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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

britisch, buchhandlung, deutsch, deutscher, london, märchenhaft, modernes märchen, pinguin, pinguine, roman

Der Sommer der Pinguine

Thomas Montasser , Isabel Pin
Fester Einband: 143 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.06.2018
ISBN 9783458363460
Genre: Romane

Rezension:

Mrs Anetta Robington macht eine Entdeckung, die ihr Leben verändern sollte. Der Buchhändler in dem sympathischen Geschäft ist ein Pinguin. Sie ist sich nicht ganz sicher, ob ihr nicht ihre Augen einen Streich spielen und er versucht es ihr auch auszureden, aber es lässt sich nicht leugnen - er ist ein Pinguin.


Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ein Zufall ergibt den nächsten und die unscheinbare Geographielehrerin und Samstagsbibliothekarin wird zur Retterin der Pinguine, die unerkannt unter den Menschen leben.

Thomas Montasser hat eine zauberhafte Geschichte geschrieben, über Menschen, die immer nur sehen, was sie sehen wollen. Das Menschsein wird gnadenlos unter die Lupe genommen - natürlich von den Pinguinen und diese Sicht der Dinge spricht uns direkt an. Wir, die "Krone der Schöpfung" werden mit unseren schlimmsten Fehlern konfrontiert. Aber diese Dinge kommen nicht vorwurfsvoll daher. Das Buch will nicht moralisieren. Es nennt die Dinge halt beim Namen. Diese Abschnitte kann man immer mit einem schmunzeln im Gesicht lesen und ich denke, sie wurden mit einem Augenzwinkern geschrieben. So fühlt es sich zumindest für mich an.

Der Stil dieser Geschichte wirkt leicht antiquiert. Die Sprache ist ruhig, dezent vornehm und passt dadurch perfekt zu den eleganten Tieren. Die Figuren sind besonnen und unaufgeregt und unendlich liebenswürdig. Das macht den Zauber, den diese Geschichte verströmt aus. Ich bin restlos begeistert und empfehle dieses Kleinod allen, die noch an Märchen glauben!

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95 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

fabelwesen, facettenreich, fantasy, fantasywelt, fantasywesen, faszinierend, götter, grausam, hass, heike knauber, kayam, krieg, meer, mythen, schlangen

Najaden - Das Siegel des Meeres

Heike Knauber
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.05.2018
ISBN 9783734161438
Genre: Fantasy

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Anderswo

Verena Lueken
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.03.2018
ISBN 9783462051353
Genre: Romane

Rezension:

B. hat ein verqueres Verhältnis zu ihrem Vater, das sie auch nach seinem Tod nicht loslässt.

" Vergiss das mal für eine Weile, dass du einen Vater hast, der quer in deinem Leben steht, obwohl er nie da war oder ist."   (S. 117)  

Das Begräbnis des Vaters einer Freundin, lässt die Fragen, die B.'s Vater offen gelassen hat, wieder in den Vordergrund treten und B. macht sich auf, den Gespenstern ihres Vaters entgegenzutreten, um die eigene Vergangenheit besser verstehen zu können.

Erzählt wird die Geschichte in Episoden. Wir lesen von B.'s Leben, ihren Lieben, ihren  Versuchen mit sich und der Welt zurecht zu kommen. Sie lebt immer irgendwie anderswo, fühlt sich nicht besonders wohl in ihrem Körper und ist nirgends zuhause. Sie tingelt heimatlos durch die Welt. Immer bemüht, sich und ihr Umfeld zu verstehen.

Aber wir lesen auch von ihrem Vater, von seiner Zeit im 2. Weltkrieg, seiner Gefangenschaft bei den Amerikanern, sein Leben nach dem Krieg.

Viele Themen werden von Verena Lueken in diesem Buch aufgegriffen und geben, manchmal nur als kurzer Gedanke, Anstoß zum Nachdenken. Dieses Buch muss aufmerksam gelesen werden. Kritik verbirgt sich manchmal zwischen den Zeilen und die Schwere der Themen ist versteckt in der Leichtigkeit der Sprache. 

Anderswo ist ein Buch, das sehr leise auftritt, aber wenn man genau hinhört, vieles sagt. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und empfehle es allen, die ein literarisches Werk, das nicht in erster Linie von der Handlung lebt, zu schätzen wissen.

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42 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

ausreißer, erwachsenwerden, florenz, flucht, freundschaft, italien, jugend, jugendliche, karl, liebe, meer, mutter, roadtrip, rom, roman

Blanca

Mercedes Lauenstein
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.05.2018
ISBN 9783351037017
Genre: Romane

Rezension:

Blanca ist mit ihrer Mutter ständig auf Reisen. Mal wohnen sie auf dem Land, mal in der Stadt. Ein Zimmer findet sich immer irgendwie und immer wieder auch Arbeit, um über die Runden zu kommen. 

