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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

abgründe, stalker, psychologie, roman

Hagard

Lukas Bärfuss
E-Buch Text: 174 Seiten
Erschienen bei Wallstein Verlag, 21.02.2017
ISBN 9783835329546
Genre: Sonstiges

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The Devil and Webster

Jean Hanff Korelitz
Fester Einband: 359 Seiten
Erschienen bei Grand Central Publishing, 21.03.2017
ISBN 9781455592388
Genre: Sonstiges

Rezension:

She has never strived for this job, but Naomi Roth has become the first female president of Webster College almost 20 years ago. With her daughter Hannah she has moved to the small place and turned the school into a competitor of the Ivy League Colleges. Admittedly, she was proud when also her daughter decided not to choose one of the big names but her college for her studies. When the popular lecturer Nicholas Gall is denied tenure track, students organize protest against the college’s administration. What Naomi welcomes first as a sign of caring and standing up for your believes gradually transforms into the worst crisis the college has ever seen. The leader of the student group is a young Palestinian student, Omar Khayal, who not only is charismatic and can thus easily gather people behind him but also has a history which is embraced by the media to cover the story: he fled the Israeli bombings which killed his family and made his way to one of the top schools, and now they want to expel him because he is fighting for his teacher – who is of African-American descent. A scandal is quickly produced and Naomi not only has to sail against the wind of the board but also of her own daughter who positions herself on the opposite side.

Jean Hanff Korelitz’s novel starts slowly, we get a thorough picture of Naomi and Hannah’s life and relationship and also an idea of how Naomi’s situation at Webster was before the crisis. She appears to be strong and clever and cannot easily be shaken. Yet, this situation brings her to the brink of professional destruction and personal despair. The way the relationships become increasingly complicated is narrated in a convincing way. It is not only between mother and daughter, but also between Naomi and long-time friends that things get ever more difficult until all the years of their friendship are questioned. I really liked the protagonist because she is depicted as a complex character who is not without flaws but has clear convictions and a strong sense of justice and objectivity. On the other hand, she is also doubting and asking herself if she really can live up to her ideas and actually treats the students in a fair way.

Apart from his interesting study in the characters, the most striking aspect of the novel is how the truth can be bent according to one’s necessities. It is clear from the beginning that Nicholas Gall not only is culpable of plagiarism but also lacks all academic standards, neither did he publish something nor does he show adequate behaviour. Yet, Naomi’s morals hinder her from revealing anything of the secret tenure track process and she does not want to publish the lecturer’s misconduct. Without this knowledge, things seem to be quite different for the students and the media. However, the witch-hunt really starts with the story of the poor, heart-breaking Palestinian who had to go through so much in life and deserves to be supported not to be thrown out – but again, the public is not aware of Omar’s poor academic results and like in any other case, the college has to take action. Who can you defend your decisions if your strongest arguments cannot be said out aloud?

It wouldn’t a novel by Jean Hanff Korelitz if there wasn’t a lot more to be revealed. Towards the end, the author has some nasty surprises for the reader which again offer another perspective on how things really are. I really appreciate her skill of playing tricks on the reader since it is great entertainment to uncover the different layers of the story.

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38 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Das geheime Leben des Monsieur Pick

David Foenkinos , Christian Kolb
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 13.03.2017
ISBN 9783421047601
Genre: Romane

Rezension:

Im kleinen bretonischen Dorf Crozon will die Literaturagentin Delphine Despero mit ihrem Ehemann, seinerseits Autor, nur ein wenig Urlaub bei den Eltern machen. In der lokalen Bibliothek stoßen sie auf eine Kuriosität, die auf den früheren Leiter, einen gewissen Jean-Pierre Gourvec, zurückgeht: er sammelte Manuskripte abgelehnter Romane. Unter jeder Menge unbrauchbarem Text stoßen sie jedoch auf einen Schatz, der die Literaturlandschaft Frankreich verändern sollte: Henri Picks Roman „Die letzten Stunden einer großen Liebe“. Schnell machen sie auch den Autor ausfindig: der lokale Pizzabäcker, bereits seit zwei Jahren tot, hatte offenbar noch eine zweite, literarische Seite, die niemand kannte. Mit dem Erfolg des Romans steigt auch das Interesse am Autor bzw. seinen Hinterbliebenen, die gar nicht wissen, wie ihnen geschieht. Doch Erfolg ruft bekanntermaßen auch böse Geister auf den Plan, die mit daran verdienen wollen bzw. denen hauptsächlich daran gelegen ist, das Glück der anderen zu zerstören.

David Foenkinos ist bekannt für seine leichtfüßig Wohlfühl-Romane, die geschickt eben nicht seicht, sondern einfach begeisternd sind. Auch mit seinem Monsieur Pick kann er diesem Ruf wieder gerecht werden. Dieses Mal steht jedoch nicht die liebe oder die Unmöglichkeit selbiger im Zentrum, sondern der Literaturbetreib als solcher. Der Roman, der offenbar unheimlich gut ist – worum es geht, erfahren wir leider nie – und nicht ohne Wirkung auf die Leser bleibt, aber auch auf alle, die mit der Entstehung oder Veröffentlichung selbigen befasst sind. Bemerkenswert entwickelt sich die Geschichte um den verkannten Pizzabäcker zum Selbstläufer und kann von niemandem mehr kontrolliert werden. Ein regelrechter Medienhype entsteht. An dieser Stelle ist Foenkinos nicht nur sehr glaubwürdig und authentisch, sondern geradezu von der Realität überholt worden. Sein Satz
„Er würde (…) eine Gesellschaft kritisieren, in der alles auf eine gut verkäufliche Idee ankam und der eigentliche Text in den Hintergrund trat.“ (S. 189)
Zwingt dem Leser den Gedanken um die italienische Autorin Elena Ferrante geradezu auf (wobei die Jagd nach der Auflösung des Pseudonyms im großen Stil nach der Veröffentlichung von Foenkinos Roman aufgenommen wurde). Man hat keine Schwierigkeiten mehr sich vorzustellen, dass das Interesse an der mysteriösen Person hinter dem Roman größer ist als der literarische Wert des Werkes selbst.

Daneben spielt natürlich wieder die Liebe in all ihren positiven wie negativen Schattierungen eine Rolle. Des Autors wiederkehrendes Thema wird auch hier nicht als die rosarot verklärte Verliebtheit geschildert, sondern als komplexe Angelegenheit, die meist nicht ohne schmerzliche Erfahrungen auskommt. Alle Figuren lieben, auf ihre Weise, mal mehr, mal weniger, aber einfach ist es nie. Und doch finden sie irgendwie wieder ein bisschen Glück.

Auch wenn der Roman krimihafte Aspekte – die Suche nach dem wahren Autor – hat, stehen für mich doch eher die Figuren mit ihren unterschiedlichen Empfindlichkeiten sowie natürlich die etwas überzeichnete Darstellung des Literaturbetriebs im Vordergrund als die Auflösung des Mysteriums (das leider im deutschen Titel nicht übernommen wurde). In einem Interview mit der französischen Magazin Express sagte Foenkinos, dass er zeigen wollte, dass ein Manuskript das Leben der Menschen verändern kann, egal ob sie auf Seite der Autorenschaft oder als Leser damit in Berührung kommen. Eine Hommage an die Literatur und die Liebe habe er beabsichtigt – das ist ihm sehr überzeugend und unterhaltsam gelungen.

