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115 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 32 Rezensionen

neapel, italien, neapolitanische saga, band 4, elena

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 614 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.02.2018
ISBN 9783518425763
Genre: Romane

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(13)

29 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

finnland, mutter-sohn-beziehung, schären, brüder, familiengeschichte

Nachsommer

Johan Bargum , Karl-Ludwig Wetzig
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 13.02.2018
ISBN 9783866482609
Genre: Romane

Rezension:

Olof und Carl könnten verschiedener nicht sein. Seit Jahren herrscht Funkstille zwischen den beiden Brüdern. Es trennt sie ein ganzer Ozean. Doch als ihre Mutter im Sterben liegt, kommt Carl mit seiner Familie nach Finnland zurück und sie alle verbringen einige Tage im Spätsommer in ihrem Elternhaus in den Schären.

Keine einfache Zeit für Olof, Carl und auch Klara - Carl Frau, die mit Olof ihre eigene Geschichte hat. Erinnerungen werden geweckt, alte Zwiste kommen wieder hoch und die beiden Brüder verfallen in alte Rivalitäten.

Nachsommer ist ein berührendes Buch über verworrene Familienbande. Über Rollenbilder, die nicht überwunden werden können und Zwiste, die nie beigelegt werden. Der Autor webt seine Geschichte sehr geschickt. Vieles wird nur angedeutet und lässt Raum für eigene Interpretationen. 

 Johan Bargum geht sehr sparsam mit seinen Worten um, dafür ist die Dichte, das Gewicht umso höher. Es steckt viel drin in diesem kleinen Buch. Man hat das Gefühl nicht nur 140 Seiten gelesen zu haben, sonder eher 400. Sehr gelungen! Diese Geschichte wird mich in Gedanken noch eine Weile beschäftigen.

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

einsamkeit, kindheit, erinnerung, familie, wortlosigkeit

Ein schönes Paar

Gert Loschütz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 06.02.2018
ISBN 9783895611568
Genre: Romane

Rezension:

Herta und Georg sind gerade noch rechtzeitig in den Westen geflohen. Gemeinsam mit ihrem Sohn Philipp wollen sie sich ein neues Leben aufbauen. Doch das Glück des schönes Paares beginnt früh zu bröckeln. Wo einst Zusammenhalt und Liebe war, finden sich schnell Wortlosigkeit und Distanz.

Philipp versucht als Erwachsener die Spuren der Eltern nachzuzeichnen. Er bereist ihre Fluchtrouten, sieht sich die Orte an, an denen sie gelebt haben, zumindest die, von denen er wusste. Er hat ihre Trennung wohl nicht wirklich nachvollziehen können. Die Eltern sprechen ja nicht mit ihm. Sie sprechen auch nicht miteinander. Erst ist der Vater weg, dann die Mutter. Die Trennung vollzog sich schweigend. Und Schweigen beschreibt auch das Verhältnis zum Sohn.

Seine Kindheit ist geprägt von Isolation und Einsamkeit. Der Vater vergräbt sich hinter Papieren, die Mutter schickt nur noch Karten ohne Absender. Die Botschaft ist immer die gleiche: Mir geht es gut, wie geht es dir? 

So wenig, wie Philipp seine eigene Familiengeschichte versteht, so wenig verstehen wir Leser sie. In Bruchstücken lässt uns der Autor an der Geschichte dieses Paares teilhaben. Fast so, als würden wir ein altes Fotoalbum betrachten. Manches wurde festgehalten, Vieles fehlt aber und bleibt im Ungewissen. 

Auch der Erzählstil ist recht emotionslos und sachlich. Das passt sehr gut zu diesem Ich-Erzähler, der nie gelernt hat, Gefühle zu artikulieren, ja überhaupt zuzulassen. Dieser Stil unterstreicht die mangelnde Liebe in dieser "Familie".  Der Autor hat den Ton hier sehr gut getroffen. Das Buch ist recht eindringlich und weckt durch diese Distanziertheit erst recht Emotionen beim Leser. 

Am Buchrücken steht: "Was war es, das ihre Liebe zerstörte?" - Ja, was war es. Ich kann es nach der Lektüre noch immer nicht genau sagen. Aber so ergeht es vielleicht jedem Kind, dass sich diese Frage zu seinen Eltern stellt. Diese Frage lässt uns Leser Spielraum für Interpretationen. Es gibt eine Menge Andeutungen und bestimmt gibt es Leser, für die die Antwort klar auf der Hand liegt. Für mich liegt sie dennoch verloren im Nebel des Erinnerns. Aber vielleicht schaut das ganz anders aus, wenn ich dieses Buch in einigen Jahren nochmal lese. Das gefällt mir gut daran. Es ist nicht alles erzählt und doch genug, um ein Bild von diesen ungewöhnlichen Mensch zu bekommen. 

"Auch in diesem Bild sehe ich sie, sodass man vielleicht sagen kann, dass das ganze Erzählen nur einen einzigen Sinn hat: die auf keinem Film überlieferten Bilder aufzubewahren."   (S. 73)

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

koma, beziehung, geschichte, leserunde, dragnic

Einatmen, Ausatmen

Natasa Dragnic
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 08.08.2017
ISBN 9783869137193
Genre: Romane

Rezension:


"In diesem Raum ist so viel Schuld, wer wird das alles verzeihen können, den Menschen gibt es nicht."     (S. 222)

Giorgia liegt im Koma und ihre Männer treten an: Ihr Noch-Ehemann Konrad, der sie seit acht Jahren nicht mehr gesehen hat und sich schlecht fühlt, weil er seinen Ehering nicht finden konnte. Ihr Freund Ben, der Drummer, der beim Unfall dabei war, aber mit leichten Verletzungen davongekommen ist. Und Cesco, ihr Online Freund, den sie sehr geliebt hat, der aber nicht den Mut hatte, seine Frau zu verlassen.