Blanca kennt nur dieses Leben. Wo sie ist, will sie keine Freundschaften mehr schließen. Sie muss sie ja doch zurücklassen. Ihre Mutter ist eine Getriebene. Sie kann nirgends bleiben.

Als Blanca fünfzehn ist, beschließt sie nach einem weiteren heftigen Streit mit ihrer Mutter, das Haus zu suchen, wo sie einmal sowas wie Heimat hatte. Zumindest für einen Sommer. Ihre Erinnerungen an Toni und Karl in Italien sind ihr noch immer klar vor Augen. Dort war sie glücklich.

Sie steigt in den Nachtzug nach Florenz und will von dort weiter. Doch Zweifel überkommen sie und sie muss einen Umweg nehmen.

Mercedes Lauenstein ist nicht zimperlich mit ihrer Protagonistin. Sie darf einige Abgründe der menschlichen Seele kennenlernen. Aber sie ist stark und lässt sich nicht unterkriegen und auf ihrem Weg trifft sie auch auf gute Menschen.

Die Geschichte ist toll erzählt, in der Sprache der Fünfzehnjährigen. Mal erinnert sie sich an Vergangenes, mal versinkt sie in ihren Tagträumen, in ihren Ängsten, ihren Zweifeln. 

Ich habe dieses Buch mit absoluter Begeisterung gelesen. Es ist spannend und aufrührend zugleich und es gibt einen Blick auf das Leben, der mich innehalten lässt und aufwühlt. Streckenweise hat mich ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit übermannt und ich hatte so unendliches Mitleid mit Blanca. Doch ihr Überlebenstrieb ist stark und sie kann sich überall herausboxen. Sie ist Teflon.

Mercedes Lauenstein spielt mit den Emotionen der Leser. Sie lässt und die gesamte Palette zwischen himmelhoch jauchzend und zutode betrübt miterleben. Gekonnnt spinnt sich Blancas Reise auf, zu einer Reise ins Erwachsen-Sein. 

Für mich war es der erste Roman dieser Autorin. Ich bin restlos begeistert und werde die Lektüre von "Nachts" schleunigst nachholen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung! "Blanca" eignet sich auch gut als Sommerroman. Es liest sich leicht, ist spannend - ein Roadtrip ins Leben!

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75 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

2018, bewunderung, college, dumont verlag, entscheidung, faith frank, feminismus, frauenbewegung, für feministiker, idealismus, leben, lesbianism/feminism, roman, selbstfindung, vorablesen

Das weibliche Prinzip

Meg Wolitzer , Henning Ahrens
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 16.07.2018
ISBN 9783832198985
Genre: Romane

Rezension:

Greer Kadetsky – klug, ehrgeizig, eine hervorragende Schülerin – sollte eigentlich auf einem Ivy League College studieren. Doch ein Versagen ihrer Eltern hat sie schließlich an ein kleines unbedeutendes College geführt. Todunglücklich und mit ihrem Schicksal hadernd trifft sie dort die charismatische Frauenrechtlerin Faith Frank. Eine Begegnung, die ihren Weg nach dem College maßgeblich beeinflusst.

Greers Karriere verläuft alles andere als geradlinig. Schicksalsschläge streifen sie, werfen alles über den Haufen. Aber Greer lernt auf ihre innere Stimme zu hören und geht ihren Weg. Sie wird erwachsen, bildet ihre äußere Stimme aus und versucht etwas zu bewegen. Wenn es auch nur kleine Kreise zieht.

Meg Wollitzer erzählt uns in diesem Roman natürlich nicht nur von Greer. Wir dürfen ihre beste Freundin auf ihrem Abnabelungsprozess begleiten und erfahren, wie auch sie ihren ganz eigenen Weg finden. Wir leiden auch mit Cory, Greers Freund aus der Highschool, dessen Lebensentwurf über den Haufen geworfen wird, als sein kleiner Bruder stirbt. Und wir dürfen an Faith’s Seite einen Streifzug durch die Geschichte der Frauenbewegung machen. Die Autorin hat die feministische Bewegung spannend eingearbeitet in diesen Roman.

Meg Wollitzer erzählt in bekannt flüssiger Manier. Sie versteht es hervorragend ihre LeserInnen zu packen und einfach mitzureißen mit ihren Geschichten. Man kann sich gut in ihre ProtagonistInnen hineinversetzen, mitleiden, mitweinen, aber auch mitlachen.

Eine Leseempfehlung gibt es für alle Feministinnen und Feministen, die eine gute Geschichte zu schätzen wissen und sich gleichzeitig mit den Anfängen der Frauenbewegung  und deren Idealen auseinandersetzen wollen!