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experimente, alltag, psychologie, nutzen, sozialpsychologie

Das merkwürdige Verhalten von Schimpansen in Kinderkleidung: und andere sozialpsychologische Experimente

Felicitas Auersperg
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Orac, 24.02.2017
ISBN 9783701505944
Genre: Sonstiges

Rezension:

Felicitas Auersperg, Universitätsassistentin an der Psychologischen Fakultät der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien, lädt uns ein einen Blick auf zum Teil bekannte, zum Teil weniger öffenlichkeitswirksame psychologische Experimente zu werfen, die sich insbesondere dadurch auszeichnen, dass sie der Sozialpsychologie entstammen und somit eine direkte Übertragbarkeit bzw. Erkenntnisgewinn für den Alltag liefern. In sechzehn Kapiteln stellt sie jeweils das Experiment dar und erläutert anschließend, wie die gewonnen Erfahrungen für den Leser nutzbar gemacht werden können.

Das Buch kann zunächst aufgrund zweierlei Dinge überzeugen: zum einen werden die Untersuchungssetting auch für Laien gut nachvollziehbar geschildert und es wird auf fachwissenschaftliches Blabla verzichtet. Das Ziel, gerade nicht den Experten anzusprechen, sondern den normalen Menschen, der weniger Wert auf wissenschaftliche Details der Versuchsanordnung und statistische Wahrscheinlichkeiten o.ä. legt, ist an dieser Stelle gut gelungen. Eingängig im lockeren Plauderton werden die Experimente dargestellt, so dass man diese problemlos nachvollziehen kann. Dies setzt sich in den Erläuterungen zur Bedeutung des jeweiligen Versuchs nahtlos fort, so dass man am Ende jeden Kapitels einen eigenen Erkenntnisgewinn hat, den man mit in den Alltag retten kann.

Die Auswahl der Versuche fand ich ebenso gelungen. Es finden sich darunter die großen, bekannten Experimente wie das Stanford-Prison-Experiment oder der Milgram Test, die vielen Lesern vermutlich schon einmal begegnet sind. Gleichermaßen interessant waren für mich insbesondere der Pygmalioneffekt – letztlich eine Art self-fulfilling prophecy bezogen auf die Leistung eines Gegenübers – und die Gruppendynamik im Ferienlager Experiment, da diese sich unmittelbar auf den Umgang mit den Mitmenschen auswirken können.

Der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und breitem Publikum ist für mich in diesem Buch gelungen. Es ist nicht nur informativ, sondern zudem unterhaltsam geschrieben und ist es ganz sicher auch wert, nach einer Zeit nochmals zur Hand genommen zu werden, um sich den einen oder anderen Versuch nochmals vor Augen zu führen. 

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The Idiot

Elif Batuman
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin Press, 14.03.2017
ISBN 9781594205613
Genre: Sonstiges

Rezension:

1995, Selin, daughter of Turkish immigrants, has just finished high school and can leave New Jersey behind to study in Harvard. She is unsure of what to study, where to begin to understand the miracles of life and the world. It is literature and linguistics that capture her attention first. She studies Russian and tries to understand the mechanism of how language works. She makes friends with Svetlana, a Serbian classmate, and Ivan from Hungary with whom she sits in the Russian classes. She falls in love with the charismatic mathematician who quite often shows strange behaviour. But in writing each other emails, they find a way of expressing their feelings. Selin seizes the chance to go to Ivan’s native country in summer with a programme to teach English in remote villages. This is where she really gets an impression of the world, much more than all her courses in Harvard could ever teach her.

Elif Batuman’s protagonist Selin is a very attention-grabbing character. On the one hand, she is quite intelligent and intellectual, on the other, she is completely incompetent when it comes to dealing with people and analysing her feelings. This makes it difficult for her to understand the relationships she has. At the beginning, she needs the simplistic Russian-for-beginners story about a young woman falling in love to parallel her own feelings, later, when she leaves her English-speaking environment, the misunderstandings due to lack of language knowledge somehow work as a cover for her. She is absolutely ignorant about who is she and who she wants to be. Literature is her way of learning about people.

The novel’s title has been borrowed from Dostoyevsky, yet there are no clear parallels to be found by me. The only one might be in the protagonists’ character, both Myshkin in Dostoyevsky’s novel and Selin are open-hearted and innocent-naïve when they enter into contact with the real world. They are somehow unique and do not have an easy start in adult life. Selin is always afraid that she is not intellectual enough for Harvard, she wants to say meaningful things and starts questioning even single words. Thus, she spirals down to appoint where there is no meaning anymore. From the bottom, she has to create meaning for herself anew.

Apart from the two very noteworthy and fascinating characters of Selin and Ivan, what I appreciated most was the style of writing. Batuman plays with the content, the psychology and philosophy of language is paralleled in her writing, it sometimes breaks down to very plain sentences and then they are full of double meanings. The author is especially strong in finding metaphors and comparisons, in particular with nature which brings the theoretical cogitation back down to earth.

It is not a very typical coming-of-age novel, it is much more intellectual and demanding, but nevertheless I also found it entertaining.

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alter, liebe, tod, frankreich, witwe

Und jetzt lass uns tanzen

Karine Lambert , Pauline Kurbasik
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diana, 06.03.2017
ISBN 9783453291911
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Leben hat der 78-jährigen Marguerite wenig zu bieten seit ihr Mann Henri gestorben ist. Aber die gemeinsamen fünfzig Jahre zuvor waren auch nicht gerade von Heiterkeit und Ausgelassenheit geprägt. Sie war die adrette Dame an der Seite des seriösen Notars, hat die gesellschaftlichen Erwartungen – und die des Gatten – voll erfüllt und bekam dafür die absolute Sicherheit in ihrem Leben. Nun ist Henri weg und vieles droht in einem Strudel zu versinken. Ihr Arzt empfiehlt eine Kur im Süden, widerstrebend beugt sie sich. Marcel trauert ebenfalls, kaum jünger als Marguerite hat er seine geliebte Nora verloren, die er schon seit Kindesbeinen an kannte und liebte. Welchen Sinn soll das Leben ohne sie haben? Seine Tochter ist besorgt um ihn, mehr und mehr droht er zu versauern, eine kurze Reise sollte ihm guttun. Und so treffen die beiden Neuverwitweten zufällig aufeinander und Amors Pfeil trifft sie – zur ihrer eigenen Verwunderung und zum Entsetzen ihrer Kinder. Darf man in diesem Alter noch einmal die Liebe erleben?

Karine Lambert erzählt eine Geschichte von der zweiten Liebe, die jedoch der ersten in nichts nachsteht: schlagende Herzen, Unsicherheit, sehnsüchtiges Warten auf einen Anruf. Dass Alter merkt man Marguerite und Marcel nicht an, die lassen einfach ihre Herzen entscheiden, denn immer wenn sich der Verstand einschaltet, geht es daneben. Sie sind nicht stürmisch, aber ungestüm; sie ist nicht animalisch, aber aphrodisierend und lockt Gefühle hervor, die sie schon gar nicht mehr kannten; sie beflügelt und lässt die beiden nochmals fliegen. In wunderbar leichtem Ton wird bezaubernd das Gefühl vermittelt, das sich in den beiden Protagonisten nach der ersten Begegnung breitmacht. Man ist kein Voyeur, sondern ein dezenter Beobachter, der diese romantischste aller Formen der Liebe miterleben darf.

