miss_mesmerizeds Bibliothek

1.272 Bücher, 1.208 Rezensionen

Zu miss_mesmerizeds Profil
Filtern nach
1272 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

131 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

pfadfinder, männer, freundschaft, nickolas butler, diziplin

Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

Drei Generationen schwieriger Vater-Sohn bzw. Mutter-Sohn Beziehungen nimmt Nickolas Butler in seinem Roman „Die Herzen der Männer“ ins Zentrum seiner Erzählung. Zunächst Nelson, ein Außenseiter, der nur von seiner Mutter richtig geliebt wird. Der Vater abweisend und brutal, er wünscht sich einen anderen Sohn, nicht so verweichlicht, sondern einen der cool ist und von den lauten Jungs anerkannt wird. Das zeigt sich vor allem im Sommercamp Chippewa im ländlichen Wisconsin, wo Nelson einiges erleiden muss. Nur der Campleiter Wilbur unterstützt ihn und in Jonathan hat er einen weiteren Jungen auf seiner Seite. Als Erwachsener wird er Jonathans Sohn Trevor im Camp begrüßen und noch eine Generation später dessen Enkel Thomas. Das Camp und die brutalen Erfahrungen dort verbinden die Generationen, ebenso wie die bedingungslose Liebe der Mütter und das schwierige Verhältnis zum Vater.

Butler zeigt, wie das Leben Narben, die äußerlich sichtbaren und und die unsichtbaren, bei den Figuren hinterlässt, wie Beziehungen prägend für die Entwicklung sind und wie wichtig ein guter Geist ist, der eine schützende Hand über die Kinder und Jugendlichen hält, um sie zu schützen. Die Geschichte erzählt aber auch, wie ein Junge, der keinen einfachen Start ins Leben hat, sich durchbeißen kann und am Ende über sich selbst hinauswächst, selbstlos und mutig sein Leben opfert für andere und nie vergisst, was man einst für ihn getan hat.

Die unterschiedlichen Zeitpunkte der Handlung sind auch im Erzählstil variiert, im ersten ist der Fokus auf dem jungen Nelson und seinen Camperlebnissen als Außenseiter. Hier ist eine klassische Kinder- und Jugendgeschichte zu finden mit all den Abenteuern und bösen Streichen, wie man sie in dieser Umgebung erwarten würde. Im zweiten erleben wir Nelson und Jonathan als erwachsene Männer, dieser Abschnitt war für mich der schwächste insgesamt. Erst im dritten Teil mit der Rückkehr zum Camp findet Butler wieder zu seiner erzählerischen Stärke und lässt vor allem überzeugend die Handlung langsam aber zielstrebig auf einen grausamen Höhepunkt zusteuern.


Eine typisch amerikanische Geschichte, geprägt von den Traditionen und Ansichten der ländlichen Bevölkerung, die oftmals nicht aus ihrer Haut können und denen es oft auch nicht gelingt, neue Lebensentwürfe zu schaffen. Erzählerisch stark mit überzeugenden verbindenden Elementen zwischen den einzelnen Buchabschnitten.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(81)

123 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 68 Rezensionen

liebe, arktis, deutschland, sehnsucht, diogenes verlag

Olga

Bernhard Schlink
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070156
Genre: Romane

Rezension:

Früh schon hat Olga ihre Eltern verloren und wächst bei der Großmutter auf. Dort lernt sie Herbert kennen, Sohn eines Gutsbesitzers. Die kindliche Freundschaft wird geduldet, eine Liebesbeziehung lehnen Herberts Eltern und seine Schwester jedoch ab, Olga ist nicht standesgemäß. Doch die beiden lieben sich und zwischen seinen Welterkundungsexpeditionen trifft sich Herbert immer wieder mit Olga, die ihrerseits ihren Weg gegen alle Widerstände geht. Sie wird Lehrerin und bestreitet ihr Leben eigenständig. Als Herbert bei einer seiner Touren im arktischen Norden verschallt, bleibt Olga nur noch ihm Briefe postlagernd nach Norwegen zu schicken und zu hoffen, dass er sie irgendwann nach seiner Rückkehr wird lesen können.

Olgas Leben wird von Bernhard Schlink zunächst chronologisch angelegt, man erfährt vom Tod ihrer Eltern, der Kindheit und Jugend mit Herbert und dessen Schwester, ebenso wie die Zeit als junge Erwachsene, als Herbert bereits allerlei Erkundungen über alle Kontinente hinweg unternimmt. Bisweilen habe ich mich hier gefragt, weshalb der Roman nach der weiblichen Protagonistin benannt ist, zu sehr ist man mit Herberts Erlebnissen beschäftigt. Schlinks narrativer Kniff kommt später, als er zu Olga zurückkehrt und von ihrem weiteren Leben, nachdem ihr Geliebter in die Arktis aufgebrochen ist, berichtet. Eine interessante Konstruktion hat Schlink gefunden auch nach dem Tod Olgas noch bei ihr zu sein, Lücken zu füllen und manches in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.

Natürlich geht es um das Schicksal einer Frau, noch dazu einer, der im Leben nichts geschenkt wird, die eisern an ihren Idealen festhält, sich immer wieder auf neue Situationen und Gegebenheiten einstellen muss und sich tapfer durchbeißt, egal wie widrig die Umstände sind. Es entsteht so auch eine Chronik der deutschen Geschichte vom Ende des Kaiserreichs bis in die Gegenwart, die exemplarisch an Olga erzählt wird.

Bernhard Schlink ist ohne Frage einer der bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren, der aus dem schlichten und gewöhnlichen Leben eine besondere Geschichte zu stricken vermag. Einmal mehr verwebt er im aktuellen Roman die reale Geschichte mit der fiktiven und belegt, dass kein Leben im luftleeren Raum stattfindet, sondern immer auch durch Zeit und Ort geprägt ist. Bemerkenswert wie er den Bogen zwischen öffentlich und privat, über die Jahrzehnte und Generationen hinweg zu spinnen vermag und den Leser in die fremden leben eintauchen lässt, so dass man Ende den Eindruck hat, die Figuren tatsächlich gekannt zu haben. Ein rundum gelungener Roman, den man am Ende zufrieden und mit etwas Wehmut zuschlägt. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The French Girl

Lexie Elliott
E-Buch Text: 306 Seiten
Erschienen bei Corvus, 01.03.2018
ISBN 9781786495556
Genre: Sonstiges

Rezension:

It‘s been ten years since their legendary summer holidays in France. Now, the six friends reunite in London. They have all pursued their careers, found new partners and almost forgot what happened on their last day in France that summer. The French girl who spent a lot of time with them went missing, already back then a murder investigation was set up by the French authorities, yet, without success. But now, her body has been found, buried in a well on the premises and she obviously did not fall into it by accident. Kate does not have a clue what might have happened, she only remembers her quarrel with her then boyfriend Seb. But now things are different and soon, Kate finds herself prime suspect in a murder case.

Lexie Elliott tells the strange murder case only from one point of view, Kate’s, which adds a lot to the suspense of the novel. Kate is telling her story, we, as the reader, only know what she knows, we only get her thoughts and thus are limited in getting the whole picture. Additionally, during the course of the story, you start doubting your narrator - is Kate reliable or is she lying to us and leading us to false clues? I liked this play with uncertainty and the fact that only bits and pieces of the whole story are revealed.