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

familie, familiere zusammenhalt, lebensgeschichte, maine, selbstzerstörung, vater-tochter beziehung, vater-tochter-beziehung

Vater des Regens

Lily King , Sabine Roth
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 29.08.2016
ISBN 9783406698057
Genre: Romane

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135 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

#büchernerd, bücherwurm, #diebesonderenkinder, die insel der besonderen kinder, #droemerundknaur, erzählungen, fantasy, knaur, #knaurfantasy, kurzgeschichten, legenden, #lesenmachtglücklich, märchen, ransomriggs, ransom riggs

Die Legenden der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel , Andrew Davidson
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426226568
Genre: Fantasy

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Stromland

Florian Wacker
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.03.2018
ISBN 9783827013606
Genre: Romane

Rezension:

Stromland ist der erste Roman für Erwachsene von Florian Wacker und das Ergebnis einer 3jährigen Recherche. Dass sich der Autor intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat, spürt man beim Lesen. Man wird hineingesogen in die Mysterien des Urwalds.


Man wird über die Geschichte der Einwanderer in den Roman geführt. Soldaten, Priester und die ersten deutschen Siedler kommen zu Wort. Und dann startet die Geschichte um Irina und Thomas, Zwillinge, deren Bindung äußerst stark ist. Doch Thomas ist ein Abenteuer und er nutzt die Gelegenheit, um mit einem Filmteam um Klaus Kinski und Werner Herzog an den Amazonas zu reisen. Er kehrt nicht mit den anderen zurück. Er möchte das Land entdecken und macht sich auf die Suche nach den Geistern, die den Wald beseelen. Irina ist ständig in Briefkontakt mit Thomas. Als die Briefe enden, macht sie sich mit ihrem Freund Hilmar auf den Weg, Thomas zu finden.

Ihre Suche führt sie in die tiefsten Abgründe des Urwalds bzw. der Menschheit. Wie das ausgeht, wird nicht verraten.

Florian Wacker hat diesen Roman mit vielen geschichtlichen Details gespickt. Wir lesen von den Jesuiten, die missionarisch unterwegs waren, von den Goldsuchern, von den deutschen Auswanderern, die sich ein kleines Stück Heimat in der Ferne geschaffen haben und natürlich geht es auch um Drogen. 

Die Sprache ist vielleicht etwas spröde, aber das nimmt dem Buch nichts an Spannung. Ich habe es mit großem Interesse gelesen und auch wenn es mich etwas ratlos zurücklässt, weil Vieles unaufgeklärt bliebt, konnte es mich begeistern.

"Es ist die Vergangenheit, die zerbröselt. Wichtig ist die Zukunft. Die habe ich gefunden."      (S. 339)

Diesen Schritt müssen wir Leser einfach mitmachen. Wir müssen akzeptieren, dass die Vergangenheit nicht zwingend rekonstruierbar ist. Dann können wir auch das Ende gut annehmen. 
Allen, die mit offenen Enden nichts anfangen können, empfehle ich das Buch nicht. Aber alle, die es mögen, wenn etwas im Dunklen bleibt, die sich gerne ihre eigene Vorstellung bilden, die dem Mysteriösen nicht abgeneigt sind, die werden dieses Buch genauso schätzen wie ich! 

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

humor, ironie, liebe, nordisch

Liebe unter Fischen

René Freund
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.01.2015
ISBN 9783442479948
Genre: Romane

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

apfelhexe, band 2, freundschaft, hexe, kinderbuch, magie, magier, mehrteiler, mut, petronella apfelmus, petronella apfelmus 2, reihe: petronella apfelmus, sabine städing, vampire, zirkus

Petronella Apfelmus - Zauberschlaf und Knallfroschchaos

Sabine Städing , Sabine Büchner
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Boje, 12.03.2015
ISBN 9783414824158
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Stadtpark wurde ein merkwürdiges Zelt aufgebaut. Es ist ganz schwarz und geheimnisvoll. Lea und Luis sind natürlich neugierig, was es damit auf sich hat. 

Dann kommen auch noch zwei neue Kinder in ihre Klasse. Sie sind ganz schwarz angezogen, ihre Haare sind schwarz und ihre Haut ist verdächtig hell. In der Pause stehen sie im Schatten und trinken auch noch rote Flüssigkeit aus einer Flasche! Ob das Vampire sind?

Lea und Luis brennen darauf, das herauszufinden. Da kann natürlich nur Petronella helfen. 
Aber Petronella hat ebenfalls Sorgen. In den Nächten fischt jemand heimlich im Mühlenteich und es fast hätte es ihren Freund Bommel, den Karpfen, erwischt. Zum Glück ist er stark und konnte mit dem Netz abtauchen. 

Viele Rätsel gilt es zu lösen und diese Geschichte ist richtig spannend. Aber ich kann alle Großen und Kleinen beruhigen. Petronellas Hexenkräfte sind stärker als jede schwarze Magie!

Der zweite Band dieser Reihe konnte uns (meine 7jährige Tochter und mich) noch mehr begeistern. Die Geschichte nimmt richtig Fahrt auf. Die Figuren sind großartig entwickelt und liebenswert wie eh und je. Wir freuen uns sehr, dass wir Bekanntschaft mit Lea und Luis und natürlich Petronella machen durften und werden langsam zu echten Fans! Absolute Leseempfehlung für alle 6-9jährigen!