„Und jetzt lass uns tanzen“ ist durchaus ein Wohlfühlroman. Man freut sich für die beiden Figuren, die liebevoll gezeichnet werden. Sie haben ihre Schwächen, die ihnen Tiefen und Persönlichkeit verleihen. Sie agieren stets innerhalb ihres persönlichen Rahmens, insbesondere Marguerite merkt man ihre lebenslange Gefangenschaft im goldenen Käfig an, wie schwer es ihr fällt, ihre Freiheiten zu nutzen und zu leben und einfach loszufliegen. Auch Marcel erscheint mir sehr differenziert, insbesondere in den Momenten, in denen er Zweifel hat, ob er nach Nora noch eine andere Frau lieben darf.

Karine Lambert findet die richtigen Worte, die zu diesem großartigen Roman passen und ein stimmiges Bild aus Geschichte und Erzählstimme schaffen. Trotz durchaus ernster Rahmenbedingungen - der Verlust des geliebten Partners, die Tücken des Alters, die gesellschaftlichen und familiären Erwartungen - ist eine leichtfüßige Liebesgeschichte entstanden, die natürlich nur in Paris stattfinden kann.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

roman

Alles, was ich nicht erinnere

Jonas Hassen Khemiri , Susanne Dahmann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 13.03.2017
ISBN 9783421047243
Genre: Romane

Rezension:

Wer war Samuel? Ein guter Freund und Mitbewohner von Vandad. Ein liebender Enkel, der sich um seine zunehmend demente Oma kümmerte. Ein Menschenfreund, der Flüchtlingen zu helfen versuchte. Ein Freund der exzentrischen Pantherin. Der Liebhaber von Laide. Aber wer kannte ihn wirklich? Jede Begegnung zeigt ein anderes Gesicht, geradezu eine andere Person. Jetzt ist er tot und die Rekonstruktion seines Charakters erfolgt über das Gespräch mit den Menschen, die ihn kannten und von ihren Begegnungen erzählen.

Jonas Hassen Khemiri hat einen Roman geschrieben, der sich Kaleidoskop-artig um seinen Protagonisten dreht und versucht, diesen einzufangen. Die Geschichte könnte sich überall in Europa zugetragen haben, dass Stockholm der Handlungsort ist, ist fast nebensächlich, denn die beschriebene Generation ist nicht mehr verwurzelt in ihrem Land. Die Jugendlichen haben Eltern aus verschiedenen Ländern, wohn(t)en selbst in unterschiedlichen Städten und Staaten und sind es gewohnt auf andere mit disruptiven Lebensläufen und mehreren Muttersprachen oder Kulturen zu treffen. Die fehlende Kontinuität und Zugehörigkeit schlägt sich insbesondere in Samuel nieder, dessen Familiengeschichte vage bleibt: ein abwesender Vater, eine Mutter, die ihren Schmerz nicht öffentlich machen will, eine Schwester, die gänzlich außerhalb der Geschichte zu existieren scheint. Dies unklare Selbstbild schickt ihn auf die Suche nach der Wahrheit im Leben und so wie er versucht, die Welt zu begreifen, so spiegelt er sich in anderen Menschen. Gleichzeitig kann er nicht erinnern, was er erlebt hat, als wäre er gar nicht am leben – auch schon als er noch gelebt hat.

Daneben beschreibt Khemiri eine schwierige Liebesbeziehung, die wilden Schmetterlinge im Bauch und schleichend die Einsicht, dass ein Mindestmaß an gemeinsamen Idealen und Werten, aber auch Lebensentwürfen für eine gemeinsame Zukunft erforderlich sind. Freundschaften hingegen können mehr aushalten, Samuel und Vandad sind füreinander da, wenn es darauf ankommt, unterstützen sich, ohne Bedingungen an den jeweils anderen zu stellen. Und dann sind da noch die Flüchtlinge, die hilfsbedürftig erscheinen, aber dann die ihnen gebotene Hilfe immer weiter ausreizen, bis ein Unglück geschieht, das die Nachbarn ebenfalls nachhaltige Meinungen bilden lässt.

Ein ungewöhnlicher Roman, der durch die schnellen Perspektivenwechsel nicht nur ungemein lebendig wirkt, sondern auch ein wenig exaktes und doch zugleich umfangreiches Bild liefert. Der Journalist, der offenbar all die Informationen zusammenträgt, bleibt im Hintergrund und lässt die Figuren sich erinnern. Sie leisten das, was Samuel nicht Imstande war zu leisten. Sie verarbeiten so auch die Trauer und Selbstvorwürfe, die nicht ausbleiben können.

Was bleibt beim Leser ist ein Bild eines verzweifelten jungen Mannes, der nur sich und das Leben fassen und verstehen wollte und damit doch letztlich alleingelassen wurde. Sinnbildlich für eine Generation auf der Suche nach sich und der eigenen Identität.

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entwicklung, gewalt, roman, deutschland, türkei

Ellbogen

Fatma Aydemir
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254411
Genre: Romane

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frankreich, paris, asylverfahren, asylpolitik, innere zerrissenheit

Erschlagt die Armen!

Shumona Sinha , Lena Müller
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Edition Nautilus GmbH, 26.08.2015
ISBN 9783894018207
Genre: Romane

Rezension:

Eine junge Frau wird in Gewahrsam genommen, die hat einen Mann attackiert und verletzt. Herr K. befragt sie und sie erzählt. Von ihrer Arbeit als Übersetzerin. Als Mittlerin zwischen Asylsuchenden und Behörde, als Brücke zwischen Vergangenheit und einer möglichen Zukunft, als Beispiel für den gelungenen Anfang im neuen Land. Sie soll einfach nur die Worte wiedergeben, wie eine Maschine neutral sein und nicht kommentieren, was sie hört. Offenkundige Lügen und gut getarnte Schwindeleien, brutale Vergewaltigungen und Anweisungen der Anwälte, die richtigen Worte zu wählen, um das Verfahren nicht zu gefährden. Tagtäglich ist sie nicht nur dem Leid, sondern auch den Anfeindungen ausgesetzt, dabei soll sie unsichtbar sein und vor allem außerhalb des Büros verschwinden. Für die einen ist sie nur ein Hilfsmittel, um die Sprachbarriere zu überwinden, für die anderen ist sie der Dreh- und Angelpunkt, der über ihr Leben entscheidet und eben auch schuld ist, wenn das Verfahren nicht wie gewünscht ausgeht.

Der Titel des Romans ist schon Provokation und der folgende Text steht diesem in nichts nach. Auch wenn er auf ein Prosagedicht Charles Baudelaires zurückgeht („Assommons les pauvres!“), bleibt er doch hart und verheißt nichts Gutes. In ihrer fiktiven Erzählung greift die indisch-stämmige Shumona Sinha auf ihre realen Erfahrungen als Dolmetscherin bei der französischen Migrationsbehörde zurück. Man kann davon ausgehen, dass viele der geschilderten Episoden auf wahren Begebenheiten beruhen und Einblick in eine bisher weitgehend unbeleuchtete Perspektive in der Flüchtlingsdiskussion geben.