The strongest aspect of the novel are the characters. First of all, Kate who is quite lively drawn, second and even more interesting is Caro whom you cannot trust which is obvious right from the start. But also the other characters are suspicious, Kate’s friend Lara and her affair with the French investigator or Tony who is making advances towards Kate. The story itself, however, does not advance at a high pace, at times you wait impatiently for something to happen. The fact of only giving one perspective, on the one hand, adds to the suspense, on the other, it temps to skip pages you to learn what actually happened because the information you get is quite limited. The end and the solution was not really convincing for me, for me, the motive was too weak to justify such an act. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, abitur, patchwork, tischordnung

Abifeier

Eric Nil
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783869711652
Genre: Romane

Rezension:

Eigentlich hat sich das Leben nach der Scheidung ganz gut eingerenkt. Nachdem er Basel und seine Familie verlassen und in Hamburg ein neues Leben samt neuer Partnerin begonnen hat, läuft für den Ich-Erzähler alles in ruhigen Bahnen. Auch als seine Tochter Nora zu ihm zog, hatte nicht viel verändert. Die Patchwork Familie hat ihren eigenen Rhythmus gefunden, in dem die Ex-Partner ihren festen Platz am Rand haben. Jetzt allerdings steht der Abiball an und daran sollen natürlich alle Familienmitglieder teilnehmen. Doch wie kann man alte und neue Familie arrangieren, ohne dass sich jemand auf die Füße getreten fühlt? Es scheint ein Ding der Unmöglichkeit.

Der kurze Roman greift eine recht typische Situation unserer Zeit auf: Beziehungen beginnen und enden und gehen mit irgendwelchen Fragmenten in neue über. Familien entstehen neu, bilden temporäre Zweck- und Lebensgemeinschaften, bis sie sich wieder auflösen. Irgendwie gelingt es den meisten dabei sich zu arrangieren und einen halbwegs tragbaren Kompromiss zu finden. Bis auf die Ausnahmesituationen althergebrachter Rituale, zu denen die modernen Lebensformen nicht passen und die von allen beteiligten das Äußerste verlangen.

Der drohende Abiball versetzt den Ich-Erzähler in eine maximale Stresssituation. Allein schon die Frage, in welcher Konstellation gemeinsam am Tisch gesessen werden soll, bereitet ihm Kopfschmerzen. Ganz zu schweigen davon, wie die Ex- und neuen Partner miteinander bekanntgemacht werden sollen. Man kann das Grübeln über diese eigentlich banalen Fragen gut nachvollziehen, es gibt schließlich kein Patentrezept und hochgradig peinliche Momente drohen, gerät man unvorbereitet in eine solche Situation. Nur wie will man sich darauf ernsthaft vorbereiten?

Der Grundkonflikt des Romans ist offenkundig, allerdings hatte ich mit einem etwas amüsanteren Text gerechnet. Eric Nil jedoch verleiht dem Erzähler eine ausgesprochen grüblerisch-negative Stimmung, die keinen Raum für Humor und Gelassenheit lässt. Seine etwas verklemmt-gehemmte Art verhindert jede Lockerheit im Umgang miteinander und macht das Lesen bisweilen etwas anstrengend. Auch war mir das Lamentieren über die gescheiterte Vater-Sohn-Beziehung eher mühevoll zu lesen und ich hätte auf so manche Teenager-Beziehungstragödie verzichten können. Zwar wirkt der Ton so realistisch und authentisch – es ist leicht vorstellbar, wie sich viele Menschen ob einer solchen Lage den Kopf zermartern – aber bei mir konnte es nur begrenzt Begeisterungsstürme auslösen. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Lost Girls of Camp Forevermore

Kim Fu
Fester Einband: 249 Seiten
Erschienen bei Houghton Mifflin, 13.02.2018
ISBN 9780544098268
Genre: Sonstiges

Rezension:

A summer camp for young girls aged nine to twelve. Mostly rich, but there are also some poor ones granted scholarships so that they can take part, too. The rules have been the same over decades, everything in Camp Forevermore is as it has always been. Part of the camp experience is a kayak tour which the girls complete in small groups and which leaves them on isolated islands for a night. Siobhan, Nita, Andee, Isabel and Dina thus are assigned to the oldest and toughest camp supervisor. Yet, unexpectedly, the girls do not end in the spot they were destined to but find themselves on a different, much larger and completely isolated island, their chaperone dead and they themselves running out of food. Now, the real survival lesson begins.

The idea of a bunch of girls having to face raw nature and survive in unknown territory sounded quite intriguing to me. I anticipated it to be a bit like a girl version of the “Lord of the Flies” and I was curious to read how a group of girls develops under those conditions. Yet, the story of the lost girls is just a part of the novel. Their adventure is broken up by narrations about what happens to the girls later in life, their fate after surviving Camp Forevermore. This not only came a bit unexpected, but also shifted the focus away from the actual story to what such an experience makes with people and how they can never really get over it.

Kim Fu has a very lively style of writing. The characters seem authentic and you quickly get a good idea of their different personalities. I liked her writing most in the parts where the girls struggle to survive, she is great at portraying their fears, hate and desperation. Without any question, the girls’ later lives are also interesting and the author actually did a great job in developing the girls further as adults. However, I would have preferred to read more about Camp Forevermore and the girls desperate situation. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Magda

Mazarine PINGEOT
Sonstige Formate: 312 Seiten
Erschienen bei Julliard, 04.01.2018
ISBN 9782260032410
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ça fait quarante ans que Magda a quitté son pays natal, l’Allemagne, qu’elle n’a plus utilisé sa langue maternelle et qu’elle a essayé d’oublier toute sa vie avant d’arriver dans le petit village pyrénéen. Son mari Guillaume et elle vivent une vie simple, en phase avec la nature. Leur fille Alice n’est pas loin avec sa famille à elle ; eux aussi ont choisi un mode de vie particulier : une sorte de communauté qui accueille de différentes personnes qui partagent leurs idées d’autonomie et de l’extrême gauche. Quand un attentat se produit, Alice et son mari sont détenus ; Rosa, leur fille de huit ans, trouve une place chez les grands-parents. Magda et Guillaume ont peur de ce que la prison fait avec Alice, mais Magda arrive à encourager sa fille. Comment la mère sait-elle exactement comment c’est, la prison, et pourquoi parle-t-elle couramment le langage des extrémistes gauchistes ? Le passé de Magda la rejoint finalement.

Au début du roman, on se demande pourquoi la mère a donné le nom au titre et pas la fille qui est au centre de l’action. Alice se retrouve à la prison, accusé d’avoir commis un crime horrible, un acte dédaignable qui a mis en danger la vie d’êtres humains. Mais, peu à peu, le centre d’attention évolue et Magda devient de plus en plus intéressante. D’abord, elle est seulement la femme –paysanne qui a choisi la vie simple et qui cultives des légumes. Mais au moment où le discours politique commence, cela apporte un éclairage nouveau sur la femme.

Mazarine Pingeot a bien construit son roman qui a beaucoup d’aspects d’un roman policier. Il est évident que Magda a un passé intéressant et que celui-ci va être dévoilé au cours de l’action. Néanmoins, l’auteure réussit à retarder ce moment et ne donne pas trop d’indices pour deviner ce qui s’est passé exactement. Pingeot se sert de l’histoire allemande comme arrière-plan pour son roman et crée ainsi une histoire authentique qui aurait bien pu se passer de cette manière.