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64 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 27 Rezensionen

afrika, britische kolonien, coming-of-age, dekandenz, farmer, golden twenties, happy valley set, kenia, kolonialismus, kolonie, nairobi, roaring twenties, zeitgenössische belletristik

Kenia Valley

Kat Gordon , Mayela Gerhardt
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 24.04.2018
ISBN 9783455002775
Genre: Romane

Rezension:

Theo ist fast 15 Jahre alt, als er mit seiner Familie England verlässt um in Kenia zu leben. Sein Vater ist Chef der dortigen Eisenbahngesellschaft und die Familie versucht in der Haute volée Fuß zu fassen. Doch Theo findet ganz andere Freunde. Die entzückende Sylvie hat sein Herz im Sturm erobert und ihr Freund Freddie beeindruckt mit seiner Lebensweise. Sie sind das Herz des Kenia Valley Set. Ihre Partys sind legendär - die Dekadenz kennt keine Grenzen. Der junge Theo ist leicht zu beeindrucken.

Er will gefallen und in seinem Versuch, Sylvie und Freddie stets zu Diensten zu sein, übersieht er, wie ihre Beziehung tatsächlich aussieht.

Maud, Theos jüngere Schwester, ist die konstante Sympathieträgerin in diesem Buch. Sie liebt das Land und auch die Menschen Kenias. Und sie kämpft auch für das Land, als sich die Lage politisch zuspitzt.

Theo ist ein Opportunist, über den ich mich streckenweise entsetzlich ärgern musste. Aber wie alle guten Romanfiguren, hat er auch liebenswürdige Seiten. Keiner ist hier nur böse, obwohl manche Figuren in diese Richtung tendieren.

Kat Gordon hat die Stimmung in der Kolonie gut eingefangen. Sie erzählt detailverliebt. Man kann gedanklich in der Zeit reisen und sich tatsächlich als Mitglied der Kolonialherren fühlen. Anfangs hat mir das etwas zu schaffen gemacht. Als Kind meiner Zeit, kann ich die Kolonialisierung nicht gutheißen. Doch die Autorin lässt auch kritische Stimmen zu Wort kommen und die allgemeinen Ansichten waren damals eben fatal.

Interessant sind auch die familiären Strukturen. Manche Bande müssen gekappt werden, damit man sich entwickeln kann. Andere halten unendlich viel aus und man kann mit ihnen wachsen.

Und abschließend muss noch gesagt werden, dass die landschaftlichen Beschreibungen großartig sind. Ich hatte Kenia tatsächlich vor Augen.

Einen Stern Abzug gibt es dennoch für den Inhalt. Manch Handlungsweise kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Manche Beweggründe sind mir etwas zu sinnentleert. Aber das ist natürlich reine Geschmacksache. Trotzdem gibt es eine klare Leseempfehlung!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Niemand weiß, wie spät es ist

René Freund
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.07.2018
ISBN 9783442487233
Genre: Romane

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

hogarth press projekt, knaus verlag, selbstfindung, shakespeare, shakespeare-inspiriert

Dunbar und seine Töchter

Edward St Aubyn , Nikolaus Hansen
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaus, 20.11.2017
ISBN 9783813506983
Genre: Romane

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111 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

busfahrer, italien, krankheit, krebs, liebe, linienbus, meer, menschenliebe, mut, mutig sein, österreich, reise, rene freund, roadtrip, tod

Ans Meer

René Freund
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 14.05.2018
ISBN 9783552063631
Genre: Romane

Rezension:

Anton ist unzufrieden. Sein Dasein als Busfahrer macht ihm keine Freude mehr, seit die Linie privatisiert wurde. Seine Mutter ist eine Tyrannin, der er sich nicht entziehen kann und seine aufkeimende Liebe zu seiner Nachbarin scheint von einem hustenden Mann bedroht. 


So kommt es ihm ganz gelegen, als in Carla, eine todkranke Frau bittet, ihn noch einmal ans Meer zu bringen. Und zwar sofort, mit dem Linienbus. 

Und so kommt es, dass Anton all seinen Mut zusammennimmt und von der Linie ausbricht. Eine kleine Reisegesellschaft begleitet sie: Carlas Tochter, ihre beste Freundin, deren großer Bruder, eine vernachlässigte 17jährige und - nicht ganz freiwillig - eine demente alte Dame.

Es ist ein ganz besonderer Roadtrip, der nicht ohne Folgen bleibt. Aus der Reisegruppe wird eine kleine Familie, die füreinander einsteht. Der Held bekommt natürlich sein Mädchen und kann sich von der "Tyrannin" befreien, muss aber auch die Konsequenzen seiner Spontanaktion tragen.