Sie berichtet von der Not zu lügen, denn nur wer politisch oder religiös motivierte Verfolgung in der Heimat erlebt, hat eine Chance auf ein Bleiberecht. Dass die passenden Geschichten bisweilen jeglicher Glaubwürdigkeit entbehren, die Vortragenden nicht einmal die wichtigsten Feiern ihrer vorgeblichen Religion kennen – es ist fast komisch und so geht es auch der Dolmetscherin, die ob der Absurdität einmal einen Lachanfall bekommt. Aber sie berichtet auch von der Verachtung, die ihr als Frau widerfährt, die plötzlich über das Leben von Männern entscheiden kann:
„Sie durften meine Arbeit kritisieren, weil eine echte Frau nicht arbeitet. Keine Frau, die sie von Nahem oder Weitem kannten, keine Nachbarin im Dorf, war so tief gesunken, dass sie sich der Welt aussetzte und ihren Lebensunterhalt mühevoll alleine verdiente, als gäbe es auf der Welt keine Männer mehr!“

Mehr noch als mit der gelegentlichen Verachtung hat sie mit ihrer Rolle zu kämpfen. Sie erkennt sich in diesen Menschen nicht wieder, obwohl sie aus demselben Land stammt. Sie hört tagtäglich unheimliche Geschichten, hat aber keinen Raum, um ihre eigene Last abzuladen und das gehörte wieder loszuwerden. Der Zwiespalt zwischen dem Verständnis für die Asylsuchenden, deren Situation sie nur zu gut kennt und denen sie sich verpflichtet fühlt, aber auch der Loyalität zur neuen Heimat, bringt sie in eine permanente Anspannung, die sich nicht lösen lässt und die letztlich ihre eigene Identität in Frage stellt.

Das Thema Flucht und Asyl wurde zuletzt vielfach literarisch verarbeitet, Mohsin Hamid hat mit „Exit West“ und Imbolo Mbue mit „Behold the Dreamers“ einen hervorragenden Romane hierzu geschrieben. Auch Jenny Erpenbecks „Gehen, ging, gegangen“, Gitta Mikatis „Berlin Beirut“ und Abbas Khiders „Ohrfeige“ beleuchten die Situation aus Sicht der Geflüchteten sehr gelungen. Shumona Sinha wählt eine gänzlich andere Perspektive und deutlich kritischere Haltung, die eine gelungene Ergänzung zur derzeit wohl populärsten Thematik darstellt ohne dabei in das Fahrwasser rechter, nationalkonservativer Gruppierungen zu geraten.

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21 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

präsidentschaftswahl, faschismus, penguin classics, penguin classic, drittes reich

It Can't Happen Here

Sinclair Lewis
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin Classics, 20.01.2017
ISBN 9780241310663
Genre: Klassiker

Rezension:

1935, die USA stecken mitten in der Depression, die wirtschaftliche Lage scheint sich nach dem Börsencrash von 1929 nicht mehr erholen zu können. Dies bestimmt auch maßgeblich den Wahlkampf um das Präsidentenamt. Der charismatische Berzelius Windrip kann unerwartet die Massen begeistern. Sein 15-Punkte-Plan wird enthusiastisch aufgenommen, vor allem von denjenigen, die am schwersten unter der Krise zu leiden haben. Dass das Programm sich gegen Frauen, Schwarze und auch Juden richtet, fällt dabei nicht ins Gewicht. Doremus Jessup, angesehener Verleger des „Informer“, und seine Familie nehmen den Spuk nicht ernst, aber schon bald nach der Wahl und dem Sieg Windrips ändern sich die Zeiten und ein neuer Staat entsteht aus dem freiheitsliebenden Amerika: aus Gewaltenteilung wird zentrierte Macht, aus Freiheit des einzelnen wird Kollektivierung und die Gleichschaltung setzt alsbald auf allen Gebieten des Alltags ein. Und wer nicht mitmacht, bekommt die neue Härte des Staates zu spüren.

Sinclair Lewis‘ Roman „It Can’t Happen Here“ passend zur aktuellen Lage von Penguin neu aufgelegt liest sich im Jahr 2017 wie ein unglaublich prophetisches Werk und lässt einem zwischen ungläubigem Staunen und schierem Entsetzen zurück. Zunächst beginnt der Roman etwas langatmig mit ausufernden Beschreibungen und Details, die 80 Jahre nach der Entstehung eher mühsam als unterhaltsam sind. Aber nach dem ersten Viertel steigert sich Lewis enorm und gerade die zweite Hälfte entwickelt eine unglaubliche Kraft. Man muss sich zunächst etwas mühen, aber es lohnt sich, hier am Ball zu bleiben.

Das Jahr des Handlungsbeginns ist das Entstehungsjahr des Romans und dieser war sicherlich durch die aktuellen politischen Ereignisse beeinflusst. Was man dann jedoch liest, ist eine musterhafte Anleitung an Despoten, wie sie ein Volk überrennen und sich Untertan machen können. Vieles ist aus heutiger Sicht völlig klar, wir haben es aus den Geschichtsbüchern kennengelernt – Sinclair Lewis aber zeichnete vorweg, was in Deutschland in den 30er Jahren unter Hitler und den Nazis erst noch geschehen musste. Immer wieder muss man sich vor Augen halten, dass der Autor all dies nicht kannte, inwieweit er überhaupt über die Ereignisse in Europa en détail informiert war, ist ebenfalls zu hinterfragen. Sein dystopischer Roman indes lässt nichts aus, was wir nicht hier gesehen hätten: Konzentrationslager, willkürliche Verhaftungen und Erschießungen aller Andersdenkenden, Bücherverbrennungen, Ausschalten der Presse – you name it. Ein einziger starker Mann, der sich clever eines Teams von einsatzstarken Männern (hier: MM – does it ring a bell?) bedient, um sein Vorhaben zu realisieren.

Neben dieser historischen Lesweise bleibt unweigerlich der Blick auf die Gegenwart. Wer wollte schon ernsthaft in Betracht ziehen, dass Donald Trump zum Präsidenten gewählt wird? Wer kann sich vorstellen, dass die Türkei in einer freien Wahl eine diktatorische Ein-Mann-Staatsform bevorzugt? „It Can’t Happen Here“ – weit gefehlt. Man fühlt sich erschreckend erinnert an die Tageszeitung mit all den unglaublichen Berichten aus unterschiedlichen Ecken der Welt. Wie kann ein 80 Jahre alter Roman so passgenau die Tagespolitik wiedergeben?

All diese inhaltlich bemerkenswerten Aspekte finden sich auch wieder in Lewis‘ pointierter, mal ironisch, mal sogar sarkastischen Schreibweise. Eine kurze Rezension erlaubt es leider nicht, die wirklich treffenden Formulierungen angemessen zu würdigen, mit denen er den Handlungsverlauf darbietet. Auch kann man die Diskussion, warum dieser Roman hinter werken wie „Brave New World“ und „1984“, die zeitnah entstanden sind, so zurücksteht, nur anreißen. Seine politische Aussagekraft hat Sprengwirkung und macht ihn für mich zu einem zwingenden Werk für junge Generationen. 