A part cela, c’est un roman de famille et de la question ce que c’est la famille. Combien d’affection faut-il pour témoigner qu’on s’aime et combien une famille peut-elle subir ? Y a-t-il des idéaux transmis de parents en enfants sans qu’on en parle franchement ? Et une fille, ne veut-elle pas toujours être acceptée et appréciée par la mère ?

Mazarine Pingeot m’a positivement surprise avec ce roman. J’ai lu quelques-uns de ses œuvres, mais c’étaient avant tout des romans inspirés par sa propre vie. Maintenant, c’est un roman fictif et celui-ci m’a vraiment convaincu d’elle. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

White Houses

Amy Bloom
Fester Einband: 218 Seiten
Erschienen bei Random House, 13.02.2018
ISBN 9780812995664
Genre: Sonstiges

Rezension:

Life does not endow much to young Lorena Alice Hickok. When her mother dies, her father sends her away and she has to make her way on her own. Thanks to her stubbornness and perseverance, Lorena becomes one of the first woman journalists of the United States. In 1932, she works for Associated Press and reports on Franklin D. Roosevelt‘s electoral campaign. This is when she meets Eleanor for the first time. They women fall for each other immediately and this, Lorena gets closer to the famous couple and finally becomes Eleanor‘s lover.

Based on the known facts, Amy Bloom tells the story of two unorthodox and progressive women of the 1930s. It is especially Lorena who is an extraordinary character. She is not particularly charming, nor very attractive at the first glance, nevertheless, there is something fascinating about her, her independence makes her stand out and her courage and self-confidence irritate the men around her.

On the other hand, Eleanor Roosevelt is an outstanding first lady. Educated in the best boarding schools and acquainted with the manners of the high society, she moves smoothly around the rich and famous. When she entered a room, all eyes were on her. Yet, this did not prevent her husband from betraying her and obviously, she was aware of this. His lovers lived under their roof and Eleanor could watch them closely. But, had Franklin and Eleanor lost interest, they could be awful, nasty people.

Amy Bloom unveils a scandalous affair and tells the story of a woman, or rather two women, who followed their instincts and thus were quite ahead of their time. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Freshwater


Fester Einband
Erschienen bei null
ISBN 9780802127358
Genre: Sonstiges

Rezension:

Their prayers have been heard and the god Ala sent them a baby girl: Ada, named in honour of the generous goddess. Yet, it comes with a plus, Ada is not alone, she has got some characters living in her mind, still asleep, but eager to wake up and take over the body given to them. The first two to arrive and take care of Ada and her siblings in their Nigerian village. Later, in America, when another of the voices awakes and takes over control over Ada‘s body, things turn out differently. For the world outside, it is hidden what is going on inside Ada‘s head, once she tries to tell a therapist, however, the voices that possess her are stronger and find a way out of this dangerous situation.

Akwaeke Emezi‘s novel „Freshwater“ was all but easy to read for me. First of all, I had some difficulty understanding who is telling the story, it took me some time to figure out that the voices in Ada‘s head are the narrators. So, we are mostly inside her mind, but sometimes we get what happens outside, too.

You cannot really say that Ada is mad even though she hears voices and follows their command. It was especially when she hurt herself to calm down the first two voices, Smoke and Shadow, that was hard to endure. The third who made her act promiscuously wasn‘t much better. They are evil, after all, misusing an innocent human to fulfil their wishes and greed. I am not sure if it works like this with people hearing voices, even if it is somewhat different, this seems to be horrible. On the other hand, Ada obviously experienced some very bad incidents and the voices were somehow able to split those memories from her normal memory thus making her forget these experiences. Maybe this is the cause why the voices could develop after all.

It is always hard to like a novel if you detest the protagonist or narrator. Thus, „Freshwater“ is not a novel I could fall for easily. Still, I consider the topic highly interesting and, ultimately, the author found a convincing way of making the voices heard for us. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.03.2018
ISBN 9783764506414
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schon seit Monaten hat Anna Fox ihr New Yorker Haus nicht mehr verlassen. Die erfolgreiche Kinderpsychologin leidet unter Agoraphobie und ihre Angst lähmt sie schon bei dem Gedanken daran, die Tür nach draußen zu öffnen. Mit Alkohol und Tabletten ertränkt sie ihre Sorgen und beschränkt sich auf das, was sie von ihrem Fenster aus beobachten kann. Die neuen Nachbarn von gegenüber beäugt sich skeptisch und als sie einen Mord beobachtet, muss sie handeln. Doch die Polizei will ihr nicht glauben, ohne Opfer ist der Fall auch schwierig. Anna kommen Zweifel, hat sie doch zu viel getrunken und unter den Medikamenten halluziniert? Aber sie hat es sich nicht eingebildet und langsam aber sicher merkt sie, dass sie selbst in Gefahr schwebt.

Mit „The woman in the window“ ist A.J. Finn ein würdiger Nachfolger für die erfolgreichen Krimis der letzten Jahre gelungen, locker kann er mit Gone Girl und Girl on the Train mithalten. Einmal mehr steht eine Frau im Zentrum, für die man als Leser einerseits Zuneigung und Sympathie empfinden kann, jedoch immer auch Zweifel mitschwingen: kann man ihr trauen? Erinnert sie sich wirklich richtig oder sind doch Alkohol und Medikamente Schuld an dem, was sie zu sehen glaubt.

Die Figurenzeichnung ist dem Autor hervorragend gelungen, Anna ist vielschichtig und tiefgründig. Sie hat ihre Schwächen, ohne Frage, und je mehr sich ihre Vorgeschichte entfaltet, desto leichter lässt sich auch nachvollziehen, wie sie zu der Frau werden konnte, die sie zu Beginn der Handlung ist. Man will ihr gerne glauben und spürt die Zweifel, die an ihr nagen. Warum glaubt man ihr nicht? Gibt es doch noch mehr, was sie nicht sieht und wahrnimmt, oder erlaubt sich jemand ein perfides Spiel mit ihr?

Ein rundherum gelungener Thriller, der sich nicht beiseite liegen lässt, mit überraschenden Wendungen punkten kann und von einer interessanten Protagonistin lebt.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

All We Can Do Is Wait

Richard Lawson
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Razorbill, 13.03.2018
ISBN 9780448494111
Genre: Sonstiges

Rezension:

An awful accident brings a bunch of teenager together in the waiting area of a hospital: a Boston bridge collapsed during busy traffic and now they are waiting for news. Scott is afraid that his girlfriend Aimee might be amongst the dead. Skyler was on the telephone with her sister when Kate suddenly broke away. Jason and Alex fear the worst about their parents who were on the way to Alexa’s school. And Morgan already knows that her father is not alive anymore. While they are condemned to wait in the sterile area without any information, they all recall the last couple of months, what they went through with the loved ones, the good sides and the bad ones. But sharing this feeling of utmost anxiety also brings out things which were long buried and in the morning, they are not the same anymore.

“All we can do is wait” has the classic drama setting: all characters in one place, waiting for the moment when they are either relieved or their biggest fear is confirmed. There is nothing they can do to change the situation, they have to sit and wait for the verdict. No matter what they wish or pray for, their fate is already sealed but they do not know about it.

Richard Lawson makes his young protagonists alternate in the narration. Each chapter is dedicated to one of them and slowly their lives unfold. Thus, we are not constantly in the situation of extreme stress in the waiting room, but look back also on happy moments full of joy and love. But the sword of Damocles of looming over them all the time and inevitable we return to the hospital.

