stühle ausborgen wollte. Warum also macht sich Elisabeth schuldig, indem sie versucht, ein Verbrechen zu vertuschen? Ich bin daraus nicht wirklich schlau geworden und deshalb gibt es von mir auch nur drei Sterne. Das Buch liest sich nicht schlecht, stellenweise ist es sogar lustig, aber der Zusammenhalt fehlt mir etwas.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

tod, gespenster, trauer, gegenwartsliteratur, familie

Abschied für Anfänger

Anne Tyler , Christine Frick-Gerke
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.07.2012
ISBN 9783036956428
Genre: Romane

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

england, neid, leserunde, beste freunde, die party

Die Party

Elizabeth Day , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.09.2017
ISBN 9783832198671
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein kleiner Verhörraum in einem Vorort von London. Der Ich-Erzähler, Martin Gilmore, versucht die Fragen so nichtssagend wie möglich zu beantworten. Es gab wohl einen Vorfall auf der Party zum 40. Geburtstags seines besten Freundes Ben Fitzmaurice.

Ben und Martin lernten sich an der Burtenburry kennen. Eine fast Elite-Schule an die es Martin durch seine Intelligenz und seinen Ehrgeiz geschafft hatte. Er ist ein klassischer Außenseiter, sozial eher inkompetent und aus schwierigem Elternhaus. Sein Vater starb vor seiner Geburt und seine Mutter hat ihm wenig Liebe entgegengebracht. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dazuzugehören.Als er Ben das erste Mal trifft, betört ihn seine angeborene Dominanz, sein Selbstbewusstsein, das jenen inne wohnt, die sich nie etwas erkämpfen mussten und sein bezaubernder Charme. Ihm ist sofort klar, dass er ihn zum Freund gewinnen muss.

Erwachsen finden wir kaum Gemeinsamkeiten zwischen den beiden und schnell tritt die Frage in den Vordergrund, was die beiden wirklich verbindet. Die Autorin schafft es gekonnt, uns auf die Folter zu spannen. Geschickt streut sie uns Krümel, damit wir uns Seite um Seite immer mehr wundern, doch erraten hätte ich die Sache nie!Das Buch ist von Anfang an ein wahrer Pageturner. Der Protagonist ist zwar nicht so gezeichnet, dass ihm die Herzen zufliegen, aber wenn die Antipathie zu groß wird, lässt die Autorin immer wieder seine Frau zu Wort kommen, um uns ihre Sicht der Geschehnisse näher zu bringen und sie ist ein wahrer Schatz. Außerdem lockern die Zeitsprünge die Geschichte auf. Immer wieder gibt es Rückblenden in die Schulzeit, ihre Anfangsjahre im Berufsleben und ihre Ehejahre. 

Ben und Martin könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie bewegen sich in völlig verschiedenen Gesellschaftsschichten. Während Ben sich leichtfüssig mit der Superlative umgibt, versucht Martin beständig, das auch zu schaffen. Ihre Welt scheidet sich in zwei Gruppen: die, die dazugehören und die die dazugehören wollen. Für mich stellt sich beim Lesen schon die Frage, warum das für Martin slo entscheidend ist. Er führt eigentlich kein schlechtes Leben. Er ist ziemlich erfolgreich in seinem Beruf und finanzielle relativ Sorgenfrei. Damit könnte man ja auch zufrieden sein.

„Du wirst hineingeboren, wenn du zu den Glückspilzen zählst. Und wenn nicht? Dann kannst du dein Leben damit verbringen, dazugehören zu wollen.“     (S. 379)

Alles in allem wirkt der Roman ein bißchen wie eine Abrechnung mit dem Geldadel und der Macht, die damit einher geht. Altes Geld, alte Kontakte und damit die Möglichkeit alles und jeden zu beeinflussen. Es ist eine Form der Gesellschaftskritik, der ich absolut zustimmen kann. Allerdings wirkt es hier fast etwas überspitzt. Als würde was Persönliches dahinter stecken. Dennoch kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen, wenn man was Spannendes und trotzdem halbwegs anspruchsvolles zum Lesen sucht.

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146 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

klassenfahrt, spiele, identitätssuche, verlieben, freunde

Mehr Schwarz als Lila

Lena Gorelik
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 17.02.2017
ISBN 9783871341755
Genre: Romane

Rezension:



„Es gibt Fehler im Leben, dir man nicht wiedergutmachen kann. Obwohl man alles dafür tun würde.“

Alex, Paul und Ratte. Drei revoltierende Teenager, die sich unverstanden fühlen und mit ihren siebzehn Jahren versuchen, die Welt, das Leben und die Liebe zu verstehen.Sie fühlen sich unverstanden, ungehört und immer wieder auch einsam. Sie sind einander Familie, beste Freunde und Zeitvertrieb. Sie spielen Spiele wie „Stell dir mal vor“ oder „Du wirst die doch trauen“ oder „Ist mir doch egal“, in denen sie in ihre eigene Welt eintauchen. Eine Welt, die noch nicht ist. Sie treiben sich gegenseitig an die Grenzen und darüber hinaus. Es geht um Macht.

„Um der Langeweile zu entkommen, spielten wir manchmal Spiele. Ratte, Paul und ich. Wir spielten Spiele, um zu spüren und zu fliehen, aber wir sagten fliegen dazu. Wir spielen, um zu fliegen.“               (S. 33)

Und dann kommt Herr Spitzing als Referendar in die Klasse. Dieser Lehrer ist ganz anders. Er setzt sich mitten unter die Schüler, er lässt sie fünf Minuten alles was ihnen durch den Kopf geht schreiben, er fordert sie heraus. Er beginnt sich auch privat mit dem Trio zu treffen. Die Freunde sind ungewöhnlich und er gefällt sich in seiner Rolle. Bis auch er mit ihnen ein Spiel spielt, das alle Grenzen überschreitet.

Lena Gorelik hat hier einen ungewöhnlichen Roman geschrieben. Der Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Einerseits wird erzählt, andererseits wird jemand angesprochen. Das hat mich anfangs sehr verwirrt, aber schon bald hat mich der schräge Charme dieses Buches in seinen Bann gezogen. Das Buch lebt von Wortspielen und Wortklaubereien. Ich liebe das!