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The Perfect Corpse

Giles Milton
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Prospero Press, 02.09.2014
ISBN 9780992897222
Genre: Romane

Rezension:

An interesting case brings foresic archaeologist Jack Raven to the small town of Henford, Nevada. In the Greenland ice, a perfectly conserved body has been found which must belong to a Ferris Clark who was stationed there as a meteorologist during the Second World War. Now, an American company which experiments in freezing people to conserve them for a time in the future wants to experiment with the body. Tammy Fox, one if the scientists, is not happy with their plan and has therefore invited Jack who already worked on frozen bodies. The experiment seems to work well, but suddenly, in the middle of the night, the corps wakes to life, much earlier than anticipated. Not knowing what happened to him, he gets up to complete his mission which consists of getting rid of a couple of people. The scientists are alarmed when they find this out since their experiment was not meant to attract any publicity. And there is another problem : the re-awakened murderer is not who they thought and a lot more dangerous than they could ever imagine.

When reading the short description I had some doubts of how the elements could be linked convincingly. Yet, they all add a to a fast-paced thriller with a lot of twists and turns and constantly new aspects which are well motivated. Thus the plot follows a red thread and the story could convince me. Even though some parts are quite foreseeable, I felt well entertained while reading it.

Nevertheless, I could have done without the obligatory love story in the novel and Jack's background story as an alcoholic also did not really add any relevant information to the plot. I also did not make the character more round for me, therefore, I would have preferred sticking to the story and having less emotional fuss. Even though I found the link between the past and the present convincing, I guess most of it was a bit far-fetched and exaggerated, also the scientists’ work, I hope that we are still far from what they could do in the novel.

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Exit West

Mohsin Hamid
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 02.03.2017
ISBN 9780241290088
Genre: Sonstiges

Rezension:

The city is already at war when Saeed first meets Nadia in an evening class. Yet, there is still something like an ordinary life. Both of them go to work, go shopping and spend time on the Internet. Their love is not passion at first sight, it develops slowly and as they are falling in love, life becomes increasingly difficult and dangerous in their hometown. Violence becomes a normal factor in their lives and when the war finally arrives also in their quarter, they have to make a decision: do they want to spend the rest of their time together? When Saeed’s mother is killed, Nadia moves in with him and his father. But the situation becomes more and more complicated and so they finally decide to leave and follow thousands of others into a better life in the west. 


Mohsin Hamid does not give any name to Saeed’s and Nadia’s hometown, from the information we can find in the novel, I gather it must be in Syria or one of the neighbouring countries. What I found quite impressive was, first of all, how everyday life can be arranged in times of war. People adapt to the situation, find ways of coping with limitations in their freedom of moving around when curfews are announced and can even organise their life around religious regulations ordered by the rulers. When food is limited and even their own flats are not secure anymore, they maintain at least the impression of normality. 


The second aspect I especially appreciated was the character of Nadia. Even before the story begins, she is a free spirit, lives according to her own rules and does not let herself be dominated by the men in a man-dominated country. The fact that she as a single woman who lives alone is already impressive, but her real strength becomes only obvious when she and Saeed leave the country and have to rearrange their life in foreign places. In contrast to Saeed, she does not look back and search for familiar people who speak the same language and practise the same religion. Nadia can really adapt to new situations and show her intelligence and capacities of bonding with people. She is not afraid, she has already lost her home country, her family and gave up everything. 


"Exit West" contributes to the current politically most discussed topic in Europe. Yet, it does not highlight the political dimension of the quasi exodus of a whole generation, but focuses on the personal perspective. With Saeed and Nadia, we have a loving couple who leave behind different lives and who struggle in very different ways with their role as refugees. How the citizens of London react to the newcomers could be interesting to look at more closely, just as the development of their relationship over the course of time. The role of men and women in the different countries is also worth another thought. Yet, everything cannot be mentioned in a review, particularly if a novel offers that much as Exit West does. It is also Hamid’s style of writing which contributes to making the novel stand out in the masses of new publications. With a plain, very direct way of narration, the author can hit the reader deeply and hinder anybody from just reading the novel, closing the book and forgetting about it.

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Dear Friend, From My Life I Write to You in Your Life

Yiyun Li
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 23.02.2017
ISBN 9780241283950
Genre: Sonstiges

Rezension:

Yiyun Li has spent two years writing her essay which appeared in the collection I write to you in your life. Topics which affected her as a writer as well as her as a Chinese woman living and working in America. Yet, it is not only theoretical essays on different subjects such as suicide, the role of writers, connection between language and identity etc., it is much more a kind of biography, a very personal insight into Yiyun Li's thoughts and feelings.

Some of her thoughts I found not only remarkable, but they gave me a lot of food for thought. E.g. when she writes that she does not trust her past since her memory could be tainted. It is true, we cannot have something like a neutral remembrance, it is all within. The co text of what was before and what came after. At times, big catastrophes which seem to destroy our lives are considered just minor events a couple of months or years later. So we do not keep the memory of that specific moment but the classification made afterwards.

She also explains the title which is actually a quote from Katherine Mansfield' notebooks. At first, I was wondering about the idea, but slowly I could understand what she was referring to. Of course, as a writer, you aim at entering somebody's life, at being important and relevant for a reader. You also might write to express yourself, but what worth does it have to write something which neither read by anybody nor relevant for anybody?

Her analysis of suicide comes to a convincing conclusion: one never kills oneself from knowledge or understanding, but always out of feelings." (Position480). Since those feelings can never be fully felt by somebody else, so who are we to judge suicide? No matter the individual explanation, it is the person's decision which has to be accepted.

When she reads in other writers' notes, she has the feeling of entering into conversation with them. She enters into others' lives, follows their train of thoughts and in this ways advances herself. Since you can never trust what somebody writes, you can at least build a broader picture of the writer since you can never write without also offering something of yourself

Her most interesting aspect for me, however, was the thoughts on the impact of the language. Yiyun Li writes in English which is not her mother tongue. Yet, this is quite natural for her, she rejects writing in Chinese and does not feel limited by her capacities in English. It is also her relationship with China that forbids her writing in Chinese.

All in all, I have the impression of a very personal book which wants to enter into conversation with the reader. It does not provide definite answers to anything, it raises many questions and thus enters into conversation with you.

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Idaho

Emily Ruskovich
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Chatto & Windus, 16.02.2017
ISBN 9780701189082
Genre: Sonstiges

Rezension:

When Ann first meets Wade, the situation is not easy: his daughter has brought a knife to school and he is fascinated by the music teacher. He starts exercising, learning to play the piano with her. But after a tragic incident in which one of his daughters is killed, the other lost and his wife Jenny sentenced to prison, they lose track of each other. Years later, they are married and Wade is suffering from dementia. Ann tries to put together the pieces of Wade’s life and to understand what happened to May, June and Jenny on that day in 1995. Wild rural Idaho gives them the setting for an emotionally conflict-ridden family affair.

Emily Ruskovich’s novel has been welcomed with much praise which is completely justified. The structure of the novel demands of the reader a lot of attention: we have episodes set in 2004, others go back to the 80s or repeatedly to 1995 – the year of the central incident – but we also spring forward in time and finish in August 2025. But it is not only the chronologically interrupted timeline which requests concentration, the story is also told from multiple perspectives with different foci. The kaleidoscopic pieces have to be put together to form a complete whole and to understand – or at least get an idea – of what happened.