Die Geschichte ist so warmherzig erzählt, mir sind die Figuren direkt ans Herz gewachsen. René Freund geht sehr respektvoll mit seinen Protagonisten um und lässt sie alle an ihren Erfahrungen wachsen. Eine Brise Humor darf natürlich nicht fehlen und so wurde diese Reise zu einem Neuanfang für die meisten der Reisenden.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Ich mochte diese kleine Geschichte sehr gerne und mache mich jetzt daran, die anderen Bücher dieses Autors zu lesen.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Das weiße Feld

Lenka Hornakova-Civade , Hanna Laak
Fester Einband
Erschienen bei Blessing, 11.09.2017
ISBN 9783896675828
Genre: Romane

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176 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

bergdorf, bumerang, debut, debutroman, dunkel, dunkelgrün, entwaffnendes lächeln, familie, farbig, fatales dreieck, feindschaft, freundschaft, mareike fallwickl, roman, vergangenheit

Dunkelgrün fast schwarz

Mareike Fallwickl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 05.03.2018
ISBN 9783627002480
Genre: Romane

Rezension:

Moritz und Raffael lernen sich als Dreijährige kennen. Es wohnen nicht viele Leute auf dem Berg und es liegt nahe, dass die beiden zugezogenen Mütter und ihre Söhne sich anfreunden. 

Sabrina, Raffaels Mutter bemüht sich sehr, doch Marie, Moritz' Mutter distanziert sich. 

Schon früh zeigt sich, dass die Freundschaft der Buben nicht gleichwertig ist. Moritz ist schüchtern, ängstlich, schwach und Raffael charismatisch, aber auch egozentrisch und bösartig. Raffaele nimmt sich was er will und tyrannisiert seine Mitschüler.
Moritz hat ein besonderes Talent. Er sieht die Aura seiner Mitmenschen. Das ermöglicht ihm, ihre Stimmungen besser einzuschätzen, gibt ihm wertvolle Zusatzinformationen, aber als Kind ängstigt ihn das in erster Linie.

Als Teenager wird diese Paar ergänzt von Johanna. Jo ist traumatisiert. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall und sie lebt für ein Jahr bei ihrer Tante, die sich nicht für sie interessiert. Jo hat ihre Wurzeln verloren. Sie möchte irgendwo dazu gehören. Moritz und Raffael bieten ihr hat. Sie fügt sich ein in dieses ungleiche Gespann und verliert sich darin. 
Erwachsen werden die drei nicht mehr miteinander. Nach der Matura verlieren sich ihre Wege, bis eines nachts Raffael vor Moritz' Tür steht.

Erzählt wird uns ihre Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Moritz, Raffael, Johanna und Marie kommen zu Wort und aus den einzelnen Geschehnissen, Erfahrungen und Ansichten entsteht ein stimmiges Bild. Die Geschichte baut sich auch nicht linear auf. Die Zeitsprünge sind gekonnt gewählt und bauen eine ungemeine Spannung auf. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Von Neugierde fast zerrissen, musste ich schlußendlich bis tief in die Nacht lesen. Es fügt sich alles, keine Faden der Handlung ging verloren, das Ende kommt überraschend, aber es gibt Hoffnung. 

Ich bin restlos begeistert von diesem Debüt. "Dunkelgrün fast schwarz" ist eine großartig angelegter Roman. Gekonnt setzt Marieke Fallwickl die Stilmittel der wechselnden Perspektiven und Zeitsprünge ein. Also nicht nur die Geschichte begeistert mich, sonders auch ihre Umsetzung. Eine Autorin, von der wir sicher noch mehr hören werden! Ich freue mich darauf!

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147 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

apfelbaum, apfelhexe, apfelkuchen, apfelmännchen, band 1, familie kuchenbrand, freundschaft, hexe, kinderbuch, kuchenbackwettbewerb, lea und luis, petronella, petronella apfelmus, sabine städing, zwillinge

Petronella Apfelmus - Verhext und festgeklebt

Sabine Städing
Fester Einband: 207 Seiten
Erschienen bei Boje, 18.07.2014
ISBN 9783414823991
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Petronella Apfelmus ist eine Apfelhexe. Das heißt, sie ist die Hüterin der Apfelgärten und lebt ganz traditionell in einem Apfelhaus. Jetzt fragt ihr euch sicher, wie das geht. Also das ist so: Petronella klettert über eine verzauberte Strickleiter auf ihren Apfelbaum und dabei wird sie von Stufe zu Stufe kleiner. Genauso funktioniert das umgekehrt. Das ist sehr praktisch, denn wenn sie den Baum nicht über die Strickleiter verlässt, bleibt sie klein. So kann sie auf dem Rücken ihres besten Freundes Lucius, dem Hirschkäfer, fliegen und unbemerkt Unfug treiben oder ihre kleinen Freunde, die Apfelmännchen, treffen.


Als plötzlich in das alte Müllerhaus in ihrem Garten eine Familie einzieht, ist Petronella gar nicht erfreut. Hatte sie doch mit den letzten Mietern größte Schwierigkeiten. Der Entschluss ist schnell gefasst: Mit ein bißchen Zauber werden sich die Eindringlinge doch sicher vertreiben lassen. Petronella schreckt vor nichts zurück.