Alle drei erheben Anspruch auf Giorgia und alle drei kämpfen mit Schuldgefühlen. Schuld ist da zentrale Thema in diesem Roman. Die Männer weisen sich gegenseitig Schuld zu, sehen sich ihrer eigenen Schuld gegenüber, machen Eingeständnisse und verfallen wieder in der Muster der Schuldzuweisung. Sie drehen sich im Kreis, beginnen sich zu öffnen, sich ihrer eigenen Geschichte zu stellen, nur um schließlich doch wieder dort zu landen, wo alle los ging.

"Alle dachten über die Schuld nach, die eigene und die der anderen, und der Körper wurde dunkler und schwerer."   (S. 222)

Aber auch Giorgia fühlt sich schuldig. Ihre Gedanken kreisen ebenfalls, hetzen um die Dramen ihres Lebens, möchten sich verabschieden und hoffen auf Vergebung.

Giorgias Geschichte ist sehr berührend, aber nicht ganz einfach zu lesen. Die drei Männer sind grundverschieden und so ist auch ihre Sprache. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Und Giorgias Gedanken hetzen wirklich dahin. Ohne Punkt und Komma. Man muss sich darauf einlassen!

Das Buch ist wie Jazz, der ist auch nicht immer einfach zu hören und manchmal hat man das Gefühl, etwas passt gar nicht, nur um daraufhin zu merken, dass doch alles stimmig ist. Außerdem liefert die Autorin einen großartigen Soundtrack mit. Alle Kapitel sind mit einem Songtitel übertitelt und den Männern sind Instrumente zugeordnet. 
Also Musik andrehen und loslesen! 

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(67)

102 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

irland, amerika, familiengeschichte, boston, familie

All die Jahre

J. Courtney Sullivan , Henriette Heise
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 29.01.2018
ISBN 9783552063662
Genre: Romane

Rezension:


Alles beginnt mit Patricks Tod. Er ist mit seinem Auto gegen eine Betonwand gefahren. Nora, seine Mutter wird noch in der Nacht ins Krankenhaus geholt, aber er starb bereits an der Unfallstelle.
Patricks Tod bringt die Familie wieder zusammen. Die übrigen Geschwister reisen zur Totenwache an und da taucht auch eine Nonne auf, die niemand zu kennen scheint. Angeblich ist es ihre Tante, aber Nora hatte doch keine Schwester. 
Was kann da vorgefallen sein?

Erzählt wird uns die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Die Geschehnisse jetzt, um Patricks Tod und Noras Vergangenheit. Ihre Überfahrt aus Irland um in Amerika Charlie zu heiraten, ihre Ankunft in Dorchester, die Gründung ihrer Familie und was sonst noch alles geschah.

Die irisch-katholische Gemeinschaft wird hier sehr kritisch betrachtet. Doch die Autorin bleibt respektvoll und verliert sich nicht in Klischees. Das gefällt mir sehr gut an diesem Buch. Sullivan zeigt sehr klar auf, wo diese Gesellschaft an ihre Grenzen stößt, macht dies aber völlig wertfrei. Das überlässt sie uns LeserInnen.

Zusätzlich stellt dieser Roman die großen Familiengeheimnisse in Frage. Was bezwecken diese Geheimnisse? Sollen sie wirklich jemanden schützen, oder sind sie eigentlich nur zum Selbstschutz da? Würde die Wahrheit wirklich Schaden anrichten, oder könnte sie nicht sogar das Gegenteil bewirken? Das große was wäre wenn….

„All die Jahre“ ist wieder eine großartige Familiengeschichte aus der Feder von J. Courtney Sullivan. Das Buch ist spannend, die Geschichte von Anfang an in Fluss und mitreißend. Es werden viele sensible Themen behandelt. Jedes Familienmitglied trägt sein individuelles Schicksal und kämpft mit seiner Prägung. Jeder hat seinen Platz, aus dem sich schwer ausbrechen lässt. Wie das eben so ist in Familien.

„Ohne ihn war die Familie nicht dieselbe. Wenn einer verschwand, musste sich der Rest neu sortieren.“     (S. 447)

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26 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

roman, aussteiger, isolation, kind, kremayr & scheriau

Bananama

Simone Hirth
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.02.2018
ISBN 9783218011037
Genre: Romane

Rezension:

Bananama soll ein Paradies sein für die Eltern und ihre 6jährige Tochter. Das Haus ist ökozertifiziert und natürlich Null-Energie und der Garten soll sie in Zukunft versorgen können. Eingekauft wird im Tauschkreis und die Tochter wird selbstverständlich zuhause unterrichtet, damit ihr die Lehrer keinen Unsinn beibringen.


Doch die Tochter, die kleine Ich-Erzählerin vermisst das alte Haus, ihre Mitschüler und ganz allgemein die Außenwelt.


„Manchmal vermisse ich die finstere Kammer. Immer wenn ich Angst hatte, konnte ich sie dort einsperren. Ich habe sehr viel Angst. Ich weiß nur meistens nicht genau, wovor.“                 (S. 18)


Bananama wird nicht ganz das gewünschte Paradies. Die Selbstversorgung liegt den Eltern nicht, sie bestellen lieber im Internet. Schritt für Schritt demontiert die Autorin die „perfekte Welt“ der Aussteiger und die Lage in Bananama spitzt sich zu. Die Erzählerin merkt wohl als erste, dass Bananama keine wirtliche Welt mehr ist. Doch welche Möglichkeiten hat eine 6jährige.