Apart from the construction of the plot, the most impressive aspect of the novel is Ruskovich’s ability of creating an atmosphere. The fact that she places the story in Idaho is not a coincidence, the specific makeup of the landscape is decisive for the action which could not happen anywhere. The characters are formed by nature in a certain way and reunite with it albeit all the technological advancement. The relationships are as complicated as nature is demanding, especially in winter time. Yet, the novel also illustrates what human beings are capable of, how forgiving they can be and how cruel.

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roman

Kraft

Jonas Lüscher
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 08.03.2017
ISBN 9783406705311
Genre: Romane

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Schwarze Liebe, schwarzes Meer

Zülfü Livaneli , Gerhard Meier
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei btb, 13.02.2017
ISBN 9783442714377
Genre: Romane

Rezension:

In Podima, einem kleinen Dorf an der türkischen Schwarzmeerküste, kommt es zu einem bestialischen Mord nach einer privaten Feier: die hübsche Arzu Kahrman wird in ihrem eigenen Haus brutal zugerichtet. Der Ehemann kann schnell als Täter ausgeschlossen werden, die Aufregung im Dorf ist groß und der Fall zieht sogar die Presse aus Istanbul an. So kommt eine junge Journalistin auch zu Ahmet Arslan, einem ehemaligen Bauingenieur, der sich an der Küste zur Ruhe gesetzt hat. Er war mit Arzu befreundet und könnte sicherlich etwas über das Opfer berichten. Allerdings verläuft die Begegnung nicht so wie von der Redakteurin gedacht. Mehr und mehr zieht der ältere Herr sie mit seinen Geschichten in den Bann und aus dem kurzen Interview wird plötzlich ein mehrtägiger Aufenthalt. Wird sich in den Erzählungen auch der Schlüssel zur Aufklärung des Mordes finden?

Zülfü Livaneli spielt mit seinen Lesern und das macht er meisterlich. Das Buch beginnt mit einem interessanten Mord und dem Versuch, diesen aufzuklären. Schon in der ersten Begegnung der beiden Protagonisten wird dem aufmerksamen Leser klar, dass er sich in Acht nehmen muss vor dem Ich-Erzähler Ahmet Arslan, der sich zu gerne seiner Bücher bedient und aus einzelnen Fakten eine Geschichte strickt, die die Wahrheit sein könnte – oder aber auch etwas ganz Anderes. So wie er der Journalistin eine Geschichte nach der anderen auftischt, führt er auch uns an der Nase herum. Völlig im Einklang mit allen Details wird uns ein Leben präsentiert, das in sich stimmig und glaubwürdig erscheint. Doch der Schein trügt, das gemeine Spiel mit dem Leser hat längst begonnen, ohne dass dieser sich dessen bewusst gewesen wäre.

Auf der Handlungsebene kann der Roman allerdings auch überzeugen. Es werden zwar weder der ältere Herr noch die junge Frau über die Begegnungen hinaus charakterisiert; von ihr erfährt man ohnehin kaum etwas, selbst ihr Name wird uns erst auf einer der letzten Seiten genannt, denn sie dient nur als Anlass zum Geschichtenerzählen, als Zuhörerin einer phantastischen Erzählung, die noch ganz zu Unrecht vom Protagonisten selbst mit den Märchen aus Tausend und einer Nacht verglichen werden. Von dem anfänglich im Zentrum stehenden Mord entfernt sich das Geschehen jedoch zunehmen, es rückt eine zweite Geschichte in den Fokus, eine Liebe über die Kulturen hinweg, die trotz der Sprachbarrieren entstehen kann und letztlich für ein furchtbares Unglück verantwortlich ist. Ein langsamer Wandel, der völlig fließend verläuft, ohne dass einem bewusst ist, dass man sich gerade mehr und mehr von der ursprünglichen Handlung fortbewegt.

Besonders interessant fand ich die Ausführungen des Erzählers Ahmet Arslan zur Rolle der Literatur und wie sich in dieser nicht nur Parallelen, sondern Hilfen für das reale Leben finden lassen. Letztlich ist alles eine Geschichte, wir schreiben unser Leben selbst und bestimmen, welchen Weg die Handlung nehmen soll. Wie exzellent es ihm gelingt, diesen Ansatz in seinem Roman umzusetzen, erkennt man jedoch erst in dem Moment, indem die Geschichte fertig erzählt ist.

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wien, polen, erzählung, radek knapp

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Radek Knapp
Fester Einband
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 20.02.2017
ISBN 9783552063365
Genre: Romane

Rezension:

Erst lässt ihn seine Mutter nach der Geburt bei den Großeltern zurück, dann taucht sie plötzlich wieder auf und verpflanzt den Jungen von der polnischen Provinz in die österreichische Hauptstadt. Da er der neuen Sprache nicht mächtig ist, kommt er in eine Klasse mit anderen etwas langsamen Kindern, womit Walerian aber gut umgehen kann, es sind ohnehin nicht die Dinge der Lehrer, die man fürs Leben braucht. Die Schulzeit lässt sich so gut rumbringen. Auch die Handelsschule dient zur Vorbereitung auf das Leben - wenn man während der Unterrichtszeit das echte Leben außerhalb der Schule studiert. Dass die Chancen auf ein erfolgreiches Berufsleben für ihn so erst einmal nicht gut aussehen, liegt auf der Hand, aber ein cleverer Pole lässt sich davon nicht unterkriegen und weiß sich durchzuschlagen.

Die Beschreibung des Buchs klang verlockend und interessant. Nach dem Lesen frage ich mich jedoch, was Radek Knapp eigentlich mitteilen oder erzählen wollte. Mir fehlt das Ziel des Buchs, die Aussage. Ja, ein zwangsweiser Emigrant, dem es gelingt, sich in der neuen Heimat durchzuschlagen - aber bei Walerian scheint vieles zufällig und nicht planmäßig zu geschehen, als Vorbild taugt das nicht. Auch wird er weder zum Aufsteiger noch kann er wirklich ein eigenes Ziel erreichen, weder beruflich noch privat. Beziehungen zwischen den Figuren tauchen auch nur rudimentär am Rande auf, das komplexe Verhältnis zu Mutter wird über die ersten zusammenfassenden Zeilen der jüngeren Kindheit nicht thematisiert.

Gelungen fand ich die Passagen über Walerians Schulzeit, die nebenbei typische Versäumnisse der Integration offenlegt. Sein Berufs- und Erwachsenenleben hingegen konnte mich nicht überzeugen, zu belanglos bleiben die Episoden, zu wenig Aussagekraft, um mir als Leser etwas zu sagen. Der lockere Plauderton, der auch durchaus zum Protagonisten passt, verleiht dem Roman durchaus eine unterhaltsame Leichtigkeit beim Lesen, ist mir insgesamt aber zu wenig, um zu überzeugen.