Zum Glück kommt dann doch alles anders. Gerade, als es meiner Tochter (7) schon zu viel wurde mit den Gemeinheiten, lernt Petronella die Kuchenbrand-Zwillinge kennen und kann nicht anders, als sie ins Herz zu schließen. Die aufgeweckten Zwillinge sind aber auch wirklich liebenswert. 

Was sie alles miteinander erleben, wird hier natürlich nicht verraten. Nur so viel noch, wie es sich für echte Freunde gehört, halten sie zusammen und dann kann ja nur alles gut werden.

Petronella Apfelmus ist ja schon einige Jahre alt. Passend zum Frühlingsbeginn ist jetzt der erste Band als Taschenbuch erschienen. Allerdings ist es eine sehr hochwertige Taschenbuch-Ausgabe. Die Geschichte ist wirklich spannend für die Kleinen und trotzdem warmherzig und liebenswert. Die Illustrationen sind großartig. In Schwarz-Weiß gehalten laden sie zum ausmalen ein. Meine Tochter hat schon damit begonnen und wird noch eine Weile Freude daran haben. Außerdem gibt es noch einen Mitmachteil und Petronellas hochgeheimes Apfelkuchenrezept, das wir ausprobieren werden, sobald die ersten Äpfel reif sind.
Bis dahin können wir uns die Zeit ja schon mal mit Band 2 verkürzen!

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36 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

bosnickel, btb verlag, erinnerung, erste liebe, essigäther, familiengeschichte, familiensage, finanzielle probleme, flucht, flüchtlingstrecks, gräfe und unzel, heimat, königsberg, ostpreußen, zweiter weltkrieg

Letzte Fahrt nach Königsberg

Ulrich Trebbin
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757763
Genre: Romane

Rezension:

Wir begleiten Ella, eine junge Frau aus gutbürgerlichem Hause in Königsberg. Als Jugendliche ist sie ungestüm und voller Leben. Sie hat große Pläne und will was erleben. Viel zu früh verliert sie ihren Vater und muss ihre Träume vom Medizinstudium an den Nagel hängen. Es gilt, möglichst schnell Geld zu verdienen.

Viel zu früh heiratet sie einen Mann, den sie nicht liebt. Der den sie liebt, bleibt unerreichbar für sie. Doch die Hochzeit ist der Zeit geschuldet. Es bleiben nicht viele junge Männer. Der Krieg fordert seinen Tribut.

Ella muss ihr geliebtes Königsberg in Ostpreußen zurücklassen und flieht zu ihrer Schwester nach Potsdam. Als dort die Lebensmittel immer knapper werden, macht sie eine letzte Reise nach Königsberg um ihre Vorräte zu versenden. Sie hat ziemlich viel Glück auf dieser Fahrt, denn die Ostfront ist nah. Mit dem letzten Zug schafft sie es raus und kommt wohlbehalten bei ihrer Schwester an. Diese Fahrt ist irgendwie ein Wendepunkt in ihrem Leben. Sie hat ein enormes Gewicht in dieser Geschichte.

Und damit habe ich meine Probleme. Ich kann dieser Reise wenig Mut oder Lebenshunger zuschreiben, sondern Dummheit und Naivität. Und genauso geht es mir mit ihrem Festhalten an einer Liebe, die eigentlich nie existiert hat. Man sieht schon, ich habe so meine Probleme mit der Handlung.

Aber das Buch hat auch seine guten Teile. Der Autor lässt mit seinen Schilderungen eine Stadt wieder auferstehen, die es so nicht mehr gibt. Es zeichnet ein klares Bild von Königsberg, der Metropole Ostpreußens. Eine Stadt der Bildung, des Handels, des blühenden Lebens. Man spürt den Verlust. Die Macht der Zerstörung schmerzt. Königsberg wird dem Vergessen entrissen. Das gefällt mir gut, an der Intention dieses Buches und wurde auch gut umgesetzt.

Der Stil war für mich auch nicht immer angenehm zu lesen. Streckenweise klingt die Sprache sehr bemüht, fast gezwungen. Vielleicht liegt es daran, dass es für den Autor nicht so einfach war, sich in eine weibliche Erzählstimme zu verwandeln. Ein Unterfangen, das nicht jedem gelingt.

Dennoch finde ich es schön und mutig von dem Autor, diese biographische Geschichte zu erzählen und ein Stück Familiengeschichte mit den Leser*innen zu teilen.

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192 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

amerika, amerikanische kleinstadt, colorado, diogenes, emotional fesselnd, familie, farmer, gesellschaftsthemen, holt, kent haruf, kleinstadt, roman, schwanger, usa, vorablesen

Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

aufbau verlag, biografie, biographie, erinnerungen, erziehung, familie, familienbiographie, feministische literatur, frankreich, frauen, generationen übergreifend, herkunft, lehrreich, mutter-tochter-beziehung, nadja spiegelman

Was nie geschehen ist

Nadja Spiegelman , Sabine Kray
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783351037055
Genre: Romane

Rezension:

Nadja Spiegelmann ist die Tochter des berühmten Cartoonisten Art Spiegelmann und der Kunstredakteurin des New Yorkers, Francoise Mouly. In ihrem Debütroman nimmt sie ihre Vergangenheit unter die Lupe. Gnadenlos seziert sie das Leben ihrer Mutter und das ihrer Großmutter Josee.