The story is full of emotion, positive and negative ones, and the author created authentic and lovable characters who are credible in their fears and hopes. They already show whom they are going to be in a couple of years and yet, they are still adolescents with great hopes and wishes. Apart from this, there is obviously a lot of suspense because you just want to know what happened to their friends, sister and parents. This just makes you read on and on and on. I really loved the novel even though it is a rather melancholy story that is told.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

110 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 31 Rezensionen

neapel, italien, neapolitanische saga, band 4, elena

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 614 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.02.2018
ISBN 9783518425763
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte der Freundschaft von Elena und Lila geht weiter. Inzwischen sind die 70er Jahre angebrochen und Elena hat ihren Mann endgültig für Nino verlassen. Nach all der Zeit hofft sie nun auf eine glückliche Zukunft gemeinsam mit ihrem Kindheitsschwarm. Doch so wie diese Liebe in den Jahren zuvor bereits zum Scheitern verurteilt war, steht sie auch jetzt unter keinem guten Stern. Letztlich zieht es Elena zurück in den Rione und sie erneuert ihre Freundschaft mit Lila. Schicksalsschläge schweißen sie zusammen, Streitigkeiten trennen sie wieder. Beide sind beruflich erfolgreich, aber ihr Privatleben ist von Katastrophen überschattet.

Elena Ferrante beendet mit Band vier die neapolitanische Saga erwartungsgemäß. Auch dieser Lebensabschnitt sprüht vor Leben aus jeder Zeile und zieht einem unmittelbar in den Bann. Die beiden Frauen, einerseits durch ihre Vergangenheit miteinander verbunden, andererseits immer im Konkurrenzkampf, zeigen, dass das Leben nie schwarz und weiß und damit eindeutig ist. Es herrschen die Grautöne, die jederzeit ins Extrem ausschlagen können.

Ihre große Stärke liegt bei Elena Ferrante unverkennbar in der Figurenzeichnung. Einmal mehr steht die Zerrissenheit und Vielschichtigkeit der Erzählerin im Zentrum. Ihre Unsicherheit, vom ersten Tag ihres Lebens an, noch verstärkt durch die erfolgreiche und beliebte Freundin, verhindern, dass sie jemals das Selbstbewusstsein entwickelt, das ihr gutgetan hätte und bei ihrem Erfolg und Ansehen angemessen gewesen wäre. Stattdessen quälen sie Zweifel und Vergleiche, bei denen sie immer die Unterlegene ist. Ein Leben lang herrscht Lila über sie, mal aus der Nähe, aber ebenso aus der Ferne, sogar noch als sie gänzlich verschwindet.

Darüber hinaus ist gerade auch der letzte Band der Saga ein Zeugnis von Korruption und mafiösen Strukturen, die man für literarische Erfindung halten müsste, wenn man nicht genau wüsste, wie real die Schilderungen sind. Familienbande und Fehden bestimmen den Alltag der Bewohner des Rione, die Angst diktiert ihr Handeln und den Abhängigkeiten kann man nicht einmal durch den Tod entfliehen.

Alle Bände zusammen sind weitaus mehr als die Geschichte eines Lebens. Sie sind vielleicht nicht die große Literatur, die man klassischen Kanon findet, aber erzählerisch hat sich Elena Ferrante zurecht einen Platz neben den Größen ihres Heimatlandes verdient.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Gods of Love: Happily ever after is ancient history . . .

Nicola Mostyn
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piatkus, 01.02.2018
ISBN 9780349415703
Genre: Sonstiges

Rezension:

Frida McKenzie has exactly what she wanted in life: a successful divorce lawyer at a very young age, her career is speeding up and the meeting at NeoStar is going to secure her place at the top. Yet, the encounter there does not go as planned and she finds herself locked in a meeting room. A mysterious message in her handbag and a hidden cell phone lead her to Dan whom she already met the days before and identified as mad. However, what he has to tell her now appears in a completely different light: Dan is actually the Oracle and Frida a descendant of Eros, the god of love. And, not to forget: she is destined to combat Anteros, the old enemy.

“The Gods of Love” is quite a unique mixture of a treasure hunt, a love story and masses of Greek mythology. This sounds a bit weird and it actually is, but I had a lot of fun reading it. Well, of course, the story is all but realistic and far from credible, but leaving this aspect aside, the gods that show up are more than human in their characters and possess all the vices you can find in any human being.

Frida, the protagonist, can easily carry the burden of the action – well, there is godly blood running in her veins, so there must be some hidden strengths after all. She appears to be strong and determined in her role as a lawyer. Rather cynically she condemns the naivety of her clients. Yet, when you look under the surface, the fragile and lonely Frida appears who is herself susceptible to affection and easy to seduce and deceive. However, she is becoming stronger throughout the story, not only because the gets aware of her heavenly ancestry. I liked her a lot, even though she appears to be arrogant at the beginning, she is actually quite lovable.

Nicola Mostyn cleverly integrated the Greek mythology and the gods that show up are more than just decals of the ancient myth. Nimbly their stories are told in passing so even if you are not too familiar with them, you know everything you need to get an idea of their role. I liked Psyche especially, her first appearance is simply hilarious just as the narrative tone.

All in all, a wonderful and funny novel best read close to February 14th.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

L'attrape-souci (Romans)

Catherine Faye
Sonstige Formate
Erschienen bei Fayard/Mazarine, 17.01.2018
ISBN 9782863747582
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lucien a seulement onze ans quand sa mère le mène à Buenos Aires. Quoiqu’il parle un peu l’espagnol, tout est très différent de la patrie et du connu. Un jour quand ils font des courses et quand il regarde les attrapes-soucis dans une librairie, sa mère s’envole et est éperdue immédiatement. Lucien est seul et personne ne le croit. Il commence la recherche solitaire, il joint des cartonniers, il est « adopté » par des prostitués, il vit dans la rue. C’est seulement quand il rencontre le jardinier Arrigo et la dame Adela que sa vie retrouve une sorte de normalité.

« L’attrape-souci » - une petite boîte qui héberge une minuscule poupée à laquelle on confie ses soucis avant de s’endormir. Le lendemain matin, ceux-ci se sont envolés. Pour le petit Lucien, les soucis commencent avec les attrape-soucis – et en plus, une vie dure et inimaginable. Catherine Faye a trouvé un ton narratif qui est très proche du petit héro et qui affaiblit un peu ce qu’il éprouve dans la rue. Néanmoins, un lecteur adulte qui sait lire en filigrane voit clairement que ce qu’il raconte d’un ton naïf et plaisant est en vérité très dur à supporter.

Ce qui m’a frappé le plus, c’était le comportement des figures envers le petit gars. D’un côté, il rencontre des personnes serviables et ouvertes qui ne posent pas beaucoup de questions et qui l’aident parce qu’il en a besoin. De l’autre côté, il y en a ceux qui le mettent à la porte sans même l’écouter ou songer à l’assister à sa recherche.