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Playmates

Eva Hanagan
E-Buch Text: 162 Seiten
Erschienen bei The Odyssey Press, 10.01.2017
ISBN B01MT81GGM
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lucy and Biddy, two elderly sisters who once came from Germany to Scotland and have since spent their lives together. Lucy has always cared for the younger one, but now she is suffering from pneumonia and feels that the end is near. In her last hours, she tries to prepare Biddy for the time after she‘s deceased, but Biddy does not really seem to understand. When it finally happens, she tries to ignore the situation at first. She keeps her secret well, even manages to take care of all the financial aspects of her life. But she increasingly feels lonely, especially since she cannot confide in anybody. When young Ginger Mudd knocks on her door one day, a strange friendship develops. However, this friendship will sooner or later endanger her secret…

Eva Hanagan, who only started writing late in her life and died already in 2009, sends us to a remote place where people can lead a reclusive life. There are only few characters in her novel, apart from the sisters, we repeatedly meet a neighbour who is inquiring about Lucy’s well-being, fishy Mrs Trout, young Mudd and at the end of the novel, briefly his father and mother. The plot is centred around Biddy, of whom I first thought she was a young girl, a bit naïve and ignorant of the world. Only when she started narrating her past did I realise that she must be rather an elderly lady with some limited intellect. Yet, this does not hinder her from being loveable and charming in her special way. It was quite funny to read how her pragmatic cleverness helps her top keep Lucy’s death secret. On the other hand, the scenes in which she longs for human contact are rather sad.

The most interesting aspect however what the friendship between Biddy and Mudd. Albeit the age difference do they well get along and quickly grow fond of each other. Their dance around Biddy’s secret and their mutual feeling that this friendship is precious, too precious to endanger it by any inconsiderate, spontaneous action, was for me the most noteworthy while reading. All in all, the novel moves at a slower pace which fits well to the setting and its characters. And it is particularly the subtle play on words – such as the neighbour’s name – that make this novel remarkable.

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präkere lebensverhältnisse, vater, tochter, roman

Fliegenpilze aus Kork

Marie Luise Lehner
E-Buch Text: 192 Seiten
Erschienen bei Verlag Kremayr & Scheriau, 08.02.2017
ISBN 9783218010702
Genre: Romane

Rezension:

Eine ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung. Sie tun Dinge, die andere nicht tun. Sie wühlen im Müll, sie basteln Fliegenpilze aus Kork, sie leben auf unkonventionelle Weise. Immer wenn sie Zeit bei ihrem Vater verbringt, ist diese wie ein Abenteuer, eine Reise in eine andere Welt, in der bekannte Normen und Regeln nicht gelten, sondern auf den Kopf gestellt werden. Auch die berufliche Situation des Vaters ist anders als bei anderen: Gelegenheitsjobs wechseln sich mit Arbeitslosigkeit ab, mal liest er im Selbststudium philosophisch-anthropologische Texte, immer hilft er den Menschen in seinem Umfeld, die Unterstützung brauchen. Dabei wäre er selbst oft auf solche angewiesen. Mit zunehmendem Alter beginnt die Tochter, die Muster zu durchschauen und zu verstehen, was es mit ihrem Vater auf sich hat und löst damit die enge, vorurteilsfreie Beziehung nach und nach auf.

Marie Luise Lehrners Roman Fliegenpilze aus Kork fällt schon durch die ungewohnte Gestaltung des Umschlags ins Auge. Die wilden Pinselstriche, die kein fertiges Bild, keine harmonisches Ganzes entstehen lassen, sondern eher Ausdruck einer spontanen Emotion oder der Aufgabe vor Vollendung zu sein scheinen, passen hervorragend zum Inhalt der Geschichte.

Erzählt wird aus der Sicht der Tochter, die Kapitel folgen ihrem Alter, so ist jedem Lebensjahr ein Abschnitt gewidmet. Zunächst sehr kurz, dann immer länger werdend bis hin zum Erwachsenenalter. So wie das Mädchen älter und reifer wird, wandelt sich auch ihr Blick auf den Vater. Das junge Kind sieht das Zusammensein als Abenteuer, hinterfragt die Gegebenheiten nicht, sondern nimmt diese wahr und beschreibt sie in einem unverblümten Ton. Als sich der Blick über den Tellerrand der eigenen Familie hinaus wendet, wird ihr zunehmend klar, dass ihr Vater anders ist als andere und dass in ihrem Leben ein anderer Maßstab herrscht als dies bei anderen der Fall ist. Fast erwachsen beginnt sie kritischer zu werden und so einen Bruch herbeizuführen, auch bedingt durch die Tatsache, dass es eine jüngere Halbschwester gibt, in der sie sich zum Teil wiederkennt. Das, was sie als spannend und ungewöhnlich empfand, ordnet sie nun anders ein und bewertet es, wie auch die Außenwelt auf den Vater blickt, was die beiden zwangsweise voneinander entfernt.

Der Roman bringt einem als Leser in eine emotionale Zwickmühle. Zunächst ist man mit der Erzählerin positiv gestimmt, nicht jeder soll und muss der Norm entsprechen und gerade die Abweichungen sind oft spannend. Die kleinen Unzulänglichkeiten des Vaters kann man gerne übersehen, dass er sein Kind liebt und der Tochter wichtige Dinge fürs Leben zu vermitteln vermag, ist augenscheinlich. Doch kommen mehr und mehr auch Zweifel auf, so wie das Kind älter wird und vermehrt hinterfragt. Ist es wirklich günstig, bei einem Mann, der kaum für sich selbst sorgen kann, ein Kind in Obhut zu lassen? Oft mangelt es an Geld und dadurch an Nahrung – von der Qualität ist noch gar nicht zu sprechen. Welches Vorbild ist er ihnen? Und die zunehmenden etwas zickigen Verweigerungen der Kommunikation weisen auch nicht auf Erwachsenen-adäquates Verhalten hin. Dennoch behandelt er die Töchter auch gut und durchaus liebevoll – wie soll man ihn letztlich beurteilen?

Vielleicht sollte man aber genau darauf verzichten. Es fehlt die Instanz des Erzählers, der einordnet, einen neutralen Blick wirft und beurteilt. Man hat nicht den Eindruck, dass es der jungen Ich-Erzählerin an etwas ernsthaft mangelt, vor allem nicht emotional; mit zunehmendem Alter kann sie sich eine eigene Meinung bilden, sich lösen und eigene Wege gehen. Das Erwachsenwerden hat letztlich hervorragend geklappt – kommt es nicht darauf nur an?

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schweden, dystopie, thriller, politthriller, hunger

Epidemie

Åsa Ericsdotter , Ulla Ackermann
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arctis Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783038800026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was ist die größte Bedrohung der westlichen Zivilisation? Nicht islamistische Kämpfer, nicht gierige Banker. Nein, man zerstört sich selbst durch unbändige Nahrungsaufnahme und gesundheitsgefährdendes Übergewicht. Der schwedische Ministerpräsident Johan Svärd hat erkannt, dass er etwas unternehmen muss. Sein Land wird das globale Vorbild für die Bekämpfung der Fettleibigkeit werden. Gesundheit, d.h. Schlankheit, steht über allem. Mehr Themen braucht seine Partei nicht, denn, wenn wir unser Leben gefährden, was haben wir dann noch? Programme in Schulen sollen schon bei den Kleinen präventiv wirken, die Erwachsenen erhalten weniger subtilen Druck: wer die Normwerte nicht erfüllen kann, wird seinen Job nicht behalten. Doch eine kleine renitente Gruppe will sich dem Schlankheitsdiktat nicht unterwerfen, drastischere Maßnahmen sind gefragt – auch um den Gewinn der nächsten Wahl zu sichern.