Simone Hirth zeichnet ein düsteres Bild vom Aussteigertum, von der Einsamkeit, die so eine Entscheidung mit sich bringen kann. Doch gleichzeitig wirft sie eine Menge Fragen auf. Liegt das Scheitern zwingend im Lebensentwurf der Protagonisten, oder haben sie ihr Scheitern eigentlich schon mitgebracht.


„Bald werden wir endgültig ausgestiegen sein, aus der Jahreszeit, aus der Welt, aus dem Leben."                              (S. 97)


Nur von sich selbst können sie nicht aussteigen. Das beginnt unsere kleine Erzählerin langsam zu begreifen und fühlt sich zum Handeln gezwungen.


Bananama ist kein einfacher Roman. Es regt zum Nachdenken an, nicht alles kann ich nachvollziehen und manches bleibt im Dunklen. Mir hat dieser poetische Roman sehr gut gefallen. Vor allem der Erzählstil des Kindes. Ganz in kindlicher Manier springt die Erzählerin häufig von einem Gedanken zum nächsten und wir füllen die Lücken mit unseren Ideen. Am Ende bleibt vieles offen und wir Leser müssen damit einfach leben. Es steht ganz einiges im Raum, das wir einfach stehen lassen müssen. Die Autorin lässt uns keine Wahl. Sie gibt uns keinen Hinweis oder Lichtblick. Das mag manchen Leser verunsichern, aber es ist stimmig für diese Geschichte.

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71 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

wettbewerb, auto, london, anthony mccarten, liebe

Hand aufs Herz

Anthony McCarten , Manfred Allié
Flexibler Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 19.04.2011
ISBN 9783257240580
Genre: Romane

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(18)

26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tokio, japan, dieb, roman, asiatisch

Der Dieb

Fuminori Nakamura , Thomas Eggenberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 18.01.2017
ISBN 9783257243765
Genre: Romane

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(243)

520 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 96 Rezensionen

jugendbuch, siena, ursula poznanski, thriller, italien

Aquila

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.08.2017
ISBN 9783785586136
Genre: Jugendbuch

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126 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 69 Rezensionen

liebe, arktis, deutschland, sehnsucht, diogenes verlag

Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Olga hatte ein langes und facettenreiches Leben. Als Kind verlor sie viel zu früh ihre Eltern und mit ihnen auch ihre Heimat. Ihre Oma holt sie zu sich nach Deutschland, aber sie interessiert sich nicht für sie. Sie braucht nur Olgas helfende Hände auf dem Feld.

Olga ist äußerst wissbegierig und will unbedingt lernen. Da sie ihre Großmutter nicht überzeugen kann, sie auf eine höhere Schule zu schicken, lernt sie selbständig und schafft die Aufnahme am staatlichen Lehrerinnenseminar.

Sie ist eine Außenseiterin und das sind auch Herbert und Viktoria, die Kinder des reichsten Mannes im Dorf.

Sie freunden sich an und werden langsam erwachsen. Viktoria besucht ein Internat für höhere Töchter und kehrt verändert wieder und Olga und Herbert entdecken eine wachsende Liebe. Doch Herbert liebt auch die Freiheit und das Abenteuer. Er bereist die unwirtlichsten Ecken der Erde um sich schlussendlich zwischen Schnee und Eis zu verlieren.

"Er wollte in der Wüste nichts machen, er wollte sich in ihr verlieren. Aber die Weite ist nichts. Er wollte sich im Nichts verlieren."        (S. 134)

Olga will lange nicht wahrhaben, dass Herbert nicht wiederkommt. Sie war die langen Trennungen ja gewohnt. Sie schreibt ihm postlagernd Briefe. Auch dann noch, als die Hoffnung längst verloren ist.

Sie erlebt die beiden Weltkriege, eine Flucht, einen Verlust und findet sich schließlich -alt und gehörlos, aber wach im Kopf - als Wahloma bei einer neuen Familie. Ihr neuer Enkel ist es, der uns die Geschichte erzählt und er findet auch die Brief, die Olga an ihren Herbert geschrieben hat. Sie sind wunderschön - voller Liebe, voller Vergebung, aber auch voller Sehnsucht.

Olgas Leben war ihrer Zeit voraus. Sie war freigeistig und selbstbestimmt zu einer Zeit, in der Frauen nicht viel Spielraum blieb. Olga ging ihren Weg recht zielstrebig und wurde mit einem reichen Leben belohnt. Der Autor lässt sie immer wieder schmunzelnden Auges zurückblicken. Aber sie hat auch einiges zu tragen.

Ich mag Olga sehr. Sie ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ich mag ihre Zielstrebigkeit, ihre Großzügigkeit und ihr großes Herz.

Bernhard Schlink hat hier ein großartiges Frauenschicksal zum Leben erweckt. Ich habe dieses facettenreiche Buch unendlich gerne gelesen und werde es sicher noch öfter zur Hand nehmen. Es ist wunderschön, emotional, interessant und manchmal sogar spannend.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Das dunkle Ende des Laufstegs

Eduardo Mendoza , Kirsten Brandt
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 13.03.2017
ISBN 9783312010158
Genre: Romane

Rezension:

Der ehemalige Damenfrisör wird von zwei angeblichen Polizisten aus der Irrenanstalt geholt, um an einem kleinen Fall mitzuarbeiten, den er auch bravourös löst. Doch leider handelt es sich um einen gemeinen Plan, ihm einen Mord in die Schuhe zu schieben.