Quoique j’espère qu’une telle histoire ne puisse jamais se produire en réalité, je crains qu’il y ait beaucoup de vérité et réalité argentine. Ce n’est pas la vie que nous connaissons en Europe, un petit garçon peut se perdre sans que personne ne s’en rende compte. Il y a une certaine mélancolie à travers l’histoire que j’ai vraiment estimé et qui m’a plu beaucoup. Ce n’est pas une histoire gaie, elle n’offre même pas de happy end de façon qu’on l’attend, mais ainsi elle émerge de la masse des nouveaux romans. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Tattooist of Auschwitz


Flexibler Einband
Erschienen bei null
ISBN 9781760403171
Genre: Sonstiges

Rezension:

When times become hard for Jews in 1942 Slovakia, Ludwig Eisenberg, named Lale, decides to save his family and to present himself to the enemy. After some days waiting he is transported to Auschwitz-Birkenau, today the synonym with Nazi cruelty. He soon attracts attention due to his knowledge of several languages and his ability to cope with people. He becomes the tattooist of Auschwitz, the person who replaces the peoples’ names with a number on their wrist. Lale’s extraordinary capabilities make him wander between the lines, on the one hand, he serves the Nazis, on the other, he supports the Jews and gypsies in the camp. When He first sees Gita, he completely falls for her. But a concentration camp is not the best scenery for a love story, especially since you never know if you will die tomorrow.

Heather Morris has written a compelling story in one of the most awful places the Nazi regime has created. Auschwitz-Birkenau, the largest concentration camp where more than one million persons found death during the second world war and where Josef Mengele carried out is gruesome experiments, is today a museum and remembrance site which aims at preventing such a thing from happening ever again.

The story is based on the narration of the real Lale Eisenberg who later called himself Sokolov when he, after surviving the Holocaust, started a new life first in Slovakia and then Australia. It is incredible to read about his life in the camp, especially considering the fact that he as a kind of collaborator was relatively well off. Those who are burnt in the gas chambers, those who fell prey to Menegle’s experiments and all the ones who died from hunger or illness are only on the fringes of the story. So after all, we actually get one of the happier sides of being held prisoner under unimaginable conditions even though this one isn’t free of tragedy either.

But it is not only the story itself which is moving, it is also the author’s style which makes the book stand out. Most of the narration is in chronological order, only towards the end Lale has some kind of flashbacks of the time before he came to the camp. He never would have guessed that they were in real danger, that Hitler would invade Slovakia and certainly not all that he sees in Auschwitz. Morris makes the reader actually feel what Lale feels, quite often his emotions are palpable which makes the story go deep inside you. Especially in the moments when he is separated from Gita or close to death.

Since it is based on a true story, this is certainly a life which needed to be told and which should be read about widely.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Reisende

Arnaldur Indriðason , Anika Wolff
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783785725979
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mann wird erschossen in seiner Wohnung aufgefunden. Doch schnell muss der Ermittler Flóvent erkennen, dass es sich gar nicht um Felix Lunden, den Mieter der Wohnung handelt, sondern um einen Kollegen, der wie Felix als Handelsreisender in ganz Island unterwegs war. Die Art der Hinrichtung weist darauf hin, dass ein Soldat der Täter sin könnte, weshalb Flóvent den Kanadier Thorson an seine Seite bekommt. Gemeinsam ermitteln sie in dem kleinen Land, das während der Kriegsjahre unter gleich mehrfacher Spannung steht und dessen Bewohner nicht nur gegenüber Fremden, sondern auch gegenüber der Polizei skeptisch sind.

Arnaldur Indriðason setzt mit „Der Reisende“ seine Kriegszeit Reihe fort, die sich doch sehr von den bekannten Bänden um Inspektor Erlendur unterscheidet. Der für mich größte Unterschied ist auch das, was ich als deutlichsten Mangel beim Lesen empfunden habe: mir fehlte die typisch isländische Atmosphäre. Die Insel, die so sehr von ihrem außergewöhnlichen Klima geprägt ist, deren insbesondere kalte Jahreszeit sich tief in die Eigenart der Menschen eingräbt, kommt in diesem Roman gar nicht durch. Fast könnte er überall spielen, denn nur wenig macht das typisch Isländische aus.

Der Mordfall an sich ist vielschichtig und komplex und lässt die beiden Ermittler gleich in mehrere Richtungen nach Hintergründen der Tat suchen. Obwohl hier auch die politische Lage und insbesondere die Zeit des Zweiten Weltkrieges eine wesentliche Rolle spielt, sind es doch wieder einmal die Menschen selbst, die die Handlung befeuern und mit ihren ganz persönlichen Motiven Angst und Schrecken verbreiten. Indriðason verwebt die einzelnen Stränge geschickt und lässt den Leser so lange im Unklaren, worin nun das tatsächliche Motiv lag und wer der Täter ist. Dass er einer der besten aktuellen Krimiautoren ist, stellt er hier einmal mehr unter Beweis. 

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(58)

105 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

london, krimi, menschenhandel, tony parsons, reihe

In eisiger Nacht

Tony Parsons , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als die Polizei zu einem verlassenen LKW im Londoner Chinatown gerufen wird, können sie nur noch den Tot von elf jungen Frauen feststellen. Eine einzige hat die Fahrt in dem Kühltransporter überlebt, aber die Chancen für Hana sind ebenfalls schlecht und nur wenige Stunden später erliegt auch sie den Erfrierungen. Detective Max Wolfe muss ermitteln und kommt schnell einer Bande von Menschenschmugglern auf die Spur. Offenbar wurden die Frauen illegal ins Land gebracht, um in Bordellen zu arbeiten und die Wünsche der Freier zu erfüllen. Die Handlanger sind schnell ausgemacht, aber an die Hintermänner zu kommen wird ein gefährliches Unterfangen, das den Ermittlern alles abverlangt.

Band 4 um den alleinerziehenden Londoner Ermittler kann nahtlos an die Vorgänger anknüpfen und überzeugt einmal mehr mit einem starken Protagonisten, der erfreulicherweise so gar nicht die gängigen Klischees bedient, und einer ebenso komplexen wie sauber gelösten Geschichte.

Tony Parsons greift ein aktuelles Thema auf: der Wunsch vieler junger Menschen, insbesondere junger Frauen, in Westeuropa ein besseres Leben zu finden. Unter falschen Versprechungen vertrauen sie sich skrupellosen Schmugglern an, denen das einzelne Menschenleben egal ist, da nur das Geld zählt, das sie mit der Ware machen können. Dass der Traum von ehrlicher und guter Arbeit sich selten erfüllt und oftmals zum Alptraum in Prostitution und ähnlichem wird, ist hinlänglich bekannt. Wie verzweifelt die illegalen Einwanderer sind, dass sie ihr Leben riskieren und wie prekär ihre Lage ist, sofern sie die Reise überhaupt überstehen, wird an vielen Stellen des Krimis deutlich. Dass sie aber nur kleine Rädchen in einem großen Gebilde sind, kann man sich denken und so kommt es auch hier, dass der Anlass der Ermittlungen in immer neue Richtungen führt und so manch unerwartete Überraschung zu bieten hat.

Für mich war einmal mehr die Figur von Max Wolfe am stärksten. Schon die Anlage als alleinerziehender Vater, der permanent zwischen Tochter und Beruf zerrissen ist und sich Vorwürfe macht, das Kind zu vernachlässigen – ein sehr modernes Bild, das man in Krimis selten findet. Seine Sensibilität gegenüber den Kollegen ist ebenfalls bemerkenswert, vor allem, weil sie authentisch und nicht kitschig wirkt. Ein insgesamt stimmiger und runder Krimi, der mit soliden Figuren und guter Story punkten kann und auf effekthascheriger Cliffhanger und übertriebene Spannungsmomente verzichtet.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Brit(ish): On Race, Identity and Belonging

Afua Hirsch
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Jonathan Cape, 01.02.2018
ISBN 9781911214281
Genre: Sonstiges

Rezension:

Afua Hirsch, daughter of an Englishman of German-Jewish descent and a Ghanaian mother, grew up in Wimbledon in rather affluent and educated surroundings. Her skin colour did not really matter when she was a kid, but growing up, she became more and more aware of the fact that she does not really belong: she isn’t white as the others and she isn’t black either. Being “mixed” did not double her identity but create a gap. For years she has been searching for her identity, for a place of belonging. “Brit(ish)” is the result of this process and a sharp analysis of what “black” and “white” actually mean in Britain.