Von der Geschichte darf eigentlich nicht zu viel verraten werden. Ich hatte zum Glück nicht mal den Klappentext gelesen und daher war das Buch auch richtig spannend für mich. 

Dieses Buch ist Vieles! Es ist ein Coming-of-Age Roman, der sich sehr einfühlsam mit den Widrigkeiten des Erwachsenwerdens beschäftigt. Es ist ein Jugendbuch, mit Teenagerproblemen, es ist aber auch eine Sammlung für Wortspielereien, Oximora, Alliterationen…

Aber vor allem versprüht dieses Buch einen ganz eigenen Charme, dem ich mich nach wenigen Seiten nicht mehr entziehen konnte. Eine absolute Leseempfehlung!

„Stell dir mal vor, diese Geschichte kannst du niemandem erzählen, niemandem auf der Welt, weil davon Freundschaften abhängen, und von diesem Freundschaften hängt dein Leben ab. Stell dir vor, die Zusammenhänge sind so einfach, obwohl es pathetisch klingt.“ 
(S. 145)

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

politik, musik, frankreich, band, paris

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Alain erhält einen Brief von der Plattenfirma. Seine Band bekommt den sosehr erhofften Termin!
Leider hat sich der Brief um 33 Jahre verspätet. Er ist bei der Post hinter ein Regal gerutscht und wurde bei Renovierungsarbeiten entdeckt.Für Alain beginnt das berühmte was wäre wenn…
Wäre er jetzt ein angesehener Rockstar?

Da er das Demotape nicht mehr hat, macht er sich auf die Suche nach seinen ehemaligen Bandkollegen. Die Truppe hat sich in die verschiedensten Richtungen entwickelt. 

„Hier endete seine Suche also - die Einzigen, die für ihn erreichbar waren, hatten die Kassette nicht mehr. All das ergab zudem keinen Sinn. Wem hatte er in letzter Zeit gegenübergestanden? Einem größenwahnsinnigen Faschisten im politischen Vollrausch, dann dem Besitzer eines Furunkels und eines thailändischen Ferienresorts - der zu dieser Stunde vermutlich einer seiner geliebten, mit Blumen dekorierten Fische verspeiste - und heute einem überheblichen Künstler, der mit seinem Erfolg prahlte und sich um die Hologrammes einen feuchten Dreck scherte.“   
(S. 165)

Dann gibt es noch ein IT-Genie, das noch dazu die Gabe besitzt, wirtschaftliche Strömungen ziemlich exakt vorherzusehen und einen Sängerin, die nicht auffindbar ist, für uns aber zu Wort kommt. Und ein Mitglied der Band lebt leider nicht mehr.

Antoine Laurain lässt in seinem Buch einige Extreme der Gesellschaft zu Wort kommen: einen exaltierten Künstler, eine russische Pornodarstellerin, einen rechtsextremen Politiker und einen Präsidentschaftskandidaten wider Willen mit seiner überambitionierten Assistentin. Zwischen den Zeilen spricht hier immer wieder der Gesellschaftskritiker in ihm. Aber das Ganz bliebt oberflächlich und dem Leser überlassen, wieviel man hineininterpretieren möchte. 

Im Großen und Ganzen ist „Die Melodie meines Lebens“ ein unterhaltsames Buch, das mich als Leser unweigerlich über die berühmte Was-wäre-wenn-Frage nachdenken lässt. Das Buch plätschert zeitweilig dahin und die Zusammenhänge sind manchmal nicht ganz klar. Aber der Autor hat seine Figuren in Blick behalten und alles gipfelt in einem großen Showdown am Ende. Irgendwo zwischen Absurdität und Zufall löst sich alles auf und findet ein freundliches Ende.

Vielleicht ist die Botschaft des Buches einfach, dass man sich die Was-wäre-wenn-Frage nicht stellen soll, weil sowieso alles so kommt, wie es kommen soll. Ich fühlte mich gut unterhalten und werde die anderen Bücher des Autors sicher auch noch lesen! 

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56 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

familie, britischer humor, roman, england, tod

Der Vater, der vom Himmel fiel

J. Paul Henderson , Jenny Merling
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257069877
Genre: Romane

Rezension:

Lyle Bowman wurde von einem Bus überfahren, als er die Straße an einer unübersichtlichen Stelle derartig schräg überquerte, weil er versehentlich ein Glas Terpentin zum Pinselreinigen getrunken hatte. Sein Leben wurde so abrupt beendet, dass er die vielen Dinge, die er immer wieder auf die lange Bank geschoben hatte, nicht mehr erledigen konnte.

Da sind seine beiden Söhne Billy und Greg, die seit sieben Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben. Außerdem scheint Billy irgendwie unglücklich zu sein und Lyle hat es verabsäumt ihn darauf anzusprechen. Mit seinem Bruder Frank scheint auch etwas nicht zu stimmen. Er stellt sich immer wieder der Polizei für irgendwelche Verbrechen, die in der Stadt begangen wurden.

Aber Lyle hat Glück. Er darf einen Heimaturlaub antreten. Er darf zwanzig Tage bleiben, ist an einen Ort gebunden und kann sich nur einer Person zeigen. So entscheidet sich Lyle für sein Haus und zeigt sich seinem Sohn Greg, den er beauftragt, die Dinge für ihn zu erledigen.

Greg war ein schwieriger Teenager und egoistischer Bruder. Nun ist er gefordert, sein Verhältnis zu Billy neu aufzubauen. Wie ihm das gelingt und welche Geheimnisse hier zutage gefördert werden, wird an dieser Stelle nicht verraten. Aber einfach ist der Auftrag nicht!

Wie schon in „Letzter Bus nach Coffeville“ schafft es der Autor auch in diesem Buch, schwierige und berührende Themen mit einer freundlichen Brise Humor zu würzen. Dadurch kann man sein Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen. Das macht für mich Hendersons Stil aus. Ich mag das sehr! Und ein bisschen schwarzer Humor darf natürlich auch nicht fehlen!

Von mir gibt’s eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die ein bisschen Phantasie aufbringen können, um mit einem väterlichen Geist zurechtzukommen und für alle die „durchgeknallte Typen in rebellischer Grundstimmung“ in Geschichten mögen. Ich mochte sie jeden falls sehr!