Das lässt er natürlich nicht auf sich sitzen und startet seine Ermittlungen. Allerhand skurrile, aber äußerst liebenswürdige Personen kommen ihm zu Hilfe, die alle einer anderen Zeit zu entstammen scheinen.

Mit einer ordentlichen Portion Beharrlichkeit und etwas Glück gelingt es ihm Licht in den verworrenen Fall zu bringen. Aber der Abschluss lässt doch zu wünschen übrig. Er landet wieder in der Anstalt und jemand hat den Mord gestanden, der eigentlich kein Motiv hat.

Also startet er Jahre später seine detektivische Untersuchung aufs Neue. Was dabei herauskommt, wird hier natürlich nicht verraten.

Für mich war es das erste Buch von Eduardo Mendoza und ich habe die Lektüre wirklich genossen. Ich mag die leicht antiquierte Sprache und die Vielschichtigkeit der Charaktere. Die Fantasie des Autors scheint hier keine Grenzen zu kennen. Auch kurz auftretende Nebenfiguren bekommen bei Mendoza ein individuelles Gesicht.

Das und der Running Gag mit dem auszuliefernden Essen, hat mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich freue mich, dass ich durch die Romane Challange auf diesen Autor aufmerksam geworden bin und kann diesen (Kriminal-)Roman nur wärmstens empfehlen!

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73 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

fantasy, elfen, drachen, bibliothek, steampunk

Die maskierte Stadt

Genevieve Cogman , Dr. Arno Hoven
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783404208883
Genre: Fantasy

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

adoption, judith w. taschler, familiengeschichte

David

Judith W. Taschler
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.10.2017
ISBN 9783426281338
Genre: Romane

Rezension:

"Einen schöneren Tod als den ihrer Oma hätte sich niemand wünschen können.
Das war Magdalena schon als Zwölfjähriger bewusst. Clara schlief einfach ein. Trotzdem: Ihr Sterben war für sie ein wesentlich einschneidenderes Ereignis als der Unfalltod ihrer Eltern sechs Jahre zuvor. Oft frage sie sich, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn ihre Großmutter zehn, zwölf Jahre länger gelebt hätte. Wie hätte sie sich dann entwickelt? Wäre aus ihr ein besserer, glücklicherer Mensch geworden?"              (S. 23)

Magdalena ist die zentrale Figur in diesem Roman, aber wir lernen auch die Generationen vor ihr kennen. Ihre glamourösen Eltern, die bei einem Unfall in Amerika ums Leben kamen und ihre Großeltern. Ihr Opa war in französischer Kriegsgefangenschaft und hat einen Davidahorn mit nach Hause gebracht, um ihn seiner Frau, Clara zu schenken. Dieser Baum hat auch eine zentrale Rolle. Immer wieder kehrt die Geschichte zu ihm zurück.

Judith W. Taschler erzählt uns diese Geschichte nicht linear. Wir lesen mal von Clara, mal von Richard natürlich von Magdalena und immer wieder auch von Jan. So wie die Leben der Protagonisten nicht geradlinig verlaufen sind, so verlaufen sich auch die Wege im Buch und immer wieder kreuzen sich diese Wege, bis sich ein stimmiges Ganzes ergibt. Manches konnte man erahnen, aber die Überraschung war groß, als sich alles aufgelöst hat. 

Die Autorin hat alle Fäden fest in der Hand behalten und es bleiben keine Fragen offen. So wird dieser Roman zu einer berührenden Geschichte über Schicksal, Zufall und Resilienz.

Mich konnte Judith W. Taschler zum wiederholten mal begeistern. Dieses Buch hat mich wirklich gefesselt. Ich mochte es kaum mehr aus der Hand legen. Ich glaube, es ist mein neues Lieblingsbuch von dieser sympathischen Autorin!

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Junge bekommt das Gute zuletzt

Dirk Stermann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 10.10.2016
ISBN 9783498064389
Genre: Romane

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

kinder, ab 3, fuchs, religion, weihnachtsgeschichte

Ein Fuchs erzählt von Weihnachten

Nick Butterworth , Mick Inkpen
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 15.08.2018
ISBN 9783417287455
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines Fuchses - wie kann man sich das vorstellen?

Ganz einfach, ein Fuchs erzählt uns, was er Spannendes erlebt hat. Er erzählt uns ein bisschen von seiner Lebensweise, bis er plötzlich die Engel in Bethlehem sieht. Er fürchtet sich, aber er ist auch neugierig. Deshalb folgt er den Hirten in den Stall und sieht Jesus mit seinen eigenen Augen. Die Atmosphäre ist äußerst friedlich. Die Tiere im Stall sehen den Fuchs, aber niemand fürchtet sich. Alle Staunen über die Geburt des Königs.

Das fand ich besonders schön an dieser Geschichte, dass es auch ein kleines Weihnachtswunder gibt, bei dem der Fuchs eine Rolle spielt. Der weihnachtliche Frieden wird so gut erklärt. 

Meine Tochter und ich werden das Buch sicher noch oft lesen bis Weihnachten. Sie ist 6 Jahre alt und beginnt gerade selbst zu lesen. Die kurzen Sätze und die große Schrift lassen das schon zu. Zum Vorlesen ist das Buch sicher ab drei Jahren geeignet, denn die Geschichte ist auch in den Bildern gut zu erfassen. Da bleibt die Aufmerksamkeit erhalten und die Bilder sind wirklich schön anzuschauen. 

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223 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

juli zeh, dystopie, roman, leere herzen, braunschweig

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Britta ist verheiratet, Mutter einer Tochter und erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie betreibt mit ihrem besten Freund Babak Hamwi eine psychotherapeutische Praxis, von der eigentlich niemand genau weiß, was sie ganz genau da machen. Sie nennen sie „Die Brücke“ – übrigens ein äußerst passender Name, und Juli Zeh versteht es meisterhaft unsere Neugierde bis an die Grenzen zu spannen, bevor sie uns verrät, was wirklich dahinter steckt.


Und mehr wird jetzt auch schon nicht mehr verraten über den Inhalt des Buches. Das würde nur das Lesevergnügen mindern. Ich würde außerdem empfehlen, den Klappentext nicht zu lesen.


Juli Zeh lässt ihre Geschichte ca. 10 Jahre in der Zukunft spielen. Ganz genau wird das nicht verraten, aber man kann es ahnen. Die Welt und unsere Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und wir erfahren, was nach Merkel , Trump und Brexit auf uns zukommen könnte.


Die Autorin zeichnet ein Bild unserer Gesellschaft, das nicht so weit entfernt liegt und trotzdem hoffentlich so nie kommt. Die Politikverdrossenheit nimmt zu und die Sinnsuche ab. Demokratie verkommt zu einem fast sinnentleerten Wort und die Menschen richten sich ein in ihrer meinungsfreien Welt.


„Aber im Gegensatz zu anderen Eltern versucht sie nicht, mit Veras (Brittas Tochter) Hilfe zu ersetzen, was ihnen allen verloren gegangen ist: Politik, Religion, Gemeinschaftsgefühl und der Glaube an eine bessere Welt.“          (S. 44)


Fast nebenbei spinnt Juli Zeh ein Netz um Britta und Babak, das sie schließlich ins Exil zwingt. Gefangen zwischen echter Angst und Paranoia versuchen die beiden zu retten, was noch zu retten ist. Richtig und Falsch sind manchmal kaum mehr zu unterscheiden. Ob Brittas Entscheidung hier richtig ist, muss wohl jeder Leser für sich beantworten. Mich lässt die Geschichte mit schweren Zweifeln zurück.


Auf jeden Fall ist es ein spannender Roman, einzuordnen zwischen Thriller und Gesellschaftsporträt. Juli Zeh stellt zum wiederholten Mal unter Beweis, dass sie schreiben kann und dass ihr das Genre Psychothriller wahrlich liegt. Für mich ist Leere Herzen ein echter Pageturner!

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(19)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

rache, shakespeare, theater, der sturm, shakespeare neuerzählt

Hexensaat

Margaret Atwood , Brigitte Heinrich
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Knaus, 17.04.2017
ISBN 9783813506754
Genre: Romane

Rezension:

Felix Phillips ist ein begnadeter Regisseur und Leiter der Makeshiweg –Festspiele. Er inszeniert Shakespeare Stücke auf revolutionäre Weise und sein nächstes Meisterwerk, „Der Sturm“ soll ihn noch berühmter machen. Außerdem soll es ihn von seiner privaten Tragödie ablenken.


Doch es kommt alles anders. Sein engster Mitarbeiter hat ihn schwer hintergangen und nimmt seinen Platz ein. Phillips zieht sich entthront in ein selbstgeschaffenes Exil zurück und versteckt sich hinter einer erfundenen Identität. Aber er behält seine Feinde im Auge.


Nach Jahren des Versteckens lockt ein Zufall seine Widersacher in sein Revier. Er inszeniert mittlerweile Stücke im Gefängnis, als Lese- und Schreibunterrichtsmethode. Ein Bildung-durch-Literatur Programm, das ihm über die Jahre sehr ans Herz wächst.


Als die Zeit der Rache naht, inszeniert er den Sturm im Gefängnis. Alles ist bereit für seinen großen Auftritt und seine Widersacher sehen sich plötzlich mitten im Stück.


Margret Atwood hat es meisterhaft geschafft, den Sturm in unsere Zeit zu bringen. Es gibt eine spannende Arrestsituation, eine Revanche, die sich gewaschen hat, ein bisschen Zauberei und natürlich auch Versöhnung und einen Neubeginn.


Es ist beeindruckend, wie nah die Autorin am Original bleibt und trotzdem ist alles stimmig und spannend. Hexensaat ist nicht vorhersehbar. Das Buch überrascht immer wieder, obwohl der Handlungsverlauf irgendwie bekannt ist. Aber den Schluss finde ich im neuen Sturm definitiv schöner! Empfehlenswert, nicht nur für Shakespeare Freunde. Man muss das Original nicht gelesen haben, um Hexensaat zu mögen. Aber man wird es vielleicht nachholen wollen. 

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(211)

433 Bibliotheken, 11 Leser, 7 Gruppen, 45 Rezensionen

psychiatrie, thriller, mord, salzburg, ursula poznanski

Stimmen

Ursula Poznanski ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.02.2016
ISBN 9783499267437
Genre: Krimi und Thriller

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(13)

26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

roman, auserirdische, dystopie, talkshow, die außerirdischen

Die Außerirdischen

Doron Rabinovici
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.08.2017
ISBN 9783518427613
Genre: Romane

Rezension:

Stell dir vor, du stellst morgens das Radio an und auf allen Sendern hörst du die selbe Nachricht: Außerirdische haben die Erde erobert.Sofort beginnen die ersten mit Hamsterkäufe und als das Stromnetz zusammenbricht, was rein menschenverschuldet ist, kommt es momentan zu Plünderungen und Straßenkämpfen.

Alles im Rahmen das Möglichen. Und dann wird es haarig:Erst hörte man tagelang nichts von den Extraterrestriern und dann heißt es, sie kommen in friedlicher Absicht, bringen wirtschaftlichen Aufschwung und Heilung sämtlicher Krankheiten, sie fordern nur ein kleines Opfer - gelegentlich etwas Menschenfleisch. Es soll natürlich absolut freiwillig geschehen. Nur wer sich opfert, kann auch genossen werden. Sonst könnten sie ja auch Tiere essen.

Im menschlichen Übereifer werden Spiele veranstaltet. Es gibt ansehnliche Gewinne, die den Hinterbliebenen übergeben werden. Wer ausscheidet und geopfert wird, darf seine letzten Tage auf einer Trauminsel verbringen, wo er dann freiwillig zur Schlachtbank schlendert. Ein kleines Opfer für die Menschheit. Der Tod zum Wohle der restlichen Gesellschaft.

Doron Rabinovici hat hier ein sehr schräges Szenario erschaffen. Er schreibt wenige Konkretes über diese Lebensform, lässt uns aber doch deutlich erkennen, dass die Außerirdischen so überlegen sind, dass es besser ist, nicht gegen sie zu kämpfen. Wenn man sich das vorstellt, ist es nicht mehr weit, dass man sich auch das Opfer einzelner für das Wohl aller vorstellen kann.

Natürlich gerät alles außer Kontrolle und ich befürchte, der Autor hat Recht mit seiner Annahme, dass wir aus der Geschichte nichts gelernt haben. Sehr schnell sind hier die Menschen bereit, die Schlachtungen zu übernehmen und es dauert nicht lange, bis alle Gegner der Spiele ebenfalls auf die Insel gebracht werden, die so gar nichts von einer Südseeinsel hat. 

Große Fragen wirft der Autor mit seinem Buch auf! Lernen wir aus der Geschichte? Was ist mit der Schuld? Tragen alle ihren Teil daran, auch jene, die einfach nicht hingeschaut haben? Wieso suchen wir eine Schuld bei den Überlebenden?

„Vielleicht ist es nur logisch, wenn Außerirdische meinen, wir wären die Richtigen für sie. Sind wir nicht Meister, wenn es darum geht, zu töten und zu sterben, nicht ohne zu beteuern, wie süß und fein das aus diesem oder jenem Grund, für die eine oder andere Sache ist? Ich gestehe, mittlerweile ist in mir der Verdacht gereift: Was, wenn die Idee zur Massenschlachtung, zu den Spielen mit ihren Champs und ihren Märtyrern, mit ihren Siegern und den Ausgeschiedenen, wenn all das gar kein Einfall aus dem All war, sondern von hier unten stammt? Kann es nicht sein, dass unsere Kultur - wie das klingt in diesem Zusammenhang, unsere Kultur? - es erst war, die sie auf die Idee brachte?“         (S. 230)

Ein großartiges Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat und mir stellenweise echte Gänsehaut beschert hat. Eine absolute Leseempfehlung!

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(26)

46 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

mord, nachbarschaft, verbrechen, kammerspiel, chaos

Babylon

Yasmina Reza , Frank Heibert , Hinrich Schmidt-Henkel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446256514
Genre: Romane

Rezension:


Laut Wikipedia ist Babylon anknüpfend an die jüdische und christliche Symbolik sowohl Ort des Exils (Gottesferne) als auch Sinnbild sündigen, verblendeten Lebenswandels sowie zugleich Stätte einer mysteriösen Erfahrung.

Letzteres trifft wohl auf Elisabeth zu, die uns hier an ihren Gedanken teilhaben lässt. Sie gibt ein Frühlingsfest und ist sehr nervös. Sie ist keine geübte Gastgeberin. Aber zu ihrem großen Erstaunen wird das Fest ein Erfolg. Die Gäste unterhalten sich blenden und genießen Speis und Trank. Bis im alkoholischen Übermut, das Ehepaar aus der Etage über ihnen in Streit gerät. Allerdings scheint dem niemand allzu viel Bedeutung beizumessen.  

Doch spät nachts läutet es an der Tür von Elisabeth und ihrem Mann. Jean-Lino, der Nachbar steht vor der Tür und behauptet, seine Frau erwürgt zu haben. Elisabeth ist mir Jean-Lino befreundet. Sie hört sich an, wie es dazu kam und ist schließlich bereit, ihm zu helfen, die Leiche zu transportieren. Doch das klappt nicht ungesehen... 

Yasmina Reza erzählt uns hier die Geschichte von Elisabeth. Ihre Vergangenheit wird uns in kleinen Erinnerungen rückblickend erzählt. Auch ihre Gedanken und Geistesblitze dürfen wir mitverfolgen. Manchmal sind ihre Gedankensprünge nicht ganz nachvollziehbar und manches hätte ich lieber nicht gewusst. Aber so funktionieren wohl unsere Gehirne. Manchmal fragen wir uns ja selbst, warum uns etwas genau in einem bestimmten Moment einfällt.