Alle Frauen dieser Familie leiden unter einem Mangel an Mutterliebe, dem Gefühl, nie gut genug zu sein, nicht erwünscht zu sein. Josee war ein uneheliches Kind und natürlich war es für ihre Mutter nicht leicht, sie durch den Krieg zu bringen. Doch diese wusste dennoch ihr Leben zu genießen. Josee blieb bei der Oma. Francoise war das mittlere von drei Mädchen und es scheint, ihre Mutter hatte es nicht leichter. In der Großmutter fand sie eine Vertraute und Nadja ist ebenfalls von dem Gefühl geplagt, zu wenig wahrgenommen zu werden. Wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie es ihrer Mutter ergangen ist. 

Doch nur Nadja macht sich auf die Suche nach den Wurzeln des Problems. In Interviews geht sie dem ganzen auf den Grund. Sie lässt sich die Geschichte ihrer Mutter erzählen. Sie fragt ihre Großmutter, was ihre Mutter nie gewagt hat zu fragen und muss feststellen, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann. Erinnerungen sind lebendig. Sie entwickeln sich manchmal im Verborgenen, können wachsen und gedeihen. Was dem einen unwichtig erscheint, kann für den anderen ein Wendepunkt sein. 
Und die Erinnerungen leben auch im Zuhörer weiter: 

"Ich war es, die jetzt ihre Erinnerungen an die Oberfläche holte, und während sie sie mir erzählte, veränderten sie sich. Auch ein Teil von mir rankte sich nun in leuchtenden Farben um ihre Vergangenheit."  (S. 101)

Für Nadja und besonders für Francoise ist es eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Was es bringt ist unklar. Vielleicht ist es einfach nur mühsam.

Anfangs konnte mich das Buch richtig begeistern. Mir gefallen die Gedanken, die sich die Autorin zu den Themen Erinnerung und Wahrnehmung macht. Das Bewusstsein, dass die Gegenwart die Vergangenheit ebenso verändern kann wie umgekehrt finde ich interessant und wie schwierig es sein kann, sich aus den eigenen Stricken der Vergangenheit zu befreien. Fast scheint es ein Zwang zu sein, dass in dieser Familie Töchter nicht geliebt werden. 

Nadjas Verhältnis zu ihrer Mutter hat sich durch diese Nabelschau sicher verändert. Sie ist geduldiger, nachgiebiger. Sie kann es sicher einmal anders machen.

Die Sprache des Buches ist mir auch äußert angenehm aufgefallen. Mir gefallen die Bilder, mit denen die Autorin erklärt und mit denen sie Gewicht auf einzelne Aspekte legt. Außerdem zeichnet sie ein interessantes Bild von Paris, abseits der Touristenpfade.

Ich vergebe 4 Sterne für dieses extrem persönliche Buch, denn es braucht eine gehörige Portion Mut, sich so ausführlich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und das dann auch noch öffentlich zu machen. Einen Stern ziehe ich ab, weil es manchmal sehr schwierig ist, die Erzählstimmen auseinander zu halten und streckenweise empfand ich die Wiederholung doch etwas trostlos.

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Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

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berg, bergbau, debüt, eigenwillige bewohner, ein dorf am berg, hoffnungsvoll, landflucht, marie gamillscheg, melancholisch, nostalgisch, österreich, roman, schöne sprache, strukturwandel, touristen

Alles was glänzt

Marie Gamillscheg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 19.03.2018
ISBN 9783630875613
Genre: Romane

Rezension:

Ein kleiner Ort am Fuße eines großen Berges: Die Dorfgemeinschaft hat jahrelang gut gelebt vom Erzabbau, doch nun ist der Berg ausgehöhlt. Es wurde ein Bergwerkmuseum errichtet, dass die Geschichte des Bergbaus erzählte, doch seit ein Journalist davor gewarnt hat, dass er ganze Berg in den kommenden Jahren einstürzen wird, bleiben die Besucher aus und das Museum verstaubt.

Die Jungen verlassen den Ort. Nur die Alten können ihre Wurzeln nicht mehr verpflanzen. Die wenigen Verbliebenen leben in alter Gewohnheit. Veränderung ist nicht gewünscht. 