Åsa Ericsdotter hat aus einem der beherrschenden Themen der Zeit einen fast dystopischen Roman geschaffen, der möglicherweise gar nicht so fern der Realität ist, wie man zunächst meinen mag. Der soziale Druck, der auf Menschen jenseits der Norm ausgeübt wird, ist auch heute schon nicht zu leugnen. Dass es für die Gesundheit förderlicher ist, wenn man kein zu hohes Übergewicht mit sich trägt und zudem auf ausreichende Bewegung achtet, ist ebenfalls unbestritten. Wenn sich jemand dieser Thematik bemächtigt und sie in extremo ausreizt, sieht die Lage jedoch schon etwas anders aus. Immer mehr verleiht die Autorin ihren Figuren ein Vokabular, dass alle Alarmglocken schrillen lässt und verdächtig an jenes des Dritten Reiches und der Rassenideologie erinnert, nur dass hier nicht die Hautfarbe sondern der Taillenumfang das maßgebliche Kriterium ist. Und wieder einmal schauen die meisten einfach nur zu oder gar weg. Und viele folgen dem Ruf und lassen sich von der neuen schönen Welt vereinnahmen, denn eigentlich will doch die Regierung nur das Beste für ihre Bürger, oder?

Die Geschichte ist platziert um wenige Figuren herum: Landon, ein junger Forscher, dessen Freundin dem Ruf des neuen Ideals folgt und erliegt und seiner Nachbarin, die mit ihrer kleinen Tochter von den Zwangsmaßnahmen der Regierung bedroht ist. Keine Superhelden, sondern klardenkende Menschen, denen man ihre Sorgen und Agieren glaubt und die durch die Handlung tragen können, da es gerade ihre kleinen Schwächen sind, die sie menschlich erscheinen lassen. Ein in sich stimmiger Roman, der ein schnelles Tempo durch die recht kurzen Kapitel und raschen Wechsel zwischen den Figuren schafft, was stimmig mit dem Inhalt ist und das als „Roman“ bezeichnete Buch eher in Richtung Krimi rückt und Spannung aufbaut.

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Letzte Freunde

Jane Gardam , Isabel Bogdan , Felix von Manteuffel
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 10.10.2016
ISBN 9783844914771
Genre: Romane

Rezension:

Der abschließende Teil von Jane Gardams Trilogie beschließt die Geschichte um Edward Feathers, genannt „Old Filth“ – Failed in London, Try in Hong-Kong, und Terry Veneering, einst hervorragende Anwälte im Königreich, dann im fernen Honkong zu erbitternden Gegnern geworden, gehen sie sich Jahre lang aus dem Weg, bis sie sich in ihren letzten Tagen im heimatlichen England wieder begegnen. Nach dem Tod beider erfahren wir nun von einem jugendlichen Weggefährten Veneerings, Fiscal-Smith, dessen Familiengeschichte, die wenig von dem Glanz hat, wie sie Edwards Herkunft zu bieten hatte. Als Spross eines verunglückten russischen Zirkusartisten muss er früh lernen sich zu behaupten und hart für das arbeiten, was er erreichen will.

Zwar ist Jane Gardams Erzählstil recht unverkennbar und mit Felix von Manteuffel ist ein ausgesprochen guter Erzähler am Werk, dennoch bleibt der dritte Band weiter hinter den ersten beiden zurück und kann mich nicht recht packen. Vielleicht ist es der Schwerpunkt weg von Edward und Betty, die die ersten beiden beherrscht hatten und im Zentrum standen, und die Tatsache, dass nun eine gänzlich andere Geschichte erzählt wird, was mich nicht zu recht glücklich mit ihr werden lässt. Es fehlt mir das Persönliche, das Verletzliche, das mich bei den Vorgängern überzeugen konnte. Auch die raffinierte Deutungsvielfalt fehlt, die durch die Spiegelung in den beiden Bänden entstanden ist, die erst zusammen ein ganzes Bild ergeben. Die dritte Perspektive kann hier kaum etwas hinzufügen und bleibt somit außen vor. 

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The Heart's Invisible Furies


Fester Einband
Erschienen bei null
ISBN 9780857523471
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ireland 1945. Catherine is 16, unmarried and pregnant. She is chased away from her village from a priest during mass in front of the whole congregation and determined to start a new life in Dublin. The baby, however, will have to be up for adoption, a loving couple will give him a better start in life than a fallen woman. Thus, baby Cyril arrives at the Averies’. Maud and Charles are not especially cordial, but they care for him and in Julian he finds a friend for his life. Even though the circumstances of his upbringing are much better than expected in the first place, Cyril’s life is not meant to be easy: already as a young teenager he realises that he is much more interested in the boys around him than in the girls – an impossibility in Catholic Ireland. Will he ever be able to find real love? Or didn’t he already find it in his best friend Julian?

John Boyne’s novel is a documentary of the 20th century and the development of morals in Catholic European countries. From the very beginning with strict rules which were much more important than the individual’s suffering, over the 60s and 70s with free love and the detachment from all moral considerations, to the 80s and the uncontrollable and unpredictable virus which threatened the world and made people think over their behaviour until our time where – at least in the novel – new ways of understanding the concepts of family and belonging have formed. The protagonist Cyril is strong enough to lead the reader through the times and to overcome obstacles with his gentle and open-minded manners and attitude towards life. He is simply lovable, still at times, you pity and feel sympathy for him because luck does not really seem to be on his side.

Apart from the plot which I found quite interesting since you get an exemplary insight into what homosexuals had to go through in the 20s century, it is Boyne’s style of writing which makes this novel stand out. Sometimes, you could just laugh out loud, e.g. when Cyril explains how his adoptive parents decided on his name: “They had named me Cyril for a spaniel they’d once owned and loved.” (pos. 875) or when he recollects how his father explains him about the birds and the bees (which is just not suitable for any quotation even though it is hilarious). Boyne has quite a limited set of characters considering the number of pages of the novel, they reappear, meet again and again, at times it seemed as if there were maybe too many coincidences to believe it, but even nevertheless it all fit together well and finished in a round and complete ending.

Admittedly, I was occasionally reminded of Hanya Yanagihara’s novel “A little life”, in both novels we find a homosexual as protagonist who has to struggle all his life due to his sexual orientation, societal standards and expectations and who is highly sensitive and perceptive for other people’s feelings and emotions. Yet, the novels are quite different. Where I could feel physical pain in Yanagihara’s, I enjoyed the light tone of Boyne’s novel and the fact that he manages to tell a serious and sometimes arduous story in such a light, amusing way.

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gesellschaft, krieg, rassismus, scheinwelt der reichen, ränkespiel

Die Zeit der Ruhelosen

Karine Tuil , Maja Ueberle-Pfaff
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081750
Genre: Romane

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Moskau Babylon

Owen Matthews , Hans-Ulrich Möhring
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548288833
Genre: Romane

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Heimatballade

Atiq Rahimi
E-Buch Text: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 24.02.2017
ISBN 9783843715492
Genre: Biografien

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