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236 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 126 Rezensionen

fantasy, palast, horror, expedition, abenteuer

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Jugendbuch

Rezension:




„Kannst du auch in riskanten Situationen Ruhe bewahren? Besitzt du besondere Talente, von denen niemand weiß? Hast du den Ehrgeiz, etwas zu tun, was noch niemand vor dir gewagt hat…?“          (Klappentext)

Fünf Teenager werden aufgrund ihrer Fähigkeiten und Talente ausgewählt an einer streng geheimen Forschungsmission teilzunehmen. Unter einem Palais in Frankreich wurde ein unterirdischer Palast entdeckt, den es zu entdecken gilt.

Die Jugendlichen müssen vorher ein Training in Klettern und Tauchen absolvieren und sich einiger medizinischer Test unterziehen, bevor die Mission starten. Sie treffen sich am Flughafen und werden mit einem Privatjet nach Frankreich geflogen. Ihr kennenlernen ist alles andere als harmonisch und schon bald ziehen erste Zweifel was. Warum wurden sie ausgewählt? Gäbe es dafür nicht wesentlich geeignetere Menschen?

Die fünf könnten unterschiedlicher nicht sein. Anouk ist eine extrem wütende Jugendliche, die sich eigentlich nur nach Anerkennung und Liebe sehnt. Lilly ist äußerst harmoniebedürftig, Will extrem introvertiert, Hayden das genaue Gegenteil, und Jules scheint recht chaotisch zu sein.

Sie dürfen sich nur kurz ausruhen, nach ihrer Reise, denn schon bald wird klar, dass hier irgendwas nicht stimmt. Aber zum Umkehren ist es zu spät. Die Türen haben sich bereits geschlossen und ihr Abenteuer gestaltet sich völlig anders als erwartet.

Ich muss gestehen, ich habe schon lange keine so spannende Geschichte mehr gelesen. Stefan Bachmann lässt uns Leser nicht zur Ruhe kommen. Die Ereignisse überschlagen sich geradezu und in dem rasanten Tempo in dem sich die Geschichte entwickelt, bin ich durch die Seiten geflogen. 

Den Jugendlichen bleibt nichts erspart. Sie müssen ihre innersten Reserven aktivieren. Ihnen wird alles abverlangt. Sie erheben sich über sich selbst. Indem sie zusammenhalten und sich einander öffnen entdecken sie Kräfte, die sie niemals erwartet hätten und Fähigkeiten, von denen sie nicht ahnten, dass sie in ihnen schlummern. 

Eigentlich wäre diese Geschichte schon fesselnd genug, aber der Autor erzählt uns auch noch die Geschichte von Aurelie du Bessancourt, die Tochter des Marquis, der den Palast vor der französischen Revolution erbauen lies, um sich darin zu verstecken. Diese Kapitel erhöhen die Spannung ungemein und geben ein besseres Verständnis für die Geschichte. Dadurch wissen wir als Leser manchmal mehr, als die Protagonisten. 

Palast der Finsternis ist eine absolut packende Geschichte und ich kann nur raten, das Buch nur dann zu beginnen, wenn auch genug Zeit zum Lesen ist, denn man kann es nicht mehr aus der Hand legen!

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232 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 132 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, aditi khorana, märchen, amrita am ende beginnt der anfang

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang

Aditi Khorana , Peter Klöss
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 21.08.2017
ISBN 9783791500560
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Aditi Khorana hat ein wunderschönes Märchen geschrieben über selbstlose Entscheidungen, mutige Taten und die Tatsache, dass sich alles zum Guten wenden kann, wenn man das Wohl aller im Auge behält.

Amrita ist die Tochter des Königs von Shalingar. Sie wächst wohlbehütet im Palast auf, bis dieser hinterlistig angegriffen wird. Nun ist es an Amrita, ihr Volk vor der Versklavung zu retten. Sie bricht auf zu einer wagemutigen Reise, die mehr Überraschungen für sie bereithält, als sie sich je erträumt hätte. 

Sie muss sich immer wieder für ihren Weg entscheiden, der nicht immer einfach ist. Aber sie findet Hilfe, wenn sie sie am dringendsten braucht, findet Freundschaft, wo sie sie nicht erwartet hätte und Liebe, die größer ist, als die Geschicke der Zeit.

Ich habe diese Geschichte regelrecht verschlungen. Die bildhafte Sprache lässt das Königreich Shalingar und seine beherzten Bewohner erstrahlen. Die Welt ist kreativ gestaltet und lehnt sich etwas an die griechische Mythologie an. 

Ich empfehle dieses Buch allen, die sich gerne in eine neue Welt entführen lassen und bereit sind mit Amrita zu lachen, zu weinen, zu träumen und zu fürchten!

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

2. weltkrieg, 1. weltkrieg, kriegs-und nachkriegserlebnisse, schwieriges mutter-sohn-verhältnis, verhältnis vater-sohn

Der große Wahn

Sebastian Faulks , Jochen Schimmang
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 29.08.2017
ISBN 9783866482586
Genre: Romane

Rezension:


Robert Hendricks, angesehener Psychiater und entschiedener Einzelgänger, erhält einen mysteriösen Brief. Aus heiterem Himmel wird er von Alexander Pereira, einem 93-jährigen Neurologen, eingeladen ihn in seinem Haus auf einer felsigen Insel an der Südküste Frankreichs zu besuchen. Er behauptet, er hätte seinen Vater gekannt.

Hendricks Neugierde ist geweckt, denn er weiß nicht viel über seinen Vater, nur dass dieser im ersten Weltkrieg gefallen ist. Seine Mutter hat nie viel über ihn gesprochen. „Er sei zu schmerzlich“ hat sie immer gesagt.

Hendricks macht sich auf die Reise und stellt sich somit seiner eigenen Vergangenheit. Indem Pereira ihn einlädt, von sich zu erzählen, beginnt er erstmals sich mit seinen Narben und Verletzungen auseinanderzusetzten. Seine Geschichte hat einen verbitterten Mann aus ihm gemacht. Sein Blick auf die Menschheit konzentriert sich auf deren Fehlverhalten. Beruflich ist er einfühlsam und schafft bahnbrechende Erfolge in der Psychiatrie, aber privat lässt er keine Nähe zu. Man beginnt zu ahnen, dass für diese Haltung ein privates Unglück verantwortlich sein könnte.

Erstmals öffnet sich Hendricks und tritt dadurch eine Serie an Ereignissen los, die sein Leben nachhaltig verändern werden. Aber das lesen Sie besser selbst!

Sebastian Faulks hat einen großen Roman über den Wahn des 20. Jahrhunderts verfasst. Nicht nur die Gräuel des Krieges werden hier thematisiert. Auch menschliches Fehlverhalten und die Geschichte der Psychiatrie kommen immer wieder in den Mittelpunkt. Diese Passagen mochte ich besonders gerne. Die Schilderungen der Kampfszenen waren mir ein bißchen zu viel. Der Autor wirft die Frage auf, ob uns nur unsere Erfahrungen ausmachen, oder auch unser Umgang damit bzw. „wie wir die Dinge erinnern“.

„Das Leben eines Menschen besteht nicht aus dem, was geschehen ist, sondern aus seiner Erinnerung daran und der Art und Weise, wie er sich erinnert.“                            (S. 332)

Sein Protagonist versuchte es mit Verdrängung, musste aber feststellen, dass sein Leben dann auf der Stelle tritt. 

„Ich konnte in meinem Leben nicht mehr vorankommen - wie viel auch immer mir davon blieb -, bevor ich ein besseres Verständnis dessen hatte, was früher gewesen war. Das war genau die ‚harte Arbeit‘, die ich als junger Therapeut meinen Patienten immer so leichthin nahegelegt hatte; während ich selbst aber lieber auf die alten Hilfsmittel zurückgegriffen hatte; Verleugnung, sinnliches Vergnügen oder Themenwechsel.“  
(S. 99)

Der große Wahn spannt einen Bogen über das 20. Jahrhundert mit all seinen Irrungen und Verfehlungen und dennoch lässt uns das Buch nicht niedergeschlagen zurück. Die Geschichte nimmt ein schönes Ende. Der Kreis schließt sich und bringt Versöhnung und Zuversicht mit sich. Eine interessante Auseinandersetzung mit den großen Themen des vergangenen Jahrhunderts!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

usa, familie, geschwister, stiefgeschwister, scheidung

Die Taufe

Ann Patchett , Ulrike Thiesmeyer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 02.05.2017
ISBN 9783827013446
Genre: Romane

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76 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

oxford, roman, englische literatur, literatur, catherine lowell

Die Kapitel meines Herzens

Catherine Lowell , Gaby Wurster
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.08.2017
ISBN 9783455650860
Genre: Romane

Rezension:


Samantha ist die letzte lebende Nachfahrin der Bronte-Schwestern und angeblich die Besitzerin des großen Bronte Vermögens. Allerdings weiß Samantha nicht, wo sich das verstecken könnte.
Ihr Vater hat in seinem Testament verfügt, dass Samantha ihr Vermächtnis erst bekommt, wenn sie in Oxford studiert.

Dort wird sie in einem beklemmenden Turmzimmer einquartiert und studiert Literatur bei einem jungen Tutor, der mit äußerst unkonventionellen Methoden unterrichtet.
Samanthas Erbe ist eine geheimnisvolle Schachtel, die leider nur ein Lesezeichen enthält. Sam versteht sofort, dass sie sich auf die Suche machen muss. Sie erhält immer wieder ein Buch der Bronte Schwestern, von dem sie nicht weiß, wie es in ihr Zimmer gekommen ist.

In ihrer Verzweiflung bittet sie ihren Tutor um Hilfe, doch den verbindet auch ein Geheimnis mit den Brontes und er möchte nichts mit ihnen zu tun haben. Schließlich sucht sie Hilfe beim größten Widersacher ihres Vater, einem Bronte Forscher, der ihrer Familie unterstellt, alles möglich zu verstecken.

Während die Suche immer gefährlicher und spannender wird, spitzt sich auch das Verhältnis zu ihrem Tutor zu.

Catherine Lowell baut in ihrem Roman gekonnt Spannung auf und so bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Das Buch ist spritzig, ein bißchen Liebesroman und außerdem interessant, weil es einen neuen Blick auf die Bücher der Brontes wirft. Die Diskussionen über Sturmhöhe oder Die Herrin von Wildfell Hall motivieren mich, die Bücher nochmals zu lesen.

Ich empfehle dieses Buch allen, die noch eine spritzige Sommerlektüre suchen und bereit sind, sich auch mit viktorianischer Literatur auseinanderzusetzten!

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107 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

sklaverei, afrika, ghana, usa, amerika

Heimkehren

Yaa Gyasi , Anette Grube
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198381
Genre: Romane

Rezension:

Alles beginnt mit Effia und Esi. Zwei Frauen aus verschiedenen Stämmen Afrikas. Sie kennen sich nicht und sind doch verbunden. Während die eine aus einer Laune heraus mit einem Engländer verheiratet wird, der vom Sklavenhandel lebt, wird die andere als Sklavin entführt und verschifft.
Esi landet in Amerika, auf einer Baumwollplantage und ihre Nachfahren kämpfen sich frei.

Jedes Kapitel springt eine Generation weiter und wir lesen von den ersten Flüchtlingen aus der Sklaverei im Süden Amerikas, wir erfahren etwas über die Bürgerrechtsbewegung und die Schwierigkeiten, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Wir lesen von den Tücken der Freiheit, Drogen, Alkohol und vom schleichenden Rassismus der bis in die heutige Zeit reicht.

Effias Sohn, dessen Vater ein weißer Skalvenhändler ist, darf in England studieren. Er kehrt als Unterhändler zwischen den Engländern und Afrikanern zurück, kann und will sich aber nicht in seine Rolle einfinden. Er flieht und zieht sich als einfacher Bauer aufs Land zurück. Sein Boden ist nicht gerade von Glück gesegnet und seine Nachkommen tragen schwer an ihrem Erbe.

Yaa Gyasi lässt die Traumata ihrer Protagonisten, die Generationen überdauern. Sie wirft die Frage auf, ob Schicksalsschläge in die DNA eingeschrieben sein können und wie das überwunden werden kann. 
Am Ende schließt sich der Kreis und Effia und Esis Ururururenkel kehren als Paar nach Ghana zurück. 

Die Autorin spannt einen großen Bogen durch die Zeitgeschichte, der in der Heimkehr seinen Abschluss findet. Ich habe dieses Buch mit äußerstem Interesse verfolgt. Es stecken alle großen Themen der Sklaverei und seinen Folgen in dem Werk. Aber es zeigt auch die Grausamkeiten der Stämme auf, die sich gegenseitig gejagt und verkauft haben, weil die Weißen gut zahlten. Und diese Schatten wirken ebenfalls bis heute nach. 

Heimkehren ist ein interessantes Werk über die Schwierigkeiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen, eine Heimat zu finden, die einem nicht weggenommen wird und die Freiheit zu gehen, wohin man möchte. Die Geschichten von Effia und Esi, ihren Kindern und Kindeskindern ist berührend und regt zum Nachdenken an. 

Aber das Buch beeindruckt auch, durch die bildhafte Sprache, die einlädt Ghana zu besuchen, sich Cape Coast anzusehen und die Zehen in dieses Meer zu halten, das so viel Leid gesehen hat.

Heimkehren ist spannend, interessant, bildend und berührend zugleich. Ich kann es nur uneingeschränkt empfehlen!

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(57)

106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

angola, revolution, afrika, portugal, angolanische revolution

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

José Eduardo Agualusa , Michael Kegler
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.07.2017
ISBN 9783406713408
Genre: Romane

Rezension:


Luanda, Angola.
Am Vorabend der angolanischen Revolution, nachdem fast alle Weißen das Land verlassen hatten, schießt Ludovica auf einen Einbrecher, der Stunden später in ihren Armen stirbt. Daraufhin mauert sie kurzerhand ihre Wohnungstür zu, und vergräbt den Toten auf der Dachterasse unter dem Blumenbeet.
Sie lebt von Gemüse, dass sie auf ihrer Terrasse pflanzt, fängt Tauben und beginnt sogar eine Hühnerzucht. Dennoch plagt sie der Hunger und oft auch Durst. Anfangs hört sie oft Radio, doch bald ist sie ohne Strom und gezwungen auf einer Feuerstelle am Küchenboden zu kochen. Stück für Stück verbrennt sie die Bibliothek ihres Schwagers.

Dieses Buch könnte eine Abhandlung der Einsamkeit sein, der einsetzenden Verwirrung, doch Agualusa erzählt und in seinen Nebenfiguren, wie es auf der Straße zuging, wie es war im Untergrund zu sein, wie es war ein Vollstrecker der Regierung zu sein. 
Die vielen Nebenfiguren wirken anfangs verloren in der Geschichte, doch dem Autor ist kein Faden entglitten und so entspinnt sich langsam ein fesselndes Netz, dass seine Mitte an Ludovikas Tür findet, an dem Tag, als sie endlich bereit ist, die Mauer einzureißen. 30 Jahre hat sie in ihrem selbstgewählten Gefängnis verbracht und diesem Akt des Zertrümmerns wird die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. In einem regelrechten Showdown gipfelt die Geschichte und alles fügt sich zusammen. Unklares wird Aufgedeckt und Ludovika kann ihre eigenen Schatten überwinden.

„Ich gehe hinaus auf die Straße, ohne mich zu schämen. Ohne Angst. Ich gehe hinaus auf die Straße, und die Straßenverkäuferinnen grüßen mich. Lächeln mich an wie Verwandte. 
Die Kinder spielen mit mir, gegen mir die Hand. Ich weiß nicht, ob sie es tun, weil ich so alt bin oder weil ich noch ein Kind bin wie sie.“  

(S. 184)

José Eduardo Agualusa hat ein großartiges Werk der Erzählkunst geschaffen. Dieses kleine Buch ist so dicht, dass es doppelt so schwer sein müsste. Es stecken so viele Geschichten in dem kleinen Roman, dass ich das Gefühl habe, nicht 200 Seiten gelesen zu haben, sondern mindesten doppelt so viele. Das ist beeindruckende Fabulierkunst!

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76 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

teufel, humor, london, ehe, dichter

Der Gentleman

Forrest Leo , Cornelius Reiber
Fester Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783351036737
Genre: Romane

Rezension:

Was tut ein junger Aristokrat um 1850 in London, wenn ihm das Geld ausgeht?

Er heiratet.

Lionel Savage ist 22 Jahre alt und Dichter. Er ist relativ berühmt, aber der Verdienst aus seinen erschienenen Gedichtbänden reicht nicht aus, um ein Herrenhaus am Laufen zu halten, einen Butler zu bezahlen und das Internat der Schwester.

Also beginnt er mit der Brautschau und heiratet schließlich die wunderhübsche Vivien Lancaster, die er leider nach wenigen Wochen zu hassen beginnt. Als ein seltsamer Gentleman sein Arbeitszimmer betritt und sich als Teufel vorstellt, der eigentlich auf der Suche nach einem Freund ist, verkauft er seine Braut versehentlich an diesen.

Und jetzt beginnt das Abenteuer, denn als Vivien weg ist, muss Savage feststellen, dass er seine Frau eigentlich gar nicht gekannt hatte. Je mehr er über sie herausfindet, umso mehr entflammt die Liebe zu ihr. Er muss sie retten.

Forrest Leo lässt seine Hauptfigur allerhand erleben, bis er seine Frau wiederbekommt. Er darf den Erfinder der ersten Flugmaschine kennenlerne, wird in ein Verlies gesperrt, mehrmals zum Duell gefordert und von Scotland Yard verfolgt.

Aufgelockert wird das ganze durch eine Unmenge an Fußnoten, in denen der Autor den Verleger zu Wort kommen lässt, der Lionel Savage zu Teil heftig widerlegt und manchmal auch bloßstellt. Diese Einschübe haben mich königlich amüsiert!

Mit unendlichem Charme und viel Witz begleiten wir Savage auf seiner Reise, ein aufgeklärter Mann des 19. Jahrhunderts zu werden und wahrscheinlich auch ein guter Ehemann.

Mir hat die Lektüre dieses Buches sehr gut gefallen. Ich mag den Humor und die Skurrilität der Geschichte und ich kann es jedem empfehlen, der eine außergewöhnliche Sommerlektüre sucht. Das Buch liest sich leicht, man fliegt nur so durch die Seiten. Es eignet sich also perfekt als Strandlektüre.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Strandbadrevolution: Roman

Kurt Palm
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Deuticke Verlag, 20.02.2017
ISBN 9783552063457
Genre: Romane

Rezension:


Sommer 1972 in einer österreichischen Provinzstadt.
Mick, der eigentlich Ernst heißt, und seine Freunde Mü, Taylor und Candy diskutieren im Standbad, wie sich das Establishment aufrütteln lässt. Ihre Tage sind geprägt vom Vietnamkrieg und seinen Folgen, von der Frage, auf welcher Seite ihre Eltern im Krieg standen und ob der Kommunismus nicht doch seine guten Seiten hat.
Große Reden werden da geschwungen, aber alles dreht sich dann doch immer wieder um die Frage, wie man am besten ein Mädel überzeugen kann, mit einem die Nacht zu verbringen.


Ein langer und heißer Sommer mit vielen Möglichkeiten, die nicht immer genutzt werden können und mache besser nicht genutzt worden wären. Mit siebzehn scheint alles möglich, doch die Freunde werden brutal auf den Boden der Realität geholt.


Kurt Palm trifft, glaube ich den Geist der Zeit recht gut. Ich komme auch aus einem Provinznest, war zwar um einiges später ein Teenager, aber manches kam mir so bekannt vor. Die Szenen mit Ernst’s Mutter könnten aus meiner Jugend stammen. Stellenweise musste ich laut lachen.


So lustig der Roman anfangs anmutet, so tragisch findet er sein Ende. Es gibt auch einige Ausblicke auf die Zukunft und diese lassen auf kein einfaches Leben schließen. Aber wenn man mit siebzehn schon mit dem Tod konfrontiert wird, verliert man die Leichtigkeit der Jugend zu früh. Die Dinge bekommen dann vielleicht zu viel Gewicht. Es lebt sich nicht mehr so einfach.


Und so wie die Stimmung im Roman kippt, ändert sich auch die Sprache des Autors. Aus der anfänglichen Leichtfüßigkeit wird langsam echte Tiefgründigkeit. 
Großartig umgesetzt. Ein schönes Porträt der Jugend der 70er!

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

krieg, mythos, maeve, rache, irland

Die Stierin

Andrea Stift-Laube
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 08.02.2017
ISBN 9783218010689
Genre: Romane

Rezension:

Maeve hat von ihrem gewalttätigen Ehemann einen Käseladen geerbt. Das Schicksal hat sie von ihrem besitzergreifenden Gatten befreit und nun lebt sie zurückgezogen, aber selbstbestimmt ein beschauliches Leben. Bis wieder ein Mann in ihre Leben tritt und die Geschichte sich zu wiederholen droht.

Aber Maeve hat diesmal Unterstützung. Drei Schwestern stehen ihr bei. Drei Figuren aus der irischen Mythologie. Der Chor.
Maeve, eine misshandelte Frau und eine irische Halbgöttin. Gefangen zwischen ihrer Vergangenheit und der Welt der Mythologie.

Andrea Stift-Laube hat mit diesem Buch einen ganz besonderen Roman vorgelegt. Das Buch spannt sich fast bis zum Zerreißen zwischen alter Mythologie und harter Realität. Einerseits liest es sich sagenhaft schön, andererseits brutal bis zur Gänsehaut.

Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Man kann es nicht einfach in einem Stück runterlesen. Es verlangt meine Zeit und es verlangt meine volle Aufmerksamkeit. Wenn man diesem kleinen Buch genügend Raum einräumt, dann spürt man das Besondere daran. Die Verknüpfung der Mythologie mit der Existenz einer fast gebrochenen Frau ist hier sehr gut gelungen und lässt eine Kraft auferstehen, die wir nicht geahnt hätten. Ein alter Konflikt, der wohl seit Bestehen der Menschheit schwelt.

 

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288 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 106 Rezensionen

fangirl, jugendbuch, fanfiction, college, rainbow rowell

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cath und Wren sind ziemlich unzertrennlich. Sie sind Zwillinge. Ihre Mutter hat sie und ihren Vater verlassen, als sie acht waren und da haben sie begonnen, sich in die Welt der Magie zu stürzen. Sie sind beide riesen Fans von Simon Snow. Ein Magier, der die Zauberschule in Watford besucht.

Als die beiden aufs College kommen, beschließt Wren, selbständiger zu werden und zieht mit einer Freundin in ein anderes Wohnheim. Wren probiert so ziemlich alles, was man als Erstsemester nicht tun soll und genießt ihr Studentenleben in vollen Zügen.

Cath kommt mit der neuen Umgebung nicht gut klar. Sie mag keine Veränderungen. Sie mag keine neuen Leute kennenlernen und sie findet die Mensa nicht. Sie hätte ihre Schwester gebraucht!
Sie zieht sich immer mehr in ihre Zauberwelt und ihr Zimmer zurück. Sie ist eine eifrige Studentin und schreibt weiterhin ihre Simon Snow Geschichten, die im Internet höchste Achtung genießen. Sie hat tausende Fans, die auf eine Fortsetzung ihres Fanfiction-Romans warten.

Für alle, die – so wie ich – nicht wissen, was Fanfiction ist:
„Bei Fanfiction geht es nur darum, dass du mit der Welt eines anderen spielst. Die Regeln, neu schreibst. Oder sie umgehst. Die Geschichte muss nicht zu Ende sein, wenn Gemma Leslie (die Autorin) es will. Du kannst in dieser Welt blieben, der Welt, die du liebst, so lange du willst, so lange dir neue Geschichten einfallen.“             (S. 124)

Cath vermisst ihre Schwester und verliert sich dadurch fast in ihrer Zauberwelt. Sie ist einsam und sieht dadurch nicht, dass auch sie sich weiterentwickelt. Dass sie Mut fassen kann, stark ist und ihr Leben genauso lebt, oder besser, wie ihre Schwester.

Rainbow Rowell hat sich für diesen Roman sicher intensiv mit Fanfiction auseinandergesetzt. Cath wirkt nerdig, aber authentisch. Das trifft für mich voll das Klischee dieser Superfans. Egal von was. Aber Cath ist freundlich, warmherzig, kreativ und auf ihre verschrobene Art äußerst liebenswürdig. Also habe auch ich mitgefiebert, ob sie es schafft, über ihren Schatten zu springen und Nähe und Freundschaft zuzulassen.

Rainbow Rowell ist eine nette Autorin und deshalb lässt sie uns nicht in der Luft hängen. Ihre Geschichte endet. Wie? Das wird hier natürlich nicht verraten.
Mir hat dieses Jugendbuch sehr gut gefallen. Ich habe es regelrecht verschlungen und natürlich werde ich auch Simons Geschichte lesen. Ich freue mich schon darauf!

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243 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

okapi, tod, westerwald, liebe, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Was man von hier aus sehen kann ist ein äußerst charmanter Roman. Ich habe mich sofort in die kleine Dorfgemeinschaft um Selma verliebt. Es passiert nicht viel in diesem Dorf, aber die Menschen und ihre kleinen Eigenheiten sind wahnsinnig liebenswert.

Da ist Selma, die manchmal von einem Okapi träumt. Das ist sehr unheilvoll, denn dann stirbt jemand und das ganze Dorf ist für 24 Stunden in Aufruhr, weil letzte Dinge gesagt oder getan werden müssen.

Da ist der Optiker, der Selma liebt, es ihr aber nicht sagen kann und immer wieder versucht es ihr zu schreiben. Bis er schließlich einen großen Koffer voller Briefanfänge hat, die ihr ganzes Leben dokumentieren.

Da ist noch Elsbeth, die für jedes Übel ein Mittel kennt. Um zu vergessen, muss man beispielsweise gefundenes Brot essen. Allerdings klappt das nicht, wenn man es vorsätzlich verloren hat.
Und im Zentrum von allen steht Louise. Sie ist Selmas Enkelin und wächst eigentlich bei ihr und dem Optiker auf. Sie lernen ihr lesen mit den Horoskopen auf den Zuckersäcken und die Uhr lernt sie am Bahnhof, wo ihr der Optiker auch gleich noch die Zeitzonen erklärt.

Das braucht sie auch später. Denn Frederick, über den sie im Wald stolpert, lebt eigentlich in einem buddhistischen Kloster in Japan. Und obwohl beide der Ansicht sind, dass sie nicht zusammengehören können, entwickelt sich eine Liebe über 900 km hinweg.

Mariana Leky hat einen Roman geschaffen, dessen Charme sich wohl niemand entziehen kann. Mit viel Witz und Humor zeichnet sie das Leben dieser ländlichen Dorfgemeinschaft, wo alle auf ihre Weise mit der Suche nach Liebe beschäftigt sind. Die Menschen sind wortkarg, sagen aber die richtigen Dinge zur richtigen Zeit und alle stehen zusammen, wenn das nötig ist. Auch wenn sie etwas abgeschottet wohnen, gelingt es ihnen die Welt herein zu lassen!

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378 Bibliotheken, 35 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, ein wenig leben, roman, hanya yanagihara

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 30.01.2017
ISBN 9783446254718
Genre: Romane

Rezension:

Ein wenig Leben erzählt uns die Geschichte von Malcolm, JB, Willem und Jude, die sich im Collegewohnheim zufällig ein Zimmer teilen. Die Freundschaft, die daraus entsteht, wird ihr Leben lang halten. Sie stehen einander bei, in ihren dunklen Stunden und freuen sich an ihren Erfolgen.

Malcolm wird ein brillanter Architekt, der seine Träume wachsen lässt. JB ein gefeierter Künstler, der seine Freunde porträtiert und ihre Leben aufzeichnet. Willem schafft seinen Durchbruch als Schauspieler und wird ein Weltstar, der sich aussucht, was er spielt. Und Jude, der intelligenteste von ihnen, wird ein gnadenloser Anwalt.
Jude ist es, um den sich die ganze Geschichte dreht. Sein Leben, seine Vergangenheit, seine Traumen und sein Schmerz prägen die Gruppe um ihn. Seine Geschichte ist kaum zu ertragen und gleichzeitig so berührend. So tief die Abgründe sind, so hell strahlt immer wieder das Licht diesem Leben.

Es ist zutiefst anrührend, wie sorgsam die Freunde miteinander umgehen.

„Freundschaft hieß, Zeuge des stetig tröpfelnden Leids, der ausgedehnten Strecken der Langeweile und der gelegentlichen Triumphe im Leben eines anderen zu werden. Freundschaft bedeutete, sich geehrt zu fühlen, dass man einen anderen in seiner größten Verzweiflung auffangen durfte, und zu wissen, dass man selbst in seiner Gegenwart verzweifelt sein durfte.“                 (S. 303)

Jude’s Vergangenheit serviert uns Hanya Yanagihara nur häppchenweise. In Rückblenden setzt sich das Puzzle zusammen und die unfassbare Wahrheit kommt ans Licht.

„Sein Schweigen war anfangs ein Schutz gewesen, aber im Laufe der Jahre ist es zu etwas nahezu Erdrückendem geworden, etwas, das ihn beherrscht statt umgekehrt. Jetzt kann er es nicht mehr ablegen, selbst wenn er es sich manchmal wünscht.“             (S. 397)

Ein wenig Leben drückt alles aus, was Jude sich wünscht und allein diese Tatsache stimmt mich unendlich traurig. Der Autor schafft es mit seinem Buch mich sämtliche Gefühlsregungen durchleben zu lassen. Manchmal musste ich das Buch weglegen, weil ich es nicht weiter ertragen konnte, um dann beim Weiterlesen feststellen zu dürfen, dass es mich wieder mit einer Wendung überrascht.

Wunderschön fand ich auch die Nebencharaktere die sich alle irgendwie um Jude gruppieren. Der Autor gibt auch den Nebenfiguren ein Gesicht und eine Geschichte und es ist berührend, wie beharrlich sich alle um Jude sorgen und heimlich kümmern. Jude, der seine Sorgen nie teilt, seine Geheimnisse nicht preisgibt, sich nie helfen lassen will und trotzdem nie in Stich gelassen wird.

Abschließend ist eigentlich nur zu sagen, dass dieses Buch ganz sicher mein Lesehighlight dieses Jahres ist. Noch nie hat mir ein Buch fast körperliche Schmerzen bereitet wie dieses und noch nie hat mich ein geschriebenes Leben so berührt!