Hier unterbricht das den roten Faden der Geschichte fast zu oft und Vieles wird erzählt, das kaum einen Zusammenhang mit den Ereignissen erkennen lässt. Zu oft springt die Autorin von einer Idee oder Erinnerung zur nächsten. Insgesamt passiert ja nicht viel in diesem Buch. Es gibt ein Fest, alle trinken, dann wird jemand ermordet und es stellt sich die Frage, wie man damit umgehen soll.

Ich konnte Elisabeths Handeln nicht ganz nachvollziehen. Im Klappentext steht, sie hätten eine besondere Freundschaft. Dassehe ich auch so, besonders ist sie irgendwie, aber sehr weit reicht diese Freundschaft auch nicht. Immerhin sind die Nachbarn zum ersten Mal eingeladen und das auch nur, weil sie deren Stühle ausborgen wollte. Warum also macht sich Elisabeth schuldig, indem sie versucht, ein Verbrechen zu vertuschen? Ich bin daraus nicht wirklich schlau geworden und deshalb gibt es von mir auch nur drei Sterne. Das Buch liest sich nicht schlecht, stellenweise ist es sogar lustig, aber der Zusammenhalt fehlt mir etwas.

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tod, gespenster, trauer, gegenwartsliteratur, familie

Abschied für Anfänger

Anne Tyler , Christine Frick-Gerke
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.07.2012
ISBN 9783036956428
Genre: Romane

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england, freundschaft, party, roman, neid

Die Party

Elizabeth Day , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.09.2017
ISBN 9783832198671
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein kleiner Verhörraum in einem Vorort von London. Der Ich-Erzähler, Martin Gilmore, versucht die Fragen so nichtssagend wie möglich zu beantworten. Es gab wohl einen Vorfall auf der Party zum 40. Geburtstags seines besten Freundes Ben Fitzmaurice.

Ben und Martin lernten sich an der Burtenburry kennen. Eine fast Elite-Schule an die es Martin durch seine Intelligenz und seinen Ehrgeiz geschafft hatte. Er ist ein klassischer Außenseiter, sozial eher inkompetent und aus schwierigem Elternhaus. Sein Vater starb vor seiner Geburt und seine Mutter hat ihm wenig Liebe entgegengebracht. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als dazuzugehören.Als er Ben das erste Mal trifft, betört ihn seine angeborene Dominanz, sein Selbstbewusstsein, das jenen inne wohnt, die sich nie etwas erkämpfen mussten und sein bezaubernder Charme. Ihm ist sofort klar, dass er ihn zum Freund gewinnen muss.

Erwachsen finden wir kaum Gemeinsamkeiten zwischen den beiden und schnell tritt die Frage in den Vordergrund, was die beiden wirklich verbindet. Die Autorin schafft es gekonnt, uns auf die Folter zu spannen. Geschickt streut sie uns Krümel, damit wir uns Seite um Seite immer mehr wundern, doch erraten hätte ich die Sache nie!Das Buch ist von Anfang an ein wahrer Pageturner. Der Protagonist ist zwar nicht so gezeichnet, dass ihm die Herzen zufliegen, aber wenn die Antipathie zu groß wird, lässt die Autorin immer wieder seine Frau zu Wort kommen, um uns ihre Sicht der Geschehnisse näher zu bringen und sie ist ein wahrer Schatz. Außerdem lockern die Zeitsprünge die Geschichte auf. Immer wieder gibt es Rückblenden in die Schulzeit, ihre Anfangsjahre im Berufsleben und ihre Ehejahre. 

Ben und Martin könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie bewegen sich in völlig verschiedenen Gesellschaftsschichten. Während Ben sich leichtfüssig mit der Superlative umgibt, versucht Martin beständig, das auch zu schaffen. Ihre Welt scheidet sich in zwei Gruppen: die, die dazugehören und die die dazugehören wollen. Für mich stellt sich beim Lesen schon die Frage, warum das für Martin slo entscheidend ist. Er führt eigentlich kein schlechtes Leben. Er ist ziemlich erfolgreich in seinem Beruf und finanzielle relativ Sorgenfrei. Damit könnte man ja auch zufrieden sein.

„Du wirst hineingeboren, wenn du zu den Glückspilzen zählst. Und wenn nicht? Dann kannst du dein Leben damit verbringen, dazugehören zu wollen.“     (S. 379)

Alles in allem wirkt der Roman ein bißchen wie eine Abrechnung mit dem Geldadel und der Macht, die damit einher geht. Altes Geld, alte Kontakte und damit die Möglichkeit alles und jeden zu beeinflussen. Es ist eine Form der Gesellschaftskritik, der ich absolut zustimmen kann. Allerdings wirkt es hier fast etwas überspitzt. Als würde was Persönliches dahinter stecken. Dennoch kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen, wenn man was Spannendes und trotzdem halbwegs anspruchsvolles zum Lesen sucht.

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206 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 65 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, klassenkampf, kommunismus

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

klassenfahrt, spiele, identitätssuche, verlieben, freunde

Mehr Schwarz als Lila

Lena Gorelik
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 17.02.2017
ISBN 9783871341755
Genre: Romane

Rezension:



„Es gibt Fehler im Leben, dir man nicht wiedergutmachen kann. Obwohl man alles dafür tun würde.“

Alex, Paul und Ratte. Drei revoltierende Teenager, die sich unverstanden fühlen und mit ihren siebzehn Jahren versuchen, die Welt, das Leben und die Liebe zu verstehen.Sie fühlen sich unverstanden, ungehört und immer wieder auch einsam. Sie sind einander Familie, beste Freunde und Zeitvertrieb. Sie spielen Spiele wie „Stell dir mal vor“ oder „Du wirst die doch trauen“ oder „Ist mir doch egal“, in denen sie in ihre eigene Welt eintauchen. Eine Welt, die noch nicht ist. Sie treiben sich gegenseitig an die Grenzen und darüber hinaus. Es geht um Macht.

„Um der Langeweile zu entkommen, spielten wir manchmal Spiele. Ratte, Paul und ich. Wir spielten Spiele, um zu spüren und zu fliehen, aber wir sagten fliegen dazu. Wir spielen, um zu fliegen.“               (S. 33)

Und dann kommt Herr Spitzing als Referendar in die Klasse. Dieser Lehrer ist ganz anders. Er setzt sich mitten unter die Schüler, er lässt sie fünf Minuten alles was ihnen durch den Kopf geht schreiben, er fordert sie heraus. Er beginnt sich auch privat mit dem Trio zu treffen. Die Freunde sind ungewöhnlich und er gefällt sich in seiner Rolle. Bis auch er mit ihnen ein Spiel spielt, das alle Grenzen überschreitet.

Lena Gorelik hat hier einen ungewöhnlichen Roman geschrieben. Der Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Einerseits wird erzählt, andererseits wird jemand angesprochen. Das hat mich anfangs sehr verwirrt, aber schon bald hat mich der schräge Charme dieses Buches in seinen Bann gezogen. Das Buch lebt von Wortspielen und Wortklaubereien. Ich liebe das!

Von der Geschichte darf eigentlich nicht zu viel verraten werden. Ich hatte zum Glück nicht mal den Klappentext gelesen und daher war das Buch auch richtig spannend für mich. 

Dieses Buch ist Vieles! Es ist ein Coming-of-Age Roman, der sich sehr einfühlsam mit den Widrigkeiten des Erwachsenwerdens beschäftigt. Es ist ein Jugendbuch, mit Teenagerproblemen, es ist aber auch eine Sammlung für Wortspielereien, Oximora, Alliterationen…

Aber vor allem versprüht dieses Buch einen ganz eigenen Charme, dem ich mich nach wenigen Seiten nicht mehr entziehen konnte. Eine absolute Leseempfehlung!

„Stell dir mal vor, diese Geschichte kannst du niemandem erzählen, niemandem auf der Welt, weil davon Freundschaften abhängen, und von diesem Freundschaften hängt dein Leben ab. Stell dir vor, die Zusammenhänge sind so einfach, obwohl es pathetisch klingt.“ 
(S. 145)

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musik, antoine laurain, band, politik, frankreich

Die Melodie meines Lebens

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 12.09.2017
ISBN 9783455600520
Genre: Romane

Rezension:

Alain erhält einen Brief von der Plattenfirma. Seine Band bekommt den sosehr erhofften Termin!
Leider hat sich der Brief um 33 Jahre verspätet. Er ist bei der Post hinter ein Regal gerutscht und wurde bei Renovierungsarbeiten entdeckt.Für Alain beginnt das berühmte was wäre wenn…
Wäre er jetzt ein angesehener Rockstar?

Da er das Demotape nicht mehr hat, macht er sich auf die Suche nach seinen ehemaligen Bandkollegen. Die Truppe hat sich in die verschiedensten Richtungen entwickelt. 

„Hier endete seine Suche also - die Einzigen, die für ihn erreichbar waren, hatten die Kassette nicht mehr. All das ergab zudem keinen Sinn. Wem hatte er in letzter Zeit gegenübergestanden? Einem größenwahnsinnigen Faschisten im politischen Vollrausch, dann dem Besitzer eines Furunkels und eines thailändischen Ferienresorts - der zu dieser Stunde vermutlich einer seiner geliebten, mit Blumen dekorierten Fische verspeiste - und heute einem überheblichen Künstler, der mit seinem Erfolg prahlte und sich um die Hologrammes einen feuchten Dreck scherte.“   
(S. 165)

Dann gibt es noch ein IT-Genie, das noch dazu die Gabe besitzt, wirtschaftliche Strömungen ziemlich exakt vorherzusehen und einen Sängerin, die nicht auffindbar ist, für uns aber zu Wort kommt. Und ein Mitglied der Band lebt leider nicht mehr.

Antoine Laurain lässt in seinem Buch einige Extreme der Gesellschaft zu Wort kommen: einen exaltierten Künstler, eine russische Pornodarstellerin, einen rechtsextremen Politiker und einen Präsidentschaftskandidaten wider Willen mit seiner überambitionierten Assistentin. Zwischen den Zeilen spricht hier immer wieder der Gesellschaftskritiker in ihm. Aber das Ganz bliebt oberflächlich und dem Leser überlassen, wieviel man hineininterpretieren möchte. 

Im Großen und Ganzen ist „Die Melodie meines Lebens“ ein unterhaltsames Buch, das mich als Leser unweigerlich über die berühmte Was-wäre-wenn-Frage nachdenken lässt. Das Buch plätschert zeitweilig dahin und die Zusammenhänge sind manchmal nicht ganz klar. Aber der Autor hat seine Figuren in Blick behalten und alles gipfelt in einem großen Showdown am Ende. Irgendwo zwischen Absurdität und Zufall löst sich alles auf und findet ein freundliches Ende.

Vielleicht ist die Botschaft des Buches einfach, dass man sich die Was-wäre-wenn-Frage nicht stellen soll, weil sowieso alles so kommt, wie es kommen soll. Ich fühlte mich gut unterhalten und werde die anderen Bücher des Autors sicher auch noch lesen! 

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