I found Afua Hirsch’s book quite informative and interesting. She creates an easily readable mixture of a personal report, her feelings and experiences, combined with journalistic facts and figures which underline and support her theories. Thus the book gives you a deep insight in this highly complex and definitely neglected topic.

Afua Hirsch addresses several aspects which reflect the concept of “otherness” pretty well, amongst them origins, bodies and places. The simple question “where are you from” becomes highly difficult if you feel like being British but are perceived as being different and foreign. It becomes even more complicated when you go to another country, in Afua Hirsch’s case Senegal, where you are identified as absolutely British. The sense of not belonging to either group makes it especially hard to build an identity. Added to this a cultural attributions society makes to certain groups, e.g. the black being uneducated and criminals – which might run counter to one’s own perception. Afua Hirsch describes it as

“a permanent and constant consciousness of feeling at odds with my surroundings, of being defined by skin, hair, an unpronounceable name, and the vague fact of a murky background from a place that was synonymous with barbarity and wretchedness, I was that awkward, highly noticeable outsider (...), everywhere.”

The examples she provides of what happened to black people in Britain are stunning, we as Europeans like to believe that we are less prejudiced, more open-minded and “colourblind”, particularly in comparison to the USA, but reality tells a different story. In Britain, the concept of class adds to the racial differences and complicates the situation even more.

What I personally found most interesting was the contrast between the American blacks and the British. How they identify themselves, how they bond and develop a kind of group identity or sense of belonging overseas whereas the British never became a common group since they did not share an experience like segregation in the US.

Even though the book is neither journalistically neutral nor a pure personal report, it is absolutely worth reading to get an impression of the topic. I would absolutely agree that there is a white spot on black British history which needs to be filled. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

8 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Buch der Zahlen

Joshua Cohen , Robin Detje
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 23.01.2018
ISBN 9783895616273
Genre: Romane

Rezension:

All seine Erwartungen und Hoffnungen stürzen mit den Türmen des World Trade Centers in sich zusammen. Sein neues Buch ist einfach uninteressant ob der Entwicklungen und seine Frau hat sich auch endgültig von ihm verabschiedet. Joshua Cohen ist am Tiefpunkt seiner Karriere und seines Privatlebens angekommen. Dass zeitgleich alte Freunde so richtig durchstarten, macht es auch nicht besser. Ein unerwarteter Auftrag scheint die Rettung zu sein: sein Namensvetter und Gründer von „Tetration“ engagiert ihn als Ghostwriter, um seine Autobiographie zu verfassen. Während die beiden um die Welt jetten, erzählt der Millionär in zahlreichen Interviews von seinem Aufstieg vom kleinen Mathematikstudenten zum Herrscher über das Internet.

Joshua Cohen zählt unbestritten zu einer der wichtigsten jungen Stimmen Amerikas. In seinem „Buch der Zahlen“ hat er sich für ein gewagtes Konstrukt entschieden, das sicherlich für nicht wenige Leser eine Herausforderung stellen wird. Schaut man jedoch unter die Oberfläche der Erzählung, finden sich zahlreiche interessante und kritische Momente, bisweilen sogar geradezu zynische Kommentare. In Anbetracht des Verfassungszeitraums muss man anerkennen, dass Cohen viele der Wikileaks Enthüllungen vorwegnahm und die Gefahren, die uns Nutzern erst mit den Veröffentlichungen bekannt wurden, sehr klar formulierte.

Die Figur des Firmengründers Cohen ist ohne große Schwierigkeiten als Kopf hinter dem Google Konzern zu erkennen. Die Entstehungsgeschichte der die Welt beherrschenden Suchmaschine, die aus einer Idee von Studenten entstand und sich zum gigantischen Unternehmen entwickelte, nimmt den Hauptteil der Handlung ein. Immer wieder unterbrechen Nebenhandlungen, Einwürfe und Kommentare den Erzählfluss, was eine mehrschichtige Erzählstruktur schafft. Vor allem die technischen und mathematischen Hintergründe, die detailliert seitenweise aufgeführt werden, machen es nicht ganz einfach am Ball zu bleiben – zugegebenermaßen: ich habe weder Ahnung noch Interesse an Algorithmen und habe die ausufernden Erklärungen bisweilen nur noch überflogen.

Spannender sind die Passagen über das Internet und wie die Nutzer es zum einen durch ihr Verhalten formten, nun aber umgekehrt durch selbiges beschränkt und gelenkt werden. Und vor allem: was macht das Unternehmen mit den Informationen, die es von den Nutzern erhält? Gibt es moralische Verpflichtungen zu hinterfragen, weshalb sie nach bestimmten Begriffen suchen? Wie einfach sich Cohen der Millionär aus der Verantwortung stiehlt, dürfte symptomatisch für viele Unternehmer dieser Branche stehen. Gleichzeitig sehen sich die Riesen einer neuen Konkurrenz ausgesetzt: jeder private Blog kann frei alles veröffentlichen – ob es richtig ist oder nicht. Das Phänomen der „Fake News“ wird hier schon lange vor seiner globalen Popularität thematisiert.

Die langsame Entwicklung hin zu einem durch und durch technologisierten Leben wird im „Buch der Zahlen“ nachgezeichnet, sogar ein Vorreiter von Alexa und Cortana tauchen bereits auf. Obwohl es ein Roman ist, oder gerade weil es ein Roman ist, kann Cohen seine Kritik und Warnung geschickt platzieren. Der Titel ist hierfür ausgesprochen treffend gewählt. Die Numerologie, die den Zahlen Bedeutung zuweist, ist in ein neues Zeitalter eingetreten: die Algorithmen und Codes hinter dem Internet sind die Zahlen, die unser Wissen und unseren Glauben bestimmen. Ob dieses für die Ewigkeit sein wird, darf bezweifelt werden.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Les rêveurs : premier roman (Littérature Française)

Isabelle Carré
Sonstige Formate: 276 Seiten
Erschienen bei Grasset, 10.01.2018
ISBN 9782246813859
Genre: Sonstiges

Rezension:

L’actrice Isabelle Carré nous raconte sa vie dans son premier roman « Les rêveurs ». Elle parle de sa mère qui, tombée enceinte trop jeune, oppose sa famille et décide de garder son enfant. Ainsi elle reste seule à trouver sa place dans la vie avec un enfant et sans appui familial. La petite fille rêve toujours d’être vue, remarquée, aimée – mais la mère ne peut pas lui donner l’amour dont elle a tant besoin. Puis, les rêves – être danseuse, être actrice, vivre des aventures... comment vivre dans la réalité si les rêves sont beaucoup plus intéressants et fascinants ? D’autre côté : comment réussir dans la vie sans les rêves qui motivent et nous animent ?

Isabelle Carré raconte son histoire en alternant entre sa vie et ses pensées d’aujourd’hui et ceux de la jeune fille qu’elle était. Elle arrive bien à créer l’atmosphère de son enfance quand elle se sentait seule et abandonnée, en même temps, et comprend sa mère et pourquoi celle-ci n’était pas capable d’être la mère dont elle avait besoin. Une vie bâtie sur la conclusion qu’elle n’arrivera jamais à attirer l’attention de sa mère et que celle-ci ne la sauvera d’aucun danger – il ne surprend pas qu’un suicide tenté et un séjour dans un hôpital psychiatrique sont le résultat.