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276 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, liebe, fluch, alchemie

Secret Fire - Die Entfesselten

C.J. Daugherty , Carina Rozenfeld , Peter Klöss
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2017
ISBN 9783789133404
Genre: Jugendbuch

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

sf, marsianer, marsinvasion, verfilmtes buch, 19. jahrhundert

Der Krieg der Welten

H. G. Wells , Lutz-W. Wolff , Lutz-W. Wolff
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423145473
Genre: Klassiker

Rezension:


1898 hat H. G. Wells sich vorgestellt, dass feindlich gesinnte Außerirdische die Erde überrennen. Die Menschen waren damals noch in Pferdekutschen und auf Fahrrädern unterwegs. Ihr Militär und ihre Waffen konnten der technologischen Überlegenheit nichts entgegensetzen.

Der Umgang der Menschen mit der Landung vom Mars ist interessant dargestellt. Anfangs kommen alle und bestaunen neugierig die gelandete Kapsel. Dann wird sie ignoriert, weil sich erst mal nichts tut. Als dann klar wird, dass uns die Marsianer nicht freundlich gesinnt sind, passiert auch noch nicht viel. Die Menschen verlassen sich auf das Militär und leben ihren Alltag weiter. Erst als das Militär kläglich scheitert, kommt es zur Massenpanik. Jeder ist sich selbst der nächste und menschliche Werte sind plötzlich nicht mehr so wichtig. 

Es ist vorstellbar, dass so etwas heute ganz ähnlich ablaufen würde. Die Menschen lassen sich nicht so leicht aus ihrer Routine bringen. Erst wenn es nicht mehr anders geht, wird gehandelt und dann wird Nächstenliebe zu einem Fremdwort. 

Der Erzähler, ein philosophischer Journalist, ist ein beherzter junger Mann. Seine Flucht vor den Marsianern zeichnet sich durch überlegtes Handeln und Mut aus. Seine Neugierde lässt ihn einiges erfahren über diese so andersartigen Ankömmlinge und er schildert uns seine Erlebnisse fast emotionslos in einem berichtenden Stil. Ich empfand das als sehr angenehm zu lesen.

Ich war generell überrascht, wie spannend und leicht zu lesen dieser Klassiker ist. Das mag allerdings auch an der Neuübersetzung von Lutz W. Wolf liegen, die dieses Jahr aufgelegt wurde. 
Ich fand das Buch sehr anregend. Vor allem die Gedanken, die sich der junge Mann über die Menschheit und ihrem Rang als Herren der Schöpfung macht sind absolut zeitlos. Der kritische Blick auf die Religion war auch interessant und findet sich an mehreren Stellen im Buch. 

Überrascht und begeistert hat mich auch die Vorstellkraft des Autors. Zu einer Zeit, wo der technischer Fortschritt noch in den Kinderschuhen steckte, hat sich Wells Maschinen und Waffen ausgedacht, die auch für unser heutiges Empfinden als spannende Fiktion funktionieren. 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehlen es allen, die sich auf Science-Fiction einlassen können. Man muss kein SF Fan sein, um das Buch zu mögen, denn es bietet eine Menge interessanter Anschauungen und Gedankenanstösse. Das Buch ist spannend und kurzweilig und wirkt gar nicht so klassisch!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand

Sibylle Berg
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423145343
Genre: Romane

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freundschaft, liebe, leben, england, london

Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams , Eva Kemper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.06.2017
ISBN 9783832198411
Genre: Romane

Rezension:

Eva, Benedict, Sylvie und Lucien lernen sich an der Uni in Bristol kennen. Benedict ist ein Physik-Genie und in Eva verliebt. Eva studiert ebenfalls Physik und ist in Lucien verliebt, der nicht studiert und sich sein Auskommen mit Drogen verdient. Sylvie ist Lucien’s Schwester und Eva’s beste Freundin. Sie ist eine talentierte Malerin, auffallend hübsch und allerseits beliebt.
Eine typische Clique mit ihren Verwicklungen. Jeder hat seine Vorgeschichte und trägt sein Päckchen aus der Vergangenheit. Aber am Ende des Studiums stehen sie alle vor einem aufregenden Leben. Die Welt liegt ihnen zu Füssen. 
Sylvie und Lucien wollen sie erst mal entdecken und reisen um die Welt. Benedict bleibt an der Uni und macht sein Doktorat in Physik um später am CERN zu arbeiten und Eva steigt ins Finanzgeschäft ein. Sie wird Trader an einer der großen Banken in der City.
Ihre Leben entwickeln sich in völlig verschiedenen Richtungen und doch verlieren sie sich nicht aus den Augen. Auch wenn sie sich manchmal eine Weile nicht sehen. 

„Bedeutete die Tatsache, dass Eva sich so sehr verändert hatte und Sylvie nicht, dass Eva nicht authentisch war, dass sie sich verstellte, oder nur, dass Sylvie abgehängt worden war, das sie eine Verliererin war, die nicht weiterkam und sich kein richtiges Leben als erwachsener Mensch aufbauen konnte?“            (S. 146)
Diese Frage habe wir uns in ähnlicher Form wohl alle schon gestellt: was ist Veränderung, Erwachsen-werden und wann verliert man sich selbst aus den Augen?
Amy Adams beantwortet diese Frage durch den Lauf des Lebens. Durch einen kleinen Augenblick, eine unbedachte Entscheidung kann sich alles verändern und dann sieht man was bleibt.
Die Autorin erzählt uns diese Geschichte in riesigen Zeitsprüngen und manchmal können wir nur erahnen, was in der Zwischenzeit passiert ist. Aber nie fehlt der Zusammenhang. Mir hat das sehr gut gefallen. Dadurch ist das Buch kurzatmig und wir können alle vier Protagonisten auf ihrem Weg ins Erwachsen-Werden und -Sein begleiten. 
So verschieden die Vier auch sind, sie halten doch beständig zusammen und das gefällt mir besonders gut an diesem Roman. Auch ich habe solche Freunde und auch wenn der Kontakt oft nur sporadisch besteht, weiß ich, dass ich mich im Ernstfall auf sie verlassen kann. 
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich mag den Erzählstil, es liest sich angenehm und flüssig und man findet immer wieder literarische Perlen in den Absätzen. Auch den Schluss fand ich schön. Nicht alles kann gut ausgehen, aber es ist erträglich, wenn man nicht alleine ist. Deshalb gibt es uneingeschränkte 5 Sterne und ich kann es auch absolut als Sommerlektüre empfehlen, weil es locker zu lesen ist, spannend und trotzdem nicht seicht.

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