Leserpreis 2018

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296 Bücher, 195 Rezensionen

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

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Eine Geschichte der Wölfe

Emily Fridlund , Stephan Kleiner
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 19.03.2018
ISBN 9783827013675
Genre: Romane

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60 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Der Neue

Tracy Chevalier , Sabine Schwenk
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Knaus, 16.04.2018
ISBN 9783813506716
Genre: Romane

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(8)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Das Leuchten in mir

Grégoire Delacourt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 04.10.2018
ISBN 9783455002737
Genre: Romane

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

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Die Frau, die liebte

Janet Lewis , Susanne Höbel
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423281553
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieses kleine Büchlein, ist für mich die Überraschung des heurigen Lesejahres. Bereits 1941 geschrieben, wurde es nun auch in deutscher Sprache aufgelegt. Janet Lewis bedient sich hier eines Justitzdramas aus dem Jahre 1560. Dieser unglaubliche Fall hat sich in Rioux und Toulouse zugetragen.


Martin Guerre verlässt seine junge Gemahlin Bertrande, um dem Zorn des Vaters zu entgehen. Aus wenigen Tagen werden Jahre, in denen der junge Bauer nicht zurückkommt. Die Mutter stirbt und Bertrande übernimmt den Haushalt. Als auch der Vater stirbt, übernimmt ein Onkel die Führung des Hofes. Glücklich ist hier niemand. Bertrande verzehrt sich vor Sehnsucht, sorgt sich gleichzeitig, dass Martin nicht mehr am Leben sein könnte und hofft doch auf seine Rückkehr.

Als Martin schließlich zurückkommt kehrt wieder Freude in den Haushalt ein. Doch schon bald beginnen sich Zweifel in Bertrande zu regen. Ist dieser Mann wirklich ihr Martin? Er sieht ihm zwar äußerlich sehr ähnlich, sein Wesen allerdings ist völlig anders. Martin war jähzornig, wie sein Vater. Dieser neue Martin ist liebenswürdig, friedliebend und kennt Vergebung.

Doch Bertrande kann mit ihren Zweifeln nicht leben. Sie sieht in ihrer falschen Ehe eine Sünde, mit der sie nicht leben möchte. Sie vertraut sich verschiedenen Familienmitgliedern an, aber niemand scheint ihr zu glauben. Sie alle unterstellen ihr, einem Wahn zu unterliegen. Nur der Onkel steht zu ihr und so wird "Martin" angeklagt.

Dieser Fall beruht auf Tatsachen und Janet Lewis versteht es gekonnt, Fakten mit Imagination zu verweben, um daraus einen packenden Roman entstehen zu lassen. Eindringlich schildert sie die Gefühle und den Zwiespalt der Protagonistin. Man leidet mit ihr in ihrer Not. Dieses Kleinod konnte mich absolut begeistern und ich bin froh, dass mir der Zufall dieses Büchlein in die Hände gespielt hat. Ich hätte nicht mit so einer eindrücklichen Geschichte gerechnet und hoffe auf weitere Übersetzungen von Janet Lewis' Werken.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Happy End

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070422
Genre: Romane

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(43)

85 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

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Gun Love

Jennifer Clement , Nicolai von Schweder-Schreiner
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518428320
Genre: Romane

Rezension:

Pearl ist in einem Auto aufgewachsen. Ihre Teenager-Mum ist von zuhause abgehauen, um zumindest ihre Tochter vor der väterlichen Gewalt zu beschützen. Sie parkte ihren Ford Mercury auf dem Besucherparkplatz eines Trailerparks, um dort zu nächtigen - vorübergehend, bis sich eine leistbare Wohnung findet.


Aus vorübergehend wurden Jahre und aus Pearl wird langsam ein Teenager. Ihre bezaubernde Mum schafft es, eine Welt aus Träumen und Vorstellungen zu kreieren, die diese bedrückende Umgebung lebenswert macht. Bis Eli kommt und mit ihm die Waffen. Eli erobert Pearls Mutter und ihre heile Welt im Auto wird zutiefst erschüttert. Die ganze Trailerpark-Community verwandelt sich in Waffenschieber und wo zu viele Waffen sind, wird natürlich auch geschossen.

Jennifer Clement lässt Pearl als Erzählerin auftreten. Ihre Sicht der Welt und was diese zusammenhält, ist bezaubernd und hat mich völlig in Bann gezogen. Sie ist geprägt von kindlicher Naivität und einem feinsinnigen Gespür für die Mitmenschen. Ihre Art zu erzählen ist sehr bildhaft und sprachgewaltig. Automatisch beginnt man die gesellschaftlichen Strukturen zu hinterfragen. 

Die Waffenverliebtheit der Amerikaner ist für uns Europäer schwer verständlich. Somit war ich auch nicht verwundert, dass hier irgendwas passieren muss. Wo Waffen sind, ist auch Gewalt. Dennoch war ich überrascht, als es soweit war und wohin das führt. Noch nie hätte ich mir eine Fortsetzung so sehr gewünscht, wie bei diesem Buch. Aber das schmälert nicht meine Begeisterung. Für mich zählt Gun Love definitiv zu den Favoriten dieses Jahres!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Kinder des Zufalls

Astrid Rosenfeld
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kampa Verlag, 06.09.2018
ISBN 9783311100010
Genre: Romane

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27 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Trügerischer Sommer

Mechthild Lanfermann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 10.09.2018
ISBN 9783442714957
Genre: Romane

Rezension:

Barbara verbringt einen Sommer  mit ihrem Sohn Tore in ihrer ehemaligen Heimatstadt. Ihr Vater hatte einen Schlaganfall und erwacht nicht mehr aus dem Koma. Außerdem hat sie ihren Job verloren und muss zusehen, dass sie sich nicht in Geldsorgen verliert. Da kommt es ihr ganz gelegen, dass ihr im Museum der Kleinstadt eine kurzfristige Anstellung angeboten wird.


Endlich bieten sich ihr Möglichkeiten, die sie sich immer erträumt hatte. Als Städterin und Heimkehrerin wird sie geschätzt und ernst genommen. 

Ihr Verhältnis zum Vater war quasi nicht vorhanden und auch zu ihrem Bruder hatte sie kaum Kontakt. Das Familienleben war geprägt von Worten, die nie gesagt wurden. Die Vergangenheit wurden in Schweigen erstickt und die Vaterliebe erschöpfte sich mit der Versorgung der Kinder. Kein Wunder, dass Barbara diesem Leben entkommen wollte.

Alles, was bei ihrer Heimkehr in einem anderen Licht zu strahlen scheint, entpuppt sich langsam als Schein. Auch eine Heimkehrerin lässt man nicht sofort hinter die Kulissen blicken. Sie wähnt sich in Sicherheit, während die Welt rund um sie bröckelt, bis alles in einem Albtraum kulminiert und Barbara um das Leben ihres Sohnes bangen muss.

Die Autorin geht hier hart ins Gericht mit dem Kleinstadtidyll. Kaum ein Thema wird ausgelassen. Wir lesen von der Kontrolle der wenigen Mächtigen, die meinen sich niemals rechtfertigen zu müssen, von den "lustigen" Hausfrauen, die ihre Langeweile in Alkohol ertränken, den Zwängen der Nachbarschaft, der Homophonie und Engstirnigkeit des ländlichen Raums. Doch Mechthild Lanfermann wertet nicht. Häufig deutet sie nur an und immer bleiben die Dinge im Raum stehen. 

Dieses Buch liest sich anfangs recht locker, entwickelt sich aber zu einem vielschichtigen Gebilde, dessen Entwirrung einige Überraschungen birgt. Der finale Höhepunkt war nicht vorhersehbar und der Schluss wird nicht zerredet. Manches bleibt offen, es gibt Anzeichen von Versöhnung und Hoffnung auf ein gutes Ende.

Mir hat die Geschichte recht gut gefallen. Es gibt Kleinigkeiten, die es nicht unbedingt gebraucht hätte, aber dem muss man nicht zu viel Gewicht geben. Alles in allem hat mich die Geschichte ausgezeichnet unterhalten und der Schluss hat mich endgültig überzeugt. Das Grande Finale ist definitiv gelungen!

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Menschen, Tiere und andere Dramen

Peter Iwaniewicz
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.10.2018
ISBN 9783218011358
Genre: Humor

Rezension:

Peter Iwaniewicz schreibt seit Jahren die Kolumne "Tier der Woche" in der Wochenzeitung Falter. Dieses Buch wirkt ein bißchen wie eine Kolumnensammlung. 

Die Inhalte sind manchmal lustig, manchmal traurig und manchmal noch trauriger, wenn es darum geht, wie wir Menschen unsere tierischen Zeitgenossen behandeln. 
Dennoch wird sämtliche Information mit eine Brise Humor serviert, von hellrot bis tiefschwarz.

Das Buch bietet aber auch einiges an Fakten, die nicht jedem bekannt sind. So erfahren wir, dass es Kampfdelfine gibt, wir hören vom "Killerwels" und wir lernen, dass unser Bild vom Dodo nur auf ein überfüttertes Zootier zurückgeht. Das Kapitel Tiere und Kunst bietet Anregung zum Nachdenken und zur Diskussion und wirft die Frage auf, wie weit die Kunst gehen darf. 
Wir lernen, was uns an Tieren gefällt und warum uns Tiere tatsächlich gesund machen können.

Dieses Buch bietet ein breites Spektrum an satirischem und unnötigen Wissen. Es bringt uns nicht weiter, wenn wir versuchen wollen, die Tierwelt besser zu verstehen, aber es bringt uns zum Lachen. Viele Informationen fand ich erheiternd oder interessant, aber wie das eben so ist, wenn nur Häppchen serviert werden: sie halten nicht an!

Ich habe das Buch grundsätzlich recht gern gelesen und es hat mich amüsiert, aber ich habe Vieles auch gleich wieder vergessen. Dafür wurden die Themen zu kurz verarbeitet. Das Buch bietet eine gewisse Bandbreite an Information, geht aber niemals in die Tiefe. Daher vergebe ich nur 3 Sterne.

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Drei sind ein Dorf

Dina Nayeri , Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482869
Genre: Romane

Rezension:

Die Autorin schreibt in den Anmerkungen, dass sie mit diesem Roman versucht, die Verzweiflung der vielen Flüchtlinge zu beschreiben, die immer noch in ganz Europa in ungeklärten Verhältnissen leben. Und ich darf anmerken, dass ihr das zweifelsfrei gelungen ist. Dieses Buch hat meine Vorstellung der persischen Kultur ungemein bereichert und ich kann jetzt Vieles besser verstehen, das mir immer nur fremd erschienen ist. Ich hoffe, dieser Roman erreicht noch ganz viele Menschen, die bereit sind, ihre Grenzen zu erweitern und sich auf Neues und Fremdes einzulassen.

Dina Nayeri erzählt uns hier die Geschichte von Niloufar, die als Kind mit ihrer Mutter und ihrem Bruder aus dem Iran geflüchtet ist. Der Vater ist zurückgeblieben. Er wollte Ansehen, Wohlstand und den einfachen Zugang zu Opium nicht zurücklassen. 

Es gibt immer wieder Treffen, einmal in Amerika, einmal in London und Istanbul, während die Kinder erwachsen wurden, ihre Berufe ergriffen, heirateten. Der Vater hat keinen Anteil und leidet immer mehr an der Entfremdung. 

Nilou lebt scheinbar glücklich mit ihrem französischen Ehemann in Amsterdam, als sie Kontakt mit der persischen Flüchtlingsszene aufnimmt. Sie wird mit ihren Wurzeln konfrontiert und diese Erfahrung krempelt ihr ganzes Leben um. Ihre eigene Flucht tritt wieder in den Vordergrund, ihre Angst, plötzlich heimatlos zu sein und ihre Unfähigkeit wirklich sesshaft zu werden.

Ihr Vater versteht ihr Dilemma: "Wenn du etwas verloren hast, kehrst du an den Ort zurück, wo du es zuletzt gesehen hast, und suchst danach. Wo sonst hätte Nilou nach ihrer verlorenen Freude suchen sollen, ihrem wilden Kinderherzen, wenn sie es zuletzt in deiner Flüchtlingsunterkunft gesehen hatte?"      S. 362

Die Geschichte dieser entzweiten und entwurzelten Familie hat mich sehr berührt und baut viel Verständnis für die persisches Kultur mit ihren Kanten und  Facetten auf. Außerdem wirft sie eine Menge Fragen auf: Was bedeutet Heimat, sollten wir nicht eher Bewunderung aufbringen, für den Mut, die Heimat und die damit einhergehende gesellschaftliche Stellung aufzugeben und kann Liebe alle Grenzen überwinden?

Ich empfinde dieses Buch als horizonterweiternd und lange nachwirkend und wünsche ihm eine große Leserschaft!

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Lästige Liebe

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.10.2018
ISBN 9783518428283
Genre: Romane

Rezension:

Delia kehrt mit 42 Jahren nach Neapel, die Stadt ihrer Kindheit, zurück, um ihre Mutter zu beerdigen. Sie wurde nackt am Strand gefunden - ertrunken und angespült. Opfer von Gewalt war sie nicht. Zumindest diesmal nicht.


Doch die Gewalt steckt Delia noch in den Knochen. Ihre Kindheit war geprägt von einem prügelnden Vater und einer aggressiven Umgebung. Der neapolitanische Dialekt strotzt vor Schimpfwörtern, die Männer leben ihre Phantasien aus und bedrängen Frauen in den Straßen, U-Bahnen und Bussen und Gewalt in der Familie gehört zur Tagesordnung. 

Aber was hat das Verhältnis zwischen Delia und ihrer Mutter speziell vergiftet, dass sich daraus eine eigenartige Abhängigkeit ergibt, aus der Delia nicht ausbrechen kann. Sie kann sich nicht auf eine Beziehung einlassen, findet kaum Lust am Sex und lässt wenig Nähe zu. Um diese Geheimnisse zu ergründen begibt sich Delia tief in ihre eigene Geschichte und muss Erinnerungen zulassen, die schwer zu verarbeiten sind.

Elena Ferrannte zeichnet in ihrem Buch ein Neapel, wie es sich abseits der Touristenpfade immer noch findet. Ich habe diese Stadt auch als Moloch empfunden, indem man sich verlieren kann. Mit "Lästige Liebe" ist der Autorin ein starkes Debüt gelungen und ich freue mich, dass diese Buch durch die Popularität der neapolitanischen Saga endlich zu gebührender Aufmerksamkeit kommt. 

Mich hat dieser Roman aufgrund seiner eindringlichen Stimmung ständig in Spannung gehalten. Was wahr ist und was nicht, erschließt sich erst ganz zum Schluss. Der Spannungsbogen ist hier wirklich gelungen und das Bild der Stadt und seiner Bewohner ist zwar sehr düster, aber gleichzeitig sehr lebensnah. Von mir gibt's deshalb eine klare Leseempfehlung.

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(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Am Hügel von Capodimonte

Wanda Marasco , Annette Kopetzki
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 23.07.2018
ISBN 9783552059023
Genre: Romane

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(80)

129 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

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Die wundersame Mission des Harry Crane

Jon Cohen , Alexandra Kranefeld
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783458363620
Genre: Romane

Rezension:

Harry Crane liebt seine Frau, wie am ersten Tag, aber er ist unglücklich mit seiner Arbeit bei der Forstbehörde. Er würde gerne mit echten Bäumen arbeiten und träumt von einer eigenen Baumschule. Da er den Mut nicht aufbringen kann, seine sichere Stelle, mit Kranken- und Pensionsversicherung, aufzugeben, spielt er Lotto. Am Tag, an dem sich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen wird, wollte Harry auch noch dringend einen Lottoschein kaufen. Er lässt seine Frau, an der Straßenecke stehen, um schnell in den Laden zu huschen. Während er an der Kassa wartet, passiert das undenkbare. Ein Baukran stürzt ein und begräbt seine Frau unter den Trümmern. Harry fühlt sich verantwortlich.


Am selben Tag ereilt auch Dean sein Schicksal. In seinen besten Jahren stirbt dieser kräftige Mann an einem Aneurysma. Er hinterlässt seine Frau Amanda und seine Tochter Oriana. Während Amanda stark bleiben muss für ihre Tochter, verliert sich Oriana in ihrem Märchenwald. Sie ist sich sicher, Dean ist als geflügeltes Wesen unterwegs und wird zu ihr zurückkehren. 

Nach einem Jahr bekommt Harry einen schicksalsträchtigen Anruf. Er bekommt 4 Millionen Dollar Entschädigung für den Tod seiner Frau. Das wirft ihn endgültig aus der Bahn und Harry stürzt aus dem Büro, kauft sich einen Strick und fährt damit direkt in den Wald. Er findet einen schönen Zuckerahorn, dessen untersten Ast er gut erreichen kann. Doch dann...

Zwangsläufig lernen sich Harry und Oriana kennen und spinnen sich ihr ganz eigenes Märchen. Langsam findet Harry zurück ins Leben und lässt sich auf ein spannendes Abenteuer ein. 

Der Roman ist gespickt mit märchenhaften Elementen, bleibt jedoch im Bereich des Möglichen. Der unbedingte Glaube an das Gute verhilft ihnen aus der Misere. Dem Autor ist es sogar gelungen einen bösen Wolf in die Geschichte einzubauen und natürlich gibt es auch eine Märchen im Märchen. 

Ich finde, es ist eine gelungen Geschichte über den Umgang mit Schicksalsschlägen oder die Möglichkeit, neu anzufangen. Harry und Amanda gehen sehr verschieden mit ihren Verlusten um, und doch spiegeln sich ihre Gefühle. 

Was mir auch sehr gut gefallen hat an diesem Roman, ist der Umgang des Autors mit seinen Figuren. Jon Cohen gibt allen Figuren ihre Geschichte selbst den eher unbedeutenden. Das gibt der Geschichte eine weitere Dimension und eröffnet Raum für andere Themen. Der Autor hat dadurch Luft zu fabulieren. 

Allerdings verliert er sich manchmal in der Beschreibung der Bäume. Ich kann seine Liebe zu Bäumen ja verstehen. Bäume sind wirklich wunderbar, aber das war mir streckenweise doch zu viel. 

Alles in allem hat mich die Geschichte gut unterhalten und ich mochte dieses moderne Märchen sehr. Die Geschichte birgt kaum Überraschungen und hat natürlich ein Happy End ist aber trotzdem lesenswert. 

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(77)

128 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Die Ermordung des Commendatore Band 2

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 11.05.2018
ISBN 9783832198923
Genre: Romane

Rezension:  
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(123)

227 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

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Die Ermordung des Commendatore Band 1

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 25.01.2018
ISBN 9783832198916
Genre: Romane

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(65)

95 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

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Ich komme mit

Angelika Waldis
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 27.08.2018
ISBN 9783336547975
Genre: Romane

Rezension:

Vita Maier lebt schon seit einigen Jahren allein in der Torstraße 6. Ihr Sohn ist nach Australien ausgewandert und ist recht wortkarg in seinen seltenen Briefen. Ihr Mann ist vor mehreren Jahren verstorben. Doch Vita engagiert sich noch immer bei Hungerhelp und zwingt ihre müden Knochen zu langen Spaziergängen.

Lazy lebt im selben Haus. Er ist jung, Student und bis über beide Ohren verliebt. Bis ihn die große Müdigkeit überkommt. Er kann sich kaum mehr aufraffen, das Haus zu verlassen und als er endlich ins Krankenhaus geht, bekommt er eine schlimme Diagnose: Leukämie.

Er bekommt das volle Programm: Chemo, Kotzen, Haarausfall. So trifft er im Treppenhaus auf Vita. Sie nimmt ihn mit in ihre Wohnung und bietet ihm Essen an. Dabei mag sie ihn ja gar nicht. Aber da sich ihre Wege nun mal gekreuzt haben, beginnen sie sich untrennbar zu verwickeln. Lazy und Vita sind ein komisches Paar. Sie geben einander Halt, stützen sich mit Galgenhumor und planen eine letzte große Reise.

Angelika Waldis erzählt uns die Geschichte von Vita und Lazy aus beider Perspektiven. Dadurch können wir ihnen aus zwei Augenpaaren zusehen, bei ihrem Versuch, dem Tod noch etwas Leben abzuringen. Und sie erzählt uns diese traurige Geschichte mit einer großen Portion Humor. Das macht die Protagonisten so sympathisch. Sie gehen mit einem Lächeln durchs Leben, auch wenn das Leben sie in die Knie zwingt.

Der Autorin ist mit "Ich komme mit" ein wunderschönes und berührendes Buch gelungen, das vor Energie und Wortwitz nur so strotzt. Dadurch ist es - trotz trauriger Thematik - kein Buch zum Weinen. Eher ist es ein Buch zum Nachdenken.

Für mich zählt dieses Buch definitiv zu den Lesehighlights dieses Jahres!

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(46)

83 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260399
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Riva ist Hochhausspringerin. Todesmutig stürzt sie sich in ihrem Flysuit in die Tiefe, um im allerletzten Moment ihren Anzug zu zünden und wieder in den Himmel aufzusteigen. Sie ist ein wahrer "Dancer of the Sky" - von vielen beneidet, von allen bewundert. Sie hat ein perfektes Leben mit einem perfekten Freund in einer perfekten Wohnung. Bis sie plötzlich nicht mehr springen möchte. Ihre Sponsoren engagieren PsySolutions, um sie wieder auf Spur zu bringen.


Riva versteckt sich in ihrem Apartment, hält sich fern von ihren Kommunikationskanälen. Was sie nicht weiß ist, dass sie auch in ihrem Apartment rund um die Uhr überwacht wird.

Hitomi von PsySolutions beobachtet sie und versucht ihrer Verweigerung auf den Grund zu gehen. Auch für Hitomi steht viel auf dem Spiel. Verliert sie ihren Job, wird sie in die Peripherien ausgewiesen und dann hat das Leben für sie keinen Wert mehr. 

Riva ist ein harter Knochen. Sie gibt nichts preis und Hitomi verliert sich völlig in Rivas Leben. Sie beginnt unter Schlafstörungen zu leiden, vernachlässigt ihre körperliche und geistige Gesundheit und projiziert schließlich ihre eigenen Sehnsüchte auf ihre Klientin.

Aber was wünschen sich Menschen in einer Welt, die perfektioniert wurde; wo Partnerschaften nach Matches vermittelt werden, Kinder nicht gezeugt, sondern hergestellt werden und nicht von fehlerhaften Bioeltern großgezogen werden, sondern in speziellen Childcare Instituten auf den Wettbewerb vorbereitet werden?

Vielleicht ist es Menschlichkeit, Wärme, echte Nähe und nicht Millionen von Likes. Julia von Lucadou hat hier eine Welt gezeichnet, die einerseits gar nicht so weit weg ist, aber andererseits auch absolut erschreckend ist. Das Thema Überwachung ist brisant und ich frage mich häufig, ob sich die Menschen immer darüber bewusst sind, wieviel sie eigentlich von sich preisgeben im Internet. Mit diesem Buch treibt die Autorin diese Thematik auf die Spitze, um sie gleichzeitig stark zu hinterfragen. Am Ende bleibt die Frage, ob ein Leben außerhalb des Hamsterrades auch einen Wert hat. 

Dieses Buch übt einen ganz speziellen Sog auf den Leser aus. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. So wie sich die Protagonistin im Leben ihrer Klientin verliert, habe ich mich in dieser namenlosen Stadt verloren. Die Vorstellungskraft wird hier stark angeregt und anfangs konnte ich gut mit der Erzählerin mitfühlen. Doch dann kommt ein winziger Bruch, wie ein Steinschlag auf einer Windschutzscheibe, und der Sprung breitet sich immer mehr aus. Die Protagonistin beginnt immer mehr zu entgleiten und sie entfernt sich immer mehr von vorstellbaren Lebensentwürfen. Sie wird immer schwerer zu fassen, bis sie am Ende noch einmal überrascht. 

Stilistisch hat mir die Lektüre auch sehr gut gefallen. Hier wird nicht alles im Detail erklärt. Vieles bleibt offen, ist der Vorstellungskraft der LeserInnen ausgesetzt. Das gibt dem Buch zusätzliches Tempo und regt die Fantasie an. Mich hat es bestens unterhalten!

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(72)

100 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

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Weit weg von Verona

Jane Gardam , Isabel Bogdan
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260405
Genre: Romane

Rezension:  
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(94)

148 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 87 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Victor, ein ehrgeiziger Schüler, bekommt einen Studienplatz am renommierten Lycée D. in Paris. Er ist einer der wenigen Studenten aus der Provinz und findet keinen Anschluss in seinem ersten Jahr. Erst im zweiten Studienjahr knüpft er zarte Freundschaftsbande mit einem neuen Studenten. Er möchte ihn einladen, mit ihm seinen Geburtstag zu feiern und hofft so, die Freundschaft zu vertiefen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Kopflos läuft Mathieu aus dem Klassenzimmer, nachdem ihn ein besonders grausamer Lehrer getadelt hat und springt in den Tod.


Victor ist entsetzt, kämpft mit Schuldgefühlen und merkt plötzlich, dass er für seine Kommilitonen als Freund des Opfers interessant wird. Er genießt seine aufkeimende Beliebtheit und ist doch nie frei von Scham. Vielleicht trifft er sich deshalb regelmäßig mit Mathieu's Vater, um lange Gespräche mit ihm zu führen. 

Er verfranzt sich in seinen Gefühlen und seine Noten werden immer schlechter. Er verliert seine Ziele aus den Augen findet keinen Ausweg, bis ihn die Mutter des Toten frei gibt.

Diese Geschichte lässt Victor wachsen. Langsam findet er zu sich selbst und sein Weg zeichnet sich ab. Er wichtiger Impuls kommt von einer Seite, die niemand, am wenigsten er selbst, erwartet hätte.

Jean-Philippe Blondel hat hier einen atmosphärisch dichten Roman geschrieben, dessen Zauber man sich nicht entziehen kann. Die Welt um Victor schien festgefahren, aber die Charaktere überraschen immer wieder. Ihn ihnen allen steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Er macht eine schöne Entwicklung durch. 

Endlich weiß ich, warum so viele LeserInnen diesen Autor lieben, denn sein letzter Roman konnte mich nicht überzeugen. "Ein Winter in Paris" korrigiert meinen Eindruck komplett!

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161 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 96 Rezensionen

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Königskinder

Alex Capus
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260092
Genre: Romane

Rezension:

Wie unvernünftige Touristen umfahren Max und Tina die Absperrung und wollen noch über den Pass nach Hause. Die Autobahn ist ja langweilig. Der Schnee fällt immer dichter, die Straße ist kaum mehr zu sehen und bergab schlingert der Wagen fast zwingend in den Graben. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Nacht im Auto zu verbringen, bis morgen die Schneefräse kommt. 


Um die Zeit zu vertreiben erzählt Max seiner Frau eine Geschichte, deren Anfang hier in den Bergen liegt. Eine Geschichte über ein großes Unglück und über eine große Liebe, die Zeit und Grenzen überwindet. Eine wunderschöne Geschichte, die in den Schweizer Bergen beginnt, die französische Revolution überlebt und schließlich endet, wo alles begonnen hat.

Dem Autor ist mit diesem Buch wieder ein Meisterwerk geglückt. Er ersinnt wunderbare Charaktere, spinnt ein bisschen Weltgeschichte mit ein und schreibt eine große Liebesgeschichte. Die Sprache ist ruhig, fast poetisch, wie die Geschichte und die Stimmung im Auto. Alles passt hier, jedes Wort am richtigen Platz. Mich hat diese Geschichte regelrecht gefesselt und bezaubert und ich empfehle sie allen, die sich an einem Märchen erfreuen können!

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Von kleinen Helden und großen Abenteuern

Anita Schalk
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 04.06.2018
ISBN 9783417288179
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Von kleinen Helden und großen Abenteuern" ist ein perfekter Titel für dieses Buch. Wir finden Geschichten, in denen Kinder Mut beweisen, über sich hinauswachsen und sogar Erwachsene beeindrucken. Wir finden Geschichten von großen Reisen und noch größeren Fantasiereisen und wir finden Geschichten voller Abenteuer.


Das Buch gliedert sich in drei große Themenbereiche: Im ersten Teil geht es um Freunde und Familie. Diese Geschichten sind äußerst liebenswert und zeigen, wie wichtig Zusammenhalt ist.

Der zweite Teil behandelt Schule und Freizeit und wir finden eine abwechslungsreiche Sammlung aus Geschichten rund um Hobbys, Sport und besondere Talente. Hier hat uns "Bruno und die Riesengeige" besonders gut gefallen, weil es darum geht, dass ein augenscheinlich anderes Kind trotzdem nur ein Kind ist, das gemocht werden will. 

Im dritten Teil werden abschließend Helden aus der Bibel vorgestellt. Die Geschichten sind kindgerecht aufbereitet und zeigen, dass man mit Gottvertrauen viel erreichen kann. Auch die Geschichten aus dem alten Testament, das doch sehr grausam sein kann, sind gut und kreativ bearbeitet. 

Alles in allem hat uns das Buch sehr gut gefallen. Meine Tochter (7) hat mir vorgelesen und ich habe es genossen. Die Kapitellänge ist perfekt gewählt für diese Altersstufe und die Illustrationen untermalen die Botschaften gut. Die Bilder sind sehr aussagekräftig und halten zum staunen und verweilen an. Dadurch bleiben die Inhalte gut im Gedächtnis. Wir werden das Buch bestimmt noch oft zur Hand nehmen und einfach irgendwo aufschlagen und ich bin mir sicher, dass meine Tochter noch häufig darin lesen wird.

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Summer

Monica Sabolo , Christian Kolb
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.08.2018
ISBN 9783458177654
Genre: Romane

Rezension:

Eines Tages betritt Benjamin sein Büro und kommt ins Taumeln. Der Geruch nach frischer Farbe löst lange blockierte Erinnerungen und eine Panikattacke aus. Er ist wieder der 7jährige Junge, der vor dem noblen Sommerhaus am Genfersee steht. Dort wo alles begann.


Benjamins Eltern bewegen sich im Zürcher Jet Set. Sie sind attraktiv, erfolgreich und großartige Gastgeber. Ihre Welt besteht aus Parties, Small Talk und Alkohol. Auch Benjamins große Schwester Summer scheint sich auf diesem Bankett bestens zu bewegen. Er vergöttert sie, bis sie eines Tages bei einem Picknick am See spurlos verschwindet. 

Die Familie verkraftet diesen Verlust nicht. Es wird kaum über die verlorene Tochter geredet. Die Eltern werden von ihren Freunden verlassen und Benjamin wird zu einem kauzigen Einzelgänger in der Schule.

Der Farbgeruch löst bei Benjamin 24 jähre später Erinnerungen und Träume aus. Er verliert sich darin, kann kaum seine Wohnung verlassen und beginnt eine Therapie. Die Rekonstruktion der Geschehnisse bringt Bilder hervor, die der 7jährige Benjamin nicht einordnen konnte und es ergibt sich ein völlig anderes Bild von seiner damals heil geglaubten Familie.

Soweit hat mir das Buch sehr gut gefallen und mehr darf von Inhalt nicht verraten werden. Monica Sobolo zaubert mit ihrem poetisch, bildhaften Stil ein mythische Stimmung am Genfer See, der man sich anfangs kaum entziehen kann. Sie baut Spannung auf, indem sie in der Zeit springt, Erinnerungen mit Traumbildern mischt und langsam puzzelt sich ein Bild um diese Familie. 

Was den Umgang mit dem Verlust und dem Nicht-Wissen, ob Summer tot ist, oder nur abgehauen, angeht, bliebt die Autorin an der Oberfläche. Die poetische Sprache schafft eine künstliche Tiefe, der der Inhalt leider nicht folgt. Und schlußendlich verliert sich die Geschichte im Klischee. Der Schluss nimmt dem Buch, dass ich anfangs sehr gerne gelesen habe, jede Ernsthaftigkeit. Daher gebe ich nur 3 Sterne. 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Der Clan der Kinder

Roberto Saviano , Annette Kopetzki
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258211
Genre: Romane

Rezension:

„Der Clan der Kinder“ ist der erste Roman des Mafia-Aufdeckers Roberto Saviano. Wieviel Wahrheitsgehalt darin steckt, wage ich nicht zu beurteilen. Das Buch ängstigt mich.

Zum Inhalt: Nicolas ist ein ehrgeiziger Teenager, der nach Macht und Reichtum strebt. Er möchte nicht enden wie sein Vater, ein Sportlehrer, dessen Gehalt die Familie kaum ernähren kann. Für Nicolas ist sein Vater ein Schwächling.

Nicholas gründet eine Paranza – eine eigene Gruppe Camorristi. Seine Gefolgsleute sind eigentlich noch Kinder, 14-, 15-jährige, die Erwachsene spielen und große Entscheidungen treffen wollen. Ihre Ausdrucksweise und ihre Rituale orientieren sie an Filmen über die Mafia.

Doch Nicolas zeigt erstaunliches Geschick auf dem Pflaster der Camorra und erkämpft sich seinen Platz. Die Gewalt die sich anfangs in Demütigungen und bei kleineren Überfällen zeigt nimmt schon bald überhand und wird erschreckend willkürlich.  Hatte man am Beginn des Buches noch Verständnis oder gar Mitleid mit den Protagonisten, schlägt das schnell um in Wut und Angst. Und Angst ist es, was die Jungen verbreiten wollen. Sie wollen die Stadt beherrschen und dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Sie sind schonungslos, selbstgerecht und skrupellos und das, mit dem Gewissen von 15jährigen, die ihre Zeit mit Egoshooter-Spielen verbringen.

Ich mag mir gar nicht ausmalen, dass dem Anführer dieser Babycamorra ein echter Mensch Pate stand und ich bin heilfroh, dass ich dieses Buch nicht vor meinem Urlaub in Neapel gelesen habe. Ich hätte die wunderschöne Piazza Dante oder die Via Toledo mit anderen Augen betrachtet.

Roberto Saviano lässt hier einen Jungen in die höchsten Kreise der Mafia aufsteigen, der nicht aus deren Umfeld oder einer der großen Familien kommt. Er schafft es einzig, weil der die Zeichen deuten kann und ein gutes Geschick für Timing aufweist. Vielleicht möchte er darauf hinweisen, dass heutzutage jeder aufsteigen kann, der die nötige Kaltblütigkeit und Härte besitzt.

Das Buch verlangt dem Leser einiges ab. Es ist nicht leicht zu ertragen und es gibt praktische keine Sympathieträger. Bei der Lektüre habe ich mir immer wieder selbst eingeredet, dass dies ein Roman ist, doch wenn man bedenkt, wer der Autor ist, ist das wahrscheinlich einfach nur eine naive Hoffnung. Die Bewertung fällt mir sehr schwer, denn das Buch ist wirklich großartig und ich kenne die Materie zu wenig, um einzuschätzen, wie realistisch die Geschichte wirklich ist, aber es ist auch schwer zu lesen und an der Grenze des Erträglichen.  Daher kann ich es nicht uneingeschränkt empfehlen.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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El Greco und ich

Mark Thompson , Katja Scholtz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482791
Genre: Romane

Rezension:

J.J. und Tony - alias El Greco - sind Kinder der späten 60er Jahre. Sie sind Jungs, die eine Menge Unsinn im Kopf haben und Verwirrung stiften wollen und vor allem sind sie die allerbesten Freunde. Sie teilen Freud und Leid und stehen zueinander.


"Klar, ich kannte den Unterschied zwischen Falsch und Richtig, aber ich verwischte ganz gern das Make-up ein wenig, um das Funkeln der Wahrheit zu verschleiern, das mir entgegenleuchtete, ein ganz kleines bisschen nur, um einen Tag aufzupeppen, der in Richtung Mittelmäßigkeit steuerte."                                  S. 169

Ihre Kindheit ist geprägt von Freiheitsdrang und Zeit im Freien. Sie träumen von Reisen in die Welt und vor allem an den Pazifik.

Ihre Freundschaft wird immer wieder auf die Probe gestellt, doch ihre Bande sind fest. Abwechselnd übernehmen die Jungs die Führung, doch El Greco ist der weisere der beiden. Er wirkt häufig recht abgeklärt, obwohl er auch nur ein kleiner Junge mit einer schwierigen Kindheit ist.

Ihre Zeit ist geprägt vom Vietnamkrieg, der Rassentrennung, aber auch dem Freiheitsdrang der 68er. 

Der Autor hat die Stimmung der späten 60er Jahre sehr gut eingefangen und hinterfragt kritisch. Er versteht es, die schweren Themen der Zeit mit einer brise Humor zu würzen und schreibt ausgesprochen poetisch. Das macht den Roman ungemein fesselnd und liebenswert, auch wenn viele Szenarien schwer zu verkraften und aufrüttelnd sind. 

Mich konnte das Buch von der ersten Seite an begeistern. Mir gefällt die Geschichte, aber allem voran gefällt mir die Art, wie sie erzählt wird. J. J. erzählt uns seine Geschichte rückblickend, reflektiert. Es wird zwar nicht erwähnt, wie alt er als Erzähler ist, aber es ist spürbar, dass er zurück schaut. Ganz besonders beeindruckt hat mich auch der poetische Schreibstil. Der Roman strotzt nur so von Stilblüten. Ein echter Lesegenuss!!!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Kinder

Satu Taskinen , Regine Pirschl
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Residenz, 13.03.2018
ISBN 9783701716838
Genre: Romane

Rezension:

Navid ist ein sehr engagierter Lehrer. Es ist ihm wichtig, die Fragen der Schüler ernsthaft zu beantworten und sie anzuleiten, die richtigen Fragen zu stellen. Seine Kinder sind erwachsen, seine Frau ist weg und er schläft im Auto, weil er die Leere der Wohnung nicht erträgt.


Die Handlung des Buches ist auf wenige Stunden beschränkt. Navid soll seine Tochter besuchen, weil seine Enkelin Geburtstag hat und ein neues Enkelkind begrüßt werden möchte. Sein Weg durch die Stadt ist gepflastert mit unerwarteten Ereignissen und interessanten Begegnungen, die seine Gedanken beflügeln. Er beschäftigt sich mit seiner Vergangenheit, mit vertanen Möglichkeiten und ungenutzten Chancen. Er denkt darüber nach, warum alles ist, wie es ist.

Er blickt aber auch in die Zukunft und beschäftigt sich mit seinen Vorsätzen und damit, was er anders, besser machen könnte.

Wir lesen hier in seinen Gedanken, die durch sein Leben und das Leben im Allgemeinen mäandern. Das Buch hat keine Kapitel und kaum Absätze. Nur manchmal ist der Gedankenstrom unterbrochen von Ereignissen und Handlungen. 

Anfangs liest sich das recht spannend. Navid hat gute Ideen, wie unsere Gesellschaft sein könnte. Doch allmählich driftet er immer mehr ab. Seine körperliche Verfassung ist nicht die Beste. Die Tage im Auto haben ihn ausgelaugt und mit dem Schwinden seiner Kräfte driften auch seine Gedanken immer mehr ins Verworrene ab. Er verliert den Bezug zur Realität komplett und beginnt zu Schulmeistern und Moralisieren. Mit jeder Seite fand ich es anstrengender ihm zu folgen. Daher kann ich dieses Buch nur bedingt empfehlen. 

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