L’auteur suit ses souvenirs, ainsi le récit n’est pas tout à fait chronologique, mais il a un rythme particulier qu’on aime suivre. Le narratif m’a plu beaucoup, parfois très direct sans cacher où embellir quelque chose, parfois vraiment rêveur et poétique et plein de mélancolie.  

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Need to Know (Random House Large Print)

Karen Cleveland
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Random House Large Print Publishing, 23.01.2018
ISBN 9780525587828
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vivian is one of the CIA’s strongest analysts. For years she’s been working on Russian sleepers and now she is close to digging out a complete cell. When she finally enters the document with the information she has been searching for for such a long time, her heart skips a beat: she knows one of the five sleepers. She knows him very well. He shares her life with him. He is her husband and father of their four kids. Looking back at the years they have spent together, a lot of things now appear in a completely new light. What is to be done? Can she really turn her husband in or is there a way out?

Karen Cleveland has written a masterful debut with a very classic setting that combines the typical spy and double agent/sleeper plot with a very personal dilemma which cannot really be solved. You can hardly put down the novel since it moves at such a high pace adding one crisis to the next that, quite often, you just wish for the protagonist that everything is just over.

At the centre of the novel is a very cleverly created catch-22 dilemma. Vivian can be either loyal to her employer and her country or to her husband – whom she cannot actually trust anymore, but he is the father of her kids. Once fallen into the trap of the Russians herself, she cannot get out without risking not only to lose her husband but also her kids and go to jail. It is a vicious circle, the more she tries to get out of it all, the deeper she entangles herself in it all. Apart from this great impasse, Cleveland has some interesting turns to offer which come unexpected and hit you hard.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

If I Die Before I Wake

Emily Koch
E-Buch Text: 313 Seiten
Erschienen bei Vintage Digital, 04.01.2018
ISBN 9781473547728
Genre: Sonstiges

Rezension:

When Alex wakes up in hospital, he finds himself locked-in in his body. His mind is absolutely clear, but he cannot communicate with his surroundings; neither can he move his body the least bit, nor can he show the doctors or his family that he is not in a coma. It takes some time for him to figure out what actually happened. Since he cannot ask, he has to rely on what his visitors share with him. First of all, his girlfriend Bea, but also his father and his sister. He obviously was climbing when he fell from the rock. Since is never wore a helmet, the impact left a serious damage to his brain. But slowly he comes to the conclusion that the different pieces of information he gathers while listening do not really fit together. There must be more about it.

Emily Koch surely has chosen a very special point of view for her novel. Giving a voice to a locked-in character is something you do not read that often. Yet, it made the story especially appealing since you as the reader were completely with Alex and had no chance of getting more information than the protagonist. Not all you learnt made sense, at times, you even suspected the girlfriend of having tried to murder him – just like Alex did. Thus, the choice the author has made is simply great and adds a special bit to the story.

It was an attempted murder, this becomes clear quite early in the novel, yet, it takes some time to really understand what was behind it all. The limited access to information really supports the suspense here. At some points I got a bit annoyed, wishing it all to advance a bit more quickly. However, imagining this as a real life event, there is nothing one could do to accelerate it, so even though I was curious to get to the solution, it was a good decision to delay it.

A risky point of view which I find quite innovative. The plot was solved convincingly and the author found a way out of the story that I absolutely liked. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Immortalists

Chloe Benjamin
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Tinder Press, 09.01.2018
ISBN 9781472245014
Genre: Sonstiges

Rezension:

In summer 1969, the four Gold kids are still young. Varya is only 13, Daniel 11, Klara 9 and Simon just 7. It is the last summer they spend together before the eldest do not want to play with younger ones anymore. But it is also the summer that will change their lives and determine their fates. Having eavesdropped a couple of boys they head to a house where a gipsy woman is telling the future. The kids all just have one question: when will I die? They each get an answer, an exact date. But instead of just laughing and forgetting about it and not taking it seriously, this information will always loom over them.

The novel received a lot of attention and was highly acclaimed before being published. What starts as a story about four kids and a strange prediction, turns into one of the best novels of the last years. After the opening scene, Chloe Benjamin tells the siblings‘ stories, starting with the youngest who is predicted to die first. Each has a singular life, an interesting character and their story blends perfectly with societal developments of their times. Not only a cleverly constructed plot, but also relevant questions about what is important in life, how much do family bonds count and how free are you in shaping your life -and what is determined by fate?

You always wait in a story staring with the presentation of a group of characters for who will turn out to be the most intriguing, the most interesting and the one with the biggest crisis. Benjamin treats the four kids equally. Astonishingly, the moment when each is taking over, he or she becomes really the centre, the focus of everything. Thus, we do not get the development if the others which makes a lot of secrets revealed only later as well as many situations being judged from one perspective when there are actually several points of view which allow you to see a situation also in a completely different way.

The story is often sad, full of despair and emotion. It is hard to say how Benjamin makes you completely indulge in it, but you feel with the characters, you can sense their loss and thus get a wonderful novel to read. Exceptional writing paired with a cleverly constructed novel, carefully drawn characters and the smooth insertion of important topics – is there anything more a reader could wish for?

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

How to Stop Time

Matt Haig
Audio CD: 10 Seiten
Erschienen bei Whole Story Audio Books, 06.07.2017
ISBN 9781510076020
Genre: Sonstiges

Rezension:

Er sieht zwar aus wie ein durchschnittlicher 41-Jähriger, aber Tom Hazard ist älter. Viel älter- mehr so 400 Jahre alt. Geboren gegen Ende des 16. Jahrhunderts auf einem französischen Schloss wurde seine Mutter schon früh der Hexerei beschuldigt und zum Tode verurteilt. Seither ist Tom vorsichtig. Nur ein einziges Mal hat er sich verliebt, in Rose, und mit ihr hat er eine Tochter bekommen, die dasselbe Schicksal erlitten hat wie er. Doch schon seit ewigen Zeiten hat er sie nicht mehr gesehen, weiß auch nicht, ob sie noch lebt. Alle paar Jahre muss sich Tom von seinem gewohnten Leben verabschieden, um nicht aufzufallen. Gerade hat er wieder eine neue Identität angenommen und arbeitet als Lehrer für Geschichte – was auch sonst. Doch am Himmel ziehen dunkle Wolken auf, denn Tom droht etwas zu tun, was er nicht darf: sich verlieben.

Ich bin nun wahrlich kein Fan von übernatürlichen Vorkommnissen und Untoten, aber zugegebenermaßen konnte mich Matt Haig mit seiner Geschichte fesseln. Auch wenn das Grundkonzept völlig absurd ist, sein Protagonist trägt durch die Handlung, die immer wieder Episoden seiner Vergangenheit evoziert und so sein Leben nicht nur interessant, sondern auch spannend werden lässt. Wen hat er alles getroffen, den großen Shakespeare ebenso wie Scott F. und Zelda Fitzgerald. Aber es sind nicht die großen Namen und die Begegnungen, die die Geschichte so außergewöhnlich machen, es ist die Figur Tom selbst.