"Aber noch immer findet Merih, dass es nichts Beruhigenderes als die Abgeschlossenheit dieses Tals gibt, in dem die Rollen verteilt sind, in dem alles für sich existiert und sich nicht woandershin orientieren kann."    (S.175)

Marie Gamillscheg hat die Trostlosigkeit dieses sterbenden Ortes gekonnt in Worte gefasst. Es ist ein stiller Roman. In ruhigen Sätzen wird die ausweglose Stimmung geschildert. Auch wenn sich im Moment etwas tut in diesem Dorf, wird jeder Hoffnungsschimmer im Keim ersticket. Es ist ein Lebensraum, der keiner mehr sein möchte. Die Jugend will weg, sucht sich andere Perspektiven und für die Alten gibt es eh nur einen Weg raus aus diesem Tal.

Dieser Roman polarisiert. Es passiert nicht besonders viel, aber wenn man sich auf die Stimmung einlässt, fühlt man sich mitgenommen auf eine Reise ins Hinterland und der beschriebenen Ort kann sein Pendant in der Welt finden.

Alles was glänzt ist ein interessantes Debüt! Von dieser Autorin werden wir bestimmt noch hören.


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Die Feenschule - Zauber im Purpurwald

Barbara Rose , Naeko Ishida
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789146268
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Fee Rosalie wird eingeschult und reist dafür ins Blütenwaldinternat. Sie freut sich sehr darauf, auch weil sie endlich ihre ältere Freundin Melissa Waldfee wiedertrifft. 

Doch Melissa will nichts mit ihrer früheren Freundin zu tun haben. Sie ist ja schon älter.

Um Melissa zu beweisen, dass sie keine "Babyfee" mehr ist, reißt Rosalie eines nachts aus und begibt sich auf eine gefährliche Reise.
Wie das aus geht, wird hier natürlich nicht verraten.

Meine Tochter wollte das Buch gar nicht mehr weglegen. Diese Geschichte hat genau den richtigen Spannungsbogen für 5 - 6jährige. Es ist super spannend, aber nicht gruselig. 

Die Figuren sind äußert liebevoll und kreativ gestaltet und die Illustrationen sind wunderschön. Begeistert hat uns auch die Landkarte vom Feenreich an der Coverinnenseite. Wir konnten immer wieder nachschlagen und uns genau anschauen, wo die Geschichte gerade spielt. 

Zum Glück ist "Zauber im Purpurwald" der erste Band einer Reihe, denn wir wollen natürlich noch mehr von Rosalie und ihrer neuen Freundin Nikki, die sie nicht in Stich lässt,  lesen!

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Die Farben des Lebens

Lorraine Fouchet , Katrin Segerer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.03.2018
ISBN 9783455003086
Genre: Romane

Rezension:

Kims Großmutter hat sich entschieden, dass sie genug gelebt hat und beendet ihr Leben in einer Klinik in der Schweiz. Lautlos gleitet sie aus Kims Leben und lässt sie allein zurück, denn Eltern hatte Kim nie.

"Der Tag, an dem ich zur Welt kam, war so traurig, wie ein Haus ohne Bücherregal. Es war der Todestag meiner Mutter."              S. 7

Jetzt ist es auch noch der Todestag ihrer Großmutter. Kim ist zutiefst traurig und weiß nicht, wie sie da wieder herausfinden soll. Ihr Lebensgefährte spricht ihr Mut zu und lässt ihr Raum für ihre Trauer.

Um die Beweggründe der Großmutter zu verstehen, entschließt sich Kim, die Insel zu verlassen und für eine Weile für eine alte Dame zu arbeiten. Sie muss herausfinden, was es bedeutet alt zu sein und was das Leben im Alter ausmacht. Ihr Freund schenkt ihr zum Abschied ein blaues Notizheft mit dem Hinweis, eine Pro- und Kontraliste für das Leben zu erstellen.

Auf ihrem Weg aus der Verwirrung lernt Kim so einiges. Sie deckt eine bizarre Lebensgeschichte auf, lernt interessante Menschen kennen und lernt was Familie alles bedeuten kann.

Lorraine Fouchet erzählt und diese Geschichte nicht ganz linear. Von Anfang an ist eine zweite Geschichte eingewoben, deren Protagonist lange Zeit im Unklaren bleibt. Das gibt dem Roman eine gewisse Spannung. Man fragt sich, wie alles zusammenhängt, wer hier lügt und vor allem warum und was die Beweggründe der handelnden Personen sind.

Schlussendlich klärt sich alles auf und wir stellen fest, dass "eine Lüge manchmal mehr Trost spendet, als die Wahrheit". Wir erfahren, dass man Familie auch außerhalb der Verwandtschaft finden kann und dass die Lieber stärker ist, als Hass.

Lorraine Fouchet konnte mich wieder begeistern. Mir gefällt besonders ihr respektvoller Umgang mit ihren Figuren. Es gibt kein Schwarz und Weiß. Hier ist niemand nur Böse und schlussendlich ist alles was zählt Versöhnung. Mit der eigenen Vergangenheit genauso, wie mit den Entscheidungen der Anderen.

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berlin, beziehungen, eltern, familie, freundschaft, kind, krankheit, kunst, künstler, künstlerehepaar, leinsee, liebe, roman, selbstfindung, tod

Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

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