Weder ist er verbittert ob all der schlimmen Dinge, die er erleben musste – die Pest ebenso wie zwei Weltkriege neben all den kleinen Katastrophen – noch wird er zynisch. Er ist im positiven Sinne weise und melancholisch. Er mag die Menschen, auch wenn er weiß, dass er jeweils nur eine kurze Zeit mit ihnen teilen kann. Und er ist treu. Obwohl seine Beziehung mit Rose 400 Jahre zurückliegt, hat doch nie eine andere sein Herz in dem Maße erobern können wie diese einfache Verkäuferin. Auch wenn sich die Zeiten gewaltig verändert haben, die Menschen sind geblieben wie sie immer waren und er kann noch so viel Geschichte unterrichten – sie werden nicht aus ihr lernen, da ihr Blick in der Gegenwart verhaftet ist.

Eine geradezu bittersüße Geschichte, ideal, um den Alltag zu vergessen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

A Sea of Straw

Julia Sutton
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei Cheyne Walk, 14.10.2016
ISBN 9780993286346
Genre: Sonstiges

Rezension:

1966, Jody, a Manchester designer, and her baby girl Anna come to Lisbon to enjoy themselves far away from her estranged husband. When she meets the Portuguese painter Zé, she immediately falls for him. Soon they are making plans even though Zé is supposed to join the military, but he is positive that his father can bail him out. Jody and Anna need to return to England, but this is only meant for leaving her husband finally and packing her belongings before she can ultimately settle in Lisbon. Zé is waiting for her, but she never embarks the ferry she is supposed to take. Zé is desperate, not only because of longing for Jody but also for wanting to escape from the approaching date of his marching order. He does not want to become a supporter of the Salazar system; thus he decides the risky way across the border to join Jody in England.

Julia Sutton’s novel is set against the complicate political situation in Portugal at the end of the 1960s. Even though the protagonist Zé seems to be a bit naive and not a leader of any underground movement to overthrow the oppressive system, you get an insight in how the rulers and especially the secret service worked at the time. Even though the love story is the main motor to drive the story, the political aspects dominate over large parts of the story.

It is especially the moment when Zé is captured by PIDE that the novel becomes most interesting and convincing. What he experiences in prison, the treatment and methods of making prisoners not only betray their friends and comrades but also how they are tricked and how little a human life is worth – repellent and disgusting. However, this is neither unusual nor especially brutal, it is just how these kind of systems work.

On the other hand, I found the societal or rather familial pressure which Jody experiences back in England almost as cruel as what Zé suffers in Portugal. How clearly her husband makes decisions and can enforce them – unbelievable for us today, but in the 1960s women were far from enjoying the rights they do today.

Even though the novel had many though-provoking aspects and was surely well researched, I found it was a bit long drawn-out at times and going round in circles. It lacked a bit of focus, was it meant to tell or love story or rather depict life in Portugal under the Salazar regime or show how limited female freedom was at that time? The author seems to be a bit undecided about it. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt

Zora Buono
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 29.08.2016
ISBN 9783406696909
Genre: Romane

Rezension:

Eine Reise, wie sie sie schon unzählige Male gemacht wird, endet jedoch dieses Mal vorzeitig am Flughafen. Man verweigert ihr die Einreise in die USA, dabei hat Vita doch schon seit Jahren Sommerkurse in Journalismus am Miltontown College gegeben. Es muss mit dem zusammenhängen, was im Jahr zuvor geschehen ist, weshalb sonst sollte man ihr ein Bild von Zev vor die Nase halten und fragen, wie sie zu ihm steht? Sie erinnert sich an ihren kleinen Kreis von Studenten, die alle Deutsch lernen wollten und als Projekt für die acht Wochen des gemeinsamen Lernens hatte sie eine Zeitung geplant. Basierend auf den aktuellen Meldungen der verschiedenen Ressorts sollten die Studierenden selbst Texte verfassen. Die Nachrichten wurden beherrscht von den spektakulären Enthüllungen von Edward Snowden, die auch den jungen Zev faszinierten. Doch bald schon entwickelte er Verfolgungsängste, die ihm auch Vita nicht nehmen konnte, mit der ihn vom ersten Tag an eine verbotene Anziehung verband. Waren sie beobachtet worden und weshalb war Zev verschwunden und ins Visier der Ermittler geraten?

Zora del Buono ist von Haus aus Architektin, seit zehn Jahren arbeitet sie jedoch auch als freie Autorin und sie ist Gründungsmitglied der Zeitschrift „Mare – die Zeitschrift der Meere“. „Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt“ ist ihr dritter Roman, der 2016 von der Literaturkommission der Stadt Zürich mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde.

Auch wenn die Enthüllungen der Wiki-Leaks Plattform und der NSA Skandal im Roman omnipräsent sind, die Handlung entscheidend motivieren und immer wieder Meldungen der deutschen Medien hierzu einfließen, steht doch das Leben auf dem Campus im Vordergrund. Zunächst die etwas seltsam anmutende Regelung, dass nur die Sprache gesprochen werden darf, die die Studierenden lernen wollen. Dies schafft unweigerlich Abgrenzungen und lässt die unterschiedlichen Gruppen – die Deutschen, die Spanier, die Hebräer – sich gegenseitig aus der Ferne beobachten und Vermutungen über deren Gespräche arten in wilde Spekulationen aus.

Viel absurder aus europäischer Sicht jedoch sind die strengen Vorschriften, die an die Dozenten gestellt werden: keinerlei private Kontakte zu den Studierenden, keine Begegnung außerhalb öffentlich einsehbarer Orte, die Achtung religiöser Überzeugungen auch wenn diese der Forschung zuwiderlaufen. So entsteht ein Klima des Misstrauens und der Angst. Vita wird regelmäßig daran erinnert und zurechtgewiesen. Auch dürfen die Texte ihrer Studierenden nicht einfach veröffentlicht werden, sondern müssen vorab vom Dekan geprüft und genehmigt werden.

Die Unterschiede, die für die deutsche Protagonistin hier offenkundig werden, zeigen sich noch stärker in der Frage, wie man den NSA Skandal bewerten soll. Sind die Studenten zunächst interessiert und kritisch, allen voran Zev, entwickeln sie zunehmend Angst und Sorge: werden sie auch überwacht? Was bedeutet ein kritischer Text für ihre Zukunftschancen? Ist Edward Snowden ein Held oder doch eher ein Vaterlandsverräter? Die Einstellungen könnten hier kaum weiter auseinanderlaufen, vor allem als die NSA auch noch zur Akquise an den Campus kommt. Die Gerüchte, dass sich auch Geheimdienstmitarbeiter mit falschen Biographien unter die Teilnehmer gemischt haben könnten, machen ebenfalls die Runde.

Die Protagonistin sieht sich gefangen zwischen den Erwartungen und Rahmenbedingungen, die ihr kaum fremder sein könnten. Hinzu kommt die Faszination durch Zev. Ist es Liebe? Wohl (noch) nicht, aber Zuneigung empfindet sie. An einem anderen Ort hätten sie vielleicht auch ein anderes Ende gefunden. Auch wenn sie nicht alle Anweisungen akribisch befolgt, muss sie doch eine gewisse Achtung den Gegebenheiten gegenüber walten lassen, ob es ihr gefällt oder nicht.

Die Rahmenhandlung lässt einige Fragen offen, aber dies kann man als Leser problemlos mit seinen eigenen Gedanken füllen. Ein kurzer Roman und doch voll mit Denkanstößen und in seiner Dichte überzeugend und lesenswert.

  (5)
Tags:  
 
1272 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks